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Full text of "Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Classe"

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COMPARATIVE    ZOÖLOGY. 

AT  HARVARD  COLLEGE,  CAMBRIDGE,  MASS. 
No.//,7-öVr 


DENKSCHRIFTEN 


DER 


KAISERLICHEN 


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AKADEMIE  DER  WISSENSCHAFTEN 


MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHE  CLASSE. 


FÜNFZIGSTER   BAND. 


'"WIEN. 

AUS  DER  KAISERLICH-KÖNIGLICHEN  HOF-  UND  STAATSDRUCKEREL 

1885. 


INHALT. 


Erste  Abtheilung. 

Abhandlungen  von  Mitgliedern  der  Akademie. 

Seite 

Etüngshausen  Frh.  v. :  Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  III.  Theil  und  Schluss.  (Entbalteml  Nach- 
träge und  die  allgemeinen  Resultate.)  (Mit  5  Tafeln.) 1 

Neumayr :   Die  geographische  Verbreitung  der  Juraformation.  (Mit  2  Karten  und  1  Tafel.) 57 

Gegenbauer :  Zur  Theorie  der  Determinanten  höheren  Ranges 145 

Gegenbauer :  Zur  Theorie  der  aus  den  vierten  Eiubeitswurzcln  gebildeten  complexen  Zahlen      ....  153 

Oppolzer  V. :  Über  die  Auflösung  des  Kepler'scheu  Problems 185 

Zweite  Abtheilung. 

Abhandlungen  von  Nicht-Mitgliedern. 

Stapf:  Die  botanischen  Ergebnisse  der  Polak'schen  Expedition  nach  Persien  im  Jahre  1882.  I.  Theil  .        1 

Stapf:  Beiträge  zur  Flora  von  Lycien,  Carlen  und  Mesopotamien.  I.  Theil 73 

Toula:  Geologische  Untersuchungen  in  der  „Grauwackenzone"  der  nordöstlichen  Alpen.  Mit  beson- 
derer Berücksichtigung  des  Semmering-Gebietes.  (Mit  1  Karte,  1  Tafel  und  43  Holz- 
schnitten.)   121 

Purschke:   Cfe?«;«ys  sarw(*i/ca  n.  sp.  aus  dem  Tegel  von  Hernais  bei  Wien.  (Mit  1  Tafel.) 185 

Unterweger :  Beiträge  zur  Erklärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen.    (Mit  2  Tafeln  und 

3  Holzschnitten.) 19^ 

Bruder :  Die  Fauna  der  Jura- Ablagerung  von  Hohnstein  in  Sachsen.  (Mit  5  Tafeln,  1  Holzschnitt  und 

1  Tabelle.) 233 

Laube:  Ein  Beitrag  zur  Keuntniss  der  Fische  des  böhmischen  Turon's.  (Mit  1  Tafel  und  2  Holz- 
schnitten.)  285 

Toida  und  Kall :  Über  einen  Krokodil-Schädel  aus  den  Tertiärablagerungen  von  Eggenburg  in  Nieder- 
österreich. (Mit  3  Tafeln  und  3  Holzschnitten.) 299 


Erste  Abtheilung. 


Abhandlungen  von  Mitgliedern  der  Akademie. 


Mit  2  Karten  und  6  Tafeln. 


DIE 

FOSSILE  FLORA  VON   SAGOR  IN  KRAIN. 


Reo..Rath  Prof.  Dr.  CONSTANTIN  Freiherr   von    ETTINGSHAUSEN", 

CORRKSPONDIKENDEM  MITQI.IEDE   DER   KAISERLICHEN   AKAIIEMIE  PER  WISSENSCHATTEN. 


m.   THEIL  UND  SCHLÜSS. 

(EJITIiALTEP  \ACIITRÄ(;E  OM  DIE  UI.GEHEnES  RESULTATE) 

(31LLfc  5  SafefH..) 
VORGELEGT   IN   DER    SITZUNG    AM    8.   JÄNNER  1SS5. 


Heit  der  Veröffentlichung  des  I.  und  II.  Tlieiles  meiner  Arbeit  über  diese  fossile  Flora  (Deukscbr.,  Bde.  XXXII 
und  XXXVII)  sind  aus  den  Scliichten  von  Sagor  noch  fortwährend  neue  oder  in  irgend  einer  Bezieliung 
bemerkenswerthe  Pflanzenfossilien  /um  Vorschein  gekommen.  Es  sind  nicht  nur  die  Fundstätten  in  Sagor  von 
mir  wiederholt  bssucht,  sondern  auch  grosse  Quantitäten  Rohmaterials  von  dort  an  das  pbyto-paläontologische 
Institut  in  Graz  ges^'ndet  worden,  wo  die  Pflauzeufossilien  meistens  durch  das  Verfahren  der  Frostsprengung 
gewonnen  werden  konnten.  Das  verspätete  Erscheinen  des  vorliegenden  letzten  Theiles  meiner  Arbeit  über  die 
fossile  Flora  von  Sagor  dürfte  dcssball)  wohl  Entschuldigung  finden.  In  demselben  sind  die  neuen  Funde 
beschrieben  und  am  Schlüsse  die  allgemeinen  Resultate  der  Bearbeitung  zusammengestellt. 

Hievon  hebe  ich  hervor,  dass  die  fossile  Flora  von  Sagor  zwei  Abschnitte  derTertiärjieriode  nnd  zwar  den 
letzten  der  Eocäuzeit  und  den  ersten  der  Miocänzeit  umfasst;  ferner  dass  in  dieser  Tertiärflora  die  Mischung 
von  Florenelementen  mindestens  ebenso  deutlich  zu  erkennen  ist,  wie  in  anderen,  was  den  schon  aus  anderen 
fossilen  Floren  deducirten  Schluss,  dnss  in  der  Tertiärflora  die  Florenelementc  noch  vereinigt  waren,  vollkommen 
bestätigt.  Dies  gilt  aber  nicht  bloss  tlir  die  Tertiärflora  Europas.  Es  ist  schon  a  priori  anzunehmen,  dass  die 
gesellige  Verbindung  der  Florenelemente  eine  allgemeine  Eigenscbaft  der  Tertiärflora  ist,  denn  es  liegt  kein 
Grund  vor,  yerade  der  europäischen  Tertiärflora  eine  völlig  abweichende  Eigcnthiimiichkeit  zuzuschreiben, 
während  die  Annahme,  dass  die  Tertiärflora  überhaupt  eine  Universalflora  ist,  welche  die  Elemente  aller 
jetzigen  Floren  in  sich  fasst,  durchaus  nichts  Absurdes  an  sich  hat.  Gegenwärtig  findet  diese  Annahme  durch 
die  rntersuehuug  der  aussereuropäischen  Tertiärfloren  immer  mehr  Begründung. 

Die  Vergleichung  der  Fossilien  mit  den  entsprechenden  Theilen  der  lebenden  Pflanzen  halie  ich  grössten- 
theils  während  meines  längeren  Aufenthaltes  in  Kew  Gardens  bei  London  vorgenommen.  Für  die  mir  daselbst 
freundlichst  gestattete  Benützung  der  reichhaltigen  Sammlungen  der  Museen  und  des  botanischen  Gartens 
spreche  ich  den  Herren  Director  Sir  Joseph  Hooker,  Prof  Daniel  Oliver  und  J.  G.  Baker  den  verbind- 
lichsten Dank  aus. 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Gl.   L.  Bd.  i 


Constantin  v.  Ettingshansei 


A.  Beschreibung  der  neu  hinzugekommenen  fossilen  Pflanzen. 

Class.   FUN  Gl. 
Sphaerici  miuutissinui  u.  sp. 

Taf.  XXVIII,  Fig.  -2,  2  «,  h. 

S.  penthecik  sparsis  iionnunqiumi  <i<l  ««vw.s-  »ecundarios  seriafi^,  iHhintissimia,  rotundatis  nigris,  odiolo  confonni 
pertusis. 

Fuudort:  Savine  (.Stollen).  Auf  eiuein  Dicotyledoneu-Blattreste,  wahrscheinlich  einem  Theilblättchen 
von  Rhus. 

Auf  dem  hier  abgebildeten  unscheinbaren  Fetzen  eines  Dicotyledouen-Blattes  bemerkt  man  sehr  feine, 
schwarze  Pünktchen,  welche  auf  der  Fläche  des  Blattes  zerstreut  liegen.  Da  dieselben  oft  den  Netznerven  auf- 
sitzen, so  könnte  mau  bei  oberflächlicher  Betrachtung  verleitet  werdeu,  das  Fossil  für  einen  Farnrest,  allenfalls 
der  Gattung  Pol i/podium  oder  Äspidium  zu  halten,  wo  ))ei  mehreren  Arten  die  der  Nervation  von  Dicotyledonen 
ähnliche  iiercatio  Dri/nariae  vorkommt.  Bei  genauerer  Untersuchung  mittelst  der  Loupe  findet  man  jedoch,  dass 
weder  die  Nervation  des  Blattrestes,  noch  die  Anordnung  der  erwähnten  Pünktchen  alsSori  zu  einem  Farn  passt. 
Die  Pünktchen  sitzen  nämlich  zuweilen  auch  auf  den  Secundärnervtn  zu  mehreren  in  einer  Reihe.  In  Fig.  2  a  ist 
eine  Stelle  des  Fossils  vergrössert  gezeichnet,  an  der  man  die  erwähnte  Anordnung  der  Pünktchen  beobachten 
konnte.  Fig.  2  b  hingegen  zeigt  eine  Partie,  wo  die  Pünktchen  an  den  feinsten  Netznerven  einzeln  sitzen. 
Um  den  Beweis,  dass  man  es  hier  mit  einem  Pilze  zu  tliun  hat,  zu  vervollständigen,  hebe  ich  noch  hervor,  dass 
die  Pünktchen  bei  starker  Vergrösserung  sieh  als  Perithecien  deutlich  erweisen.  In  der  Mitte  der  rundliehen 
Perithecien  bemerkt  man  bei  einigen  eine  Öffnung,  was  an  Fig.  2  h  zur  Anschauung  gebracht  ist.  Den  Peri- 
thecien nach  schliesst  sich  der  l)eschriebeue  Pilz  der  Spliaeria  interpumjens  Heer  an,  unterscheidet  sieh  aber 
von  dieser  wie  auch  von  der  ähnUchen  folgenden  Art  durch  die  ausserordentliche  Kleinheit  der  Perithecien. 

Der  Blattfetzen,  auf  welchem  der  Pilz  vorkommt,  zeigt  nach  der  Form,  Baudbeschaffenheit  und  Nervation 
viele  Übereinstimmung  mit  Theilblättchen  von  Rhus. 

Sphaeria  Fiel  tenulnervis  u.  sp. 

Taf.  XX Vm,  Fig.  3,  3  a— c. 
S.  perithecüs  sparsis  minuHssimis,  ovalibus,  nigris,  nstiolo  rotundato  2)ertusis. 

Fundort:  Savine  (Stollen)  auf  einem  Blatte  von  Fiaiis  temdnerms. 

Die  Perithecien  dieses  Pilzes  gleichen  denen  der  Sphaeria  interpungens  Heer,  sind  jedoch  noch  kleiner 
als  diese,  so  dass  sie  dem  unbewaffneten  Auge  kaum  sichtbar  sind.  Bei  genauerer  Untersuchung  erkennt  man, 
dass  sie  auch  durch  ihre  ovale  Form  von  den  Perithecien  der  genannten  Pilzart  abweichen.  In  der  Mitte  des 
Peritheciums  bemerkt  man  eine  sehr  kleine,  rundliche  Öffnung  (Fig.  3  a — 3  c). 

HpJuieria  Secretmii  Heer. 

0.  Heer,  Tertiärflora  der  Schweiz,  Bd.  I,  S.  l.i,  Taf.  I,  Fig.  4«. 

Diesen  von  0.  Heer  auf  einem  Stengel  einer  fossilen  Pflanze  aus  dem  Mergelschiefer  von  Öningen 
entdeckten  Pilz  fand  ich  im  Steinbruch  bei  Savine  auf  einem  Blatte  von  Fhragmifes  oeningensis. 

Hhytisma  gründe  n.  sp. 
Tat.  XXVIII,  Fig.  1. 
li.  periflieciis  magtiis  rotundato-ovaUbus,  sinuosis,  irregidariter  dehiscentibus. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch).  Auf  einem  unbestimmbaren  Dicotyledonen-Blatte. 


Die  fossik  Flora  von  Saf/or  in  Krain.  H 

Die  Perithecien  kommen  denen  von  Rhytisma  lyoptiU  nahe,  weichen  aliei'  in  der  Form  und  Grrösse  Yon  den- 
selben ab.  Sie  erreichen  eine  Länge  von  7""'  nnd  eine  Breite  von  4-5""'  und  liegen  deutlich  vertieft.  Die 
Furchen  derselben  sind  nicht  so  regelmässig  angeordnet,  wie  bei  erwähnter  Art  aus  der  Tertiärflora  der 
Schweiz.  Die  kleineren  Perithecien  gleichen  wegen  ihrer  mehr  rundlichen  Form  sehr  denen  des  Xi/lomifef> 
umbilicuHis  Vn^.  Letzteren  fehlen  jedoch  die  Furchen;  überhaupt  kann  ich  nicht  die  Ansicht  theilen,  dass  der 
Xyloinites  umhilicatus  ein  Rlujtisma  sei. 

Class.  ALGAE. 
Chondrites  laurencloldss  m. 

Fossile  Flora  von  8agor,  I,  Denkschr.  Bd.  -Sa,  S.  161,  Tat".  I,  Fig.  1. 

Ein  kleines  Bruchstück  dieser  Alge  wurde  in  letzterer  Zeit  im  Schürfstollen  bei  Savine  gefunden. 

Cystoseira  comtnunis  Ung.  sp. 

Syn. :   Cystosmiies  communis  Vng.  Cliloris  protogaea,  p.  125,  Tab.  28,  Fig.  1,  2. 

Fundort:  Trifail. 

Von  dieser  in  den  fossilen  Floren  \'on  RadoboJ  und  Podsused  in  Oroaticn  häufig,  anderwärts  aber  selten 
vorkommenden  Fucacee  habe  ich  ein  einziges  Exemplar  aus  den  Schichten  von  Trifail  erhalten. 

Ord.  CHARACEAE. 

Charit  Meriani  A.  Braun. 

Taf.   XXVni,  Fig.  6. 
Ettingsli.  Fossile  Flora  von  Sagor,  I,  1.  c,  S.  ici. 

Am  a.  0.  erwähnte  ich  des  häufigen  Vorkommens  dieser  Art  in  den  Mergelschiefern  von  Savine.  Um  eine 
Vorstellung  von  diesem  Vorkommen  zu  geben,  wurde  in  Fig.  6  auf  cTafel  ein  kleines  Stück  Mergelschiefer  mit 
d;iranf  abgedruckten  SporenfrUchteu,  in  natürliciier  Grösse  gezeichnet,  dargestellt. 

Ich  habe  in  Savine  Steinplatten  gesellen,  welche  mit  den  Sporenfrüchten  dieser  Art  ebenso  dicht  bedeckt 
waren.  Dieselben  sind  aber  meistens  verkohlt  und  zusammengedrückt,  so  dass  man  von  ihrer  Structur  nur 
undeutliche  Spuren  wahrnehmen  kann. 

Class.   MUSCI. 
Muscites  savinensis  n.  sp. 

Taf.  XXVIII,  Fig.  5,  5  a. 

M.  caule  filifoi-me  foliato  ramoso,  ramulis  abhreviatis,  angulo  acuta  patentibus,  alternü,  foliis  confertis,  tenuissimis, 

subsetosis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch^ 

An  derselben  Stelle  in  Savine,  wo  ich  die  meisten  Exemplare  des  Hijpuiim  saijorianuiti  erhielt,  fand  ich  das 
auf  C.Tafel  in  Fig.  5  in  natürlicher  Grösse  und  in  Fig.  r>a  vergrössert  dargestellte  Fragment  eines  Moosstengels. 
Dasselbe  scheint  zu  keiner  der  bis  jetzt  beschriebenen  fossilen  Moosarten  zu  gehören,  obgleich  es  mit  Hi/pnum 
»S'tf^jortotMm  Schimp.  f Muscites  setosus  Sap.J  und  entfernter  mit  H.  Heppii  Reer  Ähnlichkeit  verrätli.  Der 
fadenförmige  Stengel  ist  mit  feinen  fast  borstlichen  Blättern,  die  nur  bei  stärkerer  Vergrösserung  erkennbar 
sind,  besetzt.  Die  Aste  sind  zahlreich,  verkürzt,  aufrecht-abstehend  oder  fast  anliegend.  Da  die  Gattung,  nach 
diesem  einzigen  Fragment,  sich  noch  nicht  bestimmen  lässt,  so  bringe  ich  dasselbe  vorläufig  zu  Muscites. 

Ord.  POLYPODIACEAE. 

BlecJintirn  Braunii  m. 

Ettiugsli.,  Fossile  Flora  von  Biliu,   1,  .S.  15,  Taf.  III,  Fig.  5—8. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch). 


4  Consfantin  v.  Etfiugs hausen. 

An  der  bezeichneten  Fundstelle  kam  eine  einzige  Fieder  dieses  Farn  vor,  die  mit  der  am  a.  0.  Fig.  7 
abgebildeten  Fieder  der  fossilen  Flora  von  Bilin  am  meisten  übereinstimmt.  Es  liegen  Al)druck  und  Gegendruck 
des  Fossils  vor.  Au  Erstereni  l)emerkt  man  die  lederartige  Textur,  au  Letzterem  die  Nervatiou  besser  crlialten; 
an  beiden  ist  die  feine  Zähnung  des  Randes  deutlich  sichtbar. 

Fig.  7  auf  Taf.  XXVIII  stellt  eine  schneckenförmig  eingerollte  Knospe  eines  Farnkrautes  dar,  ülter  dessen 
Bestimmung  jedoch  zu  wenig  Anhaltspunkte  ermittelt  werden  konnten.  Der  derberen  Textur  nach  wäre  diese 
Knospe  vielleiclit  zu  Blcchaum  zu  stellen.  Das  Fossil  stammt  aus  dem  Mergelscliiefer  des  Scliurfstolleiis  bei 
Savine. 

Ord.  EQUISETACEAE. 
Equisetutu  repens  m. 

Taf.  XXVIII.  Fig.  4,  4  a. 
Ettiugsh.,  Fossile  Calam.-irien,  in  Haidiuger's  naturwiss.  Abluimll.,  Bd.  IV,  S.  93. 

E.  rJdzumate  rejjente  ramoso,  diametro  circa  3""";   ramis  yracilibun  adscetidentibus  simplicibus,  diam.  1-5 — 2"^"% 

articHÜH  teiiuiter  Mriatis,  inferioribus  abbreoiatis,  circa  2""^  Jongis,  superioribus  iisqiie  ad  ü™'"  lonyiis;  vaginis 

2 — 5"""  metientibus,  laxiuscuUs,  multißdis,  laciniis  capiliaribus. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Der  in  Fig.  4  in  natürlicher  Grösse  und  in  Fig.  4«  vergrössert  gezeichnete  Fossilrest  ist  ein  Ästchen  des 
verzweigten  Rhizoms  der  beschriebenen  Equisetum-kxt.  Es  zeigt  nur  wenig  über  1"""  Durchmesser;  die  Glieder 
erreichen  kaum  2-5™'"  Länge;  die  Scheiden  haben  haarfeine  anliegende  Zipfel. 

Ord.  CUPRESSINEAE. 
Liboeedrus  saltcomioides  Ung.  sp. 

0.  Heer,  Tertiärflora  d.  Schweiz,  Bd.  I,  8.47,  Taf.  -21,  Fig.  2.  —  Ettiugsh.,  Fossile  Flora  von  Biliu,  I,  S.  .i.s,  Taf.  10 
Fig.  1  —  7,  14.  —  Syn.:  Thmjtes  s.  Unger,  Chloris  protogaea,  p.  11,  Taf.  i,  Fig.  1  —  1;  Taf  20,  Fig.  8.  —  Libom/rilcs 
s.  Endlicher,  C'onif.  S.  275.   —  O.Weber,  Tertiärflora  d.  niederrhein.  Brauukohlenformation ,  S.  46.  Taf.  i,  Fig.  lo. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Von  dieser  in  der  Tertiärflora  weit  verbreiteten  Cupressinee  fand  sich  ein  Zweigbrnchstück  vor,  w'^lches 
dem  in  Unger's  Chloris profogaea  Taf.  I,  Fig.  4«;  abgebildeten  Exemplar  von  Radoboj  nahezu  vollkommen 
gleicht,  wesshalb  ich  es  für  überflüssig  hielt,  hier  eine  Abbildung  desselben  beizufügen.  Es  geliört  zur  Form  mit 
schmäleren  Astgliedern,  zu  denen  auch  das  Bruchstück  von  Monod  in  Heer's  Tertiärflorader  Schweiz,  Fig.  2b, 
Taf.  21  und  einige  Reste,  die  aus  der  Braunkohlenformation  von  Leoben  und  von  Scliönegg  bei  Wies  mir  vor 
liegen,  zu  zählen  sind. 

Taxodium  distlchum  mlocenicum  Heer. 

0.  Heer,  Miocene   lialtische  Flora,  .S.  IS,  Taf  II  ii.  III. 

Es  sind  neuerlich  wohlerhaltene  Zweigehen  dieser  Cupressinee,  jedoch  nur  aus  Sagor  und  Trifail  zum 
Vorschein  gekommen  und  ist  bemerkenswerth,  dass  dieselbe  an  den  so  reichlialtigen  Fundorten  bei  Savine 
bis  jetzt  nicht  aufgesammelt  weiden  konnle.  Die  Zweigchen  haben  alle  eine  auffallend  dünne  und  zarte  Spindel 
und  sind  daduich  von  denen  der  Seqaoia  Laitgsdorßi  leicht  zu  unterscheiden,'  worauf  schon  0.  Heer  aufmerk- 
sam gemacht  hat. 

1  Das  von  A.  G.  Natliorst  iu  seineu  Beiträgen  zur  Tertiärflora  Japans,  Taf.  IV,  Fig.  8  abgebildete  Zweigehen  kann 
daher  unmöglich  zu  Taxodinm  dlslichmn  tiiioc.  gehören,  da  dasselbe  eine  dicke,  starke  Spiudel  zeigt,  wie  sie  bei  den  Zweig- 
eheu dieser  Art  nie  vorkommt.  Auch  muss  ich  gegen  Herru  Nat  liorst's  Auualime  in'otestiren,  dass  Heer  dieses  Zweigeheu 
als  3'.  distichiim  bestimmt  haben  würde,  wodurch  er  den  Fehler  eines  Anfängers  begangen  hätte.  Wenn  aber  Herr  Nathorst 
das  citirte  Fossil  so  bestiuimte.  so  möchte  ich  die  anderen  nicht  abgebildeten  Exemplare,  die  er  nuu  auch  für  Taxodium 
distichum  mioc.  hält,  doch  erst  sehen,  bevor  ich  seine  Angabe  als  richtig  annehme,  und  vorderhand  nur  das  Vorkommen 
von  Sequoia  Langsdorfii  in  der  Tertiärflora  Japans  als  zweifellos  betrachten. 


Die  fossile  Flora  vov  Sagor  in  Kra'iii.  5 

Ord.  ABIETINEAE. 

Sequoia  Couttsiae  Heer. 
Taf.  XXVni,  Fig.  10. 
Etthigsh.  Fossile  Flora  vou  .Sag-or,  I.  1.  c,  S.  IGÜ.  Taf.  2,  Fig.  1—8. 

Unter  den  vielen  Zapfen  dieser  .\rt,  welche  in  Savine  an  beiden  Localitäten  gefunden  worden  sind ,  ist 
mir  der  liier  in  Fig.  10  abgebildete  vom  Stollen  bei  Savine  durch  die  etwas  grössere  Zahl  seiner  Schuppen  und 
durch  seine  mehr  längliche  Form  aufgefallen.  Er  bekundet  hiedurch  eine  Annäherung  an  die  Zapfen  der  Sequoia 
Bowerbankn  Ett. '  des  London-Thons  vou  Sliep]iey,  welche  vielleielit  die  Stammart  der  .s'.  CouiUiae  und  anderer 
Sequoia-Arten  jüngerer  Tertiärscliichten  ist.  Die  mit  etwas  kleineren  Schuppen  versehenen  Zapfen,  welche 
Heer  auf  Taf.  60,  in  Fig.  27  seiner  Abhandlung  über  die  Lignite  vou  Bovey-Tracey  abbildete,  scheinen  eben- 
falls Annäherungsformen  zur  S.  Bowerbankii  zu  sein. 

Den  zahlreichen  Fundorten  der  S.  Couttsiae  im  Braunkohlenzuge  Sagor-Tüffer  ist  auch  noch  Trifail  hinzu- 
zufügen, wo  Zweige  dieser  Art  gesammelt  worden  sind. 

Araucaria  Steniberf/U  Goepji.  sj). 

Syn.   Sequoia  Steriibeiyii   Heer,    Tertiärflora  der  Schweiz,    Bd.  I,    .S.  .55,    Taf.  •_>!,   Fig.  5.  —  Ettingsb.,  Foss.  Flora  von 
Sagor  I,  1.  c,  S.  167. 

0.  fleer's  Ansicht,  dass  diese  fos.sile  Conifere  7A\  Sequoia  gehöre,  hat  sich  nicht  bestätigt.  In  den 
Schichten  von  Häring,  wo  die  Zweige  dieser  Art  zu  den  häutigsten  Fossilresten  zählen,  sind  in  letzterer  Zeit, 
Dank  iler  grossen  Verdienste,  welche  sich  die  Herren  Bergrath  Sclirott  in  Kirchbichl  und  Oberbergverwalter 
A.  Mitteler  um  die  Aufsammlung  der  fossilen  Ptianzen  vou  Häring  erworben  haben,  Schuppen  und  Bruch- 
stücke vom  Zapfen  einer  Araucaria  gefunden  worden.  Es  kann  keinem  Zweifel  unterliegen,  dass  die  in  hohem 
Grade  araucaria-ähnlichen  Zweige  obiger  Art  und  die  erwähnten  Zapfenreste  zusannnengehören.  Nach  den 
Zapfen  und  Zweigen  ist  die  Araucaria  Stern.herijii  nächst  verwandt  der  A.  e.crelsa  R.  Brown. 

Finus  Palaeo-Hti'ohii s  w. 

Fossile  Flora  von  Sagor,  I,  1.  c.,  S.  167. 

Ausser  dem  schon  am  a.  0.  erwähnten  Nadelbüschel  aus  der  Bachschichte  kam  im  Bereiche  der  fossilen 
Flora  vou  Sagor  auch  ein  Sammentlügel  dieser  Art  im  Steinbruch  bei  Savine  vor.  Er  stimmt  mit  dem  auf  der 
Tafel  I,  Fig.  11  meiner  Abhandlung  „Beiträge  zur  Phylogeuie  d«r  Pfianzenarten"  (Denkschr.  Bd.  XXXVUI) 
abgebildeten  Samenflügel  der  PinuK  J'alaeo-Sfrobus  vollkommen  nbereiu. 

Piniis  JPalaeo-Taeda  m. 

Taf.  XXVIII,  Fig.  11. 
Fossile  Flora  von  Sagor,  1,  1.  c,  S.  167,  Taf.  I,  Fig.  22— -25,  27,  Hl— 38. 

Ausser  den  zu  dieser  Art  gehörigen  Zapfen,  Nadelbttscheln  und  Samen,  die  sich  im  Bereiche  der  Sagor- 
Flora  gefunden  haben,  kam  in  neuerer  Zeit  auch  ein  männliches  Blütheukätzchen,  Fig.  11  aus  dem  Steinbrucii 


1  Unter  der  Benennung  Stquoia  BouvrlMiiL-ii  vereinigte  ich  einige  früher  von  J.  .S.  Bovv  erbau  k  als  Fetrupki/okks 
bezeichnete  Zapfenfrüclite  aus  dem  Loudon-Thon  der  Insel  .Sheppey  lEtt.,  Report  on  l'hyto-Palaeontological  Investigations 
of  the  Fossil  Flora  of  Sheppey,  Proeeediugs  of  the  Royal  Society  of  London,  Nr.  198,  1879,  p.  Bi.  Diese  Sequoia -Art  unter- 
scheidet sich  von  der  S.  Couttsiae  hauptsächlich  durch  die  grössere  Zahl  der  Zapfeuschnppeu.  Über  die  SVgwo/a- Natur  der 
erwähnten  Zapfen  kann  kein  Zweifel  obwalten;  Sir  Joseph  Hooker  und  Prof.  Oliver  in  London,  welchen  ich  dieselben 
zeigte,  slimmteu  meiner  Ansicht  vollkommen  bei.  Hingegen  hat  Herr  J.  St.  Gardner  in  seiner  Monographie  der  Britischen 
eocenen  Gymnospermen  S.  12  die  Zapfen  der  Sequoia  Boicerhai(kii  für  Alnus-Zapfen  erklärt  und  will  seine  An.sicht  damit 
begründen,  dass  er  unter  den  Zapfenfrüchten  von  Sheppey  Einen  Erlenzapfen  entdeckte.  Allein  das  Vorkommen  von  Alnus 
im  Londoner  Thon  schliesst  doch  das  von  Sequoia  keineswegs  aus.  An  vielen  Lagerstätten  der  Tertiärformation  ist  das 
Zusammenvorkommen  von  Sequoia  und  Alnus  als  unläugbare  Thatsache  bekannt.  Auch  die  fossile  Flora  von  Sagor  gibt  hiefiir 
Zeugniss  ab. 


tj  Consfanfin  v.  Eftiiigshausen. 

von  Savine  zum  Vorsclieiu,  das  ich  nur  zu  Pimifi  Palaeo-Taeda  bringen  konnte.   Es  ist  kleiner  als  die  Blüthen- 
kätzchen  von  P.  Larkio. 

Piiuis  holothana  Uug. 
(Juger,  Fossile  Floia  vou  Kumi,  Ueukaclir.  Bd.  XXVI.  8.  43,  Tal'.  2,  Fig.  1  — U. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Es  fand  sich  am  bezeichneten  Fundorte  eine  auffallend  breite  Föhrennadel,  welche  den  Nadelblättern  der 
I'.  holothana  aus  den  Tertiärschichten  von  Kumi  vollkommen  gleiclit. 

ürd.  PODOCARPEAE. 
Podocarpus  eorenica  Ung. 
Ungci-,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  Denkschr.Bd.il.  8.  158,  Tat.  23,  Fig.  11—16. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Ein  lanzettlich-lineales  Blatt  von  derber  Textur,  das  ausser  einem  breiten,  gegen  die  Spitze  zu  allmälig 
verfeinerten  Mediannerv  keine  Nervation  zeigt.  Ich  vereinige  dasselbe  mit  den  Blättern  von  Podocarpus  eocenica, 
zu  denen  es  in  allen  seinen  Eigenschaften  am  besten  passt. 

Ord.  SMILACEAE. 

Smilax  HaidiiKjerl  Ung. 
Taf.  XXVIII,  Fig.  .s,  9. 
Ettiiigsh.,  Fossile  Flora  von  8agur,  I,  .S.  171,  Taf.  II,  Fig.  32,  33. 

Von  wohlerhaltenen  Blättern  dieser  Art  aus  dem  Mergelschiefer  beim  Stollen  von  Savine  konnten 
Stückchen  der  Epidermis  abgetrennt  werden.  Dieselben  sind  in  Fig.  8  und  9  vergrössert  dargestellt.  Sie  zeigen 
unregelmässig  viereckige  oder  buchtig  gerundete  Zellen,  deren  Begrenzung  mit  doppelter  Contour  erscheint. 
Spaltöffnungen  sind  an  Fig.  8  keine  sichtbar.  Wenn  die.se  auch  nicht  vollständig  gefehlt  haben,  so  waren  sie 
jedenfalls  sehr  selten,  so  wie  dies  an  der  oberen  Blattseite  oft  vorkommt.  Hingegen  gehört  die  mit  Spalt- 
öffnungen versehene  Epidermis  eines  anderen  Exemplares  der  unteren  Blattseite  an.  Die  Epidermis  passt  voll- 
kommen zu  der  lebender  .sW/te-Arten. 

Ord.  CASUARINEAE. 

Casuarina  sp. 
Taf.  XXVIII,  Fig.  13,  14. 

C.  fructibus  ovalihus,  compressis,  ala  lanceolata,  acuminata,  stylt  basi  mucronata. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Das  in  Fig.  1.3  und  I4  in  natürlicher  Grösse  und  in  Fig.  13a  und  14i  vergrössert  und  ergänzt  dargestellte 
Fruchtfossil  zeigt  grosse  Ähnlichkeit  mit  den  geflügelten  Achenien  von  Casuarina.  Der  Fruchtkörper  ist  oval, 
der  Flügel  schmallanzettlicii,  in  der  Mitte  von  einem  bis  zur  Spitze  verlaufenden  Nerv  durchzogen.  Es  liegt 
jedoch  nur  der  halbirte  Flügel  vor;  die  fchkiide  Hälfte  ist  glücklicherweise  so  abgebrochen  worden,  dass  der 
MitteJnerv  noch  sichtbar  ist.  Am  Ende  des  Flügels  bemerkt  man  ein  dem  Mittelnerv  aufsitzendes  Dörnchen,  das 
icii  für  einen  Griffelrest  halte.  Ein  ähnliches  Dörnchen  an  der  Spitze  des  Fruehtflügels,  die  Griffelbasis  bildend, 
kommt  bei  der  gegenwärtig  in  Victoria  lebenden  Casuariim  thuyoides  Mig.  vor. 

Es  sind  im  Steinbruch  bei  Savine  zwei  Arten  von  C'a,sM«r/Ha  gefunden  worden;  welclier  von  beiden  die 
i)('seliriebene  Frucht  zukommt,  inuss  vorderliand  unentschieden  bleiben.  Docli  seheinen  einige  Anhaltspunkte 
gegeben  zu  sein,  dass  dieselbe  zu  C.  sagoriana  gehöre.  Der  stichhältigste  Grund  zur  obigen  Annahme  dürfte 
sein,  dass  die  Zweige  genannter  Art  von  vier,  hingegen  die  der  ('.  sotzkiana  nur  von  zwei  Fundorten  im 
Gebiete  der  fossilen  Flora  von  Sagor  erhalten  worden  sind,  daher  zu  vermuthen  wäre,  dass  die  vorgefundene 
Frucht  von  der  mehr  verbreiteten  Art  stammt. 


Die  fusi^ile  Flora  von,  Sagor  in  Krain.  7 

Endlich  ist  die  Anuahme  nicht  auszuschliessen,  ja  vielleicht  am  meisten  berechtigt,  dass  diese  Frucht 
einer  dritten  Art  angehört.  Die  erwähnte  Aliulichkeit  des  Fossils  mit  der  Frucht  V(ni  Casuarina  thuijoides  hässt 
mit  Wahrscheinlichkeit  vermuthen,  dass  auch  die  Zweige  der  Art,  von  welcher  dieses  stammt,  denen  der 
genannnten  lebenden  Art  ähnlich  waren.  Die  C.  thuijuicles  ist  in  ihrer  Tracht  durcli  die  sehr  verkürzten  Inter- 
uodien,  wodurch  die  Zweige  ein  thuya-artiges  Aussehen  erhalten,  ausgezeichnet.  Weder  die  Zweige  der  C. 
sotzhiana,  noch  die  der  C.  smjoriaiia  alier  haben  ein  solches  Aussehen,  wesshalb  hier  die  Annahme  einer 
besonderen  Art  zulässig  wäre.  Indem  wir  die  Entscheidung  hierüber  künftigen  Forschungen  überlassen, 
bemerken  vsir  schliesslich  nur  noch,  dass  auch  aus  den  reichhaltigen  Tertiärschichten  von  Schönegg  bei  Wies 
eine  Caswarmo-Frucht  zum  Vorschein  gekommen  ist.  Dieselbe  gleicht  mehr  der  von  C.  quadrivalvis.  Näheres 
soll  die  Bearbeitung  der  genannten  fossilen  Flora  bringen. 

Ord.  MYRICACEAE. 
Myrica  depei^dlta  Ung. 
Ettingsh.,  Fossile  Flora  von  Sagor,  I.  1.  c,  S.  175. 

Fundorte:  Savine  (Steinbruch);   Sagor,  Bachschichte;  Trifail. 

Von  der  erstgenannten  Localität  liegt  mir  einBlattfragment  dieser  Art  vor,  dessen  Nervation  bis  ins  feinste 
Detail  eriialten  ist.  Die  Vergleichung  derselben  mit  den  lebenden  Mi/rica-Arten  ergab,  dass  die  Nervation  der 
Myrka  deperdito  mit  der  von  M.  cerifera  am  meisten  übereinstimmt,  daher  die  Letztere  als  die  nächst  ver- 
wandte Analogie  der  Ersteren  zu  betrachten  ist  und  nicht  die  M.  penssylvanica  Lam.,  wie  0.  Heer  angibt. 

In  Trifail  fand  sieh  ein  etwas  breiteres,  aber  sonst  vollkommen  zur  1\I.  depenlita  passendes  Blatt,  und  in 
der  Bachschichte  von  Sagor  ein  kleineres  Blatt,  welches  ich  ohne  Bedenken  dieser  Species  beizähle. 

Myrica  salieina  Ung. 

Ettingsh.,  Fossile  Flora  vou  Sagor,  1.  c,  I,  S.  17.5. 

Es  fand  sich  diese  Art  in  neuerer  Zeit  aucii  in  den  Schichten  von  Trifail  vor.  Es  kommt  demnach  derselben 
eine  grössere  Verbreitung  im  Gebiete  unserer  fossilen  Flora  zu. 

llyn'cd  anuninata  Ung. 

Uuger,  Fossile  Flora  von  Öotzka,  S.  30,  Tat".  6,  Fig.  6,  7.  9;  Tat'.  28,  Fig.  2.  —  .Syu.:  Dnjandroides  a.  Ettingsh.,  1.  c.  I, 
S.  109. 

Als  vor  13  Jahren  der  I.  Theil  der  , Fossilen  Flora  von  Sagor"  in  die  Öftentlichkeit  gelangte,  war  ich  noch 
der  Ansicht,  dass  die  M.  aeuminafa  Ung.  eine  Proteaeee  sei,  die  mit  anderen  ähnlichen  Pflanzenfossilieu  zu 
Dryandroides  gehöre.  Seither  sind  jedoch  Thatsachen  zu  Geltung  gekommen,  welche  für  die  Beibehaltung  der 
Unger'schen  Bezeichnung  sprechen.  Insbesondere  ist  es  die  Nervation,  welche  entschieden  mehr  zu  Myrica  als 
zu  den  Proteaceen  passt.  Es  liegt  mir  ein  Blatt  der  31.  ucuminata  von  Savine  vor,  dessen  Nervati(ni  viel  besser 
erhalten  ist,  als  an  den  Blättern  von  Sotzka  und  Häriug.  Dieselbe  ist  am  meisten  übereinstimmend  mit  der 
Nervation  von  M.  tindoria  lluiz  (Ettingsh.,  Blattskelete  der  Apetalen,  Deukschr.  Bd.  XV,  Taf.  4,  Fig.  5,  6), 
welche  ein  feineres  Blattnetz  zeigt,  als  die  M.  cerifera. 

Auch  M.  Hynihuii  {fiuercus  l.  Ung.,  Dryandroidea  l.  Ettingsh.  1.  c.  S.  199)  ist  nach  wohlerhaltenen 
Exemplaren  von  Parschlug  keine  Dryandroides,  sondern  eine  echte  Myrica. 

Ebenso  sind  M.  haerinyiana  Ung.  {_Banksia  h.  Ettingsh.  1.  c.  S.  198)  und  M.  banlcsiaefoliaUrig.  (^ßanksia 
Uncjeri  Ettingsh.  1.  c.)  bei  Myrica  zu  belassen. 

Einen  nicht  geringen  Fehler  würde  man  aber  begehen,  wenn  man  auf  Obiges  bin  sämmtliche  Proteaceen 
der  fossilen  Flora  von  Sagor  nun  streichen  und  zu  den  Myricaeu  stellen  wollte.  Unzweifelhaft  kommen  in  der 
Tertiärtlora  Myricaceen  neben  Proteaceen  vor,  sowie  daselbst  Carpinus  und  Eii<jelh(irdtia,  Ulinus  und  Ciipaniu 
u.  s.  w.  sich  vergesellschaftet  finden.  Es  herrsehte  ja  zur  Tertiärzeit,  als  die  Elemente  der  Floren  noch  ver- 
einigt waren,  eine  ganz  andere  Vortheilung  der  Pflanzen  als  in  der  Jetztwelt. 


8  Constantin  v.  Ettingshausen. 

Ord.  CUPULIFERAE. 
Carplnus  Heer  11  m. 

Taf.  XXVIII,  Flg,  19,  20. 
Fossile  Floi-a  vou  Sagor,  I.  Theil,  1.  c,  S.  177. 

Im  Steiiibrucli  bei  Saviue  fanden  sich  wolilerhaltene  Blätter  dieser  Art,  vou  denen  icli  Eines  in  Fig.  20  in 
natürlicher  Grösse,  und  die  wohlerhaltene  Nervation  desselben  in  Fig.  20  a  vergrössert  zur  Anschauung  bringe. 
Aus  derselben  Localität  kam  ein  inäunliclies  Bliithenkätzchen  (Fig.  19)  zum  Vorschein,  das  nur  zu  Carpiniis 
gehören  kann,  und  welches  ich  mit  den  Blättern  obiger  Art  vereinige.  Dasselbe  gleicht  in  Bezug  auf  die  Grösse 
und  Form  der  Schuppen  den  Kätzchen  von  Carpinus  Betulus  L.,  ist  aber  etwas  länger  als  diese. 

Fagus  Fevonlae  Ung. 

Ettiagsh.,  Fossile  Flora  von  Sagor,  I,  1.  c,  S.  178. 

Es  haben  sich  noch  einige  Blätter,  im  Ganzen  jedoch  sehr  wenige  Reste  dieser  Art  in  Savine  und  Trifail 
gefunden. 

Ich  glaube  nachgewiesen  zu  haben,  dass  Aiq  Fcujus  DeucaKomsXlng.'^  in  die  Entwickluugsreihe  dieser 
Art  geliört  und  dass  sie  als  die  unmittelbare  Vorpflanze  der  recenten  Fagus  sijlvatica  zu  betrachten  ist.  Diese 
jüngere  Entwickliuigsform,  weiche  auch  als  Fagus  syJvatka  fossiUs  bezeichnet  werden  könnte,  ist  im  Gebiete 
der  Sagor- Flora  bis  jetzt  noch  nicht  zum  Vorschein  gekommen  und  daher  wohl  anzunehmen,  dass  dieselbe 
zur  Zeit  dieser  Flora  noch  nicht  existirt  hat. 

Castanopsis  sagorlana  m. 

Taf.  XXVni,  Fig.  18,   18  a. 
Syn.   Ficus  laiiceoldfo-  aoumina/a.  Ettingsh.,  Fossile  Flora  von  Sagor,  l,  1.  c,  S.  182,  Taf.  VI,  Fig.  3,  4. 

C.  foliis  petiolatis  coriaceis,  angiiste-lanceolatis,  integerrimis,  apice  aaiminatis,  basi  acutis,  nervatione  camptodroma, 
nervo  primario  palido  prominente  recto,   nercis  secundarüs  distinctis,   approximatis,   inferiorihus  siib  angulis 
70 — 6'0°,  superoribus  suh  angulis  45 — 55°  orientihus,  marginem  versus  ascendentihus,  nerois  tertiariis  tentm- 
simis,  approximatis,  flexuosis,  ramosis,  oblique  insertis,  inter  se  conjunctis,  rete  tenerrimum  includentibus. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch  und  Schürfstollen);  Sagor  (Baclischichte);  Trifail,  Tiiffer. 
Die  Ähnlichkeit  dieser  Blattfossilieu  mit  denen  echter  JP/««- Arten,  insbesondere  mit  F.  lanceolata  Heer 
verleitete  mich,  dieselben  -/AiFicus  zu  stellen.  EinExemplar  dieser  Fossilien,  in  Fig.  18  dargestellt,  das  kürzlich 
aus  dem  Steinbruclie  bei  Savine  zum  Vorschein  kam,   dessen  Nervation  (Fig.  18  a)  bis  in  das  feinste  Detail 
wohl  erhalten  ist,  belehrte  mich  aber,  dass  diese  Blattfossilien  nicht  zu  Ficus,  sondern  zu  Castanopsis  gehören, 
bei  welcher  sehr  ähnliche,  lanzettförmige,  zugespitzte  Blätter  mit  genäherten  bogenläufigcu,  nach  dem  Rande 
aufwärts  ziehenden  Sccundärnervcn  vorkommen.  Die  Tertiäiuerven,  welche  kurz,  geschlängelt  und  zum  Primär- 
nerv fast  rechtwinkelig  verlaufen,  sowie  das  feinere  Netz  charakterisiren  diese  Custanopsis-BVättev,  sowie  die 
der  jetztlebenden  C.  urgentea  DC.  (s.  Ettingsh.,  Beiträge  zur  Tertiärflora  Australiens,  Denkschr.  Bd.  XL  VII, 
S.  122,  Taf.  7,  Fig.  8)  und  C.  tribuMdes  DC,  welche  zu  den  nächstverwandten  Analogien  der  fossilen  Species 
zählen. 


1  Wenn  Herr  A.  G.  Nathorst  in  seinen  „Boraerkungen"  über  meine  Abhandlung  zur  Tertiärflora  Japans  die  Fagus 
Dmcalionis  von  seiner  Fayns  fernit/iiiea  fossilis  der  Art  nach  unterschieden  wissen  will ,  so  ist  er  im  Irrtliume.  Die  europäische 
und  die  nordameiikanische  Buche  haljen  dieselbe  Vorpflauze.  Von  regressiven,  d.  i.  den  VorpHanzen  sich  anschliessenden  For- 
men scheint  Herr  Nathorst  keinen  Begriff  zu  haben,  sonst  hätte  er  wohl  verstanden,  was  icli  mit  den  Formen  der  Fagus 
ferrug'inea,  die  eine  etwas  gcringereZahl  von  Secundäiuerveu  aufweisen  als  die  gewöhnliche  Form,  meinte;  sonst  hätte  er  auch 
nicht  diese  „Racc"  der  F.ferniginea,  auf  welche  ich  eben  für  meine  Ansicht  grosses  Gewicht  legte,  da  sie  eine  Annähe- 
rung zi\r  Sta,miü\'oYm  F.  Veucalionis  bedeutet,  gegen  diese  Ansicht  ins  Feld  geführt. 


Die.  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  9 

QuercHS  Dayhnes  Ung.  Var.  clilovophylla. 

Syn.:   Quercus  chlorophylht  Ung.  Chloris  pvotog.,  S.  111,  Tai'.  ;(1,  Fig.  1. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Das  Pflanzenvorkoinmcii  in  den  Scliichten  \ou  Farsclilug  lelirt,  dass  Quoma  Dapliiiea  und  Q.  cliloropliijlla 
durcli  i'bergänge  verliuiidcn  sind  und  dass  Letztere  als  eine  iireitbiättrige  Varietät  der  Ersteren  aufzufassen 
ist.  Ein  dieser  Variet.ät  vollUominen  enlsprcclieudes  Blattfossil  hat  sich  in  Savine  gefunden.  Weiters  führt  das 
Studiiun  der  aus  den  Parsehhiger  Schichten  zu  Tage  geförderten  Blätter,  welche  man  bisher  als  Qiierciis  Daphnes 
und  (7(/o/vjiy;Ay//(/- bezeichnet  hat,  zur  Au.siciit,  dass  hier  zwei  ganz  verschiedene  Pflanzen,  die  einander 
in  Filättern  und  zwar  bezüglicii  der  lederartigen  Textur,  der  länglich-elliptischen  Form  und  der  genäherten 
parallelen  Secundärnerven  selir  ähiilicli  sehen,  vermengt  sind.  Die  Eine,  welche  der  jetztlebendeu  Quercxs 
virens  sehr  nahe  verwandt  ist  und  die  Bezeichnungen  Q.  Daphnes  und  (J.  chloroplitßa  erhalten  hat,  lässt  sich 
durch  eine,  wenn  auch  nur  sehr  geringe  Schlängelung  und  Biegung  der  Secundärnerven,  sowie  durch  die  etwas 
stärkere  Entwicklung  der  Terliärnerven  und  ein  dem  entsprechend  etwas  iiieiir  hervortretendes  Blattnetz 
erkennen.  Die  Andere,  welche  die  Bezeichnung  Sapotacites  Daphnes  beibehalten  mag,  besitzt  feinere  geradlinige 
Secundärnerven  und  ein  wenig  hervortretendes,  daher  im  fossilen  Zustande  meistens  verwischtes  Blattnetzj 
Eigenschaften,  welche,  in  Combination  mit  den  oben  erwähnten  gemeinsamen,  zu /Srt/Joto(t'e»-Blättern  am  besten 
passen. 

Quercus  Nauniamvl  m. 

Fossile  Flora  von  Sagor.  I,  S.  178,  Tat.  I,  Fig.  II. 

Von  dieser  Art,  welche  itisher  nur  in  Savine  gefunden  worden  ist,  kam  ein  Biattfossil  aus  Trifail  zum 
Vorschein.  Es  ist  etwas  grösser  als  das  a.  a.  0.  abgebildete  und  hnt  daher  auch  etwas  stärker  eatwickelle 
Secundärnerven,  stimml  aber  in  allen  übrigen  Eigenschaften  mit  diesem  vollkommen  überein. 

Quercus  Nyinphdruni  n.  sp. 

Taf.  XXV III,  Fig.   i.-,,  1.5«. 

Q.  form  rigide  coriaceix,  orafo-ob/aiif/is,  baini  rersus  aiKjiisfafis,  in  superiore  parte  margine  dentatis,  in  inferiore 
inlegerrimis,  nerimtinne  ini.vta,  snpra  craspeilodroina,  in.fra  i-aiiiptixiroma,  nervo  primario  permlido  prominente 
recfo,  apicem  persus  attenuato;  nervia  seciniilariis  promine)dibm  arcuatis,  afrinqiie  9 — dO,  siilj  arnjulig 
45 — 55°  orientibiis  simpUcibus ;  nervis  tertiariis  tenuibax  siinpdieibiia  vel  fureatis,  inter  .sc  coiyundi'i,  rcte 
tenerrimum  includeidibus,   marr/lnalHiiitf  prominentibus. 

Fundort:  Trifail. 

Dieses  Blattfossil  trägt  die  Eigenschaften  eines  Eichenhlattes  sehr  ausgesprochen  an  sich.  Die  Textur  ist 
auflallend  derb,  lederartig,  etwa  wie  bei  Quercua  fulpa  Lieh.]  die  Forin  länglich,  gegen  die  Basis  mehr  als 
gegen  die  Spitze  verschmälert;  der  Band  ist  bis  über  die  Mitte  der  Lamina  hinaus  ganz,  erst  gegen  die  Siiitze 
zu  gezähnt.  Die  Nervation  ist  wie  bei  vielen  fliehen  combinirt,  unten  bogenläufig,  oben  randläufig.  Der  Primär- 
nerv ist  bis  zur  Mitte  der  Blattfläehe  seiir  mächlig,  von  da  ab  verschmälert  er  sich  aber  sehr  rasch  und  erreicht 
an  der  Spitze  die  Feinheit  der  obersten  Secumläi-nervcn.  Stärke,  Ursprungswinkel,  Distanz  und  Verlauf  der 
Secundärnerven  sind  nicht  gleichmässig.  Am  unteren  Theile  treten  sie  mächtig  hervor,  schliessen  mit  dem 
l'rimärnerv  Winkel  von  45 — 50°  ein  und  stehen  weiter  von  einander  ab  als  die  oberen  dünneren,  welche  unter 
etwas  stumpferen  AVinkeln  entspringen.  Die  Krümmung  der  Secundärnerven  ist  nicht  gleichförmig.  Die  Tertiär- 
nerven sind  ziemlich  fein,  verbindend,  gebogen,  fast  rechtwinklig  entspringend,  einfach  oder  gabeltheilig,  nach 
vorne  zu  etwas  aufgerichtet,  so  dass  sie  sich  der  Innenseite  der  Secundärner\en  unter  stumpfen  Winkeln  ein- 
fügen. Die  randständigen  Tertiärnerven  sind  stärker  und  treten  etwas  mehr  hervor,  daher  dieselben  das  Aus- 
sehen von  Gabelästen  der  Secundäriier\cn  gewinnen.  Das  reich  entwickelte  sehr  ausgebildete  Blattnetz, 
Fig.  15  a,  besteht  aus  rechtwinkligen  fast  quadratischen,  sehr  engen  Maschen  und  zeigt  die  Feinheit  des  Netzes 
mancher  mexikanischen  oder  indischen  Eichen,  wie  Q.  undidata  Benth.,  Q.  salicifoUa  Ne6,  Q.  fenestrata 
Koxb.  u.  s.  w. 

DeiikschrifLeu  der  maUiem.-üaturw.  (II.    L.  Bii.  2 


10  Constantin  v.  Ef/ ingshausen. 

Nach  den  beschriebeneü  Merkmalen  ist  diese  Art  mit  Quercus  furcinerois  Rossm.  sp.  am  nächsten  verwandt, 
unterscheidet  sich  aber  von  derselben  durch  eine  andere  Randbeschaifenheit,  durch  die  rechtwinklige  Einfügung- 
der  Tertiär-  und  Netzmaschen  und  durcli  ein  feineres,  reiidilich  entwickeltes  Blattnetz. 

Eine  genaue  Vergleichnng  der  Eichenblätter  in  dem  Royal  Herbarium  zu  KewGardcns  bei  London  mit  dem 
Blatte  der  beschriebenen  Art  ergab,  dass  derselben  zwar  keine  lebende  Art  in  allen  Eigenschaften  sehr  nahe 
kommt,  jedoch  die  mexikanische  Q.  cuneifolia  Liebm.  nieiir  bezüglich  der  Textur  Form  und  Nervation,  weniger 
in  der  Randbeschaffenheit  gleicht. 

Quercus  Drymeja  U  n  g. 

Ettingsh,  Fossile  Flora  von  Sagor,  I,  S.  179. 

Ausser  dem  einzigen  a.  a.  (J.  erwähnten  Bhitifragment  von  Savine,  auf  das  ich  diese  Bestimmung  stützen 
konnte,  haben  sich  später  noch  einige  Fragmente  daselbst  gefunden,  welche  das  Vorkommen  dieser  Art  in  der 
fossilen  Flora  von  Sagor  bestätigen. 

Quercus  Louchitis  üng. 
Taf.  XX VIII,  Fig.  16. 
Ettiugsli.,  1.  c,  S.  179,  Taf.  IV,  Fig.  1—9. 

Aus  dem  Mergelschiefer  von  Savine  (.Steinbrucii)  kam  eine  Eichenfrucht,  Fig.  16,  zum  Vorschein,  welche 
ich  dieser  Art,  als  der  häutigsten  Eiche  der  fossilen  Flora  von  Sagor  und  insbesondere  in  der  genannten  Localität, 
am  besten  einzureihen  glaube.  Sie  entspricht  auch  der  Frucht  der  analogen,  jetztlebenden  Art  der  Q.  Lonchitis. 

Quercus  tephrodes  II  ng. 

Taf.  XXVIII,  Fig.  17. 

Unger,  Icouogniphia  plautarum  i'ossiliuni.  Deukschr.  Bd.  IV,  S.  .37,  Taf.  IS,  Fig.  13.  —  Ettingsh.  Beitrag  z.  Tertiärfloia  von 
Java,  Sitzungsb.  Bd.  87,  I.  Abth.,  S.  178,  Taf  I,  Fig.  1,  -2,  Taf  2,  Fig.  1. 

Fundort:  Trifail. 

Das  hier  abgebildete  Blattfossil  aus  Trifail  stimmt  in  allen  Eigenschaften  mit  den  Blättern  der  Quercuü  tepli- 
roths  überein.  Insbesondere  passt  dasselbe  zu  dem  Blatte  Fig.  1, 1.  c.  von  Radoboj.  In  der  (Grösse,  Form  und  Ner- 
vation gleicht  es  auffallend  dem  Blatte  Fig.  2,  1.  c.  der  nordanierikanischeu  Q.  uquatkn  Walt.,  welche  als  die 
nächstverwandte  lebende  Art  der  Q.  iep//rodi'!<  zu  betrachten  ist. 

Ord.  ULMACEAE. 

Ulmus  Bronnit  Ung. 
Taf.  XXVIII,  Fig.  21,  22. 
Ettiugsh.,  Fossile  Flora  von  Sagor,  I,  S.  181. 

Während  mir  früher  von  Sagor  und  Savine  nur  einige  Bruchstücke  der  Flügelfrucht  vorlagen,  fand  icli  in 
etzterer  Zeit  ein  wohlerhalteues  Exemplar  dieser  Frucht,  Fig.  21,  aus  dem  Steinbruche  von  Savine,  welches 
das  Vorkommen  der  Ulnms  Bronnii  in  unserer  fossilen  Flora  bestätigt.  Mit  derselben  kam  das  [//w?«s-Blatt, 
Fig.  22,  zum  Vorschein,  welches  sonach  wohl  zur  selben  Art  zu  zählen  ist. 

Ord.  MOREAE. 

Ficus  clusiaefolia  m. 

Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Bilin,  I,  S.  6S,  Taf.  21,  Fig.  4 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Es  liegt  mir  ein  Blattfossil  aus  den  Schichten  von  Savine  vor,  das  allen  seineu  Merkmalen  nach  unzweifelhaft 
zu  Ficm  gehört  und  von  den  bisher  beschriebenen  tertiären  Arten  dieser  Gattung  mit  dem  Blatte  der  Q.  clusiae- 
folia aus  den  Schichten  von  Kutschlin  die  meiste  Übereinstimmung  hat.  Dasselbe  gehört  einem  etwas  kleineren 
Blatte  an,  als  das  Kutschliner  Fossil,  zeigt  aber  die  gleiche  Form,  Blattcousistenz  und  Nervation,  daher  ich  die 
Gleichartigkeit  dieser  Fossilien  als  sehr  wahrscheinlich  annehme. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Kraiii.  1 1 

Ficus  savinensis  u.  sp. 

Taf.  XXIX,  Fig.  i,  4«. 
F.  foliis  siibairidceis ,    cuiimfo-obloiifjis,    'ndegerrimis ;  nerratione  brocliidodroma,  iierro  primaiio  prominente  redo, 
liifra  uplrctii  ndiJe  iitfvnnato,  nervis  fieciunlari'^  fenuihvs ,  mh  aii(/i(l/.-<  '^0  —  P)0°  orienfihus,    fieruoxis  ramosis, 
laquei-;  viari/inem  (ij>i>i-o.riinalis  pundli'/iHque,   neroia  fertiariis  an(/idis  acutis  ec/redientihm ,    ramosis  dictyo- 
(Iromis. 

F  u  11  d  ort:  Saviue  ( Steinbrucli). 

Die  verkohlte.  Substanz  des  Fossils  ist  zwar  verloreu  gegangen,  der  stäriiere  Eindruck  jedoch,  welchen 
der  Blattrand  im  Gestein  /.nriickliess,  lässt  die  derbe  lederartige  Textur  des  Blattes  immerhin  annehmen.  Die 
Form  ist  ähnlich  der  von  Dup/ute  aquitanica,  jedoch  inelir  länglich-keilförmig.  Bei  letzterer  Ait  fehlen  aber  die 
Kandsclilingen,  welche  hier  iu  einen  saumläufigen  Nerv  zugammenfliessen  (s.  die  Vergrösserung  der  Nervation, 
Fig.  4a),  wie  dies  bei  mehreren  F/r«.s-Arten  vorkommt.  Die  Seciuulärnerven  entspringen  unter  auffallend 
spitzen  Winkeln  wie  bei  einer  ostindischen  Art  (s.  Ett.,  Blattskelete  der  Apetalen,  Taf.  18,  Fig.  3),  mit  deren 
Blättern  unsere  Art  in  allen  übrigen  Eigenschaften  am  meisten  übereinstimmt.  Unter  den  fossilen  Ficus-Avten 
kommt  F.  paradoxa  Sap.  (Etudes  sur  la  Vegetation  etc.  I,  2.  >S.  207,  Taf.  6,  Fig.  7)  der/'',  savinensl.t  am  näch- 
sten. Unsere  Art  unterscheidet  sicii  aber  von  der  genannten  Art  aus  den  bituminösen  Kalkschichten  von  Saint- 
Zacharie  durch  das  viel  grössere  Blatt  und  die  hervortretenden  Eandsehlingen  der  Sccundärnerven. 

Ficus  hanisteriaefolht  n.  sp. 

Taf.  XXIX,  Fig.  3,  3  a. 

F.folüs  coriaceis,  elliptids  vd  obJmiif/^,  iniegerrimis,  basi  acutis;  nerratione  camptodroma,  nervo  primär io  valido, 
prominente,  nerms  secnndariis  basilaribus  sub  unijulis  40 — 50'' ,  reliquis  siib  anijidis  obtusioribus  orientibus, 
curratis,  marginem  ascendentibus,  inter  se  remotis;  nervig  tertiariis  distindis,  ramosis  siibiransversis  didtjo- 
dromis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Ähnlich  dem  Blatte  von  Ficus  lieussü  Ett.,  aber  durch  die  spitzere  dreiuervige  Basis  und  die  fast  quer- 
läufigeu  Tertiärnerven,  durch  welche  letztere  das  Blatt  au  Banisteria  und  andere  Malpighiaceen  erinnert,  ver- 
schieden. Diese  haben  aber  keine  grundständigen  oder  spitzläufigen  Secundärnerveii.  Das  hervortretende  Blatt- 
netz, in  Fig.  '6  a  vergrössert  dargestellt,  gleicht  am  meisten  dein  von  Ficus  Heussii.  Das  Blatt  hatte  vielleicht, 
sowie  das  genannter  Art,  einen  längereu  Stiel,  der  aber  am  Abdruck  verloren  gegangen  ist. 

Ficus  tenuinervis  m. 
Taf.  XXIX,  Fig.  1,    1«. 
Fossile  Fliira  vnu  Sagor,  1,  S.  184,  Taf.  VI,  Fig.  s. 

Fundorte:  Savine  (Steinbruch  und  Stollen);  Sagor  (Bachschichte);  Godredesch;  Islaak;  Trifail. 

Das  Blatt  Fig.  1  vom  Steinbruche  bei  Savine  gleicht  iu  der  Grösse  mehr  dem  am  Moskenberg  bei  Leoben 
aufgefundenen  Exemplare  dieser  Art.  (S.  m.  Beiträge  z.  Kenntnis  d.  Tertiärfiora  Steiermarks,  Taf.  2,  Fig.  4.) 
Die  vorzüglich  gut  erhaltene  Nervation,  in  Fig.  1  a  vergrössert,  zeigt  eine  grosse  Übereinstimmung  mit  der  eines 
Blattfossils  von  Monod,  das  Heer  zu  seiner  Ficus  lameohda  gestellt  hat.  (S.  0.  Heer,  Tcrtiärfl.  der  Schweiz, 
Bd.  n,  Taf.  81,  Fig.  2,  2/;.)  Bei  beiden  sind  die  Secundärnerven  genähert,  verhältnissmässig  fein  und  die  Netz- 
masehen länglich.  Es  scheint  mir  desshalb  dieses  Fossil  eher  zu  unserer  Art,  als  zu  /'.  lanceolata  zu  gehören, 
wo  die  Secundärnerven  stärker  sind  und  von  einander  weiter  abstehen,  als  bei  den  Blättern  unserer  Art. 
Überdies  zeigen  die  (Jninger  Blätter  der  /*'.  la/icco/dfu  durch  ihre  rundlichen  Maschen  eine  ganz  andere  Netz- 
bilduug.  Es  dürften  daher  die  Schichten  von  Monod  und  von  Savine  um  eine  gemeinschaftliche  Species  mehr 
haben. 


12  Consta>itin  v.  Ettingshausen. 

Ficus  Persephones  u.  sp. 

Taf.  XXIX,  Fig.  •>. 

F.  folüs  coriaceis  obovatis  integerrimis,  ajiice  miicronatli^,  nianjine  intmjeniwis ;  nerratiom  brochiJodroma,  uerro 
primario  oalklo  recto  excurrente,  nerris  secundariisfere pdraUelis,  sub  angiilia  65 — 75°  orientibus,  flexuom 
ramosis,  basin  versus  approximaiis  et  ahbreviatis ;  rcmiis  inter  se  conjunrfis ;  iierris  terfifirns  fere  fransrersiSf 
ramosis,  in  rete  distinctum  conjunctis. 

Fundort:  Saviue  (Steiubrucb). 

Dieses  Blattfossil  zeigt  selir  cbarakteristische  Merkmale.  Der  Umriss  iles  Blattes  ist  verkehrt-eiförmig;  der 
ungezälmte  Rand  tritt  scharf  hervor  und  deutet  auf  eine  mehr  derbe,  lederartige  Textur  hin.  Die  ein  wenig  vor- 
gezogene Spitze  tr<ägt  ein  Enddörnchen.  Die  wohlerbaltene  Nervation  zeigt  einen  starken  geraden,  gegen  die 
Spitze  zu  allmälig  verseinnälerten  und  über  dieselbe  hinaus  das  Dönicben  bildenden  l'riniärnerv.  Die  Seeundär- 
nerven  sind  gegen  die  Basis  des  Blattes  zu  verkürzt  und  daselbst  einander  mein-  genähert;  am  Ursprünge  sind 
dieselben  etwas  divergirend  gebogen,  verlaufen  sodann  unter  wenig  spitzen  Winkeln  etwas  geschlängelt  gegen 
den  Rand  zu,  in  dessen  Nähe  sie  sich  verzweigen.  Durch  die  Anastomose  der  Äste  werden  wiederholt  Schlingen 
gebildet,  deren  Bögen  stärker  gekrümmt  sind  als  der  Blattrand ;  die  Tertiärnerven  gehen  von  der  Aussenseite 
der  Seeundären  unter  spitzen,  von  der  Innenseite  unter  stumpfen  Winkeln  ab  und  verästeln  sich  bei  bin-  und 
hergebogenem  Verlaufe.  Die  Richtung  derselben  ist  oft  fast  senkrecht  zu  der  des  Primärnervs.  Das  zarte  Netz 
ist  aus  vorherrschend  querlänglichen  Maschen  zusammengesetzt. 

Die  beschriebenen  Eigenschaften  lassen  die  Annahme  der  Gattung  Ficus  wohl  zu.  Es  kommen  bei  einigen 
lebenden  Arten  derselben  sogar  Blätter  vor,  an  deren  kurzer  oder  mehr  vorgezogener  Spitze  der  Primärnerv  als 
Enddörnchen  hervortritt  sowie  an  unserer  Art. 

Von  den  bisher  bekannt  gewordenen  i'ossilen  Arten  dürfte  /•'.  Jijux  Ung.  der  beschriebenen  am  nächsten 
stehen. 

Ficus  Martil  m. 
Tiif.  XXIX,  Fig.  8,  8«. 
FossiU;  Flora  von  Sagor,  I,  S.  187,  Tal'.  VII,  Fig.  8. 

F.  folüs  roridccis  kispidis  hrerifcr  pcfiohifis ,  orato-elliptiris  rel  (ih/ongis,  hasi  rntinidatd  quinque-nervUs,  mort/iiie 
undulatis;  nervatioiie  aiiniitodronid,  iterro  primario  oalido\  pruiniiwiite,  recto,  )icrpis  secuttdariis  jtr<ini/iu'u- 
tibus,  sub  angulis  45 — (J0°  orientibus,  adscendentibus;  nerris  tcrliuriis  lunjiiln  siibrcrto  e,ceu.ntihus,  nnuosis, 
inter  se  conjunctis^  rete  mui-rosijHminuttuni  includentibus. 

Aus  dem  Steinbruche  bei  Savine  sind  einige  wohlerbaltene  Blattfossilien  zum  Vorschein  gekommen, 
welche  unsere  Konntniss  der  Blattbildiing  dieser  Art  vervollständigt  haben.  Das  in  der  Nervatiim  und  Ober 
fläcbeubeschaffenbeit  am  besten  erhaltene  ist  in  Fig.  8  zur  Anschauung  gebracht.  Es  stimmt  mit  dem  zuerst 
entdeckten  und  a.  a.  0.  abgebildeten  Blatte  der  Ficus  Martii  in  allen  wesentlichen  Eigenschaften  überein  und 
weicht  nur  in  der  Grösse  von  demselben  etwas  ab.  An  der  Oberfläche  bemerkt  man  in  gleichmässiger  Ver- 
theilung  zahlreiche  verkohlte  Pünktchen,  Fig.  8  «,  welche  nicht  von  einem  Pilze  herrühren,  sondern  jedenfalls 
von  einem  Überzüge,  und  zwar  von  kurzen  Borsten  oder  Knötchen,  wie  man  solche  z.  B.  bei  Ficus  liispida  und 
iilmifolia  wahrnimmt  ( vergl.  m.  Blattskelete  der  Apetalen,  Taf  16,  Fig.  2;  Taf.  18,  Fig.  4);  insbesondere  ähnlich 
ist  die  Grösse  und  Vertheilung  der  Knötchen  bei  der  Letzteren. 

Das  Blatt  di-r  Ficus  Martii  zeigt  eine  bemerkenswerthe  Ähnlichkeit  mit  dem  der  F.  p/aiücostata  hesq., 
insbesondere  der  Var.  Gohliana  aus  der  amerikanischen  Tertiärflora  (Lesqu  ereux,  Contributions  to  the  Fossil 
Flora  of  the  Western  Territories,  II,  Taf.  33,  Fig.  1 — 3).  Letztere  hat  jedocii  zahlreichere  und  längere  Aussen- 
nerven an  den  grundständigen  Secundärnerven  und  es  fehlt  ein  Überzug;  wenigstens  erwähnt  Lesquereux 
nichts  von  einem  solchen. 

Ein  Blattfossil  der  Ficus  Martii  ist  auch  in  Trifail  gefunden  worden. 


Die  fossile  Flora  mti  Sagor  in  Krain.  13 

FicHs  Lanyeri  m. 

Taf.  XXIX,  Fig.  7. 
Fossile  Flora  von  Sagor,  I,  S.  ISS,  Taf.  VII,  Fig.  9. 

Das  hier  abgebildete  l'.lattfossil  kam  mir  aus  Tril'ail  zu.  Es  gehört  einem  grösseren  Blatte  an,  als  die  bisher 
aus  der  Bacbschiehte  und  Friedhofschichte  zu  Tage  geförderten  Reste.  Die  Textur  ist  derb  lederartig  und  die 
Spitze  abgerundet  stumpf.  Durch  diese  Merkmaie  unterscheidet  sich  die  F.  Lauf/eri  hinlänglich  sicher  von  der 
ihr  vielleicht  nahe  verwandten  /''.  ti/kicjhtin,  welche  in  der  flrösse  der  Blätter  und  in  der  Ncrvation  mit  ihr 
übereinstimmt. 

Ord.  PLATANEAE. 
Plataniis  arerokles  C4oepp. 

Goeppert,  T(U-ti:ii-flora  vou  .Schossuit/, ,  S.  21,  'l'ai'.  9,  Fig.  1 — 3.  —  Ettingsli.  Fossile  Flor.i  von  Biliu,  I.  c. .  S.  84,  Tat'.  29, 
Fig.  7. 

Fundort:  Trifail. 

Es  liegen  einige  Blattreste  aus  ckr  oben  genannten  Localiiät  vor.  Da  diese  Art  auch  aus  dem  l'olirschiefer 
von  Kutschlin  zum  Vorschein  gekommen  ist,  wie  ich  a.  a.  0.  nachgewiesen  habe,  so  kommt  derselben  eine 
grössere  Verbreifung  sowohl  in  jüngeren  als  in  älteren  Tertiärschichten  zu. 

Ord.  NYCTAGINEAE. 
JPisonia  eocenirti  m. 

Fossile  Flora  vou  Sagor,  I,  S.  189,  Tal'.  IX,  Fig.  4  —  8. 

Fundorte:  Saviue  (.Steinbruch),  Trifail. 

In  Savine  hat  sicii  eine  Frucht  dieser  Art  gefunden,  sehr  ähnlich  dem  in  Fig.  21  Tal'.  1 1  meiner  „Tertiär- 
tiora  von  Uäring"  abgebildeten  Exemplar.  Aus  Trifail  liegen  einige  Blätter  dieser  Art  vor. 

Ord.  LAURINEAE. 
Lnui-us  pyimiyenki.  II n g. 

Tat'.  XXIX,  Fig.  5,  :,  a. 
Ettingsli.  Fossile  Flora  von  Sagor,  I,  S.  l'.td. 

Das  Vorkommen  dieser  L(iiirns-Ai-\  in  der  fossilen  Flora  von  Sagor  bestätigte  sich  durcli  neue  Funde.  Es 
kamen  einige  Blattreste  aus  den  Schichten  vou  Savine  (Steinbruch)  zum  Vorschein,  deren  Nervat.iou  zum  Theil 
wohlerhalten  ist.  Von  denselben  ist  das  in  Fig.  5  dargestellte  Fossil  am  meisten  charakteristisch.  Es  zeigt  die 
Oberseite  des  Blattes.  Die  Secundärnerven  sind  ziemlich  fein,  einander  genähert  und  ihre  Ursprungswinkel 
sind,  besonders  an  den  unteren,  ebenso  auffallend  spitz,  wie  bei  den  aus  der  fossilen  Flora  von  Sotzka  zum 
Vorschein  gekommenen  l>lätterii.  Das  Blattnetz  ist  in  Fig.  5  </  vergrössert  zur  Anschauung  gebracht. 

Auch  aus  Trifail  liegt  mir  ein  wohlerhaltenes  Blatt  dieser  Art  vor. 

Die  bisher  von  den  Autoren  7A\  Laurus  jirimitieiiiii  gebrachten  Blattfossilien  ents])rechen  meistens  nicht 
dieser  Laurinee.  Ich  will  hier  nur  bemerken,  dass  die  von  Heer  in  seiner  Tertiärflora  der  Schweiz  Bd.  11, 
Taf.  LXXXIX,  Fig.  15  und  Bd.  111,  Taf.  CXLVU,  Fig.  10;  Taf.  CLllI,  Fig.  3  abgebildeten  Exemplare  eher 
zur  folgenden  Art  als  zu  L.  primigeida  gehören  dürften. 

Lauriis  phochoides  m. 

Tai'.  XXIX,  Fig.  C;  Taf.  XXX,   Fig.  .■;— 7. 
Fossile  Flora  von  Sagor,  I,  S.  190,  Taf.  IX,  Fig.  1.3. 

L.  fuliift  petiolKfis.  cofiaceix,  ooatu-ldueeolaiia  rel  lanccolato-dcnm'niatif:,  iiäeyerrimix,  upice producfiit  basi aiigiialafts; 
neroatione  camptodroma,  neriw  primario  prominente,  redo,  apictm  rerfsus  valde  (ittennato;  nervig  seciimlariis 
siih  angnlis  45 — 00°  orientibus,  4 — P"""  inter  se  (Iktantibiis,  tennibiis  ramosis;  nervix  terfiariis  fenuissiitiis, 
cmn  nerris  reticularibus  atiyvio  rectu  exeuntibus  rmnosis,  rete  wicrosynnamatvm  furmaniibus. 


14  Constanfin  v.  Ettingshausen. 

Von  dieser  Art  liegt  mir  eine  Eeibe  von  Blättern  aus  Savine  vor,  welche  den  Formeunmfang  besser 
entnehmen  lässt,  als  dies  früher  der  Fall  sein  konnte,  wesshalb  eine  Ergänzung  der  Diagnose  vorgenommen 
werden  musste.  Fig.  4  auf  Taf.  XXX  stellt  ein  mehr  eiförmiges,  gestieltes,  lang  zugespitztes  Blatt  von  leder- 
artiger f Konsistenz  dar,  dessen  Nervatiou  (in  Fig.  4«  vergrössert)  sehr  gut  erhalten  ist.  Fig.  3  und  7  ebenda- 
seihst stellen  Formen  dar,  die  sioli  den  bisher  in  den  fossilen  Floren  von  Häring,  Sagor  und  llilin  auf- 
gefundenen anschliessen,  zugleich  aber  auch  mit  Fig.  6,  Taf.  XXIX  den  Übergang  zur  ersterwähnten  Form 
vermitteln.  Fig.  C>  auf  Taf  XXX,  ein  liuear-lunzettliches  Blatt,  zeigt  die  schmalldättrige  Form  dieser  Art  und 
zugleich  die  Annäherung  zur  Latirus  jirimigenia.  Es  fehlen  ihr  aber  die  grundständigen  spitzläufigen  Secundär- 
nerven,  welche  die  letztere  Art  auszeichnen.  Von  L.  ocofeaefolia  unterscheidet  sich  diese  Form  durch  die  unter 
stumpferen  Winkeln  abgehenden  nicht  nach  aufwärts  verlängerten  Rccundärnerven.  Fig.  5  a.  a.  0.  stellt  eine 
kleinblättrige  Form  dar.  Die  Secundärnerven  sind  entsprechend  einander  genähert.  An  allen  genannten  Blatt- 
fornien  ist  der  gleiche  Nervationscharaktcr,  die  gleiche  Netzbildung  (s.  Fig.  5  a,  6  a)  zu  erkennen;  sie  gehören 
zweifellos  zu  einer  und  derselben  Species.  Fig.  3  stammt  von  Trifail;  die  übrigen,  aus  dem  Steinbruch  bei 
Savine,  kamen  aus  einer  und  derselben  Schichte  neben  einander  liegend  zum  Vorschein  und  können  zu  den 
Abfällen  eines  und  desselben  Baumes  gehören. 

Lfturus  ocoteaefolia  m. 

Taf.  XXX,  Fig.  2. 
Fossile  Flora  von  Sagor,  I,  S.  100,  Taf.  IX,  Fig.  9. 

Das  hier  in  Fig.  9  abgebildete  Blattfossil  aus  dem  Steinbruch  bei  Savine  zeigt  die  Nervation  besser 
erhalten,  als  an  dem  bisher  aufgefundenen  Blattreste  derselben  Art,  wesshalb  ich  es  für  gut  fand,  von  derselben 
in  Fig.  2  «  eine  Vergrösserung  darzustellen.  Die  früher  erhobenen  Zweifel,  ob  diese  fossile  Pflanze  eine  Laurinee 
sei,,  sind  nun  vollständig  beseitigt,  da  das  Rlattnetz  ganz  und  gar  das  Gepräge  jenes  der  Laurineen  an  sich 
trägt.  Wie  sich  diese  Art  von  der  L.  primigenia  unterscheidet,  habe  ich  schon  a.  a.  0.  auseinandergesetzt. 

Aus  Trifail  liegen  ebenfalls  einige  Blattfossilien  dieser  Art  vor. 

Eine  analoge  Art  der  nordamerikanischeu  Tertiärfloia  ist  Laurua  ocoteoides  Lesq.,  welche  der  jetztlebenden 
Ocotea  yvianeiisis  Aubl.  (s.  Ett.,  Blattskelete  der  Apetalen,  1.  c.  Taf  XXXII,  Fig.  7)  ausserordentlich  nahe- 
kommt und  von  unserer  fossilen  Art  sich  nur  durch  etwas  breitere  Blätter  zu  unterscheiden  scheint. 

Ciwimnionvu/ni  laneeolatuui,  IJug.  sp. 
Taf.  XXX,  Fig.  1. 
Ettiugsli.  Fossile  Flora  vou  Sagor,  I,  1.  e.,  S.  I9:i. 

Aus  dem  Steinbruch  bei  Savine  kam  ein  Blatt  dieser  Art,  Fig.  1,  zum  Vorschein,  welches  bei  einer  Breite 
von  nur  12"""  eine  Länge  von  14'""'  erreicht,  daher  wohl  zu  den  längsten  r.lättern  bezeichneter  Art  gehören 
dürfte.  Au  einem  anderen  Blattlbssil  dieser  Art  aus  derselben  Localität  ist  die  Nervation  prachtvoll  erhalten. 
Dieselbe  wurde  in  Fig.  1  a  zur  Anschauung  gebracht. 

In  Trifail  sind  sowohl  von  dieser  Art,  als  auch  von  Cinnamomum  Rossmaessleri  und  C.  Scheuchzeri  Blätter 
zum  Vorschein  gekommen. 

Ord.  SANTALACEAE. 

Santaluin  saUcinutn  m. 
Taf.  XXX,  Fig.  ii. 
Fossile  Flora  von  Sagor,  I,  1.  c,  S.  191,  Taf.  X,  Fig.  24,  25. 
Fundorte:  Savine  (Steinbruch),  Trifail. 

Ein  kleines  Blatt  mit  wohlerhaltener  Nervation.  Aus  einem  geraden,  verhältnissmässig  starken,  bis  zur 
Spitze  auslaufenden  Priniärnerv  entspringen  jederseits  3 — 4  sehr  feine,  im  Blattgewebe  sich  verlierende  Secun- 
därnerven unter  AVinkeln  vonGO— G!")°.  Sie  sind  bogenläufig,  einlach  oder  gabeltheilig.  Tertiär-  und  Netznerven 
fehlen.  Die  Textur  ist  fast  lederartig. 


Die  fossile  Flora  von  Saijor  In  Krain.  15 

Santalinn  (icherontlctiin,  m. 

Taf.  XXX,  Fig.  8. 
Ettiiigsli.  Tertiäre  Fora  von  Ilärini?.  S.    l'.i ,  Tal'.  XII.  Tig.  C  — 10.  —  Fo.s.silo  Flora  von  Bilin,  S.  -200,  Tat'.  XXXIV,  Fig.  i. 

Fundort:  Trifail. 

Ein  Blatt  mit  vollständig  eihaltenem  Stiel.  Durch  den  verliältiüssmässig  längeren  Stiel  und  die  nulir 
eirunde  oder  kurz-elliptische  Form  de.*;  Blattes  ist  die  Art  von  den  übrigen  liis  Jetzt  bekannt  gewordenen  fossilen 
Santabim- Arten  zu  unterscheiden.  Die  derbe,  lederartige  Textur  gibt  sieh  am  Abdrurk  durch  die  ziemlich 
mächtige,  verkohlte  Substanz  zu  erkennen. 

Ord.  DAPHNOIDEAE. 

Ttaphne  aquitaniin  m. 
Tat".  XXX,  Fig.  12. 
In  Tritail  fand  ich  das  hier  abgebildete  Blatt  dieser  Art,   welches  die  Nervatlon  wohlerhalten  zeigt.    Es 
hält  in  Form  und  Grösse  geradezu  die  Mitte  zwischen  den  bis  jetzt  aus  Savine  vorliegenden  Blättern.   Durch 
eine  sehr  dünne  Lage  verkohlter  Substanz  an  demselben  verräth  sich  die  zartere,  mehr  krautartige  Textur. 

Ord.  PROTEACEAE. 
Hakea  fraxinoides  n.  sp. 

Taf.  XXX,  Fig.   II,   11  a. 
II.  seminum  ohlongorum   ala  fenue  membranacea,    ovafa,    eneri'id,    iilri/npa;  semi-ilcciirrenfe;    itiicho  compresso 
lanceolato,  dorso  rugoso-cristato. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Ein  Same,  welcher  mit  //a/.en-Samen  am  meisten  übereinstimmt.  Er  cliarakterisirt  sich  durch  den 
schmäleren,  lanzettlich  zugespitzten  Kern,  an  des-'^en  beiden  Seiten  der  kaum  etwas  längere  nervenlose  Flügel 
halb  herabläuft.  Bei  oberflächlicher  Betrachtung  hat  das  Fossil  einige  Ähnlichkeit  mit  einer  kleinen  Eschen- 
frucht. Von  den  bisher  beschriebenen  fossilen  i7rt/iC«-Saraen  sind  einige  mit  läiigliclien  Kernen  hier  in  Betracht 
zu  ziehen.  Hakea  aftika  Ung.  aus  der  fossilen  Flora  von  Kumi  hat  einen  verhältnissmässig  grösseren  Flügel, 
der  zu  beiden  Seiten  des  eiförmig  länglichen  Kernes  ganz  herabläiift.  Hakea  Myrshiites  Ett.  der  fossilen  Flora 
von  Häring  zeigt  einen  längeren  Flügel,  der  nur  an  einer  Seite  des  lanzettlichen  Kerns  herabläuft.  Hakea  sfeno- 
sperma  Sap.  Etud.  III,  p.  20,  t.  1,  f.  5  hat  einen  netzadrigen  Samenflügel,  was  bei  den  jetztlebenden  Hakea- 
Arten  nicht  vorkommt.  Die  genannten  Arten  haben  einen  glatten  Samenkern;  an  unserer  Art  aber  ist  dieser 
der  Länge  nach  runzlich-gerippt,  wie  die  Vergr()sseruug  desselben  Fig.  11«  ersichtlich  macht. 

Baitksia  sayorkutff  u.  sp. 

Taf.  XXX,   Fig.   10,  10  a. 

B.foliiii  coriaceis  üneari-ohlongis,  in  petiolum  breoein  attenuafis,  margine  spinuloso-ilenticulatisj  nervatiom  campfo- 
droma,  nervo primario ßrmo,  prominente,  recto,  neroin  secundariii>  ienuibus,  (tpproximatis,  nub  angul/s  70 — S0° 
orientibus,  inter  se  conjunctis;  nervis  tertiariis  breviasiinis  dicigodromix.  rete  prominente  microsyiinamatiini 
formantibus. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Die  auffallend  starke  Verkohluug  der  Substanz  und  der  Eindruck,  welchen  das  Fossil  im  Gestein  hinter- 
licss,  zeigen  die  derbe  lederartige  Textur  des  Blattes  an.  Das  Blatt  ist  lineallänglich  und  verschmälert  sich  in 
einen  kurzen  Stiel.  Der  Rand  ist  entfernt-klein-gezähnt.  Die  Zähne  treten  jedoch  etwas  verdickt  hervor  und 
erscheinen  als  stumpfliclic  Dörnchen.  Es  ist  jedoch  anzunehmen,  dass  die  zugespitzten  Enden  der  Dörnchen 
im  Gestein  verborgen  sind,  umso  mehr,  als  das  Fossil  die  obere  Blaltfliichc  zeigt,  während  die  untere  mit 
den  nach  abwärts  gebogenen  Dorii.>pitzen  am  Gestein  haftet.  Der  starke  rrimärnerv  liegt  dcutlicli  in  einer 
rinnenförmigeu  Vertiefung,  wie  dies  der  oberen  Blattfläche  entspricht.  An  der  Basis  biegt  er  sich  zum  Stiel  liiu 


16  Consf antin  v.  Ettingshausen. 

und  es  erscheineu  die  beiden  Blattseiten  daselbst  iingleicb,  ein  im  vorliegenden  Falle  vvobl  ausservvesentliclies 
Merkmal,  das  aber  bei  schmalen  lederartigen  Blättern  oft  vorkommt.  Die  >Secund;irnerveu  sind  fein,  genähert, 
unter  wenig  spitzem  oder  nahezu  rechtem  Winkel  eingefügt,  schwach  nach  dem  Rande  gebogen  und  daselbst 
durch  kurze  Schlingen  unter  einander  verbunden.  Die  Tertiärnerven  sind  sehr  kurz  und  sogleich  in  ein  sehr 
engmaschiges  Netz  verästelt.  Die  Netznerven  sind  verhältnissmässig  stark,  die  Maschen  im  Umrisse  rundlich. 
v^.  die  Vergrösserung  dei'  Nervation  Fig.  10  n.) 

Die  angegebenen  Eigenschaften  des  fossilen  Blattes  passen  zu  keiner  Gattung  so  gut  als  zu  Banksia.  Bei 
melireren  Arten  derselben  mit  kurzem  Blattstiele  finden  wir  oft,  jedoch  nur  als  zufällige  Bildung,  die  Blattbasis 
etwas  ungleichseitig  und  den  Primärnerv  zum  Stiele  hingel)ogen,  wie  an  unserem  Fossil;  ich  nenne  nur  B. 
oblongifoUa,  B.  australis  und  B.  inaryinata  (s.  m.  Blattskelete  der  Apetalen  1.  c.  Taf.  43,  Fig.  4;  Taf.  44,  Fig.  3; 
Taf.  46,  Fig.  8),  welche  vielleicht  als  verwandte  Analogien  zu  betrachten  sind.  In  der  Netzbildung  gleicht 
erstere  Art  dem  Fossil  am  meisten,  So  ähnlich  das  fossile  Blatt  auf  den  ersten  Blick  mit  Blättern  von  Mtjrica- 
Arten  zu  sein  scheint,  so  darf  es  doch  nicht  mit  diesen  verwechselt  werden.  Bei  Myrka  sind  die  Netznerven 
feiner  und  die  Maschen  meist  im  Umrisse  queroval.  (Vergl.  a.  a.  0.  Taf.  XXI,  Fig.  1—4.) 

Ord.  CINCHONACEAE. 

ClncJionidium  anyitstifollunt  m. 
Taf.  XXX,  Fig.  15,  16. 
Fossile  Flora  von  Saffor,  II,  1.  c,  Bd.  37,  S.  163,  Taf.  XI,  Fig.  2. 
C.  capsulifi  eUqMco-ohloiigis,  teiiuifer  driatis. 

Fundort:  Savine  (Stollen  und  Steinbruch). 

Ein  Blattfossil,  Fig.  16,  das  in  allen  seinen  Eigenschaften  mit  dem  a.  a.  0.  abgebildeten  Blatte  vom 
Stollen  bei  Savine,  mit  Ausnahme  der  etwas  schmäleren  Form,  übereinstimmt.-  Mit  Ersterem  fand  sich  im 
Steinbruch  bei  Savine  eine  Frucht,  Fig.  15,  welche  zu  den  bisher  aufgefundenen  fossilen  Cinchonaceen-Früchten 
am  besten  passt.  Sie  stellt  eine  elliptisch-längliche  gestreifte  Kapsel  dar,  welche  nüt  der  von  Cinchona  Titanum 
Ung.  aus  der  fossilen  Flora  von  Badoboj  die  grösste  Ahnlicldveit  hat,  jedoch  etwas  kleiner  als  diese  ist  und 
feinere,  weniger  hervortretende  Streifen  zeigt. 

Ord.  APOCYNACEAE. 
Apocynophtßllum  ReussU  m. 

Fossile  Flora  von  Sagor,  II,  1.  c,  S.  16C,  Tat'.  XI,  Fig.  -21,  i-2. 

Von  dieser  im  Bereiche  unserer  fossilen  Flora  bisher  nur  bei  Savine  aufgefundenen  Art  kam  aus  dem 
Tagbaue  bei  Trit'ail  ein  wohlerhalteues  Blatt  zum  Vorschein. 

Apocynophi/llnni  Anisonla  Ung. 
Ettiugsh.  Fossilu  Flor.-i  vnn  Sagor,  II,  1.  c,  S.  Uis. 

Das  von  dieser  Art  vorliegende  Material  wurde  in  neuerer  Zeit  durch  einige  Blattfossilien  aus  dem  Brauu- 
kohlenlager  von  Trifail  \ermehrt.  Dieselben  gleichen  in  ihren  Eigenschaften  den  in  Radoboj,  Sagor  und  Savine 
aufgefundenen  vollständig.  Das  Blattnetz  muss  entweder  sehr  zart,  oder  wenig  ausgebildet  gewesen  sein,  da 
dasselbe  an  allen  diesen  Resten  nicht  sichtbar  ist. 

J^chitoniuni  nn'crosperinnin  Ung. 

Taf.  XXX,  Fig.   13,   13  a. 
Kttingsli.  Fossile  Flora  von  Sagor,  II,  1.  c,  .S.  169,  Taf.  XII,  Fig.  9. 

Fundort:  Savine  (Stollen  und  Steinbruch). 

Der  vorliegeuilc  Same  vom  Steiubrurh  bei  Savine  ist  kleiner,  als  der  a.  a.  0.  abgebildete.  Der  Haarschopf 
ist  besser  erhalten  und  zeigt  eine  Länge  von  etwas  über  2''".  Er  läult  in  eine  sehr  verschmälerte  Spitze  aus. 


Die  fossile  Flora  ran,  Sagor  In  Krai II.  17 

Der  Form  und  Kleinheit  des  Samens  nach  ähnlich,  ist  der  von  Vypselites  teiiuis  Heer,  welcher  höchst  wahr- 
scheinlich ein  Apocynaceeu-Same  ist;  wie  wohl  die  Mehrzahl  der  zu  Cypsdites  gestellten  Fossilien  als 
Apocyneen-Sameu  gelten  dürften. 

Ord.  SAPOTACEAE. 
Mimusops  terttaria  m. 

Taf.  XXX,  Fig.  U,  14  a. 
Syn. :  Sapotacites  Mimusops  Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Sagor,  II,  1.  c,  S.  17-2,  Taf.  XIII,  Fig.  1. 

Ein  wohlerhaltenes  Blattfossil  dieser  Art,  das  aus  dem  Steinbruch  bei  Savine  gewonnen  wurde,  zeigt 
folgende  in  Fig.  14«  zur  Anschauung  gebrachte  Nervation.  Aus  einem  starken  Primärnerv  entspringen  feine, 
einander  genäherte  Secundärnerven  unter  Winkeln  von  60 — 7U°.  Au  ihrer  Ursprungsstelle  sind  sie  schwach 
divergirend;  zwischen  den  längeren,  die  in  der  Nähe  des  Randes  durch  Schliugenbogen  verbunden  sind,  ver- 
laufen einige  kürzere  mehr  oder  weniger  geschlängelte  feinere  Secundärnerven.  Die  Tertiärnerven  sind  sehr 
kurz,  netzläufig.  Die  Netzmaschen  sind  vorwiegend  queroval.  Diese  Nervation  ist  ausserordentlich  ähnlich  der 
von  Mimusops  obovata  (s.  Ett.,  Rlattskelete  der  Dicotyledonen ,  Taf.  34,  Fig.  8')  mit  deren  Bliittcrn  das  Fossil 
auch  in  der  Form  und  Textur  so  sehr  übereinstimmt,  dass  man  immerhin  auf  die  Identität  der  Gattung 
schliessen  darf.  Ich  bringe  desshalb  die  von  mir  früher  zu  Sapotacites  Mimusops  gebrachten  Blattfossilien  nun 
unter  die  obige  nähere  Bezeichnung.  Fig.  14  stellt  ein  anderes  Blattfossil  dieser  Art  aus  denselben  Schichten 
dar,  welches  durch  die  auffallend  starke  am  Abdruck  haftende  Kohlensubstanz  die  steife,  derbe  Textur  des 
Blattes  anzeigt. 

Btimelia  scahra  n.  sp. 

Taf.  XXX,  Fig.  18,  18  a. 

B.  foliis  subcoriaceis  scabris,  petiolatis,  obovato-oblongis  in  petiolum  attenuatis,  apice  obtusis,  margine  iiitegerrimis, 
nervatione  brochidodroma,  nervo  primario  recto,  basi  prominente,  apicem  versus  valde  attenuato,  nervis  secun- 
dariis  tenuibus  sub  angulis  60  —  70°  orientibus,  laqueis  margini  subparalhlis,  nervis  tertiär iis  paucis  ramosis- 

Fundort:  Trifail  (Brandschiefer). 

Das  vorliegende,  ziemlich  wohlerhaltene  Blatt  aus  einem  Brandsehiefer  des  Kohlenflötzes  von  Trifail  zeigt 
so  viele  Ähnlichkeit  mit  dem  Blatte  der  Bumelia  snlicifoUu  Sw.  (s.  Blattskelete  der  Dicotyledonen.  Taf.  36 
Fig.  1)  und  einigen  anderen  Arten  von  Bumelia,  dass  es  wohl  keinem  Zweifel  unterliegt,  dasselbe  als  zu  dieser 
Gattung  gehörig  zu  betrachten.  Es  ist  länglich  verkehrt  eiförmig,  stumpf,  in  einen  12"""  langen  Stiel  ver- 
schmälert und  zeichnet  sich  durch  einen  rauhhaarigen  tiber/.ug  aus,  dessen  Überreste  am  Abdrucke  deutlich 
zu  erkennen  sind.  (S.  die  ^■ergrösserung,  Fig.  18  a.;  Bei  jetztlebenden  Bume/ia- Arten,  z.B.  der  obengenannten, 
kommt  eine  Bekleidung  der  Blätter  zwar  nicht  mit  steifen,  abstehenden,  sondern  mit  weichen,  anliegenden 
Haaren  vor,  die  einen  seidenartigen  Überzug  bilden.  Von  den  bisher  beschriebenen  fossilen  Bumelia-Arten 
unterscheidet  sich  die  B.  scabra  ausser  dem  erwähnten  Überzug  noch  durch  folgende  Merkmale  der  Nervation. 
Die  Secundärnerven  entspringen  unter  wenig  spitzen  Winkeln  und  auastomosireu  durch  hervortretende  Eand- 
schlingen.  In  den  dadurch  gebildeten  Segmenten  verlaufen  noch  1  —  2  kürzere,  mehr  geschlängelte  und  ästige 
Secundärnerven.  Die  Tertiärnerven  sind  spärlich  entwickelt  und  treten  nicht  hervor. 

Ord.  EBENACEAE. 
Diospyros  haeringtana  m. 

Taf.  XXX,  Fig.  17,  17  a. 
Ettingsh.  Tertiäre  Flora  von  Häring,  .S.  61,  Taf.  XXI,  Fig.  26;  Taf.  XXII,  Fig.  II. 

Fundort:  Trifail  (Brandschiefer). 

Das  voriiegende  Blattfossil,  Fig.  17,  stimmt  in  der  Form,  Nervation  und  Textur  mit  den  aus  den  Schichten 
von  Häring  zum  A'orschein  gekommenen  Blättern  dieser  Art   am  besten  überein.  Die  Nervation  des  Trifailer 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Gl.  L.  Bd.  -j 


18  Constanf  in  r.  Ef/ingshau.^en. 

Blattes,  Fig.  17  a,  vergrössert  dargestellt,  ist  sehr  gut  erhalten  unfl  zeigt  ein  Netzwerk,  welches  dem  von  D/o?- 
pyros  lanceolata  Koxb.  t^s.  Blatfskelete  der  Dicotyledonen,  Taf.  37,  Fig.  12)  sehr  ähnlich  ist. 

Diospyros  hiUiiica  m. 

Taf.  XXX,  Fig.  19,  19  a. 

Ettingsh.  Fossile  P'lora  vou  Bilin,  II,  1.  c,  S.  233,  Taf.  39,  Fig.  17,18.  —  Beiträge  z.   foss.  Flora  vou  Eadoboj,  Sitzber. 
Bd.  61,  S.  55,  Taf.  2,  Fig.  11. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Ein  vierlappiger  Blütlieukelch,  welcher  mit  dem  von  Diospyros  bilinica  vollkommen  übereinstimmt.  lu  der 
Grösse  hält  er  gerade  die  Mitte  zwisclien  dem  Biliner  und  dem  Kadobojer  Exemplar.  Das  Blatt  dieser  Art, 
welches  dem  der  vorhergehenden  ähnlich,  aber  viel  breiter  als  dasselbe  ist,  konnte  bis  jetzt  an  den  Fundstellen 
der  fossilen  Flora  von  Sagor  nicht  entdeckt  werden. 

Ord.  ERICACEAE. 
Andromeda  protogaea  Ung. 

Taf.  XXX,  Fig.  20. 
Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Sagor,  II,  1.  c,  S.  177,  Taf.  XIII,  Fig.  20—33. 

Von  einem  wohlerhaltenen  Blatte  dieser  Art  aus  den  Schichten  von  Savine  (Stollen)  liess  sich  die  Epider- 
mis ablösen,  welche  unter  dem  Mikroskop  bei  stärkerer  ^'ergröäserung  das  in  Fig.  20  dargestellte  Bild  gab. 
Dieselbe  entspricht  der  Epidermis  der  oberen  Blattfläche  von  Andromeda  coriifoliu  DC,  von  welcher  Fig.  21 
ein  Bild  in  der  gleichen  Vergrösserung  zur  Anschauung  bringt,  vollkommen,  nur  sind  die  Zellen  der  letzteren 
verhältnissmässig  etwas  grösser.  Bei  beiden  fehlen  die  Spaltöffnungen.  Diese  sind  aber  an  der  unteren  Biatt- 
fläche  der  genannten  lebenden  Art  äusserst  zahlreich.  Das  Gleiche  wird  auch  bei  der  fossilen  Art  der  Fall  sein, 
was  sich  jedocli  nicht  ermitteln  liess,  da  die  untere  Blattfläche  von  dem  anhaftenden  Gestein  nicht  losgelöst 
werden  konnte,  ohne  das  Fossil  gänzlich  zu  zerstören. 

Rhododendron  sagorianum  m. 

Fossile  Flora  von  Sagor.  II.  1.  c,  S.  178,  Taf.  XIV,  Fig.  30. 

Es  fand  sich  ein  Blatt  dieser  Art  im  Trifailer  Tagbaue,  das  mit  dem  aus  Savine  vorliegenden  in  allen 
Eigenschaften  übereinstimmt. 

Ord.  SAXIFEAGACEAE. 

Hydrangea  sagoi'lana  m. 
Taf.  XXXI,  Fig.  3. 
Fossile  Flora  von  Sagor,  II,  1.  c,  S.  184.  Taf.  XIV,  Fig.  22,  28. 

Bisher  ist  nur  eine  einzige  Hydrangea-Blume  aus  den  Scliichteu  des  Stollens  bei  Savine  zum  Vorschein 
gekommen,  mit  welcher  ich  ein  Fdattfossil  aus  derselben  Lagerstätte  vereinigte.  Neuerlich  ist  ein  zweites 
Exemplar  einer  Hydrangea-Blume  aus  dem  Steinbruch  bei  Savine  entdeckt  worden,  von  welchem  Fig.  3  eine 
Abbildung  gibt.  Dieselbe  ist  kleiner  und  zarter,  als  die  ersterwähnte,  zeigt  aber  die  gleichen  Nervationsver- 
hältnisse.  Da  das  Blatt  einer  zweiten  Art,  H.  dubia  m.  aus  dem  Steinbruch  von  Savine  \  orliegt,  so  wäre  es 
möglich,  dass  die  kleinere  Hydrangea-Blume  zu  dieser  zweiten  Art  gehört. 

Ord.  MAGNOLIACEAE. 
Gen.  MAGNOLIOIDES  nov.  gen. 

Zu  dieser  Gattung  bringe  ich  solche  magnolia- ähnliche  Blätter,  welche  allerdings  zu  den  Magnolvicem 
gehören,  jedoch  ihrer  Tracht  nach  weder  zu  MiujnoUa  selbst,  noch  zu  Maynoliadrani  gestellt  werden  können. 
Spätere  Untersuchungen  werden  zeigen,  ob  die  hieher  gebrachten  Formen  in  der  That  einer  ausgestorbenen 
Gattung,  oder  ob  sie  jetztweltlichen  Gattungen  einzureihen  sind. 


Die  fosiiile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  19 

MagnoUoides  carnioUca  n.  sp. 

Taf.  XXX,  Fig.  22,  22  a. 

M.  foliis  anguste  lanceolatis  acuminatis  petiolatis  mfeyerrimis,  suhcoriaceis,  nervatione  hrocMdodroma,  nervo  pri- 
mario  hasi  prominente,  recfo,  apicem  versus  valde  attenuafo,  nervis  secundariis  approximatis,  tenuissitnis,  stib 
angulis  acufis  f30—40°J  orienfibus,  murginetn  adscenrJentihus,  inter  se  conjunctis;  nervis  tertiarüs  abhreviatis, 
ramosis  dictyodromis,  rete  distinctum  formantihus. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Ein  sclimallanzettliches  zugespitztes  ganzrandiges  Blatt,  welches  am  Grunde  in  einen  10""  langen  Stiel 
verschnicälert  ist,  von  etwas  derber  Consit;teiiz  und  mit  wohlerhaltener  Nervation,  s.  Fig.  22«.  Aus  einem,  an  der 
Basis  hervortretenden,  nach  der  Spitze  zu  sehr  verfeinerten  Primärnerv  entspringen  zahlreiche  feine  geucäherte 
Secundärnerven,  den  Rand  hinaufziehend  und  schlingenförmig  unter  einander  verbunden,  unter  ziemlich 
spitzen  Winkeln.  Die  Tertiärnerven  verlieren  sich  in  einem  verhältnissmässig  hervortretenden  Netzwerk.  Von 
den  bisher  bekannt  gewordenen  fossilen  Dicotyledonen  nähert  sich  das  beschriebene  Fossil  einigermassen  der 
MagnoJia  primigenia  Ung.,  welcher  jedoch  grössere  und  breitere  Blätter  zukommen.  Die  Nervation  ist  aber  bei 
der  letzteren  zu  wenig  im  Detail  bekannt,  um  mit  der  unserer  Pflanze  verglichen  werden  zu  können.  Das  her- 
vorspringende Netz  verräth  immerhin  etwas  magnolia-artiges. 

Ord.  RANÜNCÜLACEAE. 

Clematis  sagoriana  n.  sp. 
Taf.  XXXI,  Fig.  2. 

C.  achenio  lanceolato,  in  stylmn  2 — 5""  longum  produdo. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Gehört  in  die  Abtheilung  Viticella  De  Cand,  mit  kürzerem  kahlen  Griffel,  welche  nur  wenige  meist  auf 
Südeuropa  oder  Nordamerika  beschränkte  Arten  zählt.  Ist  nahe  verwandt  der  Clematis  radobojana  Ung.,  aber 
durch  die  schmälere,  lanzettförmig  zugespitze  Achene  und  den  kürzeren  Griffel  von  dieser  Art  wohl  verschieden. 
Die  in  dieselbe  Abtheilung  der  Gattung  Clematis  gehörige  C.  oeningensis  Heer  weicht  durch  rundliche  Achenen 
von  beiden  genannten  Arten  der  Tertiärflora  ab. 

Ord.  BOMBAGE AE. 

Bombax  sagorianutn  m. 

Fossile  Flora  von  Sagor,  11,  1.  c,  S.  186. 

Die  Theilblättchen  der  Bombaceen,  welche  sich  von  dem  gemeinschaftlichen  Blattstiel  leicht  lösen,  dürften 
unter  den  Pflanzenabfällen  der  Tertiärzeit  häufiger  sich  finden,  als  bisher  angenommen  worden  ist.  Diese 
Blättchen  haben  meistens  ein  juglansartiges  Aussehen  und  könnten,  wenn  das  sehr  feine  Nervennetz,  das  sie 
zeichnet,  verwischt  oder  zu  Grunde  gegangen  ist,  als  Jw^^aws-Theilblättchen  gedeutet  worden  sein. 

Aus  den  Hangendschichten  des  Braunkohlenlagers  von  Trifail  kam  ein  Blattfossil  zum  Vorschein,  welches 
ich  nur  der  obigen  Art  einreihen  konnte,  da  es  mit  dem  aus  Savine  vorliegenden  vollkommen  übereinstimmt. 

Ord.  ACERINE AE. 

Acef  integrilobum  0.  Web. 
Taf.  XXXI,  Fig.  13,  14. 
0.  Weber,  Tertiärflora  d.  niederrheinischen  Braunkohlenformation,  Paläontogr.  n,  p.  (96,  Taf.  22,  Fig.  5. 

Fundort:  Trifail. 

Es  fanden  sich  nur  die  zwei  hier  abgebildeten  Blattfragmente.  Das  feine  Blattnetz  ist  an  denselben  nicht 
erhalten.  Fig.  14  zeigt  eine  Andeutung  von  Randzähnen,  kommt  aber  in  allen  übrigen  Eigenschaften  dem  von 
0.  Weber  an  a.  0.  dargestellten  Blatte  am  nächsten. 


20  Consfanfin  v.  Etfingshausen. 

Acei '  JRüminlanum  Heer. 

Taf.  XXXI,  Fig.  8,  9,  9  a. 
Q.  Heer,  Tertiäiflora  d.  Schweiz,  Bd.  Ill,  S.  59.  Taf.  118,  Fig.  11  —  16;  S.  199,  Taf.  155,  Fig.  136. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Eine  Flügelfrucht,  welche  mit  der  von  0.  Heer  n.  a.  0.  Fig.  14  abgebildeten  am  meisten  übereinstimmt. 
Das  charakteristische  lockermaschige  Netz  des  Flügels  (in  Fig.  9«  vergrössert  dargestellt)  ist  an  dem 
Exemplar  von  Savine  wohlerhalten.  Die  FlUgelbasis  ist  etwas  mehr  verengt  als  an  dem  citirten  Fruchtfossil 
von  Monod. 

Acer  stenocarpu/Di  n.  sp. 
Taf.  XXXI,  Fig.  10— 12. 

A.  fructibus  parvis,  mtctiUs  anguste  ellipücis,  alis  oblongis,   hast  angustatis,  iienis  sub  angitlis  amtissitnis  ascen- 
denUbus. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Durch  das  schmälere  Nüsschen  und  den  nach  der  Basis  stärker  verschmälerten  Flügel,  dessen  Nerven 
unter  sehr  spitzen  Winkeln  aufsteigen,  von  der  nächst  ähnlichen  Frucht  der  vorhergehenden  Art  verschieden. 

Ord.  MALPIGHIACEAE. 
Tetrapteris  mimita  m. 

Tai.  XXXI,  Fig.  1,  1  «,  5. 
Beiträge  z.  fossilen  Flora  von  Radoboj,  Sitziingsber.,  Bd.  61,  S.  60,  Taf.  2,  Fig.  3,  8. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch),  Trifail. 

Eine  Frucht  und  ein  Blatt.  Erstere  passt  in  allen  Eigenschaften  zu  dem  in  Fig.  Sb  a.  a.  0.  abgebildeten 
Exemplar  der  Frucht  von  Tetrapteriit  miiinta.  Die  unvollständig  erhaltenen  Fruchtflügel  zeigen  sehr  zarte 
Nerven,  welche  in  Fig.  \a  vergrössert  zur  Anschauung  gebracht,  an  dem  genannten  Exemplar  von  Radoboj 
aber  verloren  gegangen  sind.  Der  Körper  der  Frucht  ist  stark  gequetscht,  aber  deutlich  von  den  Flächen 
abgegrenzt. 

In  Trifail  hat  sich  ein  Blatt,  Fig.  5,  gefunden,  welches  mit  dem  in  Fig.  3  a.  a.  0.  dargestellten  Blatte  von 
Leoben  am  meisten  übereinstimmt  und  auch  die  Nervation  eines  Tetraptens-YiX&iien  zeigt.  Die  querläufigen 
Tertiärnerven,  welche  an  dem  citirten  Leobener  Blattfossil  sich  nicht  erhalten  haben,  sind  hier  deutlich  wahr- 
zunehmen. 

Ich  bemerke  hier  noch,  dass  von  Tetrapteris  sagoriana,  die  bisher  nur  von  Savine  bekannt  war,  nun  auch 
aus  Trifail  ein  Blatt  vorliegt. 

Malpighiastru/m  rotundifolium  m. 

Taf.  XXXI,  Fig.  6. 
Fossile  Flora  von  Sagor,  II,  I.  c,  S.  189,  Taf.  XVI,  Fig.  -24. 

Das  vorliegende  Blatt,  welches  aus  dem  Steinbruch  bei  Savine  zum  Vorschein  kam,  ist  zwar  etwas 
grösser  und  mehr  elliptisch  als  das  a.  a.  0.  beschriebene,  stimmt  aber  in  den  übrigen  Eigenschaften, 
insbesondere  bezüglich  der  Nervation  mit  demselben  überein,  so  dass  ich  an  der  Gleichartigkeit  dieser  Blatt- 
fossilien keineswegs  zweifle.  Die  Secundärnerven,  welche  ebenso  nach  vorne  gebogen  sind  wie  bei  dem 
citirten  Blatte,  treten  entsprechend  der  Grösse  des  Blattes  stärker  hervor.  Die  querläufigen  Tertiärnerven 
jedoch  zeigen  keinerlei  Abweichung,  weder  bezüglich  der  Stärke,  noch  der  Distanz. 

Ord.  SAPIlNDACEAE. 

Sapindus  aspei'lfolius  n.  sp. 

Taf.  XXXI,  Fig.  7,  7  a. 

S.  foliis  pinnaHfi ,  foliotis  subcoriaris ,  scobris,   breviter  petioJath,  snibfakafis  obliqve  lanceolafis,   apice  acuminatis 

basi  acvfis,    margine  integer)  imk ;   nervatione  camptodroma,    im  vis  seanidarüf:  latere  latiore  sub  angulis 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  21 

ohtusiorihus  orietttibus,  simplieihus ,   maryinem   adscemJentihus  inter  se  conjundis;   nervis  iertiarns  in  con- 
spicuis. 

Fundort:  Savine  fSteinbrucli). 

Ein  Theilblättchen,  welches  seiner  Form  und  Nervatioii  nach  mit  denen  von  Sapindus  saldfolius  A.  Braun 
am  meisten  übereinstimmt  und  Uberliaupt  seiner  Tracht  nacli  sehr  \Yohl  zu  Sapindus  passt.  Es  unterscheidet 
sich  aber  von  den  Theilblättcben  der  genannten  Art  wesentlich  durch  einen  Überzug  von  feinen  Knötchen  (s. 
die  Vergrösserung  Fig.  7  a)  und  durch  die  anscheinend  etwas  derbere  Textur.  Wegen  der  letzteren  und  des 
erwähnten  Überzuges  sind  die  Tertiäruerven,  von  welchen  nur  Spuren  vorhanden  sind,  verwischt.  Die  Secun- 
därnerven  stehen  in  fast  gleichen  Distanzen  von  einander  und  sind  gleich  stark,  während  bei  Sapindxig  falei- 
folius  längere  stärkere  mit  kürzeren  und  feineren  abwechseln.  Blätter  mit  Überzug  finden  wir  aucii  untei  den 
lebenden  Sapindus- Arten,  doch  haben  sie  nicht  durch  Knötchen  rauhe,  sondern  unterseits  wollig-haarige 
Blättchen,  wie  die  indischen  6'.  emargiiiatus  Vahl,  .S'.  rubirjiiiosus  Roxb.  u.  A.  Es  könnte  daher  die  Frage  auf- 
geworfen werden,  ob  denn  das  beschriebene  Theilblättcben  in  der  That  zu  Sapiiidus  gehöre.  Die  Beantwortung 
derselben  kann  hier  nur  die  sein,  dass  nach  der  Behaarung  aliein  keineswegs  die  Annahme  einer  besonderen 
Gattung  zulässig  ist. 

Gen.  SAPINDOPHYLLUM. 

Folia  pinnata,  foliolis  faciem  Sapindi,  Cupaniae  nee  non  PauUiniae  conjimgentihiis ;  nervis  tertiariis  valde  flezuosis 
didyodromis. 

Sapindophyllum  paradoxum  n.  sp. 
Taf.  XXXI,  Fig.  4.  4  a. 

S.  foliis  amplis,  foliolis  hreviter  petioJatis  coriaceis  anguste  lanceolatis  falciformihus,  basi  obliquis  apice  acuminatis, 
margine  grosse  et  in  aequaliter  dentatis;  nermfione  camptodroma,  nereo  primario  valido  prominente,  nervis 
secundariis  teniiibus,  anguh  suhredo  exeuntibus,  approximatis ;  nerris  tertiariis  sub  angnlis  acutis  lariis 
insertis,  abbreviatis. 

Fundort:  Trifail. 

Ein  Fragment  eines  grossen  gefiederten  Blattes,  das  ein  Stück  der  Blattspindel  und  auf  einer  Seite  der- 
selben angeheftet  drei  unmittelbar  aneinander  grenzende  Blättchen  zeigt.  Auf  der  anderen  Seite  sind  die 
Blättehen  abgefallen,  mit  Ausnahme  eines  einzigen,  das  in  fragmentäreni  Zustande  und  verkehrter  Lage  noch 
an  der  Spindel  haftet.  Die  Spindel  ist  stark  c(unprimirt  und  gestreift;  die  Dicke  derselben  verräth,  dass  das 
vorliegende  Blattstück  weit  von  der  Spitze  entfernt  ist  und  die  ganze  Länge  des  Blattes  auf  mindestens  1-5"' 
veranschlagt  werden  darf  Die  Theilblättcben  sind  verhältnissmässig  kurz  gestielt,  schmal-lanzettförmig, 
sichelförmig  gebogen  und  an  der  Basis  schief,  gegen  die  Spitze  zu  verschmälert,  am  Rande  ungleich  grob 
gezähnt.  Die  Consistenz  der  Blättchen  ist,  der  verkohlten  Substanz  nach  zu  schliessen,  als  lederarfig  anzu- 
nehmen. Die  Nervation  der  Blättchen  (in  Fig.  4«  vergrössert  dargestellt)  bietet  mehrere  sehr  auffallende  Merk- 
male. Der  Primärnerv  tritt  mächtig  hervor,  verfeinert  sich  aber  in  seinem  Ve.rlaufe  gegen  die  Spitze  zu 
bedeutend.  Die  Seeundärnerven  sind  auffallend  fein,  unter  sehr  wenig  spitzem  oder  fast  rechtem  Winkel 
entspringend,  einander  genähert,  vor  dem  Rande  kurz  nach  vonie  gebogen  und  verästelt,  aber  nicht  in  die 
Zähne  einlaufend.  Die  sehr  feinen  Tertiärnerven  entspringen  von  der  Aussenseite  der  Seeundären  unter  ver- 
schiedeneu spitzen  Winkeln,  sind  kurz,  auffallend  hin-  und  hergebogen,  in  ein  nniegelmässig  eckiges  Maschen- 
netz sich  auflösend.  Die  Grösse  des  Blattes,  die  Form  und  Zahnung  desselben  erinnern  an  Cupania;  die  Sichel- 
form der  Blättchen  und  die  auffallend  ungleiche  Basis  an  Sapindus;  die  Nervation  an  Paullinia. 


22  Constantin  v.  Ettingshausen. 

Ord.  PITTOSPOEEAE. 

Bursaria  radöbojana  Ung. 
Taf.  XXXn,  Fig.  11,  12. 
Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Sagor,  11,  1,  c,  S.  191. 

Ausser  dem  Fragment  eines  Fruchtstandes,  Fig.  11,  dessen  schon  im  II.  Theile  gedacht  wurde,  fand  sich 
auch  ein  Blatt  dieser  Art,  Fig.  12,  vur.  Es  stammt  vom  Steinbruch  bei  Savine.  Es  ist  etwas  kleiner  und 
schmäler  als  das  von  Unger  in  der  Sylloge  plant,  foss.  II,  Taf.  I,  Fig.  22  abgebildete,  stimmt  aber  in  den 
übrigen  Eigenschaften  mit  demselben  wohl  Uberein.  Es  sei  hier  noch  bemerkt,  dass  ein  Fruchtstand  und  ein 
Blatt  dieser  Art  auch  in  Sotzka  zum  Vorschein  gekommen  ist.  Ersterer  zeigt  längere  Stielchen  und  entspricht 
der  Fig.  18  1.  c.  der  Sylloge. 

Ord.  CELASTEINEAE. 

Celastrus  Aeolt  m. 

Tertiäi'flora  von  Häring,   S.  72,  Taf.  24,  Fig.  9—11.  —  Heer,  Tertiärflora  cl.  Schweiz,  Bd.  III,  S.  68,  Taf.  121,  Fig.  .55,  56. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Von  dieser  die  untern  Tertiärschichten  bezeichnenden  Art  fand  sich  an  der  oben  bezeichneten  Localität 
ein  wohlerhaltenes  Blatt. 

Celastrus  sagorianus  n.  sp. 

Taf.  XXXII,  Fig.  3,  4. 

C.  cajjsuJu  pedkellata,  mhghhoaa  coriacea  loctdicide  trivalvi,  valvis  suhrotundis  ohtusissimis,  pedicello  vix  brevioribus; 

foUis  coriaceis  rotundato-ovatis  in  petiolum  brevem  angustatis,    tnargine  dentatis;    nervo  primario  distincto, 

nervis  secundarüs  obsoletis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Eine  gestielte,  fast  kugelige  lederartige  Kapsel,  welche  eben  im  Aufspringen  begriffen  war,  als  sie  vom 
Schlamme  umhüllt  wurde.  Die  drei  rundlich-eiförmigen,  stumpfen  Klappen  erreichen  die  Länge  des  Stielchens. 
Die  Kapsel  ist  ähnlich  der  von  Celastrus  aidJioides  Andr.,  deren  Klappen  jedoch  länglich  sind,  die  Länge  des 
Stielchens  aber  nicht  erreichen.  Mit  dieser  Frucht  fand  sich  an  der  gleichen  Lagerstätte  ein  Blatt,  das  die 
Eigenschaften  eines  Celasfrus-B\attes  zeigt  und  dem  von  C.  oxijpjiijllus  Vng.  am  nächsten  kommt.  Es  unter- 
scheidet sich  aber  von  demselben  durch  die  kürzere  mehr  rundliche  Form  und  die  scliärferen  Randzähne. 
Unter  den  lebenden  Arten  dürfte  C.  ovatus  Eckl.  vom  Cap  der  fossilen,  der  Blattbildung  nach,  am  meisten 
analog  sein.  Die  Blätter  dieser  Art  sind  ebenfalls  klein,  mehr  rundlich  und  haben  scharf  zugespitzte  Rand- 
zähne. (Vergl.  Ett.,  Celastrineen,  Denkschr.  Bd.  XIII,  Taf.  VII,  Fig.  17,  18.J  Die  feineu  Secundärnerven, 
welche  sogar  an  den  Natnrselbstabdriicken  nur  wenig  hervortreten,  erklären  das  Verschwinden  dieser  Nerven 
au  dem  fossilen  Blatte.  Letzteres  unterscheidet  sich  von  dem  der  genannten  lebenden  Art  durch  die  Ver- 
schmälerung  der  Basis  in  den  Stiel. 

Celastrus  oxi/phyllus  Ung. 
Taf.  XXXII,  Fig.  1. 
Ettingsh.,  Fossile  Flora  von  Sagor,  II,  1.  c.  S.  193,  Taf.  16,  Fig.  21. 
Fundort:  Savine  (Stollen  und  Steinbruch). 

Das  vorliegende  Blatt  vom  Steinbruch  bei  Savine  ist  viel  grösser  als  das  a.  a.  0.  abgebildete;  es  gleicht 
in  der  Grösse,  Form  und  Zahnung  dem  von  Unger  in  der  Sylloge  plant,  foss.  II,  Taf.  II,  Fig.  4  dargestellten. 
Ausser  dem  Primärnerv  sind  keine  Blattnerven  erhalten. 

Celastrus  Plutonis  n,  sp. 

Taf.  XXXn,  Fig.  2. 
C.  foliis  coriaceis  elliptids,   basi  acutis,  apice  obtiisiusculis,  irregulariter  dentatis,   nervo  primario  distincto,   recto, 
nervis  secundarüs  tenuibus,  siib  angulis  peracutis  egredientibus  ramosis  dicfyodromis. 


Die  fosfiih'  Flora  ro»  Sacjur  in  Krain.  23 

Fundort:  Savine  (Steinbrucli). 

Die  Spuren  der  verkohlten  Substanz,  die  am  Abdrucke  dieses  Blattes  haften,  deuten  auf  eine  steife  leder- 
artige Textur.  Die  Form  des  Blattes  ist  elliptisch,  die  Basis  kaum  verschmälert,  die  Spitze  stumpflich,  der 
Rand  ungleich  gezähnt.  Die  Seeundärnerven  entspringen  unter  sehr  spitzen  Winkeln,  sind  fein  und  verästelt. 
In  diesen  Merkmalen  nähert  sich  das  Blattfossil  am  meisten  den  Blättern  von  Celastrus  collinus  Eckl.  et  Zeyh. 
vom  Cap  (s.  Ett.,  Celastrineen  1.  c.  Taf.  VI,  Fig.  9,  10),  welche  sich  nur  durch  die  Zuspitzung  an  den  Enden 
von  jenem  unterscheiden.  Von  den  bisher  beschriebenen  fossilen  Arten  schliesst  sich  unsere  neue  Art  dem  C. 
Ärethusae  der  fossilen  Flora  von  Bilin  an,  unterscheidet  sich  von  derselben  jedoch  durch  die  Form  und  Zähnung 
des  Blattes. 

Bezüglich  der  übrigen  bereits  beschriebenen  Celastrus-krien  der  fossilen  Flora  von  Sagor  ist  nocli  zu 
bemerken,  dass  C.  europaeus  Uug.  auch  in  Trifail  gefunden  worden  ist. 

Elaeodendron  Per  sei  Ung.  sp. 
Taf.  XXXII,  Fig.  5. 
Ettingsh.,  Fossile  Flora  von  Bilin,  III,  S.  36,  Taf.  48,  Fig.  25,  Taf.  49,  Fig.  U. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Ein  Blatt,  welches  zu  dem  a.  a.  0.,  Fig.  25,  abgebildeten  Blatte  von  Kutschlin  in  allen  Eigenschaften  passt. 
Es  zeigt,  so  wie  dieses,  eine  Verschmälerung  nach  beiden  Enden. 

Elaeodendron  degener  Ung.  sp. 
Taf.  XXXII,  Fig.  6. 
Ettingsh.,  Fossile  Flora  vou  Biliu,  III,  S.  37,  Taf.  49,  Fig.  5,  7—10. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Dieses  Blatt  passt  zu  kleineren  Blättern  dieser  Art,  welche  aus  den  fossilen  Fbren  von  Sotzka  und 
Kutschlin  bei  Bilin  vorliegen,  am  besten,  wesshalb  ich  diese  im  älteren  Tertiär  verbreitete  Art  für  die  fossile 
Flora  von  Sagor  annehme. 

Ord.  ILICINEAE. 

Ilex  sagoriana  n.  sp. 

Taf.  XXXII,  Fig.  17. 

Lfoliis  coriaceis  ohlongis,  undulatis  vel  remote  dentatis  vel  integerrimis ;  nervatione  brockidodroma,  nervo  primarlo 
pervalido,  redo;  nervis  secundarüs  sub  angulis  50 — 60°  orientibus,  apice  ramosis  inter  se  coHJumtis,  laqueis 
prominentibus ;  nervis  tertiariis  paucis  subtramversis,  ramosis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Es  war  zu  vermuthen,  dass  die  Familie  der  Ilicineen  auch  der  reichhaltigen  fossilen  Flora  vou  Sagor  nicht 
fehlen  werde.  Nachdem  schon  zwei  //ca;-Arten  für  dieselbe  nachgewiesen  waren,  brachte  eine  sorgfältige 
Untersuchung  in  Savine,  der  reichsten  Fundstätte,  einige  Blattfragmente  in  meine  Hände,  welche  zu  einer 
dritten  Art  gehören  dürften.  Das  Blatt  derselben,  in  seiner  Form  und  Nervation  ergänzt,  zeigt  viele  Ähnlichkeit 
mit  dem  der  nordamerikauischen  Ilex  Dahoou  Walt.  (Vergl.  Ett.,  Blattskc'ete  der  Dicotylcdonen,  S.  162, 
Fig.  148,  Taf.  66,  Fig.  4  und  7). 

Ord.  BHAMNEAE. 

Zisyphus  savlnensis  n.  sp. 
Taf.  XXXII,  Fig.  7,  7  «, 

Z.  foliis  breoiter  petiolatis  ovato-lanceolatis ,    utrinque  acumiitatis,    basi  aequali  margine  deniiculatis  tripliuervüs, 
nervis  lateraUbus  infimis  hasilaribus,  acrodromis ;  nercis  secundarüs  subtransversis,  flexuosis  ramosis. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch). 


24  Constant in  v.  Eitingshausen. 

Steht  in  der  Blnttbildung  dem  Zizyphns  Uiiyeri  Heer  sehr  nahe,  unterscheidet  sich  aber  von  dieser  Art 
durch  die  zugespitzte  nicht  ungleiche  Basis,  die  etwas  spitzeren  Randzähne  und  durch  die  dem  Rande  weniger 
genäherten  vollkummeu  gruudstäudigen  seitlichen  Basalnerven.  Ob  man  es  hier  mit  einer  Varietät  des  Z.  Unyeri 
oder  mit  einer  besonderen  dieser  nächst  verwandten  Art  zu  thun  hat.  lässt  sich  nach  dem  einzigen  Blatte, 
Fig.  7,  das  in  Savine  zum  Vorsehein  kam,  nicht  befriedigend  entscheiden.  Bemerkenswerth  aber  ist,  dass  in 
Häring,  wo  die  Blätter  fies  Z.  Ungeri  zu  den  häufigsten  Pflanzenfossilien  zählen,  und  einige  Varietäten  des- 
selben zu  Tage  knmen,  eine  dem  oben  beschriebenen  Blattfossil  entsprechende  Varietät  nicht  beobachtet 
worden  ist.  Die  Nervation,  in  Fig.  la  vergrössert  gezeichnet,  stimmt  mit  Ausnahme  des  erwähnten  Verhaltens 
der  Basalnerven  mit  der  von  Z.  Ungeri  überein. 

Ich  erwähne  hier  noch,  dass  .^/^y/p/ms/)arrtrfmacMS  Ung.  sp.  auch  in  Savine  (Steinbruch)  und  in  Trifail 
gefunden  worden  ist.  Von  den  übrigen  Rhamneen  der  fossilen  Flora  von  Sagor  ist  Berchemia  muUinerms  A. 
Braun  auch  an  der  erstgenannten  Localität  zum  Vorschein  gekommen. 

Ord.  JUGLANDEAE. 

Juglans  rectinervis  m. 
Taf.  XXXII,  Fig.  U. 
Fossile  Flora  von  Sagor,  II,  1.  c,  S.  198,  Taf.  n,  Fig.  1. 
Fundorte;  Savine  (Stollen  und  Steinbruch). 

Im  Steinbruch  bei  Savine  fand  sich  das  Blättchen  Fig.  14,  welches  die  charakteristischen  Merkmale  der 
Nervation  dieser  Art  bestätigt  und  ergänzt.  Die  Secundäruerven  erscheinen  fast  noch  mehr  einander  genähert, 
als  an  dem  a.  a.  0.  abgebildeten  Exemplar  vom  Stollen  bei  Savine,  und  die  auffallend  schiefe  Basis  des 
Blättchens  ist  besser  erhalten. 

Carya  prae-oUvaeformls  n.  sp. 
Tat".  XXXII,  Fig.  20. 

C.folüs  sub  S-Jugitif^J,  folioliti  brevissime  petiolatis  ovato-lanceolatis,  basi  inaequalibus,  apice  acuminatis,  margine 
remote  serrulatis;  nervatione  brochidodroma,   nervo  prwiario  prominente  recto  excurrente ;   nereis  secundarüs 
paucis  sab  angidis  40 — 55°  orientihus,  prominentibus  marginem  adscendentibus,  inter  se  conjunctis;  nervis  ter- 
tiariis  angido  acuto  vel  subrecto  egredientibus,  remotis  inter  se  conjunctis. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Auf  einem  schönen  Schaustücke  zusammen  mit  Sequoia  Couttsiae,  Banksia  longifolia,  Mgrica  lignitiini  und 
Salix  aquitanica  sieht  man  ein  Theilblättchen  dieser  Art.  Dasselbe  ist  ausserordentlich  ähnlich  dem  der  nord- 
amerikanischen Carya  oh'vaeformis  Nutt.  (s.  Ett.,  Blattskelete  der  Dicotyledoneu,  S.  175,  Fig.  175)  und  unter- 
scheidet sieh  von  demselben  nur  durch  das  weniger  kurze  Stielcheu  und  die  viel  kleineren,  entfernter  von 
einander  gestellten  Randzähne,  die  dem  unbewaifneten  Auge  kaum  sichtbar  sind.  In  der  Nervation,  von  welcher 
Fig.  20a  eine  Vergrösserung  gibt,  konnte  ich  keinen  Unterschied  zwischen  beiden  entdecken. 

Carya  trifatlensls  n.  sp. 

Taf.  XXXII,  Fig.  13,   13  a. 

C.  foliis  3 — i-jugis{'ij,  foliolis  lanceolatis  apice  acuminatis,  margine  serrafis,  subtus  liispidis  scabris;  nervatione 
camptodroma,  nervo  primario  valido,  prominente  recto,  excurrente;  nervis  secundarüs  nuinerosis  sub  angulis 
55 — 65°  orientibus,  inter  se  conjunctis;  nervis  tertiariis  angulis  acutis  egredientibus,  approximatis  inter  se 
conjunctis. 

Fundort:  Trifail  (Brandschiefer). 

Es  liegt  nur  ein  Bruchstück  des  länglichen  lanzettförmigen  Blättchens  dieser  Art  vor,  das  jedoch  so  viele 
charakteristische  Merkmale  zeigt,  dass  die  Bestimmung  der  Gattung  und  sogar  der  nächstverwandten  lebenden 
Art  keinen  Zweifel  übrig  liess.  Das  Fossil  trägt  das  Gepräge  der  C'ar(/a-Blättchen,  insbesondere  der  nord- 
amerikanischen  C.  sulcata  Nutt.   (Ett.,   Blattskelete  der  Dicotyledoneu,    Taf. 74,  Fig.  5;  Taf.  75,  Fig.  9) 


r)ie  foi^sile  Flora  von  Sagor  in  Kraiii.  25 

ganz  und  gar  an  sicli.  Doch  vcrrätli  es  eine  mehr  längliob  -  Innzettliche  Form  und  dieser  entsprechend  zahl- 
reichere Secuudärnerven.  Am  Fossilreste,  welclies  den  Gegendruck  der  unteren  Blattfläche  darstellt,  gewahrt 
mau  dicht  gestellte  kleine  l'unkte,  welche  Knötchen  entsprechen,  an  denen  steife  Härchen  sassen.  Bei  passen- 
der Beleuchtung  des  Abdruckes  kann  man  die  Abdrücke  der  Borsten  deutlich  sehen  und  selbe  von  den  feinen, 
minder  gedrängt  stehenden  Tertiärnerven  wohl  unterscheiden.  (S.  die  Vergrösserung,  Fig.  13«.)  Ahnliche 
Knötchen  und  Haare  zeigen  auch  die  Blättchen  der  Carya  sulcata,  wie  man  an  den  citirten  Naturselbstabdrücken 
wahrnehmen  kann. 

Von  den  übrigen  Carya-kxten  der  fossilen  Flora  von  Sagor  ist  nur  noch  zu  bemerken,  dass  C.  Heerii  Ett. 
auch  aus  dem  Stolleu  von  Savine  zum  Vorschein  gekommen  ist. 

ErigelhardUa  Brongniayti  Sap.  var.  producta. 
Taf.  XXXII,  Fig.  15. 
Au  dem  verlängerten  mittleren  Flügel  der  Hülle  des  in  Fig.  15  dargestellten  Fruchtfossils  von  Savine 
(Stollen)  sind  die  grundständigen  spitzläufigen  Nerven  auffallend  verkürzt  und  eine  verhältnissmäs.sig  grössere 
Zahl  von  Secundärnerven  zur  Entwicklung  gekommen.  Der  vierte  kleinste  Zipfel  des  Involucrums  fehlt.  Es  hat 
fast  den  Anschein  als  hätte  man  hier  eine  besondere  Art  vor  sich.  Es  dürfte  jedoch  das  Fruchtfossil,  Fig.  5,  auf 
Taf.  XVII  der  fossilen  Flora  von  Sagor,  IL  Theil,  eine  Übergangsform  zu  der  in  Rede  stehenden  bilden,  da 
dort  die  grundständigen  Nerven  des  genannten  Mittelflügels,  in  iln-er  Entwicklung  etwas  zurückgeblieben,  die 
Spitze  nicht  erreichen,  hingegen  die  oberen  Secundärnerven  etwas  reichlicher  auftreten.  Das  Fehlen  des 
vierten  Flügels  kommt  oft  vor,  da  er  abfällig,  manchmal  auch  verdeckt  ist,  wesshalb  man  hierauf  kein  Gewicht 
legen  kann.  Eine  solche  Frucht  mit  einer  scheinbar  nur  dreitheiligen  Hülle,  in  Fig.  16«  dargestellt,  ist  von 
Exemplaren,  die  den  vierten  Zipfel  besitzen,  wie  Fig.  4  und  6,  Taf.  XVII,  in  keiner  Weise  verschieden. 

Ord.  ANACARDUCEAE. 

Uhus  prisca  m. 

Ettingsh.  Tertiärflora  vou  Iläriug,  S.  79,  Taf.  XXVI,  Fig.  13—23.  —  0.  Heer,  Tertiiirflora  der  Schweiz,  Bd.  III,  S.  83, 
Taf.  Ii7,  Fig.  10—1-2. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Es  liegt  von  obiger  Localität  ein  Theilblättchen  dieser  Art  vor,  das  mit  dem  vou  0.  Heer  a.  a.  0.,  Fig.  12t, 
abgebildeten  am  meisten  übereinstimmt;  dann  ein  zweites,  das  die  Mitte  hält  zwischen  den  Blättchen,  Fig.  20 
und  21  1.  c,  der  fossilen  Flora  von  Häriug. 

RJius  sagorlana  m. 
Taf.  XXXII,  Fig.  10. 
Fossile  Flora  von  Sagor,  II,  1.  c,  S.  -200,  Tat.  18,  Fig.  1—5,  8—14,  16—19. 

Von  den  zahlreichen  Blattformen  dieser  Art,  welche  am  a.  0.  dargestellt  werden  konnten,  füge  ich  noch  das 
in  Fig.  10  abgebildete  Blättcheu  von  Savine  (Steinbruch)  bei,  das  zwar  in  der  Grösse  von  den  erwähnten  sehr 
abweicht,  aber  wegen  der  vollständigen  Übereinstimmung  in  der  Nervation  und  allen  übrigen  Merkmalen 
gleichfalls  hieher  gehört.  Dieses  Theilblättchen,  au  dem  der  lange  Blattstiel  noch  haftet,  gleicht  kleinen  Blätt- 
chen von  wildwachsenden  Exemplaren  der  analogen  Bhus  viminaUs. 

Bims  obovata  Ung.  sp. 

Taf.  XXXII,  Fig.  s,  8  a. 

Ettingsh.,  Beiträge  zur  Kenntnis   der  fossilen  Flora   von  Radoboj,  Sitzungsber.,  Bd.  61,  S.  24  u.  64.  —  Syn.:  Echitoniuin 
obovatum  Ung.  Sylloge  plant,  foss.  III,  Tab.  V,  Fig.  13,  14.  —  Fossile  Flora  vou  Kadoboj,  Taf.  IV,  Fig.  3. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Ein  Theilblättchen,  welches  zwischen  den  von  Unger  a.  a.  0.  dargestellteu  in  der  Form  und  Grösse  vou 
einander  etwas  abweichenden  Blattfossilien  die  Mitte  hält.  Das  Blattnetz,  welches  an  unserem  Fossil  besser 

Denkschriften  der  mathom.-naturw.  Gl.  L.  Bd.  4 


26  Consianfln  r.  Effingshausen. 

erhalten  ist  als  au  dem  Blättclien  von  Radoboj,  ist  in  Fig.  Sa  vergrössert  zur  Anschauung  gebracht.  Dasselbe 
stimmt  sehr  gut  zu  der  Nervation  einiger  südafrikanischen  Bhus-Artan  mit  dreizähligen  Blättern,  was  ich  auch 
schon  aus  den  Radobojer  Fossilien  nachzuweisen  in  der  Lage  war. 

Mhus  Latotiiae  n.  sp. 
Taf.  XXXII,  Flg.  9. 

B.  foliis  trifoliatis,  foliolis  subtnembranacäs,  rotundato-obovatis ,  remote  denticidatis,  basi  attenuatis;  ntrvaiione 
camptodroma,  nervo  iJrimario  prominente  recto ,  apicem  versus  valde  attenuato,  nervis  secundarüs  paucis,  sub 
angulis  65 — 75°  orientibus,  temiibus,  infimis  abbreviaüs,  angulis  acutioribus  egredientibus;  nervis  tertiariis 
tmuissimis,  angulo  subrecto  insertis,  dictyodromis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Ein  Theilblättchen,  welches  dem  der  vorigen  Art  in  der  Form  und  dem  Charakter  der  Nervation  nach 
ähnlich  ist,  jedoch  durch  folgende  Merkmale  von  demselben  abweicht.  Die  Textur  ist  mehr  häutig,  der  Rand 
mit  einigen  Zäbnchen  besetzt;  der  Priraärnerv  tritt  stärker  hervor;  die  Secundärnerven  sind  in  geringerer 
Zahl  vorhanden  und  stehen  weiter  von  einander  ab;  die  untersten  verkürzten  entspringen  unter  viel  spitzeren 
Winkeln;  das  Netz  ist  feiner  und  desshalb  am  Abdruck  mehr  verwischt.  Das  Theilblättchen  ist  überdies 
bedeutend  grösser;  da  dasselbe  an  einer  anderen  Fundstelle  als  das  der  vorigen  Art  zum  Vorschein  gekommen, 
so  dürfte  endlich  auch  dieser  Umstand  dafür  sprechen,  dass  es  einer  besonderen  Art  angehört, 

Ord.  ZANTHOXYLEAE. 

AilantJius  Ovionis  n.  sp. 
Taf.  XXXU,  Fig.  19. 
A.  Samara  lanceolato-oblonga,  subcoriacea,  nervatione  obsoleta,  pericarpio  elliptico. 
Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

In  der  Grösse  und  Form  der  Frucht  schliesst  sich  diese  Art  an  Ailanthusmicrosperm.aI{eer,  unterscheidet 
sich  aber  von  derselben,  sowie  von  allen  anderen  bisher  beschriebenen  fossilen  Arten  dieser  Gattung  durch  die 
derberen,  fast  iederartigen  Flügel.  Die  Nervation  der  letzteren  ist  verwischt;  doch  lassen  sich  Spuren  von 
Längsstreifeu ,  wie  solche  an  den  Äilanthus-FmchtMgein  vorkommen,  noch  erkennen. 

Ord.  MYRTACEAE. 

Eucalyptus  oceanica  Ung. 
Taf.  XXXn,  Fig.  16  6,  18. 
Fossile  Flora  von  Sagor,  H,  1.  c ,  S.  203,  Taf.  XVH,  Fig.  10—18. 

Von  dieser  im  Gebiete  unserer  fossilen  Flora  sehr  verbreiteten  Art  kam  das  hier  in  Fig.  16i  abgebildete 
Blatt  aus  einem  Brandschiefer  bei  Trifail  zum  Vorschein.  Die  sehr  selten  erhaltene  Nervation  ist  deutlich 
wahrnehmbar  und  stimmt  mit  der  eines  Blattes  dieser  Art  von  Savine  (Stollen),  in  Fig.  18  vergrössert 
gezeichnet,  vollkommen  überein.  Neben  dem  erwälinten  Blatte  liegt  eine  wohlerhaltene  Frucht  der  Engelhardtia 
Brongniarti  Sap.,  Fig.  16  a. 

Ich  füge  hier  noch  die  Bemerkung  bei,  dass  von  Eucahjiitus  grandifolia  m.  auch  in  Trifail  und  Savine 
einige  Blattfossilien  entdeckt  worden  sind ;  endlich,  dass  von  CalUstemophyllum  melaleucaeforme  m.  ein  Blatt  in 
Trifail  gefunden  worden  ist. 

Ord.  AMYGDALEAE. 
Prunus  mohikana  Ung. 
Ung  er,  Sylloge  plant,  foss.  III,  p.  62,  Tab.  XIX,  Fig.  1—7. 
Fundort:  Trifail. 

Von  dieser  bisher  nur  aus  den  Schichten  von  Radoboj  zu  Tage  geförderten  Art  sind  mir  von  Trifail  einige 
Blattreste  zugekommen,  welche  zu  den  von  Unger  a.  a.  0.  abgebildeten  Blattfossilien  vollkommen  passen. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain,  27 

Ord.  PAPILIONACEAE. 
a)  LOTEAE. 

Psoralea  palaeogaea  Sap. 

Fossile  Flora  von  Sagor,  II,  1.  c,  S.  205. 

Fundorte:  Sagor  (Bachschichte),  Savine  (Steinbruch). 

Ausser  dem  Theilblättchen,  das  aus  der  Localität  „Bachscbichte"  in  Sagor  zum  Vorschein  gekommen  ist 
und  dessen  schon  a.  a.  0.  Erwähnung  geschah,  fanden  sich  noch  zwei  Blättchen  dieser  Art  im  Steinbruch  bei 
Savine. 

Glycyrrhi^d  Blanduslae  Ung. 

Taf.  XXXII,  Fig.  25,  26. 
Unger,  Sylloge  plant,  foss.  II,  p.  20,  Tab.  IV,  Fig.  6—10. 

Fundort:  Savine  (Stollen). 

Zwei  Theilblättchen,  welche  zu  den  von  Unger  a.  a.  0.  abgebildeten  Resten  dieser  Art  gut  passen. 
Fig.  26  zeigt  die  Nervation  wohlerhalten,  jedoch  eine  verletzte  Basis.  Dieselbe  ist  aber  am  Blättchen,  Fig.  25 
erhalten.  Form  und  Nervation  des  Letzteren  stimmen  mit  Fig.  9  1.  c.  von  Parschlug  genau  liberein. 

Hobinia  Sesperiäum  Ung. 
Unger,  Sylloge  plant,  foss.,  p.  21,  Tab.  IV,  Fig.  U— 17. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Aus  der  genannten  Localität  liegen  Hülsen,  Samen  und  Blättchen,  wie  aus  Parschlug  vor,  welche  weder 
über  die  Zugehörigkeit  dieser  Reste  zur  Gattung  Bobinia,  noch  über  das  Vorkommen  der  Bohinia  Hesperidum  in 
unserer  fossilen  Flora  einen  Zweifel  übrig  lassen. 

Als  die  nächst  verwandte  lebende  Art  ist  R.  Pseudo-Acada  L.  zu  betrachten. 

Robinia  Druidum  n.  sp. 

Taf.  XXXII,  Fig.  28. 

B.  leguminihus  oblongis,  compressis,  hast  angustatis,  medio  valde  coardatis;  seminibus  rotundatis. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Eine  Hülse,  welche  länglich,  auffallend  flach,  an  der  kurz  gestielten  Basis  verschmälert  und  in  der  Mitte 
stark  zusammengezogen  ist.  Durch  diese  Merkmale  dürfte  sich  dieselbe  von  der  ähnlichen  Hülse  der  vorigen 
Art  unterscheiden. 

h)  PHASEOLEAE. 

Erythrina  TTngeri  m. 

Taf.  XXXII,  Fig.  21,  22. 
Fossile  Flora  von  Sagor,  U,  1.  c,  S.  206,  Taf.  XIX,  Fig.  2—5. 

Fig.  21  stellt  ein  wohlerhaltenes  Blättchen  dar,  dem  nur  die  Spitze  fehlt;  Fig.  22  ein  kleines  Blättchea 
dieser  Art.  Beide  Exemplare  stammen  vom  Steinbruche  bei  Savine.  Die  Theilblättchen  der  Erythrina  üngeri 
unterscheiden  sich  von  denen  der  verwandten  E.  daphnoides  Ung.  auch  durch  die  abgerundete  oder  fast  herz- 
förmige Basis,  was  an  Fig.  21  deutlich  ersichtlich  ist. 

Kennedya  PhaseolUes  m. 

Taf.  XXXn,  Fig.  23. 
Fossile  Flora  von  Bilin,  III,  1.  c,  S.  56,  Taf.  55,  Fig.  22. 

Fundort:  Savine  (Steinbruch). 

Das  in  Fig.  23  dargestellte  Fossil  ist  ein  Seitenblättchen,  das  noch  mit  dem  gemeinschaftlichen  Blattstiel 
in  Verbindung  steht.  Die  Kennedi/a- Arten  haben  dreizählige  Rlätter  mit  einem  gestielten  Endblättchen  und 

4* 


28  Constantin  v.  Ettincjshausen. 

zwei  sitzenden  Seiteublättclien.  An  genanntem  Fossil  sind  die  Tertiärnerven  besser  erhalten  als  an  dem  a.  a.  0. 
abgebildeten  Blättchen  von  Kntschlin.  Dieselben  entspringen  beiderseits  der  Secundärnerven  unter  nahezu 
rechtem  Winkel. 

Eennedya  orbicularis  Ung.  sp. 

Taf.  XXXII,  Fig.  24. 

Syn.:  Phaseolites  orhicularis  Ung.  Fossile  Flora  von  Sotzka,  S.  54,  Taf.  39,  Fig.  a,  1.  —  Ettingsh.,  Fossile  Flora  von  Sagor, 
n,  1.  c,  S.  207,  Taf.  XVII,  Fig.  19. 

Fundorte:  Tüffer,  Savine  (Steinbruch). 

Die  Blättchen  dieser  Art  haben  eine  auiTallende  Ähnlichkeit  mit  denen  der  australischen  Ketiimh/a-Arten, 
namentlich  der  A'^.  arenaria  Benth.  und  der  K.  prostrata  \\.  Brown  (vergl.  Ett.,  rapilionaceen,  Sitzungsber., 
Bd.  XII,  Tat'.  V,  Fig.  4—6).  Fig.  24  stellt  ein  kleineres  Blättchen  dar,  das  aus  dem  Steinbruch  bei  Savine  zum 
Vorschein  kam. 

Phaseolites  eutychos  Ung. 
Uuger,  Sylloge  plant,  foss.  II,  p.  21,  Tab.  V,  Fig.  13  (ex  parte). 

Fundort:  Trifail. 

Es  fanden  sich  an  bezeichneter  Localität  einige  Theilblättchen,  die  einer  Phaaeolee  angehören  dürften  und 
welche  ich  am  besten  dieser  Art  einreihen  zu  sollen  glaube. 

Ord.  CAESALPINIEAE. 

Cassia  hyperborea  Ung. 

Ungei-,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  S.  58,  Taf.  43,  Fig.  2.  —  Ettingsh.,  Tertiäre  Flora  von  Häiiiig,  ,^.91,  Taf.  30,  Fig.  12-14- 
—  Heer,  Tertläiflora  d.  Schweiz,  Bd.  III,  S.  119,  Taf.  137,  Fig.  57—61. 

Fundort:  Trifail. 

An  benannter  Localität  fanden  sich  einige  Blättchen  dieser  Art,  zugleich  mit  denen  der  Cassia  Phaseolites 
Ung.  und  C.  Berenices  Ung. 

Cassia  Memnonia  Ung. 
Taf.  XXXII,  Fig.  27. 
Fossile  Flora  von  Sagor,  II,  1.  c.,  S.  222. 

Das  hier  abgebildete  Blättchen  dieser  Art  stammt  von  Trifail.  Ausserdem  wurde  dieselbe  auch  im  Stein- 
bruch von  Savine  gefunden.  Ich  bemerke  endlich,  dass  Blättchen  von  Cascia  amlii(jua  Ung.  nun  auch  von  Trifail 
und  Sagor  (Friedhofschichte)  vorliegen. 

Ord.  MIMOSEAE. 

Acacia  sotzkiana  Ung. 
Taf.  XXXU,  Fig.  29. 
Ettingsh.  Fossile  Flora  von  Sagor,  II,  1.  c.,  S.  212. 

Die  Hülse,  Fig.  29,  welche  /.u  den  bis  jetzt  bekannt  gewordenen  Htilsenfragmenten  dieser  Art  am  besten 
passt,  stammt  vom  Steinbruche  bei  Savine.  Die  geschnabelte  Spitze  derselben  ist  wohl  erhalten. 


Die  fossile  tlora  von  Sacjor  in  Krain.  29 


B.  Allgemeine  Resultate. 

I.  Reichhaltigkeit  der  Flora. 

Die  Bearbeitung  der  aus  dem  Braunkohlengebiet  Sagor-Tüifer  bis  jetzt  zu  Tage  geförderten  fossilen 
Pflanzenresfe  ergab  eine  Flora  von  387  Arten,  welche  sich  auf  170  Gattungen,  75  Ordnungen  und  33  Classen 
vertheileu.  Es  fallen  den  Kryptogamen  21,  den  Phauerogamen  3G6  Arten  zu.  Von  den  letzteren  gehören  zu  den 
Gymnospermen  18,  zu  den  Monotyledoneu  14,  zu  den  Dicotyledonen  334  Arten.  Die  Apetalen  zählen  117,  die 
Gamopetalen  61  und  die  Dialypetalen  156  Arten.  Von  den  beschriebenen  Arten  der  fossilen  Flora  von  Sagor 
sind  132  für  die  Flora  der  Vorwelt  neu;  die  übrigen  bereits  aus  anderen  tertiären  Localfloren  bekannt.  Nur 
18  Arten  sind  Wasserpflanzen  und  von  diesen  lebten  drei  im  salzigen  Wasser,  die  übrigen,  wie  die  zu  Ohara, 
Equisetum,  Pliraymifes,  Cijperus,  Pofamotjeton,  Najadopsis,  Najadonium,  Ti/pita,  Ledum,  Änceciomeria  und 
Nymphaea  gehörigen  Gewächse  waren  Bewohner  des  süssen  Wassers.  Den  bei  weitem  grössten  Theil  der 
Flora  aber  bildeten  die  Bewohner  des  Festlandes.  Die  Ordnungen  der  Pandaneen,  Palmen,  Cinchonaceen, 
Apocynaceen,  Sapotaceen,  Ebenaeeen,  Bombaceen,  Malpighiaceen,  Vochysiaceen,  Combretaceen;  die  Gattungen 
Firns,  Pterospernium,  EngeUmrdtia,  Dalhergia,  Caesalpinia,  Cassia  und  Acacia  deuten  auf  ein  tropisches  oder 
wenigstens  subtopisehes  Klima  hin.  Die  Mehrzahl  dieser  Gattungen  fällt  auf  die  Flora  der  Liegendschichten 
(Friedhofschiclite).  Von  den  Ptlanzenformen  der  gemässigten  Zone,  wie  Betulaceen,  Carpinus,  Fagus,  Corylus, 
Ulmus,  Acer,  Juglans  u.  s.  w.,  kommt  die  Mehrzahl  der  Flora  der  Hangendschichten  zu.  Es  sind  daher  in 
Sagor  zwei  dem  Alter  und  dem  allgemeinen  Charakter  der  Flora  nach  verschiedene  Floren  zu  unterscheiden, 
was  weiter  unten  noch  ausführlicher  begründet  wird. 

Die  Erhaltung  der  fossilen  Pflanzenreste  kann  im  Allgemeinen  als  eine  vortreffliche  bezeichnet  werden; 
insbesondere  lieferten  die  Savineschichten  ein  prachtvolles  Material.  Es  fanden  sich  daselbst  zahlreiche  Blätter 
mit  wohlerhaltener  Nervation,  ganze  Zweige,  Blüthenstände,  einzelne  Blütheu  oder  deren  Theile,  Frucht- 
stände, einzelne  Früchte  und  Samen.  Es  war  sonach  in  vielen  Fällen  möglich,  die  Bestimmung  der  Gattung 
und  Art  auf  Pflanzentheile  verschiedener  Kategorie  zu  stützen.  In  der  Mehrzahl  lagen  allerdings  nur  Blätter 
vor.  Ein  sorgfältiges  vergleichendes  Studium  der  Blätter  kann  aber  auch  hier  zum  Ziele  führen.  Wir  haben  es 
desshalb  im  Interesse  der  Sache  vorgezogen,  uns  diese  Mühe  aufzuerlegen,  anstatt  arbeitsscheu  das  ganze 
Material  als  unbestimmbar  bei  Seite  zu  schieben.  Nicht  ein  beliebiges  Aburtheilen  Unberufener,  sondern 
spätere  Forschungen  auf  Grundlage  eines  vollständigeren  Materials  werden  zu  entscheiden  haben,  welche  von 
den  vorläufig  nur  auf  Blätter  gestützten  Bestimmungen  der  Arten  sich  bewähren. 

II.  Floreuelemente. 

Je  weiter  wir  in  der  Erforschung  der  Tertiärflora  fortschreiten,  desto  deutlicher  tritt  der  Charakter  dieser 
Flora  als  einer  die  jetzigen  Floren  vorbereitenden  universellen  Stammflora  hervor.  Dieselbe  enthielt  die 
elementaren  Bestandtheile  der  Floren  noch  vereinigt.  '  Ein  specifisclier  Charakter  ist  daher  in  der  Tertiärflora 
noch  nicht  ausgesprochen.  Im  Verlaufe  der  Florenentwicklung  trennten  sich  diese  Elemente  zu  selbstständigen 
Floren,  was  aber  nur  dadurch  geschah,  dass  die  Elemente  sich  in  verschiedenen  Gebieten  der  Erde  in  ver- 
schiedener Weise  ditferenzirt  haben.  Durch  die  vorwaltende  Ausbildung  Eines  Elementes  entwickelte  sich  der 
Charakter  einer  Flora.  Ich  habe  vorgeschlagen,  die  Florenelemente  nach  jenen  Erdtheilen,  in  welchen  dieselben 
ihre  grösste  Entfaltung  erreicht  haben,  zu  bezeichnen.  Selbstverständlich  soll  damit  nicht  zugleich  die  Genesis 


1  In  mehreren  von  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften  veröflfentliehten  Abhandlungen  habe  ich  den  Nachweis 
geliofert,  dass  die  Tertiäiflor;i  Europas  in  dieser  Bcziohuug  keine  Ausnahme  bildet,  sondern  dass  auch  die  Tertiärfloren 
anderer  Erdtlieilc,  so  weit  dieselben  untersucht  werden  konnten,  den  gleicheu  Mischlingscliaralitcr  an  sich  tragen. 


30  Constantin  v.  Etf ingshausen. 

der  Florenelemenfe  angedeutet  sein,  denn  es  wäre  wolil  ein  Irrthum,  anznnehmen,  dass  die  Florenelemente 
immer  dort  entstanden  sind,  wo  dieselben  die  grösste  DiiFerenzining  erlangten.  Die  Gattung  Glyptosirohus 
zählen  wir  zu  dem  chinesisch  japanesischeu  Florenelement.  Es  ist  aber  kein  Grund  vorhanden,  anzunehmen, 
dass  dieselbe  in  China  oder  Japan  entstanden  sei.  Wir  finden  diese  Gattung  im  Tertiär  viel  weiter  verbreitet 
als  in  der  Jetztwelt.  Es  ist  anzunehmen,  dass  dieselbe  aus  der  Tertiärflora  in  die  heutige  Flora  übergegangen 
ist;  über  den  Ursprung  jedoch  wissen  wir  bis  jetzt  nichts.  Die  Gattung  Cinnamomum  ist  fast  in  allen  bis  jetzt 
genauer  untersuchten  Tertiärfloren  enthalten.  Wir  zählen  dieselbe  zu  dem  ostindischen  Florenelement.  Ob  sie 
aber  in  Ostindien,  wo  heutzutage  die  grösste  Zahl  ihrer  Arten  anzutreffen  ist,  ihren  Ursprung  genommen  hat, 
entzieht  sich  noch  jeder  Untersuchung.  Dies  zur  Berichtigung  von  Missverständnissen. 

Die  oben  erwähnte  Beschaffenheit  der  Tertiärflora  hat  durch  die  fossile  Flora  von  Sagor  weitere  Bestätigung 
erhalten.  Es  sind  hier  folgende  Florengebiete  der  Jetztwelt  vertreten  (s.  die  Tabelle): 

Australien  durch  Actinostrohus,  Casuariiia,  Leptomeria,  Saiitahim  sp.,  Conospermtim,  Persoonia,  Grevilleu, 
Hakea,  Lambertia,  Lomatia  sp.,  Banksia,  DrijancJra,  Notelaea,  Myoporum,  Loranthus  sp.,  CaUicoma,  Ceratopetalum, 
SfercuNa  sp.,  Dodonaea  sp„  Bursana,  Elaeodendron  sp.,  Pomaderris,  Eucali/pfus,  Kennedya  sp. 

Nordamerika  und  Mexico  durch  Taxodium,  P/wms  sp.,  Myrica  si^.,  Betida  s^.,  Fagus  s^.,  Ostrya  »\>., 
Quercus  sp.,  Ulmus  sp.,  Platanus  sp.,  Symplocos  sp.,  Vaccinium  sp.,  Cornus  sp,,  Magnolia  sp.,  Acer  sp.,  Evonymus 
sp.,  Prinos,  Berchemia,  Ile.r,  Carya,  Ptelea  sp.,  Prunus  sp.,  Bobim'a,  Erythrina. 

Brasilien  und  das  tropische  Amerika  im  Allgemeinen  durch  Blechnm».  s\y.,  Ficus  sp.,  Pisonia  sp., 
Persea  sp-,  Ocofea,  Andromeda  sp.,  Weinmannia  sp.,  Bomhax  sp.,  Ternstroemia,  Tetrapteris,  Banisteria,  Sapindus 
sp.,  Zanthoxylum  sp.,  Vochysia,  Dioclea,  Machaerium,  Cassia  sp.,  Acacia  sp. 

Ostindien  durch  Casfaitojms,  Ficus  sp.,  Phoebe  sp.,  Cinnamomum,  Mimusops,  Sterculia,  Pterospermum, 
Pitfosporum  sp.,  Dalhergia,  Sophora  sp.,  Caesalpinia. 

China  und  Japan  durch  Glyptostrohus,  Cinnamomum  sp.,  Hydrangea  sp.,  Acer  sp.,  Styphnolohium. 

Europa  durch  Pinus  sp.,  Phragmites,  Zostera,  Typha,  Älnus,  Carpinus,  Corylus,  Casfanea,  Ulmus  sp., 
Ligustrum,  Olea  sp.,  Fraxinus  sp.,  Vaccinium  sp.,  Acer  sp.,  Pisfacia  sp.,  Prunus  sp.,  Psoralea  sp. 

Afrika  durch  CallUris,  Kennedya  sp.,  Olea  sp.,  Coussonia,  Celastrus  sp.,  Pterocelastrus,  Rhus  sp. 

Ausserdem  sind  in  der  fossilen  Flora  von  Sagor  vertreten:  Kleinasien  durch  Populus  sp.,  Oleasp., 
Bhododendron  sp.,  Juglans  sp.;  der  Kaukasus  durch  P/awera  sp.,  Rhamnus  sp.,  Pterocarya;  Californien 
durch  Libocedrus  sp.,  Sequoia,  Pinus  sp.;  Chile  durch  Podocarpus  sp.,  Laurelia,  Cassia  sp.,;  Canarien  durch 
Davallia  sp.,  Laurus  sp.,  Persea  sp.;  Neuseeland  durch  Hedycarya  sp.,  Cenarrhenes,  Weinmannia  sp.;  Java 
durch  Zizyphus  sp.;  die  Philippinen  durcli  Ahtonia  sp.  und  Engelhardtia  sp.;  Madagaskar  durch  Dios- 
pyros  sp.;  Norfolk  durch  Araucaria  sp.,  Elaeodendron  sp.;  St.  Mauritius  durch  Celastrus  sp. 

III.  Vergleichimg  der  fossilen  Flora  von  Sagor  mit  anderen  Floren  der  Tertiärzeit. 

Gruppirt  man  jene  bis  jetzt  untersuchten  Tertiärfloren,  deren  Vergleichung  mit  der  von  Sagor  ein  Interesse 
darbietet,  nach  der  Zahl  der  übereinstimmenden  Arten,  so  erhält  man  folgende  Reihenfolge:  Bilin  (121); 
Schweiz  (100);  Moskenberg  (88);  Radoboj  (76);  Häring  (70);  Sotzka(68);  Eocänflora  Englands  (66);  ältere 
Braunkohlenflora  der  Wetterau  (51);  Tertiärflora  vom  süd-östlichen  Frankreich  (42);  miocäne  baltische  Flora 
(38) ;  Senigallia  (38) ;  arctische  Tertiärflora  (37) ;  niederrheinische  Braunkohlenformation  (37  j ;  Parsclilug 
(36);  fossile  Flora  der  Cerithiea-  und  Congerienschichten  (36);  nordamerikanische  Tertiärflora  (32);  Monte 
Promina  (31). 

Mit  der  fossilen  Flora  von  Bilin  '  hat  die  von  Sagor  nachfolgende  Arten  gemein;  und  sind  hier  die 
Arten  aus  den  tieferen  Schichten  (Kutschlinj  durch  gesperrte  Cursivlettern  hervorgehoben:  Bleclmum  Braunii, 
Libocedrus  salicornioides,    Taxodium  distichum  miocenicum,   Glyptostrobus  europaeus,  Sequoia  Langsdorfii, 


1  Ettingsb.,  Fossile  FloiJi  des  Tertiärbeckens  von  Bilin,  I— III,  Denkschriften,  Bd.  26,  28  u.  29.   1866—1869. 


T>ie  fus.stlc  Flora  'twn  Sagor  in.  Kram.  31 

Äraticaria  Sternher gii,  Podocarpus  eocenica,  Phragmites  oeningensls,  Typha  latissima,  Casuarina  sotz- 
kiana,  Myrica  salkina,  M.  Ikjnitum,  M.  acuminata,  M.  liaerhigiana,  M.  banksiaefolia,  Betula  Dryadum, 
B.  prisca,  B.  Brongniartii,  Alnus  Kefersteinii,  A.  gracilis,  Carpinus  Heerii,  Fagus  Feroniae)  Castanea  atacia, 
Quercus  Daphnes,  Q.  drymeja,  Ulmus  Bronnii,  U.  Braunii,  Planera  Ungeri,  Ficus  lanceolata,  F.  Morluti,  F. 
Goepperti,  F.  clusiaefolia,  F.  rectinervis  F.  Jynx,  F.  arcinervis,  F.  ApolUnis,  F.  wetteravica,  F.  Daphno- 
genes,  Artocarpidium  Ungeri,  Platanus  aceroides,  Populus  mutabilis,  Hedycarya  europaea,  Laurus 
primigenia,  L.  p>hoehoides,  L.  ocoteaefolia,  L.  Lalages,  L.  Agathophyllum,  L.  princeps,  Persea  speciosa, 
P.  Heerii,  Cinnamomum  Eossmaessleri,  C.  Scheuchzeri,  C.  lanceolatum,  C.  polymorphum,  G.  specta- 
hile,  Santalum  salicinum,  S.  acheronticum,  Banksia  longifolia,  Grevillea  haeringiana,  Cinchonidiutn 
bilinicum,  Ligustrum  priscum,  Fraxlnus  primigenia,  Apocynophyllum Reussii,  A.pachyphyUum,  A.  Amso nia, 
Fchitonium  superstes,  Myrsine  Doryphora,Sapotacites  sideroxyloides,  S.Daplines,  S.  emarginatus,  S.  minor, 
Buinelia  Oreadum,  Diospyros  hraclbysepala,  D.  hilinica,  Androineda protogaea,  Vaccinium  acJicronii- 
cum,  Cornus  Büchii,  Callicoma  microphylla,  Ceratopetalum  haeringianum,  Anoectomeria  Brong- 
niartii, Nympliaea  gypsorum,Bombax  chorisiae/olium,Sterculia  Labrusca,  S.  laurina,  Ternstroemia 
bilinica,  Acer  integrilobum,  A.  trilobatum,  A.  Eüminianum,  Sapindus  falcifolius ,  Dodonaea  Apocyno- 
phyllum, D.  Salicites,  Celastrus  Aeoli,  C.  cassinefolius,  C.  Acherontis,  C.  Pseudo-Ilex,  C.  Hippo- 
lyti,  Pterocelastrus  elaenus,  Elaeodendron  Persei,  E.  degener,  Berchemia  multinervts,  RhamnusGau- 
dini,  R.  paucinervis,  Pomaderris  acuminata,  Juglans  acuminata,  Pterocarya  denticulata,  Engelhardtia 
Brongniartii,  Rhus  hydrophi  la,  E.jrrisca,  Eucalyptus  oceanica,E.  grandifolia,  Callistemophyllum 
melaleucaeforme,  Eugenia  ApolUnis,  Kennedya  Phaseolites,  Dalbergia  haeringiana,  Machaerium 
palaeogaeum,  Cassia  Phaseolites,  C.  hyperborea,  C.  Feroniae,  Acacia  sotzkiana,  A.  parschlugiana,  Mimo- 
sites  palaeogaea. 

Es  tritt  deutlich  hervor,  dass  hier  jene  Arten,  welche  auch  den  Schichten  von  Kutsehliu  zukommen,  über- 
wiegen. 

Mit  der  Tertiärflora  der  Schweiz ^  theilt  die  fossile  Flora  von  Sagor  folgende  Arten.  Die  Namen  der 
den  älteren  Schichten  der  aquitauischen  Stufe  augehörenden  Arten  sind  in  gesperrter  Cursivschrift  gedruckt. 
Es  sind:  Sphaeria Secretani ,  üliara  Meriani,  Taxodium  distichum  miocenicum,  Glyptostrobus  europaeus, 
Sequoia  Langsdorfii,  Araucaria  Sternbergii,  Pinus  Palaeo-Strobus,  P.  liepios,  Podocarpus  eocenica, 
Phragmites  oeningensis,  Zostera  Ungeri,  Typha  latissima,  Myrica  deperdita,  M.  salicina,  M.  ligni- 
tum,  M.  acuminata,  M.  banksiaefolia,  Betula  Dryadum,  B.  Brongniartii,  Alnus  Kefersteinii,  A.  gra- 
cilis, Carpinus  Heerii,  Quercus  Daphnes,  Q.  drymeja,  Q.  Lonchitis,  Q.  tephrodes,  Q.  Gmelini,  Ulmus 
Bronnii,  U.  plurinervia,  U.  Braunii,  Planera  Ungeri,  Ficus  lanceolata,  F.  Morloti  (?),  F.  multinercis, 
F.  Jynx,  F.  arcinervis,  Platanus  aceroides,  Populus  mutabilis,  Pisunia  eocenica,  Lauras  primigenia,  L. 
ocoteaefolia,  L.  Agathophyllum,  L.  princeps,  Persea  speciosa,  Cinnamomum  Rossmaessleri,  C.  Scheuch- 
zeri, C.  lanceolatum,  C.  polymorj^ihum.,  C.spectabile,  Grevillea  haeringiana,  Banksia  longifolia, 
Sapotacites  emarginatus,  S.  minor,  Mimusops  tertiaria,  Diospyros  brachysepala,  D.  anceps,  Andromeda 
protogaea,  Vaccinium  acheronticum,  Cornus  BäcJiii,  Acer  integrilobum,  A.  trilobatum,  A.  Räminianum, 
Sapindus  falcifolius,  S.undulatus,  S.  dubius,  Celastrus  Aeoli,  C.  Andromedae,  C.  cassinefolius,  C.  Ache- 
rontis, C.  protogaeus,  C.  Pseudo-Ilex,  C.  oxyphyllus,  C.  Murchisoni,  Pterocelastrus  elaenus.  Hex  steno- 
phylla,  Berchemia  multinervis,  Rhamnus  Gaudini,  R.  Dechenii,  Juglans  acuminata,  Carya 
elaenoides,  Pterocarya  denticulata,  Rhus prisca,  TerminaUa  radohojensis,  Eucalyptus  oceanica,  Gly- 
cyrrhiza  deperdita,  Robinia  crenafa,  Kennedya  orbicularis,  Dalbergia  valdensis,  D.  primaeva,  SopJiora 
europaea,  Cassia  Phaseolites,  C.  Berenices,  C.  liyperborea,  C.  Feroniae,  C.  1  ignitum,  C.  ambigua,  C. 
stenophylla,  Podogonium  Lyellianum,  Acacia  sotzkiana,  A.  parschlugiana. 


•  0.  Heer,  Tertiärflora  der  Schweiz,  Bd.  I— III.  I8ö5— 1859. 


32  Consianfin  v.  Efthu/fihausen. 

Mit  Moskenberg  bei  Leoben  '  hat  Sagor,  und  zwar  sind  es  vorzugsweise  dieSavinesclüchten,  folgende 
Arten  gemein:  CaUifris  Broiicjniartii,  Libocedrus  saUcornioides,  Taxodium  distichum  miocenicion,  Gli/ptostrohus 
europaeus,  Sequoiä  Lanc/sdorßi,  S.  Couttsiae,  S.  Tourncdii,  Pinus  Palae-Strohus,  P.  Iiepios,  Podocarpus  eocenica, 
Phragmiies  oeningemis,  Typha  latissima,  Casuarina  sotzMana,  Myrica  salkina ,  M.  haeringiana ,  M.  liynitum 
BetuJa  Dryadum,  B.  prisca,  B.  Brongniartii,  AJnus  Kefersteinii,  A.  graälis,  Osfrya  Ätlantidis,  Fagus  Feroniae, 
Castanea  atavki,  Quercus  Apocynophylhim,  Q.  Lonchitk,  Q.  Gnielini,  ülmus  Bronnii,  U.  Braunii,  Planera  TJngeii, 
Ficus  Janceolaia,  F.  Morloti,  F.  tenuinenis,  F.  Jynx,  Platanus  aceroides,  Laiirus  primigenia,  L.  ocoteaefolia, 
L.  AgathophyUwn,  Cinnamomum  Bossmaessleri,  C.  Scheiichzeri,  C.  lanceolatum,  C.  polymorphum,  Santalum 
salicinum,  S.  osyrinum,  Persoonia  Daphnes,  Grevillea  haeringiana,  Fhnhothrium  macropterum,  Banksia  longifolia, 
Cinchonidium  Ulinicum,  Apocynophyllum  Beussii,  A.  haeringianum,  A.  Amsonia,  Echäonium  microspermum, 
Myrsine  Doryphora,  Sapotacites  sideroxyloides,  S.  emarginatus,  S.  minor,  Bumelia  Oreadum,  Diospyros  hrachy- 
sepala  D.  anceps,  Vaccinium  acheronticum,  Andromeda  protogaea,  Ceratopetalum  haeringianum,  Anoectomeria 
Bronuniarfii,  Sterculia  Labrusca,  S.  laurina,  Acer  triJohatum,  Sajnndus  falcifolius,  S.  didiius,  S.  Pythii,  Cela- 
strus  Aeoli,  C.  Hippolyti,  C.  europneus,  Elaeodendron  styriacutn,  Bex  stenophylla,  Bhamnm  Gaudini,  Pomaderris 
acuminata,  Juglans  acuminata,  Terminalia  miocenica,  Eucalyptus  oceanica,  CallistemophyUmn  acuminatmn,  Pru- 
nus Palaeo-Cerasusj  Balberyia  haeringiana,  D.  primaeva,  Sophora  europaea,  Cassia  Phaseolites,  C.  Berenices,  C. 
lignitum. 

Mit  Eadoboj  ^  haben  Sagor,  insbesondere  die  Savineschichten,  gemein:  Cystoseira  communis,  Eqvisetum 
affine,  CaUitris Brongniartii,  Libocedrus  salicornioides,  SequoiaLangsdorßi,  Pinus  Urani,  Podocarpus  eocenica,  Smi- 
lax  Haidingeri,  Zostera  Ungeri,  Typha  latissima,  Myrica  deperdita,  M.  salicina,  Betula  Dryadum,  B.  prisca,  Car- 
pinus  Heerii,  Ostrya  Ätlantidis,  Fagus  Feroniae,  Quercus  Lonchitis,  Q.  tephrodes,  Ulmus  Braunii,  Planera  Ungeri, 
Ficus  lanceolata,  PopuJus  mutabilis,  Laurelia  rediviva,  Cinnamomum  Bossmaessleri,  C.  Scheuchzeri,  C.  lanceolatum, 
C.  polymorphum,  Santalum  acheronticum,  Persoonia  Myrtillus,  Grevillea  haeringiana,  Apocynophyllum  Amsonia, 
Neritinium  majus,  Echitonium  superstes,  E.  microspermum,  Myrsine  Doryphora,  Sapotacites  Daphnes,  S.  minor, 
S.  Chamaedrys,  Bumelia  Oreadum,  Diospyros  brachysepala,  D.  Wodani,  D.  bilinica,  Symplocos  radobojana, 
Andromeda  protogaea,  Ledum  limnophilum,  Vaccinium  acheronticum,  Magnolia  Dianae,  Acer  Büminianum, 
Tetrapteris  minuta,  Sapindus  PytJiii.  Bursaria  radobojana,  Celastrus  Aeoli,  C.  cassinefolius,  C.  protogaeus,  C. 
oxyphyllus,  C.  oreophilus,  C.  europaeus,  Bex  stenophylla,  I.  parschlugiana,  Zizyphus paradisiaca,  Engelhardtia 
Brongniartii,  Rhus  stygia,  B.obovata,  Terminalia  radobojensis,  T.  miocenica,  Eucalyptus  oceanica,  Prunus  mohikana, 
Kennedya  orbicularis,  Phaseolites  Eutychos,  Palaelobium  radobojense,  Sophora  europaea,  Styphnolobium  europaeum, 
Cassia  hyperborea,   C.  Feroniae,   C.  Memnonia. 

Mit  Häring^  theilt  Sagor,  vorzugsweise  die  Friedhofschichte,  nachfolgende  Arten:  CaUitris  Brongniartii, 
Sequoia  Tournalii,  Araucaria  Sternhergii,  Pinus  Palaeo-Strobus,  Podocarpus  eocenica,  Typha  latissima,  Myrica 
lignitum,  M.  acuminata,  M.  haeringiana,  M.  banksiaefolia,  Planera  Ungeri,  Ficus  Jynx,  Artocarpidium  integri- 
folium,  Pisonia  eocenica,  Laurus  phoeboides,  L.  Lalages,  Cinnamomum  Bossmaessleri,  C.  lanceolatum,  C.  poly- 
morphum, Leptomeria  distans,  Santalum  salicinum,  S.  acheronticum,  S.  osyrinum,  Persoonia  Daphnes,  P. 
Myrtillus,  Grevillea  haeringiana,  Embofhrium  leptospermum,  Banksia  longifolia,  Apocynophyllum  haeringianum, 
Myoporum  ambiguum,  Sapotacites  sideroxyloides,  S.  minor,  Mimusops  tertiaria,  Bumelia  Oreadum,  Diospyros 
haeringiana,  Andromeda  protogaea,  Ceratopetalum  haeringianum,  Dodonaea  Salicites,  Celastrus  Aeoli,  C.  Acherontis, 
C.  protogaeus,  C.  Pseudo-Eex,  C.  deperditus,  C.  oreophilus,  Elaeodendron  Persei,  E.  dubium,  Bex  parschlugiana, 
Rhus  hydrophila,  B.  prisca,  Zanthoxyhim  haeringianum,  Eucalyptus  oceanica,  E.  haeringiana,  Callistemophyllum 
melaleuceforme,  Eugenia  Apollinis,  Kennedya  Phaseolites,  K.  orbicularis,  Phaseolites  microphyllus,  Dalbergia 
haeringiana,    Palaelobium  heterophyllum ,    P.  radobojense,    Sophora  europaea,    Caesalpinia  Haidingeri,    Cassia 


1  Ettingsh.,  Beiträge  z.  Kenntniss  der  Tertiärflora  Steiermarks.  Sitziingsber.  Bd.  60,  1S69. 

2  Unger,  Fossile  Flora  von  Radoboj,  Denkschriften  29.  Bd.,  18G9.  —  Ettingsh.  Beiträge  zur  Kenntniss  der  fossilen 
Flora  von  Radoboj,  Sitzungsber.,  61.  Bd.,  1870. 

3  Ettingsh.,  Tertiäre  Flora  von  Häring,  Abhandl.  d.  k.  k.  geol.  ReichsanstaU,  II.  Bd.,  1852. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in.  Kraiii.  33 

PhaseoUtes,   C.  hypeiiorea,   C.  Feroniae,  C.  lujnitum,   C.  ambigua,  Acacia  sotzkiana,  A.  parsclduyiana,  Mitmsites 
hueringiana. 

Mit  Sotzka'  bat  Sagor  die  folgenden,  meist  der  Friedhofscliichte  zufallenden  Arten  gemein:  Davallia 
Haidingeri,  Araucaria  Sternbergii,  Podocarpus  eocenica,  Casuarina  sotzkiana,  Myrica  acuminata,  M.  haeringiana, 
M.  banksiaefolia,  Castanea  atavia,  Quercus  drymeja,  Q.  Lonchitis,  Planera  Ungen,  Ficus  Morloti,  F.  Jynx,  Arto- 
carpidium  integrifoUum,  PIsonia  eocenica,  Laurus  prhnigenia,  L.  ocoteaefolia ,  L.  Lalages,  L.  Agathophyllum, 
Cinnamomum  Scheuchzeri,  C.  Inuceolatum,  C.  polymorphum,  Santalum  salicinum,  S.  acheronticmn,  S.  osyrinum, 
Persoonia  Daphnes,  P.  Myrtillus,  Banksia  Jongifolia,  Dryandra  Ungeri,  Sapotacites  sideroxyloides,  S.  emarginatus, 
S.  minor,  Bumelia  Oreadum,  Diospyros  Wodani,  Andromeda  protogaea,  Vacdnium  acher onticum,  Cissus  Heerü, 
Weinmannia  sotzkiana,  Ceratopetalum  haeringianum ,  Sterculia  Labrusca,  S.  laurina,  Bursaria  radobojana, 
Celastrus  Aeoli,  C.  Andromedae,  C.  protoyaeus,  C.  oreopkilus,  Pferocelastrus  eJaemis,  Elaeodendron  Persei,  E. 
degener,  Rhus  kydrophila,  R.  prisca,  Zantlioxylum  liaeringianum,  Terminalia  Fenzliana,  Eucalyptus  oceanica, 
Eugeiiia  Apollinis,  Callistemopliyllum  melaleucaeforme,  Kermedya  PhaseoUtes,  K.  orbicularis,  PhaseoUtes  eriosemae- 
folius,  Dalbergia  primaeva,  Palaeolobium  heterophyllum,  Sophora  europaea,  Cassia  PhaseoUtes,  C.  Berenices,  C. 
hyperborea,   C.  Feroniae,  Acacia  sotzkiana,  A.  parschlugiana. 

Mit  der  Eocänflora  Englands*  theilt  Sagor  bis  jetzt  folgende  Arten,  welche  ebenfalls  meiste ntlieils  der 
Friedbofscbichte  angeboren:  Glyptostrobus  eiiropaeus,  Sequoia  Lanysdorßi,  S.  Tournalii,  S.  Cotittsiae,  Araucaria 
Goepperti,  Podocarpus  eocenica,  Myrica  sagoriana,  M.  salicina,  M.  lignitum,  M.  acuminata,  M.  haeringiana,  M. 
hanksiaefolia,  Quercus  drymeja,  Q.  Lonchitis,  Ulmus  plurinervia,  Planera  Ungeri,  Ficus  lanceolata,  F.  Jynx,  F. 
bumdiaefolia,  Artocarpidium  integrifoUum,  Pisonia  eocenica,  Laurus  primigenia,  L.  Lalages,  L.  Agathophyllum, 
Cinnamomum  Bossmaessleri,  C.  polymorphum,  Santalum  salicinum,  S.  acheronticum,  S.  osyrinum,  Baphne  aqui- 
tanica,  Apocynophyllum  Reussii,  A.  haeringianum,  Sapotacites  sideroxyloides,  S.  emarginatus,  Mimusops  tertiaria, 
Bumelia  Oreadum,  Symplocos  radobojana,  Andromeda  protogaea,  Vacdnium  acheronticum,  Ceratopetalum 
haeringianum,  Bombax  sagorianum,  Sterculia  Labrusca,  Ternstroemia  bilinica,  Sapindus  faldfolius,  Pterocelastrus 
elaenus,  Elaeodendron  dubium,  Rhus  prisca,  Euciihjptus  oceanica,  E.  haeringiana,  CalUstemophyllum  melaleucae- 
forme, Eugenia  Apollinis,  Glycyrrhiza  deperdita,  Kcnnedya  orbicularis ,  PliascoUtes  eriosemaefolius,  Dalbergia 
haeringiana,  D.  primaeva,  Palaeolobium  heterophyllum,  Sophora  europaea,  Caesalpinia  Haidingeri,  Cassia  Phaseo- 
Utes, C.  Berenices,   C.  sagoriana,   C.  hyperborea,   C.  Feroniae,  C.  Memnonia,  Acacia  sotzkiana. 

Mit  der  fossilen  Flora  der  älteren  Braunkoblenformation  der  Wetteraii''  tbeilt  Sagor  folgende 
Arten:  Callitris  Brongniartii,  Libocedrus  salicornioides,  Taxodium  distichum  miocenicum,  Glyptostrobus  europaeus, 
Sequoia  Langsdorßi,  Podocarpus  eocenica,  Phragmites  oen/nyensis,  Typha  latissima,  Myrica  salicina,  M.  lignitum, 
M.  acuminata,  M.  Ungeri,  Betula  prisca,  B.  Brongniartii,  Alnus  Kefcrsteinii,  A.  gracilis,  Carpinus  Heerü,  Fagus 
Feroniae,  Castanea  atavia,  Quercus  drymeja,  Q.  Gmelini,  Q.  tephrodes,  Q.  Lonchitis,  Ulmus  Bronnii,  U.  pluri- 
nervia, U.  Braunii,  Planera  Ungeri,  Ficus  wetteravica,  Populus  mutabilis,  Laurus  primigenia,  L.princeps,  Cinna- 
momum Bossmaessleri,  C.  Scheuchzeri,  C.  lanceolatum,  C.  polymorphum.,  C.  spectabile,  Santalum  acheronticum, 
Cinchonidium  bilinicum,  Apocynophyllum  pachypliytlum,  Myrsine  Doryphora,  Bumelia  Plejadum,  Diospyros 
brachysepala,  D.  lotoides,  Andromeda  protogaea,  Acer  trilobatum,  A.  Rüminianum,  Sapindus  Pythii,  Rhamnus 
Decheni,  Juglans  acuminata,   Terminalia  radobojensis,   Cassia  PhaseoUtes. 

Mit  der  fossilen  Flora  im  südöstlichen  Frankreich^  hat  Sagor  gemein:  Callitris  Brongniartii, 
Libocedrus  salicornioides,    Taxodium  distichum  mioc,    Glyptostrobus  europaeus,   Sequoia  Tournalii,   S.  Couttsiae, 


1  Unger,  Fossile  Flora  von  Sotzka,  Denkschr.  IL  Bd.,  1850.  —  Ettingsh.,  Beiträge  zur  Keantniss  d.  fossilen  Flora 
von  Sotzka,  Sitzimgsber.  28.  Bd.,  1S58. 

-  Gardner  et  Ettingsh.  Britisch  Eocene  Flora,  1,  11,  ls79 — 1883.  —  Ettiugsli.  Keport  on  phyto-palaeontol.  investi- 
gations  of  the  Fossil  Flora  of  Sheppey.  Proc-eedings  K.  S.  Nr.  198,  1879.  —  Report  on  phyto-palaeont.  investigations  of 
tbe  Fossil  Flora  ofAluraBay,  I.e.,  Nr.  202,   1880. 

3  Ettingsh.,  Sitzungsber.  57.  Bd.  1868.  —  R.  Ludwig,  Foss.  Flora  d.  ältesten  Abth.  d.  Rbeinisch-Wetterauer'J'ertiär- 
formation.  Palaeontogr.  VUI.  Bd.  1859. 

*  G.  de  Saporta,  Etudes  siir  la  vfigötation  du  Sud-Est  de  la  France  a  l'epoque  Tertiaire,  I— LU.  1863  et  sq. 

Denkschriaeu  dtir  mathem.-Duturw.  Gl.  L.  Hd.  5 


34 


Co n s i a n /  / n  v.  Eif  1  ii  (/ s h  a u .s e n. 


Pinus  Palaeo-Strobus,  Pochcarpus  eocmica,  Ti/pha  latissima,  Myrica  salidna,  M.  lignitum,  M.  hanksiaefoUa, 
Betula  Dnjadum,  Ostrija  AÜanHclis,  Casfanea  atavia,  Quercus  Lonchitis,  *  Ulmus  Bronnn,  U.  phirinercia,  Lanrus 
primigenia,  L.  LaJages,  Cinnamotnum  lanceolatum,  C.  pohjmorphum,  C.  spedabile,  Leptomeria  distans,  Greinllea 
haeringiana,  Embothrium  leptospermum ,  Mimusops  tertiana,  Diospi/ros  haeringiana,  Ändromeda  protogaea, 
Anoedomeria  Brongniartii,  Nympliaea  gypsorum,  Acer  trüohatum,  Zizgphics  paradisiacus,  Engelhardtia  Brongni- 
artü  Ehus  prisca,  Psoralea  palaeogaea,  PhaseoUtes  gJycinoides,  Dalhergia  heatstophyUirm,  D.  pxdaeocarpa, 
Sophora  europaea,  Cassia  PhaseoUtes,  C  Berenices.  Die  Flora  des  unteren  Horizonts  entspricht  mehr  der  Flora 
der  Friedhofschichte. 

Von  den  Arten  der  niiocenen  Baltischen  Flora  ^  werden  folgende  auch  in  der  Flora  von  Sagor  an- 
getroffen: Taxodium  distichum  mioc.,  Glyptostrobus  enropaeus,  Sequoia  Langsdorfii,  S.  Couttsiae,  Pinus  Palaeo- 
Strobus,  P.  hepios,  Phragmites  oeningensis ,  Typha  latissima,  Myrica  lignitum,  M.  aewminafa,  M.  hanksiaefoUa, 
Betida  prisca,  Abius  Kefersteinü,  A.  graäUs,  Carpinus  Beerii,  Planera  Ungeri,  Ficus  lanceolata,  Pojmlus 
mutabiUs,  Laiirus  tristaniaefoUa,  Cinnamotnum  Scheuchzeri,  C.  lanceolatum,  Myrsine  DorypJiora,  Sapofacifes  sidero- 
xyloides  S.  minor,  Diospyros  brachysepala,  D.  anceps,  Ändromeda  protogaea,  Ledum  Umnophilmn,  Vaccinium 
acheronticum,  Sapindus  faldfolius,  Celastrus  profogaeus,  Elaeodendron  Persei,  Hex  stenophylla,  Rhamnus  Gaudini, 
Eucalyptus  oceanica,  Cassia  PhaseoUtes,   C.  Berenices,   C.  amhigua. 

Die  Arten,  welche  die  fossile  Flora  von  Sagor  mit  der  arktischen  Tertiärflora'''  tlieilt,  sind  aus  der 
untenstehenden  Tabelle  zu  entnehmen.  Die  Melirzahl  der  gemeinsamen  Arten  (32)  fallt  auf  die  fossile  Flora  von 
Grönland.  Die  Insel  Sachalin  theilt  16,  Spitzbergen  12  und  Island  6  Arten  mit  Sagor. 


Übersicht  der  Verbreitung  der  gemeinsamen  Arten  im  Gebiete  der  arktischen  Tertiärflora. 


Aufzählung  der  Arten  der  fossilen  Flora  von  Sagor 


Taxodium  distichum  miocenicum  Heer 


Glyptostrobus  europaeus  Brougn.  sp. 
Sequoia  Langsdorfii  Brongu.  sp.  .    . 

„       Couttsiae  Heer 

Araucaria  Sternbergii  Goepp.  sp. 
P/«Ms  PaZoeo-S<ro6H.s  Ettingsh.   .    . 
Phragmites  oeningensis  A.  Braun 
Myrica  lignitum  Ung.  sp 

„      acumiuaia  Ung 

JBeiw/apmm  Etttngsh 

„       Brongniartii 'Ett\iiSfih.       .    . 
Alnus  Kefersteinü  Goepp.  sp.    .    .    . 

Carpin us  Heerii  Ettingsh 

Corylus  Mac  Quurrii  Heer     .    .    .    . 

Fagus  Feroniae  Ung •    • 

Castanea  atavia  Ung 

Quercus  drymeja  Ung 

Ulmus  plurinervia  Ung 

„     Braunii  Heer 

Planera  Ungeri  Ettingsb 

Plataniis  aceroitles  G  o  e  p  p 

Populus  mutahitis  Heer 

Laurus  jirimigenia  Ung 

„      AgathophyUum  Ung 


O 


+ 


+ 


Anderweitiges  Vorkommen 


Maekenzie,  Grinnel-Land,  Tschirimyi-Kaja,  Amur- 
land. Mandschurei. 
Maekenzie,  Simouowa. 
Maekenzie,  Mandschurei. 


Grinnel-Land. 


Grinnel-Land 
Grinnel-Land 


Maekenzie,  Grinnel-Land. 


Mandschurei 
Maekenzie 


1  Diese  Art,  dann  Grmillea  haeringiana,  Embothrium  leptospermum  und  Acer  trilobatmn  sind  unter  anderen  Benennungen  auf- 
geführt worden.  Wahrscheinlich  sind  noch  melircre  Arten  dieser  Flora  mit  Arten  anderer  fossilen  Floren  zu  identificiren. 
was  aber  erst  bei  gen.auerer  Vergleichung  der  bezüglichen  Objecte  festgestellt  werden  könnte. 

2  O.Heer,  Miocene  Baltische  Flora.  1869. 

3  0.  Heer,  Flora  fossilis  avctica.  I— VII,  1868  et  seq. 


Die  fossile  Ilora  von  Sarjor  in  Kraiii. 


'65 


Aufzählung  der  Arten  der  fossilen  Flora  von  Sagor 

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Anderweitiges  Vorkommen 

CititicimotHutH  Sch&iichzßvi  HöGr 

+ 

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Simonowa. 
Simonowa. 

Simouowa 
Mackenzie 

+ 

+ 

+ 

-+- 

• 

Acer  triiohaUtm  K.Hx^wn 

öelüstt'us  cussificfol ius  ün^ 

Hex  steuoiihullci  Unj^ 

Rhamyiufi  GundiHi  Heer 

+ 

, 

JualuHS  GCKmiftütd  A.  Briiiin 

Canja  tleer/i  Ettiugsh 

„      elaeiioides  Uug 

Pterocanja  dentictiluta  0.  Web 

Die  niederrheinische  Braunkohlenformation '  hat  mit  Sagor  folgende  Arten  gemein:  Libocedrus 

salicornioides,  Sequoia  Langsrlorßi,  Myrica  Ikjnitum, '  Älnus  Kefersteinn,  A.  gmcilis,  Quercus  Lonchitw,  Ulmus 
Bromiii,  U.  phmnervia,  Planera  Unr/eri,  Lauras  primigenia,  L.  ÄgatltoplujUum,  L.  tristaiiiaefoUa,  Litsaea 
dermatoplußlon,  Cinnamomum  Eossmaessleri ,  C.  lanceolatum,  C.  polynwrplnim,  Banksia  longifolia,  Sapotacites 
minor,  Bumelia  Oreadum,  Ändromeda  protogaea,  Acer  integrilobuw,  A.  frilobatum,  Celastrus  Andromedae, 
Elaeodendron  Persei,  Hex  parschlugiana,  Zizyphus  paradisiacus,  Rhammis  DecJienii,  Juglans  acuminata,  Carya 
elaenoides,  Pterocarya  denticulata,  Terminalia  miocenica,  Eucalyptus  oceanica,  Phaseolites  eriosemaefoliiis,  Cassia 
Phaseolites,  C.  Berenices,  C.  pjalaeogaea,  Acacia  sotzkiana. 

Parschlug"  theilt  mit  Sagor,  insbesondere  dem  oberen  Horizonte,  folgende  Arten :  Glyptostrobus  euro- 
paeus,  Taxodium  distichum  miocenicum,  Pinus  hepios,  Myrica  deperdita,  M.  salicina,  M.  lignitum,  Betula  Dryadum, 
Quercus  Daphnes,  Q.drymeja,  Q.  Gmelini,  Ulmus  Bronnii,  U.  plurinervia,  Populus  mutabilis,  Cinnamomum  Boss- 
maessleri,  C.  polymorphum,  Fraxinus  primigenia,  Myrsine  Dorypliora,  Sapotacites  minor,  Ledum  limnophilum, 
Acer  trilobafum,  Sapindus  Pythii,  Celastrus  cassinefolius,  C.  eurojmms,  Pterocelastrus  elaenus,  Hex  stenopJiyl/a, 
I.  parschlugiana,  Juglans  acuminata,  Carya  elaenoides,  Engelhardtia  Brongniartii,  Bobinia  Hesperidum,  Kennedya 
orbicidaris,  Cassia  hyperborea,  C.  ambigua,  C.  Memnonia,  Acacia  parschlugiana. 

Mit  Senegallia^  hat  Sagor  die  folgenden  Arten  gemein,  welche  grösstentheils  den  Savine-Schichten  an- 
gehören: Taxodium  distichum  mioc,  Glyptostrobus  europaeus,  Libocedrus  salicornioides ,  Sequoia  Langsdorßi, 
Araucaria  Sternbergü,  Podocarpus  eocenica,  Betula  Dryadum,  B.  prisca,  Quercus  drymeja,  Castanea  atavia,  Car- 
pinus  Heerii,  Ulmus  Braunii,  U.  plurinervia,  Planera  Ungeri,  Ficus  lanceolata,  Populus  mutabilis,  Cinnamomum 
polymorphum,  C.  Scheuchzeri,  C.  lanceolatum,  C.  spedabile,  Santalum  acheronticum,  Bumelia  Oreadum,  Sapo- 
tacites minor,  Mimusops  tertiär ia.  And roineda  protogaea {?),  Sterculia  Labrusca,  Acer  trilobatum,  Sapjindus falci- 
folius,  S.  dubius,  Celastrus  oreophUus,  Hex  stenophylla,  Rhamnus  Dechenii,  Carya  elaenoides,  Bhus  hydrophila, 
Eucalyptus  oceanica,  Cassia  Phaseolites,  Acacia  sotzkiana,  A.  parschlugiana. 


1  0.  Weber,  Die  Tertiäi-flora  der  niederrlieinischen  Braunkohlenformation.  1852.  —  Ph.  Wessel  und  0.  Weher,  Neuer 
Beitrag  zur  Tertiärflora  der  niederrheinischen  Hraunkotilenfürmation.   1S55. 

2  F.  Unger,  Die  fossile  Flora  von  Parschlug;  Steiermark.  Zeitschr.  Neue  Folge.  9.  Jahrgang,  1KI7.  —  Sylloge  plantarum 
fossilium.  I — III. 

3  Massalongo,  Studii  sulla  Flora  fossile  e  Geologia  Stnatigrafica  del  Senigalliese.  1859.  In  die  obige  Liste  konnten 
einige  Arten,  welche  für  die  fossile  Flora  von  Senigalia  angenommen  worden  sind,  nicht  aufgenommen  werden.  Die  als 
Chamaecijixmtes  Hariiii  bezeichneten  Fossilien  gehören  theils  zu  Taxodiitm  distichum  mioc.,  theils  zu  Sequoia  Lan/jsdorfii;  die 
als  Pinus  hepios  bestimmten  Nadelbüschel  zu  P.Laricio.  Die  als  Quercus  chhrophi/lhi,  risonia  eocenica,  Vaccinium  acheronticum,  Cera- 
topetalum  haeringianum ,  Celastrus  e/acnus ,  Euejenia  Apollinis,  Olycyrhiza  deperdita ,  Phaseolites  microphyüus,  Dalbergia  primaem  und 
Sophora  eurupaca  bestimmten  Fossilrestc  gehören  zu  anderen  Arten,  welche  in  der  fossilen  Flora  von  Sagor  nicht  enthalten  sind. 


36  Constantin  V.  Ettingshausen. 

Mit  der  fossilen  Flora  der  Congerien-  und  Cerithien- 8ehiehten  '  thcilt  Sagor,  niimentlich  die 
.Savine-ScliicliteUj  folgende  Arten:  Callifris  Bromjniartii,  Libocecirus  salicornioides,  Ghjptosh'ohiis  eurojmeus, 
Seqiioia  Lanysdorfn,  Pli raijmites  oeningensis,  Typlia  latissima,  Mi/rica  deperdita,  M.  lignüum,  Betida  Dryadum, 
B.prisca,  B.  Brongniartii,  Alnus  Kefersteinii,  Carpinus  Heerii,  Quercus  drynieja,  TJlmus  Bronnii,  U.  plurinervia, 
Planera  TJnyeri ,  Plaiaiiiis  aceroidex,  Fopidua  mutahiUs,  Cinnamomum  polymorplmm,  Santalum  acheronticum, 
Sapotacites  minor,  Bumelia  Oreaduni,  Dioapyros  hrackysepala,  Acer  trilohatum.,  Sapindus  falcifolius,  S.  dubius, 
Hex  parschlugiana,  Rhamnus  Gaudini,  Juglans  acuniiinita,  Carya  Heerii,  Cassia  PhaseoUtes,  C.  Berenices,  C. 
hyperborea,   C.  Memnonia,  Acacia  parschlugiana. 

Mit  der  nordamerikanisclien  Tertiärflora''^  tlieilt  Sagor  folgende  Arten;  Taxodium  distichmn  mioc, 
Glyptostrobus  europaeus,  Sequoia  Langsdorßi,  Pinus  Pakieo-Strobus,  PJiragmites  oeningensis,  Myrica  acuniiiiata, 
Alnus  Kefersteinii,  Carpinus  Heerii,  Fagus  Feroniae,  Corylus  Mac  Quarrii,  Quercus  cldoropliyUai^),  Q.  Drymeja, 
Castanea  atavia  {intermedia  Lesq.\  Popidiis  nnitabilis,  Plafanus  aceroides,  Uliims  plurinervia  (tenuinervis  Lesq.~), 
Planera  Ungeri,  Fictis  lanceolata,  F.  Jynx,  F.  nmltinervis,  Laurus  primigenia,  L.  Lalages  (z.  Th.  L.  socialis 
Ijesq."),  Cinnamomum  Scheuchzeri,  C.lanceolatwii,  C.  polymorplium,  C.  spectabile  (^C.  affine  Lesq.),  Diospyros 
brachysepala,  D.  Wodani,  Callicoma  microphylla,  Acer  trilobatum,  Sapindus  falcifolius  (z.  Th.  unter  S.  ancjusti- 
folius  Lesq.,  z.  Th.  unter  S.  coriacens  Lesq.),  Berchemia  midtinervis. 

Mit  Monte  Proniina'''  hat  Sagor  folgende  Arten  gemein:  BJeclummBraunU,  Araucaria Steriibergii ,  Myrica 
haeringiana,  M.  banlisiaefolia,  Ficus  Morloti,  F.  Jynx,  Pisonia  eocenica,  Laurus  Lalages,  Cinnamomum  Ross- 
maessleri,  C.  lanceolatimi,  C.  jwlymorphnm,  Santalum  salicinum,  S.  acheronticum ,  S.  osyrinum,  BanJcsia  longi- 
folia,  Sapotacites  Daphnes,  Bumelia  Oreadum,  Andromeda  protogaea,  Vaccinium  acheronticum,  Sterculia  Labrusca, 
Celasfrus  Andromedae,  C.  oreophilus,  Eucalyptus  oceanica,  Callisteniopltyllurii  meJaleucaeforme,  Eugenia  Aiwllinis, 
Kotnedia  orbicularis ,  D(dbergia  primaeva,  Sophora  europaea,  Caesalpinia  Haidingeri ,  Cassia  Phaseolitcs,  C. 
hyperborea,  C.  ambigua. 

Aus  der  Vergleichuug  der  fossilen  Flora  von  Sagor  mit  den  oben  aufgezählten  Tertiärfloren  ergibt  sich: 

1.  Den  Leitpflanzen  nach  ist  die  fossile  Flora  von  Sagor  verwandt  mit  den  fossilen  Floren  von 
Häring,  Sotzka,  Monte  Promina,  Kutschlin  bei  Bilin,  der  tieferen  Horizonte  der  Tertiärformation  der  Schweiz, 
der  älteren  Braunkohlenformation  der  Wetterau,  der  Eocenformation  Englands,  der  unteren  Tertiärschichten 
des  südöstlichen  Frankreich,  der  baltischen  und  der  niederrheinischen  Tertiärschichten.  Hieraus  folgt,  dass 
Sagor  mehr  als  blos  Eine  Stufe  der  Tertiärformation  repräsentirt.  Die  genauere  Bestimmung  der 
Horizonte  kann  jedoch  erst  aus  der  nachfolgenden  Zusammenstellung  der  Localfloren  resultiren. 


1  ünger,  Blätterabdrücke  aus  dem  Schwefelflötze  von  Swoszowiece  in  üalizieu.  Haidingers  naturwissensoh.  Abhand- 
lungen. Bd.  III,  1S49.  —  Fossile  Flora  von  Gleichenberg,  Denkschr.  7.  Bd..  1S54.  —  Fossile  Flora  von  Szäntö  in  Ungarn. 
Denksehr.,  30.  Bd.,  1.S70.  —  Ettingsliansen,  Foss.  Flora  von  Wien.  issi.  —  Beitrag  zur  Kenntniss  der  fossilen  Flora  von 
Tokay.  Sitzungsber.  XI.  Bd.,  1S53.  —  Fossile  Pflanzenreste  aus  dem  tracliytischen  Sandstein  von  Heiligenkreuz  bei  Kreinnitz. 
Abhandl.  d.  k.  k.  geol.  Reichsanstalt.  Bd.  I,  1852.  —  Goeppert,  Tertiärflora  von  Schossnitz  in  Schlesien.  1855.  —  Stur, 
Fossile  Flora  der  Süsswasserqiiarze,  Cerithieu-  und  Cougerienschichten.  Jahrb.  der  k.  k.  geol.  Reichsanstalt.  Bd.  XVII,  1867. 

Die  nachfolgenden  Arten,  welche  für  die  fossile  Flora  der  Cerithien  und  Congerionscliichten  angegeben  wurden, 
sind  in  diis  obige  Vorzcichniss  nicht  aufgenommen  worden.  Die  bezüglichen  Fossilreste  gehören  entweder  zu  anderen  Arten, 
welche  in  der  fossilen  Flora  von  Sagor  nicht  vorkommen,  oder  konnten  bis  jetzt  nicht  sicher  bestimmt  werden.  Die  Auf- 
nahme von  l'iiuis  Pfilrieo-Strahiix  beruht  auf  der  irrigen  Annahme,  dass  Pinites  Pseudostrobiis  Endl.  mit  dieser  Art  identisch 
sei.  Pinus  Jinwiiis  Kow.  gehört  nicht  zu  P.  hepios,  sondern  zu  P.  Lariciu.  Die  Aufnahme  der  Ficu^  lanceolcita  in  diese  fossile 
Flora  beruht  darauf,  dass  ein  sehr  mangelhaft  crhaitenes  Fossil,  welches  Unger  in  seiner  Abhandlung  über  Swoszowice, 
Taf.  XIV,  Fig.  11  als  Apoci/iiüphi/Uuiii  hinwohitum  bezeichnete,  für  die  erstere  Art  erklärt  wurde.  Ebensowenig  kann  Acer  sub- 
aimjiestre  Goepp.  mit  A.  inieyrilubiiin  0.  Web.  vereiniget  werden.  Zweifelhaft  begründet,  imd  daher  in  das  obige  Verzeichniss 
der  Leitpflanzen  nicht  aufnchmbar  sind  hier  Laurus  AyuthophyUum,  Celasfrus  Andromedae,  C.  elaenus,  Rhamnus  Dechenü,  Termi- 
luäia  radobojaiia  und  miocenica,  Eiiyenia  ApoUinis,  Soj/horfi  europaea,  Podoyoiihoii  LyeUiaintm. 

a  L.  Lesquereux,  Contributious  to  thc  Fossil  Flora  of  the  Western  Territories,  Part.  IL  The  Tertiary  Flora.  1878. 

3  Ettingshausen,  Die  coceue  Flora  des  Monte  Prouiina.  Denksehr.  8.  Bd.  1855.  —  K.  de  Visiani.  Plante  fossili  della 
Dalmazia  1858. 


Die  fossile  LJora  ruii  Sayor  inKidin. 


37 


2.  Die  grössere  Zahl  der  geraeinsamen  Arten  mit  Bilin,  Moskenberg  und  Radoboj  beruht  hauptsächlich 
darauf,  dass  diese  Localitäten  genauer  untersucht  und  der  Keichthum  ihrer  Arten  nahezu  erschöpfend  ans 
Tageslicht  gebracht  worden  ist.  Die  Verbreitung  erwähnter  gemeinsamer  Arten  ist  jedoch  keineswegs  so 
bezeichnend,  dass  daraus  ein  wesentlicher  Anhaltspunkt  zur  Bestimmung  des  Alters  der  Sagor-Flora  abgeleitet 
werden  kann. 

3.  Die  geringe  Zahl  der  gemeinsamen  Arten  mit  Monte  Promina  ist  aus  der  gegenwärtig  noch  unvollstän- 
digen Kenntniss  der  Flora  dieser  Localität  erklärlich.  Diese  Arten  sind  jedoch  zur  Altersbestimmung  nicht 
wenig  geeignet  und  zeigen  vielmehr  deutlich  an,  dass  die  fossile  Flora  von  Sagor  einer  jüngeren  .Stufe  als  der 
aquitanischen  nicht  angehören  kann. 

4.  Die  Mehrzahl  der  gemeinsamen  Arten  mit  Parschlug,  Senigallia  und  mit  den  Cerithien-  und  Congerien- 
Schichten  kommen  in  Sagor  nur  selten  vor.  Es  ist  dies  dahin  zu  deuten,  dass  diese  Arten  zur  Zeit  der 
Ablagerung  der  Sagor-Scliichteu  erst  im  Entstehen  begriffen  waren  oder  noch  nicht  jene  Verbreitung  erreicht 
hatten,  als  in  den  jüngeren  und  jüngsten  Abschnitten  der  Tertiärperiode. 


IT.  Die  Localfloren. 

A.  Flora  des  Liegenden  des  Braunkohlenflötzes  bei  Sagor. 

Nächst  dem  Friedhofe  von  Sagor  tritt  eine  Schichte  eines  gelblichgrauen  Schieferthons  zu  Tage,  welche 
unter  die  Kohle  einfallend,  unzweifelhaft  dem  Liegenden  angehört.  Diese  Schichte,  die  ich  kurzweg  Friedhof- 
Schichte  nenne,  enthält  zahlreiche  wohlerhaltene  Pflanzenreste.  Herrn  Director  G.  Fächer  gebührt  das  Ver- 
dienst, diese  Schichte  entdeckt  und  die  Lagerungsverhältnisse  derselben  genau  ermittelt  zu  haben. 

Von  den  gesammelten  Pflanzenresten  sind  besonders  hervorzuheben:  Fruchtzapfen  von  Actinostrobus; 
Samen  einer  Piniis-Art  der  Abtlieilung  Abies;  Samen  von  Embotliriiini  UptospenmuK  und  Haken  nnio-opiera; 
Blüthenkelche  von  Celastrus  proto(/aeiis;  Flügelfrüchte  von  Termi mdia  FenzlmiKi  \  Rhizom-Fragmente  derZostera 
Unijeri;  Blätter  der  Conjlus  Mac  Quarrii,  einer  Art  der  arktischen  Tertiiirflora;  eigenthümliche  Arten  von 
Ficus,  Zizyphus;  eine  Loraiifliacee  u.  s.  w. 

Die  Flora  theilt  Iß  Arten  mit  Häring,  L3  mit  Sotzka,  12  mit  Kutschlin,  10  mit  den  unleren  Tertiär- 
schichten der  Schweiz  und  9  mit  Monte  Promina.  Sie  trägt  den  Typus  der  Floren  von  Häring  und 
Sotzka  an  sich.  Die  40  Arten  derselben  sind: 


Pferis  sp. 

Adinostrübus  miocenicus. 
Seqiioia  Couttsiae. 
Araiicaria  Stern  bergii. 
Piuus  Pahieo-AbieK. 
Fotnmogeton  Poacües. 
Zostera  Ungeri. 
Typlia  lafissima- 
Mgricn  salicina. 

„       haerinyiana. 
Corijlus  Mac.  Quarrii. 
Quercus  cuspidata. 
Ficus  primaera. 

„     AjwUinis. 


Ficus  Langeri. 
ÜinHaitiomum  Scheuchzeri. 
„  lanceolatuni. 

pohjmorpimm. 
(ireriUea  haeringiana. 
Hakea  mucroptern. 
Embothrium  leptospermum. 
ßanksia  loiigifolia. 
A2)0cyiu)pliglhiii(  Amsonia. 
Sap  otacites  sideroxyloides. 

„  emarginafus. 

A  ndromeda  proiogaea. 
Phthirusa  Palaen-  T/ieobromae. 
Dodonaea  Salicites. 


Celastrus  protogaeus. 
Zizyphus  undulatus. 
Terminalia  Fenzliana. 
Eucalyptus  oceanica. 

„  haeringiana. 

„  grandifolia. 

Dalbergia  primaeva. 
iStyphnnlobimn  eiiropaeum. 
Caesalpinin  Haidingeri. 
Cassia  sagoriana. 

„       ambigua. 
Acacia  parschlug iana. 


B.  Flora  des  Hangenden  des  Braunkohlenflötzes  bei  Sagor. 

Im  Hangenden  des  Kohlentlötzes  in  Sagor  sind  bis  jetzt  mehrere  Schichten,  welche  Pflanzenreste  führen, 
aufgefunden  worden,  nämlich  von  unten  nach  oben  gezählt:  die  Bachschichte;  Tagban  Schichte  I;  Francisci- 
Erbstollen;    fiscbführende  Schichte;   Tagbau   Schichte  IL    Zu  diesen  kommen    noch   die   pflanzenführenden 


38 


Consfantin  v.  Ettingshausen. 


Schichten  von  Godredesch  und  von  Savine  nnweit  Sagor.  Die  Godredeschschichte  entspricht  der  Bachschichte 
von  iSagor;  die  Savineschichten  (Steinbruch  und  Stollen)  dürften  höheren  Schichten  des  Hangendsystems  von 
Sagor  äquivalent  sein.  Den  Pflanzeneinschlüssen  nach  lassen  sich  keine  merklichen  Altersunterschiede  für  die 
aufgezählten  Hangendschichten  erkennen.  Es  ist  sonach  anzunehmen,  dass  die  Bildung  dieser  Schichten  nicht 
in  so  grossen  Zeitintervallen  stattgefunden  hat,  um  einer  Veränderung  der  Flora  Raum  zu  gehen.  Die  Leit- 
pfianzen  weisen  auf  die  fossilen  Floren  der  älteren  Braunkohlenfoitnation  der  Wetterau,  der  niederrheinischen 
Braunkohlenforniation  und  der  aquitanischen  Schichten  der  Schweiz  und  im  südöstlichen  Frankreich  hin.  Die 
Flora  der  Hangendschichten,  deren  Arten  im  Nachfolgenden  aufgezählt  werden,  gehört  demnach 
der  ersten  (aquitanischen)  Stufe  des  Miocän  an.  Die  Gesammtflora  von  Sagor  umfasst  also 
zwei  Abschnitte  der  Tertiärformation.  Die  Florulen  der  genannten  Hangendschichten  sind  imFolgenden 
zusammengestellt. 

1.  Bachschichte. 

Ein  dunkelgrauer  Schieferthon,  welcher  am  Bache  nächst  Sagor  zu  Tage  tritt.  Er  enthält  zahlreiche 
Pflanzenabdrücke,  deren  Erhaltung  jedoch  meist  minder  gut  ist,  da  die  verkohlte  Substanz  sich  vom  Abdruck 
leicht  ablöst  und  nur  einen  schwachen,  vom  Gestein  wenig  contrastirenden  Eindruck  zurücklässt.  Durch  die 
abwechselnde  Einwirkung  von  Nässe  und  Sonnenstrahlen  zerfällt  das  Gestein.  An  den  oberflächlichen  Lagen 
sind  desslialb  nur  Bruchstücke  von  schlecht  erhaltenen  Pflanzenabdrücken  zu  finden.  Eine  hinreichend  sorg- 
fältige Durchsuchung  der  tieferen  Lagen  dieser  Schichte  führte  zur  Kenntniss  der  im  Folgenden  aufgezählten 
79  Pflanzenarten. 


Chondrites  laurencioides. 
Davallia  HakUngeri. 
CaUitris  Brongniartii. 
Taxodimn  distichum  inioc. 
Ghjpfustrohus  europaeus. 
Sequoia  Langsdorfii. 

„        Tournalii. 

„        Couttsiae. 
Pinus  Palaeo-Strobiis. 
Smilax  Haidingeri. 
TgpJin  lafissimn. 
Pandcmus  carniolicus. 
Flabellaria  sagoriana. 
Casuarina  sagoriana. 
Myrica  sagoriana. 

„       lignitum. 

„       acuminata. 

„       hanksiaefolia. 
Betida  prisea. 

„      Brongniartii. 
Alnus  gracilis. 
Osfrga  Afirn/fidis. 
Castanopsis  sagoriana. 
Quercus  Lonchitis. 
Ulmus  Bronnii. 
Ficns  Janceolata. 


Ficus  sagoriana. 
„      multinervis. 
„      tenuinervis. 
„      Jynx. 
„      Deschmanni. 
„      humeliaefolia. 
„      Langeri. 
Artocarpiditim  integrifolium. 
Salix  aquitanica. 
Laurus  tristaniaefolia. 
Persea  sjjedosa. 
Oinnamomum  Rosstnaessleri. 
„  Scheuchzeri. 

„  lanceolatmn. 

„  polymorphum. 

„  spectabile. 

Banksia  longifoUa. 
Dryandra  sagoriana. 

„  Ungeri 

Cinchonidimn  latifoUum. 
Ligustrum  priscum. 
Sapofacites  sideroxyloides. 
„  Daphnes. 

„  minor. 

„  longepetiolatus. 

Mimusops  tertiaria. 


Bumelia  Oreadum. 
Diospyros  sagoriana. 
Andromeda  protogaea. 
Cissus  Heerii. 
Sapindus  Pythii. 
Zizyphus  paradisiacus. 
Carya  Heerii. 

„       elaenoides. 
Rhus  hydrophila. 
Terminalia  miocenica. 
Eucalyptus  oceanica. 

„  haeringiana. 

„  grandijolia. 

Callistemophyllum  melaleucaeforme. 
Eugenia  ApoUinis. 
Psoralea  palaeogaea. 
Dalbergia  hecastophyUina. 

r,         primaeva. 
Palaeolohium  heterophyllum. 
Sophora  europaea. 
Cassia  PhaseoUtes. 

„       lignitum. 
Acacia  parschlugiana. 
Mimosites  haeringianus. 


2.  Tagbau,  Schichte  L 

Das  Gestein  ist  ein  gelblichgrauer  bis  gelblichweisser  Scliieferthon,  der  hie  und  da  mit  Pflanzenfossilien 
erfüllt  ist.  Die  ergiebigsten  Stellen  sind  nächst  der  Zinkhütte  in  Sagor  gefunden  worden.  Es  hat  einst  daselbst 


Die  fossile  Flora  von  flnr/or  ///  Krain.  39 

ein  Tagbau  bestanden.  Frliber  bezeichnete  ich  diese  Schichte  als  „Zinkhiittenschichte",  was  an  einigen  Stellen 
des  I.  Theiles  noch  beibehalten  blieb.  Die  aufgesammelten  Fossilien  gehören  zu  folgenden  Arten: '  Cullitris 
BrongniarUi,  TaxorHum  (h'sfIcJmtn  ntiocenictmi,  Glyptostrobus  eurojJcieus,  Sequoia  TouiiiaJü,  S.  Couttsiae,  Pbms 
Palaeo-Taeda,  *P.  hepios,  Casuarina  sagoriana,  Mijrica  deperdita,  Fagus  Feroniae,  Banksia  lotigifoUa,  Andro- 
meda  protogaea,  *Pterospermum  sagorianum,  Bursaria  radohojunn,  Ergthn'na  Uiigen)  *DaJhergia  raldensis 
Mimosites  haeringianus. 

3.  Francisci  Erbstollen. 
In  einem  blaugrauen  Thoue  daselbst  komuieu  Pflanzenreste  sehr  selten  vor.  Es  konnten  bisher  nur  einige 
wenige  Fossilien,  deren  Erhaltung  viel  zu  wUnsciien  übrig  Hess,  an  dieser  LocaHfät  gesammelt  werden.  Die 
Untersuchung  dieser  Reste  Hess  folgende  7  Arten  erkennen :  Glyptostrobus  europaeus,  Sequoia  Couttsiae,  Firns 
sagoriana,  F.  bumeliaefolia,  Banksia  longifolia,  Andromeda  protogaea,  Eucalyptus  oceanica.  Bemerkeusw  erth  ist 
dass  diese  Arten  in  den  reichhaltigeren  Schichten,   z.  B.  in  Sänne  und  in  der  Bachschichte,  vorherrschen. 

4.  Fischfuhrende  Schichte. 

Ein  grauer  Schieferthon  mit  oft  wohl  erhaltenen  Fischresten.  Pflanzenreste  finden  sich  jedoch  darin  selir 

selten.  Bis  jetzt  hat  man  nur  6  Arten  aus  denselben  herausfinden  können  und  zwar:  Glyptostrobus  europaeus, 

Sequoia  Couttsiae,  Ficus  bumeliaefolia,  Cinnamomum  polymorpliuvi,  BumeJin  Orcadum,  Andromeda  protoqaea.  Von 

diesen  Arten  kommen  vier  in  allen  oder  doch  in  den  meisten  Schichten  des  Hangenden  des  Sagor-Flötzes  vor. 

5.  Tagbau,  Schichte  11. 
Diese  tritt  eine  kurze  Strecke  oberhalb  der  Tagbau-Schichte  I  zu  Tage,  jene  überlagernd,  und  besteht 
aus  einem  kalkreichen,  bald  lichtgrauen,  bald  gelblichen  Schieferthon,  der  zuweilen  mergelartig  wird.  Der- 
selbe enthält  nicht  selten  Pflanzenreste,  die  bis  jetzt  zu  folgenden  16  Arten  gebracht  werden  konnten:  *Cliani 
Ungeri,  Ch.  Langeri,  Glyptostrobus  europaeus,  Sequoia  Couttsiae,  Zostera  Ungeri,  Castanea  ataoia,  Quercus 
Lonchitis,  Ficus  bumeliaefolia,  Pisonia  eocenica,  Banksia  lungifolia,  *Ap)0cyH0pliy1lum  hreve-petiolatum,  Andrunieda 
protogaea,  Robinia  crenata,  *Dalbergia  haeringiana,  *Cassia  palaeogaea,  Podogonium  Lyellianum. 

6.  Godredescb. 

Diese  Localität,  benannt  nach  dem  nächst  liegenden  Dorfe,  besteht  aus  einem  dunkelgrauen  Schieferthon, 
welcher  dem  der  Bachschichte  sehr  ähnlich  ist.  Die  darin  vorkommenden  Pflanzenfossilien  vertheilen  sich  auf 
folgende  11  Arten:  Glyptostrobus  europaeus,  Ficus  sagoriana,  F.  tenuinertis,  F.  Jynx,  Banksia  longifolia, 
Myrsine  Endyinionis,  Andromeda  protogaea,  *Cussonia  ambigua,  *Pistacia  Palaeo-Lentiscus,  Eucalyptus  oceanica, 
Cassia  Phaseolites. 

7.  Savine. 

In  der  Nähe  des  Dorfes  Savine  liegen  Schichten  eines  hellgrauen  bis  gelblichweissen  Mergelschiefers  zu 
Tage,  welche  einen  grossen  Reichthum  an  wohlerhaltenen  Pflanzeufossilien  bergen.  Diese  sind  an  zwei  Fund- 
stelleu gesammelt  worden,  die  im  Ganzen  313  Arten,  also  den  grössten  Theil  der  Gesammtflora  von  Sagor 
geliefert  haben.   Es  werden  zuerst  die  eigenthümlichen  und  dann  die  gemeinsamen  Arten  aufgezählt. 

Aus  einem  Steinbruche  bei  Savine  ^  sind  folgende  Arten  gesammmelt  worden : 


Xylomites  sagorianus.  „        Suessii. 

Sphaeria  Eucalypti.  „        Secretani. 


Bhytisma  grande. 
Chara  Langeri. 


1  Die  mit*  bezeichneten  Arten  kommen  in  der  l'ossilen  Flora  von  Sagor  nur  an  Einer  Localität,  nämlich,  wo  selbe 
verzeichnet  sind,  vor. 

•-  Zu  dem  genannten  Fuudorte  führte  mich  im  Jahre  1850  der  um  die  Geologie  der  österreichischen  Alpenländer  viel 
verdiente,  und  der  Wissenschaft  durch  den  Tod  zu  früh  entrissene  A.  v.  Morlot.  Dieser  wichtige  Fundort  ist  gegenwärtig 
leider  nicht  mehr  zugänglich,  da  der  Steinbruch  daselbst  aufgelassen  worden  ist.  Unweit  davon,  jedenfalls  in  derselben 
Schichte,  liegen  einige  unbedeutende  Steinbrüche,  in  denen  PÜanzcufossilien  vorkommen,  jedoch  nicht  so  häufig  uud  wohl- 
erhalten, wie  au  der  zuerst  ausgebeuteten  Fundstelle. 


40 

Hypnum  sagorianmn. 
Muscites  samnensis. 
Blechnum  Braunii. 
Davallia  Haidingeri. 
Equisetum  repms. 
,.         affine. 
Cunninghamia  miocenica 
Pinus  Palaeo-Strobm. 

„      holothana. 
Podocarpus  eocenica. 
Poadtes  savinends. 

„        geniculatus. 
Cijperus  laticodatus. 
Ümilax  lymicinervk. 
Potamogeton  sacinensis. 
Najadopsis  divarkata. 
Najadonium  longifo/iiiiii. 
Pandanus  carnioliciin. 
Casuarina  sp. 
Myrica  sagoriana. 
„       sali  ci  na. 
„       Iiaeriiigiaua. 
Betula  Dryadum. 
„      prisca. 
„       Broiigiiiartii. 
„      'plafypter((. 
Fagus  Feroniae. 
Querem  ApcjcynoplitilU«) 
„        Naumriiüii. 
„        drymeja. 

aucubaefolia. 
decurrens. 
Gmeliiii. 
sagoriana. 
Ulmus  plurinervia. 

„       Braunii. 
Celtis  meinb i ■anifolin . 

„      coriacea. 
Ficus  sagoriana. 
„     pilosa. 
„      Goepperti. 
clusiaefolia. 
samnensis. 
banisteriaefolia . 
multinervis. 
PersepJiunes. 
arcinervis. 
wetteravica. 


Constantin  v.  Ettingahausen. 


Ficus  Atlantidis. 

„      Martii. 
Artocarpiidium  integrifoUum. 

„  Ungeri. 

Populus  mutabilis. 
Pisonia  eocenica. 
Laurelia  rediciva. 
Laurus  ocoteaefolia. 
„       stenophyUa. 
,,        Lalages. 
„        Agatlioplrylluni. 
,,       princeps. 
Persea  Heerii. 
Litsaea  dermatopJi.yllum. 
Cinnamomum  ScJieiichzeri. 

„  specfabile. 

Daplinogene  emaryinata. 
Santaluin  scdicinum. 
„         osyrinum. 
„         cuspidatutn. 
Pimelea  dubia. 

Conospermum  macropJiyllmn. 
Cenarrhenes  Plaueri. 
Persoonia  cuspidata. 
Hakea  stenocarpifoJia. 

,.      fraxinoidcs. 
Lambertia  extincta. 
Embofliriwm  stenospernnim. 
Lomatia  oceanica. 
Banksia  sagoriana. 
Dryandra  Ungeri. 
Dryandroides  elegaiis. 
Cinchonidium  biUnieuni. 

,,  mucroHutum. 

Olea  carniolica. 
Fraxinus  primigenia. 
Apocynophyllmn  paciiyphyllum . 
haeringianum,. 
salicinum. 
Amsonia. 
longepetiolatum. 
Myrsine  Dorypliora. 

„        eiicalyptoides. 
Sapotacites  Chamaedrys. 
Diospyros  bilinica. 
Symplocos  sa  cinensis. 
Lorantlius  extinctus. 


Hydrangea  dubia. 
Magnolia  Dianae. 
Magnolioides  carniolica. 
Clematis  sagoriana. 
Acer  Eüminianutn. 
„     stenocarpum. 
Tetrapteris  minnta. 
Malpighiastrum    rotundifolium. 
Sapindus  undulatus. 

„  asperifolius. 
Bursaria  radobojana. 
Celastrus  Aeoli. 

Andromedae. 
sagorianus. 
Plutonis. 
oreophilus. 
„         europjaeiis. 
Elaeodendron  Persei. 

„  degener. 

Eronymus  Heerii. 
Hex  sagoriana. 
Zizypitus  paradisiaca. 

„        savinensis. 
lihanmus  Gaudini. 

„        paucinerC'is. 
Pomaderris  acuminata. 
Juglans  acuminata. 

„       venosa. 
Carya  prae-olieaeformis. 
Rhus  stygia. 
„     prisca. 
„     Latoniae. 
Ptelea  intermedia. 
Ailanthus  Oreonis. 
Vochysia  eiiropaea. 
Eucalyptus  grandifolia. 
Callistemopliyllum  acuininatwn . 
Psoralea  palaeogaea. 
Robinia  Hesperidum. 
„        Druidum. 
„        crenata. 
Erythrina  Ungeri. 
Kennedya  Phaseolites. 
„         orbicularis. 
Dalbergia  haeringiana. 
Podogonium  Lyellianum. 


Callicoma  microphylla. 
Nächst  dem  Scliurfstollen  '  bei  Savine  sind  folgende  Arten  zu  Tage  gefördert  worden: 


'  Diese  Fuudstelle,  welche  durch  Herrn  Schichtmeister  J.  .luzelv  aufgeschlossen  wurde  und  uiir  ein  ausserordentlich 
reiches  Material  lieferte,  ist  gegenwärtig  ebenfalls  uuzugäuglicli. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain. 


41 


Sphaeria  miitufissima. 

„        Fici  tenuinerois. 
Chondrites  laurendoides . 
Actinostrobus  miocenicus. 
Libocedrus  salicornioides. 
Castanea  atavia. 
Quercus  Daphnes. 

„        Fseudo-Lonchitis. 
Flanera  Ungeri. 
Ficus  Morloti. 

„     Daphnogenes. 
Lauras  tristaniaefolia. 
Femea  speciosa. 
Cinnamomum  Rossmaessleri. 
Leptomeria  distans. 
Emboihrium  macropterum. 
Hijoseriten  Liinjua. 
Cinchoniclium  sagorianum. 

„  latifulium. 

Oka  Noli. 

Noteiaea  rectinerois. 
Lagtistrum  pyriscuin.   ' 
Fraxinus  savinensis. 

„        palaeo-excehior. 
Neritinium  majus. 
Echitoniuni  superstes. 
Ahionia  earninüca. 
Mjoporuiii  tSnlicites. 

„  amUguum. 

Mgrsine  savinensis. 

„        Endymionis. 
Sapotacites  emarginatus. 

Beiden  Fundstellen,  beim 

Sphaeria  limbata. 
Ohara  Meriani. 
Callitris  Brongniartii. 
Ghjpfostrnbus  europaeus. 
Sequoia  Langsdorfii. 

„        TournaUi. 
CoHtfsiae. 
Finus  Falaeo-Taeda. 

„      inegalopfera. 
Phragmites  oeningensis. 
timilax  Haidingeri. 
TypJia  latisshna. 
Flabellaria  sagoriana. 
Casuarina  sotzkianu. 
„  sagoriana. 

Mgriva  deperdita. 

„       lignitum. 

Denkschriften  der  m  aibem.-naturw.  Cl.    L.  Bd. 


Sapotacites  Heerü. 

„  longepetiolatus. 

Ciirysophyllum  sagorianum. 
Bumdia  Flejadum. 
„        Hefiadmn. 
Diospyros  bracliysepala. 

,,  anceps. 

„  lotoides. 

„  Wodani. 

Ämlromeda  sagoriana. 
Bltododendron  sagorianum. 
Lediim  linniopiiilum. 
Vaccinium  acJieronticiim. 

„  Palaeo-Myrtillus. 

Äraliophyllum  hederoides. 
„  usperuni. 

„  Saportanum. 

Cornus  Bücliii. 
Lorantlvits  Falaeo-Exocarpi. 
Catlicoma  pannonica. 
Bombax  sagoi ian um. 
Sterculia  lauriiia. 
Ternsfroemia  b/'/inicu. 
Sapindus  faldfolius. 

„         dubius. 

„        Fytliii. 
Dodonaea  ÄpocynopiiyUHm. 

„  Salicifes. 

Fittosporum  palaeo-tetrasperni  inn. 
Celasfrus  cassinefoUus. 

„         protogaeus. 

„         Miorhisoni. 


Celastrus  deperditus. 
„        Hippolyti. 
Pterocelastrus  elaenus. 
Elaeodendron  sagorianum. 
,,  styriacum. 

„  dubium. 

Frinos  Jiyperborea. 
Rhamnus  Deciienii. 
Carya  Heerü. 
Pterocarya  denticulata. 
Rhus  Jiydropliila. 

,,      ohovata. 
Zanthoxylum  Itaeringianum. 
Ptelea  microcarpa. 
Eucalyptus  haeringiana. 
CaUistemop hyllum  melnle iieaefo) -me. 
Glycyrrhiza  deperdita. 

„  Blandusiae. 

Dioclea  protogaea. 
Phaseolites  glycinoides. 

„  eriosemaefolia. 

Dalbergia  retusaefolia. 
Macliaerium  pialaeogaeum. 
Palaeohbium  radobojense. 
Styp  JiHolobium  europ  aeum. 
Caesalpinia  Heerü. 
Cassia  Berenices. 

„       lignitum. 

"       amhigua. 

„       stenophylla. 
Acacia  parscJdugiana. 
Mimosites  liaeringianus. 


.Steinbruclie  und  beim  8tollen,  kommen  folgende  Arten  iremeinschaftlieh  zu: 


Myrica  acaminata. 

„       banksiaefolia. 
Alnus  Kefersteinii. 
Carpinus  Heerü. 
Ostrya  Atlantidis. 
Castanopsis  sagoriana. 
Quercus  Lonchitis. 
Vhnus  Bronnii. 
Ficus  lanceolata. 

„      rectinercis. 

„      tenuinervis. 

„     Jynx. 

„      Apollinis. 

„      Deschmanni. 

„      bumaeliaefolia. 
Salix  aquitanica. 
Lauras  primigenia. 


Laurus  phoeboides. 
Cinnamomum  lanceolatum . 

„  pohjmorphum. 

Daphne  aquitanica. 
Fersoonia  Daphnes. 

„         Myrtyllus. 
Banksia  longifolia. 
Dryandra  sagoriana. 
Cinchonidium  angustifolimu. 
Apocynophyllum  Reusmi. 

„  angnstum. 

,,  tenuifolium. 

Sapotacites  sideroxyloides. 
„  Daphnes. 

„  minor. 

Münusops  tertiana. 
Bumelia  Oreadum. 


42 


Consf  antin  v.  Ettingshau  sen. 


Diospyros  SMjoriana. 
tiymplocos  raclobojana. 
Andromeda  protogaea. 
Araliophyllum  crenulatiim. 
Loranfhus  Palaeo- Eucalypti. 

„         extinctus. 
Weinmannia  sotzhiana. 
Ceratopetalum  haeringianum. 
Hydranyea  sagoriana. 
titercuUa  Labrusca. 
Acer  trilohatum. 


Tefrapteris  sagoriana. 
Banisteria  carnioUca. 
Celastrus  Acherontis. 

„         Pseudo-Ilex. 

„         oxyphyllus. 
Eex  stenophylla. 
Berchemia  multinervis. 
Juglans  rectinercis. 
Engelhardtia  Brongnia i ii. 
Rhus  sagoriana. 
Terminalia  radobojensis. 


Terminalia  miocenica. 
,,  Fenzliana. 

Eucalyptus  oceanica. 
Eugenia  Apollinis. 
Cofoneaster  Persei. 
Sophora  europaea. 
Cassia  Phaseolites. 

„      sagoriana. 

„      Memnonia. 
Acacia  sotzkiana. 


C.  Flora  der  übrigen  Fundorte  im  Braunkohlenzuge  Sagor     Tüffer. 

Es  konnten  ausser  den  oben  genannten  noch  liinf  Lagerstätten  fossiler  Pflanzen  im  Gebiete  der  Braun- 
kohlenflora  Sagor-Tütfer  untersucht  werden.  Dieselben  sind:  Islaak,  Trifail,  Hrastnigg,  Bresno,  Tüffer.  Die 
im  Folgender,  zusammengestellten  Floruleu  dieser  Localitäten  passen  zu  der  Flora  der  oben  aufgezählten  Han- 
gendschiciiten  des  Kolilenflötzes  von  Sagor  vollkommen.  Es  kann  demnach  keinem  Zweifel  unterliegen,  dass 
die  Bildung  sämmtlicher  Lagerstätten  unserer  fossilen  Flora,  mit  Ausnahme  der  Friedhofschichte,  in  eine  und 
dieselbe  Epoche  fällt,  deren  Flora  wir  schon  als  der  aquitanischen  Bildungsstufe  entsprechend  bezeichnet  haben. 

\.  Islaak. 

Die  Pflanzenfossilien  finden  sich  in  einem  graulichweissen  Mergelschiefer,  welcher  dem  des  Steinbruches 
bei  Savine  oft  so  ähnlich  wird,  dass  die  Unterscheidung  dieser  Gesteine  mit  Schwierigkeiten  verbunden  ist. 
Auch  bezüglich  des  Vorkommens  und  der  Erhaltung  der  Fossilien  gleichen  sich  die  beiden  Localitäten.  Es  ist 
daher  kaum  zu  bezweifeln,  dass  der  Mergelschiefer  von  Islaak  zur  Fortsetzung  des  Hangendsystems  des 
Sagorer  Kohleiiflötzes  gehört  und  den  Savine-Schichten  entspricht.  Die  ans  demselben  bis  jetzt  zu  Tage 
geförderten  fossilen  Pflanzen  sind:  Glyptostrobus  europaeus,  Sequoia  Langsdorßi,  S.  Couttsiae,  Quercus  Lon- 
chitis,  Q.  Pseiido-Lonchitis,  Ficus  sagoriana^  F.  tenmnervis,  Banksia  longifolia,  Echitonium.  tnicrospermum,  *Helio- 
tropites  ■parvifolius,  Sapotacites  minor,  Terminalia  Fenzliana,  Eucalyptus  oceanica,  Glycyrrhiza  deperdita,  Acacia 
parschlugiana. 

2.  Trifail 

Im  Hangenden  des  Kohlenflötzes  daselbst  finden  sich  Schichten  eines  dunkelgrauen  Schieferthons,  sehr 
ähnlich  dem  der  Bachschichte  von  Sagor,  welcher  mit  Pflanzenfossilien  reichlich  erfüllt  ist.  Über  die  Erhaltung 
der  Einschlüsse  gilt  dasselbe,  was  schon  vom  Schieferthon  der  Bachschichte  gesagt  worden  ist;  sie  lässt 
Manches  zu  wünschen  übrig.  Die  besseren  Stücke  erhielt  ich  aus  einem  Tagbaue.  In  einem  Braiidschicfer  des 
gleichen  Horizontes  bei  Trifail  fanden  sich  einige  vortrefflich  erhaltene  Pflanzenahdrücke.  Die  in  Trifail  bis 
jetzt  gesammelten  76  Arten  fossiler  Pflanzen  sind  : 


Cystoseira  communis. 
Taxodium  distichum  mioc. 
Glyptostrobus  europaeus. 
Sequoia  Couttsiae. 
Pinus  Palaeo-  Taeda. 

„       Vrani. 
Myrica  deperdita. 

„       salicina. 
Betula  prisca. 

„      Brongniartii. 

„      platyptera. 


Alnus  Kefersteinii. 
Carpinus  Heerii. 
Fagus  Feroniae. 
Castanea  ataoia. 
Casfanopsis  sagoriana. 
Quercus  Naumanni. 

„        Nympharum. 

„        Drymeja. 

,        aucubaefolia. 

„        decurrens. 

„        tepkrodes. 


Ficus  lanceolata. 

„     sagoriana. 

„     tenuinervis. 

„      Deschmanni. 

„      Langeri. 
Platanus  aceroides. 
Laurus  Lalages. 
Cinnamomum  polymorphum . 
Santalum  acheronticum. 
Daphne  aquitanica. 
Banksia  longifolia. 


Die  fossile  Flora  von  Sar/or  in  Krain. 


43 


Acer  integrilohum. 

Cotoneaster  Persei. 

„     trilohatum. 

Prunus  muhikana. 

Tetrapten'ti  itiinuta. 

r 

Palaeo-Cerusus. 

Sapindophijllum  jjannhj.nuii. 

Phaseolites  dolichop  hyllos. 

Celastrus  europaeus. 

Eutychos. 

Hex  parschlugianii. 

Palamlobium  heteropliyllum. 

Zizyphug  para(l/sificu)>. 

SopJmra  europaea. 

Carya  tiifailenma. 

Cassia  Phaseolites. 

Eni/dliariltia  BtuiK/iüarti. 

r> 

Berenices. 

Pidacia  Palaeo-Lentiscus. 

» 

hyperhorea. 

Tenninalia  miocenica. 

)7 

ambigua. 

Eucalyptus  oceanka. 

n 

denticulata. 

„          ynuulifolia. 

V 

Mmmonia. 

Cullistemophyllum  melaleucaeforme. 

Euyenia  Apollinis. 

Banksia  Haidingeri. 
Dryandra  sagoriana. 
AporgHophyllum  Eeussii. 

„  Amsonia. 

Myrsine  Doryphora. 
Sapotacites  sideroxyfoides. 

„  minor. 

Mimusops  tertiaria. 
Bumelia  Oreaduni. 

„        scabra. 
Diospyros  haeringiana. 
Androtmda  protogaea. 
Rhododendro}!.  sagorianum. 
Bomlmx  sagorianum. 

„        chorisiaefoliutn. 

3.  Hrastnigg. 

Das  Vorkommen  vou  Pflanzenfossilieii  in  den  Schichten  des  Kohlenflötzes  daselbst  ist  höchst  selten.  Bisher 
erhielt  ich  nur  wenige  Reste  aus  einem  lichtgraueu  Mergelschiefer  im  Hangenden.  Derselbe  ist  sehr  ähnlich 
dem  Mergel  schiefer  des  Steinbruches  von  Savine.  Es  konnten  unter  den  Einschlüssen  desselben  folgende  Arten 
unterschieden  werden:  Hi/pnuni  sia/orinnum^  Glyptostrohus  europaeus,  Scqiioia  Couttsiae,  Typha  latissima,  Cinna- 
MüiiiiiiH  pülyinorphiim,  Banksia  longifolia,  Butnelia  Oreaduin,  Aiidrunmia  protogaea,  Anoectomeria  Brongniartii, 
Nymphaea  gypsorum,  Enadypfus  oceanira,  Phaseolites  microphyllus.  Vou  diesen  Arten  kommen  9  auch  im  Stein- 
bruch von  Saviue  vor,  darunter  Hypnum  sagorianum. 

4.  Bresno. 

In  einem  gelblichgraueu  Schieferthou  im  Hangenden  des  Kohlenflötzes  finden  sich  daselbst  wohlerhaltene 
Pflanzenreste.  Dieselben  gehören  zu  folgenden,  auch  in  den  Savine-Schichten  vorkommenden  Arten:  Glypto- 
strobus  europaeus,  Sequoia  Tournalii,  S.  Couttsiae,  Carpinus  Heerii,  Fiims  Jynx,  F.  bumeliaefolia,  Cinnamonmm 
polyniorphum,  Banksia  lonqifolia,  Sapotacites  sideroxyloides,  S.  emarginatus,  Mimusopis  tertiaria,  Bumelia  Oreaduni, 
Andronwda  protogaea,   Celastrus  protogaeus,  Eucalyptus  oceanica. 

5.  Tuffe r. 

Die  Pflanzeufossilien  kommen  hier  in  einem  lichtgraueu  bis  riithliidiweissen  Mergelschiefer  vor,  welcher 
den  Schiefern  von  Saviue  ähiilicli  ist  und  ebenso  wie  diese  den  Schichten  des  Hangendsystems  von  Sagor  ent- 
spricht. Die  Erhaltung  der  Pflanzenreste  ist  nahezu  so  gut  wie  in  Savine.  Die  meisten  der  aufgefundenen  Arten 
kommen  auch  in  Savine  vor.  Dieselben  sind:  Hypnum  sagorianum,  Glyptostrobus  europaeus,  Sequoia  Couttsiae, 
Pinus  Palaeo-Taeda,  Typha  latissima,  Myrica  salicinu,  Castanopsis  sagoriana,  Quercus  Lonchitis,  Ficus  sagoriana, 
F.  bumeliaefolia ,  Pisonia  eocenica,  Hedycaria  europaea,  Laurus  Haueri,  Cimiamomum  piolymorphum,  Banksia 
longifolia,  Sapotacites  sideroxyloides,  Bumelia  Oreaduni,  Andromeda  protogaea,  Celastrus  protogaeus,  Eucalyptus 
oceanica  und  Eugenia  Apollinis. 


44 


Const antin  v.  Ettingshausen. 


Vergleichung 

der  fossileu  Flora  von  Sagor  mit  den  näcbstvervvandten  Tertiärfloreii  und  der  Flora  der  Jetztwelt. 


Systematische 
Anfzählimg  der  Arten 

Fundorte  im  Gebiete  der  Braunkolilen- 
flora  Sagor-Tüffer 

Verwandte 
Tertiärflorei 

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Analcige  Arten  der  Jetztwelt 

Regio  I.  THALLOPHYTA. 

Class.  FUNGI. 
Ord.  PYRENOMYCETES. 

1.  Xylomites  sagun'aims  Ett.  ... 

2.  Sphaeria  limhatii  Ett 

3.  „         Eucalypti  Ett 

4.  „         Suessii  Ett 

5.  „         minutissima  Ett.... 

6.  „         Fiel  tenuinervis  Ett. 
'•         „         Secretani  Heer.  . . . 

8.  Ehytisma  gründe  Ett 

Claas.  ALGAE. 

Ord.  FLORIDEAE. 

9.  Chondrites  laurenciuides  Ett. 

Ord.  FUCACEAE. 

10.  Ci/stoaeii'a  cunimuiiis  Uug. ... 

Ord.  f'HARACEAE. 

11.  Chara  Meriana  A.Braun... 

12.  „       Uiigeri  Ett 

13.  „       Langer!  Ett 

Regio  n.  CORMOPHYTA. 

A.  Acotyledoue.s. 

Class.  MUSCI. 

Ord.  P.RYACEAE. 

14.  Hypuum  sagmianuiii  Ett.... 

15.  Muscites  savinensis  Ett 

Class.  FILICES. 

Ord.  POLYPODIACEAE. 

16.  P/erix  sp.? 

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A'yt)»iu- Arten. 

Spliiiej-ia-Arteu. 

S.  herburiiin  Pers. 
Ehytisma  sp. 

('.  hiirhuta  Ag.  Adria. 

('.  hitrlntta. 
Charii  sp. 

JIi/jiniiiii  sp. 

17.  Bleclnium  Bruunii  Ett 

18.  DavuUia  Haidingeri  Ett 

19.  Earnwedelknospe 

Class.  CALAMARIiE. 

Ord.  EQUISETACEAE. 

20.  Equisetiim  repens  Ett 

21.  „          afßne  Ett 

B.  atrial  Hin  R.B  r.,  ß.  hrasilien^.  Rad 
/>.  cuiiariensis  J.  Sm. 

Equisetum  sp. 

Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain. 


45 


Systematische 

AiitV.älilnns-  iler  Arten 


Fundorte  im  Gebiete  der  Braunkohlen- 
flora Sagor-Tüffer 


&H 


B.  6\Tnnospennae. 
Class.  CONIFERAE. 

Ord.  CUPRESSINEAE. 

•22.  Aclhiostrobiis  niioceiiiciis  Ett. 

23.  Callüris  Bronyiiiartil  E  u  d.  sp. 

24.  Libocedrus  salicuniiouhs  U.  sp, 

25.  TaxodiuiH  distichum  miuc.  H.. 

26.  Ghjplostruhuri  eiiro/iaeus 
Brongn.  sp 

Ord.  ABIETINEAE. 

27.  SeqiioiaLaiigsdorfiihrng.  sp 

28.  „        TuurnaJü  Brng.  sp.. 

29.  „        Coiätsiae  Heer. 

30.  Arauairi«  Sternbergii 

Goepp.  sp 

31.  Cuiiiiinyhatm'a  mioci'iiica  Ett.. 

32.  Piiiüs  Palaeo-Slrohiis  Ett.... 

33.  „  Palaeo-Taedii  Ett 

34.  .,  Urani  Ung 

35.  „  Impios  Ung 

36.  „  iniytilujjlei'u  Ett 

37.  „  hohjthana  Vng 

38.  „  Palaeo-Abiex  Uug 


Ord.  PUUÜCARPEAE. 
39.  Fodonii-jiua  eiiceiiiai  Ung. 


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40. 
41. 
42. 


43. 


44. 
4.5. 


C.  Monopiityledones. 

Class.  GLUMACEAE. 

Ord.  GR AMINE AE. 
PhruymHes  oeiihiyensix  A.  Br. 

Poacites  aavinensis  Ett 

„        yeniculatus  Ett 

Ord.  CYPERACEAE. 
Ci/pet'Ks  Ititicnstatn^  Ett 

Class.  CORONARIAE. 

Ord.  SMILACEAE. 

SmiUix  Hukiinyeii  Ung 

„       jimicinerviü  Ett 

Class.   FLUVIALES. 


Ord.  NAJADEAE. 
4r..  Potamoyeton  Poacites  Ett.  .  .  .|  + 

47.  „  savincHSis  Ett... 

48.  Zostera  Unyeri  Ett 

49.  Najadopsis  divaricuU(   K 1 1.  .  .  . 

50.  NajudoHiioßi  Itinyifoliiim  Ett.. 


+ 


Class.SPADICIFLORAE. 

Ord.  TYPHACEAE. 
öl.   Typha  latissimu  A.  Braun.  . 


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Verwandte 
Tertiärfloren 


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Analoge  Arten  der  Jet/.twolt 


Aclmuitrobus  sp.  Australien. 

I('.  quadrivalvU  Vent.  Nordat'rika 
L.  decurrens  Torr.  Californien. 
T.  distichum  Rieh.  Nordamerika. 


+ 


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G.lieterophyllus  End.  China,  .Japan 


S.  .■iempervireiis  Californien. 


Araiicaria  escelsa  B.  Br.  Norfolk. 

P.  Strohus  L.  Nordamerika. 
/'.  sp.  Nordamerika. 
P.  Jüifolici  Li  ndl.  Guatemala. 
P.  iiiilis  Mich.  Nordamerika. 


.    +    . 

I     1 


P.iiisiyiiis  Dougl.  Californien. 
F.  Ahies  L.  Europa. 


P.  Chili  IUI  Rieh.  Chile. 


/'//.  commiiiiis  Linn.  Europa  etc. 


Cyperus  sp. 


Smilax  sp. 


PotaiiKiytioii  sp. 

Z.  marina  L.  Europa. 


+  + 


T.  lati/olia  L.  Europa  etc. 


46 


Constantin  v.  Ettingshausen. 


Systematisclie 
Aiifzähliing  der  Alten. 


Fuudorte  iui  (iebiete  der  Braunkohlen- 
flora  Sagor-Tüflfer 


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Verwandte 
Tertiärfloren 


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Analosre  Arten  der  .Jetztwelt 


Ord.  PANDANEAE. 

52.   Faiit/iuiiia  ctiniii)lici(!<   Ett. 

Class.  PRINCIPES. 

Ord.  PALMAE. 
.53.   Vhtheitaritt  ^aiforiaiui   Ett.... 

D.  Apetalae. 

Class.  JULIFLORAE. 

Ord.  CASUARINEAE. 

54.  ('asiian')i(i  sotzkiatiu   Ung.  sp. 

55.  „  sayoridiia  Ett.... 

56.  „  s|) 

Ord.  MYRICACEAE. 

57.  MijricK  äaijijiiaiifi   Ett.   .. 

58.  „  dejierdita  U  n  g. .  .  . 

59.  „  .•id/iciiia  Ung 

0(1.  „  liyitHum  Uug.  ... 

<>1.  „  acumiiiata  Ung... 

62.  „        hderiiiyiujui  Ung. 

63.  „       banksiaefoliu  Ung. 

Ord.  BETULACEAE. 

64.  Betidu  IJri/adiim  Brngu. . 

65.  „       prisnt   Ett 

66.  „       BruiKjiiitirlü  Ett.. 

67.  y.       jilati/iiferii  Ett.  .  .  . 

68.  Aliius  Kefersteinii  Goepp 

69.  „      tjraciViK  Uug. 

Ord.  CUPULIFERAE. 

70.  Varpiniis  Uee.rii  Ett 

71.  Oslryu  Alliiiilidii;  Ung.  .. 

72.  Cori/lua  Mac  Quairii  Heer 

73.  Fayiis  Fcroiilae  Ung 

74.  Castanea  utaoia  Ung 

75.  Castaiiopsis  rfayoficiJia  Ett 

76.  Quercui  Daphtiex   Uug.    var. 

rlilorophylhi 

77.  j,  Apocijttoplty//f(ni  Ett 

78.  „  Naumunni  Ett.. 

79.  „  NyinjiliiiruiH  Ett 

80.  „  cuspidalaJiosiim.sl>. 

81.  „  Drytmja  Ung. 

82.  „  Lonchitis  Ung, 

83.  „  Fseudo-Loiwhitis  ]i,tt. 

84.  „  aucubaefulia  Ett.. 

85.  „  decurrens  Ett 

86.  „  tephrodes  Ung.  ... 

87.  „  Gmdiiü  A.  Braun 

88.  „  sayorlana  Ett.  ... 

Ord.  ULMACEAE. 

89.  TJlmtis  Bruimii  Ung 

90.  „      plurinerviu  Ung 

91.  „      Braunii  Heer 

92.  Plamra  Unyeri  Ett 


+ 


+ 


+ 


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Pandanus  ap. 


C.  sunialraiiu  Juugh. 

sp.  Australien. 
C.  Ihuyoklef:  Mig.  (?)  Australieu. 


M.  jjeiiiisijhxoiica  La  in.  Nordamer. 
M.  cerifcru  L.  Nordamerika. 

Ausgestorbene  Typen  mit  Frutea- 
(;(!f((-Hal)itns 


B.  Rhiiiptiltrii  Wall.  Nepal. 
B.  leittu  L.  Nordamerika. 

A.  coidifolia  Ten.  Süd-Europa. 
A.  oiridis  D  C.  Europa. 


C.  Betulus  L.  Europa. 

0.  oiryinica  Willd.  Nordamerika 

C.  Avellanu  L.  Europa  ete. 

F.ferniyhwa  Ait.  Nordamerika. 

C.  vescii  L.  Europa  etc. 

C.  aryentea  D  C.  var.  Ostindien. 

Q.  cireiis  Ait.  Nordamerika. 


Q.  Saiiorii  Liebm.  Mexiko. 
g.  laiicifoliu  Sciriede.  itfexiko. 


y.  aquatica  Wa,\t.  Nordamerika. 
Q.  alba  L.  Nordamerika. 


U.  campestris  L.  Europa. 

U.  amerkuna  Miclix.  Nordamer. 

U.  cUiuta  Ehrh.  Europa 

F.  Rkhaidi  Mich.  Caucas.,  Greta, 


Die  fossile  Ilora  von  Sagor  in  Krain. 


47 


Systematische 
Aiit'zähluuff  der  Arten 


Fundorte  im  Gebiete  der  Braunkohlen- 
flora Sagor-Tüffer 


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Tertiärfloren 


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Analoge  Arten  der  Jetztwclt 


03. 

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96. 

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99. 
100. 
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104. 
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106. 
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108. 
1 09. 
110. 
111. 
112. 
113. 
114. 
115. 
116. 
117. 


Ord.  CELTIDEAE. 

(  Vft/V  memhratüfoHa  E  1 1. 
„     con'acea  E tt 


Ord.  MOREAE. 

Ficiia  liiinxulafa  Heer  .  . . . 

„  sagoriana  Ett 

„  primaeva  Ett 

„  Morloti  U  n  g 

„  piloaa  Ett 

„  Goeppeiii  Ett 

.,  cluHaefolki  Ett 

,,  navinenm^  Ett 

„  hanisteriaefolia  Ett. 

,,  recHiiervis  Ett 

„  »lulliiiemiü  Heer.  .  . 

„  tenuinei-vis  Ett 

,.  Persephones  Ett.... 

,,  Jyiix  ü  n  g 

„  arcinervis  Heer. 

„  Apollmis  Ett 

„  Deschmanni  Ett.  .  .  . 

„  hmnel iaefolia  Ett.  .  . 

„  wettei-uvica  Ett 

„  Atlant  idis  Ett 

.,  Daphnngeties  Ett.  .. 

„  Martü  Ett 

„  Langen  Ett 


Ord.  ARTOCARPEAE. 

1 18.  Äiiucarpidhim  inlegrifoliuni 

119.  „  Ungeri  Ett,  . 


Ord.  PLATANEAE. 

Plrttduus  aceroides  Goepp. 

Ord.  SALIOINEAE. 
I'opuluH  mutal/ilis  Heer. .  .  . 
Su/ix  aqtiitanka  Ett 


120. 


121. 
122. 


Cliiss.  OLERACEAE. 
Ord.  NYCTAGINEAE. 

123.  /V«i»/«  coceiiiai  Ett 

Class.  THYMELEAE. 
Ord.  MONIMIACEAE. 

124.  Hedycana  europaea  Ett..., 

125.  Laurelia  redwimi  U  n  g 

Ord.  LAURINEAE. 

126.  Laiinis  primigenid  Ung. 

127.  „  phoeboiiles  Ett.. 

128.  „  ocoteaefol kl  Ett. 

129.  „  stenophy/la  Ett. 

130.  „  Lalages  Ung... 

131.  „  AgathopJujUuiii   Ung 

132.  „  tristanmefolia  Web. 

133.  „  Lauriis  Hmieri  Ett.. 

134.  „  princeps  Heer  .    . . . 


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('e/lia  Arten. 


F.  prinoejiH  Kunth.  Trop.  Aiiiei 
/''.  e/(istim  R,  0.stindieu. 

F.  h.HCOsticta  Hort.  O.stindicu. 

F.  fernigiiiai  H.  B.  S.  0.'<tiudieii 
F.cilinlosu  T,ink.  Ostindien. 
FicKs  sp.  Ostindien. 


F.  Bmjmni)ie.a  L.  O.stindien. 
/''.  Ifiiirifolia,  F.  aiiguslifolki. 
F.  tittiüfcens  N.  Ostindien. 


F.  aDiericiiiia.  F.  hiiviitn. 
F.  hciiga/ka.  Ostindien. 


+ 


r.  occkkntalis  L.  Nordamerika. 


/'.  fiiphrulica  Ol.  Asien. 


r.  Kitbcorduta  Sw.  Brasilien. 


H.  deiUata  Forst.  Neuseeland. 
L.  semperviren»  R,  P.  Chile. 


L.  canariensis  Sm.  Canarien. 
Plioebe  laiici'olata  Wall.  Ostindien 
Ocoten  giiiananeiisiii  Anbl.  Guiana 


+ 


48 


Constantin  v.  Ettinqshausen. 


Systematische 
Aufzähliiiig-  iler  Arten 

Fundorte  im  Gebiete  der  Hraunlcohlen- 
flora  Sagor-Tüffer 

Verwandte 
Tertiärfloren 

Analoge  Arten  der  .Jetztwelt 

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135.  Persea  spea'osa  Heer 

136.  „      Heerii  Ett 

137.  Litsaea  dermatopliylloii  W.  sp. 
1 3s.  Ciiimimomum Rossmaessleii H. 

139.  „            Scheuchzet-i  H.  . 

140.  „             lanceolafKmU.sp 

141.  „           j)oli/niO)jiIiU)iiYiY. 

142.  „           spectabik  Heer 

143.  DuphnofjeHe  emarginala  Ett. 

Ord.  SANTAI-ACEAE. 

144.  LeptoHwn'a  dista/ia  Ett. 

14.5.  Santalum  salicinam  Ett 

146.  „          acheroi/liciiiii  Ett.. 

147.  „           osi/riiium  Ett 

148.  n          cuspidutum  Ett... 

Ord.  DAPHNOIDEAE. 

149.  Daphiie-  aquitaiika  Ett 

150.  Fimdea  tlubia  Ett 

Ord.  PROTEACEAE. 

151.  Cunospermmn  macrophylliim  E. 

152.  Cenarrhenes  Hatieri  Ett.... 

153.  Persoonia  Daphnes  Ett 

154.  „         cuspidata  Ett 

155.  „         Mi/rtiUus  Ett 

156.  G-reviVea  luteniii/iaiKt  Ett... 

157.  Hakea  macroptet-a  Ett 

15S.       „      stenocarpifol ia  Ett.... 

159.  „      fraxinoides  Ett 

160.  Lamhertia  extincta  Ett 

161.  Enibothrium  leptospermumE  1 1. 

162.  „             stenospermum 

Ett. 

163.  „             macroptefmum 

Ett. 

164.  Lomatia  oceanica  Ett 

165.  Bunkfu'a  sagoriana  Ett 

166.  „         hiigifolia  Ett 

167.  „         Haidingeri  Ett 

I6,s.   Dri/diidra  sagoriaita  Ett.  ... 

169.  „          Ungeri  Ett 

170.  Dryandroides  etegans  Ett.... 

E.  Gamopetalae. 
Class.  AGGREGATAE. 
Ord.  COMPOSITAE. 

171.  llijoserites  Lingua  Ett 

Class.  CAPRIFOLIACEAE. 
Ord.  RUBIVCEAE. 

172.  CinchonidiumbiUnicum  Ett.. 

173.  „             sagorianmnE  tt. 

174.  „             angustifolimn  E. 

175.  „             latifulium  Ett.. 

176.  „            mucronatum'E^.. 

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P  indica  L.  Canarien. 

P.  gratissima  Gärtn.  Trop.  Amer. 

C.  eucahjptoldes  Nees.  Ostindien. 
C.  pieduncidatum  T  h  u n  b.  Japan 

C.  Camphora  L.  sp.  Jiipan. 

L.  adda  B.  Brown.  Australien. 
S.  obtusifoUum  B.  Br.  Anstralien. 

S.  lanceolatum  B.  H  r.  Australien. 

C.  hngifolinm  Sm.  Australien. 

C.  nitida  K.  B  r.  Neuseeland. 

P.  dnplinoidca  Sieb.  Anstralieu. 

P.  mxß-tiUoides  Sieb.  Anstralien. 
G.  oleoides  Sieb.  Australien. 

SteHOcai'pm  salignits  R.  Br.  Austr. 

L.  uiiiflwii  R.  Br.  Anstralien. 

L.  polymorpha  R.  Br.  Australien. 

B.  oblongifüliu  R.  B  r.  Australien. 
B.  spimdosu  R.  B  r.  Australien. 
B.  coccinea  R.  Br.  Australien. 

D.  hngifolia  R.  B  r.  Australien. 
D.  arm'ata  R.  Br.  Australien. 

Amerikanische  Cinchonaceen. 

Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain. 


49 


Systematische 
Aufzählung  der  Arten 


Fundorte  im  Gebiete  der  Braunkohleu- 
flora  Sa.^'or-Tüffer 


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Verwandte 
Tertiärfloren 


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Analoge  Arten  der  Jetztwelt 


Class.  CONTORTAE. 
Ord.  OLEACEAE. 

177    Olea  Noti  Un  g 

178.  „    carniolica  Ett 

179.  Noteiaea  rectiiiervh  Ett 

ISO.  Ligiistruyn priscum  Ett 

181.  Fraxinus  primigenia  Ung.  .. 

182.  „         saviitensis  Ett 

183.  n         palaeo-ejccelsior 'Ett. 

Ord.  APOCYNACEAE. 

184.  Apocynophyllum  Beunsii  Ett. 
18.5.  „  pachypliiß.  E. 
166.  n               haeringiaii.F,. 

187.  •,  saUcinum   E. 

188.  „  angusfidiiE.. 

189.  „  tenuifoliiiDiE. 

190.  „  Amsonia  U.. 

191.  „  lange  petiol.E. 
192s  n                hreve-petiol.^. 

19.?.  NerHinium  majiis  Ung 

194.  Echitonium  superstes  Ung... 

19.T.  „           microspennum  U.. 

196.  Alstonia  carniolica  Ett 

Clasa.  NUCULIFERAE. 
Ord.  MYOPORINEAE. 

197.  Mijoiiontm  Salicites  Ett 

198.  „  ambiguum  Ett.  .  . 

Ord.  ASPERIFOLIACEAE. 

199.  Hdiotropites  parvifoUus  Ett.. 

Class.  PETALANTHAE. 


+ 


200. 
201. 
202. 

20.3. 


•204. 
205. 
206, 
207. 
208. 
209. 
210. 
211. 
212. 
213. 
214. 
215. 
216. 


Ord.  MYRSINEAE. 

Myrsine  Vnrypliura  Ung.  . 
„  Qiicalyptoides  E 1 1. 
„  savinensis  Ett.  .  . 
„        Endymionis  Ung. 


Ord.  SAPOTACEAE. 

Sapofdcites  siileroxyluides  E.  . 
n  Daphnes  Ett.  .  .  . 

^  emarginatii^  Heer 

p  minor  Ett 

„  Heerii  Ett 

.,  longepetioldtiis  Ett. 

„  Chaniaedrya  U.  sp. 

Miniiisops  tertiaria  Ett 

Chrysophyllum  sagorianiim  E. 

Bumdia  Oreadum  Uug 

„        Plejadnm  Ung 

„        Heliudiim  Ett 

„        scabra  Ett 


+ 


Ord.  EBENACEAE. 
217.  Diospyros  hfierimfiana  Ett. 
218. 


brachysepala  A.  B  r 


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0.  exasperata  Jacq.  Cap. 

0.  europaea  L.  Süd-Europa,  Orient 


O.  europaea  L,.  .^UQ-Jliuropa,  Uriei 
N.  loiiyifolia  R.  B  r.  Australien. 
L.  vulgare  L.  Europa,  Caucasus. 


F.  excdsior  L.  Europa. 


+  + 


+ 


+ 


+ 


+ 


Amsonia  laiifolia  Michx.  Nordam 
Periploca  graeca  L.  Süd-Europa. 
A.  mucrnphylla  Wall.  Philipp.-Ins. 

MyoporioH  sp.  Australien. 


M.  lancifolia  Mart.  Brasilien. 


M.  salicifolia  DC.  Guadeloupe. 


+ 


Bumdia  rctusa  Sw.  Jamaika. 


3//»iHS()jw  sp.  Ostindien. 

Ch.  argcnteum  J  HC.  Trop. Amerika 

B.  neroosa  Spr.  Jamaika. 


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D.  Lotus  L.  Süd-Europa  etc. 


DcukBchriften  der  mathem.-naturw.  Gl.  L.  Bd. 


50 


Consfantiti  v.  Etfingshausen. 


Systematische 
Aufzählung  der  Arten 


Fundorte  im  Gebiete  der  PSrauukolilen 
flora  Sagor-Tüfl'er 


Er   M 


219.  Diosjtyros  ancejjs  Heer.  . 

220.  „         /otoides  Uug. .  . 

221.  „         sagoriana  Ett. 

222.  „  Wodanl  Ung.  . 

223.  „         biUnica  Ett.   .  . 


Ord.  STYRACEAE. 

224.  Symplocos  mdobojana  Ung. 

225.  „  stivinensis  Ett.  .. 


Class.  BICORNES. 

Ord.  ERICACEAE. 

226.  Amlromeda protogaea  Ung.  . 

227.  B  sagoriana  Ett.  .  . 

228.  RJtodudeiidron  sagoriamim  E, 

229.  Ledmn  limnophüum  Ung.  .  .  . 

Ord.  VACCINIEAE. 

230.  Vac  tnium  acheronficum  Ung. 
23 1  „         Palaeo-Mgiiillus  E, 


F.  Dialypetalae. 
Class.  DISCANTHAE. 

Ord.  ARALIACEAE. 

232.  Oiissonia  ambigua  Ett 

233.  Ardliophyllum  hedei-oides  Ett 

234.  „  crenu/atiim  E. . 

235.  „  asperum  E.... 

236.  „  Saportaiium  E 

Ord.  AMPELIDEAE. 

237.  Cissiis  Heeiii  Ett 


Ord.  CORNEAE. 

238.  Camus  Büchii  Heer 

Ord.  LORANTHACEAE. 

239.  Loranthus  Eucalypti  Ett.  .  .  . 

240.  „  extinctus  Ett 

241.  „  Palaeo-Exocarxn  E. 

242.  Phfhirusa  Falaeo-Tlieobromae 

Ett. 
Class.  CORNICULATAE. 

Ord.  SAXIFRAGACEAE. 

243.  C'allicoma pannonica  Ung.  .. 

244.  „         micfophylla  Ett.... 

245.  Ceratopetalum  haeringiaHum 

Ett. 

246.  Weinmannia  sotzkiana  Ett 


247.  Hydrangea  saynriaua  Ett. 

248.  „  dubia  Ett 


Class.  POLYCARPICAE. 

Ord.  MA6N0LIACEAE. 

249.  Magnolia  Dianae  Ung 

250.  Magnolioides  carnioHca  Ett. 


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Verwandte 
Tertiärfloreu 


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Analoge  Arten  der  Jetztwelt 


D  virginiana  L.  Nordamerika. 
D.  lanceolala  Poir.  Madagaskar. 


S.  ma-inca  HB.  Mexiko. 


A.  cucahjploides  DC.  Trop.  .\mer. 
li.  acahides  D  e  s  f.  Kleinasien. 


V.  Klainiiieiiiii  Alt.  Nordamerika. 
V.  Myiiillus  L.  Europa. 


C.  thyrsißora  Tliiinb.  Cap. 


Cormi-s  sp.  Nordamerika. 


L.  miraculosus  Mi q..  Australien. 
L.  oleaefoUiis  Ch.  et  Seh.  Cap. 
L.  Exocarpi  Behr.  Australien. 


Ph.  Tlieobromae  Will d.  Tr.  Araer 


C.  serratifolia  Andr.  Australien. 


C.  yummiferttm  Sm.  Au.stralicu. 
Weinmannia  sp.  N.-Seeld.  u.  T.  Am 


H.  Hortensia  D  C.  China,  Japan. 


M.  grandifloraLinu.  Nordamerika 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain. 


51 


Fundorte  im  Gebiete  der  Braunkohlen- 
flora  Sagor-Tüffer 


Systematische 
Aufzählung  der  Arten 


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Verwandte 
Teitiärfloren 


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Anah)ge  Arten  der  Jetztwelt 


Ord.  i;  AN  UN  C  UL  A( JEAE. 
251.   Clematis  sagoriana  Ett 

Class.  NELUMBIA. 

Ord.  NYMPHAEACEAE. 

S.öS.   Anoectomeria  Brunyniaiii  S.  . 
25ii.  Nyinphaea  gjipsorum  Sap.  .. 

Class.   COLUMNIFERAE. 

Ord.  BOMBACEAE. 
•254.   Bombax  sayorianum  Ett.... 

255.  „        choriäiaefoliuiH  Ett.. 

U.d.  STERCULIACEAE. 

256.  Sterculia  Labrusca  Ung 

257.  „         Jaurhta  Ett 

Ord-  BÜTTNERIAOEAE. 

258.  Pterospermum  sagorianuut  E. 


Class.  GUTTIFERAE. 

Ord.  TERNSTROEMIACEAE 
259.   TeritfitiveiHia  hilinica  Ett.... 


Class.  ACERA. 

Ord.  ACERINEAE. 

260.  Acer  büegrilobum  0.  Web.. 

261.  ri     trilobatum  A.  Braun  . 

262.  „     Eüminianuin  Heer... 
2(J3.      „     stenocarpum  Ett 


Ord.  MALPIGHIACEAE. 

264.  Tetrapteris  sagoriana  Ett.. 

265.  „  minuta  Ett.   ... 

266.  Banisteria  carniolica  Ett.  .  . 

267.  Malpiyhiastrum  rotundifol.  E. 

Ord.  SAPINDACEAE. 

268.  Saphidus  falcifolius  A.  B  r.  .  . 

269.  „         undulatas  Heer.  .  . 

270.  „         duhius'üug 

271.  „         PytJdi  Ung 

272.  „         asperifoUus  Ett.... 
293.  Sapixdophijllum paradoxumE. 

274.  Dodonaea  Apocynophyllum  E. 

275.  „         So//ates  Ett 

Class.  FRANGULACEAE. 

Ord.  PITTOSPOREAE. 

276.  Pitlosjjvrion  pulaeo-tetrasper- 

tnuni  Ett. 

277.  Binsaria  rudohojana  Ung.  .  . 

Ord.  CELASTRINEAE.. 

278.  Celasirus  AeoU  Ett 

279.  „         Andromedae  Ung.  , 

280.  „         cassinefoUus  Ung. 


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+ 


B.  gluucescens  Sw.  Brasilien. 
Chorisia  ajjeciosa  St.  Hill.  Tr.  Am. 


S.  diversifolia  G.  Don.  Australien 
Sterculia  sp.  Ostindien. 


/'.  laiiceaefi)lium  Roxlj.  Ostindien, 


.  + 
.  + 
+   + 


+ 


+ 


+ 


+ 


T.  dentatu  S  w.  u.  A.  Trop.  Amer, 


A.  campestre  L.  Europa. 

A.  rubrum  L.  Nordamerika. 

A.  pühjmorphum  Sieb.  .Tapan. 


Tetrapteris  sp.  Trop.  Amerika. 
Banisteria  sp.  Brasilien. 

S.  surinamensis  Poir.  Trop.  Amer. 


D.  viscosa  L.  Australien. 

D.  laurifulia  Sieb.  u.  A.  Austral. 


/'.  tetraspermum  W.  et  A.  Ostiud. 
B.  spitwsa  Cav.  Australien. 


C.  Iriyi/iius  DC.  St.  Mauritius. 

C  ylaiwas  Salt. 

C  buxifoüas  L.  Cap. 


7* 


52 


Consf antin  v.  Ettingshausen. 


Systematisehe 
Aufzähluus  iler  Arten 


Fundorte  im  Gebiete  der  Braimkohlen- 
flora  Sagor-Tüflfer 


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Verwandte 
Tertiärfloren 


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Analoge  Arteu  der  Jetztwelt 


281.  Celastrus  Acherontis  Ett 

282.  „        protogaeuü  Ett 

283.  „        Pse«fZo-27(a;  Ett 

284.  „  sayoriamis  Ett.  ... 
28.5.  „  oxyphyUus  Ung. ... 
28G.         „         P/«tom!S  Ett 

287.  „        JlfwrcÄisoH/  Heer .  . 

288.  ,,         (h2}erdit HS  Ett 

289-  „         (ireophtjUus  Uug.   .. 

290-  „         Hiiipohjti  Ett 

291.  „         europaeiis  Ung.  ... 

292.  Pterocelustfiis  elaeMKsVug.ap 

293.  Elaeodenih-OH  Persei  Ung.sp 

294.  „  sagorianwnEtt 
29.5.               „  styriaciim  Ett. 

296.  „  rifej/eHecUug.sp. 

297.  „  dubium  Ett.  .  . 

298.  Evoiiymiis  Heetii  Ett 

Ord.  ILICINEAE. 

299.  Hex  steHophylla  Ung 

300.  „    parscJilugiana  Ung.  ... 

301.  „    saguriaiia  Ett 

302.  Prinos  hyperhorea  Ung.  ... 

Ord.  RHAMNEAE. 

303.  Zizyphus puradisiacus  Ung. 

304.  „  undiüatus  Ett.... 
30  5.        „           savinensis  Ett.... 

306.  Bercliemia  mitltlnervis  A.  Br, 

307.  Bhamnus  Gaiidini  Heer.... 

308.  „        Z>ec/je/»V  Weber . 

309.  „         paticinervis  Ett... 

310.  Pontaderris  uciotiiiiataEtt.  . 

Class.  TEREBINTHINEAE. 

Ord.  JUGLANDEAE. 

Sil.  Juglans  acuminata  A.  Br. .  .  . 

312. 

313. 

314. 

315. 

316. 

317. 


venosa  Ett.  . 

„        recthiervis  Ett 

Carya  prae-oHoaefortiiis  Ett. 
„       e/aeiioides  Ung.  sp.  .. 

„       trifailensis  Ett 

„       Ueerii  Ett 

318.  Pterocarya  deiitiadata  Web.. 

319.  Engelhardüa  Brongniarti  S  a  p 

Ord.  ANACARDIACEAE. 

320.  PiMacia  Palaeo-LeiUiscus  Ett. 

321.  Bhus  stygia  Ung 

322.  „  2«'i^<^  l^tt 

323.  „  hydrophila  Ung 

324.  „  sagoriana  Ett 

325.  „  obovata  Ung.  sp 

326.  „  Latoniae  Ett 


Ord.  ZANTHOXYLEAE. 

327.  Zanthoxylum  haeringianum  E, 

328.  Ptelea  intermedia  Ett 

329.  „      microcarpa  Ett 

330.  Aüanthus  Orionis  Ett 


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+    .  \+  C.  emplmtrifolius  E.  et.  Z.  Cap. 
.1  +  1+  C.  riyidiis  Thunb.   Cap. 
+    .  !+  C.  itttegriß-ilius  Thunb.  Cap. 

C.  ooatus  Eckl.  Cap. 
+  +  C.  acuminulus  Thunb.  Cap. 

C.  colUnus  Eckl.  et  Z.  Cap. 

C.  iteterophyllus'Ei  c  k  1.  et  Z  e  y  h.  Cap 


+ 


+ 


+  .  '  + 
+  .  + 


+ 


C.  caiiipestris  E.  et  Z.  Ca]j. 

C.  myiiifoliiis  L.  Jamaika. 

Pterocelastrus  sp.  Cap. 

E.  cur-tipendulum  Endl.  Norfolk. 


+    ..£".  (iiisfrale  V.  u.  A.  Australien. 

E.  atropurpureusic  (p  Nordamerika, 

+  J.  anguslifolia  Willd.  Nordamer. 

J.  DahooH  Walt.  Nordamerika. 
P.  glaber  L.  Nordamerika. 

Z.  cätidifnlius  D  C.  Java. 

B.  voiiibilis  DC.  Nordamerika. 
+    .  \+ B.  yraiidifnlius  Fisch.  Kaukasu.'i. 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


Pomoderris  sii.  Australien. 


J.  regia  I..  Persien. 


C.  olivaeformi.i  N  u  1 1.  Nordamer. 

C.  sulcata  Nutt.  Nordamerika. 
C.aquatica  Mich.  Nordamerika. 
P.  caiwasica  Kth.  Kaukasus. 
Engdhardtia  Sp.  Philippinen. 


P.  Lentiscus  L.  Süd-Europa. 

Bhus  sp.  Amerika. 

Bh.  viminalis  Val.  Süd- Afrika. 
Bhus  sp.  Süd-Afrika. 


Z.  horrldiwi  Brasilien. 

Pteleu  sp.  Nordamerika,  Mexiko. 

P.  podocarpa  DC.  Mexiko. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain. 


53 


Systematische 
Aufzählung  der  Arten 

Fundorte  im  Gebiete  der  Braunkohlen- 
flora Sagor-Tüifer 

Verwandte 
Tertiärfloreu 

Analoge  Arten  der  Jetztwelt 

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Class.  CALYCIFLORAE. 
Ord.  VüCHYSL\tEAE. 

331.  Vochysia  europaea  Ett 

Ord.  COMBRETACEAE. 

332.  Terminaliu  radobojensis  Ung. 

333.  „           miocenica  Uug.  .  . 

334.  „           Fenzliami  Ett.  .  . 

Class,  MYRTIFLORAE. 

Ord.  MYRTACEAE. 

335.  Eucalypitus  oceanica  Ung.  .  .  . 

336.  „           haeringiana  Ett.. 

337.  „          grandifolia  Ett.  . 

338.  Call istcmuphytl um  iiieluleucae- 

forine  Ett. 
3.'!9.             „                acuminatum  E. 

340.  Metrosideros  europaea  Ett... 

341.  Eugenia  Apollinis  Ung 

Class.  ROSIFLORAE. 
Ord.  POMACEAE. 

342.  Cotoneaster  Persei  Ung 

Ord.  AMYGDALEAE. 

343.  Prunus  mohicana  Ung 

344.  „       Palaeo-C'erasus  Ett.. 

Class.  LEGUMINOSAE. 
Ord.  PAPILIONACEAE. 

345.  Psoralea palaeogaea  Sap.  ... 

346.  Glyzyrrhiza  deperdita  Ung.  . 

347.  „            Blandusiae  Ung. 

348.  „            Hesperidum  Ung. 

349.  Robinia  Druiduni  Ett 

350.  „        crenata  Heer 

351.  Erythrina  Ungeri  Ett 

352.  Diodeu  protogaea  Ett 

353.  Kennedya  PhaseoUtes  Ett.  .. 

354  „         urbicularis    Ung.  sp. 

355  PhaseoUtes  glycinoides  Sap.  . . 

356  „           microphyllus  Ett.. 

357  „           dolichophiillus  W.  . 

358  „           Eutychos  Ung 

359  „           erioseniaefolius  U.  . 

360.  Dalberyia  hecastojjhi/lliiiaS Stp. 

361.  „          palaeocarpa  Sap.  . 

362.  „           haeringiana  Ett. .  . 

363.  „          valdensis  Ueev .  .. 

364.  „          retusaefoliaWeh.si). 

365.  „          primaevu  Ung.... 

366.  Machaerium  palaeogaeum  Ett. 
361  PalaeolobiumheterophyllumVlig. 

368.  „          radabojense  Ung.. 

369.  Soplwru  curupaea  Ung 

370.  Styphnolubium  europaeum  Ett 

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V.  atuminatu  H.  M.  V.  Br.-i.silieu. 

Eucalyptus  sp.  Australien. 

M.  polymorpha  G  a  u  d.  Oceanien. 

P.  caruliniaiut  Ait.  Nordamerika. 
P.  Cerasus  L.  Europa. 

P.  hituminosa  L.  Süd-Europa. 

G.lepidota  Nutt.  Nordamerika. 

B.  Pseudo-ActKia  L.  Nordamerika, 
ft.  hispida  L.  Nordamerika. 
E.  coralloides  DC.  Mexiko. 
D.  lasiocarpa  Mart.  Brasilien. 
K.  arabiai  H.  et  S  t.  Afrika. 
K.  arenaria  Benth.  Australien. 

Dalberyia  sp.   Ostindien. 
D.ferruyinea  Koxb.  Ostindien. 
M.  muticum  Benth.  Brasilien. 

S.  tomenlosa  L.  Ostindien. 
St.  japonicum  Schott.  Japau. 

54 


Constantin  v.  Ettingshausen. 


Systematische 
Aufziililung  der  Ai-ten 


Fundorte  im  Gebiete  der  BrauiiliDlilen- 
flora  Sagor-Tüffer 


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Verwandte 
Tertiärfloren 


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Analoge  Arten  der  .Tetztwidt 


Ord.  CAESALPINIEAE. 

371.  Caesalpinia  Haiditujeri  Ett 

372.  „  Heerii  Ett.  . 

373.  Cassia  Phaseolües  Ung. 

374.  „  Berenkes  Ung... 

375.  „  sayuriana  Ett... 

376.  „  hi/jjerborea  Ung. 

377.  „  Feroniae  Ett 

378.  „  liynitum.  Vng..  .  . 

379.  „  ambi(/ua  Ung.  .  . 

380.  „  denticuJafa  Ett.  . 

381.  n  stenopliyUa  Heer 

382.  „  Meninonia  Ung.. 

383.  n  xiulaevijaea  Web. 

384.  Podogonium  Li/ellianum  Heer 

Ord.  MmOSEAE. 

385.  Acacia  sotzkiana  Ung 

386.  „       parscMiujkina  Ung.  . 

387.  Mimosites  haerinykiims  Ett.. 


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C.  itepiaria  Roxb.  Ostiadien. 

C.  micrunthera  D  C.  Brasilien. 
C.  laeviyata  W.  Trop.  Amerika. 
C.  planisiliqua  Lam.  Troji.  Amer. 
C.  laeciyata  W.  Trop.  Amerika. 
C.  stlpulacea  A  i  t.  Chile. 
C.  chri/solricha   Coli.  Antillen. 


C.  australis  Sims. 


A.  poiiortceiiaif  W.  Trop.  Amerika. 
Acacia  sp.  Trop.  Amerika. 


Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain.  55 


Erklärung  der  Tafelu. 


TAFEL  XXVIII. 

V\g.  1.  lilujUsiiia  yrandc  Ett.  Pilz,  .•iiit'  einem  iiubestiiiimbaren  Dieotyledonen-Blatl.  Vom  Steinbruch  bei  Savinc. 

„  2.  SjiJia^fia  minutissima  Ett.    Pilz,   auf  einem  Dicotyledonen-Blattreste,   wahrscheinlieh    von  JUius.     Vom  Stollen   bei 

Savine.  2a  u.  2b  Vergrösserunj^en  der  Perithecien. 

„  3.  Sphaerin  Fici  teiiuinervis  Ett.  Auf  einem  Blatt  von  Fiats  tcmiiiiiTvi.<.  Vom  Stollen  bei  Savine. 

„  'I.  Equisefum  repens  Ett.  Vom  Steinbruch  bei  Savine.  Fig.  in  Vergrösserung. 

„  5.  Muscites  savinensis  Ett.  Steinbruch  bei  Savine.  Fig.  5a  vergriissert. 

„  G.  Ohara  Mer  tan  i  A.Braun.  Von  derselben  Localität. 

„  7.  Furnwedelknosije,  vielleicht  zu  Bhchiium  Braunii  gehörig.  Von  derselben  Localität. 

„  s.  Epidermis  yitn  Smihix  HaidiiKjeri  Ung.  Von  einem  Exemplar  aus  dem  Stollen  bei  Savine. 

„  9.  Epidermi.s  eines  anderen  Exemplars  derselben  Art;  zum  Vergleiche  mit  der  vorigen. 

;,  10.  Sequüia  Couttsiae  Heer.  Zapfenfrueht.  Vom  Stollen  bei  Savine. 
„11.  Pinus  Palaeo-Taeda  Ett.  Männliche  BlUthe.  Steinbruch  bei  Savine. 

„  1-2.  Podocarpus  eocenica  Ung.  Blatt  vom  Steinbruch  bei  Savine. 

„  LS,   U.  Samen  von  Casimrimi.  I3(i  und   136  dieselben  vergrössert  dargestellt.  Vom  Steinbruch  bei  Savine. 

„  15.   Qucrcus  Nympharum  Et't.  15  a  Vergrössernng  der  Nervation. 

„  16.   Quercus  Lonchitis  Ung.  Frucht.  Steinbruch  bei  Savine. 

„  17.  Quercus  fephrodes  Ung.  Blatt.  Trifail,  Tagbau. 

„  18.  Custanopsis  sagoriana  Ett.  is«.  Die  Nervation  vergrössert  gezeichvet.  Steinbruch  bei  Savine. 

„  19.  -20.  Carpinus  Heerii  Ett.  Fig.  19  Blüthenkätzohen ;  Fig.  20  Blatt,  beide  vom  Steinbruch  bei  Savine. 

,.,  21.  22.   Ulmus  Bronnii  Ung.  Fig.  21  Flügelfrucht;  Fig.  22.  Blatt.  Steinbruch  bei  Savine. 

TAFEL  XXIX. 

Fig.  1.  Ficus  teniiinervis  Ett.  Fig.  la.  Vergrössernng  der  Nervation.  Steinbruch  bei  Savine. 

„  2.  Ficus  Persephones  Ett.  Von  der  genannten  Lagerstätte. 

„  3.  Ficus  banisteriaefolia  Ett.  Von  eben  daher.  Fig.  3a  die  Nervation  vergrössert  dargestellt. 

„  4.  Ficus  savineiiKis  Ett.  Fig.  4«  Vergrössernng  der  Nervation.  Aus  der  gleichen  Lagerstätte. 

„  .i.  La urus primigen ia  Ung.  Fig.  öa  die  Nervation  vergrössert.   Steinbruch  bei  Savine. 

„  6.  Laurus plioeboides  Ett.  Von  eben  daher. 

„  7.  Ficus  Langeri  Ett.  Trifail,  Tagbau. 

„  8.  Ficus  Martii  Ett.,  Steinbruch  bei  S.-iviue.  Fig.  8«  Die  Nervation  vergrössert  dargestellt. 

TAFEL  XXX. 

Fig.    1.  Ciimamomum  lanceolatum  Ung.  Fig.  la  Vergrössernng  der  Nervation.  Steinbruch  bei  Savine. 

„     2.  Laurus  ocoteaefolia  Ett.  Fig.  2«  die  Nervation  des  Blattes  vergrössert.  Von  derselben  I^agerstätte. 

„     3—7.  Laurus  plioeboides  Ett.  Fig.  4o,  5n,  6  a  Vergrösserungen  der  Nervation.  Fig.  3  von  Tagbau  bei  Trifail,  die  übrigen 

ans  dem  Steinbruch  bei  Savine. 
„     8.  Santalum  acJieronticum  Ett.  Aus  dem  Tagbau  bei  Trifail. 
„     9.  Santalum  salicinum  Ett.  Aus  dem  Steinbruch  bei  Savine. 

„   10.  Banksia  sagoriana  Ett.  Fig.  10«  die  Nervation  vergrössert  dargestellt.  Steinbruch  bei  Savine. 
„  11.  Hakea  fraximides  Ett.  Geflügelter  Same.  Fig.  l\a  derselbe  schwach  vergrössert.  Steinbruch  bei  Savine. 
„  12.  Daphne  aqniianica  Ett.  Aus  dem  Tagbau  bei  Trifail. 

„   13.  Echitonium  microsp ermum  Ung.  Same  mit  Haaischopf.  Fig.  13«  Vergrösserung.  Steinbruch  bei  Savine. 
„  14.  Mitnusops  tertiaria  Ett.  Fig.  14«  Vergrösserung  der  Nervation.  Steinbruch  bei  Savine. 


56  Cons tantin  v.  Ettingshausen.  Die  fossile  Flora  von  Sagor  in  Krain. 

Fig.  15,  16.  Cinch/oniiUum  niigustifolium  Ett.  Fig.  15  Frucht.  Fig.  16  Blatt.  Steinbruch  bei  Savine. 

„  17.  Diospyros  haeriiujiaim  Ett.  Fig.  17«  Vergrösserung  der  Nervation.  Au.s  einem  Brand.schicfer  bei   Trifail. 

„  18.  Bumdia  scabra  Ett.  Fig.  18«  ein  Blattstück  schwach  vergrössert.  Aus  einem  Brand.schiefer  bei  Trifail. 

„  19.  Diospyros  bih'nica  Ett.  Blüthenkelch.  Fig.  19«  der.selbe  schwach  vergrössert.  Steiubruch  bei  Savine. 

„  20.  Epidermis  von  Andromeda  protoyaea  Ung.  Von  einem  Blatte  aus  dem  Stollen  bei  Savine. 

„  21.  Epidermis  der  Aiidromeda  (Lciicoflioe)  coriifoHa  DC.  von  Brasilien,  zur  Versleichung  mit  obiger. 

„  22.  MagnoUoldes  carnioUca  Ett.  Fig.  22«  die  Nervation  vergrössert  dargestellt.  Vom  Steinbruch  bei  Savine. 

TAFEL  XXXI. 

Fig.    1,  5.    Tetrapteris  nmiiifa  Ett.    Fig.  1    Frucht.   Steinbruch   bei  Savine.   Fig.  1«   ein  Fruchtflügel  vergrössert  gezeichnet. 
Fig.  5  Blatt  von  Trifail. 
„     2.  Clematis  sagoriana  Ett.  Frucht  mit  Griffel.  Steinbruch  bei  Savine. 
„     3.  Ilydiangea  sagoriana  Ett.  Frucht  mit  Griffel.  Steinbruch  bei  Savine. 
„     4.  Sapindophyllum 2Mrado.Kiim  Ett.  Fragment  eines  grossen  gefiederten  Blattes  aus  dem  Tagbau  bei  Trifail.  Fig.  In  die 

Nervation  vergrössert  dargestellt. 
„     6.  Malpighiastrum  rotundifolium  Ett.  Steiubruch  bei  Savine. 
„     7.  Sapindus  asperifolius  Ett.  Theilblättchen.  Fig.  7a  Vergrösserung  eines  Stückchens  desselben,   um   den  Überzug   zu 

zeigen.  Steinbruch  bii  Savine. 
„     8,  9.  Acn-  Riiminiriiium  Heer.  FlügelfrUchte;  aus  dem  Steinbruch  bei  Savine. 

„   10—12.  Acer  stenocarpum  Ett.  FlügelfrUchte;  Fig.  9«  eine  derselben  schwach  vergrössert.  Steinbruch  bei  Savine. 
„   13,  14.  Ave)-  integrilobum  O.Weber.  Blattfossilien  aus  dem  Tagbau   bei  Trifail. 

TAFEL  XXXIL 

Fig.   1.  Celastrus  oxyphyllus  Ung.  Steinbruch  bei  Savine. 
„     2.  Celastrus  Plutoiüs  Ett.  Von  derselben  Localität. 

„     3,  4.  Celastrus  sagorianus  Ett.  Fig.  3  Kapselfrucht;  Fig.  4  Blatt  von  ebendaher. 
„     5.  Elaeodendron  Persei  Ung.  sp.  Von  derselben  Lagerstätte. 
„     6.  Elaeodendron  degener  Ung.  sp.  Von  ebendaher. 
„     7.  Zizyphm  savinensis  Ett.  Von  ebendaher.  Fig.  7«  Vergrösserung  der  Nervation. 

8.  Uhus  ohovata  Ung.  sp.  Theilblättchen.  Vom  Stollen  bei  Savine.  Fig.  8a  die  Nervation  vergrössert  dargestellt. 
„     9.  Bhus  Lafoniae  Ett.   Theilblättchen.   Vom  Steiubruch  bei  Savine. 
„   10.  Bhus  sagoriana  Ett.  Theilblättchen.   Von  derselben  Lagerstätte. 
„11,  12.  Bursaria  radobojana  Ung.  Fig.  11  Fragment  eines  Fruchtstandes,  von  der  Tagbauschichte  I  in  Sagor;  Fig.  l->  Blatt 

vom  Steinbruch  bei  Savine. 
„   13.  Carya  trifailensis  Ett.  Fragment  eines  Theilblättchens.  Aus  einem  Brandschiefer  bei  Trifail.  Fig,  13  ein  Stück  vergrös- 
sert dargestellt,  um  die  Nervation  und  den  Überzug  zu  zeigen. 
„  14.  Juglans  rectinervis  Ett.  Theilblättchen.  Steinbruch  bei  Savine. 
„   15.  Engdhardtia  Brongniarti  Biip.  i\tr.  producta.  Fruchtfossil.  Stollen  bei  Savine. 

16«  Engdhardtia  Brongniarti  Sap.   Frucht  sammt  Hülle;   b  Blatt  \im  Eucalyptus  oceanica  Ung.    Aus  einem  Braudschiefcr 
bei  Trifail. 
„   17.  Ile.i-  sagoriana  Ett.  Steinbruch  bei  Savine. 

„  18.  Vergrösserung  der  Nei-vation  eines  Blattes  von  Eucalyptus  oceanica  Ung.  vom  Stollen  bei  Savine. 
„   19.  Ailanfhus  Orionis  Ett.  Frucht.  Steinbruch  bei  Savine. 
„  20.  Carya prae-olivaeformis  Ett.  Theilblättchen.  Von  ebendaher. 
.,  21,  22.  Erythrina  Ungeri  Ett.  Theilblättchen.  Von  ebendaher. 
,  23.  Kennedya  Phaseolites  Ett.  Theilblättchen.  Von  ebendaher. 
„  24.  Kennedya  arbicularis  Ett.  Theilblättchen.  Von  ebendaher. 
„  25.  26.  Glycyrrhiza  Blandusiac  Ung.  Theilblättchen.  Vom  Stollen  bei  Savine. 
„  27.  Cassia  Memnonia  Ung.  Theilblättchen.  Aus  dem  Tagbau  bei  Trifail. 
„  28.  Robinia  Druidum  Ett.  Hülsenfrucht.  Aus  dem  Steinbruch  bei  Savine. 
_  29.  Acacia  sotzkiana  Ung.  Hülseufrucht.  Von  ebendaher. 


Cv-.r.ttinÄstoisPnrKüs.silc  Kluia  vnii  Sa^or. 


T:.r.XX\TIl. 


üthugeäridJckHof-u  Staatsdruckeiei . 


Denkscliriften  d.k.Akad.d.W.math.nalurw^.  Classe  L  Bd  l.Ablh. 


('  v.  Elliiiisliiiiiscii:  Kiissili'  Fliiivi  von  .Sajjiir. 


TmIXXK. 


Lilh u godr  1  i  Müiof  u  Stojt--:<)riicl<erel . 
/  Fniix  IcniiiniTiis.  "  K  Pcrsi-phoircs.  •?  E  biinistcriac/iiliti   't  F.  saxincnsis.ö  l.iiuriix  /iniiurfciun  ti  I,  /ih,tvhoiilrx  TVUusl.tuuii'ii  X  h'.Muriii  . 


Denkschriften  d.k.Akad.d.W.math.nalurw.  Classe.LBd.I.Abth. 


('  v.Ellin^sliausen:  Fossile  Klmj  von  Sa;!"!' 


IVif.XXX. 


lith  u  gedridWüiof-u  Staatsdruckerei . 


/  Cinnammmmi  Inm-eolalum .  '.:  lauriis  o,;>f,;u-/b!„r3.-'i  l../,/,o,-/>o,Jc-s.  A' S,u,h,/„m  iK'/icnm/irum  ■  .9  S.sftiuimun   lU  Kanl.-sia  satforiaiui 

It    Haken  rraxinoi,lcs.l2  Dofi/im-  aqititanicn .  t.'lKrhitimiimi  wicrKspmnum      l'i  Miniuxu/is  Icrlmria   15,  Iti  liitchonidiiim  nnx/iislirohum 

n  Dtospyros  haeriutfiana    /,V  l!,u,ielu<  xcn^hra  l.'l  IJuispyi-o.s  hUinict  .:UI .l„drniiu-iia  ,jr,rto<faea.  :'/  A  roriilohn  .2Z Maff/wlioide.i  carnioTica.': 

Denkschriften  d.k.Akad.d.U'.niath.naturw.  Classe  L.Bd.l.Abfh. 


("  r.  Ftlin^sliauseii:  Kussile  Flma  von  Sai'dr. 


TmC.XXXI. 


brhugectrididcHofu  Staatjdruclterei. 


/,  s.  Telrn/iloris  muuilti  -?  Clrmalis  sngoriana  .  3  HydTttnijeit  sagorta/ia .  'f  Sapindophi/lUi/ri  iJiirinÜKviuu  G  MaLpi<f/iiasli-iun  roliirnii  „ 
foUiim .  7  Snpmitiix  asperilbiinx.  ti,  9  Acer  Ramiinununt .  10.  l'-i  A.stcnocaipiutL .  13,  l'l  A.  üUfijrilohuiii . 

Denksclirifleii  d.k.Akad.d.W.malli.naluiw.  Classe  L.Bd.I.Ablh. 


r  v.Kttiii&liauseTi:  Fossile  Klora  von  Saj!or. 


Lith-ugedridklcHof-u-Staat^druckeret. 


/  (etaslrii.-.-  n.vi/phi/llas .  Z  C.  Flutonis. .?,  *  r.sa^oriani/s  r,  F.lneodendroi)  Fcrsei  li  K.ihuiciier.  7  y.i/.i/plius  sarinensis.  S  R/iiix  öbai-atw. 
;)n.LiiloiuaclO  k  saxionana.ltj'^  Bursaritt  vudobojmia   i:i  Carya  LvUaUciLsis.l'f  Jiitjlans  reclinerris.lSEniicIlumitiiiBrongniarlii  .  11 
.flp.v siiqorianit  .IS  Rucali/pliis  orcaiuni .  1!)  AilanOix  Orionix.  ::0  raiya  piac-oUi-ueformis  iV,  ;'S'  f;rifll,rina  7'n,/pri     i'3  Kentu-dia 
l'litiseolUcs.  Z'l  K  orbU-alnri.-.-.  ^5.  7tJ  llli/rt/rltr/.n  Blnndiunn,'    ;'7  (assia  Mi'mnonia    :;,S Kohi/nn  Oruidum.29 Acada  sofxkiana  . 

Denksrlirifteii  d.k.Akad.d.VV. math.naturvv.  ClasseL.Bd.l.Abtl\. 


57 


DIE 

GEOGRAPHISCHE  VERBREITUNG  DER  JURAFORMATION. 


M.  NEDMAYR, 

CORRESPONDIRENDEM  MITOUEDE   DER  KAISERLICHEN  AKADEMIE  DER  WISSENSCIIAITEN, 


(&\IU  2  3ia-cicn  lUiS  i   Sa  fei.) 


VORGEI-KfiT    IN  PRU   SITZUNG   AM    12.   FEBRUAR  1885. 


I.  Einleitung". 

Der  Stratigraphie  fällt  zunächst  die  Feststellung  der  Reihenfolge  zu,  in  welcher  die  Schichten  mit  ihren 
Thier-  und  Pflanzenresten  nach  einander  auftreten,  sie  gibt  die  chronologische  Scala  für  die  Geschichte  der 
Erde  und  ihrer  Bewohner.  Als  eine  zweite  Aufgabe  reiht  sich  daran  das  Problem,  auf  dieser  Basis  den  Zustand 
unserer  Planeten  zu  verschiedenen  Zeiten  zu  reconstruiren,  ein  Problem,  das  der  Geologe  nie  aus  den  Augen 
verlieren  darf,  dessen  Lösung  aber  mit  ganz  aussergewöhnlichen  Schwierigkeiten  verbunden  ist.  Nur  für 
gewisse,  besonders  sorgfältig  studirte  Abschnitte  der  Erdgeschichte  wird  es  möglich,  wenigstens  in  den  rohesten 
Umrissen,  ein  Bild  von  den  klimatischen  Verhältnissen,  von  der  Vertheilung  von  Wasser  und  Land  u.  s.  w. 
zu  entwerfen. 

In  einem  früheren  Aufsatze  habe  ich  versucht,  das  Vorhandensein  von  klimatischen  Zonen  während  der 
Jura-  und  älteren  Kreidezeit  über  die  ganze  Erde  nachzuweisen,  *  indem  ich  zeigte,  dass  gewisse  marine  Formen 
in  einem  Gürtel  um  den  Äquator  das  Maximum  ihrer  Entwicklung  erreichen,  dass  andere  über  die  gemässigte 
Zone  hinaus  nicht  oder  nur  sehr  spärlich  gegen  die  Pole  sich  verbreiten,  während  eine  polare  Fauna  wenigstens 
in  der  nördlichen  Hemisphäre  mit  voller  Deutlichkeit  nachgewiesen  werden  konnte.  War  es  auch  durchaus 
unmöglich,  absolute  Werthe  für  die  damaligen  Temperaturen  zu  erhalten,  so  konnten  doch  die  relativen  Unter- 
schiede festgestellt  werden,  und  es  scheint  mir  das  in  derThat  der  einzige  Weg,  auf  dem  überhaupt  ein  Resultat 
zu  erzielen  ist.  Allerdings  gibt  es  noch  eine  andere  Methode,  welche  mehrfach  angewendet  wird,  und  welche 
nicht  nur  relative,  sondern  absolute  Werthe  geben  soll.  Dieselbe  geht  ausschliesslich  von  der  Untersuchung  der 
Landfauna-  und  Flora  aus,  sie  vergleicht  die  geologisch  alten  Formen  mit  ihren  jetzt  lebenden  Verwandten 
und  nimmt  an,  dass  jene  unter  denselben  äusseren  Bedingungen,  namentlich  unter  denselben  klimatischen 
Verhältnissen  gelebt  haben,  wie  diese. 

Es  ist  das  in  letzter  Linie  nichts  Anderes  als  eine  Übertragung  des  berühmten  pfianzengeographischen 
Grundsatzes   von  Griesebach,    nach    welchem    nuter    gleichen    äusseren  Verhältuissen    ähnliche    Formen 


1  „Übur  klimatiache  Züueu  wälu'eud  iler  ,Jui':i-  luul  Kreidüzeit."  Diosi;  Dciiksclirirteii.   I8S.1.   l!il.  47.  8.277  ff. 

Deiil^äcUrifttiU  dur  mathum.-uaiur^v.  Ci.     L.  Ud.  g 


58  M.  N('ii.mai/r. 

auftreten;  allein  so  grosses  Verdienst  sicli  dieser  Autor  um  die  Pflanzengeograpliie  erworben,  und  mit  so 
grossem  Aufwände  von  Geist  und  Gelehrsamkeit  er  gerade  diese  Auffassung  vertreten  hat,  so  haben  doch  die 
neueren  Forschungen  dieselbe  nicht  bestätigt,  die  Botaniker  haben  dieselbe,  wenn  ich  richtig  orientirt  bin, 
ziemlich  allgemein  verlassen. 

Auch  in  der  Geologie  darf  einer  derartigen  Richtung  kein  zu  grosser  Einfluss  auf  die  Beurtheilung  der 
Verhältnisse  eingeräumt  werden;  man  muss  berücksichtigen,  dass  nahe  verwandte  Thiere  und  Pflanzen  oft 
unter  sehr  verschiedenen  äusseren  Verhältnissen  leben,  und  dass  ein  und  derselbe  Typus  sich  verschiedenen 
Bedingungen  anpassen,  sowohl  in  einem  warmen  als  in  einem  kalten  Klima  existiren,  ja  seine  Lebens- 
gewohnheiten und  Bedürfnisse  total  ändern  kann.  Ich  habe  früher  auf  einzelne  besonders  auffallende  Beispiele 
dieser  Art  hingewiesen,  auf  Rhinoceros  und  Elephanten  im  Eisboden  Sibiriens,  auf  das  Zusammenvorkommen 
von  Riffkorallen  und  cyclostomen  Bryozoen  in  den  älteren  Ablagerungen. ' 

Sobald  die  Anpassungsfähigkeit  der  Organismen  an  verschiedene  Temperaturverliältuisse  anerkannt  ist, 
muss  natürlich  der  Werth  der  Landbewohner  für  die  Beurtheilung  der  Klimate  in  der  Vorzeit  auf  ein  geringeres 
Mass  beschränkt  werden.  Bis  zu  einem  gewissen  Grade  bleibt  sie  immerhin  von  Bedeutung,  namentlich  wenn 
es  sich  um  geologisch  sehr  junge  Vorkommnisse  handelt.  Wenn  z.  B.  in  diluvialen  Ablagerungen  zusammen 
Reste  der  Zwergbirke,  des  Halsbandlemmings,  des  Rennthiers,  des  Polarfuchses  und  anderer  hochnordischer 
Säugethiere,  endlich  die  Schalen  von  Landschnecken  gefunden  werden,  die  jetzt  etwa  in  Lappland  oder  in  den 
höchsten  Theilen  der  Alpen  leben,  dann  wird  man  hier  mit  Sicherheit  auf  ein  kaltes  Klima  schliessen  dürfen. 

Schon  bei  Beurtheilung  der  Tertiärformation  müssen  wir  in  dieser  Richtung  sehr  vorsichtig  sein,  und  es 
lässt  sich  wohl  kaum  die  Überzeugung  abweisen,  dass  die  meisten  Forscher,  welche  auf  diesem  Gebiete 
arbeiten,  in  ihren  Schlüssen  etwas  zu  positiv  sind.  Wenn  man  aus  der  Tertiär-  und  Oberkreideflora  Grönlands 
schliesst,  dass  das  dortige  Klima  damals  wärmer  war  als  heute,  so  ist  das  ohne  Zweifel  richtig,  aber  man  geht 
zu  weit,  wenn  man  aus  der  Flora  geradezu  die  mittlere  Jahrestemperatur  einer  weit  zurückliegenden  Zeit  für 
diesen  oder  jenen  Ort  berechnet.  Es  ist  dabei  ganz  unberücksichtigt  geblieben,  dass  nicht  nur  einzelne  Formen 
sondern  ganze  Faunen  und  Floren  sich  acclimatisiren  können. 

Auch  muss  es  befremden,  dass  in  manchen  derartigen  Werken  nur  die  auf  warmes  Klima  hinweisenden 
Formen  hervorgehoben  werden;  daneben  aber  kommen  in  jenen  alten  Ablagerungen  oft  auch  ausgezeichnete 
Vertreter  der  jetzt  in  gemässigten  Breiten  lebenden  Typen  vor.  So  hat  z.  B.  Velenovsky  kürzlich  Epheu, 
Weide  und  Kirsche  in  der  böhmischen  Kreide  nachgewiesen.^ 

Vor  Allem  ist  dabei  eine  auffallende  Erscheinung  zu  beachten,  die  sogenannte  Polflüchtigkeit  der  Floren 
und  Faunen  des  festen  Landes;  Buffon  hat  die  Idee  ausgesprochen,  dass  bei  der  allmäligen  Erkaltung  der 
Erde  die  Pole  zuerst  eine  genügend  niedrige  Temperatur  iur  die  Existenz  von  Organismen  erlangen  mussten, 
und  daher  das  Leben  an  den  Polen  begonnen  und  sich  von  da  aus  verbreitet  habe.  Diese  Ansicht  ist  namentlich 
für  die  Festlandsorganismen  mehrfach  hervorgehoben  worden,  und  besonders  in  neuerer  Zeit  hat  sich  die  Auf- 
fassung in  der  Form  wesentlich  befestigt,  dass  die  grossen  Landmassen  im  nördlichen  Theile  der  Nord- 
hemisphäre die  Geburtsstätte  der  meisten  Typen  der  Binnenorganismen  darstellen,  welche  sich  von  hier  aus 
nach  den  verschiedenen  nach  Süden  auslaufenden  Continentalmassen  verbreiteten.  Solche  Ansichten  finden  wir 
unter  anderen  bei  G.  Jaege  r;*  Wallace  sucht  das  Vorkommen  gemeinsamer  Gattungen  oder  Familien  auf  den 
einzelneu  durch  weite  Meeresflächen  getrennten  Festländern  der  südlichen  Halbkugel  stets  in  der  Weise  zu 
erklären,  dass  sie  dorthin  von  einer  gemeinsamen  Heimat  auf  dem  grossen,  bald  zusammenhängenden,  bald  in 
eine  ameiikanische  und  in  eine  europäisch-asiatische  Hälfte  getheilten  Nordcontinent  gelangt  seien."  Mag  auch 
diese  Art  der  Erklärung  nicht  für  alle  Fälle  ausreichen,  so  kann  es  doch  in  der  That  kaum  als  ein  Zufall 


1  L.  c.  S.  279. 

2  Velenovsky.   Die  Flora  der  böhmischen  Kreideformation.   Beitrage  zur  ralaontologie  Osterreich-Uug-arns.   Bd.  IL, 
Heft  L,  Bd.  V.,  Heft  I. 

ä  G.  Jäger,  in  Sachen  Darwins.  1874.  p.  204. 

^  Wallace,  die  geographische  Verbreitung  der  Thiere;  deutsche  Ausgabe.  1876. 


Die  geographische  Verhreittauj  der  Juraformation. 


59 


betrachtet  werden,  dass  die  alten  Vorfahren  der  anthropoiden  Affen,  der  Lenuiren,  der  Tapire,  der  Centetiden 
u.  s.  w.  in  älteren  Ablagerungen  unserer  Gegenden  gefunden  werden.  E.  Suess  hat  kürzlich  darauf  hin- 
gewiesen, dass  in  gewissen  zoogeographischen  Zonen  der  Jetztzeit,  die  von  Südosten  her  aufeinander  folgen, 
sich  die  Analoga  jeuer  Wiibelthierfauuen  nachweisen  lassen,  welche  nacheinander  in  Europa  gelebt  haben  und 
im  Laufe  der  Zeit  immer  weiter  aus  ihrem  ursprünglichen  Verbreitungscentrum  fortwanderten  und  durch  nach- 
rückende Faunen  gedrängt  wurden.' 

Es  Wcäre  durchaus  unrichtig,  diese  stetige  Bewegung  einer  immer  fortschreitenden  Temperaturerniedrigung 
von  den  Polen  her  zuzuschreiben;  unter  dieser  Voraussetzung  müssten  gerade  in  den  Tropenregionen  die 
geologisch  ältesten  Typen  angesiedelt  sein,  während  diese  thatsächlich  in  der  südlich  gemässigten  Zone  im 
südlichen  Neuholland,  Tasmanien  und  Neuseeland  in  grösster  Zahl  vertreten  sind  und  die  bedeutendste  Eolle 
spielen.  Überdies  sehen  wir  ohne  eine  klimatische  Änderung  denselben  Proccss  sich  unter  unseren  Augen  fort- 
setzen; speciell  die  Pflanzen  der  nördlich  gemässigten  und  subarktischen  Region  der  alten  Welt  sind  im  aller- 
höchsten Grade  befähigt  sich  über  neue  Gebiete  zu  verbreiten  und  sich  solche  zu  erobern.  Speciell  für  den 
skandinavischen  Florentypus  wird  das  von  Hooker^  hervorgehoben  und  Wallace  führt  eine  Reihe  sehr 
bemerkenswerther  Thatsachen  hiefür  an.' 

Wir  sehen  darin  die  Fortsetzung  einer  Erscheinung,  welche  für  die  Verbreitung  der  Landorganismen  seit 
uralter  Zeit,  vielleicht  seit  der  Steinkohlenforuiation  massgebend  war;  während  nordische  Typen  nach  Süden  vor- 
drangen und  sich  daselbst  acclimatisirten,  wurde  ein  Theil  derselben  in  der  ursprünglichen  Heimat  durch  neue 
Typen  verdrängt;  sie  werden  sich  der  warmen  Temperatur  der  neuen  Verbreitungsbezirke  im  Laufe  von 
Hunderttausenden  oder  Millionen  von  Jahren  so  vollständig  angepasst  haben,  in  den  tropischen  Regionen  ver- 
weichlicht worden  sein,  dass  sie  in  dem  kalten  Stammlande  nicht  mehr  existiren  könnten.  Auf  diese  Weise 
werden,  ohne  dass  grosse  Veränderungen  der  klimatischen  Verhältnisse  auf  der  Erde  dazu  nöthig  wären,  boreale 
Typen  sich  in  tropische  umwandeln  können;  es  geht  aber  daraus  auch  hervor,  dass  die  Temperaturbestim- 
mungen nach  dem  Habitus  alter  Floren  und  Faunen  auf  einer  unzuverlässigen  Grundlage  beruhen  und  daher 
vermuthlich  ungenaue  Resultate  geben,  die  um  so  unrichtiger  sind,  je  älter  die  in  Rede  stehenden  Ab- 
lagerungen sind. 

Seit  wann  dieser  Vorgang  des  steten  Drängens  nordischer  Faunen  und  Floren  nach  Süden  dauert,  ist  schwer 
mit  Sicherheit  zu  entscheiden.  Es  ist  eine  bekannte  Thatsache,  dass  nach  der  Mitte  der  paläozoischen  Zeit  in 
der  Carbonformation  die  grosse  Hauptmasse  aller  Kohlenflötze  sich  nördlich  \  oni  30.  Grad  nördl.  Br.  befinden, 
wir  haben  also  hier  eine  Concentration  von  Landmassen  in  der  nördlichen  Region,  und  so  sehr  deren  ümriss 
und  Ausdehnung  sich  geändert  hat,  so  ist  doch  dieser  Charakterzug  seit  jener  Zeit  nicht  dauernd  verschwunden, 
wenn  derselbe  auch  während  maucher  Zeiträume,  z.  B.  während  der  Ablagerung  des  oberen  Jura,  zurücktrat. 
Darauf  gründet  es  sich,  dass  ich  oben  sagte,  dass  die  Polflüchtigkeit  des  continentalen  Lebens,  oder  richtiger 
dessen  Ausstrahlen  aus  dem  nördlichen  Theil  der  arktischen  Halbkugel  vielleicht  bis  in  die  Steinkohlen- 
formation zurückgehe.  Ob  sich  in  der  jetzigen  Verbreitung  der  Organismen  noch  Spuren  jener  uralten  Vorgänge 
direkt  nachweisen  lassen,  ist  wohl  schwer  zu  sagen.  Die  grossen  reich  verzierten  Aftcrspinneu,  wie  sie  in  den 
europäischen  Kohlenbildungen  vorkommen,  sind  jetzt  vorwiegend  charakteristisch  für  Südamerika;  die 
Liphistiden,  die  einzig  sicher  nachgewiesenen  Vertreter  der  Spinnen  in  der  Kohlenformation,  sind  jetzt  auf  eine 
Art  auf  einer  kleinen  Insel  der  Sundagruppe  reducirt;*  weniger  prägnant  sind  die  Ergebnisse,  zu  welchen  die 
Verbreitung  der  Insecten  führen,  da  gerade  die  wichtigsten  Carbontypen,  Kakerlaken,  Termiten  u.  s.  w.  auch 
in  weit  späterer  Zeit  noch  in  Europa  verbreitet  sind.  So  kommen  wir  hier  zu  keinem  entscheidenden  Resultate 


1  E.  .Suess,  über  die  vermeiutlicheu  .säculareu  Schwaukimg-en  einzelner  Theile  der  Erduberflächc.  Verhandlungen  der 
geologischen  Reichsanstalt,  1880.  p.  177. 

-  Hoolser,  Introductory  essay  on  the  Flora  of  Australia.  p.  103. 

3  Wallace,  Island  Life.  p.  479. 

*  Karsch,  über  ein  Spinneuthier  aus  der  schlesischen  Steinkohle  u.  s.  w.  Zeitschr.  der  deutschen  geol.  Gesellsch.  188-j. 
S.  558. 

8* 


60  M.  Neuinayr. 

und  finden  erst  in  dem  Vorkommen  von  Hatfeiia,  einem  friadisclien  Reptiltypus,  auf  Neuseeland  sichereren 
Boden. 

Diese  Erwägungen  verbieten  es  bei  Untersuchungen  über  die  klimatischen  Verhältnisse  älterer  Forma- 
tionen, in  unserem  Falle  des  Jura,  den  nächstliegenden  und  scheinbar  naturgemässesten  Weg  einzuschlagen 
und  aus  der  Verbreitung  der  nächsten  Verwandten  damaliger  Formen  in  der  Jetztzeit  die  wichtigsten  Fol- 
gerungen zu  ziehen.  In  ähnlicher  Weise  verhält  es  sich,  wenn  wir  die  Methoden  ins  Auge  fassen,  nach  welchen 
wir  die  Verbreitung  von  Meer  und  Festland  in  der  damaligen  Zeit  verfolgen  müssen;  am  einfachsten  wäre  es 
natürlich,  auf  der  geologischen  Karte  die  marinen  Vorkommnisse  aufzusuchen  und  die  äussersten  derselben  mit 
einer  Linie  zu  umziehen.  Ein  solches  Vorgehen  würde  aber  zu  durchaus  falschen  Resultaten  führen,  da  die 
ungeheure  Wirkung  der  Denudation  dabei  ganz  ausser  Berücksichtigung  bliebe,  und  wir  müssen  daher  den 
Charakter  der  einzelnen  Ablagerungen,  die  Verbreitung  der  organischen  Formen  sehr  wesentlich  berück- 
sichtigen, und  die  geologische  Beschaffenheit  der  sedimentfreien  Strecken  genau  prüfen,  ob  der  Mangel  an 
Meeresablagerungen  ein  ursprünglicher  ist,  oder  ob  früher  vorhandene  Jurabildungen  an  diesen  Stellen  zerstört 
worden  sind. 

Beschäftigen  wir  uns  zunächst  mit  der  zuletzt  genannten  Frage,  welche  die  meisten  Schwierigkeiten 
bietet,  so  finden  wir,  dass  eine  Reihe  von  Merkmalen  vorhanden  ist,  welche  ein  Urtheil  gestatten,  und  zwar  um 
so  sicherer,  wenn  mehrere  solche  Charaktere  zusammentreffen.  Sehen  wir  ein  aus  vorjurassischen  Gesteinen 
bestehendes  Massiv,  an  dessen  Rändern  die  Juraablagerungen  horizontal  in  tieferem  Niveau  liegen,  so  ist 
damit  der  Schluss  noch  nicht  unmittelbar  gestattet,  dass  wir  es  mit  einer  Insel  oder  einem  Festlandstheil  der 
Jurazeit  zu  thun  haben;  eine  Erklärung  ist  hier  ebenso  gut  in  der  Weise  möglich,  dass  man  es  mit  den  Folgen 
des  Absinkens  an  einer  Verwerfung  zu  thun  habe.  Auf  dem  stehen  gebliebenen  Theile,  dem  „Horste",  sind  in 
Folge  der  Höhenlage  die  oben  liegenden  jüngeren  Bildungen  zerstört,  während  sie  auf  der  tieferen,  abgesunkenen 
Scholle  sich  erhalten  konnten.  Wenn  wir  demnach  aus  dem  Vorhandensein  einer  älteren  Masse  ohne  Jura- 
ablagerungen schliessen  sollen,  dass  dieselbe  damals  über  Wasser  war,  so  müssen  andere  Kriterien  hinzu- 
treten. Solche  sind  das  Auftreten  von  Strandbildungen,  ferner  von  eingeschwemmten  Landpflanzen  in  den 
anstossenden  Jurabildungen,  oder  das  Vorkommen  der  letzteren  nicht  in  einer  grösseren  Masse  aufeinander 
folgender  Niveaus,  sondern  nur  in  einem  vereinzelten  Horizonte.  Ferner  werden  wir  denselben  Schluss  ziehen 
dürfen,  wenn  sich  zu  beiden  Seiten  der  älteren  Ablagerung  Unterschiede  in  dem  Sediment  oder  der  Fauna  der 
anstossenden  Jurabildungen  zeigen,  grösser  als  sie  sonst  auf  gleiche  Entfernung  zu  erscheinen  pflegen.  Endlich 
wird  ein  hoher  Grad  von  Wahrscheinlichkeit  für  eine  solche  Annahme  vorhanden  sein,  wenn  auf  der  alten 
Masse  jüngere  Schichten,  speciell  in  unserem  Falle  solche  der  Kreidezeit,  übergreifend  auftreten,  ohne  dass 
an  irgend  einer  Stelle  zwischen  diesen  und  den  älteren  Gesteinen  Reste  von  Jura  zu  finden  wären. 

Wo  keines  dieser  Kriterien  zutrifft,  wird  man  zwar  nicht  mit  Sicherheit,  aber  doch  mit  Wahrscheinlichkeit 
schliessen  können,  dass  das  Fehlen  des  Jura  nur  der  Denudation  zuzuschreiben  sei;  um  mit  Bestimmtheit  ein 
solches  Urtheil  fällen  zu  können,  müssen  allerdings  noch  andere,  positive  Anhaltspunkte  dazu  kommen. 

Von  besonderer  Bedeutung  ist  es  namentlich,  die  Grenzen  der  grossen  Meeresbecken  festzustellen.  Wie  wir 
aus  dem  Vergleiche  zwischen  mittelländischem  und  rothem  Meere,  zwischen  atlantischem  und  stillem  Occan 
wissen,  treten  in  solchen  Fällen  unter  Umständen  ausserordentlich  tiefgreifende  Verschiedenheiten  ein.  Von 
sehr  grossem  Betrag  sind  dieselben  jedoch  nur,  wenn  die  Trennung  eine  sehr  lange  dauernde  war;  ist  dieselbe 
dagegen  eine  verhältnissmässig  junge,  so  sind  die  Abweichungen  weit  weniger  ausgeprägt,  wie  es  das  Auf- 
treten zahlreicher  pacifischer  Formen  im  karaibischen  Meere  zeigt. 

Beim  Versuche,  in  ähnlicher  Weise  bei  den  Jurabildungen  vorzugehen,  bieten  sich  Schwierigkeiten 
für  die  Unterscheidunng  derjenigen  Abweichungen,  welche  durch  die  Zugehörigkeit  zu  verschiedenen  Becken 
bedingt  sind,  von  jenen,  welche  der  Faciesentwicklung  oder  klimatischen  Differenzen  zugeschrieben  werden 
müssen.  Die  erste  Klippe  ist  dadurch  verhältnissmässig  leicht  zu  vermeiden,  dass  man  nur  in  gleicher  Facies 
ausgebildete  Sedimente  zum  Vergleiche  heranzieht,  soweit  das  überhaupt  möglich  ist,  und  in  der  Regel,  allein 
nicht  immer,  kann  n'an  sich  auf  die  Betrachtung  der  allverbreitelen  Cephalopodenablagerungen  beschränken. 


Die  geographische  Verbreitung  der  Juraformation.  6 1 

Schwieriger  ist  die  Unterscheidung  von  jenen  Merkmalen,  welche  mit  den  klimatischen  Verhältnissen  im 
Zusammenhange  stehen.  Die  letzteren  wurden  in  dem  früher  citirten  Aufsatze  schon  geschildert,  und  wir 
brauchen  daher  nicht  auf  diesen  Gegenstand  zurückzukommen;  für  die  Faunen  versciiiedener  Meereshecken 
bei  gleichen  Temperaturverhältnissen  kann  gelten,  dass  sie  namentlich  dadurch  charakterisirt  sind,  dass  nicht 
sowohl  andere  Gattungen  als  vielmehr  verschiedene  Formenreiheu  ein  und  derselben  Gattung  auftreten,  und 
vor  Allem,  dass  im  Verlaufe  der  Zeit  eine  fortwährende  Steigerung  der  Unterschiede  stattfindet,  was  bei 
klimatischen  Ditferenzen  nicht  der  Fall  ist. 

In  erster  Linie  habe  ich  mir  die  Aufgabe  gestellt,  eine  Übersicht  über  die  bisher  bekannten  Jura- 
vorkommnisse und  die  wesentlichsten  Charaktere  ihrer  Faunenverwandtschaft  zu  geben,  wobei  naturgemäss 
die  sehr  bekannten  Verhältnisse  nur  kurz  erwähnt  und  das  Hauptgewicht  auf  die  Beziehungen  der  Ablagerungen 
aus  weniger  genau  erforschten  Gegenden  gelegt  wurde.  Eine  derartige  Zusammenstellung  ist  seit  25  Jahren 
seit  dem  Erscheinen  der  Lettrcs  sur  les  roches  du  Jura  von  Marcou  nicht  mehr  versucht  worden,  und 
seit  dieser  Zeit  ist  das  Beobachtungsmaterial  ausserordentlich  angewachsen,  so  dass  das  Bild  ein  wesentlich 
anderes  geworden  ist.  Allerdings  bat  Marcou  später  wieder  die  bis  1874  bekannt  gewordenen  Angaben  in 
seiner  Erläuterung  zur  zweiten  Auflage  einer  geologischen  Karte  der  Erde  mitgetheilt,  doch  konnte  der  Natur 
des  Werkes  nach  kein  zusammenhängendes  Bild  gegeben  werden.  * 

An  die  Übersicht  der  einzelnen  Juradistricte  knüpft  sich  eine  Besprechung  der  Beziehungen,  in  welchen 
die  marinen  Ablagerungen  zu  den  Binnenbildungen  und  zu  älterem  Gebirge  stehen,  und  es  führte  dies  zu  dem 
Versuche,  die  Verhältnisse  von  Festland  und  Meer  zur  Jurazeit  annähernd  zu  bestimmen,  und  wenigstens  in 
den  gröbsten  Umrissen  auf  einer  Karte  graphisch  darzustellen.  Natürlich  kann  es  sich  dabei  nur  für  die  best- 
bekannten Theile  von  Europa  darum  handeln,  etwas  in  Einzelheiten  einzugehen,  im  Übrigen  ist  es  nicht  mög- 
lich mehr  zu  bestimmen,  als  z.  B.  dass  zwei  Meere,  deren  Lage  durch  wenige  isolirte  fossilfiihrende  Localitäten 
angegeben  ist,  durch  ein  Festland  getrennt  gewesen  seien.  Welche  Form  und  Grösse  dieser  Continent  gehabt 
habe,  lässt  sich  durchaus  nicht  feststellen,  die  Zeichnung  auf  der  Karte  soll  nur  die  Anwesenheit  überhaupt 
markiren,  sie  macht  aber  nicht  den  mindesten  Anspruch  auf  irgend  welche  Genauigkeit.  Trotzdem  gelingt 
es,  wenigstens  die  wichtigsten  Hauptzüge  der  Landvertheilung  vorzuführen.  Vor  Allem  aber  tritt  eine  That- 
sache  mit  überraschender  Klarheit  und  in  vollem  Umfang  zu  Tage,  nämlich  der  ausserordentliche  Unterschied 
in  der  Verbreitung  zwischen  Lias  und  Malm  und  die  riesige  Ausdehnung,  in  welcher  die  mittleren  und  oberen 
Schichten  des  Jura  über  ältere  Gesteine  übergreifen  und  zwar  vorwiegend  in  der  nördlichen  Hemisphäre.  Es 
bildet  das  einen  merkwürdigen  Contrast  gegen  die  Gleiclnnässigkeit,  welche  sich  in  der  Vertheilung  der 
klimatischen  Zonen  während  Jura-  und  Kreidezeit  geltend  macht. 

Der  Plan  zu  der  vorliegenden  Arbeit  ist  seit  langer  Zeit  gefasst  und  Material  zu  derselben  gesammelt 
worden;  trotzdem  trat  dem  Abschlüsse  derselben  eine  unüberwindliche  Schwierigkeit  entgegen  in  den 
herrsehenden  Ansichten  über  die  Bedeutung  der  alten  Massen,  deren  Auffassung  als  Inseln  zu  einer  Ver- 
theilung von  Land  und  Wasser  in  Europa  führten,  wie  sie  mit  der  BeschaiTenheit  der  Jnragesteine  und  ihrer 
Fossilreste  in  unlösbarem  Widerspruch  stand:  die  älteren  reconstruirten  Karten  zeigen  kleine  Binnenmeere,  in 
welchen  man  als  Sediment  vorwiegend  Sandsteine  oder  an  Muscheln  und  Schnecken  reicheThoue  hätte  erwarten 
sollen,  während  in  derThat  pelagischeThiere  in  der  grossen  Mehrzahl  der  Ablagerungen  dominiren,  und  stellen- 
weise dicht  an  den  Rändern  der  angeblichen  Festländer  gelegene  Bildungen  den  Charakter  von  Sedimenten 
aus  küstenferner,  hoher  See  tragen.  Diese  Schwierigkeit  ist  jetzt  durch  das  Erscheinen  des  ersten  Bandes  des 
Werkes  von  E.  Suess,  „das  Antlitz  der  Erde"  gehoben,  der  die  archaischen  Massen  als  stehengebliebene 
Pfeiler  anffasst,  um  welche  herum  alles  Land  in  die  Tiefe  gesunken  ist,  und  von  welchen  die  jüngeren  Sedi- 
mente durch  Denudation  entfernt  sind.  Es  kam  nun  für  die  mitteleuropäische  Area  darauf  an,  diese  allgemeine 
Autfassung  auf  den  speciellen  Fall  anzuwenden,  die  einzelnen  „Horste"  auf  ihr  Verhalten  zu  den  Jurasehichten 
zu  prüfen,  und  daran  konnten  dann  die  übrigen  Beobachtungen  und  Folgerungen  angeknüpft  werden. 


Marcou,  Explicatiou  (l'nnc  secondc  Edition  de  la  carte  geologique  de  la  terro.  Zürich  1875. 


62  M.  Neumayr. 

Bei  der  Ausarbeitung  wurde  ich  von  einer  Reihe  von  Fachgenossen  in  freundlichster  und  erfolgreichster 
Weise  unterstützt,  theils  durch  Mittheilung  von  Thatsachen,  theils  durch  Unterstützung  bei  der  Aufsuchung 
der  nicht  immer  leicht  zu  erreichenden  Literatur,  theils  durch  Überlassung  vrerthvollen  Versteiuerungsmaterials 
aus  wenig  erforschten  Gegenden.  Ich  erlaube  mir  für  diese  werthvolle  Hülfe  den  folgenden  Herren  meinen 
wärmsten  Dank  auszusprechen:  l)en  Herren  Geheimrath  E.  Beyrich  in  Berlin,  Professor  Dames  in  Berlin, 
Dr.  H.  Dohrn  in  Stettin,  Professor  E.  Kayser  in  Berlin,  Dr.  W.  Kobelt  in  Schwanheim,  Dr.  0.  Lenz  in 
Wien,  Professor  B.  Lundgren  in  Lxind,  Professor  Muschketoff  in  Petersburg,  Magister  Pawlow  in  Moskau 
Dr.  Pohlig  in  Bonn,  Ingenieur  Eomanovsky  in  Petersburg,  Professor  Sollas  in  Dublin,  Professor  Sness, 
Dr.  Tietze  und  Professor  Toula  in  Wien,  Professor  Waagen  in  Prag. 

II.  Der  süddeutsche  Jura  und  seine  Ausläufer. 

Wir  beginnen  unsere  Betrachtung  mit  den  am  längsten  bekannten  Vorkommnissen  der  mittel- 
europäischen Provinz.  Die  grössten  zusammenhängenden  Massen  unserer  Ablagerungen  sind  hier  der 
Jurazug,  der  von  Franken  durch  Schwaben,  die  Schweiz  nach  Frankreich  verläuft;  hier  erlangen  die  jurassi- 
schen Bildungen  südlich  vom  Centralplateau  eine  sehr  grosse  Verbreitung,  sie  schlingen  sich  in  breiter  Ent- 
wicklung um  dieses  herum,  und  bilden  einen  fortlaufenden  Kranz  um  das  Pariser  Becken,  unter  dessen  jüngeren 
Bildungen  sie  verborgen  aber  sicher  vorhanden  sind.  Durch  den  Canal  unterbrochen  treten  sie  dann  in  England 
wieder  auf  und  sind  hier  theils  unbedeckt,  theils  von  Kreide-  und  Tertiärbildungen  verhüllt  im  ganzen  Süd- 
westen des  Landes  von  Lyme  Regis  bis  zur  Mündung  des  Tees  vorhanden.  Endlich  ist  noch  das  Gebiet  des 
nordwestlichen  Deutschland  zu  nennen,  dessen  unzusammenhängende  Scliollen  allerdings  kein  so  grosses 
Areal  an  der  Oberfläche  einnehmen,  als  es  der  Jura  in  anderen  Gegenden  occupirt,  die  aber  trotzdem  von 
grösster  Bedeutung  sind.' 

In  den  hier  besprochenen  Gegenden  ist  der  Jura  im  Allgemeinen  vollständig  entwickelt ;  nur  die  alier- 
obersten  Schichten  desselben  fehlen  oder  zeigen  brakischen  Charakter,  während  untergeordnete  Süsswasser- 
bildungen  im  mittleren  Tlieile  local  an  gewissen  Punkten  von  England  und  Frankreich  vorkommen. 

Es  wird  unsere  nächste  Aufgabe  sein,  die  Verhältnisse  der  mitteleuropäischen  Hauptbecken  zu  bestimmen, 
doch  müssen  wir  uns  zu  diesem  Zwecke  zuerst  mit  dem  Vorkommen  einiger  isolirter  Juraschollen  beschäftigen. 
Es  gehört  hierher  in  erster  Linie  der  Jura  zwischen  Regensburg  und  Pas  sau,  dann  seine  Fortsetzung 
in  Mähren  in  der  Umgebung  von  Brunn,  und  weiterhin  in  Polen. 

Während  bei  Regensburg  der  Lias  noch  vorhanden  ist,  fehlt  er  weiter  im  Osten  gegen  Passau,  das 
älteste  Glied,  welches  hier  auftritt,  ist  der  in  Franken  so  entwickelte  Eisensandstein,  welcher  in  die  Unterregion 
des  mittleren  Jura  gehört  und  die  beiden  Zonen  des  Harpoceras  Murchisonae  und  das  Harpoceras  Sowerhyi 
repräsentirt;  ob  derselbe  hier  bei  Passau  beide  Horizonte  darstellt  oder  nur  den  jüngeren  derselben,  muss 
unentschieden  bleiben.  Die  höheren  Schichten  des  mittleren  Jura  sind  schwach  entwickelt,  dagegen  finden  wir 
die  Unter-  und  Mittelregion  des  oberen  Jura  sehr  schön  vertreten,  jedoch  in  einer  Ausbildung,  welche  von  jener 
Frankens  in  manchen  wichtigen  Punkten  abweicht,  und  sich  an  die  Vorkommnisse  von  Brunn  und  Krakau 
anschliesst.^  Die  ausserordentliche  Entwicklung  der  Zone  des  Peltoceras  bimammatum,  sowie  eine  Anzahl  von 
Fossilien,  die  diesen  östlichen  Localitäten  gemeinsam  sind,  sonst  aber  fehlen  oder  nur  selten  vorkommen, 
bilden  das  gemeinsame  Band. 

Wir  treffen  hier  zum  ersten  Male  auf  einen  der  Fälle,  in  welchen  der  Lias  fehlt  und  höhere  Schichten  sich 
übergreifend  auf  altes  Gebirge,  hier  auf  die  Gesteine  des  Randes  der  böhmischen  Masse  legen.  Ein  ähnüches 


1  Vergl.  die  Übersichtskarten  inOppel,  Jurartirm.ation  iu  Eiigland,  Frankreich  und  im  südwestliclien  Deutschland,  und 
in  Seebach,  „der  hannoverische  Jura". 

2  Gümbel,  Geognostische  Beschreibung  des  Königreiches  Baiern;  Bd.  11.,  das  baierisch- böhmische  Grenzgebirge, 
p.  695.  —  L.  v.  Amniün,  die  Juraablageruugen  zwischen  Kegensburg  und  l'assau.  • —  V.  Uhlig,  die  Jurabildungen  in  der 
Umgebung  von  Brunn ;  Beiträge  zur  l'aläontologie  Österreicli-Üngarns.  Bd.  I. 


Die  geofimpliisclic  VrrhreifniKj  der  Jurdformdltoii.  63 

Verhältuiss  findeu  wir  in  der  Umg'ebuug  vou  Brünu,  bei  Olomutschan  iiud  ;iu  den  beuacliburteu  l'unkteu,  au  wel- 
chen nahe  der  Grenze  der  böhmischen  Masse,  doch  schon  der  sudetischen  Entwickhuig  angehörig,  der  Jura 
ungleichmässig  auf  Syenit  und  devonischem  Kalke  liegt.  Das  älteste  Glied  sind  Kalke  mit  ziemlich  undeutlichen 
Fossilien,  die  sich  einerseits  den  sogenannten  Zeit larner  Kalken  bei  Passau,  anderseits  den  Oolithen  von 
Bai  in  und  anderen  Punkten  bei  Krakau  innig  auschliessen  und  vermuthlich  gleich  den  letzteren  den  oberen 
Theil  der  Bath-  und  der  Kellowaystufe  repräsentiren.  Darüber  folgen  mächtiger  entwickelte  Kalke  der  Oxford- 
stufe, Schichten  mit  Cardioceras  cordatum,  dann  solche  mit  Peltoceras  transversarium,  endlich  eine  Corallien- 
Entwicklung  vom  Alter  der  Zone  der  Peltoceras  bimammatum. ' 

Waren  die  Vorkommnisse  bei  Passau  und  Olomutschan  sehr  kleine  Denudationsreste  einer  ursprünglich 
sehr  weit  ausgedehnten  Ablagerung,  so  treten  uns  viel  ansehnlichere  Complexe  derselben  in  den  zusammen- 
gehörigen Vorkommnissen  in  Oberschlesien,  in  der  Gegend  von  Krakau  und  von  Czenstochau  in 
Russisch-Polen  entgegen.^  Über  Grundgebirge  von  verschiedenem  Alter  treten  hier  zuerst  mitteljurassische 
Bildungen  auf,  unter  denen  das  älteste  bisher  sicher  nachgewiesene  Glied  ein  Saudstein  mit  Inoceramus 
■pohjplocus  ist,  vom  Alter  der  Zone  des  Harpoceras  Sowerhiji  und  vergleichbar  dem  aus  der  Gegend  von  Passau 
erwähnten  Eisensandstein.  Dann  folgen  Schichten  mit  Parlhiso)iia  ferruginea,  mit  Park.  Parkinson/,  dann  die 
wegen  ihres  ausserordentlichen  Fossilreichthums  berühmten  Oolithe  mit  einer  dem  oberen  Theile  der  Bathstufe 
und  dem  Kelloway  entsprechenden  Fauna.  Zu  oberst  folgen  überaus  fossilreiche  Kalke  der  Oxfordstufe  in  der- 
selben Weise  wie  bei  Olomutschan  gegliedert. 

Es  entsteht  die  Frage,  ob  sich  in  späteren  Abschnitten  der  Jnrazeit  das  Meer  nicht  hierher  erstreckt  habe, 
ohne  aber  Sedimente  zurückzulassen.  Es  ist  wahrscheinlich,  dass  Kimmeridgebildungen  vorhanden  waren,  die 
aber  vermuthlich  als  leichter  zerstörbar  vollständig  denudirt  wurden,  während  erst  der  harte,  oft  kieslige 
Oxfordkalk  eine  feste  den  Einflüssen  widerstehende  Decke  darstellt.  Es  ist  namentlich  das  vonZeuschner 
und  F.  Römer  erwähnte  Vorkommen  von  Schichten  mit  Exoyyra  virgula  im  Gebirge  vou  Kielce''  weiter  im 
Osten,  welches  das  frühere  Vorhandensein  jüngerer  Schichten  im  Westen  anzeigt. 

So  sehen  wir  zahlreiche  Reste  einer  den  südlichen  und  südöstlicheu  Theil  der  böhmischen  Masse  um- 
ziehenden Jurapartie,  in  welchen  der  Lias  stets  fehlt;  in  derselben  Weise  finden  wir  im  Nordosten  dieser  Masse 
isolirte  Reste  oberjurassischer  Ablagerungen,  welche  von  Meissen  nach  Zittau  und  vou  da  nach  Böhmen 
dem  Fusse  des  Riesen-  und  Isergebirges  entlaug  fortstreicheu.*  Es  sind  das  die  seit  langer  Zeit  durch  ihre 
merkwürdigen  Lagerungsverhältnisse  berühmten  Jurapartien  von  Hohenstein,  Weinböhla  und  anderen 
Orten  in  Sachsen,  die  schon  vor  langer  Zeit  die  Aufmerksamkeit  von  A.  v.  Humboldt,  L.  v.  Buch,  C.  v. 
Leouhardt,  Elie  de  Beaumont  und  ihrer  Zeitgenossen  erregt  haben;  weiterhin  gehören  die  Vorkommnisse 
von  Steruberg,  Khaa  und  anderen  Orten  iu  Böhmen  hierher.  Es  kommen  hier  nur  unbedeutende  Erosiousreste 
vor,  die  grosse  Hauptmasse  der  sehr  weit  ausgedehnten  Ablagerung  ist  zerstört  und  nur  isolirte  kleine  Schollen 
haben  sich  in  Folge  ihrer  eigenthümlicheu  Lagerung  erhalten;  die  Juragesteine  ruhen  auf  oberer  Kreide  auf 
und  werden  von  Granit  bedeckt,  und  nur  unter  dem  Schutze  des  letzteren  haben  sie  sich  stellenweise  der 
Denudation  entzogen. 


1  Uhli^,  1.  c.  —  Suess,  das  Antlitz  der  Erde.  Vol.  I.  p.  -274  if. 

-  Hohenegger  -  Fallaux,  geognostisclie  Karte  des  ehemaligen  Gebietes  von  Krakau.  Diese  Denkschriften  1867. 
Bd.  24.  —  Römer,  Geologie  von  Oberschlesien.  —  Oppel-Waageu,  die  Zone  der  Ainmonites  transversarins.  Beuecke, 
geoguostisch-paläontologische  Beiträge,  Bd.  I.  — Neumayr,  C'ephalopodentauna  der  Oolithe  von  Baiin.  Abliandl.  der  geol. 
Reichsaustalt.  Bd.  V.  —  Vergl.  ferner  Arbeiten  von  Zeuschner,  Reuss,  Laube,  Alth  u.  s.  w. 

^  Zeuschner,  die  Gruppen  und  Abtheilungen  des  polnischen  Jura;  Zeitschrift  der  deutscheu  geologischen  Gesellsch. 
1869.  p.  791.  —  F.  Römer,  Geolojjie  von  Oberschlesien,  p.  273. 

^  Cotta,  Geogn.  Beschreibung  des  Königreiches  Sachsen,  Heft  5.  Geolog.  Wanderungen  Heft.  2.  —  Ewald,  Zeitschr. 
der  deutschen  geolog.  Geseüschaft  Bd.  XI.  1858.  p.  8.  —  Lenz,  das  Auftreten  jurassischer  Gesteine  in  Böhmen,  Zeitschrift 
für  die  gesamnite  Naturw.  1870.  (Mai  Heft).  —  v.  Dcchen,  über  grosse  Disloeationeu;  Natm-w.  Verein  f.  d.  Rheinlande. 
1881.  Sitzungsb.  S.  9.  —  Bruder,  zur  Kenntnis  der  Juraablagerungen  von  Sternberg  bei  Zeidler  iu  Böhmen.  Sitzungsber. 
der  Wiener  Akademie.  Bd.  83.  Abth.  3.  1881.  —  Dames,  Zeitschrift  der  deutschen  geolog.  Gesellschaft.  Bd.  26.  S.  210.  — 
Suess,  das  Antlitz  der  Erde,  Bd.  L  S.  276.  —  Bruder,  Zeitschrift  der  deutschen  geolog.  Gesellschaft,  Bd.  36,  S.  413. 


64  M.  Neumaijr. 

Die  ältesten  Scliicliten,  welche  liier  auftreten,  sind  schwarze  Thone,  die  vermuthlich  dem  unteren  Oxford, 
den  Perarmatenschichten,  vielleicht  einem  wenig  höheren  oder  tieferen  Niveau  entsprechen;  darüber  folgen 
Kalke  mit  Formen  aus  den  beiden  Zonen  des  Pdtoceras  bimammaUim  und  der  Oppelia  fenuilobata.  Der  Charakter 
dieser  Ablagerungen  mahnt  in  erster  Linie  an  die  süddeutschen  Vorkommnisse,  die  nächsten  Beziehungen  sind 
znm  Frankeujura  vorhanden;  daneben  tritt  aber  in  Pdtoceras  Geinitzi  Brud.  eine  Form  auf,  die  sich  an  Typen 
von  der  Ostseite  der  böhmischen  Masse,  von  Olomutschan,  ansehUesst,  während  Gryphaea  düatata  und  einige 
Seeigel  an  norddeutsche  Vorkommnisse  erinnern. 

Wir  haben  hier  eine  überaus  wichtige  Erscheinung  vor  uns ;  die  sächsisch-böhmische  Jurazone  hängt 
nirgends  mit  dem  süddeutschen  Jura  zusammen,  und  trotzdem  zeigt  sie  mit  ihm  die  allernächste  Verwandtschaft; 
At^pidoceras  acanthicum,  loncjispinmn,  Perisphindes  polygi/ratiis,  inconditus,  involuhis,  OJcostephanus  stephanokhs 
sind  lauter  Arten,  die  noch  nie  in  Norddeutschland  oder  im  oberschlesisch-polnischen  Jura  gefunden  sind,  die 
abgesehen  von  dem  sächsisch-böhmischen  Zuge  nur  südlich  von  dem  vorspringenden  Sporne  des  ThUriuger- 
waldes  auftreten. 

Wir  werden  auf  diesen  Gegenstand  später  wieder  zurückkommen ;  wir  beschäftigen  uns  hier  zunächst  mit 
den  Daten,  die  sich  aus  den  bisher  besprochenen  Thatsachen  ergeben.  Aus  den  vielfachen  Beziehungen 
zwischen  all'  den  Ablagerungen,  die  sich  von  Eegeusburg  über  Passau  nach  Mähren  und  von  da  nach  Krakau, 
Oberschlesien  und  in  die  Gegend  von  Czeustochau  erstrecken,  kann  mit  Sicherheit  geschlossen  werden,  dass 
die  böhmische  Masse  nach  Südwesten,  Süden  und  Osten  von  einem  zusammenhängenden  Meere  mit  sehr  gleich- 
massiger  Fauna  umgeben  war;  wenigstens  wissen  wir  das  für  die  obere  Hälfte  des  mittleren  und  die  untere 
Hälfte  des  oberen  Jura  mit  Bestimmtheit,  während  speciell  für  den  Lias  nähere  Daten  fehlen. 

Wir  können  hier  nocli  um  einen  Schritt  weiter  gehen ;  au  dem  südlichsten  Theile  der  böhmischen  Masse 
zwisclien  Linz  und  St.  Polten  treten  die  Gebilde  der  alpinen  Provinz,  in  welchen  der  Jura  durchaus  abweichend 
entwickelt  ist,  sehr  nahe  an  die  böhmische  Masse  heran,  so  dass  zwischen  beiden  für  einen  Meeresstrich,  der 
die  Passauer  mit  der  Brünner  Entwicklung  hätte  verbinden  können,  kein  Raum  bleibt.  War  hiefür  kein  Platz 
neben  der  böhmischen  Masse,  so  musste  die  Verbindung  über  diese  gehen,  es  musste  ein  breites  Stück  ihrer 
Südliälfte  vom  Meere  bedeckt  gewesen  sein,  wie  das  schon  melirfach  angenommen  worden  ist. 

Man  könnte  auf  die  Vermuthung  kommen,  dass  ganz  Böhmen  zur  Jurazeit  unter  Wasser  war,  und  dass  die 
damals  gebildeten  Ablagerungen  wieder  zerstört  wurden;  es  scheint  mir  das  aus  zweierlei  Gründen  wenig 
wahrscheinlich;  in  erster  Linie  spricht  dagegen  der  Umstand,  dass  nirgend  im  Innern  des  Landes  auf  der  lang 
gestreckten  Linie  von  der  mährischen  Grenze  bis  Saaz  der  Jura  im  Liegenden  der  übergreifenden  Kreide  auf- 
tritt. Ausserdem  aber  spricht  noch  ein  zweiter  Grund  dafür,  dass  ein  Theil  der  böhmischen  Masse  damals  festes 
Land  war  und  Sediment  von  da  nach  Süden  ins  Meer  gelangte;  gerade  südlich  von  derselben  sind  sowohl 
Trias-  als  Juraablagerungen  in  den  Alpen  reich  an  Saudsteinen  und  Schieferthonen  (Lunzer  Sandstein, 
Grestener  Schichten),  auch  Landpflanzen  finden  sich  reichlich,  und  wir  können  als  deren  Heimat  nur  jenes 
nördliche  Festland  betrachten. 

Dass  von  Oberschlesien  aus  ein  zusammenhängendes  Meer  längs  dem  Fusse  der  Sudeten  sich  erstreckte, 
dürfte  wohl  von  keiner  Seite  in  Zweifel  gezogen  werden,  und  dieses  vermittelte  die  Verbindung  mit  dem 
sächsischen  Jura,  von  dem  aus  das  Meer  nach  Südosten,  nach  Böhmen  an  den  Fuss  des  Riesen-  und  Iser- 
gebirges  vordrang. 

Welche  Rolle  dabei  den  Sudeten  zukam,  wird  später  noch  besprochen  werden,  hier  sei  nur  darauf  hin- 
gewiesen, dass  die  an  deren  Fusse  befindlichen  Ablagerungen  des  oberen  Jura  grösstentheils  keine  Spur  vou 
mechanischen  Sedimenten,  überhaupt  keine  Andeutung  von  Küstennähe  zeigen,  es  sind  meist  Kalke  mit  durch- 
aus pelagischer,  an  Cephalopoden  und  Kieselschwämmen  reicher  Fauna. 

Ehe  wir  mit  der  Betrachtung  der  weiter  im  Westen  gelegenen  Theile  des  mitteleuropäischen  Jura  beginnen, 
müssen  wir  noch  dessen  Verbreitung  nach  Osten  erwähneu.  An  den  Krakauer  Jura,  der  mit  Schichten  des 
Doggers  auf  älterem  Gebirge  übergreifend  auftritt,  schliessen  sich  isoiirte  Vorkommnisse  von  oberem  Jura  an, 
über  die  nur  wenig  bekannt  ist;  abgesehen  von  der  Umgebung  von  Czenstoebau  finden  sich  solche  an  einigen 


Die  (jmyraphische  Verbreitung  der  Juraformafioii.  65 

Ptinkteu  in  Grosspolen  vor,  die  namentlich  an  der  Pilicza  und  au  der  Lyssa  Hora  bei  Kielce  in  grösserem 
Umfange  auftreten;  aus  dem  letzteren  Gebirge  werden  Diceraskalke  citirt  (vergl.  oben). 

Von  grosser  Bedeutung  sind  die  Kalke  der  oberen  Kimmevidgestufe  von  Nizniow  im  Dniesterthale  in 
Ostgalizien,  deren  Fauna  durch  A.  v.  Alth  monographisch  bearbeitet  worden  ist.'  Diese  Ablagerungen  niheu 
auf  devonischen  Schichten  auf  und  bilden  Erosiousreste  einer  wahrscheinlich  wenigstens  in  einzelnen  Schollen 
unter  den  jüngeren  Gebilden  der  galizischen  Ebene  weit  verbreiteten  Decke.  Die  vorwiegend  aus  Muscheln  und 
Schnecken  bestehende  Fauna  zeigt  die  meiste  Verwandtschaft  mit  den  nurdwestdeutschen  Vorkommnissen, 
nächstdem  mit  jenen  Frankreichs  und  der  westlichen  Schweiz,  und  wir  erhalten  damit  einen  neuen  Beweis  für 
das  Vorhandensein  einer  weit  geöffneten  Verbindung  mit  dem  norddeutschen  Meere. 

Nach  einer  sehr  grossen  Unterbrechung  finden  wir  weitere  Spuren  von  Juraablagerungen  des  mittel- 
europäischen Typus  weit  im  Osten  in  Südrussland,  an  den  Ufern  des  Donetz,  bei  Isjum;  auch  hier  entblösst 
der  tief  in  die  Ebene  eingeschnittene  Fluss  weisse  Kalke  des  oberen  Jura,  welche  höchst  merkwürdiger  Weise 
denjenigen  von  Nizniow  in  Galizien  in  Fauna  und  Faciesentwicklung  nahe  stehen  und  gleich  ihnen  mit  den 
Kimmeridgebilduugen  der  Umgebung  von  Hannover  ausgesprochene  Verwandtschaft  zeigen.  ^  Dieser  Umstand 
wird  um  so  auffallender,  als  es  sich  hier  nicht  etwa  um  eine  aus  Tiefseethieren  und  pelagischen  Schwimmern 
bestehende  „universelle"  Fauna  handelt,  sondern  alle  Anzeichen  für  das  Vorhandensein  einer  Ablagerung  aus 
seichtem  Wasser  vorliegen.  Wir  sind  dadurch  berechtigt,  anzunehmen,  dass  nördlich  von  den  Gewässern  der 
alpinen  Provinz  ein  breiter  Strich  Meer  von  Podolien  her  sich  bis  in  die  Donetzgegend  erstreckte,  dessen  Nord- 
rand wir  bei  Besprechung  der  Grenzen  gegen  die  russische  Provinz  näher  ins  Auge  fassen  werden. 

Endlich  ist  noch  hervorzuheben,  dass  der  Jura  am  Nordrande  des  Kaukasus  den  mitteleuropäischen 
Typus  trägt,  während  derselbe  im  Innern  des  Gebirges  alpin  entwickelt  ist;  der  Jura  der  Krim  ist  rein  alpin 
und  beide  müssen  mit  den  Juragewässern  im  Westen  in  offener  Verbindung  gestanden  haben. 

Kehren  wir  zu  den  Verhältnissen  am  Rande  der  böhmischen  Masse  zurück,  so  tritt  eine  schwierige  Frage 
an  uns  heran,  wenn  wir  die  Verbreitung  des  Meeres  von  Sachsen  aus  verfolgen  wollen.  Der  sächsisch-böh- 
mische Jura  zeigt  in  klarster  Weise  den  Typus  der  süddeutschen,  der  fränkisch-schwäbischen  Entwicklung,  aller- 
dings mit  deutlichen  Anklängen  an  die  norddeutschen,  wie  au  die  ostsudetischen  Verhältnisse.  Diese  letzteren 
sind  aber  doch  nur  in  untergeordnetem  Maasse  vorhanden,  der  Hauptsache  nach  haben  wir  ein  Stück  Franken- 
jura vor  uns,  und  wenn  Überhaupt  aus  dem  Faunencharakter  Schlüsse  auf  die  geographischen  Verhältnisse  der 
Vorzeit  möglich  sind,  so  ist  die  Folgerung  unab weislieh,  dass  hier  eine  directe  Meeresverbiudung  vorhanden  war. 

Betrachten  wir  nun  den  Bau  der  zwischenliegenden  Gegend,  so  bietet  zunächst  eine  Ausbreitung  des 
Meeres  am  Nordrande  des  Erzgebirges  keine  Schwierigkeit;  dann  aber  treffen  wir  auf  die  mitteldeutsche  Trias- 
landschaft und  auf  den  mächtigen  nach  Nordwesten  gerichteten  Gebirgszug  des  Frankenwaldes  und  des 
Thüringerwaldes.  Wir  können  uns  nicht  verhehlen,  dass  wir  entweder  jede  Möglichkeit  der  Erklärung  der 
Verbreitungsverhältnisse  der  fossilen  Faunen  aufgeben,  oder  in  streng  logischer  Consequenz  schliessen  müssen, 
dass  die  Sedimente  des  schwäbisch-fränkischen  Jurazuges  sich  als  zusammenhängende  Decke  über  das  ganze 
Süd-  und  mitteldeutsche  Triasland  fortsetzten,  ja  selbst  den  Thüringerwald  ganz  oder  zum  grössten  Theile 
verhüllten.  Wir  müssen  dann  einen  Betrag  von  Denudation  annehmen,  der  stellenweise  kaum  geringer  als 
2000  Meter  angeschlagen  werden  kann,  aber  für  den  grössten  Theil  der  Strecke  allerdings  weit  hinter  diesem 
Maximum  zurückbleibt. 

Glücklicher  Weise  hat  sich  in  neuerer  Zeit  bei  den  Geologen  eine  richtige  Anschauung  von  der  uner- 
messlichen  Kraft  und  Wirkung  der  Denudation  Geltung  verschafft,  und  man  hat  sich  mehr  und  mehr  davon 
überzeugt,  welch'  grossen  Fehler  man  durch  Unterschätzung  dieses  gewaltigen  Factors  begeht.  Es  darf  gerade 
für  den  vorliegenden  Fall  als  ein  specielles  Verdienst  der  Arbeiten  der  preussischen  geologischen  Landesanstalt 


1  A.  v.  Alth,  die  Verateinerungen  des  Nizniower  Kalksteines.  Beiträge   zur  Paläontologie  Österreich-Ungarns.  1882. 
Ud.  1.  S.  183—354. 

-  Trautschold,  über  den  Jura  von  Isjum.  15ulletins  de  la  societti  de  naturalistes  de  Moscou.  187S.  Vol.  II. 

Denkschriften  der  mathem.-niturw.  Gl.  L.  Bd.  9 


66  M.  Neumayr. 

betrachtet  werden,  dass  sie  hier  einen  richtigen  Weg  eingeschlagen  und  die  Grösse  solcher  Erscheinungen 
gewürdigt  hat.  Jedenfalls  beträgt  die  Masse  der  Abtragung,  die  wir  hier  voraussetzen  müssen,  noch  bei  weitem 
nicht  so  viel,  als  z.  B.  in  dem  grossen  Caüondistrikte  Nordamerikas  nach  Button,'  und  die  Möglichkeit  eines 
solchen  Vorganges  wird  sicher  nicht  in  Abrede  gestellt  werden  können;  eine  eingehendere  Besprechung  der 
Verhältnisse  wird  ergeben,  dass  wir  denselben  als  einen  in  hohem  Grade  wahrscheinlichen  bezeichnen  dürfen. 
Wir  müssen  das  süddeutsche  Stufenlaud^  zum  Ausgangspunkte  unserer  Betrachtung  nehmen; 
der  weite  Eaum  zwischen  dem  Schwarzwakl,  dem  Rheiuthale  und  dem  Odenwald  im  Westen,  der  böhmischen 
Masse  im  Osten,  der  schuttbedeckten  Donauhochebene  im  Süden  und  dem  mitteldeutschen  Gebirgszuge  im 
Norden  wird  von  fast  vollständig  horizontal  gelagerten  Schichten  der  Trias  und  des  Jura  eingenommen,  welche 
nur  eine  ganz  leichte,  im  Durchschnitte  gegen  Südost  gerichtete  Neigung  besitzen.  Geht  mau  innerhalb  dieses 
Gebietes  von  der  nordwestlichen  Grenze  her  nach  Süden  oder  Südosten,  so  durchschneidet  man  der  Reihe 
nach  alle  Horizonte  vom  ältesten  bis  zum  jüngsten.  Geht  man  z.  B.  vom  Neckarthaie  bei  Heidelberg  aus,  wo  der 
Fluss  bis  auf  die  granitische  Unterlage  einschneidet,  so  findet  man,  abgesehen  von  den  schwachen  Spuren  des 
Rothliegenden,  zunächst  die  mächtigen  Massen  des  Buntsaudsteines  und  überschreitet  dann  der  Reihe  nach 
Muschelkalk,  Keuper,  Lias,  mittleren  Jura,  und  erreicht  endlich  den  durch  die  untere  Abtheilung  des  oberen 
Jura  gebildeten  Steilraud  der  schwäbischen  Alp.  Ist  dieser  erstiegen,  so  befindet  man  sich  auf  einer  rauhen 
Hoclifläche,  auf  welcher  in  der  Regel  die  höhereu  Glieder  des  oberen  Jura  eine  weitere  Terrasse  bilden. 

Da  alle  Schichten  gleichmässig  ganz  leicht  nach  derselben  Richtung  geneigt  sind,  in  welcher  dieser  Weg 
verläuft,  so  liegt  natürlich  der  Rand  dieser  Terrasse  nicht  um  so  viel  höher,  als  die  Mächtigkeit  der  verquerten 
Schichten  beträgt,  sondern  die  Unterschiede  sind  viel  geringer;  der  Buntsandstein  liegt  auf  dem  Königsstuhl 
bei  Heidelberg  in  1752'  Meereshöhe,  der  vordere  Steilraud  der  schwäbischen  Alp  misst  etwa  2200',  aber  die 
Liasfläche  an  seinem  Fusse  ist  nur  etwa  1100'  über  dem  Meere,  also  viel  niedriger  als  der  mittlere 
Buntsandstein  auf  dem  Königsstuhl.  Im  Allgemeinen  steigen  die  einzelnen  Schichten  je  nach  ihrer  Verwitter- 
barkeit  und  Dicke  in  grösseren  oder  kleineren  Stufen  oder  in  flach  geböschten  Geläuden  über  einander  auf, 
wobei  die  leichte  Neigung  der  Bänke  die  durch  die  Überlagerung  hervorgebrachten  Höhenunterschiede  wieder 
ausgleicht,  so  dass  das  Niveau,  bis  zu  welchem  jeder  einzelne  Horizont  ansteigt,  lediglich  von  seiner 
Widerstandskraft  gegen  die  Denudation  abhängt.  Die  festen  Massen  des  Buntsandsteines  und  des  oberen 
Jura,  und  nächst  iiinen  der  Muschelkalk  bilden  bedeutende  Höhen,  während  die  leichter  zerstörbaren  Gesteine 
des  Keupers,  des  Lias  und  des  braunen  Jura  flachere  Formen  zeigen  und  ein  Hügelland  bilden;  innerhalb 
dieses  letzteren  bedingen  dann  wieder  die  festeren  Sandsteinbäuke  des  Keupers,  namentlich  der  Stuben- 
sandstein, ferner  die  Arietenkalke  des  unteren  Lias,  die  Posidonomyenschiefer  des  oberen  Lias,  und  in 
Württemberg  die  blauen  Kalke  mit  Stephanoceras  Sauzei  im  mittleren  Jura  deutliche  Terrainstufen.  Bei  normalem 
Auftreten,  wo  keine  localen  Brüche  die  Verhältnisse  stören,  streicht  jede  einzelne  Schicht  frei  nach  Norden, 
respective  Westen  in  die  Luft  aus,  sie  könnten  sich,  ohne  auf  ein  Hiuderniss  zu  stossen,  unbegrenzt  weiter 
ausdehnen,  und  wenn  wir  alle  einzelnen  Schichten,  wo  sie  durch  Erosion  abgeschnitten  sind,  gleichmässig  fort- 
gesetzt denken,  so  würden  sie  sich  ganz  regelmässig  auf  den  Buntsandstein  des  Odeuwaldes  legen  und  über 
diesem  eine  Decke  von  mehreren  Tausend  Fuss  Mächtigkeit  bilden. 

Es  entsteht  nun  zunächst  die  Frage,  wie  die  heutigen  Reliefverhältnisse  des  süddeutschen  Stufenlandes 
entstanden  sind,  und  ob  eine  Ausdehnung  der  Jurasedimeute  über  das  schwäbisch-fränkische  Unterland  und 
bis  auf  die  Höhen  des  Odenwaldes  und  des  Spessart  angenommen  werden  darf. 

Wir  wenden  uns  zu  der  autfalleudsteu  und  grössten  aller  dieser  Stufen,  zu  dem  vom  unteren  weissen  Jura 
gebildeten  Steilrande  der  schwäbisch-fränkischen  Alp,  dessen  merkwürdige  Gestalt  schon  so  mannigfache 
Vermuthungen  hervorgerufen  hat.  Man  hat  an  Korallriffe  gedacht,  deren  Steilabsturz  hier  stehen  sollte,  aber  es 
genügt,  ein  beliebiges  Profil  zu  begehen,  die  wohlgeschichteten  Kalke  und  die  vielfach  dazwischen  liegenden 


1  Button,  tertiary  histoiy  ofthe  great  Canon.  Mouographs  of  the  United  States  geologisch  Siirvey.  Vol.  II.  1882. 

2  Für  den  schvväbiaoh-fränkischeu  Jura  vergl.  die  bekannten  Werke  vouOppel,  Queustedt  und  Waagen. 


Die  geographische  Verbreitung  der  Juraformai ion.  67 

Mergel  zu  betrachten,  um  die  Unrichtigkeit  einer  solchen  Auffassung  zu  erkennen.  Ebensowenig  hat  man  es 
mit  einer  durch  tektonische  Verhältnisse  bedingten  Grenze  zu  thun,  denn  die  tieferen  Schichten  streichen 
durchaus  ungestört  unter  die  hellen  Kalke.  Es  ist  also  der  Absturz  durch  Erosion  hervorgebracht,  und  es  kann 
sich  nur  um  die  Frage  handeln,  ob  das  Meer  oder  fliessende  Wässer  und  Atmosphärilien  gewirkt  haben.  Die 
erstere  Annahme  muss  unbedingt  abgelehnt  werden,  da  nach  Schluss  des  Jura  das  Meer  nicht  mehr  hierher 
vordrang,  und  es  kann  sich  daher  nur  um  sogenannte  subaerische  Denudation  handeln. 

Es  fragt  sich  nun,  wie  es  kömmt,  dass  gerade  solche  Formen  durch  Abwitterung  entstanden,  wie  es  zu 
erklären  ist,  dass  auf  einer  etwa  50  Meilen  langen  Linie  überall  eine  in  ungefähr  gleicher  Höhe  absehneidende 
Kalkmasse  sich  erhebt,  und  ob  diese  Erscheinung  mit  der  Annahme  subaeiischer  Denudation  vereinbar  ist. 

Die  Steilheit  der  Stufe  erklärt  sich  sehr  einfach  aus  der  Beschaffenheit  der  Gesteine,  aus  dem  Auftreten 
sehr  mächtiger,  widerstandskräftiger  Kalkmassen  über  den  sehr  leicht  zerstörbaren  Thonen  und  Oolithen  des 
oberen  Doggers.  Es  bleibt  also  nur  die  Frage  nach  der  Ursache  der  gleichmässigenHöhe  des  Steilrandes,  welche 
nicht  von  der  Mächtigkeit  der  oberjurassischen  Kalke  gegeben  ist,  denn  nur  die  untere  Hälfte  derselben  tritt 
hier  auf,  die  höheren  Horizonte  bilden  eine  zweite  weiter  rückwärts  liegende  Stufe.  Wir  haben  es  hier  mit  der 
Wirkung  eines  allgemeinen,  aber  noch  nicht  genügend  gewürdigten  Gesetzes  zu  thun,  nach  welchem  die  Wir- 
kung der  Erosion  mit  der  Höhenlage  zunimmt.  Diese  Erscheinung,  auf  welche  ich  schon  bei  einer  früheren 
Gelegenheit  kurz  aufmerksam  gemacht  habe,'  wird  einerseits  bedingt  durch  den  intensiveren  Temperaturwechsel 
und  grössere  Niederschlagsmengen  auf  exponirten  Höhenpunkten,  anderseits  durch  das  Bestreben  der  flies- 
senden Wässer,  einen  in  normaler  Curve  verlaufenden  Thalweg  herzustellen. 

Diese  Factoren  wirken  zusammen,  um  mit  steigender  Höhe  nicht  nur  in  einfach  arithmetischer,  sondern 
in  geometrischer  Progression  eine  Zunahme  der  Erosionswirkung  hervorzurufen,  welche  Alles  auf  ein 
normales,  mit  der  Entfernung  vom  Meere  gleichmässig  ansteigendes  Niveau  zurückzuführen  sucht.  Was 
bedeutend  darüber  hervorragt,  verfällt  rascher  Zerstörung.  Allerdings  sind  es  nicht  etwa  Höhenunterschiede 
allein,  durch  welche  die  Intensität  der  Erosion  bedingt  wird,  sondern  selbstverständlich  ist  die  Beschaffenheit 
der  Felsarten  selbst  auch  von  wesentlichstem  Einfliiss;  in  derselben  Höhenlage,  in  welcher  ein  plastischer 
Thon,  ein  bröckliger  Sandstein  oder  Schiefer  rascher  Vernichtung  anheim  fällt,  wird  harter  Kalk  oder  Quarzit 
noch  sehr  wenig  angegriffen  werden.  Es  wird  sich  für  jedes  Gestein  in  jedem  einzelnen  Falle  ein  bestimmtes 
Normalniveau  herausstellen,  in  welchem  die  Zunahme  der  erosiven  Kräfte  mit  der  Höhe  die  Widerstandskraft 
der  betreffenden  Felsart  leicht  überwältigt ;  bis  zu  diesem  Niveau  wird  dieselbe  überall  vorkommen  und  nur 
langsam  erodirt  werden,  über  der  betreffenden  Linie  aber  allgemein  zerstört  sein. 

Die  Anwendung  dieser  Gesetze  gibt  in  einfacher  Weise  die  Erklärung  für  die  Entstehung  eines  Terrains, 
wie  es  das  süddeutsche  Stufenland  darstellt;  man  sieht  nun  leicht  ein,  wie  es  kommt,  dass  jeder  bestimmte 
Horizont  überall  in  annähernd  demselben  Niveau  auftritt,  und  es  ist  klar,  dass  alle  höheren  Schichten  durch 
Denudation  verschwinden  mussten,  auch  wenn  über  dem  Buntsandstein  des  Odenwaldes  und  Spessart  noch 
Muschelkalk  Kenper  und  der  ganze  Jura  lag.  Man  muss  sich  nur  daran  erinnern,  dass  diese  Gegenden  seit  Ende 
der  Jurazeit  nicht  mehr  vom  Meer  bedeckt  sind  und  also  die  Denudation  vermuthlich  seit  vielen  Millionen  Jahren 
in  denselben  thätig  ist. 

Der  Ansicht  gegenüber,  dass  der  concentrische  Stnfenbau  der  süddeutschen  Jura-Triaslandschaft  lediglich 
der  verschiedenen  Wirkung  der  Erosion  in  verschiedener  Höhe  zuzuschreiben  sei,  ist  allerdings  ein  Bedenken 
laut  geworden.*  Wenn  das  Meer  sich  aus  einem  Gebiete  zurückzieht,  so  muss  sich  auf  dem  trocken  gelegten 
Boden  sofort  ein  System  von  Wasserläufen  ausbilden,  und  dem  in  dieser  Weise  entstehenden  Thalsysteme 
muss  gewissen  Erfahrungen  nach  ein  hoher  Grad  von  Persistenz  zugeschrieben  werden.  Da  nun  im  Allgemeinen 
ein  leichtes  Ansteigen  der  Schichten  gegen  Nordwesten  vorherrscht,  und  demnach    an  dem   nördlichen  und 


1  Geologische  Beschreibung  der  Insel  Kos.  Diese  Denkschriften  Bd.  XL,  S.  229. 

2  Tietze,  die  geognostischen  Verhältnisse  der  Umgebung  von  Lemberg.    Jahrbuch  der  geologischen  Reichsangtalt. 
1882.  .S.  101, 


68  M.  Neumayr. 

westlichen  Rande  die  Trockenlegung  begonnen  zu  haben  scheint,  so  mUsste  man  erwarten,  dass  die  Flüsse  alle 
gegen  Süden  und  Osten,  speciell  in  unserem  Falle,  dass  Main  und  Neckar  in  die  Donau  abfliessen;  es  wären 
das  Verhältnisse,  wie  sie  uns  das  Pariser  Becken  darstellt. 

Dieser  scharfsinnige  Einwurf  kann  jedoch  die  hier  geäusserte  Auffassung  nicht  widerlegen;  zAinächst  gilt 
das  Gesetz  der  Persistenz  der  Flussläufe  nur  für  Gegenden  mit  tief  eingeschnittenem  Thalsysteni,  während  in 
sehr  flachen  Distrikten,  wie  es  ein  eben  erst  trocken  gelegtes,  durch  Sediment  allmälig  ausgefülltes,  flaches 
Meeresbecken  darstellt,  die  Flussläufe  bekanntlich  grossen  Schwankungen  ausgesetzt  sind,  wie  das  eine  Menge 
von  Beispielen,  die  Veränderungen  im  Unterlaufe  des  Hoang-ho,  die  Verlegung  des  Amu-Darja,  und  vor  Allem 
die  Umgestaltung  des  Fhisssystemes  Norddeutschlands  während  der  Diluvialzeit  ^  erkennen  lassen. 

Es  kömmt  hier  aber  noch  ein  weiterer  wichtiger  Factor  in  Frage;  wie  namentlich  aus  den  Arbeiten  von 
Fraas  und  GUmbel  hervorgeht  und  Suess  kürzlich  in  übersichtlicher  Darstellung  gezeigt  hat,^  ist  das 
süddeutsche  Stufenland  ein  Seukungsgebiet,  in  welchem  ein  ganzes  Netzwerk  von  Brüchen  verläuft;  die 
einzelnen  Schollen  sind  zwischen  den  Spalten  niedergebrochen,  es  hat  also  eine  tektonische  Veränderung  des 
Reliefs  stattgefunden,  das  gerade  unter  den  vorhandenen  Bedingungen  eine  Veränderung  der  Flussläufe 
hervorbringen  konnte.  In  der  That  sehen  wir,  dass  die  Thalwege  der  Flüsse  unseres  Gebietes  zahlreiche 
Anhaltspunkte  für  eine  solche  Annahme  bieten ;  vor  Allem  kann  der  Lauf  des  Main's  mit  seinen  grossartigen 
Kniebieguugen  kein  ursprünglicher,  das  jetzige  Thal  muss  aus  verschiedenen  heterogenen  Stücken  zusammen- 
gesetzt sein,  es  sind  in  ihm  Tiieile  verschiedener  ursprünglich  von  einander  getrennter  Draiuirungssysteme 
vereinigt.  Am  deutlichsten  tritt  die  ursprüngliche  Gestaltung  im  östlichen  Theile  unseres  Gebietes  hervor.  Die 
Altmühl,  welche  in  einem  seichten  Canon  den  Steilrand  des  Jura  durchbricht,  war  aller  Wahrscheinlichkeit 
nach  früher  eine  der  Hauptabflussadern  unseres  Terrains,  während  die  Thalsohle  für  die  heutige  Wassermenge 
viel  zu  gross  ist.  Schon  die  Oberflächenverhältnisse  machen  es  wahrscheinlich,  dass  der  Oberlauf  des  Mains 
oberhalb  Bamberg  sich  durch  das  Regnitzthal  in  die  Altmühl  ergossen  habe;  dafür  spricht  namentlich  auch  das 
abnorme  Verhältniss,  dass  ein  grosser  Theil  der  Nebenflüsse  der  Regnitz  unter  einem  stumpfen  Winkel  gegen  die 
heutige  Richtung  der  Wasserläufe  einmündet. 

Es  kann  natürlich  nicht  davon  die  Rede  sein,  hier  weitere  Speculationen  über  diesen  Gegenstand  ein- 
zufügen, die  eine  genauere  Localkenutniss  erfordern  würden,  als  sie  mir  zur  Verfügung  steht.  Das  Gesagte 
wird  an  sich  schon  genügen,  um  zu  zeigen,  dass  die  hydrographischen  Verhältnisse  kein  Hinderniss  gegen  die 
Annahme  der  hier  gegebenen  Auflassung  der  Bildungsgeschichte  des  süddeutschen  Terrassenlandes  bilden.  Die 
theoretische  Möglichkeit  solcher  Denudationserscheinungen  kann  nicht  geleugnet  und  ebensowenig  bestritten 
werden,  dass  dieselben  seit  Ende  der  Jurazeit  einen  so  bedeutenden  Umfang  erreicht  haben,  als  er  hier 
angenommen  wird.  Es  entsteht  demnach  die  Frage,  ob  diese  möglichen  Vorgänge  auch  wirklich  stattgefunden 
haben. 

In  erster  Linie  spricht  dafür  der  vollständige  Mangel  irgend  welcher  möglichen  Uferlinie;  die  Jura- 
ablagerungen, die  von  Schaffhausen  bis  Coburg  in  der  Regel  den  Rand  des  Hauptsteilrandes  des  oberen  Jura 
bilden,  sind  lichte  Kalke,  deren  Fauna  der  Hauptsache  nach  aus  Ammoniten  besteht;  dazu  gesellen  sich, 
bisweilen  in  grosser  Menge  auftretend,  kalksehalige  Brachiopoden,  wenige  Muscheln,  Schnecken  und  See- 
igel, dafür  aber  stellenweise  ungeheure  Mengen  von  Kieselschwämmen.  Wenn  man  für  irgend  welche  juras- 
sische Sedimente  mit  voller  Sicherheit  sagen  kann,  dass  sie  nicht  in  seichtem  Wasser  gebildet  sind,  so  sind 
es  diese  Kalkgebilde  der  Zonen  des  Peltoceras  himammatmn  und  der  OppeKa  tetiuüobata ;  sie  finden  in  den  jetzi- 
gen Meeren  ihr  Analogen  in  dem  Kalkschlamm  mit  zahlreichen  Kieselschwämmen,  und  wir  können  darnach 
die  Meerestiefe,  in  der  sie  gebildet  wurden,  nicht  geringer  als  zu  500  Faden  annehmen;  der  Meeresspiegel 


1  Berent,  der  Nordwesten  Bedins.  Abh.andlungen  zur  geologischen  Specialkavte  von  Preussen.  Bd.  II. 

2  Fraas,  geognostiscbe  Beschreibung  von  Wiivtemberg.  S.  XIX  ff.  —  Gümbel,  geognostische  Beschreibung  des  König- 
reiches Baiern.  Bd.  IT.,  das  bnierisch-böhmische  Grenzgebirge,  und  Bd.  TIT.,  Fichtelgebirgc  und  Frankenwald;  an  mehreren 
Orten.  —  Suess,  Antlitz  der  Erde,  Bd.  I,  S.  252. 


Die  geographische  Verhreitwuj  der  Juraformation.  69 

befand  sich  also  mindestens  um  3500',  vielleicbt  aber  um  12000'  höher  als  der  mittlere  Buntsandstein  auf  dem 
Königsstuhl  bei  Heidelberg,  wobei  noch  der  Betrag  aller  Senkungen  an  Bruchlinien  nicht  in  Betracht  gezogen 
ist,  welche  zwischen  Odenwald  und  Alp  verlaufen.  Berücksichtigt  mau  die  ^Mächtigkeit  der  denudirten 
Sedimente,  des  oberen  Buntsandsteins,  des  Muschelkalkes,  Keupcrs,  Lias  und  mittleren  Jura,  so  findet  man, 
dass  dieselben,  auf  die  Höhe  des  Odeuwaldes  gelegt,  noch  nicld  bis  zum  Niveau  des  Wasserspiegels  empor- 
ragen konnten. 

Von  grösster  Wichtigkeit  sind  die  isolirtcn  Partien  jurassisclier  Sedimente  weit  draussen  im  Triaslande; 
dieselben  konnten  sich  allerdings  für  gewöhnlich  nicht  erlialteu,  dieses  war  nur  da  der  Fall,  wo  in  einer 
Grabenwerfung  eine  Scholle  in  die  Tiefe  gesunken  ist.  Weitaus  das  interessanteste  Vorkommen  dieser  Art 
ist  die  „Juraversenkung"  von  Langenbrücken,  '  dicht  am  Südrande  des  Odenwaldes,  nur  wenige  Stunden 
von  Heidelberg  entfernt;  hier  liegen  zwischen  den  AUuvien  des  Rheinthaies  und  den  Keuperbildungen,  von 
diesen  theils  durch  Brüche  getrennt,  theils  an  Flexuren  abgesenkt,  in  geringer  Ausdelmung  jurassische  Ab- 
lagerungen von  den  tiefsten  Psilonotenschichten  bis  einschliesslich  zur  Zone  des  Harpoceras  Murchisoiiae ; 
dass  aber  auch  noch  höhere  Schichten  vorhanden  waren  and  durch  Denudation  verschwunden  sind,  beweist 
ein  Fund  von  Benecke,  der  in  den  Diluvialablagerungen  von  Wiesloch  ein  Exemplar  eines  Sfephanoceras  in 
einem  Icbhait  gelb  geiarbten  Kalke  entdeckte.^  Keine  Spur  von  Strnndbildungen,  nicht  das  leiseste  Anzeichen 
von  Küstennahe  lässt  den  schon  nach  den  Lagerungsverhältnissen  unmöglichen  Gedanken  entstehen,  dass 
man  es  mit  Küstenbildungen  am  Fusse  eines  schon  damals  existirenden  Sandsteingebirges  zu  thun  habe. 
Mit  absoluter  Bestimmtheit  beweist  uns  dieses  Vorkommen,  dessen  ehemaliger  Zusammenhang  mit  dem 
schwäbischen  Jnra  längst  crknunt  ist,  dnss  dieselben  Ablagerungen  sich  auch  über  den  Rücken  des 
Odenwaldes  erstreckten. 

Dasselbe,  wie  für  den  Odenwald,  mnss  auch  für  Spessart,  Vogelsberg  und  Rhön,  überhaupt 
für  das  ganze  grosse  Buntsandsteingebiet  südlich  vom  Thüringerwald  gelten;'''  die  Verhältnisse  sind  genau 
dieselben,  die  Kuppen  dieser  Gebirge  sind  durch  Erosion  aus  ein  und  derselben  Sandsteintafel  heraus- 
gearbeitet. Von  Interesse  sind  in  dieser  Gegend  namentlich  die  zahlreichen  basaltischen  Eruptivgesteine,welche 
in  der  Mehrzahl  der  Fälle  als  Reste  von  früheren  Decken  auftreten;  als  widerstandskräftige  Massen  haben 
sie  sich  erhalten  und  bilden  grossentheils  die  bedeutendsten  Gipfelhölien,  und  unter  dem  Schutze  derselben 
haben  sich  an  vielen  Stellen  jüngere  Gesteine  erbalten,  welche  sonst  ringsum  überall  denudirt  worden  sind; 
es  würde  zu  weit  führen,  hier  zahlreiche  Beispiele  anzuführen,  ich  erinnere  nur  an  den  grossen  Dolmar  bei 
Mein  in  gen,  wo  mitten  in  einer  Muscliclkalklandschaft  unter  dem  Basalte  Lcttenkohle  und  Gypskeuper 
hervortritt,  oder  an  den  grossen  Gleichberg  bei  Hildburghausen,  an  welchem  sogar  noch  der  Stuben- 
sandstein auftritt.  Auch  in  Grabenverwerfungen  iiaben  sich  mehrfach  jüngere  Gesteine  erhalten,  wenn  auch  in 
keinem  Falle  die  Reihe  bis  zum  Jura  hinaufreiclit.  Welch'  ungeheure  Abtragungen  hier  stattgefunden  haben, 
hat  schon  Emmerich  und  neuerlich  in  sehr  rationeller  Weise  Bücking  dargethan;  allein  ich  bin  überzeugt, 
dass  ihre  Ansichten  noch  weiter  ausgedehnt  werden  müssen,  und  dass,  wie  schon  früher  erwähnt,  auch  der  Jura 
hier  vorhanden  war  und  abgetragen  wurde. 

Für  diese  Anschauung  spricht  abgesehen  von  dem  Fehlen  irgend  eines  Ufers  eine  eigenthümliche 
Betrachtung;  der  Basalt  des  grossen  Dolmar  beispielsweise  ruht  auf  Lettenkohle  und  Gypskeuper  und  greift 
von  diesen  auf  Muschelkalk  und  Buntsandstein  über;  seine  untere  Grenze  fällt  ungefähr  mit  der  Isohypse 


1  Deffner  und  Fraas,  die  Jiir.iver.seiikung  vou  Langenbrücken.  Neues  Jahrbuch.  1S59.  S.  I.  S.  .513.  —  ßenecke, 
Lagerung  und  Zusammensetzung  des  geschichteten  Gebirges  am  südUchen  Abhänge  des  Odenwaldes,  p.  45  ff.  —  Be necke 
und  Cohen,  geognnstische  Beschreibung  der  Umgebung  von  Heidelberg.  S.  471,  604. 

2  Auch  Deffner  und  Fraas  (1.  c.)  berichten  von  einem  Stej'Jianoceras  in  der  Blum 'sehen  Sammlung. 

3  Vgl.  für  die  folgenden  Auseinandersetzuugeu  namentlich:  Emmerich,  geologische  Skizze  der  Umgebung  von  Mei- 
ningen. Kealschulprogramm.  Meiningen  1873.  —  Bücking,  Gebirgsstörungeu  und  Erosiouserscheiuuugen  südwestlich  vom 
Thüringcrwald.  Jahrbuch  der  preuss.  geolog.  Landesanstalt  1880.  S.  60.  —  Frantzen,  Störungen  in  der  Umgebung  des 
grossen  Dolmar  bei  Meiningen.  Ebenda  p.  106.  —  Pröschold,  die  Marisfehler  Mulde  und  der  Feldstein  bei  Themar.  Ebenda 
1882.  S.  190. 


70  M.  Neumayr. 

von  1800'  preussisch  zusammen.  Aller  Walirscheinliclikeit  nach  haben  wir  es  mit  einem  Theil  eines  sehr 
mächtigen  Stromes  zu  tlimi,  der  bei  seiner  Entstehung  sich  im  Thalnivean  horizontal  ausbreitete.  Da  nun  heute 
das  Tlialniveau  in  jener  Gegend  ungefähr  bei  1000'  ist,  so  hätte  man  seit  der  Eruption  der  Basalte,  also  etwa 
seit  Mitte  der  Tertiärzeit  eine  mittlere  Denudation  von  etwa  800'  anzunehmen.  Hätte  nun  in  dieser  Gegend 
mit  f]nde  der  Trias  die  Sedimentbildung  aufgehört  und  wäre  das  Land  trocken  gelegt  worden,  so  käme  man 
zu  dem  seltsamen  Resultate,  dass  während  des  enormen,  durch  Jura,  Kreide  und  unteres  Tertiär  repräsentirten 
Zeitraumes  nur  sehr  wenig  erodirt  worden  ist,  während  in  der  sehr  viel  kürzeren  Periode  von  der  Mitte  des 
Tertiär  bis  heute  etwa  800'  abgetragen  wurder.  Ganz  anders  verhält  es  sich  dagegen,  wenn  die  Denudation 
erst  nach  der  Jurnzeit  begann  und  über  der  Trias  noch  1500 — 2000' jurassischer  Sedimente  lagen;  in  diesem 
Falle  kömmt  man  zu  einer  annähernd  richtigen  Proi)ortion  zwischen  Zeitdauer  und  Masse  des  denudirten 
Materials,  und  wir  müssen  also  auch  aus  diesem  Grunde  annehmen,  dass  Spessart,  Eöhn  und  Vogelsberg 
von  mächtigen  Juragesteinen  bedeckt  waren. 

Damit  kommen  wir  auf  die  schon  mehrfach  ausgesprochene  Ansicht,  dass  ein  directer  Zusammenhang 
zwischen  schwäbisch-fränkischem  und  nordwestdeutschem  Jurameere  bestanden  habe.  Wohl  ist  noch  ein 
weiter  Zwischenraum  bis  zu  jenem  Schwärme  von  Juravorkommnissen,  die  von  der  holländischen  Grenze 
am  Nordrande  des  Harzes  vorüber  bis  in  die  Gegend  von  Magdeburg  streichen;  allein  es  ist  zum  grossen 
Theil  nur  Triasland,  genau  vom  Charakter  desjenigen,  welches  wir  bisher  besprochen  haben,  und  alle  jene 
Gründe,  die  bisher  erwähnt  wurden,  sprechen  auch  hier  für  eine  Forterstreckung  des  Jura.  Wir  können  dieses 
mit  um  so  grösserer  Sicherheit  annehmen,  als  von  der  Hauptmasse  der  nordwestdeutschen  Vorkommnisse  einige 
isolirte  Ausläufer  theils  in  Grabenversenkungen  gelegener,  theils  auf  Bergkuppen  isolirter  Liasgesteine  sich 
weit  nach  Süden  und  Südosten  erstrecken.  Es  gehören  hierher  namentlich  die  Vorkommnisse  nördlich  von 
Eisenach  und  aus  der  Umgebung  von  Gotha,  deren  eigenthnniliche  Verhältnisse  kürzlich  von  Max  Bauer 
und  von  J.  G.  Bornemann  geschildert  worden  sind.' 

Wir  sind  damit  dem  Nordrande  des  ThUringerwaldes  und  des  Frankenwaldes  in  unmittelbare 
Nähe  gerückt,  und  wir  müssen  uns  zur  Besprechung  des  letzten  und  schwierigsten  Theiles  der  in  Mittel- 
deutschland vorliegenden  Frage,  zu  dem  Verhältnisse  dieses  Gebirges  zu  den  Juraablagerungen  wenden. 
Liasbildungen  rücken  von  Norden  dicht  an  den  Thüringerwald  heran,  und  nehmen  bei  Eisenach  an  der  Schicht- 
aufrichtung des  letzteren  einen  allerdings  ihrer  weit  nach  Norden  vorgeschobenen  Lage  nach  nur  schwachen 
Antheil.  Sie  weichen  in  ihrem  Gesteinscharakter  nicht  wesentlich  von  den  gewöhnlichen  Vorkommen  dieser 
Horizonte  ab,  und  zeigen  keine  Spur  von  den  Charakteren  einer  Strandbildung,  so  dass  wir  mit  Sicherheit 
auf  eine  ehemalige  Fortsetzung  gegen  Süden  schliessen  können. 

Sehr  bemerkenswerth  sind  die  Verhältnisse  am  Südrande  des  Gebirges;  der  fränkische  Jura  biegt  in  der 
Gegend  von  Berching,  nördlich  von  Ingolstadt  aus  der  westöstlicheu  in  eine  südnördliche  Richtung  über  und 
verläuft  dann  parallel  dem  Bande  der  böhmischen  Masse,  des  Ficlitelgebirges  und  des  Frankenwaldes  bis  in 
die  Gegend  von  Coburg,  unterlagert  von  der  Trias  und  von  dem  älteren  Gebirge  durch  Bruchlinien  geschieden, 
die  namentlich  durch  die  Arbeiten  von  Gümbel  näher  festgestellt  worden  sind.  Das  Mainthal  oberhalb 
Lichtenfels  und  in  seiner  Verlängerung  eine  von  Lichtenfels  gegen  Nordwest  verlaufende  Linie  schneiden  die 
zusammenhängende  Verbreitung  des  Jura  ab,  die  Trias  tritt  hervor,  aber  etwas  weiter  nordöstlich  finden  sich 
noch  zwei  grosse  Juraschollen.  Die  eine  weiter  nordwestlich  gelegene,  deren  Lage  wir  durch  Einberg  bei 
Coburg  und  Sonnenfels  fixiren  können,  enthält  den  ganzen  Lias  und  vom  mittleren  Jura  die  tieferen  Partien 
mit  Einschluss  des  Eisensandsteines,  also  der  Zone  des  Harpocerag  Murchisonae  und  vermuthlich  auch  der- 
jenigen des  Harpoceras  Üowerhji.  Die  zweite  südöstliche  Partie,  in  dem  Winkel  zwischen  Main  und  Rodach  bei 


1  Heinrich  Credner,  geognostische  Karte  des  Thüringerwaldes.  — Derselbe;  Versuch  einer  Bildnngsgeschichte  der 
geognostischen  Verhältnisse  des  ThUringerwaldes.  —  Max  Bauer,  über  die  geologischen  Verhältnisse  der  Seeberge  und  des 
Galberges  bei  Gotha,  Jahrbuch  der  preuss.  geolog  Landesanstalt  1881.  —  F,  G.  Bornemann,  von  Eisenach  nach  Tliale 
uud  Wutha;  Jahrb.  d.  preuss.  geolog.  Landesanstalt.  l88o. 


Die  geographische  Verbreitung  der  Juraformation.  71 

Biirgkunstadt  gelegen,  zeigt  auch  höhere  Glieder  imd  urafasst  uacli  der  Uüinberscheu  Karte  noch  den  grösseren 
Tbeil  des  oberen  Jura  bis  zur  oberen  Grenze  der  Tenuilobatenschicbten.  Gegen  das  ältere  Gebirge  schneiden  beide 
Juravorkömmnisse  mit  GUmbers  grosser  „Culmbacher  Spalte"  ab,  deren  Verhältnisse  an  der  Burgkunstädter 
Jurainsel  Heinrich  Credner  darstellt. 

In  mehreren  der  Richtung  des  Gebirges  parallelen  Brüchen  ist  die  Trias  von  der  centralen  paläozoischen 
Zone  abgesunken;  in  der  äussersten  dieser  Stufen  ist  Buntsandstein  und  Muschelkalk  sehr  steil  gegen  den 
Gebirgsrand  geneigt  und  an  sie  stösst  unmittelbar  der  annähernd  horizontale  Jura  an;  bei  Wildenberg  liegen 
die  Schichten  mit  Peltoceras  bimammatum  in  einer  Meereshöhe  von  1527',  die  Tenuilobatenschicbten  am  Gais- 
hiigel  bei  Kirchleus  in  einer  Höhe  von  1625',  während  ein  kleines  Stück  davon  entfernt  der  obere  Buntsand- 
stein in  einer  Höhe  von  1582'  ansteht.  Die  Jurascholle  ist  demnach  im  Veri;leiche  zur  benachbarten  Trias 
wenigstens  um  löüO'  in  die  Tiefe  geworfen,  wobei  der  Betrag,  um  welclien  die  Triaspartien  gegen  die 
paläozoischen  Ablagerungen  abgesunken  sind,  noch  gar  nicht  in  Beciinung  gezogen  ist.  Da  nun  überdies 
gerade  die  obersten  Lagen  der  Juravorkommnisse  von  Burgkunstadt  wieder  jenen  oben  geschilderten  Charakter 
eines  in  mittleren  Meerestiefen  gebildeten  Gesteines  an  sich  tragen,  so  können  wir  mit  Sicherheit  schliessen, 
dass  zu  dieser  Zeit  das  Meer  hier  2000'  höher  stand,  als  heute  die  grössten  Höhen  des  Thüringerwaides  sind, 
dass  aber  dem  Cliarakter  der  Sedimente  nach  sein  Niveau  auch  noch  um  10.000'  höher  gewesen  sein  kann, 
als  dieses  Minimum  angibt. ' 

Wir  müssen  uns  hier  allerdings  erinnern,  dass  der  Tliüringerwald  nicht  aus  horizontalen  Sedimenten 
besteht,  sondern  aus  aufgerichteten  Massen,  und  dass  uns  daher  der  richtige  Massstab  für  seine  ehemalige 
Höhe  fehlt.  Wir  wissen  nicht,  wie  viel  durch  Denudation  abgetragen  ist,  und  wir  wissen  ebensowenig,  um  wie 
viel  er  an  Hölie  durch  nachjurassische  Aufrichtung  gewonnen  hat.  Soviel  aber  ist  wohl  jedenfalls  siclier,  dass 
der  Thüringerwald  nicht  etwa  12.000'  an  Höhe  durch  Erosion  verloren  iiat,  und  somit  ist  aus  dem  Charakter 
und  der  Lagerung  der  am  Südrande  gelegenen  Jurasedimente  zuoäclist  die  Möglichkeit  seiner  vollständigen 
Überflutung  zur  Jurazeit  gegeben.  Dass  eine  solche  auch  wirklich  stattgefunden  hat,  geht  vor  Allem  aus  dem 
Charakter  der  in  der  Burgkunstädter  Scholle  unmittelbar  an  das  Gebirge  anstossenden  oberjurassischen 
Sedimente  hervor.  Unsere  Kenntniss  der  Ablagerungsvorgänge  in  den  jetzigen  Meeren  sind  heute  nach  den 
grossartigen  Schleppnetzuntersuchungen  der  Siebzigerjahre  so  weit  gediehen,  dass  wir  in  dieser  Beziehung 
mit  einiger  Sicherheit  urtheilen  können.  Es  ist  eine  absolute  Unmöglichkeit,  ziemlich  reine  Kalke  mit  zahl- 
reichen Hexactinelliden-  und  Litliistidenrestcn  mit  selir  spärlichen  Muscheln  und  Schnecken  und  sehr  vielen 
Cephalopodeuschalen  als  Strandbildung  zu  betrachten.  Die  Entfernung  vom  festen  Lande  niuss  mindestens  zehn 
geographische  Meilen  betragen  haben,  war  aber  wahrscheinlich  grösser,  und  wenn  wir  die  räumlichen  Ver- 
hältnisse ins  Auge  fassen,  so  finden  wir,  dass  auch  die  äussersten  Juravorposteu  im  Norden  und  Süden  des 
Thüringerwaldes  kaum  mehr  als  aciit  Meilen  in  der  Luftlinie  von  einander  entfernt  sind. 

Wir  sind  am  Ende  dieser  langen  Betrachtung  zu  dem  Ergebnisse  gelangt,  dass,  wie  schon  C.  v.  Se  ebach 
angenommen  hat,  das  Jurameer  sich  aus  Sudosten  über  die  Region  des  Odeuwaldes,  des  Spessart,  des  Vogels- 
berges (ohne  seine  modernen  Eruptivmassen  gedacht),  über  die  Röhn,  den  Thüringer-  und  den  Frankenwald 
ununterbrochen  nach  Norden  erstreckte  und  von  da  mit  den  Meerestheilen  in  Verbindung  stand,  aus  welchen 
sich  der  Jura  Nordvrestdeutschlands  einerseits,  der  sächsisch-böhmischen  Region  anderseits  ablagerte.  Die 
jurassischen  Sedimente  bildeten  über  alles  Land  eine  zusammenhängende  Decke,  welche  später  im  weit- 
gehendsten Masse  der  Denudation  verfiel,  und  von  welcher,  abgesehen  von  dem  zusammenhängenden 
schwäbisch-fränkischen  Zuge,  nur  vereinzelte  Schollen  erhalten  geblieben  sind. 

Es  drängt  sich  dabai  wohl  fast  von  selbst  die  Frage  auf,  ob  etwa  der  Harz  gleich  dem  Thüringerwalde 
vom  Jurameer  überflutet  war.  Die  Verhältnisse  liegen  hier  etwas  anders,  zwar  fehlt  es  auch  hier  an  eigent- 
liclien  Strandbiidungeu,  aber  die  oberjurassische  Sedimente  an  seinem  Nordrande  mit  ihren  Rifi'korallen,  mit 
den  dickschaligen  Nerineen-  und  Pteroceras-Arten  sind  ganz  typische  Seichtwasserbildung  en.  Übrigens  sind 


1  Vergl.  bezüglich  aller  Einzelheiten  die  citirten  Werke  voa  Heiuricli  Creduer  und  Giiiu  bei. 


72  M.  Neumayr. 

die  in  der  Literatur  enthaltenen  Ang:aben  über  den  Harzrand  noch  nioht  zusammenhängend  «enug,  um  ein 
sicheres  TJrtheil  zu  erlauben,  zumal  ich  selbst  die  dortigen  Jurabikhuigen  nur  durch  sehr  flüchtigen  Besuch 
kenne.  Für  die  geographische  Auffassung  der  grossen  jurassischen  Meeresräume  ist  es  ziendicli  gleich- 
giltig  ob  hier  eine  kleine  Insel  über  das  Wasser  emporragte  oder  nicht,  so  interessant  auch  das  Problem  vom 
localgeologisclien  .Standpunkte  aus  sein  mag.  Nachdem  der  von  Süden  an  den  Harzrand  hinreichende  Bunt- 
sandstein nachdem  bisher  Gesagten  offenbar  von  Muschelkalk,  Keuper  und  Jura  bedeckt  war,'  und  die 
Schichten  des  letzteren  am  Nordrande  des  Harzes  steil  aufgerichtet  sind,  so  ist  es  ziemlich  wahrscheinlich, 
dass  auch  hier  eine  vollständige  Überdeckung  vorlag,  aber  ein  wirklicher  Beweis  ist  nicht  vorhanden. 

Wir  haben  bisher  der  Einfachheit  wegen  stets  nur  vom  .Iura  im  Allgemeinen  gesprochen,  ohne  auf  das 
Verhalten  einzelner  Glieder  einzugehen;  da  jedoch,  wie  früher  erwähnt,  diese  sich  durchaus  nicht  immer 
"•leicbmässig  verhalten,  so  müssen  wir  hier  auch  dieser  Frage  einige  Worte  widmen.  Bekanntlich  dringt  im  ober- 
sten Keuper  nach  langer  Unterbrechung  wieder  die  erste  Meeresfauna  in  Mitteleuropa  vor  und  nach  der  Uber- 
einstinmiung  der  meisten  Arten  mit  solchen  aus  der  rliätisehen  Stufe  der  Alpen  dürfen  wir  dieselben  als  eine 
Einwanderung  aus  dem  alpinen  Becken  betrachten,  und  dasselbe  gilt  auch  von  den  ältesten  Liasfaunen. * 
Gerade  im  Lias  und  während  der  ersten  Hälfte  des  mittleren  Jura  ist  die  Übereinstimmung  zwischen  dem 
südlichen  und  dem  nordwestlichen  Deutschland  eine  so  auffallende,  dass  für  diese  Zeit  ganz  besonders  die 
Annahme  einer  directeu  Meeresverbinduug  an  sich  schon,  auch  ohne  nähere  Untersuchung  der  topographischen 
Verhältnisse,  in  den  zwischenliegenden  Gegenden  höchst  wahrscheinlich  wird.  In  der  That  hat  v.  Seebacb 
schon  vor  20  Jahren  sich  in  der  entschiedensten  Weise  für  den  Zusammenhang  des  nordwestdeutschen  mit 
dem  süddeutschen  Jura  ausgesprochen,  und  diese  Folgerung  auch  auf  den  grössten  Theil  des  mittleren  Jura 
ausgedehnt.^  Auch  von  anderer  Seite  wurde  diese  Auffassung  angenommen,  so  von  Waagen,  der  allerdings 
durch  die  Eigenartigkeit  der  norddeutschen  Vorkommnisse  aus  der  Zone  des  Harpoceras  Sowerhyi  gehindert 
wurde  die  Fortdauer  der  Verbindung  während  des  mittleren  Jura  anzunehmen.*  Bei  der  in  den  höheren 
Schichten  des  Unterooliths  wieder  stärker  hervortretenden  Ähnlichkeit  scheint  aber  dieser  Contrast  weniger 
durch  Trennung,  als  durch  die  Faciesentwicklung  bedingt,  indem  die  ,s'o«w/%/-Scliichten  im  Norden  in  thoniger, 
im  Süden  in  sandig-kalkiger  Entwicklung  auftreten. 

Im  oberen  Jura  verschwindet  jedoch  die  Ähnlichkeit  beider  Gebiete  fast  ganz,  und  es  mag  gewagt 
erscheinen  wenn  trotzdem  eine  directe  Verbindung  angenommen  wird,  die  allerdings  gerade  für  diesen 
Abschnitt  durch  die  Verhältnisse  bei  Burgkunstadt  so  entschieden  angedeutet  wird.  In  der  That,  wenn  wir 
den  oberen  Jura  Nordwestdeutschlands  betrachten,  wie  wir  ihn  durch  die  Zusammenfassungen  von  Heinrich 
Credner,  C.  v.  Seebach  und  C.  Struckraann  so  genau  kennen,'  so  erseheint  der  Gegensatz  gegen  den 
fränkisch-schwäbischen  Typus  so  gross  als  irgend  möglich.  Über  den  Hersumer  Schichten  folgen  in  ununter- 
brochener Reihenfolge  Seichtwasserbildungen  mit  Korallen,  Seeigeln,  Austern  und  anderen  Muscheln,  diek- 
schali"en  Schnecken,  unter  welchen  die  Nerineen  dominiren,  und  nur  vereinzelt  treten  in  den  sogenannten 
Portlandbildungen    Ammoniten    auf.     In    Süddeuschland    dagegen   überwiegen   Ammoniten-    und    Spougien- 

kalke. 

Allein  gerade  eine  nähere  Erwägung  des  Wesens  dieser  gi-ellen  Unterschiede  beweist,  dass  sie  für  die 
uns  beschäftigenden  Fragen  ganz  ohne  Bedeutung  sind.  Ein   entscheidender  Beweis  für  die  Isolirung  beider 


1  Vergl.  auch  Moest.a,  das  Liasvoikommeu  von  Eichenberg  in  Hessen  in  Beziehung  auf  die  allgemeinen  Verliältuisse 
des  Gebirgsbaues  im  Nordwesten  des  Thüiingerwaldes.  Jahrb.  der  k.  preuss.  geolog.  Landesanstalt  und  der  Bergaliademie 

Berlin.  1883.  S.  57. 

2  Neumayr,  über  unvermittelt  auftretende  Cephalopodentypen  im  mitteleuropäischen  Jura.  Jahrbuch  der  geolog. 
Reichsanstalt.  1S78.  S.  64.  —  Beiträge  zur  Kenutniss  des  untersten  Lias  iu  den  nordöstlichen  Alpen.  Abhaudlungeu  der  geo- 
logischen Reichsanstalt.   1879.  Bd.  VIL  S.  4S. 

3  C.  v.  Seebach,  der  hannoversche  Jura,  S.  67. 

*  W.Waagen,  A\%  Zomh  Aez  Ammonites  Sowerhyi.  Benecke's  geognostisch-paläontologische  Beiträge,  Vol.  L  S.  ."580. 

*  Heinrich  Credner,  über  die  Gliederung  des  oberen  Jura  und  der  Wealdenbildungen  im  nordwestlichen  Deutschland. 
C.  v.  Seebach,  der  hannoversche  Jura.  —  C.  Struckmann,  der  obere  Jura  in  der  Umgebung  von  Hannover. 


Die  geographische  Verbreitung  der  Juraformation.  73 

Biklnngsräume  wäre  es  etwa,  weuu  in  Norddcutsclilaud  ebenfalls  Ammonitenfaunen  vorhanden  wären,  die 
aber  andere  Formenreihen  und  Arten  aufzuweisen  balien,  als  sie  in  Frauken  oder  Sobwabeu  vorkommen, 
unter  den  gegebenen  Verliiiltnisscn  aber  finden  wir  nur  überaus  tiefgreifende  Faciesunterschiede,  die  aber 
ebensogut  in  ein  und  demselben  als  in  verschiedenen  Meeresbecken  vorkommen,  und  die  weder  für  noch  gegen 
zusamnienliäugende  Meeresbedeckung  das  mindeste  beweisen.  Dass  auch  in  Süddeutschland  unter  günstigen 
äusseren  Verhältnissen  dieselbeu  Formen  vorkommen,  zeigen  die  stellenweise  auftretenden  Pterocerasschichten 
u.  s.  w. 

Übrigens  kann  durchaus  nicht  behauptet  werden,  dass  der  Zusammenhang  der  beiden  Meeresbecken  sich 
während  der  ganzen  Dauer  des  oberen  Jura  erhalten  habe.  Nach  Ablagerung  der  Tenuilobatenschichten,  also 
ungefähr  um  die  Mitte  der  Kirameridgezeit,  tritt  eine  starke  Abnahme  der  Meerestiefe  ein,  die  nicht  allein 
durch  die  Sedimentanhäufung  erklärt  werden  kann;  die  „plumpen  Felsenknlke",  die  Frankendolomite,  die 
Korallenbildungen  von  Nattheim  und  Kehlheim,  die  Pterocerasschichten,  die  Prosoponkalke,  die  hthograplii- 
sciicn  Schiefer  u.  s.  w.  sind  ebensoviele Seichtwasserbildungen  eines  mehr  und  mehr  eingeengten  Beckens,  das 
seiner  Trockenlegung  entgegen  geht,  und  es  ist  sehr  wahrscheinlich,  dass  mit  diesem  Zurückweichen  des 
Meeres,  also  nach  Ablagerung  der  Tcnuilol)ntenschichten,  die  Verbindung  nach  Norden  aufhörte. 

Mit  dem  Nachweise  der  hier  ausführlich  besprochenen  Verhältnisse  wird  auch  die  früher  schwer  ver- 
ständliche sächsisch-böhmische  Entwicklung  erklärt;  das  Jurameer,  das  den  Thüringer-  und  Frankeuwald 
überschritt,  breitete  sich  von  hier  aus  am  Fusse  des  Erzgebirges  nach  Osten  und  reichte  bis  au  das 
Riesen-  und  Isergebirge.  Wenn  wir  aber  an  diesen  Ausgangspunkt  unserer  Betrachtung  zurückkehren,  und 
die  verschiedenen  Anschauungen  und  Erfahrungen  anwenden,  die  wir  auf  diesem  Wege  gemacht  haben,  dann 
erscheinen  uns  diese  unter  den  Granit  gequetschten  Vorkommnisse  in  einem  neuen  Lichte.  Der  Umstand,  dass 
der  Jm-a  nuf  da  erhalten  blieb,  wo  er  durch  den  Granit  geschützt  ist,  läs«t  auf  die  Denudation  grosser  Massen 
schliesseu.  Da  nun  die  Ablagerungen  von  Hohenstein,  Sternberg  u.  s.  w.  nichts  von  Strandbildungen  ac  sich 
haben,  sondern  im  Gegentheil  gleich  den  öfter  erwähnten  Ablagerungen  des  weissen  Jura  in  Frankeu  und 
Schwaben  Sedimente  aus  ziemlich  tiefem,  küstenferuem  Meere  darstellen,  so  werden  wir  zu  der  Folgerung 
gezwungen,  dass  auch  das  Kiesen-  und  Isergebirge,  überhaupt  die  Sudeten  vom  Jurameere  bedeckt  waren.  Es 
gilt  das  aber  nicht  für  die  ganze  Dauer  des  Jura,  sondern  dessen  untere  Theilc  fehlen,  und  wir  haben  es  hier 
wie  schon  früher  erwähnt,  mit  einer  der  Kegionen  zu  thun,  in  welchen  die  höheren  Abtheihmgeu  der  Forma- 
tion über  bedeutend  ältere  Gebilde  übergreifen. 

III.  Der  Jura  im  westlichen  und  nördlichen  Mitteleuropa. 

An  seinem  südwestlichen  Ende  verschmälert  sich  der  schwäbische  Jurazug;  er  überschreitet  den  Rhein 
bei  Schaffhausen,  und  kurz  nachdem  er  auf  schweizerisches  Gebiet  übergetreten  ist,  wird  er  durch  das  Vor- 
springen des  Schwarzwaldes  auf  seine  geringste  Ausdehnung  beschränkt;  es  ist  das  die  tektonisch  merk- 
würdige Gegend,  in  welcher  der  Jurazug  von  der  Plateau-  iu  die  Kettenentwicklung  übergeht;  von  hier  gegen 
Südwesten  hat  man  es  mit  einem  wirklichen  Juragebirge  zu  thun.  Sobald  der  Südrand  des  Schwarzwaldes 
passirt  ist,  breitet  sich  der  Jura  wieder  mächtig  aus;  einerseits  ziehen  sich  seine  aufgerichteten  Ketten  in  süd- 
westlicher Richtung  bis  an  die  Rhonealluvien  bei  Lyon,  anderseits  breiten  sich  die  Ablagerungen  nach 
Nordwesten  über  Vesoul  und  Dijon  aus  und  verbinden  sich  mit  jenen  Juragesteinen,  welche  die  südwestliche 
Umrandung  des  Pariser  Beckens  darstellen.  Allerdings  fehlt  gerade  auf  der  Verbindungsstrecke  der  obere 
Jura,  nur  mittlerer  Jura  und  Lias  sind  vorhanden,  und  man  hat  in  Folge  dessen  au  eine  Trockenlegung  gedacht, 
welche  während  der  Ablagerung  des  Malm  das  Schweizer  vom  Pariser  Becken  geti-ennt  hätte.  Diese  Auf- 
fassung ist  jedoch  durchaus  unhaltbar  und  das  Fehlen  kann  nur  der  Denudation  der  höheren  Schichten 
zugeschrieben  werden;  es  geiit  das  schon  aus  der  in  vieler  Beziehung  sehr  grossen  Übereinstimmung 
zwischen  dem  ;\Iahn  des  Juragebirges  und  demjenigen  des  Pariser  Beckens,  vor  Allem  aber  daraus 
liervor,   dass  die  in   den  Kirallcnbildungen  der  Oxfordstufe  im   Departement  Haute  Marne  auftretenden 


Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Ol.   L.  Bd. 


10 


74  M.  Neumayr. 

cephalopodenflihrenden  Eiuschaltungen  fast  nur  Amnioniten  von  süddeutsch-schweizerischem  Typus  enthalten, 
wie  Peltoceras  himammatum,  Aspidoceras  eucyphum,  Oppelia  compsa,  Holbeini,  tricristata,  Perisphincfes  Eniesti, 
Tiziani.  ' 

Zwischen  den  schwäbischen  Jura  und  die  östliche  jurassische  Umrandung  des  Pariser  Beckens  schiebt 
sich  ein  breiter  Zwischenraum  ein,  welcher  zu  beiden  Seiten  von  Triasgesteinen  gebildet  wird,  dann  folgt 
gegen  innen  das  alte  Gebirge  des  Schwarzwaldes  und  der  Vogesen,  die  Mitte  nimmt  das  Rheinthal  ein. 
Vielfach  wurde  diese  Region  als  ein  Festland  der  Jurazeit  betrachtet,  neuerdings  aber  ist  sehr  mit  Recht  die 
Ansicht  ausgesprochen  worden,  dass  auch  hier  die  älteren  Gesteine  nur  durch  Denudation  bh issgelegt  worden 
seien. 

Schon  Elie  dcBeaumont  hatte  erkannt,  dass  Schwarzwald  und  Vogesen  ursprünglich  ein  zusammen- 
hängendes Gebirge  waren,  dessen  centrales  Stück  später  an  Bruchlinicn  iu  die  Tiefe  gesunken  ist;  die 
Versenkung  wird  heute  durch  das  Rbeiuthal  eingenommen.^  Der  Abbruch  fand  in  mehreren  parallelen  Stufen 
statt,  welche  das  Auftreten  verschiedener  Partien  von  Buntsandstein  an  den  Gehängen  der  beiderseitigen 
Gebirge  und  in  der  Tiefe  des  Thaies  bedingen.  Auch  innerhalb  der  am  Fusse  der  Höhen  liegenden  Jura- 
schollen lässt  sieh  nachweisen,  dass  sie  selbst  noch  mehrfach  von  parallelen  Verwerfungen  durchsetzt  sind,  wie 
das  schon  aus  der  alten  Angabe  von  Fromherz  hervorgeht,  dass  im  Breisgau  die  einzelnen  Jurahorizonte 
nicht  übereinander,  sondern  nebeneinander  auftreten,  so  dass  man  vom  Scbwarzwaide  gegen  Osten  auf  immer 
jüngere  Schichten  trifft.^ 

Die  Bedeutung  dieser  Erscheinungen  war  allerdings  vou  Beaumont  theilweise  nicht  riclitig  aufgefasst 
worden,  aber  die  von  ihm  ausgesprochene  Ansicht,  dass  der  jüngere  Buntsandstein  sich  nach  einer  Hebung  der 
Vogesen  und  des  Schwarzwaldes  an  deren  Rändern  abgelagert  habe,  blieb  lange  Zeit  hindurch  ziemlich 
allgemein  anerkannt.  Nach  den  neueren  Untersuchungen  von  Bleicher,  Beuecke,  Laspeyres  und 
Lepsius  kann  aber  die  Unrichtigkeit  derselben  niciit  bezweifelt  werden.* 

Diese  Beobachtungen  lassen  mit  Bestimmtheit  darauf  schliessen,  dass  der  Jura  über  Schwarzwald  und 
Vogesen  eine  zusammenhängende  Decke  bildete  und  erst  in  späterer  Zeit  bis  auf  die  iu  die  Tiefe  gesunkenen 
Theile  durch  Abtragung  zerstört  wurde.  Das  wird  auch  bestätigt,  wenn  wir  die  nach  aussen  gerichteten 
Flanken  der  Gebirge,  den  östlichen  Abfall  des  Scliwarzwaldes  und  den  westlichen  der  Vogesen  betrachten. 
Auch  hier  sitzen  die  sedimentären  Ablagerungen  an  einer  Reihe  von  parallelen  Längsbrüchen  vom  Gebirge  ab, 
es  tritt  ein  ähnlich  wie  am  inneren  Gehänge  beschaffener  Stufenbau  auf,  der  sich  nur  durch  grössere  Breite 
der  Stufen,  durch  weiteren  Abstand  der  einzelnen  Verwerfungen  von  diesem  unterscheidet.  Fraas  hat  diese 
Verhältnisse  in  seiner  geologischen  Beschreibung  von  Württemberg  zusammengestellt,  und  gezeigt,  „dass  von 
einer  Anlagerung  der  schwäbischen  Flötzgebirge  an  den  Schwarzwald  keine  Rede  sein  kann". ^  Suess  hat 
aus  diesen  Verhältnissen  und  aus  den  analogen  Erscheinungen  am  Westrande  der  Vogesen  geschlossen,  dass 
diese  Gebirge  nur  stehen  gebliebene  Pfeiler,  „Horste"  sind,  und  dass  vom  Centralplateau  von  Frankreich  bis 
zum  Böhmerwald  „eine  gemeinschaftliche,  zusammenhängende  Unterlage  von  paläozoischen  und  archaischen 


1  Loriol,  Royer  et  Tombeck,  description  g6ologique  des  E^tages  jurassiques  supeiieures  de  la  Haute-Marne.  — 
Tombeck,  »ur  la  vrnie  position  de  la  zone  ä  Ammonites  tenuilobatus  dans  la  Haute-Marne.  Bull.  soc.  göol.  1878,  S6r.  III. 
Vol.  VI.  S.  6. 

2  E.  de  Beaumont,  Explication  de  la  carte  göologique  de  France.  I.  p.  267—437.  1841. 

3  Fromherz,  die  Juraformation  des  Breisgau.  1838.  —  Vergl.  ferner  die  genauen  Beschreibungen  der  den  Westfuss 
des  Schwarzwaldes  behandelnden  Kartenblätter  in  den  Beiträgen  zur  inneren  Statistik  des  Grossherzogthums  Baden. 

*  Bleicher,  essai  de  Geologie  comparee  des  Pyreuöes,  du  plateau  central  et  des  Vosges.  Colmar  1870.  —Benecke, 
über  die  Trias  in  Elsass-Lothringen  und  Luxemburg.  Abhaudl.  zur  geolog.  Specialkarte  von  Elsas.s-Lothringen,  Bd.  I,  1S77. 
—  Derselbe,  Abriss  der  Geologie  von  Elsass-Lothringen.  1878.  —  Lepsius,  über  den  bunten  Sandstein  in  den  Vogesen. 
Zeitschrift  der  deutschen  geol.  Gesellschaft.  1873.  S.  83.  —  Laspeyres,  Kreuznach  und  Dürkheim.  Ebenda  18C7,  S.  803. 
1868,  S.  153.  —  Laspeyres,  briefliche  Mittheilung.  Ebenda  1876,  S.  397. 

*  0.  Fraas,  geogn.  Beschreibung  von  Württemberg,  Baden  und  HohenzoUern.  S.  XX— XXVI. 


Die  gcograjiMsche  Verbreitung  der  Juraformation.  Ib 

Bildungen  bestand,   aufwelclie   die  Scliicbten   der  Trias- und  Jurameere   abgelagert  wurden".*   leb  scbliesse 
uiicb  dieser  Auffassung  vollständig  an. 

Ein  gewaltiges  System  aller  Gesteine,  den  Vogesen  und  dem  Scbwarzwalde  bedeutend  Überlegen  und  der 
böbmiscben  Masse  ebenbürtig,  ragt  aus  einem  Kranze  jurassischer  Gebilde  in  der  Mitte  Frankreichs  empor, 
das  Centralplateau,  mit  seinen  berühmten  Vulkanen,  die  aus  dem  archaischen  Gebirge  hervortreten.  Es 
ist  schwierig,  sich  aus  der  Literatur  ein  sicheres  Urtheil  über  die  Beschaffenheit  dieses  Gebietes  zu  ver- 
schatfeu,  da  die  französischen  Autoreu  selbst  in  dieser  Richtung  sehr  verschiedener  Ansicht  sind;  die 
herrschende,  oder  wenigstens  die  verbreitetste  Meinung  ist  jedenfalls  die,  dass  das  Centralplateau  zur  Jurazeit 
eine  Insel  war,  und  dieselbe  ist  so  oft  wiederholt  worden,  ja  sie  bildet  geradezu  die  Basis  fast  aller 
Speculationen  über  die  physische  Geographie  Frankreichs  in  jener  Periode,  dass  es  überflüssig  erscheint,  Ver- 
treter dieser  Richtung  zu  nennen.  Allein  darin  ist  keine  Gewähr  für  deren  Richtigkeit  geboten,  die  insulare 
Beschatfenheit  drängt  sich  beim  ersten  Blick  auf  die  geologische  Karte  in  einer  Weise  auf,  dass  eine  nähere 
Prüfung  in  der  Regel  unterlassen  wurde.  Es  ist  das  eben  die  natürliche  Folge  der  falschen  Tendenz  bei  der 
Reconstruction  der  Meeresverbreitung  in  der  Vorzeit,  einfach  die  Regionen,  wo  heute  die  Formation  ausstreicht, 
mit  einer  Linie  zu  umziehen,  ohne  die  Bedeutung  der  Denudation  genügend  in  Rechnung  zu  ziehen,  eine 
Methode,  die  C.  v.  Seebach  schon  vor  20  Jahren  mit  Recht  auf  das  entschiedenste  verurtheilt  hat.'^ 

Von  um  so  grösserem  Werthe  sind  vereinzelte  Arbeiten,  die  von  dem  herrschenden  Vorurtheile  sicii  frei 
erhalten  und  die  Verhältnisse  in  kritischer  Weise  behandeln;  in  dieser  Richtung  sind  namentlich  die  Aufsätze 
von  Maguan''  und  Bleicher,*  ferner  für  einen  kleinen  District,  den  Morvan,  eine  Schrift  von  Velain  und 
Michel-Levy''  zu  nennen.  Die  letzteren  haben  für  die  eben  genannte  Bergregion  gezeigt,  dass  dieser  nord- 
östliche Vorsprung  der  grossen  Masse  von  Stufenbrüchen  umgeben  ist,  und  dass  in  ^'ersenkungen  jurassische 
Sedimente  sich  erhalten  haben.  Da  nun  überdies  südlich  vom  Morvan  bedeutende  Jurainseln  von  Macon  bis  an 
die  Loire  vorspringen,  so  darf  man  mit  Bestimmtheit  annehmen,  dass  wenigstens  dieser  Theil  vom  Jurameere 
bedeckt  war. 

Nicht  ganz  so  bestimmt  sind  die  Resultate  bezüglich  der  grossen  Hauptmasse  des  Centralplateau's; 
Magnan"  schildert  auch  von  hier  den  Rand  xmigebende  mächtige  Brüche,  an  denen  die  äusseren  Theile 
abgesunken  sind,  er  weist  nach,  dass  stellenweise  eine  Sedimentdecke  von  1600  Meter  Dicke  denudirt  worden 
ist,  dass  die  Ränder  der  alten  Masse  in  keiner  Weise  alten  Küstenlinien  entsprechen  und  dass  man  vergebens 
nach  irgend  welcher  Spur  eines  alten  Strandes  sucht.  Endlich  liegen  an  verschiedenen  Stellen  des  Central- 
plateau's, allerdings  nicht  in  der  Mittte  desselben,  aber  doch  in  sehr  beträchtlicher  Höhe  isolirte  Schollen  von 
Trias-  und  Juraablagerungen,  und  so  darf  man  es  denn  als  zum  mindesten  sehr  wahrscheinlich  bezeichnen, 
dass  auch  diese  Masse  vom  Meere  bedeckt  war,  wenn  auch  ein  sicherer  Beweis  bei  dem  grossen  Umfange  der- 
selben nocli  nicht  erbracht  ist,  und  immerhin  eine  kleine  Insel  im  Centrum  vorhanden  gewesen  sein  könnte. 

Die  weitere  Verbreitung  des  Jurameeres  lässt  sich  zunächst  leicht  verfolgen;  dass  sowohl  vom  Central- 
plateau aus  gegen  Südwesten  das  Gebiet  der  Gironde,  als  nach  Norden  das  ganze  Pariser  Becken  vom 
Wasser  bedeckt  war,  kann  nicht  dem  mindesten  Zweifel  unterliegen. 

Im  Süden  findet  die  mitteleuropäische  Provinz  ihre  Fortsetzung  im  nördlichen  Spanien  und  Portugal; 
schon  vor  längerer  Zeit  hat  Suess  '  die  Ähnlichkeit  dortiger  Juraablagerungen  mit  denjenigen  des  nördlichen 


1  E.  Suess,  das  Antlitz  der  Erde,  Vol.  I,  S.  256  ff. 

2  C.  v.  Seebach,  der  hannoversche  Jura.  S.  68. 

3  Magnan,  Etüde  des  formations  secondaires  des  bords  S. — 0.  du  plateau  centrale  entro  les  vall6es  de  la  Vere  et  du 
Lot.  Bulletin  de  la  sociötö  d'histoire  naturelle  de  Toulouse  Vol.  III.  1SC9.  p.  5.  Bull.  soc.  geol.  de  France.  Sör.  II.  Vol.  27. 
1869  —  70,  p.  509. 

*  Bleicher,  1.  c. 

5  Michel-L6vy  et  V61ain,  sur  les  faillea  du  revers  oecidental  du  Morvan.  Bull.  soc.  göol.  1877.  S6i-.  III.  Bd.  5.  S.  350. 

6  L.  c.,  S.  77  flf. 

'  Suess,  einige  Bemerkungen  über  die  secuudären  Brachiopoden  Portugals.  Sitzungsb.  d.  kais.  Akad.  d.  Wisaensch.  in 
Wien.  Bd.  XLII.   1860. 

10* 


76  M.  Netimayr. 

Frankreich  hervorgehoben;  ausführlichere  Berichte  verdanken  wir  C  lioffat,'  nach  welchem  im  südlichen  Por- 
tugal der  alpine,  im  mittleren  und  nördlichen  der  mitteleuropäische  Jura  herrscht.  Die  Verhältnisse  in  Spanien 
werden  unten  bei  Besprechung  der  alpinen  Provinz  im  Zusammenhang  abgehandelt  werden. 

Noch  durchaus  unüberwindliche  Schwierigkeiten  stehen  einer  riclitigen  Beurtheilung  der  ausgedehnten 
Vorkommnisse  archaischer  und  paläozoischer  Gesteine  im  nord  westliclien  Frankreich  entgegen;  die  Vc-r- 
hältnisse  sind  hier  so  schwierig  und  bieten  so  wenig  entscheidende  Momente,  dass  man  fast  jede  Ansicht  in 
dieser  Richtung  vertreten  könnte;  ob  diese  alten  Gebilde  vom  Jurameere  überflutet  waren,  ob  sie  eine 
beschränkte  Insel  darstellten,  oder  ob  sie  die  Reste  eines  grossen  Festlandes  darstellen,  zu  welchem  auch 
Com  Wallis  und  Irland  gehörten  und  das  sich  vielleicht  weit  in  den  atlantischen  Ocean  hinaus  erstreckte, 
lässt  sich  nicht  entscheiden.  Auf  der  diesem  Aufsatze  beigegebenen  Karte  habe  ich  eine  vermittelnde  Annahme 
zur  Darstellung  gebracht,  welche  die  Bretagne  mit  Cornwallis  zu  einer  Insel  vereinigt,  ohne  aber  für  deren 
Richtigkeit  einen  Beweis  geben  zu  können. 

In  England  tritt  die  Hauptmasse  des  Jura,  wie  oben  erwähnt,  auf  einer  langgestreckten,  von  Südsüdwest 
nach  Nordnordost  verlaufenden  Zone  auf,  welche  bei  Lyme  Regis  in  Somersetshire  beginnt  und  sich  schräg 
durch  die  Insel  bis  ins  nördliche  Yorkshire  an  die  Mündung  des  Tees  zieht.  Das  südöstliche  England  ist  von 
jüngeren  Bildungen  des  Wälderthones,  der  Kreide  und  des  Tertiär  bedeckt,  unter  denen  die  Juraschichten 
durchstreichen,  allerdings  nicht  so  ungestört,  als  man  anzunehmen  geneigt  sein  möchte.  Im  Allgemeinen  kann 
es  keinem  Zweifel  unterliegi^n,  dass  der  Hauptjurazng  Englands  die  nördliche  Umrandung  eines  gewaltigen 
Beckens  ausmacht,  deren  Gegenflügel  wir  in  den  Ablagerungen  am  Nordrande  des  französischen  Central- 
plateaus  finden;  allein  die  Tief bohrungen,  die  in  London  und  in  seiner  Umgebung  zu  wiederholten  Malen 
angestellt  worden  sind,  zeigen,  dass  hier  unter  den  jüngeren  Gebilden  ein  Rücken  älteren  Gesteines,  eine 
„paläozoische  Axe",  durchstreicht,  welcher  von  einem  Theile  der  englischen  Geologen  als  eine  Fortsetzung  der 
Ardennen  und  des  Rückens  der  belgischen  Kohlenfelder  betrachtet  wird,  eine  Auffassung,  die  auch  von 
Suess  vertreten  wird.  In  neuester  Zeit  hat  ein  Aufsatz  von  Judd  ausserordentlich  wichtige  neue  Aufschlüsse 
über  diesen  Gegenstand  geliefert,  und  die  älteren  Beobachtungen  zusammengefasst.  Bei  einer  von  Judd 
beschriebenen  Bohrung  in  Richmond  (Surrey)  wurde  unter  dem  Tertiär  zunächst  die  weisse  Kreide,  dann 
oberer  Grünsand  und  Gault  durchsunken,  weiter  folgten  schwache  Andeutungen  von  unterer  Kreide  und  dann 
sofort  mitteljurassischer  Grossoolith,  welcher  schon  früher  bei  einer  Brunnenbohrung  in  London  gefunden,  aber 
bisher  verkannt  worden  war.  Die  unmittelbare  Unterlage  desselben  bilden  dann  bunte  Mergel  und  Sandsteine, 
die  von  Judd  zur  Trias,  von  anderen  zum  Devon  gestellt  werden.* 

Mag  nun  wirklich  durch  diese  Tiefbohrungen  ein  ostwestlich  streichender  Bergrücken  erschlossen 
sein,  welcher  die  Mendip  Hills  südlich  von  Bristol  in  der  Richtung  gegen  die  belgischen  Gebirge  fortsetzt, 
oder  mag  diesem  in  der  Tiefe  liegenden  Zuge  älterer  Gesteine  eine  solche  Bedeutung  nicht  zukommen, 
jedenfalls  ist  dessen  Vorhandensein  und  die  ausserordentliche  Reduction  des  Jura  über  demselben  sicher 
festgestellt.  Lias  und  Unteroolith  fehlen  ganz  und  ebenso  der  obere  Jura,  alles  was  wir  kennen,  ist  ein  Stück- 
chen der  Bathgruppe. 

Judd  zieht  aus  diesen  Verhältnissen  den  wie  es  scheint  durchaus  richtigen  Schluss,  dass  dieses  Gebiet 
während  der  Ablagerung  von  Lias  und  Unteroolith  trocken  lag  und  erst  zur  Zeit  der  Bathstufe  überflutet 
wurde,  doch  scheint  dies  nur  für  die  südliche  Hälfte  der  Fall  gewesen  zu  sein;  dass  auch  während  des  oberen 


1  P.  Choffat,  6tiule  stratigraphique  et  palöontologique  des  terrains  jurassiques  du  Portugal.  1.  livraison.  Section  des 
travaux  göologiques  du  Portugal.  Lissabon  1880.  —  Vergl.  ferner  D.  Sharp  e,  on  the  secondary  district  of  Portugal,  which 
lies  on  the  north  of  the  Tagus.  Quart,  journ.  geol.  soc.,  Vol.  VI.  1849. 

"  Godwin-Austen,  on  the  possible  extension  of  the  coal  measuies  under  the  south  eastern  pari  of  England.  Quar- 
tcrly  journ.  Vol.  12,  1856.  p.  38.  —  Prestwich,  on  the  section  of  Messrs.  Meux  and  Co.  artesian  well  in  Tottenham  Coui-t 
Road. .  .and  on  the  probable  rauge  of  lower  Green.sand  and  pulaeozoic  rocks  under  London.  Ebenda  1878.  Vol.  34,  p.  9U2.  — 
Suess,  Entstehung  der  Alpen  S.  88.  —  Judd,  on  the  naturc  and  rehitions  of  the  jurassic  deposits,  which  uuderlie  London. 
Quart,  journ.  X884.  Vol.  40.  S.  724. 


Die  rjc'ograplihche  VcrhreiUing  der  Juraformation.  11 

Jura  das  Meer  die  Gegend  deckte,  und  dnss  .seine  Ablagerungen  nur  durcli  Denudation  zerstört  sind,  gelit  aus 
dem  Umstände  hervor,  dass  die  Sandsteine  der  unteren  Kreide  in  dieser  Gegend  liäufig  Rrucbslückc  von 
oberjurassischen  Gesteinen  enthalten. 

Die  Ufer  des  englischen  Jurabeckens  gegen  Nordwesten  dürften  sich  von  der  jetzigen  Grenze  der  Ablagerungen 
nicht  sehr  weit  entfernt  haben;  die  Liasbildungen  am  Eande  des  südwestlichsten  Theiles  jeuer  Zone,  in 
So  niersetshirc  und  im  südlichen  Wales  zeigen  den  Charakter  von  Strandbilduugen  in  ausgezeichneter 
Weise/  das  Auftreten  der  brakisehen  Stonesfield-Scliiefer,  endlieii  die  Kohlen-  und  Landpflanzen  im  mittleren 
Jura  von  Yorkshire  deuten  auf  die  N.ähe  der  Küste,  und  nur  das  Vorkommen  einer  isolirten  Jurascholle 
zwischen  Liverpool  und  Birmingliam,  auf  der  Grenze  von  Chesshire  und  Shropshire,  lässt  darauf  schliessen,  dass 
ein  Meeresarm  zwischen  dem  alten  Gebirge  von  Wales  und  der  Kette  des  Penin  vorhanden  war,  und  ebenso 
vereinzelte  Partien  im  nordwestlichsten  England,  in  Cumberland,  zeigen  eine  weitere  Fortsetzung  an. 

Über  die  Ausbreitung  des  Jura  gegen  Norden  geben  uns  die  überaus  wiclitigen  Arbeiten  von  Judd  über  die 
mesozoischen  Ablagerungen  in  Schottland  Aufschluss. ^  Die  schottischen  Hochlande  bestehen  der  Haupt- 
sache nach  aus  archaisclien  Bildungen  und  alten  paläozoischen  Gesteinen;  mesozoische  Ablagerungen  und  unter 
iiinen  Jura  treten  nur  in  einer  Anzahl  von  Schollen  an  der  östlichen  und  westlichen  Küste  und  auf  den  an  die 
Westküste  sich  anschliessenden  Inseln  Mull,  Skye,  Rum  u.  s.  w.  auf.  Die  Entwicklung  schliesst  sich  hier 
vielfach  an  diejenige  im  nördlichen  England,  in  Yorkshire  an,  sie  zeigt  jedoch  die  charakteristischen  Eigen- 
thümlichkeiten  der  letzteren  Gegend  in  bedeutend  gesteigertem  Maasse,  indem  Pflanzen  und  Kohlen  führende 
Ablagerungen,  vielfach  mit  Brakwasserconchylien,  gegen  Norden,  eine  noch  weit  grössere  Bedeutung 
erlangen. 

Diese  Art  der  Ausbildung  spricht  entschieden  dafür,  dass  wir  es  mit  Bildungen  zu  thun  haben,  welche  in 
derNähe  der  Küste  entstanden  sind,  und  daraufweist  auch  das  Auftreten  von  Breccien,  theilweise  mit  mächtigen, 
eckigen  Blöcken  hin,  welche  so  eigenthiunliche  Verliältnisse  zeigen,  dass  man  selbst  an  die  Mitwirkung  von 
Eis  bei  dem  Transporte  des  Materials  gedacht  hat. 

Man  könnte  daraus  zu  schliessen  geneigt  sein,  dass  das  schottische  Hocldand  schon  damals  ungefähr  in 
derselben  Ausdehnung  wie  heute  als  eine  Insel  aus  dem  Meere  hervorragte;  allein  nach  der  sehr  überzeugenden 
Darstellung  von  Judd  wäre  eine  solche  Annahme  entschieden  falsch.  Die  heutige  Umgrenzung  Schottlands  ist 
wesentlich  durch  eine  Anzahl  grosser  Verwerfungen  aus  nachjurassicher  Zeit  gegeben,  und  die  Lage  des  Jura 
au  der  Küste  ist  nur  dadurch  bedingt,  dass  er  hier  abgesunken  ist  und  sich  in  dieser  tiefen  Lage  der  Erosion 
entzog,  während  die  Hauptmasse  desselben,  welche  in  den  höheren  Regionen  blieb,  hier  vollständig  zerstört 
und  abgetragen  wurde.  So  verhält  es  sich  an  der  Ostküste,  in  Suthcrland  und  in  den  angrenzenden  Gebie- 
ten, an  der  Westküste  und  auf  den  inneren  Hebriden  dagegen  haben  sich  selbst  die  abgesunkenen  Jura- 
partien meist  nur  da  erhalten,  wo  mächtige  Lavadeeken  sich  in  späterer  Zeit  über  dieselben  ausbreiteten 
und  sie  vor  der  Denudation  schützten.  Judd  schliesst  daraus,  dass  zur  Zeit  des  Jura  die  schottischen  Hoch- 
lande zum  grössten  Theile  vom  Meere  bedeckt  waren;  da  ferner  im  nordöstlichen  Irland  und  auf  der  diesem 
nahe  gelegenen  Insel  Rathlin  mesozoische  Ablagerungen  in  derselben  Weise  als  Denudationsreste  unter  jün- 
geren Eruptivdecken  hervortreten,  so  wird  eine  Ausdehnung  des  Meeres  bis  dorthin  angenommen.  Allerdings 
waren  die  Gebirge  des  Hochlandes  vermuthlich  nicht  ganz  unter  Wasser,  und  einzelne  Inseln  scheinen  immer 
vorhanden  gewesen  zu  sein;  Judd  äussert  sich  jedoch  nicht  über  die  Lage  derselben,  sondern  behält  die 
näheren  Angaben  über  diesem  Gegenstand  einem  weiteren  Aufsatze  über  die  mesozoischen  Ablagerungen 
Schottlands  vor.* 


1  Ch.  Moore,  on  ubnoimal  londitidus  ut  Soeoiulary  dciiosits  wheu  comicctcil  with  thc  Somersetshirc  aud  South-Wales 
coal-basin  and  on  the  age  of  the  Button  and  Suthoidown  Series.  Quarterly  Journal  of  the  geological  Society.  1867.  S.  449. 

2  Judd,  the  Secondary  roeks  of  Scotland.  Quarterly  Journal  of  the  geological  socicty  1873.  S.9S.  Ebenda.  1874,  S. 220. 
Ebenda  1878.  S.  660. 

3  Auf  den  Karten  habe  ich,  nur  uui  die  Anwesenheit  von  Land  überhaupt  anzudeuten,  eine  dem  Hauptzuge  der  Grain- 
pians  entsprechende  Insel  verzeichnet. 


78  M.  Neumayr. 

Jedenfalls  sind  diese  kleinen  Flecken  festen  Landes  nicht  hinreichend,  um  in  weitem  Umkreis  den 
Ablagerungen  den  ausgeprägten  Charakter  der  Landnähe  zu  verleihen;  Judd  weist  jedoch  darauf  hin,  dass 
nianclie  Jurabildungen  inSchottland  geradezu  in  der  Nähe  der  Mündung  eines  grossen  Flusses  abgelagert  worden 
sein  müssen,  und  wir  müssen  also  nach  einer  grösseren  Continentalmasse  suchen.  Diese  kann  nur  im  Norden 
gewesen  sein,  um  so  mehr  als  gegen  Norden  die  brakischen  Bildungen  an  Mächtigkeit  und  Bedeutung 
zunehmen,  die  marinen  dagegen  abnehmen,  und  wir  werden  bei  Besprechung  der  nordischen  Juraregion 
sehen,  dass  auch  aus  anderen  Gründen  an  dieser  Stelle  ein  Festland  angenommen  werden  muss,  das  mit  dem 
heutigen  Norwegen  zusammenhing  und  sich  im  Westen,  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  nur  an  einer  Stelle  und 
nur  zeitweilig  durch  einen  Caual  durchbrochen,  bis  nach  Amerika  erstreckte. 

Aus  Irland  kennt  man  ausser  den  winzigen  Resten  im  nordöstlichen  Gebirge  keinen  Jura;  weder  die  grosse 
centrale  Kohlenkalktafel  noch  die  Randgebirge  haben  weitere  Spuren  geliefert,  und  die  Ansicht  von  Hüll,  dass 
Irland  seit  sehr  langer  Zeit  eine  Insel  ist,  hat  sehr  viel  Waluscheinlichkeit,  wenn  auch  keinen  entscheidenden 
]5cweis  für  sich.  ^ 

Wir  kehren  von  dieser  Abschweifung  gegen  Norden  und  Westen  wieder  zu  der  „paläozoischen  Axe"  des 
südöstlichen  England  zurück,  wo  ein  alter  Landrücken  von  mittel-  und  oberjurassischen  Bildungen  übergreifend 
bedeckt  wird.  Ganz  analoge  Verhältnisse  finden  wir  wieder,  wenn  wir  den  Canal  überschreiten  und  bei 
Boulogne-sur-Mer  die  gegenüberliegende  Küste  von  Frankreich  betreten.  Hier  liegen  auf  den  Ablagerungen 
der  Kohleuformation  zunächst  Sandsteine,  die  man  für  eine  Binnenentwieklung  des  Unterooliths  hält,  dann 
folgen,  wie  in  der  Nähe  von  London,  als  älteste  marine  Sedimente  ver.schiedene  Glieder  der  Bathstufe  und  dann 
der  ganze  obere  Jura,  und  es  seheint  also  auch  hier,  wie  bei  London  bis  nach  der  Mitte  der  Jurazeit  keine 
Meeresbedeckung  stattgefunden  zu  haben.* 

Wir  kommen  hier  wieder  an  den  Rand  eines  weiten  Gebietes,  in  welcliem  Juraablagerungen  fehlen,  in 
welchem  auch  die  Trias  nur  schwach  vertreten  ist,  während  ältere  Gebilde,  von  übergreifenden  Ablagerungen 
der  Kreide  und  des  Tertiär,  sowie  von  jungem  Schwemmland  theilweise  verdeckt,  allgemein  verbreitet  auftreten. 
Zunächst  treffen  wir  von  Boulogne  nach  Osten  fortschreitend  auf  das  belgische  Kohlengebiet,  an  das  sich 
die  Ar  denn  en  anschliessen,  ferner  jene  grosse  Masse  archaischer  und  paläzoischer  Gebilde  im  nordwest- 
lichen Deutschland,  zu  welchem  Hohe  Venn,  Eifel,  Idarwald,  Huusrück,  Taunus,  Westerwald  und 
Sauerland  gehören,  und  welche  gegen  Norden  unter  die  Diluvial-  und  Alluvialbildungen  am  Rhein  und  der 
Maas  und  unter  die  Kreide  Westphalens  untertauchen. 

Mehrere  Thatsachen  liefern  den  ziemlich  sicheren  Beweis,  dass  wir  es  hier  mit  den  Resten  einer  alten 
Insel  zu  thun  haben,  die  zur  Jurazeit  aus  dem  Meere  hervorragte.  In  erster  Linie  spricht  dafür  die  unmittelbare 
Auflagerung  der  Kreidebildungen  und  auch  von  Wealden  auf  altem  Gebirge,  eine  Erscheinung,  die  namentlich 
im  nördlichen  Theile  des  Gebietes  so  verbreitet  auftritt  und  so  allgemein  bekannt  ist,  dass  es  überflüssig  ist, 
einzelne  Beispiele  anzuführen.  Zu  demselben  Ergebuiss  führt  uns  der  eben  besprochene  Umstand,  dass  selbst 
die  letzten  schwachen  Ausläufer  dieser  Masse  bei  Boulogne  und  London  nur  von  der  Bathstufe  und  dem  oberen 
Jura  bedeckt  werden,  und  dass  auch  dieser  letztere  im  Pas  de  Calais  eine  Seichtwasserbildung  ausgesprochenster 
Art  ist,  in  welcher  die  einzelnen  Eutwicklungsarten  auf  den  kürzesten  Strecken  wechseln.^ 

Auch  in  den  Sedimenten  der  Juraformation,  welche  diese  alten  Gesteine  umgeben,  findet  die  Nähe  des 
Landes  deutlichen  Ausdruck;  es  ist  dies  namentlich  mit  dem  Augulatensandstein  des  untersten  Lias  der  Fall, 
welcher  sich  in  seiner  Verbreitung  an  die  Umgebung  dieser  Insel  hält;  wir  finden  denselben  im  nordwestlichen 
Deutschland,  Württemberg,  Baden,  Elsass-Lothringen,  Luxemburg  und  den  anstossenden  Theilen  von  Frankreich 


1  Hüll,  the  physical  geology  and  geography  of  Ireland.   1S78. 

2  Pellat,  Annales  de  la  sod6t6  g^ologiqiie  du  Nord,  Vul.  V.  —  Gossolet,  esquisse  geologiqiie  du  Nord,  p.  lim.  — 
Lappai-ent,  traitö  de  geologie,  p.  856. 

3  Loriol  et  Pellat,  moviographie  p.alöontologiqnc  et  geologiqne  de  l'ötage  Portlandien  des  euvirons  du  Boulogne-sur- 
Mer.  Memoires  de  la  soci6t6  de  phys.  et  d'hist.  nat.  de  Gen6ve.  186G.  Vol.  19.  —  Loriol  et  Pellat,  Monographie  göolo- 
gique  et  paleontologiquc  des  etages  suporioiirs  de  lu  foruiation  jurassicpie  do  Üouiogne-sur-Mer.  Ebenda  1874.  Vol.  23,  24. 


Die  (/t'Of/raphit^chr  Vcrlimtuini  der  .Jicrnfornutilon.  79 

ausgezeicLnet  entwickelt,  wähieDcl  derselbe  iu  etwas  grösserer  Eutferiuing,  z.  B.  iu  Franken,  der  Schweiz  und 
am  Nordraude  des  Centralplateaus  von  Frankreich  zurücktritt.  Die  stärkste  Entwicklung  finden  wir  im 
Luxemburgischen,  wo  auch  in  anderen  Horizonten  des  Lias  sich  vielfach  sandige  Bildungen  einstellen. 
Spärlicher  werden  derartige  Andeutungen  allerdings  in  höheren  Schichten,  doch  darf  wohl  auf  denselben 
Ursprungsort  das  Vorkommen  sandigen  Materials  in  den  Kimmeridgebildungen  der  Weserkette  bei  Lüb- 
becke, an  der  Egge  u.  s.  w.  zurückgeführt  werden,  zumal  da  diese  Entwickluugsart  mit  der  meist  in  Nord- 
west-Deutschland verbreiteten  kalkigen  Ausbildungsweise  im  auffallendsten  Gegensätze  steht.  ^  Endlich 
mag  aucli  an  das  Auftreten  des  dem  Neocom  angehörigen  Quadersandsteines  im  Teutoburgerwald  erinnert 
werden. 

Schwierig  wird  die  Frage  nach  der  Umgrenzung  der  Ardenneninsel,  wie  ich  dieses  alte  Festland  nennen 
will.  Schon  aus  den  Profilen  bei  Boulogne,  ferner  aus  dem  verschiedenen  Verhalten  der  umgebenden  Sedimente 
aus  verschiedenen  Abtheilungen  des  Jura  lässt  sich  schliessen,  dass  nicht  während  der  ganzen  Dauer  dieser 
Formation  das  feste  Land  denselben  Umfang  gehabt  habe,  sondern  dass  dasselbe  während  des  Lias  am 
grössten  war  und  später  bedeutend  an  Ausdehnung  verlor.  Am  Südende  sehen  wir  auch  hier  wie  am  Schwarz- 
wald, an  denVogesen  u.  s.w.  ein  ganz  ähnliches  System  paralleler  stufenförmig  absitzender  Verwerfungen,  durch 
welche  in  den  Ardennen  der  Jura  an  vielen  Punkten  in  unmittelbaren  Contact  mit  paläozoischen  Bildungen 
kömmt,  ^  und  wir  dürfen  daraus  mit  derselben  Sicherheit  schliessen,  dass  der  Jura  viel  weiter  nach  Norden 
reichte,  als  ihn  die  geologische  Karte  angibt.  Auch  für  das  deutsche  Gebiet  machen  sich  ähnliche  Verhältnisse 
geltend,  auch  hier  haben  riesige  Denudationen  stattgefunden,  ja  F.  v.  Richthofen  bezeichnet  z.B.  das  Gebiet 
der  Eifel  geradezu  als  eine  Abrasiousfläche.  Wie  weit  aber  der  Jura  von  Süden  her  etwa  gereicht  haben  mag, 
lässt  sich  nicht  angeben,  und  ähnlich  verhält  es  sich  gegen  Osten. 

Im  Nordosten  *  bilden  der  Teutoburgerwald  und  in  seiner  Verlängerung  die  Reihe  isolirter  Schollen ,  die 
hier  bis  in  die  Gegend  von  Arolseu  und  Warhurg  zieht,  die  der  Ardenneninsel  am  nächsten  gelegenen  Jura- 
vorkommnisse ;  sie  tauchen  unter  die  Kreidebildungen  der  westphälischen  Mulde  hinab,  aber  sie  kommen 
an  deren  jenseitigen  Rande  nicht  mehr  zum  Vorschein;  hier  liegt  die  Kreideformation  unmittelbar  auf  dem 
Kohlengebirge  auf  und  es  lässl  sich  nicht  bestimmen,  wo  unter  der  Decke  jener  die  Südgrenze  des  Jura  sich 
befindet. 

Weiterhin  nach  Westen  fehlen  fast  alle  Andeutungen  von  Juraablagerungen,  doch  zeigen  die  Angaben 
von  Schlüter,  welcher  nicht  weit  von  Aahaus  nahe  der  holländischen  Grenze  ein  Exemplar  von  Schlotheimia 
angukita  aus  einer  Brunnengrabung  erhielt,*  dass  eine  Fortsetzung  der  Jurabilduugen  unter  dem  Diluvium 
vorhanden  ist.  Noch  etwas  weiter  nordwestUch  wurden  von  Hosius  aus  einem  Bohrloche  bei  Wesecke 
bituminöse  Schiefer  mit  Inoceramus  amygdaloides  als  oberer  Lias  angeführt;^  es  entstanden  wohl  Zweifel  an 
dieser  Deutung,  aber  v.  Dechen  und  Schlüter  haben  sich  der  wohl  kaum  zu  bestreitenden  Ansicht  von 
Hosius  angeschlossen.^ 

Sind  auch  diese  Daten  sehr  unvollständig,  so  geben  sie  uns  doch  eine  annähernde  Vorstellung  von  dem 
Umfange  der  Ardenneninsel  und  danach  wurden  die  Umrisse  derselben  hypothetisch  in  die  Karte  eingetragen. 

Der  nordwestdeutsche  Jura,  seine  Lage  und  Bedeutung  bedarf  keiner  weiteren  Erörterung,  nach- 
dem die  Beziehungen  desselben  zu  den  Bildungen  in  Süddeutschland  schon  eingehend  erörtert  wurden. 
Weiterhin  finden  sich  im  Norden  und  Osten  der  dem  Harze  vorgelagerten  grösseren  Vorkommnisse  zahlreiche 


1  F.  Römer,  die  jurassische  Weserkette,  eine  geognostische  Monographie.  Verhandhingen  des  naturhistorischen  Vereins 
für  die  Kheinlaude  und  Westphiilen.  :söS.  Vol.  15.  8.  352  ff. 

-  Go.s8elet,  Esqnisse  göologique  du  nord  de  la  France.  S.  183. 

3  Für  die  folgenden  Verhältnisse  vergl.  namentlich:  H.  v.  Dechen,  geolog.  und  paläontolog.  Übersicht  der  Rheinpro- 
vinz und  der  Provinz  Westphalen.  —  Ferner  desselben  geolog.  Karte  der  Rhehiprovinz  und  der  Provinz  Westphaleu. 

*  Schlüter,  Verhandlungen  des  naturwissenschaftlichen  Vereines  für  die  Rheinlande  und  Westphalen.  Is74.  Bd.  31. 
Sitzungsber.  S.  229. 

5  Hosius,  ebenda.  1S60.  Bd.  17.  Sitzungsber.  S.  290. 

6  v.  Dechen,  a.  a.  0.  S.  385. 


80  M.  Netimayr. 

vereinzelte  Spuren  von  Jura  vor,  welche  die  Verbreitung  über  die  ganze  norddeutsche  Ebene  beweisen, 
doch  ist  all'  das,  was  man  kennt,  fragmentarisch,  es  besteht  entweder  aus  ganz  unbedeutenden  anstehenden 
Partien  oder  aus  isolirten  Geschieben  im  Diluvium,  oft  den  einzigen  bekannten  Resten  von  Ablagerungen,  so 
dass  eine  Deutung  der  Einzelheiten  sehr  schwierig  wird. 

Im  Allgemeinen  lässt  sich  mit  Sicherheit  über  das  Vorkommen  des  „baltischen  Jura",  wie  Beyrich 
diese  Bildungen  genannt  hat, '  sagen,  dass  in  den  westlichen  Theilen  des  Gebietes  die  älteren,  in  den  östlichen 
die  jüngeren  Jurastufen  stärker  vertreten  sind.  In  der  Gegend  von  Hamburg  und  in  Holstein  treten  ver- 
schiedene Gesteine  des  Lias  und  der  untersten  Dogger  auf,  von  denen  namentlich  die  aus  der  Grenzregion 
dieser  beiden  Stufen  stammenden  Vorkommnisse  hier  vorherrschen;^  für  andere  wird  die  Insel  Bornholm, 
das  südlichste  Schweden  (Schonen')  oder  auch  Mecklenburg  und  Pommern  als  Heimat  genannt. 
Natürlich  muss  man  sich  stets  daran  erinnern,  dass  mit  einer  derartigen  Angabe  über  die  Herkunft  erratischer 
Geschiebe  nicht  mehr  ausgedrückt  wird,  als  dass  an  diesem  oder  jenem  Orte  genau  dasselbe  Gestein  mit  den- 
selben Fossilien  ansteht,  das  man  als  Findling  angetroflen  liat.  Jene  Schollen  anstehender  Juraschichten  auf 
Bornholm,  in  Schonen,  in  Mecklenburg  und  Pommern  sind  nur  unbedeutende  Erosionsreste  früher  weithin  im 
baltischen  Gebiete  verbreiteter  Decken  von  Sedimenten.  Lias  als  einziger  anstehender  Vertreter  des  Jura  ist 
auch  aus  Mecklenburg  bekannt,  wo  namentlich  die  Oberegion  desselben  entwickelt  ist.^  In  ähnlicher  Weise 
zeigen  auch  die  südskandinavischen  Vorkommnisse  nur  Lias;  auf  Bornholm  scheinen  die  kohlenführenden 
Ablagerungen  über  marinen  Schichten  des  mittleren  Lias  zu  liegen,  während  in  Schonen  abgesehen  von  den 
bekannten  Vorkommnissen  rhätischer  Schichten  namentlich  Arieteukalke  entwickelt  sind.* 

Es  fragt  sieh  zunächst,  ob  in  diesen  westlichen  Gegenden  die  höheren  Juraschichten  in  mariner  Entwicklung 
überhaupt  nicht  abgelagert  worden  sind ;  es  Hesse  sich  in  der  That  ein  Anhaltspunkt  für  eine  solche  Ansicht 
in  dem  Umstände  finden,  dass  auf  Bornholm  zu  oberst  kohlenführende  Bildungen  auftreten.  Allein  es  liegen 
doch  wichtige  Thatsachen  vor,  welche  zu  der  entgegengesetzten  Auffassung  zwingen.  Das  Vorkommen  von 
Geschieben  mit  Parkiiisonia  Farliinsoni  und  mit  Kellowayversteinerungen  würde  allerdings  nichts  beweisen, 
da  diese  aus  den  östlichen  Verbreitung.sbezirken  stammen  können,  wenn  auch  der  Umstand  von  Bedeutung  ist, 
dass  das  im  Geschiebelehm  von  Bülk  in  Holstein  gefundene  Parkinsoniergestein  weiter  im  Osten  nicht 
wieder  auftritt.''  Entscheidend  scheint  mir  dagegen  das  Auftreten  von  Kellowaygeschieben  auf  Seeland,  in 
Jütland,  und  vor  Allem  bei  Helsingborg  und  Romeleklint  in  Schweden.®  Höhere  Juraschichten 
sind  allerdings  in  dieser  Region  auch  unter  den  Geschielien  nicht  vertreten,  doch  ist  es  mir  auch  hier  wahr- 
scheinlicher, dass  das  Fehlen  einer  vordiluvialen  Denudation  nicht  einer  Trockenlegung  der  betreffenden 
Gegenden  zuzuschreiben  sei.  In  diesem  letzteren  Falle  handelt  es  sich  aber  nicht  um  eine  durch  Beweise  gestützte 
bestimmte  Ansicht,  sondern  bei  der  Abwägung  der  zwei  vorhandenen  Möglichkeiten  seheint  mir  lediglich  der 
Umstand  für  das  frühere  Vorhandensein  höherer  Juraschichten  zu  sprechen,  dass  in  Europa  im  Allgemeinen  das 
Maximum  der  Verbreitung  mariner  Ablagerungen  etwa  an  die  obere  Grenze  der  Oxfordschichten  fällt. 


1  Beyi-lch,  Zeitschr.  der  deutschen  geolog.  Gesellschaft.  1861,  S.  143. 

2  Zimmermann,  Jiirageschiebe  aus  Holstein.  Neues  Jahrbuch  1818.  S.  791.  —  Zimmermann,  Jurago.schiebe  von 
Hamburg.  Zeitschr.  der  deutschen  geolog.  fJesellsehaft.  iSfiS.  S.  247.  —  Meyn,  Jurageschiebe  aus  Ahreudsburg.  Zeitschr. 
der  deutschen  geol.  Gesellschaft.  18(57,  p.  41  und  1874,  p.  355.  —  Gottsche  und  Wiebel,  Skizze  zur  Geoguosie  Hamburgs 
und  seiner  Umgebung.  Festschrift  der  4i).  Versammlung  deutscher  Naturforscher  187G.  —  Gottsche,  die  Sedimentärgeschiebe 
der  Provinz  Schleswig-Holstein.  Yokohama  1883. 

a  E.  Geinitz,  Beitrag  zur  Geologie  Mecklenburgs.  Archiv  des  Vereines  der  Freuude  der  Naturwisseuschafteu  in  Meck- 
lenburg. 1879.  —  E.  Geiuitz,  der  Jura  von  Dobbertin  in  Mecklenburg  und  seiue  Versteinerungen.  Zeitschrift  der  deutschen 
geologischen  Gesellschaft.  1880,  S.  5io. 

1  Forchhammer,  om  de  Bornholmske  kulforraationen.  Danske  Vidensk.  Selsk.  Af.  1838,  Vol.  VII.  S.  1—64.  —  Lund- 
gren,  Bidrag  tili  kaennedomen  om  Juraformationen  paa  Boruholm.  Lund  1878.  —  Hebert,  recherches  sur  l'age  des  grhs  ä 
combustibles  de  Helsingborg  et  Hogauäs.  Annales  des  sciences  geologiques.  Vol.  I.  —  Lundgren,  Studien  öfver  faunen  i 
den  steukolsförande  bildiugar  i  uordviirtre  Skäne.  Lund  1878.  —  Lundgren,  Undersokninger  oever  MoUusktauuen  i  Sveriges 
äldre  mesozoiske  bildiugar.  Lund,  Universitäts  arsskrift.  Vol.  13. 

•''  Gottsche,  Sedimeutärgcschichto  Schleswig-Holsteins  1.  c.  S.  37. 

fi  Gottsche,  1.  c.  S.  59. 


Die  geographische  Verbreitung  der  Juraformation.  8 1 

In  Pommern  ist  Lias,  mittlerer  imd  oberer  Jura  von  mehreren  Punkten  tlieils  anstehend,  theils  in  sehr 
grossen  Blöcken  bekannt,  die  nicht  auf  weite  Strecken  transportirt  sein  dürften. '  Der  östlichste  Punkt,  von 
welchem  wir  Lias  kennen,  ist  Camniin,  weiterhin  treten  dann  nur  mehr  höhere  Schichten  sowohl  anstehend 
wie  in  Geschieben  auf.  Von  anstehenden  Vorkommnissen  weiter  im  Osten  sind  namentlich  einige  Vorkommnisse 
von  Oxfordkalken  mit  Bhynchonella  cracoviensis,  Terebratula  hisuffarcinata,  Waldheimia  trigoneUa  im  östlichen 
Theile  von  Posen  und  in  den  anstossenden  Theilen  von  Polen,  bei  Inowrazlaw,  Parcin,  Pilica  u.  s.  w.  zu  nen- 
nen, welche  sich  in  ihrer  Fauna  enge  an  die  Vorkommnisse  in  Oberschlesien,  bei  Krakau  und  Czenstochau  an- 
schlicssen.  Ferner  hat  Römer  bei  Inowrazlaw  auch  ein  etwas  tieferes  Niveau  mit  Harpoceras  hectictim,  Aspi- 
doceras  pcrarmatum  u.  s.  w.  nachgewiesen,  und  dieses  findet  sich  vermuthlich  auch  bei  l'insk.  Bei  Neudamm 
im  Samland  treten  Geschiebe  mit  Amaltheiis  Lamberfi  in  solcher  Häufigkeit  auf,  dass  das  Hervortreten  von  Jura 
in  dieserGegend  wahrscheinlich  wird,  und  endlich  hat  im  äiisserstenNordosten  Deutschlands  das  Bohrloch  von 
Purmallen  bei  Memel  Kelloway-  und  Oxfordschiehten  mit  Gryphaea  dilatafa  und  einer  costaten  Trigonie  auf- 
geschlossen. Diese  Zusammenstellung  mag  nicht  ganz  vollständig  sein,  sie  erfüllt  aber  jedenfalls  den  hier 
zunächst  vorliegenden  Zweck,  auf  die  weite  Verbreitung  einer  allerdings  theilweise  durch  Denudation  zerstörten 
Decke  von  Juravorkonimnissen  unter  den  jüngeren  Ablagerungen  der  norddeutschen  Ebene  hinzuweisen.  * 

Unter  den  Geschieben  finden  sich  in  den  östlicheren  Gegenden  selten  Vertreter  der  Parkinsonier- 
schichten,  ebenfalls  ziemlich  spärlich  oberjurassische  Gesteine,  Nerineenkalke,  Kalkmergel  mxiExogyra  virgula 
imd  braungrauer  mürber  Sandstein  mit  Perisphiiictes  cf.  blplex  und  einer  Trigonie  aus  der  Gruppe  der  Clavel- 
laten,  doch  sind  all'  diese  Vorkommnisse  nur  sehr  dürftig  vertreten.^  Weitaus  am  häufigsten  finden  sich  die 
auch  weiter  im  Westen  viel  verbreiteten  Gesteine  der  Kellowaystufe,  diese  bezeichnendsten  Glieder  des  baltischen 
Jura,  die  ihr  häufiges  Vorkommen  wohl  hauptsächlich  der  sehr  zähen  widerstandskräftigen  Beschaffenheit  ihrer 
kieseligen  Kalke  verdanken.  Diese  Vorkommnisse,  welchen  schon  eine  sehr  ansehnliche  Literatur,  leider  aber 
noch  keine  zusammenfassende  Monographie  gewidmet  ist,  sind  durch  das  Vorkommen  von  Cosmoceras  Jason 
und  durch  eine  gi-osse  Zahl  anderer  Fossilien  charakterisirt;  höhere  Schichten  des  Kelloway  mit  Cardioceras 
Lamberti  sind  seltener  vertreten.* 

Besonderes  Interesse  gewinnen  diese  Bildungen  durch  ihre  nahe  Verwandtschaft  mit  jenen  wichtigen, 
isolirten  Juravorkommen  mitten  auf  den  alten  Bildungen  der  baltischen  Provinzen  Russlands;  es  sind  das 
die  berühmten  Localitäten  von  Popiläny  und  andern  Punkten  an  der  AVinda,  theils  in  Curland,  theils  im 
Gouvernement  Kowno  gelegen,  welche  von  L.  v.  Buch  und  namentlich  eingehend  von  Grewinck  geschildert 
worden  sind.  Sie  stellen  ein  Bindeglied  dar,  welches  die  mitteleuropäischen  Juraablagerungen  mit  jenen  einer 
anderen  grossen  Provinz,  der  russischen,  verknüpft,  und  gehören  darum  zu  den  wichtigsten  Juravorkomm- 
nissen, die  wir  kennen.  ^ 


1  Wessel.  der  Jura  m  Pommern.  Zeitschrift  der  deutschen  geologischen  Gesellschaft  1S54.  S.30ö.  —  Beyrich,  ebenda. 
1S61,  S.  143.  —  Sadebeck,  ein  Beitrag  zur  Kenntniss  des  baltischen  .Jura,  ebenda  ISOC.  S.  292.  —  Berendt,  anstehender 
Jura  in  Vorpommern,  ebenda  1874.  S.  .3.55.  —  Beyrich,  ebenda  1870,  S.  G74.  —   Hauehecorne,  ebenda  S.  432    775. 

2  Runge,  Zeitschrift  der  deutschen  geologiachen  Gesellschaft.  Bd.  21,  S.  470.  Bd.  22,  S.  44.  —  Schubert  Zeitschr. 
für  Berg-,  Hütten-  und  Salinenwesen  1875.  Bd. 23.  —  F.  Römer,  55.  Jahresbericht  des  schlesischen  Vereines  für  vaterländische 
Cultur.  1877.  S.  59.  —  Jentzsch,  Jahrbuch  der  preuss.  geolog.  Landesanstalt.  1880,  S.  349.  —  Jentzsch,  Jura  von  Ino- 
wrazlaw, Schriften  der  Königsberger  i)hysikalisi-h-ükonomischen  Gesellschaft.  1883.  Sitzungsb.  S. 41.  —  Jentzsch,  derUnter- 
gruud  des  norddeutschen  Flachlandes.  Ebenda  issi.  S.  45.  —  Huysseu,  Übersicht  der  bisherigen  Ergebnisse  der  vom  preus- 
sischen  Staate  ausgeführten  Bohrungen  im  norddeutschen  Flachlande.  Zeitschrift  der  deutschen  geolog.  Gesellschaft.  1880, 
S.  629.  —  Berendt  und  Jentzsch,  neuere  Tiefbohrungen  in  Purnialleu  bei  Memel.  Jahrbuch  d.  k.  preussischen  geologischen 
Landesanstalt.  1882.  S.  347.  —  Grewinck,  das  Bohrloch  von  Pnrmalieu  im  Lichte  der  geolog.  Kenntniss  seiner  Umgebung. 
Dorpat,  Sitzungsber.  der  naturlbrsch.  Gesollsch.  1877,  S.  559. 

ä  Vergl.  namentlich  Berendt  und  Dames,  geologische  Beschreibung  der  Gegend  von  Berlin.  1880.  S.  88.  —  Dames, 
Zeitschr.  der  deutsch,  geolog.  Gesellsch.  1874.  S.  3G4. 

*  Ausser  den  schon  erwähnten  Aufsätzen  von  Beyrich,  Dames  undGottsche  vergl.  Andrae,  Zeitschr.  der  deut- 
schen geolog.  Gesellschalt.  1800.  S.  573.  —  F.  Römer,  ebenda  1862.  S.  619.  —  E.  Suess.  Neues  Jahrbuch  1807.  S.  342. 

5  L.  V.  Buch,  Beitrag  zur  Bestimmung  der  Gebirgsforniatiouen  in  Russland.  Karstens  Archiv.  1840.  Bd.  15.  S.  75.  — 
Grewinck,  Geologie  von  Liv-  und  Curland.  Archiv  für  die  Naturkunde  Esth-,  Cur-  und  Livlands.  1858.  Scr.  I,  Vol.  IL 

ücnkschi'ilten  der  inalliera.-iiatuiw.  Gl.  L. Bd.  j I 


82  M.  Nmimaijr. 


IV.  Ursprung"  der  meclianischen  Sedimente  in  Mitteleuropa. 

Während  bisher  fast  uur  die  Verbreitung,  die  Fauna  und  die  Lagerung  der  Scliicbteu  näher  ins  Auge 
gefasst  wurden,  und  der  Gesteinscharakter  uur  ganz  nebenbei  Berücksichtigung  fand,  wird  es  nothweudig, 
nun  auch  diesen  letzteren  etwas  näher  zu  würdigen.  Im  Grossen  und  Ganzen  kann  man  sagen,  dass  im  Lias 
die  mechanischen  Sedimente  stark  vorherrschen,  dass  im  oberen  Jnra  dagegen  die  zoogenen  Kalke  dominiren 
während  der  mittlere  Jnra  auch  in  dieser  Richtung  eine  Mittelstellung  einnimmt. 

Wir  wissen  jetzt,  dass  die  mechanischen  Sedimente  einen  Gürtel  vou  100 — 200  Seemeilen  um  die  Conti- 
nente  zu  bilden  pflegen,  dass  die  zoogenen  Gesteine  erst  in  grösserer  Entfernung  von  den  Küsten  dominiren, 
aber  unter  Umständen  auch  bedeutend  näher  an  das  Festland  heranrücken.  Ferner  müssen  wir  berücksich- 
tigen, dass  mächtige  und  mit  ziemlich  gleichmässigem  Charakter  über  weite  Flächen  verbreitete  Ablagerungen 
von  Thon  oder  Sand  verhältnissmässig  grosse  Landmasseu  erfordern,  durch  deren  Denudation  das  Material  zur 
Gesteinsbildung  geliefert  wurde. 

Betrachten  wir  nun  von  diesem  Standpunkte  aus  die  Ablagerungen  von  Mitteleuropa,  so  finden  wir  in 
erster  Linie,  dass  aus  dem  bedeutenden  Überhandnehmen  der  Kalke  im  oberen  Jura  auf  eine  Abnahme  oder 
ein  FernerrUcken  des  Landes  geschlossen  werden  muss.  Li  der  That  finden  wir,  dass  der  obere  und  stellenweise 
auch  ein  Theil  des  mittleren  Jura  in  vielen  Gegenden  über  ältere  Sedimente  übcrgrciff,  dass  er  bisher  trockenes 
Land  überflutet.  Es  ist  das  in  Böhmen,  Schlesien,  im  ausserkarpathischen  Theile  von  Mähren  und  in  Polen  und, 
wie  wir  später  sehen  werden,  in  den  weiten  Ländergebieten  Russlands  der  Fall;  ebenso  werden  wir  finden, 
dass  sich  auch  im  Norden  eine  ganz  ähnliche  Transgression  des  oberen  Jura  einstellt,  und  dass  nördlich  von  Eng- 
land und  Norddeutschland  ebenfalls  zur  Liaszeit  weite  Continentalflächen  existirten.  Wir  haben  also  zunächst 
zwei  grosse  Ursprungsstellen  der  basischen  Thon-  und  Sandsteinsedimente  in  Mitteleuropa,  einen  nordischen 
Continent,  von  dem  die  Shetlands-Inseln  und  Scandinavien  Reste  darstellen  mögen,  und  einen  grossen  Ost- 
continent,  dessen  äussersten  Vorsprung  die  böhmische  Masse  bildet.  Grosse  Flüsse,  deren  Lage  wir  allerdings 
nicht  nachweisen  können,  mussten  hier  münden. 

Ausser  diesen  grossen  Landmasseu  war  noch  die  grosse  Ardenneninsel  vorhanden,  welche  namentlich  zu 
Beginn  des  Lias  eine  bedeutende  Rolle  spielte. 

Die  tiefsten  Ablagerungen  des  Lias  sind  vorwiegend  kalkiger  Natur;  die  ersten  mechanischen  Sedimente 
sind  die  Sandsteine  aus  der  Zone  der  Schlotheimia  angulata.  Wenn  wir  hier  die  Verbreitung  der  sandigen 
Ablagerungen  verfolgen,  so  finden  wir,  dass  dieselben  weitaus  ihre  stärkste  Entwicklung  in  der  Luxemburger 
Gegend  und  im  Norden  von  Elsass  Lothringen  zeigen;  nächstdem  sind  die  Sandsteine  in  Schwaben  gut 
vertreten,  schwächer  inFrauken  und  Nordwest-Deutschland,  in  allen  anderen  Gegenden  fehlen  sie  ganz  oder  sind 
nur  in  schwacher  Andeutung  vorhanden.  Mit  anderen  Worten,  der  Sand  ist  auf  die  Umgebung  der  Ardennen- 
insel beschränkt  und  speciell  muss  ein  an  deren  Südseite  mündender  Fluss  die  Hauptmasse  des  Materials 
geliefert  haben,  das  sich  dann  nach  Süden  ausbreitete. 

Die  in  höherem  Niveau  folgenden  Arieteuschichten  sind  fast  in  ganz  Mitteleuropa  durch  Kalke  vertreten, 
erst  in  derOberregiou  des  unteren  Lias,  in  Quenstedt'sLias  ß,  nehmen  stellenweise  dieThone  wieder  überhand, 
jedoch  nicht  überall,  sondern  diese  ICrscheinung  beschränkt  sich  auf  zwei  ziemlich  weit  von  einander  entfernte 
Gegenden,  auf  das  nordwestliclie  Deutschland  und  auf  Württemberg,  während  z.  B.  in  Franken  und  im  Schweizer 
Jura  nichts  derartiges  zu  finden  ist.  Die  auffallende  Übereinstimung  der  Ablagerungen  z.  B.  in  der  Gegend  von 
Salzgitter  und  in  Schwaben  macht  es  wahrscheinlich,  dass  eine  grosse  nordsüdliche  Zone  solcher  Thone 
sich  aus  der  Gegend  von  Hannover  bis  nach  Württemberg  erstreckt  habe,  eine  Annahme,  für  welche  auch  der 
Umstand  spricht,  dass  bei  Langenbrücken  unweit  Heidelberg  diese  Gebilde  in  ausgezeichneter  Entwicklung 
auftreten. 

Die  nächsten  grosseuThonmassen  gehören  den  Amaltheen-Schichten  des  mittleren  Lias  an,  welche  nament- 
lich im  südlichen  England,  in  Norddeutschland,  Sclivvabeu,  Lothringen,  Luxemburg  und  in  einigen  Theilen  der 


Die  geographische  Verbreitung  der  Juraformation.  83 

ausseralpinen  Scliweiz  in  dieser  Weise  entwickelt  sind;  merkwürdigerweise  sind  diese  Tlione  in  Franken  nur 
schwach  vertreten,  während  solche  hier  daflir  in  der  nächst  höhereu  Zone  in  den  Schichten  m\i  Ämaltheus 
gpinatus  ausserordentlich  entwickelt  sind;  in  Schwaben  ist  diese  höhere  Zone  durch  thouarme,  nur  schwach 
mergelige  Kalke  vertreten,  in  Norddeutschland  und  im  südlichen  England  durch  Thone.  Wie  immer  auch  das 
Verhältniss  der  Ablagerungen  in  Franken  und  Schwaben  zu  einander  sieh  gestalten  mag,  jedenfalls  ist  es 
Thatsache,  dass  von  der  Oberregion  des  mittleren  Lias  die  untere  Hälfte  im  Westen,  die  obere  Hälfte  im  Osten 
dieses  Bezirkes  durch  starke  Thonzufuhr  ausgezeichnet  ist,  während  dieGesammtheit  dieser  Stufe  in  Nordwest- 
Deutschland  und  Süd-England  thonig  ist. 

Versuchen  wir  nun  für  die  Thone  des  unteren  und  mittleren  Lias  die  Herkunft  zu  ermitteln,  so  ist  in 
erster  Linie  klar,  dass  die  merkwürdige  Übereinstimmung  in  den  verschiedenen  Gegenden,  deren  Ähnlichkeit 
hervorgehoben  wurde,  auf  gemeinsamen  Ursprung  der  gleichaltrigen  Scblammmassen  hinweisen.  Aus  Westen 
kann  die  Thonzufuhr  nicht  kommen,  da  in  Frankreich  die  Thonentwicklung  weit  schwächer  ist,  ebensowenig 
von  der  Ijöhmischen  Masse  her,  da  in  Franken  der  Hauptsaclie  nach  dieselbe  Erscheinung  herrscht  und  nur  in 
der  Zone  des  AmaltJmis  spinatiis  eine  Ausnahme  stattfindet.  Ebensowenig  kann  das  Ardennenfestland 
nach  der  Vertheilung  der  Sedimente  in  Betracht  kommen,  namentlich  wegen  des  Mangels  an  unterliasischen 
Thonen  in  Luxemburg  und  Lothringen,  während  für  die  Amaltheen-Thone  das  Areal  der  Insel  viel  zu  klein  war, 
um  so  gewaltige  Sedimentmassen  zu  liefern;  wir  müssen  also  den  Ursprungsort  im  Norden  suchen.  Verfolgen 
wir  nun  diese  Richtung  weiter,  so  finden  wir,  dass  der  Mangel  entwickelter  Tbonbildungen  in  der  Ober- 
region des  englischen  Unterlias,  im  Gegensatz  zu  dem  Thonreichtbum,  welcher  im  südliehen  England  in  der 
Oberregion  des  Mittellins  herrscht,  auf  zwar  im  Norden  gelegene,  aber  in  ihrer  Lage  doch  verschiedene  Quellen 
der  Thonzufuhr  tür  beide  Abschnitte  hinweist.  In  dem  ersteren  Falle  scheint  aus  Norden  oder  Nordosten, 
im  letzteren  aus  Nordwesten  der  Schlamm  herbeigeführt  worden  zu  sein.  In  der  Tliat  werden  wir  sehen,  dass 
nach  all'  diesen  Richtungen  das  mitteleuropäische  Becken  zur  Liaszeit  durch  weite  Festlandsmassen  abge- 
schlossen war,  und  dass  von  dort  aus  grosse  Ströme  ihr  schlammbeladenes  Wasser  ins  Meer  gebracht  haben 
können. 

Eine  Schwierigkeit  für  die  Erklärung  bietet  nur  das  Auftreten  dieser  Ablagerungen  in  Süddeutschland, 
und  speciell  der  Contrast  zwischen  fränkischer  und  schwäbischer  Entwicklung.  Wir  können  nur  eine  Deutung 
dieser  Thatsachen  finden,  wir  müssen  annehmen,  dass  eine  Nordströmung  östlich  an  der  Ardenneninsel  vorbei 
in  das  süddeutsche  Gebiet  vordrang  und  dahin  den  fein  vertiieilten  Schlamm  jener  im  Norden  einmündenden 
Flüsse  mitführte;  nach  der  Verbreitung  und  der  Mächtigkeit  der  Sedimente  lief  diese  Meeresströmung  während 
der  zweiten  Hälfte  des  unteren  Lias  und  während  der  Ablagerung  der  Schichten  mit  AmaUheus  manjaritatus 
hart  östlich  von  der  Ardenneninsel  nach  der  schwäbischen  Region,  dann  aber  erlitt  sie  eine  Ablenkung  nach 
Osten,  wie  das  Überhandnehmen  der  Thone  in  Franken,  jene  der  Kalkmergcl  in  Schwaben  in  der  Zone  des 
Amaltheus  spinatiis  beweist. 

Im  oberen  Lias  finden  wir  den  Thongehalt  der  Gesteine  geringer,  die  Verbreitung  analoger  Vorkommnisse 
ist  eine  ähnliche  wie  im  mittleren  Lias,  doch  scheint  sieh  die  an  der  Ardenneninsel  vorüberziehende  Strömung 
wieder  weiter  nach  Westen  gezogen  zu  haben,  wie  die  stärkere  Entwicklung  von  Kalken  in  dem  Posidonien- 
Horizonte  Frankens  andeutet. 

Wir  mussten  hier  zu  der  Hypothese  einer  von  Norden  herkommenden  Strömung  greifen,  welche  die 
Sedimente  nach  Süden  brachte;  wir  werden  später  noch  auf  die  Spuren  ihrer  Thätigkeit  kommen  und  uns 
überzeugen,  dass  eine  Reihe  verschiedener  Thatsachen  für  die  Richtigkeit  dieser  Annahme  spricht. 

Ganz  andere  Verhältnisse  finden  wir  mit  dem  Beginne  des  mittleren  Jura;  die  Unterregion  dieser  Abtheilung 
ist  in  England  und  im  nördlichen  Frankreich  sehr  schwach  und  auch  im  nordwestlichen  Deutschland  nicht 
stark  entwickelt,  die  dunklen  Thone  an  der  Basis  und  die  darüberliegendeu  Eisensandsteine  sind  Gebilde, 
deren  Maximalentwicklung  nach  Süddeutschland  fällt.  Bei  dieser  Art  der  Verbreitung  kann  natürlich  von  einer 
Sedimentzufubr  aus  Norden  nicht  die  Rede  sein,  und  wir  können  hier  nur  annehmen,  dass  von  der 
böhmischen  Masse  und  ihrem  ausgedehnten  Hinterlande  her  die  mechanischen  Sedimente  kamen;  dafür  spricht 

11* 


84:  M.  Neumayr. 

auch    der   Umstand,    dass    die   Tlione    mit   Harpoceras  opalimim   uud    die    Eiseusandsteioe    mit    Ilaipoceras 
Murchisonae  gerade  in  Franken  so  ausserordeutlicli  entwickelt  sind. 

Nach  dieser  bedeutendsten  Entwicklung  des  mechanischen  Sedimentes,  die  wir  im  süddeutschen  Jura 
überhaupt  kennen,  erfolgt  keine  Sedimentzufuhr  mehr  von  Westen  her;  denn  gerade  um  jene  Zeit  mit  den 
letzten  Phasen  der  Bildung  des  Eisensandsteines  begann  die  grosse  Transgression  des  Jurameeres  nach  Osten, 
und  der  grosse  Continent,  dessen  vorspringenden  Ausläufer  die  böhmische  Masse  bildete,  wurde  zum  grossen 
Theile  überflutet. 

Die  Oberregion  des  mittleren  Jura  ist  nicht  eben  reich  an  mechanischen  Sedimenten,  erst  in  der  Kelloway- 
stufe  und  in  den  tieferen  Oxfordschichten  nehmen  sie  wieder  starke  Bedeutung  an;  es  ist  das  die  Region  der 
auch  die  Kellowaystufe  umfassenden  Oxfordthone  in  England  und  Nord-Frankreich,  der  Ornatenthone  und  der 
Thone  mit  Terebratida  impressa  im  Süden.  Die  Verbreitung  der  Thonsedimente  ist  hier  wieder  eine  ganz  andere, 
als  im  Beginne  des  mittleren  Jura,  sie  erinnert  weit  mehr  an  die  Vorkommnisse  des  mittleren  Lias,  speciell  an 
die  Amaltheentbone;  auch  hier  ist  das  Maximum  und  mutLmasslicher  Ausgangspunkt  im  Nordwesten,  auch  hier 
finden  wir  eine  auffallende  Reduction  der  Mächtigkeit  in  Franken  gegenüber  Schwaben,  und  wir  werden 
dadurch  auf  gleiche  Verhältnisse  hingewiesen,  wie  sie  oben  geschildert  wurden. 

Von  da  an  tritt  der  grosse  Wendepunkt  in  der  Beschaffenheit  der  jurassischen  Sedimente  ein;  Thone 
sind  in  den  höheren  Jurabildungen  fast  ganz  auf  England  und  das  nördlichste  Frankreich  beschränkt;  in  allen 
anderen  Gegenden  Mitteleuropa 's  ist  von  nun  an  die  kalkige  Entwicklung  weitaus  vorwiegend,  wenn  auch 
vereinzelte  Thonbildungen  nicht  fehlen.  DieUrsache  fUrdiese  Veränderung  ist  sehr  leicht  anzugeben ;  wir  werden 
bei  der  weiteren  Besprechung  der  Verbreitung  des  Jura  uns  überzeugen,  dass  jene  weiten  Festlandsregionen 
im  Norden  und  Osten,  welche  bisher  Schlamm  geliefert  hatten,  nun  grossentheils  selbst  vom  Meere  überflutet 
■wurden,  die  Zufuhr  der  Sinkstoffe  hörte  in  Folge  dessen  auf.  Auch  als  das  Meer  gegen  Ende  der  Jurazeit  in 
Mitteleuropa  seichter,  und  ein  Theil  des  Landes  in  den  letzten  Phasen  der  Formation  trocken  gelegt  wurde, 
kam  von  diesem  neu  entstehenden  Festlande  kein  thoniger  Schlamm,  sondern  nur  kalkiger  Detritus,  und  zwar 
so  reichlich,  dass  das  Meerwasser  nicht  die  ganze  Menge  der  hergeführten  schwebenden  Kalktheile  aufzulösen 
im  Stande  war;  so  konnten  sich  local,  in  Buchten,  mechanische  Kalksedimente  bilden,  wie  wir  sie  namentlich 
in  den  lithographischen  Schiefern  von  Eichstädt,  Solenhofen,  Nusplingen  und  Cirin  vor  uns  sehen. 

V.  Der  Jura  der  nordischen  Region. 

Die  Verbreitung  des  russischen  Jura  darf  in  ihren  Hauptumrissen  als  bekannt  vorausgesetzt  werden. 
Sie  bedeckt  grosse  Räume  des  europäischen  Russland,  allein  die  vorhandenen  Ablagerungen  bilden,  wie  wohl 
ziemlich  allgemein  angenommen  wird,  nur  die  Denudationreste  einer  früher  weit  bedeutenderen  Ausdehnung, 
die  sich  jedenfalls  gegen  Osten  bis  an  den  Fuss  des  Ural  erstreckte,  während  gegen  Nordosten  die  Ablagerungen 
an  der  Petschora'  mit  jenen  von  Moskau  in  Verbindung  standen;  die  Verbreitung  nach  den  andern  Himmels- 
richtungen wird  später  besprochen  werden. 

Um  über  die  uns  hier  beschäftigenden  Fragen  Klarheit  zu  erhalten,  ist  es  nothwendig,  uns  etwas  mit  der 
Gliederung  des  russischen  Jura  zu  befassen.  Nachdem  L.  v.  Budi  die  Grundlage  für  das  Verständniss 
gegeben  hatte,*  bildeten  einen  wesentlichen  Fortschritt  die  Untersuchungen  von  Murchison,  Verneuil  und 
Keyserling,^  und  die  Beschreibung  der  von  ihnen  gesammelten  Versteinerungen  durch  d'Orbigny  lieferte 
in  paläontologischer  Hinsicht  das  Funtamentalwerk  über  diesen  Gegenstand.  *  Dagegen  hatte  in  geologischer 
Richtung  noch  keine  richtige  Auffassung  platzgegriffen,  indem  der  ganze  russische  Jura  als  dem  westeuropäi- 


1  Keyserling,  wissenschaftliche  Beobachtungen  auf  einer  Reise  in  das  Petsehoraland  1846. 

2  L.  V.Buch,  Beitrag  zur  Bestimmung  der  Gehirgsformationen  in  Russland.  Karsten's  Archiv,  Bd.  15.  1840. 

3  Murchison,  Verneuil,  Keyserling,  Geology  of  Russia  iu  Europe  and  the  Ural  Mountains.  Vol.  I.   1845. 

•  D'Orbigny  in  Murchison,  Verneuil,  Keyserling,  Geologie  de  la  Russie  d' Europe  et  des  montagnes  de  l'Oural. 
Vol.  U,  S.  418—488, 


Die  rjeocjraphisclte  Verbreitung  der  Juraformedion.  85 

sehen  Callovien  und  Oxfordien  entsprechend  betrachtet  wurde.  Es  waren  die  Arbeiten  einer  Reihe  russischer 
Geologen,  welche  die  Keuntniss  förderten  und  eine  Gliederung'  der  Jnnischicliten  durchführten.  Roniller, 
Voisshisky,  Hoffmann,  Auerbach  und  Andere  erwarben  sich  hier  grosse  Verdienste,  vor  Allem  aber 
waren  es  die  Arbeiten  von  Trautsehold,  welche  bahnbrechend  wirkten,  und  aufweichen  alle  weiteren  Unter- 
suchungen beruhen,  w-enn  sich  auch  in  einigen  Punkten  die  Auifassung  jetzt  verändert  hat. ' 

Ich  selbst  habe  zu  zeigen  gesucht,  dass  in  den  tieferen  Schichten  des  russischen  Jura  die  Übereinstimmung 
mit  Mitteieuroiia  eine  grössere,  in  den  höheren  Lagen  eine  geringere  ist,  als  man  bis  dahin  angenommen 
hatte,  und  dass  für  jene  scharfe  Parallelen  mit  den  Bildungen  des  Westens  möglich  sind.^  Diese  Auffassung 
ist  von  einer  Anzahl  russischer  Geologen  angenommen,  aber  die  ausgesprochenen  Ansichten  wesentlich 
erweitert  und  im  Einzelnen  verbessert  worden,  und  einer  Reihe  neuerer  Arbeiten  von  Karitsky, ^  Lahns en,* 
Milasehe  witsch,^  Nikitin,*'  Pawlow, "  8i  nzow,*  Tei  sseyre'  und  Vischniakoff '"  verdanken  wir  nun 
eine  sehr  j:enaue  Kenntniss  einer  Anzahl  wichtiger  Vorkommnisse. 

Die  Reihe  der  Ablagerungen  beginnt  mit  den  Macrocephalcnschichten  und  dann  folgt  eine,  wie  es  scheint 
ununterbrochene  Serie  bis  an  die  obere  Grenze  des  Jura,  die  allerdings  nur  an  wenigen  Punkten  vollständig 
sichtbar  ist.  In  denKelloway-  und  Oxfordschichten  ist  die  Übereinstimmung  mit  Westeuropa  eine  ausserordent- 
lich grosse;  in  der  ersteren  Stufe  ist  eine  tiefere  Abtheilung  mit  Macrocephalen  und  eine  höhere  mit  Ornaten 
zu  unterscheiden,  dann  folgen  Ablagerungen  mit  Canlioccrus  cordation,  darüber  solche  mit  Cardioceran  alternans, 
welche  zusammen  die  Oxford-  und  vermuthlich  auch  einen  Theil  der  Kimmeridgestufe  vertreten.  Die  Zahl  der 
übereinstimmenden  Arten  ist  namentlich  in  den  tieferen  Schichten  eine  sehr  grosse,  und  weist  mit  voller 
Bestimmtheit  darauf  hin,  dass  Mitteleuropa  und  das  russische  Becken  damals  in  offener  Verbindung 
waren.    Die  Unterschiede  zwischen  den  lieiderseitigen  Bildungen   sind,  wie  an  einem  anderen  Orte   gezeigt 


1  Es  würde  zu  weit  führen,  hier  die  ganze  ältere  Literatur  über  russischen  Jura  aufzuzählen;  unter  den  zahlreichen  Arbeiten 
von  Trautsehold  sind  für  die  allgemeine  Übersicht  namentlich  wichtig:  Der  Moskauer  Jura,  verglichen  mit  dem  westeuro- 
päischen. Zeitschr.  d.  deutschen  geolog.  Gesellschaft  isel,  S.  3(31.  —  Das  Gouvernement  Moskau,  ebenda.  1S72.  S.  361.  — 
Nomenciator  palaeontohigicus  der  jurassischen  Formation  in  Kussland.  Bulletins  de  la  societe  des  naturalistes  de  Moscou.  1862. 
Vol.  II,  S.  356.  —  Ergänzung  zur  Fauna  des  russischen  Jura.  Verhandl.  der  Petersburger  mineralog.  Gesellschaft  1876.  —  Der 
russische  Jura.  Neues  Jahrbuch  1877.  S.  474. 

-'  Neumayr,  die  Ornatenthone  von  Tschulkowo  und  die  Stellung  des  russischen  Jura.  Ben  ecke's  geognostischpaläon- 
tologische  Beiträge  1870.  Bd.  K,  S.  Sil. 

8  Karitzky,  geologische  Untersuchung  im  Kancwsky' sehen  Kreise  des  Gouvernements  Kiew,  angestellt  in  den  Jahren 
1882  und  1883.  Petersburg  1884.  (Russisch). 

*  Lahusen,  über  die  jurassischen  Bildungen  im  südwestlichen  Theile  des  Gouvernements  Rjäsan.  Neues  Jahrbuch  l.s77. 
S.  483.  —  Die  Fauna  der  jurassischen  Bildungen  des  rjäsanschen  Gouverueraents.  Memoires  du  comit6  geologique,  Vol.  I.  Nr.l. 
Petersburg  1883. 

s  Milas  ehe  witsch,  Etudes  palöontologiques.  2.  Sur  les  co\iches  a  Ammonites  »lacrocephahis  en  Russie.  Bulletins  de  la 
societ6  des  naturalistes  de  Moscou.  1879,  Vol.  II.  —  Geologische  Untersuchung  aus  dem  Sommer  des  Jahres  1878  im  süd- 
westlichen Theile  des  Gouvernements  Kostrome;  Materialien  zur  Geologie  Russlands.  Bd.  10.  ^Russisch). 

6  Nikitin,  die  Ammoniten  der  Gruppe  Ups  Am(ilthei<sfuiiiferns.  Bulletins  de  la  sociöto  des  naturalistes  de  Moscou  1878- 
Vol.  II.  (Russisch).  —  Der  Jura  der  Umgebung  von  Elatma,  eine  paläontologisch -geognostische  Monographie.  Nouvelles 
memoires  de  la  societö  des  naturalistes  de  Moscou  issl.  Vol.  14.  —  Die  Juraablagerungen  zwischen  Rybinsk,  Mologa  und 
Myschkin  an  der  oberen  Wolga.  Memoires  de  l'acadömie  imperiale  des  sciences  du  St.  P6tersbourg.  1881.  S6r.  VII,  Vol.  28, 
Nr.  4.  —  Allgemeine  geologische  Karte  von  Russland.  Blatt  56.  Jaroslawl.  Memoires  du  comit6  gfeologique.  Vol.  I,  Nr.  2.  — 
Petersburg  1884. 

'  Pawlow,  der  Jura  au  der  unteren  Wolga.  Moskau  1884.  (Kussisch).  —  Pawlow,  notious  sur  le  Systeme  jurassique 
de  Test  de  la  Russie  isS4.  Bulletins  de  la  societe  geologique  de  France  1884,  S6r.  III,  Vol.  12,  pag.  694.  —  Pawlow,  die 
Jurabildungen  von  Ssimbirsk.  Verhandlungen  der  geologischen  Reichsanstalt.  Wien  1885. 

*  Sinzow,  geologische  Beschreibung  des  Gouvernements  Saratof.  Verhandl.  der  mineralog.  Gesellschaft  in  Petersburg. 
1870.  (Russisch). 

3  L.  Teisseyre,  ein  Beitrag  zurKenntnis  der  Cephalupodenfauna  der  Ornatenthone  im  Gouvernement  Rjäsan.  Sitzungsb. 
der  k.  Akad.  d.  Wissensch.  in  Wien,  mathematisch-uaturw.  Classe,  Bd.  88,  Abth.  I;  S.  537.  1883.  —  Przyczynek  do  znajo- 
mosci  Formacyi  Jurasowcj  srodkowo-rosyjskiego-rozwoju.  Sitzungsberichte  der  mathem.-naturw.  Classe  der  Krakauer  Akad. 
1882,  Bd.  10. 

10  Vischniakoff,  Notice  sur  les  comtes  jurassiquea  de  Syzran.  Moskau  1874, 


86  M.  Neumayr. 

wurde,  solche,  wie  sie  verscliiedene  Meeresprovinzen  mit  abweichenden  klimatischen  Verhältnissen  charakte- 
risiren.  i 

Für  ims  ist  vor  Allem  die  Frage  von  Wichtigkeit,  welclier  Art  die  Verbindung  zwischen  beiden  Becken, 
und  wo  dieselben  gelegen  waren.  Auf  der  einen  Seite  deutet  das  oben  genannte  isolirte  Vorkommen  von 
Popiläny  .■in  der  Winda  auf  das  Vorhandensein  einer  Wasserstrasse  vom  nordöstlichen  Deutschland  aus  der 
Region  des  baltischen  Jura  her,  und  darauf  weist  auch  das  häufige  Vorkommen  gewisser  Formen  im  russischen 
Jura  liin,  welche  in  der  Nordzone  der  mitteleuropäischen  Provinz  vorkommen,  in  Süddeutschland  und  im  ost- 
sudetischen  Jura  dagegen  fehlen  oder  sehr  selten  sind;  hierher  gehört  die  Gruppe  des  Stephanoceras  coronatum 
und  des  Belenuiites  exceniricus.  Wir  dürfen  also  die  alte  Ansicht  vollkommen  adoptiren,  dass  der  baltische  Jura 
mit  dem  russischen  in  Verbindung  war. 

Auf  eine  zweite  Communication  hat  wolil  Trautschold  zuerst  hingewiesen,  sie  führte  aus  dem  ober- 
schlesisch-polnischcn  Gebiete  nach  Iniierrussland;  dafür  spricht  eine  Reihe  von  Typen,  welche  theils  für  die 
Krakauer  Gegend,  theils  für  Czenstocbau  in  Polen,  theils  für  den  Brünuer  Jura  charakterisch  sind  und 
bei  Moskau  wiederkehren.  Hieher  g&h'övt  Trehmtula  pseudotrkjonella  Ty&Vit^ eh.,  welche  selir  innig  mit 
Terehratula  calear  Suess  aus  Baiin  verwandt  ist,^  Cosmuceras  Fuchsi  Neum.  von  Baiin  ist  nach  Teisseyre 
durch  eine  sehr  nahe  stehende  Form  in  den  Ornatenschichten  des  Gouvernements  Rjäsan  veitreten.  Peltoceras 
instabile  Uh lig  des  Brünner  Jura  hat  L  ah u  s  e n  in  derselben  Gegend  nachgewiesen,  und  nach  einer  mündlichen 
Mittheilung  von  Herrn  v.  Bukowsky  kömmt  die  Gruppe  des  Perisphindes  mosqumsis  bei  Czenstochau  in 
Polen  vor;  endlich  erinnere  ich  mich  bestimmt,  die  von  Lahuseu  aus  Tschnlkowo  als  PerispUndes  variahilis 
beschriebene  Form  von  Baiin  gesehen  zu  haben. 

Waren  demnach  Verbindungen  nach  beiden  Richtungen  hin  vorhanden,  so  bleibt  die  Frage  zu  erörtern 
übrig,  ob  wir  zwei  getrennte  Meeresstrassen  anzunehmen  haben,  oder  ein  weithin  offenes  Meer,  das  den  ganzen 
Raum  zwischen  dem  baltischen  Gebiete,  der  Gegend  von  Krakau  und  dem  Moskauer  Becken  überflutete.  Das 
Vorkommen  von  anstehendem  Gestein  gibt  uns  keinen  Aufschluss,  da  abgesehen  von  dem  Jura  an  der  Winda 
nielits  von  derartigen  Vorkommnissen  bekannt  ist,  es  mUsste  demnach  im  Fall  der  zweiten  Annahme  eine 
Sedimentdecke  von  ganz  enormer  Ausdehnung  denudirt  sein.  Allerdings  bildet  das  keine  Unmöglichkeit ;  weit 
schwerer  wiegen  dagegen  die  Beweise,  welche  der  Charakter  der  Fauna  liefert.  Die  russische  Jurafauna 
hat  entschieden  nordischen  Charakter,  auch  in  Gegenden,  die  weit  südlicher  liegen  als  die  Localitäten  des 
baltischen  Jura;  das  wäre  kaum  möglich,  wenn  eine  ganz  ungehinderte  Verbindung  vorhanden  gewesen  wäre. 
Sind  dagegen  nur  zwei  Meeresstrassen  von  massiger  Breite  und  zwischen  diesen  eine  bedeutende  Insel  vor- 
handen, dann  ist  es  sehr  wohl  verständlich,  dass  im  russischen  Becken  als  einem  nach  Norden  offenen  Theile 
des  borealen  Meeres  die  Temperatur  des  Wassers  kalt  genug  blieb,  um  den  nordischen  Faunencharakter 
hervortreten  zu  lassen. 

Nach  dem  Ende  der  Oxfordstufe  ändert  sich  das  Verhältniss  vollständig,  es  tritt  eine  durchaus 
abweichende  Entwicklung  der  Fauna  ein.  und  wenigstens  was  die  Ammoniten  anlangt,  können  nur  ganz  ver- 
einzelte Formen  genannt  werden,  welche  beiden  Gebieten  gemeinsam  sind.  Es  ist  keine  Möglichkeit  vorhanden, 
directe  Parallelen  mit  mitteleuropäischen  Ablagerungen  zu  ziehen,  und  ich  stimme  daher  ganz  mit  dem  Vorschlage 
Nikitin's  überein,  diese  höheren  Abtheilungen  imter  dem  Namen  der  Wolgastufe  zusammenzufassen,  die 
wir  ungefähr  den  oberen  Kimmeridge-  und  Tithoubildungen,  vielleicht  auch  dem  untersten  Neocom  des 
Westens  gleichstellen  können. 

Über  die  Ursachen  dieser  Abweichungen  nnd  der  fortschreitenden  Steigerung  ihres  Betrages  kann  kein 
Zweifel  herrschen,  wir  müssen  ihn  der  Absperrung  der  Verbindung  nach  Westen  zuschreiben,  mit  welcher  aller 
Wahrscheinlichkeit  nach  eine  Zunahme  des  Einflusses  der  kalten  nordischen  Gewässer  Hand  in  Hand  ging.  Ich 


1  Über  klimatische  Zonen,  vergl.  oben. 

2  Szajnocha,  die  Rrachiopodenfauna  der  Oolithe  von  Baiin  bei  Krakau.  Denkschriften  d.  k.  Akademie  der  Wissensch. 
in  Wien,  mathem.naturw.  Clasae,  1S79,  Bd.  11,  S.  i\,  Tat.  IV,  p.  5—7. 


Die  f/eograjMsrJie  Verhrcifiiiif/  dar  Juraformation.  87 

gehe  auf  diesen  Gegenstand  nicht  ein,  da  ich  denselben  sclion  früher  l)esprochen  halje  und  fasse  das  Ergebniss 
nur  in  wenigen  Worten  zusammen.  Mit  Beginn  der  Kellowaystufe  wird  das  russische  Recken  vom  Meere  über- 
flutet, eine  Verbindung  mit  Mitteleuropa  eröffnet,  und  das  neu  entstandene  Meer  grossentheils  von  hier  aus 
colonisirt.  Die  Fauna  stimmt  mit  der  mitteleuropäischen  nahe  überein,  erhält  aber  durch  die  Seltenheit  einiger, 
die  Häufigkeit  anderer  Formen  nordisches  Gepräge;  das  letztere  verstärkt  sich  in  den  Oxfordbildungen,  wo  die 
ersten  Aucelleii  auftreten,  aber  die  Verbindung  mit  dem  Westen  dauert  an;  dieselbe  wird  erst  mit  Ende  der 
Oxfordstufe  unterbrochen,  und  von  da  an  tritt  Divergenz  ein. 

So  deutlich  diese  GrundzUge  hervortreten,  so  viele  zweifelhafte  Punkte  sind  noch  in  den  Einzelheiten 
vorhanden,  die  namentlich  durch  die  wichtigen  Untersuchungen  von  Pawlow  in  der  Umgebung  von 
Ssimbirsk  aufgedeckt,  aber  auch  ihrer  Lösung  schon  entschieden  näher  gebracht  worden  sind.  Die  von  ihm 
beschriebenen  Localitäten,  weit  südöstlich  an  der  unteren  Wolga  gelegen,  scheinen  den  Schlüssel  für  das  Ver- 
ständniss  der  höheren  Juraschichten  Russlands  zu  bieten.  Wohl  sind  dieselben  schon  seit  längerer  Zeit 
bekannt, '  allein  die  früheren  Besucher  dieser  Gegend  hatten  nicht  hinreichende  Zeit  zur  genaueren  Feststellung 
der  Schichtfolge  in  ihren  Einzelheiten  gehabt. 

In  den  mächtigen  Thonen,  welche  hier  am  Wolgaufer  aufgeschlossen  sind,  liegen  im  oberen  Theile 
Inoceramus  aitceUa  Trautsch.  und  eine  Amraonitenfauna,  von  welcher  Lab usen  in  neuerer  Zeit  eine  Mono- 
graphie geliefert  hat.  *  Diese  Formen  gehören  der  unteren  Kreide  an,  doch  ist  es  vorläufig  noch  nicht  möglicli, 
das  Niveau  innerhalb  dieser  Abtheilung  festzustellen,  welchem  sie  entsprechen;  der  ganze  Charakter,  der 
manche  Anklänge  an  die  norddeutschen  Hilbildungen  und  an  den  Quader  desTeutoburgerwaldes  zeigt,  spricht 
daflir,  dass  wir  es  mit  oberem  Neocom  oder  mit  Aptien  zu  thun  haben.  In  tieferem  Niveau  folgt  dann  die 
Wolgastufe  Nikitin's  und  unter  dieser  die  tieferen  Jurabildungen  bis  herab  zu  den  Macrocephalenschicliten. 
Die  Reihenfolge  ist  nach  Pawlow  die  folgende: 

A.  Inocerameu-Schichten  von  Ssimbirsk.  (Neocom.) 

B.  Obere  Wolgastufe,  aj  mit  Oxynoticeras  catenulatum  Fisch.,  suhclipeiforme  Mitasch.,  Okostephanus 
SMW/tes  Trautsch.,  ZascAj^Mr/cMS  Trautsch.  h)  mit  Ox.ijnotkeras  catenulatum  Y\a eh.,  Olcostephanus  Okensis 
Orb.,  subditus  Trautsch. 

C.  Untere  Wolgastufe  mit  Perisphindes  viri/atas  Buch,  Quenstedti  RouiU.,  biplex  Sow.,  Belemnites 
magnißcus  Orb.,  absolutus   Fisch. 

D.  Hopliten-  und  Cycloten-Schichten  mit  HopUtes  pseudomutabUis  Lor.,  Eudoxus  Orb.,  Undorae 
Pawl,  Aspkioceras  Upanuii  Opp.,  Deald  Herb.,  loiigispiiium  Sow.,  meridionale  Gem.,  Cardioceras  aUernans 
Buch,  cf.  Kapffi  Opp. 

E.  Alternans-Schichten  mit  Cardioceras  aUernans  Buch.,  Aptychus  und  vielen  Bivalven,  darunter  die 
ersten  Aucellen. 

F.  Cordaten-Schichten  mit  Cardioceras  cordatum  Sow.,  tenuicostat um 'S ik.,  quadratoides 'Sik.,  Pe.ri- 
sphinctes plicatilis  Sow.,  Belemnites  Panderianus   Orb. 

F.  Kellowaystufe. 

Das  grosse  Interesse  dieses  Profiles  liegt  darin,  dass  hier  zwischen  den  Ablagerungen  mit  Cardioceras 
aUernans  und  denjenigen  mit  Perisphinctes  virgatus  eine  Sehichtgruppe  mit  einer  sonst  dem  russischen  Jura 
durchaus  fremden  Fauna  auftritt,  welche  aus  einer  Reihe  bezeichnender  Kimmeridgeammoniten  der  mittel- 
europäischen und  der  alpinen  Provinz  besteht.  Eine  Gliederung  dieser  Hoplitenschichten,  wie  sie  Pawlow  nennt, 
ist  noch  nicht  mit  voller  Sicherlieit  durchgeführt,  doch  iässt  sich  nach  dem  genannten  Autor  so  viel  erkennen, 


1  Trautschold,  der  luojerameutliou  von  Ssimbirsk.  BuUetius  de  la  societe  des  uaturalistes  de  Moscou  1850,  Vol.  I. 
Fossilien  von  hier  lagen  schon  L.  v.  Buch  vor. 

2  Lahusen,  über  Versteinerungen  aus  dem  Tlione  von  Ssimbirsk.  VerhandUmgen  der  Petersburger  mineralog.  Gesellsch. 
1879,  Ser.  II,  Bd.  9,  S.  33.  Besonders  auftalleud  ist  die  Ähnlichkeit  von  0!costepha)ius  progredicus  Lah.  mit  Ok.  Decheiü  Köm. 
und  Verwandten,  und  von  Ok.  discofalcatiis  Lah.  mit  Ok.  Phillipsi  Rom. 


88  M.  Neumayr. 

dass  die  Hopliten  vorwiegend  in  der  Oberregion,  die  Aspidoceren  in  der  Unterregion  liegen,  und  es  entspricht 
diese  Vergesellscbaftnng  und  Aufeinanderfolge  merkwürdiger  Weise  der  Gliederung  in  die  Scliiehteu  mit 
Ojrpelia  tenuilobata  und  in  solche  mit  Hoplites  Eudoxus,  wie  wir  sie  in  Westeuropa  in  der  Kimmeridgestufe 
finden.  Darnach  können  die  Hoplitenschichten  von  Ssimbirsk  als  die  westeuropäische  Kimmeridgestufe  in  ihrer 
Gesammtheit  oder  wenigstens  zum  grössten  Theil  ersetzend  betrachtet  werden. 

Eine  offene  Frage  bleibt  es  noch,  wie  in  anderen  Gegenden  Russlands,  wo  die  Hoplitenschichten  fehlen, 
und  der  Horizont  des  Canlioceras  alfemans  unmittelbar  unter  demjenigen  des  Perisphindis  virgatus  liegt,  die 
Kimmeridgestufe  vertreten  ist.  Da  Canlioceras  altcfiians  bei  Ssimbirsk  auch  noch  in  die  Hoplitenschichten 
hinaufreicht,  so  wird  es  dadurch  wahrscheinlich  gemacht,  dass  bei  Moskau,  in  Rjäsan  u.  s.  w.  eine  zusammen- 
hängende und  nicht  weiter  gegliederte  Bildung  mit  Carclioceras  alfemans  zeitlich  dem  obersten  Theil  der 
Oxfordstufe  und  der  Kimmeridgestufe  Westeiu-opa's  oder  den  Schichten  mit  Cardioceras  altenians  und  den 
Hoplitenschichten  zusammen,  wie  sie  bei  Ssimbirsk  auftreten,  entspricht.  Eine  Entscheidung  über  diese  Frage 
muss  natürlich  weiteren  Untersuchungen  vorbehalten  bleiljcu,  welche  die  Entwicklung  von  Ssimbirsk  mit 
derjenigen  im  centralen  Russland  in  Zusammenhang  bringen  werden. 

Von  grösster  Bedeutung  sind  die  Vorkommnisse  von  Ssimbirsk  für  die  Deutung  der  Wolgastufe;  da  die 
Virgatenschichten  über  dem  Lager  von  Hoplites  Eiidoxus  und  pseudonmtahUis  auftreten,  welche  für  den  oberen 
Theil  der  Kimmeridgestufe  chnrakteristisch  sind,  so  müssen  sie  bedeutend  jünger  sein,  als  man  in  der  Regel 
angenommen  hat,  und  namentlich  jünger,  als  sie  nach  meiner  früheren  Auffassung  sein  sollten.'  Wenn  auch 
noch  kein  ganz  sicheres  Urtheil  möglich  ist,  so  werden  sie  doch  wahrscheinlich  dem  unteren  Tithon,  dem 
Solenhofer  Schiefer  und  den  Portlandbildungen  entsprechen.  Wie  sich  dann  der  obere  Theil  der  Wolgastnfe 
mit  der  Hauptmasse  der  Aucellen,  mit  OxijnoUceras  catenidatiim  und  Olcostephanus  subditus  sich  stellen  werden, 
lässt  sich  noch  durchaus  nicht  entscheiden,  und  ebensowenig  lässt  sich  bestimmen,  wo  die  Grenze  zwischen 
Jura-  und  Kreideformation  gezogen  werden  muss.  Von  Mitteleuropa  her  ist  man  gewöhnt,  diese  beiden 
Formationen  oder  wenigstens  deren  marine  Vertreter  scharf  geschieden  zu  sehen,  aber  es  ist  kein  zwingender 
Grund  vorhanden,  warum  das  auch  in  Russland  so  sein  sollte.  In  den  Alpeu  ist  der  Übergang  ein  ganz  allmäliger, 
und  wenn  das  Studium  der  mesozoischen  Ablagerungen  von  diesem  Gebiete  ausgegangen  wäre,  so  hätte 
wohl  Niemand  daran  gedacht,  eine  derartige  Grenze  zwischen  dem  Kalk  und  dem  Cementmergel  der  Porte 
France  zu  ziehen.  Die  Möglichkeit,  dass  die  höchsten  Theile  der  Wolgastufe  schon  dem  untersten  Neocom  des 
Westens  entsprechen,  ist  durchaus  nicht  ausgeschlossen,  die  Entscheidung  darüber  ist  der  Zukunft  vorbehalten, 
für  den  Augenblick  ist  weder  nach  der  einen,  noch  nach  der  anderen  Richtung  ein  entscheidendes  Argument 
vorhanden. 

Wie  diese  Frage  auch  gelöst  werden  mag.  jedenfalls  ist  sodel  sicher,  dass  im  südöstlichen  Rnssland 
plötzlich  Anklänge  an  die  mitteleuropäische  Entwicklung  auftreten,  zu  einer  Zeit,  in  welcher  die  Verbindung 
nach  Westen  schon  vollständig  aufgehört  hatte.  Wir  werden  also  dadurch  auf  eine  Communication  in  anderer 
Richtung  hingewiesen,  und  zwar  kann  dieselbe  allen  Anzeichen  nach  nur  gegen  Süden  gerichtet  gewesen  sein. 
Darauf  deuten  auch  die  Vorkommnisse  von  Oreuburg,  deren  iiäiiügster  Ammonit,  Hoplites  Kirgiseiisis  Ovh. 
von  Pawlow  ganz  richtig  als  ein  von  den  übrigen  russischen  Formen  abweichender  und  mit  mittelenropäischcn 
Arten  verwandter  Tj'pus  bezeichnet  wird,  nnd  wo  überdies  auch  Aspidoceras  longispinum  auftritt.^  Es  wird 
dadurch  sehr  wahrsclieialleh,  dass  diese  Region  mit  der  kaukasischen  in  offener  Verbindung  war,  nnd  auch 
die  Ablagerungen  der  Halbinsel  Mangischlak  am  östlichen  Ufer  des  caspischen  Meeres,  von  welchen  früher 
gezeigt  wurde,  dass  sie  neben  vorwaltenden  mitteleuropäischen  Typen  auch  Aucellen  enthalten,^  machen  dies 
wahrscheinlich.  Dagegen  dürfte  westlich  vom  Kaukasus  ein  Festlandsrückeu  die  mitteleuropäisch  ent- 
wickelte Jurafauna  am   Donetz  von  der  innerrussischea  getrennt  haben,   da  der  Contrast  zwischen  beiden 


1  Neum.iyr,  OruateuUiou  vou  Tseliulkovvo  1.  c.  S.  333. 

2  A.  a.  0. 

3  Neumayr,  klimat.  Zonen  u.  s.  w.  S.  296. 


iJk  geof/rap/üschc  Vt;rhreitaiig  der  Jurafonnatio)!.  89 

ein  gauz  besouders  .ausgeprägter  ist,  und  naeli  dem  Charakter  der  Ablageruiigea  iu  Podolien  (vergl.  oben  8.  9) 
müssen  wir  für  diese  Gegend  dasselbe  annehmen. 

Nach  diesen  Auseinandersetzungen  liejit  das  Verliältniss  zwischen  der  Moskauer  Region  und  Mitteleuropa 
ziemlich  klar.  Während  des  Maximums  der  Meeresausbreitung  ist  die  Abgrenzung  zunächst  durch  die 
skandinavisch-finnische  Masse  gegeben,  mit  welcher  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  auch  der  nördliche  Theil 
der  jetzigen  Ostseeprovinzen  Russlands  veibunden  war.  Dann  folgt  eine  Meerestrasse,  deren  Lage  einerseits 
durch  das  westlichste  Auftreten  des  innerrussichen  Jura  bei  Smolensk'^  andererseits  durch  die  Vorkomm- 
nisse an  der  Winda  bezeichnet  ist.  Weiter  reihte  sich  eine  Insel  an,  die  in  ihrer  Lage  ungefähr  dem 
westrussischen  Landrücken  entsprecheu  mochte.  Dann  müssen  wir  wieder  eine  Wasserstrasse  annehmen, 
welche  den  polnischen  Jura  mit  dem  russischen  verbindet  und  sich  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  aus  der 
Gegend  von  Lublin  gegen  Osten  über  Pinsk  erstreckte.  Endlich  folgt  eine  lang  hin  von  West  nach  Ost  ausge- 
dehnte Insel,  deren  westliche  Hälfte  durch  die  podolische  Platte  und  den  awratinsclien  Landrücken  angedeutet 
ist,  und  sich  weiterhin  gegen  Osten  südlich  von  Kiew  vorbei  über  Charkow  vermuthlicli  bis  in  die  Nähe  der 
Wolga  zog. 

Ehe  wir  die  Grenzen  näher  untersuchen,  welche  festes  Land  dem  Moskauer  Jurabecken  in  anderer  Ricli- 
tung  gezogen  hat,  ist  es  nöthig,  diejenigen  Gegenden  zu  betrachten,  welche  Ablagerungen  von  verwandtem 
Charakter  beherbergen.  Bekanntlich  sind  es  die  nördlich  gelegenen  Regionen,  in  welchen  wir  einen  ganzen 
Kranz  von  Vorkommnissen  ähnlicher  Natur  finden.  Schon  im  europäischen  Russland  haben  die  oben  erwähnten 
Untersuchungen  von  Keyserling^  Juraablageningen  mit  zahlreichen  Aucellen  und  Moskauer  Ammoniten 
bis  in  die  Nähe  des  Eismeeres  nachgewiesen,  doch  finden  sich  unter  den  von  ihm  angeführten  Formen  auch 
einige,  die  eher  den  Typus  von  Kreideformen  an  sich  tragen,  z.  B.  Olcostephanus  iwJyptijchus  und  diptychus 
und  Oxynoticeras  Balduri.  Es  wird  näheren  stratigraphischen  Untersuchungen  vorbehalten  bleiben,  da«  Lager 
dieser  Formen  und  dessen  Verliältniss  zu  jenem  der  Aucellen  und  der  Jura-Ammoniten  festzustellen,  jedenfsxlls 
kann  es  uicht  auffallen,  dass  die  ersten  Recognoscivungen  in  diesem  Gebiete  noch  zu  keiner  scharfen  Abgren- 
zung geführt  haben,  nachdem  eine  solche  selbst  in  der  viel  untersuchten  Moskauer  Gegend  der  schwierigen 
Verhältnisse  wegen  noch  nicht  mit  Sicherheit  vorgenommen  werden  konnte. 

Etwas  zweifelhaft  ist  noch  die  Bedeutung  des  Ural;  seine  .Aufrichtung  erfolgte  in  vorjurass'scher  Zeit, 
und  in  seinen  südlichen  Ausläufern,  den  Mugodjaren,  liegen  Cenomanablagerungen  unmittelbar  auf  dem  alten 
Gebirge.-'  Weiter  uördlicli  dagegen  treten  bei  Kitschigina  nördlich  von  Troitzk  Juraablagerungen  übergreifend 
auf  Kohlenkalk  und  alten  Massengesteinen*  auf,  und  es  darf  daraus  geschlossen  werden,  dass  wenigstens  ein 
Theil  des  Gebietes  vom  Jurameere  bedeckt  war,  zumal  die  Juraf;iuna  östlich  und  westlich  von  dem  Gebirge 
sehr  ähnlichen  Charakter  zeigt,  was  bei  dem  ^■orhandensein  einer  mehr  als  300  Meilen  langen,  nordsUdlich 
verlaufenden  Festlandsscheide  schwer  verstiuidlicl)  wäre.  Trotzdem  wäre  es  wohl  zu  gewagt,  auf  ein  isolirtes 
Vorkommen  hin  die  Überflutung  des  ganzen  Gebirges  anzunehmen,  und  ich  habe  demnacli  auf  der  Karte  den 
nördlichen  Theil  des  Ural  als  Insel  dargestellt. 

Ostlich  vom  Ural  begegnet  uns  zunächst  Jura  im  Wogulenlande;  Hochstetter  und  Toulahaben  auf 
ilirer  Reise  nach  dem  Ural  in  Petropawlowsk  eine  grosse  und  schöne  Sammlung  von  Ammoniten  gesehen,  welche 
175  Werst  nördlich  von  der  Stadt  gesammelt  worden  waren  und  einzelne  Exemplare,  darunter  OJcostejjhanus 
subditus  von  dort  mitgebracht.  \on  da  an  scheint  die  Formation  durch  das  ganze  riesige  Ländergebiet  der 
sibirischen  Niederung  bis  jenseits  der  Lena  vorhanden  zu  sein,  doch  ist  <las,  was  wir  von  dort  kennen,  sehr 
wenig.  Das  Land  ist  grossentheils  von  jungen  Bildungen  bedeckt  und  nur  an  den  Ufern  der  tiefeinschneidenden 
Flüsse  bietet  sich  stellenweise  Gelegenheit  zur  Beobachtung.  Berücksichtigt  man  noch  die  grossen  Schwierig- 
keiten der  Reisen  und  des  Transportes  von  Sammlungen  in  jenen  wenig  erforschten  Gegenden,  so  kann  das 


1  Trautschold.  Nomenclator  pal.  der  jur.  Form.  1.  c.  357. 

2  A.  a.  0. 

ä  Suess,  das  Antlitz  der  Erde.  I.  S.  641. 

*)  Karpinsky,  geologische  Karte  des  Ostabhanges  des  Ural.  Peteraburg  1884. 

Denkschriften  der  mathetn.-naturw.CI.  L.  Bd  .  12 


90  M.  Neuniayr. 

geringe  Maass  uuserer  Keuutnisse  iiieht  Wunder  uehinen.  Aus  dem  Wassergebiete  des  Obi  brachte 
Strajewsky^  eine  Anzahl  von  Jurafossilien  mit;  auf  der  Preobraschenjeinsel  an  der  Einmündung  der 
Cbatunga  ins  Eismeer  fand  Nordenskiöld  unter  75°  nördl.  Breite  einen  Belemniten,  welcher  nach  Lundgren 
am  meisten  Ähnlichkeit  mit  Bei.  giganteus,  ferner  mit  der  Gruppe  des  Bei.  Puzosianus  und  mugnißcus  zeigt, 
welch'  letztere  im  Moskauer  Jura  verbreitet  vorkömmt.  ^  Weiter  kennen  wir  namentlich  durch  die  Untersu- 
chungen von  Middendorf  und  Fr.  Schmidt  Juraablagerungen  aus  dem  Taimyrlande,  von  den  Ufern  des 
Jenissei,  des  Olenek  und  der  Lena.* 

In  der  Region  des  Eismeeres  hat  Nordenskiöld  auf  Novaja  Semlja  eine  ziemlich  reiche  Jurafauna, 
darunter  Cardiocevas  altermtns  gesammelt,*  noch  weit  höher  im  Norden  hat  Leigh  Smith  an  der  Küste  des 
Franz  Josephs-Landes  Belemniten  gefunden,  welche  als  der  Oxfordstufe  angehörig  gedeutet  wurden,^ 
und  Lieutenant  Anjou  hat  Ammoniten  von  den  neusibirischen  Inseln  mitgebracht. 

Diese  Daten  reichen  vollständig  zur  Bestätigung  der  Annahme  hin,  dass  die  ganze  sibirische  Niederung 
und  das  angrenzende  Eismeer  zur  Jurazeit  unter  Wasser  war;  schwieriger  gestaltet  sich  dagegen  die  Frage,  wo 
die  Grenzen  dieses  Meeres  im  Süden  zu  suchen  sind.  Im  russischen  Amurgebiete  und  im  südlichen  Theile  von 
Ostsibirien  treten  die  bekannten  kohlenflihrenden  Jurabildungen  mit  Landpflauzen  auf,  deren  an  Coniferen 
reiche  Flora  Heer  beschrieben  hat;  stellenweise  sind  diese  Ablagerungen  von  marinen  Molluskenresten 
begleitet,  die  nicht  mit  Sicherheit  bestimmt  werden  konnten, ''  und  wir  müssen  daher  hier  die  Südgrenze  des 
Jurameeres  suchen;  auch  der  Altai  enthält  keine  Juraablagerungen,"  das  Ufer  muss  daher  an  seinem  nörd- 
lichen Fusse  vorübergelaufeu  sein.  Der  Continent,  dessen  nördliche  Küste  wir  hier  berührt  haben,  war  offenbar 
von  bedeutendem  Umfang,  da  in  ganz  China,  Hinterindien  und  der  malayischen  Inselwelt  der  Jura  entweder 
fehlt  oder  nur  durch  Binnenbild  ungeu  mit  Kohlen  vertreten  ist. 

Auch  im  Thianschan  spielen  Juraablagerungen  mit  Landpflanzen  und  Kohlenflötzen  eine  wichtige  Rolle 
und  wir  haben  über  dieselben  namentlich  durch  die  Untersuchungen  von  Muschketoff  und  Romanowsky 
sehr  wichtige  Aufschlüsse  erhalten;*  ausser  den  schon  verütfentlichten  Daten  steht  mir  eine  ausserordentlich 
interessante  briefliche  Mittheilung  zur  Verfügung,  welche  Herr  Muschketoff  mir  zuzusenden  die  Güte  hatte, 
sowie  eine  Karte,  in  welcher  die  ein/elneu  Juravorkommuisse  von  ihm  eingezeichnet  sind. 

Die  Verbreitung  des  Jura  ist  hier  eine  sehr  bedeutende,  und  es  ist  ja  bekanntlich  jetzt  ftir  die  angebliehen 
Vulkane  des  Thianschan  (mit  Ausnahme  desjenigen  von  Beschan)  durch  Muschketoff  nachgewiesen  worden, 
dass  die  betreffenden  Angaben  nur  auf  die  Erscheinungen  an  brennenden  Flötzen  von  Jurakohle  zurückzuführen 
sind.  Im  östlichen  Thianschan  sind  Turfan,  Urumtsi  und  andere  als  kohlenführende  Localitäten  bekannt,  im 


1  L.  V.  Buch,  Beiträge  zur  Bestimmaug  der  Geblrgsformation  in  Russland.  S.  104. 

2  Luudgren,  om  eu  Belemuit  fnln  Preobraschenie-ör.  Oversigt  af  Vetenskaps- Akademiens-Förhandlinger.  1881. 
Nr.  7,  S.  3. 

3  Middendorf,  Reise  in  den  äussersten  Norden  und  Osten  Sibiriens.  Bd.  I,  Tlieil  I,  1848,  S.  203,  211,  251.  Bd.  IV, 
1867,  S.  300.  —  Fr.  Schmidt,  wissenächaftliche  Resultate  der  zur  Aufsuchung  eines  Mammuthcadavers  von  der  k.  Akad. 
der  Wissensch.  an  den  unteren  Jeuissei  ausgesandteu  Expedition.  Memoires  de  l'acadeinie  imperiale  des  scieuces  de  St. 
Pötersbourg,  Ser.  VII.,  Vol.  18,  Heft  I,  1S72.  —  Fr.  Schmidt,  über  die  Gattung  Lopatiui.i  und  einige  andere  Petrefacten  aus 
den  mesozoischen  Schichten  am  unterem  Jenissei.  Verhandlungen  der  Petersburger  mineralog.  Gesellschaft,  S6r.  II,  Bd.  7, 
1872,  S.  279. 

■»  Tullberg,  über  Versteinerungen  Nowaja-Semlja's.  Bihang  tili  Sveuska  Vetenskaps-Akademiens-Handlingar,  Bd.  6. 

5  Markham,  the  voyage  of  the  Eira  and  Mr.  Leigh  Smith's  arctic  discoveries  in  1880.  Proceedings  of  the  royal 
geographica!  society  1881.  S.  135. 

0  Heer,  Flora  fossilis  arctica  Bd.  IV,  1877.  Beiträge  zur  Juraflora  Ostsibiriens  und  des  Amurlandes. 

'  Cotta,  der  Altai,  sein  geologischer  Bau  und  seine  Erzlagerstätten. 

8  Muschketoff,  kurzer  Bericht  über  eine  Reise  im  Thianschan  im  .Tahre  1875.  Schriften  der  Petersburger  mineralog. 
Gesellschaft.  ls75.  (Rassisch.)  —  Romanowsky,  geologisclie  und  paläontologische  Übersicht  des  nordwestlichen  Thianschan 
und  des  südöstlichen  Theiles  der  Niederung  vonTuraa.  Materialien  zarGeologie  vonTurkestau.  Lief.I.  1,S80.  —  Romauowsk  y, 
historische  Geologie  und  paläontologischer  Charakter  der  Sedimente  des  westlichen  Tiiianschiin  und  der  turanischen  Niede- 
rung. Ebenda,  Lief.3,  1884.  (Rassisch.)  —  Milaschewitseh,  über  turkestanische  Liaspflauzen.  Berichte  der  Gesellschaft  für 
Natarwiäseaschaftea,  der  Authrop jlogie,  Ethaographit;.  Moskau,  BI.  VIII. 


Die  geograpliiscjie  Vcrhreifvtig  der  Jurqformatiop.  91 

westlichen  Theile  des  Gebirges  zieht  sich  eine  grosse  Anzahl  von  A^orkomnmissen  aus  der  Gegend  der  Stadt 
Turkestan  bis  östlich  von  Kuldseba  etwa  vom  69°  bis  83°  östlich  von  Greenwich.  Eine  weitere  Gruppe 
ähnlicher  Gesteine  liegt  südlich  und  südwestlich  von  Kokan  und  östlich  von  Samarkand. 

Allein  nicht  die  ganze  centralasiatische  Eegion  entbehrt  der  marinen  Juraablagerungen,  und  wenn  solche 
bisher  auch  nur  von  wenigen  Localitäten  bekannt  sind,  so  genügen  diese  Daten  doch,  um  wenigstens  annähernd 
ein  Bild  der  dortigen  Verhältnisse  zu  geben.  Jurabelemniten  sind  von  Regel  im  Borochorogebirge  und 
im  Tagaliuskischen  Rücken  gefunden  worden,*  und  es  deutet  diess  zunächt  an,  dass  zwischen  den  Binnen- 
regionen des  westliclien  Tbianschau  und  jenen  des  Bogdo-Oola,  von  Turfan  und  Urumtsi  eine  Meeresstrasse 
nach  Süden  reichte.  Weitere  Juravorkommnisse  finden  sich  im  Pani  i  r,  und  zwar  namentlich  in  der  Schlucht  des 
Kisilart  und  in  der  nördlich  davon  gelegenen  Sa- Aalai-Kette ,  doch  reichen  sie  nicht  weiter  nach  Norden. 
Wohl  sind  die  Fossilien,  welche  sich  hier  finden,  nicht  sehr  charakteristisch;  es  sind  neue  oder  nicht  ganz  sicher 
bestimmbare  Arten  der  Gattungen  Lima,  Spoiuhjlus,  Thraa'a,  Pecten,  Mijoconcha  und  Nen'topsis,  doch  stimmt  der 
ganze  Habitus  der  Fauna  gut  zu  jurassischem  Alter,  und  da  die  Ablagerungen  von  Kreidebildungen  überlagert 
werden,  so  ist  wohl  die  Deutung  von  Rom  anowsky  ausserordentlieh  wahrscheinlich.  Endlich  sind  braune  Kalke 
mit  Belemniten  von  Stoliczka  am  Karakorumpasse  gefunden  worden.^ 

Romanowsky  folgert  aus  den  vorhandenen  Daten,  dass  zur  Jurazeit  ein  Festland  vorhanden  war,  dessen 
Umfang  er  in  folgender  Weise  angibt:  Im  Westen  reichte  dasselbe  bis  an  das  westliche  Ufer  des  Aralseesund 
bis  an  den  Ural,  im  Norden  bis  in  den  südlichsten  Theil  Westsibiriens,  wo  das  Kuznitzkisehe  Becken 
ebenfalls  Binnenentwicklung  zeigt;  im  Süden  endlich  würde  die  Sa-Alai-Kette  des  Pamir  die  Grenze 
bezeichnen. 

Es  muss  als  sehr  wahrscheinlich  betrachtet  werden,  dass  die  marinen  Juraablagerungen  des  Pamir  mit 
denjenigen  des  Karakorum  und  des  Borochorogebirges  im  Zusammenhang  standen,  und  es  wäre  sonach,  ledig- 
lich nach  der  geographischen  Coufiguration,  die  Annahme  naheliegend,  dass  das  ganze  Tarimbecken  damals 
ebenfalls  vom  Meere  bedeckt  war;  ein  unmittelbarer  Anhaltspunkt  hiefür  ist  allerdings  insoferne  nicht  gegeben, 
als  Juraablagerungen  von  hier  noch  nicht  bekannt  sind,  doch  ist  auch  kein  Grund  gegen  deren  Vorhandensein 
unter  den  jüngeren  Bildungen  gegeben.  Dagegen  müssen  wir  den  Kwenlün  als  ein  entschieden  älteres  Gebirge 
betrachten,  das  vom  Jnrameere  nicht  überfluthet  war,  und  dasselbe  gilt  von  der  krystallinischen  Kette  des 
Himalaya;  zwischen  beiden  aber  befand  sich  ein  Meeresbecken,  aus  welchem  sich  die  überaus  ammoniten- 
reichen  Ablagerungen  der  Spitishales  niedergeschlagen  haben. 

Diese  Juraablagerungen  auf  der  nordöstlichen  Seite  des  Himalaya  und  in  Tibet  bilden  einen  höchst  merk- 
würdigen Ausläufer  des  nordischen  Jura,  mit  dem  sie  wahrscheinlich  in  der  Gegend  des  Karakorumpasses  in 
Verbindung  standen.  Ich  habe  schon  früher  theils  nach  den  Untersuchungen  von  Waagen,'  theils  nach  eigenen 
Beobachtungen  auf  die  borealen  Beziehungen  der  Fauna  der  Spitishales  hingewiesen,*  diese  Ansicht  ist  durch 
Teisseyre  neuerdings  bestätigt  worden,^  und  daher  kann  jedenfalls  das  Vorhandensein  einer  Verbindung 
nach  Norden  mit  Sicherheit  gefolgert  werden. 

Die  Fauna  des  Jnra  im  Himalaya  ist  namentlich  durch  Oppel,^  ferner  durch  Blanford '  bekannt  geworden, 
dagegen  wissen  wir  noch  sehr  wenig  über  eine  Gliederung  der  dortigen  Ablagerungen.  Stoliczka®  hat  für  ein 
beschränktes  Gebiet  folgende  Reihenfolge  gegeben: 


1  Regel,  Gartenflora  Deutschlands,  Russlands  und  der  Schweiz.  Reiseberichte  1879. 

"  Scientific  lesults  of  the  second  Yarkand  missiun;  based  upon  the  collections  and  notes  of  the  late  Stoliczka, 
Geology  by  Blanford,  Calcutta.  1879. 

3  Waagen,  Jurassic  fauna  of  Cutch,  1.  c.  S.  238. 

*  Neumayr,  Oruateuthone  von  Tsohulkowo  und  die  Stellung  des  russischen  Jura.  Benecke's  geognostisch-paläontol. 
Beiträge,  Bd.  U.  —  Über  klimatische  Zonen  u.  s.  w.,  1.  c. 

^  Teisseyre,  Ornatenthone  des  Gouvernements  Rjäsan.  I.e. 

^  Oppel,  paläontologisclie  Mittheiluugen. 

7  Blanford  inStrachey,  Paläontology  ofNiti. 

8  Stoliczka,  in  Mömoires  of  the  geological  Survey  of  India  1865,  Bd.  V,  S.  1 — 154, 

12» 


92  M.  Neumayr. 

1.  Gieumal  Sandstone,  hat  bisher  nur  Bivalven  geliefert. 

2.  Spitishales,  deren  Fauna  eingebender  besprochen  werden  soll. 

3.  Shaly  limestoue  mit  Belemnites  und  Posidonomya  ornata,  eine  nur  local  aui'tretende  Bildung. 

4.  Upper  Tagung,  zum  Lias  gerechnet;   mit  Ammoniies  cf.  macrocephalm  und  Gastropoden,  einzelnen 
Bivalven  und  BracLiopodeu,  von  denen  einige  mit  Formen  der  alpinen  Hierlatzschichten  identificirt  werden. 

5.  Tagung  limestone  (Khätisch). 

Der  Tagling  limestone,  der  schon  zur  Trias  gerechnet  wird,  kann  uns  hier  nicht  beschäftigen;  die  oberen 
Taglingsehichten  sind  dagegen  um  so  wichtiger,  als  dieselben  dem  Lias  angehören  sollen,  von  welchem,  abge- 
sehen von  diesem  einen  Punkte,  in  ganz  Asien  östlich  vom  Kaukasus  noch  keine  Spur  geiundeu  worden  ist.  In 
der  Tliat  kann  ich  die  Deutung  von  Stoliczka  dem  Vorkommen  eines  Macrocephalen  gegenüber  nicht  als 
berechtigt  ansehen.  Die  in  der  sogenannten  Hierlatzfacies  entwickelten  Ablagerungen  zeigen  gerade  in  ihren 
Gastropoden  und  Brachiopoden  selbst  bei  ziemlich  weit  verschiedenem  Alter  auffallende  Ähnlichkeit,  und  da 
man  zur  Zeit  der  Publication  der  betretfeudtn  Arbeit  von  Stoliczka  derartige  Bildungen  nur  aus  dem  Lias 
kannte,  so  erscheint  es  ganz  uatürlicli,  dass  er  auf  solche  in  die  Augen  springende  Charaktere  grossen  Werth 
legte.  Seitdem  hat  man  das  Auftreten  derselben  Facies  in  anderen  Horizonten  kennen  gelert,  und  ich  möchte 
dabei  an  einen  sehr  lehrreichen  Fall  erinnern.  Im  Jahre  1878  kam  nach  Wien  an  die  geologische  Eeichsanstalt 
aus  dem  karpathischen  Klippeuzug  von  einer  Localität  in  der  Nähe  von  Neumarkt  in  Galizien  eine  für  die 
Karpathen  durchaus  neue,  vorwiegend  aus  Gastrojjoden,  Bivalven  und  Brachiopoden  bestehende  Jurafauna,  bei 
deren  erstem  Anblicke  Niemand  daran  zweifelte,  dass  man  es  mit  echten  Hierlatzschichten  zu  thun  habe ;  allein 
dabei  waren  einige  kleine  Ammoniten  vom  Typus  der  Kellowayfauna,  und  darauf  hin  stellte  Uhlig  diese 
Ablagerungen  auch  wirklich  in  die  Kellowaystufe,  so  unerhört  für  diese  auch  die  ganze  Vergesellschaftung  der 
Gattungen  erscheinen  mochte.  Spätere  Funde  bestätigten  diese  Annahme  vollständig,  indem  eine  ganze  Reihe 
von  Ammoniten  desselben  Alters  in  jener  Schicht  gefunden  wurde.^  So  möchte  ich  annehmen,  dass  wir  bei  dem 
oberen  Tagling  vor  einem  ähnlichen  Verhältnisse  stehen,  und  dass  das  Vorkommen  eines  Macrocephalen  von 
grösserer  Bedeutung  ist,  als  die  Ähnlichkeit  der  Gastropoden  u.  s.  w. 

Die  Gieumalsandsteine  und  der  Kalk  mit  Posidonomya  ornata  können  bei  ihrer  sehr  dürftigen  Fauna  kaum 
in  Betracht  kommen,  und  wir  haben  daher  nur  die  Spitishales  eingehender  zu  besprechen.  Eine  Gliederung 
derselben  in  einzelne  Horizonte  ist  noch  nicht  durchgeführt,  und  wir  müssen  uns  darauf  beschränken,  die 
Beziehungen  der  einzelnen  Arten  näher  ins  Auge  zu  fassen.  Schon  Oppel  hat  hervorgehoben,  dass,  wenn  auch 
keine  Art  in  Europa  sich  identisch  wiederfindet,  doch  eine  Anzahl  derselben  auffallend  an  Kellowaytypen 
erinnert.  Von  solchen  Formen  sind  zu  nennen: 

Cosmoceras  Cautleyi  Opp.  (l.  c.  Tab.  78,  Fig.  2,  Cosmoceras  Sömmeringi  Opp. 

non  Fig.  1).  Perisphindes  Sabineanus  Opp. 

„  Theodorii  Opp.  (1.  c.  Tab.  78,  Fig.  3  Peltoceras  Buprechti  Opp. 

non  Tab.  83,  Fig.  2).  Belemnites  Gerardi  Opp. 

An  Fonnen  aus  oberem  Oxford  oder  unterem  Kimmeridge  in  Europa  schliesst  sich  an: 

Oppelia  Lymani  Opp. 

Mit  Formen  aus  oberem  Tithon  und  unterem  Neocom  schliessen  sich  an : 

Hoplites  Theodorii  Opp.  (Tab.  83,  Fig.  2).  Olcostephanus  Groteanus  Opp. 

„        Mörikeanus  Opp.  „  Cautleyi   Opp.  (Tab.  1^,   Fig.  1, 

Olcostephanus  Schenki  Opp.  j  non  Fig.  2.) 


'  Uhlig,  Beiträge  zur  Kenntnisi  der  Juraformation  in  den  k;irpathischen  Klippen.  Jahrbuch  der  geolog.  Reichsanstalt 
1878.  S.  6il.  —  Über  die  Fauna  des  rothen  Kellowaykalkes  der  penninischen  Klippe  Babieszcwka  hei  Neumarkt  in  West- 
galizien.  Ebenda  1881,  S.  381. 


Die  geographische  Verhreifvng  dei'  Jurafoyniatiov.  93 

Mit  dem  Jura  vonCutch  in  Indien  haben  die  Spitishales  nach  Waagen  folgende  Arten  gemein  '  (das  Niveau, 
das  sie  in  Cutch  einnehmen^  ist  in  Klammern  beigefügt): 

Bekmnites  Gerardi  Opp.  (Oberes  Kelloway  und     '  Stejjhanoceras  Nepalense  Qiysüj  (Oxford). 


unteres  Oxford). 

Stephanoceras  Maya  Sow.  (Oxford). 


Perisphindes  frequens  Opp.  (Untertithon). 
Harpoceras  KoheUi  Opp.  (Kimmeridgej. 


In  erster  Linie  geht  aus  diesen  Daten  hervor,  dass  in  den  Spitishales  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  der 
ganze  obere  Jura  vertreten  ist;  in  zweiter  Linie  machen  sich  neben  vorherrschenden  Anklängen  an  die 
boreale  Provinz  auch  einige  Annäherungen  an  Mitteleuropa,  vrenn  auch  nur  schwach,  geltend;  endlich  darf 
aus  dem  Vorkommen  von  fünf  identischen  Arten  auf  das  Vorhandensein  einer  Meeresverbindung  nach  Süden 
geschlossen  werden,  doch  müssen  wir  aus  der  überaus  kleinen  Zahl  gemeinsamer  Formen  bei  sehr  geringer 
Entfernung  schliessen,  dass  dieselbe  eine  überaus  beschränkte  war;^  auch  das  allerdings  ausserordentlich 
seltene  Auftreten  eines  Lytocems  in  den  Spitishales  (Lyloceras  exoticmn  Opp.)  weist  auf  eine  derartige  Verbin- 
dung hin.* 

Es  knüpft  sich  daran  die  wichtige  Frage  nach  der  Verbreitung  von  Wiisser  und  F.and  in  jenen  Reginnen 
wir  gehen  aber  für  den  Augenblick  nicht  auf  diesen  Punkt  ein,  auf  den  wir  bei  Besprechung  der  in  Asien 
auftretenden  Juraablagerungen  von  nördlich  gemässigtem  und  tropischem  Typus  zurückkommen  werden. 

Wenden  wir  uns  vom  asiatischen  Festlande  nach  Nordosten,  so  ünden  wir  auf  den  aleutischen 
Inseln  sehr  fossilreiche  Schichten,  welche  Eichwald*  als  dem  Gault  und  Neocom  entsprechend  gedeutet 
hat,  und  deren  Fauna  wir  etwas  ins  Auge  fassen  müssen.  Unter  den  zahlreichen  Muscheln  und  Schnecken 
ist  nur  das  Vorkommen  von  Aucellen  von  Bedeutung,  eingehendere  Besprechung  erfordern  die  Cephalo- 
poden. 

Belemniies  pisiilliformis  erinnert  in  der  äusseren  Form  sehr  an  die  bekannte  Art  des  europäischen  Neocom, 
weicht  aber  durch  seine  lauge  Furche  sehr  entschieden  von  derselben  ab. 

Belemnites  sicarius,  inaequilateralis  und  conformis  gehören  der  im  russischen  Jura  so  verbreiteten  Gruppe 
der  Excentrici  an. 

Ammonites  Doroschim,  ein  Olcostephamis,  über  den  ich  mir  kein  bestimmtes  Urtheil  erlaube,  der  aber  in 
Nikitin's  Wolgastufe  seine  nächsten  Verwandten  haben  dürfte. 

Ammonites  Dutempleanus,  Milletianus,  nach  den  Abbildungen  kaum  deutbar,  doch  stimmen  diese  letzteren 
nicht  zu  den  europäischen  Typen. 

Ammonites  Carteroni,  Tab.  VlI,  Fig.  5,  nicht  deutbar,  Taf  X,  Fig.  1,  dürfte  ein  Stephanoceras  aus  der 
Gruppe  der  Bullaten  sein. 

Ammonites  IscJimae  kann  ich  nicht  beurtheilen. 

Ammonites  Astierianus,  Taf.  VIII,  ist  jedenfalls  mit  Olcostephanus  Antierianus  Orb.  nahe  verwandt,  noch 
näher  scheint  er  dem  Olc. psilostoma  Neum.  et  Uhl.  aus  dem  norddeutschen  Hils  zu  stehen.  —  Tab.  IX,  Fig.  1, 
gehört  einer  ganz  anderen  Gruppe  an,  und  scheint  mit  Hteplianoceras  Loganianum  Whiteaves  von  Charlotte- 
Island  vielleicht  auch  mit  der  von  Lahuseu  '  als  Cosmoceras  Gowerianum  aus  den  Kelloway bildungen  von 
Tschulkowo  im  Gouvernement  Rjäsan  abgebildeten  Form  identisch. 


1  Waagen,  1.  c.  S.  237. 

'  Waagen  I.  c. 

■^  Die  Fauna  der  Spitishale(<  kann  keineswegs  als  eine  typisciiboieale  betiachtet  werden,  sondern  als  die  Bevölkerung 
eines  Beckens,  das  von  Norden  aus  besiedelt  wurde,  dann  aber  unter  dem  Einflüsse  relativer  Abgeselilossenheit  und  eines 
der  südlichen  Lage  entsprechenden  warmen  Klimas  eine  sehr  selbststäudige  Entwicklung  genommen  hat. 

*  Eich  wald,  geognostisch-paläontologische  Bemerkungen  über  die  Halbinsel  Maugischlak  und  die  aleutischen  Inseln. 
Petersburg  1881. 

'  Die  Fauna  der  jurassischen  Bildungen  des  rjäsanschen  Gouvernements.  Petersburg.  M6moires  du  comite  geologique. 
Vol.  I.  Nr.  1,  Tab.  VI.,  Fig.  5  —  7   (uon  Fig.  8). 


94  M.  Neumayr. 

Diese  Betrachtung  ergibt  jedenfalls,  dass  auf  den  Aleuten  mehrere  verschiedene  Horizonte  vorhanden,  und 
dass  unter  den  Fossilien  namentlich  Juratypen  von  nordischer  Verwandtschaft  vertreten  sind;  vermuthlich  sind 
Kellowayablageuingen  und  Schichten  der  Wolgastufe  dort  zu  finden. 

Wir  betreten  das  amerikanische  Festland  und  begegnen  hier  auf  Alaska  Vorkommnissen,  welche  eine 
Fortsetzung  der  aleutischen  zu  bilden  scheinen.  Grewiuck  hat  sich  der  überaus  mühsamen  Sichtung  der  von 
dort  erhaltenen  Angaben  und  Sammlungen  unterzogen. '  Unter  den  Fossilien  findet  sich  Ammonites  hiphx,  wohl 
unzweifelhaft  ein  Perisj)]/ indes  des  oberen  Jura,  den  Eichwald  wohl  mit  Unrecht  mit  Ohostephanns  Milletianus 
Orb.  aus  dem  Aptien  vereinigt  hat.  Ammonites  Wosnessenshji  ist  eine  neue,  zu  Olcostephanus  gehörige  Art. 
Ferner  werden  Belemm'tes  paxiUostis  und  Unio  liasinus  citirt,  doch  möchte  ich  ^daraus  noch  nicht  auf  das 
Vorhandensein  von  Lias  schliessen,  zumal  da  zur  Zeit  der  Besprechung  die  Gruppe  des  Bei.  excentricus,  die 
manche  ähnliche  Formen  bietet,  noch  nicht  hinreichend  bekannt  war. 

Nachrichten  über  höchst  interessante  Juravorkommnisse  im  höchsten  Norden  von  Amerika  verdanken  wir 
den  kühneu  Polai fahrten  M'Clintock's,  dessen  Materialien  von  Houghton  beschrieben  worden  sind. ^  Die 
Hauptmasse  des  arktisch-amerikanischen  Archipels  bilden  archaische  und  paläozoische  Ablagerungen,  welche 
eine  Fortsetzung  der  den  nordöstlichen  Theil  des  Continentes  bildenden  alten  Masse  darstellen.  Hoch  im  Norden, 
zwischen  76°  und  78°,  haben  sich  jedoch  an  einigen  Stellen  transgredirend  aufliegende  Partien  von  Jura  auf 
Prinz  Patrick's-Insel,  Bathurst-Insel  und  Exmouth-Insel  (nördlich  von  Grinnell-Land)  gefunden. 
Von  besonderer  Wichtigkeit  ist  der  Fundort  an  der  Wilkie-Spitze,  Prinz  Patrick's-Land,  unter  76°  20'  nördlicher 
Breite  und  117°  20'  westlicher  Länge;  es  sind  Knochenreste,  vielleicht  von  einem  Ichthyosaurus  stammend, 
einige  Gastropodeusteinkerne,  eine  Avkula  {Monotis  septentrionalis  Houghton)  und  Ammonites  M Clintocki. 
Die  letztere  Artist  ein  typisches  Harpoceras,  und  wird  von  Houghton  mit  Harp.  concamm  in  nächste  Beziehung 
gebracht;  damit  stimmt  aber  der  Mündungsquerschnitt  und  speciell  der  Nabelabfall  nicht  überein.  Die  Form 
scheint  aus  Europa  noch  niclit  bekannt,  hat  aber  nach  den  Abgüssen  der  Originale,  die  ich  der  Freundlichkeit 
von  Herrn  Sollas  in  Dublin  verdanke,  ihre  nächsten  Verwandten  vermuthlich  im  unteren  Theile  des  mittleren 
Jura,  nicht  im  Lias.  (Vgl.  den  paläontolog.  Anbang.) 

Minder  bestimmt  sind  die  Angaben  über  die  anderen  Punkte  des  arktisch-amerikanischen  Archipels;  von 
hier  werden  nur  Enalosaurierknochen  genannt,  und  dieselben  als  Hasisch  gedeutet;  dass  das  Vorkommen 
solcher  Knochen  an  sich  über  das  Alter  nichts  entscheidet,  braucht  kaum  eingehender  hervorgehoben  zu  werden, 
aber  allerdings  erlangt  dasselbe  dadurch  einiges  Gewicht,  dass  an  der  Wilkie-Spitze  solche  Reste  mit 
Harpoceras M' Clintocki  zusammen  vorkommen;  immerhin  muss  man  sich  daran  erinnern,  dass  nach  Dräsche 
die  Ichthyosaurierreste  auf  Spitzbergen  nicht  im  Jura,  sondern  in  der  Trias  liegen. 

Ehe  wir  die  polaren  Juravorkommnisse  weiter  nach  Osten  verfolgen,  müssen  wir  uns  hier  mit  zwei  weiter 
südlich  gelegenen  Localitäten  von  arktischem  Typus  beschäftigen,  welche  sich  in  Nordamerika  befinden.  Die 
eine  derselben  liegt  in  den  Black  Hills  von  Dakota,  von  wo  Cardioceras,  ein  Belemnit  aus  der  Gruppe  der 
Excentrici,  sowie  verschiedene  Muscheln  von  geringerer  Bedeutung  beschrieben  worden  sind.  Ich  gehe  nicht 
näher  auf  diesen  Gegenstand  ein,  da  ich  bei  einer  früheren  Gelegenheit  die  betreffenden  Daten  mitgetheilt  habe. ' 
Die  Fauna  ist  eine  rein  boreale,  und  aus  deren  Charakter  kann  mit  Sicherheit  darauf  geschlossen  werden,  dass 
das  arktische  Meer  hierher  gereicht  habe;  der  Umfang  und  die  Abgrenzung  dieses  Beckens  wird  weiter  unten 


1  G  rew in ck,  Beitrag- zur  Kenntniss  der  orographischen  und  geognostischen  Beschaifenheit  der  Nordwestküste  Amerika'» 
mit  den  angrenzenden  Inseln.  Verhandlungen  der  Petersburger  mineralogischen  Gesellschaft  1848 — 49. 

2  M'Clintuck,  Reminiscences  of  arctic  ice-travel  in  search  of  Sir  John  Fianklin  and  his  Companions.  With  geolo- 
gical  notes  and  illustrations  by  Houghton.  Journal  of  the  Royal  Dublin  Society.  Vol.  I,  1858.  S.  239.  ff.  —  M'Clintock, 
a  narrative  of  the  discovery  of  the  late  of  Sir  John  Franklin  and  his  comp;inions.  London  1859.  Geological  account  of  the 
arctic  Archipelago  by  Houghton,  S.  372.  Vergl.  auch  Feilden  and  deRance,  Geology  of  the  coasts  of  the  arctic  lands 
visited  by  the  bite  british  Expedition  under  Capitain  Sir  George  Nares.  Quarterly  Journal  of  the  geolog.  Society.  1878. 
S.  556. 

3  Kewton  and  Jenney,  Report  on  the  geology  aud  the  resources  of  the  Black  Hills  of  Dakota.  Washington  1880.  — 
Neumayr,  über  klimatische  Zonen  während  der  Juin-  und  Kreidezeit.  Diese  Denkschriften,  Bd.  47.  S.  302. 


Die  geographischi'  Verhreifwicj  (h-r  Juraformation.  95 

im  Zusammenliange  mit  den  ausserboiealen  Juravorkommnisseii  Novdamerika's  bes-pvochen  werden,  da  wir  die 
nothwendigeu  Daten  für  die  Beurtheilung  dieser  Verhältnisse  noch  nicht  kennen  gelernt  haben. 

Einer  etwas  eingehenderen  Besprechung  bedürfen  die  Ablagerungen,  welche  unter  53°  nördlicher  Breite 
auf  Charlotte-Island  an  der  nordamerikanischen  Westküste  auftreten.  Dieselben  sind  durch  eine  wichtige 
Arbeit  von  Whiteaves  im  Jahre  1876  näher  bekannt  geworden,  und  ich  hatte  aus  diesen  Miftheilungen 
geschlossen,  dass  dort  Jura  und  obere  Kreide  vertreten  seien,  und  dass  die  Ablagerungen  des  ersteren  eine 
Misclifauna  von  borealen  und  nördlich  gemässigten  Typen  enthalten.  In  der  Zwischenzeit  ist  eine  neue  und 
eingehendere  Darstellung  von  Whiteaves  erschienen,  welche  über  die  Lagerungsverhältnisse  einigen  Auf- 
scliluss  gibt,  und  in  welcher  die  sämmtlichen  in  Frage  stehenden  Bildungen  von  Charlotte  Island,  ferner  der 
Jura  der  Black  Hills  in  Dakota,  und  die  gesammteu  Aucellen  führenden  Schichten  Russlands  zur  Kreide  gestellt 
werden.  ' 

Die  Schichtfolge  wird  nach  den  Untersuchungen  von  Dr.  6.  M.  Dawson  mitgetheilt,  und  zeigt  mehrere 
Abtheilungen : 

1.  Obere  Schiefer  mit  Inoceramus  problematicus. 

2.  Versteinerungslose  Conglomerate. 

3.  Untere  Schiefer,  das  Hauptlager  der  Fossilien. 

4.  Versteinerungsleere  Agglomerate. 

5.  Unterer  Sandstein  mit  Ammonites  cf.  Bequienianus  Orb.,  ScJdoenbachia  propinqua  Wliit.,  Nemodon 
Fischeri  u.  s.  w. 

Wir  wenden  uns  zunächst  der  unter.sten  Abtheilung  zu;  ist  die  Fauna  derselben  in  der  That  eine 
cretacische,  und  ist  die  Lagerung  der  Schiebten  richtig  aufgefasst,  so  würde  damit  allerdings  die  Frage  so 
gut  wie  entschieden  sein.  Über  die  Lagerung  muss  ich  mich  jeder  Ansicht  vorläufig  enthalten,  was  aber 
den  Charakter  der  Fossilien  anlangt,  so  ist  die  Frage  eine  schwierige.  Ammonites  cf.  Requieniatius  kann 
überhaupt  gar  nichts  entscheiden,  es  ist  nach  der  Darstellung  von  Whiteaves  ein  schlecht  erhaltener 
Steinkern  mit  scharfer  Externseite,  keilförmigem  Muudungsquerschnitt,  engem  Nabel  und  glatten  Flanken, 
dessen  Loben  nicht  sichtbar  siml,  und  man  könnte  denselben  eben  so  gut  mit  einer  Form  des  mittleren  Jura, 
z.B.  Oxi/noticerasStauffense  Opp.  oder  mit  Ox.cateimlatum  Orb.  als  mit  einer  Kreideart  vergleichen.  Schloenbachia 
propinqua  ist  noch  nicht  abgebildet,  und  nach  einer  Beschreibung  ein  Urtheil  zu  fallen  ist  schwierig,  selbst 
wenn  dieselbe,  wie  es  hier  der  Fall  zu  sein  scheint,  gut  ist.  Nur  soviel  möchte  ich  hervorheben,  dass  die 
Angabe  von  dem  Vorhandensein  eines  gekerbten  Kieles  in  der  Jugend  weit  mehr  an  ein  oberjurassisches 
Cardioceras  als  an  eine  cretacische  Schloenbachia  erinnert.  Nemodon  Fischeri  Orb.  ist  eine  aus  den  Oxford- 
schichten des  Moskauer  Jura  beschriebene  Art;  von  anderen  Arten  dieser  Schicht  ist  Oxytoma  mucronata  aus 
dem  Jura  der  Black  Hills  zuerst  bekannt  geworden,  ebenso  Pleuromija  subcompressa;  die  übrigen  liier  vor- 
kommenden Muscheln  sind  ohne  Bedeutung. 

Wir  erhalten  also  durch  die  Betrachtung  der  unteren  Sandsteine  keinen  bestimmten  Aufschluss;  wenden 
wir  uns  nun  zu  den  unteren  Schiefern  und  ihrer  artenreichen  Fauna,  so  finden  wir  in  dieser  Elemente  vereinigt, 
die  gesondert  betrachtet  werden  müssen. 

In  erster  Linie  seilen  wir  Formen,  die  anderwärts  der  Kelloway-  oder  Oxfordstufe  angehören,  oder 
solchen  so  nahe  stehen,  dass  sie  nicht  wohl  ein  wesentlich  verschiedenes  Alter  haben  können;  es  sind  das: 

Pleuromya  subcompressa  Meek. 

Nemodon  Fischeri  Orb. 

Trigonia  intermedia  Fahrenkohl 


Stephanoceras  L'Hjaniaiium  Wh. 

„  oblatum  Wh. 

„  cepoides  Wh. 

Belemnites  densus  Meek. 


Oxytoma  mucroncttum  Meek. 


1  Whiteaves,  geological  siirvey  of  Canada  Vol.  I,  pait  \.  On  some  invertebrates  from  the  coal-bearing  rocks  of  Queen 
Charlotte  Island.  1879.  part  a,  On  the  fossils  of  the  coal-bearing  deposits  of  the  Queen  Charlotte  Island,  collested  by  Dr. 
Dawson  in  1878.  1884.  —  Whiteaves,  on  ths  lowsr  Cretaceous  rocks  of  British  Columbia.  Transactions  of  the  royal  society 
of  Canada.  Sect.  IV,  1882.  S.  81.  —  Neümayr,  klimatische  Zonen,  1.  e.  S.  303. 


96  M.  Neumayr. 

Von  diesen  Arten  ist  Steph.  Loganianiim  selir  nalie  mit  Sfeph.  redelohatum  v.  Hauer  aus  dem  unteren 
Baflionien  verwandt,  noch  näher  mit  einem  von  Pawlow  in  den  Macroeeplialenscliicliten  von  .Ssimbirslc 
gesammelten  Ammoniten,  sowie  mit  der  von  Labusen  aus  Tscbiilkowo  als  Cosmoceras  Gowerianum  angeführten 
Form,  endlich  mit  der  durch  Eicbwald  von  den  Aleuten  als  Ammonites  Astierianus  (1.  c.  Tab.  IX,  Fig.  1)  ab- 
gebildeten Art.'  Steph.  oblatum  ist  ein  entschiedener  Macrocepbale,  Steph.  cepohJeH  ein  Bullate,  mithin  sind  die 
drei  Ammoniten  sehr  cliarakteristische  T.ypen.  Dazu  werden  sieh  wohl  noeli  Periqihindes  Carlotteiisis  Wli.  und 
Stephanocems  Bichurdsoni  gesellen  lassen,  doeli  ist  ihr  Typus  uicht  entschieden  genug,  um  eine  bestimmte 
Ansicht  zu  gestatten.  Nemodon  Fischen  und  Trigonia  intermedia  sind  Moskauer  Typen,  die  übrigen  Arten  der 
Liste  sind  zuerst  aus  den  Oxfordschichten  von  Dakota  beschrieben  worden. 

Von  Formen,  die  auf  ein  höheres  Juraniveau  hinweisen,  ist  nur  Perisphinctes  Skidegatensis  zu  nennen. 

Endlich  ist  eine  grosse  Anzahl  typischer  Kreidearten  vorhanden,  deren  Aufzählung  hier  eben  so  wenig 
nothwendig  erscheint  als  diejenige  der  rein  localen  Typen. 

Diese  Zusammensetzung  der  Fauna  muss  sehr  ernsthafte  Bedenken  gegen  die  Angabe  wachrufen,  dass 
alle  diese  Arten  in  ein  und  demselben  Niveau  liegen.  Lägen  Formen  vor,  die  sonst  den  obersten  Jura  und  die 
unterste  Kreide  charakterisiren,  so  wäre  es  kaum  berechtigt,  gegen  die  geologischen  Daten  Einwendungen  zu 
erheben;  so  aber  sind  es  ganz  vorwiegend  tiefere  Horizonte  des  oberen  Jura,  auf  welche  die  jurassischen  Typen 
hinweisen,  wälirend  unter  den  cretacischen  Formen  alle  Anklänge  an  Neocom  und  Aptien  fehlen  und  kein  Fossil 
auf  tieferes  Niveau  als  den  unteren  Gault  deutet.  Schon  dadurch  wird  es  wenig  wahrscheinlich,  dass  alle  Fossilien 
der  unteren  Schiefer  ein  und  demselben  Niveau  angehören,  allein  auch  die  geologischen  Angaben  enthalten 
genügende  Anhaltspunkte  für  einen  solclien  Schluss.  An  den  meisten  Localitiiten  enthalten  die  unteren  Schiefer 
nach  den  Angaben  von  G.  M.  Dawson  eine  reine  Kreidefauua,  und  nur  au  einigen  Punkten  sind  die  juras- 
sischen Typen  mit  cretacischen  gemischt  gefunden  worden.  Ein  solches  Verhiiltniss  beweist  mit  Sicherheit, 
dass  eine  Gliederung  in  mehrere  Horizonte  möglich  ist,  und  wenn  diese  einmal  durchgeführt  sein  wird,  wird 
sich  auch  ergeben,  dass  die  Fossilien  des  Gault  und  der  Unterregion  des  oberen  Jura  hier  so  wenig  wie  ander- 
wärts in  ein  und  demselben  Horizonte  liegen. 

Eine  eigenthiimliche  Schwierigkeit  bietet  nur  noch  das  Auftreten  der  Aucellen ;  im  Jahre  1875  fand 
G.  M.  Dawson  auf  Vancouver-Island  Aucellen  zusammen  mit  einer  Fauna,  die  von  Whiteaves  als  dem 
oberen  Neocom  angehörig  bezeiclmet  wird;  eine  Ansicht,  die  viel  Wahrscheinlichkeit  für  sich  hat.  Da 
nun  Aucellen  auch  von  Gabb  aus  der  der  Kreideformation  angehörigen  Shastagruppe  Californiens 
angeführt  werden,  so  betrachtet  Whiteaves  geradezu  alle  Aucellenscbichten,  auch  diejenigen  Russlands,  als 
Neocom. 

Eine  solche  Verallgemeinerung  ist  sicher  nicht  richtig;  Aucellen  finden  sicli  in  Russland  schon  in  den 
Schichten  mit  Cardioceras  cordatum  und  kommen  von  da  an  bis  liinauf  in  die  Ablagerungen  mit  Oicostephanus 
subditus  vor,'  die  möglicherweise  sclion  dem  Neocom  entsprechen,  man  kann  also  nicht  von  einem  eng  begrenzten 
Aucellenhorizont  sprechen,  wenn  diese  Muscheln  auch  an  den  meisten  Punkten  Russlands  in  den  hölieren 
Horizonten  am  häufigsten  sind.  Sobald  man  berücksichtigt,  dass  die  Aucellen  in  einer  Anzahl  nicht  eben  leicht 
von  einander  zu  unterscheidender  Arten  durch  eine  grosse  Sehichtreihe  hindurchreiciien,  ist  die  Schwierigkeit 
gehoben,  die  sich  hier  zu  bieten  scheint,  mag  nun  die  Aucella  Piochii  in  Californien  und  Columbien  im  oberen 
Jura  oder  im  Neocom  vorkommen.  Für  das  Auftreten  des  letzteren  Horizontes  auf  Cliarlotte-Island  fehlen 
jedenfalls  bis  jetzt  alle  Anhaltspunkte.  Unter  diesen  Umständen  dürfen  wir  es  als  sehr  wahrscheinlich  bezeich- 
nen, dass  hier  typische  Juraablagerungen  von  nordischem  Gepräge  vorkommen.^ 


1  Vgl.  oben  S.  37. 

-  Vgl.  Pawlow,  uotions  sur  le  systöme  jurassique  de  l'Est  de  la  Rii33ie.  Bulletins  de  la  soci6t6  gÄologique  de  France 
1881,  S^r.  3,  Vol.  12,  S.  691.  —  Quenstedt  bildet  eine  Äucella  impre.isae  aus  den  tiefsten  Lagen  des  weissen  Jura  Würt- 
tembergs ab. 

3  In  der  Zwischenzeit  hat  sich  auch  White  (American  Journal  Bd.  XXtX,  März  1885,  S.  228)  in  entschiedener  Weise 
gegen  die  Verallgemeiaeraugeu  von  Whiteaves  ausgesproshcu.  (Anm.  während  der  Corr.) 


Die  qeofjrd'plihche  Verhreifung  der  .Tiirafonuatioit.  97 

Wir  kehren  zur  Betrachtung  der  Polarregiou  zurück,  iiiiierlialli  welcher  wir  zuletzt  die  Vorkommnisse  des 
amerikanisfhen  Nordarchipels  betrachtet  liabeu. 

Au  der  grönländischen  Ostküste  hat  Payer  bei  der  zweiten  deutscheu  Nordpolexpeditiou  auf  der 
Kuhniusel  Jurafossilien  gesammelt,  welche  durch  Toula  beschrieben  worden  sind;  es  fand  sich  eine  ober- 
jurassische Perisphinctenform  {Per.  Payeri),  einige  Belemniten,  welche  mit  Moskauer  Arten  überein- 
stimmen, Aucellen,  eine  Goniomya  und  einige  andere  Muscheln.  Ausserdem  enthielt  ein  anderes  Gestein 
eine  Bhyncltonella,  welche  wahrscheinlich  mit  Bit.  ßssicostata  Suess  aus  den  Kössener  Schichten  der  Alpen 
Übereinstimmt  und  uns  vielleicht  eine  Andeutung  über  das  Vorkommen  dieses  obersten  Triashorizoutes  in 
den  Polarregionen  gibt. ' 

Seit  längerer  Zeit  bekannt  sind  die  Juravorkommnisse  auf  Spitzbergen,  welche  ebenfalls  in  dem  Auf- 
treten von  Aucellen  und  Cardioceras  den  borealen  Charakter  in  ausgezeichneter  Weise  an  sich  tragen;  von 
anderen  Fossilien  ist  noch  ein  Perisphindes  zu  nennen,  der  mit  Per.  tripJicatus  verglichen  wurde.*  Die  Ichthyo- 
saurierreste aus  Spitzbergen^,  welche  mau  ebenfalls  als*  jurassisch  betrachtet  hat,  gehören  nach  Dräsche  der 
Trias  an.* 

Die  bisher  erwähnten  Juravorkommnisse  bilden  einen  weiten  Kranz  rings  um  den  Pol,  das  letzte  Glied 
desselben  scheinen  die  wenigstens  ihrer  Marinfauna  nach  noch  wenig  bekannten  Ablagerungen  auf  Andö,  der 
nördlichsten  unter  den  Lofoteninseln  zu  liilden."'  Hier  treten  Kohlenlager  mit  Landpflauzen  auf,  welche  von 
Heer  untersucht  worden  sind  und  mit  denjenigen  von  Ostsibirien  und  dem  Amurlande  sowie  von  Cliina  und 
Japan  grosse  Verwandtschaft  zeigen.  Es  ist  das  eine  Thatsache  von  hervorragender  Bedeutung  tür  die  Beur- 
theilung  der  Verbreitung  festen  Landes;  sie  beweist,  dass  von  der  norwegischen  Küste  bis  zum  stillen  Ocean 
ein  zusamn)enhängendes  Florengebiet  vorhanden  war.  Die  marinen  Couchylien,  welche  auf  Andö  gefunden 
wurden,  sind  von  Dahll,  Kjerulf  und  C.  Mayer  untersucht  worden;  letzterer,  welchem  einige  Belemniten 
und  die  Photographieen  der  allerdings  wenig  cbarakteiistischen  Muscheln  vorlagen,  identifieirt  dieselben  mit 
Formen  des  unteren  Dogger,  speciell  mit  solchen  aus  der  Zone  des  Harpoceras  Murchisonae,  während  Dahll 
und  Kjerulf  in  denselben  Oxfordtypen  sehen,  eine  Ansicht,  die  mir  nach  dem  Charakter  der  von  Kjerulf 
abgebildeten  Ammoniten  und  der  Gryphaea  dilatuta,  sowie  nach  dem  von  ihm  angefllhrten  Vorkommen  von 


'  Toula,  kurze  Übersicht  der  geolog.  Beschaffenheit  von  Ostgröuland  zwischen  73°  und  70°  növdl.  Br.  Verhandlungen 
der  geolog.  Reichsanstalt  1872.  S.  71.  —  Toula,  Beschreibung  inesozoisclier  Versteinerungen  von  der  Knhninsel.  Reisewerk 
der  zweiten  deutschen  Nordpolexpedition,  Bd.  II,  S.  497. 

2  Nordenskiöld,  sketch  of  the  geology  of  Spitzbergen,  Stockholm  18C8.  —  Lindström,  Trias-  och  Juraförsteniugar 
frän  Spitzbergen.  Svenska  Vetenskaps- Akademien»  handlingar  186.5.  Bd.  VI,  Nr.ü.  —  Fraas,  Neues  Jahrbuch  1872,  S.203.  — 
Lundgren,  Bemerkungen  über  die  von  der  schwedischen  Expedition  nach  Spitzbergen  1882  gesammelten  .Tum-  und  Trias  - 
l'ossilien.  Bihang  tili  Svenska  Vetenskaps-Akademiens  haudlinger  Bd.  VIU,  Nr.  12,  1883. 

3  Hulke,  Memorandum  on  some  fossil  Vertebrate  remains  coüected  by  the  Swedish  expeditions  to  Spitzbergen.  Bihaug 
tili  Svenska  Vedenskaps-Akademiens  Handlingar.  1872/73.  I.  Heft  1.. 

*  Dräsche,  petrogi-aphisch- geologische  Beobachtungen  an  der  Westküste  Spitzbergens.  Tscherraak's  mineralogische 
Mittheilungen,  187-1,  S.  isi,  201. 

5  T. Dahll,  oni  Finmarkens  üeologi.  Videnskaps-Selskabets  i  Christiania  Forhaudlingar  l868,S.213.  — Kjerul  1',  Stenriget 
och  fjeldlaeren.  Kristiania  1870.  —  Pettersen,  Lofoten  och  Vestraalen;  Archiv  for  Mathematik  og  Naturvidenskab  udgivet  af 
Lie,  Müller  og  Sars.  Kristiania  1S80.  —  Heer,  Flora  fossilis  avctica,  Bd.  IV,  1877.  Übei-  Pflanzeuversteinerungen  von  Andö. 
Mayer  führt  in  dem  letzten  Werke  Pecten  disciformis,  Iimcernmns  aimiydaloides'^,  Lima  subdiiplimfa,  Askirte  excivata,  Behmnitex 
ßJdinciUci  und  brevifoniiis  an.  Die  mei.sten  der  genannten  Mu.scheln  .sind  sehr  indifferente  Formeu,  die  sehr  ähnlich  auch  im  Mos- 
kauer Jura  vorkommen;  speciell  wäre  zu  untersuchen,  ob //(u<;e/«/H/(.<  ((mygduhides  nicht  ameAnceUa  ist,  deren  Vorkommen  auf  Andö 
Dahll  anführt;  auch  ein  Vergleich  der  Belemniten  mit  den  russischen  Typen  w<äre  wünschenswerth.  Die  von  Kjerulf  (I.e. 
S.  274)  mitgetheiltcn  Holzschnitte  von  Fossilien  sprechen  eher  für  ein  jüngeres  Alter:  die  glatten  Kammmuscheln  sind  wenig 
entscheidend;  seine  G/7//<;«(ert  rfZ/utote  als  unrichtig  bestimmt  zu  betrachten,  kann  ich  mich  nicht  eutschliessen.  Die  Ammoniten 
sind  schlecht  erhalten,  aber  soviel  lässt  sich  mit  Sicherheit  sagen,  dass  aus  dem  untereu  Dogger  keine  derartigen  Formen  bekannt 
sind.  Fig.  330  stellt  ein  grosses,  evolutes  Exemplar  mit  einzelnen  groben  Rippen  auf  der  Wohnkammer  und  mit  herabhän- 
gendem Nahtlobus  dar,  was  sehr  gut  auf  Perisphinctes  plicatilis  und  Verwamlte  passt.  Fig.  331  scheint  ebenfalls  ein  Pertsphinctes 
za  sein,  doch  ist  hier  die  Deutung  weit  unsicherer.  Im  Ganzen  möchte  ich  mich  eher  der  Ansiclit  auschliesseu,  dass  Oxford 
vorliegt. 

DeukschriftüU  Jor  matheol.-naturw.  Gl.   L.  Bd.  I  o 


98  M.  Netimayr. 

Aucellen  jedenfalls  plausibler  erscheint.  Die  Ammouiten  scheinen  zwar  schlecht  erhalten,  doch  dürfte  eine  ein- 
gehendere Untersuchung  derselben  die  rorhandenen  Zweifel  lösen. 

Werfen  wir  einen  Blick  auf  den  Charakter  der  nordischen  Juraablagerungen,  so  finden  wir,  abgesehen  von 
den  schon  bei  einer  früheren  Gelegenheit  besprochenen  Provinzcharakteren,  als  eine  wichtige  Eigenthümlichkeit, 
dass,  soweit  unsere  Erfahrungen  reichen,  die  tiefsten  Glieder  der  Formation  überall  fehlen.  Aus  der  an  der 
grönländischen  Ostküste  gefundenen  Rhynchonella  ßssicostata  kann  vielleicht  auf  eine  Vertretung  der  obersten 
Trias  (rliätisclie  Stufe)  geschlossen  werden,  wenn  es  auch  bedenklich  erscheinen  mag,  aus  einem  vereinzelten 
Brachiopodenvorkommen  eine  solche  Folgerung  abzuleiten.  Jedenfalls  aber  ist  nichts  von  Ablagerungen  bekannt, 
welche  mit  Sicherheit  dem  Li;is  zugetheilt  werden  könnten,  die  ältesten  Vorkommnisse,  diejenigen  von  Prinz 
Patrik's-Land,  verweisen  wahrscheinlich  auf  unteren  Dogger.  Soweit  demnach  unsere  Erfiihrungen  reichen, 
würde  in  der  ganzen  ungeheuren  arktischen  Provinz  rings  um  den  Pol,  in  ganz  Innerrussland,  in  Sibirien  und 
bis  nach  Tibet  eine  Transgression  des  Meeres  stattfinden,  welche  ungefähr  mit  dem  mittleren  Jura  beginnt  und 
ihr  Maximum  mit  der  Oxfordstufe  erreicht.  Allerdings  ist  unsere  Kenntniss  jenes  gewaltigen  Ländergebietes 
noch  viel  zu  gering,  um  das  vollständige  Fehlen  des  Lias  wirklich  zu  behaupten ,  ja  es  ist  mir  persönlich 
wahrscheinlich,  dass  man  noch  ältere  Jurabildungen  finden  wird,  aber  bis  jetzt  sind  sie  nicht  bekannt,  und 
jedenfalls  ist  für  einen  grossen  Theil  des  Gebietes  das  Stattfinden  einer  solchen  Transgression  nachgewiesen. 

Der  zweite  Punkt  von  Bedeutung  ist,  dass  wie  in  Russland,  so  auch  in  den  übrigen  arktischen  Regionen 
eine  specifische  Übereinstimmung  von  Formen  aus  jüngeren  Ablagerungen  als  Oxford  mit  mitteleuropäischen 
Typen  nicht  stattfindet.  Es  ist  das  namentlich  von  Wichtigkeit  für  den  Versuch,  die  Verhältnisse  auf  der 
Grenze  zwischen  der  arktischen  und  der  nördlich  gemässigten  Zone  festzustellen.  Wir  haben  bereits  für  die 
Region  von  der  unteren  Wolga  bis  nach  Skandinavien  die  Vertheilung  von  Wasser  und  Land  besprochen,  und 
gesehen,  dass  zur  Kelloway-  und  Oxfordzeit  eine  Reihe  von  Inseln  vorbanden  war,  welche  beide  Becken 
trennte,  während  sich  vorher  und  nachher  eine  zusammenhängende  Festlandsmasse  von  der  Wolga  bis  Skan- 
dinavien erstreckte.  Da  auch  weiter  westlich  die  zoogeographischen  Verhältnisse  dieselben  waren,  so  müssen 
wir  auch  hier  eine  Trennung  durch  Festland  zwischen  dem  Nord-  und  dem  Südmeere  annehmen,  die  nur  zur 
Oxfordzeit  theilweise  vom  Meere  überfluthet  war. 

Den  ersten  Fingerzeig  liefert  uns  der  Jura  auf  Audö;  wir  haben  hier  eine  Comltination  von  Kohlenflötzen, 
Landpflanzen  und  Meeresmollusken,  welche  auf  die  Nähe  der  Küste,  und  zwar  der  Südküste  des  Nordmeeres 
hinweist.  Die  südlicheren  Theile  der  Lofoten  sind  Bruchstücke  jenes  Festlandes.  Weitere  Spuren  desselben 
haben  wir  oben  bei  Besprechung  des  Jura  am  Rande  der  schottischen  Hochlande  und  auf  den  inneren 
Hebriden  gefunden ;  schon  aus  der  Vertheilung  der  Sedimente,  aus  der  Zunahme  der  Kohlen  und  Landpflanzen 
führenden  Scliichten  gegen  Norden  und  der  Abnahme  der  marinen  Vorkommnisse  in  derselben  Richtung  konnte 
auf  die  Existenz  eines  grossen  nordwärts  vorliegenden  Continentes  geschlossen  werden,  und  wir  sehen  diese 
Folgerungen  durch  Beobachtungen  auf  ganz  anderem  Gebiete,  über  die  Verbreitung  der  marinen  Organismen 
bestätigt.  Aller  Wahrscheinlichkeit  nach  bilden  die  Shetlandsinseln  ein  Überbleibsel  jenes  Landes,  das  sich 
von  Norwegen  aus  hierher  erstreckte.  Schon  früher  wurde  darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  stellenweise  in 
Schottland  die  Oxfordschichten  transgrediren  und  in  ihrer  Fauna  subarktischen  Charakter  zeigen,  und  mau 
wird  daraus  auf  eine  zeitweilige  Meeresverhindung  an  dieser  Stelle  schliessen  dürfen. 

Gegen  Westen  muss  dieses  Festland  mit  Nordamerika  in  Verbindung  gestanden  sein,  oder  es  kann 
wenigstens  nur  eine  geringe  Unterbrechung  zwischen  beiden  stattgefunden  haben;  es  ist  bekannt,  dass 
im  ganzen  Gebiete  zwischen  den  Black  Hills  von  Dakota,  dem  Golfe  von  Florida,  dem  Eismeere  und  dem 
atlantischen  Ocean  keine  Spur  von  marinem  Jura,  wohl  aber  Binnenablagerungen  mit  Resten  von  Wirbelthiereu 
bekannt  sind.  Über  die  Einzelheiten  der  Abgrenzung  des  westlichen  Tiieiles  dieses  Continentes  gegen  Westen 
und  Süden  wird  später  die  Rede  sein ;  gegen  Norden  muss  dieselbe  natürlich  südlich  von  Patrick's-Land  und 
Grinnell-Land  gelegen  haben,  und  es  ist  nicht  wahrscheinlich,  dass  die  Bildungen  auf  diesen  Inseln  unmittelbar 
in  der  Nähe  der  Küste  abgelagert  worden  seien.  Die  Strandlinie  dürfte  zwischen  90°  und  140°  westl.  von 
Greenwich   ungefähr  da  verlaufen  sein,    wo  heute  die  Grenze  zwischen  dem  amerikanischen  Continent  und 


Die  geographische  Verbreitung  der  Juraformation.  99 

dem  arktischen  Archipel  sich  befindet.  Berücksichtigen  wir  ferner,  dass  Grönland  an  seiner  Ostkliste  Jura 
zeigt,  dass  seine  Hauptmasse  aus  uralten  Gesteinen  besteht,  seine  ziemlich  bekannte  Westküste  dagegen  ver- 
schiedene Binnenablageruiigen,  aber  keinen  marinen  Jura  zeigt,  so  kömmt  man  zu  dem  Resultate,  dass  der 
Sund  zwischen  Batfinsland  und  Grönland  nicht  existirte,  sondern  beide  zusammen  eine  nach  Norden  vor- 
springende Halbinsel  des  amerikanischen  Continentes  bildeten. 

VI.  Der  alpine  Jura. 

Über  das  Verhältniss  des  alpinen  zum  ausseralpinen  Jura,  über  die  wesentlichen  Unterschiede  zwischen 
beiden  und  über  die  Ursachen  dieser  Abweichungen  habe  ich  mieli  in  dem  früher  angeführten  Aufsatze  aus- 
gesprochen; es  entsteht  jedoch  die  Frage,  ob  klimatische  Verschiedenheiten,  welchen  ich  die  Differenzen 
zugeschrieben  habe,  zur  Erklärung  ausreichen,  oder  ob,  wie  an  der  Grenze  zwischen  mitteleuropäischem  und 
russischem  Becken,  noch  ausserdem  eine  Trennung  durch  zwischenlagcrndes  Festland  angenommen 
werden  soll.  Ich  habe  mich  schon  bei  früheren  Anlässen  gegen  eine  solche  Annahme  ausgesprochen  und 
namentlich  darauf  hingewiesen,  dass  in  manchen  Gegenden,  z.  B.  in  Mähren,  die  einander  sehr  nahe  gelegenen 
alpinen  und  ausseralpinen  Juraablagerungen  von  gleichem  Alter  auffallende  Übereinstimmung  in  ihrer  Fauna 
zeigen  und  nur  das  Vorkommen  der  specifisch  alpinen  Formen  einen  Unterschied  bedingt. '  Allerdings  ist  dieser 
Grund,  wenn  auch  wichtig,  doch  nicht  entscheidend,  da  immerhin  die  Möglichkeit  nicht  ausgeschlossen 
erscheint,  dass  gerade  an  einzelnen  derartigen  Stellen,  an  welchen  die  Ablagerungen  beider  Bildungsräume 
sich  nähern,  eine  Meeresstrasse  zwischen  denselben  vorhanden  war.  Auch  die  Unwahrscheinlichkeit,  welche 
in  der  Annahme  einer  langen,  schmalen,  vom  Dniester  bis  nach  Frankreich,  vielleicht  bis  nach  Portugal  sich 
erstreckenden  Insel  liegt,  verdient  zwar  alle  Berücksichtigung,  aber  sie  schliesst  keine  Unmöglichkeit  in  sich. 
Dagegen  liefert  der  Faunencharakter  sichere  Beweise  gegen  das  Vorhandensein  eines  solchen  Landstriches 
während  der  Jurazeit;  wäre  der  Unterschied  zwischen  alpiner  und  ausseralpiner  Entwicklung  ganz  oder  tlieil- 
weise  durch  zwischenliegendes  Festland  bedingt,  so  müsste  sich  derselbe  im  Verlaufe  der  Zeit  steigera,  wir 
milssten  erwarten,  dass  gleichaltrige  und  isopische  Faunen  aus  dem  Lias  einander  noch  verhältnissmässig  nahe 
stehen,  während  sie  sich  im  oberen  Jura  im  schärfsten  Gegensatze  zu  einander  befinden  müssten.  Das  ist  that- 
sächlich  nicht  der  Fall;  ob  wir  Arieten-  oder  Tenuilobatenschichten  mit  einander  vergleichen,  immer  ist  unter 
den  Ammnniten  eine  beträchtliche  Artenzahl  gemeinsam,  und  nur  einzelne  Formengruppen  halten  sich  ganz 
oder  wenigstens  der  Hauptsache  nach  an  die  eine  oder  die  andere  llegion. 

Kann  nach  dem  Charakter  der  Fauna  ein  trennendes  Festland  nicht  vorhanden  gewesen  sein,  so 
finden  wir  noch  andere,  directe  Belege  für  offene  Meerescommunication.  So  ist  es  z.  B.  unverständlich,  wie 
sich  die  Nähe  der  böhmischen  Masse  in  dem  Auftreten  von  Sandsteinen  in  der  Nebenzone  der  Alpen  auf  der 
Grenze  zwischen  Ober-  und  Niederösterreich  geltend  machen  kann,  wenn  dieses  alte  Festland  durch  einen 
Meeresarm  und  südlich  davon  durch  die  supponirte  Insel  von  der  alpinen  Region  getrennt  war.  Namentlich  aber 
verdient  das  bisher  noch  nicht  hinreichend  gewürdigte  Auftreten  der  sogenannten  Algäuschiefer*  im  Wasser- 
gebiete des  Lech,  der  Hier  und  in  den  benachbarten  Gegenden  hervorgehoben  zu  werden.  Dieselben  werden 
der  sogenannten  Fleckeumergelentwicklung  zugerechnet,  jener  Gruppe  liehtgrauer  etwas  thoniger  Kalke  mit 
einzelnen  dunkleren  Flecken,  welche  mehrfach  verbreitet  im  Lias  und  Neocom,  seltener  im  mittleren  und  oberen 
Jura  der  Westalpen  vorkommen.  Die  Algäuschiefer  jedoch  zeichnen  sich  vor  allen  Fleckenmergeln  durch  dunklere 
Farbe,  hohen  Thongehalt  und  ausgezeichnete  Schieferung  aus.  Durch  ihre  Fauna  werden  sie  als  der  Zone  des 
AmaUheus  margaritatus  angehörig  charakterisirt,  sie  fallen  also  dem  Alter  nach  mit  der  grössten  Anhäufung  von 
Thonen  in  England,  Norddeutscliland  und  Schwaben  zusammen;  es  wurde  oben  gezeigt,  dass  diese  thonigen 
Sedimente  von  einem  am  Nordrande  der  mitteleuropäischen  Region  gelegenen  Festlande  aus  ins  Meer  gelangten 


1  Jahrbuch   der  geologischen  Reichsanstalf.    1871.  S.  522.   Verhandlungen  der  geologischen  Reichaanstalt  1872.  S.  54. 
-  Gümbel,  geognost.  Beschreibung  des  baierischen  Alpengebirges. 


1,-i' 


100  M.  Neumayr. 

und  von  da  durch  eine  am  Ostrande  des  Ardennenmassivs  verlaufende  Strömung  nnch  Süden  geführt  wurden. 
Nun  liegt  das  Verbreitungsgebiet  der  Algäuschiefer  gerade  in  der  weiteren  Fortsetzung  jener  Thonmassen 
gegen  Süden,  und  es  wird  um  so  wahrscheiulicher,  dass  diese  sich  wirklich  dahin  ausgebreitet  haben,  als 
wir  sonst  durchaus  ohne  Erklärung  für  die  Herkunft  des  Thonmaterials  blieben.  Auch  in  der  Fauna  lässt  sich 
der  Einfluss  der  von  Norden  her  vordringenden  kälteren  Gewässer  deutlich  nachweisen,  indem  gerade  die 
Algäuschiefer  fast  allen  anderen  alpinen  Ammoniten.-^cliichteii  gegenüber  durch  das  Zurücktreten  der  typisch 
alpinen  oder  südlichen  Gattungen  Lißoa'ins  und  Pln//loccras  ausgezeichnet  sind.  Wir  können  demnach  das  Auf- 
treten dieser  Gebilde  mit  einer  zeitweiligen  Änderung  der  Strömungsverhältnisse  in  Verbindung  bringen. 

Es  lassen  sich  noch  andere  analoge  Ercheinungen  aufführen,  unter  denen  wohl  die  auffallendste  das  Vor- 
kommen von  bituminösen  Schiefern  des  oberen  Lias  mit  Posidonomya  Bronni  in  den  Schweizer  Alpen  im 
Molesongebirge  und  in  den  östlichen  Theilen  des  Landes  ist;'  ferner  das  Auftreten  von  Purbeckschichten  in 
den  Freiburger  Alpen. '^  Merkwürdigerweise  ist  sogar  die  Entwicklung  im  Jura  der  Ostschweizer  Alpen  \iel- 
fach  analog  derjenigen  im  Aargau  und  in  Schwaben,  während  der  Jura  in  den  Alpen  der  westlichen  Schweiz 
mit  dem  Typus  des  ausseralpinen  Theiles  des  Cantons  Bern,  von  Neufchatel  und  den  angrenzenden  Theilen 
Frankreichs  übereinstimmt,  ja  wenn  man  die  Linie  Bascl-Olten,  welche  im  Juragebirge  ungefähr  die  Grenze 
zwischen  der  Entwicklung  der  östlichen  und  westlichen  Schweiz  bildet,  weiterhin  bis  in  die  Alpen  verlängert, 
so  trifft  sie  auch  hier  in  der  Gegend  des  Brienzer  See's  auf  die  Grenze  zwischen  östlichem  und  westlichem 
Typus.  * 

Wir  können  daraus  schliessen,  dass  alpine  und  ausseralpine  Provinz  in  ganz  offenem  Zusammenhange 
waren.  Eine  zweite  hypothetische  Landmasse,  bezüglich  deren  die  Ansichten  ausserordentlich  getheilt  sind, 
soll  die  krystallinische  Kette  der  Alpen  gebildet  haben,  und  dieselbe  Meinung  wird  consequeuter  Weise 
auch  für  die  Karpathen  gelten  müssen.  Fs  würde  viel  zu  weit  iühren,  hier  eine  Darstellung  der  verschiedenen 
Auffassungen  zu  geben,  zumal  es  sich  bei  denselben  in  der  Hegel  nicht  darum  handelt,  die  Ausbreitung  des 
Meeres  während  eines  bestimmten  Zeitraumes  festzustellen,  sondern  um  die  Frage,  ob  in  dieser  Region  bedeu- 
tende vortertiäre  Störungen  stattgefunden  haben,  welche  auf  die  Tektonik  des  Kettenbaues  von  entscheidendem 
Einflüsse  sind.  Es  ist  aller  Grund  für  die  Annahme  vorhanden,  dass  wie  in  anderen  Gebieten,  so  auch  in  den 
Alpen,  zu  verschiedenen  Zeiten  sehr  verschiedene  Zustände  geherrscht  haben.  Wenn  wir  z.  B.  in  denselben 
Gegenden,  in  welchen  der  Jura  als  hochmariner  Cephalopodenkalk  auftritt,  das  Rothliegende  durch  die  Oon- 
glomeratmassen  des  Verrucano  vertreten  sehen,  so  müssen  wir  daraus  auf  grossartige  Veränderungen  schliessen, 
welche  in  der  Zwischenzeit  stattgefunden  haben. 

Wir  beschränken  uns  hier  ganz  auf  den  Jura,  und  es  mag  noch  hervorgeholten  werden,  dass  eine  Über- 
tragung dessen,  was  hier  gefolgert  wird,  auf  andere  Formationen  nicht  zulässig  erscheint. 

Für  die  Beurtheilung  ist  die  Thatsache  vor  allem  wichtig,  dass  der  alpine  Jura,  von  wenigen  localen  Vor- 
kommnissen abgesehen,  vorwiegend  aus  Kalken  besteht,  neben  welchen  Thone  ziemlich  selten,  Sandsteine  und 
Ponglomerate  nur  in  wenigen  localen  Ausnahmefällen  auftreten,  die  wir  noch  besprechen  werden.  Auch 
Korallenriffe  sind  nicht  häutig,  und  geliören  den  höchsten  Horizonten  des  Jura  an,  sie  bildeten  sich  zu  einer 
Zeit,  in  welcher  die  anstossenden  ausseralpinen  Gebiete  trocken  lagen  oder  wenigstens  nur  mehr  die  letzten 
Reste  eines  schon  stark  eingeengten  Meeres  enthielten,  so  dass  wir  wenigstens  in  vielen  Fällen  auf  ein  gegen 
Norden  hin  seicht  werdendes  Meer  und  damit  zusammenhängende  Ritfbildung  schliessen  dürfen.  So  treten  z.  B. 
in  den  Karpathen  die  Riffe  nur  ganz  am  Nordrande  auf,  wo  sie  in  Mähren,  Schlesien  und  Galizien  am  Aussen- 
rande  der  Flyschzone  als  Klippen  aus  den  jüngeren  Sandsteinen  hervorragen,  während  die  gleichaltrigen 
Bildungen  im  Inneren  des  Gebirges  als  Ammoniten-  oder  Aptychenkalke  entwickelt  sind. 


1  Fis  cher-Ooster,  verscliiedinu'  geoiogi.ichc  Mittlieihmgeii.  Bevu,  Zeitschr.  der  natuiforfschenfleTi  Gesellsch.  Dec.  1870. 
—  C.  Mösch,  der  Jura  in  den  Alpen  dci-  Ostschweiz.  Zürich  l,s72.  S.  .5. 

-  Gilliöron,  Les  Alpes  de  Fribourg  en  general  et  de  Monsalvens  en  particnlier.  Beitr.  zur  geologischen  Karte  der 
Schweiz,  Bd.  12. 

'  Mösch,  1.  c. 


Die  [jeograp/nsclic  l^erbreihiiKj  der  Ji<raf<irvinti()n.  101 

Directe  Beweise  für  das  Übergreifen  des  Jiirameeres  über  die  ganze  Centralregion  der  Alpen  durch 
anstehende  Gesteinsvorkommnisse  im  Bereiche  des  krystallinischen  Gebirges  liegen  nnr  für  gewisse  Theile  der 
Alpen  vor;  in  der  Schweiz  liegt  horizontal  gelagerter  Jura  in  der  Gegend  von  C'haniounix  als  winziger  Erosions- 
rest auf  dem  Gipfel  der  Aiguilles  rouges.  in  der  Gruppe  des  Montblanc  ist  derselbe  mehrfach  verbreitet 
und  in  sehr  bedeutender  Höhe  z.  B.  auf  den  3227  Meter  hohen  Tours  Sallieres  vorhanden,  und  im  Südosten 
dieser  Gebirgsgruppe  streicht  eine  Zone  von  Juragesteinen  auf  italienischem  Gebiet  im  Feretthale  durch  und 
zieht  sich  nach  dem  Wallis  hinüber. '  Südwestlich  davon  treten  die  seit  langer  Zeit  berühmten  Juragesteine  dei; 
Tarentaise  nnd  Maurienne  auf,  während  in  der  weiteren  Erstreckung  der  Westalpen  die  Verbreitung 
gleichalteriger  Ablagerungen  vorläufig  noch  zweifelhaft  ist.  Wir  begegnen  hier  jenen  Complexen  von  krystal- 
linischen und  snbkrystallinischen  Schiefern,  die  jünger  sind  als  die  ältesten  Schiefergesteine  der  Alpen,  und 
in  der  Regel  als  umgeänderte  Sedimentärgehilde  betrachtet  werden.  Über  das  Alter  derselben  sind  aber  die 
Ansichten  noch  sehr  unsicher,  vermnthlicli  gehören  dieselben  verschiedenen  Horizonten  an,  doch  lässt  sich 
etwas  Bestimmteres  darüber  nicht  sagen,  wenn  es  auch  wahrscheinlich  sein  mag,  dass  auch  der  Jura  hier  seine 
Vertretung  finde. 

Günstiger  gestalten  sich  die  Verhältnisse  östlich  \on  der  Gruppe  des  Montblanc,  speciell  in  der  Umgebung 
des  Gotthard;  am  Nufenenpasse  auf  der  Wasserscheide  zwischen  dem  obersten  Wallis  und  Val  Leventina 
treten  die  bekannten  Belemniten  führenden  Schiefer  auf,  in  derselben  Weise  charakterisirte  Juraablagerungen 
stehen  am  Lukmanierpasse  zwischen  dem  Gebiete  des  Rheines  und  des  Ticino  an  und  setzen  die  Haupt- 
masse des  mächtigen,  den  Pass  beherrschenden  Scopi  zusammen.  Auch  am  Südabhange  treten  dieselben 
Gesteine,  allerdings  nicht  durch  Versteinerungen  charakterisirt,  bei  Airolo,  in  Val  Canaria  und  Val  Piora 
auf.  ^  Weiter  im  Süden  erscheint  wieder  ,luia  bei  Arona  am  l'fer  des  Lage  Maggiore  und  am  Comcrsee,  so 
dass  hier  an  einem  ehemaligen  Zusammenhange  der  jurassischen  Ablagerungen  über  die  ganze  Breite  der 
Alpen  nicht  gezweifelt  werden  kann.  Ferner  liefern  die  viel  besprochenen  Kalkkeile  und  andere  isolirte 
Juravorkoramnisse  der  Finster-Aarhornmasse,  die  sich  auch  auf  deren  Südseite  hinüberziehen,  einen  deutlichen 
Beleg  für  das  ehemalige  übergreifen  ausgebreiteter  Jurapartieii  über  die  krystallinische  Kette. '' 

Noch  weiter  östlich  in  Graubündeu  und  in  den  anstossenden  Theilen  von  Tirol  treten  wieder  Schiefer 
weit  in  das  Gebiet  der  krystallinischen  Zone  herein,  deren  Alter  noch  nicht  bestimmt  werden  kann;  bald 
werden  dieselben  als  Flysch,  bald  als  dem  Jura  angehörig  oder  als  paläozoisch  gedeutet,  ohne  dass  ganz 
sichere  Beweise  für  eine  oder  die  andere  Ansicht  vorlägen;  Versteinerungen  von  entscheidender  Bedeutung 
scheinen  nicht  gefunden  worden  zu  sein,  und  die  Angaben  über  das  Vorkommen  von  Belemniten  sind  in  Zweifel 
gezogen  worden. 

In  der  Hauptmasse  der  Ostalpen  fehlt  es,  so  weit  wir  urtheilen  können,  an  isolirten  Jurapartien  im 
krystallinischen  Gebiete.  Vielleicht  verbergen  sich  noch  solche  unter  den  ,, Radstädter  Tauerngebilden";  auch 
aus  dem  Vorkommen  vorgeschobener  Triaspartien,  z.  B.  im  Ortlergebiet  und  an  der  Brennerlinie,  könnte  ge- 
schlossen werden,  dass  diese  Trias  früher  von  Jura  bedeckt  war,  der  nun  denudirt  ist;  immerhin  aber  sind 
diese  Anhaltspunkte  für  eine  bestimmte  Annahme  viel  zu  schwankend.  Im  Allgemeinen  machen  die  Ostalpen 


'  Vergl.  A.  Favre,  recherches  geologiques  dans  les  parties  de  la  Savoie,  du  Pifemont  et  de  la  Suisse  voisines  de 
Mont-BIanc.  1867.  —  Gerlach,  das  südwestliche  Wallis.  Beiträge  zur  geolog.  Karte  der  Schweiz.  Bd.  IX,  Bern  1S7I.  — 
Gerlach,  die  peiiuinischen  Alpen.  Ebenda  Bd.  27.  —  Studer,  Geologie  der  Schweiz,  iin  zahlreichen  .Stelleu.  —  Über  Taren- 
taise und  Maurienne,  deren  Literatur  überaus  ausgebreitet,  vergl.  Favre  I.e. 

'i  Studer,  Geologie  der  Schweiz.  Bd.  I.  S.  375.  —  C.  v.  Fritsch,  das  Gotthardgebiet.  Beiträge  zur  geologischen 
Karte  der  Schweiz.  Bern,  Bd.  XV.  S.  125  flf. 

3  Aus  der  sehr  ausgedehnten  Literatur  über  diesen  Gegenstand  seien  hervorgehoben:  Studer,  Notice  sur  les  Alpes 
Beruoises.  Bulletins  de  la  soc.  geol.  de  France  is:il.  Vol.  II,  S.  .^1.  —  Escher,  Erläuterunjjen  der  .Vnsichten  einiger  Con- 
tactverhältnisse  zwischen  krystallinischen  Feldspathgestcinen  im  Berner  Obeilando.  Neue  Denkschriften  der  allgem.  Schweizer 
Gesellschaft  für  die  gesammten  Naturwissenschaften.  1839,  Bd.  III. —  Studer,  Geologie  der  Schweiz ,  Bd.  I ,  S.  166,  178  et 
passim.  —  Baltzer,  der  mechanische  Contact  zwischen  Gneiss  und  Kalk  im  Berner  Oberland.  Beiträge  zur  geologischen  Karte 
der  Schweiz,  Bd.  XX.  'Ausserdem  eine  Reihe  früher  erschieuener  kleinerer  Aufsätze  des  Verfassers).  —  Heim,  Untersu- 
chungen über  den  Mechanismus  der  Gebiigsbildung.   1878. 


102  M.  Neumayr. 

den  Eiiiduuk  eines  Gebirges,  welclies  viel  mehr  von  der  Denudation  angegriffen  und  weiter  in  sein  Inneres 
blossgelegt  ist  als  die  Westalpen.  Dalür  spriclit  die  weit  schärfere  Sonderuiig  von  krystallinischer  und  paläo- 
zoischer Zone  von  einander  und  von  dem  Kalk-  und  dem  Flyschgürtel  in  dem  ersteren  Gebiete,  und  die  Selten- 
heit jüngerer,  eingefalteter  Partien,  welche  in  der  Schweiz  so  vielfach  in  den  älteren  Zonen  auftreten.  Nirgends 
finden  wir  Erscheinungen  wie  die  der  Kalkkeile  des  Berner  Oberlandes  u.  s.  w.  Ebenso  weist  die  viel  grössere 
Entwicklung  breiter  Querthäler  in  Tirol  und  anderen  ostalpinen  Ländern  auf  eine  stärkere  Wirkung  erosiver 
Kräfte  hin.  Denken  wir  uns  die  Schweizer  Alpen  in  ihren  Kammlinien  und  Gipfeln  um  etwa  500  Meter  durch 
Denudation  erniedriegt,  die  grossen  Hauptwasserläufe  des  Eheines,  der  Aare,  der  Keuss,  der  Rhone  u.  s.  w. 
ungefähr  in  demselben  Niveau  wie  heute,  wenigstens  so  weit  sie  annähernd  „fertige"  Thalstrecken  durch- 
laufen, so  wäre  die  Ähnlichkeit  mit  den  Ostalpeu  eine  viel  grössere,  die  Scheidung  der  einzelnen  Zonen  durch 
Entfernung  eines  grossen  Theiles  der  den  älteren  Gesteinen  aufgelagerten  oder  eingefalteten  jüngeren  Gebilde 
weit  schärfer  ausgesprochen,  und  die  Querthäler  viel  besser  entwickelt. 

Wir  können  hier  auf  eine  weitere  Begründung  dieser  Auffassung  nicht  eingehen,  die  von  dem  Hauptgegen- 
stande zu  weit  ablenken  würde;  das  Ergebniss,  welches  wir  ans  dem  Auftreten  isolirter  Schollen  von  Jura 
ableiten  können,  besteht  darin,  dass  für  das  Centrum  der  Westalpen  das  Herübergreifen  von  Jura  über  die 
krystallinische  Zone  nachgewiesen,  für  deren  südwestlichen  und  östlichen  Flügel  wahrcheiniich  ist,  während  fiir 
die  Ostalpen  die  Anhaltspunkte  sowohl  für  als  gegen  eine  solche  Annahme  durchaus  ungenügend  sind.  Für 
das  letztere  Gebiet  sind  wir  ganz  auf  den  Vergleich  der  Ablagerungen  im  Norden  und  Süden  angewiesen. 

Die  grösste  Bedeutung  in  dieser  Beziehung  haben  vor  allem  die  Liasbildungen  der  Umgebung  von  Lienz 
im  Pusterthal.  In  der  Regel  ist  in  diesem  Abschnitte  der  Südalpen  der  Lias  durch  die  sogenannten  grauen 
Kalke  oder  Rozzokalke  vertreten,  deren  Bedeutung  noch  näher  besprochen  werben  soll.  Es  sind  das  ent- 
schiedene Seichtwasserbildungen  mit  Landpflanzen  und  Muscheln,  die  nur  ganz  vereinzelt  Einlagerungen  von 
Ammonitenkalken  enthalten;  nur  im  nördlichsten  Theile  der  Südalpeu  treten  hier  die  pelagischen  Ammoniten- 
kalke  bei  Lienz  auf,  unmittelbar  an  die  alten  krystallinischen  Schiefer  der  Grossglocknergruppe  angelehnt.  Es 
ist,  wie  Suess  hervorgehoben  hat,  ein  Stück  nordalpinen  Lias,  und  dessen  Vorkommen  wäre  absolut  unver- 
ständlich, wenn  wirklich  die  Centralkette  ein  altes  Ufer  gewesen  wäre;  wir  werden  dadurch  zu  der  Annahme 
gezwungen,  dass  ein  Zusammenhang  mit  den  übereinstimmenden  Gesteinen  im  Norden  vorhanden  war.' 

Es  mag  ferner  darauf  hingewiesen  werden,  dass  die  rothen  Ammonitenkalke  des  obersten  Jura  mit  Asindo- 
ceras  acanthicum  und  Terebratula  (Uphija  in  den  Nord-  wie  in  den  Südalpen  annähernd  gleich  weit  nach  Westen 
reichen;  endlieh  ist  es  wahrscheinlich,  dass  die  mergeligen  Gesteine  im  mittleren  und  oberen  Lias  der  Lom- 
bardei, namentlich  im  sogenannten  Medolo  der  Umgebung  von  Brescia  und  in  Val  Trompia,  genau  im  Süden 
des  Gebietes  der  Algäuschiefer,  aus  derselben  Quelle  wie  diese  ihren  Thongehalt  erhalten  haben. 

In  derselben  Weise  verhält  es  sich  in  den  Karpathen;  am  Nordrande  derselben,  d.  h.  in  der  Nähe  des 
alten  Ufers  tritt  der  oberste  Jura,  die  tithonische  Stufe,  in  Form  von  Korallenkalken  auf;  weiter  im  Süden,  in 
der  Nähe  des  Südrandes  der  Sandsteinzone,  finden  wir  eine  Aufbruchswelle  von  Jura,  die  südliche  Klippenzone, 
welche  gerade  auf  der  Grenze  zwischen  zwei  Entwicklungsformen  des  oberen  Jura  auftritt;  ihre  nördliche 
Hälfte  zeigt  uns  rothe  Ammonitenkalke,  die  südliche  Aptychenkalke;  noch  weiter  südlich  in  der  Kalkzone  der 
Tatra  u.  s.  w.  kehren  diese  letzteren  wieder,  und  sie  wiederholen  sich  in  ganz  gleicher  Weise  auch  südlich  von 
der  Hauptmasse  der  Karpathen.^ 

Nach  diesen  Thatsachen  ist  es  im  höchsten  Grade  unwahrscheinlich,,  dass  die  krystallinischen  Zonen  der 
Alpen  und  Karpathen  zur  Jurazeit  festes  Land  waren;  aber  allerdings  ist  damit  noch  nicht  bewiesen,  dass  das 
ganze  Gebiet  während  der  vollen  Dauer  der  Jurazeit  vom  Meere  bedeckt  war,  ja  es  liegen  sogar  sehr  bestimmte 
Anhalts]iunkte  vor,  dass  local  und  zeitweilig  Inseln  in  diesem  Gebiete  auftraten.  Für  den  oberen  Jura  fehlen 
mit  wenigen  unbedeutenden  Ausnahmen  die  Spuren   einer  Trockenlegung;  nur  im  Gebiete  der  Freiburger 


1  Suess,  das  Antlitz  der  Erde,  Vol.  I.  S.  341. 

-  Neiniiayr,  .Jurastudien,  5.   Der  penninische  Klippenziig.   Jahrbuch  der  geologischen  Reichsanstalt   1871.  p.  503  ff. 


Die  geographische  Verhrdtmuj  der  Juraformation.  103 

Alpen  sehen  wir  die  oberste  Zone  des  Jura  durch  die  Binneuablagerungen  des  sogenannten  Purbeck- 
kalkes vertreten,  •  wie  das  in  der  mitteleuropäischen  Provinz  allgemeine  Kegel  ist,  soweit  Sedimente 
dieses  Alters  nicht  ganz  fehlen.  Auch  für  die  Existenz  einer  beschränkten  Insel  in  der  Gegend  der  niederen 
Tauern  liegen  einzelne  Anhaltspunkte  vor,  doch  sind  dieselben  noch  zu  unbestimmt,  um  ein  weiteres  Eingehen 
zu  gestatten. 

Auf  andere  Verhältnisse  treffen  wir  in  den  tieferen  Horizonten  des  Jura ;  dabei  darf  allerdings  kein  Werth 
auf  den  Umstand  gelegt  werden,  dass  stellenweise  isolirte  Ablagerungen  höherer  Jurasohichten  local  über- 
greifend auf  Triasbildungen  auflagern,  wie  das  z.  B.  mit  den  Macrocephalenschichten  im  Brielthal  bei  Gosau 
oder  mit  den  Schichten  des  Aspidoceras  acanthium  von  St.  Agatha  im  Salzkammergut  der  Fall  ist.  Diese  Er- 
scheinung hängt  mit  der  schon  vielfach  besprochenen  Lückenhaftigkeit  des  alpinen  Jura  zusammen,  deren  Grund 
bisher  noch  nicht  sicher  festgestellt  ist,  die  aber  jedenfalls  nicht  V(in  zahllosen  \'eränderungen  in  der  Ver- 
breitung des  Meeres,  sondern  wahrscheinlicher  mit  Strömungsverhältnissen  zusammenhängt. 

Von  um  so  grösserer  Bedeutung  ist  ein  solches  Übergreifen,  wo  dasselbe  nicht  ganz  local,  sondern  über 
weite  Striche  stattfindet  und  von  entschiedenen  Anzeichen  einer  Küstenbildung  begleitet  ist.  Hierlier  ist 
zunächst  das  Auftreten  der  dem  oberen  Tlieile  des  unteren  Lias  augehörigen  Hierlatzschichten  zu  rechnen, 
welche  vom  Sonnwendjoch  am  Aachensee  an  gegen  Osten  bis  nach  Niederösterreich  an  einer  Menge  von 
Punkten  den  Massen  obertriadischer^Dachsteinkalke  aufgelagert  sind,  Spalten  in  diesem  ausfüllen  und  Blöcke 
von  Kalk  enthalten.  Es  wird  dadurch  sehr  wahrscheinlich  gemacht,  dass  ein  grosser  Theil  jener  mächtigen 
Triasplateaus,  welche  diese  Gegend  ciiarakterisiren ,  während  der  Zeit  des  untersten  Lias  als  Inseln 
hervorragten. 

Ähnlich  verhält  es  sich  mit  den  unterliasischen  „Pisanaquarziten"  am  Nordrande  der  hohen  Tatra,  welche 
stellenweise  conglomeratische  oder  breccienartige  Structur  annehmen.  Ferner  fehlt  auf  der  weiten  Strecke  von 
Eperies  im  Saroser  Comitat  in  Oberungarn  bis  Neumarkt  in  Galizien  dem  südlichen  karparthischen  Klippen- 
zuge der  Lias  vollständig;  die  Schichtfolge  beginnt  regelmässig  mit  Thouen  und  Mergeln  des  untersten  Dog- 
gers mit  Harpoccras  opaUnum,  und  es  ist  wahrscheinlich,  dass  auf  dieser  Strecke  das  Gebiet,  welches  heute 
von  der  karpathischen  Sandsteinzone  eingenommen  wird,  zur  Liaszeit  trocken  lag. 

In  den  Westalpen  deutet  vielleicht  der  Umstand,  dass  in  der  Finster-Aarhornmasse  und  in  der  Tödi-Wind- 
gällengruppe  wie  am  Calanda  der  dem  oberen  Dogger  angehörige  Eisenoolith  das  tiefste  Glied  des  Jura  bildet, 
auf  eine  ähnliche  Erscheinung,  und  für  weiter  westlich  gelegene  Gegenden  hat  Schaardt  auf  Anzeichen  festen 
Landes  aufmerksam  gemacht.  ^ 

Jedenfalls  handelt  es  sich  dabei  nur  um  verhältnissmässig  kleine,  isolirte  Inseln,  von  deren  Existenz  zur 
Zeit  des  oberen  Jura  keine  Spur  melir  zu  finden  ist.  Eingehende  Loealuntersuchungen  werden  deren  Zahl  ver- 
muthlich  noch  vermehren,  vielleicht  wird  sich  nachweisen  lassen,  dass  selbst  im  oberen  Jura  noch  ein  oder  die 
andere  vorhanden  war,  allein  jedenfalls  existirte  die  krystallinische  Kette  des  gewaltigen  alpin-karpathischeu 
Bogens  damals  der  Hauptsache  nach  nicht  als  ein  über  Meer  aufVagender  Landrücken.  Dagegen  finden  sich 
bestimmte  Anzeichen  von  Festland  in  anderen  Theilen  der  alpinen  Region. 

In  erster  Linie  ist  hier  die  spanische  Meseta  zu  nennen.  Im  Allgemeinen  ist  der  Jura  in  Spanien  sehr 
verbreitet  und  nimmt  einen  Flächenraum  von  mehr  als  22.000  Quadratkilometer  oder  4-45  7o  des  ganzen 
Landes  ein.^  Die  Daten,  welche  über  den  Charakter  dieser  Ablagerungen  vorliegen,  sind  noch  ziemlich 
unzulänglich,  doch  lässt  sich  in  den  Hauptzügen  erkennen,  dass  im  südlichen  Theile  alpine,  im  nördlichen 
Theile  ausseralpine  Entwicklung  herrscht,  wie  das  von  Choffat  für  das  angrenzende  Portugal  nachgewiesen 


1  Gilliörou,  les  Alpes   de  Fiibourg   eu  g6u6ral  et  le  Montsalvens  eu   particulier.  Beiträge  zur  geolog.  Karte  der 
Schweiz.  Bd.  XII. 

2  Hans  Schardt,   fetudes  geologiques  aiir  le  Pays  d' enhaut  Vandois.   Bulletins   de  la   sociöte  Vandoise    des   sciences 
natm'elles  18S4,  fol.  20,  S.  108. 

ä  Breve  Idea  de  la  constitiicion  geolugica  de  Espaiia  (ohne  Autorangabe).  Boletin  de  la  comision  del  mapa  geolögico 
de  Espaua  Vol.  V.  1878.  S.  149.  —  Vergl.  auch  Verneuil  etOoUomb,  carte  geologique  de  l'Espagne. 


104 


M.  h'eumuy  r. 


worden  ist.'  Die  von  Verneuil  bei  Cahra  in  der  Provinz  Cordoba  (Andalusien)  entdeckten,  und  von  Soliloen- 
bach  theilweise  bestimmten  Formen  sind  typisch  alpin,'''  wovon  ich  mich  auch  persönlich  überzeugen  konnte. 
Dasselbe  gilt  von  den  von  Vilauova  beschriebenen  Vorkommnissen  der  Provinz  Castellon-''  und  nach  Orueta 
wohl  auch  von  denjenigen  der  Provinz  Malaga,  aus  Vielehen  Ammonites  plicatilis  und  tatricus  angeführt  werden.* 
Eine  ausführlichere  Liste  der  in  der  Provinz  Granada  gefundenen  Jurafossilien,  welche  Gonzalo  y 
Tarin  miltheilt,"  enthält  die  folgende  typisch-alpine  Animonitenfauna,  in  welcher  Formen  des  mutieren  und 
oberen  Lias,  sowie  des  Tithon  die  grösste  Rolle  spielen. 

Harpoceras  Arolkum  Opp. 
Haploceras  elmatum  Opp. 

„         Erato  Orb.? 
Hammatoceras  variahih  Orb. 


Amaltheus  Loscombi  Sow. 
Pht/Uoceras  mediterraneuni  Neu m. 

„         ptychoicum  Quenst. 

,  isotypus  Ben. 

„         silesiacum  Opp. 
Lytoceras  quadrisulcatmn  Orb. 

„         nmnicipah  Opp. 

„         Liehigi  Opp.? 
Harpoceras  radialis  Rein. 

„         Levesquei  Orb. 

serpentinum  Rein. 
Normannianum  Orb. 


Stephanoceras  coronatum  Sow. 
PerispJtindes plicatilis  Sow. 

„  transitorius  Opp. 

„  microcanthus  Opp. 

„  Köllikeri  Opp. 

Olcostephamis  Groteanus  Opp. 
Peltoceras  Arduennense  Orb. 
Aspidoceras  liparum  Opp. 


Anders  verhält  es  sich  in  den  nordwestlichen  Theilen  des  Landes;  Aranzazu  schildert  den  Jura  der 
Provinzen  Bnrgos,  Logronjo,  Soria  und  (Uiadalajara,  welcher  mitteleuropäischen  Charakter  zeigt,*'  und  Castel 
führt,  abgesehen  von  anderen  Fossilien  aus  Guadalajara,  die  folgenden  Ammoniten  an: ' 

Hammatoceras  uariabile  Orb. 
Coeloceras  annulatum  Sow. 

„         Deplacei  Orb. 

„         Hollandrei  Orb. 


Lytoceras jurense  Ziet. 
Amaltheus  margaritatus  Mtf. 

„         Spinat  US  Brug. 
Ariefites  bisulcatus  Brug. 
Harpoceras  Aalense  Ziet. 
bifrons  Brug. 
complanatum  Sow. 
discoides  Ziet. 
radians  Rein. 
serpentinum  Rein. 
opalinum  Mand. 
thouarsense  Orb. 
„         hecticum  Rein. 
„         canaliculatuw  Buch. 
„         lunula  Ziet. 
Hammatoceras  insigne  SchUbl. 


Stephanoceras  Humphriesianum  Sow. 
Macrocephalites  macrocephalus  Schi. 

„  microstoma  Orb. 

Beineckia  anceps  Rein. 
Perisphinctes  Backerine  Sow. 

„  plicatilis  Sow. 

„  Martiusi  Orb. 

„  transitorius  Opp. 

Aspidoceras perarmatum  Sow. 
Parkinsonia  Garantana  Orb. 
Cardioceras  cordatum  S  o  w. 


1  Choffat,  ötudes  stratigrapbiques  et  pal6ontologiques  sur  les  terraius  jurassiques  du  Portugal;  a.  a.  0. 

-'  8chlöubach,  die  tithonische  Fauua  in  Spanien,  verglichen  mit  der  Südtirols.  Verhandlungen  der   geolog.  Reiehs- 

austalt  1S67.  S.  251. 

3  Vilanova,  Memoria  geoguostico-agricola  sobre  la  Provincia  de  Castellon.  Memorias  de  la  real  Academia  de  Cien- 

cas  de  Madrid.  Tomo  IV.  1S59. 

1  Orueta,  Bosquejo  lisico  y  geolögico  de  la  region  septeutrional  de  la  Provincia  de  Malaga.  Boletin  de  la  cumisiou 
del  mapa  geolögico  de  Espana  1877.  Bd.  IV. 

5  Gonzalez  y  Tarin,  Resena  fisica  y  geol6gica  de  la  provincia  de  Granada.  Boletiu  1S81.  Vol.  VIII. 

6  Aranzazu,  Apuntes  pora  una  descripcion  fisica  y  geolögica  de  las  pro vincias  de  Bnrgos,  LogroSo,  Soria  y  Guada- 
lajara. Boletin  de  la  comision  del  mapa  geolögico  de  Espaüa  Vol.  IV.   1877. 

I  Castel,  Descripcion  geolögica  de  la  Provincia  de  Guadajara.  Boletiu  1881,  Vol.  Vlll. 


Die  geof/rapJtif«J/t'  Verlircifiniq  der  Jurtiformafion.  105 

Aus  dieser  Liste  kann  man  auf  das  Vorhandensein  von  unterem,  mittlerem  und  oberem  Lias,  von  Unter- 
oolitli,  Kelloway-  und  Oxfordstufe,  vielleicbt  aucli  von  Tithon  scldiessen,  und  da  ausser  dem  gerade  in 
Mitteleuropa  häufigen  Lijioccras  jurmse  kein  Angehöriger  der  Gattungen  PhijUoceras  und  Lytoceras  unter  den 
aufgeführten  Arten  ist,  so  kann  man  die  Entwicklung  mit  Bestimmtheit  als  mitteleuropäisch  ansprechen.  Weiter 
gegen  Osten  wird  die  Sache  fragliclier;  aus  d<?r  Provinz  Huesca  citirt  Mallada  BeJemnites  compressus,  Har- 
2}0ceras  bifrons  und  radialis,^  doch  ist  hier  die  Zalil  der  Arten  noch  zu  gering,  al-;  dass  man  daraus  auf  den 
Charakter  der  Ablagerungen  einen  bestimmten  Schluss  ableiten  könnte.  Auch  die  Angaben  über  die  noeli 
weiter  östlich  gelegenen  Provinzen  Lerida,'^  Barcelona-'  und  Tarragona*  gestatten  noch  kein  sicheres  Urtlieii, 
wenn  auch  die  Angaben  von  Gombau  für  die  zuletzt  genannte  Gegend  eher  auf  ausseralpine  Verhältnisse  hin- 
weisen. Wir  wissen  also  noch  nicht  genau,  wie  die  (irenze  zwischen  alpiner  und  ausseralpiner  Entwicklung 
hier  verläuft.  In  Portugal  kommt  allerdings  noch  ausseralpiner  Jura  und  Wealden  südlich  von  den  westlichen 
Ausläufern  der  IMeseta  vor,  und  man  könnte  dadurch  auf  die  Vermutliung  gebracht  werden,  dass^  wie  um  den 
Südrand  der  böhmischen  Masse,  so  auch  um  den  der  Meseta  sich  ein  schmaler  Streifen  des  ausseralpinen  Jura- 
Meeres  herumziehe,  doch  wissen  wir  darüber  nocli  nichts  Bestimmtes. 

Obwohl  die  geologiselie  Kenntniss  Spaniens  durcli  die  Thätigkeit  des  Aufnahmscomit6s  in  neuerer  Zeit 
ganz  überras(diende  Fortschrilte  gemacht  hat,  so  fehlt  es  doch  vorläufig  noch  an  einer  eingehenden  paläon- 
tologischeu  Untersuchung  der  gefundenen  Fossilien,  und  erst  wenn  diese  wichtige  und  lohnende  Aufgabe 
gelöst  ist  und  eine  Monographie  der  gefundenen  Juraversteinerungen  vorliegt,  wird  man  mit  Sicherheit  die 
Grenzen  zwischen  alpiner  und  mitteleuropäischer  Entwicklung  feststellen  können. 

Zwischen  den  Landstrischen,  in  welchen  Juravorkommnisse  auftreten,  finden  sich  andere,  in  welchen 
Ablagerungen  dieses  Alters  fehlen;  hierher  gehören  zunächst  die  aus  alten  Schiefern  u.  s.  w.  bestehenden 
Theile  der  betisehen  Cordillere,  welchen  gegen  Norden  eine  mesozoische  Zone  vorliegt;'  wir  haben  es  mit  einem 
einseitigen  Kettengebirge  von  alpinem  Typus  zu  thun,  welches  an  seinem  Südrande  abgebrochen  ist,  und  wie 
bei  den  übrigen  alpinen  Ketten  ist  kein  zwingender  Grund  vorhanden,  hier  eine  alte  Insel  anzunehmen;  aller- 
dings ist  unsere  Kentniss  noch  keine  vollständige,  doch  spricht  der  Gliarakter  der  Juraablagerungen,  der  rothen 
Ammonitenkalke,  welche  in  der  Kalkzone  der  i)etischen  Cordillere  auftreten,  entschieden  gegen  die  Nähe  von 
festem  Lande. 

Anders  verhält  es  sich  mit  dem  spanischen  Centralplateau,  der  „Meseta",  welche  die  Mitte  des  Landes 
einnimmt  und  an  ihrem  Südrande  von  der  hochaufragenden  Sierra  Morena  begrenzt  ist.  Gegen  Süden,  Osten 
und  Norden  von  jurassischen  Ablagerungen  umgeben,  nach  Westen  bis  an  den  atlantischen  Ocean  ausgedehnt, 
erhebt  sich  hier  eine  alte  blasse,  ein  „Horst",  an  dessen  Zusammensetzung  wesentlich  Granit,  Gneiss  und 
andere  krystallinische  Schiefer,  paläozoische  Ablagerungen  mit  Auflagerungen  von  oberer  Kreide  und  Tertiär 
betheiligt  sind.*'  Die  Grösse  dieser  Masse  und  das  Auftreten  transgredirender  Kreidebildungen  machen  es  sehr 
wahrscheinlich,  dass  wir  hier  eine  alte,  der  böhmis'-'hen  Masse  vergleichbare  Insel  ^or  uns  haben. 

Östlich  von  Spanien  haben  die  balearischen  und  pitiusi  sehen  Inseln  Juraablagerungen  von  typisch 
alpinem  Charakter  mit  Terehmtulu  dipluja  und  vielen  Ammoniten  geliefert,  doch  muss  es  sehr  zweifelhaft 
erscheinen,  ob  der  ganze  zwischen  Spanien,  Südfrankreich  und  Italien  gelegene  Meerestheil  zur  Jurazeit  über- 


1  Mallaila,  Doscriiieion  fisica  y  j^eolögica  de  la  i)rovinfia  de  Hiiesea.  Meiuorias  ilc  la  uomisiou  del  mapa  geolögico 
de  Espaua  ISTS. 

'-  Bauza,  Breve  reseSa  geolögica  de  las  provincias  de  Tarragona  y  Lerida.  Boletiii   ls76.  Bd.  III. 

3  Maureta  und  Thos  y  Codina,  Descripeion  fisiea.  geologica  y  miuera  de  la  piovincia  de  Barcelona,  lleuio- 
rias  1881. 

*  Gombau,  Ee-scüa  fisica  y  geologica  de  la  provineia  da  Tarragona.  l'.oletin  1877. 

6  Vergl.  über  die  betische  Cordillere  die  Übei-sicbt  bei  Siiess,  Antlitz  der  Erde.  I.  S.  298  —  302,  welche  nach  den 
Arbeiten  von  Botella,  Dräsche,  Gonzalez  y  Tarin,  MacPherson  und  Orueta  zusammengestellt  ist, 

'5  Gil  y  Maestre,  Descripeion  fisica,  geologica  y  minöra  della  provincia  du  Salamanca.  Memorias  1880.  —  Egozeue 
und  Mallada,  Memori.i  geolögica-minöra  de  la  provincia  de  Caceres.  Memorias  1876.  —  Donaire,  Descripeion  tisica  y 
geologica  de  la  provincia  de  Avihi.  .Memorias  1879. 

Denkschriften  der  mathem.naturvr  .  C).    L.  Bd.  14 


106  M.  Neiimayr. 

fluttet  war;'  auf  Sartl  inicn  tritt  allerdings  Jura  in  bedeutender  Verbreitung  auf,  und  zwar  sowobl  im  Ceutruni 
als  im  nördlichen  Tlieile  der  Insel;''  dagegen  scheint  derselbe  in  Corsica  zu  fehlen,  wo  Nummulitenkalk  auf 
rliätischen  Ablagerungen  ruht,  von  diesem  durch  eine  fossilfreie  Kalkbildung  unbekannten  Alters  getrennt.^ 
Audi  hier  haben  wir  es  mit  altem  Festland  zu  thun,  und  da  die  zmschen  Corsica  und  dem  toscanischen  Fest- 
lande gelegenen  kleineren  Inseln  ganz  aus  alten  Bildungen  bestehen  und  manche  zoogeographische  Anhalts- 
punkte für  den  Bestand  einer  grösseren  Landmasse  spreciien,*  welche  sich  in  der  Vorzeit  hier  befand,  so  wird 
es  wahrscheinlich,  dass  Corsica  mit  Giglio,  Pianosa,  Monte  Christo,  Gianutri  u.  s.  w.  eine  zusammen- 
hängende Masse  bildeten,  wofür  auch  die  thonige  Beschaffenheit  der  toscanischen  Liasgesteine  spricht.  Dagegen 
haben  wir  auf  Elba  Liasabiagerungen,  und  das  Meer  hat  sich  also  bis  hierher  erstreckt.'" 

Ein  weiteres  Gebiet,  welches  als  ehemalige  Insel  in  Frage  kommen  kann,  ist  die  krystallinische  Masse  des 
südlichen  Calabrien;  in  der  That  fehlen  hier  alle  älteren  Jurabildungen,  allein  an  einer  Reihe  von  Punkten 
legen  sich  oberjurassische  Ablagerungen,  namentlich  solche  tithonisclien  Alters  auf  die  altern  Gesteine 
auf,"  und  wir  haben  es  daher  mit  einem  Areal  zu  thuu,  in  welchem  eine  Transgression  des  oberen  Jura 
stattfindet. 

Als  ein  altes  Festland  ist  die  Gegend  des  heutigen  adriatischen  Meeres  bezeichnet  worden,  und  ich 
selbst  habe  mich  für  die  Existenz  eines  solchen  in  jungtertiärer  Zeit  ausgesprochen;'  dagegen  kann  für  die 
Existenz  eines  solchen  in  der  Jurazeit  kein  hinreichender  Anhaltspunkt  beigebracht  werden.  Die  einzige  That- 
sache,  welche  in  dieser  Weise  gedeutet  werden  könnte,  ist  das  Auftreten  jener  liasischen  grauen  Kalke  mit 
Ter ebratula Rozzoana,  zahlreichen  Muscheln  und  einzelnen  Bänken  mit  eingeschwemmten  Landpflanzen,  welche 
im  Etschthal,  in  den  Sette-Comuni  und  an  vielen  anderen  Punkten  jener  Gegend  auftreten.*'  Wäre  diese 
bekannte  Seichtwasserbildung  auf  das  südtirolisch-venetiauische  Gebiet  beschränkt,  so  könnte  daraus  etwa 
auf  ein  sehr  nahes,  und  zwar  am  besten  auf  ein  Adriafestland  geschlossen  werden;  allein  wir  haben  hier  nur  mit 
den  äussersteu  westlichen  Ausläufern  einer  sehr  weit  verbreiteten  Erscheinung  zu  thuu.  Dieselben  Ablagerungen 
treten  in  der  Gegend  von  Laibach  iu  Krain  auf,  sie  zeigen  sich  bei  Karlstadt  in  Croatien^  und  sind  durch 
die  Arbeiten  der  geologischen  Reichsanstalt  iu  grosser  Ausdehnung  in  Bosnien  nachgewiesen  worden.  '"Ein 


1  Lamarmora,  observations  gßologiques  sur  les  deus  iles  Baleares  Majorqiie  et  Miuorque  faites  en  Decembpr  1833  et 
en  Janvier  1S34.  Toriuo,  Memoria  dell'  Aceadeiiiia  1835,  Vol.  38,  S.  51.  —  Haime,  sur  la  gi''ologie  de  I'ile  de  Majorqiie. 
Bulletins  de  la  societe  göologique  de  France  1855,  Vol.  12,  S.  734.  —  H6rmite,  litudes  geologiques  sur  les  iles  BaU'ares. 
Paris  1879.  —  H6rmite,  Note  sur  la  positiou  qu'occupeut  dans  File  de  Malorque  la  Terebratula  diphya  et  jauitor.  Bul- 
letins de  la  soc.  geol.  de  France  1879,  Scr.  III,  Vol.  7,  S.  207.  —  Molina,  Rese5a  fisica  y  geolögica  de  las  Isles  Ibiza  y 
Forraentera.  Boletiu  1880,  Vol.  VIL  —  Vi  dal,  Exciirsion  geolögica  per  la  isla  de  Malorca.  Boletin  1S79.  Vol.  VI. 

-  Lamarmora,  Voyage  en  Sardeigue.  Vol.  II.  l'alcoutologie  par  J.  Meneghini,  S.  263 — 3C6. 

3  Hollande,  giäologie  de  la  Corse.  Annales  des  sciences  geologiques.  Vol.  IX,  1877.  — Lotti,  Appunti  sulla  geologia 
della  Corsica.  Bolletino  del  Comitato  geologico  d'Italia  1883.  S.  267. 

*  Forsyth-Major,   die  Tyrrhenis.  Zeitschrift  Kosmos  1883.  Vol.  VII,  S.  104. 

5  Lotti,  Osservazioni  geologiclie  sulle  isole  del  AichipelagoToscano.  Bolletiuo  del  Comitato  geologico  d'Italia  1884,  S.  52. 

G  Suess,  die  Erdbeben  des  siuUieheu  Italieu.  Denkschriften  der  Wiener  Akademie.  1874,  Bd.  .'il.  —  Burgersteiu  und 
Noe,  geologische  Beobachtungen  im  südlichen  Calabrien.  Sitzungsber.  der  Wiener  Akad.  Bd.  LXXXI.  Abth.  I,  1880.  S.  164. 

"  Stäche.  Verhandlungen  der  geolog.  Reichsanstalt  1876,  S.  127.  —  Suess,  Entstehung  der  Alpen,  S.  92.  —  Mojsi- 
sovics,  die  Dolomitriflfe  von  Siidtirol  und  Venetien.  1S78,  S.  531.  —  Neumayr,  über  den  geolog.  Bau  der  Insel  Kos.  Denk- 
schr.  d.  Wiener  Akad.  Bd.  40,  1879.  .S.  263.  —  Neumayr,  Verh.  d.  geolog.  Keichsanstalt.  1882,  .'S.  KU.  —  Stäche,  geolog. 
Landschaftsbild  des  istrischen  Küstenlandes.  Österr.  Revue.  B.  6.  S.  174. 

8  A.  de  Zigno,  Flora  fossilis  formationis  oolithicae.  —  Benecke,  über  Jura  uud  Trias  in  Südtirol.  Benecke's  geogno- 
stisch-paläoutologische  Beiträge.  Vol.  I.  —  de  Zigno,  Annotation!  paleontologiehe.  Meinorie  del  Istituto  Veneto.  1870, 
Vol.  15.  —  Zittel,  geolog.  Beobachtungen  aus  den  Centralapenniuen,  Benecke's  geognostisch-paläoutologische  Beiträge 
Bd.  II,  1869,  S.  162.  ff.  —  Vacek,  Verhandl.  der  geolog.  Reichsanstalt  1877,  S.  304.  —  Lepsius,  das  westliche  Südtirol, 
Berlin  1878.  —  Mojsisovics,  die  Dolomitriffe  in  Südtirol  und  Venetien.  Wien  1879.  —  Taramelli,  Monografia  stratigra- 
fica  e  paleontologica  del  Lias  nelle  provincie  Venete.  Atti  del  Istituto  Veneto.  Scr.  V,  Vol.  V.  1880.  —  Neumayr,  über  den 
Lias  im  südöstl.  Tirol  und  in  Venetien.  Neues  Jahrbucli  1881.  Bd.  I,  S.  207. 

9  J.  Schmidt,  über  die  Fossilien  des  Vinicaberges  bei  Karlstadt  in  Croatien.  Jahrbuch  der  geolog.  Reichsanstalt  1880. 
S.  719.  —  Schloenbach,  Verhandlungen  der  geolog.  Reich.sanstalt  1869,  S.  68.  —  Mojsisovics,  Dolomitriffe,  S.  91. 

1"  Mojsisovics,  West-Bosnien  und  Türkisch-Croatien.  Jahrbuch  der  geolog.  Reichsaustalt  1880.  S.  31. 


Die  geographische  Verbreitung  der  Juraformation.  107 

weiteres  Glied  derselben  Kette  bildeo  die  liasisclien  Kcihlenablageniiigen  von  FUnfkircheu  inUngam',  sowie 
die  einem  seichten  Meere  entstammenden,  kohlenführendeu  Ablagerungen  im  Banat,  welcbe  entschieden  in 
der  Nähe  einer  Küste  gebildet  sein  müssen.^  Im  Balkan  tritt  dieser  Charakter  weniger  hervor,  wenn  auch  die 
Armuth  an  Ammoniten  auffällt,  und  z.  B.  die  verhältnissmässig  grosse  Zahl  von  Muscheln,  welche  Toula  im 
mittleren  Lias  von  Bratjo\re  nördlich  von  Sophia  gefunden  hat,  für  geringe  Meerestiefe  sprechen. ** 

Aus  derartigen  Anhaltspunkten  hatte  schon  Peters  auf  die  Anwesenheit  festen  Landes  auf  der  Balkan- 
halbiusel  geschlossen,*  welches  speciell  zur  Liaszeit  seine  grösste  Ausdehnung  erreichte.  Mojsisovics  ver- 
folgte diese  Verhältnisse  weiter,  und  sprach  die  Ansicht  aus,  dass  dieses  „orientalische  Festland"  sich  im 
nordwestlichen  Theile  der  Balkanhalbinsel  befunden  habe,  zwischen  Bosnien  und  dem  Balkan,  und  dass  der 
Umfang  des  trockenliegenden  Areals  zur  Liaszeit  am  grössten  war,  sich  dann  immer  einengte,  bis  zur  Kreide- 
zeit die  Ausdehnung  des  Meeres  ihr  Maximum  erreichte.'' 

An  der  Existenz  einer  solchen  Insel  kann  nicht  der  mindeste  Zweifel  gehegt  werden,  und  es  ist  nicht 
unwahrscheinlich,  dass  das  Agramer  Gebirge,  das  slavonische  Gebirge,  die  Frusca  Gera  in  Syrmien  Überreste 
derselben  darstellen;  Fünfkircheu  dürfte  ungefähr  einen  Punkt  ihres  Nordrandes  während  ihrer  grössten  Aus- 
dehnung bezeichnen,  eine  auch  nur  entfernt  genaue  Abgrenzung  ist  bei  unserer  verhältnissmässig  geringen 
Kenntniss  eines  Theiles  jeuer  Ostländer  und  der  grossen  Ausdehnung  deckender  Diluvialablagerungen  nicht 
möglich.  Jedenfalls  war  aber  dieses  Stück  festen  Landes  schon  zur  Zeit  des  oberen  Jura  sehr  viel  kleiner 
geworden,  in  den  meisten  Gegenden,  aus  welchen  oben  Seichtwasserbildungen  des  Lias  angeführt  wurden, 
ist  für  den  Malm  nichts  Derartiges  zu  erwähnen.  In  Südtirol  und  Venetien  treten  die  pelagischen  rothen 
Ammoüitenkalke  auf,  und  solche  wiederholen  sich  im  Gebiete  von  Fünfkirchen,  im  Banat''  und  wenigstens 
in  einem  Theile  des  Balkan,"  und  Andeutungen  einer  noch  wenig  bekannten,  aber  zum  mindesten  nicht 
litoralen  Entwicklung  des  oberen  Jura  sind  auch  für  Croatien*  und  Bosnien^  gegeben. 

Schon  in  diesem  Falle  ist  es  kaum  möglich,  mehr  als  die  Existenz  eines  Festlandes  anzugeben,  die 
Begrenzung  desselben  ist  durchaus  unsicher.  Wenn  wir  in  weiterer  Verfolgung  unserer  Betrachtung  zu  den 
übrigen  wenig  bekannten  Ländern  vorschreiten,  so  wird  uns  immer  wieder  diese  Schwierigkeit  begegnen,  und 
sie  wird  sich  oft  in  noch  verstärktem  Masse  einstellen.  Wir  werden  nur  mehr  die  allergröbsten  Züge  festzustellen 
suchen,  eine  relativ  detaillirte  Schilderung,  wie  sie  für  das  westliche  Europa  gegeben  werden  konnte,  gehört 
weiterhin  in  den  Bereich  der  Unmöglichkeit. 

Als  eine  weitere  Insel  darf  wohl  das  tliracische  Massiv  betrachtet  werden,  südlich  vom  Balkan  gelegen, 
welches  wesentlich  aus  krystalliuischen  Schiefern  besteht;  gegen  Westen  dürfte  dasselbe  nach  den  Arbeiten 
von  F.  V.  Hoch  stetter  '"  bis  in  die  Nähe  des  Wardargereicht  haben,  im  Osten  ist  die  jetzige  Begrenzung  durch 
das  Becken  des  Erkene,  der  bei  Enos  ins  ägäische  Meer  mündet,  wahrscheinlich  einem  späteren  Einbrüche 
zuzuschreiben;  ursprünglich  erstreckte  sich  das  Massiv  weiter,   selbst  die  Prinzeninseln  im  Marmarameer 


1  Peters,  über  den  Juia  von  Fünfkiichcn,  Sitznngsber.  der  k.  Akad.  d.  Wissensch.  in  Wien.  1863.  Bd.  46.  S.  241. 

3  Tietze,  geologische  und  paläontolog.  Mittheilungen  aus  dem  südlichen  Theile  des  Banater  Gebirges.  Jahrbuch  der 
geolog.  Keichsanstalt  1872.  S.  51. 

s  Toula,  geolog.  Untersuchungen  im  westlichen  Theile  des  Balkans  und  in  den  angrenzenden  Gebieten.  V.  Ein  geolog. 
Profil  von  Sofia  über  den  Berkovica-Balkan  nach  Berkovac.  Sitzuugsber.  der  k.  Akad.  in  Wien.  Bd.  77.  Abth.  I,  S.  10  (des 
Separatabdr.). 

*  Peters,  1.  c. 

5  Mojsisovics,  West-Bosnien  u.  s.  w.,  1.  c,  S.  112. 

6  Tietze,  Banater  Gebirgsstock,  I.  c,  S.  74. 

'  Toula,  geolog.  Untersuchungen  im  westlichen  Theile  des  Balkan  und  in  den  angrenzenden  Gebieten.  I.  Ein  geolog 
Profil  von  Osmauieh  am  Arcer  über  den  Sveti-Nikola-Balkau  nach  Ak-Piilanka  an  der  Nisava.  Sitznngsber.  der  k.  Akad.  in 
Wien.  Bd.  75.  I.  Abth.  1877,  S.  40  (des  Separatabdr.). 

8  Stur,  Jahrbuch  der  geolog.  Reichsanstalt.  1863,  S.  506. 

9  Mojsisovics,  das  westl.  Bosnien  u.  s.  w.  1.  c,  S.  .33.  ^  Tietze,  das  östl.  Bosnien,  ebenda  S.  142. 

1"  F.  v.  Hochstetter,  die  geolog.  Verhältnisse  des  östlichen  Theiles  der  europäischen  Türkei.  Jahrbuch  der  geolog. 
Reichsanstalt.  1870.  S.  3  66. 

14* 


108  M.  Neumayr. 

scheinen  einen  Überrest  (k>sf]1)en  (Imznstellen,  und  aller  Wabrscbeinlichkeit  nacli  war  auch  der  nordwest- 
lichste Theil  von  Kleinasien  festes  Land. 

Andeutungen  einer  weiteren  Insel  erhalten  wir  diireh  die  Untersuchungen  von  Peters  über  die 
Dobrudscba;  *  im  nördlichen,  gebirgigen  Theile  des  Landes  treten  aufgerichtete  Ablagerungen  des  Jura  auf. 
unter  welchen  sich  Vertreter  des  Lias,  des  mittleren  und  oberen  Jura  nachweisen  Hessen.  Im  südlichen,  flachen 
Theile  des  Landes  werden  die  krvstallinischeu  Schiefer  unmittelbar  von  horizontal  gelagerten  Kalken  des 
oberen  Jura  bedeckt,  deren  namentlich  an  Muscheln,  .Schnecken  und  Brachiopoden  reiche  Fauna  an  die 
tithonischeu  Korallenbildungen  der  Kariiathen,  aber  auch  an  die  f¥e/-oce/'as-Schichten  von  Hannover,  Frank- 
reich und  der  westlichen  Schweiz  erinnern.  Es  wäre  jedoch  nicht  gerechtfertigt,  diese  Bildungen  als  dem  ausser- 
alpinen  Typus  angehörig  zu  bezeichnen,  wenn  auch  die  Faciesentwickelung,  welche  hier  herrscht,  in  der  alpinen 
Kegion  ungewöhnlich  ist;  von  den  zwei  Ammonitenarteu,  welche  hier  vorkommen,  gehört  die  eine  der  Gattung 
Fhylluceras  an.  Jedenfalls  geht  aus  diesen  Daten  hervor,  dass  die  südliche  Dobrudscba  und  wohl  auch  einige 
angrenzende  Gebiete  zur  Zeit  des  Lias,  des  Dogger  und  des  unteren  Malm  trocken  lagen  und  erst  gegen  Ende 
der  Jurazeit  überflutet  wurden. 

Der  westliche  Theil  der  Balkanhalbinsel  scheint  von  Meer  bedeckt  gewesen  zu  sein;  allerdings  ist  die 
Zahl  derjenigen  Funkte,  an  welchen  sicherer  Jura  nachgewiesen,  eine  ziemlich  geringe,  doch  ist  die  Ursache 
hiefür  wohl  hauptsächlich  in  der  ausserurdentlicben  Fossihumuth  der  betretfenden  Bildungen,  sowie  in  unserer 
geringen  Keuntniss  dieser  Länder  zu  suchen.  Die  Vorkommnisse  in  Bosnien  und  der  Herzegowina  wurden  schon 
erwähnt,  im  westlichsten  Croatien  hat  Stoliczka  in  der  (legend  östlich  von  Fiume  dunkle  Kalke  mit  ober- 
jurassischen  Ammoniten  fFefisphindus  cf.  pohjplociif>,  Haploci-ras  cf.  Eratoj,  und  Fötterle  bei  Lapac  im 
Liccaner-Eegimente  Kalke  mit  nicht  näher  bestimmbaren  Perisphincten  gefunden.  Aus  Dalmatien  ist  eine 
Reihe  von  Vorkonmmissen  bekannt;  aus  der  Gegend  von  Verlicca  ist  Terebratula  diphya,  und  ein  an  die  Solen- 
hofer  Schiefer  erinnernder  l'lattenkalk  mit  Fischen,  Lumbricarien  und  Ammoniten  bekannt,  welche  jedenfalls 
der  Oberregion  des  oberen  Jura  angehören.  In  den  Hocclie  di  Cattaro  stellen  bei  Castelnuovo  vermuthlich 
jurassische  Nerineenkalke  an,  bei  Schmokowac,  unweit  Risaiio,  befindet  sich  ein  vermuthlich  unterliasischer 
Brachiopodenkalk  mit  Eliynchonellinen,  und  im  südlichsten  Dalmatien  kommen  hornsteinreiche  Kalke  vor, 
welche  bei  Budua  einen  Aptychus  aus  der  Gruppe  der  LameUosl  geliefert  haben.  ^  An  diese  Vorkommnisse 
schliessen  sich  dann  die  von  Tietze  in  Montenegro  gefundenen  rothen  Ammonitenkalke  mit  unbestiinm- 
bareu  Perisphincten  an.^ 

Es  folgt  nun  eine  grosse  Lücke,  welche  durch  unsere  dürftige  Kenntniss  von  Albanien  und  Macedonien 
bedingt  wird,  und  erst  in  Griec-henland  treffen  wir  wieder  auf  einige  Anhaltspunkte.  Hier  treten  in  ungeheurer 
Mächtigkeit  helle  Kalke  und  flyschähuliche  Sandsteine  auf;  im  westlichen  Mittelgriechenland,  in  Aetolien 
und  Akarnanien,  wo  die  Reihenfolge  am  vollständigsten  ist,  lassen  sich  folgende  Glieder  unterscheiden:* 

1.  Obere  Kalke  mit  Hippuriten. 

2.  Sandsteine,  häufig  mit  Kalkeinlagerungen. 

3.  Untere  Kalke. 

Ausser  den  Hippuriten  der  oberen  Kalke  hat  diese  Gegend  keine  bestimmen  Fossilien  geliefert,  weiter 
östlich  dagegen  hat  Bittner  in  einem  rothen  Kalke  bei  Agoriani  im  Parnassgebiete  eine  Fauna  entdeckt,^  welche 
von  grosser  Wichtigkeit  ist.  Sie  enthält,  abgesehen  von  neuen  oder  nicht  sicher  bestimmbaren  Vorkommnissen 
die  folgenden  Arten: 


1  Peters,  Gruudliuieu  zur  Geographie  imil  Geologie  der  Dobrudscli.i,  II.  Geologischer  Theil.  Denksehrifteu  der  kais. 
Akademie  iu  Wien.   1867.  Bd.  XXVII,  S.  173—189. 

-  F.V.Hauer,  geol.  Übeisichtskarte  der  östeir.  Monarchie.  Blatt  10.  Daluiatien.  Jahrbuch  der  geolog.  Reiehsanstalt 
1868,  S.  443.  —  Eichenbaum,  die  Braehiopoden  von  Schmokovac  bei  Risauo  in  Dalmatien.  Ebenda  1883,  S.  713. 

s  Tietze,  geolog.  Übersicht  von  Montenegro.  Ebenda  1884.  S.  84. 

*  Neumayr,  der  geolog.  Bau  des  westlichen  Mittelgriecheuland.  Deukschr.  d.  k.  Akad.  der  Wissensch.  Bd.  lo,  S.  120. 

■T   Bittner,  der  geolog.  Bau  von  Attica,  Boeotien,  Lokris  und  Paruassis.  Ebenda,  S.  20. 


Die  geographische  Vcrhreliung  der  Juraformation.  109 

Haploceras  latidorsatum  Mich.  Haploceras  Beudanti  Brongn. 

„  Majorianum  Orb.  Lyfoceras  Agassizianmn  Pict. 

Es  ist  das  der  Horizont  der  Perte  du  Rlione,  wir  haben  es  mit  unterem  Gault  zu  thun.  Über  das 
Niveau,  welches  diese  rothen  Kalke  im  Parnassgebiete  einnehmen,  ist  allerdings  keine  vollständige  Sicherheit 
vorhanden,  doch  scheinen  dieselben  eine  Einlagerung  im  oberen  Tlieile  der  Sandsteine  zu  bilden.  Die  tieferen 
Theile  des  Sandsteines,  und  die  überaus  mächtigen  und  petrographiseh  mebrt'ach  gegliederten  unteren  Kalke 
sind  also  älter  als  Gault,  und  es  liegt  die  Vermutliung  nahe,  dass  ein  Tlieil  derselben  wenigstens  dem  Jura 
angehöre.  Ganz  Akarnanieu  besteht  aus  diesen  Kalken,  ebenso  die  au  der  akarnanischen  Westküste  gelegenen 
kleinen  Inseln,  sowie  die  östliche  Hälfte  \(Ui  Leukadia.  Bei  dem  ausserordenilich  regelmässigen  Streichen  der 
Ketten  im  westlichen  Griechenland  kann  kein  Zweifel  bestehen,  dass  diese  Bildungen  sich  auch  im  westlichen 
Epirus  fortsetzen,  und  vermuthlich  sind  es  dieselben  Kalke,  welche  bei  Avlona  die  akrokeraunischen  Berge 
bilden  und  hier  ins  Meer  hinausstreicheu.  In  die  nördliche  Fortsetzung  der  unteren  Kalke  von  Leukadia  und 
den  kleinen  westakarnanischen  Inseln  fällt  aber  auch  Cori'u  oder  wenigstens  sein  östlicher  Theil,  und  hier  hat 
Port  lock  vor  einer  längeren  Reihe  von  Jahren  auf  der  dem  Hafen  V(m  Corfu  vorliegenden  Insel  Vido  Jura- 
fossilien entdeckt. '  Ich  selbst  habe  den  Punkt  im  Jahre  187(3  besucht  und  unbestimmbare  Ammonitenspuren 
gefunden,  dot  h  musste  eine  weitere  Untersuchung  unterbleiben,  da  dieselbe  vou  den  Strandwächtern  kategorisch 
verboten  wurde,  und  die  Zeit  zur  Erwirkung  einer  Erlaubuiss  von  den  betreffenden  Behörden  zu  kurz  war.  Im 
Pelopounes  haben  Boblaye  und  Virlet  bei  Xauplia  Jurafossilien,  Neriueen  und  Dicerateu,  gefunden,  welche 
Deshayes  beschrieben  hat;^  dieselben  scheinen  einem  „Corallien"  des  oberen  Jura  anzugehören,  dessen 
genaues  Alter  vorläufig  nicht  bestimmbar  ist. 

Unter  diesen  Umständen  ist  es  sehr  wahrscheinlich,  dass  ein  ansehnlicher  Theil  der  im  östlichen  Theil 
der  Balkanhalbinsel  verbreiteten  lichten  mesozoischen  Kalke  dem  Jura  angehört. 

VII.  Der  Jura  in  Afrika. 

Wie  die  Gebirgsketten  der  afrikanischen  Nordküste  von  Tunis  bis  zum  atlantischen  Ocean  tektonisch 
lediglich  ein  Stück  des  südeuropäischen  Alpensystemes  sind,  so  verhält  es  sich  auch  bezüglich  der  dort  auf- 
tretenden Sedimentablagerungen;  auch  der  Jura  findet  sich  in  grosser  Verbreitung,  und  seine  Ablagerungen 
sind  in  Algerien  durch  die  bekannten  Arbeiten  der  französischen  Geologen,  die  hier  aufzuzählen  überflüssig 
wäre,  in  sehr  befriedigender  Weise  erforscht.  Auch  aus  Marokko  liegen  wenigstens  Andeutungen  über  das  Vor- 
kommen von  Jura  vor^  und  der  Kalk  des  Felsens  von  Gibraltar,  der  geologisch  noch  zu  Marokko  gehört, 
wird  für  jurassisch  gehalten,  wenn  auch  die  dafür  vorhandenen  Anhaltspunkte  ziemlich  sehwach  sind  und  sich 
auf  das  Vorkommen  einer  mit  Rhynchonella  concinna  verwandten  Form  beschränken.*  Über  das  Auftreten  juras- 
sischer Ablagerungen  in  dem  Gebiete  von  Tunis  liegt  keine  Angabe  in  der  Literatur  vor,  und  es  war  mir  daher 
von  um  so  grösserem  Interesse,  von  Herrn  Dr.  W.  Kobelt  in  Schwanheim  einen  vom  Djebel  Zaghuan  bei 
Tunis  stammenden  Ammoniten  zu  erhalten,  welchen  er  im  vorigen  Jahre  gesammelt  hafte.  Es  ist  ein  Feris- 
phindes  aus  der  Gruppe  des  Per.  colubrinitü,  der  zwar  neu  ist,  aber  nach  seiner  Form  jedenfalls  dem  oberen  Jura, 
und  zwar  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  der  Kimmeridgesfufe  oder- dem  unteren  Tithon  angehört.  Dieser  Pw. 
Kobelti,  wie  ich  ihn  zu  nennen  vorschlage,''  steckt  in  einem  rothen  Kalke,  der  z.  B.  von  dem  Diphyenkalk  von 

1  Portlock,  Quarterly  jourual  geolog.  soc.  is4ö.  Vol.  I.  S.  mV.  Gefundeu  wurden  uubestiuimliare  Plauulateu  und  IWe- 
braliila  cf.  pala. 

-  Expedition  seientifique  eii  Moree.  Sciences  physiques.  Vol.  II,  Geologie  et  iiiineralogie.  ü.  ir,4.  —  Vol.  III,  Zoologie 
et  Botani(iiie.  S.  ls3. 

3  Bleicher,  sur  les  regiona  comprises  entre  Tanger,  el  Araieh  et  Meftn^s.  Comptes  rendiis.  1874.  Vol.  78,  S.  1712.  — 
Lenz,  vorläufiger  Bericht  in  Mittheilungen  der  afrikanischen  Gesellschaft  1S8.3.  Vol.  II,  S.  100.  —  C.  v.  Fritsch,  über  die 
geolog.  Verhältnisse  in  Maroeco,  Zeitschr.  für  die  gesammten  Naturwissenschaften.  18S1,  Vol.  6,  S.  201. 

*  Ramsay  und  Geykie,  on  tho  gcology  nf  Gibraltar.  <^>u:irterly  Journal  of  tlie  geological  society.    I,s7s,  S.  öo.'i. 

5  Vergl.  Anhang  I.  dieses  Aufsatzes. 


110  M.  Neumayr. 

Eoverefo  nicht  zu  iiiiteis^cheiden  ist.  Dasselbe  Stück  enthält  auch  ein  Fragment  e,mt,s  Aptychus  aus  der  Gruppe 
der  Lamellosi. 

Südlich  von  dem  Gebirge  von  Marokko,  Algier  und  Tunis  liegt  die  flach  gelagerte  „Wüstentafel",  welche 
in  der  Schottregion  an  das  Mittelnieer  herantritt  und  von  da  an  gegen  Osten  dessen  Südküste  bildet.  Wie 
bekannt,  fehlt  in  diesem  weiten  Gebiete,  dem  auch  die  arabische  Halbinsel  angehört,  jede  Spur  von  jurassischen 
Bildungen,  obere  Kreide  liegt  hier  überall  unmittelbar  auf  archaischen  oder  paläozoischen  Bildungen   auf. ' 

In  dem  gewaltigen  Theile  Afrika 's  südlicli  von  der  Sahara  kennen  wir  einen  einzigen  Punkt,  an  welchem 
jurassische  Ablagerungen  sich  im  Inneren  des  Landes  finden;  es  sind  das  die  von  Blanford^  beschriebenen 
Kalke  von  Antalo  in  Abyssiuien,  welche  eine  nicht  eben  artenarme,  aber  aus  wenig  charakteristischen 
Typen  bestehende  Fauna  enthalten,  Dass  dieselben  wirklich  unserer  Formation  angeb(3ren,  kann  wohl  keinem 
Zweifel  unterliegen,  doch  liegen  keine  hinreichenden  Anhaltspunkte  vor,  um  zu  entscheiden,  welchem  Horizonte 
sie  angehören ;  vielleicht  wird  ein  bestimmteres  Urtbeil  darüber  möglich  sein,  wenn  einmal  die  paläontologische 
Bearbeitung  der  Jurafauua  von  Cutch  in  Indien,  von  der  wir  bis  jetzt  nur  die  Cephalopodeu  kennen,  erschienen 
sein  wird. 

Abgesehen  von  dieser  Region  scheint  jedoch  das  Jurameer  den  afrikanischen  Contineut  nur  an  seinen 
Osträndern  bespült,  nicht  aber  grössere  Strecken  desselben  bedeckt  zu  haben.  Wohl  ist  unsere  Kenntniss  noch 
sehr  gering,  aber  alle  Angaben  weisen  darauf  Iiiu,  dass  wir  es  mit  einem  uralten  Coutiueute  zu  thun  haben, 
und  aus  dem  ganzen  Gebiete  südlich  von  der  Sahara  scheinen  marine  Ablagerungen,  welche  jünger  sind  als 
das  Devon,  ganz  zu  fehlen  oder  auf  den  äussersten  Küstensaum  beschränkt  zu  sein,  während  jüngere  Biunen- 
ablageriingen  mit  Landpflanzen  namentlich  aus  dem  Süden  in  grosser  Ausdehnung  bekannt  sind. 

Auch  an  den  Bändern  scheinen  marine  Ablagerungen  mesozoischen  Alters  nur  sporadisch  überzugreifen; 
in  erster  Linie  sind  für  uns  die  zuerst  von  Fraas  erwähnten  und  von  Beyrich  näher  beschriebenen  Jura- 
ablagerungen von  Mombassa,  ungefähr  unter  4°  südl.  Breite,  von  grösstem  Interesse,  deren  Cephalopoden  mit 
solchen  der  Catrolgruppe  von  Cutch,  theilweise  auch  mit  denjenigen  der  Tenuilobatenschichten  Europa's 
übereinstimmen.^ 

Ein  zweites  Vorkommen  wird  durch  einen  von  Peters  im  Jahre  1843  am  Conduziaflusse  bei  Mossam- 
bique  gesammelten  Ammoniten  angedeutet,  welcher  im  mineralogischen  Museum  der  Universität  in  Berlin 
aufbewahrt  wird,  und  den  Herr  Geheimrath  Beyrich  mir  anzuvertrauen  die  Güte  hatte.  Das  Stück,  welches 
in  seiner  Erhaltung  merkwürdig  an  gewisse  Vorkommnisse  des  russischen  Jura  erinnert,  ist  ein  Pht/Uoceras, 
das  ich  von  dem  im  Neocom  der  alpinen  Provinz  vorkommenden  PJii/Il.  semistriafum  Orb.  in  keiner  Weise  unter- 
scheiden kann.*  Allerdings  ist  damit  eine  ganz  präcise  Altersbestimmung  kaum  möglich;  PhijU.  aeittistriatmn 
findet  sich  bei  uns  im  alleruntersten  Neocom,  steht  aber  dem  Fhi/U.  serum  Opp.  aus  dem  Tithon  sehr  nahe, 
so  dass  deren  Unterscheidung  schon  einige  Aufmerksamkeit  erfordert;  da  nun  gerade  die  Phylloceraten  zu  den 
etwas  kritischen  Ammonitengruppen  gehören,  so  möchte  ich  nach  einer  einzelnen  Art  aus  einer  so  entlegenen 
Gegend  kein  absolutes  Urtheil  darüber  abgeben,  ob  wir  es  mit  oberstem  Jura  oder  mit  unterster  Kreide  zu 
thun  liaben,  wenn  auch  das  Letztere  wahrscheinlicher  ist. 

Treten  uns  sowohl  bei  Mombassa  als  bei  Mossambique  die  verwandtschaftlichen  Beziehungen  zu  Europa 
in  der  auffallendsten  Weise  entgegen,  so  verhält  es  sich  durchaus  anders  mit  einem  dritten  Vorkommniss,  das 
wir  hier  ebenfalls  in  Betracht  ziehen  müssen,  obwohl  es  nicht  dem  obersten  Jura,  sondern  der  untersten 
Kreide   angehört;  es  sind  das  die  sogenannten  Uitenhageschichten  des   Caplandes,^  welche  in  ihrer  sehr 


1  Zittel,  Beiträge  zur  Geologie  und  Paläontologie  der  libyschen  Wüste,  PalaeontograpLica  Bd.  30  —  Suess,  das  Antlitz 
der  Erde,  Vol.  I,  S.  462. 

"  Blanford,  geology  and  zoology  ofAbyssinia,  I,  S.  170. 

•3  Beyrich,  über  jurassische  Ammoniten  von  Mombassa,  Monatsber.  der  Berl.  Akad.  1877,  S.96.  —  Über  Hildebrandt's 
Sammhipgen  von  Mombassa.  Ebenda  1878,  S.  767. 

1  Vergl.  Anhang  II. 

^  Holiib  und  Neumayr,  über  einige  Fossilien  aus  der  Uitenthagefonnation  in  Südafrika.  Diese  Denkschriften.  1881, 
Bd.  44. 


Die  geographische  Verhreifnnf/  der  Jinrifont/afioii.  111 

reielien,  schon  etwa  80  Arten  umfassenden  Marinfauna  nicht  eine  Form  aufzuweisen  haben,  welche  mit 
Bestinimtlieit  mit  einer  enrnpäischcn  identiticirt  werden  könnte.  Allerdings  f::ehören  die  Uitenhageschiehten, 
wie  jetzt  fast  mit  voller  Sicherheit  gesagt  werden  kann,  nicht  zum  Jura,  sondern  zur  alleruntersten  Kreide,  und 
gehören  daher  streng  genommen  nicht  in  den  Bereich  unserer  Betrachtungen;  allein  man  muss  berücksichtigen, 
dass  zwischen  zwei  unmittelbar  benarlibarten  Zonen,  auch  wenn  zufällig  zwischen  ihnen  hindurch  die  Grenze 
zwischen  zwei  Formationen  gelegt  worden  ist,  doch  stets  eine  sehr  nahe  verwandtschaftliche  Bezieliung  zu 
existiren  pflegt,  und  dass  erhebliclie  Veränderungen  in  der  geographischen  Vertlieilung  von  Meer  und  Festland 
in  so  kurzer  Zeit  in  der  Regel  nicht  vor  sich  zu  gehen  pflegen,  und  wir  werden  daher  die  aus  der  Untersuchung 
der  ältesten  untercretacischen  Bildungen  abgeleiteten  .Schlüsse  für  die  Beurtheilung  des  oberen  Jura  ver- 
werthen  können. 

Als  der  wichtigste  Punkt,  welcher  sich  aus  der  Betrachtung  derUitenliagcfauna  ergibt,  ist  in  erster  Linie  die 
vollständige  Verschiedenheit  von  allen  europäischen  Vorkommnissen  hervorzuheben;  allerdings  sind  unter  den 
Ammonitiden  einige  Typen  mit  solcbea  aus  Europa  nahe  verwandt,  aber  es  sind  das  durchaus  nicht  Formen, 
die  speciell  in  den  näher  gelegenen  Gegenden  uuseres  Erdtheiles,  nämlich  in  der  alpinen  Eegion,  ihre  Analoga 
finden,  sondern  die  meiste  Ähnlichkeit  bietet  der  norddeutsche  Hils.  Der  eine  von  den  zwei  Typen,  welcher 
beiden  Regionen  gemein  ist,  gehört  überdies  zu  den  kosmopolitischen  Vorkommnissen  und  kehrt  aucli  im 
uördliclien  Russland,  in  Tibet  und  vcrmuthlich  auch  iu  Japan  wieder.  Wir  haben  es  also  hier  wahrscheinlich 
mit  Ablagerungen  aus  einem  Meeresbecken  zu  thun,  welches  von  den  europäischen  Regionen  abgeschlossen 
war,  resp.  mit  denselben  nur  auf  weiten  Umwegen  in  Verbindung  stand.  Namentlich  wird  es  dadurch 
unwahrscheinlich ,  dass  damals  offenes  Meer  die  Stelle  des  jetzigen  sUdatlantischen  Oceans  einge- 
nommen habe. 

Kaum  geringer  scheint  aber,  so  weit  die  allerdings  noch  dürftigen  Kenntnisse  reichen,  der  Gegensatz 
gegen  die  oben  besprochenen  Vorkommnisse  an  der  OstkUste  von  Afrika,  gegen  Mossambique  und  Mombassa 
zu  sein.  Nur  zwei  Gegenden  sind  es,  in  welchen  wir  bedeutungsvolle  Anklänge  an  die  Uitenhagefauna  finden; 
einige  Muscheln  derselben  kehren  im  obersten  Jura  im  südöstlichen  Theile  der  indisclien  Halbinsel  wieder.' 
und  eine  Gruppe  von  Trigonieu,  Steinmanns  Triyoniae  subqwulratae,  ist  bis  jetzt  auf  Südafrika  und  Süd- 
amerika beschränkt,  wo  sie  sich  in  den  chilenischen  Anden  wiederfindet.  ''■ 

Auf  Madagaskar  nehmen  mesozoische  Ablagerungen  den  westlichen  Theil  der  Insel  ein,  und  Jura 
scheint  in  bedeutender  Verbreitung  vorzukommen,  doch  ist  das,  was  wir  dafon  kenneu,  noch  sehr  dürftig; 
wir  wissen  nur,  dass  Nerineenkalke  und  Ammonitenscliichten  von  alpinem  Charakter  auftreten,  welche 
sich  jedenfalls  an  die  Entwicklung  von  Mossambique  und  Mombassa,  nicht  aber  an  die  südliche  Ausbildung 
anschliessen.* 

Auf  die  Folgerungen,  welche  aus  den  oben  geschildertea  Verhältnissen  abgeleitet  werden  müssen,  gehen 
wir  hier  nicht  weiter  ein,  wir  werden  darauf  zurückkommen,  wenn  wir  die  Vorkommnisse  in  Indien  und  in 
Südamerika  kennen  gelernt  haben  werden. 

Beiläufig  sei  hier  noch  erwähnt,  dass  Dr.  Holub  von  seinen  Reisen  iu  Südafrika  zwei  Gryphaeen  mit  der 
Localitätsbezeichnung  „zwischen  Cradoe  und  der  Tarkastadt"  mitgebracht  hat;  der  Fundort  wäre  demnach  im 
nordöstlichen  Theile  der  Capcolonie.  Die  Exemplare  stimmen  in  Form  und  Erhaltung  auffallend  mit  schwä- 
bischen Vorkommnissen  von  Grijphaea  arcuata,  und  ich  kann  mich  der  Vermuthung  nicht  erwehren,  dass 
man  es  mit  Stücken  zu  thun  habe,  die  von  irgend  einem  Einwanderer  nach  den  Diamantfeldern  einge- 
schleppt und  Herrn  Dr.  Holub  mit  irriger  Fundortsangabe  mitgetheilt  wurden. 

Von  der  ganzen  Westküste  Afrika's  ist  nichts  von  Jura  bekannt,  wenigstens  liegt  keine  irgend  verbürgte 
Nachricht  darüber  vor.    Bei  der  Discussion  einer  Arbeit  erwähnte  Boubee  im  Jahre   1850  in   der  Pariser 


1  Medlicott  and  Blanford.  Geology  of  India.  S.  Siii. 

2  Steinmann,  die  Gruppe  der  Trigoniae  pseudo-quadiatae.  Neues  Jalirbuch  I8s-j,  Vol.  I,  S.  219. 

3  P.  Fischer,  Coinptes  readus  lS7ö.  Vol.  66,  S.  1H.  —  Vergl.  Neumayr,  klimatische  Zonen  1.  c,  S.  300. 


112  M.  Neuniaij}'. 

geologischen  Gesellschaft,  dass  er  Oxfovdfossilien  vom  Senegal  erhalten  habe,  doch  beschränkt  sich  seine,  nur 
etwa  eine  Zeile  lange  Kotiz  einfach  auf  die  Angabe, '  und  da  keine  weitere  Nachrieht  und  keine  Bestätigung 
aus  späterer  Zeit  vorliegt,  so  darf  man  wohl  annehmen,  dass  es  sieh  um  eine  Verwechslung  handelt.  Ahnlich 
verhält  es  sich  mit  einer  zweiten  Angalic  über  Lias  an  der  GuineakUste.  Es  wurden  in  der  Londoner  geologi- 
schen Gesellschaft  im  Jahre  1836  Liasfossilien  von  der  Westküste  Afrika's  vorgelegt,  welche  sowohl  den 
Arten  als  der  Erhaltung  nach  vollständig  mit  solchen  von  Lym3  Regis  übereinstimmten.  Die  Übereinstimmung 
war  eine  so  ausserordentliche,  dass  sofort  Zweifel  an  der  Richtigkeit  der  Fundortsaugabe  erhoben  und  die  Ver- 
muthung  ausgesprochen  wurde,  dass  die  Stücke  verwechselt  worden  seien.  Daraufgab  der  Capitän,  welcher 
die  Stücke  mitgebracht  hatte,  die  bestimmte  Erklärung  ab,  dass  er  dieselben  selbst  auf  Fernando  Po,  Accra 
und  Sierra  Leone  gesammelt  habe,  und  dass  sie  dort  in  Menge  vorkommen.  ^  Ich  habe  mich  bemüht,  irgend 
welche  Daten  über  ein  derartiges  Vorkommen  zu  erhalten;  sowohl  Herr  Dr.  H.  Dohrn  in  Stettin,  als  Herr  Dr. 
0.  Lenz,  an  welche  ich  mich  um  Auskunft  wandte,  erklärten  es  nach  ihrer  Kenntniss  Westafrika's  für  sehr 
unwahrscheinlich,  dass  dort  etwas  Derartiges  vorkomme.  Herr  Dr.  Dohrn  sciireibt:  „Dass  übrigens  aus- 
gewaschene Versteinerungen  in  den  Lngunenbildungen  und  Waldsümpfen  von  Guinea  zwischen  der  Niger- 
mündung und  Cap  Palmas  zahlreich  umlierliegeu  sollten,  ist  an  sich  schon  nicht  glaublich." 

Da  es  sich  bei  den  von  Leacb  vorgelegten  Versteinerungen  nicht  etwa  um  Fossilien  handelt,  die  bei  einer 
Expedition  in  das  Innere  gesammelt  worden  sind,  sondern  dieselben  nach  dem  mitgetlieilten  Wortlaute  an  ver- 
schiedenen Küstenpunkten  aufgelesen  sein  sollen,  so  scheinen  mir  die  Mittheilungen  von  Dr.  Dohrn  ent- 
scheidend. Überdies  sind  ja  diese  Gegenden  wiederholt  von  Naturforschern  besucht  worden,  und  wenn 
die  Fossilien  Avirklich  in  Menge  vorhanden  wären,  so  hätten  sie  gewiss  auch  ihren  Weg  nach  Europa  gefunden 
und  wären  beschrieben  oder  wenigstens  erwähnt  worden.  In  dieser  Annahme  bestärkt  mich  noch  ein  weiterer 
Umstand.  Murehison  citirte  die  Liasbildungen  von  Fernando  Po  und  der  gegenüberliegenden  Küste  in  der 
im  Jahre  1839  erschienenen  Ausgabe  des  Silurian  System,  S.583,  als  Beleg  für  die  ausserordentliche  Überein- 
stimmung der  altenForraationen  in  weit  von  einander  entlegenen  Gegenden;  in  späteren  Ausgaben  (z.B.Siluria 
4.  ed.  1867)  ist  diese  Stelle  ausgelassen,  und  ich  schliesse  daraus,  dass  ihm  die  Nachricht  nicht  mehr  glaub- 
würdig erschienen  ist.  Ich  kann  nur  annehmen,  dass  ein  aus  England  kommendes  Schiff  dort  Ballast  ausgeladen 
hat,  und  dass  es  Stücke  davon  sind,  welche  von  Capitän  Bullen  aufgesammelt  wurden. 

Soweit  unsere  Kenntnisse  der  afrikanischen  Westküste  südlich  vom  Atlas  reichen,  hat  sich  au  derselben 
kein  Jura  gefunden,  und  es  ist  «auch  nicht  wahrscheinlich,  dass  er  sich  noch  finden  wird. 

Während  abgesehen  von  dem  äussersten  Nordwesten  das  Vorkommen  von  marinem  Jura  ein  äusserst 
beschränktes  ist,  scheinen  pflanzenführende  Binnenablagerungen  in  dem  Gebiete  Afrika's  südlich  vom  Äquator 
grossen  Raum  einzunehmen;  speciell  in  der  Capregion  sind  dieselben  näher  untersucht,  und  die  Flora  zeigt 
ganz  auffallende  Ähnlichkeit  mit  derjenigen  der  gleichartigen  Bildungen  in  Indien. 

VIII.  Der  Jura  im  ausserborealen  Asien. 

Unsere  Kenntniss  des  asiatischen  Jura  ist  sehr  gering,  und  ich  habe  dem,  was  ich  früher  über  diesen 
Gegenstand  gesagt  habe,  nur  wenig  beizufügen.  Der  nordwestliche  Theil  von  Klein  asien  dürfte  mit  der 
thraeischen  Insel  verbunden  gewesen  sein;  aus  dem  übrigen  Theile  des  Landes  kennt  man  von  zwei  Punkten 
Juraablagerungen,  und  zwar  aus  der  Gegend  von  Angora  im  Centrum  ^  und  von  Amassy  in  der  päphlago- 


1  BuUetins  de  la  societ6  geulogique  de  France  1850,  Vol.  VII,  S.  28.3. 

-  Proceediugs  of  the  geological  soeiety,  183G.  Vol.  II,  S.  415.  Die  Notiz  lautet:  „Mr.  Leach  a  short  time  since  pre- 
sented  to  the  soeiety  some  orgauic  remains  stated  to  have  been  obtaiued  by  Commodore  Sir  Charles  Bullen  on  the  West- 
Coast  of  Africa.  As  these  oi-ganic  remaius  agree  exactly  with  fossils  of  common  occurrenee  at  Lyme  Regis,  it  was  con- 
jectured  that  some  mistake  might  have  occured  respecting  them.  But  Mr.  Leach  has  been  subsequently  infoimed  by  Sir  C'harle.s 
Bullen,  that  they  were  collected  by  himself  and  officers  at  West-Bay,  Fernando  Po,  Accra  and  Sierra  Leone  and  thit 
they  occuri-  in  abuudance."  —  Die  Ablagerungen  vim  Cap  Bianco  und  Caj)  Verde  scheinen  der  Kreideformatiou  anzugehören. 

3  Tchichatcheft.  Asie  mineure,  Geolugie.  Vol.  II,  Cap.  1. 


Die  geograpJii sehe  Verbreitung  der  Juraformation .  113 

iiisclien  Ktistenveg-ion. '  Die  erstero  Localität  gehört  nach  der  charakteristischen  Aininouiteufauna  bestimmt 
der  Uxfordstufe  au,  die  zweite  hat  keine  ganz  sicher  entscheidenden  Formen  geliefert,  doch  scheint  es  sich 
auch  hier  um  oberen  Jura  zu  handeln. 

Aus  Syrien  kennen  wir  durcli  Fr  aas  die  viel  besprochenen  Oxford-  und  Kellowayablagerungen  des 
Hermon,  '^  während  im  Norden,  im  Kaukasus,  wohl  entwickelter  mariner  Jura  vorhanden  ist,  unter  dessen 
Gliedern  Vertreter  der  verschiedensten  Stufen  vom  untersten  Lias  bis  zum  Tithon  nachgewiesen  werden 
können;  wir  dürfen  daraus  schliessen,  dass  zur  Zeit  des  oberen  Jura  der  grösste  Theil  von  Kleinasien  und  das 
Land  zwischen  dem  Kaukasus  und  der  afrikanisch-arabischen  WUstentafel  vom  Meere  bedeckt  war,  und  wir 
haben  oben  gesehen,  dass  von  da  aus  dann  nach  Norden  eine  Verbindung  mit  dem  Meere  des  Moskauer  Beckens 
vorhanden  war. 

Der  Jura  im  Kaukasus  ist  noch  aus  einem  anderen  Grunde  von  grossem  Interesse;  es  ist  hier  der 
äusserste  östliche  Punkt,  von  welchem  wir  marinen  Lias  kennen;  ausserdem  ist  auf  dem  ganzen  asiatischen 
Festlande  noch  kein  sicheres  Vorkommen  dieses  Alters  nachgewiesen  worden,  und  wir  müssen  bis  Japan 
gehen,  um  wieder  unzweifelhafte  marine  Liasbildungen  zu  finden.  Wir  treten  in  die  Region  der  Liaskohlen 
ein;  die  Vorkommnisse  von  Fünfkircheu  in  Ungarn,  von  Bersaska  im  Bauat  können  als  äusserste  Vorläufer 
dieser  Entwicklung  gelten,  auch  in  der  Krim  und  im  Kaukasus  sind  Landpflauzen  im  Lias  verbreitet,^ 
dann  finden  sie  sich  in  einer,  wie  es  scheint,  fortlaufenden  Kette  in  Persien,*  auf  Maugischlak, •'•  iu 
Turkestan,  im  ganzen  Thianschan, '^  in  China'  und  im  südlichen  Sibirien**  bis  an  die  Ufer  des  pacifischen 
Oceans. 

Der  Nachweis  mariner  Jnraablagerungen  jüngeren  Alters  ist  weiterhin  gegen  Osten  etwas  unsicher  und 
schwierig;  bei  einer  früheren  Gelegenheit  habe  ich  die  Angaben  über  das  Vorkommen  solcher  Bildungen  auf 
der  Halbinsel  Mangischlak  und  bei  Krasnowodsk  an  der  Ostküste  des  kaspischen  Meeres,  von  dem  Nord- 
rande des  Usturt  und  vom  westlichen  Ufer  des  caspischen  Meeres  besprochen,  aus  denen  die  Anwesenheit 
mariner  Juraschiehten,  aber  kaum  mehr,  gefolgert  werden  kann.  ' 


1  Schlelian,  Versuch  eiuer  geolog.  Beschreibuug  der  Gegend  zwischen  Amassy  und  Tyola-Asy  .an  der  NordkUste  von 
Kleinasien.  Zeitschr.  d.  deutsehen  geolog.  Gesellschaft  1852,  S.  96. 

-  Fraas,  Ans  dem  Orient.  2.  Theil.  Geolog.  Beobachtungen  am  Libanon.  Stuttgart  1878.  —  Derselbe,  Neues  Jahrbuch 
1877.  S.  17.  —  Neumayr,  klimatische  Zonen.  1.  c,  S.  295. 

3  E.Favre,  etude  stratigraphique  de  la  partie  Sud-Ouest  de  la  Crimee  Genf  1877,  S.  10.  —  Abich,  sur  la  structure 
et  la  göologie  du  Daghestan.  Mömoires  de  1'  academie  imperiale  de  St.  Petorsbourg.  18C2,  S6r.  VII,  Vol.  10.  —  Göppert, 
Beiträge  zur  fossilen  Flora  Russlands.  Abhandlungen  der  schlesiohen  Gesellschaft  für  vaterländische  Cultur.  1860.  —  Ab  ich, 
vergleichende  Grundzüge  der  Geologie  des  Kaukasus  wie  der  armenischen  und  nordpersischen  Gebirge.  Memoires  de  l'aca- 
demie  imperiale  de  St.  Petersbourg  1S59.  —  E.Favre,  Reclierches  göologiques  dans  la  chalne  centrale  du  Caucase.  Genf, 
187.-.. 

*  Göppert,  über  das  Vorkommen  von  Liaspflanzen  im  Kaukasus  und  in  der  Alboruskette.  Bulletins  de  1' academie 
imperiale  de  St.  Petersbourg.  —  Tietze,  Bemerkungen  über  die  Tektonik  des  Albursgebirges.  Jahrbuch  der  geolog. 
Reichsaustalt  l,s77,  S.  389.  —  Tietze,  Die  Mineralreichthümer  Persiens.  Ebenda  1879,  S.  599.  —  Vergl.  ferner  für  die 
asiatischen  Liaskohlen  im  Allgemeinen:  Hochstetter,  Asien,  seine  Zukunftsbahnen  und  seine  Kohlenschätze.  1876, 
S.   156. 

'■>  Helmersen,  Notiz  über  die  Berge  Aktau  umi  Ivtiratau  auf  der  Halbinsel  .Mangischlak  am  Ostufer  des  kaspischen 
Meeres.  Mölanges  physiques  et  chimiques  tirös  du  buUetin  de  l'acad.  imp6r.  de  St.  Petersbourg.  Vol.  Vni,  1870. 

"  Muschketoff,  kurzer  Bericht  über  eine  geologische  Reise  in  Turkestan  im  Jahre  1875.  Schriften  der  Petersburger 
mineralogischen  Gesellschaft  1876.  (Russisch.)  —  Romanowsky,  geologische  und  paläontologische  Übersicht  des  nord- 
westlichen Thianschan  und  des  südöstlichen  Theiles  der  Niederung  von  Turkestan.  Materialien  zur  Geologie  von  Turkestan. 
Lief.  I,  1880. 

'  Richthofen,  China.  Bd.  IV.  Paläontologischer  Tlieil.  10.  Schenk,  jurassische  Pflanzenreste. 

8  Heer,  Flora  fossilis  arctica.  Bd.  IV,  1879.  Beiträge  zur  Juraflora  Ostsibiriens  und  des  Amurlandes. 

8  Eichwald,  geologisch-paläontologische  Bemerkungen  über  die  Halbinsel  Mangischlak  und  die  aleutischen  Inseln. 
Petersburg  1861.  —  Helmersen,  über  die  Berge  Akt.au  und  Karatau  u.  s.  w.  I.e.  —  Tietze,  über  eiaen  kurzen  Aus- 
flug nach  Krasnowodsk  im  westlichen  Turkestan.  Jahrb.  d.  geol.  Reichsanstalt  1875,  S.  1.  —  Vergl.  ferner  Neumayr,  über 
klimatische  Zonen  u.  s.  w.  1.  c.  S.  296. 

Denkschriftea  der  mathem.-uatarvir.  Gl.    L.  Bd.  15 


114  M.  Neumayr. 

Dass  vom  Kaukasus  und  von  Armenien  nacli  dem  nordwestliclien  Persien  Juraablagerungen  herüber- 
reichen, kann  nach  den  Angaben  von  Grewinck  und  Abich  keinem  Zweifel  unterliegen/  und  Pohlig  hat 
kürzlich  an  der  Ostseite  des  Urmiah-See's  Ammoniten  gefunden,  welche  nach  dem  Vorkommen  von  Perisphinctes 
und  von  Äjiti/ckus  lamellosus  dem  oberen  Jura  anzugehören  scheinen.^  Auch  Loftus  führt  ältere  mesozoische 
Ablagerungen  mit  Ammoniten  von  dem  Passe  zwischen  Ser-Abi-Sir  und  Faylun  an.'  Im  Albursgebirge  endlich 
hat  Tietze*  über  der  liasischen  Kohlenformation  lichte  Kalke  gefunden,  die  zwar  keine  Versteinerun;;en 
geliefert  haben,  aber  nach  den  Lagerungsverhältnisseu  mit  fast  absoluter  Sicherheit  als  jurassisch  ange- 
sprochen werden  können. 

Aus  dem  südlichen  Persien,  aus  Afghanistan  und  Beludschistan  haben  wir  keine  sicheren  Daten 
über  das  Vorkommen  von  Jura,  keiner  der  Reisebericlite  aus  neuerer  Zeit  erwähnt  desselben;  ich  habe  nur 
eine  Stelle  in  der  Literatur  entdecken  können,  in  welcher  eine  Andeutung  über  diesen  Gegenstand  gegeben 
scheint.  L.  v.  Buch  sagt  bei  einer  Besprechung  des  indischen  Jura  und  speciell  der  Ablagerungen  in  Cutch, 
dass  die  dortigen  Vorkommnisse  eine  Fortsetzung  der  Gebirge  von  Südpersien  und  Mekran  zu  sein  scheinen. 
Diese  Bemerkung  weist  dem  ganzen  Zusammenhange  nach  darauf  hin,  dass  L.  v.  Buch  Angaben  über  Jura- 
vorkommnisse von  dort  vorgelegen  haben,  doch  ist  es  mir  nicht  gelungen,  irgend  eine  weitere  Spur  zu  finden.'' 

Trotzdem  kann  gerade  in  diesem  Falle  aus  den  thiergeographischen  Verhältnissen  geschlossen  werden, 
dass  diese  Gegenden  vom  Jurameere  bedeckt  waren,  und  es  ist  sehr  wahrscheinlich,  dass  Ablagerungen  dieses 
Alters  auch  noch  gefunden  werden.  Um  diese  Verhältnisse  klar  zu  legen,  müssen  wir  vor  Allem  einige  indische 
Vorkommnisse  kennen  lernen;  in  der  Nähe  der  Indusmündung  treten  die  berühmten  Juraablagerungen  von 
Cutch  auf,  welche  mit  wahrscheinlich  der  Bathstufe  angchörigen  Schichten  mit  Oppelia  serrujem  Waag. 
beginnen  und  von  da  an  nach  aufwärts  die  ganze  Schichteufolge  bis  zum  Tiihon  zeigen."  Durch  die  Arbeiten 
von  Waagen  ist  die  geradezu  wunderbare  Übereinstimmung  dieser  Faunen  und  ilirer  Aufeinanderfolge  mit 
den  europäischen  Bildungen  nachgewiesen;  wir  können  daraus  mit  ab-^oluter  Sicherheit  schliessen,  dass  zwi- 
schen den  beiden  Gebieten  eine  Meeresverbindung  existirt  habe,  und  für  diese  gibt  es  keine  andere  Richtung 
als  diejenige  durch  Beludschistan  oder  Afghanistan  und  Persien. 

Allerdings  haben  neuere  Reisende,  namentlich  Blanford  '  und  Griesbach*,  weder  im  südöstlichen 
Persien,  noch  in  Afghanistan  oder  Beludschistan  Jura  gefunden,  ja  stellenweise  scheint  dort  obere  Kreide 
unmittelbar  auf  archaischen  Gesteinen  zu  liegen,  und  Blanford  ist  sogar  geneigt,  die  Auffassung  von  Loftus 
über  das  Vorkommen  vorcretacischer  Ablagerungen  in  Zweifel  zu  ziehen.  Trotzdem  sind  die  zoogeographi- 


1  Grewinck,  die  geognostischen  imd  oiographischen  Verhältnisse  des  nördliclien  Persieu.  Schriften  der  Petersburger 
mineralogischen  Gesellschaft.  1853.  —  Abich,  vergleichende  Grundzüge  der  Geologie  des  Kaukasus  u.  s.  w.  1.  c. 

ä  Pohlig,  geologische  Untersuchungen  iu  Persien.  Verhandl.  der  geol.  Keichsanstalt.  1884.  S.  281.  —  Herr  Dr.  Pohlig 
hatte  die  Güte,  mir  einige  vorläufige  Notizen  mitzutheilen;  das  Material  von  dort  ist  noch  nicht  angelangt  und  daher  noch 
nicht  bearbeitet. 

3  Loftus,  on  the  geology  of  portions  of  the  Tureo-Persian  frontiers.  Quarterly  Journal  of  the  geological  society.  1855. 
Vol.  XI.  S.  289. 

1  Tietze,  Mittheilungen  aus  Persien.  Verhandl.  der  geol.  Keichsanstalt.  1875.  S.  29.  —  Tietze,  der  Vulkan  Demawend 
in  Persien.  Jahrb.  der  geol.  Reichsanstalt.  1878.  S.  Iis7. 

'■>  L.  V.  Buch,  über  Ceratiteu.  S.  35. 

^  Waagen,  Abstract  of  the  results  of  examination  of  the  Ammouitefauua  of  Cutch,  with  remarks  on  their  distribution 
among  the  beds  and  their  probable  age.  Kecords  of  the  geological  survey  oflndia  1871.  Nr.  4.  —  Waagen,  Jurassic  fauna 
of  Cutch.  I.  The  Cephalopoda.  Palaeontologia  Indica.  Ser.  IX.  Vol.  I.  —  Waagen,  über  die  geographische  Verbreitung  der 
fossilen  Organismen  in  Indien.  Denkschr.  der  kais.  Akad.  d.  Wissensch.  in  Wien.  1877.  Vol.  XXXVIII.  —  Medlicott  and 
Blanford,  Geology  oflndia.  Vol.  I.  S.  250.  Vergleiche  die  beiden  zuletzt  citirten  Werke  auch  bezüglich  der  übrigen  indi- 
schen Vorkommnisse. 

'  Blanford,  note  on  the  geological  formations  seen  along  the  coasts  of  Biluchistan  and  Persia  from  Karacho  to  the 
head  of  the  Persian  Gulf.  Records  of  the  geological  survey  oflndia.  1872.  Vol.  V.  S.  41.  —  Blanford,  Eastern  Persia,  au 
account  of  the  journeys  of  the  persian  boundary  couimission.  Vol.  II.  Geology  and  Ornithology. 

*  Griesbach,  Report  on  the  geology  of  the  section  between  the  Bolan  Pass  in  Bihichistan  and  Girishk  in  South-Af- 
ghanistau.  Memoirs  of  the  geological  survey  of  India.  1882.  Vol.  XVIII.  S.  1. 


Die  geographische  Verbreitung  der  Juraformaiion.  115 

sehen  Bezieliiingen  der  Fauna  von  Cutcli  mit  dem  Westen  und  Südwesten  zu  klar,  als  dass  ein  ZMeifel  an 
dem  Vorhandensein  einer  Verbindung  entstehen  könnte.  Wie  sich  diese  scheinbaren  Widersprüche  lösen 
werden,  ist  heute  freilicli  noch  nicht  zu  sagen.  Es  darf  wohl  daran  erinnert  werden,  dass  in  Gegenden,  in 
welchen  Jura  und  Kreide  als  weisse,  undeutlich  geschichtete  Kalke  mit  grossen  dickschaligen  Muscheln 
fDiceras,  Reqiiienia,  Badiolites,  HippiuitesJ  entwickelt  sind,  die  Trennung  und  Unterscheidung  beider  grosse 
Schwierigkeiten  macht;  so  ist  es  z.  B.  in  Griechenland  der  Fall,  wo  es  mir  absolut  unmöglich  war,  Jura  und 
Kreide  zu  trennen,  ähnlich  verliält  es  sich  in  Dalmatieu  und  Bosnien,  und  dasselbe  wird  sich  stets  wieder- 
holen, wo  für  eine  Gegend  mit  derartiger  Ausbildung  nicht  ganz  sorgsam  durchgeführte  Detail  aufnahmen 
vorliegen.  Ja  selbst  in  einem  so  wohl  durchforschten  Lande  wie  Südfrankreieh  bietet  es  stellenweise 
die  grössten  Schwierigkeiten,  im  gegebenen  Falle  Kreide-  und  Jurnkalke  zu  scheiden.  Es  liegt  daher  die 
Möglichkeit  nahe,  dass  in  Afghanistan  und  Beludscliistan  in  den  als  Rudistenkalke  gedeuteten  Bildungen  auch 
oberjurassische  Glieder  stecken,  deren  Nachweis  erst  genauen  und  lange  dauernden  Localstudien  vorbehalten 
sein  wird;  vielleicht  aber  lag  auch  die  Communieation  weiter  im  Süden  und  führte  über  die  heutige  Strasse 
von  Ornms  und  über  Maskat.  Auf  der  Karte  wurde  nur  schematisch  die  Verbindung  durch  Beludschistan, 
Afghanistan  und  das  südliche  Persien  gezogen. 

Ausser  der  nahen  Verwandtschaft  mit  Europa  zeigt  der  Jura  von  Cutch  noch  sehr  auffallende  Beziehungen 
zu  den  Vorkommnissen  von  Mombassa  an  der  Ostküste  des  äquatorialen  Afrika,  wie  dies  von  Beyrich  ein- 
gehend hervorgehoben  worden  ist, '  ja  die  Übereinstimmung  ist  hier  noch  grösser  als  mit  Europa.  Es  muss 
also  das  Meer  sich  östlich  von  der  afrikanisch-arabischen  Wüstentafel  nach  Süden  gezogen  haben.  Wir  haben 
es  aber  hier  offenbar  nicht  mit  einem  grossen  offenen  Ocean  zu  tliun,  sondern  mit  einem  von  Land  umgrenzten 
Mittelmeer;  hiei'ür  spricht  in  erster  Linie  die  ganz  fundamentale  Verschiedenheit  zwischen  den  Ablagerungen 
des  Caplandes  und  jenen  von  Mombassa,  Madagaskar  und  Mossambique,  welche  das  Fehlen  jeder  Verbindung 
auf  weite  Strecken  bekundet  und  sich  in  gleicher  Weise  auch  in  der  Verbreitung  der  oberen  Kreide  zu 
erkennen  gibt. 

Einen  weiteren  Beleg  erhalten  wir,  wenn  wir  die  jurassischen  Bildungen  der  alten  Masse  des  Dekan  ins 
Auge  fassen;  marine  Sehichtcu  sind  nur  am  äusscrsten  Ostrande  bei  Madras  und  im  Godaverydi stricte  vor- 
handen, im  Innern  der  Halbinsel  aber  finden  wir  ausschliesslich  Sandsteine  und  Schieferthone  mit  Landpflanzen, 
in  welchen  nie  auch  nur  die  Spur  eines  Meeresthieres  vorhanden  ist;  es  ist  das  der  „peninsulare  Typus" 
der  indischen  Geologen.  Es  würde  zu  weit  führen,  hier  auf  die  Gliederung  dieser  Ablagerungen  und  auf  die 
Flora  einzugehen,  zumal  die  Entwicklung  in  verschiedenen  Districten  eine  sehr  abweichende  ist.  Es  soll  nur 
hervorgehoben  werden,  dass  im  Allgemeinen  die  Kajmahal-  und  Mahadeva-Gruppe  ungefähr  dem  Lias,  die 
Jubulpoor-Gruppe  den  höheren  Abtheilungen  des  Jura  zu  entsprechen  scheint.  Für  uns  ist  am  wichtigsten  die 
nahe  Verwandtschaft,  welche  die  Flora  dieser  indischen  Ablagerungen  mit  derjenigen  der  gleichalterigen  Ab- 
lagerungen in  Südafrika  zeigt,  eine  Übereinstimmung,  welche  durch  vielfach  hervortretende  Ähnlichkeit 
der  Gesteine  noch  gehoben  wird.  ^ 

So  sieht  man  sich  durch  die  Betrachtung  der  jurassischen  Organismen  zu  einer  Hypothese  geführt, 
welche  von  anderer  Seite  auf  einem  anderen  Gebiete  durch  die  Betrachtung  der  jetzigen  Landfauna  wahr- 
scheinlich gefunden  worden  ist,  zu  der  Annahme  eines  Festlandes,  welches  das  südliche  Afrika,  die 
östliche  Hälfte  von  Madagaskar  und  die  vorderindische  Halbinsel  über  die  Breite  des  heutigen  indischen 
Oceans  hin  verbindet.  Diese  „Lemuria"  oder  die  indo-madagassische  Halbinsel,  wie  sie  hier  genannt 
werden  soll,  ist  heute  verschwunden,  allein  ihre  Stelle  wird  uns  heute  noch  durch  einzelne  übrig  gebliebene 
Fragmente,  vor  Allem  durch  die  Amiranten  und  Seychellen  bezeichnet,  und  die  langgezogene  Korallenriff- 
region der  Chagos,  der  Malediven  und  Lakkediven  gibt  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  die  Gegend  an,  in 
welcher  ein  nordsüdlich  gerichtetes  Kettengebirge  auf  diesem  Festlande  verlief.   Dadurch  erhalten  wir  auch 


1  Loc.  cit. 

-  Vergl.  Blanford,  Memoira  of  the  geological  survey  of  India.  Vol.  VI.  S.  325. 

15  = 


116  M.  Neuwayr. 

den  Abschluss  jener  grossen  Bucht,  welche  aus  der  Gegend  von  Cutch  .sicli  nach  dem  Süden  erstreckte,  und 
aus  welcher  sich  die  Gesteine  von  Monibassn,  Mossambique  und  Madagaskar  niederschlugen;  wir  bezeichnen 
dieses  bedeutende  Becken  als  das  äthiopische  Mittelmeer,  und  als  eine  in  den  Körper  Afrika's  einspringende 
Bucht  desselben  muss  jenes  Gewässer  bezeichnet  werden,  iu  welchem  sich  die  Antalokalke  Abyssiniens 
bildeten. 

Wir  müssen  hier  noch  ein  merkwürdiges  Element  in  der  Jurafauna  von  Cutch  hervorheben,  nämlich  das 
Auftreten  einiger  Muscheln,  welche  mit  solchen  aus  den  Uitenhagescliichten  Südafrika's  identisch  oder  sehr 
nahe  verwandt  sind ;  namentlich  wird  Trii/oiüa  veidricosa  als  gemeinsam  citirt.  Man  könnte  dadurch  zu  der 
Ansicht  geführt  werden,  dass  das  äthiopische  Mittelmeer  nach  Süden,  gegen  das  Capland  zu  durch 
eine  Strasse  mit  dem  antarktischen  Ocean  communicirte,  doch  spricht  biegegen  der  Charakter  der  Vorkomm- 
nisse im  äquatorialen  Afrika.  Überdies  treten  auch  die  Uitenhagetypen  in  Cutch  weniger  hervor,  als  iu  den 
isolirten  Jurapartien,  welche  am  Ostrande  der  indischen  Halbinsel  im  Godaverydistrikt  und  bei  Madras  auf- 
treten, und  die  Wanderung  dieser  Formen  hat  demnach  auf  der  östlichen,  nicht  auf  der  westlichen  Seite 
der  indo-madagassischen  Halbinsel  stattgefunden.' 

Jedenfalls  wird  durch  die  bedeutendeÜbereinstimmung  jener  Juraschollen  an  der  Coromandelküste  mit  dem 
Jura  von  Cutch  auch  die  Existenz  einer  Meeresverbiudung  in  dieser  Richtung  bewiesen,  und  bei  dem  Mangel  an 
allen  marineu  Juravorkommnissen  an  der  indischen  Westküste  südlich  von  Cutch  ist  es  am  wahrscheinlichsten, 
dass  diese  Wasserstrasse  ungefähr  der  heutigen  Ganges-  und  IndusmUndung  gefolgt  sei,  wofür  die  isolirten 
Jurapartieu  in  Rajputana  zu  sprechen  scheinen. 

Diese  Auffassung  ist  mir  die  wahrscheinlichere,  und  sie  wurde  auch  auf  der  Karte  zum  Ausdrucke  gebracht, 
doch  lässt  sich  noch  eine  zweite  Möglichkeit  vertreten;  im  Östlichen  Himalaya,  z.  B.  in  Sikkim,  sind  die  Flötz- 
formationen  nicht  marin,  sondern  nach  „peninsularem  Typus"  entwickelt,  d.  h.  sie  bestehen  aus  Sandsteinen, 
Schiefern  u.  s.  w.  mit  Landptlauzen,  ganz  wie  im  Dekan.  Man  könnte  daraus  folgern,  dass  Dekan  und 
Sikkim  eine  zusammenhängende  Ijandmasse  gebildet  haben,  u\ul  dass  die  Verbindung  des  Südmeeres  mit 
Cutch  westlich  von  der  indischen  Halbinsel  stattgefunden  habe.  Allein  dieselben  Gründe  lassen  sich  für  einen 
Zusammenhang  Indiens  mit  Siiditfrika  anführen,  und  die  überwiegende  Wahrscheinlichkeit  spricht  immerhin 
für  die  hier  adoptirte  Auffassung,  zumal  da  auch  der  Anschluss  der  Lakkediven  an  die  indische  Westküste  ent- 
schieden zu  Gunsten  derselben  zeugt. 

Eine  andere  wichtige  Frage,  die  wir  heute  nur  in  ihren  allgemeinsten  Umrissen  beantworten  können,  ist 
die  nach  den  Beziehungen  des  Jura  von  Cutch  zu  demjenigen  der  nördlicheren  Gegenden.  Einige  isolirte  Vor- 
kommnisse in  Rajpu  tan  a  bilden  zunächst  in  naturgemässer  Weise  die  Verbindung  mit  den  Ablagerungen  in  der 
Salt  Range  am  Indus,  südlich  vuu  Rawal  Pindi  und  Peschawer;  ^  hier  ist  der  mittlere  Jura  und  die  Kelloway- 
gruppe  iu  einer  Weise  entwickelt,  welche  an  die  Verhältnisse  in  Cutch  erinnert,  doch  ist  noch  nicht  sicher 
festgestellt,  ob  die  Fauna  sich  mehr  dem  mitteleuropäischen  oder  dem  alpinen  Typus  nähert.  In  höherem 
Niveau  treten  dann  schwarze  Schiefer  auf,  welche  petrographisch  mit  den  Spitishales  des  Himalaya  überein- 
stimmen, aber  deren  charakteristische  Fauna  noch  nicht  geliefert  haben. 

Etwas  weiter  nördlich,  in  Hazara,  namentlich  am  Mount  Sirban,  den  wir  durch  die  Untersuchungen 
von  Waagen  und  Wynne  näher  kennen  gelernt  haben,*  gestalten  sich  die  Verhältnisse  etwas  verschieden. 
Mount  Sirban,  ein  äusserster  Ausläufer  des  Hindukusch-Systemes,  ostnordöstlich  von  Peschawer  am  Ihelum- 
flusse  gelegen,  zeigt  schon  Spitischiefer  mit  ihrer  bekannten  Fauna,  allein  darüber  folgt  noch  eine  Bildung, 


1  Vergl.  die  citirten  Werke  von  BUmford,  Medlicott  und  Waagen. 

-  Waagen,  Salt  Range  fossils.  Palaeontologia  indica.  Vol.  XIII.  —  Waagen,  geographische  Vertheilung  der  fossilen 
Organismen  1.  c.  —  Wynne,  on  the  Geology  of  the  Salt  Range  in  the  Punjab.  Memoirs  of  the  geological  survey  of  India. 
1878.  Vol.  XIV. 

•^  Waagen  and  Wynne,  the  Geology  of  Mount  Sirban  in  the  iipper  Punjab.  Memoirs  of  the  geological  survey  of 
India.  1872.  Vol.  IX.  S.  ^51. 


Die  (jeographhche  Verbreifmig  der  Juraformation.  117 

der  Gieumalsandsteiii,  welcher  hier  noch  die  Trifjonia  ventrkosn  der  Uitenhageschichten  in  Südafrika  und  der 
Oomiaschicbten  der  peninsularen  Area  führen;  es  ist  also  auch  hier  noch  ein  Ineinandergreifen  der  südlichen 
und  der  nördlichen  Entwicklung.  Schon  ein  geringes  Stück  gegen  WSW.,  südlich  von  Attock,  haben  diese 
Schichten  schon  ganz  den  Typus  der  Himalayavorkonininisse  verloren,  während  derselbe  im  Norden  und 
Osten,  jenseits  der  ersten  Kette  des  Himalaya.  in  voller  Reinheit  hervortritt. 

Wir  haben  oben  die  Ansicht  Waagen's  kennen  gelernt,  dass  die  sttdindischen  .Jura-Ablagerungen  einem 
anderen  Meeresbecken  angehören,  als  diejenigen  desHimalaya,  und  dass  nur  eine  schmale,  durch  das  Vorkommen 
weniger  gemeinsamer  Arten  bekundete  Verbindung  zwischen  beiden  vorhanden  war.  Die  Vorkommnisse  der 
Salt  Range  und  von  Hazara  gehören  offenbar  jener  schmalen  nordsüdlich  verlaufenden  Verbindungslinie  an. 
Wir  müssen  uns  hier  ein  Verhältniss  denken,  wie  es  heute  zwischen  Mittelmeer  und  Rothem  Meer  vorhanden 
ist,  nur  mit  dem  Unterschiede,  dass  das  Stück,  welches  dem  heutigen  Isthmus  von  Suez  im  Jurameere  Indiens 
entsprach,  vielleicht  dauernd,  wahrscheinlich  al)er  nur  zeitweilig  vom  Wasser  überflutet,  und  so  ein  allerdings 
sehr  beschrcänkter  Austausch  von  Arten  möglich  war. 

Die  Frage,  wie  die  Abgrenzung  des  tibetanischen  Beckens  gegen  das  indische  stattfand,  lässt  sich  nach 
dem  heutigen  Stande  unserer  Kenntniss  noch  nicht  bestimmt  beantworten;  nach  der  einen  Richtung  gegen 
Osten  kann  es  allerdings  nicht  zweifelhaft  sein,  dass  eine  lange  von  der  chinesiscb-hinterindisehen  Region  vor- 
springende Halbinsel  sich  zwischen  beide  Meere  einschob,  welche  der  Lage  nach  ungefähr  der  südlichen  Kette 
de;  Himalaya  entspricht.  Schwieriger  dagegen  verhält  sich  die  Sache  im  Westen,  da  wir  über  den  Bau  des 
Hindukusch  noch  viel  zu  wenig  wissen.  Nur  soviel  lässt  sich  sagen,  dass  von  jener  grossen,  durch  Roma- 
nowsky  reconstruirten  turanischen  Insel  eine  Fortsetzung  abgezweigt  haben  muss,  welche  südlich  vom 
Pamir,  vielleicht  theilweise  mit  dem  Hiiidukusch  der  Lage  nach  zusammenfallend,  nach  Südosten  reichte  und 
sich  dem  westlichen  Ende  der  Himalaya-Halbinsel  stark  näherte. 

In  den  südlichen  Gegenden  der  ferneren  Thcile  Ostasiens  scheinen  marine  Jurabildungen  vollständig  zu 
fehlen;  wie  in  der  vorderindischen  Halbinsel,  im  östlichen  Theile  des  Himalaya,  im  Thianschan  und  in  China, 
so  scheint  auch  in  Hinterindien  die  pflanzenführende  Rinnenentwicklung  verzuherrschen;  wenigstens  ist  deren 
Vorkommen  in  Touking  neuerdings  durch  Zeiller  nachgewiesen  worden.'  In  der  ganzen  Region  der  Sunda- 
Inseln,  der  Molukken,  der  Papua-Inseln  und  der  Philippinen  fehlt  jede  Spur  von  jurassischer  Entwicklung,  und 
es  ist  im  höchsten  Grade  wahrscheinlich,  dass  alle  diese  Länder  mit  den  dazwischen  liegenden  Meeren  einem 
grossen  Continent  angehörten,  der  im  Norden  liis  in  die  Amurregion,  nach  Ostsibirien  und  an  den  Altai  reichte; 
wie  wir  später  sehen  werden,  erstreckte  sich  derselbe  auch  noch  sehr  weit  nach  Südosten  über  den  grössten 
Theil  von  Neu-Holland,  nach  Tasmanien,  Neu-Seeland  u.  s.  w. 

Die  spärlichen  und  noch  etwas  unsicheren  Nachrichten  über  das  Aultreten  mariner  Jurabildungen  auf  den 
Lu-Tschu-Inseln  und  in  Japan  habe  ich  früher  besprochen,  und  da  keine  neueren  Nachrichten  über  diesen 
Gegenstand  bekannt  geworden  sind,  so  wäre  es  zwecklos,  hier  nochmals  auf  die  Einzelnheiten  dieses  Gegen- 
standes einzugehen.^  Berücksichtigt  man  das  Vorkommen  jurassischer  Pflanzenschichten  in  Japan, ^  so  wird 
es  wahrscheinlich,  dass  damals  in  diesem  Theile  Ostasiens  das  Meer  ungefähr  mit  dem  Aussenrande  der 
„Festoninseln"  zusammenfiel,  während  die  von  denselben  umschlossenen  Binnenmeere  noch  festes  Land  waren. 

IX.  Der  aiistralisclie  Jura. 

Wie  in  Hinterindien,  so  fehlt  auch  in  dem  ganzen  Bereiche  der  malayischen  und  papuanischen  Inselwelt 
jede  Spur  von  Jura    und  auch  der  australische   Continent   zeigt  nur  an   seinem  Rande   Ablagerungen 


1  Zeiller,  snr  la  flore  des  charbons  du  Tonking.  C'omptes  rendus.  10.  .Juli  1882. 

-  Die  Literatur  vergl.  in  Neuraayr,  kliraatiselie  Zonen,  1.  c.  S.  299. 

3  Geylcr,  über  fossile  Pflanzen  aus  der  .Turafoiniation  Japans.  Palaeoutographica.  Bd.  XXIV.  (Neue  Folge  Bd.  IV.). 
S.  221.  —  Geyler,  über  einige  paläontologisclie  Fragen  insbesondere  über  die  Juraformation  Nordost-Asiens.  Vortrag  in 
der  Senkenberg' sehen  Gesellschaft,  ara  -24.  Nov.  1877.  —  Wahrend  des  Satzes  dieses  Bogens  sind  wichtige  neue  Daten  über 
den  Jura  in  Japan  bekannt  geworden.  Vergl.  darüber  den  Nachtrag. 


118  M.  Neumayr. 

dieses  Alters;  wohl  könnte  man  diesen  letzteren  Umstand  mit  unserer  geringen  Kenntniss  dieses  schwer 
zugänglichen  Confincntcs  erklären,  doch  weist  die  sehr  allgemeine  Vergesellschaftung  der  marinen  Sedimente 
mit  Kohlenflötzen  und  Landptlauzeu  daraufhin,  dass  dieselben  in  der  Nähe  der  Küste  gebildet  seien. 

Das  wichtigste,  ja  das  einzig  sichere  Vorkommen  von  marinem  Jura  findet  sich  in  Westaustralien; 
Moore  '  bildet  von  hier  costate  Trigonieu  von  echt  jurassischem  Habitus  ab  und  identificirt  einige  Ammonilen 
mit  Formen  des  Lias  und  mittleren  Jura  in  Europa,  nämlich: 


Harpoceras  radians 
Aalense. 


n 

„  Walcotti. 


Stephanoceras  Brocchü. 
Macrocephalifes  macrocephalus. 


Die  Zeichnungen  zeigen  kaum  irgendwelciie  Ähnlichkeit  mit  den  europäischen  Typen  und  sind  nicht 
genügend,  um  irgend  ein  Urtheil  über  die  vorliegenden  Arten  zu  gestatten.  Eine  Anzahl  von  Muscheln  wird 
mit  europäischen  Arten  indentificirt.  Ein  Belemnit,  der  mit  Bei.  canaliculatus  vereinigt  wird,  steht  dieser  Art 
jedenfalls  sehr  nahe  und  zeigt  mitteljurassischen  Charakter,  doch  darf  dabei  allerdings  nicht  vergessen 
werden,  dass  eine  ähnliche  Form  auch  in  den  Uitenhageschichten  in  Südafrika  auftritt.  Glücklicherweise  ent- 
hält das  geologische  Institut  der  hiesigen  Universität  einige  Fossilien  aus  derselben  Region,  welche  sich  mit 
einiger  Sicherlieit  deuten  lassen.  Unter  den  Ammoniten  fällt  in  erster  Linie  ein  Bruchstück  eines  Coronaten 
auf,  welchen  ich  von  dem  in  der  Zone  des  Steph.  Humphnesianum  verbreiteten  Stephanoceras  Blagdeni  in  keiner 
Weise  unterscheiden  kann.  Allerdings  ist  das  Exemplar  zu  einer  absolut  sicheren  Bestimmung  nicht  genügend 
erhalten,  doch  ist  mir  ein  Irrthum  sehr  wenig  wahrscheinlich.  Dazu  gesellen  sich  zwei  weitere  Exem- 
plare von  Ammoniten,  von  denen  der  eine  ziemlich  indifferent  ist,  der  andere  dagegen  entschieden  auf  mitt- 
leren Jura  hinweist,  ferner  die  schon  von  Moore  angeführte  Trigonia,  ein  cbarakterloser  Myacit,  und  endlich 
Lima  (Ctenosfreon)  proboscidea  in  einem  Exemplare,  welches  mit  den  Vorkommnissen  des  europäischen 
Unteroolithes  vollständig  übereinstimmt.^  Durch  diese  Fossilien  wird  mit  Bestimmtheit  ein  der  Mittelregion 
des  mittleren  Jura,  ungefähr  der  Zone  des  Stephanoceras  Humphriesianum  entsprechender  Horizont  festgestellt. 
Alle  weiteren  Angaben  über  das  Vorkommen  von  marinem  Jura  in  Australien,  die  bisher  vorliegen,  scheinen 
mir  theils  zweifelhaft,  theils  entschieden  irrig. 

In  erster  Linie  gilt  das  von  den  mehrfach  verbreiteten  Ablagerungen  mit  Belemnites  at<s^rafe  Phillips 
und  verwandten  Formen.  Diese  letztere  Art  ist  in  dem  oben  citirten  Aufsatze  von  Moore  beschrieben,  und 
stammt  aus  Queensland,  wo  sie  zusammen  mit  Crioceras  austräte  Moore  vorkömmt.  Schon  das  Auftreten 
eines  grossen  Crioceras  spricht  gegen  jurassisches  Alter;  Crioceras  austräte  wird  überdies  von  Waagen  aus 
dem  Aptien  von  Cutch  in  Indien  angeführt.''  Immerhin  wäre  es  möglich,  dass  das  Crioceras  aus  anderen 
Schichten  stammt,  als  der  Belemnit,  doch  auoli  der  Charakter  des  letzteren  ist  ein  entschieden  cretacischer. 
Derselbe  ist,  ebenso  wie  Bei.  Canhami  Täte*  von  Peake  in  Centralaustralien,  durch  ein  sehr  wichtiges  Merk- 
mal ausgezeichnet,  nämlich  durch  das  Verhandensein  von  zwei  einander  gegenüberstehenden  tiefen  kräftigen 
Furchen  am  Alveolarende  des  Eostrums.  Dieser  Charakter  ist  in  Europa  nur  bei  ganz  wenigen  Belemniten 
bekannt,  nämlich  bei  einzelnen  Formen  des  obersten  Lias  wie  Bei.  exilis  u.  s.  w.,  bei  Bei.  Waageni  Neum. 
aus  den  Oolithen  von  Baiin  bei  Krakau,  bei  dem  vermuthlich  ebenfalls  oolithischen  Bei.  Meijrati  Ooster  und 
bei  dem  untercretacischen  Bei.  hicanaUculatus  Blainv.  Zwischen  den  oolithischen  und  den  Kreideformen 
mit  doppelter  Furche  ist  nur  eine  äussere  Ähnlichkeit,    nicht  wirkliche  Verwandtschaft  vorhanden,  indem 


1  Moore,  Austialian  Mesozoic  Geolog-y.  Quurteily  Journal  geol.  soc.  1870.  S.  226.  Die  folgende  Zusammenstelhing  kann 
keinen  Anspruch  auf  Vollständigkeit  machen,  da  leider  die  australischen  Zeitschriften  sehr  spät,  unregelmässig  und  lücken- 
haft zu  uns  gelangen,  uud  in  Australien  erscheinende  Einzelwerke  überhaupt  nur  sehr  schwer  zu  erhalten  sind;  ich  hoflfe 
jedoch,  dass  meine  Darstellung  keine  sehr  wesentliche  Lücke  enthält. 

2  Vergl.  Anhang  TU. 

3  Waagen,  Jurassic  Fauna  of  CutcL.  I.  Gephalopoda,  p.  245.  —  Palaeontologia  Indica.  Ser.  IX.  Vol.  I. 

*  Täte,  new  species  of  Belemnite  from  the  Mesozoic  Strata  of  Central- Australia.  Transactions. .  .of  the  Royal  Society 
of  South- Australia.  Adelaide  188ö.  Vergl.  Etheridge,  in  Royal  Society  ofTasmania.  Hobart  Town  1878. 


Die  (/eograph Ische  Verhreitung  der  Juraformation.  119 

bei  den  evsteren  eine  siplioiiale  und  eine  antisiplionale,  bei  den  letzteren  zwei  laterale  Furchen  vorlianden 
sind,  und  in  diesem  Cliarakter  scbliessen  sich  Bd.  audralis  und  Canhami  an  Bei.  hkanalkulatus  an.  Noch 
näher  steht  aber  diesen  der  von  Blanford  aus  der  oberen  Kreide  der  Umgebung  von  Madras  beschriebene 
Bei.  eclusus.  Die  Liasarteu  aus  Europa  haben  zwar  auch  laterale  Furchen,  doch  ist  bei  denselben  der  ganze 
Typus  ein  abweichender. 

Eine  Anzahl  von  Ammoniten  aus  Queensland  hat  M'C'oy  als  Kreidefornien  beschrieben,  aber  nicht  abge- 
bildet,* und  einige  weitere  Arten  liat  Etheridge  bekannt  gemacht.^  Unter  diesen  ist  Ämmonites  Sutherlandi 
eine  sehr  indifferente  Form,  von  der  ich  nicht  entscheiden  möchte,  ob  sie  zu  Phtjlloceras  oder  zu  Haploceras 
geiiört;  Ämmonites  Beiulanti  var.  MitchelU,  welcher  nach  Etheridge  vermuthlich  mit  Amm.  Flmlersi  M'Coy 
identisch  ist,  scheint  nach  Abbildung  und  Beschreibung,  namentlich  nacii  der  ersten,  mit  Haploceras  Bihma 
Stol.  aus  der  Kreide  von  Madras  sehr  nahe  verwandt,  und  Aminonites  Daiittreei  lässt  sich  mit  keiner 
bekannten  Form  mit  Sicherheit  in  Parallele  stellen.  Einige  Muscheln  und  Sehnecken  werden  als  jurassisch 
angeführt. 

In  neuerer  Zeit  ist  durch  Tenison-Wo  o  ds^  vom  Palmer  Eiver  in  Queensland  ein  Ammoidtes Ohne 
beschrieben  worden,  der  an  gewisse  jurassische  Formen  aus  der  Reihe  der  Oppelia  subradiata,  z.  15.  an 
Oppelia  hi/lexuosa  erinnert;  allein  nach  der  Zeichnung  ist  auch  ein  Vergleich  mit  Haploceras  bicurmtum  und 
Verwandten  aus  der  unteren  Kreide  uiclit  ausgeschlossen,  und  die  Zugehörigkeit  zu  der  letzteren  Formation 
wird  dadurch  wahrscheinlich  gemacht,  dass  die  anderen  in  jener  Gegend  gesammelten  Exemplare,  so  w'eit  sie 
deutbar  sind,  auf  Kreide  hinweisen. 

Unter  diesen  Umständen  kann  von  einem  sicheren  Nachweise  für  die  Existenz  mariner  Juraschichten 
in  Queensland  nicht  die  Rede  sein,  wenn  auch  nach  den  Zweischalern  sein  Vorhandensein  nicht  unwahr- 
scheinlich ist;  mit  Bestimmtheit  liisst  sich  nur  das  Vorhandensein  von  Kreideschichten  feststellen,  und 
zwar  dürften  mindestens  zwei  Horizonte  vorhanden  sein,  von  denen  der  eine  dem  Apiien  von  Cutch,  der 
andere  der  oberen  Kreide  von  Madras  zu  entsprechen  scheint.  Die  Verwandtschaft  mit  Europa  scheint 
ziemlich  gering. 

Ähnlich  Verhaltes  sich  mit  Südaustralien;  Belemnites  orientaUs  und  Canhami  sind  Kreide-Bicanaliculaten; 
von  den  wenigen  Musclieln  und  Schnecken,  welche  citirt  werden,  gibt  keine  einen  Anhaltspunkt,  und 
auch  eine  so  indifferente  Form  wie  Rhynchonella  varians  v.  Buch,  deren  richtige  Identification  mir  !^ehr 
zweifelhaft  ist,  kann  nicht  als  beweisend  betrachtet  werden.* 

Weit  verbreiteter  sind  Juraablagerungen  mit  Landpflanzcn  und  Kohlen,  welciie  mit  den  analogen 
Bildungen  in  Indien,  noch  melir  aber  mit  jenen  auf  Neu-Seeland  Übereinstimmung  zeigen.  Die  pflanzen- 
fUhrenden  Ablagerungen  am  Olarence-River  in  Neu-Süd-Wales,  ferner  aus  Victoria  und  Tasmanien  werden 
mit  den  Kohlenschichten  des  Jura,  die  Kohle  von  Queensland  mit  den  liasischen  Clenthill-beds  in  Neu- 
seeland verglichen.  ^ 


1  M'Coy,  Journal  of  the  Royal  Society  of  Victoria  1865. 

2  Daiutree,  Notes  on  the  geology  of  the  Colony  of  Queensland,  with  descriptions  of  fo.ssils  by  Etheridge  and  Carru- 
thers.  Qiiarterly  Journal  of  tho  geological  society.  187-2.  S.  271.  —  Vergl.  noch  Gregory,  in  Quart,  journ.  1861; —  ferner 
Etheridge  juu.,  in  Proceediugs  of  tlie  Koyal  phy.sical  siic.  of  Ediaburgli  1880,  wo  Crioceras  Jockü  vom  Tate-Flu.ss  in  Queens- 
hind  abgebildet  ist. 

3  Tenison-Woods,  ou  some  mesozoic  fossils  from  the  l'.ümer  river,  Queensland.  Transactious  of  the  Royal  Society 
of  New  South  Wales.  Sidney.   1S82.  Vol.  16,  S.  147. 

^  Anniversary  Adress  of  tlie  President.  Transaetions  of  the  Koyal  society  of  Soutii-Australia.  Adehiide  1879.  S.L.  'J'ate 
fuhrt  folgende  Arten  an:  Bd.  australis  Phill.,  Bei.  Canhami 'l nie,  Natica  variahüis  Moore,  Monotis  BarkJyi  Moore,  Modiola 
uiiica  Moore,  Modiola  sp. ,  Cytherea  Clarkei  Moore,  ßJiynchondla  variabilis  Moore.  Die  letztgenannte  Art  ist  bei  Moore 
(Australian  mesozoic  geology  1.  c.)  nicht  als  neu  beschrieben,  soudern  als  RhynchoneUa  variabilis  Buch  angeführt,  was  ein 
liipsus  calami  statt  Bli.  varians  sein  dürfte. 

5  Hector,  on  the  geological  formations  of  New-Zealand  compared  with  those  of  Australia.  Journal  of  the  Royal  Society 
of  New-South-Wales.  1879.  Vol.  XIII.  S.  65. 


120  M.  Neumayr. 

Die  geologisclie  Keimfiiiss  der  Juraablagei-inigen  iu  Neu-.Seelaiid  ist  weit  vollständiger  als  derjenigen  in 
Australien,  doch  ist  dieselbe  bcgreifiielierweisc  auch  noch  nicht  vollständig,  und  es  fehlt  namentlich  noch  an 
einer  eingehenderen  paläontologischen  Bearbeitung.  Die  ersten  Nachrichten  haben  wir  durch  Hochstetter 
erhalten,  '  und  scitlier  haben  die  Forscher  des  Geological  Suvvey  von  Neu-8eeland  viele  neue  Beobachtungen 
gemacht. 

Die  Eintheilung  des  Jura  ist  nach  den  neueren  Darstellungen  von  Hector  die  folgende:* 

I.  Oberer  und  mittlerer  Jura: 

a)  Mataura   Series;    dunkle   Mergel   und   feinkörnige    .Sandsteine   mit  Pflanzen   und   wenig   marinen 

Fossilien. 
h)  Putataka  Series;  grobkörnige  Saudsteine  mit  verhärteten  Schiefern,  nach  unten  Conglomerate.  Enthält 

Pflauzenreste  und  Kohlenflötze. 
c)  Flag  Hill   Series;   iu   der  Oberregioii   mit  Landpflanzen,   von   welchen   mindestens   eine  mit  einer 

Rajmahal-Form  aus  Indien  übereinstimmt.  In  der  Unterregion  Marinchonchylien,  namentlich  Brachiopoden, 

unter  denen  Spiriferina  rostrata  und  eine  mit  der  permischen  Terebratula  elongaia  verwandte  Form.  Die 

ganze  Schichffolge  wird  mit  dem  „Lower  oolite"  parallelisirt. 

II.  Lias: 

dj  Catlines  River  and   Bastion   Series.    Zaiilreiche  Liasfossilien,  namentlich  Ammoniten,  von  denen 
15  Arten  bestimmt  werden  konnten. 

Eine  eingehendere  paläoiitologische  Beschreibung  scheinen  von  all'  diesen  marinen  Fossilien  ausser  den 
von  Hochstetter  gesammelten  Stücken  nur  die  Belemnitcn  erfahren  zu  haben. ^  Bei.  Otapirknsis  Hector,  der 
sowohl  in  der  Trias  als  im  Lias  auftritt,  könnte  nach  der  Abbildung  ebensowohl  zu  Aulacoceras  als  zu  Belemnites 
gestellt  werden.  Belemnites  Aucklandicus  Hau.  ist  mit  den  Canalieutalen  des  europäischen  Dogger  sehr 
nahe  verwandt  und  kömmt  mit  Trigonia  costata  und  anderen  mitteljurassischen  Arten  zusammen  vor.  Der  nahe 
verwandte  Bei.  Hochstetter i  Hector  (=  Aucklandicus  var.  minor  Hau.)  wird  in  den  oberen  Jura  gestellt.  Eine 
weitere  Art,  Bei.  Catlinensis  Hector,  erinnert  an  Bei.  culloriensis  und  liastatus  Europa' s,  und  bei  uns  würde  man 
das  Lager  einer  derartigen  Form  in  der  Kelloway-Gruppe  suchen.  In  Neu-Seeland  liegt  er  nach  Hector 
zusammen  mit  HopUtes  Novozelandicus  Hau.,  der  seine  nächsten  Beziehungen,  wie  Oppel  hervorgehoben  hat, 
bei  Typen  des  Tithon  und  wohl  auch  des  unteren  Neocom  findet*  (Hoplites  transitorius,  proyenitor  Opp., 
Neocomiensis  Ovh.).  Bei.  australis  dürfte  in  Neu-Seeland  wie  in  Australien  der  unteren  Kreide  ange- 
hören. Die  von  Hochstetter  gesammelten  Aucellen  liegen  nach  diesem  Forscher  mit  Bei.  Aucklandicus 
zusammen. 

Suchen  wir  uns  aus  den  gegebeneu  Daten  eine  Vorstellung  über  die  wahrscheinliche  Vertheilung  von 
Wasser  und  Land  in  jenen  Gegenden  zu  machen,  so  müssen  wir  vor  Allem  berücksichtigen,  dass  der  Jura  in 
Australien  und  Neu-Seeland  alle  Anzeichen  der  Küstennähe  trägt;  bald  haben  wir  eine  Binnenablagerung  mit 
Landpflanzen  und  Kohlen,  bald  ein  Gemenge  solcher  mit  Mariuresten,  seltener  diese  letzteren  allein.  Einen 
weiteren  Anhaltspunkt  bildet  die  Übereinstimmung  der  Pflanzen-  und  Kohlenschichten  in  all'  diesen  Gegenden, 
und  wir  werden  daher  annehmen  müssen,  dass  der  westliche  Theil  von  Neu-Seeland  und  die  australisch- 
tasmanischen  Loealitäten  annähernd  die  Grenzen  einer  zusammenhängenden  Landm;isse  darstellen,  und  nach 
dem  allerdings  nur  negativen  Anhaltspunkte  des  Fehlens  von  marinen  Juraschichteu  in  den  dazwizclien 
liegenden  Gegenden  werden  wir  annehmen  müssen,  dass  dieser  Continent  mit  dem  hinteriudisch-chinesischeu 


1  Hochstetter,  Geologie  von  Neuseeland.  Reise  Seiner  Majestät  Fregatte  Novara.  Geologischer  Theil.  Bd.  I.  Abth.  I. 
S.  27—33.  1864.  —  Hauer  und  Zittel,  Paläontologie  von  Neu-Seelaud.  Ebenda.  Geol.  Theil.  Bd.  I.  Abth.  IL  S.  19  ff. 

2  Hector,  Progress  Report.  Reports  of  geological  explnrations.  New-Zealand   1879.  8.8. 

3  Hector,  on  the  Belemnites  found  in  New-Zcaland.  Ti-ansactiona  of  the  New-Zealand  Institute  1877.  Vol.  X.  S.  484. 
■■  Üppel,  die  tithonische  Etage.  Zeitschrift  der  deutschen  geolog.  Gesellschaft.   1865.  S.  5.5,5 


T)le  f/eo(/raphi.sche  Verhreifunrj  der  Juraformatinn.  121 

zusamiuenliing  und  auch  die  malayisclien  und  papuaiiisclieu  Inseln  umtasste.  Dagegen  kann  ein  unmittel- 
barer Zusammenliang  mit  der  vorderindisclicn  Halbinsel  wegen  des  Auftretens  mariner  Juraschichtcu  an  der 
Ostküste  dieser  letzteren  nicbt  stattgefunden  haben. 

Die  weitere  Abgrenzung  dieses  Continentes  hat  grosse  Schwierigkeiten;  wir  müssen  uns  daran  erinnern, 
dass  einzelne  alte  Fragmente,  wie  die  Seychellen,  und  grosse  Schwärme  von  Koralleninseln,  der  Chagos- 
Archipel,  die  Lakkediven  und  Malediven,  uns  die  Eeste  jenes  alten  Continentes  anzeigen,  der  einst  Vorder- 
indien mit  Afrika  verband.  Man  kann  sich  der  Überzeugung  nicht  verschliessen,  dass  das  Heer  der  Inseln  im 
grossen  Ocean  uns  ebenfalls  die  Spuren  eines  alten  Continentes  anzeigt. 

Diese  Ansicht  darf  als  eine  begründete  bezeichnet  werden,  aber  es  fragt  sich  natürlich,  ob  dieses  Fest- 
land zur  Jurazeit  existirt  hat,  und  welchen  Umfang  dasselbe  gehabt  haben  mag.  Wenn  wir  die  Inseln  des 
grossen  Oceaus  auf  einer  Karte  ins  Auge  fassen,  so  können  wir  in  verschiedenen  Theilen  verschiedene  Anord- 
nung und  Beschafienheit  der  Inseln  beobachten.  Eine  erste  Gruppe  umfasst  die  grossen  südwestlichen  Inseln, 
von  welchen  ein  grosser  Theil  ältere  Sediment-  und  Massengesteine  enthält,  welche  von  Neu-Guinea  bis  zu  den 
Fidschi-Inseln  streichen,  und  welchen  sich  im  Süden  Neu- Seeland  anschliesst.  Diese  erste  Gruppe  wird  nach 
Norden  und  Osten  von  zahlreichen  kleinen,  aber  verhältnissniässig  gedrängt  liegenden  Inseln  umgeben;  hieher 
gehören  die  Palaos,  die  Carolinen,  der  Marshalls-Archipel,  das  Heer  von  Eilanden,  das  sich  von  hier  bis  zu  den 
Niedrigen  Insehi  erstreckt,  und  Alles,  was  zwischen  diesem  äusseren  Gürtel  und  der  erwähnten  Gruppe  der 
grossen  Inseln  liegt.  Als  ein  isolirtes  Glied  derselben  Abtheilung  können  die  Sandwichsinseln  gelten.  Eine 
dritte  Gruppe  endlich  umt;\sst  die  ganz  isolirten  kleinen  Inseln,  welche  zwischen  Japan  und  Hawaii  und  der 
vorigen  Inselzone  liegen. 

Fassen  wir  nun  Polynesien  als  den  Überrest  eines  uralten  Continentes  auf,  so  werden  diese  drei  Kate- 
gorien von  Inseln  durch  ihre  Lage  uns  zeigen,  in  welcher  Reihenfolge  die  einzelnen  Theile  dieser  Fest- 
landsmasse verschwunden  sind.  Zuerst  versank  die  Region  der  kleinen  isolirten  Inseln,  dann  die  Region  der 
zahlreichen  kleinen  Inseln,  zuletzt  diejenige  der  gi'ossen  Inseln.  Wir  müssen  nun  prüfen,  ob  Anhaltspunkte 
für  die  clnuuologische  Fixirung  dieser  Piiasen  vorhanden  sind;  das  Auftreten  von  marinen  Jurabildungen  auf 
Japan  und  den  Lu-Tschu- Inseln  spriclit  gegen  die  Annahme,  dass  zur  Jurazeit  Japan  noch  mit  den  Sandwichs- 
inselu  zusammengehangen  habe;  wir  müssen  also  die  erste  Phase  des  Processes  in  vorjurassische  Zeit 
versetzen. 

Wir  müssen  hier  etwas  auf  die  jetzige  Fauna  von  Neu-Seeland  eingehen;  man  kennt  ausser  Fledermäusen 
kein  einheimisches  Säugethier  mit  Bestimmtheit;  die  sogenannte  Maoriratte  muss  als  sehr  problematiscii 
betrachtet  werden,  dagegen  soll  in  den  wenig  bekannten  Hochregionen  der  Südinsel  ein  äusserlich  an  eine 
Fischotter  erinnerndes  Thier  leben,  das  nach  Hochstetter  von  den  Eingebornen  Waitoteke  genannt  wird; 
Haast  hat  die  Fährten  desselben  angetrotfen,  und  zwei  Engländer  haben  ein  Exemplar  aus  so  unmittelbarer 
Nähe  gesehen,  dass  sie  mit  einer  Peitsche  nacli  demselben  schlagen  konnten,  worauf  es  sich  ins  Wasser 
flüchtete.'  Diese  Angaben  sind  so  bestimmt,  dass  wir  das  Vorhandensein  eines  derartigen  Geschöpfes  als 
wahrscheinlich  bezeichnen  müssen,  wenn  auch  eine  weitere  Bestätigung  nocli  zu  erwarten  ist.  Unter  den 
Vögeln  sind  die  grossen i)«Mor;(/s,  die  bekannten  Moa,  zu  nennen,  während  unter  den  Reptilien  Zfa/to-/«;  ein  ent- 
schieden mesozoischer  Typus,  her\()rznliel)en  ist.  Diese  bezeichnendsten  Vertreter  verweisen  jedenfalls  auf 
eine  Trennung  Neu-Seelands  von  dem  grossen  Continente  in  einer  sehr  frühen  Zeit,  in  welcher  Hatteria-'ähn- 
liche  Reptilien  noch  lebten,  in  welcher  Säugcthiere  schon  vorhanden,  aber  nocli  sehr  spärlich  waren.  Wägen 
wir  die  einzelnen  Thatsachen  gegen  einander  ab,  so  müssen  wir  daraus  folgern,  dass  Neu-Seeland  mindestens 
seit  dem  Ende  der  Jurazeit  von  der  australisch-malayischen  Festlandsregiou  getrennt  ist. 

Wenn  dieses  Ereigniss  schon  zu  Ende  der  Jurazeit  eingetreten  ist,  so  wird  es  dadurch  sehr  unwahrschein- 
lich, dass  die  australisch-polynesisehe  Kegion  sich  kurz  vorher  in  dem  zweiten  der  oben  genannten  Stadien 
befunden    habe,    wir   müssen   annehmen,    dass    schon   damals   die   Ausdehnung  des   Festlandes    auf    die 


1  Vergl.  Hochstetter,  Neu-Seeland,  und  W.Ulace,  Island  Life. 

OenkscbrifteD  der  mathem.  nuturw.  Gl.  L.  Bd.  jq 


122  M.  Neiimayr. 

Region  der  grossen  Inseln  beschränkt  war;  darauf  weist  aueli  der  Umstand  liin,  dass  in  Neu-Caledonien 
marine  Triasablagerungen  auftreten.  Die  Region  des  stillen  Oceans  mit  Ausnahme  dieses  Festlandes  war 
bis  Amerika  schon  damals  Meer,  aus  dem  vermuthlich  verschiedene  Inselgruppen  hervorragten. 

X.  Der  Jura  im  aiisserborealen  Amerika. 

Wenden  wir  uns  von  Neu- Seeland  nach  Osten,  so  treffen  wir  jenseits  des  südpacifisclien  Oceans  der 
Jurazeit  auf  den  südamerikanischen  kontinent.  •  Es  ist  bekannt,  dass  in  der  Andenkette  an  vielen 
Punkten  in  Ciiile,  der  argentinischen  Republik,  in  Bolivien  und  Peru  marine  Juraablagerungen  auftreten,  die 
vom  Lias  bis  ins  Tithon  zu  reichen  scheinen.  Aus  dem  südlichsten  Theile  bis  iiinab  zum  Feuerland  ist  Kreide 
von  mehreren  Punkten  bekannt,  dagegen  fehlt  es  bisher  noch  an  sicheren  Zeichen  des  Vorkommens  von  Jura, 
da  für  die  Einreihung  der  HeUceras  führenden  Schichten  der  Nassau-Bucht  westlich  vom  Cap  Ilorn  keine  hin- 
reichenden Belege  vorhanden  sind.^  Allerdings  mnss  es  als  im  hohen  Grade  wahrscheinlich  bezeichnet  werden, 
dass  der  Jura  in  der  südlichen  Fortsetzung  jener  Gebirgsketten  vorhanden  sei,  in  deren  nördlichem  Theile  er 
eine  so  grosse  Rolle  spielt,  doch  fehlen  uns  noch  die  positiven  Beweise  hiefür. 

Im  nördlichsten  Theile  der  südamerikanischen  Anden,  in  Ecuador,  scheint  kein  Jura  vorzukommen,  und 
es  ist  wahrscheinlich,  dass  damals  die  Meeresküste  etwas  weiter  westlich  lag  als  heute.  Dagegen  finden  wir 
vyieder  einige,  wenn  auch  vorläufig  noch  schwache  Spuren  in  jenen  von  Südwest  nach  Nordost  streichenden 
Ketten,  welche  von  den  hohen  Anden  abzweigend,  durch  Columbien  nach  Venezuela  streichen;  Stein  mann 
erwähnt  von  einem  Punkte  am  Rio  Guayaho  in  Neu-Granada  eine  dem  liasischen  ^ma/^Äews  sp/«rti«s  ver- 
wandte Form,  und  eine  zweite  aus  der  Gruppe  des  Amaltheus  pmhdatus,  welche  zwischen  Pital  und  La  Plata 
gefunden  wurde.  * 

Wir  sehen  demnach  den  südamerikanischen  Continent  nach  Westen  und  Nordwesten  von  einem  verhält- 
nissmässig  schmalen  Saum  mesozoischer  Marinablagerungen  umgeben,  unter  welchen  solche  jurassischen 
Alters  eine  bedeutende  Rolle  spielen.  Die  grosse  Hauptmasse  des  Landes  und  die  ganze  atlantische  Küste 
besteht  aus  alten  Ablagerungen,  denen  mehrfach  mesozoische  Süsswasserbildungen  und  transgredirende 
Schichten  oberer  mariner  Kreide  aufgelagert  sind ;  wir  haben  die  bestimmtesten  Anhaltspunkte  für  die  Annahme, 
dass  abgesehen  von  den  Gebirgsketten  im  Westen  und  Nordwesten  ganz  Südamerika  zur  Jurazeit  Fest- 
land war. 

Die  nächste  Frage,  die  sich  uns  entgegenstellt,  ist  die,  ob  die  Ostküste  dieses  Confinentes  mit  dem 
heutigen  Verlaufe  der  Küste  annähernd  zusammenfiel,  oder  weiter  nach  Osten  gerückt  war.  Für  die  letztere 
Annahme  spricht  der  Umstand,  dass  sich  nirgends  vereinzelte,  an  den  Rändern  übergreifende  Jurapartien  finden, 
wie  wir  sie  an  der  Ostküste  von  Afrika  und  auf  der  vorderindischen  Halbinsel  finden.  Berücksichtigen 
wir  nun  weiter,  dass  dasselbe  Verhältniss  wie  hier  auch  an  der  Westküste  von  Afrika  herrseht,  dass  also  die 
beiden  den  südatlantischen  Ocean  einsäumenden  Festländer  sich  weiter  ausdehnten  als  heute,  so  werden  wir 
dadurch  zunächst  mindestens  auf  erhebliche  Einengung  dieses  Beckens  zur  Jurazeit  geführt.  Eine  wesentliche 
Bestätigung  erhalten  wir  dafür  durch  das  Auftreten  von  Bruchstücken  eines  alten  Continentes,  welche  zwischen 
den  vulcanischen  Producten  derCap  Verden  auftreten,*  während  auf  amerikanischer  Seite  die  Falklands- 
inseln  mit  ihren  Thonschiefern  und  devonischen  Fossilien  auf  eine  Ausdehnung  des  Festlandes  in  dieser 
Richtung  hinweisen.  Vor  Allem  aber  ist  von  Bedeutung,  dass  der  St.  Pauls  Felsen,  welcher  fast  in  der 
Mitte  des  atlantischen  Oceans  unter  dem  Äquator  hervorragt,  nach  den  Untersuchungen  von  Renard  aus  einem 
Olivingesteine  besteht.^ 


1  Bezüglich  der  Literatur  vergl.  Neumayr,  Ivlimatische  Zonen.  —  Siiess,  das  Antlitz  der  Erde.  Bd.  I.  S.  655  —  697. 

■J  Dana,  Geology  of  tlic  United  States  exploring-  esposition  during  the  yars  1838—42.  New-Yorlv  1849.  S.  004. 

3  Steinmann,  über  Jura  und  Kreide  in  den  Anden.  Neues  Jalirbuch  1882.  I.  S.  169. 

•i  Dölter,  die  Vulljane  der  Cap  Verden  und  ihre  Producte.  Graz  1882. 

'•>  Renard,  desi'iiptiou  litbologique  des  recit's  de  St.  Paul.    Annales  de  la  socii'te  beige   de  Mieroscopie,   1882. 


Die  (jeogruphische  VerhreHung  der  Juraformation.  123 

Diese  Tbatsachen  legen  uns  die  Mögliclikeit  nahe,  dass  Siidanicrilca  damals  mit  Afrika  zusammen- 
hing, und  wir  werden  nach  zoogeograjihischen  Daten  suchen  müssen,  welclie  für  oder  gegen  eine  solche 
Annahme  sprechen.  In  erster  Linie  ist  hier  die  Beschaffenheit  der  Uitenhagefauna  in  Südafrika  wichtig, 
welche,  wie  wir  oben  gesehen  haben,  unter  ihren  etwa  80  Arten  nicht  eine  einzige  aufzuweisen  hat, 
welche  sich  tibereinstimmend  in  Europa  wiederfände.  Einen  so  vollständigen  Contrast  trotz  überein- 
stimmender Faciesentwickhing  müssen  wir  bei  offener  Meeresverbindung  als  in)  Widerspruche  mit  unseren 
Erfahrungen  über  die  geographische  Verbreitung  der  jurassischen  Organismen  bezeichnen.  Auf  der  anderen 
Seite  finden  wir  beim  Vergleiche  der  südamerikanischen  Juralormen  mit  den  europäischen,  dass  nicht  nur  eine 
Menge  von  pelagischen  Schwimmern,  von  Ammoniten,  in  beiden  Gebieten  vorkommen,  sondern  wir  finden  auch 
eine  überraschend  grosse  Zalil  von  Muscheln  des  europäischen  Jura  in  den  chilenischen,  argentinischen 
und  bolivianischen  Anden  wieder,  die  sich  nicht  quer  über  ein  breites  oifenes  Meer  zu  verbreiten  ]tflegen. 
Nach  den  sehr  gewissenhaften  Arbeiten  von  Gottsche  und  Steinmann  können  die  folgenden  Arten  ange- 
führt werden. ' 


Pecten  p  umilus  L  a  m . 
„      laminatus  Lam. 
„      alatus  V.  Buch. 
Lima  jiech'niformis  Schi. 
Pseudomonotis  subsfriata  Ziet. 
„  Münsteri  Br. 

„  costata  Sow. 

Posidonomya  Bronni  Voltz. 


Modiola  imbrimta  Sow. 
Tricjonia  signata  Ag. 
iMcina plana  Zieten. 
Astarte  excavafa  Sow. 
Isocardia  cor  data  Buckm. 
Pleuromya  jurassi  Ag. 
PJioladomya fidicula  Sow. 


Wie  die  vollständige  Verschiedenheit  der  Capfauna  von  der  europäischen  für  einen  quer  über  den  süd- 
atlantischen Ocean  hinreichenden  Continent  spricht,  so  führt  auch  die  grosse  Zahl  der  den  Anden  und  Eurojia 
gemeinsamen  Muscheln  zu  der  Annahme  eines  solchen  Festlandes,  an  dessen  Nordküste  hin  die  Ausbreitung 
auch  nichtpclagischer  Formen  leicht  stattfinden  konnte.  Endlich  darf  das  Auttreten  der  oben  erwähnten 
Tri(/oiiiac  pficudoquadratae  am  Cap  und  in  Südamerika  ebenfalls  als  ein  Beleg  in  dieser  Richtung  betrachtet 
werden,  indem  diese  Gruppe  längs  der  Südküste  dieses  Continentes  ihre  Wege  und  Wanderstrasseu 
finden  konnte. 

Die  iiothwendige  Consequenz  einer  solchen  Auffassung  ist  natürlich,  dass  das  heute  von  Centralamerika, 
dem  caraibischen  Meere  und  den  Antillen  eingenommene  Areal  zur  Jurazeit  von  Wasser  bedeckt  war,  und  dass 
sich  von  hier  eine  Verbindung  nach  Europa  hinüberzog,  welche  die  merkwürdige  Ähnlichkeit  der  beiderseitigen 
Faunen  erklärt. 

Die  Zusammensetzung  Centralamerika's  widerspricht  einer  solchen  Annahme  durchaus  nicht, 
wenigstens  kommt  nach  den  Mittheilungen  von  Dollfuss  und  Montserrat  mariner  Jura  in  Guatemala  vor,^ 
allerdings  nur  ein  isolirter  Punkt  in  jenem  weiten  Gebiete,  dessen  Kenntniss  uns  aber  berechtigt,  in  den 
überaus  wenig  erforschten  Regionen  eine  weitere  Verbreitung  der  Formation  anzunehmen.  Von  den  Antillen 
ist  noch  kein  Juravorkommen  mit  Sicherheit  bekannt,  doch  wissen  wir,  dass  mesozoische  Bildungen  an  deren 
Aufbau  sehr  wesentlichen  Antheil  haben,  und  von  Cuba  gibt  de  Castro  wenigstens  au,  dass  dort  zwei 
Ammoniten   gefunden   worden   seien,   deren  Zugehörigkeit  zum  Jura  ihm  am  wahrscheinlichsten  sei;  leider 


1  Gottsche,  über  jurassische  Versteineningen  aus  der  argentinischen  Cordillere.  Palaeontograpbica.  Suppl.  III.  Lief.  2. 
Heft  2.  1878.  —  Steinmann,  zur  Kenntniss  der  Jura- und  Kreideformation  von  Carocoles  (Holivia).  Neues  Jalirbuch.  Bei- 
lage. —  Bd.  I.  1881.  S.  2.39. 

-  Dollfuss  et  Montserrat,  Voyage  g6ologique  dans  les  republiques  de  Guatemala  et  .Sau  Salvador.  Paris  1868.  — 
Ncumayr,  klimatische  Zonen,  1.  c.  8.  ;tOl. 

16* 


124  M.  Neumayr. 

sind  jedoch  diese  wichtigen  Fossilien  his  jetzt,   wie  es  scheint,  noch  keiner  näheren  Bestimmung-  unterzogen 
worden. ' 

Mexilio  ist  noch  fast  vollständig  Terra  iucognita,  doch  ist  jedenfalls  eine  weite  Verbreitung  mesozoischer 
Ablagerungen  sichergestellt,  unter  denen  allerdings,  soweit  die  wenigen  Notizen  eine  Orientirung  gestatten, 
die  obere  Kreide  die  grösste  Verl)reituug  zu  besitzen  scheint,  wie  durch  mehrfache  Fossilfunde  sichergestellt 
ist.  Doch  fehlt  es  auch  nicht  an  Daten,  welche  für  eine  bedeutende  Entwicklung  des  Jura  sprechen,  und 
namentlich  Dollfuss  hat  bedeutende  Scliiciitencomplexe,  welche  das  ganze  Plateau  von  Orizaba  zusammen- 
setzen, zu  dieser  Fdrmation  gestellt;  leider  haben  wir  nur  wenige  Notizen  darüber,  da  nur  ein  vorläufiger 
Bericht  erschienen  ist,  und  der  frühzeitige  Tod  des  verdienten  Forschers  die  Veröffentlicimng  näherer  Angaben 
gehindert  hat. 

Es  kann  keinem  Zweifel  unterliegen,  dass  von  hier  aus  eine  otfene  Verbindung  mit  dem  Meere  bestand, 
welches  den  westlichen  Theil  der  Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika  einnahm.  Die  ersten  Nachrichten  über 
marinen  Jura  in  Nordamerika  (abgesehen  von  Alaska)  hat  Mareen  gegeben,  welcher  eine  Eeihe  von  Abla- 
gerungen am  Rande  desLlano  Estacado  auf  der  Grenze  von  Texas  undNeu-Mexiko  auf  Grund  des  Vorkommens 
einiger  Bivalven  und  der  Lagerung  über  rothen  Sandsteinen  und  bunten  Mergeln  in  diese  Formation  einreihte, 
und  weit  ausgebreitete  Vorkommnisse  in  jenen  Regionen  damit  identificirte.*  Dieser  Auffassung  ist  allerdings 
in  entschiedener  Weise  widersprochen,  und  die  l)etreffen(len  Schichten  sind  als  zur  Kreide  gehörig  bezeichnet 
worden.  Es  ist  natürlich  für  einen  europäischen  Geologen,  der  die  betreffenden  Gegenden  nicht  kennt  und  nie 
ein  Fossil  von  dort  gesehen  hat,  weder  möglich  noch  zulässig,  über  eine  derartige  Controverse  eine  eigene 
Meinung  zu  äussern,  wenn  es  auch  schwer  fällt,  anzunehmen,  dass  ein  so  ausgezeichneter  Jurakenner  wie 
Mareen,  sich  getäuscht  habe.  Jedenfalls  aber  steht  das  Vorkommen  von  Jura  und  zwar  in  grossem  Massstabe 
in  den  westlichen  Regionen  der  Vereinigten  Staaten  ausser  Zweifel,  und  ich  erinnere  nur  an  die  aus  Californien 
abgebildeten,  unzweifelhaften  Jurafossilieu." 

Die  Entwicklung  der  Formation  in  verschiedenen  Theilen  des  fernen  Westens  bietet  grosse  Verschieden- 
heiten; ein  Gebiet  des  Vorkommens  bietet  Californien  und  speciell  die  Sierra  Nevada,  wo  Liasammo- 
niten  und  eine  Anzahl  anderer  Fossilien  auftreten,  deren  Charakter  bei  einer  früheren  Gelegenheit  eingehend 
besprochen  wurde;  ich  habe  nachzuweisen  gesucht,  dass  die  hier  auftretenden  Ablagerungen  den  Faunen- 
charakter der  nördlich  gemässigten  Zone  an  sich  tragen,  dass  aber  einzelne  boreale  und  tropische  Typen  sich 
zugesellen,  wie  das  von  einem  nach  Nord  und  Süd  weit  oifenen  Ocean  nicht  anders  erwartet  werden  kann.  Es  ist 
kein  Grund  vorhanden,  hier  nochmals  auf  diese  Verhältnisse  einzugehen,  und  ebensowenig  kann  die  Controverse 
hier  besprochen  werden,  welchen  Antheil  am  Aufbaue  der  californischen  Gebirge  die  Juragesteine  haben. 

Östlich  von  der  Sierra  Nevada  fehlen  auf  eine  bedeutende  Strecke  die  jurassischen  Bildungen  in  dem 
Gebiete  der  sogenannten  Basin  Ranges,  und  erst  im  Wahsatch-Gebirge  treten  solche  wieder  auf  und 
finden  sich  weiterhin  im  Uintagebirge  und  in  dem  ganzen  Räume  bis  zu  den  Rocky  Mountains,  ja  sie  über- 
schreiten diese  sogar  und  treten  noch  am  östlichen  Fusse  derselben  auf,  um  dann  zu  verschwinden;  in  der 
Region  derPrairien  fehlen  alle  Andeutungen  ihres  Vorhandenseins,  und  obere  Kreide  liegt  hier  unmittelliar  auf 
altem  Gebirge  auf  * 

Der  Charakter  des  Jura  vom  Wahsatch  bis  jenseits  der  Rocky  Mountains  ist  ein  wesentlich  gleicher  und 
von   dem  californischen  Typus   abweichender,   marine  Fossilien  treten  spärlich  auf,   namentlich  Zweischaler 


1  De  Castro,  Pniebas  de  qiie  la  Isla  de  Cuba  ha  estado  unita  al  coutinente  Americano  y  breve  idea  de  sua 
constitucion.  Boletin  del  uiap;i  geolog.  de  Esp.-ißa.  i.ssi.  Vol.  VIII. 

-  Marcou  ,  Geology  Ol' North  America.  Zürich  1858.  S.  17  ff.  —  Marco  u,  Lettre»  sur  les  roches  du  Jura.  ISSg- 
S.  281. 

3  Gabb,  in  American  Journal  of  Conchology  Vol.  V  —  Gabb  in  Wliitney,  Palaeontology  of  California.  Vol.  I. 

■1  Clarence  King,  Systematical  Geology.  United  States  exploring  expedition  of  the  40.  Parallel.  Vol.  I.  S.  28.5 — 96. 
S.  340— 375.  —  Powell,  Keport  on  the  Geology  of  the  ea.steru  part  of  tlie  üinta  Mountains.  I.s76.  —  Suess,  das  Antlitz 
der  Erde.  Vol.  I.  S.  713—763. 


Die  geographii^che  Verhrcitung  der  Juraßmuatioii.  125 

finden  sich  an  nielireren  Punkten,  von  Cephalopoden  ist  nur  der  Belemnites  densus  der  Black  Hills  von 
Dakota  gefunden  worden.  Neben  denMceresuiolIusken  kommen  aber  auch  einzelne  Binncnmollusken  vor, '  und 
vor  Allem  treten  stellenweise  in  fabellial'teu  Mengen  die  seltsamen  Reste  ungeheurer  Landreptilien  auf, 
der  Ätlantosaurus,  Brontosaurus,  Ceratonaurm,  Diphdocits  und  einer  Menge  anderer,  die  wir  wenigstens  theil- 
weise  durch  die  Beschreibungen  von  Marsh  kennen  gelernt  haben. 

Für  unsere  Untersuchungen  ist  in  erster  Linie  wichtig,  dass  diese  Schichten  sich  in  ihrer  Meeresfauna 
nicht  an  die  westlichen  Vorkommnisse  in  Californien  anschliessen,  sondern  nähere  Beziehungen  zu  den  im 
Norden  gelegenen  Black  Hills  zei{;en.  V,ir  müssen  ferner  berücksichtigen,  dass  die  eben  geschilderten 
Ablagerungen  mit  ihrer  eigenthümlichen  Fauna  nicht  als  rein  marine  Gel)ilde  betrachtet  werden  können, 
sondern  ganz  den  Charakter  von  I5ildungen  aus  einem  umschlossenen  Becken  nmchen,  das  vermuthlich  nur 
nach  einer  Richtung  mit  dem  Meere  in  Verbindung  steht,  und  in  welchen  in  wccliseluden  Perioden,  oder  auch  je 
nach  seinen  einzelnen  Tlieilen  bald  das  salzige,  bald  süsses  oder  brakisches  Wasser  die  Oberhand  gewinnt.  Da 
nun  überdies  dieses  Gebiet  von  dem  californischen  durch  eine  breite  Strecke  ohne  Jurnsedimente  getrennt  ist, 
welche  damals  festes  Land  gewesen  zu  sein  scheint,  so  erhalten  wir  das  Ergebniss,  dass  die  Jurabildungen  der 
Wahsatch,  der  Uinta-Berge,  der  Rocky  Mountains  sich  in  einer  gegen  Norden,  gegen  die  Black  Hills  offenen 
Buclit  abgelagert  haben,  welche  wir  als  dieUinta-Bucht  bezeichnen.  Die  Fauna  der  Black  Hills  unterscheidet  sich 
von  der  californischen  Entwicklung  wesenilich  durch  den  rein  borealen  Charakter  der  Fossilien,  welcher  bei 
dem  geringen  Breitenunterschiede  etwas  auffallend  ist.  Vermuthlich  dehnte  sich  eine  Landstrecke,  welche  das 
Uintabecken  von  dem  californischen  Meere  trennte,  noch  weiter  gegen  Norden  aus,  so  dass  die  Bucht  nur  gegen 
die  kälteren  borealen  Gewässer  geöifnet  war. 

Die  südliche  Grenze  der  Bucht  lässt  sich  noch  nicht  mit  Siclierheit  feststellen;  im  südlichen  Theile  der 
Rocky  Mountains  lässt  sich  kein  .Iura  nachweisen,  dagegen  ist  solcher  in  der  Region  des  grossen  Canon  des 
Colorado  noch  vorhanden;  die  südlicher  gelegenen  Gegenden  sind  noch  nicht  untersucht,  und  vermuthlich  war 
hier  eine  Landverbindung  zwischen  der  Hauptmasse  des  nordamerikanischeu  Continents  und  der  Halbinsel 
vorhanden,  welche  das  eben  besprochene  Becken  gegen  Westen  begrenzte.  Die  Möglichkeit  aber  ist  nicht 
ausgeschlossen,  dass  eine  solche  Verbindung  fehlte,  dass  wir  es  nicht  mit  einer  Halbinsel,  sondern  n)it  einer 
Insel  zu  thun  haben,  und  dass  das  Uinta-Becken  sich  auch  nach  Süden  öffnete. 

Der  ganze  östliche  Theil  der  Vereinigten  Staaten  scheint  zur  Jurazeit  festes  Land  gewesen  zu  sein, 
wenigstens  fehlen  alle  sicheren  Spuren  von  marinen  Bildungen  dieses  Alters.  Allerdings  ist  eine  sehr  vage 
Andeutung  vorhanden,  welche  die  Annahme  eines  localen  Übergreifens  jurassischer  Meeresbildungen  nicht 
ganz  unmöglich  erscheinen  lässt.  Gabb  hat  aus  Virginien  einige  Fossilien  beschrieben,  die  er  als  triadisch 
deutet,  und  unter  diesen  befindet  sich  ein  üeratites  virginianus.'^  Allerdings  sind  Abbildung  und  Besehreibung 
des  kleinen  Exemplares  sehr  dürftig,  und  seltsamer  Weise  soll  der  Sipho  subcentrale  Lage  haben;  die  Loben 
werden  als  Ceratitenloben  bezeichnet,  sind  jedoch  zwar  schwach  aber  deutlich  ringsum  gezackt.  Die  Berip])ung 
erinnert  etwas  an  diejenige  gewisser  Jiiratypen,  doch  sind  die  Daten  zu  ungenügend,  um  irgend  einen  bestimm- 
teren Schluss  zu  erlauben;  immerhin  müssen  wir  die  Möglichkeit  im  Auge  behalten,  dass  hier  von  Südwesten 
her  eine  Meeresbucht  nach  Virginien  übergegriffen  habe,  wenn  ich  dies  auch  nicht  für  wahrscheinlich  halte. 
Im  übrigen  fehlt  jede  Spur  von  marinen  Juraablagerungen,  und  der  östliche  Theil  der  Vereinigten  Staaten 
bildete  damals  offenbar  einen  Theil  jenes  Continentes,  zu  dem  auch  die  canadischen  Territorien  und  die 
Hudsonsbay-Länder  gehörten,  und  der  sich  quer  über  den  nördlichsten  Theil  des  atlantischen  Oceans  gegen 
die  skandinavischen  Meere  hinüber  erstreckte. 


1  Charles  A.  Wüte,  a  review  ot  the  non-mmiue  fossil  Mollusca  of  Nortli-America.  Exti-act  of  the  annual  report  of  the 
U.  S.  geological  survey  1881—82.  Washington  1883.  Tab.  3. 

-  Gabb,  Description  of  new  fossils,  prob,  triassic,  trom  Virginia.  Philadelphia,  Journal  ol'  the  acaderny  of  natural 
Science.  1860.  Vol.  VI.  S.  307.  Tab.  lö.  Fig.  27.  —  Die  übrigen  abgebildeten  Arten  sind  ganz  indifferent. 


126  M.  Neumayr. 

XI.  Zusammenfassung. 

In  kurzen  Zügen  wurde  die  Verbreitung  des  Jura  auf  der  P'rdoberfläclie  dargestellt,  so  weit  unsere  Kennt- 
nisse derselben  reichen,  nnd  es  mnss  nun  der  Versuch  gemacht  werden,  aus  der  Menge  der  Einzelangaben  die 
allgemeineren  Eesultate  abzuleiten.  Als  das  auffallendste  Ergebniss  darf  jedenfalls  der  überaus  grosse  Unter- 
schied bezeichnet  werden,  welcher  sich  zwischen  jenen  Arealen  heutigen  Festlandes  ergibt,  welche  von  marinen 
Ablagerungen  des  Lias,  und  denjenigen,  welche  von  oberem  Jura  bedeckt  werden.  Wenige  Abschnitte  der 
ganzen  Reihen  der  Sedimentformationen  kennen  wir  aus  so  beschränktem  Räume  vertreten,  wie  den  Lias, 
während  der  Malm  zu  den  sehr  weit  verbreiteten  Bildungen  gerechnet  werden  niuss.  Es  ist  das  keine  neue 
Beobachtung,  aber  aus  der  zusammenliängenden  Übersicht  Über  alle  einzelnen  Vorkommnisse  tritt  der  Umfang 
der  Erscheinung  klarer  hervor,  als  das  bisher  der  Fall  war. 

In  erster  Linie  fehlt  dem  ungeheuren  Areal  der  borealen  Region  nach  unseren  heutigen  Erfahrungen  der 
marine  Lias  vollständig,  und  die  ältesten  Altlugerungen,  über  deren  Stellung  wir  mit  einiger  Sicherheit  ein 
Urtlieil  fällen  können,  diejenigen  auf  Prinz  Patriks-Land,  gehören  wahrscheinlich  dem  unteren  Dogger 
an.  Die  riesigen  Ländergebiete  der  sibirischen  Niederung,  ganz  Inuerrnssland  und  eine  grosse  Anzahl 
isolirter  Punkte  in  den  übrigen  Thcilen  des  nördlichen  Gebietes  zeigen  das  Auftreten  von  mittlerem  und  oberem 
Jura,  übergreifend  über  ältere  Ablagerungen.  Um  uns  die  Bedeutung  dieses  Verhältnisses  zu  vergegen- 
wärtigen, müssen  wir  uns  erinnern,  dass  die  russisch-sibirische  Area  für  sich  allein  mehr  als  die  Hälfte  des 
Landgewinnes  der  heutigen  Continente  dem  Jura  gegenüber  darstellt. 

Damit  ist  jedoch  die  Aufzählung  der  Gegenden,  in  welchen  der  Lias  fehlt,  höhere  Jurastufen  aber  vor- 
handen sind,  noch  bei  weitem  nicht  erschöpft;  in  dem  ausserborealen  Europa  zeigt  das  östliche  Norddeutsch- 
land, Schlesien,  Bö]}men,  das  ausseralpine  Polen,  Passau,  die  Umgebung  von  Brunn  und  die  Donetzregion  die- 
selbe Erscheinung,  und  aus  ganz  Asien  ist  Lias  nur  aus  dem  Kaukasus  und  aus  Jajtan  nachgewiesen.  In  der 
ganzen  nördlichen  Hemisphäre  kennen  wir  marinen  Lias  nur  aus  dem  westlichen  Tiieil  der  mitteleuropäischen 
Provinz,  aus  dem  grösseren  Theile  der  alpinen  Provinz,  aus  Japan,  der  Sierra  Nevada  in  Californien  und  von 
einem  kleinem  Punkte  im  nördlichsten  Theile  von  Südamerika. 

Wir  haben  hier  nur  die  grossen  Gebiete  in  ihren  allgemeinen  LTmrissen  ins  Auge  gefasst,  allein  wir  treffen 
auf  analoge  Verhältnisse  in  kleinem  Massstabe,  wenn  wir  in  den  Regionen,  welche  Lias  enthalten,  die  Einzel- 
heiten des  Auftretens  ins  Auge  fassen.  In  England  bildete  jener  alte  Rücken,  der  von  den  Mendip  Hills 
nach  London  zieht,  zur  Liaszeit  eine  Insel,  während  höhere  Juraschichten  denselben  in  mariner  Ausbildung 
überdeckten,  und  dasselbe  ist  an  der  Nordküste  Frankreiclis  bei  Boulogne  sur  Mer  der  Fall.  In  der  alpinen 
Region  hat  die  serbisch-croatisc.he  Insel  zur  Liaszeit  viel  grössere  Ausdehnung,  als  während  der  Zeit  des 
oberen  Jura,  im  südwestlichen  Tirol  und  in  Venetien  werden  die  pflanzenführenden  Seichtwasserbildungen 
der  grauen  Liaskalke  von  pelagischen  Ammonitenkalken  des  mittleren  und  oberen  Jura  bedeckt, '  bei 
Fünfkirehen  tritt  Liaskohle  und  rother  Ammonitenkalk  des  oberen  Jura  auf,  im  Banale  werden  von  eben- 
solchen die  Seichtwasserbildungen  und  Kohlenflötze  des  Lias  bedeckt.  In  den  Nordalpen  finden  wir  nur 
m  Lias  Strandbildungen  und  Kohlenflötze,  und  ebenso  scheint  der  ganze  Nordrand  der  Karpathen  zur 
Liaszeit  trocken  gelegen  zu  haben.  Endlich  liegen  in  Calabrien  Nerineenkalke  des  oberen  Jura  unmittelbar 
auf  altem  krystallinischem  Gebirge. 

Wir  können  das  Resultat  dahin  zusammenfassen,  dass  wo  immer  wir  auf  der  nördlichen  Halbkugel 
Verschiebungen  im  Stande  des  Sleeres  bisher  haben  nachweisen  können,  überall  eine  Zunahme  der  Wasser- 
bedeckung im  oberen  Jura  dem  Lias  gegenüber  hervortritt. 

Es  sind  allerdings  einige  wenige  Punkte  bekannt,  an  welchen  das  Gegentheil  vermuthet  werden  könnte. 
Als  ein  derartiges  Vorkommen  kann  der  Lias  von  Schonen  bezeichnet  werden,  wo  nur  mariner  Lias,  aber 
keine  höheren  Juraschichten  vorkommen.  Allein  in  diesem  Falle  wurde  gezeigt,  dass  wir  es  nur  mit  den  Folgen 
der  Denudation  zu  thun  haben,  und  das  Vorkommen  diluvialer  Geschiebe  das  ehemalige  Vorhandensein  jüngerer 
mariner  Glieder  beweist. 


Die  (jeof/rapJii^eJir  Verhrc'ttwifi  der  Jiirdfor^nafinn.  127 

Eiü  zweites  Gebiet,  welches  in  Betraclit  kommen  kann,  ist  Scliottland  und  das  nördliche  England;  wohl  ist 
auch  hier  die  Oxfordstufe  mindestens  eben  so  sehr  marin  entwickelt,  als  der  Lias,  und  sie  greift  wenigstens 
stellenweise  über,  allein  in  anderen  Horizonten  des  mittleren  und  oberen  Jura  treten  mehrfach  bedeutende  Brak- 
wasserbiidungen  mit  Landpflanzen  und  Binnenconcliylien  auf;  wenn  wir  aber  den  ganzen  Charakter  der 
Bildungen  näher  ins  Auge  fassen,  so  zeigt  es  sich  bei  dem  vielfachen  Wechsel  von  marineu  und  brakisehen 
Bildungen  als  wahrscheinlich,  dass  wir  es  nicht  mit  immer  wieder  oscillirenden  Bewegungen  im  Stande  von 
Land  und  Wasser,  sondern  mit  den  Wirkungen  der  Einmündung  eines  grossen  von  Norden  kommenden 
Stromes  zu  thun  haben,  die  innerhalb  des  Überaus  langen  Zeitraumes,  um  den  es  sich  hier  handelt,  mehr- 
fache Schwankungen  in  Riclitung,  Wassermenge,  Sedimentführung  u.  s.  w.  erlitt,  und  dass  wir  dieser 
loealen  Ursache  die  geschilderten  Verhältnisse  zuzuschreiben  haben. 

Wir  können  es  daher  als  eine  allgemeine  Kegel  für  die  nördliche  Hemisphäre  bezeichnen,  dass,  wo  über- 
haupt Verschiebungen  im  Stande  des  Wassers  beobachtet  werden  können,  dieselben  in  einer  allgemeinen 
Zunahme  des  Meeres  im  oberen  Jura  dem  Lias  gegenüber  hervortreten.  Sollten  Ausnahmen  überhaupt  vor- 
kommen ,  so  sind  dieselben  rein  localer  Natur.  Es  ist  das  eine  der  grössten  Verschiebungen  im  gegenseitigen 
Stande  von  Land  und  Meer,  mit  der  sieh  innerhalb  der  ganzen  Erdgeschichte  nur  das  gewaltige  Übergreifen 
der  oberen  Kreide  und  nach  entgegengesetzter  Richtung  der  enorme  Rückzug  des  Meeres  um  die  Mitte  der 
Kohlenformation,  und  auf  der  Grenze  zwischen  Kreide  und  Eocän  vergleichen  lässt. 

Wir  haben  bisher  Lias  und  oberen  Jura  einander  in  ihrer  Gesammtheit  gegenübergestellt  und  den  mittleren 
Jura  fast  ganz  ausser  Betracht  gelassen.  Wir  müssen  nun  zunächst  die  einzelnen  Phasen  der  grossen  Jura- 
transgressiou  ins  Auge  fassen.  Innerhalb  des  Lias  Unterschiede  zu  machen,  schiene  nur  unter  den  heutigen 
Verhältnissen  sehr  gewagt.  Erst  auf  der  Grenze  zwischen  Lias  und  Dogger  tinden  wir  sichere  Anhaltspunkte; 
in  der  karpathischen  Klippenregion  zwischen  Neumarkt  und  Eperies  sind  die  Schichten  mit  Harpoceras  opalinum 
die  erste  Meeresbildung,  der  wir  begegnen.  Vielleicht  lässt  sich  auch  aus  dem  Umstände,  dass  im  westlichen 
Theile  der  norddeutschen  Tiefebene  die  ältesten  Jurageschiebe  der  Grenzregion  zwischen  Lias  und  mittleren 
Jura  angehören,  für  diese  Region  ein  ähnlicher  Schluss  wahrscheinlich  m;ichen.  Von  etwas  jüngerem  Alter  sind 
die  ältesten  transgredirenden  Schichten  in  der  Gegend  von  Krakau  und  bei  Passau,  es  treten  hier  zu  unterst  eisen- 
schüssige Sandsteine  auf,  welche  der  Zone  des  Harpoceras  Murchisonae  oder  derjenigen  des  Harpoceras  Sowerbyi 
entsprechen,  und  vermuthlich  gehören  hieher  im  hohen  Norden  die  Ablagerungen  auf  Prinz  Patricks-Land. 
In  einigen  Theilen  der  nördlichen  Kalkalpen  in  der  Schweiz,  in  der  Umgebung  von  Brunn,  auf  der  paläo- 
zoischen Axe  des  Londoner  Beckens,  bei  Boulogne  sur  Mer  und  wahrscheinlich  in  Cutch  in  Indien  beginnt 
die  ninrine  Schichtreihe  mit  Ablagerungen  der  Bathstufe. 

Air  das  sind  jedoch  verhältnissmässig  geringe  Fortschritte  des  übergreifenden  Meeres;  erst  nach  Abschluss 
des  mittleren  Jura,  während  der  Ablagerung  der  Kelloway-  und  Oxfordstufe,  überflutet  der  Ocean  die  aus- 
gedehntesten Gebiete.  In  einem  grossen  Theile  des  europäischen  Russland  und  Sibiriens,  im  Himaiaya,  wahr- 
scheinlich auf  den  aleutischen  Inseln,  endlich  auf  Charlotte  Island  beginnt  der  Jura  mit  dem  tiefsten  Niveau 
der  Kellowaystufe,  im  Verlaufe  desselben  Zeitabschnittes  und  der  darauf  folgenden  Oxfordstufe  breitet  sich 
das  Meer  in  Russland  und  Sibirien  weiter  aus  und  die  Ablagerungen  der  Oxfordstufe  finden  wir  nun  auch  in 
Spitzbergen,  Novaja  Sendja  und  in  den  Black  Hills  von  Dakotah.  Um  diese  Zeit  scheint  das  Meer  annähernd 
seine  grösste  Ausbreitung  auf  der  nördlichen  Hemisphäre  gefunden  zu  haben,  und  nur  wenige  Punkte  lassen 
sich  nennen,  an  welchen  jüngere  Schichten  übergreifen;  es  ist  das  der  Fall  in  Calabrien,  bei  Nizniow  in 
Podolien  und  am  Donetz,  vielleicht  auch  in  einem  kleinen  Theile  des  nördlichsten  Karpathensaumes,  in  der 
Region  der  tithonischen  Korallriffe  von  Stramberg,  Inwald  u.  s.  w.,  obwohl  für  diese  letztere  Gegend  kein  hin- 
reichender Beweis  volle  Sicherheit  für  die  Annahme  gibt. 

Ich  habe  soeben  erwähnt,  dass  die  Oxfordstufe  das  Maximum  der  Meeresausdehnung  auf  der  nördlichen 
Hemisphäre  bezeichnet,  und  wenn  im  Vorhergehenden  von  dem  Contraste  zwischen  Lias  und  Malm  die  Rede 
war,  so  wurde  dabei  immer  die  Verbreitung  des  letzteren  während  dieses  Maximums  verstanden.  Nach  Über- 
schreitung desselben  macht  sich  namentlich  in  Mitteleuropa  eine  Abnahme  des  Wasserstandes  bemerkbar. 


128  ^f-  Neumayr. 

Dieselbe  gibt  sich  zunächst  in  dem  massenbafteu  Auftreten  von  Korallriffen  und  in  der  Absperrung  der 
Meerescoiiimunicationen,  welche  ans  der  baltischen  Region  und  von  Galizieu  aus  nach  Riissland  führten,  schon 
während  der  letzten  Phase  der  Oxfordzeit  geltend.  Von  da  au  nehmen  Seichtwasserablagerungeu,  Koralliiffe 
und  Bildungen  mit  zahlreichen  Muscheln  und  Schnecken,  aber  wenigen  Cephalopoden  melir  und  mehr  über- 
hand, das  Meer  verlässt  gewisse  Regionen,  es  treten  grosse  brakische  Binnengewässer  auf,  in  welchen  sich 
die  Furbeckbildungen  absetzen,  und  zum  Schlüsse  der  Juraformation  ist  fast  die  ganze  mitteleuropäische 
Region  festes  Land  oder  von  Binnenseen  bedeckt. 

In  Mitteleuropa  treten  uns  diese  Erscheinungen  in  unzweideutiger  Klarheit  entgegen,  uud  auch  in  den  • 
alpinen  Regionen  fehlt  es  nicht  an  Andeutungen  für  das  Stattfinden  eines  ähnlichen  Vorganges;  ganz  abgesehen 
von  dem  localen  Eingreifen  von  Purbeckkalken  in  den  Freiburger  Alpen  zeugt  dafür  namentlich  die  Aus- 
dehnung, welche  in  den  höchsten  Theilen  des  Jura,  im  Tithon  die  Korallenbildungen  erreichen.  Auch  in 
(!utch  in  Indien  scheint  die  oberste  Zone  des  oberen  Jura  zu  fehlen,  das  höchste  marine  Glied  in  dieser  Gegend, 
die  ()omia-Grui)pe,  entspricht  ungefähr  den  Portlandbildungen  und  darüber  folgen  Sandsteine  mit  Land- 
pflanzen lind  Kohlen.  Dagegen  fehlt  es  vorläufig  an  bestimmten  Anhaltspunkten  für  die  Annahme,  dass  es  sich 
in  anderen  Theilen  der  nördlichen  Halbkugel  ebenso  verhalten  habe.  Wir  müssen  uns  dabei  sehr'hüten,  aus  den 
vorliegenden  Daten  nach  der  einen  wie  nach  der  anderen  Richtung  bestimmte  Folgerungen  abzuleiten. 
Allerdings  sind  an  einer  Reihe  von  Punkten  des  borealen  Jura  keine  jüngeren  Ablagerungen  als  Oxford- 
schichten bekannt,  und  die  Verbreitung  der  Ammonitenfauua  der  Wolgastufe  ist  eine  verhältnissmässig 
geringe  und  man  könnte  sich  dadurch  in  der  That  zu  der  Annahme  bestimmt  fühlen,  dass  der  Rückgang  des 
Meeres  zu  Ende  des  Jura  in  der  ganzen  nördlichen  Halbkugel  ein  allgemeiner  gewesen  sei.  Allein  dem  stehen 
verschiedene  sehr  bedeutendeBedenken  entgegen.  In  erster  Linie  haben  wir  nicht  den  mindesten  Anhaltspunkt, 
um  zu  beurtheilen,  ob  in  jenen  verhältnissmässig  wenig  bekannten  Regionen  nicht  noch  Vieles  zu  finden  ist, 
und  ob  bei  dem  Fehlen  der  höchsten  Juraschichten  die  Wirkung  der  Denudation  nicht  eine  ganz  unverliältniss- 
mässig  grosse  Rolle  spielt.  Die  Kriterien  für  die  Feststellung  des  Rückzuges  des  Meeres,  soweit  sie  sich  auf 
das  Fehlen  höherer  Schichten  stützen,  sind  an  sich  in  der  Regel  weit  weniger  sicher,  als  diejenigen,  nach 
welchen  man  ein  Übergreifen  l)estiramt.  Dazukommt  aber  noch  ein  zweiter  Gesichtspunkt;  wir  beurtheilen 
die  Borealfauna  des  obersten  Jura  nach  der  Entwicklung  in  der  Moskauer  Region,  die  doch  nur  ein  süd- 
licher Ausläufer  des  nordischen  Beckens  ist.  Es  ist  sehr  wohl  möglich,  dass  die  Ammonitenfauna  der  Wolga- 
stufe sich  grossentheils  überhaupt  nicht  nach  Norden  erstreckt  hat,  und  dass  ammonitenarme  Aucellen- 
gesteine  hier  den   obersten  Jura  repräsentiren. 

Diese  Gründe  verbieten  uns  heute  von  einer  Einengung  des  borealen  Meeres  gegen  Ende  des  Jura  zu 
sprechen,  aber  die  Thatsachen  gestntten  ebensowenig  einen  entgegengesetzten  Schluss,  und  wir  müssen 
einräumen,  dass  unsere  Kenntnisse  viel  zu  gering  sind,  um  darüber  irgend  eine  bestimmte  Ansicht  auszusprechen. 
Wir  können  also  auch  nicht  beurtheilen,  ob  die  Einengung  des  Meeres,  welche  gegen  Ende  des  Jura  in  Mittel- 
europa und  einem  Theile  der  alpinen  Region  nachgewiesen  werden  kann,  eine  locale  Erscheinung  ist 
oder  nicht. 

Der  Überblick  üljer  weitgreifende  Änderungen  in  der  Vertiieilung  von  Land  und  Meer  kann  unter 
Umständen  Aufschluss  über  deren  Ursache  geben  und  dadurch  für  die  Lösung  von  Fragen  der  dynamischen 
Geologie  bedeutungsvoll  werden.  Es  ist  bekannt,  dass  die  Verschiebungen  von  Land  und  Meer,  welche  sich 
fortwährend  in  der  Erdgeschichte  geltend  machen,  von  verschiedenen  Seiten  verschiedenen  Ursachen  zuge- 
scin-ieben  werden.  Die  Einen  halten  Veränderungen  im  Stande  des  Meeresspiegels  für  ausgeschlossen,  sie 
betrachten  die  Oberfläche  des  Oceans  als  eine  fix  gegebene  Gleichgewichtsfigur  und  schreiben  alle  Umge- 
staltungen den  Bewegungen  der  festen  Erdrinde  und  ganz  vorwiegend  den  säcularen  Hebungen  und 
Senkungen  zu.  Andere  dagegen  betrachten  die  Vertheilung  des  Wassers  als  variabel  und  bestreiten  wenigstens 
das  Vorkommen  von  grossen  continentalen  Hebungen.  Allein  auch  unter  den  Anhängern  der  letzteren  Richtung 
machen  sich  verschiedene  Meinungen  geltend;  entweder  wird  angenommen,  dass  das  Wasser  des  Meeres  sich 
abwechselnd  auf  der  einen  und  dann  wieder  auf  der  anderen  Halbkugel  ansammle,  oder  es  tritt  die  Ansicht 


Die  geographische  Verbre'dung  der  Juraformation.  129 

auf,  dass  das  Wasser  in  alternirenden  Perioden  von  deu  Polen  nacli  dem  Äquator  und  dann  wieder  vom 
Äquator  nach  den  Polen  abströme.  Endlich  können  noch  andere,,  etwa  mit  einer  Verscliiebung  der  Erdaxe 
zusammenhängende  Veränderungen  des  Wassers  angenommen  werden. 

Wenn  wir  von  diesem  Standpunkte  aus  die  Thatsacheu  betrachten,  so  wird  es  gestattet  sein,  abzuwägen, 
für  welche  der  verschiedenen  Ausicliten  dieselben  sprechen.  Wolil  wäre  es  sehr  voreilig,  aus  dieser  einen 
Beobaehtungsreihe  einen  ganz  bestimmten  Schluss  abzuleiten ;  es  wird  nur  möglich  sein,  zu  sagen,  für  welche 
Auffiissung  einseitig  nach  dieser  Gruppe  von  Thatsachen  die  grösstc  Wahrscheinlichkeit  spricht;  werden  dann 
von  verschiedenen  Seiten  zahlreiche  ähnliche  Beobachlungsreihen  zusammengestellt  und  kritisch  geprüft,  so 
wird  die  Combination  all'  dieser  Ergebnisse  im  Falle  der  Übereinstimmung  unter  einander  mit  einem  ziemlich 
hohen  Grade  von  Wahrscheinlichkeit  zu  urtheilen  gestatten,  und  hiefür  iVIaterlal  beizubringen,  ist  vorläufig  die 
Aufgabe,  und  nur  von  diesem  Standpunkte  aus  wird  das  hier  abgegebene  Urtheil  aufgelasst  werden  dürfen. 
Dasjenige  Resultat,  welches  heule  vollständig  klar  vor  Augen  liegt,  die  Zunahme  der  Wasserbedeckung 
auf  der  nördlichen  Hemisphäre  nach  Ablauf  der  Liaszeit,  spricht  der  Allgemeinheit  der  Erscheinung  wegeu 
nicht  für  die  Annahme  von  Continentalbewegungen.  Eine  Senkung  aller  Festländer  dieser  Region  entspricht 
wenigstens  all'  denjenigen  Vorstellungen,  welche  man  sich  von  säcularen  Ikwegungen  der  Erdkruste  und 
ihren  Ursachen  macht,  in  keiner  Weise.  Mag  man  zur  Erklärung  der  Senkungen  die  Bildung  einer  synclinalen 
Falte  von  sehr  grosser  Amplitude  herbeiziehen  oder  die  Ursache  in  der  Zusammenziehung  der  l'^rde  durch 
Kühlung  suchen,  niemals  wird  man  auf  diese  Weise  sich  eine  Bewegung  entstanden  denken  können,  welche 
sich  in  gleichem  Sinne  über  eine  ganze  Halbkugel  erstreckt.  Eine  solche  Verschiebung  spricht  weit  mehr  dafür, 
dass  Änderungen  der  Attractionsverhältuisse,  im  weitesten  Sinne  gesprochen,  das  flüssige  Element  des  Wassers 
in  seiner  Gleichgewichtslage  beeinflussen,  nur  so  werden  wir  die  Verbreitung  der  Erscheinung  begreifen 
können. 

Seilen  wir  es  also  vom  Standpunkte  der  Vertheilung  der  Jurasedimente  auf  der  nördlichen  Halbkugel  als 
wahrscheinlicher  an,  dass  d;is  Wasser  seinen  Stand  geändert  habe,  so  entsteht  die  weitere  Frage,  welcher  Art 
diese  Bewegung  war.  In  erster  Linie  spricht  wieder  die  Allgemeinheit  der  Erscheinung  dagegen,  dass  eine 
Verlegung  der  Erdaxe  als  Ursache  betrachtet  werde,  denn  unter  dieser  Voraussetzung  müssten  auf  der  allein 
bisher  in  Betracht  gezogenen  Nordhemisphäre  manche  Gebiete  ein  entschiedenes  Ansteigen,  andere  ein  ebenso 
deutliches  Zurückgehen  des  Wasserspiegels  erkennen  lassen. 

Es  bleiben  noch  die  beiden  übrigen,  oben  genannten  Erklärungen,  neben  denen  aber  weitere  Möglich- 
keiten in  keiner  Weise  ausgeschlossen  sind;  wenn  wir  uitheileu  wollen,  ob  das  Wasser  abwechselnd  von 
den  Polen  zum  Äquator  und  von  da  wieder  zu  den  Polen  strömt,  oder  ob  alternirend  die  nördliche  und  südliche 
Hemisphäre  die  Hauptansammlung  des  Meerwassers  aufzuweisen  haben,  so  müssen  wir  vor  Allem  die  Ver- 
breitung des  Jura  auf  der  südlichen  Halbkugel  ins  Auge  fassen,  die  bisher  ganz  ausserhall)  der  Betrachtung 
geblieben  ist. 

Leider  ist  unser  Wissen  in  dieser  Richtung  ein  sehr  beschränktes  und  gestattet  kein  sicheres  Urtheil;  in 
den  südamerikanischen  Anden  und  in  Neuseeland  ist  mariner  Lias  vorhanden,  ja  in  dem  letzteren  Gebiete 
scheint  gerade  dieser  Abschnitt  hocdimarin  zu  sein,  während  in  den  späteren  Gliedern  des  Jura  Sandsteine 
mit  Landpflanzen  und  Kohlenflötzen  überhand  nehmen  und  mit  marinen  Schichten  wechsellagern.  Sehr 
unbestimmt  ist,  was  wir  ül)er  Neu-Holland  wissen:  Unteroolitii  ist  dort  sicher  vorhanden,  dagegen  fehlt  es  au 
sicheren  Beweisen  für  das  Vorhandensein  von  höheren  Juraschichten.  Von  Moore  werden  einige  Fossilien  des 
oberen  Lias  angelührt,  doch  stimmen  deren  Abbildungen  durchaus  nicht  zu  diesen  ludentificatioueu;  wir 
können  demnach  über  die  Verhältnisse  in  Neu-Holiaud  gar  nichts  sagen. 

Etwas  bestimmter  lauten  die  Angaben  für  das  südliche  Afrika;  als  erwiesen  kann  vorausgesetzt  werden, 
dass  das  Innere  des  Landes  vom  jurasischen  und  überhaupt  vom  mesozoischen  Meere  nie  bedeckt  wurde, 
Marinbildungcn  sind  nur  von  den  äussersten  Rändern  bekannt;  auch  hier  kennen  wir  nur  eine  einzige  sichere 
Juralocalität,  nämlicii  Mombassa,  wo  eine  Ammonitenfauna  der  Kimmeridgestufe  auftritt;  dazu  kommen  noch 
bei  Mossambique   und  an  der  Algoabai  Ablagerungen,   welche  der  Grenzregiou  zwischen  Jura  und  Kreide 

Ut;ak£chrifiea  der  malhem.-ualurw  .  Gl.  L.  Bd.  \1 


130  M.  Neumar/r. 

angeliören,  aber  aller  Wahrscheinlicbkeit  nach  zu  den  tiefsten  Gliedein  der  letzteren  Formation  gerechnet 
werden  müssen.  Die  Vorkommnisse  auf  Madagaskar  sind  viel  zu  wenig  bekannt,  um  eine  nähere  Alters- 
bestimmung zu  gestatten. 

Es  sind  hier  nur  wenige  Daten  gegeben,  auf  welche  man  irgend  einen  Sehluss  bauen  könnte.  lu  dem 
Fehlen  des  Lias  und  überhaupt  der  tieferen  Juraglieder  Hesse  sich  etwa  ein  Anklang  an  die  Verhältnisse  der 
Nordhemisphiire  erkennen,  aber  dem  steht  die  Thatsache  gegenüber,  dass  die  übergreifenden  Glieder  in 
Afrika  nicht  demjenigen  Abschnitte  angehören,  welcher  dort  das  Maximum  der  Meeresverbreitung  bezeichnet 
nämlich  der  Oxfordstufe;  sie  sind  jünger  und  theils  zu  einer  Zeit  abgelagert,  in  welcher  das  Meer  im  Norden 
schon  im  Kückzuge  begriffen  war,  theils  entsprechen  sie  geradezu  (Mossambique,  Algoabai)  dem  durch  die 
Piirbeck-  und  Wealdeubildungen  bezeichneten  Minimum  in  Mitteleuropa. 

Die  Daten  sind  daher  durchaus  unzureichend,  um  irgend  ein  bestimmtes  Urtheil  über  die  Wasser- 
bewegungen abzuleiten,  welche  während  der  Jurazeit  auf  der  südliehen  Halbkugel  stattfanden,  und  es  wird 
daher  auch  unmöglich,  über  den  Character  der  Meeresschwaukuugeu  jener  Zeit  überhaupt  schlüssig  zu  werden. 
Wenn  der  madagassische  und  australische  Jura  einmal  seiner  Gliederung  und  Verbreitung  nach  näher  bekannt 
sein  wird,  so  werden  wir  vielleicht  etwas  klarer  sehen,  aber  ein  bestimmtes  Urtheil  wird  erst  möglich  sein, 
wenn  einmal  über  den  geologischen  Bau  der  den  Südpol  umgebenden  Landmassen  wenigstens  einige  Nacii- 
richten  bekannt  werden  sollten,  wozu  allerdings  vorläufig  wenig  Aussicht  vorhanden  zu  sein  scheint. 

Mit  diesen  Betraclituugen  hängt  eiue  andere  Frage  innig  zusammen;  bei  gleichbleibender  absoluter  Wasser- 
menge ist  es  wahrscheinlich,  dass  stets  das  Verhältniss  zwischen  festem  Land  und  Meer  ein  annähernd 
gleiches  bleiben,  der  Umfang  der  Continente  ziemlich  geringen  Schwankungen  unterworfen  sein  und  Gewinn 
und  Verlust  an  Land  sich  ungefähr  ausgleichen  werden.  Wir  sehen  nun,  dass  auf  der  nördlichen  Halb- 
kugel nach  Sehluss  der  Liaszeit  das  Meer  sich  sehr  stark  ausbreitet,  wir  werden  also  daraus  schliesseu  müssen, 
dass  in  anderen  Gebieten  das  Gegentheil  eintrat  und  um  dieselbe  Zeit  weite  Strecken  trocken  gelegt  wurden. 
Wo  dieses  aber  der  Fall  war,  ob  in  der  tropischen,  in  der  südlich  gemässigten  oder  in  der  antarktischen 
Eegion,  darüber  sind  wir  vollständig  unwissend,  und  höchstens  die  Verhältnisse  auf  Neu-Seeland  lassen  uns 
eine  Möglichkeit  in  dieser  Beziehung  ahnen. 

Aus  all'  dem  Gesagten  geht  hervor,  dass  bei  dem  Versuche,  die  ehemalige  Verbreitung  von  Meer  und  Fest- 
land kartographisch  darzustellen,  niemals  für  die  Gesammtzeit  des  Jura  ein  einheitliches  Bild  gegeben  werden, 
sondern  dass  eine  solche  Karte  nur  einen  bestimmten  Zeitpunkt  behandeln  kann.  Es  ergibt  sich  aber 
auch  ferner,  dass  für  den  Lias  und  wohl  auch  für  den  Dogger  die  Materialien  für  eiue  solche  C'ombination 
fehlen;  es  kann  nur  hervorgehoben  werden,  dass  während  des  Lias  auf  der  nördlichen  Halbkugel  eine  ähnliche 
Anhäufung  von  Festland  vorhanden  war,  wie  wir  sie  heute  sehen. 

Auf  der  beigegebenen  Karte  {1.)  ist  der  Versuch  gemacht,  die  Vertbeiluug  von  Land  und  Wasser  ent- 
sprechend dem  Maximum  der  Ausbreitung  des  Meeres  zur  Zeit  des  oberen  Jura  graphisch  darzustellen. 
Natürlich  sind  die  Grenzlinien  in  einem  grossen  Theile  ihres  Verlaufes  ganz  willkürlich  gezogen,  nur 
in  den  allergröbsten  Umrissen  mag  sich  das  Bild  den  tbatsächlichen  Verhältnissen  nälieru.  Als  wichtige 
Charakterzüge  treten  uns  entgegen  zunächst  die  Gruppirung  grosser  Festlaudsmasseu  in  den  tropischen 
Eegionen,  während  im  Norden  nur  ein  grosser  Continent  vorhanden  ist;  ein  pacitisches  Becken,  welches 
von  dem  heutigen  in  seiner  Form  nicht  sehr  wesentlich  abweicht,  während  der  Atlantische  Ocean  noch 
nicht  existirt;  ein  grosses  Nordmeer  umgibt  den  Pol,  das  im  grösseren  Theile  seiner  Breite  von  den 
südlicheren  Meeren  durch  festes  Land  getrennt  ist;  endlich  war  vermutblich  ein  grosses,  antarkisches  Meer 
vorhanden. 

Wir  wollen  die  einzelneu  geographischen  Objecte  kurz  besprechen;  wir  finden  in  erster  Linie  drei  grosse 
Weltmeere. 

L   Der  arktische  Ocean.    Es  wurde  eingehend   erörtert,  dass  Juraablagerungen  von  verwandtem 
Charakter  sehr  verbreitet  im  Norden  auftreten;  auf  der  Karte  wurde  ein  olfeues  Nordmaer  verzeichnet,  in  das 


Die  geographische  Verhreitung  der  .hiraformation.  131 

nur  Grönland  als  weit  einspringender  Ausläufer  des  nearktisclien  Festlandes  vortritt;  diese  Art  der  Darstellung 
soll  niclit  die  Existenz  vcin  Inseln  in  dieser  Eegion  als  unwabrsclieinlich  bezeichnen,  sie  entspricht  nur  dem 
thatsächlichcn  Verhältnisse,  dass  uns  keine  genügenden  Anlialtspunkte  vorliegen,  nm  die  Existenz  solcher 
bestimmt  zu  behaupten.  Abgesehen  von  der  Eegion  des  heutigen  nördlichen  Eismeeres,  gehört  zu  diesem 
Ocean  das  Areal,  welches  heute  den  grössten  Theil  Sibiriens  und  das  nordwestliche  Amerika  ausmacht.  Drei 
grosse  Bucliten,  deren  Umgrenzung  später  besprochen  werden  soll,  erstrecken  sich  von  dem  offenen  Nord- 
meere weit  nach  Süden,  nämlich  1.  das  Moskauer  Becken,  2.  das  Tarimbecken  und  die  tibetanische  Bucht, 
3.  die  Uintabucht. 

II.  Der  pacifische  Ocean  entspricht  dem  heutigen  Becken  des  stillen  Oceans,  er  ist  jedoch  vergrössert 
um  das  Areal  der  südamerikanischen  Anden  und  der  nordanierikanischen  Westregion,  während  im  Westen  das 
heutige  japanische  und  ostchinesisehe  Meer,  ferner  das  weite  Gebiet  der  unten  näher  zu  umschreibenden 
sinisch-australischen  Eegion  Festland  war.  Mit  dem  arktischen  Ocean  stand  der  pacifische,  wie  es  scheint,  in 
weit  offener  Vei'bindung. 

III.  Der  antarktische  Ocean;  seine  Existenz  wird  durch  das  Auftreten  übergreifender  Partieen  von 
marinem  ,Juia  imd  Neocom  im  Capland  und  Neuliolland,  sowie  durch  die  Ähnlichkeiten  in  der  Fauna  der 
Ablagerungen  in  Südamerika,  Südafrika  und  Südindien  bezeugt,  sonstige  Anhaltspunkte  über  dessen  Beschaffen- 
heit fehlen  fast  ganz,  wir  können  nur  aus  der  nahen  Verwandtschaft  mancher  Bivalven  im  obersten  Jura  des 
südlichen  Indien  mit  solchen  derUitenhageschichten  im  Capland  schliessen,  dass  eine  Meeresbucht,  die  „indische 
Bucht"  bis  an  die  Ostküste  der  vorderindischen  Halbinsel  reichte,  und  da  einige  dieser  Muscheln  auch  im  Jura 
von  Cutch  wiederkehren,  so  geht  daraus  hervor,  dass  eine  Meeresverbindung  um  die  alte  Masse  des  Dekan 
herum  nach  der  Gegend  der  heutigen  Indusmündungen  reichte. 

Diese  indische  Bucht  ist  von  grosser  Bedeutung;  sie  zeigt  uns  die  Anlage,  aus  welcher  sich  unser  jetziger 
indischer  Ocean  entwickelt  hat,  indem  durch  das  Untersinken  der  später  zu  erwähnenden  indo-madagassischen 
Halbinsel,  der  vielbesprochenen  „Lemuria",  eine  Vereinigung  dieser  Bucht  mit  dem  äthiopischen  Mittelmeere 
der  Jurazeit  stattfand.  Die  Feststellung  des  Zeitpunktes,  wann  dieses  geschah,  kann  nicht  in  den  Kreis  unserer 
Betrachtungen  fallen,  für  die  Entscheidung  dieser  Frage  sind  vor  Allem  die  Verhältnisse  der  lebenden  und  der 
tertiären  Landfaunen  massgebend. 

Diese  drei  grossen  Oceane,  welche  hier  besprochen  wurden,  umschliessen  die  Landmassen,  welche  zur 
Zeit  des  oberen  Jura  vorhanden  waren;  dieselben  sind  verhältnissmässig  dicht  zusammengedrängt.  Zwischen 
den  Continenten  verläuft  von  West  nach  Ost  ein  grosses  Mittelmeer,  das  im  Osten  bis  an  den  sinisch-austra- 
lischen Continent  reicht,  an  dessen  Küste  nach  Süden  umbiegt  und  durch  eine  schmale  Wasserstrasse  mit  der 
indischen  Bucht  des  antarktischen  Meeres  in  Verbindung  steht.  Wir  bezeichnen  dieses  Meer  als: 

IV.  Das  centrale  Mittelmeer.  Dasselbe  steht  mit  dem  östlichen  Theile  des  pacifischen  Beckens  in  offener 
Verbindung,  da  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  Mexico,  Centralamerika  und  der  äusserste  Nordrand  von  Süd- 
amerika, sowie  die  ganze  westindische  Area  zur  Jurazeit  unter  Wasser  war.  Von  da  zog  sich  das  centrale 
Mittelmeer  zwischen  dem  uearktischen  und  dem  brasilianisch-äthiopischen  Contineut  nach  Osten,  wobei 
natürlich  die  Art  und  Weise  der  Begrenzung  und  die  Breite  des  Meeres  in  keiner  Weise  genau  festgestellt 
werden  kann.  Da  auf  dieser  Strecke,  welche  heute  einen  Theil  des  atlantischen  Oceans  bildet,  kein  Anhalts- 
punkt zur  Reconstruction  der  Küstenlinien  vorliegt,  so  ist  die  Abgrenzung  auf  der  Karte  rein  willkürlich,  und 
ebensowenig  können  wir  entscheiden,  ob  etwa  Inseln  in  dieser  Region  vorhanden  waren. 

In  der  weiteren  Fortsetzung  nach  Osten,  nach  Europa  und  Nordafrika,  treffen  wir  auf  jenes  grosse  Becken, 
in  welchem  sich  die  Schichten  des  mitteleuropäischen  und  des  alpinen  Jura  abgelagert  haben;  diese  Area 
trägt  eine  Anzahl  bedeutender  Inseln,  welche  in  den  früheren  Abschnitten  besprochen  worden  sind.  Von  hier 
führten  drei  vermuthlich  enge  Wasserstassen  nach  dem  arktischen  Ocean,  von  denen  die  eine  nördlich  vom 
heutigen  Schottland  lag;  wir  bezeichnen  sie  als  Shetlandsstrasse.  Eine  zweite  Verbindung,  die  baltische 
Strasse,  führte  über  Popiläni  nach  dem  Moskauer  Becken,  und  ebendahin  öffnete  sich  die  Strasse  von 

17* 


132  M-  l^evmayr. 

Lublin  welche  rlen  poltiisclieii  an  fleii  innerrussischeii  Jura  knüpfte.  All' diese  Communicationen  scheinen 
aher  nur  während  verhältnissmässif;-  kurzer  Zeit,  während  der  Ablagerung  der  Kelloway-  und  des  unteren 
Theiles  der  Oxfordstufe  offen  gewesen  y,u  sein,  und  sich  dann  wieder  geschlossen  zu  haben. 

"Weiter  nach  Osten  setzt  sich  ilas  centrale  Mittelmeer  zwischen  der  arabischen  WUstentafel  im  Süden  und 
der  turanischen  Insel  im  Korden  fori  und  erstreckte  sich  nach  Indien,  wo  die  Ablagerungen  von  Cutch  und 
anderen  Punkten  nördlich  vom  Dekan  mil  ihrer  der  europ<äischeu  so  überaus  ähnlichen  Fauna  die  Spuren 
dieses  Meeres  erkennen  lassen.  Immer  mehr  verschmälert  sich  das  Recken  im  Osten  und  steht  endlich  gegen 
Süden  umbiegend  durch  die  bengalische  Strasse  mit  der  indischen  Bucht  des  antarktischen  Oceans  in 
Verbindung. 

Von  diesem  Meerestheile,  der  sich  \  on  Mitteleuropa  nach  Indien  erstreckt,  führen  abemials  zwei  Commu- 
uicationen  nach  Norden ;  die  Existenz  der  einen  haben  wir  oben  aus  den  Arbeiten  von  Pawlow  über  den 
.Iura  von  Ssimbirsk  kennen  gelernt;  diese  Verbindung,  die  wir  die  Wol  gastrasse  nennen,  war  gross  und  breit, 
sie  führte  aus  der  kaukasischen  Region  nach  dem  russischen  Becken  und  scheint  die  ganze  Strecke  zwischen 
der  unteren  Wolga  und  dem  Uralfluss  eingenommen  zu  haben.  Die  zweite  Communication  nach  Norden  muss 
aus  der  Gegend  von  Cutch  nach  dem  Becken  des  tibetanischen  Jura  geführt  haben,  wir  wollen  sie  als  die 
I  n  d  u s  s  t  r  a  s  s  e  bezeichnen. 

Wir  haben  gesehen,  dass  eine  ganze  Eeihe  von  Meerengen  das  centrale  Mittelmeer  mit  dem  arktischen 
Ocean  verbinden,  während  ausser  der  bengalischeu  Strasse  im  äussersten  Osten  keinerlei  Verbindung  mit  dem 
Südmeere  vorhanden  zu  sein  scheint.  Dafür  zweigt  .sieh  eine  mächtige  Bucht,  das  „äthiopische  Mittel- 
meer"  nach  Süden  ab;  die  Existenz  desselben  wird  gefolgert  aus  dem  Auftreten  von  Ablagerungen  des  oberen 
Jura  und  der  unteren  Kreide  bei  Mombassa,  Mossambique  und  auf  Madagaskar,  welche  sich  in  ihrem  Charakter, 
so  weit  wir  denselben  zu  beurtheilen  im  Stande  sind,  nahe  an  die  Vorkommnisse  von  Cutch  in  Indien  und  in 
der  alpinen  Eegion  Europa's  anschliessen,  mit  denjenigen  des  nahe  gelegenen  Caplandes  dagegen  uicht  die 
mindeste  Ähnlichkeit  haben.  Der  Eingang  dieses  vermiithlich  heissesten  Meerestheiles  der  Jurazeit  ist  im 
Westen  durch  die  arabische  Wüstentafel  begrenzt,  in  welcher  überall  Gesteine  der  oberen  Kreide  unmittelbar 
auf  altem  Gebirge  zu  ruhen  scheinen;  gegen  Osten  ist  derselbe  durch  die  alte  Masse  des  Dekan  und  durch 
jene  Landmasse  abgeschlossen,  welche  Südafrika  mit  Indien  verband,  und  welche  wir  als  indisch-madagas- 
sische Halbinsel  bezeichnen.  Das  Vorkommen  der  jurasischen  Antalokalke  in  Abys.sinien  weist  auf  die 
Existenz  einer  von  dem  äthiopischen  Mittelmeere  nach  Norden  einspringenden  Bucht  hin,  die  wir  als  die 
Antalobucht  bezeichnen. 

Wir  haben  kurz  die  Meere  der  .Turazeit  besprochen,  in  ähnlichen  raschen  Zügen   mögen  auch  die  Land- 
massen aufgezählt  werden,  deren  Existenz  wahrscheinlich  gemacht  werden  konnte. 

L  Der  afrikanisch-brasilianische  Contineul.  Ganz  Südamerika,  mit  Ausnahme  des  äussersten 
Westens  und  Südens,  war  zur  Jurazeit  festes  Land,  und  dasselbe  gilt  \  on  Afrika  mit  Ausnahme  der  im  Nord- 
westen gelegenen  Kettengebirge  und  beschränkter  Partien  an  seinem  östlichen  und  südlichen  Rande.  Dass 
eine  Verl)indnng  dieser  beiden  Continente  quer  über  die  Breite  des  jetzigen  südatlantischen  Oceans  vorhanden 
war,  wurde  oben  aus  einer  Reihe  von  Gründen  als  wahrscheinlich  bezeichnet;  es  sprechen  dafür  das  Fehlen 
aller  jurassischen  Sedimente  an  der  OstkUste  Südamerika's  und  an  der  Westküste  Afrika's  südlich  vom  Grünen 
Vorgebirge,  das  Vorkommen  alter  Gesteine  auf  den  Cap  Verden,  das  Auftreten  des  aus  Serpentin  bestehenden 
Felsens  von  St.  Paul,  endlich  eine  Reihe  zoogeographischer  Gründe,  wie  die  vollständige  Verschiedenheit  der 
Uitenhagefauua  in  Südafrika  von  den  europäischen  Faunen  und  das  Vorkommen  einer  grösseren  Anzahl 
europäischer  Muscheln  im  westliehen  Südamerika.  Wir  haben  liier  den  grössten  Continent  der  Jurazeit  vor  uns, 
an  dessen  südöstliches  Ende  sich  als  eine  mächtige  Halbinsel  eine  Landmasse  anschliesst,  welche  Südafrika 
und  Madagaskar  mit  der  vorderindischen  Masse  verbindet.  Diese  „indisch-madagassische  Halbinsel", 
für  deren  Annahme  alle  Gründe  hier  zu  wiederholen  überflüssig  ist,  wird  im  Westen  durch  das  äthiopische 
Binnenmeer,  im  Osten  durch  den  indischen  Golf  begrenzt,  während  sie  imNorden  das  centrale  Mittelmeer  berührt. 


Die  geographische  Verbreifmig  der  Juraformation.  133 

II.  Der  siniscb-australische  Continent.  Diese  zweite  grosse  Laudmasse  umfasst  den  grossen  süd 
östlichen  Tlieil  von  Asien,  in  welchem  der  Jura  fehlt  oder  durch  Binneuablagerungeu  mit  Kohlenflötzen  nnd 
Landpflanzen  vertreten  ist,  ferner  die  ganze  nialayisch-papuanische  Inselregion,  Neuhollaud  mit  Ausnahme  seines 
südwestlichen  Theiles,  Tasmanien,  einen  Tlieil  von  Neuseeland,  die  von  hier  gegen  Ncu-Guinea  streichende 
Inselkette  und  die  dazwischen  liegenden  Meere.  Im  nordwestlichen  Theile  springt  demTarimbecken  entsprechend 
eine  Bucht  in  dieses  Festland  ein,  welche  im  Norden  von  der  Halbinsel  des  östlichen  Thianscban,  im  Süden 
durch  die  Kwenlünhalbinsel  begrenzt  ist.  Südlich  von  letzterer  springt  das  himalaviscbe  oder  tibetanische 
Becken  als  eine  zweite  Bucht  ein  und  wird  gegen  Süden  nur  durch  eine  schmale  Halbinsel,  welche  der  südlichen 
Kette  des  Himalaja  entspricht,  von  der  „bengalischen  Strasse"  getrennt.  An  dieser  Stelle  nähert  sich 
Sino-Australien  sehr  der  indomadagassischen  Halbinsel,  während  es  weiter  nördlich  an  zwei  Stellen,  im 
Thianscban  und  am  Karakorum,  sehr  nahe  an  die  turanische  Insel  herantritt.  Der  Continent  ist  nach 
Norden  vom  arktischen  Meere,  nach  Osten  vom  pacitischen,  nach  Süden  vom  antarktischen  Ocean  begrenzt, 
während  er  im  Westen  an  die  indische  Bucht,  die  bengalische  Strasse  und  an  die  tibetanische  Bucht  grenzt. 

III.  Der  nearktische  Continent,  im  Süden  vom  centralen  Mittelmeer,  im  Westen  vom  pacitischen,  im 
Norden  nnd  Osten  vom  arktischen  Ocean  umschlossen,  stellt  die  einzige,  ganz  dem  gemässigten  und  kalten 
Theile  der  nördlichen  Hemisphäre  angebörige  grosse  Landmasse  dar;  seine  Grenzen  im  hohen  Norden  sind 
durchaus  problematisch.  Die  weiten  Strecken  Nordamerika's,  denen  der  marine  Jura  fehlt,  gehören  hierher, 
ferner  der  östliche  Theil  des  amerikanischen  Polararchipels,  sowie  Grönland  mit  Ausnahme  des  nördlichen 
Theiles  seiner  Ostküste.  Nach  der  Verbreitung  und  den  Beziehungen  der  borealen  Jurafauna  muss  sich  dieser 
Continent  bis  in  die  Gegend  der  Shetlandsstrasse  nach  Osten  ausgebreitet  haben.  Im  westlichen  Theile  des 
Festlandes  bezeichnen  der  typiscb-boreale  Jura  der  Black  Hills  von  Dakotah,  ferner  die  Juravorkommnisse  in 
den  Eocky  Mountains,  im  Uinta-  und  Wahsatch-Gebirge  und  bis  zum  Coloradocafion  hinab,  eine  tief  nach  Süden 
einspringende  Bucht,  welche  gegen  Westen  durch  die  „Utah-Halbinsel"  abgegrenzt  ist. 

IV.  Die  skandinavische  Insel.  Durch  die  Shetlandsstrasse  vom  nearktischen  Festlande  getrennt, 
tiuden  wir  eine  gewaltige  continentale  Insel,  welche  Schweden  (ausser  Schonen),  Norwegen,  die  Lofoten, 
Lappmarken,  die  Halbinsel  Kola,  Finnmarken,  Finnland  und  einen  Theil  der  baltischen  Länder  Kusslands 
umfasst. 

V.  Der  europäische  Archipel.  An  der  Stelle  des  heutigen  Europa  befand  sich  im  centralen  Mittel- 
raeer  ein  Anzahl  bedeutender  Inseln,  deren  Lage  eingehend  besprochen  wurde;  ich  begnüge  mich  daher  hier 
mit  der  Aufzählung  derselben: 

1.  Irland. 

2.  Grampian-Insel  in  den  schottischen  Hochlanden. 
.S.  Penin-Insel  im  nördlichen  England. 

4.  Wales-Insel. 

5.  Armoriscbe  Insel  (Nordwestfrankreich  und  Cornwallis). 

6.  Ardennen-Insel. 

7.  Iberische  Insel  (Spanische  Meseta). 

8.  Corsische  Insel. 

9.  Böhmische  InseL 

10.  Croatische  Insel. 

11.  Thracische  Insel. 

12.  Westrussische  Insel. 

13.  Südrussische  Insel. 

Die  beiden  zuletzt  genannten  nehmen  ebenso  wie  die  skandinavische  Insel  an  der  Abgrenzung  des 
centralen  Mittelmeeres  gegen  die  Moskauer  Bucht  Theil. 


134  M.  Neumayr. 

VI.  Die  Turanische  Insel.  Die  eigeuthUmlichen  zoogeograpliischen  Verbältnisse  zwischen  der 
borealen,  der  tibetanischen  und  der  mitteleuropäischen  Jurafauna  sowie  die  Verbreitung  von  Jurakohlen  und 
Landptlanzen  haben  zur  Annahme  einer  Insel  geführt,  welche  sich  vom  Ural  und  den  Mugodjaren  bis  zum  nord- 
westlichen Indien  erstreckt;  der  westliche Thianschan  schlies.st  sich  als  eine  gegen  Osten  gerichtete  Halbinsel 
an.  Mit  den  Ausläufern  des  sino-australischen  C'ontiuentes  zusammen  umschliesst  sie  das  Tarim-Becken  und 
die  tibetanische  Bucht. 

VII.  Die  Uralische  Insel.  Auf  den  aufgerichteten  Ablagerungen  des  südlichen  Ural  liegt  Jura  in 
tibergreifender  Lagerung,  dagegen  ist  aus  dem  nördlichen  Theile  des  Gebirges  nichts  derartiges  bekannt,  und 
der  letztere  Abschnitt  daher  als  Insel  eingezeichnet,  obwolil  deren  Berechtigung  zweifelhaft  ist. 

Die  kurze  Übersicht,  welche  hier  gegeben  wurde,  zeigt  uns  die  Gestaltung  der  Erdoberfläche  zur  Jurazeit, 
wie  sie  nach  dem  heutigen  Stande  unserer  Keiintniss  wahrscheinlich  ist.  Es  braucht  wohl  kaum  hervorgehoben 
zu  werden,  wie  wenig  genau  in  den  Einzclnheiten  die  Ergebnisse  sind,  ja  dass  sie  in  dieser  Beziehung  falsch 
sein  müssen.  Die  damaligen  Continente  zeigten  sicher  keine  so  plimipen  Massen,  wie  sie  auf  der  Karte 
gezeichnet  sind,  sondern  sie  halten  reichere  Gliederung  aufzuweisen;  die  Menge  der  Inseln  war  gewiss  nicht 
auf  15  beschränkt,  sondern  sie  zählte  wie  heute  nach  Tausenden;  selbst  in  wichtigeren  Punkten  werden 
vielleicht  noch  erhebliche  Änderungen  nothwendig  werden.  Allein  das  darf  uns  nicht  hindern,  in  einer 
Zusammenfassung  die  jetzige  Stufe  der  Eikenntniss  anschaulich  zu  machen;  es  tritt  dadurch  weit  klarer 
hervor,  wo  die  emptindlichsten  Lücken  unserer  Kenntnisse  liegen,  und  wie  weit  wir  überhaupt  vor- 
geschritten sind. 

Übrigens  geben  uns  selbst  die  in  mancher  Beziehung  noch  unbestimmten  Resultate,  die  hier  erzielt 
wurden,  die  Möglichkeit  au  die  Hand,  über  gewisse  Probleme  ein  präciseres  Urtheil  zu  fällen,  als  das  bisher 
der  Fall  war.  So  verhält  es  sich  z.  B.  mit  der  Frage  nach  der  Beständigkeit  der  Festländer  und  Meeresbecken, 
in  welcher  sich  verschiedene  Ansichten  schroff  entgegenstehen.  Früher  wurde  ziemlicii  allgemein  eine  sehr 
grosse  Veränderlichkeit  in  dieser  Beziehung  angenommen  und  von  manchen  Forschern,  namentlich  von  solchen, 
die  der  Geologie  etwas  fernerstehen,  von  dem  Untersinken  und  Auftauchen  von  Festländern  der  übertriebenste 
Gebrauch  gemacht.  Im  Gegensatze  dazu  hat  sich  eine  andere  Auffassung  geltend  gemacht,  welche  nur  ganz 
geringe  Änderungen  in  dieser  Richtung  zugesteht,  und  namentlich  annimmt,  dass  die  „Sockel"  der  Festländer 
und  die  grossen  Meeresbecken  seit  den  ältesten  Zeiten  keine  wesentlichen  Veränderungen  erlitten  haben.  Diese 
Ansicht  hat  namentlich  in  neuerer  Zeit  und  speciell  unter  den  englischen  Gelehrten  sehr  an  Boden  gewonnen, 
seitdem  man  durch  die  Tiefseeuntersuchungen  des  „Challenger"  die  Natur  der  Sedimente  in  den  grössten 
Meerestiefen  und  namentlich  den  „rothen  Thon"  der  Regionen  unter  2000  Faden  kennen  gelernt  hat.  In  der 
That  lässt  sich  dem  Argumente,  dass  man  aus  älteren  Ablagerungen  kein  Gestein  von  der  Beschaffenheit 
des  rothen  und  braunen  Tiefseethones  kennt,  eine  grosse  Bedeutung  niclit  absprechen. 

Allerdings  tritt  hier  zunächst  die  Frage  auf,  ob  denn  die  letztere  Angabe  wirklich  richtig  ist,  und  ich 
glaube  sagen  zu  müssen,  dass  die  Nachweise  in  dieser  Richtung  viel  zu  wünschen  übrig  lassen.  Schon  mehr- 
fach ist  darauf  aufmerksam  gemacht  worden,  dass  die  cambrischen  Trilobitenschichten  mit  ihrem  überaus 
feinkörnigen,  braunen  Thongestein,  ihren  blinden  Trilobiten  und  dem  fast  vollständigen  Mangel  an  kalkigen 
Organismen  allen  Anforderungen  entsprechen,  die  man  an  ein  Sediment  der  grössten  Tiefen  stellen  kann. ' 


1  Vergl.  z.B.  Mojsisovics,  Dolomitriffe  Südtirols.  —  Man  hat  gegen  diese  Auffassung  angeführt,  dass  bei  weitem 
nicht  alle  cambrischen  Trilobiten  angenlos  sind,  und  dass  eine  grosse  Zahl  derselben  Augen  von  mittlerer  Grösse  besitzt. 
Allein  bei  all'  diesen  Formen  hat  man  zwar  den  Sockel  der  Augen  gefunden,  nicht  aber  die  Linsen  nachweisen  können^ 
wie  das  sonst  bei  Trilobiten  der  Fall  zu  sein  pflegt.  Es  soll  das  von  der  der  Erhaltung  feinerer  Details  ungünstigen  Beschaf- 
fenheit der  cambrischen  Sedimente  herrühren;  allein  ganz  abgesehen  davon,  dass  man  nicht  einsieht,  warum  gerade  die 
cambrischen  Gesteine  dazu  nicht  befähigt  sein  sollen,  während  es  bei  den  siliirischcn  der  F;ill  ist,  genügt  der  einfache 
Hinweis  auf  die  wunderbare  Erhaltung  der  zartesten  Einzelheiten  bei  den  frühesten  Jugendstadien  von  Sao  u.  s,  w. ,  um 
diesen  Einwurf  sofort  als  absolut  unhaltbar  zu  erkennen.  Die  Paradoxiden  und  ihre  Begleiter  liaben  eben  überhaupt  keine 


Die  geographische  Ve^-hreitung  der  Juraformation.  135 

Abgesehen  davon,  kommen  aber  auch  in  jüngeren  Formationen  Sedimente  vor,  welche  mit  vieler  Wahrschein- 
licheit  als  Absätze  aus  sehr  grossen  Tiefen  betraclitct  werden  können.  Dass  man  sie  nicht  als  solche  erkannt 
hat,  rührt  wohl  daher,  dass  man  nicht  am  richtigen  Orte  gesucht  oder  sich  eine  ungenaue  Vorstellung  von  der 
Form  gemacht  bat,  in  welcher  solche  Gebilde  auftreten  müssen.  Die  auffallendste  Eigenthümlichkeit  der 
rothen  Tielseetbone  ist  die  ausserordentliche  Langsamkeit,  mit  welcher  sie  sich  absetzen;  die  Menge  des 
Sedimentes  ist  eine  so  verschwindend  kleine,  dass  bekanntlich  tertiäre  Haifisch/.ähne  noch  jetzt  ganz 
oberflächlich  in  deren  alleroberster  Lage  sich  finden  und  mit  dem  Schleppnetz  heraufgebracht  werden. 
Wir  werden  also  in  der  Regel  sehr  wenig  mächtige  Absätze  zu  erwarten  haben.  Denken  wir  uns  nun,  dass 
ein  Meeresboden  mit  rothem  Thon  sehr  langsam  gehoben  wird,  oder  dass  der  Wasserspiegel  über  demselben 
sinkt,  so  werden  sich  mächtige  IMassen  lichter  Kalke  als  Sedimente  etwas  geringerer  Tiefen  darüber  ablagern. 
Finden  dagegen  mehrfache  Oscillationeu  statt,  so  werden  einzelne  sehr  dünne  Lagen  von  rothem  Thon 
zwischen  mächtigeren  Kalken  eingebettet  liegen. 

Wollen  wir  also  Tiefseethone  finden,  so  müssen  wir  an  der  Basis  mächtiger  weisser  Kalkmassen  oder 
zwischen  diesen  eingeschaltet  nach  dünnen  Bändern  von  rothem  Schieferthon  suchen;  auf  solche  Vorkomm- 
nisse ist  aber  bis  jetzt  die  Aufmerksamkeit  wenig  gerichtet  gewesen,  und  sie  werden  auch  an  sich  schwer  zu 
finden  sein,  da  die  kleinen,  wenig  widerstandsiähigen  Schieferlagen  in  der  Kegel  von  Kalktrümmern  verstürzt 
sein  werden.  Immerhin  kommen  solche  Bildungen  vor;  im  südlichen  karpathischen  Kiippenzug  zwischen 
Eperies  in  Ungarn  und  Neumarkt  in  Galizien  treten  in  grosser  Verbreitung  und  Mächtigkeit  graulich-weisse 
Aptychenkalke  des  oberen  Jura  auf,  welche  allgemein  aus  Gründen,  die  ich  hier  nicht  wiederholen  will,  als 
Ablagerungen  aus  bedeutender  Tiefe  betrachtet  werden.  An  einigen  Punkten  liegt  nun  in  diesem  Kalke  eine 
dünne  Einlagerung  von  rothem  Schieferthon,  welche  den  Anforderungen,  wie  sie  hier  genannt  wurden,  voll- 
ständig entspricht.  1  Bezeichnender  Weise  kommen  vielfach  auch  bedeutende  Ablagerungen  von  reinem  Horn- 
stein  von  nicht  unansehnlicher  Mächtigkeit  mit  den  Aptychenkalken  vergesellschaftet  vor,  welche  mit  den 
Radiolarien-  und  Diatomeensedimenten  der  Tiefsee  parallelisirt  werden  können. 

Andere  Gesteine,  welche  hier  in  Betracht  kommen  müsseu,  sind  die  rothen  Cephalopodenkalke,  welche 
vom  unteren  Silur  bis  zum  oberen  Jura  verbreitet  vorkommen  und  namentlich  in  der  Trias  und  dem  Jura  der 
alpinen  Region  eine  grosse  Rolle  spielen.  Die  mächtigen  weissen  Alpenkalke  scheinen  alle  einen  ausser- 
ordentlich geringen  Gehalt  eines  sehr  eisenreichen  Silicates  zu  enthalten,  der  bei  der  Behandlung  mit  Säure 
zurückbleibt,  ebenso  wie  das  z.  B.  bei  dem  recenten  (llobigerinenschlamm  der  Fall  ist.  In  den  rothen  Cephalo- 
podeiikalken  ist  dieser  rothe  Bestandtheil  zwar  noch  iu  geringer  Menge,  aber  doch  sehr  viel  reichlicher  als  in 
den  weissen  Kalken  vorhanden,  und  bei  manchen  Vorkommnissen  bildet  derselbe  auf  den  Schiehtflächen  sehr 
dünne,  fast  metallalisch  glänzende  Belege.  Wir  haben  es  hier  uffenbai-  mit  Gesteinen  zu  thun,  welche 
ungefähr  auf  der  Grenze  zwischen  der  Region  des  weissen  und  des  rothen  Tiefseesedimentes  abgelagert 
wurden,  und  bei  welchen  ein  Theil  des  Kalkes  aufgelöst  wurde.  Wahrscheinlich  bezeichnen  die  mit  rothen 
Thoiibelegen  verseheneu  Schiehtflächen  Zeiteu  höheren  Wasserstandes,  während  deren  aller  Kalk  gelöst 
wurde. 

Es  ist  von  grosser  Wichtigkeit,  dass  wir  nirgends  horizontal  gelagerte  rothe  Ammonitenkalke  meso- 
zoischen Alters  finden;  sie  kommen  nur  in  gefaltetem  und  aufgerichtetem  Gebirge  vor,  während  z.  B.  die 
rothen  ürthocercnkalke  des  Untersilur  bekanntlich  vielfach  horizontal  gelagert  auftreten.  Man  kann  daraus 
folgern,  dass  seit  der  Triaszeit  zwar  durch  Gebirgsbilduug  und  Aufrichtung  hinreichende  Ortsveränderungen 
vor  sich  gegangen  sind,  um  Sedimente  aus  einer  Tiefe  von  etwa  2000  Faden  unter  dem  Meeresspiegel  an  die 
Oberfläche  zu  bringen,  dass  aber  diejenigen  Verschiebungen,  welche  nicht  mit  Störungen  der  horizontalen 
Lagerung  verbunden  sind,   seien  es  nun  säculare  Hebungen  des  Meeresbodens  oder  Senkungen  des  Meeres- 


Linsen  gehabt,  es  siud  Formen,  bei  weleben  die  Augen  nulimentäi'  geworden,  ilire  Träger  aber  erhalten  sind,  wie  das  auch 
bei  gewissen  lebenden  Tiefseekrebseu  der  Fall  ist. 

1  Neumayr,  der  penninische  Kiippenzug.  Jahrbuch  der  geologischen  Reichsanstalt.  1871.  Bd.  21.  S.  480. 


136  M.  Neumayr. 

Spiegels,   hiezu   nicht  ausreichten.  Dagegen  sind   seit  dem   Silur   so    bedeutende   Veränderungen   vor   sich 
gegangen,  wie  die  söhligen  Orthocerenkalke  beweisen. 

Diesen  Verhältnissen  gegenüber  verschwindet  die  Bedeutung  der  jede  weitere  Prüfung  abschneidenden 
Behauptung,  dass  bedeutende  Veränderungen  der  grossen  Meeresbecken  und  der  Festlandssoekel  überhaupt 
nie  stattgefunden  haben.  Statt  einer  dogmatisirenden  Auffassung  kann  die  unbefangene  Prüfung  der  Tbat- 
sachen  wieder  in  ihre  Rechte  eintreten,  und  entscheidendes  Gewicht  muss  hiebei  in  erster  Linie  den  Untev- 
suchungen  über  die  Verbreitung  der  alten  Ablagerungen  und  über  den  Charakter  ihrer  Floren,  Faunen  und 
Gesteine  ziüconimen.  Die  vorliegende  Arbeit,  welche  für  den  Jura  diese  Verhältnis.se  klarzustellen  sucht,  steht 
allerdings  heute  noch  isolirt  da,  allein  die  Literatur  enthält  die  nöthigen  Anhaltspunkte,  um  für  eine  Anzahl 
von  Perioden  zwischen  Ende  der  Juraformation  und  der  Jetztzeit  ähnliche  Resultate  zu  erzielen,  vielleicht 
für  das  Neocom,  jedenfalls  für  die  obere  Kreide,  das  Eocän,  Oligocän,  Miocän  und  Pliocän.  Die  Aufgabe,  diese 
Untersuchungen  durchzuführen,  ist  eine  sehr  mühevolle,  aber  wenn  sie  gelöst  ist,  so  wird  uns  der  Vergleich 
einer  Anzahl  derartiger  Karten,  welche  die  Vertheilung  von  Land  und  Wasser  in  aufeinanderfolgenden 
Formationen  darstellen,  mehr  als  irgend  etwas  das  Verständniss  der  grossen  Verschiebungen  fördern,  welche 
Land  und  Meer  im  Verlaufe  der  geologischen  Formationen  erlitten  haben. 

Allein  schon  heute  gestattet  die  allerdings  noch  isolirte  und  in  vielen  Punkten  unsichere  Darstellung  der 
Verhältnisse  zur  Zeit  des  oberen  Jura  manche  Folgerung;  wenn  wir  die  Gruppiriing  von  Land  und  Meer  ins 
Auge  fassen,  so  finden  wir,  dass  dieselbe  weder  den  Ansichten  derjenigen  entspricht,  welche  oft  wiederholte, 
sehr  intensive  Veränderungen  voraussetzen,  dass  sie  aber  ebensowenig  der  Annahme  der  Beständigkeit  der 
Festlandmassen  und  der  grossen  Meeresbecken  günstig  ist. 

Was  die  Meeresbecken  anlangt,  so  finden  wir,  dass  drei  derselben,  das  pacifische,  das  arktische  und  das 
antarktische,  in  ihren  grossen  Hauptumrissen  schon  existirten,  wenn  auch  in  diesen  Regionen  bedeutende 
Veränderungen  vor  sich  gegangen  sind.  Der  pacifische  Oceau  erhielt  seit  jener  Zeit  im  Westen  erheblichen 
Zuwachs  durch  Versenkung  ansehnlicher  Landmassen  an  der  asiatischen  Ostküste,  in  der  malayischen, 
papuanischen  und  australischen  Region,  während  er  im  Osten  durch  die  Aufrichtung  der  amerikanischen 
Cordilleren  zurückgedrängt  worden  ist.  Im  Ganzen  kann  man  sagen,  dass  der  pacifische  Ocean  seit  der  Jura- 
zeit etwas  von  Osten  nach  Westen  verschoben  worden  ist. 

Für  die  nähere  Beurtlieilung  des  antarktischen  Oceans  fehlen  die  nöthigen  Anhaltspunkte,  dagegen  finden 
wir,  dass  das  arktische  Meer  seit  der  Jurazeit  ausserordentlich  stark  eingeengt  worden  ist;  das  Moskauer 
Becken,  ganz  Nordasien  und  das  nordwestliche  Amerika  sind  seither  festes  Land  geworden.  Wir  haben  hier 
eine  extensiv  ausserordentlich  bedeutende  Veränderung,  einen  enormen  Landgewinn,  die  Niveauversehiebungeu 
aber,  welche  dabei  stattgefunden  haben,  scheinen  keine  sehr  bedeutenden,  die  Bewegung  keine  intensive 
gewesen  zu  sein.  Das  genannte  Gebiet,  welches  jetzt  trocken  liegt,  scheint  schon  zur  Liaszeit  festes  Land 
gewesen  zu  sein,  und  alle  jurasischen  Ablagerungen  dieser  Region,  die  wir  kennen,  tragen  das  Gepräge  von 
Bildungen  des  seichten  Wassers  an  sich.  Wir  finden  fast  ausschliesslich  mechanische  Sedimente,  Sandsteine 
und  Thone  und  nur  sehr  wenige  Kalke,  und  fast  überall  treten  Bivalven  und  Gastropoden  in  grosser  Zahl 
auf,  während  Brachiopoden,  Criuoiden  und  Kieselschwämme  eine  sehr  geringe  Rolle  spielen.  Wir  dürfen 
also  nicht  etwa  annehmen,  dass  sich  hier  seit  der  Jurazeit  ein  neuer  Continentalsoekel  aus  grosser  Meerestiefe 
beraufgebaut  habe,  sondern  wir  haben  es  nur  mit  der  zeitweiligen  Überflutung  einer  schon  vorhandenen 
Masse  durch  eine  seichte  Wasserfläche,  mit  einer  nicht  sehr  bedeutenden  Oscillation  zu  thun.  Auch  heute 
würde  ein  verhältnissmässig  sehr  geringes  Sinken  des  Landes  oder  ein  entsprechendes  Austeigen  des  Meeres- 
spiegels hinreichen,  um  sehr  viele  Gebiete  von  Russland  und  Sibirien  unterzutauchen. 

Ganz  anders  verhält  es  sich  in  Westeuropa;  hier  war  schon  zur  Liaszeit  Meer,  und  wir  haben  für  viele 
Bezirke  auch  sehr  bestimmte  Anzeichen,  dass  dasselbe  bedeutende  Tiefe  besessen  habe.  Wir  müssen  hier 
zwischen  den  Ablagerungen  der  mitteleuropäischen  und  jenen  der  alpinen  Provinz  unterscheiden,  von  denen 
die  ersteren  der  grossen  Mehrzahl  nach  ganz  oder  nahezu  horizontal  gelagert,  die  letzteren  dagegen  durch- 
gängig aufgerichtet  und  gefaltet  erscheinen.  In  der  mitteleuropäischen  Provinz  sehen  wir  in  einer  Reihe  von 


Die  geographische  Verbreitung  der  ,hiraformation.  137 

Sedimenteu,  namentlich  in  den  an  Amuioniten  und  Kieselschwänimeu  reiclieu  Kalken  de«  ol)eien  Jura,  wie 
früher  erwähnt,  Gebilde,  welche  fern  von  der  Küste  in  bedeutender,  aber  nicht  in  sehr  grosser  Tiefe  abgelagert 
worden  sind;  diese  mnss  zwischen  500  und  2000  Faden  betragen  liaben.  Da  solche  Gesteine  heute  in  einer 
Höhe  von  mehr  als  2000'  über  dem  Meere  in  horizontalen  Schichten  liegen,  so  sehen  wir,  dass  hier  eine,  zwar 
dem  Umfange  nach  im  Vergleich  zu  den  arktischen  Verhältnissen  ziemlich  geringe,  aber  sehr  viel  intensivere 
Veränderung  Platz  gegrifteu  hat.  Noch  bedeutender  werden  diese  in  der  alpinen  Provinz,  wo  Ablagerungen, 
die  aller  Wahrscheinlichkeit  nacli  in  einer  Meerestiefe  von  mehr  als  2000  Faden  gebildet  sind,  in  hohen 
Gebirgen  aufragen.  Wir  haben  es  hier  mit  einer  Folge  von  Gebirgsaufstauung  zu  thun,  durch  welche  Sedi- 
mente grosser  Tiefen  eniporgefaltet  wurden.  In  beiden  Fällen,  in  Mitteleuropa  wie  in  den  Alpen,  sehen  wir 
also,  dass  an  Stelle  tiefen  Meeres  sich  Festländer  sammt  ihren  Sockeln  erheben,  und  wir  haben  es  hier  ebenso 
wie  im  westlichen  Amerika  mit  einem  Landgewinne  zu  thun,  der  mit  der  Annahme  der  Constanz  der  Meeres- 
becken in  Widerspruch  steht. 

Ebenso  stehen  schon  die  Einbrüche  im  westlichen  Theile  des  pacitischen  Beckens,  die  Bildung  des 
Beckens  zwischen  Neu-Holland,  Neu-Seeland  und  der  Linie  Fidschi- Neu-Guinea,  ferner  des  japanischen,  des 
ost-  und  sudchinesischen  Meeres  u.  s.  w.  im  Widerspruche  mit  der  vorausgesetzten  Beständigkeit  der  Fest- 
länder; noch  mehr  aber  gilt  das  bezüglich  der  Erscheinungen  im  lieutigen  indischen  und  atlantischen  Ocean. 
Von  der  grossen  indisch-madagassischen  Halbinsel  sind  nur  das  Dekan  und  Madagascar  stehen  geblieben,  die 
Continentalbrücke  zwischen  Afrika  und  Südamerika  und  die  von  Nordmerika  bis  Sehottland  reichende 
Landmasse  sind  verschwunden  und  an  ihrer  Stelle  liegt  heute  tiefe  See.  Der  atlantische  und  der  indische 
Ocean  sind  verhältnissmässig  junge  Bildungen  im  Vergleiche  mit  der  Hauptmasse  des  stillen  Oceans,  des 
nördlichen  und  südlichen  Eismeeres. 

Diese  Folgerungen  aus  der  Verbreitung  der  Jurabildungen  müssen  bei  der  Entscheidung  der  Frage  nach 
dem  Umfange  der  Veränderungen,  welche  Festländer  und  Meeresbeckeu  im  Verlaufe  der  Erdgeschichte 
erleiden,  schwer  ins  Gewicht  fallen.  Zu  voller  Sicherheit  wird  es  allerdings  nothwendig  sein,  die  Vertheüuug 
anderer  Formationen  in  ähnlicher  Weise  zu  studiren. 

Die  Fi-age  nach  der  Natur  der  Vorgänge,  welche  solche  Umgestaltungen  her  vorbringen,  mag  hier 
unerörtert  bleiben;  dagegen  stehen  andere  wichtige  Probleme  mit  Verhältnissen,  wie  wir  sie  hier  kennen 
gelernt  haben,  in  einer  Beziehung,  welche  wir  besprechen  müssen,  wenn  auch  eine  Lösung  der  Frageu  heute 
noch  nicht  möglich  ist. 

Von  einer  Reihe  von  Forschern,  in  erster  Linie  von  Lyell,'  ist  der  Vertheilung  von  Wasser  und  Land  ein 
massgebender,  ja  ein  ausschliesslich  bestimmender  Einfluss  auf  die  Veränderung  des  Klima's  der  Erde 
zugeschrieben  worden.  Eine  Concentration  der  Continente  in  der  tropischen  Region  soll  sehr  warme,  eine 
Gruppirung  derselben  um  die  Pole  sehr  kalte  Temperatur  bedingen.  Wir  sehen  gerade  während  der  Jurazeit 
sehr  beträchtliche  Veränderungen  dieser  Art  vor  sich  gehen,  indem  die  mehrfach  besprochene  Transgression 
des  Malm  in  der  nordischen  Region  platzgreift.  Von  einem  Einfluss  dieser  tiefgreifenden  Umgestaltung  ist 
aber  nichts  zu  bemerken,  ja  wie  an  einer  anderen  Stelle  gezeigt  wurde,'''  bleibt  die  von  klimatischen  Verhält- 
nissen abhängige  Verbreitung  der  Gattungen  Fhi/Ihceras,  Lijtoceras  und  vieler  anderer  im  oberen  Jura  die- 
selbe, wie  sie  im  Lias  war. 

Eine  zweite  Frage  von  grosser  Bedeutung  ist  die,  ob  und  in  welcher  Weise  ein  Einfluss  der  damaligen  Ver- 
theilung von  Wasser  und  Land  auf  die  heutige  Verbreitung  der  Landorganismen  bemerkbar  ist.  Wir  sehen, 
dass  zur  Zeit  des  oberen  Jura  wenigstens  bis  zu  einem  gewissen  Grade  eine  Abweichung  von  der  jetzt  und  in 
einer  Reihe  früherer  Perioden  giltigen  Regel  einer  grossen  Anhäufung  von  Land  in  der  nördlichen  Hemisphäre 
stattfand;  es  handelt  sich  aber  hier  um  eine  verhältnissmässig  kurze  Episode,  denn  während  der  Ablagerung 


1  Vergl.  z.  B.  Lyell,  principles  of  geology.  12.  od.  Vol.  I.  S.  -iTO. 

2  Neumayr,  klimatische  Zoueu  I.e. 

Denkschriftuu  der  mathem  .-naturw.  Cl.    L.  BJ . 


IS 


138  M.  Ne.umaijr. 

des  Lias  und  des  mittleren  Jura  herrschte  in  dieser  Beziehung  ein  ähnliches  Verhältniss  wie  heute,  und  in  der 
Kreidezeit  kehrte  dasselbe  wieder  zurück. 

Dagegen  sehen  wir  in  anderer  Beziehung  eine  Gruppirung  von  grosser  Wichtigkeit;  SUd-Amerika  und 
Afrika  hingen  zur  Jurazeit  zusammen,  und  im  Osten  näherte  sich  diesem  Festlande  der  sinisch-australische 
Continent  so  sehr,  dass  die  dazwischen  liegende  Meeresstrasse  kein  erhebliches  Hinderniss  für  die  Verbreitung 
der  Landorganismen  bilden  konnte.  Wir  sehen  nun  in  dieser  Anordnung  thatsächlich  einen  Süd-  oder  richtiger 
Äquatorialcoutiuent,  wie  ihn  zahlreicheThiergeographen  auf  Grund  der  jetzigen  Verbreitung  vieler  Organismen 
construirt  haben,  dessen  Existenz  aber  allerdings  von  Anderen  und  namentlich  von  Wallaee  in  der 
entschiedensten  Weise  bestritten  wird.  So  entsprechen  jene  zwei  Continente  der  Jurazeit  zusammen  annähernd 
dem  jetzigen  Verbreitungsgebiete  der  Ratiteu,  ja  der  Umstand,  dass  der  Strauss  der  südamerikanischen  Rhea 
näher  stellt,  als  den  australischen  und  malayischen  Casuaren  und  Dvomaeen,  könnte  mit  der  geschilderten 
Gruppirung  der  Festländer  sehr  gut  in  Einklang  gebracht  werden.  Ferner  entspricht  der  brasilianisch-äthio- 
pische Continent  annähernd  dem  Verbreitungsgebiete  der  Edentaten;  die  Bedeutung  des  Vorkommens  der 
Lemuren,  von  Manis,  der  anthropoiden  Affen  ist  schon  mehrfach  hervorgehoben  worden,  und  würde  mit  diesen 
Vorstellungen  gut  übereinstimmen,  und  selbst  die  so  überaus  räthselhafte  Verwandtschaft  mancher  west- 
indischer Formen  mit  solchen  Madagascars  würde  sich  auf  diese  Weise  sehr  einfach  erklären. 

So  verlockend  aber  eine  derartige  Auflassung  auch  sein  mag,  so  müssen  wir  uns  doch  daran  erinnern, 
dass  wenigstens  für  die  Mehrzahl  der  Formen  mit  getrennten  Verbreitungsgebieten  in  den  äquatorialen  und 
südlich  gemässigten  Gebieten,  die  von  Wallaee  versuchte  Erklärungeines  Ausstrahlens  aus  einem  ursprüng- 
lichen gemeinsamen  Verbreitungsgebiete  im  Norden  vollständig  genügt,  ja  sogar  besser  passt,  als  die 
Annahme,  dass  der  Südcontinent  die  ursprüngliche  Stammlieimat  gewesen  sei.  Das  gilt  z.  B.  ganz  entschieden 
von  Elephanten,  Ehinoceroten,  Tapir,  Löwen  u.  s.  w.  Allerdings  lässt  anderseits  die  ausserordentliche 
Seltenheit  von  Edentateu  und  Ratiten  im  Norden  gerade  für  diese  sehr  merkwürdigen  Fälle  eine  Herkunft 
von  hier  als  weniger  plausibel  erscheinen. 

Auch  hier  ist  eine  Entscheidung  noch  nicht  möglich;  dass  eine  wenig  unterbrochene  Continentalmasse  von 
Südamerika  über  Afiika  und  Lidien  bis  Australien  und  Neu-Seeland  zur  Jurazeit  existirte,  darf  als  im  höchsten 
Grade  wahrscheinlich  bezeichnet  werden;  oli  aber  die  jetzige  Verbreitung  der  Edentaten  und  Ratiten  und  eine 
Anzahl  ähnlicher  Erscheinungen  durch  das  Vorhandensein  jenes  Festlandes  bedingt  und  erklärt  wird,  ob 
dieses  sich  lange  genug  erhalten  hat,  um  eine  derartige  Wirkung  ausüben  zu  können,  das  wird  sich  erst 
entscheiden  lassen,  wenn  auch  die  Verbreitung  der  Kreide-  und  Tertiärablageruagen  in  ähnlicher  Weise 
untersucht  und  die  Vertheilung  von  Land  und  Wasser  während  dieser  Abschnitte  wenigstens  annähernd 
festgestellt  sein  wird. 


XII.  Paläontologiscker  Anhang  und  Nachtrag'. 

Anhang  I  zu  S.  109    PerifipJuiictes  Kohelti  n.  f.  aus  Tunis.  (Taf.  I,  Fig.  1.) 

Es  wurde  ein  juras.sischer  Ammonit  aus  rothem  Kalk  vom  Djebel  Zaghuan  bei  Tunis  erwähnt,  welclier 
von  Kobelt  gesammelt  worden  ist.  Ich  beschreibe  das  Exemplar,  das  mir  vom  Finder  freundlichst  mit- 
getheilt  wurde,  als  Perisphindes  Kohelti  u.  f.  —  Gehäuse  sehr  flach  scheibenförmig,  sehr  weitnablig ,  aus  zahl- 
reichen (etwa  6—7)  langsam  anwachsenden,  niedrigen  einander  nur  berührenden  Windungen  bestehend, 
welche  innen  gerundet,  aussen  etwas  abgeflacht,  gerundet  viereckig  sind.  Die  Umgänge  tragen  zahlreiche 
scharfe,  bindtadenförmigc  Planulateurippen,  deren  auf  der  let/.ten  erhaltenenWiudung  etwa  60  stehen,  und 
von  denen  die  Mehrzahl  kurz  vor  der  Marginalkante  einfach  gespalten  sind,  während  eine  geringere  Z;ihl 
ungespalten  bleibt.  Die  Rippen  gehen  ununterbrochen  über  die  etwas  abgeflachte  Externseite  weg.  Ausserdem 
sind  sehr  kräftige  tiefe  Einschnürungen  in  geringer  Zahl,  1—2  auf  jeder  Windung,  vorhanden.  Lobenlinie 
nicht  deutlicii  sichtbar. 


Die  geographische  Verbreitung  der  Juraformation.  139 

Perisphindes  KoheUt,  welcher  auf  den  ersten  Blick  autleren  Angehörigen  der  Gattung  ähnelt,  lässt  sich 
bei  einiger  Aufmerksamkeit  sehr  leicht  unterscheiden,  der  weite  Nabel,  die  sehr  langsam  anwachsenden, 
fast  gar  nicht  umfassenden  Windungen,  die  sehr  tiefen  Eiuschnürnngeu  und  die  verhältnissmässig  zahlreichen 
ungespaltenen  Rippen  verleihen  der  Art  einen  eigeuthlimlichen  Habitus,  der  an  Simoceras-Aüen,  wie  Sim. 
Douhlieri  Orb.  erinnert,  doch  fehlt  die  für  die  letztere  Gattung  charakteristische  Externfurche.  Unter  den 
Perisphincteu  stehen  Per.  colubrinus  und  Verwandte  am  nächsten.  Das  Niveau,  welchem  Per.  Kohelti  angehört, 
ist  nicht  direct  bekannt,  doch  kann  nach  der  Form  kein  Zweifel  herrschen,  dass  er  der  Oberregion  des  oberen 
Jura  angehöre. 

Das  Gestein,  welches  den  Ammouiten  umschliesst,  ist  ein  rother  Kalk,  welcher  sich  von  gewissen  Diphyen- 
kalken  der  Südalpen  in  keiner  Weise  unterscheidet;  das  Stück  enthält  an  einer  Stelle  ein  Bruchstück  eines 
Aptychus  aus  der  Gruppe  der  Lamellosi.  —  Nach  freundlicher  Mittheilung  von  Herrn  Dr.  Kobelt  sind 
Ammoniten  theilweise  von  sehr  ansehnlicher  Grösse  an  dem  Fundorte  häufig,  konnten  aber  ohne  Instrumente 
aus  dem  anstehenden  Gesteine  nicht  losgemacht  werden.  —  Die  Localität  befindet  sich  ziemlich  hoch  am 
Nordabhange  des  Djebel  Zaghuan  im  nördlichen  Tunis.* 

Anhang  II  zu  S.  110.  Phylloceras  .semf.striafmn  d'Orb.  von  Mossambique  (Taf.  I,  Fig.  2.) 

Das  mineralogische  Museum  in  Berlin  enthält  ein  prachtvoll  erhaltenes  Exemplar  eines  Phylloceras  von 
der  afrikanischen  Ostküste,  welches  von  Peters  im  Juni  1843  „südlich  vom  Conduziafiusse,  nahe  seiner 
Ausmündung"  gesammelt  wurde.  Der  Conduzia  (auf  Stanley's  Karte  Conducia)  mündet  unter  15°  südlicher 
Breite  nur  unbedeutend  nördlich  von  Mossambique  in  den  indischen  Ocean. 

Das  Gestein  ist  ein  schwarzgrauer  glimnieriger  Kalkstein,  der  allerdings  nur  den  kleineren  Theil  de« 
Handstückes  ausmacht,  während  die  Hauptmasse  desselben  aus  honiggelbem  bis  graubraunem  Kalkspath 
besteht ;  das  Ganze  erinnert  sehr  an  gewisse  Vorkommnisse  des  russischen  Jura,  mit  welchem  der  Ammonit 
auch  die  prachtvolle  Erhaltung  der  Perlmutterschale  gemein  hat. 

Das  Exemplar  wurde  von  Herrn  Geheimrath  Beyrich,  welcher  mir  dasselbe  anzuvertrauen  die  Güte 
hatte,  als  eine  vermuthlich  dem  Neocom  angehörige  Form  bezeichnet,  und  ich  kann  mich  dem  nur  vollständig 
anschliessen.  In  der  äusseren  Form  und  Verzierung  lässt  sich  dasselbe  von  Pli ijUoceras  semistriatum  Orh. 
Terr.  cr6t.  Vol.  I.  Tab.  41,  nicht  unterscheiden.  Auf  einer  späteren  Tafel  desselben  Bandes  (Tab.  59)  bildet 
d'Orbigny  ein  kleines  Exemplar  derselben  Art  ab,  und  gibt  statt  des  früheren  den  Namen  Ammoniten  Tetlii/s; 
hier  findet  sich  auch  eine  stark  vergrösserte  Lolienzeichnung,  die  ich  bei  einer  früheren  Gelegenheit  als 
vermuthlich  unrichtig  bezeichnen  zu  dürfen  glaubte.  ^  In  der  That  stimmt  sie  mit  den  Suturen  des  vorliegen- 
den Exemplares  aus  Afrika  nicht  Uberein,  während  dieses  sieh  auch  in  dem  letzteren  Charakter  von  Original- 
stücken ans  französischem  Neocom  nicht  unterscheiden  lässt. 

Von  anderen  Arten  steht  Phi/Ilocems  sermii  Opp.  aus  dem  Tithon  sehr  nahe,  und  namentlich  gilt  das  von 
der  in  der  Ilogozniker  Breccie  vorkommenden  Varietät  dieses  Typus.  Die  Unterschiede  sind  ziemlich  gering- 
fügiger Natur  und  beschränken  sich  auf  das  stärkere  Hervortreten  der  Endblätter  an  den  grossen  Sätteln  bei 
der  Art  aus  dem  Neocom. 

Phylloceras  semistriatum  ist  eine  Art  von  sehr  grosser  geographischer  Verbreitung,  da  sie  ausser  von  zahl- 
reichen Punkten  Süd-Europa's  und  von  Mossambique  auch  noch  aus  Columbien  (Süd-Amerika)  bekannt  ist. 
Allerdings  ist  das  Vorkommen  einer  einzelnen  Form,  die  überdies  mit  gewissen  jurassischen  Typen  überaus 
nahe  verwandt  ist,  keine  volle  Sicherheit,  dass  die  Ablagerungen  am  Conduziafiusse  wirklich  Neocom  seien, 
doch  spricht  jedenfalls  ein  hoher  Grad  von  Wahrscheinlichkeit  dafür. 


1  Vermuthlich  devonische  Korallenkalke  von  Djebel  Zaghuan  werden  von  Stäche  erwähnt.  Vergl.  Verhandlungen  der 
geolog.  Reichsanstalt  1876,  S.  36. 

■-'  .Jahrbuch  der  geologischen  Reichsanstalt.  1871.  S.  318. 

18* 


140  M.  Neumayr. 

Anhang  III  zu  8.  11s.  Einige  Juratossilien  aus  West-Australien. 

Das  geologische  Institut  der  hiesigen  Universität  enthält  eine  kleine  Suite  von  jurassischen  Formen, 
welche  nach  der  beiliegenden  Etikette  vom  Gleneig-River  im  westlichen  Australien  stammen.  Einen  Fluss 
dieses  Namens  konnte  ich  auf  den  mir  zur  Verfügung  stehenden  Karten  nicht  finden,  wohl  aber  einen  Glenelg- 
District,  welcher  ungefähr  zwischen  3ö°  und  31°  südlicher  Breite  nordöstlich  von  Perth  im  Binnenlande  liegt, 
und  vielleicht  ist  der  hier  entspringende  Garhan-  oder  Moore-River  der  Karten  mit  dem  genannten  Namen 
gemeint.  Die  Localität  ist  in  der  Literatur,  wie  es  scheint,  bisher  noch  nicht  erwähnt  worden;  der  Hauptfuud- 
ort,  von  welchem  die  von  Mnore  beschriebenen  Exemplare  stammen, '  ist  am  Greenough-Kiver  gelegen  und 
befindet  sich  mindestens  drei  Breitegrade  weiter  gegen  Norden;  da  die  beiden  Stellen  viele  Verwandtschaft 
zeigen  und  eine  Anzahl  gemeinsamer  Arten  besitzen,  so  dürfte  der  Jura  auch  in  der  Zwischenregion 
verbreitet  sein. 

Das  Gestein,  in  welchem  die  Exemplare  stecken,  ist  ein  mürber,  etwas  sandiger  Kalk,  gelbbraun  mit 
grossen  purpurfarbigen  Partien. 

Die  Yorliegenden  Arten,  welche  Herr  Prof.  Suess  mir  freundlichst  mittheilte,  sind  folgende: 


Stephanoceras  Blagdeni  S  o  w. 

„  Leicharti  n.  f. 

Perisphindes? 


Trigonia  Moorei  Lyc. 

Mijacites  indet. 

Lima  (Ctenostreon)  prohoscidea.  S  o  w. 


Von  diesen  Arten  ist  Trigonia  Moorei  von  Lycett  aus  Westanstralien  beschrieben  worden;  Lima 
prohoscidea,  die  schon  Moore  aus  Ausfralicn  anführt, '^  ist  von  der  europäischen  Form  nicht  zu  unterscheiden; 
dasselbe  gilt  von  dem  als  Sieph.  Blagdeni  bestimmten  Fragment  (Taf.  I,  Fig.  3).  Das  als  Perisjjhindes (?) 
bezeichnete  Exemplar  ist  sehr  schlecht  erhalten  und  könnte  auch  ein  abgeriebenes  Jugendindividuum  einer 
Art  aus  der  Gruppe  des  SfepJianoceras  Humphriesianmn  sein.  Endlich  liegt  eine  neue  Art  vor,  die  hier 
beschrieben  werden  soll. 

Stephanoceras  Leicharti  n.  f.  (Taf.  I,  Fig.  4) 

ist  allerdings  nur  in  einem  nicht  gut  erhaltenen  Exemplare  vorhanden,  doch  reicht  dasselbe  zur  Charakteristik 
vollständig  aus.  Die  Art  \üi  \mt  Steph.  Humphriesianmn  ^o\\.,  und  zwar  mit  der  typischen  Form  nahe  ver- 
wandt, ist  .jedoch  etwas  dünner  als  diese.  Der  liauptsäclilichste  Unterschied  der  australischen  Form  der 
europäischen  gegenüber  beruht  jedoch  in  der  Scuiptnr;  schon  auf  den  inneren  Windungen  sind  die  Knoten 
etwas  schwächer  als  bei  Steph.  Humphriesianum;  im  Alter  aber  sind  gar  keine  eigentlichen  Knoten  mehr  zu 
unterscheiden,  sondern  am  Nabel  entspringen  gleichmässig  angeschwollene  Rippen,  welche  sich  etwa  unter 
der  halben  Höhe  der  Flanken  in  2—3  ebenfalls  wulstige  Rippen  spalten.  Diese  setzen  dann  ununterbrochen 
über  die  Externreihe  weg.  Die  Verzierung  auf  dem  letzten  halben  Umgang  erinnert  an  gewisse,  etwas 
aberrante  Perisphincten,  wie  sie  namentlich  in  der  Bathstufe  auftreten,  doch  sind  die  Knoten  der  inneren 
Windungen  und  die  Abwesenheit  von  Einschnürungen  entscheidend.  Vielleicht  wird  Steph.  Leicharti  mit  der 
Zeit  als  eines  der  Zwischenglieder  zwischen  Stephanoceras  und  Perisphinctes  erkannt  worden. 

Das  vorliegende  Exemplar  stammt,  wie  schon  erwähnt,  vom  Glenelg-River. 

Sehr  bemerkeuswerth  ist  die  Übereinstimmung  der  kleineu  hier  angetiihrten  Suite  mit  der  Fauna  der 
Zone  des  Stephanoceras  Humphriesianum  in  Europa,  ^'on  vier  bestinnn baren  Arten  kommen  zwei  in  Europa  in 
diesem  Niveau  vor,  und  die  beiden  anderen,  Steph.  Leicharti  und  Trigonia  Moorei  sind  zwar  bisher  auf 
Australien  beschränkt,  sie  finden  aber  ihre  nächsten  Verwandten  (Steph.  Humphriesianum  und  Trigonia  costata) 
in  demselben  Horizonte. 


'  Charles  Moore,  Australian  inesozoic  geology  and  palaeontology.  Qiiarterly  Journal  of  the  geological  society.  1870- 
Vol.  26.  S.  226. 

2  Bei  Moore,  1.  c.  S.  255,  Taf.  12.  Fig.  U. 


Die  geographische  Verbreitmig  der  Juraformation.  141 

Wir  haben  hier  wieder  einen  jeuer  merkwürdigen  Fälle,  in  welchen  eine  Juraznne  in  Überaus  grosser 
Entfernung  von  Europa  iu  derselben  Weise  entwickelt  auftritt,  und  derselbe  reiht  sich  in  dieser  Beziehung 
vollständig  an  die  in  Indien,  Süd-Afrika  und  Süd-Amerika  gemachten  Erfahiungen  an,  welche  die  ungerecht 
fertigten  Vorurtheile  gegen  die  Zonengliederung  so  rasch  und  glänzend  wiederlegt  iiabcn. 

Anhang  IV  zu  S.  94.  Harpoceras  ßrCUntocki  Haughton  von  Prinz  Patrick's-Land.  (Taf.  I, 
Fig.  5-8.) 

Die  Abbildung  und  Beschreibung,  welche  Haughton  von  diesem  Fossil  gibt,'  ist  nicht  ganz  ausreichend  ; 
ich  habe  daher  nach  Abgüssen  der  Originalexemplare,  die  ich  der  Güte  von  Herrn  Sollas  in  Dublin  verdanke, 
neue  Zeichnungen  anfertigen  lassen.  Haughton  vergleicht  seine  Art  m\tHarpoceras  concavum  Sow.,  und  in  der 
That  lässt  sieh  in  der  Eippenbildung  eine  gewisse  Ähnlichkeit  mit  der  genannten  Art  des  oberen  Lias,  sowie 
mit  den  annähernd  gleichaltrigen  Formen  Earp.  elegans  Sow.  und  suhcoucamm  Blake  und  Täte,  nicht  ver- 
kennen. Allein  abgesehen  von  Abweichungen  in  der  Art  der  Schwingung  der  Rippen,  ist  hier  die  Nabelweite 
eine  andere,  vor  allem  aber  gibt  die  scharfe  Nabelkante  und  die  sehr  stark  ausgesprochene  Nahtfläche  den  genann- 
ten Liasformen  einen  durchaus  abweichenden  Charakter.  Noch  näher  in  der  Eippenbildung  stehen  dem  Harp. 
M'Ch'nfocki  gewisse  Abänderungen  von  Harp.  Miirchisonae  Sow.  mit  stark  rückwärts  gebogenen  Rippen,  doch 
bildet  auch  hier  die  Form  des  Nabelabfalles  einen  stark  abweichenden  C;iiarakter,  wenn  auch  der  Gegensatz  in 
dieser  Beziehung  nicht  so  gross  ist,  als  bei  Harp.  concavum.  Übereinstimmung  in  der  Form  des  sanften  kanten- 
losen Nabelabfalles  und  in  der  Rippenbildung  zeigt  die  Gruppe  des Harjy.liecticwn  Rein,  aus  der  Kellowaystufe, 
doch  bildet  hier  wieder  die  Weite  des  Nabels  einen  Unterschied. 

Im  Ganzen  lässt  sich  das  Urtheil  ühar  Harp.  M'CIiiitocki  dahin  zusammenfassen,  dass  die  Art  aus  Europa 
noch  nicht  bekannt  geworden  ist;  ihre  nächsten  Verwandten  hat  sie  nicht  im  Lias,  sondern  in  höheren  Schichten, 
und  man  würde  das  Lager  einer  solchen  Form  bei  uns  etwa  in  der  Mittelregion  des  Unteroolithes  suchen,  doch 
ist  damit  natürlich  eine  präcise  Altersbestimmung  nicht  gegeben  und  die  Möglichkeit  nicht  ausgeschlossen,  dass 
die  Art  älter  oder  jünger  sei. 

N  a  c  h  1 1-  a  g. 

Der  Jura  in  Japan.  Die  Literatnrnachrichten  über  das  Vorkommen  mariner  Juraablagerangen  in  Japan 
waren  zur  Zeit  der  Abfassung  dieses  Aufsatzes  sehr  diiiitige ;  in  der  Zwischenzeit  ist  eine  Darstellung  der  Geo- 
logie Japans  von  Naumann  und  eine  kürzere  Notiz  über  diesen  Gegenstand  von  Tsunashiro  Wada  erschie- 
nen,' welche  so  wichtige  neue  Daten  enthalten,  dass  eine  nachträgliche  Berücksichtigung  derselben  hier  noth- 
wendig  wird.  Die  wichtigste  Thatsache  ist  die  Aufündung  unterliasiseher  Arietenschichten,  welche  nach 
Gottsche's  Bestimmung  Ärietites  cf.  rotiformi,?  Sow.,  bisulcatus  Brug.  und  ein  Li/fnceras  enthalten.  Das  Vor- 
kommen der  letztgenannten  Form  weist  jedenfalls  darauf  hin,  dass  diese  Ablagerungen  nicht  dem  nordischen 
Typus  angehören,  sondern  sich  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  an  die  Bildungen  der  gemässigten  Zone 
anschliessen.  Ausserdem  ist  eine  als  mitteljurassisch  gedeutete  Brakwasserfauna  mit  Cijrena,  Corbicula,  Of<trea, 
Solen,  Placima,  Melania  und  Natica  gefunden  worden,  ein  Vorkommen,  welches  die  hier  vertretene  Ansicht 
bestätigt,  dass  die  Küste  des  Jurameeres  annähernd  dem.  japanischen  Inselbogen  entspreche.  Von  oberem  Jura 
sind  noch  keine  sicheren  Spuren  gefunden  worden. 

XIII.  Erläuterung-  der  Karten  und  der  Tafel. 

Karte  1.  Auf  dieser  Karte  ist  die  Verbreitung  des  Meeres  zur  Zeit  des  oberen  Jura,  und  zwar  während 
des  Maximums  der  Ausdehnung  der  Gewässer  in  der  nördlichen  Hemisphäre  dargestellt;  die  damaligen  Fest- 


>  M'Clintock,  Reminiscence  of  arctic  Ice-Travel  in  search  of  Sir  John  Franklin  and  his  companions.  With  geological 
notes  by  8.  Haugthon.  .Joui-nal  of  the  royal  Dublin  society.  Vol.  I.   1856/.57.  S.  244.  Taf.  9.  Fig.  2 — 4. 

*  E.  Naumann,  Über  den  Bau  und  die  Entstehung  der  japanischen  Inseln.  Berlin  1885.  S.  24.  —  Tsunashiru  Wada, 
die  kaiserliehe  geologische  Reichsanstalt  von  Japan.  Berlin  1885.  S.  U. 


142  M.  Neumayr. 

länder  wurden  weiss  gelassen,  während  die  Meere  farbig  und  zwar  mit  verschiedenen  Farben  für  die  ver- 
schiedeneu klimatischen  Zonen  eingetragen  sind;  die  nördliche  und  südliche  gemässigte  Zone  erscheinen  gelb, 
die  arktische  Region  grün,  die  tropische  blau.  Da  eine  antarktische  Zone  noch  nicht  nachgewiesen  werden 
konnte,  so  wurden  die  ihr  möglicherweise  angehörenden  Gebiete  mit  der  Farbe  des  südlich  gemässigten 
Gebietes  bezeichnet. 

Die  Namen  der  grösseren  Festländer,  Inseln  und  Meerestheile  sind  auf  der  Karte  eingezeichnet,  die  klei- 
neren Objecte  dagegen  nur  mit  Nummern  oder  Buchstaben  bezeichnet,  deren  Bedeutung  die  folgende  ist: 

1.  Spanische  Centralinsel  (Meseta). 

2.  Armorische  Insel. 

3.  Irland. 

4.  Wales-Insel. 

5.  Penin-Insel. 

6.  Grampian-Insel. 

7.  Ardennen-Insel. 

8.  Corsische  Insel. 

9.  Böhmische  Insel. 

10.  Croatische  Insel. 

11.  Thracische  Insel. 

12.  Westrussische  Insel. 
IB.  Siidrussische  Insel. 

14.  Östliche  Thianschan-Halbinsel. 

15.  Westliche  Thianschau-Halbinsel. 

A.  Shetlands-Strasse. 

B.  Baltische  Strasse. 

C.  Strasse  von  Lublin. 

D.  Wolga-Strasse. 

E.  Thianschan-Strasse. 

F.  Indus-Strasse. 

G.  Karakorum -Strasse. 
H.  Bengalische  Strasse. 

Karte  II.  Es  soll  hier  der  gewaltige  Gegensatz  in  der  Verbreitung  von  Lias  uud  oberem  Jura  zur 
Anschauung  gebracht  werden;  die  Verbreitung  der  Meere  ist  hier  nur  so  weit  angegeben,  als  sie  heutiges 
Festland  occupirten.  Die  Striche,  welche  damals  nicht  überflutet  waren,  sind  mit  lichtgelbem  Ton  bezeichnet, 
diejenigen,  welche  zur  Jurazeit  unter  Wasser  standen,  mit  blauer  und  grüner  Farbe,  diese  geben  also  den 
„Landgewiun"  seit  der  Jurazeit  an.  Grün  sind  diejenigen  Gegenden  colorirt,  welche  während  der  ganzen  Dauer 
der  Formation  oder  wenigstens  während  des  grössten  Theiles  derselben  vom  Meere  bedeckt  waren;  blau 
erscheinen  dagegen  die  Gebiete,  in  welchen  mariner  Lias  und  oft  auch  der  mittlere  Jura  ganz  oder  theilweise 
fehlt,  oder  nur  ein  einzelnes  Glied  des  oberen  Jura  auftritt.  Die  blaue  Farbe  bezeichnet  also  das  Gebiet  der 
grossen  Transgression,  welche  mit  Ende  des  Lias  beginnt  und  bis  in  die  Mitte  des  oberen  Jura  fortschreitet. 

Bemerkt  muss  werden,  dass  Gegenden,  welche  sehr  wenig  bekannt  sind,  wie  Centralamerika  und 
Madagaskar,  mit  grüner  Farbe  bezeichnet  sind. 


yeumniT:  fii'iisraph.Vi'rliiTilun'J  der  Jiiialoi'malion 


lüirli'I. 


Dpnk-schriften  d.k.Akad.d.W.malli.iiatunv.  Clnsse  I.   Bd  I  Abth. 


XflliHHVr  :  (Tpfl^ritph.ViThrpilunfj  der  .lurarnriiiütiiin. 


Kiii" 


1»  ISO  UO  J«  JiO  120  JID  100  90  80  70  60  50  40  30  70  10 


O  10  ZO  30  40  jO  CO  70  80  £>0  100  110  l?0  130  140  UO  160  t70  1£0  UO 


1    Gebiet  dassdion  zurJuraxeit  Festfand  h'ar 

Orbiet  das  sc/wn  ziwLiaszcit  Oa 
^Gebiete  in  welchen  das  VortumdcL 

Transqrcssion  des  oberen  Jura 


Orbiet  das  sc/wn  ziwLiaszcit  Ocean  war 

^Gebiete  in  welchen  das  }orhandenseinroiiLiaszjt'eH'eIhußistf 


110  IfiO  ISO  140 


130  120  HD  IAO  M  80  70  60  SO  40  30  ?0  10 


10  20  30  40  50  £0  70  80  00 


100  110  I?0  130  140  iiO 


170  »80  "0 


KkEof-TiStaatEÖrucketti, 


Denkschriften  d.k.Akad.d.VV.niath.nalurvv.  Classe  L.  Bd.l.Ablh. 


Die  (/eographiscJie  VnJiri'itimy  der  Juriipiriiialion.  143 


Erklärung   der  Tafel. 

Fig.    1.  Perisphinctes  Kobelti  n.  f.  Oberer  Jura  vom  Gebel  Zaguau  bei  Tunis.  ** 

„     2.  Phylloceras  semistriatuiii  Orb.  Neocom  (?)  vom  Conduzia-Fiusse  bei  Mossambique. 
„     3.  Stephanocerus  Blagdeni  Sow.  Mittlerer  Jura,  Zoue  des  Steplid/iuceras  Humpkriesianuin  von  Glenelg- 

River,  Westaustralien. 
„     4.  Stephanoceras  Leicharti  n.  f.  Ebendaher. 
„     5 — 8.  Harpocexas  M Clintocki  Hgt.  von  Prinz  Patrick's-Land. 


144  M.  Neiiviayr.  Die  geographische  Verbreitung  der  Juraformation. 


Inhalt. 


I.  Einleitung      • ö7 

U.  Der  süddeutsche  Jura  und  seine  Ausläufer 6-2 

in.  Der  Jura  im  westlichen  und  nördliclien  Mitteleuropa 73 

IV.  Ursprung-  der  mechanischen  Sedimente  in  Mitteleuropa s-2 

V.  Der  Jura  der  nordischen  Region 84 

VI.  Der  alpine  Jura 99 

VII.  Der  Jura  in  Afrika 109 

VIII.  Der  Jura  im  ausserborealen  Asien 112 

IX.  Der  australische  Jura 117 

X.  DerJiu-a  im  ausserborealen  Amerilia     122 

XI.  Zusammenfassung 12C 

Xn.  Paläontologischer  Anhang  uud  Nachtrag 138 

XHI.  Erläuterung  der  Karten  uud  der  Tafel 141 


Tciiiiiavi' :  (icooriiph.Wrlirpiluii!:;  der  Juratormalion 

4  a. 


4rb 


Zst. 


ZT> 


fi.Schonn  nach  ä-Kat.gez.n.lKl.. 


K-lt.Kof-"u  ;j-3atodniCK'i; 


Denksclii'iften  d.k.Aka(l.d.\^Tmath.nallln^•.  blasse  L.lJd.l.Ablh. 


145 


ZUR  THEORIE 


DER 


DETERMINANTEN  HÖHEREN   RANGES. 


VON 


LEOPOLD  GEGENBAUER, 

COnRESPONDIRBNUKM   MITOMUDE   DEll   KAISERLICHEN   AKADEMIE   HER  WISSENSCHAITEN. 


VORGELEGT  IN   DER    SITZUNG  AM  5.  MÄRZ    1885. 


In  einer  früheren  Mittlieiluug  („Über  Determinanten  höhereu  Ranges",  Dcnlischr.  der  k.  Aiiad.  der  Wissensch., 
mathein.-uaturw.  Classe,  49.  Bd.,  11.  Abth.,  p.  225  &.)  habe  ich  eine  Classe  von  Determinanten  höheren  Ranges 
behandelt,  von  denen  jede  sich  unter  Adjuactiou  von  Einheitswurzeln  auf  eine  Determinante  derselben  Ordnung 
von  einem  um  eine  Einheit  niedrigeren  Rang  reduciren  lässt.  In  den  folgenden  Zeilen  werden  Determinanten 
höheren  Ranges  untersucht,  welche  sich  als  Rroducte  von  Determinanten  desselben  Ranges,  aber  niedri- 
gerer Ordnung  darstellen  lassen. 

Die  Elemente  a/j,  ig,...,!'     einer  Determinante  gerader  Ordnung  und  geraden  Ranges: 

)  \%,'2,---,i2p  l(j„f„j„...,/2^  =  l,2,3,...,2») 

seien  so  beschaifen,  dass: 

^J  ''^h,»2J»3>  •••>»>   ~  "'h^hyh^---^  h>-U  2n— (Vh-1,/,j.)-i,!V+2,.  .  .,Jv-i  ,  2«— «,+1,  «v-i-i  ,  (■7+2,. .  .,i2p 

(iuh,h,--  -yhy  =  1,  2,  3,. . .,  2?j;  (J.^v;  ^,v=  I,  2,  3,.      ,«2^ 

ist. 

Addirt  man  zu  denjenigen  Elementen  der  Determinante  1),  welche  an  der  ersten  Stelle  den  Index  l  haben, 
jene  Elemente,  welche  an  derselben  »Stelle  den  Index  2« — X  +  1  besitzen,  für  Ä=:  1,  2,  3,...,  «,  so  bleibt 
bekanntlich  die  Determinante  uugeändert,  und  man  hat  daher  die  Gleichung : 

wo: 

A  ■    ■    ■  ■     z=.  a-    ■    ■ 

'll'2>'3l-    ••i'if  h!'2>'3j---!''>p 


für: 

ist,  während  für: 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Cl.    L.  Bd.  ig 


«,  >« 


«1^» 


146  Leopold  Gegenhauer. 

die  Gleichung: 

besteht. 

Subtrahirt  man  nun  in  der  Determinante: 

I      *l''3''3'--'»Vl  (i„^■2,;3,...,^•2^  =  1,2,  3,.  .  .,  2n) 

von  denjenigen  Elementen,  welche  an  der  zweiten  Stelle  den  Index  2«— /+1  haben,  jene  Elemente,  welche 
an  derselben  Stelle  den  Index  X  besitzen,  für  X  =  1,  2,  3, ... ,  n,  so  erhält  man  die  Gleichung: 

\a  I-Ib(')  i 


\,H,H-.---,Hp\  I       'l,'2.'3>---,'2;>    I   (ij,i2,J3,...,j.^^,=  1,2,  .3,...,2«) 


wo: 


für: 


■i„  :s=  n 


ist,  während  für: 
die  Gleichung: 


h>H,hi--->Hp  ~  >\,h,k^---,iip  "*"     'ii2w— /.+  l,/3,/4,...,;ap 


besteht. 

Nun  ist  aber  für: 

+  '^2m— H+1,  2n— »2+1, /3''4r--:'2j."^"^'l'2"~'2+l''3>»4>---    hp 

=  0, 
und  daher  hat  man  die  Relation : 

ß(l)  _A 

wenn: 

i^  ^  n ;     i^  >  ?« 
ist. 

Genügen  die  Indices  /,  und  \  den  Relationen: 


so  wird: 
während  für : 

ist,  und  für : 
die  Relation: 


7?  ~~   n  I    r/ 


^H,H,  »3,.  .  .,  »2^    =         %,  h,  »3,--  ■  .  Hp  '^"'H,  2»— !2  +  l,  «3,  »4.-->  »'2;. 


besteht. 

Subtrahirt  man  ferner  in  der  Determinante : 

5(1) 


h,'2    '3,--v'2^    I   (,:i,J2,t3,...,i2p=l,2,3,...,2») 


/^iir  Theorie  der  Deternünanten  höheren  Banges.  l-AT 

von  denjenigen  Elementen,  welche  an  der  dritten  Stelle  den  Index  2h— X+1  haben,  jene  Elemente^  welche 
an  derselben  Stelle  den  Index  X  besitzen,  für  A  =:  1,  2,  3, ...,«,  so  erhält  man  die  Relation: 

\b^}'>.    .         ■     |  =  |5^'^   .  .     I 


wo: 


für: 


ist,  während  für: 


die  Gleichunff: 


B^^.:.  ..=B^^^ 


'l ;  '-2  ;':()•••  J  *2/<  'l  ;  '2  >  '3  >  •  •  •  J  '2^) 


«3^« 


besteht. 

Berücksichtigt  man  die  eben  abgeleiteten  Werthe  von  B{'-^  .    .         .so  findet  man  die  Grleichungen : 

hl  '-irhfi'-jj,  > 

wenn: 

und  gleichzeitig  einer  der  beiden  Indices  i^,  i^  grösser  als  n  ist: 


für: 


für: 


für: 


für: 


für: 


H,  H,  h>--->  i-ip       "'i<  '2;  kl-  ■  ■,  «2J, ~*~ "-"— «1+1)  hl  hi---iHp 


.  -      -      .  -       —  9 

*r ;  «2)  %;•  ■  •)'2jD 


R  r^  .      .  —  9  (V»  n  ■     ■  .    ) 

'     ■  —-  ' ^  ^ " '1,  «2,  «3 . •  •  • ,  Hp  h  1  hl  2«— «3+  l,'i,'b,---i hp 


h,  hihi---ihp  ~      "''i.'2.  '3)-  ••.  hp  '^"''i-'-2iH'~"—'i+^i'bi---ihp 
i\  >»  n ;     »2  ^  H ;     %  >-  w 

'i,»2>«'3'--->'2^    —  ~^>-i,,U,iz,...,iip   '^'^ii,i.^,2n—i^-hl,ii,ii,...,iip 

^(2)  .     =a-    ■    • 

'1 )  «2 ;  '3 ;  •  •  •  >  *2p  hi'ii  '3'  ■  ■  -1  ''ip 


Setzt  man  das  eben  angewendete  Verfahren  fort,  so  gelaugt  man  schliesslich  zu  der  Gleichung: 

I      'l,«2,'3,--v'2,.|  I        'l>'2,'3.-->'2,.|(,-j^,-,^;^...._,-^^^_l_2,3,...,-i»J 

WO  die  Elemente  B'f^\-    ,■         ■     der  Determinante  auf  der  rechten  Seite  den  folgenden  Gleichungen  genügen: 

'1 ;  '2;  '3  J  ■  ••;  «2y^ 

B^r^-')        .    =0 

*ll'2l  Hi---i  '-Jip 

wenn : 

«',  ^  «, 

und  gleichzeitig  einer  der  übrigen  ludites  4,/3,  in---,  if,p  grösser  als  11  ist, 

la  * 


148 


für; 


für; 


Jjeopold  Gegenhalter. 


hl  Hl  Ht 


=  « 


'l)*2l«3> 


•a.i 


7>(2i^-l)  —4^-^— ff 


a 


1) 


Nun  besteht,  wie  ich  gezeigt  habe  („  Über  üeterminanten  höheren  Ranges".  Denkschr.  der  kais.  Akad. 
der  Wissensch.,  mathem.-naturw.  CL,  43.  Bd.,  II.  Abth.,  p.  17  ff.)  folgendes  Theorem: 

Wenn  für  rj  feste  Indices  alle  Elemente  einer  Determinante  ??ter  Ordnung  und  mten  Ranges,  in  denen 
irgend  einer  der  anderen  Indices  einen  von  n — rj  gegebenen  Werthen  besitzt,  gleich  Null  sind,  so  zerfällt  die 
Determinante  in  das  Product  zweier  Determinanten  ;);ten  Ranges  Ton  den  Ordnungen  r^  und  n — )\. 

Die  erste  von  diesen  Determinanten  wird  aus  jenen  Elementen  der  ursprünglichen  Determinante  gebildet, 
in  denen  die  festen  Indices  mit  den  eben  angeführten  r^  Zahlen  zusammenfallen,  die  übrigen  Indices  aber 
jene  /j  Werthe  aus  der  Reihe  der  Zahlen  ],...,«  besitzen,  welche  unter  den  gegebenen  n — r,  Zahlen  nicht 
enthalten  sind;  die  Elemente  der  zweiten  Determinante  hingegen  erhält  man,  wenn  man  aus  den  ursprüng- 
lichen Elementen  jene  auswählt,  in  denen  die  veränderlichen  Indices  die  gegebenen  «— rj  Werthe  besitzen, 
und  die  festen  Indices  mit  denjenigen  Zahlen  der  Reihe  1,  2,  ...,w  zusammenfallen,  welche  von  den  erwähnten 
rj  Zahlen  verschieden  sind.  Das  Product  der  so  erhaltenen  Determinanten  ist  mit  dem  positiven  oder  nega- 
tiven Vorzeichen  zu  versehen,  je  nachdem  das  Product  ihrer  Hauptdiagonalglieder  in  der  ursprünglichen 
Determinante  positiv  oder  negativ  ist. 

Es  ist  also : 


3) 


I        '1  I  '2J  Hl--'!  ^-ip  I 


,  nin — 1)  , 
4    '^        '  \a 


Hi3-l^H, 


jJip 


a.-, 


•2m— j,-+-l,J.2,J3,...,j2p| 


—  a 


n  ->rji ,  n-hjo  ,  «+J3 .  •  •  V  «+J2 


+ 


Man  hat  daher  den  Satz : 
Genügen  die  Elemente  «,■    ;^ 


"•""«— ii-t-l,  n-i-J2,n-+-JBr--,  n+hp  I 

{h  ,  H  ,H,--,  Hp='^j  2,  3,  . .  ,-2»i;  i] ,  iä  ,i3  >  •  •  ■  J-2p=  1 ,  2,  3,. . .,  w) . 


5  '3) 

a 


,  I-, 


'l)»2>''3v 


den  Bedingimgen 
a 


<n  '2!  'S)--*;  'ä; 


=  «; 


SO  ist: 


einer  Determinante  gerader  Ordnung  und  geraden  Ranges: 

■■'*'^'('l,'2-»3)---;'2p=l)2,3,...,-2«) 

-1 ,  2h— i'p.-l-l,/|jL+i,  if,.+2,-.-,i-,-i,  2n— Jv-Hl,  Jv+i ,  jv-)-2,...,  i.,p 

{ij,i.^,ig,...,Uy=l,2,3,...,2n-,n^v-,  (A,  v=l,-2,  3,...,-2i)) 


']  1  '2)  '3i---!  '2p  I 


=4«'^-^>!« 


Jt  jJ-2lJi>---!.l-2p 


(I.-. 


■i"—Ji+i,:i-iJa>---Jji.  I 


""-hij  W'+J2>  "-H/3)---)  "+J-2p'^ 


ii—ji-hi,ii-i-j.^,n+j3,...,  n-i-j2p  I 

('1;  '2,'B'---,^2p=  li  2,  3,...,2irJi,J2>.h<--  'J-2p=  1,  2,  8,... 

Nach  diesem  Satze  besteht  z.  B.  für  die  folgende  quadratische  Determinante  die  Relation: 

X,  y ,  M,  v ,  r,  s,  t,   w 

y,  X,  V,  u ,  s,  r ,  w,  t 

u,  V ,  X,  y ,  t,    w,  r,  s 

.  V,  u,  y,  X ,  ic,t,  s,  r 

i  r,  s  ,  t,  w,  X,  y ,  u,  v 

s,   r ,  w,t  ,  tj,  X,  V,  tc 

t,   w,  r,  s ,  t(,  V ,  X,  y 

w,  t  ,  s,  r ,  V,  II ,  y,  X 


n) 


x+iv,    y  +  t  ,    u+s ,    v+r 


ij  +  i  ,    x  +  w,    V +r ,    u+s 
ii  +  s.    r+r, 
v+r,    u  +  s, 


x+w,    y  +  f 
y+t  ,    x+ir 


X — w,    y — t ,    u — s  ,    V — r 
y  —  t  ,    x  —  w,    V — r,     !', — s 
u—s  ,    r — r,    x—w,    y — t 
V — r,    u — s,    y  —  t,    X — w 


Zur  TJieone  der  Determinanten  höheren  Ranges. 


149 


Da  die  beiden  Determinanten  auf  der  rechten  Seite  dieser  Gleichung  abermals  den  Bedingungen  des  auf- 
gestellten Theorems  genügen,  so  kann  jede  von  ihnen  wieder  als  ein  Product  von  zwei  Determinanten  zweiter 
Ordnung  dargestellt  werden,  und  daher  ist  ferner: 


A= 


x+w  +  u  +  r,  y-hf  +  u+s 


x+w  —  »  —  r,  y  +  t — u  —  .s 
ij  +  t — u — .V,  ,»•+?(• — r  —  ;■ 


:v  —  iv+v — r,  y  —  t  +  u — s 
y  —  t+u~ü,  x—w  +  v — r 


x—w  —  v  +  r.  y  —  t — ?<+s 
// — f  — «<+.s-.  ,T — w — r  +  r 


welche  Relation  sofort  in  die  folgende  von  Herrn  A.  Piichta  angegebene  Gleichung  („Ein  Determinanteusatz 
und  seine  Umkehrung".  Von  A.  Puchta.  Denkschr.  der  k.  Akad.  der  ^Visseusch. ,  mathem.-naturw.  Classe, 
38  Bd.,  IL  Abth.,  p.  225  ff.) : 

A  =  {x+y  +  u  +  v-\-w  +  r+s  +  t){x+v-^w+r—y — t — u — s)  (x+w  +  y+i—u — v—r—s). 
.  (x  ■+-  IC  +  V+ s — y—  r — v — i)(x — w  +  f —r+ y — t  +  li — s)  (jv — w + v — r- — y  + 1 — ii  +  s) . 
.  (x — w — i)  +  r+y — t — u+s){x—w — v  +  r — y  + 1  +  a — s) 
übergellt. 

Ist  in  der  Determinante  1): 

n  =  2«j, 

und  genUg'en  die  Elemente  a,-    ,•    ,•         ,■     nicht  nur  den  Relationen  2),  sondern  auch  den  Gleichungen: 

^'/],f.,  ii....,iop        f'Vj,)'.,,)3,...,v-l,  Shi— iVH-I.  'V+'-  (V+2,.-'-*'v-i,  2»,— (v+l,  /,+1,  i,+i,...,  i.^^, 

'*('j,/2,!3,->'V—''-"l+'V+l''V+* ''!'■+*'•••,  »2^  ''X,,/2,i3v--,'V-'''i''l"~':J-+l-''!'  +  fr'V+2r---i'''-li2"i— 'v-l-l,''-+l.  ('-,+2....,  «2,, 

{i^,ü,i^,...,i^-l,i^,+^,...,l,-l,h+^,...,i.,^,=  l,•>,^i,...,^n^\  iV,  !v  =  l,  2,  3,...,  Shi-,  (a^v;  ;/. ,  v=  1,  2,  3,...,  2^)), 

so  erfüllen  ersichtlich  die  Elemente  der  beiden,  auf  der  rechten  Seite  der  Gleichung  3)  stehenden  Determi- 
nanten die  Bedingungen  des  abgeleiteten  Theorems  und  man  hat  dalier  in  diesem  Falle  die  Gleichung: 

'^"'Jl,i2'Jil---J2p-l:~>'+Jip—2Jij,\- 

■  I       ^  «i+i, .  n^-i-j.. .  n ,+/, , . . . ,  «i-f-i.j,        "n  ,-hii ,  «,+i>.  "i+ia  ;  •  •  ■  ^  n+Jip^'>  ^  3«i— j.j^_2+l,  »fj-t-jo^,  "^ 

•  I  — «2hi-4-j,,  2»i+i2,  2n,H-,/3,. ..,  2»i-h?o^,  +«  2«,-t-i,,  2Hj+J,,.  2''i+i3,--  •,  -"i+i^i--!  >  2«,— j.^,-!-!  — 
— «2«i+ii,2«,-hior-2«i+j3----,2»i-^J2p_2.?ii.-i+^i'>."^"-«i+i,,2H,+J2.  2«i-+-./3 .iip    i+l-2",-i2/,+  l  r 

•  I  "-^tti-hj, ,  ■Aiii-hji.  ■dn^+j^....,-in,-{-j.,p        ^'3"i+ii  •  3"i4-J2,  ;^».j+/3,...,  'iih-i-j.,j,    , ,  3»i— jo^+l 

"Siii-i-ji,  ■3«i+J->,3hi+J3,...,3h,+J2^_  ,,3»,— j2^,-(-l  "'"'^'3»,-h;,,3»,-f-J2,3j(j+j"3,...,3«,-(-j.2^_,,J2;.  I 

{'■1 ,  »2;  '3'  •  •  • '  »V  =  1 ,  2,  3, . . . ,  4»j ; ./,  .ia,  J3, . . .  ,j-sj,  =  1 .  2,  3, ...,»,) . 

Man   sieht  sofort^    dass   sieh   anl'  dem  eben  eingeschlagenen  Wege   das  folgende   allgemeine  Theorem 
ableiten  lässt: 

Genügen  alle  Partialsysteme,  welche  aus  den  Elementen  a,    ,■    ,•         ^^  einer  Determinante  geraden  Rang 
von  der  Ordnung  2^n: 


a, 


*1 1  '  2  >  '3  ) 


"■■■'*  '   (^,,^2,'3v••,'2^=2>■«) 

dadurch  abgeleitet  werden,   dass  die  Indices /j ,?'.,,  73,..., /j     j,._)_i, '^+.2,---) '■>— u 'v-t-i> 'v+2»---' '2»  ^^'^ 


•■zj> 


Werthe  1,  2,  3,...,  2'«  erhalten,  während  jeder  der  beiden  Indices  i^,  i,^  irgend  eines  der  2'^    '  Werthsysteme: 

1,  2,  3,...,2'«;2''«4-l,  2'«-4-2,  2'm  +  3,...,  2'+!«;  2'+i  «-4-1,  2''+' «-^-2,  2'-*-'«  +  3,...,  3.2'«;...; 

(2'— '— l)2'«-^-l,^2■'— '— r)2''«-4-2,  (2'— <^— l):iSi  +  3,...,  2Si 


r 


15Q  Leojiold  G  e  (je  II  hau  er. 

durchläuft,  iler  Bedingung : 

wo  p.,  und  V,  die  grössten  Wertlie  von  /   und  i^  in  dem  von  diesen  Grössen  durchlaufenen  Intervalle  sind,  fU 

5  _  j^  l 1  X 2  ...,  A — p  und  /ji,  v  =  1,  2,  3,...,  2^},  so  lässt  sich  die  Determinante  als  ein  Product  von  2P+i 

Determinanten  desselben  Ranges  von  der  Ordnung  2^— P— '«  darstellen,   deren  Elemente  lineare  Functionen 
von  ie  2P+'  in  leicht  bestimmbarer  Weise  mit  dem  positiven  oder  negativen  Vorzeichen  versehenen  Elementen 
der  ursprünglicheu  Determinante  sind. 
Ist  speciell: 

W=:  1, 

so  kann  die  Determinante  geraden  Ranges  von  der  Ordnung  2^; 

als  Product  von  2^  Factoren  dargestellt  werden,  von  denen  jeder  die  Summe  aller  verschiedenen,  in  geeig 
neter  Weise  mit  dem  positiven  oder  negativen  Vorzeichen  versehenen  Elementen  der  Determinante  ist,  und 
dem  Zahlenfa'ctor  40^—1)^'^'.  Man  sieht  sofort,  dass  einer  der  Factoren  die  Summe  aller  verschiedenen  Ele- 
mente ist  während  in  allen  übrigen  Factoren  die  Hälfte  der  Elemente  das  positive,  und  die  andere  Hälfte 
das  negative  Vorzeichen  besitzt.  Für  quadratische  Determinanten  hat  diesen  speciellen  Fall  Herr  A.  Puchta 
a.  a.  0.  abgeleitet. 

Ich  will  bei  dieser  Gelegenheit  einen  neuen  einfachen  Beweis  eines  von  Herrn  K.  Weierstrass  herrüh- 
renden Satzes  über  höhere  complexe  Zahlen  mittheilen. 

Über  die  n  Haupteinheiten  ei,e^,e-^,  ■,&„,  aus  denen  die  erwähnten  complexen  Zahlen  gebildet  sind, 
werden  folgende  Voraussetzungen  gemacht: 

1.  Die  Einheiten  sind  von  einander  linear  unabhängig,  so  dass  also  eine  Gleichung  von  der  Form: 

«1^1  -)-a.2e.2-(-«3e3-4-..-+«„e„  =  0 
nur  bestehen  bann,  wenn  alle  Zahlen  «^  (X  =  1,  2,  3, . . . ,  w)  den  Werth  0  haben. 

2.  Die  Multiplication  der  Einheiten  ist  commutativ,  associativ  und  distributiv. 

3.  Die  für  die  Einheiten  bestehenden  Multiplicationsgesetze  sind  so  beschaffen,  dass  die  Division  im 
Allgemeinen  ausführbar  ist. 

Das  System  soll  selbstverständlich  ein  begrenztes  complexes  Zahlensystem  in  der  Weise  sein,  dass  die 
Producte  der  Einheiten  sich  wieder  linear  durch  die  Einheiten  selbst  darstellen  lassen. 

Für  die  Zahlen  dieses  Gebietes  sind  bekanntlich  die  Addition  und  Multiplication  commutativ,  associativ 
und  distributiv,  es  existirt  ferner  in  diesem  Zahlensysteme  ein  Modul  der  Multiplication  Sj,  d.  h.  eine  Zahl, 
welche  jede  andere  ungeändert  lässt,  wenn  sie  mit  ilir  multiplicirt  wird.  In  einem  solchen  Zahlensysteme 
existiii  nun  aber,  wie  Herr  K.  Weierstrass  gezeigt  iiat,  die  Quadratwurzel  aus  — i^  nicht,  wenn  die  Anzahl 
n  der  Haupteinheiten  ungerade  ist. 

Bekanntlich  lässt  sieb  jede  aus  n  Haupteiniieiten  e^jß^^^e.^,.  .,e„  den  entgegengesetzten  Einheiten  und 
den  genauen  Theilen  derselben  gebildete  complexe  Zahl  auf  die  Form: 

"  —  ^1  ^1  +  «2  ^-J  +  =«3  63  +  ■  •  •  +  "11  ^H 

bringen,  wo  die  Grössen  aj,  «.>,  «sv,  «,,  aus  einer  unbenannten  Haupteinheit  gebildete  Zahlengrössen  sind, 
und  a,  ß)  die  Grösse  bezeichnet,  (]ie  man  dadurch  erhält,  dass  man  e-  an  Stelle  der  zur  Bildung  von  a-^  ver- 
wendeten Einheit  setzt. 


Zur  Theorie  der  Determinaiiten  höheren  Ranges. 
Hat  man  nun  n  Zaiilen  des  Gebietes : 


151 


'1  — '^l,!    «1+«1,2    *'2+«l,:j    «S  +  ---+«!,«   «n 


V,  =«, 


•'?2  =  *>    i    ^i+cx. 


-«2,«    «n 


^«  =  «,M  «^  t  +  ««,  2  «^2  +  ==«,  3  eg  +  . . .  +  a„  „  e,j 


welche  so  beschaffen  sind,  dass  die  Determinante; 


-,,y.\ 


It  ,)!=  t. 


■") 


ni  Null  verschieden  ist,  so  kann  man  die  ursprünglichen  Einlieiten  und  daher  jede  Zahl  des  Gebietes,  also 


auch  die  Producte  -^ix-n.,  linear  durch  die  Zahlen  r,^  ausdrücken. 


Existivt  nun  in  dem  betrachteten  Zahlensysteme  die  Quadratwurzel  aus  — Sj,  so  kann  man  stets  n — 2 
Zahlen  v;., ,  vj.j, ...,  y;„  von  der  BescliatTenlieit  angeben,  dass  die  eben  erwähnte  Determinante  von  Null  ver- 
schieden ist,  wenn : 


'1 


H>  ■^■>  =  \' 


/: 


•i' 


gesetzt  wird,  weil  zwischen  £j  und  \/ — s^  keine  lineare  Relation  besteht. 

Man  hat  daher  für  die  eben  genannten  ii  Zahlen  des  Gebietes  die  Gleichungen: 

''a '",;.  =  (^  /-"•)  1  ■"  1  +  (/^j  ,'-'•^2 ■''2 + ' /^j  l'-h ■n-i+  ...+  {l,  !J.)„ -n,, , 
wo  die  aus  einer  unbenannten  Haupteiuheit  gebildeten  Grössen  (X,  iJ.\  den  Relationen , 

4)  (^,  ^)v  =  {!h  ^)v 


5) 


^  (X,  (a\  (v,  p),  =    y  (X,  p)^  (r,  y.). 


(l,lj.,p,a=  1,2,...,  n) 


genügen  müssen,  damit  die  Multiplication  eommutativ  und  associativ  ist. 
Setzt  man  in  dem  Gleichungssysteme  5) : 

X  =  /.  =  2, 
und  berücksichtigt,  dass : 

(2,2)p  =  0       (p>l) 
(2,2)i  =  -c 

wo  £  der  Modul  der  Multiplication  in  den  aus  einer  Haupteinheit  gebildeten  Zahlensysteme  ist,  welchem  die 
Zahlen  (k,  f«.)^  angehören,  so  erhält  man : 


oder  wegen  4) : 


-(l,p),=     V(2,p),(r,2),       (p,a=l,2,...,n) 
r=l 

-(1,P).=    2^(2,p)r(2,r),       (p,a  =  1,2,3,...,«) 


Man  hat  daher  die  Relation : 


7=1 


(2,  P\  (2,  r). 


=  |-ap)a| 


(p,a=l,2,3,...,n) 


152  Leopold  Gegenhauer.   Zur  Theorie  der  Determinanten  höheren  Ranges. 

oder  uach  dem  Multiplicationstlieoreme  der  Determinanten : 

'  '   (p,  ^=  1,2,3 n) 

Ist  nun  /(  ungerade,  so  erhält  man  aus  dieser  Gleicliung  die  Formel; 

Dies  ist  aber  unmöglicli.  da  die  Determinante  von  Zahlen,  die  aus  einer  Haupteiaheit  gebildet  sind ,  der 
in  dem  betreffenden  Zahlensysteme  nicht  existirenden  Quadratwurzel  aus  dem  negativen  Modul  der  Multipli- 
cation  niemals  gleich  sein  kann. 

Es  kann  daher  in  einem  aus  )i  Haupteinheiten  gebildeten  Zahlensysteme,  wenn  die  Einheiten  der  ange- 
gebenen Bedingungsgleichungen  genügen  und  die  Anzahl  derselben  ungerade  ist,   v — s,   niclit  existiren. 

Den  soeben  bewiesenen  Satz  hat  Herr  K.  Weierstrass,  wie  ich  aus  meinen  Aufzeichnungen  ersehe, 
schon  am  17.  Juni  1874  in  der  von  ihm  geleiteten  Abtheilung  des  mathematischen  Seminars  der  Berliner  Uni- 
versität in  anderer  Weise  abgeleitet,  als  er  seine  Untersuchungen  über  complexe  Zahlen,  welche  aus  n  Haupt- 
einheiten gebildet  sind,  mittbeilte,  die  er  unlängst  in  etwas  erweiterter  Form  veröffentlicht  hat.  ( „Zur  Theorie 
der  aus  n  Hauptfinheiten  gebildeten  complexen  Grössen".  Von  K.  Weierstrass.  Nachrichten  der  königl. 
Gesellsch.  der  Wisseusch.  und  der  Georg-Augusts-Universität  zu  Göttingen  aus  dem  Jahre  1884,  p.  395  ff.) 


^■-trSfc'a-'.. 


153 


ZUR  THEORIE 


DER 


AÜSDiflEfiraMIl 


Jl  1  ü 


ZKLMiElilLOETEKÖII'liiEnillLE^', 


VON 


LEOPOLD  GEGENBAUER, 

CORItKSPONDIRKNnEM  MITGLIKDK    »ER    KAISERLICHEN    AKADEMIE    DER    WISSENSCHAFTEN. 


VORGELEGT    IN  DER  SITZUNG    AM   IC.  APRIL   1885. 


In  den  foliienden  Zeilen  sollen  einige  asymptotische  Gesetze  aus  der  Tiieorie  der  aus  den  vierten  Einheits- 
wurzelu  gebildeten  ganzen  coniplcxeu  Zahlen  abgeleitet  werden. 

Es  sei  {n)  der  Inbegriff  aller  im  Gauss'sehen  Sinne  primären  ganzen  complexen  Zahlen  von  der  Form 
(/  +  /)/  ausser  der  Null,  deren  Normen  nicht  grösser  als  n.  sind,  9((«,)  die  Anzahl  der  Individuen  des  Complexes  («"). 

Beachtet  man,  dass  45((^w)  die  Anzahl  der  Darstellungen  der  ganzen  Zahlen  1,2,  3,  ...,»*  durch  die 
binäre  quadratische  Form  (1,0,  1)  ist  und  da.ss  die  Anzahl  der  Darstellungen  einer  reellen  ganzen  Zahl  x 
durcli  die  erwähnte  quadratische  Form  durch  die  Summe: 


11 


angegeben  wird,  wo  d'i  alle  ungeraden  Divisoren  von  x  zu  durchlaufen  hat,  so  erhält  man  die  Gleichung: 

x-=.n  fiff ( 


I  '  ,," 


Da  unter  den  Zahlen  der  Reihe  1,  2,  3,  .  .  .,m  nur  die  Zahlen: 

l.(2a;-l),     2.{2x-\),    3.(2x-l),...,    f^].(2.r-l) 

den  ungeraden  Divisor  2x — 1  besitzen,  so  verwandelt  sich  die  letzte  Gleichung  in  die  folgende: 

Deukschriften  der  mathem.-natuiw.  Gl.  L.Bd.  20 


154  Leopold  Gegenhauer. 

und  daher  hat  man  auch,  wie  ans  Entwicklungen,  die  ich  früher  angegeben  habe  („Asymptotische  Gesetze  der 
Zahlentheorie."  Denkschriften  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften,  mathematisch-naturwissenschaftliche 
Classe,  50.  Band,  I.  Abtheilung,  p.  36  ff.)  erhellt: 

1)  %{n)  =  ^  +£\/n 

wo: 

ist. 

Es  ist  offenbar  auch: 

n 


2)  §too=  y,  ^ 


x=(n) 

WO  die  Summation  über  alle  Individuen  des  Complexes  («)   auszudehnen  ist,  N(x)  die  Norm  der  ganzen 
complexen  Zahl  x  vorstellt  uad  b{(x)  den  Wertii  0  oder  1  erhält,  je  nachdem  N((x)  kleiner  als  1  ist  oder  nicht. 
Man  hat: 


Vor/j.rZf .\^      V 


Nun  ist 


:^(\/^ 


V   .,/;/_^__,\=       V 


^       [VbNix'^  +  ß      '7  /-  \\  (bN(x')+ß)N(y-)      N(f) 


wo: 


ist. 

Da  jedesmal,  wenn 


ist,  auch: 


wird,  so  hat  man  auch: 


V/: 


^~^'b{p+iy+ß    ^ 


« L_  =  i 

(bN(^x^)+ß)N{if)      A^(r)< 


« L_^l 


z 


^ 


Lässt  man  auf  der  rechten  Seite  dieser  Gleichung  x  alle  Zahlen  des  Complexes  (n)  durchlaufen,  so  hat 
man  zur  Summe  für  jeden  der  91  (^J.)  Werthe  von  i/  ilij})  Einheiten  hinzugefügt  und  legt  man  alsdann  dem  ij  nur 
jene  Werthe  bei,  welche  dem  Theilbereiche  {Ä)  —  {ß)  des  Complexes  (m)  angehören,  wo: 


Bz= 


bn'  +  ß      '^ 

ist,  so  hat  man  für  jeden  der  9t(?j)  Werthe  von  x  von  der  neuen  Summe  21  (ß)  Einheiten  weggenommen  und 
daher  ist: 


V 


.=,n,^,.,-J^y  hNix^)\Nm  +  p}      ÖAV) 


-2t(p)9l(.4)  +  3r(«)9t(5), 


Zur  Theorie  der  aus  den  vierten  Einheitswurzeln  gebildeten  complexen  Zahlen.  155 

oder: 

Man  hat  daher  die  Relation: 

Sind  die  in  dieser  Gleiclmng  auftretenden  Grössen  so  beschaffen,  dass 
ist,  so  hat  man : 


''     I.,"  (fe^.  -f)  =„? ;"  (V»(*^)  -  r)  +|,«  (VjfcÄt?  -')  -'"«''(^>- 


Füi 
Ist 

speciell ; 

ergebe 

/  1  • 

x=(n) 

n  sich  die  speciellen  '. 

Formeln 

y 

x=(A)- 

X=(Ä) 

5) 

'tf;/        " 

-.) 

-p) 

ß' 

W  6iV(a;')  +  i3 

6- 

6) 

-f) 

(:'    " 

4)' 

W  H^(*^)+p) 

■S)i{n)%{B) 


so  erhält  man  die  folgende,  zuerst  von  Herrn  F.  Mertens  auf  anderem  Wege  abgeleitete  Formel: 


Es  ist  ferner; 


^  <i^)(z^G-r 


\ 

/_j 
"==(") 


wo  die  Summatiou  bezüglich  r/,  über  jene  primären  Divisoren  der  ganzen  complexen  Zahl  x  auszudehnen  ist, 
deren  complenientärer  Divisor  eine  durch  C  tlieilbare  rte  Potenz  ist. 

Bezeichnet  man  mit  P/,,,.,j(.'r)  die  Summe  der  Normen  der  /,-ten  Potenzen  derjenigen  primären  Divisoren 
der  ganzen  complexen  Zahl  x,  welche  durch  c''  tlieilbare  rte  Potenzen  sind,  so  dass  also  Fü,,;c{x)  die  Anzalil 
dieser  Theiler  ist,  so  erhält  man  die  Relation: 

^=  ^ 

20* 


löü  Leopold  Gegenbatcer. 

Verbindet  man  diese  Gleichung  mit  der  Formel  1),  so  entsteht  die  Relation: 

7rwiV(c)'-(''-')    V     AT/    NW/,     n        .    /-Af/   ^'  ^'■""2'''     V  AV    n'' 

^ >    N{xy^''-*>+\/nN{c)  2,  =xiV(ic) 


9) 


2  P^,.;c{x)' 


l0^k.|<l). 


Nun  ist: 


x=  [m] 


v-i_=vify(_i)- 


d"-i 


(-D^-Jjl  +  i  +  i. 


Ist  s  >  1,  so  hat  man: 


1        1         1 

1 1 

1^       2^       3» 


wo: 


ist,  und  daher  besteht  die  Gleichung: 


Lj  {2x-iy  (1''       2»       3 

x=oo 

•  +  F  =  ^(^)-Zi 
|£'|<i 


l-2a;— 1)J 


x=k+i 

(Ä;+l)»-* 


/-/  N(xy 


(2a;— !)'■ 


;(«)Z 


(-l)^-'4 


[2^- "]'"(--')■ 


(0^|£i|<l) 


wo: 


_  V  (-1)-' 


3:=! 


^=m 


^'  =  ^(^)Z    (2X-1 


t:^'-c(.)  y 


(-1) 


x-l^' 


=■  [i^-'F^^-')- 


ist. 


Es  ist  aber; 


^=m+. 


.=['i±?] 

V   _ 


r"'+'i  I 


(-!)■ 


< 


V 


1    <-  ?(s) 


m+3-| 


(2x— 1)'      w»-' 


=m 


;-!«' 


»/ 


L2a;— 1 


i2x-iy 


< 


V 

x=1 


2a;— 1 


+  1 


(2a;— 1)'' 


<   r      l0gW+C'  + 


1 

»M — 1 


und  daher  hat  man: 
10) 


M<  ^  k(s)+log/«+6'+  -^} 


Zur  Theorie  der  aus  den  vierten  Einheitswurzelu  cjehildeten  complexen  Zahlen.  157 

Es  ist  also  für  s  >  1 : 

;t=(oo)      ^    ^ 

und  daher  hat  man  auch: 

_7rCM^+l))L,.(,+.) 

■  — i-,  r,  c  \-^)  


wo: 


W,//,+  iui 


W<  ^-^^ i  |<:(r(Ä;  +  l))+  — log»— logiV('-)  +  '^+    r,-       — 1  -• f.  .  i~^ V" 

■('■4) 


'"'^        '--      '"  '■■"" " "- </^mcy      „(/('+l)) 


4tn 

I    ,        1  ^ 

>1 


lA^I  <  ^-5^-5^ p— ^  k(r(Ä;+l))+  -  log  «-log i^(c)+C+  -—r-- — 

4/-T  (  '  \/n-N{c) 

/-    U(  — lOgW lOgN(c))+C  ,  ,  ON   »T/    -,T  AT/    \    I  1 

^CO'.  4  '4  V'«  4v/;T)  V^        2^ 

ist. 

Aus  der  Gleichung  12)  folgt: 

Id)  hm^eo ^^^^ = 4V(f'-(^-+'))  (,r(;t+l)>l) 

i^j  nm„=eo  ^^  -8r(2r(^+l)  +  l)iV^c^'(*+')) 

}    P_2t,ä,+i,,:(a:) 
^  "-°°  n  ■~2(2'-+'X2^+')+T((2r+l)(2A;+l))iV^(c(2'-+*X«+')) 

wo  t2j  der  ate  Secantencoeffieient  ist. 

Ist  in  der  Formel  8)  /.■  z=  0  und  v  =  1,  so  kann  man  dieselbe  mit  Hilfe  der  Relation  7)  zunäclist  in  die 
folgende  verwandeln: 


'o 


p.„„,)=.E'.(.T,)-Kv^)r 


V    p„  ,     r^N  _  9    V 


Berücksichtigt  man  die  von  Herrn  F.  Hertens  aufgestellte  Relation: 


1     ^  r^Oog^  ^^„  ,-4  +  log_2  _^  l 


wo: 

und: 

_^y(-l)-log(2x-l) 
■^'■~    ^  (2x— IV 

j:=2  ^ 


15S  Leopold  Gegenbauer. 

ist,  so  erhält  man: 


r«^ 


85«. 


wo : 

3  < 

n    \  *      „  /    n 


i^^kK^)  -^^irm) 


\N{c))  \N{c), 

ist. 

Die  Formel  IG)  hat  auf  dem  ehen  eingeschlagenen  Wege  für  den  speciellen  Fall  N(c)  =z  1  schon  Herr 
F.  Mertens  abgeleitet. 

Aus  der  Gleichung  16)  ergeben  sich  die  Relationen: 


~  16iV(c)  ^ 


17)  lim„_   ^5^__=:  _^(log„  +  2C---l+  ^-logi^r(o)) 


2  fiW 

18)  •  lim.  «=00  -'-^^^ ^f^ =  leivVÖ  (^"^■"  + -^-'+  ^  -^'^^'^^'^ 


limr|,„=oo— =  0;  lim^,„=oo—   =0) 


y^Po,,,.(.T)- ypo.i,.(a;)         ^  n,i,c(^) 

19)  lim,,  _«,  '-Ä!^ 5^i5^^^!^ =  lim  „=co  ^ 


[ne] 


yp„,,,,(x)—  ypo,.,.(,r) 


.    ,  ,'  HW  log  10' 

20)  lini.=oo      -'"">     io»-10-'     =  l^'  ^"^'^  -  -^  "^'-^  +  ^  -\osmc)  +  -9- 

Von  den  in  diesen  Formeln  enthaltenen  arithmetischen  Theoremen  mögen  die  folgenden  besonders 
erwähnt  werden: 

Die  Summe  der  reciproken  /.ten  Potenzen  der  Normen  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen 
complexen  Zahl  von  der  Form  a-i-hi,  welche  durcii  c'  theilbare  ;te  Potenzen  sind,  ist  im  Mittel  gleich  dem 
Ausdrucke: 

JV(c)'- ('■+') 

Die  Summe  der  Normen  der  reciproken  Ä,teu  Potenzen  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen 
complexen  Zahl  von  iler  Form  a  +  bi,  welche  durch  c--'  tlieilbare  (2/-)te  Potenzen  sind,  ist  im  Mittel  gleich  dem 
Ausdrucke : 

2r(2/-(,^+lj  +  l)iV(c)2'-(''+')' 

Die  Summe  der  Normen  der  reciproken  (2Ä:)ten  Potenzen  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen 
complexen  Zahl  von  der  Form  a  +  bi,  welche  durch  c^'  +  '  theilbare  (2/-+l)te  Potenzen  sind,  ist  im  Mittel  gleich 
dem  Ausdrucke: 

;-(2r+lK2/  +  l,m.2>-+l)(2Z,-+l))r(2,+  lxa,+  l)_l 

2(^'-+t)cu+,)+iY((2r+l)(2k+l))N{cf'-+')^'"+''>  ' 

Die  Anzahl  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen  complexen  Zahl  von  der  Form  a  +  b/,  welche 
durch  c''  theilbare  ;ite  Potenzen  sind,  ist  im  Mittel  gleich  dem  Ausdrucke: 

N{cY  ' 


Zur  Theorie  der  aus  Jen  vierten  Einheitswurzeln  gebildeten  complexen  Zahlen.  159 

Ist: 


lini^,  „=oo  —   =  0 
n 


3 

lim,,r,=oo  —  =  0 


so  hat  jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  (i-^bi,  deren  Norm  in  dem  Intervalle  //  — r,-i-l.  .  .u  +  n  Hegt, 
im  Mittel: 

^{,og„  +  2C+^_,ogiV(o)} 

primäre  durch  c  theilbare  Divisoren. 
Ist: 

3 

■'■/ 

so  hat  jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a  +  hi,  deren  Norm  iu  dem  Intervalle  «-  r;  +  l.  .  .n+ri  liegt, 
im  Mittel  eben  so  viele  primäre  durch  c  theilbare  Divisoren,  als  jede  ganze  complexe  Zahl  des  Complexes  («e). 
Jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a  +  hi  mit  s-zifferiger  Norm  hat  im  Mittel: 


{s  log  10  +  2  0'— iH ^  —  logA(^c)+  ■ 


durch  c  theilbare  primäre  Divisoren. 

Die  Summe  der  Normen  der  reciproken  Z-ten  Potenzen  der  ungeraden  primären  Divisoren  einer  .izanzen 
complexen  Zahl  von  der  Form  a  +  bi  ist  im  Mittel  gleich  dem  Ausdrucke: 

2/.  +  1  ' 

während  die  entsprechende  Summe  l'iir  die  halbgeraden  Divisoren: 


und  für  die  geraden: 


ö»^ 


2^+'— 1 
^p^^^L..+.  ?(/,•+ 1) 

L,+,<(Ä-+1) 


4'.+< 
beträgt. 

Die  Summe  der  Normen  der  reciproken  \2k — 1  )tf"  Potenzen   der   ungeraden   primären  Divisoren   einer 
ganzen  complexen  Zahl  von  der  Form  ((  +  hi  ist  im  Mittel  gleich  dem  Ansdrncke: 

(2'"-l)(2;:)^-^,L2, 


2''*+'r(2Ä,-(-l)       ' 

während  die  entsprechende  Summe  für  die  halbgeraden  Divisoren: 

2(2■''^-l)(2nr■B,L^, 
4"'+*r(2A-+l) 
und  für  die  geraden: 

(2;^)^^".BtL^, 

2''+<r(2/<^+i) 

beträgt. 


160  Leopold  Gegenbauer. 

Die  Summe  der  Normen  der  rcciproken  (2t)ten  Potenzen  der  ungeraden  primären  Divisoren  einer  ganzen 
complexen  Zahl  von  der  Form  a+biM  im  Mittel  gleich  dem  Ausdrucke: 

während  die  entsprechende  Summe  für  die  halbgeraden  Divisoren: 

und  für  die  geraden: 

7z"'+'t[2k-JrViru 
'  4M+2r(2/,;+l) 

beträgt. 
Ist: 

lim^,„  =  oo —  =  0  , 

3 

SO  hat  jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a  +  bi,  deren  Norm  in  dem  Intervalle  n — vj  +  l.  .  .«4-^3  liegt 
im  Mittel: 

-^(logH  +  2C'+^+log2) 

ungerade, 

^(log«  +  2C+^ 
halbgerade  und : 


^  flog n-\r2C+  ^— '-  - 2 log  2 
10  V  1^ 


gerade  primäre  Di^nsoren. 

Jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a-^bi  mit  s-zifferiger  Norm  hat  im  Mittel: 

—  (slog  10+2C'— iH ^  +  log  2+  —2^ — 


9 
ungerade, 

'^   /   ,      in     or.     1       8m.       log  10 

-pr  s  log  10+ 2 G^l  + L  +  _^ 

1d  V  n  y 

halbgerade  und: 

"■  /  1      in     o/-.     1       82^1       Ol      o      log  10 

-^fsloglO+2C'— iH '-—2  log  2h --— 

Ib  V  7t  \) 

gerade  primäre  Divisoren. 

Es  sei  ferner  die  zahlentheoretische  Function: 

wenn  x.  eine  complexe  Einheit  oder  aus  einer  geraden  Anzald  von  verschiedenen  complexen  Primfactoren 

zusammengesetzt  ist; 

<x{x)  =  —  1 

wenn  .(•  aus  einer  ungeraden  Anzahl  von  verschiedenen  complexen  Primzahlen  zusammengesetzt  ist,  und 

^(o:)  =  0 

wenn  .<■  mindestens  durch  das  Quadrat  einer  complexen  Primzahl  theilbar  ist. 


Zur  Theorie  der  aus  den  vierten  Einhelts wurzeln  (jelildeten  complexen  Zahlen.  1 H  1 

Hat  nun  ix^i^c)  den  Werth  1,  wenn  x  eine  complexe  Einheit  oder  durcli  keine  r'e  Potenz  theilbar  ist, 
während  ix,{x)  gleich  Null  ist,  wenn  x  mindestens  durch  die  rte  Potenz  einer  complexen  Piimzahl  flieilbar  ist, 
so  hat  man: 


21)  Z^(V^)  =  ^'<^)  {d'ry-^x) 

denn  ist  x  durch  keine  ;-te  Potenz  theilbar,  so  ist  der  einzige  Werth,  welchen  d',  annehmen  kann,  x,  ist  aber 
die  grösste  in  x  aufgehende  rte  Potenz  aus  r  verschiedenen  complexen  Primzahlen  zusammengesetzt,  so  ist: 

IK#)=>-(i)-(2)-(3)-(4)--(-»' 

"'r 

=  0 

Ist  /  =  1,  so  hat  man  offenbar: 

22)  2K^)  =  0 

d 

WO  die  Summation  über  alle  primären  Divisoren  von  x  zu  erstrecken  ist,  wenn  x  keine  complexe  Einheit  ist,  und: 

23)  Y.^(SC)  =  1 

d 

wenn  x  eine  complexe  Einheit  ist. 

Aus  den  eben  abgeleiteten  Formeln  ergeben  sich  die  Gleichungen: 


M) 


Z_i     h\x)'  ■     — i    Nix)-'  ~    ^     MxY 

l  =  (oo)  •  :r  =  (oo)       ^    ^  r=(oo)         ^    -^ 


95)  V  -A_     V    K^)  _i 

"   ^  Zj     Mx)'   •     Z^     iV(a;)'  ~ 

x  =  (oo)       "■  ^=(oo)        ■    ' 

und  daher  ist: 

26) 


y     p-(x)   _      1 


27) 

Man  hat  nun : 


^=(v'«)  ^=(v'»)'"=^"' 


2- 

x  =  (m) 


^)(ZK\/J). 


oder : 


=    V  ^,(a;) 


^8)  •  V   5t(^)K^)  =  0'^(n)  (r>l) 

-=(vV) 

wo  £i!.(n)   die  Anzahl  derjenigen  Individuen   des  Complexes  (n)  bezeichnet,  welche   durcli  keine  rtc  Potenz 
theilbar  sind. 

Denkschriften  der  mafheuti.-tialunv.  Cl.   L.  Bd.  oj 


162  Leopohl  G cgenhaner. 

Mail  hnt  daher  den  Satz: 

Di\  idirt  man  die  Zald  n  durch  die  Normen  aller  dem  Complexe  (n)  angehörigen  rteu  Potenzen  von  Zahlen, 
die  nur  aus  verschiedenen  coniplexen  Prinitactoren  zusammengesetzt  sind,  und  versielit  die  Anzahl  der 
Individuen  des  irgend  einem  der  erhaltenen  Quotienten  entsprechenden  Theilbereiches  von  {ii)  mit  dem  positiven 
oder  negativen  Vorzeichen,  je  nachdem  die  /'te  Wurzel  des  Divisors  aus  einer  geraden  oder  ungeraden  Anzahl 
von  verscliiedenen  Primzahlen  zusammengesetzt  ist,  so  ist  die  Summe  der  so  entstehenden  Zahlen  gleich  der 
Anzahl  jener  Zahlen  des  Complexes  (w),  welche  durch  keine  rte  Potenz  theilbar  sind. 

Verbindet  man  die  Gleichung  28)  mit  der  Formel  1),  so  erhält  man: 

_,     ,  KU       S^       p.(x)  /—      \^        Sx!J-(x) 

"~  4C(»-)L.  ~    * 
wo : 

Ttn  V  M^  /-     V       s'j.{x) 

ist,  aus  welcher  Gleichung  sich  sofort  folgende  Relationen  ergeben: 

IM<^  fe+7log«+C-+-^}  -'r  Vm)L,.  0->2) 

^        ^  '  \/n—V  v^/    T 

1 

/-  (    /-^  -  ,,       r.\  ,  -•■'  Cr:  I        bn~         1 


Es  ist  also : 


29) 


2^  |A,<a;) 


4C(r)L, 


30)  lim„=oo^^W -        r(2rH-l) 

-«  ~  4(2;r)2^-'£.L2,. 

31)  lim„-^i=ik -    2^'r(2r-H) 

H.  K»'-T2,?(2;-+1V 

Aus  diesen  Formeln  fliessen  die  arithmetischen  Theoreme: 
Unter  den  Zahlen  des  Complexes  (n)  gibt  es  im  Mittel: 


4<(r)L, 

solche,  welche  durch  keine  rf«  Potenz  theilbar  sind. 

Unter  den  Zahlen  des  Complexes  («)  gibt  es  im  Mittel: 

r(2r+l)rt 


4(2nrV'-'AL,, 
solche,  welche  durch  keine  (2»-)tc  Potenz  theilbnr  sind. 


Zur  Theorie  der  ans  den  n'erten  Einheitswiirzeht  gebildeten  complexen  Z'iJileii.  163 

Unter  den  Zahlen  des  Complexes  («)  gibt  es  im  Mittel: 

;r2'-T2,C(2r+l) 

solche,  welche  durch  keine  (2a  +  1Vp  Potenz  theilbar  sind. 
Unter  den  Zahlen  des  Complexes  (w)  gibt  es  im  Mittel : 


4  V         t[r)L,. 

solche,  welche  mindestens  einen  Primfactor  in  der  rten  oder  einer  höheren  Potenz  enthalten. 
Unter  den  Zahlen  des  Complexes  (n)  gibt  es  im  Mittel : 

Tzii  ,  2r(2/+l) 

4  [         {^2-.fBrU. 

solche,  welche  mindestens  einen  complexen  Primfactor  in  der  (2r )ten  oder  einer  hölieren  Potenz  enthalten. 
Unter  den  Zahlen  des  Complexes  i «)  gibt  es  im  Mittel : 

Tin  /         2^'+'r(2r+l) 


4    V         ?:■'■+' T.,,Z(2>-+1) 


solche,  welche  mindestens  einen  complexen  Primfactor  in  der  (2r+ljten  oder  einer  höhereu  Potenz  enthalten. 
Man  hat  ferner: 


und  daher  nach  22)  und  23): 

o2)  2^(i^)K-)  =  l- 

Aus  dieser  Formel  leitet  man  leicht  einen  Ausdruck  für  die  Anzahl  aller  Priinzalden  des  Complexes  («)  ab, 
wenn  sämnitliche  Primzahlen  des  Complexes  (\/« )  gegeben  sind. 

Sind  nämlich  J)^,  j)^,  j'-f,  ■  ■  ■,  p,-  gegebene  Primzahlen  des  Complexes  (n)  nnd  bezeichnet: 

\Z_;  Jp„Pi,--;l>r 

x=  {n) 

den  Ausdruck,  welchen  man  erhält,  wenn  man  für  x  alle  jene  ZaliTen  des  Complexes  («)  setzt,  welche  nur  aus 
den  Primfactoren^j,,  jfjj,  . . .,  p,.  zusammengesetzt  sind,  so  erhält  man  aus  der  eben  abgeleiteten  Formel  sofort 
die  neue : 

WO  P  irgend  eine  Zahl  des  Complexes  (m)  vorstellt,  welche  keinen  der  eben  genannten  Primfactoren  besitzt, 
und  Lg(Pj  die  Anzahl  der  Zahlen  F  ist. 

Sind  nun  die  Zahlen  i)\,  p',^,  p'.^,  .  .  .,  pi  sämnitliche  Primzahlen  des  Complexes  {\/n),  so  ist  jede  der 
Zahlen  P  eine  dem  Complexe  («)  angehörige  Primzahl  mit  einer  Norm,  welche  die  \/u.  übersteigt  und  daher 
ist  in  diesem  Falle  L^iP)  die  Anzahl  aller  dem  Complexe  {u)  angehörigen  Primzahlen  mit  \/}i  übersteigender 
Norm. 

21* 


16i  Leopold  Gegcnbaner. 

Die  Anzahl  aller  Priulzalilen  des  Complexes  (w)  ist  also  durch  folgenden  Ausdruck  gegeben: 

MO  die  Grössen  ])[,  p'.^,  p'^,  .  .  .,pr  alle  Primzahlen  mit  \,//(  nicht  übersteigender  Norm  sind. 

71. 


}l 

Setzt  man  in  der  Gleichung  8)  c  =:  1,  schreibt  sodann  fiir  ir.  — — j— ,    mnltiplicirt  mit  N{if^)i).(y)   und 


summirt  über  alle  Individuen  des  Complexes  (y/«),  so  erhält  man: 


iV(a;)'-V.(a;) 


i:'(i^)(i:-(v^)^(f 


Nun  ist  aber  nach  der  Defiuition  von  i}.::{x) : 

34)  Z^^(\/i)^(i)'=<-(-) 

wo  t',.j!,^{x)  die  Summe  der  Normen  der  Ä:ten  Potenzen  derjenigen  primären  Divisoren  von  x  ist,  welche  ;-te 
Potenzen  und  durch  keine  ((7r)te  Potenz  theiibar  sind. 
Man  hat  daher : 

35)  i;. .,  .{n)  =  V  ,',_ ,,  „(a.)  =  V  5^  /    »     j  iV(a.)'-V,(x) 

Verbindet  man  die  letzte  Gleichung  mit  der  Formel  12),  so  erhält  man: 

^=(\/«) 
-C(r(Ä-  +  l)~)       V      £4J.(a;)^l  x         ;tC(;/-(A-+1))       V  ^-K-*^") 


,_1       ^    ;^(7los»  +  ?(^i/.-+lj)+t'-(7logiV(.t))- 72"     ^       ^ 

\   V        2//     --U+v)  ^      — '  -(1+2/,) 

(o^]t-,|<i)    ('•(^•+4)^-' 


Ziif  Theorie  der  ans  den  vierten  EinheiUwurzeln  gebildeten  coinplexen  Zahlen.  166 

y                        ;rf(>-(/.'+iyiL,,,-+,)      V  f^(.^')         , 

2^  r,,  _,. ,( ,r )  _ ^ n  _      ^..  „,,,  +  „  + 

7ri:(r(7>'.+  l))       V      JxK'^Vl,  >/  //       ,    .       r.         ^       Ar     .A         7rC(r(Ä:+ 1))       V  '■f^'-''' 

+  ^^^^^ — r^      ^      -^^^--^—\oi>;ii-i-C{r{k+l))  +  C^G\ogN(x)]  +  ^^ ■ —      ^       ——^ 1- 

i-—         ' — '      J^(xy\r      "  I  /.__  — ■         L 

/- V  ^-f^f'')       Ulog'«H-rC'      „,,       (4+]og2)Alx)-         iV(.r)' |. 

+  V  W     /  ; h  Vjl ,  H ^ 1 ■ 

^    ...... ,T"+-(  ^'-  4C/«  V/. 


=  (;/T)^*)' 


WA'+^1=:1 


Es  ist  daher : 


V.' 


Aj     •     '  ^         4<(a/-(/^+l))L,,(,+,) 
wo: 
,.    ,        :rf(r(/,-4-n)-L,,/,+i)fM/.-+l))  (   ,     .,       .   ^        1    ,  ,  1         ) 


4>r 


or  /  — 


H ^ (  — ; 1-  0  +  L(  /■  ( A'+  1}\  j  H j i j j \- 


k -  \     r  !  k-—  k — 

4h.     '•  2n      '•  16  h      ''      "'■ 

4h      '■      2''' 


A.    <  ^^^-^ "     "''+'-- — ^ --L  \ C,(  ar(k+ 1 ) )  H log  ii  +  C 


4«'''    '•  '  2h''     >■  16h^'    '■      ">• 

3  1 

4h  "^~     ^^ 


.+  |)  =  i 


X=:00 

.i:=2 


ist. 


Man  hat  daher  die  Gleichungen 


6^ 


37)  lim.. 00-"""'^  =  4^f^'^ft!^^r"^"  KÄ-+1)>1,  .>1) 


y  ^2.-, -/.-,. (^) 


/_j 


38)  lim  „  =  00  - 


=  |)!l 


r(2t7;\A;+l)+l)5,(,,+i)L2,,^.+i 


s^2-T)ä'-i'-+')*-')  -'  ij,,,,,,+„  n  2/-(A-+ 1 ) + r)U,r,,-+i 


39)  hm,  —  — 


1»  =  00 


2,2,  +  ijt2<+i)+s^(5(^2;-+l)(2/.'+l))r((2/-+l)(2Ä,-+l))L„3,.+,,(2;.+i, 


IGG  Leopold  Gegenbauer. 

Setzt  man  iu  der  Gleicliung  3G)  /,■  =  0  und  ;■  =  1,  so  erhält  man: 

2^  r5,  „,  ,  (X)  -  ^  Po,  i,  1  [-^h^)  K^) 
oder  uacli  der  Relation  16): 

a;  ^  (71)  /    -       \  /    ™        \ 


Nun  ist  aber: 


und  daher  hat  man: 


(0^|j.,.|,  |si|<l)- 


x  =  ioo) 


V       /  ^'"  i,  O,,        1  83JJ,  (7g,  (790?, 

.T=(«) 


■\ 


wo: 


\\\<^^\(^(a){\ogn^2C-l  +  ^'-){ii(a)  +  Uogn  + 


3   r  Q 

ÖI7 


14 

3 
ist.  Füi'  a  n:  2  ist,  wie  schon  Herr  F.  Hertens  hervorgehübeu  hat,  A^  von  der  Ordnung  «*. 
Man  hat  daher  die  Gleichungen: 

/    t',,  o.dCa;) 

41)  lim„=oo  — =  .,■>,    ,T      log  »+2  C— 1 H +  -y-.- =.— 

^  M  lbC((7)ivc  (  nr  C(<7)  Lt,  ) 

^  T),o,a(,a;)  —  2j  ^m,^(^') 

^»j  luc((7)y>,3  (  K  C{^a)  La 


+2n*{l2+d—)Lj  (<^>2) 


('lim^,„=oo— =  0;     limY),«=oo— =  0 


■'i 


)       7i,  0,  a(*)   —     )^  ^<-  0.  ^(^)  X  ^''  "■  ''(*^'' 


'  2rj  \ne\ 


43)         lim,,_^^-^t^i±^i^ _L^(Zi^:^^ =  lim„=     "-^^ 


3 

lim^ 


1*1).«= 00 


—  =  0;     lim,  „=00 —  =  0) 


Zur  Theorie  der  aus  <1rn  rierfen  Einheltswurzelu  gebildeten  complexen  Zahlen.              1()7 
=°° TrT — TTTTTi =  tt^^ — Tj-  t'^  log  lO-;-2L  — 1 -i '  -; ^^ '-  -— -\ 


^^  -j.o....,(.r) 


/   '■i,ii,23+)(j;0 


46)  lim, 


j--  =  i„) 


7r-'-'T2,r(27+])  (     ^  -  ;r  ?(27+l)  r:''+' '■,,  \ 

flini    „=oo  —  =  0 ;      lim .  „=oo  —  =  0 

^^^l.^.^.+  lU■■)  — ^  r;,,,,+,(.r) 
48)  lim-„.„=,    ^=(1+V.  .■=,„-,' 


'/).  /I  =  00 


_     2^-^r(2a+l)     I      .  Sfflf,        (2.-H)5..+  ,        2^-+^r(2a+2)TO,,+  .) 


flimrj.M^oo  —  =  '*;       lim    ,=oo —  =  0 


n  ' 


49)      lim,=, 


°  10^—10^-' 


32(2;:)— ß,L,,    (       *'  ,-,     ^       il  t2,T)-^-/y,  L,,  ) 


50,     lim.^.^^^^:^ W^^ 

Ans  deu  entwickelten  Gleichiuigeu  ergeben  sich  folgende  arithmetische  Theoreme: 

üie  Summe  der  Normen  der  reciproken  /tcu  Potenzen  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen  com- 

plexen  Zahl  von  der  Form  a-\-hi,  welche  rt'-  Potenzen  und  durch  keine  (<Tr)te  Potenz  theilbarsiiid,  beträgt  im 

Mittel: 

nie  Summe  der  Normen  der  reciproken  /tcu  Potenzen  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen  coni- 
plexen  Zahl  von  der  Form  ,i-hhi,  welciie  (27)ti'  Potenzen  und  diirch  keine  (27/)fe  Potenz  tiieilbar  sind,  beträgt 
im  Mittel: 


168  Leopold  Gegcnhaucr. 

Die  Summe  der  Normen  der  reciproken  {2k)ien  Potenzen  der)enii>en  primären  Divisoren  einer  ganzen 
complexen  Zalil  von  der  Form  u-^bi,  welclie  (2y-i-r)te  Potenzen  und  durch  keine  {o{2r+l))ie  Potenz  thcilbar 
sind,  beträgt  im  Mittel : 

;t('-'-+'X-^-+"C((  2r+  1)(  2k-'r  r))r(,,^,x2/.-n)-i 

2(-'  +  ')(«+')  +  '<(5(  2r+  l){2k+ 1)  iPi  {•2r+r)(2k+l)  )L,^2.+ixv.-+i) 

Die  Summe  der  Normen  der  reciprokeu  Ateu  Potenzen  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen  com- 
plexen Zahl  von  der  Form  a-'.-hi,  welclie  rt'^  Potenzen  und  durch  keine  (27/)te  Potenz  theilbar  sind,  beträgt  im 

Mittel: 

r[2'jr{k+l)  +  l)C(>-(fc+ 1 )  )L,(;,+i) 

Die  Summe  der  Normen  der  reciprokcn  Ä-teu  Potenzen  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen  com- 
plexen Zahl  von  der  Form  a->rbi,  welche  rte  Potenzen  und  mindestens  durch  eine  ('7r)te  Potenz  tiieilbav  sind, 
beträgt  im  Mittel : 

Die  Summe  der  Normen  der  reciproken  Ä:ten  Potenzen  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen  com- 
plexen Zahl  von  der  Form  K-yhi,  welche  (2/)te  Potenzen  und  mindestens  durch  eine  (2c7;)te  Potenz  theilbar  sind, 
beträgt  im  Mittel: 

f2;rV'(^'-+"B,(,+  ,)1^2,C.-+o  fi  _        2r(2ar(7,--t-l)-'rl')       \ 
2r(2r(Ä--:-l)  +  l)        (         (,2- )--('■•+ '^ß,,(;,  +  ,)L2,,  (,,+  ,)( ■ 

Die  Summe  der  Normen  der  reciproken  (2Z-)ten  Potenzen  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen 
complexen  Zahl  von  der  Form  a  +  hi,  welche  i2/ +  I^p  Potenzen  und  mindestens  durch  eine  {(j[2r-hlj)io  Potenz 
theilbar  sind,  beträgt  im  Mittel: 

^(ä,.+i)(2/.-+i)^((2r  +  1)(2Ä:+  l)')r(2,+  ,)(,,+i)-i  (^ 


2C''-+im-+i)+T((2r+l){2k+l))  l         4(7(2r-t-l  )(2/fc+l))La(3,-Hi)(2/-t-i) )' 

Die  Summe  der  Normen  der  reciproken  fct'-«  Potenzen  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen  com- 
plexen Zahl  von  der  Form  a  +  bi,  welche  rte  Potenzen  und  mindestens  durch  eine  (2ff*-)te  Potenz  theilbar  sind, 
beträgt  im  Mittel: 

.    ,    ,,,^       L         2ri2^r(7.-+i)+r)     I 

C{>\k+l))L,^,,+  i)  \i  —  ,     ■.2,,,,,,  Dß f \ ■ 

^  ^  (  (27r)-"^'+'^±>c,.(/,+i)-L/2cj,(/;-fi)' 

Die  Anzahl  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen  complexen  Zahl  von  der  Form  a  +  bi,  welche 
;te  Potenzen  und  durch  keine  (ar)te  Potenz  theilbar  sind,  beträgt  im  Mittel: 


t('7y)L„.  ■ 

Die  Anzahl  derjenigen  primären  Divisoren   einer  ganzen  complexen  Zaid  von  der  Form  n  +  bi,   welche 
(2/-)te  Potenzen  und  durch  keine  (2ar)tc  Potenz  theilbar  sind,  beträgl  im  Mittel: 

r(2?r-t-l)-B,-L2,. 
(2;r)-'("-')r(2r+l  )5„.Lj,; 

Die  Anzahl   derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen  complexen  Zahl   von  der  Form  n-hbi,   welche 
(2r  +  l)te  Potenzen  und  durch  keine  (^'7(2;+l))te  Potenz  theilbar  sind,  beträgt  im  Mittel: 

n--'-+';(2r+l)T3, 

2-''+-  l:['j[2r-'r  1  ))]\2/-+  l)Lc(.,.+  i)' 


Zur  Theorie  der  aus  den  vierten  Einheif.wnirzeln  gebildeten  complexen  Zahlen.  IG 9 

Die  Anzalil   deiji'nigen  priiiiüren  Divisoren   einer  ganzen  complexen  Zahl   von  iler  Form  a  +  bi,   welche 
/•t«  Potenzen  nnd  dnreli  keine  (27/-)tc  Potenz  tlieilbar  sind,  beträgt  im  Mittel: 

r(2(7r+l)<(r)L,. 
(27r)^-5„X,„.  • 

Die  Anz;ibl   derjenigen  primären  Divisoren   einer  ganzen  complexen  Zahl   von  der  Form  a  +  bi,    welche 
rti'  Potenzen  und  mindestenn  durch  eine  (c;/-)*«  Potenz  thcilbar  sind,  beträgt  im  Mittel: 

c(»-)^,Yi        ^ 


<{<yr)L„ 


Die  Anzahl  derjenigen   primären  Divisoren  einer  ganzen  complexen  Zahl   von  der  Form  a  +  bi,    welche 
(2/-)te  Potenzen  und  mindestens  durch  eine  (2(7r)te  Potenz  theilbar  sind,  beträgt  im  Mittel: 

(2kY"-B,.L.,,.  (  2r(2^r+ll 


2r(2r+l)    (         (^■27:f--B,,LoJ- 

Die  Anzahl  derjenigen  primären  Divisoren  einer  ganzen  complexen  Zahl  von  der  Form  a  +  bi.    welche 
(2/--l-l)te  Potenzen  und  mindestens  durch  eine  (a(2r+l))te  Potenz  theilbar  sind,  beträgt  im  Mittel: 


2='+'q\2r+l)    (        Clt7(2r+l))L,,.,+  ir 

Die  Anzahl  derjenigen  primären  Divisoren   einer  ganzen  complexen  Zahl   von  der  Form  <i  +  bi,    welche 
»■te  Potenzen  und  mindestens  durch  eine  (2(7/-)te  Potenz  theilbar  sind,  beträgt  im  Mittel: 

Ist: 

lim,,,,,  =  00—  =  0 

'  n 

lim  ,,,„=00 —  =  0 

so  besitzt  jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a-i-bi,  deren  Norm  in  dem  Intervalle  n  —  o  +  l.  .  .n  +  'Q  liegt, 
im  Mittel : 

primäre  Divisoren,  welche  durch  keine  Tte  Potenz  theilbar  sind,  und 

5?r    (  %,       m. 


^(log.  +  2C'+-')(l-^-^ 


primäre  Divisoren,  welche  mindestens  einen  Primfactor  in  der  ijteu  oder  einer  höheren  Potenz  enthalten. 
Ist: 

lim,  „=00 —  =  0 

'  n 

i 
lim  ^,„  =  00 —  =  0 

so  besitzt  jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a->rbi,  deren  Norm  in  dem  Intervalle  w— vj  +  1.  .  .«  +  -,7  liegt, 
im  Mittel  ebenso  viele  primäre  Divisoren,  welche  durch  keine  (mindestens  durch  eine)  ate  Potenz  theilbar  sind, 
als  jede  der  Zahlen  des  Complexes  (ne). 

Denksclirifleii  der  malhom.-naluiw.  Gl.  L.  B'l.  22 


170  Leopold  (Jegenhauer. 

Ist: 


lim  ,,,„=00—  =  0 

n 


3 

lim,,,„  =  co^  =  0 


so  besitzt  jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a  +  hi,  deren  Norm  in  dem  Intervalle  n^r,-\-\.  .  .n  +  r,  liegt, 
im  Mittel: 

-4:; — r-rr^F-    log  n  +  2C-i '-  +         ;.  .,,T^ —  ■ 


primäre  Divisoren,  welche  durch  keine  (2ff)te  Potenz  theilbar  sind,  und: 


K 


log  «4-2  C+  ^-i     1 


89«,  w  2r(2c^  +  l)  >  aY[2i+l)      )2T(2a+l)'^2.        Wo 


^^^io««  +  .c+     _^    ji^i        ^ßny^B^J       2{27:y^-^  B,L,J      (2kY^B,  U, 

primäre  Divisoren,  welche  mindestens  einen  Primfactor  in  der  (27)ten  oder  einer  höheren  Potenz  enthalten. 

Ist: 


lim  7), 

n  = 

-  00 

•i 

n 

3 



0 

lim^, 

n  = 

00 

1^ 

— 

0 

so  besitzt  jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a-\-bi,  deren  Norm  in  dem  Intervalle  n — r.  +  l  .  .  .n-hr,  liegt, 
im  Mittel: 

____^log;,+2C+  -^  +      ^(2.+l) ^^^W. 

primäre  Divisoren,  welche  durch  keine  (27+l)te  Potenz  theilbar  sind,  und: 

primäre  Divisoren,  welche  mindestens  einen  Primfactor  in  der  (27  +  l)teii  oder  einer  höheren  Potenz  enthalten. 
Jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a  +  bi  mit  ,s-zifferiger  Norm  hat  im  Mittel: 

sloglO  +  2C'-H-*+^-^.^-^! 


4C(7)LJ       =       ■      -         ■      -      ■       9       ■    ^(5)  L^ 

primäre  Divisoren,  welche  durch  keine  ate  Potenz  theilbar  sind,  und: 

TT  \  .    ,,,    „^    .     sm,     log  10),,        1    ^        ^-     ,  %,       m, 

primäre  Divisoren,  welche  mindestens  einen  Primfactor  in  der  c/t«'»  oder  einer  höheren  Potenz  entlialten. 
Jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a-i-hi  mit  .s-zifferiger  Norm  hat  im  Mittel: 

primäre  Divisoren,  welche  durch  keine  (25)te  Potenz  theilbar  sind,  und: 

'^  *    inoio^9.'     i_^  ^'^'^  ^'•^S-IO),  2r(2^-H-)  ^  ^r(2^  +  n      (  2r( 2^  +  1)5.,         SWaJ 

primiUc  Divisoren,  welche  mindestens  einen  Primfactor  in  der  ( 2a)te'i  oder  einer  höheren  Potenz  enthalteq. 


Zur  Theorie  der  aus  den  vierten  FAnheitsiourzeln  gebildeten  complexen  ZaJden.  171 

Jede  gauze  complexe  Zahl  von  der  Form  a  +  hi  mit  s-zifferiger  Norm  hat  im  Mittel: 

primäre  Divisoren,  welche  durch  keine  (2!7  +  l)tß  Potenz  theilbar  sind,  und: 

-/    1      1A     o^     1       83K,        loglON/.  22'+=r(27+l)    ^ 

—  (s  log  10  +  2 C—lH '  +     "       )f  1 5rri 1^ rr)  — 

4V  TT  9     /V  ,-z-'+'t2,(:(2c;+1)  / 

_    2^T(2g  +  2)    /     S,,+i      _  2^^+^'(2ff+l)ä)^2,+,^ 

;:--r,42(;+l)U(2=?  +  l)  ü-'+'tj,  j 

primäre  Divisoren,  welche  mindestens  einen  Primfactor  in  der  (2';-t-l)ten  oder  einer  höheren  Potenz  enthalten. 
Es  sei  ferner : 

51)  <p,(x)  =  ^tJ.{d)N(^^'j' 

d 

SO  dass  y,(x)  die  Anzahl  derjenigen  Zahlen  eines  vollständigen  Eestsystems  für  den  Modul  x  ist,  welche  mit  x 
keinen  gemeinschaftlichen  Theiler  haben  („Recherches  sur  les  formes  quadratiques  ä  coefficients  et  ä  iudeter- 
minöes  complexes."  Par  G.  Lejcume-Dirichlet.  Journal  für  die  reine  und  angewandte  Mathematik  von 
Grelle,  Band  24). 

Aus  der  Gleichung  51)  folgt  die  Relation: 


und  daher  ist: 

52) 


Z_i     NixY  '  ^  N(xy-'--      -^  N(xy 

x=(oo)       ^  .t  =  (oo)      ■    '  «  =  (oo)       ^ 


..=  (00)      ^   ^  -^ 

V  ?M  V  J__  V     1 

z^  Mxy  ^  N(xy  ~  ^  N{xy^' 

x=(oo)      ^        x  =  (oo)  a:  =  (oo)        ^    ' 


aus  welcher  Relation  folgt: 

53)  y  f,id)  =  Nixf 


d 


Man  hat  nun: 


x  =  (,i)  ^    '  x,y={n)  ^    •' 


V  ./_!LvV 


_  V 


x  =  (n)  ^    ^  d 


,    N(xf 
S'u(:n). 


II 


Schreibt  man  in  dieser  Gleichung  für  ii  =  yT'"'  multiplicirt  mit  ij.[i/)  und  summiri  bezüglich  //  über  alle 
Individuen  des  Complexes  (m),  so  erhält  man: 

22* 


172  Leopold  Cieye iibauer. 

2«(jij)K,i=i:'>(si^)'"Wrt!') 

;i=(n)  x,y  =  (n) 

oder  nach  32) : 

55)  Y.<p,ly)=^S^^(^^)i.(y). 


t/  =  (n)  y  =  {n) 


Es  ist  aber 


S',(m)  =  _^iV(cc)* 

a:  =  (h() 

=  2^(2:(-:)- 


r=i  ,11 


oder  wegen  der  Formel: 
P+2*+3h 


=  V  (_i).-.^2x-l)'Jl'  +  2H3'-+  . . .  +[2£rj1 


;■'  +  '        >•'■■       ,ksB.r''-'        /fc^^^r^-'        /kyB^r"'' 


S; 


OT*+i  ^r^  (—1)—'        . 


wo: 

rm+i 


"^^-"^^^"^^      '■^•'     ^M2L2x-lJ       l2M-lL2^-lJ      ^UA-3L2:c— iJ 


ist,  und  daher  hat  man: 


56)  Siim)  =  -— -  +\ 


4(1+1) 

und : 

|A„|<:£»re* 


wo  £  eine  angebbare  endliclie  Grösse  s^  nicht  überschreitet. 


Die  Formel  55)  verwandelt  sich  daher  in: 

Z  ^*<^^  =  4(ITTT  2.  ivHFT^  +"  1  M^  (O^I=..-l^^o) 


oder  auch: 


wo: 


4(A:+l)C(i-+l)i.,-+, 


Zur  Theorie  der  ans  den  vierten  Einheitswurzeln  gebildeten  complexeii.  Zahlen.  173 

ist,  aus  welcher  Gleichung  folgt: 

IM^  l'(il"^)^'  { m-+i)+\og n+c+  -Lj  +  v'fao  jc(:/.-)+iog «+C+  ^j  (A:> i) 


lA    I  >/3n  -       7:(l-{-L,)  kL, 


(/.■=1). 


2 


Den  speciellen  Fall  k  =  1  der  Formel  57)  hat  schon  Herr  Merteus  mitgetheilt. 
Aus  der  Formel  57)  folgt; 

58)  lim„= 


"-°°      «'•+'      -4(/.+l)^(Ä-+l)L,+, 


/_,  y^i-i  (a;) 


59)  lim^^i^Ü!^- ^(2^-+ 1^ 


8t(2-T/-"-'  i;,Loi. 


\f2iix) 
60)  lim        i^^li^ -  ^"-I^(^^-+l^ 


Mat  hat  daher  das  Theorem 

illstJinrlitrpn  Tfpatsvstpms   für  dpn  Modul   ii.  p-iht  p« 

/i   iv. 


Unter  den  C41iedern  eines  vollständigen  Restsystems  für  den  Modul  u  gibt  es  -y=r-  A"(h)  Zahlen,    welche 


mit  ?i  keinen  gemeinsamen  Th eiler  haben. 
Setzt  man: 

61)  Y,^(cl',)=Kr(x) 

so  ist  offenbar: 

X,(a-)  =  fx(g) 
wenn : 

x-=  Q.R 

und  R  die  grösste  in  a;  aufgehende  r'e  Potenz  ist. 
Es  ist  also : 

Xix)  =  0 

wenn  x  einen  Primfactor  in  einer  Potenz  enthält,   deren  Exponent  nach  dem  Modul  r  einer  der  Zahlen  2,  3,  4, 
.  .  .,  r — 1  congrueut  ist,  während  in  den  übrigen  Fällen: 

X.^x-)  =  (-1)" 

ist,  wo  5  die  Anzahl  jener  Primzahlen  ist,  welche  in  x  in  der  Potenz  /.■/■+ 1  enthalten  sind. 

Ist  speciell  r  =  2,  so  hat  X,.(x)  den  Werth  +1  oder  — 1,  je  nachdem  x  aus  einer  geraden  oder  ungeraden 
Anzahl  von  (verschiedenen  oder  gleichen)  Primzahlen  zusammengesetzt  ist. 

Aus  der  Defiuitionsgleichung  61)  folgt  sofort: 


V  Ä,.(aO 


x=(00)        ^     ^      j:=(oo)  -^  ..-=(00)         ^     ' 


174  Leopold  G('(jenb(iuer. 

und  dahei-  ist: 


62) 


V     h{x)   _!:{rs)L,., 

/_j    N{x)''^  Mxy       ^  N(x)'-' 

i=(oo)        •       x=(oo)  a;=(oo)      ■ 


aus  welcher  Gleichunff  foli;t 


o 


63)  y  A,(d)  =  0, 


d 


wenn  X  keiue  /te  Potenz  ist,  und : 

64)  Y.  ^-('^')  =  1' 


wenn  x  eine  rte  Potenz  ist. 
Man  hat  daher: 

WO  (),.(«■)  die  Anzahl  der  Zahlen  des  Complexes  («)  ist,   welche  rte  Potenzen  sind. 

Schreibt  man  in  dieser  Gleichung  für  j/  :  -^tt-^,  multiplicirt  mit  ix(iß  und  summirt  bezüglich  y  über  alle 
Zahlen  des  Complexes  («),  so  erhält  man: 

—  l_,  '^rix). 

Schreibt  man  in  der  Gleichung  62)  für  s  :  crs  und  multiplicirt  sodann  mit ; 

V      1 


so  entsteht  die  Relation : 


und  daher  ist: 


x  =  (00)         ^ 


_  V       1       V    m/^) 

—  Zj    Ma,>-'-iij    Mxy 

x  =  (00)  Jt  =  (OOJ 


=  «.,,.(j^) 


Zur  Theorie  der  aus  den  vierten.  Einheitswurzeln  gebildeten  complexen  Zahlen.  175 

wo  «!,.(.'')  die  Anzahl  derjenigen  Divisoren  von  x  ist,  welche  (7/-)te  Potenzen  sind  und  deren  complementärer 
Divisor  durch  keine  crt«  Potenz  theilbar  ist. 
Es  ist  mm: 

■^=(0-)  -5= (\' »)-"=(") 


=Z'(ife)(i;>^(v'ii: 


V 


Man  iiat  also: 


_  7i!:{r'j)L,,    _ 


wo: 


ist,  aus  welcher  Gleichung  folgt: 

'?:•'   \r.^        log«  1        )         r  ,log« 


(a  =  2). 
Aus  den  eben  entwickelten  Formeln  ergehen  sich  die  Gleichungen: 

69)  hm„  =  ^ =  -^^(7^ 

/       «2,-,  c(a.') 

,.        .rr„i  (271)^"+' ^„L.,.. 

'  ^))  ll"l  "  =  OO =    ...po ,     ix;-/    Nr 

-^  //  Ibl   ylr'j-ir\)C{p)L^ 


...  ,.  ,         .,■  tt. _  2^T(2<7+l)C(r(2.+  l))L,,..^., 

'"^  11'".  =  CO  ;^^  -  ;r'^'r,,C(27+l) 

/         a2,-+l.23+lU") 

''■'  lim.=oo  ^^  -  2-'*-'+"+-I\(^2;-4-l)(2(7+l)V2,?r2cr-f-l^ 


176  Leopold  Gcgenha iier. 

Man  hat  daher  die  arithmetischen  Theoreme : 

Jede  ganze  compiexe  Zahl  von  der  Korui  a  +  hi  hat  im  Mittel: 

primäre  Divisoren,  welche  (5/)te  Potenzen   sind    niul  deren  complementärer  Divisor  durch   iieine  ^te  Potenz 
theilbar  ist,  nnd: 

primäre   Divisoren,   welelie  (c7;-~)te  Potenzen   sind   und   deren  complementärer  Divisor  mindestens   durch   eine 
<jte  Potenz  theilbar  ist. 

Jede  ganze  compiexe  Zald  von  der  Form  a  +  hi  hat  im  IMittel: 


2T(2rrj-J.-l\C(G^L, 


primäre  Divisoren,  welche  {2or\'Q  Potenzen  sind  und  deren  complementärer  Divisor  durch  keine  jte  Potenz 
theilbar  ist,  und : 

{2Ky'-B,M,.,  j i_( 

2r(2r7+n  \      r(7)L,* 

primäre  Divisoren,  welche  (27/-)'*'  Potenzen  sind,   und  deren  complementärer  Divisor  mindestens  durch  eine 
ffte  Potenz  theilbar  ist. 

Jede  ganze  compiexe  Zahl  von  der  Form  a  +  bi  hat  im  Mittel: 

(2;r)^-('-"r(2(7+l)J?„.L^,., 
r(2rG+l)B,L,, 

primäre  Divisoren,  welche  (2iry^  Potenzen  sind  und  deren  complementärer  Divisor  durch  keine  (2ff")te  Potenz 
tlieilbar  ist,  und: 

(2rY^-J3„.L.,,  (         2r(:27+l)  l 
2l\2ar-\-l)    l         i^2,-T)-'/.*,L,,l 

primäre  Divisoren,   welche  (27;)te  Potenzen  sind  und  deren  complementärer  Divisor  durch  mindestens  eine 
(2c7)t''  Potenz  theilbar  ist. 

Jede  ganze  compiexe  Zahl  von  der  Form  a  +  bi  besitzt  im  Mittel: 

2-'+-r(2  7  +  lK0-(27+n')L,,...+  i. 
--+'z,,(:[2o+l) 

primäre  Divisoren,  welche  (;(27 4-1"))'°  Potenzen  sind  und  deren  complementärer  Divisor  durch  keine  (2!7+l)te 
Potenz  theilbar  ist,  und: 

^0-(2.4-l))L,..,.{l-^,,.^J,^^_^^j 

primäre  Divisoren,  welche  (/•(25  +  l))tc  Potenzen  sind   und  deren  complementärer  Divisor  mindestens  durch 
eine  (2<74-l)te  Potenz  theilbar  ist. 

Jede  ganze  compiexe  Zahl  von  der  Form  a  +  bi  besitzl  im  Mittel: 

■,2,,^a+<)r(^2g+l)r,2,.+.)|3.+n-,t((2r+n(27-:-l)) 
2='-(2'+'T((2r+lX2ff  +  l)>.,C(27+l) 


Zur  Tlieorie  der  a/is  den  vierten  Einheitswurzeln  t/efnldeten  eoniplexen  Zahlen.  177 

primäre  Divisoren,   welche  (2r+l')('27+l)te  Potenzen  sind  und   deren  compleinentärer  Divisor  durch  keine 
(2j+l)f"5  Potenz  theilbar  ist  und: 

^'^'•+"'--+"T(2.+i„2.+ii-<C((2r  +  l)(27+l))(  2^-+'r(27+l)    \ 

2(-'-+')^2'+')+'l\(^2r+ 1)1 27+1))  (  ;:-'+' r,,rt  25+ 1)1 

primäre  Divisoren,   welche  (2r+r)(27  +  l)te  Potenzen  sind  und  deren  complementärer  Divisor  mindestens 
durch  eine  (25  +  l)te  Potenz  theilbar  ist. 

Jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a  +  hi  besitzt  im  Mittel: 


60^2 


primäre  Divisoren,    welche  vierte  Potenzen   sind   und  deren   complementärer  Divisor  durch  kein  Quadrat 
theilbar  ist. 

Jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a  +  bi  besitzt  im  Mittel: 

6301.2 

primäre  Divisoren,  welche  sechste  Potenzen  sind   und  deren  complementärer  Divisor  durch  kein  Quadrat 
theilbar  ist. 

Jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a-hbi  besitzt  im  Mittel: 

6300  L^ 

primäre  Divisoren,    welche   achte   Potenzen    sind    und   deren   complementärer  Divisor   durch  kein    Quadrat 
theilbar  ist. 

Jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  u+bi  besitzt  im  Mittel: 

623701,2 

primäre  Divisoren,   welche  zehnte   Potenzen  sind  und  deren   complementärer  Divisor  durch   kein   Quadrat 
theilbar  ist. 

Jede  ganze  complexe  Zahl  von  der  Form  a  +  bi  besitzt  im  Mittel: 

G91-"L,g 
425675250  L^ 

primäre  Divisoren,    welclie  zwölfte  Potenzen   sind  und  deren   complemenfärer  Divisor  durch  kein   Quadrat 
theilbar  ist. 

Setzt  man  ferner: 

74)  2^K'^n,.(v/f)  =  a,.(.r) 

so  ist  offenbar: 

wenn: 

x=  Q.R'- 

nnd  R''  die  grösste  in  x  aufgehende  ?-te  Potenz  ist. 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Gl.  L.  Bd. 


178  Leopold  Gcf/enbdKci: 

Es  ist  also: 

ar{x)  =  0 

weun  X  clurch  eine  auclere,  als  eine  erste,  rte  oder  (r+l)tc  Potenz  einer  Primzahl  tlieilbar  ist,  und: 

a,.(x)  =  (-1)- 

in  allen  anderen  Fällen,   wenn  t  die  Anzahl  jener  Primzahlen  ist,    welche  in  x  in  der  ersten  oder  /-ten  Potenz 
auftreten. 

Aus  der  Relation  74)  folgt : 

Z-i    N(x)''Z-j  N(xY'~^    N{x)^ 
und  daher  ist: 

-^  ^    N(xy  "  C(s)t(rs)L,L,, 

y      y.{x)   _  V     Prix)     Y        1 

^  mx)"~^  Nix)'' /->  N(xy 

j.-  =  (oo)      ^    ■'  x  =  (oo)       ^    ^    ^-  =  (00)       ^    ^ 

aus  welcher  Formel  sich  folgende  Relationen  ergeben: 


76)  J'ff,(ci)=0 

wenn  o;  keine  yte  Potenz  isl,  und: 

77)  );a.(rf)  =  f^(V^^) 


y  „  ^^7^  _ 

d 


wenn  .r  eine  rte  Potenz  ist. 
Man  hat  daher: 


y?i/^ 


x  =  (00)  ^    ^  .c,  ;;  =  («)  ^    -^^ 


also  nach  75")  und  76) : 


78)  Z^(iV^)''^^^=Z'^^^'> 

^='"^  ^  =  (;/„-) 

Es  ist  ferner: 

Zj    A\uO^  Zj    i\r(a;)»  ■  ^     Wa;)-- 

x  =  (oo)        ^    '^  x  =  (0O)        ^    ^    x  =  (oo1 

und  daher: 

79)  y^(7,(rf;)=:f.(x). 

Es  ist  auch: 


Zur  Theorie  der  aus  den  vierten  Einheitswurzeln  gebildeten  conqjlexen  Zahlen.  179 

x=(0O)        ^    ^        x=(0O)       ^    '  ^  =  (oo)       ^    ^        x  =  (oo)        ^    ^ 

Z-i  N(xy 

a:=(oo)         "•    ^        a:  =  (oo)        ^    ^  x=(oO)        ^    -^  a;  =  (00)        ^    -^ 

a^(x) 


und  demnach: 


^  mxV 

x  =  (oo)        ^ 

80)  Z>v(4.)a.(Y/j)  =  a„.f:.) 

81)  _^X,(rf)a,.Q  =  ff,(a;). 


Man  hat  weiteis: 


Z  =  (CX3)  ^  2={00)  I=(00  jr=(00)  z  =  (00) 


oder: 


V  jM:!  V   p-i^)  _  V  f:M  y  _ 

/      .  T>r,        ■.  .        •       /       .  -KT,       \,...      /      .  -\T/       \„     ■       /    .  AT 


1 


/_!    iVia;)"   ■  ^    iV(x)="-»        ^-J    iY(x)"  '  ^-'    Nix)' 

x  =  (00)  ^     -        x=  (OO)  '     '  X=(00)  ^     '        x=(00)  ^ 

V    F-(x-)    V  /^^-(^)  _  V    gr(/)     y      1 

Z    iV(a;)"  "^    Nix)"  ~  ^    NixY' '  •^    N(x)' 

x=(0O)  x=  (OO)  ■     '  i=  (OO)  ■  a:=  (OO) 


und  daher: 


wo: 


ist,  wenn: 


und  i?"'  die  grösste  (try)!'-  Potenz  ist,  welche  in  x  ohne  Eest  enthalten  ist. 
Es  ist  daher: 

wenn  .c  durch  eine  Potenz  einer  Primzahl  tlieilbar  ist,  deren  Exponent  nach  dem  Modul  ar  einer  von  den  Zahlen 
0,  1,  2.  .  .,  ff — 1  verschiedenen  Zahl  congruent  oder  grösser  als  2nr — 1  ist,  und: 

y,,,(a;)  =  (—1)-' 
in  den  übrigen  Fällen,  wenn  r,  die  Aii/.ahl  jener  Primzahlen  ist,  welche  in  .r  in  der  (a/i^cii  Potenz  yorkunnuen. 


180  Leojjold  Geycnhauer. 

Es  ist  nun: 

^=(v/n)  *  =  (C''>t). -''  =  (") 


=  2^(^)&-(\/| 


oder  nach  83) : 


Aus  dieser  Relation  folgt: 


oder: 


i  =  (7l) 


wo: 


__^       y  <^r(a;)        /-    y    ^x^,.(^) 

"  "        4        Lj  N(xY      ^       Zj  ^ 

ist,  aus  welcher  Gleichung  folgt: 

,,     I      TzCMn"  f^.  .      loa;»       ^,  1      \     ,/<7\  ,-       /-  /       «n 

^  V«— 1/         ^"^      T 

Es  ist  also: 

85)  lim  '  =  ""  -  " 


^H  =  00 


4C(<7)(r(r<j)iv,L„ 


86) 


«  ^2(2r)='t'-+"-'K5,,L2,iv2,, 


2j  X',='-(,-^') 
87)  lim 


,„)  rf2m+i) 


>/;:=00 


«  4(2;r)=— 'J5,,C(ff)-Cai2,., 

2_^  X2.+i,2,.+i(a;) 


88)  lim„  =  ,     —"' 


'  n  =  (  OO  I 


--■^'''+""-+'>-*r2„Tp.+.,(2r+i)-iC(2a+l)Ca2r  +  l)(2a+l)) 


Rclireibt  man  in  der  Gleichung  2.S)  für  /r.  --r- — und  summirt  sodann  bezüglich  y  über  alle  Zalilen  des 
Complexes  (\/m),  so  erhält  man: 


Zur  Thi-urie  dir  auH  den  vlertni  K/nJicl/sirurzcln  (jchüdeien  complexen  Zahlen.  181 


z.^'(iv(^-)=     2       KäW?)''^-^"^ 


oder  nach  611: 
89) 


_     V 


/ 


£ 


=  Z ;  (i^))(Z^^(\/j) 

a:=(jl)  ^     '^  d, 

welche  Gleichung  wegen  der  llolation  67)  auch  in  folgender  Form  geschrieben  werden  kann: 

90)  2    ^'(¥Sv")=    Z«--^^)- 

Schreibt  man  aber  in  der  Gleichung  2ö)  tür  /•:  er  und  für  ii:  ,  summirt  sodann  bezüglieli  y  über  alle 

Individuen  des  Complexes  {\/n),  so  ergibt  sich  die  Formel: 


welche  Relation  nncli  den  obigen  Eiilwicklungen  in  die  folgende  übergeht: 

91)  S^Ki4y-)  =  Z<-(^-)- 

Für  £7  =  1  verwandeln  sich  die  Gleichungen  9U)  und  91 )  in : 

92)  ^0^(^)=.^(.). 

Diese  Gleichung  liefert  folgendes  Theorem : 

Dividirl   man  die  Zahl  h   durch   die  Normen    aller  dem  Complexe  in)  augeliörigen  ;ten  Potenzen  und 
bestimmt  für  jeden  Theilbereich  des  (!omplexes  (/(),  der  irgend  einem  der  so  erhaltenen  Quotienten  entspricht, 


182  Leopold  (rcgenbauer. 

die  Anzahl  der  durch  keine  rte  Potenz  theilbaren  Zahlen,  so  ist  die  Summe  dieser  Anzahlen  gleich  der  Anzahl 
der  Individuen  des  Coniplexes  ('«). 

Aus  der  Gleichung  92 j  folgt  die  Relation: 

-.."=(x/„)  •■'  =  i\/n) 

oder : 


=  ('!) 


welche  Gleichung  solort  in  die  folgende  übergeht: 

93)  ^  <  ,  .(X)  =  V  ri;.  (")  .', ,.,  ,(.r). 


Es  ist  ferner; 


oder: 


oder  schliesslich : 


^^'(ife))(Z'^-('^'-))  =  i 


rf. 


94)  LHmy^^^')='- 

Diese  Gleichung  liefert  die  Theoreme: 

Dividiit  man  die  Zahl  )i  durch  die  Normen  jener  Zahlen  des  Complexes  (u),  welche  nur  aus  (/.■/■)ten  und 
(A-r+l)tcn  Potenzen  von  Prinizalilen  zusammengesetzt  sind,  und  bestimmt  für  jeden  Theilbereich  des  Complexes 
(m),  welcher  irgend  einem  der  so  entstehenden  Quotienten  entspricht,  die  Anzahl  der  durch  keine  rfe  Potenz 
theilbaren  Zahlen,  so  ist  die  .Summe  derjenigen  Anzahlen,  welche  einem  aus  einer  geraden  Anzahl  von  (/i:/-+l)teu 
und  einer  beliebigen  Anzahl  von  (A-/)t''»  Potenzen  von  Primzalileii  zusammengesetzten  Divisor  entsprecheu,  um 
1  grösser  als  die  Summe  der  übrigen  Anzahlen. 

Dividirt  man  die  Zahl  n  durch  die  Normen  aller  dem  Complexe  («)  angehörigen  Zahlen  und  bestimmt  für 
jeden  Theilbereich  des  Complexes  (y/),  der  einem  auf  diese  Weise  entstehenden  Quotienten  entspricht,  die 
Anzahl  der  durch  kein  Quadrat  theilbaren  Zahlen,  so  ist  die  Summe  derjenigen  Anzahlen,  welche  einem  aus 
einer  geraden  Anzahl  von  Primzahlen  zusammengesetzten  Divisor  entsprechen,  um  1  grösser  als  die  Summe 
der  übrigen. 

Schreibt  mau  in  der  Gleichung  65)  für  ;•  :  or  und  für  ;/  :  -- — :- ,  mnltipliclrt  sodann  mit  /J.,(y)  und 
summirt  bezüglich  i/  über  den  ganzen  Complex  ( v  «),  so  entsteht  die  Relation: 

Z  ^"  {-w(^)^'-^'''  =  Z;f  (j^'-^^^^(^^ 


=  ZHMZ'*''-'>'<^ß 


Zur  Theorie  der  ai(><  den  vicrtoi  Einheifswnrzchi  f/childefcn  complexen  Zahlen.  183 

Nun  ist  aber: 


Zj  N{xy' ^  NixY"    Zj  N[.i-)'' l^  ^\.^■v' 


1=  (OO)  '   x=  (oo) 


und  daher: 


_  y    ^■^-'•''•) 

..=  (oo)       ^    ^ 


Es  ist  also: 


Für  u  rr  1  verwandelt  sich  diese  Furniel  iu: 
97)  y  Q\^^  Vr{x)^%\{n\ 

Man  hat  daher  den  arithmetischen  Satz : 

Dividirt  man  die  Zahl  n  durch  die  Normen  aller  durch  keine  /te  Potenz  theilbaren  Zahlen  des  Com- 
plexes  («")  und  bestimmt  für  Jeden  Theilbereieh  von  («,),  der  irgend  einem  der  so  erhaltenen  Quotienten  ent- 
spricht, die  Anzahl  der  in  demselben  befindlichen  ;ten  Potenzen,  so  ist  die  Summe  dieser  Anzahlen  gleich  der 
Anzahl  der  Individuen  des  Complexes  («). 

Man  hat  ferner: 


S^dfe)!!  «"')■«  (vi)} 


Es  ist  aber: 


x=(00)         ^     '    .<:=(00)        ^     ^  a.-  =  (00)         ^     ■' 


und  daher: 


98)  Vx,.(./>),x(y/|-)  =  K4 


Die  letzte  Gleichung  verwandelt  sich  daher  in  die  folgende : 


■'o 


Diese  Gleicbung  liefert  den  Satz: 

Dividirt  man  die  Zaid  n,  durch  die  Normen  jener  dem  Complexe  («")  angehörigen  rtc"  Potenzen,  welche 
durch  keine  (2r)te  Potenz  theilbar  sind,  und  bestimmt  für  jeden  Theilbereicii  von  (»,),  welcher  irgend  einem 
der  so  entstehenden  Quotienten  entspricht,  die  Anzahl  der  in  demselben  befindliclien  r'eo  Potenzen,  so  über- 
trifft die  Summe  derjenigen  Anzahlen,  welche  einem  Nenner  entsprechen,  dessen  Basis  aus  einer  geraden 
Anzahl  von  verschiedenen  Primzahlen  zusaniniengesetzt  ist,  die  Summe  der  übrigen  um  1. 


184  Leopold   Gecjenhauer.    Zur  Theorie  der  aus  den  vierten  Einheitswurzehi  etc. 

Icli  will  bei  dieser  Gelegenheit  mittheilen ,  dass  die  nenn  Gedächtnissverse  des  Codex  von  Chartres, 
welche  sich  auf  die  von  Eadnlph  von  Laon  erwähnten,  auf  dem  Abacus  zwischen  dem  ersten  und  zweiten 
Ruche  der  Geometrie  des  Boethius,  bei  Gerlandus  von  Besannen  u.  A.  vorkommenden  räthsclhaften  zehn 
Wörter  „Igiu",  „Andras",  „Ormis"  u.  s.f.  beziehen,  (Chasles,  Apergu  historique,  p.  473;  Cantor,  Geschichte 
der  Mathematik,  p.  765)  auch  in  dem  mit  der  .Signatur  Vat.  Univ.  5327  versehenen  Pergamentcodex  der  vaticani- 
schen  Bibliotiick  mit  geringen  Modificationen  enthalten  sind  —  so  findet  sich  z.  B.  daselbst  das  im  Codex  von 
Chartres  fehlende  dritte  Wort  des  ersten  Verses  „sibi".  Im  zuletzt  erwähnten  Codex  kommt  aber  überdies 
noch  der  im  Codex  von  Chartres  fehlende  zehnte  auf  das  Wort  „Celentis"  bezügliche  Vers  vor;  derselbe  lautet: 

„Terque  notat  trinum  celentis  nomine  rithmum." 

An  die  zehn  Gedächtnissverse  schliesst  sich  der  schon  von  Treutlein  im  zehnten  Bande  des  Biilletino 
Boncompagni  veröffentlichte  Abacus  des  Gerlandus  Vesontinus  („Nonnullis  arbitrantibus  etc.")  an;  der 
genannte  Codex  enthält  also  ein  in  dem  vom  Fürsten  Boncampagni  publicirtcn  Verzeichnisse  der  Hand- 
schriften dieses  Abacus  nicht  angeführtes  Exemplar. 


185 


ÜBER  DIE 


AUFLUSUNG  DES  KEPLER'SCHEN  PROBT.EMS. 


VON 


Pkok.    TH.   V.  OPPOLZER, 

WIKKI.irHFM    MITOr.lFDF    HER    KAISKHUCIIEN   AKA[>EMIE   TIER   WISSENSPHAFTEN. 


V i> it r.  E r. E i; T  in  u e ii  s i t z ü n c  am  7.  M  A  I  ISSS. 


-Uas  in  der  Rewegung  der  Himmelskörper  so  wichtige  K  e  p  1  e  r 'sehe  Proljlem  hat  bereits  zahlreiche  Lösungen 
erfahren;  die  diesbezügliche  Literatur  ist  zu  einem  solchen  Umfange  angewachsen,  dass  es  schwierig  wird, 
von  einer  Lösung  zu  behaupten,  dieselbe  sei  völlig  neu.  Gleichwohl  halte  ich  die  in  den  folgenden  Zeilen 
gegebene  Lösung  für  neu;  ist  sie  bekannt,  so  ist  sie  jedenfalls  einer  unverdienten  Vergessenheit  anheim- 
gefallen. 

Die  fjösung  der  transcendenteu  Gleichung 

j¥z=  E — esin  E 

in  Bezug  auf  E  bildet  den  Ausgangspunkt  der  diesbezüglichen  Untersuchungen.  Man  kann  dieselbe  leiclit  in 

die  Form 

„     , ,,  e  sin  M  c  sin  M 

tg(^-iv/)  =  -^^_j^ -=x-.cosM  n 

überführen,  in  welchem  Ausdrucke  der  Kürze  halber  l  =  -. r; rr-  gesetzt  wurde,   a  wird  sicli  in  Bezug 

auf  die  Excentricität  nur  um  eine  Grösse  zweiter  Ordnung  von  der  Einheit  unterscheiden;  hat  man  nun  eine 
Tafel,  die  mit  dem  Argumente  tg(£ — M)  sofort  den  Werth  von  Ä  ergibt,  oder  was  mir  bequemer  erscheint, 
mit  dem  Argumente  logtg^i/" — M)  den  Werth  logÄ,  so  wird  sich  der  auf  die  Gleichung  1)  gegründete  Rech- 
nungsmechauismus,   wie  folgt,   gestalten: 

Man  entlehnt  mit  dem  Argumente  log  e  sin  ili  aus  der  unten  folgenden  Tafel  einen  Näherungswerth  von 
log  X,  berechnet  mit  Hilfe  desselben  nach  der  Formel  1)  den  Werth  log  ig{E — M),  der  jedoch  von  dein  wahren 
Werthe,  weil  X  nicht  völlig  richtig  angenommen  wurde,  etwas  abweichen,  aber  demselben  jedenfalls  schon 
nahe  liegen  wird.  Mit  dem  so  erhaltenen  Nälierungswerthe  von  log  tg(ß— 1/)  nimmt  man  aus  der  unten  iol- 
geuden  Tafel  einen  verbesserten  Werth  von  logX  und  gelangt  damit  zu  einem  neuen  Werthe  von  log  tg(/i' — M), 
der  der  Wahrheit  näher  liegen  wird  als  der  früher  erhaltene;  indem  man  die  Rechnung  diesen  Vorschriften 
gemäss  so  lange  wiederholt,  bis  keine  Änderung  in  den  Zahlen  selbst  hervortritt,  ist  der  wahre  Werth  von 

DeükäcLi'ifleu  tler  m.illiem.-iuifui\v.  tli.   L.  Bil.  24 


18G  Th.  V.  Oppolzer. 

log  \g(E—M)  ermittelt,  somit  auch  E  bekauiit,  da  der  Unterschied  der  excentrischen  Anomalie  von  der  vor- 
gelegten mittleren  Anomalie  ermittelt  ist.  Zunächst  wird  man  bemerken,  dass  Ä  für  positive  wie  fUr  negative 
Wertlie  von  (E--M)  denselben  Wertli  erhält,  ferner,  dass  das  beschriebene  Verfahren  den  Vortheil  hat,  dass 
man  innerhalb  der  Näherungen  niemals  von  den  trigonometrischen  Tafeln  Gebrauch  zu  machen  genöthigt  ist; 
für  kleine  Excentricitäten  wird  das  Verfahren  sehr  rasch  convergiren,  minder  für  grössere  Werthe  von  e.  Das 
eben  angegebene  Verfahren  liisst  sich  jedoch  so  abkürzen,  dass  auch  für  sehr  bedeutende  Excentricitäten  eine 
mehrfache  Wiederholung  der  Näherungen  umgangen  werden  kann.  Es  sei  /„  der  Werth,  welcher  einer  Annä- 
herung '/.u  Grunde  gelegt  ist;  man  erhält  also  nach  1) 

,„     ,,  «sinM  „, 

in  welchem  Ausdrucke  ,r  die  Abweichung  des  wahren  Werthes  von  (E—iM)  gegen  den  thatsächlich  gefundenen 
darstellt.  Ist  letztere  als  klein  zu  betrachten,  so  dass  man  mit  Berücksichtigung  der  ersten  Potenzen  dieses 
Fehlers  eine  hinreichende  Annäherung  erhält,  so  wird,  wenn  man  der  Kürze  halber  für  {E — M)  den  Buch- 
staben a  einführt,  aus  der  obigen  Gleichung  2)  folgen: 

X  e  sin  M  tg  a 


..^^ i JL^l 

'^^"^cos«*  a  ,,      /.., — (' COS  jV/  )  "      sin « I 

a— eCOSi¥        "  ^  ' 


ttla  — 


sm  <x 
oder,  mit  Rücksicht  auf  1): 


sm  a  COS  a    .  «    ,  „^ 


\, — e  COS  M  \  "      sin  a ) 
Nun  ist  aber,  wenn  man  aus  der  unten  folgenden  Tafel  mit  dem  Argumente  logtg(i!; — M+.r)  den  Werth 

von = — ,^  '   ..  =- '-^-=^A,  entlehnt,  mit  derselben  Annäherung  wie  früher: 

8m  (E — M+x)       sin(a+d^')  ' 

l   =  U„— A,)  +  Ä.  =  /.o  — ^+  -. 1-  -1^--  {1— «  cotg  «}  , 

0         \  u        i,        i  0        •       siu  a        Sin  a   ' 


daher: 

cc 


—  (\,  — ^)  +  -. [1— a  COtgaJ. 


"      sm  a        ^  '        sm  a 

Führt  man  diesen  Werth  in  3)  ein  und  bestimmt  hieraus  x,  so  wird: 

,  ^    sin  a  cos  « 


1„ — e  COS  M  .s 


Setzt  mau  also  abkürzend : 
80  wird: 


.  cos  a        . .  ^       . 

1+  : rr(l— «  cotga) 

A„ — e  cos  M^ 


f=.  cos  a  ( 1 — a  cotg  «), 


«  .        .       ,  ^     \, — e  cos  M  ,,, 

\  =  ,iu7  =  ^  -(A  -^ü)  — 7 — ,  ^) 

A„ — e  cos  M 

wodurch  der  für  die  nächste  Wiederholung  der  Rechnung  uothwendige  Werth  erhalten  wird.  Es  ist  klar,  dass 
die  Formel  6j  unverändert  auch  iür  das  logarithmische  Incremeut  gilt,  also  auch  geschrieben  werden  kann: 

/ 
l„ — e  cos  M  „. 


log  ^2  =log  X,— (log  X,— log  \)  — 2 

1+  . ^ 


\ — e  cos  M 


über  die  Jiiflüsiing  des  Kepler' sehen  Prohlems.  187 

Entwickelt  man/ nach  Potenzen  von  a,  so  erhält  mau  leicht: 

a''  cos  a    1-  1      ,        2       ,.         1        „  2        „  1 


f='-^\^-^ 


■a- 


3         I        15  315  1575  31185  ( 

Da  a  von  der  Ordnung  der  Excentricität  ist,  so  ist/ eine  Grösse  zweiter  Ordnung  der  Excentricität;  daher 
wird  für  den  in  7)  auftretenden  Factor  meist  einfach  genommen  werden  dlirfen: 

/ 
X, — e  cos  M  ' 

indem  man  den  zugehörigen  Nenner  der  Einheit  gleich  setzt.  Die  unten  folgende  Tafel  gibt  mit  dem  Argu- 
mente log(d=tg(£' — M))  in  den  ersten  Columnen  den  Werth  log),  z=  log-: — =, — -rj-.    Sie  ist  theilweise  von 

sin  ( lii — M) 

mir,  theilweise  von  den  Herren  F.  K.  Ginzcl  und  Dr.  Eduard  Mahlcr  zchnstellig  berechnet  worden,  für  die 
kleineren  Werthe  von  tg(E — M)  nach  der  Form: 

(1  ,       19   ,      .       443  .      „        707;i 


logX  =  Mod.  {-tga^-_tg«^+ ^^tg.-- j^3^tg««+ .  .  . 


für  die  grösseren  Werthe,  bei  welchen  die  vorstehende  Reihe  keine  ausreichende  Convergenz  abgab,  nach 
der  Form: 

log  /  =  Mod.  1^  Ä^+  -47>  ='•*+  TT^  ='•'+  irir.  «'+        ^  '"  ' 


(6    ■        ISO  ■        2S;35  "        37800  467775  \' 

Die  Tafel  selbst  ist  auf  7  Stellen  abgekürzt  hier  mitgetheilt;  die  letzten  Stellen  werden  den  ergriffenen 
Massnahmen  zufolge  selten  um  eine  halbe  Kinheit  fehlerhaft  sein;  um  eine  hinreichend  bequeme  Interpolation 
zu  ermöglichen,  wurden  die  AVerthe  von  log/  dort,  wo  es  nöthig  war,  für  joden  lOOOO.  Theil  des  Argumentes 
angesetzt.  Neben  jedem  Werthe  von  log/  findet  man  den  Logarithmus  des  Factors  y,  der  bestimmt  ist  nacb : 

^-tg«-^' 

Die  Zusammenstellung  der  für  die  Rechnung  nöthigen  Vorschriften  ist  somit  folgende:  Jlan  berechnet 
mittelst  der  gegebenen  Werthe  von  M  und  c  die  Werthe : 

log  e  sin  M    und     log  e  cos  31. 

Mit  dem  Argumente  log e sin J/ nimmt  man  aus  der  Tafel  den  Näherungswerth  log/,,  und  berechnet: 

.      „     ,r  esiniW  e  sin  1/ 

X„ — e  cos  M  N  ' 

Darauf  entlehnt  man  mit  dem  Argumente  logtgi-B — 3/+.')  aus  der  Tafel  den  Werth  log/,  und  schreibt 
hiebei  den  zugehörigen  Werth  von  log  </  heraus.  Dann  ist : 

log  \  =  log/,— (log/,— logXj  — ^L_.  9) 

A 

Meist  wird  man  1+  -^  der  Einheit  gleich  setzen  dürfen.  Der  AVerth  \(iu  log /^  wird  als  /„  in  die  Formel 
A 

8)  eingesetzt  und  die  Rechnung  wieder  durchgeführt  und  so  lange  wiederholt,  bis  in  den  Zahlen  keine  Ände- 
rung mehr  auftritt;  eine  mehrfache  Wiederholung  der  Rechnung  aber  wird  meist  nicht  nöthig  sein,  wie  dies 
die  folgenden  Beispiele  zeigen. 

Es  sei: 

M=z  332°  28' 54"  77,     log  e  =  9-389  7262; 
daher: 

log  sin.¥=:9„ 664 6693,     log  cos iV=  9 -947  8574,     log  e  sin. l/=:9„054  3955,     h.gßcos7V/=  9-337  5836. 

•24  • 


188 


Th.  V.  Ojjpolzer. 


Mit  dem  Argumente  9  0544  wird  aus  der  Tafel  der  Wertli  von  log  X,,  gefunden  und  erhalten: 

I.  Versuch. 


log  ^  =  0-000  9224 

log^  =  9-513 

Subtr:  =0-106  2941 

2  log 

ig{E—M+x)  =  8-320 

log  i\r=  9-894  6283 

log/ =7-833 

log  {ts{E—M+x)\  =  9„  159  7672 

log(/:i\h  =  7-938 

also:  logÄ,^0- 001  4910 

log  D  =  3  •  755 

D  =  logX,— logÄ„=        +5686 

8  log  \  =        49 

Bei  der  Kleinheit  der  Excentricität  genügte  es  völlig,  von  den  oben  angegebenen  Vereinfachungen  Gebrauch 
zu  maclicn,  nämlich  (1  +/) :  N  der  Einheit  gleich  zu  setzen-,  es  wird  also: 

log  Ä^,  =  0  •  001  4861  log  iV^  =  9  -  895  3482 

Subtr :  =  0  - 106  1379  log  tg{E—M)  =  9„  159  0473 

Da  der  Werth  von  log  X,  der  sich  auf  der  Tafel  zu  dem  eben  gefundenen  Werthe  von  logtg(/(,' — M)  findet, 
0- 001 4861  ist,  also  mit  dem  Anfangswerthe  übereinstimmt,  so  erscheint  somit  die  Kechnung  der  Versuche 
beendet,  und  es  hat  in  der  That  schon  der  erste  Versuch  den  wahren  Werth  von  log  Ä,,  ergeben. 

Es  findet  sich  also  schliesslich  E—M^—H°  12'  25"  27  und  somit  E  =  224°  16'  29"  50. 

Um  das  vorstehende  Verfahren  bei  einem  extremen  Werthe  für  die  Excentricität  zu  erläutern,  will  ich  ein 
Beispiel  dem  Faye 'sehen  Cometen  entlehnen.  Es  sei: 

M=  34°  19'  36"  14,     log  e  =  9-  744  2503, 
daher: 

log  siniV/  =  9-751  2106,     log  cos JV/=  9 -916  8936,     log  e  sin il/=  9-495  4609,     log  p  cos il/=  9-661  1439. 

Im  ersten  Versuche  wurde  log  X„  mit  dem  Argumente  log  e  sin  M  der  Tafel  entlehnt,  und  bei  den  Differen- 
lialformeln  die  strengen  Ausdrucke  benutzt;  um  nicht  zu  viel  Raum  in  Anspruch  zu  nehmen,  ist  die  Rechnung 
für  die  einzelnen  Versuche  neben  einander  gestellt. 


Versuch  I. 

Versuch  II. 

Vei-such  III. 

log  ^« 

0^^6  6785 

o" 

-017  60.55 

0^1 7  6954 

Subtr. : 

0-260  6651 

0 

251  8794 

0-2518087 

logA^ 

9-746  0134 

<l 

765  7261 

9-765  8867 

log  tglA'— .!/+.»■) 

9-749  4475 

i) 

•  729  7.348 

9-729  5742 

log  X, 

0-0191225 

0 

-017  7066 

0-017  6955 

D 

+  12  4440 

+    1011 

+  1. 

logi/ 

9-390 

9-401 

logtg(^-Jl/+.r) 

9  -  499 

9-459 

log/ 

8  -  889 

8  •  860 

\os  (f:N) 

9-143 

9-094 

log(l+/:iV) 

0-057 

0-051 

logF 

9-086 

9-043 

logX» 

5-095 

3-005 

8  log  /, 

—15170 

—112 

Wie  man  sieht,  hat  der  zweite  Versuch  den  wahren  Werth  von  log  Ä„  ergeben,  denn  der  Beginn  des  dritten 
Versuches  zeigt,  dass  der  Werth  log  X^  mit  log  X,  innerhalb  der  Unsicherheit  einer  siebenstelligen  Rechnung 
übereinstimmt;  führt  man  nun  mit  dem  Werthe  log  X„  =  0-017  6955  die  Rechnung  zu  Ende,  so  eriiält  man: 

log  Subtr.       0-2518086 

log  N      9  -  765  8869 

log  tg iE—M)       9  •  729  5740 

E—M      28°  12' 49"  66 
E      6-2    32  25-80. 


über  die  Aii/Tösiukj  dc)^  Kcplcr'ncfirii  rroh/itns. 


log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

1 

±tg 

E—M 

Diff.  log</ 

±tg 

,E-M) 

1 

E-M 

Diff. 

logr/ 

+tg 

{E-M, 

E-M 

Diir. 

log!/ 

±tg 
E-M) 

E^M       Diff. 

'og  ;/ 

sin  iß—M) 

sin  (E—M) 

sinfA'— .l/) 

sin  [E—M) 

\ 
6-00 
01  1 

0 ■ 000  oooo 
oooo 

0 

9'523 

523 

6 '50 

51 

O'OOO  oooo 
oooo 

0 

9-523 
523 

7 '00 

Ol 

o'ooo  0001 
0001 

0 
0 

° 

0 

9-523 
523 

7-50 
51  , 

1 

1 

O'OOO  0007 

0008  +' 

9-523 
523 

02 

03 

oooo 
oooo 

0 

0 
0 
0 

523 
523 

52 

53 

oooo 
oooo 

0 

0 
0 
0 

523 
523 

02 
03 

0001 
0001 

523 
523 

52 
53 

0008 
0008 

0 
+  I 

523 
523 

04 

oooo 

523 

54 

oooo' 

523 

04 

0001 

0 

523 

54 

0009 

0 

523 

6 -05 

O'OOO  oooo 

9-523 

0'S5 

O'OOO  oooo 

9-523 

7-05 

O'OOO  0001 

0 

° 

0 

Q 

9-523 

7-55 

O'OOO  0009 

+  1 

0 

9-523 

06 

oooo 

0 

523 

5Ö 

oooo 

0 

0 
0 
0 
0 

523 

06 

0001 

523 

S^ 

0010 

523 

07 

oooo 

0 

523 

57 

oooo 

523 

07 

0001 

523 

57 

0010 

0 

523 

08 

oooo 

0 

0 
0 

523 

58 

oooo 

523 

08 

0001 

523 

5S 

0010 

+  I 

523 

09 

oooo 

523 

59 

oooo 

523 

09 

0001 

0 

523 

59 

00 II 

0 

523 

6'  10 
1 1 
12 
13 
>4 

O'OOO  oooo 
oooo 
oooo 
oooo 
oooo 

0 
0 
0 
0 
0 

9-523 
523 
523 
523 
523 

6- 60 
Ol 

62 

<J3 
64 

O'OOO  oooo 
oooo 
oooo 
oooo 
oooo 

0 

0 
0 
0 
0 

9-523 
523 
523 
523 
523 

7'io 
1 1 
12 
'3 

14 

O'OOO  0001 
0001 
0001 
0001 
0001 

0 
0 
0 
0 
0 

9-523 
523 
523 
523 
523 

7 '60 
61 
62 
63 
64 

O'OOO  001 I 
0012 

0013 
0013 
0014 

+  1 
+  1 

0 

+  1 
0 

9-523 
523 
523 
523 
523 

6-15 
16 

17 
18 

19 

O'OOO  oooo 
oooo 
oooo 
oooo 
oooo 

0 
0 
0 

0 

0 

9  523 

523 
523 
523 
523 

6'6s 
66 
67 
68 

6y 

0.000  oooo 
oooo 
oooo 
oooo 
oooo 

0 
0 
0 
0 
0 

9-523 

523 
523 
523 
523 

7-15 
16 

17 
18 

19 

O'OOO  0001 
0002 
0002 
0002 
0002 

+  1 

0 

0 
0 
0 

9-523 

523 
523 
523 
523 

7-65 
66 
67 
68 
69 

O'OOO  0014 

0015 

ooiO 
0017 

0017 

+  1 
+  1 
+  1 

0 

+  1 

9523 

523 
523 
523 
523 

6 -20 

O'OOO  oooo 

9-523 

6 '70 

0 ■ 000  oooo 

0 
0 
0 

9-523 

7 '20 

O'OOO  0002 

0 

9-523 

7-70 

oooo  0018 

+  1 
+  1 
+  1 

9-523 

21 
22 

oooo 
oooo 

0 

0 

0 

523 
523 

71 
72 

oooo 
oooo 

523 
523 

22 

0002 
0002 

0 
0 

523 
523 

71 
72 

0019 
0020 

523 
523 

23 

oooo 

0 
0 

523 

73 

oooo 

0 
0 

523 

23 

0002 

0 

523 

73 

0021 

+ 1 

523 

24 

oooo 

523 

74 

oooo 

523 

24 

0002 

0 

523 

74 

0022 

+  1 

523 

6'2S 

O'OOO  oooo 

9-523 

6-75 

0 ■ 000  oooo 

0 

0 

9-523 

7-25 

O'OOO  0002 

Q 

9-523 

7-75 

oooo  0023 

+  1 
+  1 

9-523 

26 

oooo 

0 
0 

523 

70 

oooo 

523 

20 

0002 

+  I 

523 

76 

0024 

523 

27 

oooo 

523 

77 

oooo 

0 
0 
0 

523 

27 

0003 

0 

523 

77 

0025 

+  1 

+  2 

+  1 

523 

28 

oooo 

0 

523 

7^^ 

oooo 

523 

28 

0003 

0 
0 

523 

78 

0026 

523 

29 

oooo 

0 

0 

523 

79 

oooo 

523 

29 

0003 

523 

79 

0028 

523 

6-30 
31 
32 

O'OOO  oooo 
oooo 
oooo 

0 
0 

9-523 
523 
523 

6'So 
81 

82 

O'OOO  oooo 
oooo 
oooo 

0 
0 
0 

Q 

9-523 
523 
523 

7-30 
31 
32 

O'OOO  0003 

0003 
0003 

0 
0 

0 

9-523 
523 

523 

7 '80 
81 
82 

O'OOO  0029 
0030 
0032 

+  1 

+  2 

+  I 

9-523 
523 
523 

33 

oooo 

0 

0 
0 

523 

83 

oooo 

523 

33 

0003 

0 

523 

S3 

0033 

+  2 

523 

34 

oooo 

523 

84 

oooo 

0 

523 

34 

0003 

+  1 

523 

84 

0035 

+  1 

523 

6-35 

oooo  oooo 

9-523 

6  85 

O'OOO  oooo 

0 
0 

9-523 

7-35 

O'OOO  0004 

0 

9-523 

7-85 

O'OOO  0036 

-f  2 

9-523 

3Ö 

oooo 

0 

0 
0 
0 
0 

523 

86 

oooo 

523 

36 

0004 

0 

523 

8(1 

0038 

+  2 

523 

37 
38 
39 

oooo 
oooo 
oooo 

523 
523 
523 

87 
88 

89 

oooo 
oooo 
oooo 

0 
0 
0 

523 
523 
523 

37 
3S 
39 

0004 
0004 
0004 

0 
0 

+  1 

523 
523 
523 

87 
88 

89 

0040 
0042 

0044 

+  2 
+  2 
+  2 

523 
523 
523 

6-40 
41 

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0 
0 
0 
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523 

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91 

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41 

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0 

9-523 
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7-90 
91 

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+  2 

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523 

42 

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0 

523 

42 

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0 

523 

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523 

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523 

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94 

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0 

523 

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94 

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0 

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+  3 
+  3 
+  3 
+  3 

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0 

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0 
0 

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47 
48 

oooo 
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0 
0 
0 

523 
523 

97 
98 

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0001 

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523 

47 
48 

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523 
523 

97 
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0063 
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523 

49 

oooo 

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99 

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0 

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49 

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0 

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99 

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523 

6-50 

O'OOO  oooo 

9-523 

7 '00 

O'OOO  0001 

9523 

7-50 

O'OOO  0007 

9-523 

8' 00 

O'OOO  0072 

9523 

190 


Th.  V.  Oppolzer. 


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E—M 

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(E-M) 

E-M 

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sin  (E—M) 

sin  {E—M) 

sin  (E—M) 

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9-523 

8  050 

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9-523 

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0  -  000  0 1 1 5 

0 

9-523 

8-150 

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+  1 

+  I 

0 

+  I 
+  1 

9-523 

OOI 

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0 

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523 

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+  1 
0 

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0 

523 

15' 

0145 

523 

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003 

0073 
0073 

0 

+  1 
0 

523 
523 

052 
053 

0092 
0092,^° 

523 
523 

102 
103 

Ol  ib 

Ol  lü 

523 
523 

152 
153 

Ol  40 
0I4Ö 

523 
523 

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523 

054 

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0 

523 

104 

Ol  17 

523 

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523 

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0000  0074 

Q 

9-523 

8-055 

0000  0093 

+  1 

0 

+  1 

0 

9-523 

8-105 

0-000  Ol  17 

+  1 

0 

+  I 

+  I 

9-523 

8-155 

o-ooo  0148 

0 

■f  I 

+  I 

+  I 

0 

9-523 

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007 
008 

0074 
0075 
0075 

+  1 
0 

0 

523 

523 
523 

05Ö 

057 
058 

0094 
0094 
0095 

523 
523 
523 

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107 
108 

Ol  18 
0118 
Ol  19 

523 
523 
523 

150 
157 
■58 

0148 

0149 

0150 

523 
523 
523 

009 

0075 

+  1 

523 

059 

0095 

0 

523 

109 

0120 

0 

523 

•59 

0I5I 

523 

8-OIO 

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012 
013 

o-ooo  0076 
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0070 

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0 
0 

+  1 

0 

9-523 
523 
523 
523 

S-oOo 
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062 
063 

0  000  009s 
0096 
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0097 

+  1 

0 

+  1 

0 

9-523 
523 
523 
523 

8-  1 10 
1 1 1 

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o'ooo  0120 
0121 
0121 
0122 

+  1 
0 

+  I 
0 

9523 
523 
523 

523 

S-160 
ibi 
162 
163 

0  000  Ol s I 
0152 
0153 
0153 

+  1 

+  I 

0 

+  I 
+  1 

9-523 
523 

523 
523 

014 

0077 

+  1 

523 

064 

0097 

+  1 

523 

114 

0122 

-f  I 

523 

164 

0154 

523 

8-015 

0000  0078 

Q 

9-523 

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0-000  0098 

0 

9-523 

8-115 

0000  0123 

0 

9-523 

8-165 

0-000  0155 

0 

+  I 

+  I 

+  I 

0 

9-523 

010 

0078 

0 

+  1 
0 
0 

523 

oüö 

0098 

+  1 

0 

523 

IIÜ 

0123 

+  1 

+  1 

0 

+  I 

523 

166 

0155 

523 

017 

0078 

523 

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0099 

523 

117 

0124 

523 

167 

0156 

523 

018 
019 

0079 
0079 

523 
523 

oü8 
0Ö9 

0099 
0099 

0 

+  1 

523 
523 

118 
119 

0125 
0125 

523 
523 

iö8 
169 

o>57 
0158 

523 
523 

8  020 
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0-000  0079 
0080 

+  1 
Q 

9-523 
523 

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0 ■ 000  0 1 00 
0100 

0 

+  1 

0 

+  1 

0 

9-523 
523 

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121 

0000  0126 
0126 

0 

+  1 

+  I 

0 

+  I 

9-523 
523 

8-170 
171 

o-ooo  0158 

0159 

+  I 
+  1 
+  1 
0 
+  I 

9-523 
523 

022 
023 

024 

0080 
ooSo 
0081 

0 

+  1 

0 

523 
523 
523 

072 

073 

074 

OIOI 
OIOI 

0102 

523 
523 
523 

122 

123 
124 

0127 
0128 
0128 

523 

523 
523 

172 
173 

174 

oibo 
oibi 
0161 

523 
523 
523 

8-025 

0-000  0081 

+  1 
0 
0 

-f  I 
0 

9-523 

8075 

0-000  0102 

+  1 

0 

+  1 

0 

9  523 

8-I2S 

0-000  0129 

0 

9-523 

8-<75 

o-ooo  0162 

+  I 
4-  I 
0 
+  I 
4-1 

9-523 

02Ü 
027 
028 

0082 
0082 
0082 

523 
523 
523 

07Ö 
077 
078 

0103 
0103 
0104 

523 
523 
523 

I2Ü 

127 
128 

0129 
0130 
0130 

+  I 

0 

4- 1 

523 
523 
523 

176 
177 
178 

oib3 
oib4 
0164 

523 
523 
523 

029 

0083 

523 

079 

0104 

+  1 

523 

129 

0131 

+  ' 

523 

179 

0165 

523 

8  030 

031 
032 

033 
034 

0.000  0083 
0083 
0084 
0084 
0085 

0 

+  1 

0 

+  1 

0 

9-523 
523 
523 

523 
523 

8-oSo 
081 
082 
0S3 
084 

0-000  0105 
0105 

OIOÜ 

0106 
0107 

0 

+  1 

0 

+  1 
0 

9-523 
523 
523 
523 
523 

8-130 
131 
J32 
133 
134 

0-000  0132 
0132 
o'33 
0134 
0134 

0 

+  I 

+  I 

0 

+  I 

9-523 
523 
523 
523 
523 

8-180 
181 
182 
1S3 
184 

0-000  01 6b 
oib7 
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0168 
oib9 

+  I 

0 

+  I 

+  1 

+  I 

9-523 
523 
523 
523 
523 

8-035 

0-000  0085 

0 

+  1 
0 

+  1 

0 

9-523 

8-085 

Q-OOO  0107 

+  1 

0 

+  I 
0 

+ 1 

9-523 

8-135 

0-000  0135 

Q 

9-523 

8-185 

0000  0170 

Q 

9-523 

036 

037 
038 

039 

0085 

0086 
0086 
0087 

523 
523 

523 
523 

080 
087 
088 
089 

0108 

oioS 
0109 
0109 

523 
523 
523 
523 

I3Ö 
137 
138 
139 

0135 
0136 

0137 
0137 

4-1 

+  1 

0 

+  I 

523 
523 
523 
523 

186 
187 
188 
189 

0170 
0171 
0172 
0173 

+  I 

+  1 
+  I 
+  1 

523 
523 
523 
523 

S-040 

0-000  0087 

Q 

9-523 

8 -090 

0-000  Ol  10 

Q 

9-523 

8- 140 

0-000  0138 

-j-  I 

9-523 

8-190 

0-000  0174 

0 

9-523 

041 

0087 

-f  I 

0 

+  1 

0 

523 

091 

OIIO 

+  I 

523 

141 

0139 

0 

523 

191 

0174 

+  I 

523 

042 

0088 

523 

092 

Olli 

Q 

523 

142 

0139 

+  I 
0 

523 

192 

0175 

+  I 
+  I 

523 

043 

0088 

523 

093 

Olli 

+ 1 

523 

143 

0140 

523 

193 

0176 

523 

044 

0089 

523 

094 

OII2 

0 

523 

144 

0140 

+  I 

523 

194 

0177 

+  I 

523 

S-045 

0-000  0089 

0089  ° 

oogo 
0090  ^° 

9-523 

8  095 

0-000  0112 

+ 1 

9-523 

8- 145 

0-000  0141 

-f  I 

0 

9-523 

8- 195 

o-ooo  0178 

0 

9-523 

04Ö 

523 

096 

0II3 

523 

140 

0142 

523 

19Ö 

0178 

+  I 

523 

047 

523 

097 

o"3l: 

523 

147 

0142 

■f  I 
-|-  I 

523 

197 

0179 

+  1 
-|-  I 

523 

048 

523 

098 

0II4 

Q 

523 

148 

0143 

523 

198 

0180 

523 

049 

0091 

1  * 

0 

523 

099 

Ol  14 

+  1 

523 

149 

0144 

0 

523 

199 

0I8I 

4-1 

523 

8-050 

0-000  0091 

9-523 

8  100 

0-000  Ol  15 

9-523 

8-150 

o-ooo  0144 

9-523 

8-200 

0-000  0182 

9-523 

über  die  Auflösung  des  Kepler' sehen  Problems. 


191 


log 

log 

log 

lüg 

log  , 

log 

log 

log 

{E-M) 

E-M 

Diff. 

log^ 

±tg 
(E-M) 

E—M 

Diff. 

lug  ,'/ 

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(E-M) 

E—M 

Diff. 

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(E-M)^ 

E—M 

Diff. 

log  // 

sin  {E—M) 

sin  (E—M) 

siu  (E—M) 

sin  (E—M) 

8 -200 

o-ooo  0182 

-f  I 

9'523 

S  -  250 

o-ooo  0229 

+  I 
+  I 
+  I 
+  I 
+  1 

9-523 

8-300 

0-000  0288 

+  1 
+  2 
+  I 
+  1 
+  2 

9-523 

8-350 

0-000  0363 

4- 1 

9-523 

20I 

202 

0183 
0183 

0 

4.  I 

523 
523 

251 
252 

0230 
0231 

523 
523 

301 
302 

0289 
0291 

523 
523 

351 
352 

0364 
0366 

+  2 
+  2 

523 
523 

203 

0184 

+ 1 
+  1 

523 

253 

0232 

523 

303 

0292 

523 

353 

0368 

4-2 

523 

204 

0185 

523 

254 

0233 

523 

304 

0293 

523 

354 

0369 

523 

8 '205 

o-ooo  0180 

^  I 

9'S23 

8-255 

0-000  0234 

+  I 
4  i 

9-523 

8-305 

0-000  0295 

+  I 
4-  2 

9-523 

8-355 

0-000  0371 

4-  2 

9-523 

20Ö 

0187 

4-  I 

523 

25Ü 

0235 

523 

30Ö 

029Ö 

523 

35Ö 

0373 

4-  2 

523 

207 

0188 

-1-  I 

523 

■  257 

0236 

+  I 
+  2 
+  1 

523 

307 

0298 

+  I 
-t-  I 
+  2 

523 

357 

0375 

4-  I 

523 

208 
209 

0189 
0189 

0 

+ 1 

523 
523 

258 
259 

0237 
0239 

523 
523 

308 
309 

0299 
0300 

523 
523 

358 
359 

0376 
0378 

+  2 
+  2 

523 
523 

8-2IO 

o'ooo  0190 

+  I 

9-523 

8-260 

0-000  0240 

+  I 
4-  I 

9-523 

8-310 

O'OOO  0302 

4  r 

9-523 

8-360 

0*000  0380 

4-  I 

9-523 

211 

0I9I 

4- 1 

523 

2ÖI 

0241 

523 

311 

0303 

4-  I 

523 

361 

0381 

■f  2 

523 

212 

213 
214 

0192 

0193 
0194 

+  I 

+  1 
+  1 

523 
523 
523 

262 
263 
264 

0242 

0243 
0244 

+  I 
+  1 
+  1 

523 
523 
523 

312 
313 

314 

0304 
0306 
0307 

+  2 
+  1 
+  2 

523 
523 
523 

362 
3t>3 
3Ö4 

0383 
0385 
0387 

+  2 
+  2 
+  2 

523 
523 
523 

8-215 

0-000  0195 

-j-  I 

9-523 

8-265 

0-000  0245 

+  I 
+  1 
+  2 
+  1 
+  I 

9-523 

8-315 

0-000  0309 

+  I 
+  2 
4-  I 

9-523 

8 -365 

o-ooo  0389 

4  I 

9-523 

216 
217 

0196 

0197 

+  1 
0 

523 

523 

266 
267 

0246 
0247 

523 
523 

310 

317 

0310 

0312 

523 
523 

366 
367 

0390 
0392 

+  2 
4-  2 

523 
523 

218 

0197 

-j-  I 

523 

268 

0249 

523 

318 

0313 

4_  I 

523 

368 

0394 

4  2 

523 

219 

0198 

+  l 

523 

269 

0250 

523 

319 

0314 

+  2 

523 

369 

0396 

+  2 

523 

8  220 

0-000  0199 

+  I 

9-523 

8-270 

0-000  0251 

4-  I 

9-523 

8-320 

0-000  0316 

4-  I 

9-523 

8-370 

0-000  0398 

4-  I 

9-523 

221 

0200 

4-1 

523 

271 

0252 

4  I 

523 

321 

0317 

+  2 

523 

371 

0399 

+  2 

523 

222 

0201 

4-  1 

523 

272 

0253 

4-  I 

523 

322 

0319 

4-  I 

523 

372 

0401 

+  2 

523 

223 

0202 

4-  I 

523 

273 

0254 

4  2 

523 

323 

0320 

4.  2 

523 

373 

0403 

4-  2 

523 

224 

0203 

+  1 

523 

274 

0256 

+  1 

523 

324 

0322 

+  2 

523 

374 

0405 

+  2 

523 

8-225 

0-000  0204 

4-  I 

9-523 

8-275 

o-ooo  0257 

4-  I 
+  I 
+  I 
+  2 
+  I 

9-523 

8-325 

0000  0324 

4_  1 

9-523 

8-375 

0.000  0407 

4-^ 

9-523 

226 

0205 

4-  I 

523 

276 

0258 

523 

326 

0325 

4-  I 

523 

37Ö 

0409 ;- 

523 

227 
228 
229 

0206 
0207 
0208 

+  I 
+  1 
+  I 

523 
523 
523 

277 
278 
279 

0259 

02Ö0 
0262 

523 
523 
523 

327 
32S 

329 

0326 
0328 
0329 

+  2 
+  I 
+  2 

523 
523 
523 

377 
378 
379 

041 1 

0413 
0414 

+  2 
+  I 

+  2 

523 
523 
523 

8-230 

o-ooo  0209 

4.  I 

9-523 

8-280 

0-000  O2Ö3 

+  I 
-f  I 
+  1 
+  2 
-f  I 

9-523 

8-330 

0-000  0331 

4-  I 

9-523 

8-380 

0-000  0416 

+  2 

9-523 

231 

0210 

4-  I 

523 

281 

O2Ö4 

523 

331 

0332 

4.  2 

523 

381 

0418 

4-  2 

523 

232 

021 1 

4-  1 

523 

282 

0265 

523 

332 

0334 

4-  I 

523 

382 

0420 

+  2 

523 

233 

0212 

4  I 

523 

283 

0266 

523 

333 

0335 

-f  2 

523 

383 

0422 

4-  2 

523 

234 

0213 

+  I 

523 

284 

0268 

523 

334 

0337 

+  1 

523 

384 

0424 

+  2 

523 

8-235 

0-000  0214 

4_  I 

9-523 

8-285 

0-000  0269 

+  1 

+  1 
+  2 
4-  j 

9-523 

8-335 

0000  0338 

+  2 
4-  2 

9-523 

8 -385 

0-000  0426 

4-  2 

9-523 

23Ö 

0215 

4  I 

523 

2  86 

0270 

523 

33(^ 

0340 

523 

386 

0428 

-f  2 

523 

237 

0216 

4  I 

523 

287 

0271 

523 

337 

0342 

+  1 
4-  2 

523 

387 

0430 

4-  2 

523 

238 

0217 

4-  I 

523 

288 

0273 

523 

338 

0343 

523 

388 

0432 

4-  2 

523 

239 

0218 

+  I 

523 

289 

0274 

+  1 

523 

339 

0345 

+  1 

523 

389 

0434 

+  2 

523 

8-240 

0-000  0219 

+  1 
+  1 
+  1 

+  1 
+  I 

9-523 

8-290 

0-000  0275 

+  1 
4-  2 

9-523 

8-340 

0-000  0346 

+  2 
4-  2 

9-523 

8-390 

0-000  0436 

+  2 

9-523 

241 

0220 

523 

291 

0276 

523 

341 

0348 

523 

391 

0438 

+  2 

523 

242 

0221 

523 

292 

0278 

4  I 

523 

342 

0350 

4-  I 

523 

392 

0440 

+  2 

523 

243 

0222 

523 

293 

0279 

4  I 

523 

343 

0351 

4-  2 

523 

393 

0442 

+  2 

523 

244 

0223 

523 

294 

O2S0 

+  2 

523 

344 

0353 

+  1 

523 

394 

0444 

+  2 

523 

8 -245 

0-000  0224 

+  I 
+  1 
+  1 
+  I 
+  I 

9-523 

8-295 

0-000  02S2 

+  1 
+  I 
+  I 
+  2 
+  I 

9-523 

8-345 

o-ooo  0354 

4-2 
+  2 
+  1 

+  2 
+  2 

9-523 

8-395 

0000  0446 

4-2 

-4-  ■? 

9-523 

246 

0225 

523 

296 

0283 

523 

34Ö 

035Ö 

523 

396 

0448 

523 

247 

0226 

523 

297 

0284 

523 

347 

0358 

523 

397 

°45o;  i ; 

523 

248 
249 

0227 
0228 

523 
523 

298 
299 

0285 
0287 

523 
523 

348 
349 

°359 
0361 

523 
523 

398 
399 

0452 
0454 

+  2 

+  3 

523 
523 

8-250 

0000  0229 

9-523 

8-300 

0-000  0288 

9-523 

8-350 

0-000  03 6 j 

9-523 

8-400 

0-000  0457 

9-523 

19: 


Th.  V.  Oppolzer. 


log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

±tg 

{E-M) 

E-M 

Diff. 

l"g .'/ 

±tg 

E~M) ' 

E~M     i 

Diflf. 

log? 

±tg  1 

[E^M) 

E—M 

sin  (E—M)' 

Diflf. 

log  ,9 

±tg 

{E-M) 

E—M 

Diflf. 

log^r 

sin  (E—M) 

sin  {E—M)' 

sin  (E-M) 

8-400 

0-000  0457 

4-  2 

9-523 

8-450 

o-ooo  0575 

+  2 

9-523 

8-500 

0-000  0723 

+  4 
+  3 
+  3 
+  4 
+  3 

9-522 

S-550 

0-000  0911 

-f4 
+  4 
+  4 
+  4 
+  5 

9-522 

401 

0459 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

523 

451 

0577 

+  3 
+  3 
■f  2 

+  3 

522 

501 

0727 

522 

551 

0915 

522 

402 

0461 

523 

452 

0580 

522 

502 

0730 

522 

552 

0919 

522 

403 

0463 

523 

453 

05S3 

522 

503 

0733 

522 

553 

0923 

522 

404 

04Ö5 

523 

454 

0585 

522 

504 

0737 

522 

554 

0927 

522 

8-405 

0-000  0467 

+  2 
4-  2 

9-523 

8-455 

0-000  0588 

+  3 
+  2 

+  3 

+  3 
•+-3 

9-522 

8-505 

O-QOO  0740 

+  4 
+  3 
+  3 
+  4 
+  3 

9-522 

8-555 

0-000  0932 

+  4 
+  4 
+  5 
+  4 
+  4 

9-522 

400 

0469 

523 

45Ö 

0591 

522 

506 

0744 

522 

556 

093Ö 

522 

407 

0471 

+  3 
+  2 
+  2 

523 

457 

0593 

522 

507 

0747 

522 

557 

0940 

522 

408 

0474 

523 

458 

059Ö 

522 

508 

0750 

522 

558 

0945 

522 

409 

0476 

523 

459 

0599 

522 

509 

0754 

522 

559 

0949 

522 

8-410 

0-000  0478 

+  2 
+  2 

+  3 
+  2 
-f  2 

9-523 

8-460 

0-000  0602 

+  3 

+  2 

+  3 
+  3 
+  3 

9-522 

8-510 

0-000  0757 

+  4 
+  3 
+  4 
+  4 
+  3 

9-522 

8-560 

0-000  0953 

+  5 
+  4 
+  5 
+  4 

+  5 

9-522 

411 

0480 

523 

4Ö1 

0605 

522 

5" 

0761 

522 

561 

0958 

522 

412 

0482 

523 

462 

0607 

522 

512 

0764 

522 

562 

0962 

522 

413 

0485 

523 

463 

0610 

522 

513 

0768 

522 

563 

0967 

522 

414 

04S7 

523 

464 

0613 

522 

514 

0772 

522 

564 

0971 

522 

8-415 

0-000  0489 

+  2 

+  3 
-1  2 
-f  2 
+  3 

9-523 

8-465 

0000  0616 

+  3 
+  2 

+  3 
+  3 
+  3 

9-522 

8-515 

0-000  0775 

+  4 
+  3 
+  4 
+  3 
+  4 

9-522 

8-565 

O'OOO  0976 

+  4 
+  5 
+  4 
+  5 
+  4 

9-522 

416 

0491 

523 

466 

0619 

522 

516 

0779 

522 

560 

09S0 

522 

417 

0494 

523 

4Ö7 

0621 

522 

517 

0782 

522 

567 

0985 

522 

418 

0496 

523 

468 

0624 

522 

518 

0786 

522 

568 

0989 

522 

419 

0498 

523 

469 

0Ö27 

522 

519 

0789 

522 

569 

0994 

522 

j  8-420 

0-000  0501 

+  2 
+  2 

+  3 
+  2 
+  2 

9-523 

8-470 

0-000  0630 

+  3 
+  3 
+  3 
+  3 

+  3 

9-522 

8-520 

0-000  0793 

+  4 
+  3 
+  4 
+  4 
+  4 

9-522 

8-570 

0-000  0998 

+  5 
+  5 
+  4 
+  5 

+  5 

9-522 

421 

0503 

523 

471 

OÖ33 

522 

521 

0797 

522 

571 

1003 

522 

422 

0505 

523 

472 

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522 

522 

0800 

522 

572 

1008 

522 

423 

0508 

523 

473 

0639 

522 

523 

0S04 

522 

573 

IOI2 

522 

424 

0510 

523 

474 

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522 

524 

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522 

574 

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522 

8-425 

o'ooo  0512 

+  3 
+  2 
+  2 

+  3 
+  2 

9-523 

8-475 

0-000  0645 

+  3 
+  3 
+  3 
+  3 

+  3 

9-522 

8-525 

0-000  0S12 

+  3 

+  4 
+  4 
+  A- 
+  3 

9-522 

8-575 

0-000  1022 

+  4 
+  5 
+  5 

+  4 
+  5 

9-522 

42b 

0515 

523 

476 

064S 

522 

526 

0815 

522 

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522 

427 

0517 

523 

477 

0651 

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527 

0819 

522 

577 

I03I 

522 

428 

0519 

523 

478 

0654 

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528 

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522 

57S 

1036 

522 

429 

0522 

523 

479 

0657 

522 

529 

0827 

522 

579 

1040 

522 

8-430 

0-000  0524 

+  3 
+  2 
+  2 

+  3 
+  2 

9-523 

8-480 

0-000  0660 

+  3 

+  3 

9-522 

S-530 

0000  0830 

+  4 
+  4 
+  4 
+  4 

+  4 

9-522 

8-580 

0-000  1045 

+  5 
+  5 
+  5 
+  5 

-+-5 

9-522 

431 

0527 

523 

481 

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531 

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522 

581 

1050 

522 

432 

0529 

523 

482 

0666 

522 

532 

0838 

522 

582 

1055 

522 

433 

0531 

523 

483 

0669 

+  3 
+  3 
+  3 

522 

533 

0S42 

522 

583 

1060 

522 

434 

0534 

523 

484 

0672 

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534 

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584 

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8-435 

0-000  0536 

+  3, 

+  2 

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+  2 

+  3 

9-523 

8-485 

0000  0675 

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+  3 
+  3 

9-522 

8-535 

0000  0850 

+  4 
+  4 
+  4 
+  4 
+  4 

9-522 

8-5S5 

0-000  !070 

+  5 
+  5 
+  4 
+  S 
+  6 

9-522 

43'' 

0539 

523 

486 

0678 

522 

53Ö 

0854 

522 

580 

1075 

522 

437 

0541 

523 

487 

0681 

522 

537 

0858 

522 

587 

loSo 

522 

43S 

0544 

523 

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0684 

522 

538 

0862 

522 

588 

1084 

522 

439 

0546 

523 

489 

0ÖS8 

+  4 
+  3 

522 

539 

0866 

522 

589 

1089 

522 

8 -440 

0000  0549 

+  2 

+  3 
-f  2 

+  3 
+  3 

9-523 

8 -490 

0-000  0691 

+  3 
+  3 
+  3 
+  4 
+  3 

9-522 

8-540 

0-000  0870 

+  4 
+  4 
+  4 
+  4 
+  4 

9-522 

8-590 

o-ooo  1095 

+  5 
+  5 
+  5 
+  5 
+  5 

9-522 

441 

0551 

523 

491 

0694 

522 

541 

0874 

522 

59' 

1 100 

522 

442 

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523 

492 

0697 

522 

542 

0878 

522 

592 

1 105 

522 

443 

0556 

523 

493 

0700 

522 

543 

0882 

522 

593 

IIIO 

522 

444 

0559 

523 

494 

0704 

522 

544 

0886 

522 

594 

III5 

522 

8-445 

0000  0562 

+  2 

+  3 
+  2 

+  3 
+  3 

9-523 

8-495 

0-000  0707 

+  3 
+  3 
+  4 

+  3 
+  3 

9-522 

8 -545 

0-000  0S9O 

-1-4 
+  4 
+  4 
+  4 
+  5 

9-522 

8-595 

0  -  000  1 1 20 

+  5 
+  5 
+  b 

9-522 

44O 

0564 

523 

496 

0710 

522 

546 

0S94 

522 

59Ö 

II25 

522 

447 

0567 

523 

497 

0713 

522 

547 

0898 

522 

597 

1 130 

522 

44S 

0569 

523 

498 

0717 

522 

548 

0902 

522 

598 

1 136 

+5 
+  5 

522 

449 

0572 

523 

499 

0720 

522 

549 

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522 

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522 

8-450 

o-ooo  0575 

9-523 

8-500 

0-000  0723 

9-522 

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9-522 

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9-522 

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193 


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9-522 

8-650 

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+  7 

9-522 

8-700 

0 • 000  I 8 I 5 

+  9 

+  8 
+  8 
+  9 
+  8 

9-522 

8-75° 

0-000  2284 

+  " 
+  10 
+  11 
+  11 
+  10 

9-521 

601 

602 

II5I 

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522 
522 

651 
652 

1449 
1456 

522 
522 

701 
702 

1824 
1832 

522 
522 

75' 

752 

2295 
2305 

521 
52' 

603 

1 162 

522 

653 

1462 

522 

703 

1840 

522 

753 

2316 

521 

604 

1167 

+  5 
+  6 

522 

654 

146g 

522 

704 

1849 

522 

754 

2327 

521 

8-605 

o-ooo  1173 

+  5 
+  6 

+  5 
+  5 
+  6 

9-522 

8-655 

0-000  1476 

+  7 
+  7 
+  6 

+  7 
+  7 

9-522 

8-705 

0-000  1857 

+  9 
+  9 
+   8 
+   9 
+  9 

9-522 

S-755 

o-ooo  2337 

+  11 
+  11 
+  11 
+  11 
+  " 

9-521 

606 

II 78 

522 

656 

14S3 

522 

706 

1866 

522 

75'' 

2348 

521 

607 

II84 

522 

657 

1490 

522 

707 

1875 

522 

757 

2359 

521 

608 

II89 

522 

658 

1496 

522 

70S 

1883 

522 

758 

2370 

521 

609 

II94 

522 

659 

1503 

522 

709 

1892 

522 

759 

2381 

521 

8-6io 
611 
612 
6.3 
614 

0-000  1200 
1206 

121  I 
I217 
1222 

+  6 

+  5 
+  6 

+  5 
+  6 

9-522 
522 
522 
522 
522 

8 -600 
661 
662 
063 
6114 

0-000  15 10 
■517 
1524 
'531 
'538 

+  7 
+  7 
+  7 
+  7 
+  7 

9-522 
522 
522 
522 
522 

8-710 
7.. 
712 
713 
714 

0-000  1901 
igog 
igi8 
1927 
193Ö 

+  8 
+  9 
+  9 
+  9 
+  9 

9-522 
522 
522 
522 
522 

8-  760 
761 
762 

763 
704 

o-ooo  2392 

2403 
2414 
2425 
2436 

+  11 

+  11 
+  11 
+  11 
+  11 

9-521 
521 
521 
521 

521 

8-615 

0000  1228 

+  6 

+  5 
+  6 
-f6 
+  5 

9-522 

S-665 

0-000  1545 

+  8 
+  7 
+  7 
+  7 
+  7 

9-522 

S-715 

0-000  1945 

+  9 
+  9 
+  9 
+  9 
+  9 

9-522 

8  •  765 

O'OOO  2447 

+  12 
+  11 
+  11 
+  12 
+  11 

9-521 

6:ö 

1234 

522 

6ü6 

'553 

522 

716 

1954 

522 

706 

2459 

521 

6.7 

'239 

522 

667 

1 500 

522 

717 

■963 

522 

707 

2470 

521 

Ü18 
61g 

1245 
I25I 

522 
522 

66S 
669 

'5Ö7 
'574 

522 
522 

718 
719 

1972 
1981 

522 
522 

76S 
76g 

24SI 
2493 

521 
521 

8-620 

Ü2I 

O-OOO  1256 
1262 

+  6 
+  6 
+  6 
+  6 
+  6 

9-522 
522 

8-670 
671 

0-000  15S1 
1589 

+  8 

+  7 
+  7 
+  8 

+  7 

9-522 
522 

8-720 
721 

o-ooo  1990 

1999 

+  9 
+  9 
+  10 

+  9 
+  9 

9-522 

522 

8-770 
771 

0-000  2504 
2516 

+  12 
+  IJ 
+  12 
+  12 
+  11 

9-521 
521 

622 
623 
624 

1268 
1274 
1280 

522 

522 
522 

672 

Ö73 
674 

1596 
1603 
161 1 

522 
522 
522 

722 
723 
724 

2008 
2018 
2027 

522 
522 

522 

772 
773 
774 

2527 

2539 
2551 

521 
521 
521 

S-Ü2S 

0000  1286 

+  6 
+  6 
+  6 
+  6 

+  6 

9-522 

S-Ö75 

0-000  161 8 

+  8 

+  7 
+  8 

+  7 
+  8 

9-522 

8-725 

o-ooo  2036 

+  10 

+  9 
+  10 

+  9 

+  10 

9-522 

8-775 

o-ooo  2562 

+  12 

+  12 
+  12 
+  12 
+  12 

9-521 

62Ö 

1292 

522 

676 

1626 

522 

726 

2046 

522 

776 

2574 

521 

627 
628 

1298 
1304 

522 
522 

677 
Ü78 

1641 

522 
522 

727 
728 

2055 

2065 

522 
522 

777 
77S 

2586 
259S 

521 
521 

62g 

I3I0 

522 

679 

1648 

522 

729 

2074 

522 

77g 

2610 

521 

8  630 

0-000  13 16 

+  6 

+  6 
+  6 
+  6 
+  6 

9-522 

8 -680 

0-000  1656 

+  7 
+  8 
+  8 
+  8 

+  7 

9-522 

8-730 

0-000  2084 

+   9 
+  10 
+  10 

+  9 
+  10 

g-522 

8-780 

0-000  2622 

+  12 
+  12 
+  12 

-f' 3 
+  12 

9-521 

63  > 
632 
633 

1322 
1328 

'334 

522 
522 
522 

68 1 
OS2 
0S3 

1663 
167. 
1679 

522 
522 
522 

731 

732 
733 

2093 

2103 

2II3 

521 
521 
521 

78. 
782 
783 

2634 

2646 

2658 

521 

521 
521 

634 

1340 

522 

684 

1687 

522 

734 

2122 

521 

784 

2671 

521 

8-635 

0000  1346 

+  6 

+  7 
+  6 

+  6 
+  7 

9-522 

8-685 

0-000  1694 

+  8 

g-522 

8-735 

0-000  2132 

+ 10 

9-521 

8-785 

o-ooo  2683 

+ 12 

9-52. 

636 

(>37 
638 

Ö39 

«352 
•359 
1365 
i37> 

522 
522 
522 
522 

686 
687 
688 
689 

1702 
1710 
.718 

I72() 

+  8 
+  8 
+  8 

+  8 

522 
522 
522 
522 

736 
737 
738 
739 

2142 
2152 
2IÜ2 
2172 

+ 10 
+  10 
+  10 
+  10 

521 

521 
521 
521 

786 
787 
788 
78g 

2095 
2708 
2720 

2733 

+  13 

+  12 

+  13 

+  12 

521 

521 
521 
521 

8-640 

0-000  1378 

+  6 
+  6 

+  7 
+  6 

+  7 

9-522 

S-690 

0-000  1734 

+  8 
+  8 
+  8 

+  8 

9-522 

8-740 

0-000  2182 

+  10 
+  'o 
+  10 

4- 10 

9-521 

8-790 

0-000  2745 

+  I  \ 

9-521 

641 
642 
Ö43 

■384 
1390 
1397 

522 
522 
522 

691 
692 
Ö93 

1742 
"75° 
■758 

522 
522 
522 

741 
742 
743 

2192 
2202 
2212 

521 
521 
521 

791 
792 

793 

2758 

277' 

2783 

+  '3 

+  12 

+  '3 
+  13 

521 
521 
521 

Ü44 

1403 

522 

694 

1766 

+  8 

522 

744 

2222 

+  10 

521 

794 

279Ü 

521 

8-645 

0  -  000  1 4 1 0 

+  6 

+  7 
+  6 

+  7 
+  6 

g-522 

8-695 

o-ooo  1774 

+  8 
+  8 

+  9 

+  8 
+  8 

9-522 

8-745 

0-000  2232 

+  11 
+  10 
-t-10 
+  11 
+  10 

9-521 

8-795 

0-000  2809 

+  '3 
+  13 
+  '3 
+  '3 
+  13 

g-521 

646 
647 
648 

1416 

1423 
1429 

522 
522 
522 

696 
697 
Ü98 

1782 

1790 

'799 

522 
522 

522 

746 
747 
748 

2243 
2253 

22Ö3 

521 
521 
521 

796 

797 
7  98 

2822 

2835 

2848 

521 
521 
521 

649 

1436 

522 

69g 

1807 

522 

749 

2274 

521 

799 

2861 

521 

8-650 

0-000  1442 

9-522 

8-  700 

0 ■ 000  I S I 5 

9-522 

S-7SO 

0-000  22S4 

g-521 

8 -800 

o-ooo  2874 

9-521 

DenkscbrifteD  der  matbem.-naturw.  CI.   L.  Bd. 


25 


194 


Th.  V.  Oppolzer. 


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log 

log 

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log 

log 

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E—M 

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E—M 

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E-M 

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(E-M) 

E—M 

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sin  (E—M) 

sin  (E—M) 

sin  {E—M) 

sin  {E—M) 

8 • 8000 

Ol 

02 

03 
04 

o-ooo  2874 

2876 
2877 
2878 
2880 

+  2 
+  1 
+  1 

+  2 
+  1 

9-521 

S2I 
S2I 
521 

8-8050 
51 
52 
53 
54 

0-000  2941 
2942 
2944 
2945 
2947 

+  1 
+  2 
+  1 
+  2 
+  1 

9-521 
521 
521 

521 
521 

8-8100 

Ol 

02 

03 
04 

o-ooo  3009 
301 1 
3012 
3014 
3015 

+  2 

+  1 

+  2 

+  1 
+  1 

9-521 
521 
521 
521 
521 

8-8150 

51 
52 
53 

54 

O'OOO  3079 

3081 
3082 
3084 

3085 

4-2 
4-1 
4-2 
4-1 
4-1 

9-521 
521 
521 
521 
521 

8 '8005 

0-000  2S8I 

+  1 
+  2 
+  1 
+  1 
+  2 

9-521 

8-8055 

0-000  294S 

+  1 
+  2 
+  1 
+  1 
+  2 

9-521 

8-8105 

0-000  3016 

+  2 

+  1 

+  2 
+  1 
+  1 

9-521 

8-8155 

O'OOO  3086 

4-2 
4-1 
4-  2 

9-521 

00 

2S82 

521 

56 

2949 

521 

06 

3018 

521 

5Ö 

3088 

521 

07 

2884 

521 

57 

2951 

521 

07 

3019 

521 

57 

3089 

521 

08 
09 

2S85 
2886 

521 
521 

58 
59 

2952 
2953 

521 
521 

08 
09 

3021 
3022 

521 
521 

58 
59 

3091 
3092 

4-1 
4-2 

521 
521 

8 -80 10 

0-000  2888 

+  1 
+  1 
+  2 

+  1 
+  1 

9.521 

8  - S060 

o-ooo  2955 

+  1 
+  1 
+  2 
+  1 
+  1 

9-521 

S-8II0 

0-000  3023 

+  2 

4-1 
4-1 
4-2 
4-1 

9-521 

8-8160 

0-000  3094 

4-1 
4-1 

4-2 
4-1 
4-2 

9-521 

1 1 

2889 

521 

61 

2956 

521 

II 

3025 

521 

61 

3095 

521 

12 
13 

2890 
2892 

521 
521 

62 
63 

2957 
2959 

521 
521 

12 
13 

302Ü 
3027 

521 
521 

62 
63 

3096 
3098 

521 
521 

14 

2893 

521 

64 

2960 

521 

14 

3029 

521 

64 

3099 

521 

8-8015 
16 
17 

o-ooo  2894 

2896 

2897 

+  2 
+  1 

+  1 

9-521 
521 

8-8065 
66 
67 

0-000  2961 

2963 
2964 

+  2 
+  1 

+  2 

9-521 

521 
521 

8-8115 
16 
17 

0-000  3030 

3032 
3033 

4-2 
4-1 

4-1 
4-2 
4-1 

9-521 
521 
521 

S-8165 
66 
67 

0-000  3IOI 
3102 
3104 

4-1 
4-2 
4-1 

4-1 

4-2 

9-521 

521 

521 

18 

2S98 

521 

ü8 

2966 

521 

18 

3034 

521 

68 

3105 

521 

•9 

2900 

+  2 
+  1 

521 

69 

2967 

+ 1 

+  1 

521 

19 

3036 

521 

69 

3106 

521 

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0-000  2901 

+  1 
+  2 

+  1 
+  1 
+  2 

9-521 

8-8070 

0-000  2968 

4-2 

+  1 
+  1 

+  2 
+  1 

9-521 

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0-000  3037 

4-2 
4-1 
4-1 
4-2 

9-521 

8-8170 

O'OOO  3108 

4-1 

4-2 

4-1 
+  1 

9-521 

21 

22 
23 

2902 

2904 
290s 

521 
521 

521 

71 

72 
73 

2970 
2971 
2972 

521 
521 
521 

21 
22 
23 

3039 
3040 

3041 

521 
521 
521 

71 
72 

73 

3109 
3111 

3II2 

521 
521 

521 

24 

2906 

521 

74 

2974 

521 

24 

3043 

4-1 

521 

74 

3113 

4-2 

521 

8-8021; 
26 

27 
28 
29 

0-000  2908 
2909 

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2912 

2913 

+  1 

+  1 
+  2 
+  1 
+  1 

9-521 
521 

521 
521 

521 

8-8075 
7Ö 
77 
78 
79 

0-000  297s 

2976 
2978 
2979 
2981 

+  1 
+  2 
+  1 
4-2 
+  1 

9-521 
521 
521 
521 

521 

8-8125 
26 
27 
28 
29 

o-ooo  3044 

3045 
3047 
3048 
3050 

4-1 
4-2 
4-1 
4-2 
4-1 

9-521 

521 

521 
521 
521 

8-8175 
76 

77 
78 
79 

0 ' 000  3 I I 5 
3116 
3118 
3119 
3121 

4-1 

4-2 
4-1 
4-2 

4-1 

9-521 
521 
521 
521 
521 

8-8030 

0-000  2914 

+  2 
+  1 
+  1 
+  2 
+  1 

9-521 

8-8080 

0-000  2982 

+  1 
+  2 
+  1 
+  1 
+  2 

9-521 

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0  000  3051 

4-2 
4-1 

4-1 
4-2 

4-1 

9-521 

8-8180 

O'OOO  3122 

4-  2 

9-521 

31 
32 
33 
34 

2916 

2917 
2918 
2920 

521 
521 
521 
521 

81 
82 

83 
84 

2983 
2985 

2986 

2987 

521 
521 

521 
521 

31 
32 

33 
34 

3053 
3054 
305s 

3057 

521 

521 

521 
521 

8i 
82 
83 

84 

3124 
3125 

3126 

3128 

4-1 

4-1 
4-2 

4-  I 

521 
521 
521 

521 

8-8035 
36 

o-ooo  2921 

2922 

+  1 
+  2 
+  1 

+  1 
+  2 

9-521 
521 

8-S085 
86 

0-000  2989 

2990 

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+  2 
+  1 
+  1 
+  2 

9-521 
521 

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36 

0-000  3058 
3000 

4-2 
4-1 
4-1 
4-2 
4-1 

9-521 
521 

8-8185 
86 

O'OOO  3129 

3131 

4-2 
-t- 1 

9-521 
521 

37 

2924 

521 

87 

2992 

521 

37 

3061 

521 

87 

3132 

4-2 
4-1 
4-1 

521 

3S 
39 

2925 

2926 

521 
521 

88 
89 

2993 
2994 

521 

521 

38 
39 

3062 
3064 

521 
521 

88 
89 

3134 
3135 

521 

521 

8  -  8040 
41 
42 
43 

0-000  2928 

2929 
2930 
2932 

+  1 
+  1 
+  2 
+  1 
+  1 

9-521 
521 
521 
521 

8-8090 

91 
92 

93 

o'ooo  2996 

2997 
2998 
3000 

+  1 

+  1 
+  2 
+  1 
+  2 

9-521 
521 
521 
521 

8-S140 
41 
42 
43 

O'OOO  3065 

3067 
3068 
3069 

4-2 
4-1 
4-1 
4-  2 

9-521 
521 
521 

521 

8'8i90 
91 
92 
93 

O'OOO  3136 

3138 

3'39 
3141 

4-2 
4-1 
4-2 
-j- 1 

9-521 
521 
521 
521 

44 

2933 

521 

94 

3001 

521 

44 

3071 

4-1 

521 

94 

3142 

4-2 

521 

8 • 8045 

0-000  293-I 

+  2 
+  1 
+  1 
+  2 
+  1 

9-521 

8-S095 

0-000  3003 

+  1 
+  1 
+  2 
+  1 
+  1 

9-521 

8-8145 

O'OOO  3072 

4-2 
4-1 
4-2 
4-1 

4-1 

9-521 

8-8195 

O'OOO  3144 

+  I 

9-521 

4U 

2930 

521 

96 

3004 

521 

46 

3074 

521 

96 

3145 

4-  2 

521 

47 
4S 
4? 

2937 
2938 

2940 

521 

521 

521 

97 
98 

99 

3005 
3007 
3008 

521 
521 

521 

47 
48 
49 

3075 
3077 
3078 

521 
521 

521 

97 
98 
99 

3147 
3148 
3149 

4-1 
4-1 
4-2 

521 
521 
521 

8 -8050 

0-000  2941 

9'52i 

8-8ioo 

O'OOO  3009 

9-521 

8-8150 

O'OOO  3079 

9-521 

8-8200 

O'OOO  3151 

9-521 

über  die  Aiiflösuncj  des  Kepler'' sehen  Problems. 


19Ö 


log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

±tg 

E—M 

Diff. 

Itig ;/ 

±tg 

E-M) 

E—M 

Diff. 

log  U 

±tg 

[E^M) 

E—M 

Diff. 

log  (1 

±tg 

E-M) 

E—M 

Diff. 

log  (1 

sin  {E—M) 

sin  (E—M) 

sin  (E—M) 

sin  (E—M) 

S-S200 

1 

Ol 

02 

03 
04 

3- 000  315 I 
3152 
3154 
315s 
3157 

+  1 
+  2 
+  1 
+  2 

+  1 

rS2i 
521 
521 
521 
521 

8-8250 

51 
52 
53 
54 

3-000  3224 
3226 
3227 
3229 
3230 

+  2 

+  1 

+  2 

+  1 
+  1 

9-521 
521 
521 

5^1 
521 

S-S300 

Ol 

02 

03 
04 

3 -000  3299 
3300 
3302 

33°4 

3305 

+  1 
+  2 
+  2 
+  1 
+  2 

3-521 
521 
521 
521 
521 

3-8350 
51 

52 
53 
54 

3-000  3376 
3377 
3379 
3380 
3382 

+  1 
+  2 
+  1 
+  2 
+  1 

9-521 
521 
521 
521 
521 

8-8205 

ob 
07 
08 

0-000  3158 

3IÜO 
3IOI 
3162 

+  2 
+  1 
+  1 
+  2 
+  1 

9-521 
521 
521 
521 

8-8255 
5U 
57 
58 

D  000  3231 
3233 
3234 
3230 

+  2 
+  1 
+  2 

+  1 
+  2 

9-521 
521 
521 
521 

8-8305 

oö 

07 
08 

3  000  3307 
3308 
3310 
3311 

+  1 

+  2 
+  1 
+  2 

+  1 

9-521 
521 
521 
521 

S-8355 
5f 
57 
58 

o-ooo  3383 

3385 

3387 
3388 

+  2 
+  2 
•4-1 

-1-2 

9-521 
521 
521 
521 

09 

3164 

521 

59 

3237 

521 

09 

3313 

521 

59 

3390 

-t-I 

521 

8-8210 
II 
12 
13 

14 

0-000  31Ü5 

31Ö7 
3168 

3170 

3171 

+  2 
-f  I 

+  2 
+  1 
+  2 

9-521 
521 
521 
521 
521 

S-82Ö0 
61 
62 
63 
64 

O-OOO  3239 

3240 
3242 
3243 
3245 

+  1 
+  2 
+  1 
+  2 
+  1 

9-521 
521 
521 
521 
521 

8-8310 

II 

12 
13 
14 

0-000  3314 
3316 

33«7 
3319 
3320 

+  2 

+  1 
+  2 

+  1 
+  2 

9-521 
521 

521 
521 

521 

8-8360 
61 
62 

63 
64 

O'OOO  3391 
3393 
3394 
3396 
3397 

+  2 
+  1 
-t-2 
+  1 
+  2 

9-521 
521 
521 

521 

521 

8-S21S 
16 

17 
18 

19 

0-000  3173 
3174 
3170 
3177 
3179 

+  1 
+  2 
+  1 
+  2 

+  1 

9-521 
521 
521 
521 
521 

8-8205 
66 
67 
68 
69 

0-000  3246 

3248 
3249 
3251 
3252 

+  2 
+  1 
+  2 
+  1 

+  2 

9-521 
521 
521 
521 
521 

8-8315 
16 

17 
18 

19 

0-000  3322 
3323 
3325 
3326 

3328 

+  1 
+  2 
+  1 
+  2 
+  1 

9-521 
521 
521 
521 

521 

8-8365 
66 

67 
68 
69 

O'OOO  3399 
3400 
3402 
3404 
3405 

+  1 
-t-2 
-1-2 
-t-I 
-f  2 

9-521 
521 
521 

521 
521 

8-8220 
21 
22 
23 

o'ooo  31  So 
3181 
3183 
3184 

+  1 
+  2 
+  1 
+  2 

+  1 

9-521 

521 
521 

521 

8-8270 

71 
72 

73 

0-000  3254 

3255 
3257 
3258 

+  1 
+  2 
+  1 
+  2 
+  1 

9-521 
521 

521 
521 

8-8320 
21 
22 
23 

o-ooo  3329 

3331 
3332 

3334 

+  2 

+  1 
+  2 
+  2 
+  1 

9-521 

521 
521 
521 

8-8370 
71 
72 
73 

O'OOO  3407 

3408 
3410 
3411 

-i-I 
+  2 
4-1 
-f-2 

9-521 
521 
521 
521 

24 

3186 

521 

74 

3260 

521 

24 

333Ö 

521 

74 

3413 

+  2 

521 

8-8225 
26 
27 

28 

0-000  3187 

3189 
3190 

3192 

+  2 
+  1 

+  2 
+  1 
+  2 

9-521 
521 
521 
521 

8-8275 
76 
77 
78 

0-000  3261 

3263 
3264 

3266 

+  2 
+  1 
+  2 
+  1 
+  2 

9-521 
521 
521 
521 

8-8325 
2Ö 

27 
28 

o-ooo  3337 

3339 
3340 
3342 

+  2 
+  1 

+  2 
+  1 
+  2 

9-521 
521 

521 
521 

8-8375 
76 

77 
78 

O'OOO  3415 

3416 
3418 
3419 

+  1 
-t-2 
-f  I 
-1-2 

9-521 
521 

521 
521 

29 

3193 

521 

79 

3267 

521 

29 

3343 

521 

79 

3421 

-f  I 

521 

8-8230 

0-000  3195 

+  1 
+  2 
+  1 
+  1 
+  2 

9-521 

8-8280 

0-000  3269 

+  1 
+  2 
+  1 
+  2 

+  1 

9-521 

8-8330 

0  000  3345 

+  1 

+  2 
+  2 
+  1 

+  1 

9-521 

8-8380 

O'OOO  3422 

-1-2 
-t-2 

9-521 

31 

319Ö 

521 

81 

3270 

521 

31 

3346 

521 

Si 

3424 

521 

32 

3198 

521 

82 

3272 

521 

32 

3348 

521 

82 

3426 

1  " 
+  I 

521 

33 
34 

3199 
3200 

521 
521 

83 

84 

3273 
3275 

521 

521 

3i 

34 

3350 
3351 

521 
521 

83 
84 

3427 
3429 

+  2 
-t-I 

521 

521 

8-8235 

O'OOO  3202 

+  1 
+  2 
+  1 
+  2 

+  1 

9-521 

S-S285 

0-000  3276 

+  2 
+  1 
+  2 
+  1 

+  2 

9-521 

8-8335 

0-000  3352 

+  2 
+  1 

+  2 
+  2 
+  1 

9-521 

8-8385 

O'OOO  3430 

4-2 

9-521 

3*» 
37 
38 
39 

3203 
3205 

3206 

3208 

521 
521 
521 
521 

86 

87 
88 
89 

3278 

3279 
3281 

3282 

521 
521 
521 
521 

36 

37 
38 
39 

3354 

3355 
3357 
3359 

521 
521 
521 
521 

St) 

87 
8S 

89 

3432 

3433 
3435 
3437 

+  1 
4-2 

4-2 
4-1 

521 
521 
521 
521 

8-8240 
41 

0-000  320c 

3211 

+  2 
+  1 
+  2 
+  1 

+  2 

9-521 
521 

8-8290 
91 

0-000  3284 

3285 

+  1 
+  2 
+  1 
+  2 
+  1 

9-521 
521 

8-8340 
41 

0-000  3360 
3362 

+  2 
+  1 

-t-2 
+  1 
+  2 

9-521 
521 

8-8390 
91 

0-000  3438 
3440 

i  4-2 
+ 1 

9-521 
521 

42 

3212 

521 

92 

3287 

521 

42 

ZZ^T, 

521 

92 

3441 

4-2 

521 

43 
44 

3214 
3215 

521 

521 

93 
94 

3288 
3290 

521 
521 

43 
44 

3365 
33Ö6 

521 
521 

93 
94 

3443 
3444 

4-1 

4-2 

521 
521 

8-8245 

0-000  3217 

+  1 

:; 

+2 
+  1 

9-521 

8-8295 

0-000  3291 

+  2 
+  1 
+  2 
+  1 
+  2 

9-521 

8-8345 

o-öoo  3368 

+  1 
+  2 

+  1 
+  2 

9-521 

8-8395 

0-000  344Ü 

4-2 
4- 1 

9-521 

40 

32IS 

521 

96 

3293 

521 

46 

3369 

521 

96 

344S 

521 

47 

3220 

521 

97 

3294 

521 

47 

3371 

521 

97 

1      3449 

+  2 

521 

48 

3221 

521 

98 

3296 

521 

48 

3372 

521 

98 

3451 

4-1 

521 

49 

3223 

521 

99 

3297 

521 

49 

3374 

+  2 

521 

99 

3452 

4-2 

521 

8 -825c 

o-ooo  3224 

9-521 

8-8300 

0-000  3299 

9-521 

8-835C 

0-000  337C 

9-521 

8  -  840c 

O'OOO  345^! 

9-521 

25* 


96 


Th.  V.  Oppolzer. 


log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

±tg 

E—M 

Diff.  logf/ 

±tg 

(E-M) 

E-M 

Diflf. 

log.!/ 

±tg 

(E-M) 

E-M 

Diff. 

log*/ 

±tg 
(E-M) 

E—M 

Diff. 

log? 

sin  {E—M) 

sin  (E—M) 

sin  (E~M) 

sin  (E-M) 

8 • S400 

0-000  3454 

+  2 
-j- 1 

9-521 

8-8450 

0-000  3534 

+  2 
+ 1 

9-521 

8-8500 

0000  3016 

+  2 

9-520 

8-8550 

0-000  3700 

+  2 

9-520 

Ol 

345Ö 

521 

51 

353Ö 

521 

Ol 

3618 

+  2 

520 

51 

3702 

+  2 

520 

02 

3457 

+  2 
+  1 
+  2 

521 

52 

3537 

+  2 

521 

02 

3620 

+  I 

520 

52 

3704 

+  1 

520 

03 

3459 

521 

53 

3539 

+  2 

521 

03 

3621 

+  2 

520 

53 

3705 

+  2 

520 

04 

3460 

521 

54 

3541 

+  1 

521 

04 

3623 

+  2 

520 

54 

3707 

+  2 

520 

S  •  8405 

0-000  3462 

+  2 
+  1 

+  2 
+  1 
+  2 

9-521 

8-8455 

o-ooo  3542 

+  2 

-|-2 

9-521 

8 -8505 

O'OOO  3625 

-l- 1 

9-520 

S-8555 

o-ooo  3709 

+ 1 

9520 

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3464 

521 

56 

3544 

521 

06 

3626 

+  2 

520 

5Ö 

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+  2 

520 

07 

3465 

521 

57 

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521 

07 

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520 

57 

3712 

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520 

08 

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58 

3547 

+  2 
+  1 

521 

08 

3630 

+  I 

520 

58 

3714 

+  2 

520 

09 

3468 

521 

59 

3549 

521 

09 

3631 

+  2 

520 

59 

3716 

+  1 

520 

8-8410 

0-000  3470 

+  1 
+  2 
+  2 
+  1 
+  2 

9-521 

8 • 8460 

o-ooo  3550 

+  2 
+  2 

+  1 
+  2 

9-521 

S-8510 

0-000  3033 

+  2 

9-520 

8-8560 

0-000  3717 

+  2 

9-520 

II 
12 

13 

3471 
3473 
3475 

521 
521 
521 

Ol 
62 
63 

3552 

3554 
3555 

521 
521 

521 

II 

12 

13 

3635 

3^^3(> 
3638 

+  1 

+  2 
+  2 

520 

520 

520 

61 
62 
03 

3719 
3721 
3722 

+  2 
+  1 
+  2 

520 
520 
520 

'4 

3476 

521 

64 

3557 

+  2 

521 

14 

3(140 

+  1 

520 

64 

3724 

+  2 

520 

8-8415 

o'ooo  3478 

+  1 
+  2 
+  2 
+  1 
+  2 

9-521 

8-8465 

0-000  3559 

+  1 
+  2 

9-521 

8-8515 

0-000  3641 

+  2 

9  520 

8-8565 

0-000  3726 

+ 1 

9-520 

16 

3479 

521 

66 

35Ö0 

521 

16 

3Ö43 

+  2 

520 

66 

3727 

+  2 

520 

17 

3481 

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67 

3562 

+  2 
+  1 
+  2 

521 

17 

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+  1 

+  2 
+  2 

520 

67 

3729 

+  2 

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3483 

521 

68 

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521 

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3731 

+  2 

520 

19 

3484 

521 

69 

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19 

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520 

69 

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520 

S-8420 

0-000  34S6 

+  1 
+  2 

+  2 
+  1 
+  2 

9-521 

8 -84 70 

o-ooo  3567 

+  1 
+  2 
+  2 
+  1 
+  2 

9-521 

8-8520 

O'OOO  3Ö50 

+  I 
+  2 
+  2 
+  I 

9-520 

8-8570 

O'OOO  3734 

+  2 

9-520 

21 
22 
23 

34S7 
3489 
349  > 

521 
521 
521 

71 
72 
73 

3568 
3570 

3572 

521 
521 
521 

21 

22 
23 

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3Ö53 

3tJ55 

520 
520 
520 

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72 
73 

3736 
3738 
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+  2 
+  1 
+  2 

520 
520 
520 

24 

3492 

521 

74 

3573 

521 

24 

3656 

+  2 

520 

74 

3741 

+  2 

520 

S-8425 

o-ooo  3494 

+  1 
+  2 
+  2 
+  1 

+  2 

9-521 

8-8475 

o-ooo  3575 

+  1 
+  2 
+  2 

+  2 
+  1 

9-521 

8-8525 

0-000  3658 

+  2 

9-520 

8-8575 

O'OOO  3743 

+  2 

9-520 

26 

27 

3495 
3497 

521 
521 

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77 

3576 
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521 
521 

2O 
27 

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+  1 
+  2 

520 
520 

76 
77 

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+  1 
+  2 

520 
520 

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+  2 

520 

78 

3748 

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520 

29 

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+  1 

520 

79 

3750 

+  2 

520 

8-8430 

0-000  3502 

+  1 
+  2 
+  2 
+  1 

+  2 

9-521 

8  - S480 

0-000  35S3 

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-i-  I 

9-521 

8-8530 

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+  2 

9-520 

8 -8580 

O'OOO  3752 

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9-520 

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+  2 

+  2 
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3670 

+  1 
+  2 
+  2 

520 

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+  2 

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33 

3507 

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83 

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33 

3Ö71 

520 

83 

3757 

+ 1 

520 

34 

3508 

521 

84 

3590 

521 

34 

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520 

84 

375S 

+  2 

520 

8 -8435 

0000  3510 

+  2 
+  1 
+  2 
+  1 
+  2 

9-521 

8-8485 

o-ooo  3591 

+  2 
+  2 
+  1 

+  2 
+  2 

9-521 

8-S535 

o-ooo  3675 

+  1 
+  2 
+  2 
+  2 
+  1 

9-520 

8-8585 

O'OOO  3760 

+  2 

9-520 

30 

3512 

521 

86 

3593 

521 

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3676 

520 

86 

3762 

+  2 

520 

37 

3513 

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87 

3595 

521 

37 

3678 

520 

87 

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4- 1 

520 

3S 
39 

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521 
521 

88 
89 

3590 

3598 

521 

521 

38 
39 

3680 
3682 

520 
520 

88 
89 

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37Ö7 

+  2 
+  2 

520 
520 

8  - S440 

0-000  351S 

+  2 
+  1 
+  2 
+  1 
+  2 

9-521 

8-8490 

o-ooo  3600 

+  1 
+  2 
+  2 
+  1 
+  2 

9-520 

8-8540 

o-ooo  3683 

+  2 
+  2 
+  1 
+  2 
+  2 

9-520 

8-8590 

O'OOO  37Ö9 

~\- 1 

9.520 

41 

42 

3520 
3521 

521 

521 

91 
92 

3601 
3Ö03 

520 
520 

41 
42 

3685 
3687 

520 
520 

91 
92 

3770 
3772 

+  2 
+  2 

520 
520 

43 

44 

3523 
3524 

521 

521 

93 
94 

3Ö05 

3606 

520 
520 

43 

44 

3688 
3690 

520 
520 

93 

94 

3774 
3770 

+  2 
+  1 

520 
520 

8-8445 
46 

0  000  3526 

3528 

+  2 

+  1 
+  2 
+  2 

+  1 

9-521 
521 

8-8495 
96 

O-QOO  3608 
3610 

+  2 
+  1 
+  2 
+  2 
+  1 

9-520 
520 

8-S545 
4Ö 

O'OOO  3692 

3693 

+  1 

+  2 
+  2 
+  2 
+  1 

9-520 
520 

S-8595 
96 

O-ooo  3777 
3779 

+  2 
+  2 

9-520 
520 

47 

3529 

521 

97 

361  l 

520 

47 

3695 

520 

97 

3781 

+  2 

520 

48 

3531 

521 

98 

36.3 

520 

48 

3697 

520 

98 

3783 

520 

49 

3533 

521 

99 

36.5 

520 

49 

3699 

520 

99 

3784 

+  2 

520 

8-8450 

0-000  3534 

9-521 

8-8500 

0-000  361 6 

9-520 

8-8550 

O-OOO  3700 

9-520 

8  -  8600 

0-000  37S6 

9-520 

Ülier  die  AiiflösHiHi  des  KephrselicH  Prali/eins. 


197 


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14 

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17 
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21 
22 
23 
24 

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27 

28 

29 

S-S630 
31 
32 

33 
34 


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3ü 
37 


8-8640 

41 

42 

43 
44 


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3788 
3790 
3791 

3793 

o'ooo  3795 
3797 
3798 
3800 
3802 

o'ooo  3S04 

3805 
3S07 
3809 
381 1 


■000  3812 

3814 
3816 
3818 
3819 

■000  382 

3823 
3825 

3826 

382S 

•000  3830 

383 
3S3 
3835 
3S37 


o-ooo  3839 

3S40 
3842 
3844 
3846 

O'OOO  3847 

3849 

3851 
3853 
3854 

aoo  3856 
3858 
3860 
3802 
3803 


8' S645 
46 
47 
48 
49 

8-8050 


o-ooo  3865 

3867 
3869 
3870 
387 

0-000  3874 


+  2 
+  2 
+  1 
+  2 
+  2 

+  2 
+  1 
+  2 
+  2 
+  2 

+  1 

+  2 

+  2 

+  2 

+  1 

+  2 
+  2 
+  2 
+  1 
+  2 

+  2 
+  2 
+ 
-f  2 
+  2 

+  2 
+ 
+  2 
+  2 
+  2 

+ 
+  2 
+  2 
+ 
+  I 

+  2 
+  2 
+  2 
+  1 

+  2 

+  2 
+  2 

+  2 
+  1 


+  2 
+  2 
+  1 
+  2 
+  2 


9-520 
520 
520 
520 
520 

9-520 
520 
520 
520 
520 

9-520 
520 
520 
520 
520 

9-520 
520 
520 
520 
520 

9-520 
520 
520 
520 
520 

9-520 
520 
520 
520 
520 

9-520 
520 
520 
520 
520 

9-520 
520 
520 
520 

520 

9-520 
520 
520 
520 
520 

9-520 
520 
520 
520 
520 

9-520 


8-8650 

5' 
52 
53 

54 

8 -865 5 
5^ 
57 
58 
59 

8-S6()0 
61 
62 

Ö3 

64 

-8665 
6ü 
Ö7 
68 
69 

8-8670 

71 

72 
73 
74 

•86  7  5 
76 
77 
78 
79 

8-8680 

81 

82 

8 

84 

8-8685 
86 

87 
88 
89 

8-8Ö90 

9 
92 

9 
04 

8-8695 
96 
97 
98 
99 

8-8700 


3874 
3870 
38  78 
3879 
38S1 

0-000  3883 
3885 
38S6 
3888 
3890 

O'ooo  3S92 

3894 
3895 
3897 
3899 

3901 
3903 
3904 
3906 
3908 

0-000  3910 

3912 
3913 
3915 
3917 

0000  3919 

3920 
3922 

3924 
3926 


+  2 
+  2 
+  1 
+  2 
+  2 

+  2 
-t-I 

+  2 
+  2 
+  2 

+  2 

+  1 

+  2 

+  2 

+  2 


0-000 

3928 

3930 

3931 

3933 

3935 

0-000 

3937 

3939 

3940 

3942 

3944 

0-000 

3946 

3948 

3949 

3951 

3953 

U'OOO 

3955 

3957 

3958 

3960 

3962 

O'OOO 

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+  1 

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8-8730 
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37 
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4 
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O'OOO  3964 
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O'OOO  3982 

3984 

3986 
3988 

3989 

O'OOO  3991 
3993 
3995 
3997 
3999 


•000  4000 
4002 
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O'OOO  4010 
4012 

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O'OOO  4019 
4021 

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O'OOO  4028 

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O'OOO  4037 

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O'OOO  4047 
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4054 

O'OOO  4056 


+  2 

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9 

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O'OOO  40S4 

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o'ooo  4093 

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O'OOO  4141 

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O'OOO  4150 


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9-520 


198 


Th.  V.  Oppolzer. 


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4452 

+  2 

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9-520 

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0-000  4256 

+  2 
+  2 
+  2 

+  2 
+  2 

9-520 

8 -8905 

O'OOO  4355 

+  2 
+  2 

+  2 

9-520 

8-8955 

0  000  4456 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

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07 

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520 
520 

56 

57 

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520 
520 

08 
09 

4165 
4167 

520 
520 

58 
59 

42Ö2 
4264 

520 
520 

08 
09 

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4363 

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58 
59 

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4464 

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+  2 
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520 

520 

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61 
62 

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4268 
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+  2 
+  2 
+  2 

9-520 
520 
520 

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1 1 
12 

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43Ö7 
4369 

+  2 

+  2 
+  2 

9-520 
520 
520 

8-8960 
61 
62 

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4468 
4470 

+  2 
+  2 
+  2 

9-520 
520 
520 

13 

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4177 

+  2 
+  2 

520 
520 

63 
64 

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4274 

+  2 
+  2 

520 
520 

13 
14 

4371 
4373 

+  2 

+  2 

520 
520 

63 

64 

4472 
4474 

+  2 
+  2 

520 
520 

8-8815 

0-000  4179 

+  2 
+  2 
+  1 
+  2 
+  2 

9-520 

8-8865 

0-000  4276 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

8-8915 

0-000  4375 

+  2 
+  2 
+  2 

+  2 

+  2 

9-520 

8-8965 

0-000  447Ü 

+  2 

+  3 

+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

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520 

520 

67 
68 

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520 
520 

17 
18 

4379 
4381 

520 
520 

67 
68 

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520 

520 

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520 

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520 

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4485 

520 

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0-000  4188 

+  2 

+  2 
+  2 

9-520 

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0-000  4286 

+  1 
+  2 

+  2 

9-520 

8 -8920 

0-000  4385 

+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

8-8970 

0-000  4487 

+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

21 

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520 

71 

4287 

520 

21 

4387 

520 

71 

4489 

520 

22 

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520 

72 

4289 

520 

22 

4389 

520 

72 

4491 

520 

23 

4194 

+  2 

520 

73 

4291 

+  2 

520 

23 

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+  2 

520 

73 

4493 

+  2 

520 

24 

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520 

74 

4293 

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520 

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+  2 

520 

74 

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520 

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+  2 
+  2 

9-520 
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7Ö 

0-000  4295 
4297 

+  2 
+  2 

9-520 
520 

8-8925 
26 

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4397 

+  2 
+  2 

9-520 
520 

8-8975 
76 

0-000  4497 
4499 

+  2 
+  2 

9-520 
520 

27 
28 

4202 
4204 

+  2 
+  2 

+  2 

520 
520 

77 
78 

4299 
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+  2 
+  2 
+  2 

520 
520 

27 

28 

4399 
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+  2 
+  2 
+  2 

520 
520 

77 
78 

4501 
4503 

+  2 
+  2 
+  2 

520 
520 

29 

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520 

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29 

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520 

79 

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8-8830 

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+  2 

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+  2 

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0-000  4405 

+  2 

9-520 

8-8980 

0-000  4507 

+  2 

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+  2 

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+  2 

520 

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+  2 

520 

32 
33 
34 

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4213 
4215 

+  2 
+  2 
+  2 

520 
520 
520 

82 

83 
84 

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4313 

+  2 

+  2 
+  2 

520 
520 

520 

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33 

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4413 

+  2 
+  2 
+  2 

520 
520 
520 

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83 
84 

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45 '4 

45'6 

+  3 

+  2 
+  2 

520 
520 
520 

8-8835 
36 

37 
3S 
39 

0-000  4217 

4219 

4221 
4223 
4225 

+  2 
+  2 
+  2 

+  2 
+  2 

9-520 
520 
520 
520 
520 

8-8885 
86 

87 
88 
89 

0-000  4315 
4317 
4319 
432J 
4323 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 
520 
520 
520 
520 

8-8935 
36 
37 
38 
39 

0 ■ 000  44 I 5 
4417 
44' 9 
4421 

4423 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 
520 
520 
520 

520 

S-89S5 
86 

87 

88 
89 

0-000  4518 

4520 
4522 
4524 

4520 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

+  2 

9-520 
520 
520 
520 
520 

S-8S40 

0-000  4227 

4*  2 

9-520 

8-8890 

0-000  4325 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

+  2 

9-520 

8  -  8940 

0  -  000  4425 

+  2 
+  2 
+  2 

+  2 

+  3 

9-520 

8-8990 

0-000  4528 

+  2 

9-520 

41 

4229 

+  2 

520 

91 

4327 

520 

41 

4427 

520 

9' 

4530 

+  2 

520 

42 

4231 

+  2 

520 

92 

4329 

520 

42 

4429 

520 

92 

4532 

+  2 

520 

43 

4233 

+  2 

520 

93 

433' 

520 

43 

443' 

520 

93 

4534 

+  2 

520 

44 

423s 

+  2 

520 

94 

4333 

520 

44 

4433 

520 

94 

453*» 

+  2 

520 

8-8845 

0000  4237 

+  2 
+  2 

9-520 

S-8895 

0-000  4335 

-f  2 
+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

8-8945 

0-000  4436 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

8-8995 

0-000  453S 

+  3 
+  2 

9-520 

46 

4239 

520 

96 

4337 

520 

46 

4438 

520 

96 

4541 

520 

47 
48 

4241 
4242 

+  1 
+  2 

520 
520 

97 
98 

4339 
4341 

520 

520 

47 
48 

4440 
4442 

520 
520 

97 
98 

4543 
4545 

+  2 
+  2 

520 
520 

49 

4244 

+  2 

520 

99 

4343 

520 

49 

4444 

520 

99 

4547 

+  2 

520 

8-8850 

0-000  424Ö 

9-520 

8-8900 

0-000  4345 

9-520 

8-8950 

o-ooo  4446 

9-520 

8 • 9000 

0-000  4549 

9-520 

über  die  Auflösung  des  Kepler^ sehen  Problems. 


199 


log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

±tg 

[E-M) 

E-M 

Diflf. 

logi/ 

±tg 
{E^M) 

E-M 

Diff. 

log .'/ 

±tg 

(E-M) 

E—M 

Diff. 

log;/ 

±tg 
(E-M) 

E-M 

Diff.  \og,j 

! 

sin  {E—M) 

sin  {E—M) 

sin  (E—M) 

sin  (E—M) 

S • 9000 

0-000  4549 

9-520 

8-9050 

0-000  4654 

+  3 
+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

S -  9 1 00 

o-ooo  4762 

+  3 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

8-91  so 

O'OOO  4873 

+  2 
+  2 

+  3 
+  2 

+  2 

9-520 

Ol 

02 

455  I 
4553 

+  2 
+  2 
+  2 

+  2 

+  2 

520 
520 

51 

52 

4657 
4659 

520 
520 

Ol 

02 

4765 
4767 

520 
520 

51 

52 

4875 
4877 

520 
520 

03 

4555 

520 

53 

4661 

520 

03 

4769 

520 

53 

4880 

520 

04 

4557 

520 

54 

4663 

520 

04 

4771 

520 

54 

4882 

520 

8  •  9005 

o-ooo  4559 

+  2 
+  2 

+  3 
+  2 
+  2 

9-520 

8-9055 

O'OOO  4Ö65 

+  2 
+  2 
+  2 

+  3 
+  2 

9-520 

8-9105 

0-000  4773 

+  2 

+  3 
+  2 

+  2 
+  2 

9-520 

8-9155 

0-000  4884 

4-2 

+  2 

+  3 
+  2 
+  2 

9-520 

06 

4561 

520 

5Ö 

4667 

520 

oü 

4775 

520 

5Ö 

4886 

520 

07 

45^3 

520 

57 

4669 

520 

07 

4778 

520 

57 

488S 

520 

08 

4566 

520 

58 

4671 

520 

oS 

4780 

520 

58 

4891 

520 

09 

4568 

520 

59 

4674 

520 

09 

4782 

520 

59 

4893 

520 

8 "90 10 

0-000  4570 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

8-90Ü0 

0-000  4676 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 
+  3 

9-520 

S-91 10 

o-ooo  4784 

+  2 

+  3 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

8-9160 

0-000  4S95 

+  2 

+  3 
+  2 

+  2 
+  2 

9-520 

IZ 

4572 
4574 

520 
520 

61 
62 

4678 

4680 

520 
520 

1 1 
12 

4786 
4789 

520 
520 

Ol 
62 

4897 
4900 

520 
520 

'3 
14 

4576 
4575^ 

520 
520 

63 
64 

4682 
46S4 

520 
520 

'3 

14 

4791 

4793 

520 
520 

63 
64 

4902 

4904 

520 

520 

8'9oi5 

0-000  4580 

+  2 
+  2 
+  3 

9-520 

8-9065 

0.000  4687 

+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

8-9115 

0-000  4795 

+  2 

+  3 
+  2 

9-520 

8-91Ö5 

0-000  4906 

+  3 
+  2 
+  2 
+  2 
+  3 

9-520 

16 

17 
18 

4582 

4584 
4587 

520 

520 
520 

06 

07 
68 

4689 
4691 
4693 

520 
520 
520 

16 

17 
18 

4797 
4800 
4802 

5^0 
520 
520 

60 
67 
68 

4909 

49' I 
4913 

520 

520 

520 

19 

45S9 

+  2 
+  2 

520 

69 

4695 

+  2 
+  2 

520 

19 

4804 

+  2 

+  2 

520 

69 

4915 

520 

8-9020 

o'ooo  4591 

+  2 
+  2 

+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

8-9070 

0-000  4697 

+  2 

XI 

+  2 
+  2 

9-520 

8-9120 

O'OOO  4S06 

+  2 

+  3 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

8-9170 

O'OOO  4918 

+  2 
+  2 

9-520 

21 

4593 

520 

71 

4699 

520 

21 

4808 

520 

71 

4920 

520 

22 
23 

4595 
4597 

520 
520 

72 
73 

4702 
4704 

520 
520 

22 
23 

48 II 
4813 

520 
520 

72 

73 

4922 
4924 

+  2 

+  3 

+  2 

520 

520 

24 

4599 

520 

74 

4706 

520 

24 

4815 

520 

74 

4927 

520 

8-9025 

0-000  4601 

+  2 

+  3 
+  2 
+  2 

+  2 

9-520 

8-9075 

0000  4708 

+  2 
+  2 

+  3 
+  2 

+  2 

9-520 

8-9125 

0-000  4817 

+  2 
+  3 

9-520 

8-9175 

O'OOO  4929 

+  2 

+  3 

+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

2t) 

4603 

520 

7Ö 

4710 

520 

26 

4819 

520 

76 

4931 

520 

27 

4606 

520 

77 

4712 

520 

27 

4822 

520 

77 

4934 

520 

28 
29 

4608 
4610 

520 
520 

78 
79 

4715 
4717 

520 
520 

28 
29 

4824 
4826 

+  2 

+  2 
+  2 

520 

520 

78 
79 

4936 
4938 

520 
520 

8-9030 
31 
32 

33 

0-000  4612 
4614 
4616 
4618 

+  2 
+  2 
-+-2 
+  2 
+  2 

9-520 
520 
520 
520 

8-9080 
Si 
82 
83 

0-000  4719 

4721 
4723 
4725 

+  2 
+  2 
+  2 

+  3 

+  2 

9-520 
520 
520 
520 

8-9130 
31 
32 
33 

0-000  4828 

4831 
4833 
4835 

+  3 
+  2 
+  2 

+  2 
+  2 

9-520 
520 
520 
520 

8-9180 
81 
82 
83 

O'OOO  4940 

4943 

4945 
4947 

+  3 
+  2 
+  2 
4-2 

+  3 

9-520 
520 

520 

520 

34 

4620 

520 

84 

4728 

520 

34 

4837 

520 

84 

4949 

520 

8-9035 
30 
37 

0-000  4622 
4625 
4627 

+  3 
+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 
520 
520 

8-9085 
86 
87 

0-000  4730 

4732 

4734 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

+  3 

9-520 
520 
520 

8-9135 
30 

37 

o-ooo  4839 

4842 
4844 

+  3 
+  2 
+  2 

+  2 
+  3 

9-520 
520 
520 

8-9185 
86 

87 

0-000  4952 

4954 
4956 

+  2 
+  2 

+  2 

+  3 
+  2 

9-520 
520 
520 

38 

4629 

520 

88 

4736 

520 

38 

4846 

520 

88 

4958 

520 

39 

4Ö31 

520 

89 

4738 

520 

39 

4S48 

520 

89 

4961 

520 

8 ■ 9040 
41 

0-000  4633 
4Ö35 

+  2 
+  2 
+  2 

+  3 
+  2 

9-520 
520 

8-9090 
91 

0-000  4741 
4743 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

520 

8 • 9 I 40 
41 

O'OOO  4851 

4853 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 
+  3 

9-520 
520 

8-9190 
91 

0-000  4963 
4965 

4-2 

+  3 
+  2 

+  2 
+  2 

9-520 

520 

42 

4637 

520 

92 

4745 

520 

42 

4855 

520 

92 

49öS 

520 

43 

4639 

520 

93 

4747 

520 

43 

4S57 

520 

93 

4970 

520 

44 

4642 

520 

94 

4749 

520 

44 

4S59 

520 

94 

4972 

520 

8-9045 

0-000  4644 

+  2 
+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

8-9095 

o-ooo  4751 

+  3 
+  2 
+  2 
+  2 
+  2 

9-520 

S-9'45 

0-000  4862 

+  2 
+  2 
+  2 

+  3 

+  2 

9-520 

8-9195 

0-000  4974 

+  3 

+  2 
+  2 

+  3 
+  2 

9-520 

4ü 

4040 

520 

96 

4754 

520 

40 

4864 

520 

96 

4977 

520 

47 

4648 

520 

97 

4756 

520 

47 

4S66 

520 

97 

4979 

520 

48 

4650 

520 

98 

4758 

520 

48 

4S68 

520 

98 

4981 

520 

49 

4052 

520 

99 

4760 

520 

49 

4S7I 

520 

99 

4984 

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o-ooo  4762 

9-520 

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0-000  4873 

9-520 

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9-520 

200 


Th.  V.  Oppolzer. 


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+  3 
+  2 

+  2 
+  2 
+  3 

9-520 

8-9255 

0-000  5 113 

4-2 

4-3 
4-2 

4-3 

4-2 

9-520 

8-9305 

O'OOO  5232 

4-2 
4-2 

4-3 
4-2 

4-3 

9-519 

8-9355 

O'OOO  5353 

4-2 

4-3 

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4-3 
4-2 

9-519 

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07 
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8-9210 

0-000  5009 

+  2 
+  2 

+  3 

+  2 
+  2 

9-520 

8 -9260 

0-000  5125 

4-2 

4-3 

4-2 
4-2 
4-3 

9-519 

8-9310 

O'OOO  5244 

4-2 

4-3 

4-2 
4-2 
4-3 

9-519 

8-93Ö0 

O'OOO  5365 

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4-2 

+  3 
4-2 

4-3 

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S19 

1 1 
12 

5246 
5249 

519 
S19 

61 
62 

5368 
5370 

519 
519 

14 

5016 
5018 

520 
520 

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5132 
5134 

519 
519 

13 
14 

5251 
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519 
519 

63 

64 

5373 
5375 

519 
S19 

8-9215 

0-000  5020 

+  3 
4-2 
+  2 
+  2 
+  3 

9-520 

8-9265 

0-000  5137 

4-2 
4-2 

4-3 
4-2 
4-2 

9-519 

8-9315 

O'OOO  5256 

4-2 

4-3 
4-2 
4-2 

+  3 

9-519 

8-9305 

O'OOO  5378 

4-2 

4-3 
4-2 
4-2 

4-3 

9-519 

16 
17 
18 

19 

5023 
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5027 
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520 
520 
520 
520 

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519 
519 

16 

17 
18 

19 

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5261 

5263 
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519 

510 

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68 

69 

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5385 
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519 
519 
519 

519 

8-9220 

0-000  5032 

+  2 

9-520 

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0-000  514S 

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9-519 

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O'OOO  52Ö8 

4-2 

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8-9370 

O'OOO  5390 

4-2 

9-519 

21 

22 

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+  3 

+  2 
+  2 

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72 

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4-2 

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4-2 

519 
519 

21 
22 

5270 
5273 

+  3 
4-2 
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519 
5") 

71 
72 

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24 

5041 

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74 

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519 

24 

5277 

519 

74 

5400 

519 

8-9225 

0-000  5043 

+  3 
+  2 
4-2 

+  3 
+  2 

9-520 

S-9275 

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4-3 
4-2 
4-2 

+  3 
4-2 

9-519 

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O'OOO  5280 

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4-3 
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4-3 
4-2 

9-519 

S-9375 

O'OOO  5402 

4-3 
4-2 

4-3 
4-2 

4-3 

9-519 

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5163 

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27 

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520 
520 

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519 

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78 
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5410 
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519 

519 

8-9230 

0-000  5055 

+  2 

9-520 

8-9280 

0 • 000  5172 

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9-519 

8 -9330 

O'OOO  5292 

4-2 

9-519 

8-9380 

O'OOO  5415 

4-2 

9-519 

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4-2 
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32 

33 

5297 
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519 
519 

82 
83 

5420 

5422 

519 
519 

34 

5064 

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84 

5182 

S19 

34 

5302 

519 

84 

5425 

519 

8-9235 

0-000  5066 

+  3 
4-2 

4-2 

4-3 
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9-520 

8-9285 

O'OOO  5184 

4-2 

4-3 
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4-2 
4-3 

9-519 

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O'OOO  5304 

+  3 
4-2 
4-2 

4-3 

4-2 

9-519 

8-9385 

O'OOO  5427 

4-3 
4-2 

4-3 
4-2 

4-3 

9-519 

36 

37 

5069 
5071 

520 
520 

86 

87 

5186 
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S19 

36 

37 

5307 
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5'9 
519 

86 
87 

5430 
5432 

519 
519 

38 
39 

5073 
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520 

520 

88 
89 

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38 
39 

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519 

88 
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5435 
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519 

8-9240 
41 

o-ooo  5078 
5080 

4-2 

+  3 
4-2 

4-2 

4-3 

9-520 
520 

8  -9290 
91 

O'OOO  5196 

5198 

4-2 

4-3 
4-2 
4-2 
4-3 

9-519 
519 

8-9340 
41 

0000  5316 

5319 

4-3 
4-2 

4-3 
4-2 

+  3 

9-519 
519 

8-9390 
91 

O'OOO  5440 

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4-3 
4-2 
4-  1 

9-519 
519 

42 

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92 

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519 

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5'9 

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93 

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43 

5324 

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93 

5447 

519 

44 

5087 

520 

94 

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519 

44 

5326 

519 

94 

5450 

4-2 

519 

8-9245 

o'ooo  5090 

4-2 

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4-2 

4-2 

9-520 

8-9295 

O'OOO  5208 

4-2 

4-3 
4-2 
4-2 
4-3 

9-519 

8-9345 

0-000  5329 

4-2 
4-2 

4-3 
4-2 

4-3 

9-519 

8-9395 

O'OOO  5452 

4-3 
4-2 

4-3 

4-2 

4-3 

9-519 

46 

5092 

520 

96 

5210 

5'9 

46 

5331 

519 

96 

5455 

519 

47 

5094 

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97 

5213 

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47 

5333 

519 

97 

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519 

48 
49 

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5099 

520 
520 

98 
99 

5215 
5217 

S19 
519 

48 
49 

5336 
533S 

S19 
519 

98 
99 

5460 
5462 

5'9 
519 

8-9250 

o-ooo  5101 

9-520 

8  -  9 joo 

O'OOO  5220 

9-510 

S'9350 

o-ooo  5341 

9-519 

8 ' 9400 

O'OOO  5465 

9-519 

über  die  Auflösung  des  Kepler'schen  Problems. 


201 


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+  3 
+  2 

+  3 

+  2 

9-519 

8-9450 

D-000  5591 

+  3 
+  2 

+  3 
+  2 

+  3 

9-519 

3-9500 

0-000  5721 

4-2 
4-3 
4-3 
+  2 

4-3 

9-519 

ä-9550 

D-ooo  5853 

4-3 
4-3 
4-2 

4-3 

4-3 

9-519 

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5596 

S'9 

02 

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519 

52 

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5'9 

03 

5472 

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53 

5599 

519 

03 

5729 

S19 

53 

5861 

S'9 

04 

S47S 

S'9 

54 

5601 

S'9 

04 

573' 

5'9 

54 

5  804 

S'9 

S-9405 

0-000  5477 

+  3 
+  2 

+  3 
+  2 

+  3 

9-519 

8-9455 

o'ooo  5004 

+  5 

+  2 

+  3 

9-519 

8-9505 

0-000  5734 

4-3 
+  2 

+  3 

4-2 

4-3 

)-5'9 

S-9555 

3' 000  5SO7 

+  2 
4-3 
4-3 
+  3 
4-2 

9-519 

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5607 

5'9 

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5737 

519 

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519 

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54S2 

5'9 

57 

5609 

5'9 

07 

5739 

5'9 

57 

5872 

5'9 

08 

S4S5 

519 

58 

5612 

519 

08 

5742 

5"9 

58 

5875 

5'9 

09 

5487 

5'9 

59 

5014 

4"  2 

+  j 

5'9 

09 

5744 

5'9 

59 

5878 

S'9 

8-9410 

0  000  5490 

+  2 

+  3 
+  2 

+  3 

+  2 

9-519 

8  -  9460 

0-000  5617 

+  2 
+  3 

+  3 

+  2 

+  3 

9-519 

8-9510 

O'OOO  5747 

4-3 
4-2 

4-3 
4-3 

4-2 

9-519 

8 -9560 

o-ooo  5S80 

4-3 
4-3 

4-2 

+  3 
4-3 

9' 5 '9 

II 

S492 

519 

61 

5ÖI9 

519 

1 1 

5750 

S'9 

61 

5883 

519 

12 

S495 

S19 

Ö2 

5622 

519 

12 

5752 

519 

62 

5886 

519 

13 

5497 

519 

63 

5625 

5'9 

13 

5755 

5'9 

Ö3 

58S8 

5'9 

"4 

5500 

519 

64 

5627 

5'9 

14 

5758 

S'9 

64 

5891 

519 

8-9415 
16 

0-000  5502 
5505 

+  3 

+  2 

+  3 
+  2 

+  3 

9-519 
519 

8-94Ö5 
66 

O'OOO  5630 
5"32 

+  2 
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+  3 
+  2 

+  3 

9-519 
519 

8-9515 
16 

O'OOO  5760 

5763 

4-3 

+  3 
4-2 

4-3 

4-2 

9-519 
5'9 

8-9505 
66 

0-000  5894 

589Ü 

+  2 
4-3 
+  3 
4-3 
4-2 

9-519 
5'9 

17 

5507 

5>9 

67 

5635 

5'9 

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S'9 

67 

5899 

S19 

18 
19 

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5512 

519 
519 

68 
69 

5<'38 
5640 

5'9 
5'9 

iS 
19 

5768 

577' 

5'9 
S'9 

68 
69 

5902 
5905 

S'9 

S'9 

8-9420 
21 

o-ooo  5515 
5517 

+  2 

+  3 
+  2 

+  3 
+  3 

9-519 
519 

8-9470 
71 

0-000  5643 
5645 

+  2 

4-  1 

9-519 
519 

8-9520 
21 

o-ooo  5773 
5776 

4-3 
4-3 

4-2 
+  3 

4-3 

9-5'9 
519 

8-9570 
71 

0-000  5907 

5910 

4-3 

+  3 
4-2 

4-3 
4-3 

9-5'9 
5'9 

22 
23 

5520 

5522 

519 
519 

72 
73 

5648 
5650 

+  2 

+  3 

+  3 

5'9 
5'9 

22 
23 

5779 
57S1 

S'9 

519 

72 
73 

59'3 
5915 

5'9 
S'9 

24 

5525 

519 

74 

5653 

519 

24 

5784 

5'9 

74 

59'8 

5'9 

8-9425 

0-000  5528 

+  2 

+  3 
+  2 

+  3 
+  2 

9-519 

8-9475 

O'OOO  5656 

+  2 

9-S'9 

8-9525 

0-000  57S7 

4-2 
4-3 

4-3 
4-2 

4-3 

9-519 

8-9575 

0-000  5921 

4-2 
4-3 
4-3 

9-519 

26 

5530 

519 

76 

5658 

5'9 

20 

5789 

S'9 

70 

5923 

519 

27 

5533 

5'9 

77 

5661 

+  2 
+  3 

+  3 

S'9 

27 

5792 

S'9 

77 

592Ö 

5'9 

28 

5535 

5>9 

78 

5663 

S'9 

28 

5795 

5'9 

78 

5929 

5'9 

29 

5538 

519 

79 

5660 

S19 

29 

5797 

5'9 

79 

5932 

t-  j 

•f  2 

5'9 

8-9430 

0-000  5540 

+  3 
+  2 

+  3 

+  2 

+  3 

9-519 

8-9480 

O-OOO  5669 

+  2 

+  3 
+  2 

+  3 
+  3 

9-519 

8-9530 

0-000  5800 

9-5'9 

8-9580 

0-000  5934 

+  3 
4-3 
4-3 
4-2 

4-3 

9-5'9 

31 

5543 

519 

81 

5671 

519 

3' 

5803 

-r  3 
4-2 

4-3 
4-3 

+  2 

5'9 

81 

5937 

S'9 

32 

5545 

519 

82 

5Ö74 

5'9 

32 

580s 

519 

82 

5940 

519 

33 

5548 

519 

83 

5076 

5'9 

33 

5808 

5'9 

83 

5943 

5'9 

34 

5550 

519 

84 

SÖ79 

519 

34 

S811 

5'9 

84 

5945 

5'9 

S-9435 

0-000  5553 

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4-3 
+  2 

+  3 

9-519 

8-9485 

0-000  5682 

+  2 

+  3 

+  2 

+  3 
-+-3 

9-519 

8-9535 

o-ooo  5813 

4-3 
4-3 
+  2 

+  3 
4-3 

9-519 

8-9585 

0-000  5948 

4-3 
4-2 

4-3 

4-3 
4-3 

9-519 

3" 

5555 

S19 

80 

5684 

5'9 

36 

5816 

S'9 

86 

595' 

S'9 

37 

5558 

519 

87 

5687 

519 

37 

5819 

519 

87 

5953 

S'9 

38 

5561 

519 

88 

5089 

S'9 

38 

5821 

519 

SS 

5956 

S'9 

39 

5563 

5 19 

89 

5692 

S'9 

39 

5824 

S'9 

89 

5959 

5'9 

8 • 9440 
41 

o-ooo  5566 
5568 

+  2 

+  3 

+  2 

+  3 
+  2 

9-519 
519 

8  -  9490 
91 

0-000  5695 
5<J97 

+  2 

+  3 

+  2 

9-519 
S'9 

8-9540 
41 

0-000  5827 

5829 

+  2 
+  3 
4-3 

4-2 

4-3 

9-519 
5'9 

8-9590 
9' 

0-000  5962 
5964 

4-2 
4-3 
4-3 
4-3 

4-2 

9-519 
S'9 

42 

5571 

S19 

92 

5700 

S'9 

42 

5832 

5'9 

92 

5967 

S'9 

43 
44 

5573 
557t 

519 
519 

93 
94 

5702 
5705 

+  3 

+  3 

S19 
5'9 

43 
44 

5835 
5837 

S'9 
519 

93 
94 

5970 
5973 

5'9 
5'9 

S-9445 

0-000  557S 

+  2 
+  2 

9-519 

8-9495 

o-ooo  570S 

+  2 
+  3 
+  3 
4-2 

+  3 

9-519 

8-9545 

0-000  584c 

+  3 

1  n 

9-519 

8-9595 

0-000  5975 

-i-  -z 

9-519 

46 

5581 

S19 

96 

5710 

S'9 

4t 

5843 

S'9 

9ü 

5978 

4-3 

4-2 
+  3 
4-3 

519 

47 

5584 

S19 

97 

5713 

5'9 

47 

5845 

T  2 
+  2 

5'9 

97 

5981 

5'9 

4S 

5581 

S19 

98 

5716 

S'9 

4S 

584S 

5'9 

98 

5983 

5'9 

4L 

558^ 

519 

99 

5718 

5'9 

49 

5851 

519 

99 

5981 

519 

8 -9450 

) 0-000  559 

9-519 

8 -950c 

) 0-000  5721 

9-519 

8 -955c 

o-ooo  585; 

9-5'9 

8  - 9Ö00 

0-000  5989 

9-S'9 

Deokschriften  der  mathem.-aaturw.  CI.   L.  Bd. 


26 


202 


Th.  V.  Oppolzer. 


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S • 9Ö00 

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02 

0-000  5989 
5992 
5994 

+  3 
+  2 

9"5i9 
519 
519 

8-9650 
5' 

52 

o-ooo  6128 
6I3I 

6133 

+  3 

+  2 

+  3 
+  3 
+  3 

9-519 
519 
519 

8-9700 

Ol 

02 

0-000  6270 

6273 
6275 

+  3 

+  2 

+  3 
+  3 
+  3 

9-519 
519 
519 

8-9750 
51 

52 

0000  6415 
6418 
6421 

+  3 
+  3 

+  3 
+  3 
+  3 

9-519 

S'9 
5'9 

03 
04 

5997 
6000 

+  3 
+  3 
+  3 

519 
519 

53 
54 

6136 
6139 

519 
519 

03 

04 

627S 
6281 

519 
519 

53 
54 

6424 
6427 

519 
519 

8-9605 
06 

0-000  Ü003 
Ö005 

+  2 

9-5'9 
S'9 

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56 

0-000  6142 

6145 

+  3 
+  2 

+  3 
+  3 
+  3 

9-519 
5'9 

8-9705 
06 

0-000  6284 
6287 

+  3 
+  3 
+  3 
+  3 
+  2 

9-519 
519 

8-9755 
56 

0-000  6430 
6433 

+  3 
+  3 

+  2 

+  3 
+  3 

9-519 
519 

07 

Ö008 

+  3 

519 

57 

6147 

519 

07 

6290 

519 

57 

6436 

S'9 

oS 

601 1 

+  3 

519 

58 

6150 

S19 

08 

6293 

519 

58 

6438 

5'9 

09 

6014 

+  3 
+  2 

519 

59 

6153 

519 

09 

6296 

S19 

59 

6441 

519 

8-9610 

0-000  6016 

9-519 

8  -  9660 

0-000  6156 

+  3 
+  3 
+  2 

9-519 

8-9710 

0-000  6298 

+  3 

9-519 

8-9760 

0-000  6444 

+  3 
+  3 
+  3 
+  3 

+  3 

9-519 

II 

6019 

+  3 

519 

61 

6159 

519 

1 1 

6301 

519 

61 

6447 

S'9 

12 

6022 

+  3 

519 

62 

6162 

519 

12 

6304 

+  3 
+  3 

519 

62 

6450 

519 

13 

6025 

+  3 

519 

63 

6164 

519 

13 

6307 

5>9 

63 

6453 

519 

14 

6028 

+  3 
+  2 

519 

64 

6167 

+  3 
+  3 

519 

14 

6310 

+  3 
+  3 

5>9 

64 

6456 

5'9 

8-9615 

0-000  6030 

9-519 

8-9665 

0-000  6170 

9'5i9 

8-97>5 

O-QOO  6313 

9-519 

8-97Ö5 

0-000  6459 

+  3 

9-519 

lö 

6033 

+  3 

SK^l 

66 

6173 

+  3 

519 

16 

6316 

+  3 

519 

66 

6462 

5'9 

17 

Ü036 

+  3 

519 

67 

6176 

+  3 

+  2 

+  3 

+  3 

519 

17 

6319 

+  3 
+  3 
+  2 

+  3 

519 

67 

6465 

+  3 
+  3 
+  3 
+  3 

S'9 

18 
■9 

6039 
6041 

+  3 
+  2 

+  3 

519 
519 

68 
69 

6178 
6I8I 

519 
5>9 

18 
19 

6322 
6324 

5'9 
519 

68 
69 

6468 
6471 

S19 

5'9 

8-9620 

o'ooo  6044 

+  3 
+  3 

+  2 

+  3 
+  3 

9-519 

8-9Ö70 

0-000  ÖI84 

+  3 
+  3 
+  3 
+  2 

+  3 

9-519 

8-9720 

0-000  6327 

+  3 
+  3 
+  3 

+  3 
+  3 

9-519 

S-9770 

0-000  6474 

+  3 
+  3 
+  3 

+  3 
+  3 

9-519 

21 

6047 

519 

71 

6187 

519 

21 

6330 

519 

71 

6477 

519 

22 
23 

6050 
6052 

5>9 
519 

72 

73 

6190 

6193 

519 
519 

22 
23 

Ö333 
6336 

519 
S19 

72 
73 

6480 
6483 

5'9 
5'9 

24 

6055 

519 

74 

6195 

519 

24 

6339 

519 

74 

6486 

S'9 

8-9625 

0-000  6058 

■^-3 

9'5i9 

8  9675 

o-ooo  6198 

+  3 

9-519 

8-9725 

0-000  6342 

+  3 

9-519 

8-9775 

0-000  6489 

+  3 
+  3 
+  3 
+  3 
+  3 

9-519 

26 

606 1 

519 

7Ö 

6201 

519 

26 

6345 

519 

76 

6492 

5'9 

27 

6064 

+  3 
+  2 

519 

77 

6204 

-1-3 
+  3 
+  3 
+  3 

519 

27 

6348 

+  3 
+  3 
+  3 
+  2 

5>9 

77 

6495 

5'9 

28 

6066 

519 

78 

6207 

519 

28 

Ö35I 

519 

78 

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S'9 

29 

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+  3 

+  3 

519 

79 

Ö2I0 

5'9 

29 

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519 

79 

6501 

5'9 

8-9630 

0-000  6072 

+  3 
+  2 

9-519 

8  - 96S0 

0-000  6213 

+  2 
+  3 
+  3 
+  3 
+  3 

9-519 

8-9730 

0-000  635Ü 

+  3 
+  3 
+  3 
+  3 
+  3 

9-519 

S-9780 

0-000  6504 

+  3 
+  3 
+  3 

+  3 
+  3 

9-519 

31 

32 

6075 
6077 

519 
519 

Si 

82 

6215 

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519 
519 

31 
32 

Ö359 
6362 

519 
519 

Si 
82 

6507 
6510 

519 
S'9 

33 

60S0 

+  3 

519 

83 

6221 

S19 

33 

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S'9 

S3 

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S'9 

34 

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+  3 
+  3 

519 

84 

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519 

34 

6368 

S'9 

84 

6516 

S'9 

8-9635 

0-000  60S6 

9-519 

8-9685 

O'OOO  6227 

+  3 
+  2 

9-519 

8-9735 

0-000  6371 

+  3 
+  3 
+  3 
+  3 
+  3 

9-519 

8-9785 

0-000  6519 

+  3 
+  3 
+  3 
+  3 
+  2 

9-519 

36 

6089 

-1-  3 
+  2 

519 

81. 

6230 

519 

36 

6374 

5'9 

86 

6522 

S'9 

37 

6091 

519 

87 

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5 '9 

37 

6377 

519 

87 

6525 

S'9 

3S 

6094 

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5'9 

SS 

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+  3 
+  3 

+  3 

519 

38 

6380 

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88 

6528 

S'9 

39 

6097 

+  3 

+  3 

519 

89 

6238 

5 '9 

39 

6383 

5 '9 

89 

653' 

S'9 

8-9040 

0  000  6100 

9'5i9 

8-9690 

0000  6241 

9-519 

8-9740 

0-000  6386 

+  3 
+  2 

-t-3 
+  3 

+  3 

9-519 

8-9790 

0-000  6533 

+  3 
+  3 
+  3 
+  3 
+  3 

9S'9 

41 

6103 

+  3 

+  2 

+  3 
+  3 
+  3 

S19 

91 

6244 

+  3 
+  3 
+  3 

+  2 

+  3 

519 

41 

6389 

S'9 

91 

6536 

5'9 

42 

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519 

92 

6247 

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42 

6391 

S'9 

92 

6539 

519 

43 

6108 

519 

93 

6250 

519 

43 

6394 

519 

93 

6542 

S'9 

44 

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519 

94 

6252 

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44 

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5 '9 

94 

6545 

519 

8-9645 

0  -  000  ö 1 1 4 

9-519 

S-9695 

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9-S'9 

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0-000  654S 

+  3 
+  3 
+  3 
+  3 
+  3 

9-519 

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6117 

+  3 

519 

96 

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+  3 

519 

46 

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519 

96 

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47 

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519 

97 

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+  3 
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S19 

47 

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+  3 
+  3 

519 

97 

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4S 

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+  3 
+  3 
+  3 

519 

98 

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519 

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49 

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519 

99 

6560 

S19 

8-9650 

0000  612S 

9'5I9 

8-9700 

0-000  6270 

9-519 

8-9750 

0-000  6415 

9-5'9 

8 • 9800 

0-000  6563 

9-519 

über  die  AiißösMiKj  des  Kepler'svheu  Fruhlcnis. 


2(1 3 


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9-518 

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04 

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+  3 

519 

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+  3 
+  3 

518 

04 

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518 

54 

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o-ooo  6579 

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+  3 
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5'9 

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+  3 

+  3 
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+  3 
+  3 

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S18 

8  -  9905 
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0-000  6887 
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+  3 
+  3 
+  3 
+  3 
+  3 

9-518 
5'8 

8-9955 
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o-ooo  7040 

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+  3 

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Ol 

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12 
13 

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+  3 
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519 

519 

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03 

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518 
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14 

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519 

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14 

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518 

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9-519 
519 

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0-000  6762 

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+  3 

9-518 
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S-9915 
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0-000  6918 
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+  3 

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5'8 

8-9965 
66 

0-000  7078 
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5'S 

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518 

67 

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+  3 
+  3 

5.8 

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+  3 

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+  3 
+  3 

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+  3 

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74 

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51S 

24 

6947 

518 

74 

7108 

S'S 

8-9825 

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9-518 

S-9S75 

O'OOO  07g3 

+  3 

9-518 

8-9925 

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+  3 
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78 

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+  3 

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+  3 

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9-518 

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9-518 

8-9980 

0-000  7127 

+  3 
+  4 
+  3 
+  3 
+  4 

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+  3 
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9-518 

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0-000  6982 

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+  3 
+  4 
+  3 
+  3 

9-5'8 

8-9985 

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+  3 
+  3 
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+  3 

9-518 

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+  3 

518 

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+  3 

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9-518 

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+  3 
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+  3 

9-5«8 

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0-000  7160 

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6691 

+  i 

+  3 

+  3 

518 

92 

6840 

+  3 

5.8 

42 

7004 

5'8 

92 

7160 

S'8 

43 

6694 

S18 

93 

6849 

+  3 
+  2, 

+  3 

51S 

43 

7008 

518 

93 

7170 

S'8 

44 

6697 

518 

94 

6852 

518 

44 

701 1 

518 

94 

7173 

S'S 

8-9845 

o'ooo  6700 

+  3 
•+-3 

9-518 

8-9895 

o-ooo  6S55 

+  3 

+  4 

9-518 

8-9945 

0-000  7014 

+  3 
-t-3 
+  4 
+  3 
+  3 

9-S'8 

8-9995 

0 • 000  7 I 76 

-t-4 
+  3 
+  3 
+  3 

+  A 

9-5,8 

4ü 
47 

6703 

6706 

51.S 
518 

96 

97 

685S 
6862 

518 
5,8 

46 

47 

7017 
7020 

518 
5.8 

96 
97 

7180 
7183 

S'S 

S'S 

48 

6709 

+  3 
+  3 

+  3 

518 

98 

Ö865 

+  3 
+  3 
+  3 

51.S 

4« 

7024 

5.8 

98 

7186 

518 

49 

Ö712 

518 

99 

6868 

51S 

49 

7027 

5'S 

99 

7189 

S'S 

8-9850 

o-ooo  0715 

9-518 

8-9900 

0-000  6871 

9-518 

8-9950 

o-ooo  7030 

9-5'S 

9-0000 

o-ooo  7193 

9-518 

26* 


204 


Th.  V.  Oppolzer. 


log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

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{E-M) 

E-M 

Diff. 

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E-M 

sin  {E — M) 

Diff. 

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±tg 
(E~M) 

E-M 

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(E-M) 

E-M 

sin  {E—M) 

Diff. 

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sin  (E—M) 

9 • oooo 

0-000  7193 

+  3 
+  3 
+  4 
+  3 
+  3 

9-518 

9-0050 

0-000  7359 

+  4 
-t-3 
+  3 
+  4 

+  3 

9-518 

9 ■ 0 I 00 

o-ooo  7529 

+  4 
+  3 
+  4 
+  3 

+  4 

9-518 

9-0150 

0-000  7704 

+  3 
-t-4 
+  3 
+  A 

+  3 

9-518 

Ol 

7196 

518 

51 

73Ö3 

51S 

Ol 

7533 

518 

51 

7707 

5.8 

02 

7199 

518 

52 

7366 

5.8 

02 

7536 

S18 

52 

7711 

518 

03 

7203 

5.8 

53 

7369 

518 

03 

7540 

S18 

53 

7714 

518 

04 

720Ö 

518 

54 

7373 

518 

04 

7543 

518 

54 

7718 

518 

9-0005 

o-ooo  720g 

-f4 

+  3 

+  3 
+  4 

9-5'8 

9-0055 

o-ooo  7376 

+  3 
+  4 
+  3 
+  4 

+  3 

9-518 

9-0105 

0-000  7547 

+  3 
+  4 
+  3 
+  4 
+  3 

9-518 

9-0155 

0-000  7721 

+  A- 

+  3 
-t-4 
+  3 
■t-4 

9-518 

oO 

7213 

5-8 

5«^ 

7379 

518 

06 

7550 

518 

56 

7725 

5'8 

07 

7216 

518 

57 

7383 

518 

07 

7554 

518 

57 

7728 

518 

08 
09 

7219 

7222 

5"8 

51S 

58 
59 

73S6 
7390 

518 

518 

08 
09 

7557 
7561 

518 
5.8 

58 
59 

7732 
7735 

5.8 
518 

9  •  00 1 0 

0-000  7226 

+  Z 
+  Z 
+  A 

+  3 

+  3 

9-518 

9  -  0060 

0-000  7393 

+  3 
+  4 
+  3 
+  3 
+  4 

9-5-8 

g-oi 10 

0-000  7564 

+  3 
-t-4 
+  3 

+  4 
+  3 

9-518 

9-0160 

0-000  7739 

9-518 

1 1 
12 

13 

7229 
7232 
7236 

S18 

518 
518 

61 

62 
63 

7396 
7400 

7403 

518 
518 
5.8 

II 
12 
13 

7567 
7571 
7574 

5.8 
518 
518 

61 
62 
63 

7743 
7746 
7750 

-t-4 
+  3 
+  A 
+  3 
-f4 

518 
518 
5.8 

14 

7239 

518 

64 

7406 

518 

14 

7578 

518 

64 

7753 

518 

9 '00 15 

0-000  7242 

-f  3 
+  3 
+  4 
+  3 

9-518 

9-0065 

0-000  7410 

-t-3 
+  4 
+  Z 
+  3 
-^4 

9-5'8 

90115 

o-ooo  7581 

+  4 
+  3 
+  4 
+  3 
+  4 

9-518 

9-0.65 

0-000  7757 

+  3 

9-518 

Kl 

7240 

518 

6ü 

7413 

518 

lO 

7585 

5.8 

06 

7760 

518 

17 

7249 

518 

67 

7417 

5-8 

17 

7588 

518 

67 

7764 

■t-4 
+  3 
-t-4 
+  3 

518 

iS 
19 

7252 
725Ö 

518 
51S 

6S 
69 

7420 
7423 

518 
518 

18 
19 

7592 

7595 

5.8 
5,8 

68 
69 

7707 
7771 

518 
518 

9  0020 

0-000  7259 

+  3 

9-518 

9-0070 

0-000  7427 

+  i 

9-518 

9-0120 

o-ooo  7599 

+  3 

9-518 

9  Ol  70 

0-000  7774 

■t-4 

9-518 

21 

7202 

518 

71 

7430 

518 

21 

7Ö02 

51S 

71 

7778 

S18 

22 

7266 

+  4 

+  3 
+  3 
+  3 

518 

72 

7434 

+  4 
+  3 
+  3 
+  A 

518 

22 

7606 

+  4 
+  3 
+  4 
+  3 

518 

72 

7782 

-1-4 
+  3 
+  A 
+  3 

S18 

23 

7269 

518 

73 

7437 

5'S 

23 

7609 

5.8 

73 

7785 

S18 

24 

7272 

51S 

74 

7440 

51S 

24 

7Ö13 

518 

74 

7789 

518 

9-0025 

O-OOO  7275 

+  4 
-*-3 
+  3 
+  4 
+  3 

9-518 

9-0075 

o-ooo  7444 

+  Z 
+  4 
+  3 
+  3 
+  4 

9-5>8 

9-0125 

0-000  7616 

+  4 
+  3 
+  4 
+  3 
-t-4 

9-5.8 

9-0175 

0-000  7792 

■t-4 
-1-3 
-^4 
■t-4 
-1-3 

9-518 

26 
27 

7279 
7282 

518 
518 

7ti 
77 

7447 
7451 

5-8 
5'8 

2Ö 

27 

7620 
7623 

518 
51S 

76 
77 

7796 
7799 

518 
518 

28 

7285 

518 

78 

7454 

51S 

28 

7627 

5«8 

78 

7803 

518 

29 

7289 

518 

79 

7457 

518 

29 

7630 

5.8 

79 

7807 

51S 

9  0030 

0-000  7292 

-f3 

9-518 

9  -  0080 

0-000  7401 

9-518 

9-0130 

0-000  7634 

-t-3 
+  A 
+  3 

9-518 

9-0180 

0-000  7810 

+  A 
+  3 
-t-4 
+  3 
-t-4 

9-518 

31 

7295 

518 

81 

7464 

+  3 

518 

31 

7^37 

5'8 

Si 

7814 

5.8 

32 

7299 

+  4 
+  3 

518 

82 

7468 

-1-4 

518 

32 

7Ö41 

518 

82 

7817 

518 

33 

7302 

S18 

83 

7471 

+  3 

518 

3,3 

7644 

518 

83 

7821 

518 

34 

7306 

+  4 
+  3 

5.8 

84 

7475 

+  4 
+  2 

518 

34 

7648 

+  4 

-t-3 

518 

84 

7824 

518 

9 '0035 

0-000  7309 

+  3 
+  4 

-1-3 
+  3 

+  4 

9-518 

9  •  0085 

0-000  7478 

+  3 

9-518 

9-0135 

0-000  7651 

+  4 

9-518 

9-0.85 

0-000  7828 

-t-4 
+  3 
+  A 
-t-3 
-1-4 

9-518 

3Ö 

73>2 

518 

86 

7481 

518 

3Ö 

7055 

518 

86 

7832 

518 

37 

731Ö 

518 

87 

7485 

+  4 

518 

37 

7658 

-t-3 
■t-4 
+  3 

+  A 

518 

87 

783s 

518 

38 

7319 

51S 

88 

7488 

+  i 
■f4 
+  3 

518 

38 

7662 

518 

88 

7839 

518 

39 

732z 

518 

89 

7492 

518 

39 

7665 

51.S 

89 

7842 

518 

9-0040 

0-000  732b 

-f3 
+  3 
+  4 
+  3 
+  3 

9-518 

9-0090 

0-000  7495 

+  4 

+  3 
+  3 
-t-4 
+  3 

9-518 

9-0140 

0-000  7Ü69 

-t-3 
-1-4 
-1-3 
^-4 
-t-3 

9-518 

9-0.90 

0-000  7846 

-t-4 

+  3 
-t-4 
-t-3 
-1-4 

9-518 

41 
42 

7329 
7332 

518 
518 

91 
92 

7499 
7502 

518 
518 

41 

42 

7672 
7676 

518 
518 

91 
92 

7850 
7853 

518 
518 

43 

7336 

518 

93 

7505 

518 

43 

7679 

518 

93 

7857 

518 

44 

7339 

518 

94 

7509 

518 

44 

7683 

518 

94 

7860 

5.8 

9-0045 

0-000  7342 

+  4 
+  3 
+  3 
-(-4 
+  3 

9-518 

9-0095 

o-ooo  7512 

9-518 

9  0145 

0000  7Ö86 

-t-4 
+  3 
+  4 
+  3 
+  \ 

9-5.8 

9-0195 

0-000  7804 

-t-3 
■f  4 
+  A 
+  3 
-t-4 

9-518 

4Ö 

734Ö 

5.8 

96 

75IÖ 

+  4 
+  3 

518 

46 

7690 

518 

96 

7867 

518 

47 

7349 

518 

97 

7519 

518 

47 

7693 

518 

97 

7871 

518 

48 

7352 

518 

98 

7523 

+  3 
+  3 

518 

48 

7697 

518 

98 

7875 

51S 

49 

7356 

518 

99 

7526 

518 

49 

7700 

518 

99 

7878 

518 

9-0050 

0-000  7359 

9-5>8 

9  -  0 1 00 

o-ooo  7529 

9-518 

9-0150 

0-000  7704 

9-518 

9-0200 

0-000  78S2 

9-518 

über  die  Auflösung  des  Kepler' sc/ien  rroblcms. 


205 


log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

±tg 

(E-M 

E-M 

DitT 

•ogtf 

±tg 
{E-M 

E-M 

sin  {E—M 

Ditf 

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{E-M 

E-M 

Diff 

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±tg 
{K-M 

E—M 

Diff 

•ogy 

sin  {E—M) 

sin  (E — M) 

sin  {E—M 

9 "0200 

0-000  7S82 

9-518 

9 -025c 

0-000  806/ 

9-S18 

9-030C 

O'OOO  8251 

9-517 

9-03500-000  8441 

+  '\ 

9-517 

Ol 

7  886 

+  4 

S>8 

51 

8068 

+  4 

518 

Ol 

8254 

+  3 

517 

51 

8445 

517 

02 

7889 

+  3 
+  4 
+  3 

-+-4 

518 

52 

8072 

+  4 
+  3 

:: 

518 

02 

8258 

+  4 
+  4 

+  4 
+  4 

517 

5: 

8449 

+  A 
+  A 
+  A 
-t-4 

517 

03 

7893 

S18 

53 

8075 

518 

03 

8262 

517 

5: 

8453 

517 

04 

7896 

51S 

54 

8079 

51S 

04 

8206 

517 

5-1 

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517 

9 •0205 

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9-518 

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O'OOO  827c 

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+  4 
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9-517 

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+  4 
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9-517 

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07 

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517 

08 

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58 

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518 

59 

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518 

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59 

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9-518 

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+  4 
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9-518 

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9-517 

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0-000  8480 

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+  4 
+  4 
+  4 

9-517 

1 1 

12 
13 

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7925 
7929 

518 
518 
518 

61 
62 
03 

8105 
8109 
8112 

S18 

5.8 
518 

12 
13 

8292 
8296 
8300 

517 
517 
S17 

61 

02 
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8484 
8488 
8492 

517 
517 
517 

14 

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+  4 
+  3 

S18 

64 

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+  4 

+  4 

518 

14 

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517 

64 

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517 

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O'OOO  7936 

9-518 

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0-000  8120 

9-518 

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o-ooo  8307 

9-517 

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O'OOO  8500 

-1-3 
-1-4 

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+  4 

+  3 

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66 
67 

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5.8 
518 

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17 

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517 

66 
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517 
517 

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+  4 
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5.8 
518 

08 
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+  4 
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+  3 

518 
518 

18 
19 

8319 
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+  4 
+  3 

517 
517 

08 
69 

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■t-4 
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517 

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0-000  7954 

+  4 
+  4 

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9-0270 

0-000  8138 

+  4 
+  4 

9-517 

9-0320 

0-000  8326 

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-t-4 

9-517 

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O'OOO  8519 

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517 
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21 
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517 
517 

71 
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517 
517 

23 

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518 

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23 

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73 

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29 

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29 

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9-518 

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9-517 

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9-517 

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517 

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517 

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+  4 
+  3 
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53 

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-1-4 
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83 

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517 

34 

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518 

84 

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+  4 
+  3 

517 

34 

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84 

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9-517 

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+  3 
+  4 
+  4 
+  3 

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+  4 

517 

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517 

89 

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0-000  8027 

4-4 
+  4 
+  3 
+  4 
+  4 

9-518 

9-0290 

O'OOO  8213 

9-517 

9-0340 

0-000  8403 

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+  3 
+  A 
+  A 

9-517 

9 • 0390 

0-000  8597 

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-t-4 
4-4 
+  4 
-t-4 

9-517 

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518 
518 

91 
92 

8217 
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+  4 

517 

517 

41 
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517 

517 

91 
92 

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43 

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518 

93 

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44 

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+  4 
+  4 

9-518 

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+  3 

9-517 

9-0345 

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9-517 

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O'OOO  8617 

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9-517 

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46 

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0  000  8064 

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O'OOO  8251 

9-517 

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0-000  8441 

9-517 

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O'OOO  8O37 

9-517 

206 


Th.  V.  02}2)olzer. 


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+  4 
4-4 
+  4 
+  4 
4-4 

9-517 

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0-000  9040 

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4-4 
4-4 
4-4 

4-4 

9-517 

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54 

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4-4 

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4-4 

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9-517 

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+  4 
+  4 

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57 

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+  4 
4-4 

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517 

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59 

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+  4 
+  4 
+  4 
+  4 
+  4 

9-517 

9-0460 

0-000  8877 

4-4 

4-4 
4-4 
+  4 
4-4 

9-517 

9-0510 

0-000  90S2 

4-4 
4-4 
4-4 

4-4 
+  S 

9-517 

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0-000  9292 

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4-4 

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-^4 

9-517 

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12 

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11 
12 

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517 
517 

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517 
517 

13 

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0-000  8090 

+  4 
+  4 
+  4 
+  4 

+  4 

9-517 

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4-4 
4-4 
4-4 
4-4 
4-4 

9-517 

9-0515 

0000  9103 

4-4 

4-4 
4-4 
4-4 
+  4 

9-517 

9-0565 

0-000  9313 

4-4 
4-4 

4-5 
4-4 
4-4 

9-517 

16 

8700 

517 

66 

8901 

517 

16 

9107 

517 

66 

9317 

517 

17 

8704 

517 

67 

8905 

517 

17 

gm 

517 

^7 

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517 

18 
19 

S70S 
8712 

S17 
517 

68 
69 

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517 

5'7 

18 
19 

9115 
9119 

517 

517 

68 
üg 

9326 
9330 

517 
517 

9-0420 

0-000  87 16 

+  4 
+  4 
+  4 
+  4 
+  4 

9-517 

9-0470 

0-000  89 17 

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4-4 

4-5 

4-4 
4-4 

9-517 

9-0520 

0000  9123 

4-5 
4-4 
+  4 
4-4 
4-4 

9-517 

9-0570 

0-000  9334 

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4-5 
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4-5 

9-517 

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22 

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517 

71 

72 

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517 

23 

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23 

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9-517 

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9-517 

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9-517 

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+  4 

+  4 

+  4 

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0-000  8958 

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0-000  gi65 

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0-000  9377 

4-4 

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517 

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+  4 

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33 

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5'7 

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+  4 
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4-4 
4-4 
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+  4 
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4-4 

517 

39 

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517 

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+  4 
+  4 

9-5'7 

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0-000  8999 

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4-4 
4-5 
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9-517 

9-0540 

0-000  9207 

4-4 
4-5 
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4-4 
4-4 

9-517 

9-0590 

0-000  9420 

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4-4 

-^5 
4-4 
4-4 

9-517 

41 

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8804 

517 
517 

91 

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517 

41 

42 

921 1 
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517 

91 
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517 
517 

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517 

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+  4 
+  4 
+  4 
+  4 
+  4 

9-517 

9  0495 

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9-517 

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4-5 
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9-517 

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0-000  9040 

9-517 

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0-000  9249 

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9  -  0600 

0-000  9463 

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über  die  Auflösung  ihn  Kepler  sehen  Fruhlems. 


207 


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517 
517 
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9-516 
516 
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03 
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+  5 

9-516 
516 
5.6 

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516 

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52 
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54 

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+  5 
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+  5 

9-516 
516 
516 
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9' 0605 
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07 
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9"5i7 
517 
517 

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9-0655 
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59 

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+  5 

9-516 
516 
516 
516 
51Ö 

9-0705 
06 

07 
08 
09 

O'OOO  9928 

9932 

9937 
9941 
9946 

+  4 
+  5 
+  4 
+  5 
+  4 

9-516 
S16 
5.6 
516 

51" 

9-0755 
56 
57 
58 
59 

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+  5 
+  4 
+  5 

9-516 
516 
516 
5.6 
516 

9 '  06 1 0 
1 1 
12 

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O'OOO  9506 
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■+•4 
+  4 
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+  4 

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5>7 
517 
5'7 

9' 0660 
61 
62 
«'3 

O'OOO  9720 

9730 

9735 
9739 

+  4 
+  5 
+  4 
+  5 
+  4 

9-516 
516 
516 
516 

9'07io 
1 1 
12 
13 

O'OOO  9950 
9955 
9959 
9964 

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+  4 
+  5 
+  5 
+  \ 

9-516 
516 
516 
516 

9 '0760 
61 
62 
63 

O'OOI  Ol  So 

0185 
0189 
0194 

+  5 
+  4 
+  5 
+  5 

9-516 
51U 
516 
516 

14 

9524 

517 

Ö4 

9744 

510 

14 

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516 

64 

0199 

+  4 

516 

9'ol)i5 

0000  9528 

+  4 
+  5 
+  4 

+  4 
+  S 

9'5i7 

9' 0665 

O'OOO  9748 

+  S 
+  A 
+  4 
+  5 
+  4 

9516 

90715 

O'OOO  9973 

+  S 
-f4 
+  5 
•f  4 
•t-5 

9-516 

9-0705 

0001  0203 

+  5 
+  5 
-f4 
+  5 
+  5 

9-516 

lü 

17 

18 

19 

9532 
9537 
9541 
9545 

517 
517 
517 
517 

66 

67 
68 
69 

9753 
9757 
97ÜI 
9766 

516 
51Ö 
516 
516 

lü 

17 
18 

19 

9978 
9982 
9987 
9991 

516 
516 
516 
516 

66 
67 
ÖS 
69 

0208 
0213 
0217 
0222 

516 
516 
510 
516 

9' 0620 
21 
22 
23 
24 

O'OOO  9550 
9554 
9559 
95Ö3 
9567 

+  4 
+  5 
+  4 
+  4 
+  5 

9-517 
5'7 
517 
517 
517 

9'oö7o 

71 

72 

73 
74 

O'OOO  9770 
9775 
9779 
97S4 
978S 

+  5 
-(-4 

+  5 
+  4 
+  5 

9-516 
516 

516 
511. 
510 

9' 0720 
21 
22 
23 
24 

0000  999Ö 

001  0001 

0005 

0010 

0014 

+  5 
•+-4 

+  5 
+  4 
+  5 

9-516 
516 
5-6 
516 
516 

9-0770 
71 
72 
73 
74 

O'OOI  0227 

0231 

0236 
0241 

0245 

+  4 
+  5 
+  5 
+  4 
+  5 

9-516 
516 
516 
5.6 
516 

g'oÖ2  5 
20 

27 
28 

29 

O'OOO  9572 

957«' 
9580 

95S5 
9589 

+  4 
+  4 

+  5 
+  4 
+  5 

9-517 
517 
517 

517 
517 

9' 0675 
76 
77 
78 
79 

0000  9793 

9797 
9802 
9806 
9811 

+  4 
•»■5 
-1-4 

+  5 
+  4 

9516 
5>6 

516 
5r6 

9'0725 
26 

27 
28 
29 

0 ■ 00 I  00 I 9 
0023 
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0033 
0037 

+  4 
+  5 
+  S 
+  A 

+  5 

9-516 
5-6 
516 
51Ü 
5.6 

9-0775 
76 

77 
78 
79 

O'OOI  0250 

0255 
0259 

0264 
0269 

+  5 
-f4 
+  5 
+  5 
•1-4 

9-516 
516 
516 
516 
5.6 

9'oü3o 

O'OOO  9594 

9-517 

9 -0680 

o-ooo  9815 

9'5i6 

9-0730 

o'ooi  0042 

+  4 
+  5 
+  4 
+  5 
+  5 

9'5i6 

9'078o 

O'OOI  0273 

+  5 
+  5 
+  5 
+  4 
+  5 

9-516 

3 ' 
32 

959S 
9Ü02 
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+  4 
+  4 

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+  4 
+  4 

517 
517 
517 

81 
82 
8^ 

9820 

9824 
9829 

+  5 
+  4 
+  5 
■f  4 

+  4 

516 

5>ö 
516 

31 
32 
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004Ü 
0051 

0055 

5'ö 
516 
516 

81 
82 
83 

0278 
0283 
0288 

516 
516 
51" 

34 

961 1 

517 

84 

9833 

5>ö 

34 

0060 

516 

84 

0292 

516 

9-0635 

0000  9615 

9-517 

9 '0085 

O'OOO  9837 

+  5 

9-516 

9-0735 

o-ooi  0065 

+  4 
+  5 
+  4 
-1-5 
+  5 

9-516 

9-0785 

O'OOI  0297 

+  5 
+  4 
+  5 

-^5 
+  4 

9-516 

36 

9Ö20 

+  5 

517 

86 

9842 

516 

36 

0069 

5>f 

86 

0302 

516 

37 

9Ö24 

+  4 

517 

87 

984(1 

+  4 
+  S 
+  4 
+  5 

5.6 

37 

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51Ü 

87 

0306 

516 

38 
39 

9Ü29 
9633 

+  5 
+  4 
+  4 

517 
517 

88 
89 

9851 
9855 

5'ö 

516 

38 
39 

007S 
00S3 

510 
51" 

88 
89 

0311 
0316 

5>6 

516 

g'0U40 
41 
42 

O'OOO  9637 

9042 
964Ö 

+  5 
+  4 
+  5 
+  4 
+  4 

9-517 
5'7 
516 

9'o6go 

91 
92 

0000  9S60 
9864 
9869 

+  4 
+  5 
+  4 
+  5 
+  5 

9-516 
5.6 
5.6 

9-0740 

41 
42 

O'OOI  0088 
0092 

0097 

+  4 
+  5 
+  4 
+  5 
+  5 

9-516 
516 
516 

9'0790 

91 
92 

O'OOI  0320 

0325 
0330 

+  5 
+  5 
+  4 

9-516 
516 
516 

43 

9Ö5I 

516 

93 

9873 

Si" 

43 

OIOI 

516 

93 

033s 

516 

44 

9655 

51Ö 

94 

9878 

5,6 

44 

0106 

5'U 

94 

0339 

+  5 

516 

9' 0645 

O'OOO  9L159 

+  5 
+  4 

9516 

9'oU95 

O'OOO  9883 

9-516 

9  0745 

O'OOI  Olli 

+  4 
+  5 
+  5 
+  4 
+  5 

9'5i6 

9-0795 

O'OOI  0344 

+  5 
+  4 

9-516 

40 

9064 

5. 6 

96 

9887 

-f-4 
+  5 

51Ö 

46 

Ol  15 

510 

96 

0349 

51Ü 

47 

906S 

516 

97 

9892 

516 

47 

0120 

516 

97 

0353 

+  5 
+  5 
+  5 

516 

48 
49 

9673 
9Ü77 

+  5 
+  4 
+  5 

516 
S16 

98 
99 

9896 

9901 

+  4 

+  5 
+  4 

5,6 
5.0 

48 
49 

0125 
0129 

516 
516 

98 
99 

0358 
0363 

51Ü 
516 

9-0650 

O'OOO  9682 

9'5i6 

9'07oo 

O'OOO  9905 

9516 

9-0750 

O'OOI  0134 

9'5i6 

9  0800 

0001  0368 

9-516 

208 


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Ol 

02 

03 
04 

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0372 

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03S2 

0387 

+  5 

+  s 

+  5 

+  4 

9-516 

5") 
516 
510 
51Ö 

9-0S50 

51 

52 
53 
54 

0001  0607 
0612 
0617 
0621 
0626 

+  5 
+  S 
-(-4 

-1-5 
+  S 

9-516 

516 
SI6 

5<ö 
516 

9-0900 

Ol 

02 

03 
04 

O-OOI  0852 

0S57 
0862 
0867 
0871 

-^5 
+  5 
+  5 
■4-4 
+  S 

9516 
5i6 
5.6 
510 
5'6 

9-0950 

5' 

52 
53 
54 

0-001  1102 
1 107 
1 1 12 
1117 
1122 

-^5 
-t-5 
-t-5 

-t-5 
-t-5 

9-516 
51t) 
516 
516 

51'J 

9-0805 

o-ooi  0391 

+  5 
+  5 
+  S 
+  4 
+  5 

9-51Ö 

Q-0855 

O-OOI  0631 

+  5 
+  5 

+  5 
-t-5 
-f4 

9-516 

9-0905 

O-OOI  0S76 

+  S 
+  S 
+  S 
+  S 
+  S 

9- 5  16 

9-0955 

O-OOI  1127 

-t-5 
-^5 
+  6 

-t-5 
-^5 

9-516 

oü 

07 

oS 
09 

039Ö 

0401 
0400 
0410 

510 
516 

516 

5(> 
57 
58 
59 

0636 
0641 
oÖ4() 
0651 

5i(> 
516 

51t' 
516 

06 
07 
08 
09 

oSSi 
08  86 
0891 
0896 

51Ö 
516 
516 
5>o 

56 
57 
58 
59 

1132 
1137 
•143 
1 14S 

5't' 
516 
510 
516 

9-0810 

O-OOI  0415 

+  5 
+  5 
+  4 

+  5 
+  5 

9-516 

9-0860 

O-OOI  0655 

+  5 
+  5 

+  S 
+  5 

+  5 

9-516 

9 ■ 09 I 0 

O-OOI  0901 

+  S 

^-5 

-4-5 
-1-5 
-^5 

9-516 

9  -  0960 

0 ■ 00 1  1 1 5  3 

-1-5 
-^5 
+  5 
+  5 
-t-5 

9-515 

1 1 
12 
•3 
14 

0420 

0425 
0429 
0434 

510 

516 

5'ö 

61 
62 
63 
64 

0660 
0665 
0670 
0675 

5 16 
S16 

516 
516 

II 
12 
13 
14 

0906 
0911 
0916 
0921 

516 
516 
516 
51Ü 

Ol 

62 

Ö3 
64 

1 158 
II 63 
I  i(j8 
"73 

5'5 
5'5 
5"5 
5'5 

9-0815 

O-OOI  04'i9 

+  5 
+  4 
+  S 
+  5 
+  5 

9-516 

9-0865 

O-OOI  06S0 

9516 

9-0915 

o-ooi  0926 

9-516 

9-0965 

O-OOI  II 78 

9-515 

16 

0444 

516 

66 

0685 

-+•5 
+  5 
+  4 
+  5 
+  S 

516 

16 

0931 

-4-5 
+  S 
•+•5 
-^5 
+  S 

51Ö 

66 

II 83 

■t-5 
+  5 
■t-5 
+  6 

-t-5 

5>5 

17 
18 

19 

0448 

0453 
0458 

5.6 
516 
516 

67 

68 
69 

0690 
0694 
0699 

51Ö 
51Ö 
516 

17 
18 

19 

0930 
0941 
0946 

516 
516 
516 

67 
68 
69 

II88 

1193 
II99 

5'5 

9-0820 
2 1 
22 

23 
24 

O-OOI  0463 
04Ü8 
0472 
0477 
0482 

+  S 
-f  4 

+  5 
+  5 
+  S 

9-51*' 
516 
5.6 
516 
51Ö 

9-0870 
71 
72 
73 
74 

O-OOI  0704 

0709 
0714 
0719 
0724 

+  5 
+  S 
+  5 
+  5 

-t-s 

9-516 

51Ö 

516 
51Ö 

Sit) 

9-0920 
21 
22 
23 

24 

O-OOI  0951 

0956 

0961 
0966 

0971 

+  S 
+  S 
+  S 
+  S 
+  S 

9-516 
516 
516 
516 
516 

9-0970 

7" 

72 
73 
74 

O-OOI  1204 
1209 

I2I4 
I2I9 

1224 

-1-5 
■t-5 
+  S 
+  S 
+  S 

9-515 

5'5 
5'5 
515 
5'5 

9-0825 
26 

27 

O-OOI  0487 

0491 
049Ö 

■4-4 
+  S 
+  S 
+  5 
+  5 

9-516 
516 
516 

9-0S75 
76 

77 

O-OOI  0729 

0734 
073S 

-t-5 
+  4 

+  5 
+  5 
+  S 

9-516 
516 
516 

9-0925 
26 
27 

O'OOI  0976 
0981 
0986 

+  S 
+  S 
+  S 
+  S 
-t-5 

9-516 
5-6 

510 

9-0975 
76 
77 

O'OOI  1229 

1234 

1240 

+  5 
+  6 

-^5 
-t-5 
-t-5 

9-515 
5'5 
5'5 

28 
29 

0501 
0506 

5>ö 
516 

78 
79 

0743 
074S 

5't) 
516 

28 
29 

0991 

0996 

516 
516 

78 
79 

1245 

1250 

5'5 
5'5 

9-0830 
3' 
32 
33 

O-OOI  05 II 

0515 

0520 

0525 

+  4 
+  5 
+  5 
+  5 
+  S 

9-516 
516 

516 

9-08S0 
81 
82 
83 

O-OOI  0753 

0758 
07Ö3 
076S 

+  S 
+  5 
+  5 
+  5 
+  5 

9-516 

516 
516 
5>ö 

9-0930 
31 
32 
33 

O-OOI  looi 
1006 

lOII 

1016 

-1-5 
-^5 
+  S 

+  s 
+  s 

9-516 
516 
516 
516 

9-0980 
81 
82 
83 

O-OOI  1255 
1260 

1265 

1270 

■t-5 
+  S 
+  S 
+  S 
+  6 

9-5'5 
5'S 
5'5 
5>5 

34 

0530 

516 

84 

0773 

5.6 

34 

I02I 

5'1' 

84 

1275 

5'5 

9-0835 

O-OOI  0535 

+  A 
+  5 
+  5 
+  S 
+  5 

9-516 

9-0S85 

O-OOI  0778 

■1-5 
-^5 

9-516 

9-0935 

O-OOI  1026 

9-516 

9-0985 

O-OOI  1281 

-t-5 
-t-5 

9-515 

3^ 
37 

0539 
0544 

516 
516 

86 
87 

0783 

0788 

516 
516 

3Ö 
37 

103 1 
1036 

+  s 

5>ö 
516 

86 
87 

I2S6 

I29I 

515 

515 

38 

0549 

S16 

88 

0792 

-1-4 

-1-5 
-^5 

516 

38 

I04I 

+  s 

5'ö 

88 

1296 

-1-5 
+  5 

515 

39 

0554 

516 

89 

0797 

516 

39 

1046 

+  s 
+  s 

516 

89 

I30I 

515 

9-0S40 

o'ooi  0559 

+  4 

+  S 
+  S 
+  5 
•+-5 

9-516 

9-0890 

O-OOI  0802 

+  S 
+  S 
+  S 
+  S 
+  S 

9-516 

9  0940 

O-OOI  1051 

+  b 

+  5 
+  S 

9-516 

9-0990 

O'OOI  1306 

-t-5 

^-5 

9-515 

4> 
42 
43 

o5<'3 
0568 

0573 

516 
516 
516 

9' 
92 
93 

0807 
0812 
0817 

516 

516 
516 

41 
42 
43 

1057 

1062 
1067 

516 
516 
516 

91 
92 

93 

I3I2 
I3I7 

1322 

5>5 
515 
515 

44 

0578 

S16 

94 

0822 

516 

44 

1072 

+  S 
-t-5 

516 

94 

1327 

-t-5 
-t-5 

515 

9-0845 

o-ooi  0583 

+  5 
-f4 

+  5 
+  5 
+  5 

9-516 

9-0895 

O-OOI  0827 

+  i 
+  s 

+  s 
+  s 
+  s 

9-516 

9-0945 

O-OOI  1077 

9-516 

9-0995 

O-OOI  1332 

-^5 
-t-5 
•f6 

-^5 
-^5 

9-515 

4<> 

058S 

516 

96 

0832 

516 

46 

1082 

-t-s 

-t-5 
-t-5 
+  5 
+  S 

5>6 

96 

1337 

515 

47 

0592 

516 

97 

0837 

51*' 

47 

1087 

516 

97 

1342 

5>5 

48 

0597 

516 

98 

0S42 

510 

48 

1092 

516 

98 

I34S 

5'5 

49 

0602 

51Ö 

99 

0847 

5"^ 

49 

1097 

516 

99 

1353 

5"5 

9-0850 

O-OOI  0607 

9-516 

9-0900 

O-OOI  0852 

9-516 

9-0950 

0001  II02 

9-516 

9  - 1 000 

O'OOI  1358 

9-515 

XJher  die  Auflösung  des  Kepler'srhen  Frohlews. 


209 


log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

±tg 

(E~M) 

E—M 

Diff. 

log  0 

±tg 
{E-Mj 

E-M 

Diff. 

logö' 

±tg 

(E  -  M) 

E~M 

Diff. 

•ogy 

±tg 
iE-M) 

E—M 

Diff. 

log  y 

sin  iE—M) 

sin  (E—M) 

sia  iE—M) 

siii(  E—M) 

9 • I ooo 

o-ooi  1358 

+  S 
+  5 
+  6 

+  5 
+  S 

9-515 

9- 1050  O-OOI  1620 

+  5 
+  6 

+  5 
+  5 

+  5 

9-515 

9  - 1 1 00 

O-OOI  18S8 

+  5 
+  6 

+  S 
+  5 
+  6 

9-515 

9-1 150 

O-OOI  2162 

XI 

+  5 
+  6 

+  5 

9-515 

Ol 

02 
03 

04 

i3i'3 
1368 

1374 

1379 

515 
S15 
515 
515 

51 

52 

53 
54 

1625 
1631 
1636 
1641 

515 
515 
515 

5'5 

Ol 

02 

03 
04 

1893 
1899 
1904 
1909 

515 
5>5 
515 
515 

51 
52 
53 
54 

2167 

2173 
2I7S 

2184 

515 

5'5 
515 

515 

9' 1005 

o-ooi  1384 

+  5 

+  5 

9-515 

9-1055 

O-OOI  1646 

+  6 
+  5 
+  5 
+  6 

9-5'5 

9-1 105 

0  -  00 1  1 9 1 5 

■+■5 
+  6 

9-515 

9-1155 

O-OOI  2189 

+  6 
+  6 

9-515 

06 

■389 

515 

5Ö 

1652 

515 

06 

1920 

515 

5t) 

2195 

515 

07 

1394 

+  6 

+  5 

515 

57 

1657 

515 

07 

1926 

+  S 
+  6 

515 

57 

2201 

+  5 
+  6 

515 

08 

1400 

515 

58 

1662 

515 

oS 

1931 

515 

58 

2206 

515 

09 

1405 

+  5 

515 

59 

1668 

+  5 

515 

09 

1937 

+  5 

515 

59 

2212 

+  5 

515 

9' loio 

12 
13 

O-OOI  14 10 

i4'5 
1420 
1426 

+  S 
+  5 
+  6 

+  5 
+  5 

9-5'5 
5'5 
515 
515 

9- 1060 
6i 
62 
63 

O-OOI  i(>73 
1678 
1684 
1689 

+  5 

+  6 

+  5 
+  6 

9-515 
5 '5 

5>5 
515 

<)  ■  1 1 10 
1 1 
12 
•3 

O-OOI  1942 

.948 
1953 
I95S 

+  6 

+  5 
+  5 
+  6 

9-5i'5 
515 
515 
5  "5 

9  -  1 1 60 
61 
62 
^3 

0 ■ 00 I  2217 
2223 
2228 
2234 

+  6 

+  5 
+  6 

+  6 

9-515 
515 
515 

515 

14 

1431 

515 

64 

1694 

515 

14 

1964 

+  5 

515 

64 

2240 

+  5 

515 

9-1015 
16 
17 

O-OOI  1430 

I44I 
I440 

+  5 
+  5 
+  6 

9-515 
515 
S15 

9-1065 
66 

Ö7 

O-OOI  170C1 

1705 
I7I0 

+  5 
+  5 
-f  6 

9-515 
515 
515 

9-1115 
rö 
17 

O-OOI  1969 

1975 

I9S0 

+  6 

+  5 
+  0 

9-515 
515 
515 

9-1165 
66 
07 

O-OOI  2245 
2251 

2256 

+  6 

+  5 
+  6 

9-515 
515 
515 

18 
19 

1452 
1457 

+  5 
+  5 

515 
515 

68 
69 

I7I6 
I72I 

+  5 

515 
515 

18 
19 

1986 
I99I 

+  5 
+  6 

515 

515 

öS 
69 

22Ö2 
2267 

■+5 
+  6 

515 
515 

g- 1020 

O-OOI  14Ö2 

+  5 
+  6 

9-515 

9- 1070 

O-OOI  1726 

46 

9-515 

9- I 120 

O-OOI  1997 

+  5 
+  6 

9-515 

9-1170 

O-OOI  2273 

*6 

9-515 

21 

1407 

515 

71 

I7J2 

+  5 
+  5 
+  6 

+  5 

515 

21 

2002 

5'5 

71 

2279 

•^-5 

+  6 

+  5 
+  <) 

515 

22 
23 
24 

1473 
1478 
1483 

+  5 
+  5 
+  5 

515 
515 
5'5 

72 
73 
74 

1737 
1742 
1748 

515 
515 
515 

22 

23 
24 

2008 
2013 
2018 

+  5 

+  5 
+  6 

5' 5 
515 
515 

7- 
73 
74 

2284 
2290 
2295 

515 

515 
515 

9-1025 

2Ö 

27 

O-OOI  1488 

1493 
1499 

+  5 
+  6 

+  5 
■+5 
+  S 

9-515 
515 
515 

9-1075 
7Ö 
77 

O-OOI  1753 

1758 
1764 

+  5 
+  6 

+  5 
+  6 

+  5 

9-515 
515 
515 

9-1125 
26 

27 

O-OOI  2024 
2029 

2035 

+  5 

+  6 

+  5 
+  6 

+  5 

9-515 
515 
515 

9-1175 
76 

77 

O-OOI  2301 

2307 
2312 

+  6 

-^5 

+  6 

+  5 
+  6 

9515 
515 
515 

28 

1504 

515 

78 

1769 

515 

28 

2040 

515 

7S 

2318 

515 

29 

'509 

5>5 

79 

1775 

515 

29 

2046 

515 

79 

2323 

515 

9-1030 

0001  15 14 

+  6 

9-515 

9- 1080 

O-OOI  1780 

+  S 
+  6 

+  5 
+  5 
+  6 

9-515 

9-1130 

O-OOI  2051 

+  6 

9-515 

9  - 1 1  So 

O-OOI  2329 

+  6 

9-515 

3' 
32 
33 
34 

1520 

1525 
1530 
1535 

+  5 
+  5 
+  5 
+  6 

515 
515 
515 
515 

Si 

82 

83 

84 

I7S5 
I79I 
1796 
I80I 

515 

515 
515 
515 

3 1 

32 
33 
34 

2057 

2062 

206S 
2073 

+  5 
+  6 

+  5 
+  6 

515 
515 
515 
515 

Si 
82 
83 
84 

2335 
2340 
2346 
2352 

+  5 

+  6 
+  6 
+  5 

515 
5>5 
515 
515 

9-1035 

0001  I54I 

I54Ö 

+  5 
+  5 
+  6 

■f  5 
+  5 

9-5>5 
515 

9-10S5 
SO 

O-OOI  1807 

I8I2 

+  5 
+  6 

+  5 
+  5 
+  6 

9-5'5 
515 

9-1135 
36 

0001  2079 
20S4 

+  5 
+  6 

+  5 

+  ö 

9-515 
515 

9-1185 
86 

O-OOI  2357 

2363 

+  6 

+  5 
+  6 
+  6 

9-515 
515 

37 
38 

'551 

«557 

515 
515 

87 
88 

I8I8 
1823 

515 
515 

37 
38 

2090 
2095 

515 
515 

87 
88 

2368 
2374 

515 

515 

39 

1562 

515 

89 

1828 

515 

39 

2IOI 

+  5 

515 

89 

2380 

+  5 

515 

9-1040 
41 
42 

O-OOI  1567 

1572 
1578 

+  5 
+  6 

+  S 
-+-5 
+  5 

9-515 
515 
5>5 

9- 1090 
91 
92 

O-OOI  1834 

1839 
1844 

+  5 
+  5 
+  6 

+  S 
+  6 

9-515 
515 
515 

0  -  II 40 

41 

42 

0  -  00 I  2 I 06 
21  12 
2II7 

+  6 

+  5 
+  6 
+  6 
+  5 

9-515 
515 
515 

9-  1 190 
91 
92 

O-OOI  2385 

2391 
2397 

+  6 
+  6 

+  5 
+  ö 
+  6 

9-515 
515 
515 

43 

44 

1583 
1588 

515 
515 

93 

94 

1850 

1855 

515 
515 

43 
44 

2123 
2129 

515 
515 

93 
94 

2402 

2408 

515 
515 

9-1045 

0001  1593 

+  6 

+  5 
+  5 
+  6 

+  5 

9-515 

9  109s 

O-OOI  1S61 

+  5 
+  6 

+  5 
+  5 
+  6 

9-515 

V  1 1 45 

O-OOI  2134 

+  6 

9-515 

Q-  I  195  O-OOI  2414 

+  5 
+  6 

9-515 

4Ö 

•599 

515 

96 

1 866 

515 

46 

2140 

+  5 
+  6 

+  5 
+  6 

515 

96         2419 

515 

47 

1604 

515 

97 

1872 

515 

47 

2145 

515 

971     2425 

4-6 

+  5 
4-6 

515 

48 

1609 

515 

98 

1877 

515 

48 

2151 

515 

98J     2431 

515 

49 

1615 

5'5 

99 

1882 

515 

49 

2156 

515 

99 

2436 

515 

9-1050 

O-OOI  IÜ20 

9-515 

9- ! 100 

O-OOI  18S8 

9-515 

1-1150 

O-OOI  2162 

t 

1 

9-515 

9-  1200 

O-OOI  2442 

9-515 

Denkachriftea  der  malhem.-naturw.  CI.    L.  Bd. 


27 


:io 


Tit.  V.  Oi)2)olzer. 


log 

loff 

lof? 

loi? 

log 

log 

lüg 

log 

±tg 

(E-M) 

E—M 

Diff. 

^og'J 

±tg 
{E-M) 

E~M 

Diflf. 

loss' 

±tg 
(E-M) 

E—M 

Diff. 

log»/ 

(,E-M) 

E  -M 

Diff. 

log(/ 

sin  iE—M) 

sin  (E-M) 

sin  (E—M) 

sin  (E~M) 

g- I20O 

o-ooi  2442 

+  6 

9-515 

9-1250 

O-OOI  2729 

-1-  c 

9-514 

9- 1300 

O-OOI  3022 

+  6 
4-6 

9-514 

9-  1350  O-OOI  3321 

+  7 
4-6 
4-6 
4-6 
4-6 

9-514 

Ol 

2448 

+  5 

515 

5' 

2734'+^ 

SH 

Ol 

3028 

514 

51 

332S 

514 

02 

03 

2453 
2459 

+  6 
-«•6 

515 
515 

52 
53 

'7^°-f6 
^746  l^ 

514 
514 

02 
03 

3034 
3039 

+  5 
4-6 
4-6 

514 
514 

52 

53 

3334 
3340 

514 
5'4 

04 

2465 

+  5 

515 

54 

^75^1  +  6 

1 

514 

04 

3045 

514 

54 

3346 

S«4 

9 • I 205 
oO 

ü-ooi  2470 
2476 

+  6 
+  6 

9-5'5 

515 

9-1255 
56 

1 
O-OOI  2758I 

9-514 
514 

9-1305 
oO 

0001  3051 
3057 

+  6 
+  6 
4-6 
4-6 

9-514 
514 

9-1355 
56 

O-OOI  3352 
335S 

46 
+  6 
4-6 
4-6 
4-6 

9-514 
514 

07 

'i'+s 

5 '5 

57 

^769::,^ 

514 

07 

3063 

514 

57 

3364 

514 

08 

'to'  +' 

515 

5« 

2775 

+  6 

514 

08 

3069 

514 

58 

3370 

514 

09 

2493  +ö 

515 

59 

2781 

4-6 

514 

09 

3075 

+  6 

514 

59 

3376 

514 

9  ■  1 2 1 0 

o-ooi  2499 

9-515 

9 ■ I 2O0 

O-OOI  27S7 

4-5 
4-6 

9-514 

9  1310 

0  -  00 1  308 1 

-1-  6 

9-514 

9-1360 

O-OOI  33S2 

4-6 
4-6 

9-514 

1 1 

11°^+^ 

515 

Ol 

2792 

514 

1 1 

3087 

4-6 

514 

61 

3388 

514 

1 2 

l\\l}+^ 

5'5 

62 

2798 

46 

514 

1 2 

3093 

4-6 

514 

62 

3394 

4-6 

514 

13 

14 

2510 

2522 

+  6 

+  5 

515 
515 

H3 
64 

2S04 
2810 

+  6 
+  b 

514 
514 

13 

14 

3099 
3105 

-^6 
-^•6 

514 
514 

63 
64 

3400 
3407 

+  7 
+  b 

514 
5H 

9-1215 

O-OOI  2527 

+  6 

9-515 

9  1205 

O-OOI  2816 

+  6 

9-514 

9-1315 

O-OOI  3111 

4-6 

9-514 

9-1365 

O-OOI  3413 

+  b 
+  6 
4-6 

9-514 

lO 

17 
iS 

2533 
2539 

+  6 
+  5 

515 
515 

6(3 

67 

2822 
2827 

+  5 
4-6 

514 
514 

16 
17 

3117 
3123 

4-6 
+  6 

514 
514 

66 
67 

3419 
3425 

514 
514 

2544 

+  6 

515 

08 

2833 

4-6 

514 

18 

3129 

+  6 

514 

68 

3431 

4-6 
4-6 

SU 

19 

2550 

+  6 

515 

09 

2839 

4-6 

514 

19 

3135 

+  6 

514 

69 

3437 

514 

9" 1220 

O-OOI  2556 
2562 

2567 

-fö 

9-515 

9-1270 

O-OOI  2S45 

4-6 

9-514 

9-1320 

0  -  00 1  3 1 4 1 

+  6 

+  6 
4-6 
+  6 
4-6 

9-514 

9-1370 

o-ooi  3443 

+  6 
4-7 
4-6 
4-6 

-^6 

9-514 

21 

22 

+  5 

+  6 

515 
515 

71 
72 

2S5I 
28  5  7 

4-6 

+  6 

514 
5'4 

21 
22 

3147 
3153 

514 
514 

71 
72 

3449 
3456 

514 
514 

23 
24 

2573 
2579 

4-6 
+  5 

5'5 
515 

73 
74 

2863 
2S6S 

-^5 
-f  6 

514 
514 

23 

24 

3159 
3165 

514 
514 

73 
74 

3462 
3468 

514 
514 

9-1225 

O-OOI  25S4 

-f  6 

9-5>5 

9-1275 

O-OOI  2874 

4-6 

9-514 

9-1325 

O-OOI  3171 

4-6 
4-6 
4-6 
4-6 
+  6 

9-514 

9-1375 

o-ooi  3474 

+  b 
+  6 
+  6 
+  b 
4-7 

9-514 

26 

2590 
2596 

2Ü02 

2607 

+  6 

5>5 

76 

2880 

+  6 

514 

26 

3177 

514 

76 

3480 

514 

27 

28 

29 

+  b 

+  5 
+  6 

515 
5'5 

515 

77 
78 
79 

2886 
2892 
289S 

+  6 
+  6 

+  6 

514 
514 
514 

27 
28 

29 

3183 
3189 
3195 

514 
514 
514 

77 
78 
79 

34S6 
3492 
3498 

514 
514 
514 

9-1230 
31 

O-OOI  2613 
2619 
2625 
2630 
2636 

+  6 
4-6 

9-515 
515 

9- 1280 
81 

82 

83 

O-OOI  2904 

2909 

+  5 
+  6 

9-5«4 
514 

9  - 1 330 
ji 

O-OOI  3201 

3207 

-f  6 
+  6 

9-514 
514 

9' 13S0 
Si 

o-ooi  3505 

3511 

4-6 
46 

9-514 
SJ4 

32 
3i 

+  5 
4-6 

515 
515 

2915 

2921 

+  6 

514 
514 

32 
33 

3213 
3219 

4-6 

+  6 

514 
514 

82 
83 

3517 
3523 

4-6 

4-6 

514 
514 

34 

4-6 

515 

84 

2927 

+  (> 

514 

34 

3225 

+  6 

514 

84 

3529 

1   VJ 

+  6 

514 

9-1235 
36 
37 
3S 

O-OOI  2642 

2648 

2653 
2659 
2665 

4-6 

4-5 
4-6 

9*515 

515 
5>5 

9-1285 
so 

87 

O-OOI  2933 

2939 
2945 

+  6 
46 
+  6 

9-514 
514 
5>4 

9-1335 
36 
37 

O-OOI  3231 

3237 
3243 

+  0 

46 

4-6 

9-514 
514 
514 

9-1385 
80 

87 

o-ooi  3535 
3542 
3548 

4-7 
4-6 
4-6 

9-514 
514 

4-6 

514 

88 

2951 

46 

514 

38 

3249 

4-6 

514 

88 

3554 

4-6 

514 

39 

46 

514 

89 

2957 

+  5 

514 

39 

3255 

4-6 

514 

89 

3560 

4-6 

514 

9-1240 

O-OOI  2671 

+  5 
4-6 
4-6 

9-514 

9- 1290 

O-OOI  2962 

4-6 

9-514 

9-1340 

O'ooi  3261 

+  6 

9-514 

9-1390 

O-OOI  356Ö 

+  6 

47 
46 

9-514 

41 

42 

2676 
2682 

5'4 
5'4 

91 

92 

2968 
2974 

4-6 

+  6 

514 
514 

41 

42 

3267 
3273 

+  b 
4-6 

514 

514 

91 
92 

■3572 

3579 

514 
514 

43 

2688 

+  6 

514 

93 

2980 

+  6 

514 

43 

3279 

4-6 

514 

93 

3585 

4-6 

514 

44 

2094 

4-6 

514 

94 

29S6 

+  b 

514 

44 

3285 

46 

514 

94 

3591 

-^6 

514 

9 ■ I 245 
46 

O-OOI  2700 

2705 

+  5 
4-6 

9-514 
514 

9-1295 
96 

O-OOI  2992 

2998 

4-6 
+  6 

9-514 
514 

9-1345 
46 

O-OOI  3291 

3297 

+  0 
4  6 

9-514 
514 

9-1395 
96 

o-ooi  3597 
3603 

4-6 
4-6 

9-514 
514 

47 

2711 

4-6 

514 

97 

3004 

+  6 
4-6 

514 

47 

3303 

+  6 
+  6 

514 

97 

3609 

4-7 
4  6 

5'4 

48 

2717 

-1-6 

514 

98 

3010 

514 

48 

3309 

514 

98 

3616 

514 

49 

2723 

4-6 

514 

99 

3016 

4-6 

514 

49 

3315 

+  6 

514 

99 

3622 

+  6 

514 

9- 1250 

O-OOI  272g 

9-514 

9-1300 

O-OOI  3022 

9-514 

9-1350 

O'OOI  3321 

9-514 

9- 1400 

o-ooi  3628 

9-5'4 

Ültc}-  die  Aiiflöi<viHj  des  Kejil er\'<elieii  Prohtems. 


211 


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9' 1400 

Ol 

o-ooi  362S  ,  ^ 

3634+0 

9-514 

5>4 

9-1450 
51 

O-OOI  3942 

3948 

+  6 
+  6 

9-5'4 
5H 

9- 1500 

Ol 

O-OOI  4262 

4269  11 

9-513 
513 

9-15500-001  4590 
51      4597 

4-7 
4-7 
4-Ö 

4-7 
4-7 

9-513 
513 

02 

3640  ^ , 

514 

52 

3954 

+  7 
+  6 
+  6 

514 

02 

4275 

4-7 
4-6 

4-7 

513 

52 

4Ö04 

513 

03 
04 

3647 
3653 

1  / 

+  6 

514 
514 

53 
54 

3961 
3967 

514 
514 

03 
04 

4282 
4288 

5'3 
513 

53 
54 

4610 
4617 

513 
513 

9' 1405 
06 

0001  3659 

366s 

+  6 

+  7 
+  6 

9-5'4 
514 

9-1455 
5Ö 

O-OOI  3973 
3980 

+  7 
+  6 

+  6 

9-514 
514 

9-1505 
06 

O-OOI  4295 

4301 

+  6 

+  7 
4-6 

+  7 
4-6 

9-513 
513 

9-1555 
56 

O-OOI  4624 

4630 

4-6 

4-7 
+  (} 
+  7 
4-7 

9-513 
513 

07 

3672 

514 

57 

3986 

514 

07 

4308 

513 

57 

4Ö37 

513 

08 
09 

3678 
3684 

+  6 
-fö 

514 
514 

58 
59 

3992 
3999 

+  7 
+  6 

514 
514 

08 
09 

4314 
4321 

5>3 
513 

58 
59 

4Ö43 
4650 

513 
513 

9-1410 
1 1 

O-OOI  3690 

3696 

+  6 

+  7 
+  6 
+  6 

+  6 

9-514 
514 

9 • I 460 
61 

O-OOI  4005 
4012 

+  1 
+  6 
+  6 

-t-7 
4-6 

9-514 
514 

9-1510 
II 

O-OOI  4327 
4334 

+  7 
4-6 

4-7 
4-6 

4-7 

9-513 
513 

9-151)00-001  4657 
öl      4Ö63 

4-6 

4-7 
4-7 
4-6 

+  7 

9-513 
5«3 

12 

3703 

5>4 

62 

4018 

514 

12 

4340 

513 

Ö2 

4670 

513 

\l 

3709 
3715 

514 
514 

63 
64 

4024 
4031 

514 
5'4 

13 

14 

4347 
4353 

513 
513 

Ö3 

64 

4677 
4Ö83 

513 
513 

9-1415 

O-OOI  3721 

+  7 
+  6 
+  6 

9-514 

9-1465 

O-OOI  4037 

+  6 

4-7 
+  6 

9-514 

9-1515 

0001  4360 

4-6 
4-7 
4-7 
4-6 

4-7 

9-513 

9-I5Ö5 

0-001  4Ö90 

4-7 
4-7 
4-6 

9-513 

16 

3728 

514 

66 

4043 

514 

16 

436Ö 

513 

öö 

4Ö97 

513 

17 

3734 

514 

67 

4050 

5>4 

17 

4373 

513 

Ö7 

4704 

513 

18 

3740 

+  6 
+  7 

514 

68 

4056 

+  7 
+  6 

514 

18 

4380 

513 

öS 

4710 

4-7 
+  7 

513 

19 

3746 

514 

69 

4063 

514 

19 

4386 

513 

Ö9 

4717 

S13 

9-1420 

O-OOI  3753 

•f  6 

9-514 

9-1470 

O-OOI  4069 

+  6 

9-514 

9-1520 

O-OOI  4393 

4-6 

9-513 

9-  1570  O-OOI  4724 

4-6 

9-513 

2 1 

3759 

+  6 

+  6 

514 

71 

4075 

+  7 
•fö 

+  1 
+  6 

514 

21 

4399 

4-7 
H-ö 

51J 

71 

4730 

+  7 
4-7 
4-6 

4-7 

513 

22 

3765 

514 

72 

4082 

SH 

22 

440Ö 

513 

72 

4737 

513 

23 

3771 

+  7 
+  6 

514 

73 

4088 

514 

23 

4412 

4-7 
4-6 

513 

73 

4744 

S13 

24 

3778 

514 

74 

4095 

514 

24 

4419 

513 

74 

4750 

513 

9-1425 

O-OOI  3784 

+  6 

+  7 
+  6 

9-5H 

9-1475 

O-OOI  410I 

■f  7 
+  6 
+  6 

9-514 

9-1525 

O-OOI  4425 

4-7 
4-7 
4-6 

9-513 

9-1575 

0-001  4757 

4-7 
4-7 
4-6 

9-513 

2Ö 

3790 

514 

76 

4IÖS 

514 

26 

4432 

513 

70 

47Ö4 

S13 

27 

3797 

514 

77 

4II4 

514 

27 

4439 

513 

77 

4771 

513 

28 
29 

3803 
3809 

+  6 
+  6 

514 
514 

78 
79 

4120 

4127 

+  7 
+  6 

514 

514 

28 
29 

4445 
4452 

+  7 
4-6 

513 
513 

78 
79 

4777 
4784 

+  7 
+  7 

513 

513 

9'>43o 

0-001  3S15 

+  7 
+  6 

9-514 

9- 1480 

O-OOI  4133 

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+  6 

9-514 

9-1530 

O-OOI  4458 

4-7 
4-6 

9-513 

9-15800-001  4791 

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+  7 
4-7 

9-513 

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31 

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513 

32 
33 

3828 
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+  6 

+  7 
+  6 

514 

514 

82 
83 

4146 
4152 

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+  7 
+  6 

514 
514 

32 
33 

447' 
4478 

4-7 
4-7 
4-6 

513 
513 

82 
83 

4804 
48 II 

513 
513 

34 

3841 

514 

84 

4159 

514 

34 

4485 

513 

84 

481S 

513 

9-1435 

O-OOI  3847 

+  6 
+  6 

9-514 

9-1485 

O-OOI  4165 

4-7 
+  6 

9-513 

9-'S35 

O-OOI  4491 

4-7 
4-6 

9-513 

9-15S5 

O-OOI  4S24 

4-7 
+  7 
+  7 
4-6 

9-513 

36 

3853 

514 

86 

4172 

513 

3Ö 

4498 

513 

So 

4831 

513 

37 

3859 

+  7 
+  6 

514 

87 

4178 

+  1 
+  6 

513 

37 

4504 

4-7 
4-7 
4-6 

513 

87 

483S 

513 

38 

3866 

514 

88 

4185 

513 

38 

45 II 

513 

SS 

4845 

513 

39 

3872 

+  6 

514 

89 

4191 

+  7 

5'3 

39 

4518 

513 

89 

4851 

4-7 

513 

9-1440 

O-OOI  3878 

+  7 
-(■6 
+  6 

9-514 

9-1490 

O-OOI  4198 

+  ü 

+  7 
4-6 

9-513 

9-1540 

O-OOI  4524 

4-7 
4-6 

4-7 

4-7 
4-6 

9-513 

9-1590 

O-OOI  4S58 

4-7 
4-7 
4-6 

9-513 

41 

3885 

5'4 

91 

4204 

513 

41 

453' 

513 

91 

48Ö5 

513 

42 

3891 

514 

92 

421 1 

513 

42 

4537 

513 

92 

4872 

513 

43 

3897 

+  7 
+  6 

5>4 

93 

4217 

+  6 
+  7 

513 

43 

4544 

513 

93 

4878 

4-7 
4-7 

5'3 

44 

3904 

514 

94 

4223 

513 

44 

4551 

513 

94 

4SS5 

513 

9-1445 

O-OOI  3910 

+  6 

+  7 
+  6 
+  6 
+  7 

9-5>4 

9-1495 

O-OOI  4230 

+  6 

4-7 
4-6 

4-7 
4-6 

9-513 

9-1545 

O-OOI  4557 

4-7 
4-6 

9-513 

9-1595 

O-OOI  4892 

4-7 

4-6 

9-513 

46 

3916 

5'4 

96 

4236 

513 

46 

4564 

513 

96 

4899 

S13 

47 

3923 

5'4 

97 

4243 

513 

47 

4570 

4-7 
4-7 
+  6 

513 

97 

4905 

4-7 

4-7 
4-7 

513 

48 

3929 

514 

98 

4249 

513 

48 

4577 

513 

98 

4912 

513 

49 

3935 

514 

99 

4256 

513 

49 

4584 

S13 

99 

4919 

513 

9-1450 

O-OOI  3942 

! 

9-514 

9- 1500 

0001  4262 

i 

9-513 

9-1550 

O-OOI  4590 

9-513 

9  - 1 600 

O-OOI  4926 

9-513 

27  * 


212 


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O-OOI  5269 

9-513 

9  - 1 700 

O-OOI  5620 

+  7 
+  7 
+  7 
+  7 
+  7 

9-513 

9-17500-001  5978 

J-» 

9-512 

Ol 

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513 

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Ol 

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03 

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513 
513 

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53 

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+  7 
+  7 

513 
513 

02 
03 

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5641 

513 
5'3 

52 

53 

5993 
6000 

+  7 
+  7 
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512 

512 

04 

4953 

513 

54 

5297 

513 

04 

5648 

5'3 

54 

6007 

512 

9"  1605 

o-ooi  4960 

-f  7 
+  6 

+  7 

+  7 
+  7 

9  513 

9-1655 

O-OOI  5304 

+  6 

+  1 
+  7 
+  7 
+  7 

9-513 

9-1705 

0001  5655 

+  7 

+  7 
+  7 
+  8 

+  7 

9-513 

91755 

O-OOI  6015 

+  7 
+  7 
4-8 

+  7 
+  7 

9-512 

06 

4967 

513 

56 

5310 

513 

oö 

56Ö2 

513 

56 

6022 

512 

07 

4973 

513 

57 

5317 

513 

07 

5669 

512 

57 

6029 

512 

08 

4980 

513 

58 

5324 

513 

08 

5676 

512 

58 

6037 

512 

09 

4987 

513 

59 

5331 

5'3 

09 

5684 

512 

59 

6044 

512 

9- 16:0 

O-OOI  4994 

+  7 
+  6 

+  7 
+  7 
+  7 

9-513 

9-  i6tio 

O-OOI  5J3S 

+  7 
+  7 
+  7 
+  7 
+  7 

9-5'3 

9-I7IO 

O-OOI  5691 

+  7 
+  7 
+  7 
+  7 
+  7 

9512 

9- 1760 

0  001  6051 

+  7 
+  S 

+  7 
+  7 
+  8 

9-512 

1 1 
12 
■3 

5001 
5007 
5014 

513 
S13 
513 

Ol 
62 
63 

5345 
5352 
5359 

513 
513 
513 

1 1 

12 
13 

5698 

5705 
5712 

512 

512 
512 

61 
62 
63 

6058 
6066 
6073 

5«2 

S'2 

512 

14 

5021 

5'3 

64 

536O 

5'3 

14 

5719 

512 

64 

6080 

512 

9-1615 

O-OOI  502S 

+  7 
+  7 
+  6 

+  7 
-f  7 

9-513 

9- 1605 

O-OOI  5373 

+  7 
+  7 
+  7 
+  7 
+  7 

9-513 

9-1715 

O-OOI  5726 

+  8 
+  7 

+  7 
+  7 
+  7 

9-512 

9-«765 

O-OOI  Ö0S8'   ^ 

9-512 

16 

17 
18 

19 

5035 
5042 
5048 
5055 

513 
513 
513 
5'3 

60 

67 
68 

69 

5380 
5387 
5394 
5401 

513 
513 
513 
513 

ib 

17 
18 

19 

5734 
5741 
574S 
5755 

512 
512 
512 
512 

66 
67 
68 
69 

6095 

6102 
6II0 
6117 

1  / 

+  7 
+  8 

+  7 
+  7 

512 
512 
512 
512 

9- 1620 

O-OOI  5062 

+  7 
+  7 
+  1 
+  6 

+  7 

9-5'3 

9-  i(J7o 

O-OOI  540S 

+  7 
+  7 
+  7 
+  7 
+  7 

9-513 

9-1720 

O-OOI  5762 

+  7 
+  7 
+  8 

+  7 
+  7 

9-512 

9-1770 

0001  6124 

+  7 
-f8 

+  7 
+  7 
+  8 

9-512 

21 
22 
23 

5069 
5076 
5083 

513 
513 
513 

71 

72 
73 

5415 
5422 

5429 

5'3 
513 
513 

21 
22 

23 

5769 

577" 
5784 

512 
512 

5'2 

71 
72 

73 

6I3I 
6139 

6146 

512 

512 

512 

24 

5089 

5'3 

74 

5436 

513 

24 

579' 

512 

74 

6153 

512 

9-1625 

O-OOI  5096 

+  7 

+7 

-t-7 

9-513 

9-1675 

O-OOI  5443 

+  7 

+  7 
+  7 
+  7 
+  7 

9-513 

9-1725 

O-OOI  579S 

+  7 
+  7 
+  8 

+  7 
+  7 

9-512 

9-1775 

0001  6I6I 

+  7 
+  7 
4-8 

+  7 
+  8 

9-512 

26 
27 
28 

5103 
5II0 
5II7 

513 
513 
513 

7ü 
77 
78 

5450 
5457 
5464 

513 
513 
5"3 

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27 
28 

5805 

5812 
5820 

512 
512 
512 

76 
77 
78 

0168 

6175 
6183 

512 

512 
512 

29 

5124 

513 

79 

547' 

513 

29 

5827 

512 

79 

6190 

512 

9' 1630 

0 • 00 I  5 I 3 I 

+  7 
+  6 

+  7 
+  7 
+  7 

9-513 

9- 16S0 

O-OOI  5478 

+  7 

:; 

+  8 

+  7 

9-513 

9-1730 

O-OOI  5S34 

+  7 

+  7 
+  8 

9-512 

9- 1780 

0001  6198 

+  7 
+  7 
+  8 

9-512 

31 

S138 

513 

81 

54S5 

513 

31 

5S4I 

5'2 

81 

■  6205 

512 

32 

5144 

513 

S2 

5492 

513 

32 

5848 

512 

82 

6212 

512 

33 

5151 

5'3 

83 

5499 

513 

33 

585» 

+  7 
+  7 

512 

83 

6220 

+  7 

+  7 

512 

34 

5158 

513 

84 

5507 

513 

34 

5863 

512 

84 

6227 

512 

9-1635 

O-OOI  5165 

+  7 
+  7 
+  7 
+  7 
+  7 

9-513 

9-  ■<'85 

0 • 00 I  5514 

+  7 
+  7 
+  7 
+  1 
+  7 

9-513 

9-1735 

O-OOI  5S70 

+  7 
+  7 
+  8 

4  7 
+  7 

9-512 

9-1785 

O-OOI  6234 

+  8 
+  7 
+  7 
+  8 

+  7 

9-512 

36 
37 

5172 
5179 

513 
513 

8ü 
87 

5521 
552S 

513 
51,; 

36 

37 

5877 
5S84 

512 
512 

86 

87 

6242 
6249 

512 

512 

38 
39 

5186 
5193 

513 
513 

88 
89 

5535 
5542 

513 
513 

38 
39 

5892 
5899 

512 
512 

88 
89 

6256 

6264 

512 
512 

9  •  1 640 
41 

O-OOI  5200 
5206 

+  6 
+  7 
+  7 
+  7 
+  7 

9-513 
513 

9- 1690 
91 

O-OOI  5549 
5556 

+  7 
+  7 
+  7 
+  7 
+  7 

9-513 
513 

9-1740 
41 

O-OOI  590O 

5913 

+  7 

+  7 
4-  s 

9-512 
512 

9-1790 
91 

O-OOI  O271 

6279 

+  8 
+  7 
+  7 
+  8 

+  7 

9-512 
512 

42 

5213 

513 

92 

5563 

513 

42 

5920 

512 

92 

6286 

512 

43 
44 

5220 

5227 

513 
513 

93 
94 

5570 
5577 

513 
513 

43 
44 

5928-^ 

5935  +J 

512 
512 

93 
94 

6293 
6301 

512 

512 

9-1645 
46 

O-OOI  5234 

5241 

+  7 
-f7 
+  7 
+  7 
+  7 

9-513 
513 

9-1695 
9Ö 

O-OOI  5584 

5591 

+  1 
+  7 
+  7 
+  8 

+  7 

9-513 
513 

9-1745 
46 

O-OOI  5942 

5964!+^ 

597.  :5 

9-512 
512 

9-1795 
96 

0001  6308 

6316 

+  8 
+  7 
+  7 
+  8 

+  7 

9-512 
512 

47 

5248 

513 

97 

5598 

513 

47 

5'2 

97 

6323 

512 

48 

5255 

S13 

98 

5605 

513 

48 

5'2 

98 

6330 

512 

49 

5262 

513 

99 

5613 

513 

49 

512 

99 

6338 

512 

9- 1650 

O-OOI  5269 

9-513 

9- 1700 

O-OOI  5620 

9-5'3 

9-1750 

O-OOI  5978' 

9-512 

9- 1800 

0001  6345 

9-512 

Üfter  die  Auflösung  den  Kepler^schrii  Prohlrms. 


log 

±tg 

log 
E~M 

Diff. 

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±tg 

(E   M) 

log 
E—M 

Diff. 

logtf 

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{E'M, 

log 
E—M 

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log 

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E—M 

Diff 

log  .'/ 

sin  {E—M) 

siu  (E — AI) 

sin  (E—M) 

(E-M) 

sin  (E—M) 

9' 1800 

Ol 

02 

03 
04 

o-ooi  6345 

6353 
Ö3Ö0 
6368 
637s 

+  8 

+  7 
+  8 

+  7 
+  7 

9-512 
512 
512 
512 
512 

9-18500-001  6720 
5>      6728 

52  6736 

53  6743 

54  6751 

+  8 
+  8 

XI 

+  7 

9-512 
512 
512 
5.2 

512 

9- 1900 

Ol 

02 

03 
04 

OOOI  7104 
7II2 
7120 
7127 
713s 

+  8 
+  8 

+  7 
+  8 
+  8 

9-512 
512 
512 
512 
512 

9-1950 
51 
52 
53 
54 

O-OOI  7496 

7504 
7512 
7520 
7528 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  8 

9-511 
511 
511 
511 
511 

9-1805 
06 
07 
08 
09 

O-OOI  6382 
6390 

Ö397 
6405 
6412 

+  8 

+  7 
+  8 

+  7 
+  8 

9-512 

512 
512 
512 
512 

9-'855 
5Ö 
57 
58 
59 

O-OOI  6758 
6766 

6774 
6781 
6789 

+  S 
+  8 

+  7 
+  8 
+  8 

9-512 
512 
512 
512 

512 

9  1905 
06 
07 
08 
09 

o'ooi  7143 

7I5I 

7159 
7166 

7174 

+  8 
+  8 

+  7 
+  8 
+  8 

9-512 

512 
512 
512 
511 

9-1955 
56 
57 
58 
59 

O-OOI  7536 
7544 
7552 
7560 
7568 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  8 

9-511 
5" 
511 
5" 
511 

9- iSio 
II 
12 
13 
>4 

o-ooi  6420 

6427 

Ö43S 
6442 
6449 

+  7 
+  8 

+  7 
+  7 
+  8 

9-512 
512 
512 

5'2 

512 

9  •  1860 
61 
62 
63 
64 

O-OOI  6797 

6804 
6812 
6819 
6827 

+  7 
+  8 

+  7 
+  8 
+  8 

9-512 
512 
512 
512 
512 

9- 1910 

12 

13 
14 

o-ooi  71S2 

7190 

7197 
7205 

7213 

+  8 

+  7 
+  8 
+  8 

+  8 

9-511 
5" 
5" 
5>i 

9- 1960 
61 
62 
63 
64 

O-OOI  7576 

7584 
7592 

7600 
7608 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 

-rS 

9-511 
511 
511 
511 
511 

9-iSiS 
16 

17 
18 

19 

o-ooi  6457 
Ö464 
6472 
6479 
6487 

+  7 
+  8 

+  7 
+  8 

+  7 

9-512 
512 
512 
512 
512 

9-1865 
66 
67 
68 
69 

O-OOI  0835 

Ö842 
6850 
6858 
6865 

+  7 
+  8 
+  8 

+  7 
+  8 

9-512 
512 
512 
512 
512 

9-1915 
16 

17 
iS 

19 

o'ooi  7221 

7229 
7237 
7244 
7252 

+  8 

+  8 

+  7 
+  8 
+  8 

9-511 
5" 
511 
5" 

511 

9-1965 
60 

67 
68 

69 

O-OOI  7616 

7624 
7632 
7640 
7648 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  8 

9-511 

511 
511 
511 
511 

9' 1820 

22 
23 
24 

o-ooi  6494 
6502 
6509 
6517 
6524 

+  8 

+  7 
+  S 

+  7 
+  8 

9-512 

512 
512 

512 
512 

9-1S70 
71 
72 
73 
74 

O-OOI  6S73 
088 1 
bS88 
6896 
6904 

+  8 

+  7 
+  8 
+  8 
+  7 

9-512 
512 
512 
512 
512 

g- 1920 
21 
22 
23 
24 

O-OOI  7260 

7268 
7276 
7284 
7291 

+  8 
+  8 
+  8 

+  7 
+  8 

9-511 
5" 
5'i 
5" 
511 

9-1970 

73 
74 

O-OOI  7656 

7664 

7Ö72 
7Ö80 
76S8 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  8 

9-511 
511 
511 
511 
511 

9-1825 
26 

27 
28 

29 

O-OOI  6532 

6539 
6547 
6554 
6562 

+  7 
+  8 

+  7 
+  8 

+  7 

9512 
512 
512 

512 
512 

9-1875 
76 

77 
78 
79 

0 • 00 I  69 I I 
6919 
6927 

Ö934 
6942 

+  8 
+  8 

+  7 
+  8 
+  S 

9-512 
512 
512 
512 
512 

9-1925 

2Ü 

27 
28 
29 

O-OOI  7299 

7307 
7315 
7323 
7331 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  7 

9-511 
5" 
5" 
5" 
5" 

9-1975 
76 

77 
78 
79 

O-OOI  7696 

7704 
7712 
7720 
7728 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  8 

9-511 
511 
511 
511 
511 

9' 1830 
31 
32 
33 
34 

O-OOI  6569 

6577 
6584 
6592 
6599 

+  8 

+  7 

+  8 

+  7 
+  8 

9-512 
512 

512 
512 
512 

9-1SS0 
81 
82 
83 
84 

O-OO!  6950 

Ü957 
6965 

6973 
6980 

+  7 
+  8 
+  8 

■f  7 
+  8 

9-512 
512 
512 
512 

512 

9-1930 

3* 
32 
33 
34 

O-OOI  733S 

7346 

7354 
7362 
7370 

+  8 
+  8 
+  8 

+  8 
+  8 

9-511 
511 
511 
511 
511 

9- 1980 
Si 

82 
83 
84 

0  001  7736 

7744 
7752 
7760 
7768 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  8 

9-511 
511 
511 
5" 
511 

9-1835 
36 
37 
38 
39 

oooi  6607 

6615 

6Ö22 
6630 

6637 

+  8 

+  7 
+  8 

+  7 
+  8 

9-512 
512 

5>^ 
512 
512 

9-1SS5 
86 

87 
88 

89 

O-OOI  6988 

6996 
7004 
70II 

7019 

+  8 
+  8 

+  7 
+  8 
+  8 

9-512 
512 
512 
512 

512 

9-1935 
3Ö 
37 
38 
39 

O-OOI  7^78 

7386 

7394 
7402 
7409 

+  8 
+  8 

+  8 

+  7 
+  8 

9-511 
51' 
5" 
511 
511 

9-19S5 
SO 

87 

88 
89 

OOOI  7776 

7784 

7792 
7801 
7809 

+  8 
+  8 

+  9 
+  8 
+  8 

9-511 
511 
511 
511 
5" 

9- 1840 
41 
42 
43 
44 

O-OOI  6645 

6652 
6660 
6667 
6675 

+  7 
+  8 

+  7 
+  8 
+  8 

9-512 
512 
512 
512 
512 

9' 1890 

91 
92 
93 
94 

O-OOI  7027 

7034 
7042 
7050 
7058 

+  7 
•+8 
+  8 
+  8 
+  7 

9-512 
512 

5'2 

512 
512 

9- 1940 

41 
42 

43 
44 

O-OOI  7417 

7425 

7433 
7441 
7449 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  8 

9-511 
511 
Sil 
511 
5" 

9-1990 
91 
92 

93 
94 

O-OOI  7S17 

7825 

7833 
7841 
7849 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  8 

9-511 
5'i 
511 
5" 
511 

9-1845 
46 
47 
48 

49 

O-OOI  6Ö83 

6690 

6698 
6705 
6713 

+  7 
+  8 

+  7 
+  8 

+  7 

9-512 
512 
512 

512 
512 

9-1895 
96 
97 
98 

99 

O-OOI  7065 

7073 
7081 
7089 
7096 

+  8 
+  8 
+  8 

+  7 
+  8 

9512 

512 

512 

512 

512 

9-1945 
46 

47 
48 

49 

O-OOI  7457 
7465 
7473 
7481 
7489 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  7 

9-511 
511 
511 
511 
511 

9-1995 
96 
97 
98 
99 

O-OOI  7857 

7865 

7873 
7881 

7890 

+  8 
+  8 
+  8 

+  9 
+  8 

9-511 
511 
511 
511 
5" 

9-1850 

O-OOI  6720 

9-512 

9- 1900 

O-OOI  7104 

9-512 

9-1950 

O-OOI  7496 

9-511 

9  -  2000 

O-OOI  7898 

9-511 

2U 


Th.  V.  Ojipolzer. 


log- 

log- 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

H:tg 
{E^M) 

E-M 

Diff. 

log-  (1 

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iß-M) 

E-M 

Diff. 

log  </ 

±tg 

lE-M) 

E—M 

Diff. 

log .'/ 

±:tg 

E-M 

Diff. 

log .'/ 

sin  iE—M) 

sin  (E—M) 

sin  (E—M) 

{E   M)  tim  (E—Mj 
1 

9-2000 

o-ooi  7898 

+  8 
+  8 

9-5" 

9-20500-001  8308 

+  8 

+  9 
+  8 

9-511 

92100 

O-OOI  8727 

-1-  n 

9-510 

9-2150 

O-OOI  9156  ^Q 

9-510 

Ol 

7906 

5" 

51 

8316 

5" 

Ol 

•^73''  +s 

510 

51 

91^5 

+  9 

510 

02 

7914 

+  8 

5" 

52 

8325 

5'i 

02 

^^^"^+9 

510 

52 

9174 

-f8 

510 

03 

7922 

+  8 

5" 

53 

S333 

+  8 

51' 

03 

sT'  +s 

510 

53 

9182 

+  9 

510 

04 

7930 

+  8 

5" 

54 

8341 

+  S 

5" 

04 

S761 

+  9 

510 

54 

9191 

+  9 

510 

9 ■ 2005 

o-ooi  7938 

+  8 

+  9 
+  8 
+  8 
+  8 

9-511 

9-2055 

0001  8349 

+  9 
+  8 
+  8 

+  9 

+  8 

9-511 

9-2105 

O-OOI  8770  ^^ 

9-510 

9-2155 

O-OOI  9200 

+  8 

9-510 

06 
07 
08 
09 

7946 

7955 
7963 
7971 

5" 
5" 
5" 
511 

56 
57 
58 
59 

8358 
8366 
8374 
8383 

511 
511 
511 
511 

06 
07 
08 
09 

8778 
8787 
8795 

8804 

+  9 
+  8 

+  9 
+  8 

510 
510 

510 
510 

56 
57 
58 
59 

9208 

9217 

9226 

9235 

+  9 
+  9 
+  9 
+  8 

510 
510 
510 
510 

9  2010 
II 
12 

O-QOI  7979 
79S7 

7995 

+  8 
+  8 
+  8 

+  9 
+  8 

9-5" 
511 
5" 

9-2060 
61 
62 

O-OOI  8391 

8399 
8408 

+  8 

+  9 
+  8 
+  8 
+  9 

9-511 
5" 
5>i 

9-2110 
II 
12 

o'ooi  8812 

8S2I 
8829 

+  9 

+  8 

+  9 
+  9 
+  8 

9-510 
510 
510 

Q-2160 

ÜI 

62 

O-OOI  9243 

9252 

9261 

+  9 
+  9 
+  8 

9-510 
SIO 
SIO 

»3 
14 

8003 
8012 

5>i 
511 

63 
64 

8416 
8424 

5" 
5" 

13 
14 

8S38 
8847 

510 
510 

63 

64 

9269 

9278 

+  9 
+  9 

510 
510 

9-201S 

0001  8020 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  9 

9-511 

9-2065 

O-OOI  8433 

+  8 
+  8 

+  9 
+  8 

+  9 

9-511 

9-2115 

O-OOI  8855 

■1-9 
+  8 

9-510 

9-2165 

O-OOI  9287 

+  9 
+  8 

9-510 

16 

8028 

5" 

66 

8441 

5" 

i() 

8S64 

510 

66 

9296 

510 

17 
18 

8036 
8044 

5" 
S'i 

67 
68 

8449 

8458 

5" 
511 

17 
18 

8S72 
8881 

+  9 
+  8 

510 
510 

67 
68 

9304 
9313 

+  9 
+  9 

510 
510 

19 

8052 

511 

69 

8466 

51' 

19 

8889 

+  9 

510 

69 

9322 

+  9 

510 

9-2020 

O-OOI  8061 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  9 

9-511 

9  •  2070 

O-OOI  8475 

+  8 
+  8 

+  9 
+  8 
+  8 

9-511 

9-2120 

O-OOI  8898 

+  8 

9-510 

9-2170 

O-OOI  9331 

+  8 

9-510 

21 

8069 

5" 

71 

8483 

5" 

21 

8906 

+  9 
+  9 
+  8 

510 

71 

9339 

+  9 
+  9 

+  9 

510 

22 
23 

8077 

8085 

5" 
511 

72 
73 

8491 
8500 

5" 
5" 

22 
23 

8915 
8924 

510 
510 

72 
73 

9348 
9357 

510 
510 

24 

8093 

5" 

74 

8508 

5" 

24 

8932 

+  9 

510 

74 

9366 

+  8 

510 

9  2025 

O-OOI  8102 

+  8 
+  8 
+  8 
+  8 
+  9 

9511 

9-2075 

0001  8516 

+  9 
+  8 

+  9 

+  8 
+  8 

9-511 

9-2125 

O-OOI  8941 

+  8 

+  9 
+  8 

+  9 
+  9 

9-510 

9-2175 

O-OOI  9374 

+  9 
+  9 
+  9 
+  9 
+  8 

9-510 

2Ö 
27 

8II0 
8n8 

5" 
51' 

76 

77 

8525 
8533 

5'i 
511 

26 
27 

8949 
8958 

510 
510 

76 
77 

9383 
9392 

510 
510 

28 
1      29 

8126 
8134 

5" 

5" 

78 
79 

8542 
8550 

511 
511 

28 

29 

8966 
8975 

510 
510 

78 
79 

9401 
9410 

SIO 
SIO 

9 ■ 2030 

O-OOI  8 143 

+  8 
+  8 
+  8 

+  9 
+  8 

9511 

g-2oSo 

O-OOI  855S 

+  9 
+  8 

+  9 

+  8 

+  9 

9-511 

9-2130 

O-OOI  8984 

+  8 

+  9 
+  8 

9-510 

9-21S0 

O-OOI  94i8;_^Q 

9-510 

31 
32 

S151 
8159 

5" 
5" 

Si 
82 

8567 
8575 

511 

511 

31 

32 

8992 

9001 

510 
510 

81 
82 

9427 
9436 

+  9 
+  9 

SIO 
510 

33 
34 

8167 
8176 

5" 
5" 

83 
84 

8584 
8592 

51' 
511 

33 
34 

9009 
9018 

+  9 
+  9 

510 
510 

83 
84 

9445 
9454 

+  9 

+  8 

SIO 
510 

9-2035 

O-OOI  8184 

+  8 
+  8 

9-511 

q-2oS5 

O-OOI  8Ö01 

+  8 
+  8 

+  9 

+  8 

+  9 

9-511 

9-2135 

O'OOI  9027 

+  8 

9-510 

9-2185 

O-OOI  9462 

+  9 

9-510 

36 
37 

8192 
8200 

5" 
5" 

86 

S7 

8609 
80I7 

511 
511 

36 
37 

9035 
9044 

+  9 
+  9 
+  8 

510 
510 

86 

87 

9471 

9480 

+  9 
+  9 
+  9 
+  8 

SIO 
SIO 

3S 

8209 

+  9 
+  8 
+  8 

511 

SSJ      8626 

511 

38 

9053 

510 

88 

9489 

SIO 

39 

8217 

5" 

89 

8634 

511 

39 

9061 

+  9 

510 

89 

9498 

510 

9 ■ 2040 

0  001  8225 

+  8 

+  9 
+  8 
+  8 
+  8 

9-511 

9-2090 

O-OOI  8643 

-US 

9-511 

9  -  2 1 40 

O-OOI  9070 

+  8 

9-510 

9-2190 

O-OOI  9506 

+  9 

9-510 

41 

8233 

511 

91 

8ö6o,19 

511 

41 

9078 

■4-9 
+  9 
+  8 

510 

91 

9515 

+  9 

+  Q 

510 

42 

8242 

5" 

92 

511 

42 

9087 

510 

92 

9524 

510 

43 

8250 

5" 

93 

8ö6S 

+  9 

+  8 

511 

43 

9096 

SIC 

93 

9533,  +  q 

510 

44 

8258 

511 

94 

8677 

510 

44 

9104 

+  9 

510 

94 

9542 

+  9 

510 

9 ■ 2045 
46 

0001  8266 

8275 

+  9 
+  8 

+  8 

+  9 
+  8 

9-511 
511 

9-2095 
9Ö 

O-OOI  8685 
8694 

+  9 
+  8 

9-510 
Sio 

9-2145 
46 

O-OOI  9113 
9122 

+  9 
+  8 

9-510 
510 

9-2195 
96 

O-OOI  9551 

9560 

+  9 
+  8 

9-510 
SIO 

47 

8283 

5" 

97 

8702 

+  8 

+  9 

1+8 

510 

47 

9130 

+  9 
+  9 
+  8 

510 

97 

•^SÖSi  +  o 

SIO 

48 
49 

8291 
8300 

5" 
5" 

98 
99 

8710 

8719 

510 
510 

48 
49 

9139 
9148 

510 
510 

98 
99 

9577 
9586 

+  9 
+  9 

510 
SIO 

9  -  2050 

O-OOI  8308 

9-511 

9-2100 

O-OOI  8727 

9-510 

9-2150 

O-OOI  9156 

9-510 

9- 2200 

O-OOI  9595 

9-510 

Übev  die  Aiißösunrj  des  Kcpler'schen  Problems. 


215 


l„g 

lug 

log 

log 

log 

log 

1  og 

log 

±tg 

(E-M) 

sin  iE—M) 

Diff. 

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E~M 

sin  ( E—M) 

Diff. 

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{E-M) 

E—M 

Diff. 

log  <l 

±tg 

E—M 

Diff. 

log  ff 

sin  iE—M) 

sin  {E-M) 

9-2200 

o-ooi  9595 

+  9 
+  9 
+  9 
+  8 

9-5x0 

9-2250 

0-002  0043 

9-510 

9- 2300 

0-002  0502 

-1-  9 
-f  10 

-1-  9 
-1-  9 
-1-  9 

9-509 

9-2j5o 

0-002  0971 

+  99-509 

Tio   509 
+  9   5°'^ 
+  .0   509 

Ol 

02 
03 

9604 

9613 
9622 

510 

510 
510 

51 
52 
53 

0052 
0062 
0071 

+    9 
+  10 

■1-  9 

-1-  9 
+  9 

5'o 
510 

510 

Ol 

02 
03 

051  I 
0521 
0530 

509 
509 
509 

51 
52 
53 

0980 
0990 
0999 

04 

9630 

■1-9 

510 

54 

ooSo 

5>o 

04 

0539 

509 

54 

1009 

-1-  9 

509 

,j  2205 
06 

o-ooi  9639 

9648 

+  9 
+  9 
+  9 
+  9 
+  9 

9-510 
510 

9-2255 
56 

0-002  00S9 
009  S 

+    9 
+    9 

9-510 
510 

9-2305 
06 

0-002  0548 
0558 

-1-  10 
-f  9 
-1-  9 
-1-  10 
-1-  9 

9-509 
509 

9-2355 
50 

0-002  loiS 
102S 

+ 10 

+  9 
+ 10 

+  9 
+ 10 

9  -  509 
509 

07 

9657 

510 

57 

0107 

510 

07 

O5O7 

509 

57 

1037 

509 

08 
09 

9660 
9Ö75 

510 
510 

58 
59 

Ol  16 
0125 

-1-  9 
■1-  9 
+   9 

510 
510 

08 
09 

0576 
0586 

509 
509 

58 
59 

1047 
1056 

509 
509 

9 '22 10 

o-ooi  9684 

+  9 
-1-9 
■+•9 
-t-9 
-hS 

9-510 

9-2260 

0-002  0134 

-1-  9 
-1-  10 

+   9 
+    9 
+    9 

9-510 

9-2310 

0-002  0595 

+    9 
-t-io 

+    9 
■1-  9 
+  10 

9-509 

9-2360 

0-002  1066 

+  9 
-f  10 

-1-  9 
+ 10 

•f  10 

9-509 

I  I 

12 
13 
14 

9693 
9702 

971 1 
9720 

510 
510 

5'o 

61 
62 
63 
64 

0143 
0153 

0162 

0I7I 

5'o 
510 
510 
509 

II 

13 
14 

0604 
0614 
0623 
0632 

509 
509 
509 
509 

Ol 
62 
63 
O4 

'075 
10S5 
1094 
1104 

509 
509 
509 
509 

9-2215 

o-ooi  9728 

■f9 
+  9 
+  9 
-1-9 
-^9 

9-510 

9-2265 

0002  0180 

9-509 

9-2315 

0-002  0642 

■1-  9 
+   9 
-t-io 

+    9 
■1-  9 

9-509 

9-2365 

0002  II 14 

-1-  9 

-Mo 

-1-  9 
+  10 

-1-  9 

9-509 

16 
17 

9737 
974Ö 

510 
510 

66 

Ol  89 
OI9S 

-1-  9 
-1-  9 

509 

509 

16 
17 

0651 
0660 

509 
509 

66 

67 

1123 
■133 

509 
509 

18 

9755 

510 

68 

0207 

-1-  9 

509 

18 

0670 

509 

68 

1142 

509 

19 

97Ö4 

510 

69 

0216 

■1-  9 
-fio 

509 

19 

0679 

509 

69 

1152 

509 

9-2220 
21 

O-OOI  9773 
97S2 

-^9 
-1-9 
■1-9 
-^9 
+  9 

9-510 
510 

9-2270 
71 

0002  022Ö 
0235 

+    9 
+    9 
+    9 
+    9 
-1-  9 

9-509 
509 

9-2320 
21 

0-002  06S8 
0698 

+  10 

■f  9 
+   9 
+  10 

■1-  9 

9-509 
509 

9-2370 
71 

0-002  1161 
1171 

+  10 

-1-  9 
+  10 
-1-  10 
■+■  9 

9-509 
509 

22 
24 

9791 
9800 
9809 

510 
510 
510 

72 
73 
74 

0244 
0253 
0262 

509 

509 
509 

22 
23 
24 

0707 
0716 
0726 

509 
S09 
509 

72 
73 
74 

II  So 
1 190 
1200 

509 
509 
509 

9-2225 
26 
27 
28 
29 

O-OOI  9S18 

9827 
9836 
9845 
9854 

+  9 
+  9 
+  9 
■1-9 
-^9 

9-510 
510 

510 
510 
510 

9-2275 
76 
77 
78 
79 

0-002  0271 
0281 
0290 
0299 
O30S 

-Ho 

+   9 
-1-  9 
-1-  9 

+    9 

9-509 
509 

509 
509 
509 

9-2325 
26 
27 
28 
29 

0-002  0735 
0744 

0754 
0763 

0773 

+   9 
-f  10 

+    9 
+  10 

+    9 

9-509 
509 
509 
509 
509 

9-2375 
76 

77 
78 
79 

0-002  1209 
1219 
1228 
1238 
1248 

+  10 

■1-  9 
-f  10 
-f  10 
+    9 

9-509 
509 
509 
509 
509 

9-2230 

O-OOI  9863 

-^9 

_1_  n 

9-510 

9-2280 

0-002  0317 

9-509 

9-2330 

0-002  0782 

+    9 

9-509 

9-2380 

0-002  1257 

-f  10 

9-509 

31 

9S72 

5'o 

81 

0327 

+  10 

509 

31 

0791 

509 

81 

1267 

+    9 
+  10 
+  10 
-t-  9 

509 

32 

33 
34 

988 1 

9S90 

9899 

+  9 
+  9 
+  9 
+  9 

510 

5'o 
510 

82 
83 

S4 

0345 
0354 

-1-  9 
-1-  9 

-1-  9 
+  9 

509 

509 
509 

32 
34 

oSoi 
0810 
0820 

+  10 

-1-  9 
+  10 

-1-  9 

509 
509 
509 

82 
83 
84 

1276 
12S6 
1296 

509 
509 
509 

9-2235 
36 
37 

O-OOI  9908 

9917 
9926 

-1-9 
-1-9 
+  9 
+  9 
+  9 

9-510 
510 
5>o 

9-22S5 
86 
87 

0-002  o3(>3 

0373 
0382 

+  10 

+    9 

9-509 
509 
509 

9-2335 
36 
37 

0-002  0829 
0S38 
0S4S 

+    9 
H-io 

+    9 
-HO 

+   9 

9-509 
509 
509 

9-2385 
86 

87 

0-002  1305 
■315 

1325 

+  10 
+  10 

+    9 
+  lo 

+    9 

9-509 
509 
509 

3S 
39 

9935 
9944 

510 
510 

88 
89 

0391 
0400 

+   9 
+    9 
+    9 

509 
509 

38 
39 

0857 
0867 

509 
509 

88 
89 

1334 
1344 

509 
509 

9-2240 

4« 

42 

O-OOI  9953 
9962 
9971 

+  9 
+  9 
+  9 
+  9 
+  9 

9-510 
510 
510 

9-2290 

91 
92 

0-002  0409 
0419 
0428 

-MO 
-1-  9 
-1-  9 
+   9 
-l-io 

9-509 
509 

509 

9-2340 
41 

42 

0-002  0876 
08S6 
0895 

+  10 

-1-  9 
-l-io 

+    9 

-^  9 

9-509 
509 
509 

9-2390 

91 
92 

0-002  I  55  i 
1373 

+  10 
+  10 
-f  9 
-1-  10 
+  10 

9-509 
509 
509 

43 
44 

9980 
9989 

510 
510 

93 
94 

0437 
0446 

509 
509 

43 
44 

0905 
0914 

509 
509 

93 
94 

13S2 
1392 

509 
509 

9-2245 

O-OOI  9998 

+  9 
-t-9 
-^9 
■1-9 
+  9 

9-510 

9-2295 

0-002  0456 

-1-  9 
-1-  9 

-1-  9 
-l-io 

-1-  9 

9-509 

9-2345 

0-002  0923 

-Hio 

+   9 
+  10 

-t-  9 
+  10 

9-509 

9-2395 

0-002  1402 

-1-  9 
+  10 
-1-  10 

-1-  9 
-MO 

9-509 

46 

002  0007 

510 

96 

0465 

509 

46 

0933 

509 

96 

1411 

509 

47 

OOIÖ 

510 

97 

0474 

509 

47 

0942 

509 

97 

1421 

509 

48 

0025 

510 

98 

0483 

509 

48 

0952 

509 

98 

■43« 

509 

49 

0034 

5.0 

99 

0493 

509 

49 

0961 

509 

99 

1440 

509 

9-2250 

0-002  0043 

9-510 

9-2300 

0-002  0502 

9-509 

9-2350 

0-002  0971 

9-509 

0  -  2400 

0-002  1450 

9-509 

216 


Th.  V.  Oj)polzer. 


log 

log 

log 

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E-M 

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9  ■  2400 

Ol 

0-002  1450 
1460 

•f  10 
+  10 
+  9 
4-  10 
+  10 

9-509 
509 

9-2450 
51 

0-002  1940; 

"'5°i  +  ,o 

i960  ;  ,^ 

9-508 
508 

9-25000-002  2441 

Ol      2452 

9-  508 

I 

9-25500-002  2954 
51      2964 

+  10 
+  10 
+ 1 1 
+  10 
+  II 

9-508 
508 

02 

147°: 

509 

52 

508 

02 

2462 

52 

2974 

508 

03 
04 

1479 
1489 

509 
509 

53 
54 

1970 
1980 

+  10 
+  10 

508 
508 

03 
04 

2472, 
2482 

+  10 
+  10 

508 
508 

53 
54 

2985 
2995 

508 
508 

9-2405 

0-002  1499 

+  9 
+  10 
+  10 
+  10 
+  9 

9-509 

9-2455 

0-002  1990 

+  10 
4-  10 

+ 10 
+  10 
+ 10 

9-508 

9-2505 

0-002  2492 

+  10 
+  10 
+  11 
+  10 
+  10 

9-508 

9-2555 

0-002  3006 

+  10 

9-508 

oO 

07 
08 
09 

1508 
1518 
152S 
153S 

509 

509 
509 
509 

56 
57 
58 
59 

2000 
2010 
2020 
2030 

508 
508 
508 
508 

06 
07 
08 
09 

2502 
2512 
2523 
2533 

508 
508 
508 
508 

56 
57 
58 
59 

3016 
3026 
3037 
3047 

+  10 
+  II 
+  10 
+  10 

508 

508 
508 

508 

9-2410 

1 1 

1 2 

0-002  1547 
1557 
1507 

1577 

+  10 
+  10 
+  10 

9-509 
509 
509 
509 

9  -  2460 
61 
62 
Ö3 

0-002  2040 
2050 
2060 
2070 

+  10 
4- 10 
+  10 

9-50S 
508 
508 
508 

9-2510 

II 

12 
13 

0-002  2543 
2553 
25Ö3 
2573 

+  10 
+  10 
+  10 
+  11 
+  10 

9-508 
50S 
508 
508 

9- 2560 
61 
62 
Ö3 

0-002  3057 
3068 
3078 
3089 

+  II 
+  10 
+  II 
+  10 
+  II 

9-508 
508 
508 
508 

14 

1580 

+  9 
+  10 

509 

64 

2079 

+  9 
+  10 

508 

14 

2584 

508 

Ö4 

3099 

508 

9-2415 

0-002  I59Ö 

9-509 

9-2465 

0-002  2089 

9-508 

9-2515 

0-002  2594 

+  10 
+  10 
+  10 
+  II 
+  10 

9-508 

9-2565 

0-002  3110 

+  10 
+  10 
+  II 
+  10 
+  II 

9-508 

iti 

i()o6 

+  10 

50g 

66 

2099 

+  10 

508 

16 

2604 

50S 

66 

3120 

508 

17 

I6I6 
1625 

+  10 

+  9 

509 
5°9 

67 
68 

2109 
2119 

+  10 

+  10 

+  10 
+  10 

508 
508 

17 
18 

2614 
2624 

508 
508 

67 
68 

3130 
3141 

508 
508 

19 

1Ö35 

+  10 
+  10 

509 

69 

2129 

508 

19 

2635 

508 

69 

3151 

508 

9-2420 
21 

0-002  I045 

IÖ55 

+  10 
+  9 
+  10 
+  10 
+  10 

9-509 
509 

9-2470 
7> 

0-002  2139 
2149 

+ 10 

+  10 

+  10 
+  10 
+  10 

9-508 
508 

9- 2520 
21 

0-002  2645 
2655 

+  10 
+  10 

9-508 
508 

9-2570 
71 

0-002  3162 
3172 

+  10 
+  1 1 

9-508 
507 

22 

1664 

509 

72 

2159 

508 

22 

2665 

+  1 1 

508 

72 

3183 

+  10 

507 

23 

IÖ74 

50S 

73 

2169 

508 

23 

2676 

+  10 

50S 

73 

3193 

+  II 

507 

24 

I084 

508 

74 

2179 

508 

24 

2686 

+  10 

508 

74 

3204 

+  10 

507 

9-2425 

0-002  1694 

+  10 

+  9 
+  10 
+  10 
+  10 

9-508 

9-2475 

0-002  2189 

+  10 
+  10 
+  II 

+  10 

9-508 

9-2525 

0-002  2696 

+  10 

9-508 

9-2575 

0-002  3214 

+  1 1 

9-507 

26 

1704 

508 

76 

2199 

508 

26 

2706 

+  1 1 

50S 

76 

3225 

+  10 

507 

27 
28 

I7I3 
1723 

508 
508 

77 
78 

2209 
2220 

508 

508 

27 

28 

2717 
2727 

+  10 
+  10 

50S 
50S 

77 
78 

3235 
324Ö 
3256 

+  II 
+  10 

507 
507 

29 

1733 

508 

79 

2230 

+  10 

50S 

29 

2737 

+  10 

508 

79 

+  11 

507 

9-2430 
31 
32 

0-002  I74J 

1753 

1763 

+  10 
+  10 
+  9 
+  10 
+  10 

9-508 
508 
508 

9-2480 
8. 
82 

0-002  2240 
2250 
2260 

+ 10 
+ 10 
+  10 
+ 10 
+  10 

9-508 
50S 
508 

9-2530 
32 

0-002  2747 
2758 
2768 

+  II 
+  10 
+  10 

9-S0S 
508 
508 

9-2580 
81 
82 

0-002  3267 

3277 
3288 

+  10 
+  II 
+  10 

9-507 
507 
507 

Sj 

1772 

508 

83 

2270 

508 

33 

2778 

+  1 1 

508 

83 

3298 

+  II 

507 

34 

1782 

508 

84 

2280 

508 

34 

2789 

+  10 

508 

84 

3309 

+  10 

507 

9-2435 

0-002  1792 

+  10 
+  10 
+  10 
+  10 

9-508 

9-24S5 

0-002  2290 

+ 10 

+  10 

+  10 

+  10 

9-508 

9-2535 

0-002  2799 

+  10 

9-508 

9-25S5 

0-002  3319 

+  II 

9-507 

36 

1802 

508 

86 

2300 

508 

36 

2809 

+  10 

508 

86 

3330 

+  10 

507 

37 

I8I2 

508 

87 

2310 

508 

37 

2819 

+  1 1 

508 

87 

3340 

+  II 

507 

38 

1822 

508 

88 

2320 

508 

38 

2830 

+  10 

508 

88 
89 

335' 

+  10 

507 

39 

.832 

+  9 

508 

89 

2330 

+  10 

508 

39 

2840 

+  10 

508 

ii^^ 

+  11 

507 

9-2440 
4' 

0-002  1841 

.85. 

+  10 
+  10 
+  10 
+  10 
+  10 

9-508 
508 

9  -  2490 
91 

0-002  2340 
2350 

+  IO 

+ 10 
+  11 
+  10 
+  10 

9-508 
50S 

9-2540 
41 

0-002  2850 
2861 

+  11 
+  10 

9-508 
508 

9-2590 
91 

0-002  3372 
3382 

+  10 
+  11 

9-507 

507 

42 

iSOi 

508 

92 

2360 

508 

42 

2S71 

+  10 

50S 

92 

3393 

+  10 

507 

43 
44 

187. 
1S81 

508 
508 

93 
94 

2371 
2381 

508 
508 

43 

44 

28S1 
2892 

+  II 
+  10 

508 
508 

93 
94 

3403 
3414 

+  II 
+  II 

507 
507 

9'2445 

0-002  1891 

+  10 
+  10 

+  9 
-f  10 
+  10 

9-508 

9-2495 

0-002  2391 

+ 10 
+  10 
+  10 

+  10 
+  10 

9-508 

9-2545 

0-002  2902 

+  10 

9-508 

9-2595 

0-002  3425 

+  IO 

9-507 

40 

1901 

508 

96 

2401 

508 

46 

2912 

+  11 

508 

96 

3435 

+  II 

507 

47 

1911 

508 

97 

241 1 

508 

47 

2923 

+  10 
+  10 
+  II 

508 

97 

3446 

+  10 

507 

48 
49 

1920 
1930 

1  508 
50S 

98 
99 

1    2421 
2431 

508 
508 

48 
49 

2933 
2943 

508 
508 

98 
99 

3456 
3467 

+  11 
+  10 

507 
507 

9-2450 

0-002  194c 

9-508 

9-2500 

0-002  2441 

9-508 

9-2550 

0-002  2954 

9-508 

9  -  2600 

0-002  3477 

9.507 

tjher  rlif  Aitflnfnnig  des  Kepler i^clicii  I'rolilcms 


21' 


log 
±tg 

(E-M) 


log 
E—M 


sin  (E—M) 


Diff. 


log  (I 


log 

±tg 

{E-M) 


log 
K—M 


sin  iE—M) 


Diff. 


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log 

+  tg 

{E-M) 


lüg 
E—M 


sin  iE—M) 


Diff. 


log ,'/ 


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E-M) 


log 
E—M 


sin  {E—M) 


Diff. 


log«/ 


g • 2O00 
Ol 
02 

03 
04 

9-2605 
06 
07 
08 
09 

9'26io 
1 1 
12 
13 
14 

9-2015 
16 

17 
18 

19 

9' 2620 
21 


23 
24 

9-2025 
20 

27 
28 
29 

9  -  2030 


0-002  3477 
348S 
3499 
3509 
3520 

0002  3530 
354 
3552 
350 
3573 

002  3584 

3594 
3605 
3610 
3026 

002  3b37 
3047 
3058 
3009 
30S0 

002  3690 

3701 
37>2 
3722 

3733 

002  3744 
3754 
3705 
3770 
3787 


32 
?,i 
34 

9-2635 
3» 
37 
38 
39 

■2  040 
4 
4 
43 
44 

-2045 
46 

47 
48 

49 
9- 2650 


3797 
380S 

38 
38 
3840 


o  002  3851 
38Ö 

3873 
388 

3894 

0-002  3905 
3910 
3926 
3937 
3948 

0002  3959 

3970 
3980 

399t 
4002 

0-002  4013 


+  II 

+  10 

+ 10 

+  II 

+  11 

+ 10 

+  II 

+  10 

+  10 

+  II 

+ 10 

+  II 

+ 10 

+  II 

+  1 1 

+  1 1 

+ 10 

+  1 1 

+  1I 

+ 10 

+ 11 

+  II 

+ 10 

+  II 

+  II 

+ 11 

+ 10 

+  11 

+  u 

+  10 

+  11 

+  II 

+  II 

+  II 

+  10 

+  11 

+  II 

+  II 

+ 10 

+  II 

+  II 

+  11 

+  II 

+ 10 

+  II 

+ 11 

+  II 

9 '507 
507 

507 
507 
507 

9 '507 
507 
507 
507 
507 

9'5o7 
507 
507 
507 
507 

9-507 
507 
507 
507 

507 

9-507 
507 
507 
507 
507 

9-507 
507 
507 
507 
507 

9-507 
507 
507 
507 

507 

9-507 
507 

507 
507 

507 

9-507 
507 
507 

507 
507 

9-507 

507 
507 
507 
507 

9-507 


g-2650  0-002 
51 
52 

53 
54 

9-2655 
56 
57 
58 
59 

-2660 
61 
62 
03 
64 


)-2605 
66 

67 
68 
69 

9-2070 
7 

72 
73 
74 

9-2075 
76 
77 
78 
79 

9- 2080 
Si 
82 

83 

84 


20S5 
86 

87 
88 


4013 
4024 

4035 
4045 
4056 

4067 
4078 
4089 
4100 
41 1 1 

41  2! 
4132 
4143 
4154 
4165 


9- 2690 
91 
92 

93 
94 

9-2095 
96 
97 
98 
99 

9-2700 


0-002  4176 

4IS7 
4198 
4209 
4219 

0-002  4230 
424 
4252 
4263 
4274 

0002  4285 
4296 
4307 

43>8 

4329 

0-002  4340 
435 
43Ö2 
4373 
4384 

-002  4395 
4406 

4417 

4428 

4439 

002  4450 
44Ö1 
4472 
44S3 
4494 


0-002  4505 
4516 
4527 
4538 
4549 

0-002  4560 


+  II 
+  II 
+  10 
+  11 
+  II 

+  II 
+  II 

+  I  1 
t-  1 1 
+  10 


+  1 1 
+  II 
+  II 
+  II 
+  II 

+  II 
+  II 
+  II 
+  10 

+  II 

+  II 
+  II 
+  II 
+  II 

+  II 

+  II 
+  II 
+  II 
+  11 

+  1 1 


+  II 

+  I 
+  I 
+  II 

+  II 

+  II 
+  11 

+  I  I 
+  II 
+  I  I 


+  11 
+  II 


+  II 
+  II 
+  II 
+  II 
+  II 


9-507 

507 
507 

507 
507 

9 '507 
507 
507 
507 
507 

9  "SO? 
507 
507 

507 
507 

9-507 
507 
507 
507 

507 

9  ■507 

507 
5°7 
507 
507 

9  507 
507 
507 
507 
507 

9-507 
507 
507 
507 
507 


9-2700 

Ol 

02 

03 
04 


9-2705 
06 


07 
oS 
09 


9-2710 
1 1 
12 
13 
14 

2715 

10 

17 

iS 
19 

2720 
2 

23 
24 

9-2725 
2b 

27 
28 
29 

9-273° 
31 
32 
31 
34 


9-507  9-2735 


507 

507 

507 
507 

9-507 
507 
507 
507 
507 

9  507 
507 
507 
507 
507 

9-507 


36 

37 
38 
^9 


0-002  4560 

4571 

4582 

4594 
4605 


-002  4O16 
4627 
4638 
4649 
4660 

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468 
4693 
4705 
4710 

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4738 
4749 
4760 

477 

2  47S 
4794 
4805 
4816 
4827 

o  002  4839 
4850 
4861 
4872 
488 

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4906 

4917 
4928 

4939 

0-002  4951 
49Ö2 

4973 
4984 
4990 


9-2; 


+  11 
+  11 
+  12 
+  II 
+  II 

+  11 
+  II 

+  II 
+  II 
+  II 

+  II 
+  II 
+  12 
+  1 1 

+  1 1 

+  1 1 
+  II 
+  II 
+  II 
+  12 

+  II 
+  II 
+  II 
+  II 
+  12 


40  0002 

41 

42 

43 

44 


9-2745 
40 

47 
48 
49 

9-2750 


5007 
50 1 8 
5030 
5041 
5052 

0-002  5063 

5075 
5086 

5097 
5109 

0002  5120 


+ 
+  II 

+  I 

+  1 
+  1 
+  1 1 
+  1 1 
+  12 

+  II 
+ 
+  1 1 
+  12 
+  II 

-(-  II 
+  12 
+  II 
+  II 
+  II 

+  12 

+  1 1 
+  II 
+  12 
+  1! 


9-507 

507 
507 

507 
507 

9-507 
507 
507 
507 
507 

0-500 
506 
500 
506 
506 

9-506 
506 
506 
506 
506 

9-50Ö 
50Ü 
50O 
50Ö 
506 

9-506 
506 
506 
50U 
500 

9-506 
506 

506 
506 
506 

9 -506 
506 
500 
500 
506 

9  •  506 
506 
5  ob 
506 
500 

9  -  506 
500 
500 
506 
506 

9-506 


-2750 

51 
52 
53 
54 

92755 
56 
57 
58 
59 

9-  2760 
61 
62 

03 

04 

9-2705 
ob 

07 
oS 

09 

9-2770 
71 
72 
73 
74 

9-2775 
76 

77 
78 
79 


9- 


»780 
81 
82 
83 
84 

-2785 
86 

87 
SS 
89 

■  2790 
91 
92 
93 
94 


2  5120 
513« 
5>43 
5154 
51Ö5 

0002  5177 
5188 
5199 
52 
5222 

2  5233 
5245 
5250 
5267 
5279 

o  002  5290 
5302 
5313 
5324 
5336 

002  5347 
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5370 
5381 
5393 

002  5404 
541Ö 
5427 
5439 
5450 

O-O02  5462 

5473 
5485 
5496 

5507 

2  5519 
5530 
5542 
5553 
55^5 

'2  5577 
5588 
5000 
561 
5623 


9-2795 
90 
97 
98 
99 

9-2800 


0'002  5634 

5640 

5&57 
5669 
5680 

0002  5692 


+  I 
+  12' 
+  11 
+  11 
+  12 

+  II 
+  11 
+  12 
+  II 
+  II 

+  12 

+  II 
+  II 
+  12 

+  1 

+  12 
+  11 
+  II 

+  12 

+ 

+  12 
+  II 
+  II 
+  12 
+  II 

+  12 
+  1 1 
+  12 
+  II 
+  12 

+  II 

+  12 
+  II 
+  II 
+  12 

+  II 
+  12 
+  II 

+  12 

+  12 


+ 

2 

+ 

1 

+ 

2 

+  II 

+ 

2 

+  II 

+ 

2 

9-506 

506 
506 

506 

506 
•506 

506 
506 
506 
50b 

•50Ö 
500 

506 
506 
506 

9  506 
50b 
506 
500 
506 

9  -  506 
50O 
50O 
506 
506 

9-506 
506 
506 
506 
506 

9-500 
506 
506 
506 
506 

9-506 
506 
506 
506 
506 

9-506 
50b 
50O 
506 
506 

9-506 
50b 
506 
500 
506 

9-506 


Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Gl.   h.  Bd. 


28 


218 


Th.  r.  Oppolzer. 


log 

log- 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

±tg 

{E-M) 

E—M 

Diff. 

log<7 

±tg 
(E-M) 

E-M 

sin  {E—M) 

Diff. 

lo« .'/ 

dztg 
(E~M) 

E—M 

Diff. 

log  // 

±tg 
(E-M) 

E-M 

Diff. 

log  .'/ 

sin  {E—M) 

sin  (E—M) 

sin  (E—M) 

9-2800 

Ol 

02 

03 
04 

0-002  5092 
5704 
5715 
5727 
5738 

+  12 
+  II 
+  12 
+  11 
+  12 

9-506 
50U 
506 
50O 
506 

9-2850 
51 
52 
53 
54 

0-002  6277 
6289 
6300 
6312 
6324 

+  12 
+  II 
+  12 
+  12 
+  12 

9-505 
505 
505 
505 
505 

9-2900 

Ol 

02 
03 

04 

0  002  6875 
6887 
6899 
O911 
6923 

+  12 
+  12 
+  12 
+  12 
+  12 

9-505 
505 
505 
505 
505 

9-2950 

51 

52 
53 
54 

0-002  7486 
7498 
7510 

7523 
7535 

+  12 
+  12 

+  13 
+  12 

+  12 

9-505 
505 
505 
505 
505 

9-2805 

0-002  5750 

+  II 
+  12 
+  12 
+  II 
+  12 

9-506 

9-2855 

0-002  633O 

+  12 
+  12 
+  II 
+  12 
+  12 

9-505 

9 ■ 2905 

0-002  6935 

+  12 
+  12 

+  12 

+  >3 
+  12 

9-505 

9*2955 

0-002  7547 

+  13 

+  12 

■f  13 
+  12 

+  12 

9-505 

ob 
07 
08 
09 

57<Ji 
5773 
57S5 
579O 

5o'o 
506 
506 
506 

56 
57 
5S 
59 

634S 
6360 

Ö37> 
Ü3S3 

505 
505 
505 
505 

06 

07 
08 
09 

6947 

6959 
6971 
6984 

505 
505 
505 
505 

5Ö 
57 
58 
59 

7560 
7572 
7585 
7597 

505 
505 
505 
505 

9-2810 

0002  5808 

+  II 

+  12 
+  12 
+  11 
+  12 

9-500 

9-2S60 

0-002  6j95 

+  12 
-1- 12 
+  12 
+  12 
+  12 

9-505 

9-2910 

0002  O996 

^  12 
+ 12 
+  12 
+  12 
+ 12 

9-505 

9-2960 

0  -  002  7609 

+  13 
+  12 

+  13 
+  12 

+  13 

9  505 

1 1 

12 
13 

5819 
5831 
5843 

506 
506 
506 

61 
62 
^3 

6407 
6419 
643' 

505 
505 
505 

1 1 
12 
13 

7008 
7020 
7032 

505 
505 
505 

61 
62 

63 

7622 
7634 
7^147 

505 
505 
505 

14 

5854 

506 

Ö4 

6443 

505 

14 

7044 

505 

64 

7659 

504 

9-2815 
lü 
17 

O-O02  5860 

S878 
5889 

+  12 
+  11 
+  12 

+  12 

9-506 
5  ob 
50b 

9-2805 
ob 
67 

0-002  Ö455 
Ö467 
0478 

+  12 
+  11 
+  12 
+  12 

9-505 
505 
505 

9-2915 
16 

17 

0002  705Ö 
7069 
7081 

+  13 
+ 12 
+  12 
+ 12 

9-505 
505 
505 

9-2905 
66 
67 

0-002  7672 
7684 
7690 

+  12 

+  12 

+  13 
+  12 

9-504 
504 
504 

18 

5901 

506 

08 

0490 

505 

18 

7093 

505 

68 

7709 

504 

19 

5913 

+  II 

506 

69 

6502 

+  12 

505 

19 

7105 

+ 12 

505 

69 

7721 

+  13 

504 

9-2820 

0002  5924 

+  12 
+  12 
+  II 

+  12 

9-506 

9-2S70 

0002  O514 

+  12 
+  12 
+  12 

+  12 

9-505 

9-2920 

0-002  71 17 

+  13 
+ 12 
+ 12 
+ 12 
+ 12 

9-505 

9-2970 

0-002  7734 

+  12 

+  13 
+  12 
+  I  ^ 

9-504 

21 

S93Ö 

506 

71 

0526 

505 

21 

7130 

505 

71 

7746 

504 

22 

594S 

506 

72 

6538 

505 

22 

7142 

505 

72 

7759 

504 

23 

5959 

506 

73 

Ö550 

505 

23 

7154 

505 

73 

7771 

504 

24 

5971 

+  12 

506 

74 

6562 

505 

24 

7166 

505 

74 

77S4 

+  12 

504 

9-2825 
26 

27 

0002  59S3 

5994 
üooü 

+  II 
+  12 
+  12 
+  12 
+  II 

1  ■  50Ü 
506 
50b 

9-2875 
70 
77 

0-002  6574 
05  So 
0598 

+  12 

+  12 
+  12 
+  12 
+  12 

9-505 
505 
505 

9-2925 
26 
27 

0-002  7178 
7191 
7203 

+ 13 
+ 12 
+ 12 
+ 12 
+  13 

9-505 
505 
505 

9-2975 
70 
77 

0  002  7790 
7809 
7821 

+  ^3 

+  12 

+  13 
+  12 

+  13 

9-504 
504 
504 

28 
29 

601 8 
Ü030 

506 
5  Ob 

7S 
79 

6610 

6Ü22 

505 
505 

28 
29 

7215 
7227 

505 
505 

78 
79 

7834 
7840 

504 

504 

9-2830 
3  ^ 
32 
33 

0-002  6041 

6053 
6065 
6076 

+  12 
+  12 
+  II 
+  12 

+  12 

9  -  506 
506 
506 
506 

9-2880 
81 
82 
83 

0-002  6634 
664O 
6658 
6670 

+  12 
+  12 
+  12 

+  12 
+  12 

9-505 
505 
505 
505 

9-2930 
31 
32 
33 

0-002  7240 
7252 
7264 
7276 

+ 12 
+ 12 
+  12 

+  13 
+ 12 

9-505 
505 
505 
505 

9 • 29S0 
81 
82 
8^ 

0-002  7859 
7S71 
7884 
7896 

+  12 

+  13 
+  12 

+  13 

+  12 

9-504 
504 
504 
504 

34 

O0S8 

5o() 

84 

6682 

505 

34 

72S9 

505 

84 

7909 

504 

9"2835 
36 

37 

0-002  tllOO 

6II2 
0123 

+  12 
+  II 
^  12 
+ 12 
+  12 

9-506 
506 
50b 

9-2885 
86 
87 

0-002  6694 
67OÖ 

67  iS 

+  12 
+  12 

+  12 
+  12 
+  12 

9-505 

5°5 
S05 

9-2935 
3^' 
37 

0002  7301 

7313 

7325 

+ 12 
+ 12 

+  13 
+  12 

+ 12 

9-505 
505 
505 

9-2985 
86 
87 

0-002  7921 

7934 
794Ö 

+  13 
+  12 

+  13 
+  13 

+  12 

9-504 
504 
504 

3'S 

6135 

50b 

SS 

6730 

505 

38 

733S 

505 

88 

7959 

504 

39 

ÜI47 

506 

89 

6742 

505 

30 

7350 

505 

89 

7972 

504 

9- 2840 

0002  6159 

+ 12 

4  I  ] 

9-506 

9-2890 

0-002  6754 

+  12 
+  12 
+  12 

+  12 

9-505 

9 ■ 2940 

0-002  7362 

+  13 

4  12 
+  12 

+  13 
+  12 

9  -  505 

9-2990 

0-002  79S4 

+  13 

+  12 

9-504 

4' 

0171 

505 

91 

O7Ö6 

505 

41 

7375 

505 

91 

7997 

504 

4- 
43 

(JIS2 
6194 

+  12 

+  I  2 

505 
505 

92 
03 

6778 
6790 

505 
505 

42 
43 

7387 
7399 

505 
505 

92 
93 

8009 
8022 

+  13 
+  12 

504 
504 

44 

t)20() 

+  12 

505 

94 

6S02 

+  12 

505 

44 

7412 

505 

94 

8034 

+  <3 

504 

9-2845 

0  -  002  62 1 8 

+  II 

+  12 
4-12 
+  12 
+  12 

9-505 

9-2895 

0-002  OS14 

+  12 
+  12 
+  12 
+  12 
+  13 

9-505 

9-2945 

0-002  7424 

+  12 

+  13 
+  12 

+  12 
+  13 

9  ■  505 

9-2995 

0002  S047 

+  13 

+  12 

+  13 
+  13 

+  12 

9-504 

46 

47 
48 

49 

6229 
6241 

6253 

6265 

505 
505 
505 
505 

96 

97 

98 

99 

68  2  6 
6838 
6850 
6862 

505 
505 
505 
505 

46 

47 
48 
49 

7436 
7449 
7461 

7473 

505 
505 
505 
505 

96 

97 
98 
99 

8060 
8072 
8085 
8098 

504 
504 

504 
504 

9-2850 

0-002  6277 

9-505 

9  ■  2900 

0-002  6S75 

9-505 

9-2950 

0-002  7480 

9-505 

9-3000 

0-002  81IO 

9-504 

1 

IJher  die  ÄuflösuHg  des  Kepler'schen  Problems. 


21! 


log 

±tg 
{E-M) 


log 
E—M 


sin  (E—M) 


Diff. 


■ogf/ 


log 
±tg 

(E-M) 


log 
E—M 


sin  (E—M) 


Diff. 


•og ,'/ 


±tg 


log 
E—M 


siu  (\E — jtf) 


Diff.  log  ff 


±tg 


log 
E—M 


sin  (E—M) 


Diff'. 


't>S  .'/ 


9 ■ 3000 

Ol 

02 

03 

04 

9-3005 
ob 
07 
08 
09 

9-3010 
1 1 
12 
13 

14 


9"3oi5 
10 


17 
18 

19 

9-3020 
21 
22 

23 

24 

3025 
20 
27 
28 
29 

9-3030 
31 
32 
33 
34 

3035 
30 
37 
38 
39 

9  ■  3040 

4 
42 

43 
44 

9  "3045 
4Ö 

47 
48 

49 
9-3050 


0-002    Sl 10 

SI23 

SI35 
SI4S 

Sioi 


0-002  8173 

8ISÖ 

8199 

82II 
8224 

002  8237 

8249 
8202 
8275 
8288 

0-002  8300 

8313 
8326 

8338 
8351 

0-002  S364 

8377 
83S9 
S402 

8415 

2  8428 
8440 

8453 
84Ö6 

8479 

2  S49 
8504 
8517 
8530 
8543 

0-002  8551 
8508 
S581 
8594 
8607 

0002  Sü20 

8633 
S64Ü 
S658 
8671 

0-002  8084 
8697 
8710 
8723 
8736 

0002  8749 


+  13 
+  12 

+  13 
+  13 
+  12 

+  '3 
+  13 
+  12 

+  13 
+  13 

+  12 
+  13 
+  13 


-f  13 
+  13 
+  12 

+  13 
+  13 

+  13 
+  12 
+  13 
+  13 

+  13 

+  12 
+  13 
+  13 
+  13 
+  13 

+  12 

+  13 
+  13 
+  13 
+  13 


+  I 
+  I 
+  >3 
+  I 
+  13 

+  13 
+  13 
+  12 
+  I 
+  13 

+  13 
+  13 
•1-13 
+  13 
+  13 


9  504 
504 
504 
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81 
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92 

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98 
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8820 

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895Ö 
8969 
8982 
8995 

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9125 


9151 
9165 
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9I9I 

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9217 
9230 

9243 
925Ö 

0-002  9269 
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929Ö 

9309 

9322 


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+  12 

+  13 
+  13 
+  13 


-H3 
+  13 
+  13 
+  13 
+  13 


+  13 
+  13 
+  13 
+  13 
+  13 


+  13 
+  13 
+  13 
+  13 

+  13 

+  13 
+  13 
+  13 
+  13 
+  13 

+  13 

+  14 
+  13 
+  13 

+  13 

+  13 
+  13 
+  13 

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+  13 

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27 
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39 


3'40 
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42 
43 
44 

9-3145 
46 
47 
48 

49 


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9414 

0428 

944' 
9454 

0002  9467 
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9494 
9507 
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95Ö0 

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9O13 
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0-002  9733 
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9960 

9974 
9987 

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004 
0055 


9-503  9-31500-003  ooüS 


+  13 

+  14 

+  13 

+  ■3 

+  13 

+  13 

+  14 

+  13 

+  •3 

+  13 

+  14 

+  '3 

+  13 

+  13 

+  14 

+  13 

+  13 

+  14 

+  13 

+  13 

+  14 

+  13 

+  13 

+  13 

+  14 

+  13 

+  14 

+  ■3 

+  13 

+  '4 

+  13 

+  13 

+  14 

+  13 

+  14 

+  13 

+  •3 

+  14 

+  ■3 

+  14 

+  13 

+  13 

+  14 

+  13 

+  14 

+  13 

+  14 

+  13 

+  14 

+  13 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9  503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
50J 
503 
503 


9-503 
503 
503 
503 
503 

-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
503 
503 
503 

19-503 


3150 
5' 

52 
53 
54 

9-3155 
5" 
57 
58 
59 

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61 
62 
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64 

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67 
68 

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7' 
72 
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175 
76 

77 
78 
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9-31S0 
81 
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83 
84 

9-3185 
86 

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190 
9' 
92 
93 

94 

195 
96 

97 
98 
99 


0-003  006S 
0082 
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303  0136 
0149 

OIÜ 

0170 
0190 

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036t) 
0380 
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0503 
0516 
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o  003  0544 

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0-003 


OÜ12 
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OÖ54 
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o  003  0681 

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0736 


+  14 
+  13 
+  14 

+ 1 
+  14 

+  13 
+  14 
+  13 
+  14 

+  '3 
+  14 


9-32000-003  0750 


+  14 

+  14 

+  13 

+  14 

+  13 

+  14 

+  13 

+  14 

+  '4 

+  >3 

+  14 

+  >3 

+  ■4 

+  14 

+  13 

+  14 

+  14 

+  13 

+  14 

+  14 

+  13 

+  14 

+  14 

+  13 

+  14 

+  14 

+  14 

+  13 

+  14 

+  14 

+  14 

+  13 

+  14 

+  14 

+  14 

+  13 

+  14 

+  14 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
503 
503 
503 

9-503 
503 
502 
502 

502 

9-502 
502 

502 
502 

502 
9-502 


28* 


220 


Th.  V.  Oppolzer. 


log 

Ic 

S 

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lo 

g- 

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lo 

g 

log 

log 

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E- 

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Diff. 

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E- 

-M 

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(E-M) 

E—M 

Diff. 

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sin  [E — M) 

sin  (E  ~M) 

sin  (E—M) 

9 -3200 

o'oo3 

0750 

+  14 
+  13 
+  14 
-+-14 
+  14 

9-502 

9-3250 

0-003 

1447 

+  14 

+  14 
+  14 
+  14 
+  14 

9-502 

9-3300 

0-003 

2159 

+  14 
+  14 

+  15 
+  14 
+  15 

9-501 

9-3350 

0-003  2886 

+  15 
+  15 
+  15 
+  14 
+  15 

9  501 

Ol 

02 
03 
04 

0704 
0777 
0791 
0805 

502 
502 
502 
502 

51 

52 
53 
54 

1461 

•475 
1489 

1503 

502 
502 
502 
502 

Ol 

02 

03 
04 

2173 
2187 
2202 
2216 

501 
501 
501 
501 

51 
52 
53 
54 

2901 
2916 
2931 
2945 

501 
501 
501 
501 

9-3205 

0-003 

0819 

+  14 
-H3 
+  14 
+  14 
+  14 

9  502 

9-3255 

0-003 

1517 

+  14 
+  14 
+  14 

+  >5 
+  14 

9-502 

9-3305 

0-003 

22^1 

9-501 

9-3355 

0-003  2960 

+  15 
+  15 
+  14 
+  •5 
+  '5 

9-501 

oö 

0S33 

502 

56 

1531 

502 

06 

2245 

+  14 

+  15 
+  14 
+  14 
+  15 

501 

56 

2975 

501 

07 
08 
09 

0846 
0860 
0874 

502 
502 
502 

57 

58 
59 

1545 
1559 
«574 

502 
502 
502 

07 
08 
09 

2260 

2274 
2288 

501 
501 
501 

57 
58 
59 

2990 
3004 
3019 

501 
501 
SOI 

9-3210 

0-003 

0888 

+  14 
+  14 
+  14 
+  13 

+  14 

9-502 

9-32Ö0 

0-003 

1588 

+  14 
+  14 
+  14 
+  14 

+  15 

q  -502 

9-3310 

0-003 

2303 

+  14 

+  15 
+  14 
+  '5 
+  14 

9-501 

9-3360 

0003  3034 

+  '5 
+  14 
+  ■5 

+  15 
+  15 

9-501 

II 

12 
13 
14 

0902 
09  lÖ 
0930 
0943 

502 
502 
502 
502 

ÜI 
Ö2 
03 
Ö4 

1602 
161Ö 
1Ö30 
1644 

502 
502 
502 
502 

1 1 
12 
'3 

14 

2317 
2332 
2346 
23ÖI 

501 
501 
501 
501 

61 
62 
63 
64 

3049 
3063 
3078 
3093 

501 
501 
501 
SOI 

9-3215 

0-003 

0957 

+  14 
+  14 
+  14 
+  14 

+  14 

9-502 

9-3265 

0-003 

1659 

+  14 
+  14 
+  14 

+  14 
+  15 

9-502 

9-3315 

0-003 

2375 

+  15 

+  14 
+  15 
+  14 
+  '5 

9-501 

9-3365 

0-003  3108 

+  15 
+  14 

+  ■5 
+  15 

+  15 

9  501 

lÖ 

17 
18 

19 

0971 
0985 

0999 
1013 

502 
502 
502 
502 

6ü 

07 
68 

69 

1673 
1687 
1701 
1715 

502 
502 
502 
502 

lö 

17 
18 

19 

2390 

2404 
2419 

2433 

501 

501 
501 
501 

oö 

67 
68 
69 

3123 
3137 
3152 
3167 

501 
SOI 
501 
501 

9-3220 
21 
22 
23 
24 

0-003 

1027 
1041 

1055 
1008 
1082 

+  14 
+  14 

+  13 
+  14 
+  14 

9-502 
502 
502 
502 
502 

9-3270 

71 

72 
73 
74 

0-003 

1730 
■744 
1758 

1772 
1780 

+  14 
+  14 

+  14 
+  14 

+  15 

9-502 
502 
502 
502 
502 

9-3320 
21 
22 
23 
24 

0-003 

2448 
24Ö2 

2477 
2491 
2506 

+  14 
+  15 

+  14 
+  15 
+  15 

9-501 
501 
501 
501 
501 

9-3370 
71 
72 
73 
74 

0-003  3182 

3197 
3212 
3226 
3241 

+  15 

+  •5 
+  14 

+  15 
+  '5 

9-501 
501 
501 
501 
501 

9-3225 
26 

27 

0-003 

1096 
II 10 
1124 

+  14 

+  14 

9-502 
502 
502 

9-3275 
70 

77 

0-003 

1801 
1S15 
1S29 

+  14 
+  14 

9-502 
502 
502 

9-3325 
20 

27 

0-003 

2521 

2535 
2550 

+  14 
+  ■5 

9-501 
501 
501 

9-3375 
76 

77 

0-003  3256 
3271 

328Ö 

+  15 

+  15 

9-501 
501 
SOI 

28 
29 

II 38 
II 52 

+  14 

+  14 
+  14 

502 
502 

78 
79 

1843 
1858 

+  '4 
+  15 
+  14 

502 
502 

28 

29 

2564 

2579 

+  14 
+  15 

+  14 

501 
501 

78 
79 

3301 
33'6 

+  '5 
+  15 

+  •5 

501 

SOI 

9-3230 

31 

32 

34 

0-003 

1166 
II 80 
II 94 
1208 
1222 

+  14 
+  14 
+  14 
+  14 
+  14 

9-502 
502 
502 
502 
502 

9-3280 
Si 
82 
83 
84 

0-003 

1872 
i88ü 
1901 
1915 
1929 

+  14 
+  15 
+  14 
+  14 
+  14 

9-502 
502 
502 
502 
502 

9-3330 
31 
32 
33 
34 

0-003 

2593 
2Ö08 
2Ö23 

2637 
2652 

+  15 
+  15 
+  14 
+  >5 
+  14 

9-501 
501 
501 
501 
501 

9-3380 
81 
82 

84 

0-003  3331 
3346 
3360 

3375 
3390 

+  15 
+  14 
+  15 
+  ■5 
+  «5 

9-501 
501 
501 
501 
SOI 

9-3235 

0-003 

1236 

9-502 

9-3285 

0-003 

1943 

9-502 

9  3335 

0-003 

2666 

9-501 

9-33S5 

0-003  3405 

+  15 
+  15 
+  15 
+  15 
+  ■5 

9-501 

36 

37 
38 
39 

1250 
1264 

1278 
1292 

+  14 

+  14 
+  14 
+  14 
+  14 

502 
502 
502 
502 

8(j 

87 
88 
89 

195S 
1972 
1986 
2001 

+  15 
+  14 
+  14 
+  15 
+  14 

502 
502 
502 
502 

36 
37 

38 
39 

2Ö81 
2696 
2710 

2725 

+  ^5 
+  15 
+  14 
+  15 
+  15 

501 
501 

SOI 
501 

86 

87 
88 

89 

3420 
3435 
3450 
3465 

501 
501 
501 
501 

9-3240 

0003 

1306 

+  14 

+  14 
+  14 
+  14 
+  14 

9-502 

9  3290 

0-003 

2015 

+  14 
+  15 
+  14 

+  14 
+  15 

r5o2 

9-3340 

O-OOji 

2740 

+  14 
+  15 
+  15 
+  14 

+  15 

9-501 

9-3390 

0-003  3480 

+  '5 
+  15 
+  15 
+  •5 
+  15 

9-501 

41 
42 
43 
44 

1320 
1334 
1348 
1362 

502 
502 
502 
502 

9' 

92 

93 
94 

2029 
2044 
2058 
2072 

502 
502 
502 
502 

41 
42 

43 
44 

2754 
2709 

2784 
2798 

501 
501 
501 
501 

91 
92 
93 
94 

3495 
3510 
3525 
3540 

SOI 
501 

501 
501 

9-3245 

0-003 

1376 

+  14 
+  14 
+  14 
+  14 

+  15 

9-502 

9-3295 

0  003 

2087 

+  14 
+  14 
+  15 
+  14 
+  15 

9-502 

9-3345 

0-003 

2813 

+  15 
+  14 
+  15 
+  15 

+  14 

9-501 

9-3395 

0-003  3555 

+  15 
+  15 
+  ■5 
+  15 
+  15 

9-501 

4Ü 

47 
48 
49 

1390 
1404 
1418 

1432 

502 
502 
502 
502 

96 

97 
98 
99 

2101 
2115 
2130 
2144 

502 
502 
502 
501 

46 

47 
48 
49 

2828 
2842 

2857 
2872 

501 
501 
501 
501 

96 
97 
98 
99 

3570 

35S5 
3600 

3615 

501 

501 
501 
501 

9-3250 

0-003 

1447 

9-502 

9-3300 

0003 

2159 



9-501 

9-3350 

0-003 

2SS6 

9-501 

9  -  3400 

0-003  3630 

9-500 

über  die  Auflösumj  dcR  Kepler'Hclien  Problem)^. 


221 


log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

±tg- 

{E-U) 

E—M 

Üiff. 

'ogy 

±lg 

(E-M) 

E—M 

Ditif-. 

log«/ 

±tg- 
{E  M) 

E—M 
sin  (E—M) 

Diff. 

log- .'/ 

±tg 

(E^-M) 

E-M 

sia  {E—M) 

üirt- 

log</ 

sin  {E—M) 

sin  {E—M) 

9  •  3400 

0-003  3630 

+  '5 
+  ■5 
■+-15 

+  '5 
+  '5 

9-500 

9 '3450 

0-003  4390 

+  ■5 
+  lö 

+  15 
+  16 

9-500 

9-3500 

0-003  5>Ö7 

+  IS 
^  16 

9-499 

9-3550 

0-003  59Ö0 

+  16 

9-499 

Ol 

3t'45 

500 

51 

4405 

500 

Ol 

5.82 

499 

5' 

5970 

+ 16 

499 

02 
03 

3(j6o 

3675 

500 
500 

52 
53 

4421 
443<> 

500 
500 

02 
03 

51 98 
5214 

H-  1(1 
+  16 

499 
499 

52 
53 

5992 
6009 

+  17 
+  16 

499 
499 

04 

3690 

Soo 

54 

4452 

+  '5 

500 

04 

5230 

+  15 

499 

54 

Ö025 

+  16 

499 

9 '3405 
06 
07 
08 

0-003  3705 
3720 
3735 
3751 

+  15 
+  15 
+  16 

+  15 

■4-15 

9-500 
500 
Soo 
500 

9-3455 
5*^ 
57 
58 

0-003  44Ö7 
4482 
4498 
45 '3 

+  15 
+  iii 

+  '5 
+  16 

+  "5 

9-500 
500 
500 
500 

9-3505 
ob 

07 
oS 

0-003  5245 
5261 
5277 
5293 

+  lO 

+  Kl 
+  ■0 

+  15 
+  I(J 

')-499 
499 
4>)9 
49<i 

9-3555 
50 
57 
58 

0-003  Ö041 
6057 
Ö073 
6089 

+  10 

+16 

+ 16 

9-499 
499 
499 
499 

09 

3706 

Soo 

59 

4529 

500 

09 

5308 

499 

59 

0105 

+10 

499 

9-34IO 
1 1 

u  003  37S1 
379Ö 

+  15 
+  15 

+  ■5 
+  '5 
+  ■5 

9-500 
Soo 

9-3460 
öl 

0-003  4544 
4559 

+  15 
+  16 

+  15 
+  16 

+  IS 

9-500 
500 

9-3510 
1 1 

0-003  5324 
5340 

+  16 

-f-  I  (> 

9-499 
4'>9 

9-3560 
61 

0-003  Ö121 
Ö137 

+10 

+  lö 

9-499 
499 

12 
'  3 

381 1 

3826 

500 
500 

02 

(>3 

4575 
4590 

500 
500 

12 
13 

535'» 
5371 

+   16 
+  lü 

499 
499 

(J2 

tJ3 

6153 
6170 

+  17 

+   lö 

499 
499 

14 

3841 

500 

04 

4606 

500 

14 

5387 

499 

64 

6186 

+  16 

499 

9-3415 

0-003  3850 

9-500 

9'34t>5 

0  003  4621 

+  16 

+  15 
+  lü 

+  15 
+  1Ö 

9  500 

9-3515 

0  003  5403 

+  lO 

4-  16 

9  -  4<»9 

9-3505 

0-003  Ö202 

+ 16 

9-499 

16 

3871 

+  15 
+  i6 

+  15 
■fi  5 
+  ■5 

500 

66 

4Ö37 

500 

16 

5419 

499 

66 

6218 

+ 16 

499 

17 
18 

3887 
3902 

500 
500 

67 
68 

4652 
4668 

500 
500 

17 
18 

5435 
5450 

+  15 
+  16 
+  16 

499 
499 

07 
öS 

6234 
Ö250 

+  16 

+  :6 

499 
499 

19 

3917 

500 

69 

4683 

500 

19 

5466 

499 

Ö9 

02  OÖ 

+  17 

499 

9-3420 
21 

0003  3932 
3947 

+  15 

+  15 
+  1Ö 

■t-15 
+  15 

9-500 
500 

9-3470 
71 

0-003  4699 
4714 

+  15 
+  16 

9-500 
500 

9-3520 

0-003  5482 
549S 

i  16 
+  lO 

i)  ■  499 

4  9'! 

9-3570 
7' 

0003  62S3 
Ö299 

+  lö 

+  16 

(1-409 
499 

22 

3902 

500 

72 

4730 

+  15 
+  16 

+  15 

500 

22 

5514 

+  16 

499 

72 

''315 

+  lü 

499 

23 

3978 

500 

73 

4745 

500 

23 

5530 

^.  lO 

499 

73 

''331 

+  lö 

499 

24 

3993 

500 

74 

4761 

500 

24 

554Ö 

+ 15 

499 

74 

''347 

+  17 

499 

9-3425 

0-003  4008 

+  "5 

9  "SOO 

9-3475 

0-003  4776 

+  16 

+  '5 
+  li) 
+  '5 
+  ro 

9  500 

9-3525 

0-003  5561 

+  16 

9  ■  499 

9  3575 

0003  0364 

+  16 

9-499 

2Ü 

4023 

500 

7Ö 

4792 

500 

2t' 

5577 

+  16 
+  16 

+  16 

499 

70 

6380 

+  10 

499 

27 

4038 

+  >5 
+  16 

+  15 

+  15 

SOO 

77 

4807 

500 

27 

5593 

499 

77 

Ö396 

+  lö 

499 

28 

4054 

SOO 

78 

4823 

500 

28 

5  009 

499 

78 

Ö412 

+  ■? 

499 

29 

4069 

500 

79 

4838 

500 

29 

5Ö25 

+  10 

499 

79 

6429 

+  16 

499 

9-3430 

0-003  4084 

9-500 

9-3480 

o-ooj  4854 

+  16 

+  15 
+  16 

+  15 

+  16 

9-500 

9-3530 

0-003  5641 

+  16 

+  16 

9-499 

9-3580 

0003  6445 

+  lö 

9-499 

3> 

4099 

+  >5 
+  16 

+  15 
+  15 
+  15 

500 

81 

4870 

500 

31 

5Ö57 

499 

Si 

64Ü1 

+  lö 

499 

32 

4115 
4130 

500 
500 

82 
83 

4885 
4901 

500 
500 

32 

5^73 
56S9 

+  16 

4  16 

490 
499 

82 
83 

Ö477 
"494 

+  .7 

+  16 

499 
499 

34 

4145 

500 

84 

4916 

500 

34 

5705 

+  '5 

499 

84 

Ö510 

+ 16 

499 

9-3435 

0003  4160 

9  500 

9-34S5 

0-003  4932 

+  16 

+  '5 
+  16 

+  >S 
+  16 

9-500 

9-353S 

0-003  5720 

+  16 
+  16 

+  16 
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8055 
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S327 
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0-003  8447 


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26 

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28 
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31 
32 

34 


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38 
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41 
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43 
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46 

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8929 
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0-003  S963 
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9172 
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003  9224 
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9294 

0-003  9312 


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497 
497 
497 
497 

9 '497 
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497 
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9-497 
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497 

9-497 


9-3750 
51 
52 
53 
54 

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58 

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61 
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67 
68 

69 

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71 
72 
73 
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76 

77 
78 

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81 
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92 
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96 

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98 

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9-497 
497 
497 
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496 

9-496 


Ühcr  dir  Aiiflimimi  des  Kepler' sidiot  Probleme 


22c 


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+  18 
+  18 
+  18 
+  18 

9-496 
490 

9-3850 
51 

o'oo4  1009 
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+  18 
+  18 
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-f  19 
+  18 

9-495 

495 

5-3900 

Ol 

D-0O4  2021 
2040 

+  19 

+  18 

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+  20 

493 
493 

I  i 
14 

0179 

Ü200 

+  21 
+  20 

492 
492 

63 
64 

721 1 
7232 

+  21 
+  21 

491 
491 

9  401 5 

0004  4219 

+  20 

+  19 
+  20 
+  20 
+  19 

9 '493 

11-4065 

0-004  5209 

+  20 
+  20 
+  20 

+  20 
+  20 

9  -  493 

94115 

0-004  Ü220 

+  20 

+  2! 
+  20 
+  21 
+  20 

9-492 

9-4165 

0-004  7253 

+  21 

9-491 

10 

17 

iS 

19 

4239 
4258 
4278 
4298 

493 
493 
493 
493 

66 

67 
68 

69 

5229 
5249 
5200 
5289 

493 
493 
493 
493 

16 

17 
iN 

19 

Ü24O 
O261 
Ö2S1 
6302 

492 
492 
492 
492 

66 

07 
68 
69 

7274 
7295 
7315 
7336 

+  21 
+  20 
+  21 
+  21 

491 
491 
491 
491 

9 '4020 

0-004  4317 

+  20 
+  20 

9 '493 

9-4070 

0-004  5309 

+  20 

9 '493 

9-4120 

0-004  Ö322 

+  21 

9-492 

9-4170 

0-004  7357 

+  21 

9-491 

2 1 

4337 

493 

71 

5329 

+  20 

493 

21 

0343 

+  20 

492 

71 

7378 

+  21 

491 

22 

2j 

4357 
4376 

+  19 
+  20 

403 
403 

72 
73 

5349 
5369 

+  20 
+  20 

493 
493 

22 
23 

6363 

6384 

+  21 
+  20 

492 
492 

72 

73 

7399 
7420 

+  21 
+  21 

491 

491 

24 

4396 

+  19 

493 

74 

5389 

+  20 

493 

24 

()404 

+  21 

492 

74 

7441 

+  21 

491 

9  4025 

0-004  4415 

+  20 
+  20 
+  20 
+  19 

9'493 

9-4075 

0-004  5409 

+  21 
-f  20 

'5-493 

9-4125 

0-004  6425 

+  20 
+  21 

9-492 

9-4175 

0-004  7402 

+  21 

9-491 

26 

4435 

493 

76 

5430 

493 

26 

0445 

492 

76 

7483 

+  21 

491 

27 
28 

4455 
4475 

493 
493 

77 
78 

5450 
5470 

+  20 
+  20 

493 
493 

27 
28 

646Ö 
6486 

+  20 
+  21 

492 
492 

77 
78 

7504 

7525 

+  21 

+  21 

491 
491 

29 

4494 

+  20 

493 

79 

5490 

+  20 

493 

29 

6507 

+  21 

492 

79 

754Ö 

+  21 

491 

9-4030 

0-004  45 '4 

+  20 

-f  19 
+  20 
+  20 
+  20 

9-493 

9 • 4080 

0 • 004  5510 

+  20 
+  20 
+  21 
+  20 

9-492 

9-4'3o 

0-004  6528 

+  20 
+  21 
+  20 
+  21 
+  20 

9-492 

9  -  4 1 80 

0-004  7567 

+  21 

9-491 

31 

4534 

493 

81 

5530 

492 

31 

6548 

492 

81 

7588 

+  21 

491 

32 
33 

4553 
4573 

493 
493 

82 
83 

5550 
5571 

492 
492 

32 

33 

6569 
6589 

492 
492 

82 

83 

7609 
7630 

+  21 
+  21 

491 
491 

34 

4593 

493 

84 

5591 

+  20 

492 

34 

6610 

492 

84 

7651 

+  21 

49« 

9 '4035 
3Ö 

0-004  4Ö13 
4Ö32 

+  19 
+  20 
+  20 
+  20 
+  19 

9-493 
493 

9-4085 
86 

0-004  561 I 
5631 

+  20 
+  20 

9-492 
492 

9-4>3S 
36 

0-004  6O30 
6651 

+  21 
+  21 
+  20 
+  21 
+  21 

9-492 
492 

9-4185 
86 

0-004  7672 
7693 

+  21 
+  21 

9-491 
491 

37 
38 
39 

4652 
4672 
4692 

493 
493 
493 

87 
SS 

S9 

5651 
5Ö71 
5692 

+  20 

■I-2I 
+  20 

492 
492 
492 

37 
38 
39 

6672 
6692 
6713 

492 
492 
492 

87 
88 

89 

7714 

7735 
7756 

+  21 
+  21 
+  21 

491 
491 
491 

9-4040 
41 

0-004  4711 
4731 

+  20 
+  20 

9-493 
493 

9  -  4090 
91 

0-004  5712 
5732 

+  20 
+  20 

9-492 
492 

9-4140 
41 

0-004  6734 
6754 

+  20 
+  21 

9-492 
492 

9-4190 
91 

0-004  7777 
7798 

+  21 
+  22 

9-491 
491 

42 

4751 

+  20 

+  20 
+  20 

493 

92 

5752 

+  21 

492 

42 

6775 

+  21 

492 

92 

7820 

+  21 

491 

43 
44 

4771 
4791 

493 
493 

■13 
94 

5773 
5793 

+  20 
+  20 

492 
492 

43 
44 

6796 
6810 

+  20 

+  21 

492 
492 

93 
94 

7841 
7862 

+  21 

+  21 

491 

49  J 

9 ■ 4045 
46 

47 

48 

49 

0  004  48 II 
4830 
4850 
4S70 
4890 

+  19 
+  20 
+  20 
+  20 
+  20 

9-493 
493 
493 
493 
493 

9 • 4095 
96 

97 
98 

99 

0-004  5813 
5S33 
5S54 
5874 
5894 

+  20 
+  21 
+  20 
+  20 
+  20 

9-492 
492 
492 
492 
492 

9-4145 
46 
47 
48 
49 

0-004  6S37 
0858 
6878 
6899 
6920 

+  21 
+  20 
+  21 
+  21 
+  21 

9-492 
492 
492 
492 
492 

9-4'95 
96 

97 
98 

99 

0-004  7883 
7904 

7925 
7946 
7968 

+  21 
+  21 
+  21 
+  22 
+  21 

9-491 
491 
491 
491 
491 

0-4050 

0-004  4910 

9 '493 

i)-4ioo 

0-004  5914 

9-492 

9-4150 

0-004  6941 

9-492 

9 ■ 4200 

0-004  7989 

9-491 

Ühcr  die  AiiflösiDiq  des  Kepler'scJien  Prohh 


(ins. 


225 


log 

log 

log 

log 

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log 

log 

log 

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E—M 

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{E-M) ' 

E~M 

Diff. 

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,E-M) 

E—M 

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{E-M) 

E—M 

sin(£— Jlf), 

Diff. 

logy 

sin  {E—M) 

6VD.(E—M)\ 

siu  {E—Mj 

9-4200 

Ol 

02 

03 
04 

Q-004  79S9 
So  10 
8031 
8052: 
8074 

+  21 
+  21 
+  21 
+  22 
+  21 

9-491 
491 

49' 
491 
491 

9-4250 

51 
52 

53 

54 

3-004  9059 
90SI 

9103 
9124 
9146 

+  22 
+  22 
+  21 

+  22 

+  22 

9-490 
490 
490 
490 
490 

9-4300 

Ol 

02 

03 
04 

0-005  oi53i 
0175 
0197 
0219 
0241 

+  22 
+  22 
+  22 
+  22 
+  22 

9-489 
489 
489 
489 
489 

9-4350 
51 
52 
53 
54 

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+  23 
+  22 

+  23 
+  22 

+  23 

9-489 
489 
489 
489 
489 

9-4205 
06 

07 
08 
09 

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811Ö 

8137 
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+  21 
+  21 

+  22 
+  21 
+  21 

9-491 
491 
491 
491 
491 

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56 
57 
58 
59 

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92II 
9233 
9254 

+  21 
+  22 

+  22 
+  21 
+  22 

9-490 
490 
490 
490 
490 

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06 

07 
08 
09 

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+  22 
+  22 

+  23 
+  22 
+  22 

9-489 
4S9 
4S9 
489 
489 

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5Ö 
57 
58 
59 

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1405 
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1473 

+  23 

+  22 
+  23 
+  23 
+  22 

9-489 
489 
488 
488 
488 

9-4210 
II 
12 
13 

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8222 
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+  21 
+  22 
+  21 

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491 
491 
491 

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61 
62 
63 

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9298 
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+  22 
+  22 
+  21 

9-490 
490 
490 
490 

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1 1 
12 
13 

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+  22 
+  22 
+  23 

9  ■  489 
489 
489 
4S9 

9-4360 
61 
62 
63 

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15Ö3 

+  23 
+  23 
+  22 
+  23 
+  23 

9-488 
488 
4S8 
488 

14 

8286 

+  21 

+  22 

491 

64 

93Ö3 

+  22 

490 

14 

0463 

+  22 

489 

64 

1586 

488 

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16 

17 
18 

19 

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8329 
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+  21 
+  21 
+  22 
+  21 

+  21 

9-491 
491 
491 
491 
491 

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66 
67 
68 
69 

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9428 
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+  22 
+  21 
+  22 
+  22 
+  22 

9-490 
490 
490 
490 
490 

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16 

17 
iS 

19 

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0574 

+  22 

+  23 
+  22 
+  22 
+  22 

9-489 
489 
489 
489 
489 

9-431^5 
66 

07 
68 
69 

0-005  1609 
1631 
1654 
1677 
1700 

+  22 
+  23 
+  23 
+  23 
+  22 

9-488 
488 
488 
488 
488 

9-4220 
21 
22 
23 
24 

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8436 
8457 
8478 
8500 

+  22 
+  21 
+  21 

+  22 
+  21 

9-491 
491 
491 
490 
490 

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71 
72 
73 
74 

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9581 

+  22 
+  21 
+  22 
+  22 

+  22 

9-490 
490 
490 
490 
490 

9-4320 
21 
22 
23 
24 

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+  23 
+  22 
+  22 
+  23 
+  22 

9-489 
489 
4S9 

489 
489 

9-4370 
71 
72 

73 
74 

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1745 
1768 
1791 
1S13 

+  23 

+  23 
+  23 
+  22 
+  23 

9-488 
488 
488 
488 
488 

9-4225 
26 

27 
28 

29 

0-004  85 21 

8543 
8564 

8585 
8607 

+  22 
+  21 
+  21 
+  22 
+  21 

9-490 
490 
490 
490 
490 

9-4275 
76 

77 
78 
79 

0-004  9603 
9625 

9647 
9669 
9691 

+  22 
+  22 
+  22 
+  22 
+  21 

9-490 
490 
490 
490 
490 

9-4325 
2Ö 

27 
28 

29 

0-005  0708 
0730 
0753 
0775 
0797 

+  22 

+  23 
+  22 
+  22 
+  23 

9-489 
489 
489 
489 
489 

9-4375 
76 

77 
78 
79 

0-005  1836 
1859 
1882 
1905 
1928 

+  23 

+  23 
+  23 
+  23 

+  22 

9-488 
488 
488 
488 
488 

9-4230 
31 

0-004  862S 
SO50 

+  22 

9-490 
490 

9-4280 

8i 

0-004  9712 
9734 

+  22 

9-490 
490 

9-4330 
31 

0-005  0820 
0842 

+  22 
+  22 
+  23 
+  22 

+  23 

9-489 
489 

9-4380 
81 

0-005  1950 
1973 

+  23 
+  23 
+  23 
+  23 
+  23 

9-488 
488 

32 

8671 

490 

82 

975Ö 

490 

32 

0864 

489 

82 

1996 

488 

33 
34 

8693 
8714 

+  22 
+  21 
+  22 

490 
490 

83 
84 

9778 
9800 

+  22 

+  22 

490 
490 

34 

0887 
0909 

489 
489 

83 
84 

2019 
2042 

488 
488 

9-4235 
3Ö 

0-004  8736 
S757 

+  21 
+  22 

+  21 
+  22 
+  21 

9-490 
490 

9-4285 
86 

0-004  9S22 
9844 

+  22 
+  22 

+  22 
+  22 
+  22 

9-490 
490 

9-4335 
36 

0-005  0932 
0954 

+  22 
+  23 
+  22 
+  22 
+  23 

9-489 
489 

9-4385 
86 

0-005  2065 
2088 

+  23 

9-48S 
488 

37 
38 
39 

8779 
8800 
8822 

490 
490 
490 

87 
88 
89 

9866 
9888 
9910 

490 
490 
490 

37 
38 
39 

0977 
0999 
1021 

489 
489 
489 

87 
88 
89 

2111 

2134 
2156 

+  23 
+  22 
+  23 

4S8 
488 
488 

9-4240 

41 
42 

43 

44 

0-004  8843 
8805 
8886 
8908 
8930 

+  22 
+  21 
+  22 
+  22 
+  21 

9-490 
490 
490 
490 
490 

9-4290 
9' 
92 
93 
94 

0-004  9932 

9954 

9976 

9998 

005  0020 

+  22 
+  22 
+  22 
+  22 
+  22 

9-490 

489 
489 

489 
489 

9  -  4340 
41 
42 
43 
44 

0-005  1044 
1066 
1089 
II 11 
1134 

+  22 
+  23 
+  22 

+  23 
+  22 

9-489 
489 
489 
489 
489 

9-4390 
91 
92 
93 
94 

0-005  2179 
2202 
2225 
2248 
2271 

+  23 
+  23 
+  23 
+  23 
+  23 

9-488 
488 
488 
488 
488 

9 '4245 

0-004  8951 

+  22 
+  21 
+  22 
+  22 
+  21 

9-490 

9-4295 

0-005  0042 

+  22 

+  22 
+  22 
+  22 
+  23 

9-4S9 

9-4345 

0005  1156 

+  23 
+  22 

+  23 
+  23 
+  22 

9-489 

9-4395 

0-005  2294 

+  23 
+  23 
+  23 
+  23 
+  23 

9-488 

46 
47 
4« 
49 

8973 
8994 
9016 
9038 

490 
490 
490 
490 

96 

97 
98 

99 

0064 
0086 
0108 
0130 

489 
489 
489 
489 

46 

47 
48 

49 

1179 
1201 
1224 
1247 

489 
489 
489 
489 

96 
97 
98 
99 

2317 
2340 
2363 
2386 

488 
4S8 
488 
488 

9-425C 

0-004  9059 

9-490 

9-4300 

0-005  0153 

9-489 

9-4350 

0-005  1269 

9-4S9 

9  -  4400 

0-005  2409 

9-488 

Deukachrifteu  der  lualhem.-uaturw.  Cl.    L.  Bd. 


29 


22r) 


TJi.  V.  Oppolzer. 


log- 

±tg 


log 
E—M 


sin  (E—M) 


Diff. 


log  ff 


log 

±tg 

(E-M) 


E—M 


sin  {E—M) 


Dift-.i  log  ff  j  ±tg 


log 


Diflf. 


(E-M)  a\n{E—M), 


lo 


gff 


l0£ 


:tg 


log 
E—M 


(E-M)i  am  {E—M) 


Diff. 


log«/ 


9-4400  0-005  2409 

01  2432 

02  2456 
03I  2479 
041     2502 


■4405  0-005 
061 
07 
08 


09 

9-4410  o 
n 
12 
13 
14 


9-44150- 
16 

17 
18 

«9 


2525 
2548 
257 

2594 
2617 


005  2640 
2664 
2687 
2710 
2733 


005 


2756 

2779i 
2803 
2826 
2849 


+  23 
+  24 
+  23 
+  23 
+  23 


9-4420  0-005  2872 

21  289Ö 

22  2919 

23  2942 

24  2965 


9-4425  0-005  2989 
26,     3012 


27 
28 
29 


3035 
3058 
3082 


9-44300-005 
31 
32 
33 
34 

9 '4435 
36 
37 
38 
39 

9-4440 
41 
42 
43 
44 


3105 
3128 

3152 
3175 
3199 


■f  23 
+  23 
+  23 
+  23 
+  23 

+  24 
+  23 

+  23 
+  23 
+  23 

+  23 
+  24 
+  2 

+  23 
+  23 


0005  3222 

3245 
3269 
3292 
3316 

o'oo5  3339 
3362 
3386 
3409 
3433 


94445  0-005  3456 


46 

47 
48 

49 


34S0 
3503 
3527 
355° 


+  24 

+  23 
-f  23 

+  23 
+  24 

+  23 
+  23 
+  23 
+  24 
+  23 

+  23 
+  24 
•f  23 
-f  24 
+  23 

+  2 
+  24 

+  23 
+  24 

+  23 

-f  23 
+  24 
+  23 
+  24 
-t-23 

+  24 
+  23 
+  24 

+  23 

+  24 


-4S8 
48S 
4S8 
48S 
488 

9-48S 
4S8 
4S8 
488 
48S 

i)  -  488 


488 

9-488 
488 
488 
48S 


9 -44500 '005  3574 


9-488 
488 
487 
487 
487 

9-487 
487 
487 
487 
487 

.-487 
487 
487 
487 
487 

-487 
487 
487 
487 
487 

•487 
487 
487 
487 
487 

9-487 
487 
487 
487 
487 


-44500-005 

51 
52 
53 

^^l 

9-44550-005 
56 
57 

59, 


574 
3597 
3621 

3644 
3668 

3692 
3715 
3739 
3762 
3786 


9-44600-005  3810 

üi|  3833 

62,  3857 

63  3881 


64 


3904 


9-44650-005  3928    ,  ,^ 
66  ---  +2^^ 


67 
68 
69 


3952 
3975 
3999 
4023 


+  23 
+  24 
+  23 
+  24 
+  24 

+  23 
+  24 

+  23 
+  24 
+  24 

-t-23 
+  24 
+  24 
+  23 

+  24 


9-44700-005  4046 
71 1  4070 
72'  4094 

73      4118 
74j     4141 

-44750-005  4165 
76]  4189 
77  4213 
78|  4237 
791     4260 

9-44800-005  4284 
81'     4308 

82  4332 

83  4356 

84  4380 

) 
9-44850 -005  4404 

86  4427 

87  4451 

88  4475 

89  4499 


+  23 
+  24 
+  24 
+  23 

+  24 
+  24 
■f  24 

+  23 
-f24 


97 


99 


9-487  9-4500 


4523 
4547 
4571 
4595 
4619 

4643 
4667 
4691 
4715 
4739 


0-005  4763 


-44900-005 

91 
92 

93 
94 


-44950-005 
96 


+  24 

+  24 
+  24 
+  23 
+  24 

+  24 

+  24 
+  24 
+  24 
+  24 

+  231 
+  24 
+  24I 
+  24 
+  24 

+  24 
+  24 
+  24 
•+-24 
+  24 

+  24 
+  24 
+  24 

+  24 
+  24 


9-487 

487 
48  7 
487 
4S7 

9-487 
487 
487 
487 
487 

9-487 
487 
487 
487 
487 

9-487 
4S7 
487 
4S7 
487 

9-487 
4S7 
487 
487 
487 

9-487 

487 

487 
487 
487 

1-487 
487 
487 
487 
486 

-480 
486 
486 
486 
486 

-486 
486 
486 
4S6 
4SÖ 

9-486 
480 
486 
4S6 
4S6 


9-4500 

Ol 

02 

03 
04 


■4505 
06 


07 
08 
09 


9-4510 
1 1 
12 
13 
14 

9-4515 
16 

17 
I 

'9 

-4520 
21 
22 
23 
24 


0-005  47Ö3 
4787 
48 II 

4835 


9-486 

486 
486 
486 

4859+,'^!     486 


+  24; 

-f  24J 
+  24, 


0-005  4883 
4907 
4931 
4955 
4980 


0-005 


0-005 


5004 
5028 
5052 
5076 
5100 

5124 
5149 
5173 
5197 
522 


0-005  5246 
5270 
5294 
5318 
5343 


+  24 
+  24I 
+  24 
+  25 
+  24 

+  24 

+  24 
+  24 
+  24 

+  24 


0005 


-4525 
26 
27 
28 
29 


-45300-005 

31 
32 
33 
34 


9-486 


■4535 
36 
37 
38 
39 

-4540 
4 
42 
43 
44 

9-4545 
46 

47 
48 
49 


9-4550 


0-005 


5367 
5391 
5415 
5440 
5464 

5488 
5513 
5537 
5561 
5586 

5610 

5635 
5Ö59 
5683 
570S 


+  25, 
+  24 
+  24, 
+  24' 
+  25 


+  24 
+  24 
+  24 
+  25 
+  24 

+  24 
+  24: 

+  25: 
+  24 
+  24 


-486 
486 
486 
486 
486 

-486 
486 
486 
486 
486 

■486 
486 
486 
486 
486 

'9-486 
486 
486 
486 
486 

9-486 
486 
486 
486 
48Ü 


9-4550 
5« 
52 

53 
54 


0-005  5977 
6002 
6026 
6051 
6075 


-45550-005 
5Ö 
57 
58 
59 


()IOO 

6124 
6149 
6174 
6198 


9-45600-005  6223 


61 
62 

63 

64 


6248 
6272 
6297 
6322 


,9-486 

t''<     486 

i'^i  486 

+241 


-45650-005  6346 

66j     6371 
67      6396 


68 
69 


9-457o|o-oo5 

71 
72 
73 
74 


94575 
76 

77 
78 
79 

9-4580 


6420 
Ö445 

6470 
6495 
6519 
6544 
6569 


0-005  5732 

5757 

578 

5806 

5830 

0-005  5854 
5879 
5903 
5928 
5952 

0-005  5977 


+  25 

+  24| 
+  24 
+  25 
+  24I 

+  25 
+  24 

+  25 
+  24 
+  24 


-48Ö 
48Ö 
486 
486 
486 

9-486 
486 
480 
486 
486 


+  2.9-485 

T^    485 

l'^i    48 
+  25I    ^  ^ 

+  241 

+  25 


485 
485 


82 

83 
84 

9-4585 
80 

87 

88 
89 


0-005  0594 
6biS 
6643 
6668 
6693 

0-005  6718 


Ö74 
6707 
6792 
6817 

0-005  6842 
6867 
6892 
6917 
6942 


-45900- 

91 
92 
93 
94 


9-4595 
96 

97 
98 
99 


005 


0-005 


6967 

6992 

7017 

704 

7067 

7092 
7117 
7142 
7167 
7192 


+  25 

+  24 

+  25 
+  24 

+  25 

+  24 

+25 
+25 
+24 
+25 

+25 

+  24 

+25 
+25 
+  24 

+25 
+25 
+24 
+25 
+25 

+25 

+  24 

+25 
+25 

+25 

+  24 

+25 
+25 
+25 
+25 


9-485  19 "4000  0-005  7217 


+  25 
+  24 
+  25 
+  25 
+  25 

+  25 
+  25 
+  25 
+  25 

+  25 

+  25 
+  25 
+  25 

+  25 
+  25 

+  25 
+  25 
+  25 
+  25 
+  25 


9-485 

485 
485 
485 
485 

9-485 
485 
485 
485 
485 

9-485 
485 

485 
4S5 

485 

9  485 
485 
48s 
485 
485 

•485 
485 
485 
485 
485 

9-485 
485 
485 
485 
485 

9-485 
485 
485 
485 
485 

9-485 
485 
485 
485 
485 

9-485 
485 
4S5 
4S5 
485 

9-485 
485 
485 
485 
4S5 


9-485 


über  die  Aiißösinig  den  Kejü er' selten  l'rohkms. 


227 


log  log 

±tg        E—M 


Diff. 


logy 


log 

{E-M) 


log 
E—M 


sin  (E—M) 


Diflf. 


log</ 


log 


{E-M) 


log 
E—M 


sin  (£— M) 


Diff. 


log? 


log  log 

±tg        E-M 
(E-M)  im  {E—M) 


Diff.  logi/ 


0 ■ 4600 

Ol 

02 

03 

04 

9-4005 
06 
07 
08 
09 

9-4010 
II 
12 
13 
14 

9'46i5 
16 

17 
I 

>9 

9-4620 
21 
22 
23 
24 

9-4625 
26 
27 
28 
29 

9 • 4630 
31 
32 

34 

9 '4035 
36 
37 
38 
39 

9  -4640 

41 

42 

43 
44 

9-4645 
46 
47 
48 
49 

9-4650 


0-005  7217 
7242 
7267 
7292 
7317 


■005  734 
73('7 
7392 
7417 
7443 

-005  7468 

7493 
7518 

7S43 
7SÖ8 

7594 
7619 
7644 
7669 
7695 

7720 

774S 
7770 
7796 
7821 

7S46 
7872 
7897 
7922 
7948 


0-005 


0-005 


0-005 


o  005 


7973 
7998 
8024 
8049 
8075 


0-005  8100 
8125 
8151 
8170 
8202 


0-005  8227 

8253 
8278 
8304 
83  29 

•005  8355 
8380 
S406 
S431 
S457 

0-005  8482 


+  25 

+  25 

+  25 

+  25 
+  25 

+  25 
+  25 
+  25 
+  26 

+  25 
+  25 

+  25 

+  25 
+  25 

-f26 

+  25 
+  25 
+25 

+  26 

+  25 

+  25 
+  25 

+  2Ö 
+  25 

+  25 

+  26 

+  25 
+  25 

+  26 

+  25 
+  25 

+  26 

+  25 

+  26 

+  25 
+  25 

+  26 

+  25 

+  26 

+25 

+  2Ö 

+  25 
+  26 

+  25 
+  26 

+  25 
+  26 

+  25 
+  26 

+  25 


9-485 
485 
485 
485 
485 

9-484 
484 
484 
484 
484 

9-484 
484 
484 
484 

484 

9-4S4 
484 
484 
484 
484 

9-4S4 
4S4 
484 
484 
484 

9-484 
484 
484 
484 
484 

9-484 
484 
484 
484 
484 

9-484 
484 
484 

4S4 
484 

9-484 
484 
484 
484 
484 

9-484 
484 
484 
484 
484 

9-484 


9-4650 
51 
52 

53 

54 

9-4655 
5Ö 
57 
58 
59 

9  -  4060 
Ol 

62 

63 
64 

-4065 

66 
67 
68 
69 

•4070 
71 
7 

73 
74 

•4675 
76 

77 
78 
79 

9-4680 
81 
82 
83 
84 

-4685 
86 

87 
88 

89 

9-4690 
9" 
92 
93 
94 


0-005  S482 
8508 
8534 
8559 
8585 

0-005  8610 
8636 
8662 
8687 
871 

S739 
8764 

8790 
8816 
8842 

0-005  8807 

8893 
8919 

8945 
8970 


0-005 


0-005 


8996 
9022 
9048 

9073 
9099 


0-005  9125 
9151 
9177 
9203 
9229 

0-005  9255 
9280 
9306 
9332 
9358 

0-005  93S4 
9410 

9436 
9462 


0-005  9514 
9540 
9566 
9592 
961S 


9-46950-005  9644 


90, 
97 
98 
99 

9-4700 


9670 
9696 
9722 
9749 

0-005  9775 


+  26 

+  26 

+  25 

+  2Ö 

+  25 

+  26 
+  26 

+  25 
+  26 
+  26 

+  25 
+  26 
+  26 
+  26 
+  25 

+  26 
+  26 

+  26 

+  25 
+  26 


+  26 

+  26 

+  25 

+  26 

+  26 


+  26 
+  26 
+  26 
+  26 
+  26 

+  25 
+  26 
+  26 
+  26 
+  26 

+  26 
+  26 
+  26 
+  26 
+  26 

+  26 
+  26 
+  26 
+  26 
+  26 

+  26 

+  26 

+  26 

+  27 

+  26 


9-484 
484 
484 
484 
484 

9-484 

484 
484 
484 

484 

9  -  4S4 
484 
484 
4S3 


9-483 
483 
483 
483 
483 

■483 
4S3 
483 
483 
483 

•483 
4S3 
483 
483 
483 

9-483 
4S3 
483 
483 
483 

■483 
483 
483 
483 
483 

■483 
483 
483 
483 
483 

-4S3 
4S3 
483 
483 
483 

9-483 


-4700 

Ol 

02 

03 
04 

-4705 
06 
07 
oS 
09 

9-4710 
1 1 
12 


0-005 


9775 
9801 
9827 

9853 
9879 


14 

■4715 
16 

17 
18 

19 

9-4720 

21 

22 

2, 

24 

9-4725 
26 

27 
28 
29 

9-4730 
31 
32 
23 

34 

9-4735 
3i) 
37 
38 
39 

9-4740 
41 
42 
43 
44 

9-4745 
4Ö 
47 
48 
49 


0-005  9905 

993 

9958 

9984 

006  0010 

0006  0036 
0063 
ool 
0115 
0141 

o-ooü  01 08 
0194 
0220 
0246 
0273 

0006  0299 

0325 
0352 

0378 
0404 

0-006  043 

0457 
0484 
0510 
0536 

0-006  05Ö3 
0589 

OÜIÖ 

0642 
0669 

0-006  0695 
0722 

0748 
0775 

0801 

o-oo6  0828 
0854 
0881 
0907 
0934 

0-000  0961 
0987 
1014 
1041 
1067 


9-47500-006   1094 


+  26 

+  26 
+  26 

+  2Ö 
+  26 

+  26 

+  27 
+  26 
-t-26 
-f  26 

+  27 
+  26 
+  26 
+  26 

+  27 

+  26 

+  26 

+  20 

4-27 
+  26 

+  26 

+  27 
+  26 
+  26 

+  27 

+  26 

+  27 
+  26 
4-26 

-f  27 

+  26 

+  27 
+  26 

+  27 

+  26 

+  27 
+  26 

+  27 
+  26 

+  27 

+  26 

+  27 
+  26 

+  27 
+  27 

+  26 

+  27 
+  27 
+  26 

+  27! 

9-483 
483 
4S3 
483 
4S3 

9-483 
483 


9-4S3 
483 
483 
483 
483 

•483 
483 
483 
482 
4S2 

9-482 

4S2 

482 
482 
482 

9-482 
4S2 
482 
482 
482 


9-482 
4S2 
482 
482 
482 

9-482 
482 
482 

4S2 

482 


9-482 
482 
482 
482 
482 

9-482 
482 
482 

482 
482 


,9-482 


-4750 
51 
52 

53 
54 

■4755 
5*^ 
57 
58 
59 

-4760 
61 
62 

63 
64 

-4705 
00 
67 
68 
69 

■4770 

71 
72 

73 
74 

-4775 
76 

77 
78 
79 

9-4780 

81 

82 

8 

84 

9-47S5 
86 

87 
88 

89 

9-4790 
91 
92 
93 
94 


0-006  1094 
II 20 
1147 
II 74 
1201 

0-006  1227 
254 


9-4795 
96 

97 
98 

99 


0-006 


128 

1:307 

1334 

1361 

1388 

141 

144 

1468 


0-006  1495 
152 


o-ooü 


1549 
1575 

l602 


I029 

1656 
1683 
I7I0 
1737 

1764 

179 
ISI8 

1845 

1872 


o-ooü  1899 
1926 

1953 

1980 
2007 

0-006  2034 
2061 

2088 
2II5 

2142 

o-oo6  2169 
2196 

2223 
2250 

2277 


o'ooö  2305 

2332 
2359 
238Ö 

2413 


9-4800,0-006  2441 


+  26 
+  27 
+  27 
+  27 
+  26 


+  27 
4-27 
+  26 
+  27 
+  27 

+  27 

+  27 

+  26 
+  27 

+  27 

+  27 

+  27 

+  26 
+  27 
+  27 

+  27 

+  27 

+  27 
+  27 
+  27 

+  27 

+  27 
+  27 
+  27 
+  27 

+  27' 
+  27 

+  27 
■f  27 
+  27 

+  27 
+  27 

+  27 
+  27 
+  27 

•f  27 
■f  27 
+  27 
+  27 
+  28 

+  27 
+  27 

+  27 
+  27 
+  28 


9-482 
482 
482 

482 

482 

9-482 

482 
482 
482 
482 

9-482 
482 
482 
482 
482 

9-482 
482 
482 
482 
482 

9-482 
482 
482 
482 
481 

9-481 
481 
481 
481 

481 

'9-481 
481 

481 

481 

4SI 

9-481 

481 
481 
481 
481 

9-481 
481 
481 
481 
481 

9-481 

481 
481 

48 1 

481 
9-481 


•29  ■ 


09< 


Th.  r.  Oppolzer. 


log     log 

log 

log 

log 

Ing 

log 

log 

±tg 

E—M 

Diff. 

log? 

±tg 

{E-M) 

E—M 

Diff.  logf/ 

±tg 
[E-M) 

E—M 

Diff.  \osg\ 

±tg 
{E-M) 

E—M 

Diff. 

los  U 

[E-M) 

sin  {E—M) 

sin  {E—M) 

sin  [E — M) 

sin  {E — M) 

9 ■ 4800 

Ol' 

02 
03 

o-oo6  2441 
2468 

2495 
2522 

+  27 
+  27 

+  27 
+  27 
+  28 

9-481 

481 

481 
481 

9-4850 

51 
52 
53 

0-006  3815 
3843; 
3871 

3899 

+  ^8''!so 

+  27   +?° 

9  -  4900 

Ol 

02 
03 

0-006  5218 
5247 
5275 
5304 

+  29 

+  28 
+  29 

+  28 

9-479 
479 
479 
479 

9-4950 
51 

52 

53 

0006  6651 
6680 
6709 
Ö738 

+  29 
+  29 
+  29 
+  29 
+  29 

9-478 

478 
478 
478 

04      2549 

481 

54 

3926 

1  *-  ; 

+  28 

4S0 

04 

5332 

+  28 

479 

54 

6767 

478 

9-4805 
oO 

o-oo6  2577 
2604 

+  27 
+  27 
+  28 

+  27 
+  27 

9-481 
481 

9-4855 
5Ö 

0-006  3954 
3982 

+  28 
+  28 

9-480 
4S0 

9-4905 
06 

o-ooö  5360 

5389 

+  29 

+  28 

9-479 
479 

9-4955 
56 

0006  6796 
6825 

+  29 
+  29 
+  29 
+  29 
+  29 

9-478 
478 

07 
08 
09 

2631 
2Ö59 
2686 

481 
481 

481 

57 
58 
59 

4010 
4038 
4066 

^28   480 
:28i  480 

07 
08 
09 

5417 
5446 

5474 

+  29   479 
+  28   479 
+  29   479 

57 
58 
59 

6854 
6883 
6912 

478 
478 
478 

9-4810 

0-006  2713 

+  28 

+  27 
+  27 
+  28 

9-481 

9-4860 

0-006  4094 

+  279-480 

9-4910 

o-oo6  5503 

+  28 

9-479 

9-4960 

0006  6941 

+  29 
+  29 
+  29 
+  29 
+  29 

9-478 

II 

12 

13 

2741 

2768 

2795 

481 
481 
481 

61 
62 
63 

4121 
4149 
4177 

1  "  4 
+  28 

+  28 

+  28 

480 
480 
480 

II 
12 
13 

5531 
5500 
558S 

+  29 

+  28 
+  29 

+  28 

479 
479 
479 

61 
62 
63 

6970 

6999 
7028 

478 
478 
478 

14 

2823 

+  27 

481 

64 

4205 

+28 

480 

14 

5617 

479 

64 

7057 

478 

9-4815 

0-006  2850 

+  27 
+  28: 

+  27| 

+  28 
+  27 

9-481 

9-4865 

0-006  4233 

+  28  ^■4^° 

9-4915 

0-006  5645 

+  29 
+  28 
+  29 
+  28 
+  29 

9-479 

9-4965 

0-006  7086 

+  29 
+  29 
+  30 
+  29 
+  29 

9-478 

io| 

17' 
18 

19 

2877 
2905 
2932 
2960 

481 
481 
481 
481 

66 
67 
68 
69 

4261 
4289 
4317 
4345 

:3  s: 

16 

17 
18 

19 

5Ö74 
5702 

5731 
5759 

479 
479 
479 
479 

06 
67 
68 
69 

7115 
7144 
7174 
7203 

478 
478 
478 
47S 

9-4820 

21 
22 
23 
24 

0-006  2987 
3014 
3042 
30Ö9 
3097 

+  27 
+  28 
+  27 
+  28 

+  27 

9-481 

48 1 
481 

481 
481 

9-4870 

71 

72 

73 
74 

0006  4373 
4401 
4429 
4457 
4485 

+28  9-480 

-u^s   480 
+  28   480 

9-4920 
21 
22 
23 
24 

0-006  5788 
5816 
5845 
5874 
5902 

+  28 
+  29 
+  29 
+  28 
+  29 

9-479 
479 
479 
479 
479 

9-4970 
71 
72 
73 

74 

0-006  7232 
7261 
7290 
7319 

7349 

+  29 
+  29 
+  29 
+  30 
+  29 

9-478 
478 
478 
478 
478 

9-4825 

0-006  3124 

+  28 
+  27 
+  28 

9-481 

9-4875 

0-006  4513 

+  289-480 

9-4925 

o-oo6  5931 

+  29 
+  28 
+  29 

9-479 

9-4975 

0-006  7378 

+  29 
+  29 
+  30 

9-478 

2Ü 

3152 

481 

76 

4541 

+  28   480 

2b 

5960 

479 

7Ö 

7407 

478 

27 

3179 

481 

77 

4569 

480 

27 

5988 

479 

77 

743Ö 

478 

28 

3207 

480 

78 

4598 

28 

6017 

479 

78 

7466 

478 

29 

3234 

+  27 
+  28 

480 

79 

4626 

29 

6046 

+  29 

+  28 

479 

79 

7495 

+  29 
+  29 

478 

9-4830 
31 
32 

0-006  3262 
3290 

3317 

+  28 

+  27 
+  28 

+  27 
+  28 

9-480 

480 
480 

9-4880 
81 
82 

0-006  4654 
4682 
4710 

+28  9-480 

+  28.  479 
+  28   479 

9-4930 
31 
32 

0-006  6074 
6103 
6132 

+  29 
+  29 

+  28 

9 '479 
479 
478 

9-4980 
81 
82 

0-006  7524 
7554 
7583 

+  30 
+  29 
+  29 
+  29 
+  30 

9-478 
478 
478 

33 

3345 

480 

83 

4738 

+  28 
+  28 

479 

ZZ 

6160 

+  29 
+  29 

478 

83 

7612 

477 

34 

337z 

480 

84 

4766 

479 

34 

6189 

478 

84 

7641 

477 

9-4835 
3Ö 
37 

o-oo6  3400 
3427 
3455 

+  27 
+  28 
+  28 
+  27 
+  28 

9-480 
480 
4S0 

9-4S85 
86 
87 

0-006  4794 
4823 
4851 

+  29 
+  28 
+  28 
+  28 
+  29 

9-479 
479 
479 

9-4935 
36 
37 

o-oo6  6218 
Ö247 
6276 

+  29 
+  29 
+  28 

9-478 
478 
478 

9-4985 
8ö 

87 

o-oo6  7671 
7700 
7730 

+  29 
+  30 
+  29 
+  29 
+  30 

9-477 
477 
477 

38 
39 

3483 
3510 

480 
480 

88 
89 

4879 
4907 

479 
479 

38 
39 

6304 
6333 

+  29 
+  29 

478 
478 

88 
89 

7759 
7788 

477 
477 

9-4840 
41 

o-oo6  3538 
3566 

+  28 
+  27 

+  28 

+28 
+  28 

9-480 

480 

9-4890 
91 

0-006  4936 

4964 

+  28 
+  28 
+  28 
+  29 
+  28 

9-479 
479 

9-4940 
41 

0-000  6362 
6391 

+  29 
+  29 
+  28 
+  29 
+  29 

9-478 
478 

9-4990 
91 

0-006  7818 
7847 

+  29 
+  30 

+  29 
+  30 
+  29 

9-477 
477 

42 

43 
44 

3593 
3621 

3649 

480 
480 
480 

92 
93 
94 

4992 
5020 
5049 

479 
479 
479 

42 
43 
44 

6420 
6448 
6477 

478 
478 
478 

92 
93 
94 

7877 
7906 

793Ö 

477 
477 
477 

9-4845 
46 

o-oo6  3677 
3704 

+  27 

+  28 

+  28 

+27 

+  28 

9-480 
480 

9-489; 
9( 

0-006  5077 
5'o5 

+  28 

+  28 
+  29 

+  28 
+28 

9-479 
479 

9-4945 
46 

o-ooö  650Ö 
ÖS35 

+  29 
+  29 
+  29 
4-29 
+  29 

9-478 
478 

9  4995 
96 

0-006  7965 
7994 

+  29 
+  30 
+  29 
+  30 
+  30 

9-477 
477 

47 
48 

3732 
3760 

480 
480 

97I      5133 
98      5162 

479 
479 

47 
48 

6564 
6593 

478 
478 

97 
98 

8024 
8053 

477 
477 

49 

3787 

480 

99      5190 

479 

49 

6622 

478 

99 

8083 

477 

9-4850 

0-006  3815 

' 

9-480 

9-49000-006  5218 

9-479 

9-4950 

o-oo6  6651 

9-478 

9  -  5000 

0-006  81 13 

9-477 

Üher  die  Auflösung  des  Kepler' sehen  Problems. 


229 


lOf,' 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

±tg 

{E-M) 

E—M 

Diff, 

lug  !/ 

±tg 
E-M) 

E~^M 

Diff. 

log  y 

±tg 
(E-M) 

E—M 

Diff. 

log .'/ 

±tg 
[E-M) 

E-M 

Diff. 

log .'/ 

sm{E—M) 

sin  {E~M) 

sin  [E—M) 

sin  (E—M) 

9  ■  5000 

Ol 

02 

3-oo6  8113 

8142 
8172 

+  29 

+  30 
+  29 
+  30 
+  29 

9-477 
477 
477 

9-5050 
51 
52 

D-oo6  9604 

9635 
9665 

+  31 
+  30 
+  30 
+  30 
+  30 

9-476 
476 
476 

9-5100 

Ol 

02 

0-007  1127 
115S 
1188 

+  31 
+  30 
+  31 
+  31 
+  31 

9-475 
475 
475 

9-5150 
51 

52 

0-007  26S0 
2712 

2743 

+  32 
+  31 
+  32 
+  3> 
+  32 

9-474 
474 
474 

03 

04 

8201 
8231 

477 
477 

53 

54 

9^5 
9725 

476 
476 

03 
04 

1219 
1250 

475 
475 

53 
54 

2775 
2S06 

474 
474 

9-5005 

3-006  8260 

+  30 
+  30 
+  29 
+  30 
+  29 

9-477 

9-5055 

0-006  9755 

+  30 
+  31 
+  30 
+  30 
+  30 

9-476 

9-5105 

0  -  007  1 28 1 

+  31 
+  30 
+  31 
+  31 
+  31 

9-475 

9-5'55 

0-007  2S38 

+  31 
+  31 
+  32 
+  31 
+  32 

9-474 

06 

8290 

477 

5Ö 

9785 

476 

ob 

1312 

475 

56 

2869 

474 

07 
08 

8320 
8349 

477 
477 

57 
58 

9816 
9846 

47«, 
476 

07 
oS 

1342 
1373 

475 
475 

57 
58 

2900 
2932 

474 
474 

09 

8379 

477 

59 

9876 

476 

09 

1404 

475 

59 

2963 

474 

9-5010 
II 

13 

3-006  S40S 
S438 
846  S 
8497 

+  30 
+  30 
+  29 
+  30 
+  30 

9-477 
477 
477 
477 

9-5000 
61 
62 
63 

o-oo6  9906 

9937 
9967 

9997 

+  31 
+  30 
+  30 
+  31 
+  30 

9-476 
476 
470 
47O 

9-5110 
1 1 
12 
13 

0-007  1435 
1466 

1497 
1528 

+  31 
+  31 
+  31 
+  31 
+  31 

9-475 
475 
475 
475 

61 
62 
63 

0-007  2995 
3026 
3058 
3090 

+  31 
+  32 
+  32 
+  31 
+  32 

9-474 
474 
474 
474 

14 

8527 

477 

64 

007  002S 

476 

14 

1559 

475 

64 

3121 

474 

9'5oi5 

o-ooö  S557 

+  30 
+  29 
+  30 
+  30 
+  30 

9-477 

9-5065 

0-007  0058 

+  30 
+  31 
+  30 
+  30 

+  31 

9-470 

9-5115 

0-007  1590 

+  31 
+  31 
+  31 
+  31 
+  31 

9-475 

9-5165 

0-007  3153 

+  3> 

+  32 
4-31 

+  32 
+  32 

9-474 

16 

17 

8587 

8bi6 

477 
477 

66 
67 

0088 
Ol  19 

47" 
470 

10 
17 

1621 
1652 

475 
475 

66 

67 

3184 
321b 

474 
474 

18 
19 

8646 
867Ü 

477 
477 

68 
69 

0149 
0179 

476 
476 

iS 
19 

1683 
1714 

475 
475 

68 
69 

3247 
3279 

474 
474 

9-5020 

o-oob  8706 

+  29 
+  30 
+  30 
+  30 
+  30 

9-477 

9-5070 

0-007  0210 

+  30 
-+•30 
+  31 
+  30 
+  31 

9-476 

9 ■ 5 I 20 

0-007  1745 

+  31 
+  31 
+  31 
+  3' 
+  31 

9-475 

9-5'70 

0-007  33^^ 

+  31 
+  32 
+  32 
+  31 
+  32 

9-474 

21 
22 
23 

8735 
8765 
8795 

477 
477 
477 

71 
72 

73 

0240 
0270 
0301 

476 
470 
476 

21 
22 
23 

1776 
1807 
1838 

475 
475 
475 

71 
72 
73 

3342 
3374 
3406 

474 
474 
474 

24 

8825 

477 

74 

0331 

476 

24 

1869 

475 

74 

3437 

473 

9-5025 
2b 
27 

0-006  8855 
8884 
8914 

+  29 
+  30 
+  30 
+  30 
+  30 

9-477 
477 
477 

9-5075 
7ü 

77 

0007  03Ö2 
0392 
0423 

+  30 
+  31 
+  30 
+  31 
+  30 

9-476 
476 
476 

9-5125 
26 

27 

0-007  1900 

1931 
1902 

+  31 
+  31 
+  31 
+  31 
•f3i 

9-475 
475 
475 

9-5175 
76 

77 

0-007  3469 
3501 
3533 

+  32 
+  32 
+  31 
+  32 
+  32 

9-473 
473 
473 

28 

8944 

477 

78 

0453 

476 

28 

1993 

474 

78 

35O4 

473 

29 

8974 

477 

79 

04S4 

476 

29 

2024 

474 

79 

359Ö 

473 

9 '5030 
31 
32 
33 
34 

o-ooö  9004 

9034 

90Ö4 
9094 
9124 

+  30 
+  30 
+  30 
+  30 
+  30 

9-477 
477 
476 
476 
476 

9 • 5080 
Si 
82 
83 
84 

0-007  0514 
0545 
0575 
0606 
0636 

+  31 
+  30 
+  31 
+  30 
+  31 

9-476 

475 
475 
475 
475 

9-5130 
3' 
32 
33 
34 

0-007  205s 
2086 
2118 

2149 
2180 

+  31 
+  32 
+  31 
-f3i 
+  31 

9-474 
474 
474 
474 
474 

9-5180 
Si 
82 
83 
84 

0-007  3Ö28 
3660 
3691 
3723 
3755 

+  32 
+  31 
+  32 
+  32 
+  32 

9-473 
473 
473 
473 
473 

9-5035 

0-006  9154 

+  30 
+  30 
+  30 
+  30 
+  30 

9-476 

9-5085 

0-007  0667 

+  30 
+  31 
+  31 

+  30 
+  31 

9-475 

9-5135 

0-007  2211 

+  31 
+  31 
+  32 
+  31 
+  31 

9-474 

9-5'85 

0-007  3787 

+  32 
+  31 
+  32 
+  32 
+  32 

9-473 

3Ö 

9184 

476 

SO 

0697 

475 

3b 

2242 

474 

86 

3819 

473 

37 

9214 

476 

87 

0728 

475 

37 

2273 

474 

87 

3850 

473 

38 

9244 

476 

88 

0759 

475 

38 

2305 

474 

88 

3882 

473 

39 

9274 

476 

89 

0789 

475 

39 

233Ö 

474 

89 

3914 

473 

9  5040 

0-006  930^ 

+  30 
+  30 
+  30 
+  30 
+  30 

9-476 

9-5090 

0-007  0820 

+  3' 
+  30 
+  31 
+  30 
+  31 

9-475 

9-5140 

0-007  2367 

+  31 
+  32 
+  31 
+  31 
+  32 

9-474 

9-5190 

0-007  3946 

+  32 
+  32 
+  32 
+  32 
+  32 

9-473 

41 

9334 

476 

91 

0851 

475 

41 

2398 

474 

91 

397S 

473 

42 
43 
44 

93t>4 
9394 
9424 

476 
476 
476 

92 
93 
94 

0881 
0912 
0942 

475 
475 
475 

42 
43 
44 

2430 
2401 
2492 

474 
474 
474 

92 

93 
94 

4010 
4042 

4074 

473 
473 

473 

9  5045 
46 
47 

0-006  9454 
94S4 
9514 

+  30 
+  30 
+  30 
+  3C 
+  3C 

9-470 
476 
476 

9-5095 
9b 

97 

0-007  0973 
1004 
1035 

■+-31 
+  31 
+  30 
+  31 
+  31 

9-475 
475 
475 

9-5'45 
46 
47 

0-007  2524 

2555 
2580 

+  31 
+  3' 
+  32 
+  31 
+  31 

9474 

474 
474 

9-5195 
9Ö 

97 

0-007  4106 

4138 
4170 

+  32 
+  32 
+  32 
+  32 
+  32 

9-473 
473 
473 

4S 
49 

9544 
9574 

476 
476 

98 
99 

1065 
109b 

475 
475 

48 
49 

2Ö18 
2O49 

474 
474 

98 
99 

4202 
4234 

473 

473 

9 •505c 

0-006  9604 

9-476 

9-510C 

0007  II 27 

9-475 

9-5150 

0-007  26S0 

9-474 

9-5200 

0-007  4266 

9-473 

230 


Th.  V.  Oj)polzer. 


log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

±tg 

E—M 

Diff 

log ;/ 

±tg 
{E^M) 

E—M      Diff 

sin  {E—M) 

logS' 

±tg 
[E-M] 

E—M 

Diff 

logy 

±tg 
(E^M) 

E—M 

Diff 

'i^'S  i/ 

sin  [E—M] 

sin  [E—M] 

sin  {E—M) 

9-5200 

Ol 

02 
03 

0-007  42<JÖ 

429S 

4330 
43Ö2 

+  32 
+  32 
+  32 
+  32 
+  32 

9-473 
473 
473 
473 

9-5250 
51 

52 
53 

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5910 

5949 
5981 

+  33 
+  33 
+  32 
+  33 
+  33 

9-472 

472 
472 
472 

9-5300 

Ol 

02 
03 

0-007  7534 
75Ö7 
7600 

7Ö34 

+  33 
+  33 
+  34 
+  33 
+  33 

9-471 
471 
471 

471 

9-5350 
51 

52 

53 

0-007  9217 
9251 
9285 
9319 

+  34 
+  34 
+  34 
+  34 
+  34 

9-470 
470 
469 
469 

04 

4394 

473 

54 

6014 

472 

04 

7667 

471 

54 

9353 

469 

9-5205 
06 
07 
08 
09 

0-007  442Ö 

4458 

4490 

4522 

4554 

+  32 
+  32 
+  32 
+  32 
+  33 

9-473 
473 
473 
473 
473 

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50 
57 
58 
59 

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6080 
6112 
6145 
6178 

+  33 
+  32 
+  33 
+  33 
+  33 

9-472 
472 
472 
472 
472 

9-5305 
06 
07 
08 
09 

0-007  7700 

7734 
7767 
7801 
7834 

+  34 
+  33 
+  34 
+  33 
+  34 

9-471 
471 
4/1 
47r 
470 

9-5355 
50 
57 
58 
59 

0-007  9387 
9422 
9456 
9490 
9524 

+  35 
+  34 
+  34 
+  34 
+  34 

9-469 
469 
469 
469 
469 

9-5210 
II 
12 
13 

0-007  4587 
4619 
4651 
4OS3 

+  32 
+  32 
+  32 
+  32 
+  33 

9-473 

473 
473 
473 

9-5260 
61 
62 
Ö3 

0-007  6211 
Ö243 
6276 
0309 

+  32 
+  33 
+  33 
+  33 
+  33 

9-472 
472 
472 
472 

9-5310 
1 1 
12 
13 

0-007  7868 
7901 
7935 
7968 

+  33 
+  34 
+  33 
+  34 
+  33 

9-470 
470 
470 
470 

9- 5360 
61 
62 
63 

0-007  9558 
9592 
9626 
9661 

+  34 
+  34 
+  35 
+  34 
+  34 

9-469 
469 
469 
469 

14 

4715 

473 

64 

Ö342 

472 

14 

8002 

470 

64 

9Ö95 

469 

9-5215 
16 

17 
iS 

0-007  4748 
4780 
4812 

4844 

+  32 
+  32 
+  32 
+  33 

+  32 

9-473 
473 
473 
473 

9-5265 
66 
67 
68 

0-007  6375 
6408 
6441 
6474 

+  33 
+  33 
+  33 

+  32 
+  33 

9-471 
471 
471 
471 

9-5315 
16 

17 
18 

0-007  S035 
8069 
S102 
813Ö 

+  34 
+  33 
+  34 
+  33 
+  34 

9-470 
470 
470 
470 

9-5365 
66 
67 
68 

0-007  9729 
9763 
9797 
9832 

+  34 
+  34 
+  35 
+  34 
+  34 

9-469 
469 
469 
469 

19 

4877 

473 

69 

6506 

471 

19 

81 69 

470 

69 

9866 

469 

9-5220 
21 
22 

0-007  4909 
4941 
4973 

+  32 
+  32 
+  33 
+  32 
+  32 

9-472 
472 
472 

9-5270 
71 
72 

0-007  *^539 
0572 
6605 

+  33 
+  33 
+  33 
+  33 

+  33 

9-471 
471 

47' 

9-5320 
2 1 
22 

0-007  8203 

8237 
8270 

+  34 
+  33 
+  34 
+  34 
+  33 

9-470 
470 
470 

9-5370 

7> 

72 

0-007  9900 

9934 
9969 

+  34 
+  35 
+  34 
+  34 

+  35 

9-469 
469 
469 

23 
24 

500Ö 
5038 

472 
472 

73 
74 

6638 
6671 

471 
471 

23 
24 

8304 
8338 

470 
470 

73 
74 

ooS  0003 
0037 

469 
469 

9-5225 

0-007  5070 

+  33 
+  32 
+  33 

+  32 
+  32 

9-472 

9-5275 

0-007  6704 

+  33 
+  33 
+  33 
+  33 
+  33 

9-471 

9-5325 

0-007  8371 

+  34 
+  34 
+  33 
+  34 
+  34 

9-470 

9-5375 

o-ooS  0072 

+  34 
+  34 
+  35 
+  34 
+  35 

9-469 

26 

27 

5103 
513s 

472 
472 

7Ö 

77 

Ö737 
Ü770 

471 
471 

26 
27 

8405 
8439 

470 
470 

76 
77 

0106 
0140 

469 
469 

28 

29 

5108 
5200 

472 
472 

78 
79 

6803 
Ö836 

471 
471 

28 
29 

8472 
8506 

470 
470 

78 
79 

0175 
0209 

469 
469 

9'S23o 

0-007  5232 

+  33 
+  32 
+  33 
+  32 
+  33 

9-472 

9-5280 

0-007  Ö869 

+  34 
+  33 
+  33 
+  33 
+  33 

9-471 

9-5330 

0-007  8s40 

+  33 
+  34 
+  34 
+  34 
+  34 

9-470 

9-5380 

o-ooS  0244 

+  34 
+  35 
+  34 
+  34 
+  35 

9-469 

31 

32 

5205 
5297 

472 
472 

81 

82 

6903 
6936 

471 
471 

31 
32 

8573 
8()07 

470 
470 

Si 
82 

0278 
0313 

469 

469 

33 
34 

5330 
53O2 

472 
472 

83 
84 

6969 
7002 

471 
471 

33 
34 

8641 
8675 

470 
470 

83 
84 

0347 
03S1 

469 
469 

9'S235 

0-007  5395 

+  32 
+  33 
+  32 
+  33 
+  32 

9-472 

9-5285 

0-007  7035 

+  33 
+  33 

+  33 

9-471 

9-5335 

0-007  8709 

+  33 
+  34 
+  34 
+  34 
+  34 

9-470 

9-5385 

0008  0416 

+  34 
+  35 
+  34 
+  35 
+  35 

9-469 

36 
37 

5427 
54O0 

472 
472 

86 

87 

7068 
7101 

471 
471 

3& 
37 

8742 
877Ö 

470 
470 

86 
87 

0450 
0485 

469 
469 

38 

5492 

472 

88 

7134 

471 

38 

8810 

470 

88 

0519 

469 

39 

5525 

472 

89 

7108 

+  34 
+  33 

471 

39 

8S44 

470 

89 

0554 

469 

9-5240 

0-007  5557 

+  33 
+  32 
+  33 
+  32 
+  33 

9-472 

9  5290 

0-007  7201 

+  33 
+  33 
+  34 
+  33 
+  33 

9-471 

9-5340 

0-007  8S7S 

+  34 
+  34 
+  33 
+  34 
+  34 

9-470 

r539o 

0-008  0589 

+  34 
+  35 
+  34 
+  35 
+  35 

9-469 

41 

5590 

472 

91 

7234 

471 

41 

8912 

470 

91 

0623 

469 

42 

5622 

472 

92 

7267 

471 

42 

8946 

470 

92 

0658 

469 

43 
44 

5''55 
5687 

472 
472 

93 
94 

7301 
7334 

471 
471 

43 
44 

8979 
9013 

470 
470 

93 
94 

0692 
0727 

469 
468 

9-5245 

0-007  5720 

+  33 
+  32 
+  33 
+  33 
+  32 

9-472 

9-5205 

0-007  73(^7 

+  33 

9-471 

9-5345 

0-007  9047 

+  34 
+  34 
+  34 
+  34 
+  34 

9-470 

r5395 

0-008  0762 

+  34 

J-468 

4Ü 

5753 

472 

96 

7400 

471 

46 

9081 

470 

96 

0796 

468 

47 

57S5 

472 

97 

7434 

+  34 
+  33 
+  33 
+  34 

471 

47 

9115 

470 

97 

0S31 

+  35 
+  34 
+  35 

+  35 

4U8 

4S 

5S18 

472 

98 

7467 

471 

48 

9149 

470 

98 

0865 

468 

49 

5851 

472 

99 

7500 

471 

49 

9183 

470 

99 

0900 

468 

9-5250 

0-007  5883 

9-472 

9-5300 

0-007  7534 

9-471 

9-5350 

0007  9217 

9-470 

3-5400 

o-oo8  0935 

/408 

über  die  Außnsung  des  Kepler' scheu  Problems. 


231 


log 

(E-M) 


log 
E—M 


sin  {E — M) 


Diff. 


log  f/ 


±tg 
(E-il) 


log 
E—M 


sin  (E — M) 


Diff. 


logjf 


log 

±tg 

(E-M) 


log 
E—M 


sin  (E—M) 


Diff.  log^ 


log 

ttg 
(E-M) 


log 
E—M 


sin  (E—M) 


Diff. 


log  ff 


9-5400 

Ol 

02 

03 

04 

9-5405 
00 

07 
08 
09 

9-5410 
1 1 

12 
13 
14 

9-5415 
16 

17 
18 

19 

9-5420 
21 
22 
23 
24 


o'ooS  0935 
0970 
1004 

1039 

1074 


•ooS 


o-oo8 


1108 

1143 
iryS 
1213 
1248 

1282 
1317 
1352 
1387 
1422 


o'oo8 


■5425 
2Ö 
27 
28 
29 


9 '543° 
3" 
32 
33 
34 

■5435 

37 
38 
39 

9 ■ 544° 
41 
42 
43 
44 

9-5445 
46 

47 
48 

49 
9 '545° 


1457 
1492 
1527 
1562 
1597 

o-ooS  1631 
1666 


170 

'736 

1771 

0008  1S06 
1S42 
1877 
1912 
1947 


+  35 
+  34 
+  35 

+  35 
+  34 

+  35 
+  35 
+  35 
+  35 
+  34 

+  35 
+  35 
+  35 
+  35 
+  35 

+  35 
+  35 
+  35 
+  35 
+  34 


o-ooS  19S2 
2017 
2052 
2087 
2122 

o'ooS  2158 
2193 
2228 
2263 

22 

o-ooS  2334 
23Ü9 
2404 
2439 
2475 

o'oo8  2510 

2545 
2581 
2616 
2651 

o-oo8  2687 


+  35 
+  35 
+  35 
+  35 
+  35 

+  36 
+  35 
+  35 

+  35 
+  35 

+  35 
+  35 
+  35 
+  35 
+  36 

+  35 
+  35 
+  35 
+  35 
+  36 


+  35 
+  35 
+  35 
+  3Ö 
+  35 

+  35 
+  3Ö 
+  35 
+  35 
+  3Ö 


9-468 
468 
468 
468 
46S 

9-468 
468 
468 
468 
468 

9-468 
468 
468 
468 
468 

9-468 
468 
468 
468 
468 

9-468 
4Ö8 
468 
40S 
408 

9-468 
46S 
468 
468 
468 

9-468 
468 
468 
46S 
4<)8 

9-468 
407 
467 
467 
467 

9-467 
467 
467 
467 
4Ö7 

9-467 
467 
467 
467 
467 


9-5450 
51 
52 
53 
54 

9-5455 
56 
57 
58 
59 

9-5460 
61 
62 

63 

64 

9-5465 
66 
67 
68 
69 

-5470 
7' 
7 

73 
74 

9-5475 
76 

77 
78 
79 


0-008  2687 
2722 
2758 

2793 
2829 

o-ooS  2864 
2899 

2935 
2970 
3006 

o'ooS  3041 
3077 
3113 
314S 
3184 

o-oo8  321g 
3255 
3291 
3326 
3362 


9-467 


9-5480 
81 

82 

83 
84 

9-5485 

86 
87 
88 


■5490 

9' 
92 

93 
94 

-5495 
96 

97 
98 

99 


o-ooS  3397 

343 
3469 
3505 
3540 

0008  3576 
3612 
3648 
36S3 
3719 


9  5500 


0-008  3755 

3791 
3827 
3862 
3898 

o-oo8  3934 
3970 
4006 
4042 
4078 

0-008  41 14 

4150 
4186 
4222 
425S 

o-ooS  4294 

4330 
4366 
4402 
4438 

o'oo8  4474 


+  35 
+  36 
+  35 
+  36 

+  35 

+  35 
+  36 

+  35 
+  36 

+  35 

+  36 

+  36 
+  35 
+  36 
+  35 

+  36 
+  3<' 
+  35 
+  36 
+  35 

+  36 
+  36 

+  36 
+  35 


+  36 

+  36 
+  36 
+  35 
+  36 
+  36 

+  36 
+  36 
+  35 
+  36 
+  30 

+  36 
+  36 
+  36 
+  36 

+  36 

+  36 
+  36 
+  36 
+  36 
+  36 

+  36 
+  36 
+  36 
+  36 
+  36 


9-467 
467 
467 
467 
467 

9-467 
467 
467 
467 
467 

9-467 
467 
467 
467 
467 

9-467 
467 
467 
467 
467 

9-467 
467 
467 
467 
467 

9-407 
467 
46Ö 
46b 
466 

9-466 
466 
466 
466 
466 

9-466 
466 
466 
466 
466 

9-466 
466 
466 
466 
466 

9-466 
466 
466 
466 
466 


9-5500 
01 
02 

03 

04 


0-008  4474 
4510 
4546 
4582 
4619 


9-55050-008  4655 

06  469 

07  472 

08  47Ö 

09  4799 


1 1 

1 2 
13 
14 

9-5515 
16 

>7 

iS 

19 

9-5520 
21 
22 

23 
24 


0-008  4836 

4872 
4908 
4944 
4981 

o-oo8  5017 
5053 


008 


9-5525 
26 

27 
28 

29 


9-466 


9-5530 
31 
32 
33 
34 

-5535 
36 
37 
38 
39 

9-5540 
41 
42 
43 

44 

9-5545 
46 

47 
48 
49 


0-008 


5090 
5126 
5162 

5199 

52 

5272 

5308 

5344 

5381 
5417 
5454 
5490 

5527 


+  36 
+  36 
+  36 
+  37 

+  36 

+  36 
+  36 
+ 
+  36 

+  37 

+  36 
+  36 
+  36 
+  37 
+  3Ö 


o-ooS  5563 
5600 
5636 
5673 
5710 

0-008  5746 
578 
5819 
5856 
5S93 

0-008  5929 
5966 
6003 
Ö039 
6076 

0-008  61 13 
6150 
6186 
6223 
6260 


+  36 
+  37 
+  36 
+  36 
+  37 

+  36 
+  37 
+  36 
+  36 
+  37 

+  36 

+  37 
+  36 

+  37 
+  36 

+  37 
+  36 
+  37 
+  37 
+  36 


9-55500-008  6297 


+  37 
+  36 
+  37 
+  37 
+  36 


+  37 
+  37 
+  36 

+  37 
+  37 

+  37 
+  36 
+  37 
+  37 
+  37 


9-466 
460 
466 
460 
460 

9-460 
466 
466 
466 
4Ü6 

9-466 
4Ö6 

4ÜU 
466 
466 

9  ■46() 
466 
465 
465 
465 

-465 
4* '5 
4<>5 
405 
465 

-465 
465 
405 

4"  5 
465 

9-465 
465 
465 
465 
465 

9-465 
465 
465 
465 
465 

9-465 
465 
465 
465 
465 

9-465 
4Ö5 

465 
465 
465 


-5550 
51 
52 
53 
54 

9-5555 
56 
57 
58 
59 

9-5560 

61 

62 

6 

64 

9-5565 
06 
07 
68 
69 

•5570 
71 
72 
73 
74 


o-oo8 


76 

77 
78 

79 

9-5580 
81 
82 
83 


9-5585 
86 

87 

88 


6297 

"334 
6370 
6407 
6444 


oooS  6481 
6518 

6555 
0592 
0629 

o-ooS  6666 
Ö70 
6740 

6777 
6814 

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6962 
6999 

o-ooS  7036 

073 
o 

47 


7 
7 
7185 


9-55750-008  7222 


9-465 


9-5590 
91 
92 
93 
94 

-5595 
96 

97 
98 
99 


9-5600 


7259 
7296 

7333 
7371 

0-008  740S 

7445 
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o-ooS  7594 
7Ö32 
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7744 


+  37 
+  36 
+  37 
+  37 

+  37 

+  37 
+  37 
+  37 
+  37 
+  37 

+  37 
+  37 
+  37 
+  37 
+  37 

+  37 
+  37 
+  37 
+  37 
+  37 

+  37 
+  37 
+  37 
+  38 
+  37 


0-008 


0-008 


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7818 
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7931 

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o-ooS  8156 


+  37 
+  37 
+  37 
+  38 
+  37 

+  37 
+  37 
+  38 
+  37 

+  37 

+  38 
+  37 
+  37 
+  38 
+  37 

+  37 
+  38 
+  37 
+  38 
+  37 

+  38 
+  37 
+  38 
+  37 
+  38 


■465 

465 
465 
465 
465 

9-465 
465 
464 
464 
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-464 
464 

464 

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464 

-464 
464 
464 
464 
464 

9-464 
464 
464 
464 
464 

9-464 
464 

464 
464 

464 

9-464 
464 
464 
464 
464 

9-464 
464 
464 

464 
464 

9-464 
464 
464 
404 
464 

9-464 
463 
463 
463 
463 

9-463 


232 


Th.  V.  Opjiolzer. 


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Ol 

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03 
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8193 
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8306 

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+  38 
+  37 
+  38 
+  38 

r4Ö3 

463 
463 
4U3 
463 

r565o 
5' 
5^ 
53 
54 

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0205 

+  38 
+  38 
+  38 
+  39 
+  38 

3-462 
402 
462 
462 
402 

5-5700 

Ol 

02 

03 

04 

3-009  1985 
2024 
2063 
2102 
2141 

+  39 
+  39 
+  39 
+  39 
+  39 

r46i 
461 
461 
461 
461 

9-5750 
51 

52 

53 

54 

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+  40 
+  40 
+  39 
+  40 
+  40 

9-459 
459 
459 
459 
459 

9-5605 

3-008  8344 

9  "403 

9-5655 

0-009  0243 

9-462 

9-5705 

0-009  2180 

+  39 
+  39 
+  40 
+  39 
+  39 

9-461 

9-5755 

0-009  4155 

+  40 
+  40 
+  40 
+  40 
+  40 

9-459 

oü 
07 
08 
09 

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8419 
8457 
8494 

+  37 
+  38 
+  38 
+  37 
+  38 

463 
4Ö3 
463 
463 

56 

57 
58 
59 

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0320 
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0397 

+  39 
+  38 
+  38 
+  39 
+  38 

462 
462 
462 
462 

06 
07 
08 
09 

2219 
2258 
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461 
461 
461 
460 

56 

57 
58 
59 

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4235 
4275 
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459 
459 
459 
459 

9-5610 

o-ooS  S532 

+  38 
+  37 
+  38 
+  38 
+  38 

9 '403 

9-5660 

0-009  0435 

+  39 
+  38 
+  39 
+  38 
+  39 

9-462 

9-5710 

0-009  2376 

+  39 
+  39 
+  40 

+  39 
+  39 

9-460 

9-5760 

0-009  4355 

+  40 
+  40 
+  40 
+  40 
+  40 

9-459 

II 

12 
13 

8570 
8607 
8645 

463 
463 
463 

DI 
62 
63 

0474 
0512 
0551 

462 
462 
462 

II 

12 
13 

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2454 
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460 
460 
460 

61 
62 
63 

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4435 
4475 

459 
459 
459 

14 

8683 

463 

04 

0589 

4Ö2 

14 

2533 

460 

64 

4515 

459 

9'5''i5 
16 

17 

o-oo8  8721 
8758 
879Ö 

+  37 
+  38 
+  38 
+  38 
+  38 

9'463 
463 
4Ö3 

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66 
67 

0-009  0628 
0666 
0705 

+  38 
+  39 
+  38 
+  39 
+  38 

9-462 
462 
462 

9-5715 
16 

17 

o'oog  2572 
261 1 
2651 

+  39 
+  40 
+  39 
+  39 
+  40 

9-460 
460 
460 

9-5765 
66 

67 

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4595 
4635 

+  40 
+  40 
+  40 
+  40 
+  40 

9-459 
459 
459 

18 

8834 

463 

68 

0743 

4U2 

18 

2690 

460 

68 

4675 

459 

19 

S872 

4Ö3 

69 

0782 

402 

19 

2729 

460 

69 

4715 

459 

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21 
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23 

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8985 
9023 

+  37 
+  3& 
+  38 
+  38 
+  38 

9  "463 
463 
403 
4Ö3 

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+  39 
+  39 
+  38 
+  39 
+  38 

9-462 
462 
461 
461 

9-5720 
21 
22 
23 

o'oog  27Ö9 
280S 

2847 
2887 

+  39 
+  39 
+  40 
+  39 
+  40 

9-460 
460 
460 
460 

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71 
72 
73 

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4795 
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+  40 
+  41 
+  40 
+  40 
+  40 

9-459 
459 
459 
459 

24 

9061 

463 

74 

0975 

461 

24 

2926 

460 

74 

4916 

459 

9-5625 

o-oo8  9099 

+  38 
+  38 
+  38 
+  38 
+  38 

9'463 

9-5675 

o'oog  1013 

+  39 
+  39 
+  39 
+  38 
+  39 

9-461 

9-5725 

0-009  2966 

+  39 
+  39 
+  40 
+  39 
+  40 

9-460 

9-5775 

0-009  4956 

+  40 
+  40 
+  41 
+  40 
+  40 

9-459 

26 

27 

28 

29 

9137 
917s 
9213 
9251 

463 
463 

4Ö3 
4^3 

76 
77 
78 
79 

1052 
1091 
II 30 
1168 

461 

461 
40 1 
461 

26 

27 
28 

29 

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3044 
3084 
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460 

460 
4O0 
460 

76 
77 
78 
79 

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5036 
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459 
459 
459 
459 

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31 
32 

o"oo8  9289 
9327 
9365 

+  38 
+  38 
+  38 
+  38 
+  38 

9-463 

463 
463 

9-5680 
Si 
82 

0-009  1207 
124O 
12S4 

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+  38 

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461 
461 

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31 
32 

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3242 

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+  40 
+  39 
+  40 
+  40 

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460 
460 

9-5780 
81 
82 

0009  5157 

5197 
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+  41 
+  40 
+  40 
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9-459 
459 
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34 

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463 
462 

83 

84 

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1362 

+  39 
+  39 
+  39 

4O1 
461 

33 

34 

3281 
3321 

460 
460 

83 

84 

527S 
5318 

458 
458 

9 •5635 
36 
37 

o-oo8  9479 
9517 

9555 

+  38 
+  38 
+  38 
+  38 
+  38 

9-462 

462 
462 

9-5685 
86 
87 

o'oog  1401 
1440 
1479 

+  39 

+  39 
+  38 
+  39 
+  39 

9-461 
461 
461 

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36 
37 

0009  33Ü1 
3400 
3440 

+  39 
+  40 
+  39 
+  40 
+  40 

9-460 
460 
460 

9-5785 
86 

87 

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+  40 
+  41 
+  40 
+  40 
+  41 

9-458 

45S 
458 

38 
39 

9593 
9631 

462 
462 

88 
89 

1517 
1556 

461 
461 

38 

39 

3479 
3519 

460 
460 

88 
89 

5480 
5520 

458 
458 

9 ■ 5640 

o-oo8  9669 

+  39 
+  38 
+  38 
+  38 
+  38 

9-462 

9-5690 

0-009  1595 

+  39 
+  39 

9-461 

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+  39 
+  40 
+  40 
+  39 
+  40 

9-460 

9-5790 

0-009  5561 

+  40 
+  41 

+  40 

+  41 
+  40 

9-458 

41 

42 

970S 
9746 

462 
462 

91 
92 

1634 
1673 

461 
461 

41 

42 

3598 
3638 

460 
460 

91 
92 

5601 
5642 

458 
458 

43 

9784 

462 

93 

1712 

+  39 
+  39 
+  39 

461 

43 

3678 

460 

93 

5682 

45S 

44 

9822 

462 

94 

i75> 

461 

44 

37"7 

460 

94 

5723 

45S 

9  •564s 

o'OoS  9860 

+  39 
+  38 
+  38 
+  38 
+  39 

9-462 

9-5695 

0-009  1790 

+  39 
+  39 
+  39 
+  39 
+  39 

9-461 

9-5745 

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+  40 
+  40 
+  39 
+  40 
+  40 

9-460 

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+  41 
+  40 

+  41 
+  40 

+  41 

9-458 

46 

9899 

462 

96 

1829 

461 

46 

3797 

45"> 

96 

5804 

458 

47 

9937 

462 

97 

186S 

461 

47 

3837 

459 

97 

5S44 

45S 

4& 
49 

9975 
009  001; 

462 

462 

98 
99 

1907 
1946 

461 

461 

48 
49 

3876 
3916 

459 

459 

98 
99 

5885 
5925 

458 
458 

9 -565c 

0-009  0052 

9-462 

9-570C 

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9-459 

9- 5S00 

0-009  596Ö 

9-458 

Üljcr  die  AiiflünuiKi  des  Kcpler^sdieii  I'rohhvis. 


233 


log 

±tg 

{E-M) 


log 
E—M 


sin  {E — M) 


Diff. 


log ,(/ 


log 
±tg 

(E-M) 


log 
E—M 


sin  iE—M} 


Difr. 


i"g  r/ 


±tg 

[E-M) 


log 
E—M 


sin  (E—M) 


Diff. 


log ;/ 


log 


(i'-Jlf) 


log 
E—M 


sin  (£— Af) 


Diff. 


logi/ 


9-5800 

Ol 

02 

03 
04 

9 ■ 5805 
ob 

07 
08 
09 


9-58 


9-5815 
10 

•7 
18 

19 


0'009  5966 
6006 
6047 
6088 
Ö12S 

0-009  6169 
6210 
6250 
6291 

o'oog  6372 

6413 

O454 
6495 
653Ö 

6576 
6617 
6658 
0699 
6740 


o'oog 


9-5820 
21 
22 
23 
24 

9-5825 
26 

27 

2 

29 

9-5830 
31 
32 
33 
34 

9-5835 
36 
37 
38 
39 

9-5840 

41 
42 

43 
44 

9-5845 
40 

47 
48 

49 

9-5850 


0-009  Ü781 
6822 
686 
6903 
Ö944 

0-009  6985 
702Ö 
7067 
7108 
7149 

o -  009  7 1 90 
7232 
7273 
7314 

7355 

0-009  7396 

7437 

7478 
7519 
75<Ji 

0-009  7602 

7643 
7684 
7726 
7767 


0-009 


7808 
7849 
7891 
7932 
7973 


0-009  8015 


+  40 
+  4 
+  4" 
+  40 

+  41 

+  41 
+  40 

+  41 
+  4 
+  40 

+  41 
+  41 
+  41 
+  41 
+  40 

+  41 
+  41 
+  41 
■+•41 
+  41 

+  41 
+  41 
+  40 
+  41 
+  41 

+  41 
+  41 
+  41 
+  41 
+  41 

+  42 
+  4" 
+  41 
+  41 
■f4l 

+  41 

+  41 
+  41 
+  42 

+  41 

+  41 
+  41 
+  42 
+  41 
+  41 

+  41 
+  42 
+  41 
+  41 
+  42 


9-458 
458 
458 
458 
458 

9-458 
458 

45  8 
458 
458 

9-458 
458 
45S 
45  S 
458 

9-458 

45  8 
457 
457 
457 

9-457 
457 
457 
457 
457 

-457 
457 
457 
457 

457 

-457 
457 
457 
457 
457 

9-457 
457 
457 
457 
457 

9-457 
457 
457 
457 
457 

-457 
457 
457 
457 
457 

9-457 


9-58500-009  8015 


51 

52 
53 
54 


805Ö 


S139 
8180 


•5855  0-009  8222 
5b  8263 

57  S305 

58:  8346 

59  8388 

9-58000-009  8429 

61  8471 

62  8512 
63I  8554 
64      8596 

9-5805  o- 009  8637 


8679 

872 

8762 


06 

Ü7 
68 
69 


-58 70  0-009  8846 
7i|  8887 
72  8929 
8971 
9012 


73 
74 


9-5875  0-009  9054 


761 

77i' 
78 
79i 


9096 
913S 
9180 
9221 


9-58800-009  9263 


82 
83 


9305 
9347 
9389 
9431 


9-58850-009  9473 


86 

87 


9515 
9557 
9599 
9641 


9-58900-009  9683 


91 
92 

93 
94 

9-5895 
96 

97 
98 
99 


9725 
9767 
9809 
9851 

0-009  9893 

9935 

9977 

010  0019 

0061 


+  41 
+  42 
-i-41 
+  41 
+  42 

+  41 
+  42 
+  41 
+  42 
+  41 

+  42 
+  41 
+  42 
+  42 
+  41 

+  42 

+  42 

+  41 
+  42 
+  42 

+  41 
+  42 
+  42 
+  41 
+  42 

+  42 
+  42 
+  42 
+  4 
+  42 

+  42 
+  42 
+  42 
+  42 
+  42 

+  42 
+  42 
+  42 
+  42 
+  42 

+  42 
+  42 
+  42 
+  42 

+  42 

+  42 
+  42 
+  42 
+  42 
+  43 


9-5900  o-oio  0104 


9-457 

457 
45Ö 
456 
45Ö 

9-450 
456 
45Ö 
456 
456 

9-456 
456 
456 
456 
456 

9-456 
456 
456 
456 
45<J 

9'45<) 
456 
4SÖ 
456 
456 

9-456 
45Ö 
456 
456 
45Ö 

9-450 
456 
45Ü 
456 
456 

9-456 

456 
455 
455 

455 

•455 
455 
455 
455 
455 

-455 
4SS 
455 
455 
455 

9-455 


9-5900 
01 
02 
03 
04 


9-5905 
06 

07 
08 

09 

9-5910 
II 
12 
13 
14 

9-5915 
16 

17 
I 

19 

9-5920 
2 

22 
23 
24 


o-oio  0104 
0146 

Ol 

0230 
0272 

0010  0315 

0357 
0399 
0442 

0484 


-5925 
26 

27 

28 
29 


9-5930 

31 

32 

33 

34 


9-5935 
36 
37 
38 
39 


010  0526 
0569 
061 1 

0653 
0696 

o'oio  0738 

0781 
0823 
0865 
0908 


O-QIO  0950 

099 

1036 

1078 

I  121 

010  II63 
1206 
1248 
I29I 
1334 

010  1376 
I419 
1462 
1504 

IS47 
010  1590 

1675 
1718 
1761 


9-59400-010  1S04 

1847 
1889 
1932 
1975 


41 
42 

43, 
44 

9-5945 
46 
47 
48 

49 


201S 
2061 
2104 

2147 
2190 


9-59500-010  2233 


+  42 
+  42 
+  42 
+  42 
+  43 

+  42 
+  42 
+  43 
+  42 

+  42 

+  43 
+  42 
+  42 
+  43 
+  42 

+  43 
+  42 
+  42 
+  43 
+  42 

+  43 
+  43 
+  42 
+  43 
+  42 

+  43 
+  42 
+  43 
+  43 
+  42 

+  43 
+  43 
+  42 
+  43 
+  43 

+  43 
+  42 
+  43 
+  43 
+  43 

+  43 
+  42 
+  43 
+  43 
+  43 

+  43 
+  43 
+  43 
+  43 
+  43 


9-455 
455 
455 
455 
455 

9-455 

455 
455 
455 
455 

9-455 
455 
455 
455 
455 

9-455 
455 
455 
455 
455 

9-455 
454 
454 
454 
454 

9-454 
454 
454 
454 
454 

9-454 
454 
454 
454 
454 

9-454 
454 
454 
454 
454 

9-454 
454 
454 
454 
454 

9-454 
454 
454 
454 
454 

9-454 


9-5950 
51 
52 
SZ 
54 

9-5955 
5Ö 
57 
58 
59 

9-5960 
61 
62 

63 
64 


9-5905 
66 
67 
68 
69 

9-5970 
71 
72 
73 
74 

-5975 
76 

77 
78 
79 

9-5980 
81 
82 
83 
84 

9-5985 
86 

87 
88 
89 

9-5990 
91 
92 
93 
94 

9-5995 
96 

97 

98 

99 


-010  2233 
2276 

2319 
2362 

2405 

■010  2448 
2491 
2534 

2577 


2621 
O'OIO  2Ö64 

2707 
2750 

2793 
2836 

O'OIO  2880 

2923 

2966 

3009 
3053 

0010  3096 

3139 

3183 

3226 

3269 

O'OIO  3 

335Ö 
3400 

3443 
3487 

O-OIO  3530 
3574 
3017 
36O1 

3704 
O-OIO  3748 

3791 
3835 
3879 

3922 

O'OIO  3966 
4009 

4053 
4097 
4I4I 

3  4184 
4228 
4272 

43«ö 
4359 


9  60000-010  4403 


+  43 
+  43 
+  43 
+  43 
+  43 

+  43 

+  43 
+  43 
+  44 
+  43 

+  43 
+  43 
+  43 
+  43 
+  44 

+  43 
+  43 
+  43 
+  44 
+  43 

+  43 
+  44 
+  43 
+  43 
+  44 

+  43 
+  44 
+  43 
+  44 
+  43 

+  44 

+  43 
+  44 
+  43 
+  44 

+  43 
+  44 
+  44 
+  43 
+  44 

+  43 

+  44 
+  44 
+  44 
+  43 

+  44 
+  44 
+  44 
+  43 
+  44 


9-454 

454 
454 
454 
454 

9-453 

453 
453 
453 
453 

9-453 
453 

453 
453 
453 

9-453 

453 
453 
453 
453 

9-453 
453 

453 
453 
453 

9'453 
453 
4S3 
453 
453 

•453 
453 
453 
453 

453 

9-453 
453 
453 
452 
452 

9-452 
452 
452 
452 
452 

9-452 
452 
452 

452 
452 

9-452 


Denkschriften  der  mathem.-nuturw.  Gl.  L.  Bd. 


30 


234 


Th.  V.  Oppolzer. 


log 

±tg 


log 


sin  {E—M) 


9  ■  6000 

Ol 

02 

04 

9 '6005 
oCi 
07 
08 
09 

9'6oio 

12 

14 

9-6015 
16 

17 
18 

19 

9-6020 
2 1 
22 

23 
24 

9  6025 
26 
27 
28 
29 


o-oio  4403 
4447 
4491 

4535 
4579 

o-oio  4623 
4666 
4710 

4754 
4798 

o-oio  4842 

4886 
4930 

4974 
5018 

o  5062 
5106 
515« 
5195 
5239 

Q-OIO  5283 
5327 

5371 
5415 
5460 

O-OIO  5504 

5548 
5592 
5Ö37 
5681 


Diff. 


9-60300-010  5725 


3 

32 
33 
34 

9-6035 
36 
37 
3S 
39 

9  -  6040 

41 
42 

43 
44 

9 • 6045 
46 

47 
48 

49 
9-6050 


5770 
5814 
5858 
5903 


O-OIO  5947 
5992 
6036 
6080 
Ö125 

O-OIO  6169 
6214 

6258 
6303 
6347 

O-OIO  6392 

6437 
6481 
6526 
6570 

O-OIO  6615 


+  44 
+  44 
+  44 
+  44 
+  44 

+  43 
+  44 
+  44 
+  44 
+  44 

+  44 
+  44 
+  44 
+  44 
+  44 

+  44 
+  45 
+  44 
+  44 
+  44 

+  44 
+  44 
+  44 
+  45 
+  44 

+  44 
+  44 
+  45 
+  44 
+  44 

+  45 
+  44 
+  44 
+  45 
+  44 

+  45 
+  44 
+  44 
+  45 
+  44 

+  45 
+  44 
+  45 
+  44 
+  45 

+  45 
+  44 
+  45 
+  44 
+  45 


log  ff 


log 

±tg 

(E-M) 


9-452 
452 
452 
452 
452 

9-452 
452 
452 
452 
452 

9-452 
452 
452 

452 
452 

9-452 
452 
452 
452 
452 

9-452 
451 
451 
451 
451 

9'45i 
451 
451 
451 
451 

9'45i 
45  > 
45' 
451 
451 

•451 

4SI 
451 
451 
451 

9-451 
451 
451 
451 
45" 

9-451 
45' 
45' 
45' 

451 

9-45' 


9-6050 

51 

52 
53 
54 


log 
E—M 


sin  {E—M) 


O-OIO  6615 

6660 
6704 
6749 
Ö794 


0-6055 

56 

57 
58 
59 

•6060 
6i 
62 
6 
64 

•6065 
66 
67 
68 
69 

9-6070 

71 

72 

73 
74 

9 '6075 
76 
77 
78 
79 

9-6080 
81 
82 
83 
84 

■6085 
86 

87 
88 
89 

9  -  6090 

9' 

92 

93 
94 

9-6095 
96 
97 
98 
99 


O-OIO  6839 

6883 

6928 

6973 
7018 

0010  7063 

7107 

7'52 
7'97 
7242 

010  7287 
7332 
7377 
7422 

74Ö7 

O-OIO  7512 

7557 
7602 
7647 
7692 

O-OIO  7737 
7782 
7827 
7872 

7917 

0010  7963 
8008 

8053 
8098 

8'43 
O-OIO  8189I 

8234! 
8279 
8324 
8370 


Diflf. 


\osg 


log 

±tg 
{E-M) 


log 
E—M 


sin  (£ — M) 


Diff. 


+  45 
+  44 
+  45 
+  45 
+  45 

+  44 
+  45 
+  45 
+  45 
+  45 

+  44 
+  45 
+  45 
+  45 
+  45 

+  45 
+  45 

+  45 
+  45 

+  45 

+  45 
+  45 
+  45 
+  45 
+  45 

+  45 
+  45 
+  45 
+  45 
+  46 

+  45 
+  45 
+  45 
+  45 
+  46 


010  S415 
8460 
8506 
855« 
8597 

O-OIO  8642 

8687 
8733 
8778 

8824 


9-6IOOO-OIO  8869 


+  45 
+  45 
+  45 
+  46 

+  45 


+  45 
+  46 

+  45 
+  46 

+  45 

+  45 
+  46 
+  45 
+  46 
+  45 


9-45' 

451 
45' 
450 
450 

9-450 

450 
450 

450 
450 

9-450 
450 
450 
450 
450 

9-450 
450 
450 
450 
450 

9-450 
450 
450 
450 
450 

9-450 
450 
450 
450 
450 

9-450 
450 
450 

450 
450 

9-449 
449 
449 
449 
449 

9-449 
449 
449 
449 
449 

9-449 
449 
449 
449 
449 

9-449 


•6100 

Ol 

02 

03 
04 

9-Ü105 
ob 

07 
08 
09 


9-61 


9-61 


9-6120 
21 

22 

23 

24 

9-6125 
26 
27 
28 
29 

9-6130 
3 
3 

33 
34 


-Ö135 
36 

37 
38 
39 


9-6140 
4 
42 
43 
44 

9-6145 
46 
47 
48 
49 

9-6150 


Q-OIO  8869 

8915 
8960 
9006 
9052 

O-OIO  9097 

9'43 
91S8 

9234 
9280 

O-OIO  9325 
937' 
94' 7 
9462 
9508 

010  9554 
9600 
964Ü 
9091 
9737 

O-OIO  9783 
9829 

9875 
9921 
9967 

0012 
0058 
0104 
0150 
0196 

o  011  0242 
0288 
0334 


0381 
0427 

0473 
0519 

0505 

061 

0657 

0704 
0750 
079(1 
0S42 
0888 


0935 
0981 
1027 
1074 
II 20 


IIÜÜ 


+46 

+  45 
+  4Ö 
+  46 

+  45 

+  46 

+  45 
+  46 
+  46 
+  45 

+  46 
+  46 
+  45 
+  46 
+  46 

+  4Ö 
+  46 

+  45 

+  46 
+  46 

+  4Ö 
+46 
+  46 
+  46 

+  45 

+  46 
+  46 
+  46 
+  40 
+  46 

+  4Ö 
+  46 
+  47 
+  46 
+  46 

+  46 
+  46 
+  46 
+  46 
+  47 

+  46 
+  46 
+  46 
+  4Ö 

+  47 

+  46 
+  46 

+  47 

+  4Ü 

+  46 


log!/ 


log 

+  tg 
{E-M) 


9-449 
449 
449 
449 
449 

9-449 
449 
449 
449 
449 

9-449 
449 
449 
449 
449 

-449 
448 
448 
448 
448 

-448 
448 
448 
448 
448 

9-448 
448 
448 
448 
448 

9-448 
448 
448 
448 
448 

9-448 
448 
448 
448 
448 

9-448 
448 
448 
448 
448 

9-44S 
448 
447 
447 
447 

9-447 


9-6150 

5' 
52 
53 

54 

9-^'5S 

50 
57 
58 
59 

9-6160 
61 
62 

63 
64 

9-6165 
66 

67 
68 
69 


9-61 


9-6175 
76 
77 
78 
79 

9-6180 
81 
82 
83 


•Ü185 
86 

87 
88 
89 

9-6190 

9' 

92 

93 
94 

9-6195 
96 

97 
98 

99 
9-6200 


log 
E—M 


sin  {E—M) 


IlOO 

1213 
1259 
1306 
1352 


1445 
1491 
1538 
1584 

oii  1631 
1678 
1724 
1771 
1817 

o-ou  1864 

191 

'957 
2004 

205 

-OII  2097 
2144 
2191 
2238 
2284 

o-oii  233 

2378 

2425 
2472 
2519 

ooii  2566 
2612 

2659 

2706 

275 

OII  2S00 

2847 

2894 

294 
2988 


3035 
3082 

3 '30 
3'77 
3224 


o'oii  3271 

3318 

3365 

34'3 
3460 

o-oii  3507 


Diff. 


I'>g  U 


+  47 
+  46 
+  47 
+  4Ö 
+  47 

+  4Ö 
+  46 
+  47 
+  46 
+  47 

+  47 
+  46 

+  47 
+  46 

+  47 

+  47 
+  46 
+  47 
+  47 
+  46 

+  47 
+  47 
+  47 
+  46 

+  47 

+  47 
+  47 
+  47 
+  47 
+  47 

+  46 
+  47 
+  47 
+  47 
+  47 

+  47 
+  47 
+  47 
+  47 
+  47 

+  47 
+  48 
+  47 
+  47 
+  47 

+  47 
+  47 
+  48 
+  47 
+  47 


•447 

447 
447 
447 
447 

9-447 

447 
447 
447 
447 

9-447 
447 
447 
447 
447 

9-447 
447 
447 
447 
447 

9-447 
447 
447 
447 
447 

9-447 
447 
447 
446 
446 

9-446 
446 
44Ü 
446 
446 

9-446 
446 

446 
446 
440 

9-446 
446 
446 
446 
446 

9-446 
446 
446 
446 
446 

9-446 


Üher  die  Aiiflösiing  den  Kcjiler' sehen  Prohlems. 


235 


log  log 

+  tg         E—M 
(E-M) 


•6200 

Ol 

02 

03 

04 

9-6205 
06 
07 
08 
09 

9-02IO 
1 1 
12 


9 ■62 15 
16 


9 '0220 
21 
22 

23 
24 


sin  {E—M) 


Diff. 


log  y 


log 

±tg 
(E-M) 


o-oii   3507 

3554 
3602 

3Ö49 
3Ö9Ü 


3743 
3791 
383S 
3886 

3933 

3980 
402S 
4075 
4123 
4170 

4218 
4205 

4313 
4360 
4408 

4456 
4503 
4551 
4598 
4Ö46 


9'6225  o'oi I  4694 


26 
27 
28 
29 

9-6230 

31 
32 
33 

34 

9-6235 
30 
37 
38 
39 

<)-6240 
41 
42 
43 
44 

9-6245 
46 

47 
48 

49 
9-6250 


4742 
4789 

4837 
4885 


I  4932 
4980 
5028 
5076 
5124 

II  5172 
5220 
5267 
5315 
5363 

II  541 
5459 
5507 
5555 
SÖ03 

II  5651 
5Ö99 
5747 
5795 
5844 

II  5892 


+  47 
+  48 
+  47 
+  47 
+  47 

+  48 
+  47 
+  48 

+  47 
+  47 

+  48 
+  47 
+  48 
+  47 
+  48 

+  47 
+  48 

+  47 
+  48 
+  48 

+  47 
+  48 
+  47 
+  48 

+ 

+  48 
+  47 
+  48 
+  48 
+  47 

+  48 
+  48 
+  48 
+  48 
+48 

+  4S 
+  47 
+  48 
+  48 
+  48 

+  48 
+ 

+  48 
+  48 
+  48 

+  48 
+  48 
+  48 
+  49 

+ 


9-446 
446 
446 

440 
446 

9-446 
440 
446 
445 
445 

■445 
445 
445 
445 
445 

9  "445 
445 
445 
445 
445 

9 '445 
445 
445 
445 
445 


9  "445 
445 
445 
445 
445 

9 '445 
445 
445 
445 
445 

9  "445 
445 
445 
444 
444 

9  "444 
444 
444 
444 
444 

■444 

444 
444 

444 
444 


9-6250 
51 

52 
53 
54 

9-6255 
5Ö 
57 
58 
59 

9-6260 
61 
62 

63 
64 

9-6265 
66 
67 
68 
69 

-6270 
71 
72 
73 
74 

-6275 
7Ö 
77 
78 
79 

-6280 
81 

8 
S 
84 

9-6285 
86 

87 
SS 

89 

9 -0290 
91 
92 
93 
94 

9-6295 
96 
97 
98 
99 


log 
E—M 


sin  [E — M) 


311  5892 
5940 
5988 
6036 
0084 

MI  6133 
6181 
6229 
6277 
6326 

DU  6374 
6422 
6471 

Ö519 
6567 

o-oii  6üiö 
66Ö4 

0713 
6761 
6S10 


6858 
6907 

Ö955 
7004 
7052 


üiff. 


log ;/ 


log 

ttg 

{E-M) 


9-444  9-6300 


71 

7149 

7198 

7247 
7295 

7344 
7393 
744 
7490 

7539 

7588 
7636 
7685 
7734 
7783 

7832 
7S81 
7929 
7978 
S027 


+  48 
+  48 
+  48 
+  48 
+  49 

+  48 
+  48 
+  48 
+  49 
+  48 

+  48 
+  49 
+  48 
+  48 
+  49 

+  48 
+  49 
+  48 
+  49 
+  48 

+  49 
+  48 
+  49 
+  48 
+  49 

+  48 
+  49 
+  49 
+  48 
+  49 


o-oi : 


8 
82 


+  49 
+  48 
+  49 
+  49 
+  49 

+  48 

+  49 
+  49 
+  49 
+  49 

+  49 
+  48 
+  49 
+  49 
+  49 


8076  , 
s,L  +49 

74+49 

82  2  t'' 
'     +49 


8321 


9  "444 
444 
444 
444 
444 

9  444 

444 
444 
444 
444 

9 '444 
444 
444 
444 
444 

9  "444 
444 
444 
443 
443 

9 '443 
443 
443 
443 
443 

9  "443 
443 
443 
443 
443 

9  "443 
443 
443 
443 
443 

9  "443 
443 
443 
443 
443 

9  "443 
443 
443 
443 
443 

9  "443 

443 
442 
442 
442 


log 
E—M 


Diff. 


logi» 


sin  {E—M) 


9-6300 

Ol 

02 

03 
04 

9-6305 
06 
07 
08 
09 

9-6310 
II 
12 
13 
14 

9-63I5 
16 

17 
18 


9-6320 
21 
22 
23 
24 


9-6325  o-o:i  9553 

26  9602 

27  9652 

28  9701 

29  975' 


9-44; 


S321 
8370 
8419 
8468 
8517 

8567 
8616 
86Ö5 
8714 
8763 

8812 
8862 
S911 
8960 
9010 

9059 
9108 

9157 
9207 
9256 

9306 

935S 
9404 

9454 
9503 


log 
{E-M) 


9-0330 

31 

32 
33 
34 

9-Ö335 
3Ö 
37 
38 
39 

■0340 
4 
42 
43 
44 

9 "6345 
46 

47 
48 

49 
9-6350 


O-OII  9801 
9850 
9900 
9949 
9999 


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0198 
0248 

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0397 
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0497 

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0596 
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069Ö 
0746 

0-012  0796 


+  49 
+  49 
+  49 
+  49 
+  50 

+  49 
+  49 
+  49 
+  49 
+  49 

+  5° 
+  49 
+  49 
+  50 
+  49 

+  49 

+  49| 
+  50, 
+  49 
+  5° 

+  49 
+  49 
+  50 
+  49 
+  50 

+  49 
+  50 
+  49 
+  50 
+  50 

+  49 
+  50 
+  49 
+  50 
+  50 

+  49 
+  50 
+  50 
+  50 
+  49 


9-442 
442 
442 
442 

442 

9-442 
442 
442 
442 
442 

9-442 

442 
442 
442 
442 

-442 
442 
442 
442 
442 

•442 
442 

442 
442 
442 

9-442 
441 
441 
441 
441 

9-441 
441 
441 
441 
441 

9-441 
441 
441 

441 
441 


log 
E—M 


sin  {E—M) 


+  5° 
+  50 
+  50 
+  50 
+  49 

+  50 
+  5° 
+  5° 
+  50 
+  50 


9-6350 

51 
52 
53 
54 

9-Ö35S 
56 
57 
58 
59 

9-6360 

61 

6 

63 

64 

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66 
67 
68 
69 

9-6370 
7 

72 
73 
74 

9"Ö375 
76 

77 
78 
79 

9-6380 
8 
82 

83 
84 

9-63S5 
86 
87 


Diff. 


logj/ 


9-441 
441 
441 
441 

441 

9-441 

44« 
441 
441 
441 

9-441 


9-6390 
91 
92 
93 
94 

9-0395 
96 

97 
98 

99 

9-Ö400 


!  0796 
0846 
0896 
0946 
0996 

!  1046 
1096 
II46 
II  96 
1246 

2  1296 

I347i 
1397 
1447 
1497 

2  1547 
1598 
1048 
169S 
1748 

0-012  1799 
1849 
1899 
1950 
2000 

2  2051 
2IOI 
2151 
2202 
2252 

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2353 
2404 

2455 
2505 

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2606 
2657 
2708 
2758 

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2860 
2910 
2961 
3012 

0-012  3063 

3"3 
3164 
3215 
3266 

0-012  3317 


+  50 
+  50 
+  50 
+  50 
+  5° 

+  SO 
+  50 
+  5° 
+  50 
+  50 

+  5 
+  50 
+  50 
+  50 
+  5° 

+  51 
+  50 
+  50 
+  50 
+  5" 

+  50 
+  50 
+  51 
+  50 
+  51 

+  50 
+  50 
+  5 
+  50 
+  51 


9-441 

441 
441 
441 
441 

9-440 
440 
440 
440 
440 

9-440 
440 
440 
440 
440 

9  "440 
440 
440 
440 
440 

9-440 
440 
440 
440 
440 

9-440 
440 
440 
440 
440 


+  50 
+  51 
+  5' 
+  50 
+  5 

+  50 
+  5 
+  51 
+  50 
+  51 

+  51 
+  50 
+  5 
+  51 
+  51 

+  5° 

+  51 
+  51 
+  51 
+  51 


9-440 
440 
440 
439 
439 

9  "439 
439 
439 
439 
439 

9  "439 
439 
439 
439 
439 

9  "439 
439 
439 
439 
439 

9"439 


30* 


236 


Th.  r.  Oppolzer. 


log 

±tg 


log 
E—M 

sin  (E — M) 


Difl'. 


'og^ 


log 
±tg 


log 
£'— ilf 


sin  [E—M) 


Dift- 


log ,'/ 


±tg 


log 
E—M 


sin  iE—M) 


Difif. 


log  .9 


log 

±tg 
(£•-3/) 


E—M 


sin  (E—M) 


Diff. 


'ogy 


9 ■ 6400 

Ol 

02 

03 
04 

9 ■ 6405 
06 
07 
08 
09 


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336S 
3419 
3470 
3520 

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3622 
3^73 
3724 
3775 


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14  4031 


9-6415 
16 

17 
18 

19 

9*6420 
21 
22 
23 
24 

9-6425 
26 

27 
28 
29 


9-6430 
31 
32 

34 

•6435 
36 
37 
38 
39 

9  -  6440 
41 
42 
43 
44 

9 ■ Ö445 
46 
47 
48 

49 
9-6450 


12  4082 

4133 
4184 
4236 
4287 

12  4338 
4389 
4441 
4492 
4543 

0-OI2  4595 
4646 
4697 

4749 
4800 

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4903 
4955 
5006 
S058 

0-012  5109 

S16 

5212 

5264 

5315 

0-012  5367 
5419 
5470 

5522 

SS74 

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5677 
5729 
5781 
5832 


5884 


+  51 
+  5 
+  51 
+  50 
+  51 

+  51 
+  51 

+  51 
+  51 
+  52 

+  51 
+  51 
+  51 
+  51 

+  51 

+  51 

+  51 
+  52 
+  51 
+  51 

+  51 
+  52 
+  51 
+  51 
+  52 

+  51 
+  51 
+  52 
+  51 
+  52 


9 '439 
439 
439 
439 
439 

9"439 
439 
439 
439 
439 

9 '439 
438 
438 
43S 
438 


438 
438 
438 
438 

9'438 
438 
438 
438 
43S 

•438 
438 
438 
438 
438 


9-6450 
51 
52 
53 
54 

9-6455 
56 
57 
58 
59 

9-6460 
61 
62 

63 
64 


0-012  5884 
5936 


9-438  9-6465 


+  51 
+  52 
+  5 
+  52 
+  51 

+  52 
+  51 
+  52 
+  51 
+  52 

+  52 
+  51 
+  52 
+  52 
+  51 

+  52 
+  52 
+  52 
+  51 

+  52 


43S 
43S 
438 
438 

9-438 
438 
438 
43S 
437 

9-437 
437 
437 
437 
437 

9-437 
437 
437 
437 
437 

9  437 


66 
67 
68 
69 


5988 
6040 
6092 


012  6144 
6195 
6247 
6299 
635 

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6455 
6507 

6559 
661 


6664 
6716 
6768 
6820 
6S7 


-6470  0-01 

7: 
72 

73 
74 

-Ö475 
76 

77 
78 
79 


9-438  9-6480 


81 
82 

83 
84 

9-64S5 
86 
87 


9 • 6490 

9 
92 

93 
94 

9-6495 
96 

97 
98 
99 

9-6500 


2  6924 
6977 
7029 
7081 
7133 

2  7186 
7238 
7290 
7343 
7395 


7447 
7500 

7552 
7605 

7657 

7709 
7762 

7814 
7867 
7920 


7972 
8025 
8077 
8130 
8183 

8235 
8288 

8341 
8393 
8446 


+  52 
+  52 
+  5 
+  52 
+  52 

+  51 
+  52 

+  52 
+  52 
+  52 

+  52 
+  52 
+  52 
+  53 
+  52 

+  52 
+  5 
+  52 
+  52 
+  52 

+  53 
+  52 
+  52 
+  52 
+  53 

+  52 
+  52 
+  53 
+  52 
+  52 


+  52 

+  53 
+  52 
+  5 


9-437 
437 
437 
437 
437 

9-437 
437 
437 
437 
437 

9-437 
437 
437 
437 
437 

9  437 
430 
436 
436 
43Ö 

9-436 
436 
436 
436 
436 

9-436 
436 
436 

436 
436 


,  9-436 


0-012  8499 


+  53 
+  52 
+  53 
+  53 
+  5 

+  53 
+  5 
+  53 
+  53 
+  52 

+  53 
+  53 
+  52 
+  53 
+  53 


436 
436 
436 
43Ö 

9-436 
436 
436 
436 
436 

9-436 
436 

436 
435 

435 

■435 
435 
435 
435 
435 


9-6500 

Ol 

02 

03 
04 

9-6505 
06 
07 
08 
09 

9 -65 10 

12 
13 
14 

■0515 
16 

17 
iS 

19 

9-0520 
2 1 
22 
23 
24 

9-6525 
26 

27 

28 

29 


9-6530 

31 

32 

34 

9-6535 
36 
37 
38 


39 

9-6540 

4 

4 

43 

44 

9-6545 
46 
47 
48 
49 


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8552 
8604 

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961I 
9664 
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9771 

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9877 

993 
9984 
013  0037 


+  53 
+  52 
+  5 
+  53 
+  53 

+  53 
+  53 
+  53 
+  53 
+  52 

+  53 
+  53 
+  53 
+  53 
+  54 

+  53 
+  53 
+  53 
+  53 
+  53 


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0304 


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073 

0786 

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1000 

1054 
1108 


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+  53 

+  53 
+  54 
+  53 
+  53 

+  53 
+  54 

+  5 
+  53 
+  54 

+  53 
+  53 
+  54 
+  53 
+  54 

+  53 
+  5 
+  54 
+  53 
+  54 

+  54 
+  53 
+  54 
+  53 
+  54 

+  54 
+  53 
+  54 
+  54 
+  53 


9435 
435 
435 
435 
435 

9-435 
435 
435 
435 
435 

9 '435 
435 
435 
435 
435 

9-435 
435 
435 
435 
435 

9-434 
434 
434 
434 
434 

9 '434 
434 
434 
434 
434 

9-434 
434 
434 
434 
434 

-434 
434 
434 
434 
434 

9-434 
434 
434 
434 
434 

9-434 
434 
433 
433 
433 


9-6550 

51 

52 
53 
54 

9-6555 
56 
57 
58 
59 

9-6560 
6 

62 
6j 
64 

1-6565 
66 
67 
68 
69 

-6570 

71 
72 

73 
74 

-6575 
76 
77 
78 
79 


0-013 


0-013 


0-013 


9-6580 
81 
82 
^3 


-6585 
S6 

87 


0-013 


9-433 


89 


9-6590 

91 
92 

93 
94 


9-6595 
96 
97 
98 

99 


0-013 


1161 

1215 

1269 

13 

1376 

1430 
1484 
1538 
1592 
1646 


1700 

1754 
1808 
1861 
191S 

1969 
2024 
2078 

213 
21S6 


2240 
2294 
2348 
2402 
2456 

2511 
2565 
2619 
2673 
272S 

2782 
2836 
2891 
2945 
2999 

3054 
310S 

3163 

3217 
3272 


+  54 
+  54 
+  54 
+  53 
+  54 


•433 
433 
433 
433 
433 


+  54 
+  54 

+  54 
+  54 
+  54 

+  54 
+  54 
+  5 
+  54 
+  54 

+  55 
+  54 
+  54 
+  54 
+  54 

+  54 
+  54 
+  54 
+  54 
+  55 

+  54 
+  54 
+  54 
+  55 
+  54 


0-013 


33 

3381 

3435 

3490 

3544 


9-6600 


0-013  3599 
3654 
3708 
3763 
3818 

0-013  3872 


+  54 
+  55 
+  54 
+  54 
+  55 

+  54 
+  55 
+  54 
+  55 
+  54 


+  55 
+  54 

+  55 
+  54 
+  55 

+  55 
+  54 
+  55 
+  55 
+  54 


■433 
433 
433 
433 
433 

9-433 
433 
433 
433 
433 

9-433 
433 
433 
433 
433 

9-433 
433 

433 
432 
432 

9-432 
432 
432 
432 
432 

9-432 
432 
432 
432 
432 

9-432 
432 
432 
432 
432 

9-432 
432 
432 
432 
432 

9-432 
432 
432 
432 
431 

9-431 


über  die  Auflösunfj  des  Kepler'schen  Problems. 


237 


log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

E—M 

Diflf. 

log«/ 

±tg 
[E-M) 

E—M 

Diflf. 

log .'/ 

±tg 

(E-M) 

E-M 

Diflf. 

logi/ 

±tg 

{E-M) 

E—M 

Ditt'. 

'og  (/ 

sin  (E—M) 

sin  {E—M) 

sin  (E—M) 

sin  {E—M) 

9  -  6600 

0-013  3872 

9  "431 

9-6650 

0-013  6632 

9-429 

9-6700 

0-013  9442 

+  57 
+  56 
+  57 
+  57 
+  57 

9-427 

9-6750 

0-014  2302 

+  S8 

9-425 

Ol 

02 

3927 
3982 

+  55 
+  55 

431 
431 

51 

52 

b688 
6744 

+  5b 
+  56 

429 
429 

Ol 

02 

9499 
9555 

427 

427 

51 

52 

2300 
2417 

+  57 
+  58 
+  58 
+  58 

425 

425 

03 

4036 

+  54 

431 

53 

6799 

+  55 
+  56 
+  5t> 

429 

03 

9612 

427 

53 

2475 

425 

04 

4091 

+  55 
+  55 

431 

54 

6855 

429 

04 

9669 

427 

54 

2533 

425 

9-6605 

0-013  4146 

9-431 

9-6655 

0-013  691 1 

+  56 
+  56 

+  55 
+  5Ö 
+  56 

9  -  429 

9-6705 

0-013  9726 

+  57 
+  56 
+  57 
+  57 
+  57 

9-427 

9-6755 

0-014  2591 

+  58 

9-425 

oü 

07 
08 
09 

4201 
4256 
4311 
4365 

+  55 
+  55 
+  55 
+  54 
+  55 

431 
431 
431 
431 

56 
57 
58 
59 

6907 
7023 
7078 
7134 

429 
429 
429 
429 

ob 

07 
08 
09 

9783 
9839 
989b 

9953 

427 
427 
427 
427 

5'J 
57 
58 
59 

2649 
2706 
2764 
2822 

+  57 
+  58 
+  58 
+  58 

425 
425 
425 

425 

9-6610 
II 

12 
13 
14 

0-013  4420 

4475 
4530 
45S5 
4b40 

+  55 
+  55 
+  55 
+  55 
+  55 

9'43i 
431 
431 
431 
431 

g-bbbo 
61 

02 

b3 
b4 

0-013  7190 
7246 
7302 
7358 
7414 

+  56 
+  5Ö 
+  5Ö 
+  Sb 
+  56 

9-429 
429 

429 
429 
429 

9-0710 
1 1 
12 
'3 
14 

0-014  0010 
0067 
0124 
0181 
0238 

+  57 
+  57 
+  57 
+  57 
+  57 

9-427 

427 
427 

427 
427 

9-b7bo 
Ol 
62 
Ö3 
64 

0-014  2880 
2938 
2996 

3054 
3112 

+  58 
+  58 
+  58 
+  58 
+  58 

9-425 
425 
425 
425 
425 

9-6615 
Ib 

17 
18 

19 

0-013  4695 
4750 
4805 
4800 
4915 

+  55 
+  55 
+  55 
+  55 
+  55 

9'43i 
43' 
431 
43' 
431 

9-6665 
66 

67 
b8 
69 

0-013  7470 
752b 
7582 
7638 
7694 

+  56 
+  56 
+  56 
+  56 
+  56 

9-429 
429 
429 
429 
429 

9-t>7'5 
ib 

17 
18 

19 

0-014  0295 
0352 
0409 
0466 
0523 

+  57 
+  57 
+  57 
+  57 
+  57 

9-427 
427 
427 
427 
427 

96765 
66 

67 
08 

69 

0-014  3170 
3228 
3286 

3344 
3402 

+  58 
+  58 
+  58 
+  58 
+  58 

9-425 
425 
425 

425 

425 

9-6620 
21 
22 
23 
24 

0-013  4970 
5025 
5081 
5136 
5191 

+  55 
+  5Ö 
+  55 
+  55 

+  55 

9-431 
431 
431 
431 
431 

9-6670 
7' 
72 
73 
74 

0-013  7750 
780b 
7862 
7919 
7975 

+  56 
+  5t> 
+  57 
+  56 
+  56 

9-429 
429 
429 
429 
429 

9-6720 
21 
22 

23 
24 

0-0I4  0580 

0637 
ob94 

0751 
0808 

+  57 
+  57 
+  57 
+  57 
+  58 

9-427 
427 
427 
427 
427 

9-6770 

71 
72 

73 
74 

0-014  3460 
3518 
3576 
3635 
3693 

+  58 
+  58 
+  59 
+  58 
+  58 

9-425 
425 
425 
425 
424 

9-6625 
2b 

27 
28 
29 

0-013  5246 
5301 

5357 
5412 
5467 

+  55 
+  56 
+  55 
+  55 
+  55 

9-430 
430 
430 
430 
430 

9-6675 
7b 

77 
78 
79 

0-013  8031 
S087 

8143 
S200 
8256 

+  56 
+  5" 
+  57 
+  5Ö 
+  56 

9-428 
42S 
428 
42S 
428 

9-0725 
26 
27 
28 
29 

0-014  0866 

0923 
09S0 

1037 
1095 

+  57 
+  57 
+  57 
+  58 
+  57 

9-420 
42b 
426 
426 
42b 

9-6775 
70 
77 
78 
79 

0-0I4  375' 
3809 
3868 
3926 
3984 

+  58 
+  59 
+  58 
+  58 
+  58 

9-424 
424 
424 
424 
424 

9-6630 
31 
32 

33 
34 

0-013  5522 

557S 

5633 
5b88 

5744 

+  56 

+  55 
+  55 
+  56 
+  55 

9-430 
430 
430 
430 
430 

9-6680 
81 
82 

83 
84 

0-013  8312 
8368 

8425 
8481 

8537 

+  5Ö 

+  57 
+  56 
+  5Ö 
+  57 

9-428 
428 
428 
428 
428 

9-b730 
31 
32 
33 
34 

0-014  1152 
1209 
1267 
1324 
138. 

+  57 
+  58 

+  57 
+  57 
+  58 

9-426 
42b 
42b 
426 
42b 

9-67S0 
81 
82 

83 
84 

0-014  4042 
4101 

4159 
4217 

427b 

+  59 
+  58 
+  58 
+  59 
+  58 

9-424 
424 
424 
424 
424 

9-6635 

0-0I3  5799 

+  56 

+  55 
+  55 
+  56 
+  55 

9"43° 

9-6685 

0-013  8594 

+  5Ö 
+  57 
+  5Ö 
+  57 
+  5Ö 

9-428 

9-t>735 

0-014  1439 

+  57 
+  58 
+  57 
+  57 
+  58 

9-420 

9-6785 

0-0I4  4334 

+  59 

9-424 

36 

37 
38 
39 

5855 
5910 

59Ö5 

b02I 

430 
430 
430 
430 

8b 

87 
88 

89 

8b5o 
8707 

8763 
8820 

428 
428 
428 
428 

3Ö 
37 
38 
39 

149b 

1554 
161 1 
1668 

420 
426 
426 
42b 

86 

87 
88 
89 

4393 
4451 
4510 
4568 

+  58 
+  59 

+  58 
+  59 

424 
424 

424 
424 

9  -  6640 
41 
42 
43 
44 

0-013  6076 
6132 
6187 
6243 
6298 

+  56 
+  55 
+  56 
+  55 
+  56 

9-430 
430 
430 
430 
430 

9  -  6690 

91 
92 
93 
94 

0-013  887b 

8933 
8989 
9046 
9102 

+  57 
+  5Ö 
+  57 
+  56 
+  57 

9-428 
42S 
428 
428 
428 

9-6740 

41 

42 

43 
44 

0-014  1726 

1783 
1841 
1899 
1956 

+  57 
+  58 
+  58 
+  57 
+  58 

9-426 
42b 
426 
426 
426 

9-6790 
91 
92 
93 
94 

0-014  4627 
4085 
4744 
4802 
4861 

+  58 
+  59 
+  58 
+  59 
+  59 

9-424 
424 

424 
424 

424 

9-6645 
4b 
47 

0-013  6354 
b4io 
6465 

+  56 
+  55 
+  56 
+  56 
+  55 

9-430 
430 
430 

9-6695 
96 
97 

0-013  9159 
9215 
9272 

+  50 

+  57 

9-428 
428 
42S 

9-6745 
46 

47 

0014  2014 
2071 
2129 

+  57 
+  58 
+  58 
+  57 
+  58 

9-426 
426 
42b 

9-6795 
96 
97 

0-014  4920 
497S 
5037 

+  58 
+  59 
+  58 
+  59 
+  59 

9-424 
424 
424 

4fe 
49 

b52i 

Ö577 

430 
430 

98 
99 

9329 
93S5 

+  57 
+  50 
+  57 

428 
428 

48 
49 

2187 
2244 

426 
426 

98 
99 

5095 
5154 

423 

423 

9 -665c 

0-013  b632 

9-429 

9-6700 

0-013  9442 

9-427 

9-6750 

0-0I4  2302 

9-425 

9 -6800 

0-014  5213 

9-423 

238 


Th.  V.  Oppolzer. 


log 

log 

log 

log 

1 

log 

log 

log 

log 

±tg 

(E-M) 

E—M 

Diflf. 

l«'gy 

±tg- 

(E^M) 

E—M 

Diff. 

logi/ 

±tg 

{E-M) 

E—M 

Diff. 

log-/ 

±tg 
{E-M) 

E-M 

Diff. 

'og  .'/ 

sin  (E—M) 

sin  (E—M) 

sin  (E-M) 

sin  {E—M) 

9  6800 

0-OI4  5213 

+  59 

+  58 

9*423 

9-6850 

0-014  8175 

+  bo 

9-421 

9  6900 

0015  1190 

+  61 

9-419 

9-6950 

0-015  4257 

4-62 

9-417 

Ol 

5272 

423 

51 

8235 

+  60 

421 

Ol 

1251 

+  60 

419 

51 

4319 

+  62 

417 

02 
03 

5330 
5389 

+  59 
+  59 
+  59 

423 
423 

52 
53 

8295 
8355 

+  60 

-f  60 

421 
421 

02 
03 

131: 

«372 

+  61 
+  61 

419 
419 

52 
53 

4381 
4443 

+  62 
+  62 

417 
417 

04 

5448 

423 

54 

8415 

+  59 

421 

.04 

1433 

+  61 

419 

54 

4505 

+  62 

417 

9 • 0805 

0-014  5507 

+  59 
+  59 
+  58 
+  59 
+  59 

9  423 

9-6855 

0-014  8474 

+  60 
+  bo 

9-421 

9-6905 

0-015  1494 

+  61 
+  61 

9-419 

9-b955 

0-015  45Ö7 

+  62 

+  62 

9-4'7 

oü 

5566 

423 

5Ö 

8534 

421 

06 

1555 

419 

56 

4629 

417 

07 
08 
09 

5625 
5Ö83 
5742 

423 
423 
423 

57 
58 
59 

8594 
8654 
8714 

+  60 
+  60 
+  60 

421 
421 
421 

07 
08 
09 

1616 

1677 
1738 

+  61 
+  61 
+  61 

419 
419 
419 

57 
58 
59 

4b9i 
4753 
4815 

+  Ö2 
+  62 
+  62 

417 
4>7 
417 

9  üSlo 

0-014  5801 

+  59 
+  59 
+  59 
+  59 
+  59 

9'423 

9-6860 

0-014  8774 

+  bo 
+  bo 
+  bo 
+  bo 
+  bo 

9-421 

9-6910 

0-015  1799 

+  61 
+  61 
+  61 
+  61 
+  bi 

9-419 

9-6960 

0-015  4877 

+  62 
+  62 

+  b2 

+  62 
+  63 

9-416 

1 1 
12 
13 
14 

5860 
5919 
5978 
U037 

423 

423 
423 
423 

61 
62 

63 
64 

8834 
8894 

8954 
9014 

421 
421 
421 
421 

1 1 
12 
13 

14 

1860 
1921 
1982 
2043 

419 
419 
419 
419 

61 
62 
63 
64 

4939 
5001 

5063 
5125 

4IÜ 
416 
41O 
416 

9-6815 
lO 

17 
18 

0-014  6096 

ÖI5S 
0214 
6273 

+  59 
+  59 
+  59 

+  60 

9-423 
423 
423 
423 

9-6865 
6ö 

67 

68 

0-014  9074 

9134 
9194 

9254 

+  60 
+  60 
+  60 
+  61 

9421 
421 
421 
421 

96915 
16 

17 
18 

0-015  2 1 04 
2166 
2227 
2288 

+  62 
+  61 
+  61 

+  61 

9-418 
4.8 
418 
418 

9-6965 
06 

67 

68 

0-015  5188 
5250 
5312 
5374 

+  62 

+  02 

+  62 

+  62 

9-416 
416 
416 
416 

'9 

6333 

+  59 

423 

69 

9315 

+  60 

420 

19 

2349 

+  61 

418 

69 

543Ö 

+  63 

41b 

9-6820 

0  014  6392 

+  59 
+  59 
+  59 
+  59 
+  60 

9 '423 

9-6870 

0-014  9375 

+  60 

9  420 

9-6920 

0-015  2410 

+  62 

9-418 

9  6970 

0-015  5499 

+  62 

9-416 

21 

22 

23 
24 

0451 
6510 
6509 
0628 

423 
422 
422 
422 

71 

72 
73 
74 

9435 
9495 
9555 
9616 

+  Ö0 
+  60 
+  61 

+  bo 

420 
420 
420 
420 

21 
22 
23 

24 

2472 
2533 
2594 
2655 

+  61 
+  61 
+  61 
+  62 

418 
418 
418 
418 

71 
72 

73 
74 

5561 
5623 
568b 
5748 

+  62 
+  63 

+  62 
+  63 

416 
416 
416 
416 

9-6825 

0-014  6688 

+  59 
+  59 
+  59 
+  60 

+  59 

9-422 

9-6875 

0-014  967b 

+  bo 
+  61 

9-420 

9-6925 

0-015  2717 

+  61 
+  62 

9-418 

9-6975 

0-015  5811 

+  62 
+  62 

9-416 

2b 

6747 

422 

70 

9736 

420 

2b 

2778 

418 

76 

5873 

416 

27 
28 
29 

6S06 
68Ü5 
6925 

422 
422 
422 

77 
78 
79 

9797 
9857 
9917 

+  60 
+  60 
+  61 

420 

420 
420 

27 
28 
29 

2840 
2901 
2962 

+  61 
+  61 

+  62 

418 
418 
418 

77 
78 
79 

5935 
5998 
6060 

+  63 

+  62 

+63 

416 
416 

416 

9  6830 
31 

0-014  69S4 
7043 

+  59 
+  60 

9-422 
422 

9-6880 
81 

0-014  9978 
015  0038 

+  60 
+  bi 

9-420 
420 

9-6930 
31 

0-015  3024 
3085 

+  61 

+  62 

9-418 
4.8 

9  -  6980 
Si 

0-015  6123 
6185 

+  62 
+  63 

9-416 
416 

32 
33 
34 

7103 
7162 
7222 

+  59 
+  60 

+  59 

422 
422 
422 

82 
83 
84 

0099 
0159 
0219 

+  bo 
+  60 
+  bi 

420 
420 
420 

32 

33 

34 

3H7 
3208 
3270 

+  61 
+  62 
+  61 

418 
41S 
418 

82 
83 
84 

6248 
6310 
Ö373 

+  62 

+  63 
+63 

416 
415 
415 

9-6835 

0014  7281 

_[.  5o 

9-422 

9-6885 

0015  0280 

+  60 

9-420 

9-6935 

0-015  3331 

+  62 

9-418 

9-6985 

0-015  6436 

+  62 

9-415 

36 

7341 

+  59 
+  öo 

422 

86 

0340 

+  bi 

420 

3Ö 

3393 

+  61 

418 

86 

6498 

+  63 

415 

37 

7400 

422 

87 

0401 

+  61 

420 

37 

3454 

+  62 

41S 

87 

6561 

+  6^ 

415 

38 
39 

7460 
7519 

+  59 

+  00 

422 
422 

88 
89 

0462 
0522 

+  00 

+  bi 

420 
420 

38 
39 

3516 
3578 

+  62 
+  61 

417 
417 

S8 
89 

6624 
6686 

1  "O 

+  62 
+63 

415 
415 

9-6840 
41 
42 
43 

0-0I4  7579 

7638 
7698 

7757 

+  59 
+  60 

+  59 
+  öo 

9-422 
422 
422 
422 

9  -  6890 

91 
92 

93 

0-015  0583 

0643 
0704 
0765 

+  bo 
+  61 

+  61 

+  60 

9-420 
420 
419 
419 

9-6940 

41 
42 

43 

0-015  3639 
3701 
3763 
3824 

+  62 
+  62 
+  61 
4-62 

9-417 
417 
417 
417 

9-6990 
91 
92 
93 

0-015  6749 
b8i2 
6875 
6937 

+  63 
4-63 
+  62 
+  63 

9-415 
415 
415 
415 

44 

7817 

+  60 

422 

94 

0S25 

+  61 

419 

44 

3886 

+  62 

417 

94 

7000 

+63 

41s 

9-6845 

0-014  7877 

+  59 
+  60 

9-421 

9-6895 

0-015  oS8b 

+  61 

9-419 

9-6945 

0-015  3948 

+  62 
+  61 

9-417 

9-6995 

0-015  7063 

+  63 
+  63 

9-415 

4ü 

7936 

421 

96 

0947 

+  bo 

419 

46 

4010 

417 

96 

7126 

415 

47 
48 

7996 
8056 

+  60 
+  60 

421 
421 

97 
98 

1007 
ioü8 

+  bi 
+  bi 

419 
419 

47 
48 

4071 
4133 

+  62 
+  62 

417 
417 

97 
98 

7189 
7252 

+  63 
+  63 

415 
415 

49 

8116 

+  59 

421 

99 

1129 

+  61 

419 

49 

4195 

+  62 

417 

99 

7315 

+  62 

415 

9  6850 

0-014  8175 

9-421 

9  -  6900 

0-015  1190 

9-419 

9-6950 

0-015  4257 

9-417 

9  •  7000 

0-015  7377 

9-415 

über  die.  Aitflomnr/  des  Kepler' scl/cn  rroblems 


239 


log 

±tg 

(E-M) 


log 
E~M 


sin  (E—M) 


Diflf. 


loa 


log 
±ig 

{E-jyr) 


log 
E—M 


sin  {E—M) 


Diff. 


log^ 


log 

i=tg 
(E-M) 


log 
E—M 


sin  (E-M) 


Di  «F. 


l0£ 


log 

ttg 

(E-M) 


log 
E—M 


sin  {E—M) 


Diff. 


log .'/ 


9' 7000 

Ol 

02 

03 
04 


9-7005 
06 


0-015  7J77 
7440 

7503 
75ÜÜ 
7629 


0-015 


07 
08 
09 


9-7010 
1 1 
12 
13 
14 

■7015 
10 

17 
18 

>9 

9-7020 
21 


24 


7692 
775Ö 
7819 
7882 
7945 


0-015  8008 
8071 

8134 
8198 
82U1 


0-015 


9  7025 
26 
27 
28 
29 

9-7030 
31 
32 

34 

•703s 
3'> 
37 
38 
39 

9-7040 
41 
42 
43 

44 

•7045 
46 

47 
48 

49 
9-7050 


8324 
S387 
8451 
8514 
8577 


0-015  8641 
8704 
8767 
8831 
8894 

0-015  S958 
9021 
9085 
9148 
9212 


0-015 


927b 
9339 
9403 
9466 
9530 


0-015  9594 
965S 
9721 

9785 
9849 

0-015  9913 

9976 

oiü  0040 

0104 

oit)8 

o'oiö  0232 
0296 
03Ö0 

0424 

0488 
0016  0552 


+63 

+  63 
+  63 
+  63 

+  63 

-f  64 

+63 
+63 

+  Ö3 
+  63 

+63 

+  63 
+  64 
+  Ö3 

+  Ü3 

+  63 
+  64 
+  Ö3 
+  63 
+  64 

+  63 
-f63 
+  64 
+  63 
+  64 

+  63 
+  O4 
+  Ö3 
+  64 
+  64 

+  03 
+  04 
4-63 

+  64 
+  ti4 

+  Ö4 
+  63 
+  04 
+  64 
+  64 

+  63 
4  64 
+  64 
4-64 
4-64 

4-64 

4-64 
+  64 
4-64 

+  64 


9'4 
4 
4 
4 

4 

9'4 

4 
4 
4 
4 

9"4 
4 
4 
4 
4 

9-4 
4 
4 
4 
4 

9'4 
4 
4 
4 
4 

9-4 
4 
4 
4 
4 

9'4 
4 
4 
4 
4 

9'4 
4 

4 
4 
4 

9-4 
4 
4 
4 

4 

9"4 
4 
4 
4 
4 

9-41 


-7050 
51 

52 

53 

54 

9"7055 
SO 
57 
58 
59 

9-7060 

Ol 

62 

<^3 
64 

-7065 
66 
07 
1.8 
69 

-7070 

71 

72 

73 
74 

•7075 
76 
77 
78 
79 

9-7080 
81 

82 

83 


9-7085 
86 

87 
88 
89 

9-7090 

9 
92 

93 
94 

9-7095 
96 
97 
98 
99 

g- 7100 


o-oi6 


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lOOI 

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1 129 


II93 
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0-016 


0-016 


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2012 
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0-016 


0-016 


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4-64 
4-64 
+  64 
4-64 

+  O4 
4-65 
4-Ö4 
4-64 
+  64 

4-64 
+  65 
4-64 
+  64 
4-65 

4-64 
+  64 
+  <i5 
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4-65 

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+  Ö5 
4-64 

+  (-5 
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4  64 

+  65 
+  65 
4-64 

+  65 
+  Ü5 
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+  04 

+  65 

+  Ö5 
+  65 
+  f>5 
4-64 

4-65 

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4-65 
+  <i5 
+  65 
4-Ö5 

4-65 

4- 05 

+  Ö5 

+  65 
+  6ö 


9"4 

4 
4 
4 
4 

9"4 
4 
4 
4 
4 

9'4 
4 
4 
4 
4 

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4 
4 
4 
4 

■4 

4 
4 
4 
4 

9'4 
4 
4 
4 
4 

9'4 
4 
4 
4 
4 

9'4 
4 

4 
4 

4 

9'4 
4 
4 
4 
4 

9'4 
4 
4 

4 
4 


9-410 


9-7100 

Ol 

02 

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-7105 
oü 
07 
08 
09 

9- 71 10 
1 1 

12 
13 
14 

•7II5 
ID 

17 
18 


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39" 
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o-oi6 


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o-oi6 


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4- OS 
+  Ö5 
4-65 
+  65 

4-66 

+  05 
+65 
+  05 

+  66 

+  ''5 
+  60 

+  65 
+  65 
+  66 

+  Ö5 
+  60 

+  Ö5 
+  66 
4-65 

+  66 
+  60 

+  65 
+  60 
4-65 

+  60 
+  00 
+  60 

4-65 

+  66 

+  6() 
+  00 
+  06 

+  Ö5 
+  60 

+  66 
+  60 
+  60 
+  60 
+  06 

+  66 
+  66 
+  66 
+  06 
+  66 

+  66 
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+  66 
+  66 


9-410 
410 
410 
410 
410 

9-410 
410 
410 

410 
410 

9-410 
410 
410 
409 
409 

-409 
409 
409 
409 
409 

-409 
409 
409 
409 
409 

•409 
409 
409 
409 
409 

9-409 
409 
40g 
409 
409 

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408 
40S 
408 

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408 
408 
408 
408 

9-408 
408 
408 
408 
408 

9-408 


9-7 


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+  67 
+  66 

+  66 

+  67 

+  66 
+  66 
+  67 
+  66 
+  67 

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+  67 
+  66 
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+  66 


+  07 
+  66 

+  67 

+  67 
+  66 


+  07 
+  67 
+  66 
+  67 
+  07 

+  67 
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+  67 

+  67 
+  67 
+  67 
+  07 
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+  67 
+  67 
+  67 
+  67 

+  67 

+  67 
+  67 
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4-67 
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+  67 
+  68 
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+  07 
+  67 


9-408 
40S 
408 
408 
408 

9-408 
407 
407 
407 
407 

•407 
407 
407 
407 
407 


9  -  407 
407 
407 
407 
407 

9-407 
407 
407 
407 
407 

9-407 
406 
406 
40O 
406 

9-406 
406 
40Ü 

40O 
400 

9-406 
406 
400 
40O 
40O 

9-406 
406 
406 
406 
40O 

9-406 
406 
405 
405 
4°S 

9-405 


240 


Th.  V.  Oj)polzer. 


log 

±tg 

(E-M) 


log 
E—M 


sin  {E—M) 


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(E-M) 


log 
E—M 


sin  {E—M) 


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±tg 


log 
E—M 


sin  {E—M) 


Diff. 


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E~-M 


sin  {E—M) 


Diff. 


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9 '7200 

Ol 

02 

03 

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9-7205 
ob 
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08 
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i8 
19 


-7220 

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9-7250 


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lOIO 

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+  07 
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+  68 

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+  07 

+  68 

+  08 
+  68 
+  67 
+  68 
+  68 

+  68 
+  Ö7 
+  68 
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+  68 


+  68 
+  68 
+  68 
+  68 
+  68 

+  68 
+  68 
+  68 
+  68 
+  68 

+  68 
+  6g 
+  68 
+  68 
+  68 

+  68 
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+  68 
+  68 
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+  68 
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+  68 
+  68 
+  69 


•405 
405 

405 
405 

405 

■405 
405 
405 
405 
405 

9 '405 

405 
405 
405 
405 

9-405 
405 
405 
404 
404 

9 '404 
404 
404 
404 
404 

•404 
404 
404 
404 
404 

9-404 
404 
404 
404 
404 

9-404 
404 
404 
403 
403 

9 '403 
403 
403 
403 
403 

9  "403 
403 
403 
403 
403 

9  403 


-7250 

51 
52 
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54 


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-7260 
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Ö3 
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+  69 
+  68 
+  69 
+  68 

+  69 
+  69 
+  68 
+  69 
+  69 

+  68 
+  69 
+  69 
+  69 
+  68 

+  69 

+  69 
+  69 
+  69 
+  69 

+  69 
+  69 
+  69 
+  69 
+  69 

+  69 
+  69 
+  69 
+  69 
+  69 

+  69 
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+  69 
+  69 
+  69 

+  69 

+  70 
+  69 
+  69 
+  70 

+  69 

+  70 
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+  70 
+  Ö9 

+  70 
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+  70 
+  69 
+  70 


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403 
403 

9-403 
403 
403 
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402 

9-402 
402 
402 
402 
402 

9-402 
402 
402 
402 
402 

9-402 
402 
402 
402 
402 

•402 
402 
402 
401 
401 

-401 
401 
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401 
401 

•401 
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401 

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401 
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401 

-401 
401 
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400 
400 

9-400 


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Ol 

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03 
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13 


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29 

-7330 
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34 


0-017 


0017 


S297 
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8577 

S04S 
8718 
8788 
8858 
892S 


9-7335 
36 
37 
38 
39 


-7340 
41 
42 
43 
44 

-7345 
46 

47 
48 

49 
9-7350 


0-017  8998 
9068 

9139 
9209 

9279 

0-017  9349 
9420 
9490 
9560 

9U31 

0017  9701 
9772 
9842 
9912 
9983 

0-018  0053 
0124 

0195 
02  ö  5 

033Ö 

0-018  0406 
0477 
0548 
0618 
0689 

0-018  0700 


+  69 

+  70 

+  70 
+  69 
+  70 

+  70 
+  70 
+  69 
+  70 
+  70 

+  70 
+  70 
+  70 
+  70 
+  69 

+  70 
+  70 
+  70 
+  70 

+  71 

+  70 
+  70 
+  70 
+  70 
+  70 

+  70 
+  71 
+  70 
+  70 
+  70 

-f  71 
+  70 
+  70 
+  71 
+  70 

-f7i 
+  70 
+  70 

+  71 
+  70 

-f  71 

+  71 

+  70 

+  71 
+  70 

-f  71 
+  Ti 
+  70 

+  71 

+  71 


9  -400 
400 
400 
400 
400 

9-400 
400 
400 
400 
400 


9  -400 
400 
400 
400 
400 

9-400 
400 
400 
399 
399 

9-399 
399 
399 
399 
399 

9-399 
399 
399 
399 
399 

9-399 
399 
399 
399 
399 

9-399 
399 
399 
398 
398 

9-3'»8 
398 
398 
30S 
39S 

9-398 
398 
398 
398 
398 

9-398 


9-7350 
51 
52 
53 
54 


0-018  07Ü0 
0831 
0901 
0972 
1043 


97; 


-7360 

Ol 

62 

6 

64 

9-7365 
66 

t)7 
68 

69 

9-7370 
7 

72 
73 
74 

9-7375 
76 

77 
78 
79 

9-7380 
81 
82 
83 
84 

9-7385 
86 

87 
88 


9-7390 

91 
92 

93 
94 

9-7395 
96 

97 
98 

99 
9-7400 


o-oiS 


0-018 


0-018 


1114 

11S5 
1256 
1327 
1398 

1469 
1540 
161 

lüS 
1753 

1824 

1895 
1966 
2037 
2108 

2180 
2251 
2322 

2393 
2465 


o-oi8  2536 
2607 
2679 
2750 
2822 


■018 


O-0I8 


2893 
2964 
303Ö 
3107 
3179 


0-018  325 
3322 
3394 
3465 
3537 


0-018 


3609 
3680 
3752 
3824 
3890 


ooiS  39Ö7 

4039 
411 

4183 
4255 

0-018  4327 


+  n 

+  70 

+  71 

+  71 

+  71 

+  71 

+  71 

+  71 

+  1^ 

+  71 

+  71 

+  71 

+  71 

+  71 

+  71 

+  71 

+  71 

+  71 

-1-71 

+  72 

+  71 

+  71 

+  71 

+  72 

+  71 

+  71 

+  72 

+  71 

+  72 

+  71 

+  n 

+  72 

■+-71 

+  72 

+  72 

•+-71 

+  72 

+  71 

+  72 

+  72 

-1-71 

+  72 

+  72 

+  72 

+  71 

+  72 

+  72 

+  72 

+  72 

+  72 

9  -  398 
398 
39S 

398 

398 

9-39S 
398 

397 
397 
397 

9397 
397 
397 
397 
397 

9-397 
397 
397 
397 
397 

9-397 
397 
397 
397 
397 

9-397 
397 
396 
396 
396 

9-396 
396 
396 
39Ö 
39Ö 

9-396 
396 
396 
396 
39Ö 

9-396 
396 
396 
396 
396 

9-396 
395 
395 
395 
395 

9-395 


über  die  Auflösung  des  Kepler'schen  Problems. 


241 


lüg 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

±tg 

(E-M) 

E—M 

Diff 

log</ 

(E-M] 

E-M 

Diff 

logjr 

(E-M 

E—M 

Diff 

log  (J 

±tg 
(E-M) 

E-M 

Diff 

log  ;/ 

sin  [E—M) 

sin  {E—M) 

sin  (E—M 

sin  (E—JH) 

9-7400 

o-oi8  4327 

+  72 
+  72 
+  72 
+  72 
+  72 

9-395 

9-7450 

0-018  7952 

+  73 
+  73 

+  73 
+  73 
+  73 

9-393 

9-7500 

0-019  '635 

+  75 
+  74 
+  74 
+  75 
+  74 

9-390 

9-7550 

0-019  537S 

+  7t 

+  75 
+  76 
+  75 
+  76 

9-387 

Ol 

02 

4399 
4471 

395 
395 

51 

52 

8025 
8098 

393 
393 

Ol 

02 

1710 
1784 

39° 
390 

51 

52 

5454 
5529 

3S7 
387 

03 

4543 

395 

53 

8171 

392 

03 

1858 

390 

53 

5605 

387 

04 

4<JI5 

395 

54 

8244 

392 

04 

1933 

390 

54 

5680 

387 

9 "7405 
06 
07 
08 
09 

o-oiS  4687 
4759 
4831 
4903 
4975 

+  72 

+  72 
+  72 
+  72 
+  72 

9-395 
395 
395 
395 
395 

9-7455 
5Ö 
57 
58 
59 

o-oi8  8317 

8391 
8464 

8537 
8610 

+  74 
+  73 
+  73 
+  73 
+  74 

9-392 
392 
392 
392 
392 

9-7505 
06 
07 
08 
09 

0-019  2007 
2081 
2156 
2230 
2305 

+  74 
+  75 
+  74 
+  75 
+  74 

9-390 
390 
390 
390 
389 

9-7555 
56 
57 
58 
59 

0-019  575Ö 
5831 
5907 
5982 
6058 

+  75 
+  76 
+  75 
+  76 
+  76 

9-387 
387 
387 
387  1 
387 

9-7410 
12 

ooiS  5047 
5119 
5191 

+  72 
+  72 

9-395 
395 
395 

9-7460 
61 
62 

0-018  86S4 

8757 
8830 

+  73 
+  73 

9-392 
392 
392 

9-7510 
1 1 
12 

0-019  2379 

2454 
2528 

+  75 
+  74 

9-389 
38g 
389 

9-7560 
61 

02 

0-019  6134 
6209 
6285 

+  75 
+  76 
+  76 
+  76 

+  75 

9-387 
387 
387 

'3 

5264 

+  73 

395 

63 

8904 

+  74 
+  73 
+  74 

392 

13 

2603 

+  75 

389 

^3 

6361 

386 

14 

5336 

+  72 
+  72 

395 

64 

8977 

392 

14 

2677 

+  74 

+  75 

389 

64 

0437 

386 

9-7415 

o-oi8  5408 

+  72 
+  73 

9-394 

9-74Ö5 

0018  9051 

+  73 
+  73 

9  392 

9-7515 

0019  2752 

+  75 
+  74 

9-389 

9-7505 

0-019  *'5'2 

+  7Ö 
+  76 
+  76 
+  76 

+  70 

9-38Ü 

16 
17 

5480 

5553 

394 
394 

66 
67 

9124 
9197 

392 
392 

16 
17 

2827 
2901 

389 
389 

66 

67 

6588 
6664 

386 

386 

18 

5625 

+  72 

394 

b8 

9271 

+  74 

392 

18 

2976 

+  75 

389 

68 

6740 

3S6 

19 

5697 

+  72 
+  73 

394 

69 

9344 

+  73 
+  74 

392 

19 

305' 

+  75 
+  74 

389 

69 

6816 

386 

9-7420 

0018  5770 

+  72 
+  72 

+  73 
+  72 
+  73 

9-394 

9-7470 

ooiS  9418 

+  74 
+  73 
+  74 
+  73 

+  74 

9-392 

9-7520 

0-019  3125 

+  75 
+  75 
+  75 
+  74 

+  75 

9-389 

9-7570 

o-oig  6892 

+  76 
+  76 
+  7Ö 
+  76 
+  76 

9-386 

21 
22 

5842 

59'4 

394 
394 

71 
72 

9492 
9565 

391 
39  > 

21 
22 

3200 
3275 

389 
389 

71 

72 

6968 
7044 

386 
3S6 

23 

24 

5987 
6059 

394 
394 

73 
74 

9639 
9712 

391 
391 

23 

24 

3350 
3424 

389 
389 

73 

74 

7120 
7196 

386 
386 

9-7425 

o-oi8  Ö132 

+  72 
+  73 
+  72 
+  73 
+  73 

9-394 

9-7475 

0-018  97S6 

9-391 

9-7525 

0-019  3499 

9-389 

9-7575 

o-oig  7272 

+  76 
+  76 
+  76 

+  76 

+  7*> 

9-386 

26 

6204 

394 

76 

9S60 

+  74 
+  73 
+  74 
+  74 

+  74 

39" 

2Ü 

3574 

+  75 
+  75 
+  75 
+  75 
+  75 

389 

70 

7348 

386 

27 

6277 

394 

77 

9933 

39' 

27 

3649 

388 

77 

7424 

386 

28 

29 

Ö349 
6422 

394 
394 

78 
79 

019  0007 
0081 

391 
391 

28 
29 

3724 
3799 

388 
388 

78 
79 

7500 
7576 

386 

38Ö 

9 '7430 
3' 
32 
33 
34 

0-018  0495 
Ö567 
6640 
6713 

6785 

+  72 
+  73 
+  73 

+  72 
+  73 

9-394 
394 
394 
394 
393 

9  -  7480 
81 
82 
83 
84 

0-019  0155 
0229 
0302 
0376 
0450 

+  74 

+  73 
+  74 
+  74 
+  74 

9-391 
391 
391 
391 
391 

9-7530 
31 
32 

33 

34 

0-019  3874 

3949 
4024 
4099 
4'74 

+  75 
+  75 
+  75 
+  75 
+  75 

9-388 
38S 
388 
388 
388 

9-7580 
Si 
82 
83 
84 

0-019  7Ö52 
7728 
7805 
7881 

7957 

+  76 
+  77 
+  76 
+  76 
+  76 

9-3S6 

385 
385 
385 
385 

9 '7435 

0-018  685S 

+  73 
+  73 
+  72 
+  73 
+  73 

9-393 

9-7485 

o-oig  0524 

+  74 
+  74 
+  74 
+  74 
+  74 

9  ■391 

9-7535 

0-019  4249 

9-388 

9-7585 

0-019  8033 

9-3S5  1 

3^ 

37 

6931 
7004 

393 
393 

80 
87 

0598 
0672 

39' 
39' 

36 

37 

4324 
4399 

+  75 
+  75 

38S 
388 

86 
87 

8110 
8186 

+  77 
+  76 
+  76 
+  77 
+  76 

385 
385 

38 
39 

7070 
7149 

393 
393 

88 
89 

0746 
0820 

391 

390 

38 

39 

4474 
4550 

+  75 
+  76 
+  75 

388 
3S8 

88 
89 

8262 
8339 

385 
385 

9-7440 

o-oi8  7222 

+  73 
+  73 
+  73 
+  73 
+  73 

9-393 

9-7490 

0-019  0894 

+  74 
+  74 
+  74 
+  74 
+  74 

9-390 

9-7540 

O'oig  4625 

+  75 

+  75 
+  75 
+  7U 

+  75 

9-388 

9-7590 

0-019  8415 

+  77 
+  76 
+  77 
+  76 
+  77 

9-385 

41 
42 

7295 
7368 

393 
393 

91 
92 

0908 
1042 

390 
390 

4' 
42 

4700 
4775 

388 
388 

91 
92 

8492 
8568 

385 
385 

43 

7441 

393 

93 

1 1 16 

390 

43 

4S50 

388 

93 

8645 

385 

44 

7514 

393 

94 

1 190 

390 

44 

4926 

388 

94 

8721 

385 

9-7445 

0-018  7587 

+  73 
+  73 
+  73 
+  73 
+  73 

9-393 

9-7495 

0-019  1264 

+  74 
+  75 
+  74 
+  74 
+  74 

9-390 

9-7545 

0-019  5001 

9-387 

9-7595 

0-019  8798 

+  76 
+  77 
+  76 
+  77 
+  76 

9-385 

46 

7ÖÜ0 

393 

96 

1338 

390 

46 

5070 

+  75 
+  7Ö 

387 

90 

S874 

385 

47 

7733 

393 

97 

1413 

390 

47 

5152 

387 

97 

8951 

38s 

48 

7806 

393 

98 

1487 

390 

48 

5227 

+  75 
+  76 
+  75 

387 

98 

9027 

38s 

49 

7879 

393 

99 

156. 

390 

49 

5303 

387 

99 

9104 

384 

9-7450 

0-018  7952 

9-393 

9-7500 

0019  1635 

9-390 

9-7550 

0-019  5378 

3-387 

9  -  7600 

3-019  9180 

^384 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Cl.   L.  Bd. 


31 


242 


Th.  V.  Oppolzer. 


T 1 

1 

1 

ll 

log 

log   1 

log 

log 

log 

log 

1 

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log 

log 

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(E-M) 

E-M 

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[E-M) 

E—M 

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{E-M)\ 

E—M 

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{E-M) 

E—M 

Diflf.  i  log  ff 

sin  (E—M) 

s,m{E—M)\ 

1 

sin  {E—M) 

sin  {E—M) 

9-7600 

1 
0-019  9180 

+  77 
+  77 
+  76 
+  77 
+  77 

9-384 

9-7650 

0-020  3043,^,8 

9-382 

9-7700 

0-020  6966 

1 
,,.9-379 

9-7750 

0-021  0950 

1 
-f8o'9'376 

Ol 

02 

03 
04 

9257 
9334 
9410 

9487 

3S4 
384 
384 
384 

51 
52 
53 
54 

3  121 

3199 

3277 

3355 

+  78 

+  78 
+  78 

+  77 

382 
381 
381 
381 

Ol 

02 
03 
04 

379 
379 
379 
378 

51 

52 
53 
54 

1030 

IIIO 

1J91 
1271 

+  80 
+  81 
+  80 
+  81 

376 
376 
376 
376 

9 •7005 
06 
07 
08 

0-019  9564 
9641 
9718 
9794 

+  77 
+  77 
+  76 

+  77 
+  77 

9-384 
3S4 
384 
384 

9-7655 
56 
57 
58 

0-020  3432 
3510 
3588 
3667 

+  78 
+  78 
+  79 
+  78 
+  78 

9-381 
3S1 
381 
381 

9-7705 
06 

07 

08 

0-020  7362 

744'  +]; 

7599  ^'i 

1 

9-378 
378 
378 
378 

9-7755 
56 
57 
58 

0-021  1352 
1432 
1512 

1593 

+  80 
+  80 
+  81 
+  80 

9-375 
375 

375 
375 

09 

9871 

384 

59 

3745 

381 

09 

378 

59; 

1673 

+  81 

375 

9-7610 

0-019  9948 

+  77 
+  77 
+  77 
+  77 
+  77 

9-384 

9-7660 

0-020  3823 

+  78 
+  78 
+  78 
+  78 
+  78 

9-381 

9-7710 

0-020  7758' ^,g 
7»37  +75 

79-6  +80 
7996+79 
8°75  +i^ 

9-378. 

9-7760 

0-021  1754 

+  80 

9-375 

1 1 
12 

13 
14 

020  0025 
0102 
0179 
0256 

384 
384 
384 
384 

61 
62 
63 
64 

3901 

3979 
4057 
4135 

381 
38. 
381 
381 

II 
12 

13 
14 

378 
378 
37s 
378 

61 
62 
63 

64 

1834 
1915 
1996 
2076 

+  81 
+  Si 
+  80 
+  81 

375 
375 
375 
375 

9-7615 
16 

0-020  0333 
0410 

+  77 

+  77 
+  77 
+  77 
+  77 

9-384 
384 

9-7665 
66 

0-020  4213 
4292 

+  79 
+  78 
+  78 
+  78 
+  79 

9-381 
38. 

9-7715 
16 

r^4  +  80 

9-378 
37S 

9-7765 
66 

0-02I  2157 
2238 

+  81 
+  80 

9-375 
375 

17 
18 

0487 
0564 

383 
383 

67 
68 

4370 
4448 

381 

381 

17 
18 

8314 
8393 

+  79 
+  80 

378 
378 

67 
68 

2318 
2399 

+  81 
+  81 

375 
375 

19 

0641 

383 

69 

4526 

380 

19 

8473 

+  79 

37S 

69 

2480 

+  81 

375 

9-7620 
21 
22 
23 

0-020  0718 
0795 
0873 
0950 

+  77 
+  78 
+  77 

+  77 
+  77 

9-383 
383 
383 
383 

9-7670 
71 
72 
73 

0-020  4605 
4683 
4762 
4840 

+  78 
+  79 
+  78 
+  78 
+  79 

9-380 
380 
380 
380 

9-7720 
21 
22 
23 

0-020  8552 
8632 
8711 
8791 

4-80 

+  79 
+  80 
+  80 

9-378 
377 
377 
377 

9-7770 
71 
72 

73 

0-021  2561 
2641 

2722 
2803 

-f  80 
+  81 
+  81 
+  81 

9-375 
375 
374 
374 

24 

1027 

383 

74 

4918 

380 

24 

8871 

+  79 

377 

74 

2884 

+  81 

374 

9-7625 

0-020  1104 

+  77 
+  78 

9-383 

9-7675 

0-020  4997 

+  78 
+  79 

9-380 

9-7725 

0-020  8950 

+  80 

9-377 

9-7775 

0-021  2965 

+  81 

9-374 

26 

1181 

383 

76 

5°75 

380 

26 

9030 

+  80 

377 

76 

3046 

+  81 

374 

27 
28 
29 

1259 
^33*^ 
1413 

+  77 
+  77 
+  78 

383 
383 
383 

77 
78 
79 

5154 
5232 
5311 

+  78 
+  79 
+  78 

380 
380 
380 

27 
28 
29 

91  10 
9189 
9269 

+  79 
+  80 
•f  80 

377 
377 
377 

77 
78 
79 

3127 
3208 
3289 

+  81 
+  81 
+  81 

374 
374 

374 

9-7630 
31 
32 
33 

0-020  I49I 
I56S 
1645 
1723 

+  77 
+  77 
+  78 
+  77 
+  78 

9-383 
3S3 
383 
383 

9-7680 
81 
82 
83 

0-020  5389 
5468 

5547 
5625 

+  79 
+  79 
+  78 
+  79 
+  79 

9-3S0 
380 
380 
380 

9-7730 
31 
32 
33 

0-020  9349 
9429 
9509 
9588 

+  80 
+  80 

+  79 
+  80 
+  80 

9-377 
377 
377 
377 

9-7780 
81 
82 
83 

0-021  3370 
3451 

3532 
3613 

+  81 

+  81 
+  Si 
+  Si 

9  374 
374 
374 
374 

34 

iSoo 

383 

84 

5704 

380 

34 

9668 

377 

84 

3694 

^01 

+  81 

374 

9-7635 

0-020  1878 

+  77 

+  78 
+  77 
+  78 
+  78 

9-382 

9-7685 

0-020  5783 

+  78 
+  79 
+  79 
+  79 
+  78 

9-380 

9-7735 

0-020  9748 

+  80 

9-377 

9-7785 

0-021  3775 

+  81 

9-374 

36 

37 
38 
39 

1955 

2033 

2IIO 
2188 

382 
382 
382 
382 

86 

87 
88 

89 

5861 
5940 
6019 
6098 

380 
379 
379 
379 

36 
37 
38 
39 

9828 

9908 

9988 

021  0068 

+  80 
+  80 
+  80 
-f  80 

377 
377 
376 
376 

86 

87 
88 

89 

3S5tJ 
3937 
4019 
4100 

+  81 
+  82 
+  81 
+  81 

374 
374 
373 
373 

9-7640 
41 

0-020  2266 
2343 

+  77 
+  78 

9-382 
382 

9-7690 
91 

0-020  Ö176 
6255 

+  79 
+  79 
+  79 
+  79 
+  79 

9-379 
379 

9-7740 
41 

0-021  OI4S 
0228 

+  So 
+  80 

9-376 
376 

9-7790 
91 

O-02I  4181 
4262 

(-81 

-f82 

9-373 
373 

42 
43 
44 

2421 

2499 
2576 

+  78 
+  77 
+  78 

382 
382 
382 

92 
93 
94 

6334 
6413 

6492 

379 
379 
379 

42 
43 
44 

0308 
0388 
0469 

-f  80 
+  81 
+  80 

376 
376 
376 

92 
93 
94 

4344 
4425 
450b 

+  81 
+  81 

+  82 

373 
373 
373 

9-7645 

0-020  2654 

+  78 
+  77 
+  78 
+  78 
+  78 

9-382 

9-7695 

0-020  6571 

+  79 
+  79 
+  79 
+  79 
+  79 

9-379 

9-7745 

0-021  0549 

+  80 
+  80 
+  So 
+  81 

9-376 

9-7795 

0-02I  45S8 

+  Si 

9-373 

46 

47 

2732 
2S09 

3S2 
382 

96 
97 

6650 
6729 

379 
379 

46 
47 

0629 
0709 

376 
370 

96 
97 

4669 

475' 

+  82 
+  81 

373 
373 

48 

2887 

382 

98 

'       6808 

379 

48 

0789 

376 

98 

4832 

+  82 

373 

49 

2965 

382 

99 

6887 

379 

49 

0870 

+  80 

376 

99 

4914 

+  81 

373 

9-7650 

0-020  3043 

9-382 

9-7700 

0-020  6966 

9-379 

9-7750 

0-02I  0950 

9-376 

9-7800 

0-02I  4995 

9-373 

über  'lie  Aiiflösniic/  des  Kepler^ sehen  Problems. 


243 


]ng 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

log 

{E-M) 

E-M 

sin  (E—M) 

Diff. 

log  f/ 

{E-M) 

E—M 

Diff. 

'ugi/ 

±tg 

(E-M) 

E—M 

Ditr. 

Ib^I/ 

(E-M) 

E—M 

Diff. 

logi/ 

sin  (E — M) 

sin  (E-M) 

sin  {E—M) 

9-7800 

0-021  4995 

+  82 

9-373 

9-7850 

0-021  9102 

+  83 

+  ^3 

9-370 

9  -  7900 

0-022  3271 

+84 
+  84 
+  84 
+  84 
+  84 

9-367 

9-7950 

0-022  7503 

+  85 
+  85 
+  86 

9  363 

Ol 

5077 

+  81 

373 

51 

9185 

370 

Ol 

3355 

367 

51 

7588 

363 

02 

5158 

+  82 

373 

52 

9268 

+  82 

370 

02 

3439 

3<'7 

52 

7673 

363 

03 
04 

5240 
5321 

-f8i 
+  82 

373 
373 

53 

54 

9350 
9433 

+  83 
+  83 

370 
369 

03 
04 

3523 
3607 

366 
36IJ 

53 

54 

7759 
7844 

+  85 
+  85 

363 
363 

9-7805 

0-021  5403 

+  82 

9-372 

9-7855 

0-021  9516 

+  8^ 

9-3'J9 

9-7905 

0-022  3691 

+85 

+  84 
+  84 
+  84 
+  84 

9-366 

9-7955 

0-022  7929 

+  86 

+  85 
+  86 

+  85 
+  86 

9-363 

06 
07 

5485 
55Ö6 

+  81 

+  82 

372 
372 

56 
57 

9599 
9682 

+  83 
+  83 
+  83 
+  83 

3Ö9 
3Ö9 

06 

07 

3776 
3860 

366 
366 

56 

57 

8015 
8100 

363 

363 

08 
09 

5648 
5730 

+  82 
+  82 

372 
372 

58 
59 

97Ö5 
9848 

369 

3Ö9 

08 
09 

3944 
4028 

366 
366 

58 
59 

8186 
8271 

363 
363 

9-7810 
II 

0-021  5812 
5893 

+  81 
+  82 

9-372 
372. 

9-7860 
61 

0-021  9931 
022  0014 

+  83 

+  83 
+  83 
+  8t 

9-369 
369 

9-7910 
II 

0-022  41 12 
4197 

+  85 
+  84 
+  84 

+  85 
+  84 

9-366 
366 

9-7960 
61 

0-022  8357 
8442 

+  85 
+  86 

+  85 
+  86 
+  85 

9-363 
363 

12 
«3 

5975 
6057 

+  82 
+  82 

372 
372 

62 
^3 

0097 
0180 

3''9 
369 

12 
13 

4281 
4365 

366 
366 

62 
63 

8528 
8613 

363 
363 

14 

''139 

+  82 

372 

64 

0263 

+  83 

3Ö9 

14 

4450 

366 

64 

8699 

363 

9-7815 

0-021  622: 

+  82 

9-372 

9-7865 

0-022  0346 

+  83 
+  84 
+  8-! 

9-369 

9-7915 

0-022  4534 

+  84 
+  85 
+  84 
+  85 
+  84 

9-366 

9-7965 

0-022  8784 

+  86 
+  86 

+  85 
+  86 
+  86 

9-363 

16 
'7 

6303 
6384 

+  81 

+  82 
+  82 

372 

372 

66 
67 

0429 
0513 

3Ö9 
369 

16 
17 

4618 
4703 

366 
366 

66 
67 

8870 
8956 

362 
362 

18 

6466 

372 

68 

059b 

+  83 
+  83 

369 

18 

4787 

36Ö 

68 

9041 

362 

«9 

Ü548 

+  82 

372 

69 

0679 

309 

19 

4872 

365 

69 

9127 

362 

9  7820 

0-021  6630 

+  82 

9-371 

9-7870 

0-022  0762 

+  83 
+  84 

+  83 
+  83 
+  84 

9-368 

9-7920 

0-022  4956 

+  85 
+  84 

+  85 
+  84 

+  85 

9-365 

9-7970 

0-022  9213 

+  86 

+  85 
+  86 
+  86 
+  86 

9-362 

21 

22 
23 
24 

6712 
6795 
6877 
6959 

+  83 
+  82 
+  82 
+  82 

371 
371 
371 
37' 

71 

72 

73 
74 

0S45 
0929 
IOI2 
1095 

368 
368 
368 
308 

21 
22 
23 
24 

5041 
5'25 
5210 

5294 

365 
365 
365 
365 

71 
72 
73 
74 

9299 
9384 
9470 

9556 

362 
362 
362 
362 

9-7825 

0-021  7041 

+  82 

9-371 

9-7875 

0-022  II79 

+  83 
+  84 

9-368 

9-7925 

0-022  5379 

+  85 
+  84 

+  85 
+  85 
+  85 

9-365 

9-7975 

0-022  9642 

+  86 
+  86 

9-362 

26 

7123 

+  82 

371 

7ü 

1262 

368 

2Ö 

54Ü4 

365 

76 

9728 

362 

27 
28 

7205 
7287 

+  82 
+  83 

371 
371 

77 
78 

I34Ö 
1429 

+  83 
+  84 

36S 
368 

27 
28 

5548 
5633 

365 
365 

77 
78 

9814 
9900 

+  86 
+  86 

302 

362 

29 

7370 

+  82 

371 

79 

1513 

+  83 

368 

29 

5718 

3"5 

79 

9986 

+  86 

362 

9 '7830 

0-02I  7452 

+  82 

9-371 

9-7SS0 

0-022  1596 

+  84 
+  83 

9-3Ö8 

9-7930 

0-022  5803 

+  84 
+  85 
+  85 
+  85 
+  85 

9-365 

9-7980 

0-023  0072 

+  86 

+  86 

9-362 

3' 

7534 

+  82 

371 

81 

16S0 

368 

3' 

5887 

365 

81 

0158 

362 

32 
33 
34 

7616 
7699 
7781 

+  83 
+  82 
+  82 

371 
371 
371 

82 

83 
84 

■763 
1S47 
1930 

+  84 
+  83 
+  84 

368 
308 
36S 

32 
33 

34 

5972 
6057 
ÖI42 

365 
365 
365 

82 
83 
84 

0244 
0330 

041 6 

+  86 
+  86 
+  86 

36t 
361 
361 

9-7835 

0-021  7863 

+  85 

9-371 

9-7885 

0022  2014 

+  84 

+  83 
+  84 
+  84 
+  83 

9-368 

9-7935 

0-022  6227 

+  85 
+  84 

+  85 
+  85 
+  85 

9-364 

9-7985 

0-023  0502 

+  86 
+  86 
+  87 
+  86 
+  86 

9-361 

36 

7946 

1  °j 
+  82 

371 

80 

2098 

368 

36 

6312 

364 

86 

0588 

361 

37 

8028 

+  83 
+  82 

371 

87 

2181 

367 

37 

6396 

364 

87 

0674 

361 

38 

Siii 

370 

88 

2265 

3t^7 

38 

6481 

364 

88 

0761 

361 

39 

8193 

+  83 

370 

89 

2349 

367 

39 

6566 

364 

89 

0847 

361 

9-7840 

0021  827(1 

+  82 

9-370 

9-7890 

0-022  2432 

+  84 
+  84 
+  84 
+  84 
+  83 

9-367 

9-7940 

0'022  6Ö51 

+  85 
+  85 
+  86 
+  85 
+  85 

9-364 

9-7990 

0-023  0933 

+  86 
+  87 
+  86 
+  86 
+  87 

9-361 

41 
42 

43 
44 

8358 
8441 

S523 
8606 

+  83 
+  82 

+  83 
+  83 

370 
370 
370 
370 

91 
92 
93 
94 

251b 
2600 
2684 
2768 

367 
367 
367 
367 

4« 
42 

43 
44 

6736 
6821 
6907 
6992 

364 

3Ö4 
3Ü4 
364 

91 
92 

93 
94 

1019 
1106 
1192 
1278 

361 
361 
361 
361 

9-7845 

0-021  8689 

+  82 

9-370 

9-7895 

0022  2851 

+  84 
+  84 
+  84 
+  84 
+  84 

9367 

9-7945 

0-022  7077 

+  85 
+  85 
+  85 
+  85 
+  86 

9-3t>4 

9-7995 

0-023  1365 

+  86 
+  87 
+  86 
+  87 
+  86 

9-361 

40 
47 
48 

8771 
8854 
8937 

+  83 
+  83 

-V-  R^ 

370 
370 
370 

96 
97 
98 

2935 
3019 

3103 

367 
367 
367 

46 
47 
48 

7102 
7247 
7332 

364 
364 
364 

96 
97 
98 

1451 
■538 
1624 

361 
360 
360 

49 

9019 

+  83 

370 

99 

3187 

367 

49 

7417 

364 

99 

1711 

360 

9-7850 

0021  9102 

9-370 

9-7900 

0-022  3271 

9-367 

9-7950 

0-022  7503 

9-363 

9 • 8000 

0-023  1797 

9-360 

31 


Zweite  Abtheilung. 


Abhandlungen  von  Nicht -Mitgliedern  der  Akademie. 


Mit  1  Karte,  l'i  Tafeln,  52  Uolzschnitten  und  1  Tabelle. 


DTE  BOTAMSCHEN  EIlGEBNISSE 

DER 

POLAK'SCHEN  EXPEDITION  NACH  PEPiSlEN 

IM  JAHRE  1882. 
PLANTAE  COLLECTAE  A  D^'^-  J.  E.  POLAK  ET  TH.  PICHLER. 

VON 

D"   OTTO  STAPF. 

L    THEIL. 

VORGELEGT    IN    DER    SITZUNG    AM   13.   NOVEMBER  1884. 


Fungi. 


Auctore  R.  de  Wettstein. 
USTILAGINEAE. 

1.  Ustilayo   Ornit/iOfJdU  Schmidt   fl    Kunze    Dcutschl.   .Scliwämiuo   p.  -217.  (IstTj   sub  Vredhie.  —  Winter  Pilze 

in  Kabcnh.  Kiypt.  Fl.  Ed.  2.  I.  p.  86.  (Is.si  i. 
Syn.:  Cucoma  Oniitkof/ali  Schlecht.  Fl.  Berol.  11.  p.  IJ5.  (18-21.)  —   Vstilni/o  umhn'iia  Schröter  Brand-  und  Rost- 
pilze Schles.  in  Abh.  d.  schles.  Ges.  f.  vat.  Cult.  I.s69.,  S.  A.  p.3.  (sec.Wint.  I.  c.).  —  (f.  hcterospora  Niessl  in  Beitr. 
/..  Kenntn.  d.  Pilze  in  Verh.  nat.  Ver.  Üriinn  X.  (,ls72i.,  S.  A.  p.  s.  t.  III.  f.  4. 

In  tbliis  vivis  Tulipae  Kerneri  Stapf  in  hortis  in  urbe  Kaswin  translatae  ex  Alainut.  (1.  V.) 

In  foliis  vivis  Gageae  reticulatae  Fall,  prope  Baku.  (11.  IV.) 

Uroniifra  Ornitho<jali  wiii-(lc  bisher  hlos  auf  Oniitlioij<tli(iii-  und  (raijca-Avtcn  betibaehtct.  -Viif  Tii/ipa  zeigen 
die  Sporen  dieselben  mannigfaltigen  Formen.  Sie  sind  rundlicb,  polygonal,  eiförmig  bis  länglich,  häutig  an 
ciucm  oder  Ijciden  Enden  in  eine  kurze,  stumpfe,  hyaline  Spitze  aufgezogen. 

UREDINEAE. 

2.  Ut'0}nyt:es  cai-yophilUilltS  Schränk  Haierschc  Fl.  II.  p.668.  (1780)  snh Li/copcnliiie.  —  Winter  l'iizc  in  Rabenh. 

Krypt.  Fl.  Ed.  2.  I.  p.  UP.  (188-2). 
Syn.:   Urcdo  Dianthi  Pers.  Syn.  mcth.  fuu.i^.  I.  p.  aii.  (1801).  —  Ui-oiiujces  Dimi/hi  Nicssl  Bcitr.  z.  Keuntn.  d.  Pilze  in 
Verh.  naturf.  Verein.  Briinn  X.  (1872} ,  S.  A.  p.  1-2.  tab.  III.  Fig.  9. 

Fiingus  teleutosporifer. 

In  foliis  vivis  Dianthi  Lihanotis  Labill.  prope  Jalpan.  (15.  VII.) 

3.  UfOinyces  verruculosUS  Schröter  in  .Jahresber.  d.  schles.  Ges.  f.  vaterl.  Cidtur.  L.  (l.s7-2)  p.  140. 

Syn.:   Uredo  Li/chiiith's  Schrot.  Vcrz.  d.  15nind-  und  Rostpilze  Schles.  p.  30. 

Fungus  teleutosporifer. 

In  foliis  vivis  Gypsophilue  pulc/inie  Stapf  prope  Jalpau  (21.  VI.},  prope  Haydere.  (1.  VII.) 

Dfiikschriften  der  mathem.-naturw.  (;l.   L.  H»i.  Ahhaudlungeu  von  Nichlmitgliii-iern.  a 


2  Otto  Stapf. 

4.  JJrotnyceS  Orohi  l'ers.  in  Room.  Neues  Magaz.  f.  d.  Hot.  1.  p.  92.  (1794;  sub  ^(.'«VWo.  —  Winter  Pilze  iu  Rabenli. 

Kiypt.  Fi.  Ed.  2.  I.  p.  l.-jS.  (1S82). 

Syn.:    frerfo  Fabae  Pers.  1.  c.  p.  9;i.  (179-t).    —   Cieonm  Lnjnininiminiin  Scliiecht.  Fi.  ßerol.  II.  \).  127.  (1821).    — 
Fucciiiiafalkiis  CoolvC  iu  Seeui.  Joiirn.  of  bot.  IV.  (l.sC6j. 

Fiingus  teleiitospoiit'er. 

In  foliis  vivis  Yiciae  calcaratae  Dcsf.  in  ngris  prope  Baku.  (11.  IV.) 

5.  Fuccima  lyavJiyderma  Wettstein  (spec.  nov.). 

Acervulis  oblongis  ftineis  convexi.s  epidermidem  diis.solventibus  pulveraeeis.  TeleiUosporae  (adluic  .><olum 
observatae)  obovatae  vel  elliplicae,  uiedio  non  constnctae,  i)allide  liiscae,  mcuibrana  valde  incrassata,  in  paiti- 
bus  Omnibus  crassitudiue  aequali,  circuiUi  levitcr  undulala.  Pediccllus  liyalinus  teuuis. 

Teleutosporae  0-037— O-o;?""»  lon-ae,  0-027— OO.'SO"""  latae,  nicmbraua  ()-(_)05— ü-()ü6"""ci-. 

In  foliis  vivis  Gaijeae  Camaaicue  Stapf,  et  G.  lymiltae  Sebni.  in  montibus  ad  Jelizabethpol.  ((i.  IV.) 

Die  .Sporenhänfcheu  sind  länglich,  1—4"""  lang,  braun,  sehr  ähnlich  den  von  Vromi/ces  Orj/iflmf/ali  W »Wv. 
gebildeten.  Die  Teleulosporen  sind  durch  das  sehr  mächtige,  liclitbrauue,  schwachgewellte  Exospor  sehr  aus 
gezeichnet,  in  der  Milte  nicht  eingeschnürt  und  ohne  Sidtzchen. 

6.  Puccinia  Persica  Wcttstein  (spec.  nov.). 

Acervulis  niagnis  convexis  orbiculariinis  fusco-atris  pulveraeeis  gregariis  ^el  solitariis  saepe  confluentibus. 
Stylosporae  subglobosae  vel  ovatae  pallide  fuscae  cxosporio  aspero  plcniMKiue  apice  valde  incrassato.  Teleuto- 
sporae ovatae  vel  obovato-clavatae  fuscae  apice  rotundatae,  niedio  itaruni  vel  non  constrictae,  exosporio  tenuis- 
simc  aspero,  apice  nonuunquani  incrassato,  a  pedicello  tenui  hyalino  luox  dissolutae. 

Stylosporae  diametro  0-025"""  vel  0 ■  025"""  longae  et  0-020"""  latae.  Teleutosporae  0-035— 0 -040""" 
longae,  0-021—0-030™™  latae. 

In  foliis  vivis  Centaureae  carduifoniils  D  C.  in  montibus  propc  Jalpan.  (20.  VI..) 

Die  den  Teleutosporen  beigemengten  üredosporen  sind  iiellbräunlich,  zart  aber  reichlich  bestachclt,  an 
der  Spitze  meist  stark  verdickt.  Die  Teleutosporen  erscheinen  glatt,  blos  bei  Fräi)aratioa  in  Luft  treten  die 
überaus  zarten  Verdickungen  des  Exospors  hervor. 

7.  Puccinia  Jurineae  wettsteiu  (spee.  nov.). 

Acervulis  folicolis  gregariis  magnis  orbicularilius  convexis  cauiieolis  confluentibus  latis,  omnibus  pulvera- 
eeis fusco-atris  initio  epidermido  tectis  mox  erumpentibus  liberis.  Teleutosporae  (adhuc  solum  observatae) 
obovatae,  vel  ovato  oblongae  apice  rotundatae,  uiedio  parum  vel  non  constrictae,  exosporio  fuseo  glabro  apice 
incrassato,  septo  crasso  fusco,"  pedicello  longo  tenui  hyalino. 

Teleutosporae  0-035—0-052,  plerumque  0-045"""  longae,  0-022— 0-027,  pleruuique  0-024"""  crass., 
pedicellns  cca.  0-070— 0-080™"'  longus.  Acervuli  folieoli  diametro  0-5—1-5™"',  caulicoli  4-20™™  longi. 

In  foliis  et  caulibus  vivis  Jurineae  nincrocepltaJae  DC.  in  locis  siccis  montis  Elwend  prope  Hamadan. 
(28.  VII.) 

Die  Sporenhänfcheu  stehen  auf  den  Blättern  auf  ausgedehnten  ausgebleichten  Flecken,  oft  concentrisch 
angeordnet.  Die  Teleutosporen  zeigen  ausser  den  normalen  Formen  nicht  selten  auch  rundliche  oder  keulige 
oder  unregelmässige  Gestalt.  Sie  lösen  sich  nur  schwer  von  den  zarten  hyalinen  Stielcheu  ab. 

8.  Puccima  Menthae  Pcr.s.  Syn.  metii.  fuug-.  p.  2-27.  (isoi). 

Syn.:   Uredo  Lahiafanim  DC.  Fior.  frang.  VI.  p.  72.  (1815). 

Fungus  style-  et  teleutosporifer. 

In  foliis  vivis  Menitiae  clüorophytlae  Stapf  in  locis  paludosis  montis  Ehvend  prope  Hamadan.  (26.  VI.) 

9.  Puccinia    Vossii  KOruickc  in  sched.  —  Wint.  Pilze  iu  Kabouli.  Kryptog.  Ed. -2.  I.  p.  173.  (1881). 

Fungus  teleutosporifer. 

In  foliis  vivis  StacJiijdis  seiiferae  Mey.  var.  <jl abrescentis  iu  locis  paludosis  moutium  prope  Jalpan.  (20.  VI.) 


Die  hot(ii)i sehen  Erc/ehnisfte  der  Fol (ik'sciteii  Expedition  nnch  Persien.  3 

10.  Puceinia    ICpUoMi   tetrmjOlli  DC.   Fl.  fiMug.   II.   p,  USS.  (ists)   vur.  «.    UredinU  vagantis. 

Syu.:  Aecii/iiitii  Epilohii  D  C.  1.  c.  p.28s.  —  Piicciiiiti  jiii/oeridaiila  Gruv.  FloniKdin.  p.432.  (sec.  Winter).  —  Kabcnli. 
Fiiugi  Euf.  Nr.  248.5. 

Fuugus  teleutospoiifer. 

In  foliis  vi  vis  Epilohii  Nasirelmulü  St;i|if  in  locis  Immidis  montis  Elwend  prope  Hamadan.  (26.  ^'11.) 

11.  Puceinia  riniplnellae  Sti-auss  inWetteiau.Aun.  ir.  p.  102.   ilsio)  suli  Uredine.  —  Wiutev  Pilze  iu  Riibculi. 

Krypt.  Fl.  Ed.  ■>.  J.  p.  212.  (1882). 

Syn.:  Aecidüim  litiiiü  Lam.  et  Ü  C.  Syu.  pl.  (fall.  p.  :<l.  (IsüCj,  Fl.  Fraui;,.  VI.  p.  90.  (ISlöi.  —  l'iiccuiia  CJiacrojihi/l/i 
Purton  Descr.  Brit.  pl.  III.  Nr.  1.553.  (1x21).  —  P.  Ileraclci  Grev.  Scott.  Krypt.  Fl.  I.  tab.  .12.  (1823)  —  Caeoimi 
llmhellifi'rarum  Schlecht.  Fl.  Tiernl.  II.  Krypt.  p.  115.  (1824). 

Fiiugns  teleutosporifer. 

In  follLs  vivis  Bunii  eleganfis  Fenzl  in  agris  prope  Gendjnanu'  ad  niontem  Elwend.  (8.  VI.) 

12.  Aecfdinm  Barharaeae  Dr.  Fl.  tVai»;.  II.  p.  m.  (1815). 

Syu.:  Caeoma  Cnwiferatmn  Link.  Sp(U'.  pl.  (Ed.  I\^.  Sp.pl.  Liun.)  '1'.  VI.  P.  1.  p.  56.  (1821).  —  A.  Cnicifeninii» 
Rabeuh.  Krypt.  Fl.  Ed.  I.  I.  p.  r7.  (1S41). 

In  l'oliis  vivis  Lepidü  Chuleimiais  Ledcb.  prope  'rscbitscliian. 

Das  vorliegende  Aecidium  passt  vollkommen  auf  die  Beschreibnug-,  die  De  Candolle  (1.  c.)  gab,  daher 
nebme  ieb  keinen  Anstand  es  mit  dem  Namen  Aecidium  Barbanirm'  DC.  zu  belegen.  Die  Angabe  Winters 
(Kryptog.  Fl.  l.  p.  267.  1882),  dass  die  Sporen  Iroeken  feinwarzig  seien,  kann  ich  jedocli  nicht  bestätigen,  da 
dieselben  glatt  sind. 

13.  Phrrnftnidium  PotentUlae  Pcrs.  Synops.meth.fmig.  T.  p.229.  (isoi)  »\\hl'i<cchik,.  —  Winter  Pilze  iu  Rabeuh. 

Krypt.  Fl.  Ed.  2.  I.  p.  229.  (1882). 

Fuugus  teleutosporifer. 

In  Foliis  vivis  Fotentillae  FAwciKlensis  Boiss.  in  loeis  paludosis  miMilis  Elwcud.  (22.  VII.) 

14.  Phraninidiuni   suhcortieillin,  Schränk  in  Hoppe  bot.   'l'asdünb.  p.  68.  (1793)  suh  Li/cojierdine.  —  Winter 

Pilze  in  U,-ibciih.  Krypt.  Fl.  Ed.  2.  I.  p.  228.  (1882). 

Syn.:    Accidimii  Rosae  Rnehling  Dentscld.  Fl.  p.  517.  (1794).  —   l/redo  Himie  Pers.  Dispos.  meth.  I'uuj;-.  iu  Roem. 
Neues  Magaz.  t.  Bot.  I.  p.  93.  (1794).  —    Vredn  minhila  a.  Pers.  Syu.  meth.  t'iiug.  I.  p.  210.  (l.sül). 
Fungus  hymenifer. 
In  foliis  et  petiolis  vivis  Bosae  Oriciitulis  Dup.  in  rupibus  montis  Flwend  prope  Gen(ljn:ime.  (lU.  \I.) 

IT).    Coleosporiui»   Ccmipantdae  Pers.  Synop.s.  l'uug.  I.  11.  217.  (I8OI)  sub  Vredine.  —  L6v.   in  Auual.  d.  sc.  uat. 
III.  Ser.  8.  Bd.  ji.  373.  (1844.) 

Syu.:  C.  Campiunilaceafiim  Fries.  Sinnma  veg.  Scaud.  ]).  501.  (Islß). 

Fungus  stylo-  et  teleutosporifer. 

In  foliis  vivis  Campanulac  Iltjrcauiue  m.  pr.  urbem  Moschdisei  ad  marc  Hyrcanium.  (7.  ML) 

PERONOSPORE  AE. 

16.  Cystopns   candidus    Pers.   inOmeliu  Sy.-ftema  uat.  Ed.  XIH.  H.   2    p.  1173.     1791)  Mib  Aecidio.  —  Lev.  in  Ann. 

Sc.  Nat. 

Syn.:   Ifredu  cundida  Pers.  Syn.  nu'th.  I'nng.  I.  (i.  223.  (l.sOI)   p.  parte.  —    Rabeuh.  Krviit.  Fl.  Ed.  1.   1.  p.  13.  p.  parte. 

(1S44). 

In  foliis  vivis  Sisymbrii  Fannonici  Jacq.  ad  agrorum  margines  projie  Hamadan. 
In  foliis  vivis  Ortliorhizae  Peivicae  Stapf  in  aridis  ad  Maelirau  ad  Hamadan. 

17.  CjJSfOims   CUhicilfi  Stranss  in  Wctt.  aun.   11.  11.  80.  (isio). 

Syn.:  Uredo  Candida  ß.  Pers.  Syu.  uietli.  t'iuig.  I.  p.  223.  (1801).  —  Rabenh.  Krypt.  Fl.  Ed.  1.  [.  p.  13.  (l.stl)  p.  parte 
In  foliis  vivis  Scorzonerae  sp.  in  loeis  siccis  ])rope  Kaswin. 


4  Otto  Stapf. 

PERISP'ORIACEAE. 
]s.  Erysiphs  Cirhoracearmn  DC.  Fl  fVaug.  ll.  11.274.  (isis). 

Syn.:  AhpJtHomorpha  communis  7.  depressa  horrkhda  W.-iUr.  in  Vei'li.  d.  Gescllscli.  iiatiiil'.  Fr.  I'.erl.  F  ji.  31.  (1819).  — 
E.  horridula  Leveill.  in  Ann.  sc.  nat.  IIF  Ser.  T.  XV.  p.  no. 

In  folüs  vivis  Eckü  Ifalici  L.  in  agro  areuoso  ad  Hamadaii.  (7.  \ll.) 

19.  Mrysiphe  Martii  LOv.  in  Ann,  sc.  nat,  IIFSer.  T.XV.  p.  IGi;.  p.  parte.  (sec.Winterj.  —  Wintor  Pilze  in  Kabeuli, 

Kryptg.  Fl,  Ed.  2.  H.  p.  31.  (18.84). 
Forma:  AUiiiear um.  —  Fries  .System.  Mycol.  III.  p.  240.  (1S,S2). 
,Syn.:  Alphitaniorpha  communis  s.  Wallr.  Flor,  erypt.  II.  p.  758.  (18.S3). 
In  ibliis  et  caiilibiis  vivis  Aisines  liiieatae  C.  A.  Mey.  in  nipibus  cacumiuum  iiiontis  Elweud.  {'22.  YII.) 
Die  Peritbecien  besitzen  einfacb  fädige  Aubängsel  oder  dieselben  feblen  ganz.  Die  meist  vievsporigen 
Scbläuche  sind  zu  3  —  8,  gewöbnlicb  aber  zu  4  in  einem  Peritbecium. 

20.  Efy.Kiphe  JJeraclel  DC.  Syn.  iil.  in  fl.ir.  Call.  dese.  p.  .57.  (1806). 

Syn.:  E.  Scandicis  DC.  Fl.  fran?.  VI.  p.  107.  (ISI5).  —  Enjsibe  pycnopus  Mart.  Fl.  Erl.  p.  392.  fisn).  —  AlpJiito- 
niorpha  communis  ß.  Wallr.  in  Verb.  d.  naturf.  Fr.  I.  p.  31.  (1819).  —  E.  communis  i.  i'mhellifei-arum  Fr.  Systema 
myc.  III.  (1822).  —  E.  Martii  E.  Lev.  in  Ann.  sc.  nat.  III.  Ser.  XV.  p.  ICS.  —  E.  UmhetUferarum  De  Bary  ßeiträge 
z.  Morph,  nnd  Pliys.  d.  Pilze  Itl.  p.  50..  —   Winter  in  Rabenh.  Kvyptog,  Flor.  Ed.  2.  I.  Pilze  2.  p.  31.   fl.884). 

In  foliis  vivis   Fulairiae  h'it'i/ii  Host  ad  agros  circa  Haydere  jtvoiie  Hamadan.  (28.  VII.) 

Hepaticae. 

Auetore  C.  Fehlner. 

1.    lAinulftria   cruciata  Linu6  Spec  plant,  ed.  l.  p.  1137.  (17.i3)  siib  Murchuntia. 

Syn.:  L.  indyaris  Mich.  Nov.  gen.  plant,  p.  4.  t.  4.  (1729).  —  Lindenb.  Hep.  Eiir.  p.  100.  fl829).  —  Nees  ab  Es. 
Naturg.  d.  cur.  Leberm.  IV.  p.  17.  (1838).  —  Gottsclie,  Lindenb.  et  Nees  Syn.  Hep.  p.  510.  (isii). 

Ad  miiros  veteres  prope  Enzeli  (19.  IV.). 

Der  Micbeli'scbe  Name  miiss,  obwobl  älter,  dem  Liinie' sehen  gegenüber  fallen  gelassen  worden,  da 
Mi e bell  bei  dieser  Pflanze  nur  /.ntilUig  einen  binären  Namen  anwendet,  sonst  aber  grössfeiitbeüs  Phrasen 
gebraucht,  und  man  daher  auf  ihn  eonsecjucnterweise  nicht  zurückgeben  kann.  Der  älteste  ])rincipiell  binär 
gebraucbte  Name  für  diese  Pflanze  ist  Manlianiia  crui-Htfa  Linne  in  Sp.  \)\.  1.  c.  und  nicht,  wie  viele  citiren, 
Hort.  (Jlift".,  wo  allerdings  dieses  Lebermoos  erwähnt  wird  (p.  477),  aber  mit  der  Phrase:  „Marchautia  calyce 
comniuni  quadripartito,  laciniis  tubiilosis." 

Musci. 

Auetore  C.  Fehlner. 

1.  Fimafhl   1nj<ll'OinetriC<(   Linne  Spec  jibint.  ed,  1.    p.   MIO.    (1753)  sab  Mniu.  —  Hedw.  Spee.  Muse.  II.   p.  172. 

(1801). 

In  muris  et  ad  iinteos  prope  llescht  (23.  IV.);  in  tissuris  bumidis  rui)ium  inontis  Elwend  (20.  V.). 

2.  BryilUl  argenteiltn  Finne  Spee.  pl.-mt.  ed.  1.  p.  1120.  (1753V 

In  muris  ad  Enzeli  (19.  IV.) 

3.  liryuiH    Elwcmlicum  0.  Fehlner  (u.  sp).  —  Conf.  Verb.  d.  zool.-bot.  Ges.  Wien.  XXXIII.  p.  43.'i.  (188.3). 

Synoicum;  deiise  caespitosum,  caespites  ca.  2'"'  alti,  lutesceuti-virides,  subsericei.  Caulis  subtiis  tomen- 
fosas,  plus  minus  ramosus,  valde  deformis,  beterogeneus,  funiculo  centrali  distincto,  in  sectione  trans\ersali 
circnitu  irregulari. 

Folia  caulina  inferiora  ovato4anceolata,  apicem  versus  sensim  longiora,  elongato  lanceolata,  subimbricata, 
comalia  dense  couferta;  ramulina  vix  diversa,  paululum  longiora.  Folii  margo  reflexus,  limbatus;  limbus 
e4  —  5  seriebus   celhilarum   ceteris  lamiuae  ampliorum   consistens.  Areolatio  iWn  B 11/ i  rirr hat i,  sed  cellulae 


T)i('  hotitiihcheii  Erf/('l))u'ssi:  der  J'olal-'sclieti  ExpcdHion  nach  I'ersicu.  5 

oninino  paulo  minores.  Nervus  validus,  fu.scus,  in  cuspidom  longiiisculum,  saepissime  edenticiilatuni  exrnrrens, 
lieferogenens,  ducibus  4,  comitilms  manifeste  instrnctns,  celliilis  ventralibns  2,  ducihns  majoribiis;  dorsalibns* 
lieterogeueis,  intercalaribus  mnltis,  angustis^  inerassatis,  epidermalibus  !i — 12  angustis. 

Folia  pericbaetialia  panlo  lougiora,  angustiora,  laxiiis  et  tenuins  texta,  vix  vaginantia. 

Flores  liermaphroditi,  antberidiis  ])au(is  (4  —  G),  paraphysibus  niimerosis  instructi. 

Pedicelhis  2  —  3""  altus,  siceitate  snperne  sinistrorsum  contortus,  nitidus,  colore  rufo-bruuueo.  Sporo- 
gonium  oblongo-pyriforme,  clavatuni,  horizontale  vel  inclinato-snlipendubini,  viridi-fiiseespens,  reguhire  vei 
leniter  incurvum,  collo  subaequilongo  v.  dimidio  fere  breviori  instructiini,  siccuui  sub  ore  coarctatum.  Celhüae 
cpiearpieae  niagnae,  margine  capsubie  polygonae  v.  snbrotundae,  deorsum  sensim  majores  et  longiores,  reetau- 
gulae  V.  irregnlariter  longiuscnlae,  niembranis  inerassatis.  Opercnluni  aiirantiaeuni,  nitiduhini,  mamillatum, 
a])i('ulo  brevi,  aeuto. 

Anuulus  latus,  revolnbilis,  e  triplici  serio  eellularum  ponsistens.  reristomii  deutes  externi  distantes,  angusti, 
b)nge  acuminati,  rnfescentes,  apice  tVre  byalino  dense  verru('ulos().  I'eristomii  interni  membrana  basilaris 
altiuscula,  pvocessibus  siceitate  inter  dcntes  externos  povrectis.  C'iliae  2^3-natae  verrueulosae,  appeudi- 
eulatae. 

Appendicula  basi  ciliae  longa,  a))if'cm  versus  sensim  minora  vel  nulla.  Sporae  majusculae  ea.  0-025'""' 
diametro,  subdiapbanae,  punctulatae,  i)lerumque  unicam  guttam  olei  contiuentes. 

In  rupibus  montis  Elwend  (4.  VI.) 

Eine  unserem  Br.  c/rrJi<iliini  naliesteliende  neue  Art,  welfdic  sieb  jedoch  ^on  demselben  in  mehreren 
wesentlichen  Blerkmalen  unterscheidet.  Die  Rasen  haben  einen  auffallenden  Heidenglanz;  ebenso  auch  die 
Seien.  Der  Centralstrang  des  Stengels  ist  wenig  scharf  abgegrenzt,  und  im  Querschnitt  von  sehr  unregeb 
massiger  nach  einer  Seite  in  die  Länge  gezogener  Gestalt.  Der  Stengelumriss  ist  durch  die  bedeutend 
entwickelten  falschen  Blattspuren  selir  unrcgelmässig  und  verzerrt,  das  Stengclparencliym  meist  sehwacli  aus- 
gebildet und  an  seiner  Stelle  sind  vielfach  die  weit  in  das  Innere  hineinragenden  dickwandigen  Elemente  der 
Blattansätze.  In  der  Gestillt  der  Bliitter  findet  sich  zwischen  ß.  Elivendicnm  und  B.  cirrhatum  kaum  ein 
nennenswertlier  Unterschied;  im  Allgemeinen  sind  die  der  letzteien  Art  etwas  länger  zugespitzt.  Hingegen 
sind  die  Blatfzellen  des  ersteren  namentlich  gegen  die  Spitze  des  Blattes  zu  kleiner  als  bei  B.  cirrhatum.  Die 
Blattspitzc  ist  bei  B.  Eiwendiciim  fast  ohne  Spur  von  Ziiiiiien,  vveblic  man  bei  B.  cirrhafuiii  kaum  je  veimisst. 
Der  Blatfrand  des  letzteren  wird  überall  als  gesäumt  (linibatus)  angegeben;  er  ist  dies  jedoch  nur  insoferne 
als  liei  gleicliem  Qnerdurchmcsser  die  lAamlzellen  länger  als  die  übrigen  Zellen  der  Blatttlä(die  sind  und 
dadurch,  sowie  durch  die  Krümmung  des  Blattrandes  in  der  Fläclienansicbt  enger  erscheinen.  Im  Querschnitt 
des  Blattes  macht  sich  zwischen  den  Randzellen  ur.d  den  zwischen  Rand  und  Nerven  gelegenen  kein  Unter- 
schied bemerkbar.  Charakteristisch  erscheint  dabei  auch  die  Znrückkrümmung  des  Randes  in  einen  weiten, 
spiralig  einkrümmenden  Bogen,  während  bei  Br.  Elivendicum  die  Zellen  des  Blattrandes  viel  weiter  als  die 
ül)rigen  der  Blattfläche  sind  und  der  Rand  sich  nicht  in  einem  weiten  Bogen  znrückkrünnnt,  sondern  plötzlich 
znriickgebogen,  also  nach  einer  Kante  scharf  umgeschlagen  ist.  —  Im  anatonjischcn  Bau  des  Blattnerveu 
konnte  ich  einen  auffallenden  Unterschied  zwischen  beiden  Arten  ni<'lit  linden,  doch  zeigten  sich  auf  den 
meisten  Schnitten  von  Br.  Elwendicum  die  Epidermalzellen  verhältnissmässig  w  eit,  so  dass  sie  sich  sehr  deutlich 
von  den  stark  verdickten  Füllzellen  abhoben. 

Die  Kapseln  des  Br.  Elwendicum  sind  last  stets  gekrümmt  nnd  nähern  sich  in  ihrer  Gestalt  mehr  den- 
jenigen von  Br.  intermedium.  Die  Zellen  des  Epicarps  sind  weiter  nuten  nnregelmässiger  a's  bei  Br.  cirrhcdinii 
nnd  ihre  verticalen  Seitenwände  stark  verdickt.  Die  Feristomzähne  sind  sihm.il  nml  stehen  etwa  um  ihre 
eigene  Breite  von  einander  ah.  Die  Cilien  des  inneren  Peristoms  tragen  meist  nur  an  ihrer  Basis  vollständig 
ausgebildete  Anhängsel,  während  an  ihrer  S|iitze  entweder  ülierhaupt  keine  /nr  Ansl)ilduug  kommen  oder 
frühzeitig  abfallen. 

4.  Bryuni  ScJileicIieri  Sehwaegr.  .Suppl.  I.  r.  II.  p.  113.  t.  73.  iisic). 
Ad  fontes  in  deelivibus  montis  Elwend  supra  Haydere.  (29.  VI.) 


6  Otto  Stapf. 

5.  Brachytheciuni  rutabulnm  i.iune  Spec.  plant,  ed.  i.  p.  1124.  (1753)  sub  ilypno.—  Scliimp.  Bryol.  Eur.  VI. 
p.  11.  t.  IX.,  X.  (1851  —  18.50).  —  ,1 11  r.  imd  Milde  Beitr.  >;.  Moosfl.  d.  Oi-.  in  Vci'li.  d.  zool.-bot.  Gesell.scli.  in  Wien.  XX. 
p.  600.  (1870). 

In  silvis  ad  Pirebazar. 
G    Philonotis!  caesjntosa  ww^.  Uaa.  mh  ikuin'iiiin. 

Syu.:  Pli. /o;(^(//(f/  V.  cne.-ipitosti  Sehiuip.  Syn.  ed.  2.  p.  020.  (ISCO).  —  J  ii  r.  L.aidinioosfl.  p.  .^:i3.   (1882). 
Ad  foiites  iu  niontc  Elweud  siipiM  liaydere.  (29.  VI.) 

7.    Trirhofitonnun  tophncemn  p, lid.  Mant  Muse.  p.  84.  (I822). 
Syu.:  Didiiiiiodiiii  toiilimrim  Jiir.  Laubuioosfl.  p.  100.  (1882). 
Ad  niiiros  in  urbe  Rescht.  (19.  IV.) 

S.  liaiJmla  llUffniculnffl  iiihreh.  .Spieil.  Fl.  Lips.  p.  78.  (1771)  mh  Bn/o.  —  Hedw.  Descr.  et  adnndir.  mnsc.  iVond. 
V.   p.  .59.   (1781). 

In  iiuiris  ad  Enzeli  (19.  IV.). 

Filices. 

.\uctoi-e  C.  Fehlner. 
1.    Pteris  Crctica  Linnö  Mant.  p.  1.30.  (17G7i. 

In  buniidis  nmbrosisque  silvaniin  pvoviiieiae  Mesaiideran.  (14.  IX.). 

i).   Pferis   aqililhta  IJune  spec.  plant,  ed.  I.  11.  107.-..  (1753). 
In  muris  ad  üesclit.  (22.  IV.) 

3.  Aspleniuiu  Adiantuni  nigritni  i.iune  spec.  pl.mt.  eil.  1.  11.  losi.  ii7;>3;. 
Tu  muri«  ad  Rescht.  (22.  IV.) 

Coniferae. 

1.   CnprcssifS  scmperrirens  Linne  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  1002.  (1753). 

Var.  horizontalis  Miller  Dict.  II.  p.  716.  (17S5)  pro  spec.   —    Endl.  Syn.  Conif.  p.  56.  (1847).  —  Parlat.  in  DC. 
Prodr.  XVI.  p.  II,  p.  468.  (1869). 

In  silvis  ad  Eudbar.  (23.  IV.) 

Araccae. 

1.  Amin  vireseens  stapf  fu.  sp.). 

Tuber.  .  .  .Folia  petiolo  ad  vel  ultra  iiiediuni  longc  vaginato  laniiiui  siibduplo  b^ng'iore;  laiiiina  elongato- 
hastato-sagittata,  lobis  posticis  acutis,  anguste  triaugularibus,  divergentihus,  reversis,  loln^  aiiticn  subduplo  bre- 
viiiribus.  Pedniu-nliis  petiolo  longior.  Spatba  tubo  oblougoeylindrico,  exfu.s  viridi,  ver.siis  iiuivgineui  nigricnnfe, 
iiitiKs  albido,  lamina  tubo  4 — öplo  longiorc,  elongalo  iauceolatn,  longe  in  apiceiu  attenuata,  extus  viridi,  ver.sus 
niargineni  purpurascente,  intus  pallide  virescente  vel  livide  suffusa.  Spadix  totus  spathae  Y^,  aequans;  inflores- 
ccntia  femiuea  (luain  inascula  2' .^plo  longinr.  paliiihi;  genitalia  rudimentaria  inferiora  3— 4cyc]a,  e  globo 
verrucoso  longe  tiliforuiia;  genitalia  rudimentaria  superiora  2 — 3  cycla,  e  basi  verrucosa,  globosa,  subulata; 
ap]iendicis  olavn,  iiiferne  subito  incrassatM,  longe  cyliiidrico-clavata,  luridc  nigro-purpurea,  basi  pallidior. 


Fol.  pet.  21—23'"'  lg. 
„     lam.  13— U""  lg.;  5— G""  lt.  (basi\ 
„        „     lob.post.7— S'-'-lg.;  2' 2— S^^lt.lbasi). 

Pedune.  3r>— 45""  lg-. 

iSpatli.  tub.  4'  /'"  lg. 
„      lam.  15—20™  lg. 

Tnflor.  fem.  IG"""  lg. 


liifior.  fem.  dist.  ab  mase.  7"'"'. 

„       mase.  5'/,,"""  lg. 

„  „       dist.  a  eycl.  rud.  gen.  sup.  3'""'. 

Cycl.  gen.  riul.  sup.  4"""  lg. 
Stipes  app.  7"""  lg. 
App.  8V2— 9V/"Mg.;  fi'""er. 


Die  hokumcheii  Enjehnlsse  der  Pol ak' sehen  Expedition  nach  Persien.  7 

luter  Kuclnm  et  Riulbar  (^2.  IV.);  cult.  in  liorto  Viiidob.  e  tuberibus  a  Dr.  Fohik  e  Persia  bureali 
missis  (1883). 

Von  .1.  nipirola  Hoiss.  diiick  die  lauge  Blülheusclieide  iiud  eine  dickere  Keule,  vou  A.  ddninmtiini  CA. 
Mey.  durch  den  langen  Blülhenschaft  und  anders  g-eformte  Blätter  verschieden.  Am  nächsten  steht  ihm  wohl 
Ä.  coHophaUoides  Kotsch.  in  Schott  l'rodr.  \).  M7.,  mit  welchem  es  uocli  weiter  zu  vergleichen  sein  wird. 

Cypeniceae. 

1.  Cat-CM  .Steuophijlla  Wahleub.  in  Act.  Hohn.  1S03.  p.  11-2.  —  Schkulu-  Kieilgr.  II.   |i.  i;.  t.  (i.  I".  äi.  (1806). 

Syii.:  C.jiitidJ'o'i((  Schk.  Uiedgr.  I.  p.  26.  fisoi)-  —  C.  ißumcruta  Host  Or.-iin.  I.  \\.  :!l.  t.  II.  (1801). 
In  humidis  ad  Gendjname  et  Käbuterchan  ( 19.  V.l;  in  collibus  ad  Mäiiran.  i  IC».  VI.) 

2.  Ccwex  divisa  lluds.   Kl.  Angl.  p.  :iis.  /I76-2).  —   Si'hkiilu-  lÜL-d-r.  I.  \i.   Vi.  f.  H.  Nr.  ül.  ijSOIi   rt  II.  \).  lu.    t.  Vv. 

f.  (31.   I  ISOC). 

.Syu.:    ('.  sclioeiiukle.-i  Thuill.  Kuvir.  l'ar.  p.   ISO.  (an  VII  =  1799).  —  Host  Ur.'im.  I.  p.  :i5.  t.  45.  (ISülj.  —  C.  oh.s-/)/- 
ifdfu  Bertol.  Rar.  Lig.  pl.  dec.  1.  p.  2.5.  (IsOSi. 

lu  humidis  ad  Tschitschiau  (26.  V.);  ad  paludes  ad  Haniadau.  (2.'>.  Vi.) 

.3.    Cavex  tUvul.sa  Good.  in  Trans,  l.inn.  y-no.  II.   p.   lOo.  —  Host  Graiu.  1.   p.   12.  t.  .'>:..   n.sor,.  —  .Sclikulir  Kiedgr. 
I.  p.  20.  t.  Dil.  Nr.  S9.  (KSOI)  et  U.  p.  11.   Nr.  35.  t.  Ww.  f.  89.  (ISOG). 

Öyn.:  C.  miirkuta  var.  •/.  Trevir.  inLudcb.  Fl.  l!o.<s.  IV.  p.  27(1.  (1853). 
In  liumidis  ad  Beseht.  (19.  IV.) 

4.    ScifJKlS  ItonunillS  I.iuue  .Spci'.  plant,  ed.  1.  p.  19.  (1753),  Syst.  ed. XIII.  p.  99.  (178-1).  —  Jaeq.  Fl.  Uistr.  V.  p.21. 
t.  418.   1,1778). 

Syn.:  HoUniclio<iiiiiüßlifijrmi:i  Reiehenb.  Fl.  e.\e.  p.  76.  (ISoO — Is32).   leou.  11.  Germ.  VII.  p.  44.  t.  CCCXVI.  (IslGi. 

In  declivibus  arenosis  ad  Gendjname,  2r)00"''  s.  m.  (21.  V.);  ad  Zamanabad  inter  Jlalajir  et  Hainadan 
(28.  V.);  in  aiidi^  faucium  supra  Ilaydere.  (29.  VI."). 

In  den  Spee.  plant,  ed.  1.  p.  49.  erscheint  zuerst  ein  S.Roinanm,  und  zwar  war  damit  die  einköptige  Form 
gemeint,  wie  aus  dem  vorangestellten  Citate  Barr.  rar.  1249.  t.  2.55.  f.  3.  hervorgeht.  In  der  cd.  2.  p.  72.  wird 
als  var.  (3.  eine  mehrköpfige  Form  unterschieden  unter  Bezugnahme  auf  Pluk.  Alm.  200.  t.  40.  f.  5.  Ja e quin 
beschrieb  und  bildete  a.  a.  O.  einen  Scirpns  als  S.  lliinianus  L.  ab  und  citirte  dazu  die  angelüiirlen  StelU'ii  aus 
Barrelier  und  Plukcnet,  ohne  Varietäten  zu  unterscheiden.  In  der  13.  Ausgabe  des  .Syst.  Nat.  bezieht 
sich  nun  Linne  auf  Jacfiuin  1.  c,  ebenfalls  oline  Vaiietälen  aufzustellen.  Darnach  ist  also  ganz  klar,  welche 
Pflanze  Linnö  unter  dem  iSr.  ii'o)«(T;?(rs  verstand.  Dagegen  scheint  mir  die  Erklärung  dos  Sc.  (iiisiralis  Sysl. 
ed.  13.  p.  8.5.  trotz  der  ausnahmsweise  langen  Diagnose  sehr  zweifelhaft,  umsomehr  als  auch  jede  Angabe  des 
Vaterlandes  desselben  fehlt  Sc.  J!oiiititi/i.-<  Sturm  II.  3tt  und  Sc.  Ilolosclioeuiiü  Sturm  I.e.  scheinen  beide 
ebenfalls  hieherzugehören,  und  zwar  würde  dann,  wenn  man  sich  auf  Linne  Spec.  plant,  ed.  2.  bezieht, 
ersterer  die  typische  Form,  letzterer  die  Varietät  ß  derselben  darstellen.  Auch  Ilost's  Sc.  HoloscIioeiiUf;  (Gram. 
III.  p.  42.  t.  62.)  wäre  hieherzuziehen.  Reichenbach  hat  offenbar  in  der  Fl.  cxcurs.  und  den  Ic.  fl.Germ.  den 
.Sc.  Homamis  des  Linne  getrennt,  und  zwar,  wie  aus  seinen  Cilaten  her\orgeht,  die  typische  Form  der  ed.  2. 
zu  Sc.  Holoschoenus  gezogen,  die  var.  ,3  aber  als  Sc.  Jilifonnis  beschrieben. 

Grramiiieae. 

.viictoic  Ed.  Hackel. 

1.  Setaria  VerUcillata  l.inne  Sl>ee.  jdant.  ed.  1.  p.  .S2.  (17.53)  sub  f'aiilco.  —  Beaiiv.  Agi'Ost.  p.  .'il.  (IS12|. 

Prope  portum  Moschdiser  ad  mare  ("aspieiim    (7.  VII.) 

2.  Uri(inthU.S  liaveimae  Linne  Spee.  plant,  ed.  2.  p.  14S1.  M763)  snh  AiN/ni/w/ui/e.  —  Beauv.  Agrost.   p.  14.  (1812). 

In  declivibus  aridis  montis  Eiburs  propc  Agh.    (9.  IX.) 


8  Otto  Stapf. 

3.  Phalaris  minor  Retz.  Obsei-v.  III.  p.  8.  (i783). 

Ad  viam  versus  Mandjil.  (26.  IV.) 

Kleine  Exemplare  mit  fast  eiförmiger  Rispe,  der  var.  ß.  rjmcilis  Pari.  Fl.  It.  I.   p.70.  (1848)  sich  uähenid. 

4.  Alopecurus  ayrestis  Linn6.  Spec.  plant,  ed.  2.  p.  89.  (1762). 

lu  udis  prope  Rescht.  (23.  IV.) 

5.  Alopecurus  arUHfUnaceus  Poir.  Dict.  VIII.  p.  766.  (I.><ii6).  —  Boiss.  FI.  Or.  V.  p.  4S7.  (1884). 

Syn.:    A.  BiUhenims  Weinm.  Cat.  Doip.  1810.  p.lO.  —  Ledeb.  Kl.Koss.  IV.  p.463.  (18531.  —  A.  iiigrii-aiis  Hoiucm. 
Hort.  Hain.  I.  p.  68.  1 1813). 

Ad  viam  inter  Dauletabad  et  Tschitschian.  i31.  V.) 

().   Aristida  pluniOSU  Liunc  Spec.  plant,  cd.  2.  p.  16üü.  (1763). 

lu  alveo  sicco  salso  inter  Cbanabad  et  Robad  Kerim.  (3U.  VIII. ).  Es  ist  eigentlich  A.  plumosa  var.  Eirh- 
waldiana  Trin.  Fund.  Agrost.  p.  165.  (1820);  diese  imterscheidet  sich  aber  kaum  von  der  typischen  Form. 

7.  Stipa  barbata  Desf.  Fl.  Atl.  I.  p.  97.  tab.  27.  (au  VIII=  isoo). 

a)  Var.  Ssovitziniia  Triii^  iu  Hoheuack.   Kiiuui,  Talyscli.  p.   13.  0838)  pro  spec.    —    S.  barbafa  Boiss.  Fl.  Or.  V. 

p.  503  (1884). 

In  montibus  prope  Hamadan.  (4.  VI.) 

b)  Var.  seininuda  Hackel  (n.  v.). 

Aristae  columna  a  basi  ad  medium  usque  glabra,  scabra,  a  medio  ad  genu  usque  piimo  laevissima,  deinde 
accrescendo  pilosula. 

In  coUibns  ad  viam  versus  Dauletabad.  (31.  V.). 

8.  OryXOpsiS   holciforiHi.s  Mar.sch.  aBicb.  Fl.  Tau r.  C'auc.  I.  p.  54.   (1808)  sub  Aijroslick. 

Syn.:  Milium  holcifoniw  Spreng.  Syst.  I.  p.  251.  (1825).  —  l'iiitathenim  hokifoniie  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  508.  (1884J. 

In  faucibus  saxosis  inter  Hamadan  et  Haydere.  (4.  VI.) 

9.  Oryaopsls  pubifloi'd  Hackel  (».  sp.). 

Perennis,  dense  caespitosa,  innovationibus  extravaginalibus  basi  nt  cnlini  squamis  aphyllis,  substramineis 
cinctis.  Vaginae  teretes,  stiictae,  laeves  v.  scabernlae,  internodiis  bie\iores,  summa  a  panicula  spatio  10—20"" 
longo  separata.  Ligula  oblouga,  2 — 4"'""  lg.,  glabra,  apice  erosula.  Laminae  e  basi  acquilata  anguste  lineares, 
g—lö«^'"  Ig.^  1 — 3"™  lt.,  culmeae  planae  v.  siccando  couvolutae,  oinnes  acuminatae,  rigidulae,  glaucescentes, 
utrinque  marginibusque  scabernlae,  nervis  subacquaiibiis  paruiu  prominulis  percursae.  Panicula  oblonga, 
10 — 15""  lg.,  stricta,  rhaclii  lacvi,  ramis  erecto-pafentibns  binis,  raro  ternis,  brevibus  (longioribus  2-5— 4""  Ig.i, 
rectis,  cras.sinscule  filiforniibus,  scabris,  ad  medium  usque  rudibus,  longioribus  3 — 4,  brevioribus  1 — 2  spiculas 
ferentibus.  Spiculae  pedicillalae,  iiedicellis  ramorum  subtenninalibus  spicula  circiter  duplo  brevioribus,  lancc- 
olatae,  acuminatae.  5  nerv  iac,  nervis  extimis  brevibus,  interioribus  in  '/.,  superiore  cum  medio  confluentibus, 
medio  dorso  herbaceae,  marginibus  anguste  flave.«ceuli-scariosae.  Gluma  fertilis  6 — 6-5™'"  longa,  liueari-lance- 
olata,  atro  fn.^^ca,  dorso  foto  pilis  brevibus,  adpressis,  fnlvis  dense  obsita;  arista  (valde  caduca)  glumam  fertilem 
aeqnans,  gracilis,  scabra.  Palea  atro-lusca,  acuta,  integra,  glumam  fertilem  aequans,  dorso  pubescens.  Tiodiculae 
ovatae,  acutae,  1"™  lg.  t^tamina  3,  antlieris  o-5"""  lg.,  apice  barbulatis.  Stigmata  late  plumosa,  alba.  Cary- 
o))sis  ignota. 

In  locis  saxosis  montis  Elwend,  ad  partes  ad  septeutrionem  vergeutes  aditus  ad  Tusirkan  (27.  VI.). 

Wurde  bereits  früher  von  Kotschy  in  Süd-Persien  gesammelt  und  iu  den  PI.  Pers.  austr.  ed.  Hoheuack. 
1845  n.  413  als  P/ptatlienim  hoJdfonne  ausgegeben.  Onjzopsis  holdfonnis  unterscheidet  sich  aber  von  der 
Pflanze  des  Elwend,  wie  folgt:  Foliis  praesertim  innovatiouum  e  basi  valde  augustata  linearibus,  semper  planis, 
culraeis  4 — 10"'"  it ,  paniculae  ovatae,  15—20""  lg.,  subnutantis  ramis  solitariis  v.  binis  (et  tum  aeqnilongis), 
interioribus  73  paniculae  aequantibus,  tenuiter  filiformibus,  nutanlibus,  extremo  tantum  apice  spiculiferis,  scaber- 
rimis,  spiculis  10"""  lg.,  gluma  superiore  septemnervia,  florifera  ovali-oblonga,  dihite  brunnea,  leviter  puberula. 
Onjzopsis  caendesceiis  dagegen  unterscheidet  sicli  durch  folgende  Merkmale:   Paniculae  ovatae,  basi  breviter 


Die  botaniscJit»  Krijebn'n^He  der  Polah'srlioi  K.rjin/Ifioii  nach  Pernlen.  '.' 

c  Vagina  exsertac,  vamis  solitariis,  patentibus,  rainulosis,  inferioiibus  iiinltispiciilatis,  onmilius  tcmiiler  filifonnilin.s 
fiexiKisis.  spif'iilis  «valo-lauceolati.s,  violaRf'Ciitil)us,  glnma  fiovifei-a  vix  4'"'"  lg.,  dvalidbloiiga,  hnuinca,  excepto 
callo  pilnsiild-gbiberiima  nitens(iiie,  antlieiis  apico  itU^ruinque  glabris. 

1(».  Poli/pof/on  Monapeliensis  Desf.  Fl.  Atl.  F.  \^.  ai.  (i79,s). 
lu  locis  buiiiidis  prope.  llamadan.  (G.  VII.) 

n.    l*oljl})0(lon    maritinius  Willd.  in  N.  Sdn-ift.  (1.  (Jcscllscli,  iialinl.  I'r    111.  p.  U-J.  (I.sdu. 
In  (U'flivibu.s  arenosis  inop»;  .Jalpaii.  (2(t.  \\.\ 

12.  CalmnatjrO.Stis  laxa  Host  (iram.  Austr.  IV.  p.  2.i.   I.  4:i.   risOO). 

Forma  panicula  densiore. 

.\(1  rivnlos  prope  Gendiname.  (4.  VII.) 

13.  THsetimt,  GatuUnimiuin  Boiss.  Voy.  Esp.  p.  ß.53.  (isi.i),  Kl.  or.  V.  \\.  r>:\-,.  (i.s84). 
In  tectis  ad  Nedjefabad.  (11.  V.) 

Die  Pflanzen  von  Nedjel'abad  stimmen  vollständig  mit  Exemplaren  ans  der  Scbweiz  iiberein. 

14.  Trisitum  maeroehaetum  Boiss.  Dlagu.  Sei.  1.  r.  is.  p.  4S.  (issa),  Fl.  Or.  V.  p.  .530.  (issi). 

Ad  Käbuterchan  cum  Poa  Persinn.  (14.  V.) 

15.  Arena  havhttta  Brot  Fl.  Lnsit.  I.  \\.  10s.  (iso.i). 

Syii.:  A.  liir.-iiila  Roth  Catal.  l)ot.   III.   \>.  10.   (ISOC). 
Prope  Rustemabad.  (24.  IV. ) 
IC).    AflJirnntTieVUlli    Kotschlli  Boiss.   Diagn.  S.T.  I.  f.  7.  p.  122.  (184G),  Fl.  Ür.  V.  p.  550.  (1884). 
fn  rupibtis  supra  Gendjnaiue  (10.  VI.)  inter  Haideri  et  Hamadan.  (4.  VI.) 

17.  Cynodon  Dactylon  Pers.  Syn.  I.  p.  s5.  (isüö). 
In  bortis  ad  Hamadau.  (\2.  VII.) 

IS.     Tioissiei'a   FtiniiliO  Triu.   in  Act.  Petropnl.    lS:il.  p.  93.   snh  l'n/iiicplioro. 

Syn.:  Jl.  hroniuidi-x  üoc.hat  in  StcinL  Nonienol.  I.  p.  213.  (IS4ü).  —   Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  560.  (IS,S4). 
In  declivibns  arenosis  prope  Zemanabad  ('27.  V.).;  ad  versnras  agrorum  prope  Tsobitscbian.  i27.  V.l. 

lO.  Catahfosa  aquntica  Beauv.  Agiost.  p.  97.  (i,si2). 
In  bumidis  prope  Jalpan.  (21.  V.) 

20.  MelicaClipani  0.  restiftl  Boiss.  Fl.  Or  V.  p.  101.  (18S4);  üi.agn.  Ser.  I.  f.  7    p.  25    (lS4r,)  pro  speeic. 

Forma  ad  var.  n.  patiiiosam  aeeedens. 

In  rupibus inter  Haider!  et  Hamadan  (4.  VI.)  et  supra  (rendjuanie.  (27.  VI.) 

21.  Aeluropus  repens  Dcsf.  Fl.  Atl.  I.  \>.  79.  (i79s)  suU  iktchjiitie. 

Syu.:  A.viVosm  Trin:  Fnnd.  Agr.  p.  138.  (182(1).  —  A.  Ulluni/is  ß.  n-jiciis  Coss.  Expl.  Alg.  II.  p.  1.^5.  —   Boiss.  Fl 
Or.  V.  p.  594.  (18841. 
In  alveo  sicco  tlumiuis  salso  inter  Cbanabad  et  Robat-Kerim.  (ISO.  VIH.) 

22.  Dactylis  ijloineratii  Limu'  Spcc  ]ilant.  cd.  i.  p.  71.  (1753). 

In  bortis  prope  Hamadan  (S.  VI.);  in  arvis  prope  Tschitscbian   (20.  V.) 

2'6.    Sclerochloa  dura  Beauv.  Agiost.  p.  97.  (1812). 
In  fossis  bumidis  prope  Algird.  (I.  IV.) 

24.  Schi.smus  faseiCUlatUS  Bcanv.  Agrost.  j).  74.  (I8I2)  {mat-yhidliis  \n  l'.xpl.  tal)iil.). 

In  collibus  siccis  inter  Ru.stemaba(i  et  Uudliar.  (2;».  IV) 

25.  Poa   hulhosa  Linne  Spec.  plant,  eil.  1.  p.  70.  (1753). 

Forma  vivipara. 

Prope  Kaswin  (1.  V.)  et  Rudbar.  (24.  IV.^ 

Denkschriften  der  malheni.-nalurw.  VA.    ],.  H<\.    Al'hainlluiigea  von  Nichhnilgliedeni.  D 


10  Otto  Stapf. 

2G.    Poa    ThnoleontiS  Heldr.  iuBoiss.  Fl.  ür.  V.  p.  G(i7.  (I8S4). 
Specimina  omnia  ]iliis  inimisve  vivipara. 
In  aridis  propc  Jaljjaii  ad  viam  versus  moutem  Elwend.  (25.  V.) 

27.  Poa   Persica  Trin.  iu  C.  A.  M'ey.  Euum.  j).  18.  (I83i). 

In  jiigo  versus Käbufcriiian-Kavaj;liaii  (14.  V.l;  in  arvis  Papaveris  prope/anian  (20.  V.");  iu  arenosis  prope 
Zeniauabad  (27.  V.);  in  declivibus  areuosis  prope  Haideri.  ((>.  VI.) 
Var.  -y.  alpina  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  610.  (1884). 
In  liumidis  ad  fontes  montis  Elwend.  (22.  VII.) 

28.  Colpodium   Oulhosiini  Tiiu.  in  Mem.  Ac.  8t.  Petersb.  II.  S6r.  I.  p.  39. 

Syu.:  Catabrosa  hiiini/i.i  Trin.  Fund.  Agr.  p.  i:i6.  (18-JO).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  578.  (1884).  —  Cul^iiidiiim  humile  Gris. 
in  Ledeb.  Fl.  Ross.  IV.  p.  384.  (1843). 

Prope  Rudbar  (24.  IV.);  in  siccis  prope  Jelizabethpol  (Trauscauc).  (5.  IV.) 

29.  Glyceria  plicata  Fr.  Nov.  Maut.  lll.  p.  i76.  (i842). 

In  locis  liumidis  prope  Jalpan.  (2.  VI.) 

30.  Festura  orlna  Liuue  vav.  sulcata  Hack.  Monogr.  Fest.  Eiir.  p.  104.  (188-2) 

Subvar.  aspert'ima  (nov.). 
Folia  aculeolato-aspcrrinia;  glnmae  ouiiies  flavo-virentes,  glaberrimae,  nitidulae. 
In  declivibus  montis  Elwend  supra  Geudjuame.  (IU.  VI.) 

31.  Bromus  tomentcllus  Boiss.  Diagn.  S6r.  I.  1'.  7.  p.  l-_'6.  (1846). 

Inlev  saxa  vallis  inter  Haideri  et  Hamadan  (4.  VI.);  in  locis  saxosis  supra  Geudjuame  (10.  VI.)  et  prope 
Jalpan.  (25.  V.) 

Forma  ad  B.  varie(/atum  Bieb.  vergens,  foliis  brevissime  puberulis  in  monte  Elwend,  2600" s.  m.  (8.  VI.) 

32.  Bromus  tectorutn  Linn6  Speo.  plant,  ed.  1.  p.  77.  (1753). 

y.)  (lenuimis. 
In  glareosis  prope  Patsebinar  (27.  IV.),  Kaswin  (LV.")  et  Käbutercliau  (14.  V.). 
Forma  macrior,  spiculis  birtiilis  viobiscentibus  in  coUibus  arenosis  prope  Enzeli  ad  mareCaspicum.  ( 19.  IV. ) 

jS)  wnixanthus  Hackel  (n.  var.i. 

Syn.:  Anisanlha  Foiitica  C.  Koch,  I.inu.  XXI.  p.  394.  (1848)  ex  descr. 
Gluma  tertia  sola  fcrtilis,  qnarta  florem  ma^^culum  ferens,  snpcrioies  nnmerosae(9 — 12),  vacuae,  disticbae, 
e  reliquis  parura  exserlis,  aristis  omuibus  subfastigiatis.  Paniiula  densa,  saepe  compacta;  spieulae  nunc  giabrae, 
nunc  bis]>idulae.  Culmi  bumiles,  vix  semipedales. 

Ad  agrorum  versuras  prope  Zemanabad.  (27.  V.) 

33.  Bromus  Madriten ms  Liuue  Spec.  plant,  ed.  -2.  p.  lU.    il762). 

Ad  Jelizabethpol  (Transcauc).  (5.  IV.) 

34.  Bromus  nmcrostachys  Desf.  Fl.  Atl.  1.  p.  9g.  (an  VllI  =  isoo). 

Var.  t/riariMatus  Hack,  iu  Flora  LXII.  p.  153.  ss.  (1879).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  05-2.  (1884). 
Syu.:  B.  Danthoniae  Triu.  in  0.  A.  Mey.  Ind.  Cauc.  p.  24.  (1831). 
Prope  Tscbitsebiau  (26.  V.);  iu  declivibus  areuo.sis  prope  Zemauabad  (27.  V.);  ad  viam  iuter  Gussedje  et 
Naverau  (17.  VI.). 

Forma  breviseta,  setis  lateralibus  brevissiiuis  vel  nuUis  (cf.  Hack.  I.e.). 
In  declivibus  montium  prope  Haideri.  (6.  VI.) 

35.  LoUum  pereuite  Linne  Spec.  plant,  ed.  I.  p.  83.  (1753). 

Var.  tenue  Linue  1.  c.  pro  specie. 
In  arvis  subliumidis  juope  Geudjuame.  (27.  VI.) 


Die  bohmiachen  Ergebnisse  der  rolalc' sehen  Expedition  nach  Persien.  1 1 

36.  Lolium  teinulentuni  Linuu  Spec.  iilant.  ed.  i.  p.  83.  (1743). 

Var.  inacrochaeton  A.  Braun. 
In  arvis  Hordeo  consitis  prope  Hamadan.  (17.  VI.) 

37.  LeptlirUS  FeysieUS    Boiss.  Diagu.  Scr.  I.  f.  I.J.  p.  71.   (1853),  Fl.  Or.  V.  p.  685.  (1884). 
In  arvis  incultis  inter  Tschitschian  et  Dauletabad  ranis.  [?>\.  V.) 

38.  Lcpturus  Pannonieus  Kuntli  Eüum.  I.  |i.  4G-.>.  (i83:i),  Revis.  Gi-am,  I.  p.  ir.i.  (1835). 

Ad  vianuii  uiargiiies  pi'ope  Jalpau.  (21.  VI.) 

39.  Af/rop!/ritlli    longearistatlim    Boiss.  Diagn.  Scr.  I.  f.  7.   p.   1-27.   (I846)   sul.    lirm-lu/po,/;,)  ,    Fl.  Ür.  V.  p.  660. 

(ISSl). 

In  rupestribus  nioiitis  Elwend  ad  partes  ad  scptentrionos  vergentes  aditus  ad  Tusirkan.  (27.  VI.) 

40.  Af/t'ojjf/iuni  infermedium  iiost  Gi-am.  III.  p.  23.  (iso.j)  et  11,  p.  is.  t.  22.  (IS02)  sub  TriHco.  —  Beau  v.  Agrost. 

p.  101.   (1812). 

Ad  margines  arvdnini  innnlaiKinun  \)\-i)])e  Haidori  (15.  VI.);  cum  varietafe  sequeute  in  arvis  propc  Tsclii- 
tscliian  (26.  \.\. 

Var.  riUosinn. 

Syn.:  A.  Sm-iiiiiuiiii  Do  Not.  Pro.sp.   Fl.  Lig.  p.  ')7.  (IS46). 
In  arvis  prope  Tschitscliian.  (26.  V.) 

41.  Ayropyrinn  sqnarrosum  Roth  N.  Beitr.  L  i).  12s.  (1S02)  sub  Tiitkv.  —  Liuk  Hort.  Bor.  I.  p.  62.  (1S21). 

Var.  Kofschi/aiitiin  Boiss.  Diagu.  S6r.  I.  t'.  l.i.  p.  (ig.  (I85:'.)  pfo  spei'ie  Tritiri,  Fl.  Ör.  V.  p.  i;6S.  (1884)  ])n)  forma  .4. 

Prope  Käbuterchan  [14.  V.);  prope  Hamadan  i21.  V.  1;  prope  Tschitschiau.  (2'J.  V.) 

42.  Affropi/riiiii  loiKjiylnine  Haokel  (u.  sp.).  (Scct,  Rtwojj;//7(w) 

Annuum,  liumile,  caespitosuin;  eulud  6  — 10"'"  alti,  geniculato-adscendentes,  teretiusc'ili,  triuodi,  inferne 
g'labri,  iufra  spiculam  puberuli,  ex  toto  vaginati  vel  superue  brevissime  nudi.  Folioriim  vaginae  compressae,  sub- 
carinatae,  superiores  in  medio  plus  luinusve  iuflatae,  glabrae,  laeviuseulae.  Ligula  brevis  ( 1"™)^  truncata,  mem- 
brauacea,  glabra.  Larainae  c  basi  aeijnilata  lineares,  acuminatae,  planae,  flaceidae,  sub  anthesi  saepe  submar- 
eescentes,  utrimpu-,  pracsertim  in  pagina  superiure  prominule  nervosa,  minuta  iiirtulae,  nervo  medio  reliquis  vix 
crassiore.  Spica  ovalis  vel  ovali-oblonga  (2-5 — 3-5"" lg.,  1-5 — 2™  lt.),  basi  saepiiis  vaginata,  densi.ssima,  com- 
pressa,  fragilis,  liirsuta,  viridis  demuin  straniinea;  rliaclieos  articuli  lineares,  graeiles,  vix  1""°  lg.,  glaberrimi. 
Spieulae  diiae  imae  neutrae  ad  glumas  steriles  parvas  redactae,  reliquae  evohitae  densissirae  imbricatae, 
]  •6  —  2°'"  lg.,  dense  quadritiorae,  flore  suinmo  tabescente,  rliaebilla  glabra,  scabra.  Gluniae  steriles  e  basi  angu- 
stata,  curvato-patente,  subulato-lanceolatae,  fertiles  cunctas  superantes  erecto-patiilae,  lierbaceae,  inaequilaterae, 
secus  carinam  cartilagineam  scaberrimam  complieatae,  uninerviae,  parte  interiore  (angustiore)  glabrae,  exteriore 
datiere )  e  tuberculis  setoso-birtae,  in  aristam  spinulosam  b — 6"""  lg.  sen.sim  abeuntes;  glumae  fertiles  a  rhaclii 
commuui  magis  patenies  quam  steriles,  onmino  lierbaceae,  seusim  decrescentes  (aristis  hinc  fastigiatisi,  sterilibns 
breviores,  caeterum  eis  simillimae  nisi  sublatiores  (anguste  lanceolatae),  aequilaterae,  trinerviae,  cariua  band 
cartilagineo  incrassata,  toto  dorso  e  tubercnlis  translucidis  liirlae,  in  aristam  eis  duplo  breviorem  sensini  con- 
tractae,  basi  callo  subobliquo  pubescente  munitae.  Palea  glumam  fertileni  (arista  dempta)  aequans,  lanceolala, 
nuicronato-bifida ,  carinis  remote  spinuloso-ciliatis.  Lodiculae  scmiovato-lanceolatae,  acutissimae,  ciliatae. 
Ovarium  obovatum,  pilosum,  stigmatibus  terminalibus. 

In  locis  siccis  prope  Schaneri  in  ditione  urbis  Hamadan.  ( 10.  V.l. 

ICs  stebt  dem  Agropi/rum  urientale  Roem.  et  .Scbult.  .Syst.  II.  ]>.  7ö7.  amnäcbsten,  unterscheidet  sieb  aber 
davon,  wie  folgt:  i^piea  breviore  late  ovata  demum  longiusculee  vagina  exserta,  spiculis  l"'"  lg.,  glumis  sterilibns 
fertiles  subaequantes  vel  eis  brevioribus,  uon  solum  cariua  sed  etiam  nervo  laterali  (submarginali)  cartilaginco- 
incrassatis,  fertilibus  coriaceis  late  lanceolatis  in  acumen  breve  atteunatis,basi  veutricosis,  quiuqueuerviis,  bya- 
lino-niarginatis,  palca  obtnse  Itidentula. 

b  ■= 


12  Otto  Stapf. 

43.  AeyilopS  triailCiulis  Liuue  S|)er..  |il;uit.  ed.  1.  p.  1051.   (1753). 

Ad  mai'gines  arvorum  inoiifanoruiii  jiiope  Haideri.  (15.  VI.) 
Forma  spiculis  pubesceutibus  propc  Tschitschiau. 

44.  Aegilops  Cl'ClSSd  Boiss.  Diagn.  ,S6r.  I.  f.  7.  p.  129.  (l.Slü). 

Vnr.  ß.  macrathera  T.oiss.  Kl.  Or.  V.  p.  677.  (l.ssi). 
Syn.:  Ae.platyatheni  J;uib.  ctSpacli  III.  Or.  IV.  t.  513.  (1S5Ü). 
Iii  collibus  inter  T«cbitscbiau  et  Dauletabad.  (31.  V.) 

45.  Heterantheliuni  pilifermii  Höchst.  iuKotsih.  IM.  Alepp.  cxs.  n.  130.  —  Boiss.  Fl.  ür.  p.  672.  (ISS4). 

Syn.:   Tritimm  Olgae  Regel  Descr.  i>l.  nov.  f.  VIII.  p.  4,s.   |ln  Act.  hört.  Petrop.  VII.  p.  588.  (ISSI)J   (ex  (losi;r.). 
In  deelivibus  arenosis  monlis  Elwcnd  proim  Haideri  (li.  VI.)  et  prope  Zemauabad.  (27.  V.) 
4l).    Tloi'denill   inurimiin  Liimc  Sptc.  plaut.  ed.  I.  p.  .s5.  (l7o3;. 

Var.  pseudoinurinum  'l'aiip.  in  Koch  Syu.  cd.  II.  |).  875.  (18.15)  pro  spccie. 
Ad  fossas  prope  Zemanabad.  (2i).  V.) 

47.   llOl'deUltk  Ci'iHittlin  Scin-cl».  Uram,  p.l5.   t.2l.  t'.l.  ()772)  »nh  l<:/i/iii,i.  —  üesf.  FLAU.  1.  p.ll.'..  ia\i  VIll^l.soO). 
lu  dcclivibns  areuü.sis  inontis  Elwcnd  pi'opc  Haideri,  2200"'  s.  m.  (G.  VI.) 

Juiicaceae. 

1.  JutlCUS   ai'ticillattlS  Liuue  Spcc.  jilaiit.   ed.  I.  p.  3-37.  (1753)   a.  et  ß.  —  De.sf.  FI.Atl.   1.  ji.  313.  (au  Vin=I800). 

—  DC.  Fl.  FrauQ.  III.  )).  16',).  (1815). 

Syn.:   J.  /aiiipucarpii.s  Ehrh.  Oalam.  Nv.  1-26.  —  J.  aqiiaticiis  Roth  Teut.  II.  p.  prior  p.  403.  (1789).  —  ./.  adsaindens 
Host  Gram.  III.  p.  58.  t.  87.  (180,5). 

Ad  paludes  prope  Hamadau.  ^23.  VI.) 

2.  JunCUS   bufOibiUS  Linn6  Spec.  Illaut.  ed.  I.  p.  328.  (1753). 

In  bumidissimis  ad  Jalpau  (^2t>.  VI.);  iu  liumidis  ad  Hauiadaii.  (G.  VII.) 

Liliaceae. 

1.  EremUl'US   aalsoptei'US  Kar.     tKir.   Bull,  d   Mosq.  XV.   p.  517.  (1841)  sab  ILiminyia.  —  Kegel  üescr.  pl.  uov. 

'l'urk.  in  Act.  hört.  Petrop.  II.  p.  129.  (1873);  Fi.  Tiirk.  p.  127.  (1870).   -  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  32.5.  (1882). 

Ad  salis  Ibdinas  prope  Scbnrab  in  luonte  Karagban.  (11.  V.) 

2.  ErentUI-US  SteuophyllllS  Boiss.  et  Buhsc  Aut'z.  Transk.  Pers.  Pfi.  !>.  218.  (1860)  isnb  Ainmo/inoiie. 

Syn.:  K  aarantktciis  Bak.  in  Jouru.  Luiu.  Soc.  XV.  p.285.  (1877)  et  XVIIi.  p.  102.  (1881).  —  E.  Bumjei  ß.  sIcHopliylhis 
Boiss.  FI.  Or.  V.  p.  324.  (IS84). 
Ad  pontem  fluvio  Lar  inipositnm  ad  vadices  niontis  Deniawcnd.  (4.  VII.) 

3.  Pusi-llkinia  SCilloides  .\dams  Nov.  aut.  Petr.  XIX.  p.  I04.  t.  B.  (1805).   -  M.  v.  Bieb.  FI.  Taur.  (Jane.   I.  p.277. 

(1,S0S).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  310.  (1882). 

Syn.:  Ädamsia  scilloides  Willd.  in  Mag.  uaturt'.  Fr.  II.  Jahrg.  p.  16.  (1808). 
Ad  urbem  Tiflis. 

4.  BellecalUa  glauva   Lindl.  Bot.  Reg.  XIII.  t.  10S5.  (1827)  sab  Miimiri.  —  Kuuth  Euuul.  plant.   IV.   p.  309.  (1843). 

—  Baker  in  Jouin.  Linn.  Soc.  XI.  p.  433.  (1871), 

Syn.:  B.  ciJiata  ß.  gUuca  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  302.  (1884). 
In  montibus   ad  Kaswin  (5.  V.) ;  in  bortis   in  nrbe  Kaswin   (8.  V.) ;   in  deelivibus   apricis   arenosis   ad 
Gendjname.  {21.  V.) 

5.  Miiscavi  Clttsiauum  Gris.  Spidl.  11.  11.387.  {\8H)  auh  BelleBalUa.  —  C.Koch  iu  Linn.  XXII.  p.  2.53.  (1849). 

Syn.:  M.  Cauamcim  Bak.  in  Linn.  Trans.  XI.  p.  4M.  (1871).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  293.  (1882). 
In  Grisebacb  a.  a.  0.  beisst  die  Pflanze  B.  Glusiana  und  nicbt  B.  Caucasica!  Der  Irrtbiim  wurde,  wie 
es  scbeint,  durcb  Baker  eingescbleppt,  von  dem  er  in  Boissier  1.  c.  überging. 


Die  ho/aiÜ!ic//ni  Fjiujebnisse  (kr  Folak'. sehen  Expedition  lutch  reisicit.  13 

6.  3IuSCaH  raceinosiun   Linu6  8licc.  pliiut.  etl.  l.  p.  :u«.  {17^>Ö)  anb  lli/acinlhu. 

Ad  Tiflis. 

7.  3lnsv(frf  IHlllens  Marsch,  a  Bieb.    Fl.  Taiii-.  C'iiuc.   I.  p.  28.5.  (ISus)  siili   llijüdnlh,,.    1.  c.  III.  p.  -ir:;.   (181;)).   — 

Fiscliei-  Iiiil.  pl.  li.  fiorenk.  ]i.  9.  (1SI2).  —  Ledeb.  FI.  Ross.  IV.  ]).  l.").-..   (IS.OS).  —  Hoiss.  Fl.  Or.  V.  p.  2-29.  (1882); 
non  .Reiclauili.  Ic.  pl  r;ir.  IV.  |).  27.  t.  ■.V.M.  (1826). 

Ad  Baku  (12.  IV..);  ciill.  in  lioit.  Viiid.  c  bulhis  :i  l)"-  Polak  inissis  (1883). 

8.  Muscari  uivale  .stapf  (n.  sp.). 

Bulbus  mediociis,  tunicis  exteiiiis  yriseo-biiinueis.  Scaims  tolia  {lauKi  .•^npeians  vel  aL(|ii;iiis.  Fcilia  5  —  9, 
lalcato-erecta,  liiieari  lingulala,  canaliciilata,  apicc  .sacpius  plaiiiusciila.  IJac-emus  2U— 30  ilmus,  jniiiid  ovaliis 
deusissiraus,  demuni  elougatu.s,  (iblongo-cilindricus,  laxin.scuhi«.  Pedicclli  .sub  aiitlicsi  lunizonlaU's,  llm-c  diniidii) 
breviores,  deinde  paulo  elongati,  vetnirvati,  bracteis  miniinis,  bilobis  snffiilti.  Flores  sterilcjs  phuc^,  lnv.vitiM-podi- 
cellati,  caeriilci,  povigonio  obovalo-oblongo  vcl  obovato;  fertib's  ])rrigtiiiio  alro-viulacco,  (ibldiigo-globdso,  urceu- 
lald,  upice  leniter  consstricto,  lobis  rotimdald-ovati.-i,  vcl  rotiuulato  triaiigularibus,  \ix  recurvis,  pallidis,  cmarcidi, 
brcjvitcr  oblougo  cyliiidrici.  i'^lamina  obscui'C  bisoriata^  tnbo  mcdio  insci'ta.   Cap.sula.  .  .  . 

Bulb.  p/,^_2'/2'''"  lg-;  l'A— l'/V"  t'T.  [    Pcdic.  ,sub  anth.  2—3"""  lg. 

Scap.  11 — 14""  lg.  (raccmo  e\el.).  I         „       post.  antli.  3—4"""  lg. 

Kac.  antii.  med.  1%— 2VV'"lg.;  l\  ,^—V , .;'" li.    j    Corull.  .sab  autli.  4'  .,—5  lg.;  2',.^— 3"""diani.max.  lt. 

Haud  pnuMil  a  iuvibu.s  supra  Sepiijin,  1900"'  s.  m.  (o.  V."». 

Unterscheidet  sich  von  M.  racemonum  durch  die  .steiferen,  breiteren  Blätter  und  das  weniger  eingeseliiiiirte 
Perigon,  dessen  Z.ähiic  fast  gerade  vorgestreekt  sind,  vdii  M.  hoh-i/oiiles  durch  die  Zahl  der  übrigens  aucli 
schmäleren  und  nicht  so  flachen  Blätter  und  durch  die  Form  und  Farbe  des  Perigons. 

9.  AUmiii  hirtifoUam  üoi.ss.  FI.  Or.  V.  p. -jsi.  (i884). 

Syu.:  A.  afropurpnrcuni  var.  Iiiiiii/iiiii.  Kci^.   iMou.  .VI!,  p.  -JIS,  iu  .Vct.  hört.   Fctr.  Ili.  p.  II.  (187.')). 
In  paludosis  montis  Elwend  supra  Geudjnam(^  (10.  VI.) 

10.  AUiwn    Derderidltllin  Reg.  Mon.  All.  p.  242..  in  .\ct.  bort.  Tttr.  III.  p.  II.  (IS7..I. 

.Syn.:  A.  hucmaiithoidcx  var.  lam-nihi/nm  Boiss.  Fl.  Ol'.  V.   p.  27G.    (1882). 

In  montibus  inter  Schurab  et  Aliwe  (11,  V.);  iiiter  Kaswin  et  Zersichk.  (^5.  V.). 

11.  Allhiui  dilututn  stapf  (n.  sp.). 

Bulbus  mediocris,  ovatiis,  (luiicis  integris,  internis  albidis,  externis  pallide  ciiieraseciitibus.  Sca})iis  interdiim 
rubescens,  foliis  in  situ  spontaneo  iion  superatus,  immo  vero  expansis.  Folia  4 — 5,  scnpum  ad  teitiam  vel  ferc 
mediam  partem  vaginantia,  fah-ato-  ^el  flexuoso-erecta,  hiratu  lanceolata  sensiin  in  apicein  atteimata,  plana  vel 
subplana,  glabra,  raargine  miinite  ciliato-scabriuscula.  l^nibella  deiisa.  8])atlia  [lediceilos  lougiores  uequans, 
pallida  et  dilute  virescens,  bivahis,  valvis  ovafis  aeutis,  basi  ad  lertiaiu  partem  vel  ultra  coalitis,  vel  univalvis, 
valva  integra  bilobave,  basi  vagiiiaiile.  Pedicelli  inaecjualcs,  exteriores  tlorc  triplo  et  ultra  longiores,  interiores 
sacpius  eorum  dimidium  vix  aequantes  vel  brevissimi,  pr'mo  omncs  erecti,  deinde  saepc  lumnulli  rellexi.  Flores 
exteriores interioribus  majores.  Perigonium  jiliyllis  tribiis  oblongo-lanceolatis,  alternis  paulo  angustioribus,  laiiceo- 
latis,  Omnibus  aeutis,  basi  breviter  coalitis  albidis,  vel  dilute  roseis,  nervo  rubescenti,  superue  obsoleto,  post 
anthesin  basi  vix  induralis,  rigidiuscule  erectis,  marginibus  plus  minus\e  iuMilulis.  Slamina  filamentis  perigouio 
du|)lü  vel  subtriplo  brevioribus,  fribus  e  basi  laliore  lanceolatis,  apiee  abrupte  euspidatis,  alternis  breviler  liiica- 
ribus,  a])ice  vix  attenuatis.  Ovai'iuni  sub  anthesi  perigoiiii)  4  -  5]il(i  iire\ius,  slylo  eo  pauln  li'iigi<ire.  fililoiini. 
Capsula. . .  . 


14  Otto  Stapf. 

Bulb.  1  V^  —  17/'"  lg. ;  1""  er.  |    Tcdic.  ext.  1  •  5—3™  lg. 

Scap.  15—20"".  Perig.  phyll.  6  —  7"""  lg.;  2— 2'/2™"'  It. 

Fol.  (expansa)  15—25"^"'  lg.;  ext.  8—16""",  int.        Stam.  fil.  4'""'  lg. 

3_gmm  lt_  I      gtyl_  2"""  lg. 

In  montibus  iuter  Kaswin  et  Zerschk.  (5.  V.) 

Dem  .1.  Derderiamwi  lieg,  nahe  verwandt,  aber  durch  die  Form  der  liiätter  und  nameiitlieh  des  l'erigons 
verschieden. 

12.  AlUuni  breviscapnm,  stapf  (u.  sj).). 

Humillimum,  umbella  fere  S'olo  adpressa  foliis  loratis  3 — 4  longissime  superata. 

Bulbus  mcdiucris,  tunicis  externis  atro-griseis,  superne  parce  laeeris,  internis  albidis.  Seapus  brevis,  parle 
subterranea  vaginatus,  solo  brevissime  exsertus,  teres  glaber.  Foliaa — 4  longo  liueaii-lorata,  undulato-fiexuosa, 
inargine  angustissime  cartilagineo,  paroc  et  brevissime  papilloso-ciliata.  Umbella  densa,  spatha  meinbrauacea 
all)ida,  l)i\alvi,  suft'uKa,  \alvis  ad  quartam  ])artem  coalitis,  ovatis,  acutis.  Pedicelli  inaequales,  flores  dujdo  siii>c- 
rantes  vel  breviores  nou  nisi  uuus  alterve  exteriorum  spathaui  aeipiautes.  Perigonii  jibylla  linearia,  acuta,  basi 
breviter  coalita,  albida,  nervo  rubello  ]iercursa,  omnia  suliaequalia  postanthesinbasi  vix  indurata,  rigidinscule- 
erecta,  margiuibus  plus  minusve  iuvolutis.  Stamiuum  HIamenta  jicrigonio  duplo  vel  triplo  breviora,  inferne  fere 
ad  tertiam  parteni  connata,  omnia  subaequalia,  e  basi  triangulär!  subulatim  atteuuata.  Ovarium  sub  anthesi  peri- 
gonio  multo  brevius  styluiii  \ix  aequans.   Capsula.  .  .  . 

Bulb.  2',/"'  lg.;  2^'"  lt.  Perig.  phyll.  6-10"""  lg.;  1 ',2-2™"'  lt. 

Scap.  5  - 6""'  lg.  (pai  s  superterr.  1  —  2'-™).  Stam.  fil.  2% -  3  '/j'"'"  lg. 

Fol.  10  - 15' '"  lg. ;  5  - 10"""  lt.  Styl.  1 V2  -  3"""  lg. 

Ped.  ext.  10— 14™"  lg.;  int.  5— 10"""  lg.  1 

In  declivibus  saxosis  ad  Gendjname.  (19.  V.) 

Die  Pflanze  steht  dem  A.  DcrdnidintDi  Reg.  und  dem  A.  ilihiliiiii  ni.  sehr  nahe,  unterscheidet  sich  aber 
\on  l)eideu  durch  die  fast  den  Ei'dboden  berührende,  von  langen  JMättern  weit  überragte  Dolde.  Ausserdem 
sind  die  Perigouabschnitte  deutlich  anders  zugeschnitten.  Während  sie  hei  ersterem  über  der  Mitte,  bei  letzterem 
unterhalb  derselben  am  breitesten  sind,  sind  sie  bei  A.  hrechrapuDi  bis  kurz  vor  die  scharfe  Spitze  gleichbreit. 
Ausserdem  sind  sie  untereinander  silmmtlieh  nahezu  gleicli. 

13.  Scilla  Hoheuackei'l  Fisch,  et  Mey.  iu  Hohenack.  Enuiii.  ])i.  'l'alysch  p.  2fi.  (1838).   -    ('.  Koch  Lian.  XXII. 

p.  251.  (1819).  —  Baker  iu  Journ.  Liun.  Soi;.  XIH.  p.  244.  (lS73j. 

Syn.:  S.  cenma  var.  pkirißora  I-edeb.  Fl.  Kos.s.  IV.  \\.  157.  (1853). 
In  silvis  virgiueis  ad  Pirebazar.  (Ul.  IV.) 

14.  OrititlKMjalum   monfaniim  Cirillo  in  Ten.  Prodi-.  Fl.  Neap.  p.  XXII.  (isii)- —  Ten.  Fl.Nc.-ip.  1.  p.iTO.  t. ;;:! 
(1811  — 1S15).  ~  Keiclieub.  Ic.  Fl.  Germ.  X.  t.  470.  f.  1025.  (1848).  —  Baker  in  Journ.  Linn.  Soc.  XIII.  p.2G4.  (I87:i)- 

In  montibus  versus  septentriones  vergentes  ad  Kaswin.  (5.  V.) 

15.  Oi'iiifhojaluni  proceffini  Stapf  (n.  sp.). 

Proccruui,  graciie,  foliis  2—4  elongatis.  ercctis,  scapum  (sine  racenio)  aeqantibus,  racemo  priino  inverse 
dcltoide(t,demume]onga(o,  pedicellis  imis  longissimis,  florihus  pioportioiio  parvis.  Bulbus  ovatu.s,pallide-luiiicatus, 
mediocris.  Folia  bina  vel  tenia  v.  rarius  (piaterna,  elongato-lanceolaia,  utrinque  aequaliter  atteuuata,  acutn,  scapi 
basin  breviter  vel  vix  vaginantia,  plana,  glabra,  tenulssime  striata.  Scapus  tenuis.  Itacemus  pauci-  vel  pluritlorus 
primo  inverse  delloideus,  dcinde  ovato  oblongus,  pedicellis  imis  valde  elongatis,  erecto-patentibus.  Bracteae 
linearis-lanceolatac,  in  apicem  subidatuni  productae,  albo-membranaecae,  paliide  viridi-striafae,  sub  anlhesi  jicdi- 
cello  aequantes  vel  dimidio  breviores,  deiude  elongalae  attamen  eo  dujdo  breviores.  Perigonium  phyllis  oblongo- 
lauceolatis,  obtusiusculis,  exfernis  jiaulo  latioribus  ac  internis  dorso  viridivittatis,  vilta  margine  albo  duplo  latiore 
Filamenla  e  liasi  lata,  subnialim  attenuata,  perigonii  dimidio  ae(iuiionga.  0\arium  media  anthesi  perigonio  triplo 


J)ic  Ijotanlscluii  Ergebnisse  chf  l'olal'schrn  J'Jx/ied/iloii  nach  I 


ersten. 


15 


l)reviiis,  stylo  filif'ovmi  filamenta  vix  aeqiiaute.  Capsula  ellipsdidcd-obldiiga,  valvis  apifc  \\\  emarginalis,  media 
leniter  sulcata,  sulco  utroque  ala  angusta  .stipato.  Seinina  nigra,  nbtiise  tiiangnlaii-dlildiiga. 


Bulb.  IV4— :-'"^  lg.;  7^— l'//'"  or. 
Scap.  (sine  vac.)  10 — 20"'"  lg.  (pleriiuupie  If)'"'). 
Racem.  5—8'''"  lg.;  3—6™  lt. 
Fol.  10—20'"'  lg.;  7-13"""  lt. 
Pedic.   s.   antli.   med.    1 '/.i — S'/^""  lg.;   deinde 
i")- 6'-'". 


Bract.  2— 275,'-'"  lg.;  deinde  3-3V,'"'  lg. 

Perig.  phyll.  13-lG"-"  lg.;  2-2'/;"'"  lt. 

Filam.  !'>"'"'  lg. 

Ovar,  t^ub  antli.  2-3"""  lg. 

Styl,  l'/j,— 2™">  lg. 


Caps.  S— 10"""  lg.;  4—5"'"'  lt. 

In  declivibut?  montis  Elwend  !<U])ra  (U'ndjname.  (10.  VI.) 

Stellt  gewis.sen  Formen  des  0.  niontaniem  Cir.  nalie,  besouiU'r^  aber  dem  ().  Uinlii  l'xiiss.,  welches 
Bdi  s  sier  übrigens  in  Fl.  Or.  V.  p.  247.  mit  0.  inontatiutii  vereinigt,  unterscheidet  sieh  aber  deutlich  durch  seine 
schlanke  und  zarte  Tracht,  durch  kleinere  Zwieltel  und  schmälere  Perigonblätter. 

16.  OruithoijaJnm  refraftimi  Wilhl.  Enum.  supiil.  p.  is.  (i8i-2).  -  Kituib.  in  .Silmlt. öst.  Fl.  I.  j..  .559.  usu). 
—  Keii'heuli.  Ic.  pl.  rar.  II.  p.  33.  t.  I4-.'.  f.  -JfiS.  {18-24j.  —  Ledcb.  Fl.  Ro.ss.  IV.  p.  i«0.  (1S53).  —  Baker  in  .Touni. 
Linn.  .Soc.  XIII.  p.  267.  (1873). 

Ad  Baku.  (15.  IV.) 

17.  Gmjea  niininui  Limie  Sjiec.  iil.-uit  cd.  I.  p,  ;i06.  (17.0.!)  .sub  Ori,lll(o,fah>.  ~  Koem.  et  Schult.  .Syst.  VII.  p.  5.S0. 
(1829).  —  Leileb.  Fl.  Kos-s.  IV.  p.  130.  (Isä3).  —  Heg.  Fl.  Tiiik.  p.  l(i;i.  (I87C). 

In  apricis  paulo  infra  nives  in  laucibns  Kaschan.  (27.  IV.) 

18.  Gdijea  pusiUa  Schmidt  Fl.Boem.  Cent.  IV.  p.  41.  no.  339.  i'1794)  snb  Oniilhoi/ali).  —  Ko(MU.  et  Schult.  Syst.  VII. 

p.  543.  (1829).  —  Letlcb.  Fi.  Koss.  IV.  p.  138.  (18;>3i.  —  Rcichenb.  le.  Fl.  Germ.  X.  t.  277.  t.  l(i44.  (1848).  —  Reg.  Fl. 
Turk.  p.  106.  (1876). 

Ad  Jelizabethpol  (Transcauc). 

19.  Gfujea  Caucasica  Stupf  (n.  np). 

Bulbus  solitaiius  tunica  albida  in  folium  abeunte  circumcirca  invulntus,  ima  basi  lateralitev  caulem  flori- 
fernni  inferne  avete  adpiessnm  edens,  unacuin  eo  tunicis  membranaceis,  cxsiccatis,  laceris  circumdatus.  Caulis 
tliiriferus  superne  tenuiter  villosulus  cireiter  medio  vel  supra  folium  eden.s,  pleriimque  etiara  ima  basi  folio  fere 
semper  sterili  rarissime  in  axillo  bulbulum  gereute  obsitus  in  racemnm  foliatum  abenns.  Folia  inüraa  liueari 
filiformia,  flaccida  (extenta  c.-inlem  superantia),  caulinum  et  Horalia  anguste  lineari4:ince(data,  superne  sensiui 
diminuta,  margine  villoso-ciliata  vel  snperiora  circumcirca  villosula.  Racemus  pauciflorus,  primo  valde  abbre- 
viatus,  saepe  umbellam  simulans,  e  centro  detlorescens,  demum  plus  minusve  elongatns  laxusque.  pedicellis 
villosulis  vel  glabrescentibus  ac  perigonii  jdiylla  longe  accrescentibiis,  habitu  quasi  irregulari  iu.signis,  iuferne 
foliatus,  pedicellis  quoque  inferis  interdum  foliolo  praeditis.  Perigonii  phylla  sub  anthesi  exteriora  oblonga,  apicem 
versus  vix  bitiora,  oljtnsiuscula  vel  acutiuscula,  dorso  viridi-flava,  anguste  tiavo-marginata,  inferiora  fere  aequi- 
longa,  obtusiora,  in  basin  magis  attenuata,  dorso.  flava  striis  ternis  viridibus  percursa,  post  anthesin  omnia  valde 
aueta,  conniventia,  demum  arcte  claudentia,  exteriora  iaete  viridia,  albo-nuirginata,  interiora,  praeter  lineam  iuter- 
mediam  viridem,  albicantia,  occulta.  Antherae  lineari-oblougae,  tilamenlis  duplo  vel  ultra  breviores.  Ovarium 
s.  a.  oblongum,  triquetrum,  cum  stylo  dimidio  longiore  antheras  aequans,  paulo  ])ost  anthesin  elongatum  stylo 
immutato  eas  superans. 


Tot.  plant,  s.  a.  5  —  7'"'  alt. 
Fol.  intim.  8  — 12'"' lg.;  '/«— l"""lt- 
„     interm.  4  —  5'"'  lg. ;  1  —  2""'  lt. 
Pedic.  8.  a.  1  — l'/a"",  dem.  4  — G'//'"  lg. 


Perl 
15 


&.  phyll.  s.  a.  10—12"""  lg.;     3 ',2""'  lt.;     dem. 


-20"'"'  h 


Filam.  5— ö'/j  lg'. 

Ovar.  s.a.  3  — 4'"™  lg.  (stylo  4'  .^—5'""' lg.). 


Transcaucasia:  In  moutibus  ad  JelizabethiKd  (6.  IV.)  et  ad  Baku  (12.  IV.)  cum  G.  jnisilla  Schmidt  e*- 
G.  retkulata  Pall. 


16  ■  Otto  s/(/pf: 

Habituell  erinuoit  die  Tflaiize  besonders  in  kräftigeren  Exemplaren  an  G.  Bohemica  nud  G.  saxati/is,  in 
seliwäcberen  an  G.  pustUa;  von  den  ersteren  ist  sie  Jedocb,  abgeseben  von  anderen  Merkmalen,  dnreli  die  ab- 
weicbeude  Innovationsweise  verschieden,  von  G.  [jimlht,  mit  welcber  sie  in  dieser  Hinsiebt  vielmehr  über- 
einstimmt, diircli  das  fast  ronstante  Auitreten  eines  grund-  und  eines  mittelständigeu  Stengelblattes.  Von 
G.  clilomiitha  Scbult.,  die  allenfalls  udcb  in  ßetraclit  kommen  könnte,  unterscbeidet  sie  sieb  schon  habituell 
deutlich  durch  den  niedrigen  Wuchs,  gedrungeneren  Blütlienstand  und  grössere  Blüthen.  .Sehr  charakteristisch 
für  die  Pflanze  ist  aber  das  iingewölinlicb  starke  Auswachsen  der  lilüthenstiele  nach  der  Antbese  und  die  eben- 
falls auffallende  Vergrösserung  der  sich  vollständig  schliessendcn  und  grün  werdenden  Perigone.  In  Folge 
davon  bekommen  in  der  Entwickeluiig  schon  weiter  vorgeschritteue  Blüthen  ein  von  früheren  Stadien  ganz 
abweichendes  Aussehen. 

20.  Gflifea   retiCUlata  Pall.  IJcis.  d.  Knss.  IIl.  p.  55:!.  Anli.  p.  T-JT.  t.  D.  f.  •_>.  (177-2  — 17t:3)  sub  (ln,itho<jiilo.—  Schult. 

Syst.  VII.   p.  54-2.   (1829).  —   I.imIcIi.  Fl.  Ro.ss.  IV.   ji.  I4-.'.   (,IS.5:j).  —   lieg.  Fl.   Tiirlc,   ji.  110.   t.  19.   f.  1.— 4.   (187G). 

Syn.:    Oritilhuyoliiin  arciiiiKitiini  Liunfe  Suppl.  p.   199.  (1781t    —    (1.  eoniiiiiilu/ii,  liipJn/lIa  et  siiniipiitnxa  C.  Kocli  in 
Liuu.  XXII.  p.  227.  s.S.  (1849)  fide  Reg.  et  Boiss. 

In  collibus  inter  Jelizabetbpol  et  Baku  (Transcauc. ).  (iS.  IV.) 

21.  Gagen  Oyw  stapf  (n.  sj).). 

Bulbus  unicns,  jiarvus,  sjihaericus,  sub  tuuicis  externis,  nigrobruniieis,  apice  protractis  et  in  laciniis  fibril- 
lisque  dissolutis,  caulis  basiu  vaginantibus,  hulbillis  minimis,  iiuinerosis,  dense  et  ovae  instar  aggregatis,  obses- 
sus.  Caulis  gracilis,  glaber.  F<dium  radicale  solitarium,  lineare,  flexuoso-erectum,  infloreseentiain  aequans  vel 
superans,  caulina  infera  anguste  lanceolato-linearia,  supera  linearia,  superne  sensim  angustiora,  breviora,  in 
bracteas  abeuntia,  margine  pilis  mollibns,  albis  plus  iniiiusve  ciliata.  luflorescentia  dichotome  ramosa,  irregula- 
riter  corymbosa,  pedicellis  tenuissimis.  Perigoniuni  glabruin  phyllis  externis  auguste  elliptico-oblongis,  obtusis, 
iuternis  anguste  obo^ato-oblongis,  obtusis  \el  apiculo  miiiimo  ornatis,  omuibus  iutus  pallide  flavesccntibus, 
dorso  late  viridi-vittatis,  nonnnnquam  versus  apicem  violascentibus.  Stamina  filamentis  tiliformibus,  anthera 
oblonga.  Ovarium  obovato-oblongum,  basi  angustatum,  stylo  suiienie  paulhilo  incrassato.  Capsula 


Perig.  phyll.  G  — 9"'™  lg.;  circ.  2"""  lt. 
Stani.  fil.  4—5"""  lg. ;  anth.  2"""  lg. 
Ovar.  s.  anth.  3"""  lg. 
«tyl.  4 lg. 


Bnlb.  Vg— 1""  alt. 

Caul.  c.  infl.  10— 15'''"  alt. 

Fol.  inf.  12—20'"'  lg.;  1  —  1'/,""  lt. 

„    cauliuf.  4'/,— 8'/2"""lg;  1-3"""  lt. 
Bract.  sup.  3—5"""  lg.;    '/^"""  lt. 

Ad  Schurab  in  niontibus  Karagbau,  1900"'  s.  m.  ( 1 1.  et  12.  ^'.);  in  bumidis  ad  Käbutercban  (14.  V.). 
Aus  der  Gruppe  der  G.  chlDnuithic,  vor  allem  durch  die  zaldreichen,  winzigen  Bnlbillen  ausgezeichnet. 

22.  Gagea  Persira  Boiss.  Diagn.  S6r.  I.  f.  7.  p.  los.  (i84r,)-,  Fl.  Gr.  V.  p  -210.  (1882). 

Syn.:   G.  ambli/oiietalci  var.  biilhifi-ra  Boiss.  in  Kotscli.  Exs.Pers.  an.str.—   Reg.  FlTink.  p.  1 12.  t.  17.  f.S.— 12.  (187f>'i: 
BiiWillarla  (lai/euit/es  Ziicc.  Abh.  Akad.  Wiss.  Bay.  III.   p.  2:i().  t.  2.  f.  1    (1840). 

In  bumidis  paulo  infra  nives  supra  Geudjname  2600'"  s.  m.  (21.  V.);  in  summo  aditu  ad  Käbutercban  in 

montibus  Karaghan,  solo  ealcareo.  (14.  V.) 

23.  Tulipa   mOlltdlHl  Liudl.  Bot.  lieg.  t.  lior,.  —  Reg.  in  Gartentl.  XXII.  p.  297.  (187.5).  —  Baker  in  .Tonrn.  Linn. 
Sog.  XIV.  p.  279.  (1875).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  192.  (1882). 

Syn.:   T.  chn/smilhii  Boiss.  in  Kotscli.  PI.  I'er.s.  bor.  1842   (spec.  II.  aur.).  —   Baker  1.  c.  —  Boiss.  Fl.ür.  V.  p.  19.1. 

(lSS-2). 

Spccimina  floribus  pcrpaucis  luteis  vel  luteo-pictis  exce])tis  puniceis: 

Ad  Schurab  in  montibus  Karaghan.  [12.  V.) 

Specimina  floribus  aureis : 

In  partibus  ad  septentriones  vergentibus  faucinm  Charson.  (28.  IV.). 

Specimina  floribus  puniceis: 

In  cidlibus  aridis  inter  Kam  an  et  Ka.swin.  {Jy.  V.) 


Die  bofanischeii  Ergebnisse  der  Pol ak' sehen  Expedition  nach  Persien.  17 

24.   Tulipa  systola  .stapf  (n.  sp.)- 

Bulbus  ovato-obloug'us,  tunicis  pallide  t'errugineis,  intus  dease  lauati.s.  Cauli.s  paulo  sujira  medium  t'oliatus, 
glaber,  leuiter  flexuosus.  Folia  quatenia,  approximata,  inferiora  recurvatim  pateutia,  latiora,  obl()Ugo-laiice(data, 
undubitü-flexiiosa,  superidra  lineari-laiK-eolata,  ol)li(iue  crei-ta,  apicu  liamatorecurva,  omuia  valde  glauca,  mar- 
gine  ciliata,  florem  «uperautia  (sc.  reete  protensa).  Perigonii  magni  phylla  externa  e  basi  uiiguiculata,  obovato- 
oblonga,  acuta,  enspide  ciliata,  basi  niacula  obovato-cnueata  in  apicnlani  abrupte  protracta,  flavo-cincta  ornata, 
interna  paulo  breviora,  obovato-nblouga,  obtusa  vcl  brevissime  mucrunata,  basi  cuiieatim  in  uuguem  attenuata, 
macula  anguste  clliptica,  tenuiter  flavo  cincta,  omnia  extus  pallidiora,  lividescentia.  Staminum  filanienta  e  basi 
dilatata,  sensim  in  apicom  lilif'ormcin  aiigustata,  atroeaendea,  apice  flava;  autherae  tihuneuto  duplo  et  ultra 
loiigiores.  Ovariiiiii  obtusc  triquctro-pi-ismaticiiin  tiliinienta  aeqiians  ve!  paulo  superaiis,  stigmatibus  brevibus. 
Capsula.  .  . 


l'crig.  phyll.  int.  4^/.^—^''"  Ig.;  2-2\],'"'  lat. 
Stam.  filani.  6—7'"'"  lg. 

„       antb.  15—17'"™  Ig. 
Ovar.  ^s.  a.)  19—22"""  lg.;  4"""  lt. 


Bulb.  ;^-4Vj-"  Ig. 

Caul.  (flor.  excl.)  1.'')— 20""  alt. 

Fol.  inf.  hf"!  — 2(r"  lg.;  2-;]'/^'"'  lt. 

„    sup.  10-ir'"lg.;   1 '/,■■"■  lt. 
Perig.  phyll.  ext.  4%-6""  lg.;  2'  ^—3'/,""  It. 
In  arvis  prope  Scburab  in  montc  Karaghan.  ( 1 2.  V.) 

Eine  schöne  Pflanze  von  gedrungener  kräftigerTracht  mit  relativ  grossen  Blüthen,  welche  noch  der  T.  praecox 
am  nächsten  steht,  aber  doch  schon  auf  dcu  ersten  Blick  \ on  ihr  zu  unterscheiden  ist. 

25.  Tulipa  cuspUUttu  stapt  (n.  .sp). 

Bulbus  ....  Caulis  ercctus,  glaberrimus,  supra  medium  foliatus.  Folia  ereeta,  plana,  quaterna,  caulem 
aequantia,  infima  oblongo-lanceolata  lalterius  speciminis  latissima),  suprema  lineari  lanceolata,  omuia  acuta, 
marginc  anguste  cartilaginca,  glabra  vel  ciliafula.  Perigonii  phylla  punicea,  extus  imprimis  medio  pallidiora, 
lividescentia,  externa  elliptica  in  lircvcm  unguem  abeuutia,  a  medio  vel  paulo  su})ra  apicem  versus  angustata, 
in  cuspidem  ciliatum  protracta,  interna  obovato-cuneata.  latitudine  maxima  in  triente  supremo,  infra  eam  lateri- 
bus  fere  rectis,  ohtusa,  cuspide  ciliato  imjjosito.  omnia  basi  macula  oblonga,  atroviolacea,  obsolete  flavo-cincta, 
ornata.  Staminum  tilameuta  a  ba.si  dilatata  sensim  in  apicem  tilit'ormem  attenuata,  atroviolacea,  apice  flavo ; 
antherac  tilamenta  aequantes.  Ovarium  oblongo-cylindricum  staminibus  paulo  brevius.  Capsula  .... 

Caul.  (flor.  cxd.)  25— 30=™  alt.  Perig.  phyll.  int.  5'  ^— 6'"'lg.;  2' „— S'/^""  lt. 

Fol.  inf.   14— 15""  lg.;  3— 4-5' '"  lt.  Stam.  fil.  0-11°""  lg. 

„     sup.  9  — lO-^"  lg-.;  6  — 8"""  lt.  I         „      anth.  10— 14""°  lg. 

Perig.  phyll.  ext.  5— 5Vj""  lg.;  2^/^—3''^  lt.         |    Ovar.  (s.  a.)  16  —  18"'"'  lg.;  4'"'°  lt. 

In  rupestribus  pro))e  Gendjname.  (19.  V.~) 

T.  cuspidata  steht  der  T.  praecox  zweifellos  sehr  nahe.  .Sie  unterscheidet  sich  von  ihr  durch  die  Form  der 
Perigonblätter,  deren  innere  drei  bei  T.  praa-ox  stets  schmäler  und  oblong  sind,  während  sie  hier  breiter  oder 
mindestens  eben  so  breit  wie  die  äusseren  und  deutlich  keilförmig  sind;  zudem  laufen  sie  alle  in  ein  feines,  oft 
ziemlich  langes,  mit  weissen  Haaren  bewimpertes  Spitzchen  aus. 

26.  TllUpn  silvestris  Linne  Spec.plant.  ed.  1.  p.305.  (1753).  —  Bak.  iu.Ji)uru.Linii..Soc.  XIV.  p.-290.  (1875).  —  Buiss. 
Fl.  Gr.  V.  p.  197.  (1882). 

E  montibus  ad  Alamut  (2100'"  s.  m.)  in  liortos  urbis  Kaswin  translata. 

27.  Tulipa  violacea  Boiss.  etBuhse  AiUz.  Trausk.  ii.  Pers.  Pfl.  p.  211.  fl860).  —  Boiss.  Fl.  Gr.  V.  p.  199.  (1882). 
Paulo  inira  summum  aditum  ad  Tusirkan  prope  nives,  2200"^  s.  m. 

28.  Tulipa  bi/fora  I.iuiiu   .Suppl.  p.  196.  (1791).  —  Reg.  in  Ganenfloi-a  XXII.  p. -lO.i.  (187.ij.  —    Bak.  iu  Joiirn.  I.iiiii. 
Sog.  XIV.  p.  29-2.   (I87.i).—  Bois.s.  Fl.  Gr.  V.  p.  200.  (1882). 

.Sy  n..   Onjlhiu  hijlura  Kiiutli.  Enum.  iil.  IV.  |).  226.  (1843).  —  T.  sihe.ftrh  'l.  hißoru  Ledeb.  Fl.  Uoss.  IV.  p.l36.  i  18.53). 

In  montibus  ad  trajectus  flu\ii  Kura  projie  Jciizabethpol  (^Transcauc).  (6.  IV.) 

Dciik^chriaeu  der  luatheiu.-aaturw.  Cl.   L.  lid.  AbhaiKiluugeu  von  Niclilmitgliedern.  C 


18  Otto  Stapf. 

29.  Tulipa  polychroma  stapf  (n.  sp  ). 

Bulbus  ovatus,  itallide-spadicens,  tunicis  membranaceis,  teneris,  extus  glabris,  intus  deiisc  lanatis.  Canli.s 
>;labcrriiiias,  uiiifluru.s,  mcdio  vel  paiüo  supra  bit'oliatii.s.  Folia  eloug'atülauceolata,  J'alcalini  recurvata,  ranali- 
c'Hlato-]>licata  vel  parte  inferiore  i'erc  plana,  glaucescentia,  florem  (expansa)  superantia.  Pedicelli  ante  authesin 
cernua,  deiude  creeta.  Perigonium  in  .speciniine  vivo  lato-campanulatum,  deinde  phyllis  externis  plus  rainusve 
pateutibus,  internis  erectis  distendentibus,  in  exsiecatis  infundibilitornii-eanipannlatum,  phyllis  exteinis  elliptico- 
lanceolatis,  acutis,  facie  alba,  basi  niacula  flava,  extus  violasceutibu.s  vel  rubcllis,  exsiceatis  obscurascentibus, 
interioribus  late,  vel  rotuiidato-ellipticis  in  brevem  unguem,  ciliatuluni  attenuatis,  plus  niinusve  coueavis,  dorso 
albis,  basi  flavescentibus,  intus  concoloribus,  basi  macula  amplo-cordata  aurea.  Staraina  subaequalia,  filamentis 
flavis,  basi  dilatatis,  dorso  gibbulosis,  intus  planis,  papillosis  vel  ac  extus  et  margine  pilosis,  superne  glabris; 
antlieris  ellipticis,  mucronulatis,  mucrone  purpureo.  Ovariuni  staminibus  brevius,  in  styluni  brevissimum  sensim 
attenuatum,  stiginate  parvo.  Capsula..  . 


Perig.  phyll,  int.:  2-2%  ■•"■  lg.;   12-14-"'"  lt. 
Stam.  fil.  4—5"""  lg. 

„       anth.  372—4""'  lg. 
Ovar-  6— 7">™  lg. 


Bulb,  2—3'='"  lg.;  2'="  er. 

Caul.  (incl.  pedune.)  7—12"'"  lg. 

Fol.  5 — 10''"  lg.  (a  basi  ad  summ,  curvaturae) ; 

Perig.  phyll.  ext.  2  -3"'"  lt.:  5-7'""  lg. 

lu  niontibus  Karaghan  ad  Schurab,  solo  salso-gypsaceo,  IDOO'"  s.  m.  (11.  V.i;  cult.  in  horto  Viudob.  e 
bulbo  a  Dr.  Polak  misso  (1883). 

Diese  zierliche  kleine  Tulpe  steht  der  T.  bißora  \j.  unzweifelhaft  sehr  nahe,  unterscheidet  sieh  aber  \on 
ihr  durch  die  stets  einzeln  stehenden  Blüthen  und  die  Form  des  Perigons  (insbesondere  durch  die  breiten 
inneren  Perigonblätter)  und  die  dicht  seidenwolligen  Zv^iebelschuppen.  Durch  letzteres  Merkmal  ist  sie  auch 
leicht  von  T.  Biebersteiniana,  T.  Tio-kcxfanim  und  T.  Intmilis  zu  unterscheiden. 

30.   FritlUai-ia   OUvieri  Baker  in  .louru.  Linu.  Soc.  XIV.  |).  -iöl.  (187Ö).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  18(i.  (1882). 
Ad  Gendjname,  2100'"  s.  ni.  (23.  V.) 

32.   FritiUafia  Fluardi  Boiss.  Diagu.  S6r.  I.  f.  VJI.  p.lüC.  (1846).  —  Baker  m  Joiini.  Linn.  Soc.  XIV.  p.265.  (1875). 
—  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  18.5.  (1882). 

In  horto  Vindob.  cultn  e  bulbo  a  Dre.  Polak  e  Persia  sine  loci  indicatione  misso  (1883). 

32.  Met-endera  trigt/na  Steveu  teste  Adams  in  Web.  et  Mohr,   tieitr.  z.  Naturk.  I.  p,  49.  (1805)  siib  Uidbocodio.  — 

Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  168.  (1882). 

Syn.:   M.  Caucasica  Marsch  a  Bieb.  Fl.  Taui-.-Cauc.  I.  p.  -.'93.  (1808),    Cent.  pl.  rar.  Taur.-Cauc.  t.  L.  (ISIO).    — 
Bulbocodium  triyyHuni  Ledeb.  Fl.  Koss.  IV.  p.  205.  (I8ft:i;. 

In  collibus  prope  Tiflis.  (29.  III.) 

33.  31eremlera  Perslca  Boiss.  in  Kotsehy  ri.  Pers.bor.   1S47,   Diagn,  Shv.  I.  f.  13.  p.  37.  (1853),  Fl.  Or.  V.  p.  169. 

(1882). 

In  montibus  ad  Schurab,   1900'"  s.  m.  (V2.  V.) 

34.  Merendei'ci  nivalis  Stapf,  (n.  sp.). 

Cormus  rninimus,  ovatus,  tunicis  submeinbranaceis,  badiis,  apice  longe  productis,  laceris,  caulis  et  foliorum 
basin  plus  minusve  alte  vaginantibus.  Caulis  brevis  e  medio  corrao  oriundus.  Folia  3 — 4,  infimum  membrana- 
ceum,  caetera  ad  medium  vel  ultra  vagiuans,  supera  viridia,  lanceolata,  acuta,  oblique  erecta,  flores  aequantia 
vel  paulo  eis  breviora.  Flores  1 — 3,  perigonio  iufundibilifornn,  pallide  roseo  vel  albo,  nnguibus  anguste 
linearibus,  lougissimis,  lamina  oblongo-elliplica,  basi  utrinque  deuticulata,  denticulis  pliyllorum  iuteriorum 
minimis.  iStamina  filamentis  lamina  triplo  brevioribus,  anthera  dorso  medio  affixa,  lineari-obloiiga,  versatili, 
filameulo  breviore.  Styli  antheras  paulo  superantes. 


Die  hofa irischen  Ergebnisse  der  Polak' scheu  Expedition,  nach  Persien.  19 


Perig.  pliyll.  uug.  b—^""  lg.;  lam.  17—26"™  lg. 
Stam.  fil.  6™"  lg.;  iuitli.  4"'"  lg. 


Corm.  (sine  tun.)  5—7""  lg;  4—6'"'"  lt. 
Oaul.  3-4'/2'='"lg. 
Fol.  4—6''"  Ig.;  1  —  1'//"'  lt. 
Paulo  infra  summiim  aditum  ad  Tusirkan  in  nioute  Elwend  ad  nives,  2200—2500"  s.  m.  (20.  V.). 

35.  Merendera  quadrifoUa  stapt  (u.  .sp.). 

Cormus  oblongo-cylindricus,  tunici.s  tcnuilins,  badiis  Tel  atrofuscis,  apice  louge  productis,  caulem  elonga- 
liuu  ;i(!  inedinin  vel  ultra  vaginantibus.  Folia  quatenia,  late  oblonga,  obtnsa,  uuiltincvvia,  margiue  laevia.  Floves 
3 — 5,  perigonio  unguibns  filitoimibus,  longissimis,  lamina  angusta,  basi  uon  auriculafa.  Stamina.  .  .  Capsula 
ovato-oblouga,  valvis  acutis. 

Corm.  4"-"  lg.;  1 V^"^"  er.  |      Caul.  11— IS"-"  lg.  |       Fol.  7—9'/,™  lg. ;  27^-3^"'  lt. 

Ad  nives  prope  Sepujin.  (5.  V. ) 

Obwolil  nur  in  zwei  verblühten  Exemplaren  vorhanden,  verdient  diese  Merendera  doch  besonders  hervor- 
gelioben  zu  werden.  Die  Tracht  der  Pflan/.e  ist  nämlich  eine  so  ausgezeichnete,  dass  dieselbe  nicht  leicht  wie- 
der verkannt  werden  dürfte.  .Sie  wird  ebenso  sehr  durch  den  oyliudrisehen,  unterirdischen  Stamm,  als  durch 
die  \ier  ungefähr  übers  Kreuz  gestellten,  kurzen,  breiten,  stumpfen  und  fast  parallehandigen  Blätter  bedingt. 
Die  Art  steht  der  M.  rohusia  Eng.  am  nächsten. 

36.  (olchiciini  falrifoliurn  staiii'.  (n.  sp.) 

Coruius  anguste  oblougus,  tunicis  tenuibus,  submembranaceis,  atrofuscis,  longe  supra  collum  productis.  Folia 
quatenia,  inferiora,  lineari-lanceolata,  acuta,  plicata,  undulata,  falcato-recurva,  subcoriacea,  angustissime  carti- 
lagineo-membranacea,  bina  sM])eriora  spatliacea,  niargine  late-membranacea  vel  tota  menibranacea,  erecta, 
lanceolata,  eapsulam  plus  miuusse  includenfia.   Flos  unicus^?).  Capsula  parva  globoso-ovata,  pallida,  rugosa. 

Corm.  2—3'-'"  lg. ;   1 -]'//'"  er.  Capsul.  14' lg.;    12"""  lt. 

Fol.  inf.  6-7  '//■"  lg.;   10—12'"'"  it.  mx. 

Ad  Mandjil.  ( 26.  IV.) 

Dieses  auffallende  Colchicum  ist  leider  nur  mit  Früchten  vorhanden.  Allem  Anscheine  nach  ist  es  eine  der 
im  Spätherbst  oder  Winter  blühenden  Arten.  Am  nächsten  dürfte  es  dem  C.  'äteveni  Bunge  nach  der  Diagnose 
bei  Baker  Linn.  Soc.  X.  p.  114    stehen. 

Aniaryllideae. 

1.  TxioUHon    montanitm   La  Bill.  Ic.pf.Syr.dec.il.  p.5.  1. 1.  iIVSI)  an\>  AmaryllUh.   —  Herbert  Araavylf  p.  125. 

t.  20.   (1837J. 

in  hortis  adKaswin.  (1.  V.) 

2.  Tjtioliriou   PallasU  Fisch.  etMey.  in  Ledeb.  Fl.  Ross.  IV.  ii.  IIIJ.  (lS5.i).   -    Regel  iu  Garteufl.   XXII.  p.  322. 

t.  775.  r.  3.  4.  (1873).  —  Boiss.  Fl.  Gr.  V.  p.  154.  (1882). 

.Syu.:  /.  Tafaricum  ct.  typicum  Reg.  iu  Act,,  hört.  Pctrop.  VI.  p.  11.  p.  492.  (1880)  ex  parte. 
In  arenosis  ad  rivulos  prope  Hamadan.  (11.  V.) 

Irideae. 

1.  Gladiolu.<<  atroviolaceu,s  Bdiss.  biagu.  S6r.  l.  r.  i;i.  p.  i4.  (is5.'.),  Kl-  Or.  v.  p.  ui.  iiS82). 

luter  saxa  prope  Käbuterchan  2500'"  s.  m.  (14.  V.);   in   desertis   ad  Hamadan  (17.  V.);  in  montibus 
Karaghan  ad  .Schurab.  (^11.  V.) 

2.  Iris  Sisyrmchmm  Linue  Spec.plaut.  ed.  l.   p.  40.  (1753).   —    Rcdonte  Lil.    1.  t.  29.  (1802).  —    Boiss.  Fl.  üi'. 

V.  p.  120.  (1882;. 

Syu.:  I.  fugax  Pers.  .Syu.  1.  p.  54.  (1805).   —  Teuere  Fl.  Neap.  I.  p.  15.  t.  4.  (ISll  -1815).    -    Moraea   Sisp-htchium 
Gawl.  Bot.  mag.  t.  1407.   (1811).—  (hjnundrlrU  Shjinnchium  Pari.  NuGV-gen.  p.49.  (1854).—  XiiMoii  Sisyrlnchinn, 
Bak.  in  Seem.  Journ.  IX.  p.  42.  (1871).  -  1.  U.  Hook.  Bot.  mag.  t.  C096.  (1871). 
In  hortis  in  urbe  Kaswiu  (4.  V.). 

*  c 


20  Ofto  Stapf. 

3.  Iris  reticulata  Marsch,  a  Biob.  FI.  T.nu-.  Cauc.  I.  1).  .U.  (1808),  Cent.  pl.  rar.  Taiir.  Cauc.  Nro.  XI.  c.  i.  (1810).  — 

Regel  iu  Gartenfl.  XIII.  \>.  l.i-J.  ."23.  t.  4:i-2.  f.  6.  (1864).  —    Ciivtis  Bot.  Mag.  t.  5577.  (1866).  —    Boi.ss.  Fl.  Or.  V. 
j).  120.  (1882). 

Syn.:  Neubechia  reticiiliita  Alef.  in  Bot.  Zeit.  XXI.  p.  297.  11863;.  —  Xiphioii  ruticulatum  Klatt  in  Liuii.  XXXIV. 
p.  572.   (1865  et  1866). 

Ad  nives  iu  faucibiis  Cbarsoii.  (28.  IV.) 

4.  Iris  Caucasica  Hoffm.  in  Comm.  Soc.  Phys.  Med.  Mose.  I.  p.JO.  (1808).  —  Marsch,  a  Bieb.  Fl.  Taur.  Cauc.  I.  j).  33. 

(1808),  III.  p.  45.  (1819).  —  Ledeb.  Fl.  Ross.  IV.  p.  100.  (185.S).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  121.  (1882). 

Syn.:  Thehjsia  Caucasica  Parlat.  Fl.  Ital.  III.  p.  317.  (1858).  —  Costia  Caucasica  Willk.  in  Bot.  Zeit.  XVIII.  p.  132. 
(1860).  —  Neiibeckia  Caucasica  Alef.  Bot.  Zeit.  XXI.  p.  297.  (1863).  —  Corisanthe  Caucasica  Klatt  Linn.  XXXIV. 
p.  575.  (1865/66).  —  Xiphioti  Caucasicum  Bak.  in  Seem.  Jouru.  of  bot.  IX.  p.  109.  (1871). 

Ad  nives  supra  Sepujin,  1900"'  .s.  m.  (5.  V.) 

ö.  Iris  Soiigarica  Sehrenk  Enum.  pl.  nov.  p.  3.  (1841).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  126.  (1882). 
Syn.:  Joniris  Songavica  Kl a(  t  in  Bot.  Zeit.  XXX.  p.  502.  (1872). 
In  desertis  ad  Hamadan.  (16.  V.) 

6.  Iris  ßleda  Stapf  (n.  sp.). 

Pumila,  uniflora,  foliis  angiLstissimis,  erecto-recnrvis  vel  suberectis  spatbam  subaeqiiantibus,  basi  vagiuis 
aniiotinis,  plus  minusve  in  fibvillas  tenues  dissohitis,  involiicratis. 

Rbizoma  breve,  iepen.s,  Iridis  piimilae  multo  debilius.  Caulis  temiis,  bumilis.  Folia  plerumque  quaterna, 
angustissime  linearia,  plicata,  iuferiora  recnrva  vel  erecto  reeurva,  summuin  erectiim  spatbam  aequans  vel  bve- 
vius.  Spatba  bivalvis,  valvis  subaequilongis,  lanceolatis,  inox  louge  attenuatis,  perigoiiii  tubuiii  superantibus, 
mox  breviter  attenuatis  eum  aeqiiMiitibus.  Pcdicellus  ovario  cyliudrico  dimidio  et  ultra  brevior,  tubo  perigonii 
superato.  Perigonium  laciniis  exteruis  oblongo-ellipticis,  obtusiusculis,  vix  uuguiculatis,  medio  reflexis,  supra 
lineam  intermedia ni  fiavo-barbatis,  caeterum  lilacinis,  macula  intensiiis  violacea,  internis  oblongo-ellipticis, 
externis  quarta  parte  longioribus,  acutiuscuüs  vel  obtusiusculis,  basi  indistincte  in  unguem  attenuatis,  pallide- 
lilacinis.  Stigma  laciniis  obovato-ouneatis,  lobis  ol)tusis,  deltoideis.  Capsula.  .  .  . 

Caul.  ad  spath.  bas.  5-10""  lg.  Perig.  pbyll.ext.  S^-A^^^lg. ;  1 '/,— 17*""!^. 

Fol.  c.  vag.  10-15™  lg;  1'/,— 3">"  lt.  „  „    int.  H'/.-SV,""  lg.;  1-1  ■4^"  lt. 

Spatb.  valv.  4—6'^'"  lg. 

Pedic.  7^— ly^-Mg. 

Ovar.  17,-2"°  lg. 

Perig.  tub.  2-3"Mg.  „       lob.  5-7"'"Mg.;  4-6™Mt. 

Variat  floribus  flavesceutibus. 

In  coUibus  ad  Käbutercban  (12.,   16.  V.V,  in  aridis  al  Hamadan  (19.  V.). 

Unterscbeidet  sieb  durcli  die  ungemein  scbmaleu  Blätter  von  /.  aniii/oha  V.A.  Mey.,  welcber  sie  übrigens 
uabe  steht,  ausserdem  aber  aucb  nueb  dureii  die  stumpferen  Perigonzipfel  und  die  Farbe  der  Blütbe. 

7.  Iris  Polakii  Stapf  (n.  »p.). 

Pumila,  uniflora,  angustifolia,  tiore  maguitudine  Iridis  pumilae. 

Phizoma  brevissimuni.  Iridis  pumilae  debilius.  Caidis  iiuinilliunis.  ad  medium  et  ultra  vaginatus,  vagiuis 
aniKilinis,  demuiu  plus  minusve  in  fibrilias  tenues  dissolutis.  Folia  augnste  linearia,  erecta,  leviter  curvata,  acuta, 
tldrem  subaequantia  vel  ae(|Mantia.  Spatba  valvis  biiiis  lanceolatis,  acutis,pallidis,tnbum  perigonii  superantibus. 
Pcdicellus  ovario  cylindrico  multo  brevius.  l'erigonium  tnbo  ovarium  vix  aequante  vel  breviore,  laciniis  externis 
ultra  medium  deflexis,  obnvato-cuueatis,  obtusis  vel  oblongo-ellipticis,  subacutis,  secundum  lineam  inediam  pilis 
atroviolaceis,  barbatis  et  supra  eins  apieem  macula  intense  violacea  vel  atropurpurea  ornatis,  internis  paulo 
brcvioribus,  oblongo-ellipticis,  obtusis  vel  snbacutis  lilacinis,  saturate  violaceo-venosis.  Stigma  laciniis  elliptico- 
spatbulatis,  lobis  obtusis,  deltoideis,  iiitegris  vel  creuulatis. 


Antb.  13'""  lg. 

Filam.  10"""  lg. 

Stigm.  lac.  20-24"'"'  lg.;  12—14"""'  lt. 


Die  bofunische»  Ergebnisse  der  Polak' sehen  Expedition  nach  Fersien.  21 


Perig.  tub.  10—15'""'  lg. 

„      lac.  ext.  4  7,-5  V,™  l^-. ;  2-  2 '//-  lt. 

„  int.  47^-5'='"  lg. ;  2  •  2—2  •  4™  lt. 

Stigm.  lac.  27^— 3'="'  lg.;  12— U'"'"  lt. 

„       lob.  5-7™'"  lg.;  5—6"^'"  lt. 


Caul.  ad  bas.  spath.  7  —  8""  lg. 
Fol.  c.  vag.  ir— 17'^'"  lg.,  3"""  lt. 
Späth.  5™'  lg. 
Pediccll.  5  —  7"""  lg. 
Ovar.  15-22"'"  lg. 

Subter  rupibiis  ad  Haideri,  2600""  s.  m.  (4.  VI.) 

Der  /.  Meihi  nahe  verwandt,  aber  durch  grössere,  dnukler  gefärbte  Blüthen,  kürzeren  Stengel  und  relativ 
längere  Blätter  liabituell  verschieden.  Zudem  sind  die  Perigonzipfel  viel  breiler  und  die  Ifiihre  des  Perigons 
kürzer. 

Orcliideae. 

1.  Epipactis   latifolia  Liun6  .Spec  plant,  ed.  1.   p.  949  (1753)  pro  var.  a.  Sempiadk  IMleboriiies.  —  All.  Fl.  Ped.  II. 

p.  152.  (1785). 

Syn.:  E.  Hellchorhie  Crantz  Stirp.  Austr.  p.  467.  (1769). 
In  hortis  circa  domum  regiam  Akdessie  ad  radices  montis  Eiburs.  (8.  VII.) 

2.  Orfihis  f'rngrans  PoUiui  Elem.  hnt.  II.  p.  i.-,:..  t.  ult.  f.  2.  (I811).  —  KeicluMib,  U.  Fl.  Genn.  Xlir.  t.  CCCI.XVI. 

(is.-.ij. 

Syn.:   0.  fnlHiiiiuiii  S|]reng:.  Plant. min.  cogn.  1.  p.7S.  (1813).  —  Poll.  Hort,  tit  Prov.  Verou.  I.  p.-iö.  (1S16).  —  O.  mriu- 
jihoni  V.  fruiiraiia  Boi.ss.  Fl.  Or.  V.  p.  61.   i'lsSJj. 

In  humidis  ad  Gendjnaiue.  (8.  VI.) 

3.  Orehis  incamata  Linue  Fl.  Suec.  od.  -2.  p.  3i-2.  (1755).  —  Boiss.  Fl.  Oi-.  v.  ]>.  71.  (i8.s2). 

In  humidis  ad  Schewerin  prope  Hamndan  (13.  VI.);  in  valle  Ueudjnaine  ad  Hamadau  (19.  V.);  prope 
nives  pauio  infra  sunimum  adituiu  ad  Tusirkan  in  inonte  Elwcnd. 

4.  OreJiis  laori/for«/   Lamavck   Fl.  Fraug,.  111.  p.  II113.  (177S).  —   Üoiss.  Fl.  Ur.  V.  p.  71.  (1882). 

Syn.:   <).  Moiii)  ß  (uiit/uglifolia)  Linne  Sjjec.  jilaut.  ed.  1.  t.  11.  p.  940.  (17531. 
In  humidis  ad  aquaeductos  prope  Hamadan.  (13  VI.) 

Convolvulaceae. 

1.  Convolvulns   COttl/mutatUS  Boiss.  Dlagn.  S6r.  I.   f.  IV.  p.  81.  (1849).  —  Fl.  Or.  IV.  p.  94.   (l,s79). 

Syn.:   C.  hinuyinoxus  var.  ß.  Desr.  in  I.aiu.  Ene.  meth.  111.  p.  552.  (1789j. 
Inter  Gussedje  et  Navveran  (17.  VI.);  in  collibus  siccis  ad  Jalpan.  (21.  VI.) 

2.  CuSCUta  EpithymV  m  Linne  SpeC  pl.  ed.  1.  p.  124.  (1753)  pril  var.  j3.  C.Europeue.  —  Engelm.  Ciisf.  p.  II.  |iu  'l'r  n.s. 

Ac.  Hc.  St.  Lonis  1.  \\.  461.  (1859)]  qtioad  var.  a.  vulyaris. 

In  pratis  ad  Hamadan,  Mcäicaginis,  Galii,  ('onvolvuli  parasitica.  (6.  VIII.) 

3.  CuSCUta  KotSChl/and  Boiss.  Uiagu.  Ser.  1.  f.  7.  p.  29.  il846j,   Fl.Or.  IV.  p.  119.  (1879).—   Engelm.  C'nsc.  p.21. 

|in  Trans.  Ae.  Sc.  St.  Louis.  1.  p.  471.  (18ö9i|. 

In  Stachyde  ad  Dauktabad.  (26.  V.) 

4.  Cuscuta  O/pprOOriniata  Babiugt.  Ami.  or.  Mag.  Nat.  Hist.  t.  4.  (1844)  et  t.  I.  (1845). 

Syn.:   ('.cujjulata  Eng-elm.  Bot.  Zeit.  IV.    p.  276.  (1S4C;.  —   (.'.  p/aniflora  var.  approximatu  Eugolin.  Cuse.  p.  I  ,i.    [in 
Trans.  Ac.  Sc.  St,  Lonis.  I.  p.  46.5.  (1859)].  —  Buiss.  Fl.Or.  IV.  p.  116.  (1879). 

Ad  'rscbenierln  iuter  Hamadan  et  Teheran,  Arteniisiue  parasitica.  (17.  VI.) 

5.  Ouscuta  Lentis  .stapf  (n.  sp.). 

(!aulis  ramo.sissimus,  intricatus,  eapillaris.  Unibella  sessilis,  piuicillura,  saepc  bractea  parva  ovat;i  vel  lan- 
ceolata  acuta  suffiilta.  Pc^dicelli  inaeciuales,  mox  tiore  breviores  niux  paulo  longiores.  C;ilyx  cupulatii.s,  lirevis- 
sime  4 — 5  lobatus,  lobis  latis,  obtu.-iis  vel  acutiusculis.  CoroUa  calyce  duplo  longior,  globo.^o  campauulata,  iil 
tota  plania,  albida,  lobis  tubo  aequiloiigis  vel  paulo  brevioribus,  sub  :uithesi  erectis,  postea  conniveutibus,  ovatis' 


22  Otto  8t (II) f. 

acuminatis,  squamulis  latiuscule  linearibus,  apice  tantnni  breviter  fimbiiatis,  tubo  adpressis,  faucem  attiugeuti- 
bus.  Antherae  breviter  ejlipsoideae,  filamentis  lanceolato-subulatis  brcviores.  Stigmata  ovario  subbreviora,  ses- 
silia.  Capsula  ima  basi  circumcirca  riimpens,  eorolla  emarcida,  apice  excepto,  involnta.  Semina  atro-bruiniea, 
ellipsoideo-globosa. 

Cal.  l""'lg.  I  Coroli.  ]-7,-2""Mg. 

Prope  Hamadau,  parasitica  Krvi  loifis.  (16.  VI.) 

Die  Pflanze  ist  zunächst  mit  Oiixridii  imlcheUa  Engelm.  aus  der  Section  A%v  Epistkßnae  verwandt.  Sie 
miferscheidet  sicli  von  ilir  durch  noch  kürzere,  oft  undeutliclie  Kelchziptel  und  kleinere,  glatte,  nicht 
papillose  CoroUen  mit  breiteren,  nur  au  der  Spitze  kurzgewimperteu  SchluadschUppchen.  Von  C.  Arabka  Fresn. 
weicht  sie  ausserdem  noch  durch  nicht  hervorragende  Antheren  ab. 

Scrophulariiieae. 

Autore  C.  Richter. 
1.  Celsla  ArCtUrUS  Liuue  Spec  plant,  oil.  I.  p.l77.  (17:>;ii  >in\t  Verbasco.  —  Jacq.  Hort.  Vindob.  II.  p.5o.  t.ll7.  (177.3). 
Syn.:  C.ylandulosa  Bouolie  Limi.  V.  I.iter.  p.  12.  (l.s:^üi.  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  ,H,50.  (1879). 
Die  mir  vorliegende  Pflanze  stimmt  vollständig  mit  der  Abbildung  bei  Jacquin  a.  a.  0.  iiberein.  Auf  diese 
beruft  sich  aber  Linne  im  Syst.  cd.  XIV.  p..'i(il.,  nachdem  er  schon  in  der  13.  Ausgabe  des  Systema,  p.  471., 
die  Bemerkung  „In  mea  Folia  opposita"  an  die  Diagnose  angeschlossen  hatte.  Linne  citirte  in  den  Spec. 
plant,  ed.  1.  1.  c.  ausser  Bauhinius  noch  ..Column.  ecplir.  2.  p.  81.  t.  82.'',  in  der  cd.  II.  p.  254.,  ausserdem 
noch  „Alp.  exot.  123.  t.  122''.  Die  Abbildung  bei  Column  a  zeigt  eine  Pflanze  mit  wechselständigeu  Blättern, 
jene  bei  Alpini  eine  solche  mit  gegenständigen;  im  Übrigen  lässt  sich,  wenn  man  von  dem  Mangel  der 
Behaarung  bei  der  Pflanze  des  Alpini  absieht,  welcher  Mangel  auf  einen  Fehler  des  Holzsehneiders  zu 
rechnen  ist,  kein  wesentlicher  Unterschied  anführen.  Dass  Columna  und  Alpini  in  der  That  dieselbe 
Pflanze  darunter  verstanden,  geht  auch  daraus  hervor,  dass  sich,  beide  in  gleichem  Sinne  auf  den  Arzt 
Houorus  Bellus  berufen,  welcher  die  Pflanze  zuerst  in  einem  Briefe  an  Clusius  (Epist.  Bell.  Hist. 
p.  CCXCIX,  1601)  beschrieb,  worauf  sie  Pona  1608  in  seiner  Descr,  Mont.  Bald.  p.  44.  in  allerdings  sehr 
unbeholfener  Weise  abbildete.  All  diesen  rohen  Abbildungen  steht  jedoch  als  ausschlaggebend  diejenige 
Jacquiu's  gegenüber,  so  dass  kein  Zweifel  darüber  aufkommen  kann,  was  Linne  unter  seiner  Cehia  Ardurus 
verstand.  Auf  diese  Pflanze  passt  aber  auch  die  Beschreibung,  welche  Bouch6  a.  a.  0.  von  C.  glandulosa 
gibt,  vollständig.  Ob  die  C.  Ardurus  Bouche  non  L.  eine  eigene  Art  ist  oder  nicht,  vermag  ich  nach  dem 
mir  vorliegenden  Materiale  nicht  ganz  sicher  zu  entscheiden.  Ihr  entspiicht  die  Abbildung  im  Bot.Mag.  1962., 
sowie  jene  der  C.  xublamtta  in  Jacq.  Fragm.  t.  126.,  und  nach  diesen  zu  urtheilen,  ist  wohl  sehr  wahrschein- 
lich das  erstere  der  Fall.  Schliesslich  sei  noch  bemerkt,  dass  die  von  Ke  verchoii  1883  sab  Nr.  184.  ausgege- 
bene Pflanze  ebenfalls  dieser  zweiten  Art,  die  also  den  Nauien  Ü.  sublanata  Jacq.  zu  führen  hätte,  angehören 
dürfte,  während  die  vonSiutenis  und  Kigo  auf  Cypern  gesammelte  Cdsia  mit  der  lykischen  identisch 
ist.  (StaptV) 

2.    Celsia  rersica  0.  A.  Meyer  Enniii.  p.  ?..  (ISSI).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  355.  (1879). 

In  coUibus  aridis  ad  Hamadau  (t».  VI);  in  locis  aridis  partis  septentrionalis  iugi  in  via  Tusirkau  versus 
in  nionte  Elwend  (27.  VI.);  in  locis  arenosis  ad  pontem  prope  Mandjil.  (26.  IV.) 

2.  Celsia  heterophylla  Desf.  iu  Pers.  ,Syn.  ll.  \,.ir,i.  (1S07).  -  Boiss.  Fl.  Orient.  IV.  p.  .S59.  (1879).  —  .Taub,  et  Sp. 

111.   tab.  404.   (1853). 

luter  Tschemerin  et  Khuschkek.  (^18.  VI.) 

3.  Celsia   Orientalis  L.  Sp.  pl.  od.  l.  ],.  G-21.    (175,S).  -    Kebb.    Icou.  XX.  t.  50.  (18C2).    —   Boiss.   Fi.  Orient.   IV. 

p.  3üU.  (1879). 

Ad  Kustemabad.  (20.  IV.) 


Die  botanischen  Ergebnisse  der  Po lak' sehen  Expedition  nach  Fersien. 


zo 


Cüi-oll.  diaai.  2'/'". 


3.  Vei'basciiin  Medum  stapf  (u.  sp.). 

Folia  cauliua  iufcriora  lanceolata  vel  obloiign-lanceolata,  hasi  subcordata  vel  breviter  attemiata.  acuta, 
obsolete  cveuata,  subtiis  nigosa.,  iilriuque  tomeiito  teiuü  et  adpresso  \c.stita;  suprema  paiiiculae  ramos  tulci-antia, 
hite  ovata,  aiiiee  abrupte  in  caudicultiiii  tiexuosiiiii  atteiiiuita,  dense  albn  tomeiitosa.  Uracteae  ovatae,  longo 
eus|)idatü  acumiuatac.  Panieula  rigida,  ampla,  floiuiii  t'ascicuiis  plus  quam  lougitudine  sua  vemotis,  i)edicellis 
iuaequalibus,  lougissimo  ealycc  paulo  breviore.  Calyx  profuniie  pavtitus,  lobis  triangulari-laneeolatls,  albo- 
tonientosus.  Corolla  aurea,  extus  tomeutosa,  lobis  sabacqualil)n.s.  Autherae  omnes  rcnitbimes,  subaequales. 
Statnina  tlavescenti-barbata . 

F(d.  caul.  inf.  19  — 2t)''"  lg.;  d  — 7'  /'"  lt. 

Oal.  8  —  10™'"  lg. 
In  agris  montanis  supra  Jalpan.  (20.  VI.) 

Dem  V.  glomeratiim  Boiss.  (Seet.  Tliapttoided)  nahe  verwandt,  aber  durch  einen  zarteren  Filz,  länger 
gestielte  Blüthen  und  kleinere  Kelche  deutlich  verschieden. 

4.  Antirrhimim,  Orontluni  l.  Sp.  pi.  (.d.  i.  p.  617.  (175^). 

Culta  in  horto  Viudob.  e  seminibus  a  l)'"-  Polak  e  Fersia  missis. 

5.  Linaria  fastkjinta  Chav.  Mou.  p.  126.  t.  7.  f.  a  (I833).  —  Boisf^.  Fl.  Orient.  IV.  p.  371.  (1879). 

In  pascuis  nioutium  ad  Jalpan  (21.  VI.;  15—16.  VII.);  ad  Hamadau  (28.  VII.);  ad  Haydere  i7.  VII.);  in 
saxosis  supra  ftendjuame  ( 10.  VI.i;  in  arvis  ad  Schawerin.  (28.  \\.) 

6.  Linaria  MichaUirii  Ohav.   Mon.  \>.  124.  t.  7.  f.  B.  (1833).  —  Boiss.  Fl.  Orieiil.  IV.  p.  .-574.  (1879). 

In  ditione  urbis  Hamadan. 

7.  Linaria   Siinplex  DC.  FI.  Frang.  III.  p.  sss.  (1S15).  --  Prodr.  X.  p.  280.  (1846). 

Syn.  :    Liiiaria  arvensis  \a,y.  flaviflora   Boiss.  Fl.  Or.    IV.  p.  375.    (1879).   —    Anlhrliiiiiim  /larrißoniiii  .I:icq.  Ic.  rar. 
III.  t.  499.  uon  Desf.  —  A.  ai-vense  var.  |3.  L.  Sp.  ed.  1.  p.  614.  (1753). 

Ad  Rudbar  solo  carbonico  (24.  IV.);  ad  Kaswiu.  (o.  V.) 

8.  Linaria  Chalepensis  ]..  Sp.  pl.  ed.  1.  11.6I7.  (1703)  sub  Aiilin-hino.  —  Mill.  Dict.  Nr.  12.  —  Rchb.  Icon.  XX.  t,66. 

(1862).  —  Boiss.  Fl.  Orient.  IV.  p.  381.  1I879). 

Prope  Rudbar.  (2,3.  IV.) 

9.  Scrophularia  digitalifoUa  Richter  (n.  .sp.)  e  sectione  Vaiilia  Dou.,  ctV.   Btli.  iuDC.  Prodr.  X.  p.  :i02. 

RadiceV  — :  caule  erecto,  tereti  vel  obtuso-angulato,  moUiter  glanduloso-pubescente,  in  thyrsum  longuni  in 
parte  inl'criore  toliosum  abennte;  tbliis  sessilibns,  c  basi  latc  ovata,  semiamplexicauli,  ovatodanceolatis,  in  apicem 
lougam  protraetis,  praecipue  ad  basiu  breviter  dentatis,  apicem  vcrvus  integcrrimis,  alternis,  nonnullis  oppositis 
vel  ternis,  glaudnlose  pubescentibus,  superioribns  praecipue  tioralibus  sensim  deminutis,  iut'erioribus  fasciculis 
foliovum  axiUaril)us  instructis,  thyrso  elongato,  dense  ferrugineo-tomentoso,  interne  foliato^  cymis  uudtitioribus, 
pedicellis  longitudine  mäxime  variantibus,  calycem  aequantibus  vel  eo  longioribus,  hracteis  parvis,  setaceis, 
pedicello  brevioribus,  calycis  laciniis  obtusis,  membranaceo-marginatis,  dense  glandulose  pubescentibus,  corolla 
quadriloba,  lobe  inferiore  parvo,  votuudato  angusto,  superiore  cmarginato,  bifido,  staminis  qiiinti  rudimento  niillo, 
genitalibus  exsertis,  Capsula  ovoidea,  acuta. 

Species  e  sectione  Vendia  habitu  valde  iusignis. 

Rarissima  in  monte  Elwend  ad  Haydere  2600"',  in  rupibus  (G.  \'I.);  in  riipestribus  supra  Haydere.  (29.  VI.) 

10.  Scrophularia  auriCUlata  Scop.  Fl.  Cam.  ed.  2.  I.  p.  446  etil.  t.  32.  (1772).    —    Scroplntlaiia  Scui>üUi  Hoppe 

Cent,  (teste  Pers.  Syu.  IL  p.  100.   1S07).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  395.  (1879). 

In  aggere  humido  ad  Hamadan.  (23.  VI.) 

11.  Scrophularia   martjinata  Boiss.  Diag-n.  S6r.  I.  4.  p.  72.  (ISll),  Fl.  Orient.  IV.  p.   114.  ^  Bill,  in  DC.  Pnxlr. 

X.   p.  314.   (1879). 

In  locis  arenosis  ad  .lalpau  (25.  V.  et  6.  VI.). 


24  Otto  Stupf. 

12.  Scrophnlaria  prulnosa  Boiss.  Dhga.  S6r.  I.   12.  p.  38.  (1853),  Fl.  Orient.  IV.  11.  416.  (1879). 

In  locis  siccis  jiixta  riviini  ad  Ilamadaii.  (H.  VI.) 

13.  Scrop/Hflaria  prasiifoLia   Boiss.  et  U;uissl<u.  in  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  )).  llü.  (1879). 

In  jugo  ad  Kiibuterchan  inia  ciini  .sV.  iiiliild  m.;  L'ÜOO'".  (14.  V.) 

14.  HcyophiilaHa  nitida  iiichtcr  m.  sp.). 

Infloresceutia  cxcepta  glabra,  radice  liguosa,  niulticipite,  canlibus  jiscondentibiis,  t'ülii.s  iut'crioiilni.s  ()\)\m- 
sitis,  superioribus  alteriiis,  petiohitis,  ovalibii.s,  acntis  vel  ol)tusis,  gio.ssc  et  irregularitei'  inciso-deutatis, aonaullis 
quasi  pimiatifidis,  thyreo  pyramidaH,  iufenie  tblio.sii,  glaiiiUilose  pnbescentc,  cyoiis  magnis,  qninqiiefloris,  pedi- 
cellis  longitudiue  variantibus,  bracteis  ovatis,  miiiutis,  calycis  laciuiis  obtusis,  augnstc  mavginatis;  coroUa  siib- 
globosa,  hiciniis  superioribus  pateutibus,  nidiniento  staiiiinis  quinti  ovato,apice  prol'uudc  emarginato,  staminibus 
exsertis. 

In  jugo  ad  Kiibnterclian  luui  cum  >icr.  iintfiiifolkt.   Boiss.  et  Haussliu.  20U0"'.  (14.  V.) 

\h.  Sct'ophuUiria  juncea  Uiclitov  m.  sp.). 

SutTruticosa,  glauca,  caulibus  e  basi  lignosa  asceudentibus,  vamosissimis,  ioliis  omnibus  alteniis,  inferiori 
bus  inegulariter  piiinatiscetis,  segnieiitis  linearibus,  dentatis,  supeiioribus  irregulariter  inciso-dentatis,  linearibus, 
thyi-so  elongato,  divavicalo,  cyniis  longi.«,  divaricatis,  fioribus  sessilibus,  parvis,  calycis  laciniis  acutiusciilis,  late 
marginatis,  corollae  laciniis  superioribus  magnis,  dilatatis,  renifonuibus,  staminis  quinti  rudimeuto  perraagno, 
reniformi,  corolla  exserta  magnitudiue  labii  corollae,  staminibus  exsertis. 

Species  inter  sparsifolias  thyrso  divaricalo  et  fornui  magiütudineque  appeudicis  corollae  valde  insignis. 

In  agro  prcpe  Dauletabad  in  ditionc  Elwend  (2S  \.)\  in  .arenosis  ad  rivum  jirope  Hamadan.  ( 18.  V.) 

16.  Veroniea  Michaam'ii  L;un.    Hl.  l.  p.  14.  (I791).  —  .F;uib.  und  Sp,  lll.  tab.  424.  (18.53).  —  Boiss.  l''l.  Ur.  11.   I3H. 
(1876), 

Ad  foutes  in  moute  Elwend  ad  Hamadan.  loc  class  (22.  VII.);  in  arenosis  liumidis  ad  rivulos  montium 
circa  Hamadan.  (27.  VII.) 

Boissicr  1.  c.  spricht  (b'v  V.  Micliuii.rii  die  Blätter  der  V.  Beccabimya  zu;  die  vorliegenden  Exemplare 
vom  classischen  Standorte  /.eigen  dieselben  jedoch  ebenso  wenig  als  die  Jaubert'schc  Abbildung. 

17.  Vei'Onica  COmosa  Itichtn-  lu.  sp.)  e  sectione  Ziccwri«//./«  Gri.s.  et'.  Btli.  in  D  C.  Prodr.  X.  p.  467. 
Rhizomate  repente,  caule  glaberrimo,  erecto,  fistuloso,  ramoso,  foliis  lineari-lanceolatis,  oppositis,  basi  cor- 

dati.s,  amplexicaulibus,  coniiatis,  serratis,  aciitis;  raceniis  axillaribus  pednncnlatis,  oppositis,  lolia  aequautibns 
vel  eis  longioribiis,  pedicellis  rectis  calyce  diiplo  loiigioribus,  bracteis  lauceolatis  eos  aequantibus,  suffultis, 
racemis  imperfectis,  bracteis  longis  flores  superantibus,  comosis,  calycis  laciniis  acutis,  breviter  et  obsolete  den- 
tatis, subaeqiialibus,  corollis  miniitis  calyci  aequilongis,  Capsula  (an  matnra?)  minima  calyce  persistente  dnjdo 
breviore,  obtusa,  seminibus  biconvexis. 

In  fossis  ad  Rescht.  (23.  IV.). 

Vorliegende  Pflanze  steht  der  V.  AnatjalUs  L.  ziemlich  nahe,  und  dürfte  sich  vielleiciit  einst  als  Varietät 
derselben  herausstellen;  gleichwohl  erschien  mit  Kiicksiclil  auf  die  hingen  Deckblätter,  welche  den  nnauf- 
geblüliten  Ähren  ein  schopfiges  Ausselien  verleihen,  sowie  die  Kleinheit  der  halbreifen  Früchte  und  eine  auf- 
fallende Tracht  die  Aufstellung  einer  neuen  Ait  berechtigt. 

18.  \  ei'onlca  AnaiialUs  L.  Spec.  pl.  ed.  l.  p.  12.  (I753).  -  Rchb.  Icon.  XX.  t  st.  (1862).  —  Boiss.  Fl.  Orient.  IV. 

p.  4:!7.    (1879). 

In  paludosis  montanis  ad  Jalpan.  (20.  VI.) 

li).   Vei'onica  üieber stein ii  Richter  (n.  sp.). 

Syn.:   V.multijida  M.  1!.  Fl.  Tanr.  Cauc.  I.  p.  12.  ftSOSj.  —  lUh.  in  DC.  Prodr.  X.  p.  471.  (ISlfi).  —  Boiss.  Fl.  Or. 
IV.  p.  112.  (1870)  non  Linn6  Sp.  pl. 
In  plauilie  arida  ad  Kaswin  [A.  IV.);  inter  Schtirah  et  Manian  {\'2.  V.);  ad  Hamadan  {2\.  V.) 


Die  (wtuiiischeii  Eri/e/jti/sse  der  Fvldk'sc/ien  Expedition  nach  Persien.  25 

Die  hier  vorliegende  Feromc«  wird  von  Marsch,  a  Bieberstein  und  Roissier  als  F.  muUifida  L.  ange- 
sprochen. V.  innHijida  L.  wird  aber  von  Linne  selbst  in  Syst.  ed.  XIII.  mit  dem  Beisatze  versehen  „An  var. 
praecedentis':"',  nämlicli  V.  Andriacae  L.  und  s(dion  in  Sp.  pl.  ed.  1.  p.  13.  wird  die  Abbildung  in  Buxb.  Cent. 
I.  T.  38.  citirt,  welche,  so  schlecht  sie  aucii  ist,  doch  auf  das  klar.ste  beweist,  dass  Linne  eine  andere  Ptlanze 
gemeint  hat,  als  die  uuserige,  und  wurde  auch  bereits  die  Identität  dieser  Art  mit  V.  Austriaca  der  neueren  öster 
reichischen  Floristen,  \eilr.,  Sadl.  etc.  non  L.  von  A.  Kerner  in  Osterr.  bot.  Zeitschr.  XXII.  p.  372—373. 
( 1873),  Veget.  Verh.  d.  mittl.  und  östl.  Ungarns  p.359 — 360  nachgewiesen  und  von  eben  demselben  in  Sciiedis 
ad  Floram  exsiccatam  Austro-Hungaricam  III.  Nr.  925.  p.  92  —  93.  auf  Boissier's  Irrthum  in  Betreff  dieser 
Pflanze  hingewiesen.  Von  Letzterem  wurde  jedoch  allem  Anscheine  nach  nur  Marscli.  a  Bicberstcin's 
Ansicht  acceptirt,  welcher  1.  c.  in  directem  Widerspruche  zu  Linne,  der  eine  Veronica  „cauli))us  erectis" 
beschreibt,  der  angeblich  gleichen  PHanzc  aufsteigende  an  der  Basis  verholzte  Stengel  zusinicht.  Überhaupt 
passt  die  gan/.e  Diagnose  zwar  vollkommen  auf  die  hier  ^  (u-liegende  V.  Bieheräeiiiii,  hingegen  gar  nicht  auf 
V.  multifida  L.  =;  V.  Austriaca  Aut. 

Ob  die  hier  vorliegenden  Exemplare  nicht  zum  Theile  zu  P.  iemiifolia  (Her.)  M.  B.  1.  c.  p.  13,  welche  \on 
Boiss.  als  eine  alpine,  zarte  Form  zu  seiner  V.  midtißda  gezogen  wird,  gehören,  lässt  sich  bei  dem  Maugel  an 
Vergleichsmaterial  nicht  entscheiden,  da  die  Unterscheidungsmerkmale  alle  relativ  und  keine  Gfössenangabeu 
vorhanden  sind.  Ebenso  wenig  ist  es  ohne  Einsicht  in  die  üriginalherbarien  möglich,  die  zu  V.  Bieberöfeinii 
gehörigen  Synonime  nur  annäherungsweise  festzustellen;  nur  dürfte  man  annehmen  können,  dass  alle  jene 
Autoren,  welche  Jacquin  als  Autor  zu  V.  inidfifida  ■=  V.  Austriaca  Aut.  citiren,  unter  P.  ntidtifida  L.,  dem 
Beispiele  Bieberstein's  und  Boissier's  folgend,  unsere  V.  Biebersteinü  verstanden  haben. 

20.  Veronica   Ofieittalis  Mill.  —  Sei.  in  Ait.  Kew.  I.  j).  .S2.  (ISIO).  —  Boiss.  FI.  (»r.  IV.  ]i.  143.  (1879). 
In  montibus  altioribus  inter  Kamau  et  Kaswin.  (5.  V.) 

21.  Veronica  aclnifoUa  Liuii6  Spec.  pl.   ed.  l.  ]>.  lO.  (170-2j.  —    Uchb.  Icon.  XX.  t.  38.  f.  2.  (186-2).  —   Boiss.  Fl. 
Or.  IV.  p.  458.  (1879.) 

In  locis  petrosis  ad  Gendjname,  2600™  s.  m.  (21.  V.) 

22.  Veronica  Cnmpi/lopoda  Boiss.  Ui.-ign,  Sör.  I.  f.  l,  p.  »o.  (1844i.  Flor.  Orient.  IV.  \>.  464.  (1879.) 
In  locis  arridis  et  in  arvis  ad  Kaswin  (V.);  prope  Hamadan.  (20.  V.) 

23.  Veronica  opaca  Fries.  Nov.  Ed.  2.  ]>.  3.  (1839).  —    Kchb.  Icon.  XX.  t.  79.  f.  1.  (1862).  —  Boiss.  Fl.  Orient.  IV. 
p.  467.  (1879.) 

In  muris  ad  Rescht.  (22.  et  23.  V.j 

24.  Veronica.  Crista  Galli  Stev.  in  Trans.  Liuu.  Soc.  II.  p.  408.  t.  3i.  —  Boiss.  Fl.  Oi.  IV.  p.  468.  (i879.) 
In  silvis  inter  Beseht  et  Kudrun. 

V.  Crista  G(dli  hat  nach  Boissier  1.  c.  einsamige  Sameufächer,  Bentham  in  DC.  Prodr.  X.  p.  487  hin- 
gegen spricht  ihr  1 — 4samige  Fruchtfächer  zu,  was  auch  bei  den  hier  vorliegenden  Pflanzen  zutrifft. 

25.  Bungen  triftda  Valil.  Symb.  p.  i.  j).  44.  (n90i  mh  l:l,in,iiitlw.  —  C.  A.  Mey.  Verz.  Cauc.Casp.  Pfl.  p.  109.  (I83i). 

—   Boiss.  Fl.  Orient.  IV.  p.  471.  (18791. 

Syn. :  Biirtsia  trißdü  8)1  reng.  Syst.  II.  ji.  773.  (1825). 
In  montibus  prope  Schurab.  (11.  V.) 

26.  OdontitCS   Aucheri  Bois.s.  Diagu.  SiJr.  I.  4.  p.  74.  (1814);  Fl.  Or.  IV.  ]i.  475.  (1879). 

In  montibus  supra  Gendjname. 

27.  Bhyucliocoris  niajima  liiehter  (n.  sp.). 

Dense  glanduloso-pubescens,  radice  scpiamosa,  perenni;  caule  erecto  simplici  vel  parce  ramoso,  foliis 
oppositis  bre\iter  petiolatis,  ovalibus,  utrimiuc  rotuudatis  \el  apice  aeufis,  grosse  obtuse  deutato-crenatis,  flora- 
libus  vix  minoribus;  floribus  in  axiliis  solitariis  hinge  peduncuhitis,  pedunculis  strictis,  erecto-patentibus;  calycis 
labiis  vahle  inaequalibus,  siiiicrioic  iutegro,  late  ovato,  cucullato,  apice  bideutato,  inferiore  fere  usque  ad  basin, 

Donkscliriften  der  matheia.-naturw.  Cl,   L.  Ud.  Abhandlungen  von  NicUtmitp;]iederii.  ^ 


26  Offo  map/. 

longitudine  superius  nou  aeqnante;  corollae  flavae  galea  lineari,  infra  medium  inflexa  et  superne  g-ibba  in  rostrum 
subiilalnm  ascendens,  infra  medium  dentibus  binis,  dependentibus  snbtus  instructum,  apice  truucatum  abeunti, 
labio  inferiore  amplo,  galea  sesquiloni^'iore,  trilobo,  lol)is  obsolete  emarginatis,  Capsula  ellipsoidea,  apirulata, 
liubescente,  calyce  persistente  dimidio  breviore. 

Planta  perenuis  2 — 4''™,  foliis  2— 4'™,  flores  folia  fere  aequantes,  labium  inferius  l'/a"'"  lf»ugum,  2"™  bitum, 
tota  plauta  glanduloso-pubescens,  glandulis  minimis. 

In  locis  paludosis  ad  Pirebazar. 

2<S.   Fedicularis  acmodonta  Boiss.  Diagn.  Sfer.  I.    l.  p.  84.  (ISl-t^  —  Flor.  Or.  IV.  11-  l'-i-'-  pr.  vni: F.  campestrh  L. 

In  locis  humidis  in  ostio  vallis  Gcndjaame  ad  Hamadan  (19.  V.);  in  salieetis  vallis  Geudjnanie;  in  fnr- 
culis  ad  Tusirlian  et  Gendjname. 

ßigiioniaceae. 

1.   Sesamuni  huUcnm  Linn6  Sper.  plant,  cd.  I.  p.  ü;i4.  (IT.'i.ii.  —  Endl.   Icnn.  geu.  t.  70.  !\9.?,9.). 
In  ditione  urbis  Hamadan. 

Orobancheae. 

Aiictort'  G.  Beck. 

1.  Ofobanche  Aegyptiaca  Persoon.  Euch.  •_>.  p.  isi.  (I807.) 

Forma:   Orobanche  DeJilei  Decaisue  in  Ann.  seienc.  nat  >Ser.  2.  IV.  p.  201.  (1835). 
In  agris,  in  quibus  cucumes  coluntur  prope  Hehawerin.  (28.  VII.) 

2.  Orobanche  cistanchoitfes  Beck  (n.  sp.). 

Scapus  firmus,  siniplex,  ba.si  ])aulo  incrassatus,  siccus  rnliigiuosus,  apicem  versus  copiose  breviter  glandu- 
I08US,  17''"  altus,  S(piamatus.  Öquamae  nuraerosae,  remotac,  inferiores  ovatae,  glabrae,  superiores  erectae,  bre- 
viter glandulosae,  12"""longac.  Spiea  capitata,  quinqueflora,  floribus  paulo  remotis.  Bracteae  squamis  aequales, 
calycem  longitudinc  subaequantcs.  Calyx  diphyllus;  sepalis  snepe  ad  mediani  partem  bidentatis;  dentibus 
breviter  aeuminatis,  multinerviis,  parce  glanduloso-pilosis  intus,  aibidis,  longitndiue  tertiam  corollae  i)artem 
aequantibus.  Corolla  maxima,  .■J''™  longa,  erecto-pateus,  tubulosa,  supra  staminnm  insertionem  versus  faucem  et 
seusim  conspicueque  :unpliata,  .sicca  papyraceoalba,  laciniis  coerulescentibus  (V),  extus  parce  breviter  glandu- 
loso-pilosa.  Linea  dorsalis  basim  versus  et  ad  labium  supernm  magis  curvata,  in  media  parte  subreeta.  Labium 
superius  profunde  bilolmm;  lobis  niagiiis,  lafis,  rotundatn-dbtnsis,  saepe  subqnadratis,  patentibus  vel  protensis, 
in  margine  inaequaliter  crenulato-repaudis,  glabris.  Labium  inferius  trilolmin,  lobo  medio  paulo  majore,  lobi.s 
ellipticis  vel  ovatis,  patentibus,  plicas  magnas  includentibns,  in  margine  repandocrenatis.  Filamenta  ü — 6'""', 
supra  corollae  basim  inserta,  infra  parce  pilosa,  versus  autberas  copiose  glanduloso-pilosa.  Antberae  oblongae, 
breviter  acuminatae,  ad  marginem  copiose  pilosae,  siccae  albidae.  Germen  ellipsoideum,  in  parte  superiore  sicut 
Stylus  copiose  glandnloso-pilosum.  Stigma  bilobuni,  lobis  confluentibus,  et  rima  transversali  profunda  perforatum, 
album  vel  ochroleucum  (?). 

Planta  nutriens '? 

In  collibus  prope  Hamadan.  (VI.) 

Orobanche  cistanchoides,  welcbe  in  einem  einzigen  Exemplare  vorliegt,  hat  in  Folge  ihrer  grossen  Blumen- 
kronen die  bemerkenswertbe  Tracht  einer  Oistaiichc-Art,  kann  aber  von  dieser  sogleich  durch  die  Kelcbbildung 
geschieden  werden.  In  vielen  Merkmalen  stimmt  diese  interessante  Orohanche  auch  mit  Orobanche  mnoena 
C.  A  Meyer  überein,  weicht  jedoch  von  derselben  durch  die  weitröhrige  Blumenkrone,  durch  im  oberen  Theil 
reifhdrüsige  Staubfäden  mit  tieferer  Insertion  und  durch  den  kräftigen  Stengel  ab. 

3.  Oi-ohancJw  AnatoUca  Boiss.  et  Kcutei-  in  Pinard  Plant.  Cariac  ex.sicc.   184:%  —  Reuter  in  DC.   Prodr.   XI. 

p.  17.  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  .iOl.  exel.  syuoii. 

Forma  filamentis  infra  glabris. 

In  pratis  vallis  Gendjname.  (10.  VI.) 


Die  iof (mischen  Ergehnisse  der  PohiV selten  Expedition  nach  Persien. 


21 


4.   Phelipaea  fissa  C.  A.  Meyer  Enuin.  CaucOasp.  |).  104.  —  Reuter  in  DC.  I'roiir.  XI.  p.  1-2.  —  Boiss.  F!.  Orient. 

IV.     p.    .TÜl. 

lu  deserlo  ml  tinineii  Kura  prope  Jelizabethpol. 

Borragiueae. 

Auetore  R.  de  Wettstein. 

1.  JJrliofropiutn   EicllWOldi  Steml.   Nomeucl.  I.  p.  74-1.  (1S41)..  —  A.D(!.  Trodr.   IX.  p.  ö.i.").  (1845). 

Syn.:  H.  dUpticum  Ledcb.  iuEicliw.  PI.  in.v.  it.  casp.  eaue.  ta^r.  1.  p.c.  t.  I.  ^I8:il).  —  Fisch.  etMey.  Ind.  IX. 
sem.  hört.  Petrop.  p.  38.  (1837)  uou  Salt.  Voyage  to  Abyssiii.  (1814).  ~  //.  iMosiim  Notar.  Kepert.  flor.  Lig. 
p.  319.  (1844).  —  H.  litoraJe  Ste  v.  Observ.  Asp.  (18.51).  —  H.  wacrocarpiim  (iusson.  Enura.  pl.  ins.  luarim.  p.  «14. 
t.  7.    (1854). 

Tu  eolle  „Musellah"  dicto  pmpe  Haraadaii  in  consortio  H.  Teheranici  Bung.  (12.  VIII.) 

2.  Heliotrop lutn  JEuropaeutn  Linn6  Speo.  plant,  ed.  i.  I.  ii.  i.^o.  (iv.'is). 

lu  aggere  aquaeducti  prope  Hamadau.  (8.  VI.  et  17.  VI.) 

3.  Heliotropiuni  Xoranum,  Boiss.  Di.as".  Sei.  H.  f.  a.  ii.  132,  ii.s.^Oi,  Flor.  Or.  IV.  |i.  128.  (1879). 

lu  agi'is  piope  Chanabad.  (2Vi.  VIII.) 

4.  Heliotropiuni  sericocarpiim  Bunge  Uie  Heliotrop,  a.  mittelliind.  oriciit.  Flor,  in  Bull.  d.  soc.  liiip.  il.  nat.  Mose. 

XLll.   p.  322.   (1870.) 

lu  vervactis  prope  Kusclikek  in  itiuere  iuter  Teheran  et  Hamadau.  (19.  VI.) 

Boissier  zieht  (Flora  Or.  IV.  p.l42^  H.senronirpiim  Bge.  '/A\H.Ai(cheri  A.ÜC.  (Prod.  IX.  p.533.  (4845V 
Ausser  den  bereit«  vou  Bunge  1.  e.  p.  318.  hervorgehobeueu  Uuter.scliiedeu  ist  ]f.  sencarpiim  besonders  durch 
die  den  Kelch  an  Lauge  zweimal  übertreffende  Kroueuröhre  verschiedeu. 

5.  Heliotropiuni  Telieraviiciim  Bunge  Üb.  d.  Heliotrop,  d.  ujittclläud.  Orient.  Fl.  in  Bidl.  Soc  iiup.  uat.Mosc.  1S70. 

p.  309. 

lu  locis  siccis  lutosis  prope  Hamadau  (12.  VIII.). 

Buuge  sagt  1.  c:  „uuculis  glabris  (iuiiioribus)  laevibus" „ntifiilas  niafuras  uou  vidi."    Auf  Grund 

der  vorliegeuden  Exemplare  bin  icii  in  der  Lage  die  Diagnose  zu  ergänzen  diircli  den  Zusatz:  uuculis  maturis 
pilis  miuimis  adpressis  obsitis  tenuissime  verrueosis. 

(j.  Ceriiithe  minor  Linu.  Siice.  pl.  lOd.  i.  l.  p.  137.  (1753). 
Ad  versuras  prope  Jalpau.  (15.  VII.) 

7.  Anchusa  arvensis  Llu.  spee.  i)lant.  ed.   1.  I.  p.   139.  (17.531    sub  Li/copaide.  —  Marseh.   a  Bieb.   Fl.  Taur.  Cauc. 

I.   p.  123.  (1808). 

In  vervactis  prope  Kudruu.  (21.  IV.) 

8.  Anchusa  Orientalis  Linu.  i^\m%  ])lant.  cd.  1.  p.  1.19.  (17.53)  .-iub  hiiaipühU:  —   Ueieheub.  If.  H,  flerni.  XVIII.  p.  G3. 

t.  109.  (18.58). 

lu  arvis  ad  Zamauabad  prope  Hamadau  (26.  V.);  in  agris  prope  Hamadan.  (8.  VI.) 

9.  Anchusa  strigosa  La  bin.  le.  pl.  Syr.  Dec.  Ui.  p.  7.  t.  iv.  (1809). 

In  agris  prope  Hamadau  ( 19.  V.);  prope  Tschitschian.  (28.  V.) 

ll>.   Anchusa  variegata  l.iuu.  Spec  plant,  ed.  l.  p.  198.  (17ö3)  sub  Lijcup^ldc.  —   Lehm.  Plant,  e  fam.  Asperil'.  p.   I- 
p.  223.  (1818). 

In  deserto  Transcaucasico.  (3.  IV.) 
11.  Nonnea  longi/iora  Wettaicin  (spec^uov.i. 

Aunua,  humilis,  tota  pube  brevi  setisque  longioribus  hirsuta. 

Caulis  ereetus  vel  asceudens,  siniplex  vel  parce  ramosus.  Folia  radiealia  olploiigo  lauceolata,  obtiisiuscuia, 
in  petioinm  atteuuata,  caiiiina  iaureolata,a('utiora,sessilia,oiuiiia  integra  ^■el  subdcnlata,])ilis  brevibus  setulisiiue 
(•  tiibtrciilo  ortis  ob.--ila.  Flores  in  racemis  deusiiisculis,  pleruiiKine  .■^imjjlicibiis,  unilaterales;  racemi  l'nictileri 

d* 


28  Otto  Stapf. 

laxi.  Biacteae  lanceolatae,  acntae,  calyce  florifero  subbreviores,  petiolo  brevi  multo  lougiores.  Calyx  tubulosus 
ad  tevtinni  pavtem  quiiiquefidus,  lobis  acutis;  fructifev  valde  aceretus,  campanulatiis,  uutans.  Corolla  glabra, 
fubo  calyoe  multo  longiore,  luteo,  limbo  tubo  bvevioro,  atroviolaceo  vel  atroeaeriileo.  Tubus  medium  versus 
squamulis  niinimis,  pilosis  obsitus.  Nueulae  subgilibae,  atroi'uscae,  acutae,  longitudiualiter  striatae,  ad  strias 
puberulae,  margiue  subplicato. 

Caulis  10  —  20"'"  lg.  Folia  radicalia  30  —  35,  c-aulina  15  — SO'""  longa.  Calyx  8—10™"'  lg.,  florifer 
2—3""",  fructifer  5  —  7"""  diametro.  Tuliu,s  corollae  12—14"""  loiigus,  limbus  3—4'"'". 

Ad  agroguui  maigiues  prope  Rustemabail.  (24.  IV.) 

Nomiea  loiicjißora  unterscheidet  sicli  von  den  übrigen  der  Sect.  Oiiliomnjtini ,  zu  der  sie  in  Folge  der 
geraden  oder  nur  schwaeli  einseitig  gewölbten  NUsschen  gehört,  hinlänglich  durch  die  ausserordentlich  lange, 
den  Kelch  v^'eit  überragende  Kronenröhre ;  von  N.  lutea  Ivani.,  iler  sie  am  nächsten  steht,  überdies  noch  durch 
den  nicht  bis  zur  Mitte  getheilten  Kelch,  die  spitzen  Nüsschen  und  die  Blüthenfarbe. 

12.  Nonnetl  lutea  I.ain.  111.  Nr.  1828  anh Lycopsi<le  (sec.  Boiss.  Fl.Oiieut.  IV.  \>.  163).  —  Heicheub.  fl.  ckcius.  I.  p.  338. 

(1830). 

In  silvis  inter  Tiflis  et  Baku.  (3.  III.)    Flore  luteo  et  coeruleo.  (cf.  Boiss.  Fl.  IV.  p.  164.) 
In  locis  apricis  ad  ruinam  prope  Tiflis.  (29.  III.)    Flore  luteo. 

13.  JVoniiea  Perstca  Boiss.  Diagnos.  plant.  Or.  uov.  S6r.  I.  tasc.  7.  p.  M.  (1846).  —  Flor.  Orient.  IV.  p.  167.  (1879). 

In  montibus  prope  Schurab;  solo  gypsaceo.  (11.  V.j 

14.  Jfonnea  pieta  Marscli.  Bicb.  Fl.  Taur.  Caiic.  Vol.  I.  p.  127.  (1808)  sub  Anchusa.  —  Fiscii.  et  Mey.  Index  secund. 

semin.  hört.  Petrop.  p.  42.  (1835). 

In  deserto  Transcaucasico.  (3.  IV.) 

15.  Kontiea  pulla  Linn.  Sp.  pl.  ed.  l.  I.  p.  19S.  sub  Lycopside  (1753).  —  Lam.  et  DC.  Fl.  tV.  Ed.  3.  v.  3.  p.  626.    (1815. 

In  locis  apricis  prope  Mandjil.  (26.  IV.) 

16.  Nonnea  rosea  Marsch,  a  Bieb.  Fl.  Taur.  Cauo.  I.  p.  125.  (1808)  sub  Anchusa,  Cent,  plant,  rar.  I.  t.  XLIII.  (IslO). 

-    Boiss.  Fl.  Orient.  IV.  p.  164. 

Flore  luteo ! 

Ad  muros  hortorum  prope  Enzeli.  (19.  IV.) 

17.  Onostna  Elwendicnm  Wettstein  (spec.  nnv.). 

Perennis,  tota  plaiita  20  —  35'""'  alta,  inulticaulis,  glauca,  racenio  simplici  vel  bitido. 

Rhizoma  horizontalis  vel  ascendens,  multieeps,  ramulos  steriles,  ibliosos  et  caules  floriferos,  siuipHces  vel 
subramosos  asceiidentes  vel  eiatos  gerens.  Caulis  adpresse  vel  subpalulc  setulosus.  Folia  radicalia  longe 
petiülata,  lanceolata  vel  oblongo-lanceolata ;  cauliiia  iauceolata,  aculiuscula,  sensim  atteniiata,  sessilia,  omnia 
uninervia,  niargine  saepa  subrevoluta,  setis  adpressis,  tuberculis  hirsutis  sed  non  stellatini  pilosis  insidentibiis, 
cana,  interdum  flavescentia,  inter  sctas  minute  pilosa,  ad  basin  ciliata.  Bracteae  lanceolatae,  basi  rotundatae, 
longe  acuminatae,  in  pagiua  inferiore  saepe  glabriusculae.  Pedunculi  breves,  ut  pars  inferior  calycis,  setis  longis, 
albis,  rarissime  flavis  obsiti.  ('alyx  niagnus,  qliinquepartitus,  saepe  coalitione  laciniarum,  3 — 4  partitus,  laciniis 
late  lanceolatis,  defloratus  accrctis  et  dilatatis,  membrannceis,  in  parte  superiore  setis  tenuibus  obsitis.  Corolla 
magna,  calyce  tertia  —  quarta  parte  longior,  superne  ampliata,  pubcrula,  lobis  brevissimis,  latis,  obtusiusculis, 
(Icmiini  revolutis,  flava  \ ei  (saltem  e  sicco)  viulacea.  Authcrae  basi  coliaerentes  filamentis  dnplo  longiores, 
apice  exsertae  vel  inclusae.  »Stylus  exsertus,  rarius  iuclusus.  Nueulae  maguae,  apice  acutatae,  laeves,  nitidae, 
areolatae. 

Petiülus  foliorum  radicaliiim  2'/2  --3""  lg.,  folia  radicalia  3-5— 6'™  lg.,  7—10'"'"  lata,  caiilina  4—5™  lg. 
5_8'"'"  lata.  Peduuculus  3—5""",  calycis  laciniae  20—26'""'  long.  3  —  4'""'  latae,  deflorati  longiores  et 
latiores.   Corolla  25  —  32"'"'  longa. 

In  locis  lapidosis  luontis  Elwend  i)rope  Zamanabad  (27.  V.);  in  declivibns  lapidosis  montis  Elwend  })rope 
Gendjname  (16.  VI.);  in  arenosis  projtc  Jalpan.  (24.  V.) 


Die  hotanhchoi  Eij/cbiüfisc  der  l'ola L' sehen  Expedifion  iioeh  J'ersieii.  29 

Var.  brefifoliuin. 

Folia  radiccalia  spatluilata  ut  caulina  obtnsiuseiila.  Petiolus  vadiealiiim  circa  2'"'  1^.,  folia  radicalia  3""  longa 
lU"""  lata,  caulina  3  —  37,/'"  longa,  5"""  lata.  Calycis  floiiieri  laciiiiac  ItJ  -  2U"""  long.,  3  -  4""»  lata,  fructi- 
feri  21  —  23"""  lg.  Corolla  27  —  30"""  longa. 

In  lapidosis  montis  Elwend  itiO]ie  Hamadan.  (15.  VI.) 

Var.  brevifolium  ist  insbesondere  durch  die  stiiiü])t'eren  und  kür/.crcii  Blätter,  .sowie  die  im  Verliältuiss 
zur  l'lütlic  kürzeren  Kelche  ausgezeiclinet. 

IS.  Onosma  flnvimi  Lelim  in  Nov.  iict.  soc  nat.  cur.  Bei-ol.  VII.  p.  9'i.  t.  W.  siib  CohiiKnniia..  —  Vatke  Dissert. 
ined.  (Jau.  ISTöj  ex  Boias.  Fl.  Or.  IV.  p.  18C.  (1879j,  iu  Verb.  d.  bot.  Vor.  d.  t'iov.  Braudpnb.  XVII.  Sitziingsber. 
1).  18.  (1875). 

In  locis  lapidosis  montis  Elwend  jirope  Hamadan. 

Die  Beschaffenheit  des  Kelches  ist  sehr  verschieden.  Es  tinden  sich  au  demselben  Exemplare 
2— 5 spaltige  Kelclie.  Die  Kelchziplei  sind  dem  entsprechend  bald  einlach,  bald  2  —  3zähuig,  je  nach  der 
Zahl  der  Zipfel,  durch  deren  Verwachsung  sie  entstanden. 

11*.  Onosma  inicrotiperniuni  Stev.  in  litt,  ail  Fisch,  sec.  Hohenack.  Euniu.  jjI.  itiu.  Talysch.  in  Bull.  soc.  uat. 
Mose.  XI.  p.  305.   tis38).—  Boiss.  Fl.  Orient.  IV.  \i.  läl.  (is79). 

Syn.:   0.  microcarpa  A.  DC.  Prodr.  X.  p.  6-J.  (1846). 

Prope  Maehran  in  montibus  Karaghan;  solo  calcareo.  (11.  V.) 

In  declivibus  arenosis  prope  Jalpan.  (25.  V.) 

In  rupestribus  montium  prope  Dauletabad.  (31.  V.) 

In  monte  Elwend  prope  Haydere.  ( 6.  VI. ) 

20.  Onosma  spothulata  Wcttsteiu  fspec  nov.). 

Perennis,  caulibus  erectis,  simplicibu.s,  circa  20™  lougis.  Tofa  phuita  setis  lougis,  albis,  i)atentissimis 
asperrima. 

Caiilis  eaerulescens,  setis  longis,  albis,  tuberculis  glabris,  minimis  insidentiltiis  asi>er.  Folia  spatliulata, 
radicalia  petiolata,  caulina  sessilia,  apice  late  rotuudata,  superne  undique,  subtus  margine  et  nervo  mcdiauo  setis 
albis,  tuberculo  minimo  glabro  iusidentibus,  patentibus,  longis  obsita,  inter  setas  pube  molli  brevissima.  Kaeemus 
Simplex  vel  bitidus  vel  subramosus.  Bracleac  lanceolatae,  longo  acuminafae  calyce  longiores  vel  aequilongae. 
Pedicellus  brevissimus.  Calyx  quinquepartitus,  laciniis  anguste  linearibus,  aeutis,extus  albo-setulosis,  intus  pilis 
longis,  tenuibus  obsitis.  Corolla  calyce  tertia  parte  lougior,  tubulosa,  superne  ampliata,  lutea,  estus  et  intus 
puberula,  lobis  quinque,  latis,  brevis-^imis,  sui)revoliilis,  apice  ciliatis,  nectario  glabro.  Antherae  inclusae,  basi 
cohaerentes,  filamentis  latis  aequilongae.  Stylus  exsertus.  Nuculae.  .  .  . 

Folia  radicalia  (incL  petiol.)  f/'"  louga,  8  —  9""' lata;  caulina  25  —  30"""  longa,  5— H"'™  lata.  Calyx 
tlurifer  13  — 15"""  lg.,  corolla  circa  20"""  longa. 

Inter  Rustemabad  et  Riidbar;  solo  porphyritico.  (23.  IV.) 

Eine  durch  die  Bekleidung  und  die  Form  der  Blätter  sehr  ausgezeichnete  Art! 

21.  Onosma  Stapfii  Wettstein  (spec  uov.). 

Totum  humile,  20—30™  lg.  (ex  speeimine  fructifero  !),  setis  albis,  patulis  hispidiim. 

Radix  bienuis,  collo  multicauli  reliquiis  foliorum  vestilo,  setoso.  Caiilis  erectus  vel  ascendeiis,  valde  ramosus, 
setis  patentissimis,  albis  vestitus.  Folia  ramulorum  sterilium  et  radicalia  lineari-spatulala,  iu  petiolum  attenuata, 
obtusiuscula,  caulium  floriferorum  oblonga-lanceolata,  sessilia, acutiuscula;  omnia  subtus  margine  revoluto  nervio 
medio,  crasso  ))rominente,  setis  albis,  patulis,  tuberculo  crasso,  hirsuto  sed  nun  stellatim  piloso  insidentibus,  in 
pagina  superiore  ubique,  in  pagina  inferiore,  praesertim  ad  nervum  et  marginem  obsita,  inter  setas  setulis 
brevissimis  vclutina.  ßracteae  lanceolata,  longe  acuminatae,  setuldsae  ut  folia.  Calyx  patentissime  setosns  pedi- 
cello  brevi,  laciniis  setaceodiiiearibus,fructifcr  accretus.  Corolla  calyce  tertia— qiiarta  jiarlc  lougior,  tuiiulosa,  vix 
ampliata,  flava, puberula  lobis  brevissimis, lalis,denique  rev(dutis.  Nectarium  glabrum.  Antherae  parum  exsertac 


30  Otto  Stapf. 

basi  cohaereutes,  filaraento  duplo  lougiores.  Stylus  exsertus.  Nuculae  laevissimae,  saepe  marmoratae,  oblongo- 
triuugulares,  abrupte  acuuiinatae. 

Folia  radicalia  petiolata  5 — tj""lg.,  iu  parte  superiore  G— 8'""  latae,  cauliua  sessilia  3— 4"'" lg.  5 — 7""' lata. 
Pedicellus  2— 3"" lg.  Calyx  florifer  12—14""  fructifer  15— 17""' lg.,  laciniae  1  '/.^— 2°>"  latae.  Corolla  14—15"'" 
longa,  dianietro  3 — 4""". 

lu  declivibus  areuosis  montium  prope  Jalpan.  (20.  VI.) 

Onosma  Stapfii  unterscheidet  sich  von  ().  sfeiiosijjhati  (Boiss.  Diagu.  plant.  Or.  nov.  Ser.  I.  fasc.  7.  p.  35. 
1846)  besonders  durch  die  reichere  Beblätterung,  die  ^iel  kürzeren  Blütlieiistiele  und  längereu  Korolleu. 
0.  rwpeatre  (M.  Bieb.  Flor.  Taur.  Cauc.  I.  p.  132.)  ist  schon  habituel,  abgesehen  von  der  perennirenden 
Wurzel,  iliucli  den  einfachen,  selten  schwach  ästigen  .Stengel  verschieden. 

22.  MchilllH   antoenuni  Fi.sch.  etMey.  Ind.  IV.  sem.  hört.  bot.  Pnüüp.  p.  35.  (ls3T).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  )..  209. 

(I879J. 

Ad  versuras  prope  Rustemabad.  ( 24.  IV.) 

23.  EcMum  ItaliCUtn    L.  Spec.  planl.  Ed. ->.  p. -200.  (1762). 

In  agris  aridis  vallis  Gendjname  ad  nionteni  Elweud  (27.  VI.);  in  agro  arenoso  prope  Hamadan. 
(9.  VII.) 

24.  Arnehta   COfUllta  LiMleb.  Plant.  Alt.  I.  p.  175.  ns29),  Icon.  I.  t.  2r>  «ib  Lithuspermu.  (1835). 

Inter  Rustemabad  et  Derbeud;  scdo  porphvritico  (23.  IV.);  in  jugo  prope  Käbuterchan.  (14.  V.) 

25.  Arnehia  Griffithil  Koiss.  Mv.v^w.  plant,  Or.  nov.  ,Ser.  II.  fasc.  3.  p.  135.  (lS.-,0),  Fl.  Orient.  IV.  )).  213.  (1S79). 

In  collibus  arenosis  ad  nioutes  prope  urbem  Baku.  (11.  IV.) 

26.  Arnehia  mhn'ma  Wettatcin  (spec.  nov.). 

Annua,  caule  pumilo,  siiupiici,  inflorescentia  deusissima. 

Radix  verticalis,fusca.  Caulis  erectus,  simplex,  glaberrimus.  Folia  oblonge — lanceolata,olitusa,supra  setulis 
brevissimis,  adpressis,  albis,  obsita,  subtus  glabra  vel  ad  nervös  setulosa,  inferiora  basi  louge  attenuata,  superiora 
semiamplexieaulia.  Racemi  floriferi  breves,  deusi,  simplices  vel  2 — 3  tidi.  Bracteae  lineares,  obtusae,  setulosae, 
ad  margines  ciliatae,  laciuiis  calycis  aequilongae.  Calycis  laciniae  lineares,  obtusae,  setulosae,  basi  ciliatae. 
Corolla  flava,  tubo  calyce  duplo  longiore,  limbo  anij)lo,  lobis  crenatis.  Nuculae.  .  .  . 

Tota  ])lauta  3—5-"  lg.,  folia  iuferiora  2U— 30"""  longa,  5—6"""  lata,  laciniae  calycis  floriferi  11  —  13'"'"; 
tubus  corollae  18—22'""',  lobi  linibi  3—4'"'"  longi. 

In  montibus  siccis  prope  Patschiuar  [27.  IV.) 

Die  vorliegenden  Exemplare  lassen  die  Beschaffenheit  des  Fruchtkelches  und  der  Früchte  nicht  erkennen. 
Dennoch  dürfte  diese  Art  der  A.  Binigei  Boiss.  Flor.  Orient.  IV.  p.  215  (1879)  am  nächsten  stehen.  Sie 
unterscheidet  sich  von  dieser  leicht  durch  den  kahlen,  einfachen  Stengel,  die  an  der  L'nterseite  mit  Ausnahme 
der  Nerven  kahlen  Blätter,  die  Länge  der  Deckblätter  u.  s.  w. 

27.  LUhosperniiim  avvense  L.  .Spec.  pl.  ed.  1.  l.  p.  132.  (17ö3j. 

In  agris  prope  Akstafa.  (3.  IV.) 

28.  lAthospermuni  ealyclnuni  Wettstein  (spec.  nov.), 
Auuuum,  tota  plaufa  liumilis,  10 — 15'"'"  alta,  adpresse  strigulosum. 

Radix  anuua,  multiceps.  Caulis  erectus  vel  asceudens,  simplex  vel  subramosus.  Folia  radicalia  sjiathulata, 
breviter  petiolata,  cauliua  linearia,  acuta,  margine  subrevoliita;  omnia  uninervia,  adpresse  strigulosa.  Racemi 
simiilices  vel  subraniosi.  Bracteae  forma  folioium  (^aiiliuorum  calycibus  lougiores  ut  calyces  coerulescentes. 
Pedicellus  minimus,  Calyx  quinque-i)artitus,  laciniis  linearibus,  acutis,  fructifer  accretus.  Corolla  calyce  tertia 
parte  longior,  caerulea,  longe  tubulosa,  lobis  quinque  o\  atis,  extus  pubesceus,  intus  plicis  quinque  velutiuis 
lougitudiualiter  obsita.  Antherae  parti  inferior!  tubi  adflxae  tilamentis  brevissimis.  Nuculae  trigoiiae,  in  rostrum 
abrupte  contractae  tuberculis  irreguiaribus  ol)sitae. 


Die  botanischen  Ergcbnifise  der  Po/ak'sehen  Expeditio»  wich  Persien.  31 

Folia  radicalia  3—4"'"  lg.,  cca.  8"™  lata;  eaulina  14—18"""  lg.,  3—4"'"'  lata.  Oalyx  .5—6""";  fmctifer 

g_9mm  ]f„i„.„g_  Corolla  8—9'""'  lg.  Nuciilae  3"""  lg.  — 

In  colle  prope  Jelizabethapol,  Traiif?caucasia  (4.  IV.);  ad  fluineu  Kura  pmpe  Jelizalietliapol.  (H.  IV.) 

L.  calycitmm  steht  am  nächsten  dem  L.  fenuifionim  Linne  (Snpplem.  iilanl.  syst.  veg.  p.  131.  17S])  und 

L.  iiirrassatKiii  Guss.  (Prodr.  floi'.  Sic.  I.  p.  211).  Von  erstevem  unterscheidet  es  sich  insbesondere  durch  die 

viel  grösseren  Blüthen,  die  zugespitzten  Blätter  und  die  längeren  und  zugespitzten  Zii)fel  des  Frnchtkelches. 

Von  L.  incrmmtani  Guss.  ist  es,  abgesehen  von  anderen  Merkmalen,   schon  durch   die   nicht  vergrösserten 

Fruchtstiele  verschieden . 

20.    Moltkia  eocrulea  Wilia.   Spec  plant.  Tom.  I.  par.s.  11.  p.  77.5.  siib  Onosmatc.  11797).    —  Lehm,  in  Act.  aoc.  nat. 

scnit.  Halens.  Vol.  3.  fasc.  2.  j).  r,. 

In  itinere  inter  Rudbar  et  Mandjil  (26.  IV.");  in  colle  prope  Kiiliuterchnn  (14.  V.);  in  colle  prope  Zania- 
nabad  in  ditione  montis  Elwend.  (;iO.  V.) 

30.  Afkaima  Graeca  fioiss.  rt  Sprun.  in  Roiss.  Dia.nn.  pl.  Orient,  nov.  .'^er.  I.  fasc.  4.  ji.  -17.  (1844). 

In  rupestribus  ingi  montis  Klwend  ad  nrbem  Tusirkan.  (27.  VI.) 
In  saxosis  et  deelivibns  prope  Geudjname.  (13.  V.  et  21.  V.) 

31.  MjJOSOtis  silraUca  Hoft'm.  Deutschl.  Floi-.  I.  p.  S.5.   (1800).  —   Uchb.  Ic.  tl.  (ierni.  et  Hclv.  XVIII.  t,  121.  (ls27). 
Ad  tbntem  in  itinere  ad  Tusirkan  in  parte  septentrioiiali   montis  Elwend    (27.  VI.);   in  paludosis  prope 

Rescht..  (22.  IV.) 

32.  MyoSOUs  .sparslfloya  Mikan  inlloppc  Taschenb.  p.71.  Ms07i.  —  Rolib.  Ic.  fl.  Genn.  et  Hclv.  XVIII.  Tab.  824. 

(18,57). 

In  saxosis  prope  Gendjname  ad  montem  Elwend  (20.  V.);  pro[ic  urbem  Hamadaii.  (^20.  V.) 

33.  MyOSOtiS   Stricta  Link.  Enum.  pl.  liiut.  Lcrol.  1.  p.  164.  (is-jl). 

In  vallc  Gendjiiaine  jirope  Hamadan.  (li).  V.) 

Var.  niinuti/iorn  Boiss.  et  Reut,  rii.^ill.  plant,  nov.  p.  so.  il852). 
In  petrosis  vallis  Gendjname  |)rope  Hamadan.  (l'.l.  V.) 

34.  Jiochelifl  dispei-rntl  Linne   Dec  pl.  rai-.  Inirt.  Ujis.il.  t.  7.  (1702)  sub  lAtliusiimmi.  —  Spec.  pl.  Eil.  I.  \^.^'^\.  (1762). 

Syn.:  BocIieJia  tilc./hiki/<i  Rclib.  PI.  crit.  IL  t.  122.  (182;i).  —  C'f.  Rcichenb.  in  „Flora"  1824.  p.  243.,  Ideni.  Ic.  Flor. 
Germ,  et  Ilelv.  Vol.  XVIII.  p.  79.  t.  132.  (1856). 

In  rupestrilius  umbrosis  prope  Gendjname  (^19.  V.);  in  glareosis  montis  Elwend  prope  Hamadan,  2600'" 

s.  m.  (6.  VI.);  in  colle  prope  Hamadan.  (17.  V.) 

35.  Hochelia  Persieu  Bunge  in  litt,  ad  Boiss.  —  Boiss.  Fl.  Orient.  IV.  p.  24  1.  M879). 
In  glareosis  montium  prope  Patschinar.  (27.  IV.) 

36.  JRocheUa  stylnris  Boiss.  Fl.  Orient.  IV.  p.  245.  (1879). 

In  deserto  Transcaucasico.  (3.  IV.) 

37.  Bchinospermum  mierocarpmu  Ledeb.  Fl.  Alt.  I.  p.  202.  (i829),  icon.  flor.  Boss.  t.  i83.  (i829i. 

In  glareosis  prope  Patschinar.  (27.  IV.) 

38.  Echinospermum  sanratUe  Pall.  Nov.  act.  Petrop.  )).  30:;.  0792)  sub  MyosoUde  (sec.  A.  DC.  Prod.  X.  p.  137). 

!Syn.:  Mi/osotis  hnrhata  Marsch.  Bieb.  Fl.  Taur.  (.'auc.  L  p.  121.  (1808),  Cent.  pl.  rar.  Hess.  t.  XXXVI.  (1810).  — 
Echinospermam  barhatum  Lehm.  Asperit'.  p.  128.  (1818).  —  Bockelia  barhata  Roem.  et  Schult.  Syst.  veg.  IV.  p.  110 
et  782.  (1819). 

In  rnpibus  ad  iter  inter  Rustemabad  et  Derwend;  soh)  porpliyiitieo  (23.  IV.);  in  locis  lapidosis  ad  Jalpan 
prope  Hamadan.  (Flore  albo  et  coeruleo  !)  (24.  V.);  inter  salices  ad  Schavverin  prope  Hamadan.  (12.  VI.) 

39.  JSchinospemiuni  sessilißorirm  Boiss.  Diagn.  plant.  Orient,  nov.  ISer.  L  läse.  11.  ji.  124.  (1849). 

In  collibns  siccis  prope  Dauletabad  in  montibus  Elwend.  (26.  V.) 


32  Otto  Sl (!])/. 

40.  HJcJÜnOSJierinniH,  splllOCHrpO.s   Foisk.  Descript.  p.  4I   suli  Anchusa.   (See.  Vahl.  Symb.  II.  p.  :5-.>.  (1774).  — 

Boiss.  Fl.  Orient.  IV.  p.  '249.  (1S79). 

Syn.:  Myosoth  spinocarjws  Vahl.   Synib.  bot.  II.  p.  :i2.  i_1774).  —  Ecltiiiospcrmiiiii  ValiliaHum  Lehm.  Plant,  o  tani.  Asper. 
p.  132.  (1818.) 
In  itiiiere  inter  Rustemabad  et  Riidbar  (23.  IV.) ;  in  vervactis  prope  Mandjil.  (26.  IV.) 

41.  Echi liospertnuni   HliOVituianimi   Fi.sch.  et  Mey.  Index  see.  sein,  liort.  Petrop.  p.  36.  (1834.) 

Syn.:  Heterocanjiim  pachi/poiluni.   If.  S:uvitzianum  A.  DC.  Prodr.  X.  p.  144  — 145.  (1846.) 
In  vinetis  prope  Tschitschian  in  ditione  urbis  Hamadan.  (28.  V.) 
In  aggeribus  prope  Kaswin.  (4.  V.) 

42.  ParaCdryuui  undulatnin   Boiss.  Diagu.pl. Orient,  uov.  sei.  I.  fase.ll.  p.  129.  (1849).  —  Floi-.  Orient.  IV.  p.2.56. 

(1879.) 

Prope  Mandjil  (26.  IV.);  in  montibus  prope  Maehran  (25.  V.);  in  coUibns  prope  Jalpan  (21.  VI.);  In 
declivibns  siceis  montis  Elwend  prope  Gendjnaiue.  (1.  VII.) 

In  Bezug  auf  die  Früchte  .«lagt  lioissier  1.  c.:  .,discus  areolntus  tuherculatus."  Dieses  Merivinal  tritTt 
bei  einem  Tlieile  der  vorliegenden  Exemplare  zu,  an  den  aiulcreu  ist  das  Scheibeben  in  der  Mitte  stachelig 
borstig,  am  Rande  kahl. 

43.  Soletiantlms  petiolaris  A.  DC.  Prodr.  X.  p.  i64.  (is46}. 

Inter  Kaman  et  Kaswin.  (5.  V.  1882.) 

44.  Mattia  albida   Wettstein,  (spec.  nov.). 

Perennis  mnlticaulis,  toto  cana,  caulibus  simplieibus,  foliosis,  racemis  floriferis  densis,  capitatis. 

Rhizoma  crassum,  squauiinatuni.  Caulis  siniplex.  elatus  vel  ascendens,  crebre  foliosus,pilis  brevibus,  lanu- 
ginosis,  canesceus.  Folia  omnia  canescentia,  inferiora  lanceolata,  longe  petiolata,  acuta  vel  obtusiu.scula,  caulina 
lineari-lauceolatM,sessilia,acuminata,  versus  apicem  pilis  longioribus.lanuginosis,  saepe  ibidem  incurva.  Racemi 
ebracteati,  floriferi  densi,  capitati,  past  .inthesin  .subelougati.  Pedicelli  ut  calyees  deusissime  lanati, albidi, calyce 
florifero  breviores.  Calyx  quinquepartitus,  laciniis  oblongo4anceolatis,  acutis.  Corolla  calyce  tertia  parte  Ion- 
gior,  coerulea  vel  atropurpnrea  (saltem  in  specim.  ex.siccatis),  glabra,  tnbulosa,  lobis  quinque  brevibus,  obtusis, 
crenulatis,  tubo  dccolori,  intra  gibbos  snpra  basin  sito,  angustato.  Stamina  filamentis  ad  medium  tubum 
orientibus,  inclusis,  antheris  ovato  oblongis,  exsertis.  Stylus  inclusus  vel  parum  excedens,  glaber,  stygmate 
punctifonni.  Nucnlae... 

Caulis.  20—25""  long.;  folia  radicalia  6—9""  lg.,  3—4-""'  lata,  caulina  3—4™  lg.,  2"'»  lata.  Pedicelli 

floriferi  3 5'"'";  calyees  floriferi   7 — 8"'"  lg.,   corolla  8 — 9"""  long.  Flores  infimi   racemorum   saepe   corolla 

decemloba,  calyce  decempartito,  decandri. 

In  montibus  Karaghan  prope  Schurab.  (11.  V.) 

Mattia  atbkla  weicht  v.ui  den  ihr  zunächststehenden  Arten  mit  Hohlschuppen,  die  an  der  Basis  der 
Kronenröhre  stehen,  sehr  bedeutend  ab. 

Sie  unterscheidet  sich  von  M.  Banyei  (Boiss.  Flor.  Orient.  IV.  p.  274)  durch  den  höheren  reich  und 
langbeblätterten  Stengel,  die  kürzeren  Kroneuzipfel,  besonders  aber  durch  die  viel  kürzeren  Staubgefässe,  die 
blosmitden  Antheren  die  Korolle  überrai^en;  von  lU.  laiiafa  Lani.  111.  1802  durch  die  viel  stärkere  Behaarung 
alier  Theile,  die  kürzeren  Blüthenstiele,  die  kürzeren,  weniger  tief  gelappten  Corollen,  die  hervorragenden 
Staubgefässe  und  die  kürzeren  GriH'el. 

45.  AspeVligo  prOi'UinhcnS    I.inn.   Spee.  id.mt.  ed.  1.  I.  p.  138.   (1753). 

In  silvis  inter  Rescht  et  Pirebazar  (lü.  IV.);  prope  Kaman  (5.  V.);  prope  Käbuterchan  (14.  V.) 

46.  Caccinia  glauca  Savi.  Cose  bot.  ji.i.  tab.  i.  (i832.) 

Syn.:  C.  Celsil  Boiss.  Diagn.  Sor.  I.  fasc.  11.  p.  133.  (1819). 
In  rupestribus  inter  Rustemabad  et  Rudbar;  solo  i)orphyriticü.  (23.  IV.) 


Die  botanischen  Ergebnisse  der  Polak'schen  Expedition  nach  Persien.  33 

47.  Caccinia  Baawolfii  C.  Koch  in  Liunaea  XVII.  p.  303.  (1.S43). 

Syn.:  Li/cojisis  Dioscon'dis  Kauw.  Beschreib,  e.  Reis.  i.  d.  .Morgenl.  N.  I-JO.  —  Caccinia  Kauwolfü  A.  DC.  Prodr.  X.  ji.  167. 
(184()).  —   Cijnoylossuiiilongiflonim  Lehiu.  Asperif.  p.  16".  (ISIN). 

In  tumiilo  alto  prope  Agababa  (Transcauc).  (29.  IV.) 

Es  ist  dies  dieselbe  Pflanze,  die  Rauwolf  in  „Bescbreibj,''.  e.  Reis,  in  d.  Moi-g."  Nr.  120  abbildet  und  die 
in  Lehm.  Asperif.  p.  162.  als  Cyiioglossum  hxjijhrum  beschrieben  i.st.  Boi ssier  cf.  Diagu.  pl.  Or.  nov.  Ser.  I. 
fasc.  11.  p.  134.  (1849)  hält  sie,  ohne  sie  gesehen  zu  haben,  für  seine  C.  Busselii  {}.  c.  p.  133)  und  erklärt 
C.  Rauwolfii  Koch  für  identisch  mit  C.  glauca.  Savi.  C.  Rauwolfii  ist  aber  von  G.  (jlauca  wohl  unterschieden 
durch  die  schmäleren  Blätter  und  linearen  Zipfel  der  Krone.  —  Lyropsis  Dioscoridis  Rauw.,  Caccinia  Rau- 
irolfii  A.  DC.  Prodr.  und  Cynoglossum  longißoriim  Lehm,  sind  also  synonym  mit  C.  Rauwolfii  Koch,  und  nicht 
mit  C.  Riis^elii  BoiH».  —  Boiss.  citirt  übrigens  (Fl.  Orient  IV.  p.  208.)  Lijcopsia  Dioscoridis  Rauw.  auch  als 
Synonym  zu  Ecliiiim  RauwoJßi  Del.,  wohl  nur  in  Folge  eines  Irrthums. 

48.  Tricliodesma   molle  A.  DC.  Prodi-.  X.  p.  174.  aste.)  —  Boiss.  Fl.  Orient.  IV.  p.  isi.  (1879). 

In  locis  apricis  siccis  prope  Scbawerin  (28.  VI.);  prope  Jalpan  (20.  VI.);  in  collibus  et  inontibns  apricis 
ad  montes  Elwend  prope  Hamadan.  (2S.  VII. ) 

Solanacoae. 

Auetore  R.  de  Wettstein. 

1.  Hyoscyamus  pungeus  Griseb.  Spicil.  flor.  Rum.  II.  p.  52.  (1844). 

Syn.:  H.  pusillus  L.  y-j,v. pnnjens  A.  DC.  Prodr.  XIII.  p..i51.  ^852).  —  H.  pusiUus  Boiss.  Fl.  Orient,  IV.  p.  294.  (1879^ 
pro  parte. 

Prope  Mandjil.  (26.  IV.) 

2.  Hyoscyatrms  pusillus  Linue  Sp.  pl.  Ed.  i.  I.  p.  iso.  (i753). 

Syu.:  //.  pusillus  Boiss.  Fl.  Orient.  IV.  p.  294.  (1879;  pro  parte. 
Ad  Zamanabad.  (27.  V.) 

3.  Hyoscyamus  reti<?ulatiis  Linn.  Spee.  pl.  Ed.  2.  I.  p.  257.  (1762). 

Syn.:  //.  Camemrii  Fisch,  et  Mey.  Ind.  quart.  sem.  hört.  bot.  Petrop.  p.  38.  (1837j.    —    H.  piimatißdus  .Schlecht,  in 
Liuuaea  1843.  p.  127. 

In  locis  apricis  pmpe  Patschinar.  (27   IV.) 

Prope  Nedjefabad  ad  Hamadan.  (11.  V.) 

4.  Hijoscaymus  Seneeioilis  Willd  Enum.  plant,  hört.  bot.  Berol.  p.  228.  (1809). 

In  Jugo  „Imamzam"  ad  Haschern  in  montibus  Demawend  (4.  VII);  3000"  s.  m. 
Var. :  bqnmiatisechis  Boiss.  Fl.  Orient.  IV.  p.  297.  (t879.i. 
Syn.:  //.  hipinnatisectus  Boiss.  Diagu.  iilaut.  Or.  uov.  S6r.  I.  f.  7.  p.  36.  (1846.) 

In  rupestribus  prope  Ask  ad  montes  Elbrus.  (11.  IX.) 

Plantagineae. 

1.  Plautago   ovata  Forskai  Fl.  Aeg.  Arab.  p.  31.  (1775).   -   Dccaisne  in  DC.  Prodr.  XIII.  p.  I.  p.  706.   (1852).    — 

Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  885.  (1879)  pro  parte. 

Syn.:  P.  villosa  Moench  Metli.  p.  459.  (1794).  —  P.  arycntea  Desf.  Fl.  Atl.  I.  p.  136.  (an  VIII  =  1800).  —  P.  micro- 
cephahi  Poir.  Encycl.  uietli.  V.  p.  378.  (1807). 

Inter  Rudbar  et  Rustemabad.  (23.  IV.) 

2.  Plantago  Orientalts  stapf  (n.  sp.). 

Monocarpica,  acaulis,  angustifolia,  plus  minusve  sericeo4anata,  denium  saepius  glabrescens,  scapis  tenuibus, 
spicis  pallidis,  parvis,  ovatis,  fructiferis  cylindrico-elongatis. 

Denkschriften  der  mathein.-uaturw.  Cl.   L.  Bd.  Abhandlungen  von  Nichtmitgliedem.  e 


34  Otto  Stapf. 

Radix  verticaliter  vel  oblique  descendens,  tenuis,  fibrosa.  Folia  anguste  lanceolata,  acuta,  longe  in  basin 
atteniKita,  Irinervia,  obsolete  calloso-dentata  vel  integra,  pallide  \india  vcl  interdum  rubescentia,  inui  basi  pilis 
lougis,  mollibus,  serieeis  obsita,  sericeo-lanata,  demum,  imprimis  faeie,  saepe  glabrescentia. 

Scapus  tenuis,  adpiesse  pilosus,  folia  bis  terve  superans.  Spica  parva,  primum  ovata,  deinde  oblonga  vel 
breviter  cylindrica.  Bracteae  late  ovatae,  acutae,  dorso  carina  nuitica,  viridi  fere  nd  apicem  percursae,  late  meni- 
branaceo-marginata,  apice  barbulatae,  eacterum  glabrae.  Calyx  bracteam  subaequaus,  laciniis  auticis  in  unani, 
bilobam,  bicarinatam  connatis.  jiraeter  cariuam  viiidem  albo-membrnnaceis,  lobis  apice  obtuso,  crassulo,  minute 
barbatis,  postieis  liberis,  caiinatis,  carina  viiidi,  iu  acumeu  muticiim,  brevissimnm  abeunte  excepta,  albo-mein 
branaceis.  Coralla  lobis  ovatis  vel  ovato-ellipticis,  acuminatis,  basi  gibbosis,  albidis,  basi  vel  supra  eam  badio 
notatis.  Semina  oblongo-ellipsoidea,  dorso  suleata  hievia. 

Plaut,  tot.:  I    Cal.  lob.  ant.  eirc.  2™'"  lg.;  3""°  lt. 


Fol.: 

Spica. : 

Bract.  circ.  3  •  5'"'"  lg. ;  3'"'"  lt. 


.,       „     post.  circ.  2"""  lg.;  2-4""°  lt. 
CoroU.  lob.  circ.  2""°  lg.;   1-3  — 1- 4'"-"  lt. 


In  humidis,  arenosis  moiitium  ad  .Jalpau.  (1,5.VII.) 

Es  steht  diese  Art  zweifellos  der  P.  Janceolata  und  noch  mehr  der  in  den  westlichen  Mittelmeerländern  so 
verbreiteten  P.  lanafa  Portenschi.  (Host.  Fl.  .4.ustr.  I.  p.  210. )  nahe,  unterscheidet  sich  aber  von  der  erstereu 
durch  Farbe,  Form  und  Behaarung  der  Blätter,  von  beiden  durch  die  Form  der  Bracteen,  die  zarte  Wurzel  und 
dadurch,  dass  sie  typisch  einjährig  ist.  Dass  letzteres  der  Fall  ist,  geht  daraus  hervor,  dass  unter  den  zahl- 
reichen von  Pichler  gesammelten  Exemplaren  sehr  oft  noch  die  vertrockneten  Samenlappen  zu  sehen  sind, 
obwohl  schon  viele  sich  im  Zustande  der  Fruchtreife  befinden.  Der  Umstand,  dass  dieselbe  Pflanze,  wenngleich 
in  einer  etwas  stärker  behaarten  uud  kleineren  Varietät  auch  von  Luschan  iu  Lycien  gesammelt  wurde,  lässt 
vermuthen,  dass  ihre  Verbreitung  im  Orient  eine  ziemlich  grosse  ist.  und  dass  sie  hier  dieP.  lanafa  Porteuschi, 
vertritt. 

3.  PlauffKJO  Loefßlngii  Liuu6  Spec.  plant.  Ed.  1.  I.   p.  XI,5.  (1753).  —  Jaeq.  Hort.  Viudob.  IL   p.  58.  t.l26.  (177-J). 

—  Trautvett.  Imag.  Fl.  Ross.  p.  25.  t.  18.  (184-4).  —  Ledeb.  Fl.  Ross.  IU.  p.  485.   (1847—1849).  —    Boiss.  Fl.  Or. 
IV.  p.  883.  (1879). 

In  siccis  collibus  ad  Baku  (Transcauc.).  (13.  IV.) 

4.  FlanUujO   praecox  C.  A.  Meyer  Verz.  Cauc  Casp.  Pfl.  p.  115.  (1831).  —  P.ani.  Mou.  Plant,  p.  41.  (1845).  —  Ledeb. 

Fl.  Ross.  IIL  p.  484.  (1847—1849). 

Syn.:  P.  notatu  Boias.  Fl.  Or.  IV.  p.  ss5.  (1879). 
In  arenosis  supra  Baku  (^Transcauc).  (11.  IV.) 

Yerbenaceae. 

1.  Tjlppü(,  nodifloi'U   Linu6  Spec.  plant,  ed.  l.  L  p.-2u.  (t7.i3)  »whVerbena.  —  Ledeb.  Fl.  Ross.  IIL  p.330.  (1S40— 51V 

—  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  532.  (1879). 

Syn.:  Zappania  nodlflora  Lam.  111.  p.  248.  t.  17.  1'.  3.   (1  .  ).  —  L.  sarmmtosa  Spreng.  Syst.  IL  p.  752.  (1825). 

In  cultis  prope  Etmol  (prov.  Mesanderan).  (IS.  IX.) 

2.  Vei'bena  tenuispicata  stapf  (u.  sp.). 

Perenuis  elata,  stricta,  simplex,  iuflorescentia  e  spicis  angustissimis  racemose  dispositis  oblique  erectis 
composita,  floribus  niiuimis,  caeruleis. 

Cauli.s  rigidus,  quadrangulatus,  imprimis  in  aciebus  pilis  brevibns,  tuberculis  minimis  insidentibus,  ad- 
pressis  scaber,  in  faciebus  binis  striis  binis  percur.sus,  in  alteris  laevis.  Folia  ambitu  ovata  vel  ovato-oblouga  vel 
ovato-lanceolata,  summa  lanceolata,  in  petiolum  brevem,  angustnm  vel  saepius  plus  minusve  latiim  contracta, 
obtusiuscula,  basi  profunde  pinnafim  incisa,  superne  grosse  deutata,  laciniis  oblonge-  vel  lineari-lanceolatis, 
dentatis,  utrinque  adpressissimc  strigoso  hirsuta,  imprimis  dorso  iu  uervis,  margine  iucouspicuo-revolula.  Brac- 


Plaut,  tot.  'So— 50""  lg. 
P.ract.  2"""  Iff. 


Die  hoffifiischen  Ergebnisse  dei  Pol nk' selten  Expedition  nach  Persien.  35 

teae  ovatae,  aciitae,  liivsutae,  niai'S'ine  dense  ciliafae,  calycibus  tertia  parte,  breviovcs.  Calyx  quinqueangiilntus, 
qninqiiedentatus,  inter  angnlos  dentesque  lierb.iceo.s  albido-membranaceus,  niargine  ciliatiis,  birsutn.s,  i)aice 
glnndiilosiis.  f'ornlla  fnenilea,  tiibo  bieviter  exsprfo,  vix  incurvo,  linibi  Inbis  ob(tvatis,  siibaeqiialibus. 
Fiuctiis..  .  . 

Calix:  2'/.^—,^"™  lg. 
Corull.:  3— 8 '4""°  lg. 

lii  paliidc  partim  !<icpato  prope  Hamadan  (2.  VII.) 

Der  V.  officinuUa  L.  sebr  nahe  .stehend,  aber  (Uiicli  die  feinen.  kleinblUtbigen  Ähren  und  fast  blauen 
Corollen  verschieden. 

Labiatae. 

1.  3Ientha  roaeolor  sta])!' (n.  sp.). 

E  basi  ranxisa,  raniis  ereetis  vel  ascendentibiis, simplicibus  vel  f5a,epius  infloresceutia  parce  ranio.sa,  caulibus 
saepe  inferne  atrorubentibus,  ut  tota  planta,molliter  tomentosis,  foliis  plerumque  plicatis,  reciir\is,  pallidis,  spieis 
oblongo-lanceolatis,  densifloris,  floribns  albidis. 

Canlis  quadrangularis,  iuferne  atroiiibenss,  .superne  luteo-viridis,  \ersiis  basin  albo-,  versus  inflorescentiam 
lutescenti-i)nlv('nilentn-t(imentosn8.  Folia  sessilia,  oblonge-  vel  ovato-laneeolata  vel  lanceolata,  acuta,  acute  ser- 
cata,  utiinfjue  inolliter  tonientosa  et  coneoloria,  pallida,  inferiora,  ineanoviridia,  superiora  lutescenti-viridia, 
plicata  vel  infeiiora  plana,  plerumque  valde  recurva,  superne  sensini  minora,  in  tloralia  parva  abeuntia.  Verti- 
cillaf<tra  sub  anthesi  in  spicani  densam  vel  basi  interruptam,  oblongo-lanceolataui  vel  laneenlataui,  denuun  au- 
guste  obovato-oblongam  vel  cylindricam,  apice  initin  braeteis  alabastra  superantibus,  ecniatam  congesta;  frueti 
fera  plus  minusve  dissolula.  Bracteae  lineari-setaceae,  longe  et  dense  villoso-ciliatae,  longitudine  variae.  Calyx 
pallidus,  patule  villosus,dentibus  subaequalibus,  e  basi  triangulari-ovata  subito  subulatis,  longe  eiliatis.  (Jorolla 
l)allida,  extus  villosa,  lobo  postico  brevissime  bilobo,  a.nticis  ovato  ellipticis,  obtusis. 

Oninia  specimina  hermaphrodita. 

Tota  jdanta  35— 6<>™  Cal.  2'""'  lg. 

Fol.  interni.  1-5— 2-5""  lg.;  7  — lU"""  lt.  Cor.:  4"""  lg. 

Spie,  sub  anth.  27^-  4='"  lg.;  9—11™"  lt.  | 

In  humidis  inontium  circa  Hamadan  (26.  VII.). 

AI.  concohr  steht  der  ili.  canescens  Roth  am  nächsten,  unterscheidet  sich  jedoch  habituell  von  ihr  durch 
die  auf  beiden  Seiten  fast  gleichfarbigen,  bleichen,  meist  7Aisanimengelegten  und  säbelförmig  nach  unten 
geschlagenen  Blätter,  .^owie  durch  kürzere  Ähren.  Von  M.  incana  AVilld.  weicht  sie  durch  längere  Stengel, 
schmälere  Blätter  und  weniger /ahlreiche  Bliithenähren,  von  M.  tomeiitosa  D'ürv.  durch  die  spitzen,  aui' beiden 
Seiten  gleichfarbigen  Blätter  und  viel  kürzere,  während  der  Blüthezeit  dichte  Ähren. 

2.  Mentha  Hatnadanensis  stapf  (n.  sp.). 

Planta  androdynamica: 

E  basi  ramosa,  ramis  ereetis  vel  aseendentibus,  simplicibus  vel  summa  parte  parce  ramosa,  incana,  foliis 
interdum  plicatis,  recurvis  \&\  patentibus,  spieis  elongatis,  lanceolato-cylindricis,  violaceis. 

Caulis  obtuse  quadrangularis,  adpressissime  et  brevissime  tonientosus.  Folia  sessilia,  ovata  vel  ovato-lan- 
ceolata  vel  late  lanceolata,  acuta,  acute  serrata,  utrinque,  impriinis  vero  subtus,  brevessime  incano-tonientosa, 
pallide  viridia,  plana  vel  plicata,  patentia  vel  saepius  valde  recurva,  superne  seusim  angustiora  et  minora  in  flo- 
ralia  minima  abeuntia.  Verticillastra  sub  anthesi  in  spicam  densam,  lanceolato-cylindricam,  dennim  eylindricam 
et  paulo  dissolutam  congesta.  Bracteae  lineari-setaceae,  ciliatae.  Calyx  atrorubons,  pilis  albis,  mollibus  consper- 
sus,  dentibus  subaequalibus,  e  basi  triangulari-ovata  subulatis.  longe  eiliatis.  Corolla  violacea,  extus  villosuln, 
lobo  postico  brevissime  bilobo  vel  integro,  anticis  ovato-ellipticis,  obtusis.  Stamina  longe  exserta. 

e* 


36  Otto  Stapf. 

Tot.  plant.  40—100""  lg.  i    Cal.  2™"  lg. 

Fol.  interm.  272—4'-™  lg.;  1  -3— 2"-"'  lt.  Cor.  4"'™  lg. 

8pic.  snl)  autli.  Sy^— 4'/2^'»  lg.;  l"™  lt.  i 

Planta  gynodynamica: 

Oninia  nt  in  androiiynaniica,  sed  spica  brevior,  tantum  l'/^ — 3''"  longa  et  "/t'"'  'ata,  villosiov  et  ideo 
magis  incana,  floribns  paulo  minoribus,  pallidis,  staminibus  inchisis  vel  raiius  uno  aliove  exserto.  Ad  aqnae- 
ductns  prope  Jalpau  (16.  VII.)  et  ad  livulos  piope  Haniadau.  (28.  VII.) 

Unterscheidet  sich  von  M.  concotor  liauptsiiclilich  durch  den  Habitus,  indem  sie  in  allen  Theilen  grösser 
und  kräftiger  ist,  sowie  durch  das  dunkle  ( Vilorit  der  androdynamischcn  Rlüthen  und  durch  sclnvächere 
Behaarung. 

3.  Mentha  calliantha  stapf  (n.  sp.). 

E  stirpe  procumbeute  vel  breviter  asceudente  rauios  erectos,basi  raniulis  p;itentibus  auctis,  siniplices  edeus. 
incano-viridis,  foliis  plerumque  plicatis  recurvisque,  spicis  elongatis,  lanceolato-cylindricis,  verticillastris  inferis, 
remotiusculis,  siimmis  dense  congestis,  floribus  pulchre  violaeeis. 

Caulis  obtuse  quadrangularis,  adpresse  et  breviter  tomentelhis,  versus  basin  saepe  purpurascens.  Folia 
sessilia,  ovato-lanceolata  vel  lanceolata,  acuta,  argute  serrata,  utrinque,  imprimis  vero  subtus,  brevissime  et 
tenuiter  tomeutella,  pallide-viridia,  plicata  vel  subplana,  ]derunique  valde  recnrva,  superiora  sensini  miuora, 
angustiora  et  magis  remota.  Verticillastra  sub  anthesi  iufima  breviter  ])eduneu]ata,  inferiora  paulo  remota  (ideo 
spica  breviter  interrupta),  superiora  densiora,  bracteis  alabastris  longioribus  couuita.  Rracteae  lineavi-subulatae, 
ciliatae,  atropurpureae.  Calyx  saturate  atropurpureus,  pilis  albis,  brevibus  parce  conspersus  vel  subglaber,  den- 
tibus  subaequalibus  e  basi  triaugulari-ovata  sensim  subulatim  atteuuatis,  breviter  ciliatis.  Corolla  tubo  albo, 
limbo  violaceo,  extus  parce  villosulo,  lobo  postico  brevissime  bilobo,  anficis  ovato-ellipticis,  obtusis.    Stamina 


longa  exserta. 


Specimina  omnia  audrodynamica. 
Plant,  tot.:  20—40'"'  lg. 


&• 


Cal.  iy,-i7^""»i 

Coroll.  .3— S'/j"""  lg 


Fol.  interm.  1'/^— S'/z™  lg-;  V^-l'A"""  lt. 
Spie,  sub  anth.  3— 4Vj™'  lg. 

Ad  paludes  prope  Hamadan.  (23.  VI.  et.  6.  VIT.) 

Diese  prächtige  Minze  ist  besonders  dadurch  ausgezeiclinet,  dass  die  unteren  Blüthenwirtel  kur/gestielt 
und  um  mehr  als  die  eigene  Länge  von  einander  entfernt  sind,  wodurch  die  Inflorescenz  ein  cliarakterisehes 
Aussehen  bekommt,  ausserdem  aber  auch  durch  das  schöne  Colorit  der  Blüthen,  Die  Behaarung  ist  viel 
schwächer  als  bei  den  vorhergehenden  Arien  und  es  erscheinen  besonders  die  Blüthenstände  auf  den  ersten 
Blick  kahl.  Ihrer  Statur  nach  ist  sie  etwas  kleiner  und  zarter  als  M.  concohr. 

Die  drei  Arten  M.  concolor,  M.  Hamadanensis  und  M.  wUiantha  bilden  eine  Reihe,  deren  Glieder  sich  sehr 
nahe  stehen  und  fast  nur  habituelle  Unterschiede  zeigen.  Nur  M.  calliantha  scheint  sich  auch  durch  frühere 
Blüthezeit  vor  den  zwei  anderen  auszuzeichnen.  Sie  vertreten  ofi'enbar  in  ihrer  Heimat  unsere  M.  canescens 
Roth  und  deren  nächste  Verwandte. 

4.   Thymais  (nthrooclades  Stapf  fn.  sp.). 

E  stirpe  lignoso  crasso  densissime  fruticulosus,  ramis  erectis  vel  suberectis,  annotinis,  nudis,  hornotinis 
parvifoliis,  glabrescens,  inflorescentia  capitata,  pauciflora,  floribus  albidis. 

Raini  hornotini  quadranguiares,  minute  reverse  puberuli.  Folia  infera  rotundata  vel  transverse  late  elliptica, 
supera  elliptica,  obtusa,  breviter  petiolata,  petiolo  utroque  2  —  3  ciliis  albis,  longis  oriuitus,  imprimis  in  nervis 
minutissime  puberula,  in  taciebus  tandem  glabrescentia,  margine  basi  pilis  brevissimis,  superne  denticulis  mini- 
mis  obsita,  nervis  sulitus  praecipue  medio  prominentibus,  lateralibus  feie  marginatibus,  secundum  marginem 
anastomosantibus,   glandulis  chlorophaeis  obsita,  in  axillis  fascicula  foliorum  parva,  ellipsoideo-globosa,  vix 


„     Slip.  6— T'/j™'"  lg-.;  4"""  It. 
Petiol.  ibl.  Slip.  1—1'/^"""  lg. 
Peduncul.  1-8— 1-9" 


imm   J,,.^ 


Die  hotitnhchcii  Erßcfniissc  tlrr  Pol ak'sclicii  Expedition  )iach  PiTsieii.  37 

evoluta  gerentia.   Rvacteae  foliis  coiitbrmia,  diminuesceiitia.  (J:\lyx  canipaiuilalo-fiilmldsiiw,  lubo  tereti,  aiiticc 
Iiirtello,   postiee  niinnte  pubcrnlo,  labio  inferiore  in  deiites  diio.'«  albo-ciliatos,  labio  snperiore  (ibver.se  laliore, 
trideiitato,   dentibus  latc  et  breviter  triangularibus,  loiigiore.s  fi.sso.  Coroila  tubo  extus  .siibglabio,  intus  po.stiee 
viiloso,  labio  inferiore  et  snperiore  extns  Iiirtello- villosis. 
Speciinina  gynodyuamica. 

Frutic.  15— 2('.''"  alt.  f'al.  dciit.  inf.  2- 2'"'"  lg. 

Fol.  inf.  S'/^— 5"'"  lg.;  5—5"./""  't-  i       „     1:>1»-  si'l'-  1  ■9-2-1™"  lg.;  2-(j  — 3"""  lt. 

„        „      „    dent.  1-"  lg. 
Coroll.  tnb.  ;V4"""  lg. 

„        lab.  inf.  lob.  intermed.  2-G'"  lg. 
Cal.  tub.  1-8— 2'"'"  lg.  „  .,    snp.  2  •(')"""  lg.;  2-8"""  lt. 

Infra  Tmamzam  Haschein  ad  radices  montis  Domaweud.  (2.  VIT.) 

Stellt  jedenfalls  dem  Tli.  iIci/khs  Cel.  Flor.  1883,  p.  1.^)2.  (ex  descr.)  s^elir  naiie,  inifersclieidet  sieb  aber  von 
iiini  durch  die  sehr  zarte,  dem  uiibewaffneleii  Auge  leicht  entgehende  Behaarung,  den  flachen,  nicht  eingerollten, 
von  feinen  Zäckchen  rauhen  Rand  nml  die  weingelben,  nicht  rothbraunen  Drüsen  der  Blätter. 

5.  IhyiUMs  Hlweiidicus  Stapf  (n.  sp.}. 

Hasi  friiticulosus,  rarnis  vetustis  lignosis,  ])rocnndK'ntibus  vel  ascendentibiis,  intcrdiim  radicantibus;  r;iniuli 
aiinofiiii  plerumque  valde  a,bbre\iati  ex  apice  hoc  .-inno  caules  floriferos,  rarius  steriles  edentes  (et  (juasi  iicdcin 
eorum  Ibrniantes),  dense  folioinm  cicatricibus  vel  foliis  ipsis  minimis  exaridis  obsessi  vel  caulibus  floiiferis 
restrictis,  paulo  elongatis  et  apicc  conia  folioruin  parvorum,  raiius  praeterea  in  axillo  alicnius  cicatricis  fascicnlo 
folioso  praediti;  rami  hornotini  erecti  vel  ascendentcs,  fere  semper  simplices  caule  pallido,  foliis  pallide  viridibus, 
plus  minusve  nndulatis  vel  subplanis,  in  axillis  intirais  fascicula  foliosa  densa,  deinde  in  ramulos  supra  dictos 
ecresceiitia,  perdurantia,  in  snperioribus  fascicula  foliorum  pauconiin  gereute,  iiiflorescentia  ovato  cajntata,  flo- 
ribus  magnitudine  valde  variis,  heterostylibus,  albis  roseis  lilacinisve. 

Caiilis  basi  subqnadrangularis,  saepe  tcnuitcr  bicostntus,  superne  teres,  all)i(his  \  el  basi  pallide  bruuiieus, 
circnmcirca  brevissime  patuleque  hirtellus,  basi  demum  glabrescens.  Folia  varia,  ramulorum  perdnrautium  parva 
vel  minima  elliptica  vel  oblongoelliptica,  crassinscula,  dorso  plus  minus  carinata,  nervis  secundariis  fere 
evanidis,  glahrn,  dense  congcsta,  vainorum  hornotinorum  infima  obovato  lanceolala  vel  lanceolata,  superne  pro 
longitudine  aucta  angustiora,  subacnt;i,  j)lus  minusve  undulata  (imprimis  in  forma  gynodynamica  liumiliore),vel 
plana  basi  distincte  in  petiolum  brevem  attenuata,  minutissinie  papilloso-scabrida,  fere  glahra,  vel  utraque  facie, 
imprimis  subtus,  hirlello-pubescentin,  hasi  margine  ac  petiolus  ciliis  alhis,  paucis  ornata,  vel  iiiida,  nervis, 
praeeipue  secundariis,  prominulis,  siihrectis,  sccundum  raarginem  evaiiidis,  lolid  vix  discoloribus,  glandulis 
rubellis,  niajusculis,  crehris.  Bracleae  basi  latiores,  caeteruni  foliis  conformes,  superne  diminuescentes.  Pedicelli 
minutissinie  denseque  hirtelli,  calycis  tubo  aequilongi  vel  diniidio  longiores.  Calyx  tubuloso-campanulatus, 
limbo  paulo  ;ihrupte  ampliato,  tulio  pallido,  nervis  viridibus  percurso,  minute  hirtello,  labio  infero  ad  basin  in 
dentes  duos,  alho-ciliatos  fisso,  labiuni  superum  glabrum,  ohscure  viride,  ultra  '/.,  tridentatum  superante,huiusce 
dentibus  acutis,  pro  ratioiie  angustetriaiigulatis,  margine  denticulis  miniinis,  scabridiusculis,  non  ciliatis.  Corolla 
extus  hirtello-villosa,  intus  in  tubo  parce  pilosa,  labio  supero  quam  infero  paulo  breviore,  late  obovato-elliptico, 
apice  emarginato,  infero  lohis  obtusissimis,  quadrangulato-ellipticis.  Staniina  in  forma  gynodynamica  filainentis, 
brevibus,  antheris  parvis  plus  minusve  sterilibus,  in  androdynamicn  longe  exscriis  (inter  duas  formas  vero  tran- 
situs  occurruntV  Stylus  semper  exsertus. 

Suffrut.:  7— 12— 18™  alt.  1    < 'alyc.  tub.  2— 2  •  7"""  lg. 

Fol.  ram.  perdur.  2—8"""  lg. ;  1 V^- 2"""  lt.  „      lab.  sup.  2—2  •  2"'"  lg. 

„        „     hornot.  inf.  5— 9"'"^  Ig  ;  3—6"'"'  lt.         |    Oalyc.  lab  inf.  2-2— 2-8'""'  lg. 


„        „  „       sup.  12— 18"'"' Ig.;  3— 6"'"' lt. 

Pedic.  2— 3  •2'"'"  Ig. 


Coroll.  tub.  3-4- 4-7"'"'  lg. 
„      lab.  sup.  3—3  ■  3°""  lg. 


38  Otto  Sfapf. 


CoroU.  lab.  inf.  2-2— 2-6"""  lg. 
Stam.  fil.  gyn.  1™"  et  1-5'""  lg. 


Stam.  fil.  andr.  3»  />"^  lt.  et  5'""  lg. 


Styl,  deinde:  7  —  7-5'"'"  lg. 

In  partibus  ad  septentrionem  \  crgentibus  aditus  ad  Tusivkan  in  moute  Elweud.  (27.  VI.) 
Diese  in  der  Form,  Beliaaruug  und  Grösse  der  Blätter  und  in  der  Grösse  der  BliUlien  sehr  veränderliche 
Art  reiht  sieh  der  Nervatnr  der  Blätter  nach  der  voransgeheuflen  Art  an,  ist  aber  durch  die  Behaarung,  die 
Form  des  Kelches,  durch  den  abweichenden  Habitus,  am  meisten  aber  durch  die  eigenthüinlichen,  narbigen 
Kurztriebe  ausgezeiehnet,  welche  nach  der  BUithezA'it  aus  den  Blattbüscheln  der  untersten  Blätter  hervor- 
gehen und,  wie  au  einem  Exemplar  noch  zu  sehen  ist,  kurze,  dicht  mit  ziegelartig  sich  deckenden  Blättchen 
besetzte  Zweige  bilden.  Diese  Kurztriebe  (ramuli)  dauern  allein  aus,  während  die  blütheutragenden  Stengel 
bis  auf  die  untersten  Internodien,  zwischen  welchen  jene  sitzen,  absterben.  Im  nächsten  Frühjahre  treiben 
dann  die  meisten  Kurztriebe  zu  blühenden  Langtrieben  (rami)  aus;  da  sich  die  verkürzten  Internodien  der 
eisteren  nicht  mehr  strecken  und  die  Blätter  derselben  meist  bald  abfallen,  erscheinen  dann  die  Kurztriebe 
als  dicht  mit  Narben  besetzte  Fuss!<tücke  der  diesjährigen  Langtiiebe.  Mitunter  unterbleibt  aber  die  Bildung 
dieser,  und  es  verlängern  sich  dann  die  Kurztriebe  noch  um  etwas,  wobei  sie  aber  ihre  charakteristische 
Form  meist  beibehalten,  seltener  lockerblättrig  werden. 

G.  Thymus  JaliHiHensis  stapf  (n.  sp.). 

Basi  sutfruticulosus,  ranüs  annotiuis  procumbentibus,  Inn-notinis  ex  iis  editis  erectis,  interdum  paulo 
flexuosis  vel  ascendentibus  simplicibus  vel  e  foliiorum  superiorum  axillis  parce  ramosis,  caulibus  albidis,  glabris, 
vel  glabrescentibiis,  inteiniulüs  elongatis,  foliis  pallide  viridibus,  ph'rumquc  angustis  in  axillis  fascieula  laxa 
paucorum  folioruni  vel  in  ramulis  non  fluriferis  saepe  densa,  riirius  subnulla  gereut ibus,  inüorescentia  laxius- 
cula,  oblonge  capitata,  demum  valde  elongata,  multiflora,  rare  pauciflora,  cymis  infimis  saepissime  ^■alde 
remotis,  floribus  magnitudine  variis,  roseis. 

Caulis  albidus,  fere  teres,  glaber  vel  tantum  snlj  nodis  minutc  hirtelhis  \  el  rarius  parte  tota  superiore, 
rarissime  totus  parce  et  minutissime  hirtellus.  Folia  lineari-lanceolata,  infima  saepe,  rarius  omnia  lanceolata, 
summa  plerumqne  linearia,  acuta,  sessilin,  glaberrima  vel  superiora  facie  hirtello-pubescentia  vel  raro  fere 
omnia  piliusculis  albis,  minutis  in  nervis  parce  cou'^persa,  basi  margiue  parce  et  longe  ciliata,  glabrae,  nervis 
pallidis  prominentibus,  secundariis  binis,  in  foliis  majoribus  ternis,  rectis,  secuudum  marginem  evanescentibus, 
folio  fere  coucoloribus,  glandulis  erebris,  chlorophaeis.  Bracteae  basi  latiores,  caeterum  foliis  conformes,  superne 
diminuesceutes.  Pedicelli  hirtello-pubescentes,  infimarum  cymarum  ealycis  tnbo  duplo  longiores,  supremi  eum 
ae((Uantes.  Calyx  tubuloso-cnmpanulafus,  tubo  minnte  hirtello,  labio  infero  fere  ad  basin  in  duos  dentes,  albo 
ciliatos  fisso,  supero  diniidio  breviore,  tridentato,  ilentibus  valde  variis,  brevibus,  e  basi  lata  triangularibus, 
lateralibus  niedio  niinoribus  vel  rarius  medio  brevissinio  lateralibus  superato  vel  labio  supero  fere  ad  medium 
fisso,  elongatis,  aculis,  acutissiniisve,  margine  miuutule  denticulato,  fere  laevi.  Corolla  tubo  exlus  intusque  sub- 
glnbra,  limbo  extus  hirtello-villoso,  parvula.  Stamiua  longe  exscrta.  Stylus  iouge  exsertus,  stigmate  breviter 
bifido. 


Rami  hörn.  15—40'"'  alt.  Cal.  lab.  sup.  1-4 — 1-5""'  Jg.;   l-!5_2"""  lt. 

Fol.  form,  grandif.  16— 38"""  lg.;  5— 6"™  lt.         ;       „      „    inf  2—2 •  2'"'"  lg. 

„         „     parvif  15—17'""'  lg.;    2'/2— 3"""  lt. 
Pedic.  1-5- 4"""  lg. 
Cal  tub.  1  •  ü— 2'"'"  lg. 


Coroll.  tub.  3  •  7—4  •  6""°^  lg. 

„       lab.  sup.  2'""'  lg.;  2  — 2-2"""  lt. 
„    iuf.  3'""' lg. 

In  collibus  declivibusquc  aridis  et  in  snxis  projie  .Tal])an.  (20.  VI.  et  16.  ^'H.) 

Der  7'/(.  Jaljjaiiei/ais  steht  dem  vorbeigehenden  sehr  nahe  und  ist  wohl  als  Verbindungsglie«!  zwischen 
diesem  und  dem  Th.  Daenensis  Cel.  zu  betrachten.  Von  beiden  unterscheidet  er  sich  durch  die  sehmalen 
Blätter,  den  lockeren  Blüthenstand  und  etwas  kleinere  Blüthen  mit  weit  hervorragenden  Stnmina  und  Gritfei. 
Letztere  Eigentliümlichkeit,  welche  bei  der  grossen  Zahl  der  vorliegenden  Exemplare  stets  vviederkeln-t, 
lässt  es  fnst  als  gewiss  erscheinen,  dass  die  beschriebene  Art  nicht  heterostyl  ist,  wie  das  bei  T/i.  Haiderensit; 


Die  botanischen  Ergebnisse  der  Folak''schen  Expedifioii,  nach  Persien.  39 

der  Fall  ist.  Bemerkeiiswerth  ist  schliesslich  noch  das  Voi'kommcu  einer  gross-  und  einer  kleinblättcrigen  Form. 
Bei  erslerer  sind  auch  die  Stengel  meist  viel  höher  und  dann  zwischen  den  Knoten  hin  und  her  gebogen. 
Übrigens  sind  zwischen  beiden  Formen  alle  Übergänge  oft  au  einem  und  demselben  Stock  zu  finden. 

7.  Thymus  HayderensLs  stapf  (m.  sp.i. 

Suffruticulosus,  ramis  annotinis  procumbentibus,  hornotiuis  ex  iis  scria'im  editis  crectis  vel  ascendentibus, 
caulibus  albidis,  iuternodiis  elongatis,  foliis  pallide  viridil)us,  infldrcsccntia  Dvato-capitata,  multiflora  vel  inter- 
dum  paiiciflora,  cyniis  infinns  rare  remotis,  floribus  roseoliUvcinis. 

Caulis  albidus,  interne  obtuso-quadrangularis,  superne  subteres,  circunudrca  nannte  hirtellus  vel  inferne 
binis  latcribus  subglabrescens.  Folia  oblongo-elliptica  vel  ellii)tico-lanceolata,  acuta,  infra  medium  in  basin 
sensim  altennata,  vix  petiolata,  utrinque  minute  hirtellii,  imi)rimis  subtus  in  nervis  et  inferiore  parte  marginis, 
eaeterum  denticulis  minimis  scabridinsculi,  bnsi  interdum  1 — 2  cilüs  ornata,  nervo  niedio  pallido,  multo  magis 
prominente  quam  secundariis  folio  fere  concoloribns,  rectis  secundum  raarginem  evanescentibus,  glandulis  ere- 
bris,  minutis,  chlorophaeis,  in  axillis  fascicula  paucorura  foliorum,  sacpc  valilc  conferta,  gerentia.  Bracteae  o\ato- 
lanceohitae,  sessiles,  superne  diminuesccntes,  eaeterum  foliis  confornies.  PediccUi  calycis  tulio  longiores,  dense 
Inrtelli.  Calyx  tubuloso-camijanulatus,  hibio  iufero  in  duos  dentes  ciliatos,  labium  superum  fere  ad  medium 
tridendatum,  deutibus  triaugularibus,  acutis,  superantes,  fisso,  totus  hirtellus.  Torolla  extus  hirtello-villosa,  lobis 
labii  infcri  supero  longioribns  ellipticis,  imprirais  lateralibus,  subtruncato-obtusis. 

Planta  heterostyla,  androdynamicn,  a  gynadynamiea  nisi  stylo  ;\b1)reviato  et  filamcntis  exsertis  et  flore 
oninino  majore  vix  diversa. 

Rami  horu.  12— I^C^"  lg. 
Fol.  11  —  20"""  lg.;  5—8"'"^  lt. 

Form,  audrod.  Pedic.  3—4™'"  lg.;                   Form,  gyuod.  2-5  — .5™™  lg. 

cal.tHb.21-2-2™"-lg.;  „  „  1- 8-2"""  lg. 

„    lab.  sup.  1-7-1 -8-^ lg.;  „  „  1-2"^"  lg. 

„     „    inf.  ■J-7-2-ir-lg.;  „  „  1-8-2"- lg. 

„           ..         cor.  tub.  4 -2-4 -5"'"  lg.;  „  „  3— 3 -4"'»  lg. 

„    lab.  sup.  2-7-3-™  lg.;  „  „  1-9"- lg. 


-)) 


iuf.  3  -  3  —3  -  5'"" lg. ;     „  „       2-1 """  Ig. 


In  saxosis  ad  Haydere  (15.  VI.);  in  aridis  declivibus  ad  Jalpau.  (16.  VII.) 

Der  Tli.  Hai/derensis  gehört  in  die  Gruppe  des  Th.  lanc'ifi>Jins  Cel.  und  Th.  Daiinenais  C'el.  (Flora  18^2, 
p.  149.  s.)  und  steht  in  mancher  Hinsicht  in  der  Mitte  zwischen  beiden.  Von  ersteren  unterscheidet  er  sich  durch 
das  um  vieles  schwächere  Indument,  durch  kräftigere  Stengel  und  licdeutend  grössere  Blätter  mit  etwas 
abweichender  Nervatur,  durch  lockerere  und  weniger  gleiehmässig  gebaute  Inflorescenz,  sowie  durch  eine 
etwas  abweichende  Innovation;  endlich  sind  auch  die  jungen,  noch  nicht  blühenden  Zweige  steifer,  fast  gerade 
und  tragen  ktine  Blattbüscliel  in  den  Achseln  der  Blätter,  wie  dies  bei  TA.  lancifolius  der  Fall  ist.  Von  7'//. 
Daenensis  weicht  er  dagegen  durch  seine  sicli  über  alle  Theile  erstreckende  Behaarung,  die  weniger  hervor- 
tretende Nervatur  der  Blätter,  etwas  kleinere  Blüthen  mit  tiefer  eingeschnittener  Kelchoberlippe  ab. 

8.  Calmnintha  f/raveolens  Marsch,  a  Bieb.  Fl.  Taur.  Caue.  II.  1I.60.  (1808).  —  Benth.  iu  DC.  Prodi-.  XU.  p.  2:U. 

(1848). 

In  valle  Haydere  2400"'  s.  m.  (25.  V.);  in  declivibus  areuosis  ad  Haydere  2200'"  s.  m.  ((3.  VI.) 

9.  Zi::iphOI'a   riglda  Boi.ss.  Fl.  Oi-.  IV.  p.  .586.  (1879)  \n-o  y-m-.  Z.  cliiu>i>0(li<)ides  M.  B. 

In  rnpcstribus  declivium  ad  meridiem  \ergentium  montis  Elwend.  (10.  VII.) 

10.  Zixiphora   capitata  Limiö  Spec  plant,  od.  l.  I.  p.  -21.  (17.5.3).  —  Boiss.  FI.  Ol-.  IV.  p.  5Sfi.  (18791. 

Syn.:  X.  comimcta  Friv.  iu  Flor.  XVIII.  p.  3;i6.  (ISS-'i). 

In  arenosis  supra  Gendjname,  2200"'  s.  m.  (6.  VI.) 


40  Otto  Stapf. 

11.  Ziäiphoi'a  temiior   Liunc  Spec.  pl;iat.  ed.  l.  I.  p.  21.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  \V.  p.  587.  (1879). 

Ad  Maudjil  (26.  IV.);  intev  .Schurab  et  Patschiuar  (27.  IV.);  in  valle  ad  Haydere  2400'"^  .s.iii.  (2b.  V.);  in 
arenosis  ad  Hamadan,  2200"  s.  m.  (6.  VI.) 

12.  Salvid  Hydranijea  De  Cand.  iu  herb,  ex  ßentli.  Lab.  p.  717.  (1832—1836).  —  Bunge  Lab.  Pers.  p.  12.  (1873). 

—  Boiss.  Fl.  Ol-.  IV.  p.  606.  (1879). 

In  deserto  ad  Zamanabad  (27.  V.);  in  arvis  rrlictis  in  declivibiis  ad  nieridiem  vergentibus  montis. 
Elwend  siipra  Zamanabad.  (30.  V.) 

13.  Salvia  Sxovitsiaiia  Bunge  Lab.  Peis.  p.  i:i.  (1873i.  —  Boiss.  Fl.  Gr.  IV.  p.  607.  (1879). 

Prope  Sepujin,  1600'"  s.  m.  (5  V.);  in  valle  Gendjuame  (19.  V.);  in  deserto  piope  Zamanabad  (27.  V.) 
An  den  zaldreicheu,  mir  vorliegenden  Exemplaren  sind  die  Blätter  siimmtlicb  einfach;  die  Lamina  ist 
allerdings  olt  nur  1-1 — 1-2'™  (5 — 10")  lang  wie  Boissier  1.  c.  angibt,  an  anderen  Stüclceu,  besonders 
jenen  von  Zamanabad,  aber  auch  länger,  bis  3 — 3-3™.  Die  luternodien  der  Infloresceuz  werden  von  Bunge 
als  gänzlich  kahl  angegeben.  Das  trifft  zwar  für  eine  Anzahl  von  Exemplaren  von  Zamanabad  zu;  es  liegen 
aber  andererseits  vom  gleichen  .Standorte  auch  Pflanzen  vor,  welche  alle  Übergänge  bis  zu  Formen  zeigen, 
welche  ziemlich  reich  mit  abstehenden,  steifen  Haaren  betetzt  sind. 

14.  Salvia  Syriaca  Linne  Spec.  plant.  Ed.  2.  L  p.  36.  (1762).  —  Bunge  Lab. Fers.  p.  50.  (187J).  —  Boiss.  Fl.Or.  IV 

p.  610.   (1879). 

Syu.:  S.paroiflom  Vahl.  Eumu  L  p   268.  (1805).   —  La  Bill.  Ic.  dec.  IV.  p.  12.  t.  7.  (1812). 
Iu  agris  prope  Zamanabad.  (29,  V.) 

15.  Salvia  Mchatanensls  stapf,  (n.  sp.). 

Herbacea,  stricta,  inferne  arachnoideo-villosa,  plus  minusve  purpureo-suffosa,  superne  viscosa,  foliis 
pallidis,  subtus  fere  glaucescentibus,  in  pauiculani  aniplaui,  floribnndam  abiens,  tloribus  albidis. 

Caulis  herbaceus,  cavus,  eonipressibilis,  obtuse  quadraugularis,  inter  angiilos,  impiimis  ad  nodos,  purpu- 
reo-violacens.  inferne  albo-arachnoideo-villosus,  superne  glauduloso-villosus.  Folia  infima  .  .  .,  intermedia  et 
superiora  sessilia,  e  basi  cordatn  lyrata  vel  late  ovata,  irregulariter  repando-dentata,  acuta,  supra  viridia, 
parce  arachuoideo-floccosa,  subtus  subglauea,  tenuiter  adpresseque  erispulepuberula,  vel  partim  pilis  longioribus 
fere  arachnoidea;  floralia  infima  late  rotundnto-ovata,  acuminata,  denticulata,  superiora  integra,  breviter  molli- 
terque  ciliafula,  nervis  saepe  purpureis,  caeterum  cauliuis  coufoi'uiia,  calyees  aequantia  vel  subaequantia.  Verti- 
cillastra  6—4  flora,  interuodiis  calycibus  aequilongis,  vel  summis  brevioribus  distiuctis,  summa  iuterdum  sterilia. 
Calyx  longe  tubuloso-campanulatus,  tubo  basi  striata  glamluloso-viscoso,  labiis  aequilongis,  brevibus,  supero  sub- 
aequaliter  tridentato,  infero  dentibus  breviter  lanceolatis,  ut  in  supero,  spinuloso  mucrouatis;  fructifer  auctus. 
Corolla  tubo  iueurvo,  intus  nudo,  scnsiui  in  fauccm  ampliato,  labio  supero  incurvo,  paulo  quam  infero  lougiore, 
parce  patule  villosa,  albida. 

Specimina  quae  prostant  sujjra  biisin  decerpta. 


Tot.  pl.  quam  28™  altior. 

Panic.  15—18™  lg.;  12—15™  lt. 

Cal.  florif.  17—19™'"  lg. 


Coroll.  tot.  28—31"""  lg. 
„      tub.  18—11)"""  lg. 


Crebra  circa  Hamadan.  (25.  V.) 

Leider  liegen  trotz  der  Häufigkeit  der  Pflanze  um  Hamadan  nur  zwei  Stücke  vor.  6'.  Ecbataiieiisis  gehört 
in  die  Section  HomaJoaphace,  und  zwar  in  die  Nähe  der  S.  spinosa  L.,  i.vt  aber  durch  die  Form  der  Blätter,  die 
Behaarung  und  Farbe  des  Stengels,  sowie  durch  die  reiche,  etwas  dichte  Infloresceuz  und  die  deutlich 
gekrümmte  Kronenrölire  verschieden. 


Die  botaidscheii  Ergebnisse  der  Polak'schen  Expedition  nach  Persien.  41 

16.  Salvia  doryphova  stapf,  (u.  sp.). 

Tluniilis,  b;i.si  foliata,  mox  in  pauiculani  ami)laiii,  divavieatam,  i-aimilis  rigidis,  summa  parte  gracilibus  et 
i'oliolorum  .sterilium  pare  determiuatis,  quasi  lanceam  refcrentibus,  iiisigucm  abeuus,  interne  incano-viridis,  plus 
niiniusve  rubescens,  supra  viridis,  glaudiiloso-iiirsuta,  calycibus  tubulosis,  majusculis. 

Caidis  sfrictus,  obtuse  quadrangularis,  albidus,  dense  glanduloso-iiirtus.  Folia  infima  petiolata,  e  basi  trun- 
cata  vel  rotundata  ovato-oblonga,  obtusa,  sublobata,  creuulata  vel  denticubita,  .supra  rugulosa,  tenuiter  floccoso- 
arac'hnoidea,  subtus  rcticulate-venosa,  adpresse  arachnoideo-tomentella,  ineauo-viridia;  intermedia  .-^aepius 
tantum  bina,  sessilia,  c  basi  subcordata  o\ata,  caeteruni  conforniia;  floralia  late  ovata,  acumiuata,  intima 
denticulata,  caetera  integra,  glauduloso-villosa  et  ciliata,  calycibus  breviora,  acuta,  summa  niucronata.  Verti- 
cillastra  6 — 2  flora,  intcrnodiis  calycis  longitudincni  superantibus  distincta,  circiter  tria  in  ramulis  singulis. 
Calyx  obconico-tubulosus,  pallidus,  basi  valdc  striatus,  sublucidus,glanduloso4iirtus,  labiis  aquilongis,  brevibns, 
dcntibus  supeririobus  subaequalibus,  inferioribus  ovatis,  omnibus  spiuuloso-mueronatis;  fructifer  auctus.  CoroUa 
tubo  incurvo,  sensim  et  modice  in  faucem  iuter  dente.s  labii  calycis  inferi  prorectum  ampliato,  labio  supero  sub- 
recto,  parce  villosulo,  albido,  infero  vix  breviore,  flavido. 

Plaut,  tot.  25—30""  alt.  1    CoroU.  tot.  28—30'^'"  lg. 

Fol.  inf.  47^— e-'^lg.;  2V2— 4™lt.  „       tub.  18— 20"""  lg. 

Cal.  florif.  tot.  17—18"™  lg.;   fructif.  25"'"'  lg. 

Ad  agrorum  versuras  prope  Hamadau  (6.  V.);  in  agris  prope  Zamanabad  (27.  V.) 

Eine  durch  die  sparrig  abstellenden,  arniblütliigen,  mit  winzigen,  sterilen,  stachelspitzigen  Hochblättern 
abschliessenden  Rispenäste  und  die  grossen,  matfglänzenden,  an  der  Basis  dcrbgestreifteu  Kelche  selir  aus- 
gezeichnete Art  der  Section  Homalosphace,  die  sich  wohl  am  nächsten  der  Ä.  ni.ucrosipho}i  Boiss.  auschliesen 
dürfte. 

Obs.  Planta  e  seminibus  a  P  ich  1er  in  Persia  collectis  in  horto  Vindobonensi  culta  multo  elatior,  ampla, 
floruit  anno  secundo.  Folia,  ut  in  spontanea,  purpiii-eo-suffusa,  mngis  eroso-dcuticulata,  majora;  floralia  e  basi 
cordata  latissime  ovata,  acuminata,  crassisucula,  lucida,  nervis  all)idis  percursa,  margine  ciliata,  supra  tenuiter 
et  brevissime  glandulose-pubescentia,  snbtus  magis  villosa,  fere  omnia  integerrima.  Verticillastra  sterilia  pauca. 
Calyx  sub  anthesi  a  latere  pnulo  compressus,  inferne  longe  patuleque  glanduloso-villosns,  superne  glanduloso- 
hirtus,  post  anthesin  basi  inflatus,  valde  striatus,  supra  medium  valde  compressus,  clausus.  Corolla  tubo  vix 
exserto,  vix  incurvo,  alba,  labio  infero  medio  ochroleuco-albido,  basi  purpureo-striohito. 

17.  Scdvia  rei'ntophl/Ua   \Anni  .Spec.  plant.  Ell.  1.  p.  27.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Gr.  IV.  p.  617.  (1879J. 

Syu.:  S.  exuspenäa  Cavau.  Ic.  VI.  p.  38.  t.  558.  (1801). 
In  agris  prope  Hamadan.  (3.  VI.  et  8.  VI.) 

18.  Salvia  xantJlOCheila  Boiss.  in  Kotschy  PI.  exs.  Pers.  bor.  (1846).—  Bcuth.  in  DC.  Prodr.  XII.  p.  284.  (1848). 

—  Boiss.  Diagu.  Sei-.  I.  f.  12.  p.  59.  (1853),  Fl.  Or.  IV.  p.  620.  (1879). 

In  agris  regionis  alpinae  montis  Elvfend  prope  Haydere.  (7.  VI.) 

19.  Salvia  brachy Siphon  Stai)t'  (n.  ap.). 

Hcrl)acea,  parce  foliosa,  mox  in  paniculain  amplani,  pyramidatam,  patule  hirsutam  abeuns,  incano-viridis, 
superne  glandnloso-viscida,  verticillastris  distinctis,  nnmerosis,  floribus  brevibus,  corollis  albidis. 

Caiilis  crassiuseulus,  albidus,  superne  interangnlos  viridis, basi  glabresccns,caeternm  patule  hirsutus,  superne 
pilis  glaiululiferis,  brevibus,  crebris,  intermixtis.  Folia  intiuui  bina,  petiolata,  e  basi  cordato-truncata  oblonga, 
obtusa,  sublobata,  inaequaliter  miaute  crcnulata  vel  eroso-deuticulata,  supra  vix  rugosa,  adpresse  et  temüter  arach- 
noideo-floccosa,  subtus  albide  nervoso-reticulata,  adpressissime  et  teuuissime  arachnoideo-tomentella;  superiora 
in  axillis  ramulos  floriferos  gerentia,  seu.sim  minora, in  floralia  abeuntia, sessilia,  acuta,  deindc  Integra,  late  ovata, 
patule  hirsntii,  viridia,  calyces  aequaiitia  vel  iis  breviora.  Verticillastra  5—4  flora.  ])lus  quam  longitudine  sua 
remota,  summa  sterilia.  Calyx  brcvitcr  campanulatus,  viscidus,  longo  et  tenuiter  hirsutus,  labiis  brevibus,  dcn- 
tibus brevibus,  spinuloso-mucronatis,  supcrioris  intermedio  minimo,  inferioris  late-ovatis.  Corolla  albida,  calyce 

Oenkschriften  der  mathem.-nalurw.  Ol.   L.  liil.  AbhiiiiclIuiigeQ  von  Niohtmitglie.lern.  f 


42  Otto  Stupf. 

vix  duplo  loug-ior,  tnbo  hrevissimo,  abrupte  ninpliato,  iutns  sqiiammula  fimbriata  aucta,  lahio  supero  compvesse- 
falcato,  glanduloso-pubescente,  infero  magno,  aequilongo. 

Plant,  tot.  35^">  alt.  |    Cal.  8—9°""  lg. 

Panic  25™  lg. ;  2U™  alt.  Cor.  tot.  15— 17""". 

Fol.  iuf.  9— ir"'lg.;  5'/2— 6'/2""'lt.  (pet.4'  j'^"'  lg.         „     tub.  usque  ad  strict.  S'/j""  lg. 

In  desertis  prope  Hamadan.  (17.  VI.) 

Ans  der  Verwandtscbaft  der  S.  verhascifotia  M.  aB.,  S.  frü/ida  B  oiss.,  S.  mitilesfa  Boi.sss.  und  <S'.  Atropa- 
taiia  Bunge,  aber  durch  die  kurzen,  gedrungenen  Blütlien,  sowie  auch  habituell  durch  den  niederen  Wuchs 
und  die  mächtige,  abstehend  behaarte  Kipse  und  die  wenigen,  ziemlich  grossen,  feinbehaarten  Blätter  aus- 
gezeichnet. 

20.  Salvia  hyiiolenca  Benth.  m  PC.  Prodr.  XII.  p.  279.  (1838).  —  Bunge  Lab.  Pers.  p.  14.   (187.S).  —  Boiss.  Fl. 

Or.  IV.  p.  62;>.  (1879). 

In  declivibus  arenosis  prope  Agh  in  jugo  mcmtis  Eiburs.  (5.  IX.) 

21.  Salvia  poli/adenia  ßoiss.  Diagn.  Ser.  1.  f.  5.  p.  7.  (I.s44).  —  Bungu  Lab.  Pers.  p.  4.5.  (187.'5) 

Syu.:  S.  limhala  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  623.  (1879)  p.  parte. 

In  faucibus  montis  prope  Jalpan.  (20.  VI.) 

22.  Salvia  pseudosilvestris  Stapt'(n.  sp.). 

Herbacea,  pallide  viridis,  multifoliosa,  in  spicara  ilensam,  flexuos;ini,  co eruleo-violaceam  abeuns,  habitu 
iiiter  S.  silvestrem  et  S.  diniiefonim. 

CauHs  crassiusculu.«,  totus  brevissime  patuleque  pubescens,  imprimis  superne  ad  nodos  glandulis  parcis, 
chlorophaeis  conspersus.  Folia  inferiora.  longiuscule,  intermedia  brevitcr  petiolata  vel  cordafo-truncata,  ovato- 
vel  triangulari-lanceolata,  acuta,  crenata,  supra  vix  rugulosa,  tenuiter  pubescentia,  snbtus  dense  et  minutissime 
pubescenti-tomentella,  tactu  mollia,  pallide  incauo-vividia;  Horalia  e  basi  rotuudato-cordata  late  ovata,  acumi. 
nata,  inferiora  calyces  superantia  vel  aequantia,  pallide  viridia,  superiora  breviora,  purpureo-violascentia,  bre- 
vissime puberula.  Verticillastra  10 — 6  fiora,  dense  conferta,  basi  demum  paulo  remota,  supra  ineunte  anthesi 
foliis  floralibus  sc  imbricatiiu  tegentibus.  Calyx  eami)nnulatus,  violascens,  pubc  brevi  canescens,  glandulis  chlo- 
rophaeis parce  conspersus,  labio  supero  subrecurvo,  late  ovato,  breviter  et  acute  tridenlato,  infero  dentibus  binis, 
lanceolatis,  brevissime  inucrouatis.  Corolla  coerulea,  caiyce  duplo  longior,  tul)o  intus  arcu  i)ilornm  ornato,  labio 
supero  subrecto,  tenuiter  puberulo. 

Plant,  tot.  35— 45"°  alt.  '    Fol.  sup.  4—6'^'"  lg.;  3— 4™  lt. 
Spie.  12—14'="'  lg.  Cal.  5— GV^'"™  lg. 

Fol.  inf.  3— 4™  lg.;  1-2-2™  lt.  Cor.  12— 14'""  lg. 

„     interm.  5 '/j - 8 V^'^"'  lg. ;  2 '/^ —4''"  lt. 

In  humidis  prope  Tschitschian  (28.  Y.) 

Aus  der  nächsten  Verwandtschaft  der  »S.  .-;//()e.s//-/s  L.,  von  ilir  aber  durch  l)reitere  Blätter,  einen  dickeren, 
saftigeren  Steugel  und  die  reich  und  dichtbllithige,  dunkelblauviolette  Bliitheuähre  leicht  zu  unterscheiden. 
Die  Behaarung  ist  stärker,  die  Bliithcn  sind  ein  weing  grösser  als  bei  S.  sitoedris  L. 

23.  Salvia  Vil'idis  Linne.  Spec.  plaut.  Ed.  1.  p.  24.   (17ö;!).  —   Bertoloui  Fl.  Ital.  I.  ii.  138.  (18:ä3).  —  Bunge  Lab. 

Pers.  p.  44.  (1873).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  630.  (1879). 

Ad  agros  prope  Rusteniabad.  (23.  IV.),  ad  Maudjil.  (26.  IV.) 

Ya,v.  leucolophos  JStai)f(n.  v.). 
In  Omnibus  i)artibus  paulo  magis  couipacta,  statura  minore  at  foliis  floralibus  fructibus  majoribns  raagisque 
conferta;  corolla  alba,  bracteis  terminalibus,  sterilibus,  membranaceo-dilatis  albis. 
luter  s})ecimiua  typica  ad  Mandjil  (26.  IV.) 


Die  botatii sehen  Ergebnisse  der  PolaV sehen  Expedition  nach  Persien.  45 

Unter  den  bei  Maudjil  gesiimmelteu  Pflanzen  befinden  sich  Exemplare,  welciie  durcli  ilire  weissen 
Braelcenscböpie  aiiftallen.  Ein  genauer  Vergleicii  mit  den  Pflanzen  der  typischen  Form  ergibt  aber,  wenn  man 
von  geringen  Grösseudiiferenzen  absieht,  in  allen  anderen  Tbeilen  eine  so  vollständige  Übereinstimmung, 
dass  ich  zu  der  Überzeugung  gekommen  bin,  dass  man  es  hier  nur  mit  einer  spontanen  Variation  zu  thuu  hat, 
bei  welciier  mit  dem  Fehlschlagen  der  obersten  Blüthen  per  correlationem  ein  Auswachsen  der  Bracteen 
derselben  eintritt.  Von  S.  Honninum  L.  untersclieidet  sich  die  Pflanze  durch  die  \iel  breiteren  Blätter,  die 
dichU  11  Biiitlienstände  und  die  Farbe  der  sterilen  Hociiblätter. 

Polakia  stapf  (u.  g.). 

Calyx  ellipsoideo-campannlatus,  bilabiatus,  labiis  aequilongis ,  postiro  tridentato,  antico  ad  basin  bifido, 
fauce  intus  nuda ;  fructiier  paulo  auctus,  medio  subinflatus.  Corollae  tubus  iuclusus,  rectns,  superue  ainiiliatus, 
intus  nndus;  limbus  bilabiatus,  labio  supero  ereeto,  bilobo,  infero  patent(>,  trifldo,  lobo  medio  emarginato.  Stamina 
duo  antica  filamentis  cum  conuectivo  articulatis,  brevissime  mucronulalis ;  antherae  dimidiatac  in  plantis  herma- 
phroditis  conuectivo  lineari.  transverse  cum  filamento  articnlato,  postice  ascendente,  antice  deflexo,  utrinque 
loculum  auguste-oblongum,  polliniferum  vel  inferiorem  paulo  minorem,  subcassum  ferente,  in  planta  gynodyna-' 
mica  conuectivo  multo  breviore,  loculis  minoribus,  a])proximatis,  cassis ;  staminodia  duo,  breviter  filiformia.  Discus 
circumcirca  subaequalis.  Stylus  apice  bifidns.  lobis  subaeqiiilongis.  Nuculae  laeves,  magnae,  obovatae,  valde 
compressae,  facie  interiore  obtuse  carinatae.  Herba  basi  conferte  foliata,  foliis  inferioribus  j)innatisectis,  florali- 
bus  bracteiformibus.  Tnflorcscentia  valde  et  strictissime  raniosa,  ranjis  quaternis  in  verticillum  dispositis;  verti- 
cillastra  e  cymulis  (juaternis,  ternis  vel  in  partibus  superioribus  binis,  ad  florem  terminalem  longe  pedicallatum 
reductis  composita,  Flores  majusculi,  :\lbi,  diuiorphi,  majores  hermapliroditi,  minores  gynodynamici. 

Affinis  generi  Salviae,  sed  bene  nuculis  magnis,  valde  compressis  et  ramificatioue  inflorescentiae,  minus 
forma  corollae  distincta,  habitu  di\  erso,  paradoxe. 

24.  Polnkia  paradodca  Stapfm.  sp.). 

Herbacea,  inm.  basi  ramis  brevissimis,  vegetis,  raro  in  caules  parce  floriferos  abeuntibus  ahcta  et  ideo 
conferte  foliafa,  foliis  glaucoviridibus,  pinnatisectis  valde  insignis,  mox  in  paniculam  amplam,  longe  et  tcnuiter 
ramo.^am  abeuns,  ramulis  ternafis  vel  quaternatis,  superne  subnudis,  fl(n'ibus  magnis,  albidis,  calycibus  demum 
subinflato-üvatis. 

Caulis  crassiusculus,  albidus,  iuferne  brevissime  puberulus,  superne  dense  patule-hirsutus,  eglandulosus, 
strictus  vel  rarius  subanfractus.  Folia  basalia  et  ramorum  vegetorum  petiolata,  ambitu  oblongo-lanceolata, 
pinnatisecta,  segmentis  linearibus,  lanceolatis  vel  ovato  lanccolatis,  forma  et  niagnitudine  valde  variis,  plus 
minusve  ]n'ofunde  dentatis  et  decurrentibus,  glaucoviridia,  brevissime  pubernla;  intermedia  et  supcriora 
pauca,  sessilia  vel  breviter  ]»etiolata,  superue  sensini  miuora,  cacterum  conformia;  floralia  lineari-lanceolata 
vel  linearia,  inferiora  utrinque  laciniis  singulis  vel  binis  aucta,  acutissima,  breviter  patule  hirsnta,  pedicello 
multo  breviora.  Verticillastra  e  cymis  4 — 2  ad  florem  terminalem  reductis  composita,  valde  reniota,  supcriora 
sterilia.  Calyx  ])edunculo  sul)  anthesi  aequilongo,  dcmum  subduplo  iongiore  sutfultus,  rectus,  anguste  oblou- 
gus,  longe  et  patule  hirsutus,  vix  glandulosus,  fere  ad  medium  in  labia  aequilonga  fissus,  dentibus  labii  superi 
e  basi  lanceolatis,  longe  subulatim  attenuatis,  snmmo  multo  breviore,  labii  inferi  ad  basin  fissi  lanceolati.s,  a])icc 
subulatis,  fructifer  auctus,  subinflato-ovatus.  Corolla  albida,  tubo  recto  sensim  in  faucem  ampliato,  intus  nudo, 
calyce  incluso,  labio  supero  inferiore  breviore,  bilobo,  lobis  subjilanis,  infero  trilobo,  lobis  lateralibus  late 
ovatis,  obtusis,  medio  bilobo,  paulo  convexo.  Stamina  inclusa  filameutis  glabris,  conneetivis  infra  antrorsnm  cur- 
vatis,  porrectis,  loculo  antico  minore,  in  plantis  gynodynamicis  counectivo  multo  breviore,  loculis  uiinorüms  vel 
minimis,  approximatis,  cassis. 

Von  dieser  nach  Angabc  des  Dr.  Polak  seltenen  Pflanze  liegen  mir  sieben  wohl  erhaltene  Exemplare  vor, 
die  untereinander  vollständig  übereinstimmen.  Der  fremdartige  Habitus,  einerseits  bedingt  durch  die  grau- 
grünen, fiederschnittigen,  an  der  Basis  des  weisslichen  Stengels  dichtgedrängten  Blätter,  andererseits  durch  die 
mächtige  Rispe  mit  ibren  wirtelig  angeordneten,  in  lange,  schlanke,  steife,  nur  mit  sterilen  Hochblättern  besetzte 

f* 


44  Otto  Stapf. 

Ruthen  anshuifenden  Ästen,  in  deren  Grunde,  gleichsam  von  starrenden  Lanzen  geschützt,  die  hinggestielten, 
gvosskelchii;en  Blüthcn  stehen,  Sdwie  die  grossen  plattgedrückten  Samen  und  bis  zu  einem  gewissen  Grade 
auch  der  Bau  der  Blüthc  lassen  es  gerechtfertigt  erseheinen,  eine  neue  Gattung  aufzustellen,  die  sieh  zunächst 
an  Salvia  anschliesst. 

25.  Ifepeta  microphylln  stu]if  (n.  sp.). 

Perennis,  e  basi  ramosa,  eanlibus  elntis,  stricte  erectis,  glaberrimis,  piaeter  partem  intimam  foliis  paucis 
parvis  obsitam,  subnuda,  cymis  pedieellatis,  infimis  remotis,  summis  approximatis,  dichotomis  vel  abortu  unius 
dichotomiae  rami  imniediatim  in  raeemum  abenntibus,  densiusculis,  sed  alabastris  plerisque  mox  deciduis, 
bracteis  vero  parvis,  persistentibus  ideoque  eymis  demnm  paucilioris,  multibractcatis,  tloribus  fere  sessilibus, 
calycibus  cyanescentibus,   corollis  cyaneis,  curvatis. 

Caulis  rigidus,  quadvangularis,  tenniter  striatus,  glaucoviridis,  glaberrinius.  Folia  inferiora  parva,  ovata, 
basi  truncata  vel  vix  cordata,  obtusa,  obtuse-crenata,  adpresse  et  minute  scabrido-pubescentia,  petiohata,  suprema 
minima,  lanceolata  vel  linearia,  subintegra,  subsessilia,  per  paria  valde  remota,  in  floralia  demuni  breviter 
filiformia,  scnsim  abeuntia.  Hraeteae  tenuiter  subulatae,  incurvae,  pedicelhim  multo  superantes,  dimidium  calycis 
tubi  vix  aequantes.  Calyx  sub  anthesi  anguste  tnbulosus,  incurvus,  intus  nndns,  extus  aspero-hirtellus,  glanduiis, 
albidis  conspersus,  ore  valde  obliquo,  antice  ad  medium  tissus,  labii  superioris  tubo  triplo  brevioris,  ultra  medium 
fissi  dentibus  breviter  lanceolatis,  margine  membranaceis,  labio  infero  breviore,  bidentato,  fructifer  ampliatus, 
subrectus,  basi  pallidus,  superne  cyaneus.  CoroUa  tubo  calyce  dujdo  longiore,  valde  ineurvo,  angusto,  supeme 
extus  villosulo,  labio  supero  ad  basin  bilobo,  infero  trilobo,  lobis  lateralibus  brevibus,  latis,  medio  paulo  latiore 
ac  longo,  crenulato.  Nuculae  laeves,  trigonae,  paulo  compressae. 

Plaut,  tot.  Ab—W'  lg.  I    Cal.  6-7">'"  lg.;  prim.  0-75™'",  dem.  2™">  lt. 

Fol.  inf.  c.  pet.  9—15"™  lg.;  7—10"""  lt.  Coroll.  12— 1 5"'"  lg. 

Bract.  3—4'""'  lg. 

In  siccis  montium  ad  Hamadan.  (26.  VII.) 

Steht  unstreitig  der  N.  teitcriifolia  WiWd.  und  der  N.  Traufpeifcri  Boiss.  nahe,  unterscheidet  sich  aber 
durch  die  kleineren  Blüthen  und  Blätter,  die  in  der  Anlage  reichblüthigen,  schliesslich  aber,  durch  das  Fehl- 
schlagen eines  Theiles  der  Blüthen,  meist  armen  Cymen,  die  mit  ihren  stehenbleibenden  Braeteen  der  Pllanze 
ein  eigenthümliches  Aussehen  geben,  und  durch  die  stark  gekrümmte  Corolle. 

26.  JS'epeta  .scabridi folia  stapf  (n.  sp.). 

Perennis,  data,  stricte  erecta,  caulibus  glaberrimis,  simplicibus  vel  parce  ramosis,  laxe  foliata,  foliis  petio- 
latis,  scabridiusculis,  i)anicula  anipla,  laxiK^sima,  cymis  louge  pedunculatis,  fioribus  coroUa  longo  exserta, 
coerulea. 

Caulis  obtuse  quadrangularis,  glaberrimus,  subglaucescens,  angulis  albidis  vel  stramineis,  tenuissime 
striatus  vel  superne  laevis.  Folia  caulina  petiolala,  cordata,  ovata  vel  ovato-oblonga,  grosse  obtuse  et  saepc 
irregulariter  dentata,  dentibus  latis,  ascendentibus,  obtusissima;  superne  sensim  minora  et  angustiora  in  folia  flo- 
ralia subsessilia,  par\  a,  lanceolata,  denticulata  vel  summa  linearia,  iutegra  abeuntia,  omnia  pilis  brevibus,  sparsis 
scabrida  et  praeterea  glanduiis  minimis,  aureis  couspersa.  Cymae  louge  pedunculatae,  laxe  trichotomae,  pauci- 
florae,  per  paria  valde  remotae,  fioribus  pedieellatis.  Calyx  tnbulosus,  fauce  subabrupte  paulo  ampliata,  rectus, 
tubo  distinete  striato,  glanduiis  minimis,  aureis  et  pilis  perpaucis,  brevissimis  consperso,  intus  fauce  piloso-an- 
nulato,  (bnitibus  hinceolato-subulatis,  acutis,  labii  inferioris  longioribus  quam  superioris,  calyce  triplo  brevioribus. 
Corolla  calyce  fere  duplo  Kmgior,  extus  breviter  pilosula,  tubo  superne  sensim  anipliato,  labio  supero  ad  medium 
bilobo,  infero  trilobo,  lobis  lateralibus  late  ovatis,  obtusis,  brevibus,  medio  duplo  et  ultra  latiore  ac  longo 
crenulato,  violaceo-coerulea. 


Plant,  tot.  50—80'"'"  lg. 

Fol.  interm.  e.  pet.  3—5'™  lg.;  1-5—2'^"'  lt. 

Cym.  iufer.  pedunc.:  3%-4Vj'='"  lg. 


Cal.  9-12'""'  lg.;  (tub.  6Vj-9'""'). 
Cor.  iVj  — 2"^™  lg.  (tub.  13—16'""'.) 


Die  botanischen  Erf/ebnisse  der  PolaV schein  Expedition  nach  Persien.  45 

In  fruticetis  ad  Haydere  (15.  VI.);  ad  partes  ad  septeutiioueiii  vergenfes  decli\ium  niontis  Elweiid  iu 
itinere  ad  Tusirkau.  (26.  VI.) 

Ist  am  uächsten  mit  N.  laxiflora  Beutli.  verwandt,  luitersclieidet  a\c\\  aber  von  ihr  durch  die  raulien, 
leindrüsigen,  sehr  stumpfen  Blätter,  durch  längere  Bliithen  und  im  ■\'erhältuiss  zur  Kelchröhre  bedeutend  län- 
gere Kelchzähne,  soveie  durch  die  feinbehaarte  Corolle.  In  vielen  Fällen  ist  die  Kelchröhre  am  Schlünde  plötz- 
lich trichterig  erweitert,  in  anderen  ist  diese  Erweiterung  unbedeutend  nn<l  der  Schlund  kaum  abgesetzt. 
Dadurch  nähert  sich  diese  Art  der  A'.  ilc/iaitpcrafa  Benth.,  von  welclier  sie  im  Übrigen  sehr  abweicht. 

27.  Xepeta  betonicoides  stapf  m.  s]i.i. 

Percnnis,  e  basi  caules  saepis.^ime  siniplices,  erectos  vel  ascendeutes  edens,  crebre  foliosa,  incana,  ver- 
ticillastris  sessilibus,  plerumque  in  s])icam  densam  ai)proximatis.  infimis  paulo  remotis. 

Caulis  crassiusculus,  pilis  ramosis,  mollibus,  breviter  tomentosus,  versus  basin  glabrescens.  Folia  caulina 
petiolata,  triangulari-ovata,  cordata,  inaequaliter  crebre  dentato-crenata,  iitrin(|ut;  pilis  ramosis,  mollibus,  breviter 
subhmato-tomentosa,  in  axillis  ramnligera,  floralia  sessilia,  brevia  vel  brevissima,  summa  lanceolata  vel  lineari- 
lanceolata,  integra.  Bracteae  lineares,  caljcis  dimidium  aequantcs,  breviter  allio-lanatae.  Calyx  reetus,  ore 
obliqno,  tubo  antice  profundins  tisso,  teiuiitcr  striato,  breviter  tomentcllo,  dcntibus  lanceolatis,  acutis,  calycis 
dimidio  aequilongis.  Corolla  villosula,  violacea,  tubo  calyce  subduplo  longiore,  augusto,  incurvo,  abrupte  in 
faucem  valde  amplialo,  labio  supero  ad  medium  l)ilnl)ii.  infero  trilnixi.  loliis  lateralibns  brevibus,  latis,  antice 
magno,  emarginato,  crenulato.  Nuculae 

Plant,  tot.  30-40"".  Cal.  6-6'/,"""  lg.  (tub.  3"") 

Fol  lV^-2Va™  lg.;  1-2'"'  It  CoroU.  tub.  11-11%"""  lg. 

Spie.  2  — 3Vj™  lg.  (vert.  inf.  remot.  negl.) 

In  humidis  editioribus  montis  Elwend  (22.  VII.). 

Eine  durch  Form  der  Blätter,  Behaarung  und  Blüthenstand  gleich  ausgezeichnete  Art.  Besonders  der 
letztere  erinnert  an  die  Gattung  Betonica.  Da  reife  Früchte  fehlen,  ist  die  Entscheidung,  in  welche  Section  die 
Art  zu  stellen  ist,  schwer;  doch  spricht  der  ganze  Habitus  für  die  Stenosietjiae. 

2s.   JVepeta  crasaifolia  Boiss.  et  Buhse  Aut'z.  Transk.  Pers.  Pfi.  \).  175.(1800).—  Bunge  Liih.  Pris.  p.  5-1.  (187:!). 
.Syn.:  N.  Mussini  var.  crassifoUa  BoLss.  Fl.  ür.  IV.  p.  660.  ClS79,i. 
In  saxis  et  muris  vetustis  prope  Ask  ad  radices  montis  Demawend.  (^11.  IX.) 

29.  JVepeta  amoeiia  Stapf  (sp.  n.). 

Biennis  vel  perennis  (?),  primo  vero  anno  jam  florens,  simplex  vel  e  basi  deinum  indurata  pluies  caules 
ascendentes  erectosve  edens,  inferne  foliis  plerumque  plus  miuusve  lanatis  dcnsius  obsita,  superne  i)arce  foliata, 
cyinis  3- — 6  fioris,  in  angustum  racemum  dispositis,  inferioribus  pedunculatis,  summis  sessilibus.  calycibus  sub 
anthesi  angustissimis,  demum  ampliatis,  corollis  cyaneis. 

Caulis  quadrangularis,  pubescens  vel,  imprimis  in  parte  inferiure,  incano-sublanatus.  Folia  inferiora  petiido 
iiiniinam  aequante  vel  ea  paulo  longiore  suffulta,  orbiculato  ovata,  basi  cordata,  obtuse  crenata,  crenis  utrinque 
8 — 12,  villo  albo,  crispo,  areolatim  congregato,  sublanata,  vel  rariiis  illo  brevi  parce  pubescentia;  superiora 
minora,  breviter  petiolata  vel  subsessilia,  o\  ata,  basi  truncata,  floralia  ovato-oblonga,  summa  lanceolata,  obtusa, 
ses.silia,  caeterum  inferioribus  conformia.  Bracteae  linearispathulatae  vel  lanceolatae,  calycis  dimidio  aequi- 
lougae,  villosulae.  Calyx  pedicellatus,  pedicello  florum  alarium  demum  elongato,  lalcralium  multo  bre\iorc,  sub 
anthesi  augustissime  tubulosus,  incurvatus,  ore  valde  obliqno,  linibo  ampliato,  bilabiatus,  labio  superiore  lato, 
inferiore  breviore,  dentibuspronis;  fructifer  ampliatus,  subrectus,  oblongus  vel  ovato-oblongus,  labio  supero  lato, 
ad  medium  lisso,  deutibus  ovatis,  acuminatis,  tubo  3 — 4plo  breviorilms.  infero  breviore,  ad  basin  fisso,  dcntibus 
ovato-lanceolatis,  acutis,  omnibus  ciliatis,  violascens,  basi  densius,  suiterne  parce  pilis  albis  conspersns.  Condla 
tulio  angusto  fere  recto,  fauce  ampla,  labio  supero  rccto, breviter  bilobo,  infero  trilobo,  lobis  lateralibns  brevibus, 
latis,  obtusis,  intermedio  magno,  crenato,  rotundato-ovato.  Nuculae  triangulato-ovatae,1ul)erculato-sciobiculatac. 


46  Otto  Stapf. 

Plant,  tot.  8-24"™  alt.  Goioll.  tub.  11—13™"  lg.;  1""  lt. 

Fol.  infer.  8— 12'"' lg-.;  8-12""lt.  „      lab.  sup.  3'""  lg. 

Cal.  s.  anth.  öV^-ß'/z"""  lg-;  1'""  lt.  „        „     iuf.  6'  ,-7'//""  lg.  et  lt. 

„    fnictif.  6V2-9"""  lg.;  3-3V2"""  lt.  i 

In  sabuldsis  prope  Rudbar.  (23.  IV.) 

A'.  amoena  steht  dei'  N.  Mussini  Henk,  am  nächsten,  imterscbeidet  sich  aber  von  ihr  durch  eine  Reihe  von 
Merkmalen.  Sie  ist  im  Allgemeinen  niedriger,  zartei',  vielleicht  nur  zweijährig  und  blüht  oft  schon  im  ersten 
Jahre;  die  Blätter  sind  kleiner,  an  der  Basis  gehäuft,  oben  sehr  spärlich,  relativ  breiter  und  kürzer  und  meist 
dichter  behaart,  die  Kelche  sind  nocli  schlanker,  die  Zähne  anders  geformt,  die  Blumenkronenröhre  ist  länger 
und  der  Mittellappen  der  Unterlippe  im  Verhältniss  grösser.  In  der  Form  des  Kelches  steht  sieder  iV^.  m;icyophijUa 
sehr  nahe,  von  welcher  sie  im  Übrigen  durcb  iliren  niedrigen  Wuchs  und  vor  Allem  durcii  die  ganz  anders 
gebaute  Inflorescenz  leicht  zu  unterscheiden  ist. 

30.  jVepeta  Mecla  .stapf  (n.  sp.). 

Elata,  stricta  \g\  paulo  flexuosa,  remote  foliata,  viridis,  in  paniculam  multifloram,  deusam,  anguste  con- 
tractam  abeuns,  floiibus  flavidis. 

Caulis  qundrangularis,  crassiusculus,  minutissime  puberulus,  scabridiusculus.  glandulis  parvis  obsitus. 
Folia  intima.  .  .,  intermedia  subsessilia  vel  sessilia,  e  basi  truncata  vel  subcordata,  ovato-oblonga  vel  oblongo- 
lanceolata,  obtuse  dentata,  obfusa,  utrinque  viridia,  subtus  pallidiorn,  minutissime  sab  Icnte  puberula,  sensim 
in  flornlin  minora,  caeterum  conformia  abeuntia.  Verticillastra  e  cymis  binis,  pedunculatis,  iteratim  dicho- 
tomis,  densifloris  formata,  in  paniculam  anguste  contractam  disposita.  Bracteae  lineari-setaceae,  breves,  tubi 
diniidio  aequilougae.  Calyx  ovatus,  tubo  sulcato,  striato,  minute  i)uberiilo,  glandulis  conspcrso,  dentibus  aequa- 
libusjtubo  aequilongis,  linearibus,  obtusiusculis.  nervo  viridi  usque  in  apicem  percursis,niembranaceo-marginatis, 
strictis.  Corolhi  flavida,  tubo  vix  incurvo.  iucluso,  labio  supero  abbreviato,  infero  lol)o  medio  magno,  coucavo, 
crenulato,  emarginato,  tota  calyce  dimidio  longior.  Nuculae  atrobrunneae,  minute  tuberculatae,  apiee  tenuissime 
muriculatae. 

Plant.  40—65™  alt.  Cal.  5-G"""  lg. 

Fol.  4  V2  -  6' "  lg. ;  2-2  V^"""  lt.  CoroU.  9  - 1 0-"-»  lg. 

Panic.  10-20™  lg.;  3— 3V2™  lt.  Nucul.  l-ö™"'  lg. 

Inter  frutices  prope  Haydere.  (7.  Vll.) 

Aus  der  Section  Orthonepeta  Benth.,  von  N nuda  L.  und  N.  Pmmonica  Jacq.  habituell  verschieden  durch 
die  schmale,  dichte  Rispe,  zudem  noch  durch  grössere  Blüthen  mit  längeren,  linealen  Kelchzähuen.  Von 
JV  latifolia  DC.  weicht  sie  durch  ganz  ander;;  geformte  Blätter,  von  N.  marrubioidcs  Boiss.  und  Heldr.  durch 
die  zarte,  mit  freiem  Auge  kaum  sichtbare  Behaarung,  \oü  aiuleieu  Unterschieden  nicht  zu  sprechen,  weit  ab. 

31.  JVepeta  mlcrauthtl  Bunge  Fl.  Alt.  II.  ]>.  un.  (1S30),  Lal).  Pei-s.  p.  .06.  (1873).—  Ledeb.  U.  Fl.  Rcss.  Alt.  p.  7. 

t.  41:!.  (18:54).  —  Boiss.  Fl.  Gr.  IV.  p.  GG4.  (1879). 

Syn.:  N.  Meyeri  Bcuth.  Lab.  p.  478.  (1832—1836). 
Prope  Moschdiser  ad  mare  Caspicum.  (7.  VII.) 

32.  Xepettl  petraea  Benth.  iuDC.  Proar.  Xll.  p.  394.  (1848).  —  Boiss.  Fl.  Gr.  IV.  i).  C65.  (1879). 

In  umbrusis  areuosis  declivium  ad  Jalpau.  (21.  VI.) 

33.  Nepeta  clienopodirifolki  .stapf. 

Syn.:  1^. pmigens  Beiith.  Lab.  p.  4S7.  ( 1832- 1836)  uou  lliinge.  —  Boiss.  I'^l.  Gr.  IV.  p.  660.  (1879). 

In  declivilms  glareosis  ad  Jalpan  (2ü.  V.);  in  itinere  ad  Dauletabad.  (31.  V."). 

Bunge  beschrieb  in  der  FI.  Alt.  I.  j).  23.  &me,  Ziziphora  iningens  vom  Altai.  Bentham  erkannte  sie  in  der 
Folge  als  eine  A'e/>«'(f  und  änderte  ihren  IJamen,  jedoch  unberechtigter  Weise,  in  Nepeta pusilla  um  (Benth.  Lab. 
p.  488.).  Zugleich  stellte  er  eine  neue  Art  aus  Südwesipersien  als  JSepeta  punyeiis  auf.  Da  nun  die  Zizipliura 


Die  hofamsclnm  Ergebnisse  der  PolaVschen  Expedition  nach  Persien.  47 

pungens  nach  den  Regeln  der  Priorität  den  Namen  Nepeta  pungetis  erhalten  nmss  (der  Name  N.pusiUa  fällt  weg), 
so  ist  die  persische  Pflanze,  welche  mit  der  Aorliegenden  identisdi  ist,  namenlos  und  ich  bezeichne  sie  daher 
nach  einem  Merkmal,  das  bereits  Bentham  a.  a.  0.  hervorhebt,  als  jN'.  chenopodiifolia.  Boissier  zieht  aller- 
dings die  echte  X.  piiinjeiiti  Bnngc  (=  N.pusiUa  Benth.)  und  die  i\'.  cheiiopodUfolia  (=  N.  pungens  Benth.) 
als  eine  Art  zusammen;  allein  diese  Pflanzen  sind  durch  eine  Reilic  von  Merkmalen  so  verschieden,  dass  von 
einer  Identificirung  nicht  die  Rede  sein  kann. 

34.  Xepeta  Cryptantha  P-oiss.  et  Hausskn.  m  Haussku.  exs.  1865.  —  Boiss.  Fl.  Or.  I\".  p.  669.  (1879). 

Syn.:   Oxynepeta  iiwolucrata  Btiuge  Lab.  Pers.  p.  59.  (187.3). 
In  saxis  prope  Hissar  inter  Schurab  et  Hamadan.  (10.  Y."! 

35.  Lalleinanffa  Iberica  Marsch.  aBieU.  Fl.  Tarn-.  Cauc.  IL  p.  61.  (isos)  sul)  Di-Mocephalo.  —  Fiscli.  etMey.  IntP 

VL  h.  Petrop.  p.  53.  (1S40).  —  Boiss.  FL  Or.  IV.  p.  67-4.  (lS79j. 

Syn.:  L.  sidphuren  C.  Koch,  in  Linn.  XXI.  p.  679.  (1848). 
Specimina  floribus  lutescentibus. 
In  arvis  relictis  prope  Hamadan.  (1  7.  VI.) 

36.  LaUeniailtkf  Moylenna  Wall.  I'l.  As.  rar.  I.  p.  65.  (is30i  sul)  Dracocephah.—  Benth.  in  Dt'.   Prodi'.  XII.  p.  101. 

(1848).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  674.  (1x79). 

Syn.:  Nepeta  erodiifoUa  Boiss.  Diagn.  Sfcr.  I.  f.  5.  p.  21.  (1844). 
Ad  Patschinar  (27.  IV.)  et  in  glareosis  ad  Agababa.  (^29.  IV.) 

37.  Tapeinanthus  PerswilS  Boiss.  in  Kotschy  PI.  Pars.  boi-.   IS46    Diagn.  Sör.  I.  f.  1-2.  p.  6.S.  (1853).  —  Benth.  in 

PO.  XIL  p.  436.  (1848).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  679.  (1879). 

In  agris  prope  Dauletabad  (31.  V.V,  in  arvis  relictis  projie  Kusi-likck  et  Chauabad  inter  Teheran  et  Hama- 
dan. (19.  VI.) 

38.  Scufellarfa  OrientaUs  Linno.  Spoc.  iilant.  Ed.  i.  p.  59S.  (1753). 

Var.  jniitiatifidn  Reichenb.  Ic.  bot.  seu  pl.  ciit.  p.  ID.  t.VIII.  f.  16.  (ls-23).  —  C.  Koch  in  Linn.  XXL  p.7ül.  (18481. 
—  Ledeb.  Fl.  Koss.  III.  p.  395.  (1847-1849).  —  Janb.  et  Sp.  111.  pl.  Or.  V.  p.  14.  t.  413.  (1854).  —  Boiss.  Fl.  Oi-. 
IV.  p.  682.  (1879). 

Ad  Gussedje  inter  Hamadan  et  Teheran.  (16.  VI.) 

39.  Scutellaria  Pichleri  stapf,  (n.  sp.) 

Suffrutescens,  e  stirpe  brevi.  procumbente,  lignoso  plurcs  rainos  basi  demum  induratos,  ascendentes  edens, 
tota  breviter  gknduloso-hirtella,  viridis,  floribus  tetrastichis  in  nicemuni  primo  confertuin,  deinde  elongatum, 
laxuni  congestis,  magnis,  flavis,  bracteis  inciso-dentatis,  majusculis,  suftultis. 

Caulis  quadrangularis,  breviter  patuleque  glanduloso-hirtelhis.  Folia  caulina  petiolata,  ambitu  ovata  vel 
oblonga,  pinnatifida,  lobis  linearibns  vel  lanceolatis,  integris  vel  paucidentatis,  obtusis,  utrinque  pilis  ])atu]is, 
glanduligeris  obsita,  margiue  revoluto;  sonsiin  in  floralia  sessilia,  triangiilari-ovata  vel  summa  rhombeo-ovata, 
plus  minusve  inciso-dentata  abenntia.  Calyx  cum  jietiolo  subacquibnigo  bracteis  innlto  brevior,  brevissimo 
glandulüso-birtulus,  squama  siib  antiiesi  parva,  obscure  iüsco-viridi.  C'uroUa  lutea,  tubo  calyce  10— 12plü  Ion- 
giore,  vix  incurvo,  superne  sensim  ampliato,  basi  plus  minusve  fuscescente,  tota  calyce  15 — 16plo  lougior. 

Plant,  tot.  12-20™  alt.  Cal.  2'/j,— 3"""  lg. 

Fol.  caul.  inf.  c.  pet.  2 '/j  — 3'/2>"'  lg. ;   S— lö"™  lt.      CoroU.  tot.  3—3  •  G''"  lg. 

„        „      „    11— 14-""  lg.;  7— 10"""  lt.  „       tub.  2-1— 2-6'"Mg. 

Pedic.  3'""  lg. 
Eine  durch  grosse  Blüthen,  ticigc/.ähnte  Hraciccn  und  lockeres  Inihimcnt  ausgezeichnete  .\it,  die  sicli  an 
die  S.  OrieniaUs  L.  anscbliesst. 


48  Otto  Stapf. 

39.  SciiteUarla  niiickla  »i.■,\.\^i  (u.  sp.). 

Sutfruticulosn,  raiiiis  vetustis  proeumbentibus,  caiiles  simplices  ascendentes,  dcmum  basi  induratos  edens, 
foliis  iiifiinis  )):irvis,  isiiperioribus  majoiibiis,  piuuatijiartitis,  lacemis  piimo  densis^  deinde  laxis,  tota  iucaiia, 
quasi  mucore  obdiieta,  enrolla  longa,  flava. 

Caulis  obtuse  quadrangularis,  circumcirca  dense  tomentosus,  eglandulosus.  Folia  caulina  iufiraa  minora, 
in  axillis  vamulos  valde  abbreviatos  foliis  parvnlis  gereutia,  ut  caetera  petiolata,  ambitu  late  ovata,  pinnatipartita, 
lobis  linearibiis  lauceolatisve,  obtusis,  margine  vevoluta,  utrinque,  imprimis  vero  subtus,  incano-tomentosa,  inter- 
dum  fere  Candida,  eglaudulo.sa,  se.usim  in  floialia  sessilia,  late  rhouiboidea-ovata,  plns  minnsve  proiiinde  inciso- 
dentata,  superionim  dentibus  ab  apice  lennitis,  supra,  saltem  deinum,  viridia,  subtus  incanu  ideoquc  plerumqne 
discoloria  abeuntia.  Calyx  peduuculo  bveviore,  dense  toinentoso-villosus,  squaraa  dorsali  sub  autliesi  parva. 
Corolla  tubo  subrecto,  villosulo,  superne  sensim  ampliato,  flava,  tota  calyce  decuplo  longiore. 
Plant.  20—25°'"  Cal.  3""  lg. 

Fol.  interm-  2— 2V2""  lg.;  V/^—2"''  lt.  Cor.  tot.  25—30™™  lg.  (tub.  20—24™™). 

„     flor.  interm.  1—1 '//™  lg. ;  8—12™™  lt. 

Steht  ebenfalls  der  ScuteUan'a  orienfalis  L.  nahe,  unterscheidet  sieh  aber  v?ie  die  vorhergehende,  mit  der 
sie  viele  Ahuliclikeit  hat,  durch  mehr  oder  weniger  tief  eingeschnitten-gezähnte  Bracteen,  ihre  relativ  breiten 
Blätter  und  um  ein  Weniges  grössere  Bliithen.  Von  S.  I'icJderi  weicht  sie  hingegen  durch  die  dichte,  drusenlose 
Behaarung  und  etwas  kleinere  Bliithen  ab. 

40.  ScuteUaria   inulticailUs    Boiss.    iu  Kotseliy   PL   exs.   Pei-s.   anstr.   (1S45)    Diaga.    S6r.  I.   f.  7.  p.  91.    (1846), 

Fl.  Gr.  IV.  p.  Ü8Ö.  (1879). 

Syn.:  S.  nepetaefoUa  Benth.  in  DC.  I'rodr.  XII.  p.  414.  (1848). 
In  jugis  montis  Elwend  (4.  VII.);  in  saxosis  editioribus  montis  Elwend.  (22.  VII.");  in  rupestribus  dccli- 
vium  montis  Elwend.  (29.  VI.) 

41.  Scutella.riu  Taurnefortii  Bot.  Reg.  XVIII.  ad  calo.  Nr.  1493.  —  Boiss.  Fl.  Ov.  IV.  j..  (387.  (1879). 
In  silvis  virgineis  ad  .Siredjäram.  (15.  IX-) 

42.  Brunella  vulgaris  Linue  Spec.  plant.  Ed.  1.  p.  GOO.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Gr.  IV.  p.  G91.  (1879). 

In  pratis  humidis  prope  Hamadan.  (14.  VI.) 

43.  3Iurrubmn%  Astracanieuin  Jacq.  Ic.  rav.  I.  p.  11.  t.  109.  (i78i— 17S6).  —  Boiss.  Fl.  Gr.  IV.  p.  095.  (iS79). 
In  declivibus  petrosis  montis  Elwend  prope  Haydere,  2200™  s.  m.  (C.  VI.);  ad  partes  ad  septentriouera 

vergentes  declivium  montis  Elwend  in  itinere  ail  Tusirkau.  (27.  VI.) 

44.  3IarruhiUUl  polyodon  Boiss  in  Kotschy  PI.  Pevs.  bor.  1846,  Diagn.  S6r.  I.  f.  1-2.  p.  75.  (1853).  —  Bentli.  iu 

DC.  Pi'odr.  XII.  p.  453.  (1S4.S).  —  Boiss.  Fl.  Gr.  IV.  p.  704.  (1879). 

In  petrosis  prope  Zamanabad  ad  radices  montis  Elwend  (27.  V.);  in  colle  Musellah  projjc  Hamadan 
(17.  VI.). 

Die  Antheren  der  Pflanzen  vom  Hügel  Musellah  sind  klein  mit  getrennten,  spreizenden,  tauben  Fäcliern, 
jene  der  Exemplare  von  Zamanabad  dagegen  bedeutend  grösser  und  in  den  in  ein  Facli  zusammengeflossenen 
Li:culi  reich  an  Pollen.  Oftenhar  stellen  die  Pflanzen  von  Zamanabad  die  zwitterige.  Jene  vom  Hügel  Musellah 
die  gynodynamische  Form  dar.  Die  übrigen  Unterschiede  zwischen  beiden  Formen  sind  unwesentlich. 

45.  3Iarynhmm  </(uno<lo}t  stapf  (n.  sp.). 

Totum  habitu  praccedentis,  floribns  ])aulo  minoribus,  calyeibus  demuni  limbo  brevissime  dentato,  patente. 

Caulis  basi  albo4auatus,  superne  flavido-viridis,  brevissime  tomentellus,  ex  infima  parte  ramosus.  Folia 
caulina  petiolata,  e  basi  cuneata  vel  rofundata  oblonga  vel  obovata,  obtusa,  crenulata,  supra  rugosa,  in  rugulis 
flavido-tomentosa,  subtus  reticulato-nerviisa,  albo-villoso4anata;  floralia  sessilia  vel  infima  breviter  petiolata, 
superne  sensim  minora,  verticillastra  superantia,  reflexi,  caetenim  caulinis  conformia.  Braeteolac  brevissimai-, 
subulatae  vel  uullac.  Verticillastra  densa,  in  longani  spicain,  interrnplani  disposita.  Calyx  tubo  villoso,  superne 


Die  ho/(tn lachen  Krgehnissr  /hr  Pol aVsthtn  ExpedIfioH  nach  Persien.  49 

sulcato,  iiitiis  lobulis  miniinis,  louge  pilosis  clausi,  limbo  siib  anthesi  denticulato,  demum  aucto,  pateuti.  Corolla 
parva,  albida,  tubo  piloso-annulato,  basi  tenui,  supra  medium  abrupte  ampliato,  labio  superiore  rectaugulari, 
ad  tertiam  partem  bilübo,  inferiore  trilobo,  quadrato.  Stamina  loculis  divergentibus^  minimis,  eassis.  Nuculae 
glaberrimae. 

Plant.  30—40™.  Fruct.  tub.  3Vjj— 4"""  lg. 

Fol.  inf.  1—2™ lg. ;  %-  r'"lt.  ^pet.  '/«— 1°" )•  „      Hmb.  lat.  diam.  5—6""". 

„    floral.  interm.  1'/«— IVa""  Ig-I  6—8""°  lg.  Coroll.  5"""  lg. 
Cal.  florif.  3—4°"". 

Omnia  specimina  gynodyuamica.  Inter  Tscliemeriu  et  Kuschkek  (19.  VI.). 

Dem  M.  jjoli/oJoii  sehr  nahestehend,  aber  durch  kleinere  Blütljen,  den  ganz  kurz  gezähnten,  später  teller- 
förmig ausgebreiteten  Kelchsaum  und  die  tiber  der  Mitte  plötzlich  erweiterte  Krouenröhre  verschieden.  Die 
zwitterblUthige  Pflanze  ist  mir  nicht  bekannt. 

46.  Sideritis  niontaiia  Linne  Spec.  plant.  Ed.  i.  p.  573.  (1753). 

In  agris  prope  Jalpan  (16.  VII.);  prope  Moscbdiser  ad  mare  Caspicum.  (7.  VE.) 

47.  StacJiys  setifera  C.  A.  Hey.  Verzeichn.  Caiic.  Casp.  Pfi.  p.  94.  (i83i).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  7-24.  (l»79j. 
Ad  rivulos  supra  Gendjname.  (27.  VI.) 

Var.  glabrescens  Stapf  (u.  v.). 

Omnia  iit  in  forma  typica,  sed  caulis  inferne  glaber  vel  subglaber  et  indumeutum  partis  superioris  et 
foliorum  parcum. 

In  paludosis  montium  ad  Jalpan.  (20.  VI.) 

48.  Stachys  acerosa  Boisa.  in  Kotschy  Fl.  Per«.  (1845^,  Diagu.  Sbr.  1.  1'.  7.  p.  57.  tlS4ü;,  Fl.  Or.  IV.  p.  737.  (1879) 

In  declivibus  saxosis  montis  Elwend  prope  Haydere.  ( 26.  VI.  1 

49.  Stachys  inflata  Benth.  Lab.  p.  562.  (1832—36).  —  Boiss.  Fl.  Ür.  p.  769.  (1879). 

Prope  Zamanabad  (30.  V.);  in  saxosis  inter  Dauletabad  et  Tschitsehiau.  (31.  V.j 

50.  StacJiys  tomentosa  Benth.  in  DC.  Prodr.  XII.  p.  4,s9.  (.l«48j  nou  Bunge.  —  Buiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  741.  (1879). 

.Syu.:  S.  Borieana  Bunge  Lab.  Pers.  p.  71.  (1873). 

In  sabulosis  faucium  supra  Haydere.  (29.  VI.) 

51.  Stachys  laxa  Boiss.  et  Buhs.  Aufzähl.  Trausk.  Pers.  Pfl.  p.  179.  (1860;.  —  Boias.  Fl.  Or.  IV.  p.  742.  (1879). 

In  rupibus  montis  Eiburs.  (11.  IX.) 

52.  StacJiys  lavandulaefoUa  Vahl.  Symb.  1.  p.  i-j..    1790;.  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  743.  (1879). 

Syn.:  St.  parva,  floribus parpureU  Buxb.  PI.  Cent.  V.  p.  il.  t.  LXL  f.  i.  i  1740;.  —  Zietenia  Orientalis  Grleditsch  In  Act. 
Berol.  1766.  p.  3.  ex  Benth.  —  SirleriHs  caiycantha  Marsch,  a  Bieb.  Fl.  Taur.  Uauc.  III.  p.  393.  (1819).  —  Keiehenb. 
Ic.  I.  p.  17.  t.  15.  (1823). 

In  montibus  prope  Schurab,  2200™  s.  m.  (11.  V.);  copiose  in  collibus  arenosis  prope  Haydere.  (6.  VI.) 

53.  Stachys  pubescens  Ten.  Fl.  Nap.  Prodi-,  p.  XXXIV.  (ISU),  Fl.  Nap.  t.  239.  (^18U  — 1815).  -  Keiehenb.  Ic.  Fl. 

Germ.  XVIII.  t.  1-2.  f.  II.  (is.'jS).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  74.^.  (^1879). 

54.  Lamium  amjilexicaule  Liunö  Spec.  plaut.  Ed.  i.  p.  579.  (1753). 

Ad  Titlis,  Transc.  (29.  VI.j;  in  declivibus  ad  Gendjname.  (^21.  V.) 

55.  Lamium  AleppiCUm  Boiss.  et  Hau.ssku.  in  Haussku.  PI.  uxs.   1865,  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  761.  (1879). 

In  agris  ad  Kaswin.  (2.  V.) 

56.  LayocJlilus  AucJlO'i  Boiss.  Diagu.  S6r.  1.  f.  5.  p.  38.  (1844.) 

Var.  lasiocalyx  Stapf,  (n.  v.) 

Omnia  formae  typicae,  sed  fioribus  paulo  majoribus,  corolla  breviter  exserta  et  calyce  in  nervis  piiis  lougis, 
patulis  villoso. 

Denkschriften  der  mathenQ.-n.itiirw.  Gl.   L.  B<1.  Abhandlungaa  von  Nichtmitgliedern.  er 


50  Olio  Stapf. 

OccuiTUüt  etiam  specimina  caulibus  plus  minusve  longe  patnleque  \'illosis  vel  tantum  pilis  loiigiS;  singulis, 
conspersis  juxta  alia  caulibus  glabris  ut  indicat  Boissier  1.  c.  In  colle  Musellab  ad  Hamadaii  (11.  VII.);  iu 
aridis  ad  Hamadan  (23.  VI.). 

Die  Unbeständigkeit  in  der  Behaarung  des  Stengels  lässt  vermuthen,  dass  auch  die  langzottige  Bekleidung 
an  der  Kelcbröbre  der  Pflanzen  vom  Hügel  Musellab  nur  die  Folge  örtlicher  Verhältnisse,  wie  etwa  grosser 
Trockenheit,  ist,  wesshalb  ich  mich  darauf  beschränke,  diese  Form  als  Varietät  zu  beschreiben. 

57.  Phlomis   Oj'/ew/ai/s  Mill.  Dict.  V.  p.573.  (1785).—  Benth.  Lab.  p.624.  (1832—367).  —  Boiss.,  Fl.  Or.  IV.  p.78i. 

Syn.:  Phl.  Anneniaca    Bentli.  in  DC.  Piodr.  XII.   p.  538  (1848)   iiou  Willd.   —   Phl.   Olivieri  Benth.  Lab.   ]).  624. 
(1832—36). 

In  montibus  in  itinere  ad  Dauletabad  (31.  V.);  in  pascuis  montis  Elwend.  (29.  VI.) 

58.  Ulloniis  anlsodonta  Boiss.  Diagn.  Ser.  L  f.  5.  p.  37.  (1844),  Fl.  Or.  V.  p.  789.  (1879). 

In  faucibus  prope  Haydere.  (29.  V.) 

59.  Phlomis  Merba  Venti  Linn6  Spec.  plant,  ed.  i.  p.  687.  (1753). 

In  aridis  prope  Haydere.  (29.  VI.) 

60.  EremostachyS  macrophylla  Montbr.  et  Auch,  in  Ann.  sc  nat.  s6r.  n.  t.  VI.  p.  ,54.  (1836).  —  Benth.  in  DC. 

Prodr.  XII.  p.  549.  (1848).  —  Boiss.  Flor.  Or.  IV.  p.  797.  (1879). 

In  deserto  salso  prope  Schurab  (11.  V.);  in  collibus  aridissimis  prope  Jalpau.  (24.  V.) 

61.  Eremostachj/s  JVet'iinani  stapf  (sp.n.) 

Perennis,  robusta,  pro  ratione  omnium  partium  humilis,  caule  et  foliis  plus  minusve  albo-hmala,  spica 
densa,  foliis  floralibus,  bracteis  calycibusque  lana  ami)lissima  involuta  et  occulta^  floribus  magnis,  flavis. 

Caulis  quadriingularis,  crassus,  imprimis  ad  nodos  albo-lanatu.^.  Folin  caulina  plus  minusve  lanata,  infinia 
longe,  superiora  breviter  petiolata,  ambitu  oblouga,  bipiunatisecta,  segmentis  oblongo-lanceolatis  vel  lanceolatis, 
inferioribus  remotis,  summis  basi  confluentibus,  grossedentatis;  florali  sessiliflores  superante,  dense  lanata,  cauli- 
uis  consimili,  minus  vero  disseeta.  Verticillastra  plerumque  6  —  7  approximata,  lana  intertexta,  sexflora.  Brac- 
teae  lanceolatae,  longe  subulatim  acumiuatae,  subpungentes,  longe  plumosae,  calyce  tertia  parte  breviores. 
Calyx  infuudibiliformis,  post  anthesin  limbo  ampliato;  fotus  densissime  longe  albo  lanatus,  pilis  glanduliferis 
brevibuS;  lanugini  iutermixtis ,  deutibus  latissime  semiorbiculatu-ovatis,  breviter  aüt<tatis.  Corolla  magna,  tubo 
calyci  aequilougo,  cylindrico,  labio  iufero  amplo,  trilobo,  lobo  medio  emargiuato,  crenulato,  supero  apice  obsolete 
obtuseque  tridentato,  extus  et  intus  dense  piloso.    Staniina  superiora  basi  appendiculo  brevi,  laciuiato  ornata. 

Plant.  30—40™  alt.  Cal.  18—22""  lg. 

Spie.  12—16'^'"  lg.:  5— 7'^"  lt.  Cor.  tot.  So""  lg. 

Fol.  caul.  inf.  18— 25'="lg.;  8— 10""  lt.  „     tub.  20'"""  lg. 
„       „      interm.  10— 12""  Ig.;  8'°  It, 

Ad  vias  in  pratis  ad  Rustemabad  (23.  IV.). 

Eine  sehr  ausgezeichnete  Art,  die  durch  den  ausserordentlich  dichten  weissen  Pelz  der  BlUthenähre,  welcher 
die  Tragblätter  und  Kelche  nahezu  ganz  verdeckt,  durch  Blätter,  welche  sich  iu  der  Form  jenen  von 
E.  laciniata  (L.)  nähern,  und  durch  Kelche,  welche  sieh  ähnlich,  wenn  auch  nicht  so  stark,  wie  bei  E.  niucro- 
phylla  Montbr.  und  Auch,  erweitern,   von  allen  verwandten  Arten  verschieden  ist. 

62.  Ajuga  Chamaecistus  Ging.  Mss.  in  Herb.  DC.  teste  Benth.   Lab.  p.  698.  (1832—1836).   —  Boiss.  Fl.  Or.  IV. 

p.  801.  (1879). 

In  faucibus  ad  Kaschan  (27.  IV.) ;  ad 

63.  Ajuga  comata  stapt  (n.  sp.) 

E  trunco  brevi,  crasso,  lignoso  plures  ramos,  basi  demum  induratos,  ascendentes  edens,  inferne  foliis  mox 
emarcidis  laxe  obsita,  superne  in  racemura  elongatum,  demum  laxe  foliosum,  ajiice  foliis  congestis  com  atuni 
abeuns,  tota  patule  lanato-villosa,  verticillastris  bifloris,  floribus  luteis  maguituJiue  eorum  A.  Chiae. 


Die  loianischeri  Ergebnisse  der  FolaVachen  Expedition  nach  Persien.  51 

Caulis  pilis  longis,  mollibiiS;  albis  circnmciic.-i  vel  plernmque  saltem  inferne  distiche  patule  lanato-villosus. 
Folia  caulina  infima  linearia,  obtusa,  siiperiora  longe  et  anguste  euneato-linearia,  plernmque  utrinque  dentibus 
singnlis,  lineari  hinceobüi.s  aucta,  floralia  in  lacinias  ternas,  lanceolato- lineares,  superne  sensim  angustiores  lon- 
gioresqiie  partita,  pilis  caulis  conlbrmibus  conspersa.  Calyx  tubo  subglabro,  dentibus,  postico  breviore  excepto 
subaequalibus,  pilis  caulis  contbrmibus,  conspersis  et  ciliatis,  fruetifero  globoso-campanulato.  Corolla  tubo  caly- 
cem  vix  superante,  labio  supero  brevissimo,  retuso,  ciliato,  infero  lobis  lateralibu.s,  breviter  linearibus,  obtusis, 
rubro-striatis,  medio  bilobo,  magno,  rubro-striolatis  puuetatisque ,  extensa  calyce  quadruplo  longiore.  Nuculae 
tubo  calyeino  longiores,  facie  transverse  rugulosae. 


Caul.  7— IS"^"  lg. 

Fol  caul.  interm.  18-26°"°  lg.;  2—4""°  lt. 
„    floral.  infl.  25— 30""  lg. 


Cal4Vg-5Vi°"°lg. 
Coroll.  31""  lg. 
Nucul.  3V2""  lg. 


A.  comata  steht  in  mancher  Hinsicht  zwischen  A.  Chia  Poir  und  Ä.  Chamaepitys  L.  Von  der  ersteren  hat 
sie  die  grossen  langen  Blüthen,  von  der  letzteren  die  schmalen  Blätter.  Besonders  charakterisirt  ist  sie  jedoch 
durch  den  kurzen,  verhältnissniässig  dicken,  holzigen  Stamm,  die  an  der  Basis  in  Folge  des  bald  eintretenden 
Vertrocknens  der  Blätter  fast  nackten  Stengel  und  die  an  der  Spitze  von  den  fein-  und  langtheiligen  Gipfel- 
blättern  dichtschopfiger  Blüthenstände,  sowie  endlich  durch  die  grossen  Samen. 

64.  Teucriuni  Orientale  Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  ."562.  (1753V  —  Boiss.  FI.  Or.  IV.  p.  808.  (1879). 

Ad  Hamadan  (^19.  V.  anth.  iueunt.);  in  collibus  aridis  ad  Hamadan,  imprimis  in  colle  Musellah  (8.  VI,);  in 
declivibus  montis  Elwend  ad  Haydere  (15.  VI.);  in  siccis  supra  Gendjname  (27.  VI.). 

65.  Teucrlum  parviflorum,  Schreb.  Plant,  unllab.  p.  XXXI.  c.  ie.  (1773).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  810.  (1870). 
In  deserto  ad  Zamanabad  (29.  V.  ineunt.  anth.);  in  humidis  ad  Haydere.  (1.  VII.  anth.  perfect.) 

66.  Teticrium  HyrcaniCtim  Linnö  Spec.  pl.  ed.  2.  p.  7S9.  i'1763).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  8II.  a870). 

Prope  Moschdiser  ad  mare  Caspicum,  in  silvis  virgineis  provinciae  Mesanderan  (14.  IX.). 

67.  Teticrium  PoUuni  Linn6  Spec  plant,  ed.  1.  p.  566.  (1753). 

Var.  tonsuni  Stapf  (nov.  var.). 
Floribus  dense  capitulatim  confertis,   capitulis  plerumque  in  paniculam  amplani  dispositis,   infimis  longe 
patule  pedunculatis,  tota  planta  indumento  brevissimo,  dense  tomentoso  obtecto. 
In  colle  Musellah  ad  Hamadan  (20.  VE.). 

Apocyneae. 

1.    Vinca  Libanotica   Zuce.  Sitz.  Ber.  k.  Bayr.  Ak.  III.  p.  246.  t.  8.  (1840).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  46.  (1879). 
Syn.:  F.  sessilifolia  A.  DC.  Prortr.  VIII.  p.  383.  (1844). 
Inter  Kaman  et  Kaswin.  (5.  V.) 

Asclepiadeae. 

1.   Cynanchum  a^UtUVt  Linnö  Spec  plant,  ed.  1.  p.  212.  (1753). 
In  fruticetis  ad  Karu  in  monte  Eiburs.  (13.  IX.) 

Steliatae. 

1.   Asperula  gloniercita  Marsch,  a  Bieberstein  Fl.  Taur.  Cauc.  I.  p.  107.  (1808)  sub  Cnicianella.  —  Griseb.  Spie. 

Rum.  II.  p.  166.  (1843).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  28.  (1875). 

Inter  Dauletabad  et  Tschitschian  in  rupestribus  (31.  V.);  in  rupestribus  supra  Haydere  et  Gendjname, 
2600"  s.  m.  (4.  IV.);  in  arenosis  montis  Elwend  ad  Haydere  (6.  VI.);  ad  Tschemerin  inter  Teheran  et 
Hamadan.  (18.  VI.) 

r'idta  in  hört.  Vindob.  e  .^iemiuibus  a  Pichler  ad  .lalpan  lectis  1883. 

g* 


ö2  Otto  Stapf. 

Die  im  botanischen  Garten  in  Wien  ans  den  von  Th.  Piehler  bei  Jalpan  gesammelten  Samen  gezogenen 
Pflanzen  weiclien  babituell  ziemlicb  autfallend  von  den  wildwacbsenden  Exemplaren  ab.  Sie  bilden  lockere 
Rasen  von  ziemlich  bedeutendem  ruifange,  die  Blätter  sind  viel  schmäler  und  viel  weniger  graugrün;  die  in 
den  Achseln  der  unteren  Blätter  sitzenden  Sprosse  sind  nicht  auf  Blattbüschel  verkürzt,  sondern  in  schlanke, 
locker  beblätterte  Zweige  ausgewachsen ;  die  Stengel  sind  zarter  und  weniger  pubescent,  die  Blüthen  endlich 
weniger  behaart  und  der  Tubus  der  CoroUe  ist  manchmal  um  ein  Geringes  schmäler. 

2.  Asperida   arvensls   Linne  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  103.  (1753j. 

Ad  Jalpan  (24.  V.). 

3.  GaUum    leiophyllum   BoKsh.  Diagn.  S6r.  I.  f.  ,).  j).  Af,.  il840).  -  Fl.  Or.  in.  p.  .11.  fl876i. 

In  rupestribus  supra  Haydere.  (4.  et  29.  VI.) 

4.  Galimn  SUbvelutillUm  DC.  Prodr.  IV.  p.  505.  ilSSOi  mh  Ļperula. 

Syn. :   G.  leiophtjUum  var.  subvdutinuni  Bolss.  Fl.  Or.  III.  p.  51.  (1875). 

In  rupestribus  ad  Jalpan.  (25.  V.) 

Diese  Pflanze  ist  von  G.  leiophyllum  Roiss.  durch  eine  ganze  Reihe  von  Merkmalen  verschieden  und 
keineswegs  als  eine  \'arietät  derselben  zu  betrachten.  Da  die  Diagnose  bei  De  Cand.  a.  a.  0.  sehr  knapp  ist, 
so  gebe  ich  sie  im  Folgenden  auf  Grund  des  mir  vorliegenden,  reichlichen  Materiales  in  ausführlicherer  Weise. 

E  basi  sui3fi-uticosum,  raulticaule.  plus  miuiisxc  griseo — imberulum,  vel  subvelutinum,  caulibus  erectis, 
inferne  internodiis  abbreviatis  foiia  vix  duplo  su|ierantibus  ideoque  densius  foliatis,  superne  internodiis  elon- 
gatis  folia  triplo  et  ultra  superautibus,  jam  infra  niedinni  ramosis,  ramis  elongatis,  gracilibus,  erectis  vel  oblique 
erectis,  apice  cymas  iterate  trichototnas,  vel  demum  in  cincinnos  abeuntes,  primo  congestas,  tandeiu  laxiores 
gerentibus,  quare  paiiicula  laxa,  elougala  floribus  mediocribus,  albis. 

Oaulis  inferue  obtuse  quadraiigularis,  superne  sultteres,  plus  minusve  puberulus,  vel  interdura  velutinus, 
summa  parte  glabrescens  vel  glaberriinus.  Folia  sena,  uninervia,  lineari-lanceolata,  vel  linearia,  basin  versus 
paulo  attenuata,  acuta,  vel  brevissime  mucrouata,  plana,  pubernla,  nervo  subtus,  non  nisi  in  parte  inferiore,  pro- 
minulo  distinctoque;  floralia  cymas  fulcrantia,  bina,  vel  solitaria,  lineari-sul)ulata,  brevia.  Corolla  lobis  ovato- 
ellipticis  vel  o>atis,  breviter  acuminatis,  praeter  nervös,  tres  parce  venitlosis.  Antherae  nigricmtes  pnrvao, 
hreviter  ellipticae.  Ovarium  glabrum  stylo  fere  ad  basin  bipartito,  stigmatibus  globosis,  nigrescentibus. 

Gaul.  20—30'^"'  alt.  Coroll.  diam.  4°"". 

Fol.  interm.  10—20"""  lg.;  1'/^— 2'"'"  lt. 

5.  Galium  tl-ißofUm    Lam.  Fl.  Fnm?.  III.  p.  .184.  il778)  STib  Vahnitin;  nou  Michaux  Fl.  Bor.  Am.  I.  p.  80.  (1803). 

Syn.:   Valantiu  Aiiuritie  Liuiie  .Spec.  plant,  eil.   1.  p.  Iit.öl.  (1753).  —   G.  triconic  With.  Bot.  Arrang.  ed.  2.  p.  153. 
(1787)  et  al.  auct. 

Var.  purpurascens  Ü  tapf.  (nov.  var.) 
Omnia  ut  in  forma  typica,  sed  folia  plerumque  versus  apiceni  ac  corollae  purpureo-sufFusa  et  inflores- 
centiae  fere  seuiper  ad  3 — 1  flores  reductae. 
In  agris  ad  Baku.  (Transcauc.  13.  IV.) 

6.  Galiwm  Transrancasicwm  stapf,  mov.  sp.) 

Amin  um,  huniile,  ima  basi  plerumque  ramosum,  vel  subsimplex,  ramis  ascendentibus,  flaccidis,  tenuibus, 
scabridis,  folioruni  \  erticillis.  praeter  summa,  valde  a])proximata,  quasi  comam  formantia,  reraotis,  cymulis 
pauci  floris,  primo  breviter  [ledunculatis  foüis  superatis,  demum  pedunculis  valde  elongatis,  patentibus,  vel  sub- 
refractis,  floribus  minimis,  campanulatis,  albo-lutesceutibus,  brevissime  pedicellatis. 

Caulis  flaccidus,  aequalis,  internodiis  intermediis  lougis  folia  4 — 6plo  superautibus,  glaber,  in  aciebus 
prominulis  minute  reverse  scabridiusculus.  Folia  sena,  iiifima  elliptico-spathuhitabreviter  in  petiolum  attenuata, 
cuspidata,  reticulato-venosa ,  superiora  uninervia.  sensim  angustata,  oliverse  lanceolnta,  \el  summa  lineari- 
lanceolata,  longius  cuspidata,  omnia  glabra,  margine  et  subtus  in  nervo  denticulis  antrorsis  scabrida.  Inflores- 


Die  botanischen  Ergebnisse  rier  rolnVschen  ExperlHion  nach  Persien.  53 

centia  in  cymulis  bifloiis,  binis  vel  ternis,  et  tiinc  tevtia  saepissime  ad  unnni  florem  redxicta,  disposita;  foliis 
floralibus  cymulae  infenoris  auctae  ad  basin  pedunculi  sessilibus  ideoque  inflorescentia  quasi  involucrata, 
superiornm  solifariis,  vel  obliteratis.  Pedunculi  atqiie  pcdicelli  glabri,  laeves.  Corolla  lobis  ovatis,  brevissime 
npiculatis.  Antherae  pallidae,  ovato-ellipsoideae.  Stylus  ultra  medium  bipartitus,  stigmatibus  pallidis,  globosis. 
Ovarium  glabrnm. 

Planta  5—15'="'  alt.  Coroll.  diam.  17«°"°  It- 

Fol.  interm.  4—7"™  lg.;  vix  1°""  lt. 

Inter  frutices  prope  Jelizabethpol.  (Transcauc.  1 3.  IV.) 

Aus  der  Gruppe  des  G.  spurium  L.;  von  diesem,  von  G.  infeshim  Kit.  und  G.  Vaillanfii  Gr.  et  Godr. 
schon  durch  seine  um  vieles  zartere  Tracht,  von  G.  teuer  um  Schi,  durch  schmälere,  kleinere  Blätter  und  reiche 
Inflorescenz,  von  G.  segetum  Koch,  (ex  descr. )  durch  die  langen  Internodien  und  kahle  Früchte  deutlich 
verschieden.  Ob  es  auch  von  G.  aparinoides  Koch  (non  Forsk.)  als  Art  zu  trennen  ist,  vermag  ich  nicht  zu 
unterscheiden,  doch  soll  auch  dieses  rauhhaarige  Früchte  haben. 

7.  Galiurn  Ghilanlcum  stapf,  mov.  spec.i 

Annuum,  glabrum,  ex  ima  basi  ramosissimum,  ramis  inferne  ramulosis,  superne  simplicibus,  flaccidis,  tenui- 
bus,  elongatis,  scabridiusculis,  ramulis  densius  atque  minutius,  ramis  superne  laxissime  folintis,  cymulis  pauci- 
floris,  laxis,  sub  nutliesi  folia  fulcrantia  aequantibus,  floribus  minimis,  stellatis,  albo-lutpscentibus. 

Caulis  quadrangularis,  tlaccidus,  internodiis  in  ramis  floriferis  multoties  foliis,  in  ramulis  plerumque  vix 
duplo  loDgioribus,  glaber,  in  aciebus  angustissime  alatus.  sparse  reverse-scabridiusculus.  Folia  sena,  vel  septena, 
rarius  octona,  nninervia,  obverse  lanceolata,  infima  et  ramulorum  pro  longitudine  paulo  latiora,  in  aristulam 
brevem  producta,  margine  et  subtus  in  nervo  scabrida.  Inflorescentia  in  cymulis  bifloris,  vel  ad  florem  solitarium 
reductis,  binis,  rarius  ternis  dispositis,  pedunculo  coramuni  foliis  fulcrantibus  sub  anthesi  aequilongo,  postea 
elongato,  floribus,  imprimis  cymulae  alaris  longiuscule  pedunculatae,  ex  involucro  4 — 5  pliyllo  exsertis,  pedi- 
cellis  tenuibus.  laevibus.  Corolla  stellata,  minima,  lobis  ovatis,  vel  ovato-lanceolatis,  brevissime  apiculatis. 
Antherae  globoso-ellipsoideae,  pallidae.  parvae.  Stylus  fere  ad  basin  bipartitus,  stigmatibus  globosis,  pallidis. 

Plant.  20—25""  alt.  Coroll.  diam.  vix  l'/»™" 

Fol.  interm.  caul.  florf.  5—6'"°'  lg.;  17,"'»  lt. 

In  muris  dirutis  ad  Rescht  (22.  IV.\ 

Der  vorigen  nahe  verwandt,  aber  durch  eine  Reihe  von  Merkmalen  verschieden.  Die  Pflanze  ist  nämlich 
am  Grunde  reich  verzweigt,  mit  vielen  kleinen,  dicht  beblätterten  Ästchen  besetzt,  die  Stengel  sind  an  den 
Kanten  fast  geflügelt,  die  Blätter  unter  sich  einförmiger,  durchaus  verkehrt  lanzettlich,  weniger  gegen  die 
Spitze  des  Stengels  gehäuft,  die  Inflorescenz  ist  ärmer  und,  was  besonders  autfällt,  lockerer,  die  Blumenkronen 
endlich  sind  flach  ausgebreitet  und  nicht  glockig. 

8.  Gnlium   setaceun  Lara.  Encyol.  meth.  II.  )).  5«4.  11786).  —  Bniss.  Fl.  Or.  III.  p.  77.  fl87.5). 

Syn.:   G.  capiVare  Cavan.  lo.  t.  191.   f.  1.  (1793j.  —  G.  microcarpum  Vahl.  .Syrab.  II.  p.  .30.   (1S79) 

Ad  Patschinar.  (27.  IV.) 

9.  Galiuni  nüjrican.s  Boiss.  Diagu.  .Ser.  I.  f.  3.  p.  is.  ii8i.ii,  Fl.  Or.  III.  p.  74.  (i875). 

In  umbrosis  subter  rupibus  ad  Jalpan  (21.  VI.);  in  monte  Elwend  ad  Hamadan.  (6.  VI.) 

10.  Galiuni  vevticillatnu  Dantli.  in  Lara.  Enc.  meth.  II.  p.  585.  ('1786).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  78.  ri875). 

Ad  Patschinar.  (27.  IV.) 

11.  Galiurn  Persicum  DC.  Prodr.  IV.  p.  605.  (1830). 

Syn.:  G.  coronatum  "i  stenophyl/iim  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  so.  ('1875). 
Ad  Kaman  supra  Kaswin  (5.  V.)  et  ad  Haydere.  (4.  VI.) 


54 


Otto  Stapf. 


Valerianeae. 

1.  Valeriana  ficariaefolia  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  49.  (I875). 

In  umbra  rupium  prope  Käbuterchan.  (14.  V.) 

2.  ValerianeUa  navieularis  Krok  Mou.  Valer.  p.  63.  t.  ll.  f.  20**.  (i*^64j  pro  var.  v.  on-hmtM. 

Syn.:  V. playiostephana  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  100.  il875j  quoad  syn. 

Ad  Riulbar,  solo  arenoso  inter  V.  Orientalem  D.  C.  (24.  IV.). 

Krok  stellte  aiicL  audeieu  Ortes,  auf  Grund  von  Früchten,  die  er  von  Buhse  erbalten  hatte,  eine  Varietät 
der  F.  carinata  mit  dem  Namen  T';  c.  navieularis  auf.  Boiss ier  zieht  sie  in  der  Fl.  Or.  als  Synonym  zu  V. 
plagioaiephana.  Unter  den  zahlreichen  Exemplaren  der  T'^.  OrientaJis  DC.  aus  Kudbar  befand  sich  nun  auch 
eine  Pflanze,  deren  Früchte  mit  der  citirten  AbtheiUing  bei  Krok  so  vollständig  übereinstimmen,  dass  kein 
Zweifel  über  ihre  Identität  mit  T'.  carinata  w.  navieularis  Krok  sein  kann.  Zugleich  ergibt  sich  aber  auch 
daraus,  dass  sie  weder  mit  N.  carinata  noch  mit  T'".  plagiostephana  zusammengezogen  werden  kann,  sondern  eine 
eigene  Art  bildet,  deren  Diagnose  ich  folgen  lasse. 

Hcrba  humilis,  erecta,  in  medio  dichotome  divisa,  panicula  cymosa^  saltem  demum  laxa,  fructibus  elongatis, 
omnilius  conformibus.  Caulis  stiiatus,  papilloso-hispidulus,  soabridiusculus.  Folia  lanceolata,  vel  summa 
linearia,  denticulis  vel  lacinis  brevibus,  utiinqne  1 — 2  inaeqnalibus  auctis,  margine,  imprimis  versus  basin,  bre- 
viter  ciliata.  Oymae  secundariae  longe  pedunculatae,  pedunculis  fructus  subdriplo  superantibus,  ternariarum  cap- 
sulae  aeqnilongis,  superiorum  densiusculorum  breviorum.  Bracteae  lineares,  vel  exteriores  lanceolato-lineares, 
virides,  angustissime  membranaceo-marginatae  papillis  denticuliformibus  ciliatae.  Calyx  limbo  brevissimo, 
postice  in  lobum  rotundatum  productus,  glaberrimus.  Corolla  alba,  tnbo  glabro  vel  summa  parte  villosido,  lobo 
postico  majore.  Capsula  elongata,  oblonga,  glabra,  vel  papillis  brevissimis,  imi)rimis  in  sulco,  vestita,  antice 
sulco  oblougo-lineari,  profundo,  capsulam  aeqnante  percurso,  loculo  fertili,  lineari,  incurvo,  convexulo,  a  steri- 
libus  extus  tenuissime  unicostatis,  majoribus  striis,  levissimis  distincto. 

Von  V.  carinata  Lois.  unterscheidet  sie  sich,  abgesehen  von  den  Früchten  durch  den  Habitus,  insbesondere 
durch  die  lockere  Inflorescenz,  von  V.  playiostephana  F.  et  M.  durch  grössere,  weniger  schmale  Früchte  und 
das  abweichende  Grössenverhältniss  der  Fruchtfacher. 

3.  ValerianeUa  Hxovitziana  Fisch,  et.  Mey.  Ind.  III.  bort.  Peti-op.  p.  48.  (1837).  —  Krok  Mon.  Val.  p.  58.  t.  2. 

f.  17.  (1864J.  —Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  lOl.  (1879). 

In  collibus  aridis  prope  Hamadan.  (18.  V.) 

4.  Valer imiella  Orientalis    DC.    Prodr.  !IV.    p.   625.    (1830)    et  Möm.   Val.    Vn.    t.  3    (1832)    sub   Dufresnia    non 

Schlechtend. 

Syn.:   V.  Dufresvia  Bunge  in  litt,  ex  Bois?.  Fl.  Or.  III.  p.  109.  C1375). 
Ad  Eudbar;  solo  arenoso  (24.  IV.);  ad  agros  prope  Zamanabad.  (27.  V.) 

Dipsaceae. 

1.  DipsaCllS  pilosns  Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  97.  (17531  —  Reichenb.  Ic.  Fl.  Genn.  XII.  t.  ÜCCIV.   (1850).  — 

Jacq.  Fl.  Austr.  II.  p.  27.  t.  248.  (1775).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  116.  (1875). 

E  siminibus  in  silvis  virgineis  provinciae  Mesanderan  a  Th.  Pichler  collectis  culta  in  hört.  Vindob.  1883. 

Die  im  botanischen  Garten  der  Wiener  Universität  aus  persischen  Samen  gezogene  Pflanze  stimmt  voll- 
ständig mit  europäischen  Exemplaren  von  D.  pilosus  L.  Uberein ;  nur  sind  die  seitlichen  Blattlappen  zahlreicher, 
ähnlich  wie  bei  D.  strigosus  Schlchtdl.  pat.  ex  Will d. 

2.  Cephalaria  setosa  Boiss.  etHohenack.  Diagn.  S6r.  I.  f.  3.  p.  107.  (1843).  —  Fl.  Or.  III.  p.  118.  (1875). 

Inter  segetes  prope  Abadabad.  (12.  VII.) 


Die  holanific/ieu  Erc/ehnissi-  di-r  Vohtk'schni  HvpcJitiun  nach  Persien.  55 

3.  Cephalaria  hirsuta  stapf,  (uov.  spec.) 

PerenniS;  e  stirpe  valde  abbreviato  plures  caules,  ima  basi  foliis  squamiformibus,  brunaeis,  siccis  ascen- 
dentes,  mox  erectoS;  rigidos,  inferue,  vel  saepius  siipei-ne  parce  ramosos  edeus,  foliis  lyratis  et  caulium  partibus 
inferioribus  (^imprimis  prioiibusj  hiisutis,  capituli.s  louge  peduuculatis;  1'/^ — 2""  diametro,  floiibus  flavis. 

Caiilis  ligidus^  striatus,  ima  basi  squamatus,  iuferne  dense  pilis  reversis,  superue  seusim  sparsioribus  et 
magis  petulis  hirsutus,  summa  parte  subglaber.  Folia  iufima  indivisa,  oblougo-lanceolata;  vel  oblouga,  louge 
iu  patioUuu  attenuata,  acutn,  iutegra^  vel  plus  uiiunsve  serrata,  proxima  liisce  coufonnia,  sed  majora,  saepius 
sessilia,  lyrata,  basi  utriuque  2 — 3  laciuiis  oblique  lauceolatiS;  vel  oblongis^  dentatis  iutegrisve  praedita,  lobo 
intermedio  maximO;  oblougo-lauceolato,  acute,  argute  serrato,  uervis  promiuuliS;  pilis  adpiessiS;  dense  Lirsutis; 
intermedia  et  superiora  multo  minora,  augustiora,  caeterum  coiiformia,  denium  glabrescentia.  Involucrum  phyllis 
exterioribus  rotundato-ovatiS;  obtusis,  medio  viridibus,  margine  albido-membranaceis,  interioribus  ovatis,  tolis 
membranaceis,  omuibus  tenuissime  puberulis  et  praetevea  parce  sericeo-pilosis,  apice  bruuneo-spbacelatis. 
Paleae  oblougae,  breviter  acutiusculae,  versus  npicem  rubesceutem  veluigrescentem  adpressissimebrevissimeque 
pubescentes,  caeterum  glaberrimae.  Involucellum  quadrangulare  tubo  dense  albo-piloso,  dentibus  quateruis 
ei  aequilougis,  subulatis,  intermediis  dimidio  brevioribus,  omnibus  ciliatis.  Calyx  brevissime  multi-aristatus, 
aristis  inaequilongis,  ciliatis.  CoroUae  flavae  vix  radiantes. 

Plant.  ÖO-IOO'^»  alt.  Fol.  interm.  13— l?-^'"  lg.;  2—3™  lt. 

Fol.  inf.  8—12""  lg.;  1-3— 2- 5'^'"  lt. 

In  aggeribus  aquaeductus  prope  Haydere  (7.  VI!.). 

Steht  der  C.  microcephala  Boiss.  und  der  C.  piloxa  Boiss.  et  Huet  sehr  nahe;  unterscheidet  sich  aber 
von  beiden  durch  grössere  BlUtheuköpfcheu  nud  die  dichte,  anliegende  Behaarung  der  Blätter,  von  erstercr 
ausserdem  noch  durch  die  längeren  Borsten  des  Involucellum  und  von  C.  2^ilosa  Boiss.  et  Huet  durch  einen 
höheren  Wuchs  und  viel  grössere  Blätter. 

4.  Scabiosa  argentea  Liune  Spec.  plant,  ed.  i.  p.  loo.  (1753).  —  Bertol.  Fl.  Ital.  II.  p.  57.  (1835)  ex  parte. 

Syu.:  S.  Ucranicaß  argentea  Tchich.  As.  Miu.  II.  p.  226.  (1S60). 

Ad  aquaeductus  prope  Schawerin  (28.  VI.). 

Die  Pflanze  stimmt  mit  Exemplaren  aus  Calabrien,  die  ich  im  Kerner'schen  Herbar  zu  sehen  Gelegenheit 
hatte,  in  hohem  Grade  überein  und  weicht  andererseits  von  der  südriissischen  »S*.  Ucranica  durch  ihre  viel 
reicher  zertheilten,  nicht  fleischigen  Blätter,  slärkere  Behaarung,  besonders  in  den  unteren  Theilen,  durch- 
schnittlich kürzere  Involucralblättchen  und  bläuliche  Randblüthen  nicht  unerheblich  ab. 

5.  Scabiosa  OUviei-i    Coult.  Mou.  Dips.  p.  aC.   t.  II.  f.  lO.  (1823;.  —  Boiss.  Fl.  Ür.  III.  p.  Ul.  (1375j. 

Syn. :  S.  rhodaiUha  K.ar.  et  Kir.  Enum.  \t\.  au.  I,s41.  coli.  u.  41«. 

Inter  Tschemerin  et  Kiischkek  (18.  VI.);  in  coUe  Musselah  prope  Hamadau  (18.  VII.). 

Die  Blatttheilung  ist  sehr  unbeständig.  Oft  sind  sowohl  die  grundständigen,  wie  die  höheren  Blätter,  oft 
nur  diese  fiedertheilig,  an  anderen  Exemplaren  wieder  .sind  sämmtlichc  Blätter  ganz.  Ebenso  ist  die  Corona 
des  Involucellums  bald  ganz  radförmig  ausgebreitet,  bald  in  vier  au  den  Rändern  einwärts  gerollte,  stumpfe 
Lappen  bis  auf  den  Grund  zertheilt.  Einen  anderen  Unterschied  zwischen  Exemplaren  mit  ganzer  und  solchen 
mit  vierlappiger  Corona  habe  ich  nicht  finden  können. 

6.  Scabiosa  Schinipeviaiia   Boiss.  etBuhse  Aufz.  Trausk.  L^ers.  Pfl.  p.  112.  (186O). 

Inter  Rudbar  et  Rustemabad.  (23.  IV.j 

7.  Scabiosa  setulosa  Fisch,  et  Mey.   iu  Auu.  sc  uat.  p.  so.  (1854).  —  Tchich.  As.  Miu.  U.  p.  225.  t.  XXVIII.  (1860). 

Syu.:   S.  Phrygia  Boiss.  Diagn.   Ser.  II.   f.  6.  p.  96.  (1859).  —   S.  Palaesthia  var.  microcephala  Boiss.   Fl.  Or.  III. 
p.  145.  (1875). 

In  valle  Tschemerin  (18.  VI.j ;  in  coUibus  aridis  prope  Jalpau  (20.  VI.). 

Die  Theilung  der  Blätter  ist  ungemein  variabel.  Während  die  Exemplare  von  Tschemerin  vollständig  der 

Abbildung  bei  Tchichatcheff  auch  anderen  Orts  entspricht,  ist  dies  bezüglich  der  Pflanze  von  Jalpan  nur 


56  Oflü  S/dpf. 

selten  der  Fall.  Da  jedoch  die  Übereinstimmung-  in  allen  übrigen  Punkten  eine  sehr  grosse  ist  und  sich  alle 
Überg<änge  von  weniger  zu  mehr  zertheilten  Blättern  i.eigen,  kann  kein  Zweifel  über  die  Identität  der  Pflanzen 
von  Tschemeriu  und  jener  von  Jalpan  sein. 

«.  JPterOCephalUS  canUS  Coult.  in  litt.  ISii  ex  DC.  Prodr.  IV.  p-  653.  (1830j.  —  ßoiss.  Fl.  Ür.  111.  p.  151.  il875j. 
Syn.:  F.  dmmturum  Coult.  Mon.  Dips.  p.  32.  (1823}quoad  specim.  ex  Oriente. 

Ad  Haydere  (4.  et  29.  VI.);  copiose  in  itinere  ad  Tscbemerin  (17.  VI.);  in  glareosis  et  saxosis  montis 
Elwend  (15.  et  29.  VI.);  in  collibus  argillosis  ad  radices  montis  Elwend  (1.  VII.). 

Die  von  letzterem  Standorte  stammenden  Exemplare  besitzen  grob  gezähnte  oder  gar  an  der  Basis  ein- 
geschnittene Stengelblätter,  unterscheiden  sich  aber  sonst  in  gar  nichts  von  der  typischen  Form,  bei  welcher 
Übrigens  auch,  wenn  schon  sehr  selten ,  ab  und  zu  ein  BUitt  einen  Zahn  oder  gegen  die  Basis  zu  einen 
schmalen,  kurzen  Lappen  zeigt. 

Compositae. 

Auetore  A.  Heimerl. 

1.  Mrigeron  Aticheri  DC.  Prodr.  VII.  p.  28l.  (1838)  sub  Com/za.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  170.  —  Kotschy  Exsicc 

Syn.:  Erigeron  Kotschyi  Boisi.  Diagn.  plant.  Or.  nov.  I.  f.  6.  p.  82.  (1845).  —  Conyza  Kotschy!  Boiss.  in  Kotschy 
Exsicc.  1845! 
Inter  frutices  circa  Jalpan  atque  locis  humidis  montis  Elwend  (specimina  miuora,  oligocephala). 

2.  Inula  Helenlutn  Linnö  Spec.  plant,  ed.  l.  p.  881.  (1753).  —  Beck  Monographie  von  Imila,  etc.  p.  14.  (1881).  — 

Boiss.  Fl.  Orient.  1.  c.  p.  186. 

Locis  dumosis  ad  Haydere. 

3.  Inula  Britanilica  Linnö  Spec.  pl.  ed.  i.  p.  882.  (17531  —  Beck,  Monographie  1.  c.  p.  37.  (1881).  —  Boiss.  Fl. 

Or.  1.  c.  p.  193. 

In  humidis  ad  Schawerin  prope  Hamadan. 

4.  I^llicaria  gracilis  nova  spec.  ex  affinitate  P.  dysentericae  L. 

Perennis.  Tota  velutino-pubescens;  caiiles  circ.  40 — 60™  alti,  virgati,  superne  in  ramos  paucos  (3 — 5) 
divisi,  crebre  foliati  et  in  foliorum  axillis  ramos  abbreviatos  („fasciculos  foliorum"j  gerentes.  Folia  anguste 
lineari-lanceolata  vel  sublinearia,  versus  apices  rainorum  sensim  diminuta,  omnia  sessilia  (^media  caulis 
35 — 37"""  longa,  6 — 8"'"' lata),  aiitice  breviter  acutata,  in  vel  infra  medium  latissima,  utraque  in  pagina  molliter 
tomeutosa,  subcoucoloria,  in  margiue  plus  minus  evidenter  denticulata,  in  basi  auriculata.  Auriculae  rarius 
rotundatae,  saepe  obtusc  angulatae  et  denticulatae.  Capitula  circ.  20 — 22"™  in  diametro,  pedunculo,  20 — 40'""' 
longo;  involucri  pbylla  viridescentia,  anguste  lineari-hiuceolata,  longe  acuminata  et  dease  pilosa.  Ligulae 
numerosae  (5 — 6  •5"'"  longae);  aureae.  Achaeuia  pilosa,  pappus  radiis  ad  12 — 14. 

In  humidiusculis  ad  Hamadan  et  Jalpan.  (^VII) 

Bekanntlich  (vergl.  Boissier  Flora  Orient.  1.  c.  p.  202)  wird  unsere  Pulicaria  dt/senterica  (Linne)  im 
östlichen  Gebiete  zum  grossen  Theil  durch  andere  Arten  ersetzt,  welche,  freilich  bei  sehr  naher  Verwandtschaft 
mit  F.  dysenterica  (Linne),  sich  andererseits  schon  durch  den  Habitus  von  derselben  auffallend  unterscheiden. 
Die  im  vorigen  beschriebene  P.  gracilis  bildet  nun  eine  ganz  erwünschte  Ergänzung  dieser  Formenkreise,  reiht 
sich  aber  entschieden  in  die  Nähe  der  typischen  P.  dysenterica  (Linnii)  ein,  von  der  sie  sich  auf  den  ersten 
Blick  durch  2 — 3mal  schmälere,  beiderseits  fein  sammtige,  fast  gleichfarbige,  oberseits  nicht  rauhe  Blätter, 
durch  die  zumeist  stumpflich  vorgezogenen  und  gezähnelten  Blattöhrchen,  durch  beträchtlich  kilrzere  Ligulen 
und  daher  kleinere  Köpfchen  unterscheidet.  Eine  fast  völlig  den  vorliegenden  Exemplaren  gleiche  Pflanze  traf 
ich  unter  den  Kotschy'schen  Pflanzen  von  Mesopotamien  leider  ohne  genauere  Angabe  des  Fundortes  au  und 
ist  überhaupt  die  P.  gracilis  wahrscheinlich  im  Orient  ziemlich  verbreitet. 

P.  Kotschyi  Schultz-Bipont. !  ist  durch  die  sehr  kurzen,  wenig  das  Involucrum  überragenden  Strahl- 
blütheu,  den  sehr  ästigen  Stengel,  den  ganz  an  P.  vulgaris  Gaertu.  erinnernden  Habitus  sofort  zu  unterscheiden; 


Die  botanischen  Ergehnisse  der  Polak'schen  Expedition  nach  Persien.  57 

die  anderen  zwei  noch  in  Betracht  kommenden  Pulicarien  F.  idiginosn  Steven  und  F.  data  Bois.s. !  haben 
beträchtlich  kleinere  Köpfclien  mit  kurzen  Strahlblüthen  und  Itesonders  erstere  schon  unterwärts  verästelten, 
reichverzweigten  Stengel. 

5.  Lasiopogon   imiSCOides   Desfontaine    Fl.  Atl.  IF.   p.  267.    tab.  -iai.    ilSOO)   sub  Gtiaphalio.   —    DC.  Prodr.  VI. 

p.  216.   ilN.H7i.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  224.  (1875). 

Prope  Rudbar. 

6.  Helichrysum  Armenum  dc.  Prortr.  VI.  p.  is3.  (i837).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c  p.  2.S6.  (187ö). 

Syn.  :    H.  glanduliferum  Sehn  1  tz- Bip.  in  Kotsohy  Exsicc!    —     //.  Kotschyi  Bois.s.  Diagn.  plant.  Or.    Ser.  I.  f.  6. 
p.  92.   (1845). 

In  fossis  vallium  et  in  montosis  ditionis  Haydere. 

Var.  jS  lactetim  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  236.  (1875). 
In  declivibus  montis  Elwend  ad  Gendjnäme. 

7.  Ei'aoc,  sp.? 

In  collibus  ad  Tschitschian ;  specimina  juniora. 

8.  Micropus  longifoliufi   Boiss.  et  Reuter  in  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  242.  fl875). 

Inter  segetes  prope  Tschitschian;  in  collilius  ;ipricis  circa  Hamadan. 

Leider  sind  die  Exemplare  von  beiden  Standorten  im  Zustande  des  Aufltlnhens  gesammelt,  daher  die 
Bestimmung  sich  nur  auf  die  Blattform  stützen  konnte,  indem  das  charakteristische  Merkmal  der  von  den 
häutigen  (nicht  lederigen)  Paleis  eingeschlossenen  Achaenen  noch  nicht  zu  constatiren  war. 

9.  Siegesbeekm  OrieiltaUs  Linn6  Spec.  plant,  cd.  l.  p.  90U.  H753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  250.  (1875). 

Ad  Moschdiser  in  provincia  Mesanderan. 

10.  Achillea  NeilreichU  A.  Kerner  in  Österr.  bot.  Zeitschr.  XXI.  p.  141.  (1871)! 

Syn:  A.  nobUis  Aiict.  mult.  —   A.  nobilis  ß.  ochrokuca  Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  257.  (1875J  non  A.  ochroleuca  Ehrhart 
nee  Wählst.  Kit. 

In  salicetis  ad  Hamadan. 

11.  Achillea  micranthn  Marsch,  a  Bicb.  Flora  Tauro-Caiic.  II.  p.  336.  (1808).  —  Boiss.  Fl.  Or.  I.e.  p.  264.  (1875). 

In  agris  regionis  montanae  ad  Haydere  prope  Hamadan;  in  ditione  Tschitschian;  prope  Jalpan  ad  viarnm 
margines  et  in  locis  praernptis.  (!ulta  in  horto  botanico  Vindobonensi  e  seminibus  in  Persia  a  Pichler  col 
lectis. 

12.  Achillea  Santolina  Linn6  Spee.  plant,   ed.  1.  p.  S96.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  266.  (1875). 

In  locis  incultis  secus  viam  inter  Hamadan  et  Teheran;  in  ditione  Tschitschian;  ad  viarum  margines  circa 
Rustemabad  ?  Culta  in  horto  botanico  Vindobonensi  e  seminibus  Persicis. 

IS.   Achillea  tenuifoUa  Lamarek  Dictionnaire  des  scienees  nat.  I.  p.  26.  (I783j.  —  Boiss.  Fi.  Or.  I.  c.  p.  270.  (1875). 
Syn.:  Achillea  albicaiilis  C.  A.  Meyer  Verz.  der  Pflanzen  des  Cauc,  etc.  p.  76.  (1831). 

In  collibus  incultis  apricisque  ad  Schawerin  prope  Hamadan. 

14.  Achillea  l'ermictllaris  Tiinius  in  Acta  Acad.  Petrop.  VI.  494.  1. 13.  (l.sis).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.266.  (1875). 

Culta  in  horto  botanico  Vindobonensi  e  seminibus  a  Pichler  in  Persia  collectis. 

15.  Anthemis  hyallna  dc.  Prodr.  VI.  p.  4.  (1837).  —  Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  307.  (1875j.  —  Hausskn.  Exsicc! 

In  ditione  Rudbar. 

Dient  zufolge  einer  Notiz  des  Herrn  Dr.  Polak  als  Insectenvertilgungsmittel  in  Persien. 

16.  Anthemis  Haussknechtii  Boiss.  et  Reut,  in  Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  310.  (187.')).  —  Hausskn.  Exsicc. 

In  agris  ad  Haydere  prope  Hamadan. 

Der  von  Pichler  entdeckte  Staudort  dieser  ausgezeichneten,  seltenen  Äiithemiü  bildet,  ähnlich  wie  es 
auch  bei.  ^.   hyalina  D.   C.   der  Fall   war,   eine   sehr   erwünschte  Ergänzung  unserer   Kenntnisse  über  die 

Oenkscbrjftea  der  mathem.-naturw.Cl.  L.  Bd.  Abhaadlungon  von  Nichtmitgliedern.  h 


58  Otto  Stapf. 

geographische  Verbreitung  dieser  Kainilleii,  indem  wir  als  Verbreitungsbezirk  derselben  die  ganze  Zone  von 
Syrien  über  Mesopotamien  bis  Persien  bezeichnen  können. 

17.  Anthemis  Gayana  Koiss.  Fi.  Or.  I.  c.  p.3l:i.  (\»lbj.  —  Aucher  Exsicc.  Nr.4753!.  —  Kotschy  Planlae  Pers.  bor. 

1843.  Nr.  34.  (Teheran.)! 

Syn.:  Ä.  scaposa  Gay  in  sclieflulis. 
In  declivibus  arenosis  ad  Patschinar. 

Die  vorliegenden  Exemplare  stimmen  mit  den  oben  citirten  Exsiccaten  völlig  überein,  so  dass  unsere  im 
Aufblühen  befindlichen  Stücke  unzweifelhaft  hieher  gehören. 

18.  Anthemis  odontOStephana  Boiss.   Diagn.  plant,  nov.  Ser.  I.  6.  p.  85.  (1845;.    -    Fi.  Or.   I.e.  p.  319.  (1875J.   — 

Haussicn.  Exmcc!  —  Kotschy  Exsicc! 

In  rupestribus  secus  viam  ad  Käbuterchan  ducentem. 

19.  Matricaria  aurea  Linne  Spec  plant,  ed.  2.  p.  1257  (1763)  sub  Cotulu.  —    Kotschy  Iter  Syriacura  Nr.  492!.  — 

Boiss.  Fl.  or.  I.  c.  p.  324.  (1875). 

Prope  Jelizabethpol  et  Rudbar. 

20.  Chamaemelmn  praecoor  Maisch.  aBieb.  Fl.  Tanr.  Cauc.  II.  p.  324.  (1808)  suh  Fyreth  10.  —  Visianj  Fl.  Dalra- 

II.  p.  86  (1847).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  326.   (1875). 

Syn.:  Matricaria  modesta  Boiss.  in  Kotschy  Plant.  Pers.  bor.  1846! 
Locis  incultis  ad  Jelizabethpol. 

21.  Chnmaemelum  (Useiforine   C.  A.  Meyer  Verz.  <1.  Pflanzen  des  Caucasus  p.  75  (1831)   sub  Chnjsanthenu,.    — 

Vis.  Fl.  D.ilm.  p.  85    (1847).  —  Kotschy  Exsicc!.  —  Boiss.  FI.  Or.  1.  c.  p.  327.    (1875). 

In  humidis  regionis  mediae  montis  Elvvend;  circum  Tscliitschian  et  Maehraii  prope  Hamadan. 

Dem  vorliegenden  Chamaemelum  disciforme  kommt  jenes  Chamaemelum  sehr  nahe,  welches  Fischer 
und  Meyer  in:  Indice  secundo  horti  Petropolitani  p.  48  als  Pyrethrum  dedpiens  bezeichnet  und,  als  ich  noch 
keine  Herbarexemplare  gesehen  hatte,  war  es  mir  unmöglich,  beide  Pflanzen  bloss  nach  den  Boissi er' sehen 
Angaben  zu  unterscheiden.  Nach  Einsicht  instructiver,  von  Kotschy  gesammelter  Exemplare  (Iter  Oilicico- 
Kurdicum  Nr.  286  !)  kann  ich  folgende  Kennzeichen  zur  Unterscheidung  der  zwei  in  Rede  stehenden,  sehr 
ähnlichen  Pflanzen  anführen. 

Die  Achaenen  von  Ch.  disciforme  sind  fast  genau  vierkantig-pyramidal,  zugleich  etwas  gebogen,  mit 
dunkelbraunen,  sehr  deutlich  querrunzeiigen  Flächen;  an  zwei  gegenüberliegenden  Stellen  besitzen  sie  vor- 
springende, aber  nicht  flügeiförmige,  schmale  Rippen,  während  die  eine  zwischenliegende  Fläche  von  gar 
keiner,  die  andere  aber  von  einer  einzigen  Rippe  durchzogen  ist.  —  Ch.  decipiens  besitzt  hingegen  Achaenen, 
welche  durch  die  flügelähnlich  verbreiterten  (etwa  wie  bei  vielen  Umbelliferen-Achaenen)  und  an  Breite  dem 
übrigen  Theile  des  Achaeninms  gleichkommenden  .Seitenriefen  flach  sind  und  platt  erscheinen.  In  den 
sonstigen  Theilen  des  Achaeninms  finde  ich,  von  der  lichteren  Färbung  bei  letzterer  Art  abgesehen,  keinen 
scharfen  Unterschied. 

Es  ist  übrigens  auch  schon  der  Habitus  beider  Pflanzen  anflfallend  verschieden,  indem  der  Stengel  des 
Ch.  dedpiens  (F.  et  M.)  schon  von  der  Mitte  an  sich  in  einen  lockeren,  weit  ausgebreiteten  Corymbus  auflöst, 
dagegen  jener  des  Ch.  disdforme  (C.  A.  M.)  erst  oberwärts  in  den  dichteren  Corymbus  übergeht. 

22.  Pyrethrum  Parthenitini  Linn6  Spec.plaut.  cd.  l.  p.SOO.  (1753)  mh Matricaria.  —  Boiss.  Fl.Or.  1.  c.  p.344.  (1875). 

In  rivorum  glarea  prope  Gendjnäme. 

23.  Pyrethrum  Persicum    Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  Ser.  I.  f.  6.  p.  89.  (1845).  —  Fl.  Or.  1.  c.  p.  345.  (1875). 

Var.  puberula  m. 

Tota  planta  tenuissinie  puberula,  rarins  hinc  inde  glabrescens.  In  rnpium  rimis  declivitatis  ad  Gendjnäme 
vergentis  montis  Elwend. 

Vergleicht  man  die  Boissier'schen  Angaben  1.  c.  über  sein  P.  Persicum,  so  möchte  es  scheinen,  als  wären 
die  vorliegenden  Pichler'schen   Stücke  kaum  mit  dem  P.  Persicum  Boissier  zu  identificiren,  indem  sie 


Die  botanischen  Ergebnisse  der  Po lak' sehen  Expedition  nach  Persien.  59 

weder  die  Kahlheit  desselben,  noch  die  „costae  albidue"  der  Blätter  besitzen.  Trotzdem  zweifle  ich,  nach  dem 
Vergleiche  der  Kotschy'schen  Exsiccaten  (aufweiche  eben  Boissier  sein  P.  Persicum  gründete)  nicht,  dass 
unsere  Exemplare  dem  Formeukreise  des  P.  Persicum  zuzurechnen  sind.  Dieselben  stimmen  —  von  der  stärkeren 
Behaarung  abgesehen  —  sonst  völlig  mit  den  Kotschy'schen  Stücken  Uberein  und  es  erweist  sich  übrigens 
das  von  Boissier  zur  Unterscheidung  gegenüber  dem  P.  partlwnifolium  Wild,  herangezogene  Merkmal  der 
weissnervigen  Blätter  insofern  als  illusorisch,  als  es  überhaupt  oft  so  wenig  ausgesprochen  ist,  dass  man  kaum 
beide  Pyrethrum  danach  sondern  könnte.  Auch  auf  die  grössere  oder  geringere  Behaarung  der  ganzen  Pflanze 
ist  wohl  bei  beiden  in  Rede  stehenden  Arten  wenig  Werth  zu  legen,  indem  auch  die  beiden  nahe  verwandten 
Arten:  P.  Parthenium  und  P.  parthtiüfolium  sowohl  mit  schwach,  als  auch  starkhaarigen  Blättern  abändern, 
letzteres  sogar  grautilzig  auftreten  kann.  Übrigens  sind  auch  bei  den  von  Pichler  gesammelten  f^xemplaren 
nur  die  jugendlichen  Blätter  dichter  behaart,  die  ausgebildeten  verkahlen  öfter,  wodurch  mir  ganz  besonders 
die  Zurechnung  derselben  zum  P.  Persicum  begründet  erscheint.  Was  noch  das  P.  Persicum  und  das  P. 
parthfmfoHum  betrifft,  so  betrachte  ich  sowohl  die  Länge  der  Strahlblüthen,  dann  jene  der  Achaenen-Krone, 
wie  übrigens  auch  Boissier  I.  c.  andeutet,  als  gute  Unterscheidungsmerkmale. 

24.  Pyrethrum  myriophylluni  C.  A.  Meyer,  Verz.  d.  Pflanzen  lies  Ojiuc.   p.  74.  (1831).  —  Kotschy  Exsicc!  — 

Büiss.  Fl.  Ol-.  1.  c.  p   a5()  et  351.  (1875). 

Var.  /3  subvirescens  D(J.  Prodr.  VI.  p.  59.  (1837). 
Habitat  in  rupestribus  trausgressus  montis  Elwend  versus  Tusirkan. 

Var.  Y  eriocepfialum  Boiss.  1.  c.  p.  350.  (1875). 
Habitat  iisdem  locis  cum  praecedente  varietate. 

Var.  ö  variegatum  Boiss.  I.e.  p.  351.  (1875). 
In  declivitate  montis  Elwend  prope  Gendjnäme. 

25.  Pyrethrum  (Tanaeetuni)  niodestum  uov.  spec.  ex  aftinitate  Pijrethri  santoUmidis  DC. 

Hhizoma  raniosum,  .subcuespitiferum ,  pluricephalum  ramos  foliatos  et  ramos  (seu  caules)  florentes 
emittens.  Caules  complures,  erecti  (18 — 22 — 26'"  alti)  striati,  ad  diniidium  iisque  parce  foliati,  siiperne 
aphylli,  vel  simplicissimi,  monocephali  vel  superiie  ramis  1 — 3,  plus  miuiisve  elougatis  mouocephalisque  corym- 
buni  pauciflorum  formantibus  iustructi,  ceterum  ut  folia  subdense  ciuereo-tomenfosi,  rariu.-i  paruni  glabresceus. 
Folia  basilaria  et  infima  canlis  }ieliülata,  petiolo  laminam  aequante  aut  breviore,  reliqua  sessilia,  lamina 
üblongo-lauceolata  (25 — 40""°  longa,  G — ll°"°  lata),  utrinque  attenuata,  subbipinnafisecta,  segmentis  primariis 
ad  10 — 16  utrinque,  lanceolatis  et  dense  approximraatis,  medii.s  cum  segment's  secundariis  circitt^r  7 — 9nis, 
sunimis  infimisque  cum  2 — iJnis  breviter  obovatis,  obtusatis,  integerrimis  inuticisque.  .Segmenta  foliorum  supe- 
liorum  canlis  subintegra,  late  lanceolata.  Rhachis  angusta  hiuc  indeque  lacinula  aucta. 

Capitula  soiitaria,  terminalia  (8°'"'  longa  et  8°"°  in  diametro);  involucra  hemisphaerico-campanulata, 
foliolis  ciuereo-viridibiis,  densius  et  adpressissime  pilosis,  liueari -lanceolatis,  margine  hyalino,  inprimis 
antice,  dilatato  circnmdatis.  Re<'eptaculum  purum  convexum. 

Flores  (5-5""°longi)  numerosi,  coroilis  inlerne  pallide,  .supenie  saturatius  luteis,  involucrum  quarta  parte 
su|>ei-  intibus,  marginales  plerique  hermaphroditi,  sed  propter  antherarum  reductioiiem  aut  abortum  subfeminei, 
paucissimi  anlheris  destituti  exfeminei ;  flores  disci  hermaphroditi,  tubo  antice  breviter  öfido,  inferne  supra 
iichaenia  compresso.  Achaenia  niatura  (4"""  longa,  vix  1°""  lata),  sordide  Straminen,  elongato-obpyramidata, 
compressa,  regulariter  multistriata,  glaberrima,  sublaevia  (^sub  leute  teuuissime  rugulosaj,  antice  coronam 
brevissimam,  achaenio  multoties  breviorem  gerentia. 

Planta  perennis  habitu  Pyrethro  millejoliatd  (L.)  simili  inhaliitat  rupes  saxaque  moutium  prope  Jalpau 
Persiae  borealis,  quo  loco  rnense  Junio  1882  ab  oculatissimo  T.  Pichler  detecta  est. 

Pyretfintm  modestum  ist  dem  Habitus  nach  am  meisten  mit  /'.  mntolinoides  De  Caudolle  verwandt  und 
unterscheidet  sich   durch  Blattgestalt,  dann  durch  heterogame  Köpfchen,   etc.   so  durchgreifend   von  den  zu 

h* 


'60  Otto  Stapf. 

Tanacetum  gehörenden:  *F.  anjenteum  '  (Willd.),  '*P.  fonientellum  (Kotschy),  *P.  leucophyllum  Boissier  et 
Hausknecht,  *P.  ßahellifolium  Boissier  et  Heldr.,  *!'.  pmnatum  Boiss.,  P.  Bouryaei  Boiss.,  P.  platy- 
rhacins  Boiss.,  P.  Unyulatum  Boiss.,  dass  ich  wohl  mir  die  genauere  Angabe  der  Unterschiede  erlassen  kann. 
Der  Beschreibung  nach  (Boissier  1.  c.  p.  3.5H)  wäre  wolil  auch  das  zur  eben  angeführten  Gruppe  gehörende 
P.  Tahrisianum  Boiss.  ziemlich  ähnlich,  doch  werden  die  Bllitiien  als  durchaus  zwittrig,  die  Stengel  als  immer 
einköpfig,  die  Zipfel  des  Blattsegmente  in  der  Zahl  von  S^f)  angegeben,  was  für  unsere  Pflanze  durchaus  nicht 
zutrifft. 

Von  derselben  unterscheidet  sich  ferner  das  *P.  poliiphnUmn  Boiss.  durch  vielblUthigen,  zusammen- 
gesetzten Corymbus,  reichblättrigen  Stengel,  sintze  Blaltzipfel,  längere  Krone  der  Achaenen,  etc;  das  *l\  icnui- 
lobiini  Boiss.  weicht  durch  lineale  Blattzipfel,  vielköpfigen  Corymbus,  dann  fast  kahle  Involucren  bedeutend 
ab.  —  P.  umheUiferum  Boiss.  ist  monocarpisch,  hat  hohen  Stengel,  sehr  zahlreiche  lanzettliche  und  spitze 
Blattzipfel,  doldenähnlichen,  reichköpfigen  Corymbus,  drüsige  Achaenen,  etc.  Ähnlich  verhält  es  sich  mit  *P. 
vulgare  (L.),  das  sich  sofort  durch  den  hohen  reichblättrigen  Stengel,  durch  ganz  andere  Blattgestalt,  reich- 
köpfigen Corymbus  unterscheidet.  Das  P.  cauescens  (De  Candollei  hat  kopiförmig  zusammengezogenen 
Corymbus,  Köpfchenstiele,  die  doppelt  kürzer  als  die  Köpfchen  sind,  und  in  lineale  Segmeute  getheilte  obeie 
Steugelblätter ;  P.  Athanasia  (Besser)  ist  durch  reichblättrigen  Stengel,  nur  3 — 5  bandförmig  getheilte 
Segmente  an  den  Blättern,  dichten  und  reichköpfigen  Corymbus  ungemein  verschieden.  Endlich  weicht  die 
letzte  der  noch  in  Betracht  kommenden  Arten,  nändich  das  *P.  saHtoIhwidea  De  Candolle,  durch  schmale 
lineal  längliche  Blätter,  die  in  fast  kreisrunde  herablaufende  Lappen  getheill  sind,  durch  halbkugeliges  Fnvo- 
lucrum  mit  stumiifeu  Blättchen  deutlich  ab. 

26.  Artemisia  annua   Linnß  Spec.  plant,  ed.  I.  p.  847  (17.">3).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  e.  p.  Ml.  (1875). 

Frequentissime  circa  Siredjaeram  in  Mesanderan. 

27.  Artenlitt ia  Aucheri  Boiss.  Fl.  Or.  l.  f.  p.  368.  (i875). 

In  montosis  Elbrus  tractus. 

28.  Arfeniiski  Herha-albci  A  s  s  o. 

In  saisis  inter  Cbanabad  et  Kobad-Kerim. 
Nicht  blühend. 

2y.   SeneciO  vernaUs  Waldst.  et  Kitaibel  Plautae  rariures  Hiiiigaiiae  I.  p.  2:).  tab.  24.  (180-2).   —    Boiss.  PI.  Or.  1. 
C.  p.  389.  (1875). 

In  arenosis  piope  Enzeli  ad  mare  Caspicum;  in  locis  rupestribus  ad  radices  montisElwend  haud  ])rocul  ab 
Haydere;   in  rivulorum  glarea  circum  Jelizabethpol. 

30.  Calendula  JPerfdca  C.  A.Meyer  Verz.  d.  Ptlauz.  d.  <"aiic.  p.  72.  (1831;.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  e.  p.  41.8.  (1875). 

Syn.:   C.  arvensis  Marsch,  a  Bieb.  Fl.  T.<iur.-Oaiic.  III.  p.  ö9C.  (1819)  iiou  Liuu6. 
Baku  in  locis  incultis. 

Die  vorliegenden  Exemplare  stellen  Miftelformen  zwischen  der  typischen  Meyer' sehen  Pflanze  und  der 
Varietät:  yracilis  De  Caud.  (sub  specie)  dar. 

31.  G'Undella  TournefortU  Linue  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  814.  (1753).  -   Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  4-21.  il87.i). 

In  lapidosis  montium  ad  Gendjnäme. 

32.  Eehinops  Cepludotes    DC  Prodr.  vi.  p.  5-26.  (1837).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  435.(1875).     -  Bunge  in  Mfeianges 

biologiques,  etc.  IV.  p.  384.  (1863). 

Syn.:  E.  candiäus  Boiss.  Diagü.  plant,  nov.  Ser.  i.  1'.  4.  p.86.  (1844).  —  Kotschy  Plant.  Per»,  bor.  Nr.4ly!.  (Derbent 
prope,  Teheran.) 

In  colle  „Musellah"  prope  Hamadan. 


1  Von  mir  im  getrockneten  Zustande  verglicheneu  Arten  wurde  ein  *  voraiisgesetz.t. 


Die  botanischen  Ergebnisse  der  PolaVschen  Expedition  nach  Persien.  61 

33.  EchinopS  polygamufi    Üuuge  in  Mehmges  biologiques,  Btc.  Tom.  IV.  p.  :i8'2.  (1863)C?j.    —    Boiss.  Fl.  Or.  I.e. 

]).  t3;i.   (1875). 

In  aienosis  colliuiu  et  montium  ditionis  Jjilpnn. 

Ich  l)iu  im  vorliegenden  F;ille  uiclit  in  der  Lage  diese  liilbscUe  EcJuuops-kxi  mit  einer  der  Seetion  Oli- 
yotepis  völlig  identiticiren  zu  können;  unzweifelhaft  gehört  die  Pflanze  der  ganz  kahlen  luvolucralblättchen 
halber  zur  ersten  Untersection  von  OUgolepis  und  ist  von  den  dort  aufgezählten  Arten  E.  Graecus  Miller  und 
E.  cyaHocepIialun  l^i)is8.  Hausskn.,  wie  ich  auf  Grund  von  Vergleichsmaterial  coustatiren  konnte,  bedeutend 
verschieden.  Auch  mit  A'.  HaussJineditll  Boiss.  kann  keine  Verwechslung  geschehen,  indem  derselbe  viel 
dickeren  Stengel,  dann  wenig  gelappte  und  wenig  dornige  Blätter  besitzt.  Nun  bleiben  aber  noch  E.  Ieucu(ji-upliu>i 
Bunge,  E.  polygamus  Bnnge,  E.CIwrassamcusBu}\ga  übrig,  alle  drei  von  Bunge  in  Fersien  entdeckte, 
äusserst  selten  in  Herbarien  anzutreffende  Arten,  welche  ich  bei  der  geringen  Übereinstimmung  zwischen  den 
Angaben  Boissier's  und  Bnnge's,  dann  bei  der  Veränderlichkeit,  welche  die  Blattformen  derselben 
Arten  zeigen,  nicht  völlig  befriedigend  mit  unserer  Pflanze  vergleichen  kann.  Am  ähnlichsten  käme  sie  noch 
dem  E.  poly(/aniu.s,  von  dem  sie  sich  aber  doch  wieder  durch  mehr  dornige,  stärker  getheilte  Blätter,  dann  das 
längere  Involucrum  unterscheidet. 

34.  Echinops  Kerneri  Heimerl  n.  .sp.  sectionis  „/W™/™"  Biluge  e.\  Jiffiuitate  K.  .luxurtkl. 

Caulis  rarius  simplex,  saepe  pauciramosus  (ramis  1 — 4),  ad  30''"'  vel  ultra  altus,  aranoideo  lanatus,  inferne 
tarnen  cavalescens,  eglandulosus,  crebre  foliatus.  I''olia  subcoriacea  (infima  desunt  omnibus  in  specimiinbus), 
supra  sordid(^  viridia  vel  glabra  vel  i)ar(;e  arachnoidea  subeglandulosaque,  infra  albo-tomentosa  elevatimque 
nervata,  varie  partita;  folia  inferioria  subpetiolata  (100  —  140°""  longa,  30— 45"'"' lata),  ambitu  elongato4anceo- 
lata  et  acuta,  pinnatipartita,  in  segmenta  triangularia  circ.  7  — 12  utrinque,  versus  basin  et  apicem  folii  sensim 
diminuta,  intima  remotiuscula,  summa  subintegra,  reliqua  segmenta  spinoso-dentata,  spiuis  lutescentibus  varia 
longitudine,  longioribus  ad  5'""',  minoribus  circ.  2—3""",  area  intermedia  foliorum  3—4'""'  lata,  spinulis  minu- 
tissimis  in  sinubus  segmentorum  instructa.  Folia  media  et  superiora  sensim  diminuta  (media  50 — 70"""  longa, 
20'"'"  lala,  area  intermedia  7"'"'|,  profunde  spinoso  lobata,  lobis  (i  -  8  utrinque  triangularibus  acumiuatisque, 
subintegris,  summa  spinis  4 — 5  utrinque  munitis.  In  volucra  l4'"'"longa,  pulchre  coerulea,  e  foliolis  16 — 18nis, 
dorso  glabris  composita;  foliola  extima  4""" longa,  inferne  filiformia,  superne  spathulata,  media  angusta,  lineari- 
lanccolata,  longe  acuminata,  parce  ciliata,  ad  8"""  longa,  intima  coalita,  tubum  membranaceum  formantia. 
Penicillus  i)ar\us,  5"""  longus,  tertiam  partem  involucri  aequaus,  setis  paucis,  plumosis.  Achaenia  immatura 
inferne  glabriuscula,  superne  pilosa,  pappi  setis  barbellatis,  subliberis.  Glomeruli  vix  aut  ad  l''"'  pedunc.ulati, 
35"""  in  diametro. 

In  declivibus  siccis  montis  Elwend  leg.T.  Pichler  1882;  ad  pagum  Aftscha  prope Teheran  leg.T.  Kotschy. 
(Plantae  Persiae  borealis  1843  Nr.  022!). 

Kotschy  bemerkte  1.  c.  auf  der  Etiquette  „Echinops  afßitls  E.  J'ersico'^  doch  hat  Ecli.  Ptrsims  F.  et  M.  nach 
den  Meyer' scheu  Originalexem|)laren  keinerlei  Ähnlichkeit,  indem  er  ganz  freie  innere  Involucralblättchen, 
beträchtlich  grösseres  Involucrum  und  viel  mehr  haarigen  Penicillus  besitzt.  Unsere  Pflanze  reiht  sich  viel- 
mehr an  den  Ecliinops  ritrodes  Bunge,  E.  Jaxaiikm  Bunge  und  E.  MammmUcm  Bunge  an.  Es  unterscheidet 
sich  aber  E.  ritrodes  Bunge  durch  dünne,  in  feine  Lappen  getheilte  Segmente  der  Stcngelblätter  und  sowie 
E.  Jaxarticus  Bunge  durch  die  zierlich  und  regelmässig  kammförmig  gewimperteu  Blättchen  des  Involucrums, 
während  E.  Kerneri  m.  nur  mit  wenigen  entfernten,  kurzen  Wimpern  versehen  ist,  auch  die  Zahl  der  Involu- 
cralblättchen nicht  20 — 22,  wie  sie  für  obige  zwei  Arten  angegeben  wird,  erreicht.  E.  Maracandkus  endlich 
hat  einköpfigen  Stengel,  11'"  langes  Involucrum,  sehr  ungleiche  Pappusstrahlen,  mittlere  Stengelblätter  von 
4 — 6"  Länge,  etc. 

35.  Xerantheinum  aiinuum  Liun6  Spec.  plant,  ed.  i.  p.  857.  (i"53).  —  Boiss.  Fi.  Gr.  1.  c.  P4.444.  (i875). 
Syu.:  A'.  nalUUiim  L  ,t  u)  a  r c  Iv  Fl.  fraiK;.  II.  p.  48.  (1778). 
Ad  viarum  agrorumque  margines  prope  Hamadau. 


62  Otto  Stapf. 

36.  Xerantheniuni  longepapposum  Fischer  et  Meyer  in  Nouveaux  m6iDoiies  nat.  Mose.  IV.  p.  3.57  (l8.Sö)..  — 

Boiaa.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  445.  (181  bj. 

In  collibus  aridis  circum  Hamadan  et  Teheran. 

37.  Chardinia   terantheniOldes  Desloutaiue  in  Mfemoires  du  Museum  Par.  III.  455.  tal).21.  (1SI7).  —  Boiss.  Fl. 

Or.  I.e.  p.  446.  (187.^). 

In  sterilissimis  ad  Tschitscbian. 

38.  Slebera  punyens  Lamarck  Dictiounalre  d.  scieuces  naturelles  III.  p  2^6.  (1189)  aub  XeraiUJienio. 

Var.:  nana  DC.  Prodr.  VI.  p.  531.  (1837). 
Ad  Giissedje  in  itinere  ad  Teheran. 

39.  Coiislnia  Calcltrapa  Boiss.  iu  schedulis  adKotschy  Plantaa  Persiae  australis  1842!,  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.49ü. 

(187ÖJ. 

Var:  mterrupta  m.  Canles  raiuique  interrupte  ueque  continue  spinoso-alata. 

In  coUe  Museliah  prope  Hamadan. 

Unterscheidet  sich  von  der  eben  erwähnten  Kotschy' sehen  Pflanze  durch  die  von  den  kurz  herablaufenden 
Blättern  nur  circa  1'"'  lang-  geflügelten,  im  übrigen  aber  nackten  luternodien  der  Stengel  und  Äste;  in  den 
anderen  Merkmalen,  welche  hier  zur  Geltung  kommen,  als:  Blaftbebaarung,  Blattform  und  Zuschnitt,  Zahl 
der  Involucralblätter,  Dornen  derselben,  Zahl  der  Blüthen  im  Köpfchen,  Receptakelhaare,  etc.  findet  nicht  der 
geringste  Unterschied  statt. 

Zur  Vervollständigung  der  Boissier' sehen  Angaben  in  der  Flora  Orientalis  III.  p.491,  sei  noch  angeführt, 
dass  die  Köpfchen  (ohne  die  Dornen  der  Involucralblätter  einzurechnen)  auf  16°""  Höhe,  S-IO"""  im  Durch- 
messer erreichen;  die  Zahl  der  Involucralblätter  schwankt  von  25 — 28,  die  Länge  des  Domes  von  18 — 20""". 
Die  linearen,  am  Rande  tief  zerschlitzten  Staubbeiitelauhängsel  erreichen  fast  2'"™,  während  die  EinzelbUithen 
12"""  lang  sind,  endlich  messen  die  —  leider  noch  unreifen  —  mehrkantigen  Achaenen  ohne  Pappus  blos  2'5™"', 
mit  demselben  aber  4-5""". 

40.  Couslnia  cylindracea  Boiss.  iu  Kotschy  Exsicc.  ex  Persia  auatrali  Nr.  671!.,  Diagn.  plant.  Or.  uov.  8er.  I.  6. 

p.  115.  (18451,   Fl.  Or.   1.  c.  p.  470.   (1875). 

Var.:  yatula  m.  Involucri  phylla  in  medio  refracta  et  squarroso-pateutia. 

In  locis  siccis  ditionis  Jalpan. 

Unterscheidet  sich  durch  die  in  der  Mitte  gebogenen  und  daselbst  schief  abstehenden  Dornen  der  Involucral- 
blättchen  wohl  auffallend  von  den  citirten  Kotschy'schen  Exemplaren,  da  aber  das  Merkmal  wenig  Coustanz 
und  in  allem  l'brigen  völlige  IJbereinstimmung  mit  den  Kotschy'schen  Stücken  herrscht,  so  kann  ich  vor- 
liegende Cousiniu  nur  als  Varietät  der  Cousiiila  cijliiidracea  Boiss.  ansehen. 

41.  Cousinia  KotSChyl  Boiss.  iu  Kotschy  Plant.  Pers.  austr.  Nr.  568!,    Diagn.  plant.  Or.  Ser.  1.    6.  p.  120.  (1845j, 
Fl,  Or.  1.  c.  p.  507,  (1875). 

In  ditione  Hamadan  et  Dauletabad. 

42.  C'ousitlia  Kofttluihei'i   Heimerl  Nov.  spec.  sect.  ('(/«(no/i/pacHWi  ex  affiuitate  Coitxiiiiae  araneoitav  DC 

Tota  planta  elata,  viridi-canescens,  verisimile  T"  superans  facie  Onoporduntos. 

Gaules  superne  ramosi,  ramis  simplicibus,  monocephalis,  ut  tota,  iuduuiento  araneoso,  floccoso  subdense 
obsitis,  ad  capitula  terminalia  usque  dense  foliati.  Fulia  basilaria  nou  vidi,  cauliua  media  et  superiora 
subcoriacea,  e  basi  latissima  usque  ad  proximum  folium  decurrente,  ambitu  breviter  et  late  lanceolata 
(35—40 — 50'"'"  :  20 — 30'"'"),  antice  in  spinani  subvalidam  attenuata,  elevatira  nervata,  irregulariter  ueque 
profunde  spiuoso-dentata  (spinae  circiter  9  — 10"""  longae)  et  inter  deutes  spinulis  minutis  crebrisque  (3 — 4'""' 
longis)  iustructa;  alae  caulis  latissimae  (10—13'"'"),  crebre  spinosae  et  spinulosae.  Folia  summa  (22 — 28""" 
longa,  7 — 8™""  lata)  non  aut  vix  in  foliola  involucralia  transeuntia,  sensim  diminuta,  oninino  non  decurrentia,  e 
basi  angusta,  lanceoliito-rhomboidea  in  spinam  longam  attenuata,  in  margine  vix  denticulata,  minute  spinulosa. 
Capitula  magna,  brevissime  pedunculata  (pedunculi  ad  10 — 16'""'  longi),  circiter  35""" in  diam.,  solitaria  et 


Die  botanischen  Ergebnisse  der  PolaVschen  Expedition  nach  Persien.  63 

depressa.  Folia  involucralia  uumerosa,  viridula,  parce  araueosa  vel  glabriuscula,  infima  paiuni  patentia, 
cetera  adpressa  etimbricata;  inferiora  e  basi  adpressissima  in  appendicem  subpatulam,  late  rhoniboidcam  10""" 
latam,  cum  spina  terminali  16"""  longam  abeuntia;  media  basi  cavtilagineo-incvasi-afa  cum  appendicc  latiore 
quam  louga  (8°""  lata,  7"™  longa),  antice  subito  in  spinulam  brevem  contracta.  Folia  involucralia  infima  antice 
brunnescentia,  lineari-lanceolata,  in  appendicem  parvam,  vix  5""°  longani,  cuspidiferam  excurrentia.  Appen- 
dices,  praeter  infimas,  subpatentes,  inibricatae,  tenuiter  spinosae,  subcoriaceae,  planae,  subtiliter  rcticulato-ner- 
vatae,  nervo  medio  prominent],  in  spinulam  abeunti  instructae,  inferiores  in  margine  tenuiter,  utrinque  5 — 6, 
spinulosae,  mediae  utrinque  cum  spinulis  3 — 4  minutis  vix  2"""  longis,  ceterae  integerrimae.  Spinae  terminales 
8 — 5"'"'  longae.  Receptaculi  setae  (23""™  circiter  longae)  inferne  levissimae,  sub  apice  tantum  scabratac. 
Flores  numerosi  cum  corollis  albidis  (22 — 25"""  longis),  in  inferiore  parte  angnstc  cylindricis,  leliqua  parte 
irregulariter  quinqnetidis.  Antherarum  caudac  lineares  (2 — 3'""  longae)  penicillatim  laceratae. 

Achaenia  (immatura)  3™""  longa,  conipressa,  striatn,  vix  alata;  pappi  setae  elongatae,  8'"™  longae, 
scabridae,  mox  deciduae. 

Habitat  in  declivibus  montis  Elwend  Persiac  boreali-occidentalis,  uhi  plaiitam  florentcm  ineunte  Julio  1882 
oculatissimus  T.  Pichler  detexit. 

Unsere  Cousinia  Kornhuberi  steht  der  C.  araueosa  De  Cand.  (Kotscliy  Plantae  Pcrsiae  australis  Nr.  795!) 
am  allernächsten,  unterscheidet  sich  aber  von  dieser  Pflanze,  mit  welcher  sie  im  Gesammthabitus,  in  Blattform 
und  Blaftbestaclielung,  Stengelflügelung,  etc.  vollkommen  übereinstimmt,  sehr  leicht  durch  die  zur  Basis  ver- 
schmälerten, nicht  herablaufenden  obersten  Blätter  der  Köpfchenzweige,  durcii  angedrückte  (nur  bei  den 
untersten  abstehende)  Anhängsel  der  Involucralblätter,  welche  mit  viel  kürzeren  Enddornen  (die  Enddornen 
der  unteren  Anhängsel  betragen  bei  den  Kotschy' sehen  Stücken  bis  16""",  jene  der  mittleren  10""',  der  oberen 
5 — 8"™)  versehen  sind,  endlich  durcli  die  kürzeren  und  weniger  zahlreichen  Randdöriichen  der  in  Rede  stehenden 
Anhängsel  (bei  der  C.  araneoaa  von  3 — 4"""  Länge). 

Sehr  leicht  unterscheiden  sich  die  übrigen  noch  heranzuziehenden  Cousinien;  C.  adnafa  Bunge  hat  nacii 
der  Beschreibung  nur  6 — 8"  hohen  ungefiügelfen  Stengel,  nicht  lierablaufende  Blätter  mit  armzähnigem  Rande, 
langdornige  Anhängsel,  kleine  Köpfchen  etc.  etc.;  Cousinia  Noeana  Boiss.  hat  (ebenfalls  n.  d.  Beschr.)  lialb 
fusshohen  einköpfigen  Stengel,  buchtig  gezähnte  feindornige  Blätter,  1.5 — 20blüthige  kleine  Köpfchen  etc.; 
C.  purpnrea  C.  A.  Meyer  hat  blaffäluiliclie,  erhaben  nervige  Anhängsel  der  Involucralblätter  30— 40blüthige 
Köpfchen  etc.  Die  schöne  Cousinia  calocephala  Jaubert  et  Spach  unterscheidet  sich  nach  den  Abbildungen 
in  den  111.  pl.  Or.  II.  tab.  178  ausgezeichnet  durch  die  verlängerten,  bogig  zurückgekrümmten,  bandförmig 
dornig-getheilten  Anhängsel  der  Involucralblätter,  das  kleine  Köpfchen,  etc.;  ebenso  bei  Cousinia  squar rosa 
Boissier!  —  Endlich  weicht  C.  Konihnhcri  von  C  iußata  Boiss.  et  Hausskn.!  und  C.  percjamacea  Boiss.  et 
Hausskn.  durch  die  nicht  aufgeblasenen  Anhängsel  der  Involucralblätter  auf  den  ersten  Blick  ab,  während 
die  letzte  der  anzuführenden  Cousinien,  d.  i.  C.  conänna  Boiss.  et  Hauskn.  ganz  kleine,  äusserst  regelmässig 
dachige  Anhängsel  besitzt. 

Noch  möchte  ich  mir  zu  bemerken  erlauben,  dass  keine  der  in  neuester  Zeit  beschriebenen  Cousinien 
(Franchet  Plantae  Turkestaniae  in  Annales  des  sciences  naturelles,  Regel  Flora  Turkestaniae)  mit  der  hier 
beschriebenen  identiticirt  werden  kann. 

43.  Carduus  acanthoides   Linnc,  Spuc.  plant,  od.  l.  p.  821.  (17.13).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  o.  p.  518.  (187.i). 

Locis  humidis  ad  Rescht. 

44.  Cirsium  COngestum  Fisch,  et  Mey.  in  DC.  Proilr.  VI.  p.  611.  (1837).  —  Boiss.  Fl.  Gr.  1.  c.  p.  ü-25.  (1875).    — 

Kotschy  Plantae  Persiae  Suppl.  Nr.  632! 

Ad  radices  montis  Elwend. 

45.  Cirstutn  ferox  Boiss.  Fl.  Gr.  1.  c.  p.  .■)31.  (1875)  sub  var.  C.  lappacei  M.  B.  —  Kotschy  Exsicc.  (Plantae  Pers.  bor. 

1843  Nr.  2.  „prope  Teheran")! 

In  transgressu  alpium  Elwend  ad  Surchasar. 


6'4  Otto  Stapf. 

Man  findet  an  der  bezeichneten  Stelle  in  Boissier's  Werk  eine  ganze  Reihe  von  zum  Theil  sehr  ver- 
schieden aussehenden  und  in  mannigfachen  Merkmalen  beträchtlich  abweichenden  Pflanzen  unter  „Cirsium 
lappaceum  MB."  summirt,  über  welche  ich  mir  in  Kürze  Folgendes  zu  bemerken  erlaube. 

Die  Bieberstein' sehen  Originalien  zeichnen  sich  durch  einzelne,  am  Ende  von  30"™  langen  Pedunkeln 
stehende,  grosse  Köpfchen,  durch,  besonders  in  der  Jugend,  dicht  spinnwebige  Involucren  mit  häckigen  PlJittchen, 
durch  die  lockere  Stengelverzweiguug,  den  zieudich  kahlen  Stengel,  die  mit  kürzeren  Borsten  auf  der  Ober- 
seite bekleideten  Laubblätter,  endlich  durch  wenig  zahlreiche,  kaum  die  Köpfchen  überragende,  kurzdornige 
Involucralblätter  so  auffallend  aus,  dass  ich  sie  unbedingt  von  der  Pichler' sehen  Pflanze,  welche  weisstilzigen 
Stengel,  dicht  gehäufte,  meist  sehr  kurz  gestielte  Köpfen,  kahle  Involucren,  lange  und  stark  dornige  Hüllblätter 
besitzt,  sondern  muss. 

Das  Cirdim Kosmein  Fischer  (von  Boissier  ebenfalls  hieher  gerechnet)  hat  entfernt  beblätterten  Stengel, 
lange  (8'""')  Enddornen  der  Blattsegmente,  unterwärts  lockeres,  oberwärts  dichtes,  spinnwebiges  Indument; 
die  Köpfchen  stehen  fast  immer  einzeln  auf  bis  60"'™  langen  Stielen  und  sind  von  sehr  dornigen,  zahlreichen 
Hüllblättern,  welche  sie  ums  Doppelte  überragen,  eingehüllt,  endlich  verlaufen  die  unteren  Involucralblättchcn 
in  einen  geraden,  gelben  Dorn,  wäiirend  jener  der  oberen  hackig  und  gekrümmt  ist.  Jenes  von  Szovits  in  der 
Provinz  Karabagh  gesammelte  „Cirsium  KosmeUi  ß"  hat  tranbigen  Köpfchenstand,  spinnwebige  Involucren, 
oberseits  fast  kahle,  wenig  stechende  Blätter,  etc.;  dieselbe  Influenz  zeigt  auch  die  von  Boissier  1.  c.  aufge- 
führte Varietas  s.  microcephala,  welche  noch  ausserdem  durch  die  kleinen  Köpfchen  ausgezeichnet  ist.  Äiinlich 
verhält  es  sich  mit  dem  Cirsiiun  Hernumis  Boissier  (olim),  das  durch  auch  oberseits  weissfilzige ,  tief 
getheilte  Blätter  mit  schmalem  (j— 7"""  breitem  Mittelstreifen  bemerklich  abweicht. 

Für  das  Cirsium  ferox  (Boiss.)  sind  nach  all  dem  folgende  Merkmale  charakteristisch:  die  dicht  am  Ende 
des  Stengels  gehäuften  Köpfchen  mit  fast  kahlen,  an  der  Spitze  bogig  gekrümmlen  Involucralblättchcn,  die 
stark  dornigen  die  Köpfchen  um  '/j— '/s  überragenden  Hüllblätter,  die  kräftigen  bis  15"""  langen  Dornen  der 
Blattsegmente,  die  breiten  Blattmittelstreifen,  die  unterseits  weissfilzige,  oben  fast  kahle  und  sehr  dicht  mit 
Dörnchen  bekleidete  Blattfläche,  endlich  der  filzige,  oberwärts  dicht  und  gedrungen  ästige  Stengel. 

46.  Cirsitim  HauSSknechtii  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  535.  (ISTö).  —  Haussknecht  Exsicc.  („in  monte  Schab»  Kurdis- 

taniae")! 

In  valle  quadam  ad  Haydere  secus  rivulos. 

47.  Cirsium  LibanOtiCUtn    ÜC.  Prodi.  Vi.  p.  647.  (1837).  —  Boiss.  Fl.  Or.  i.  c.  p.  548.  (1875). 

Syn.:  C.  Kotschyanum  Boiss.  Diagn.  plant.  Or.  nov.  Ser.  I.  6.  p.  103.  (1845)! 

Ad  aquas  prope  Hamadan. 

Höchst  ähnlich  diesem  Cirsium.  ist  das  C.  hi/(jrophiIum  Boissier  (Kotschy  Plantae  Persiae  borealis 
Nr.  691  et  642!),  doch  unterscheidet  es  sich  durch  die  stärker  dornigen  oder  zum  Theil  ganz  auf  Dornen 
reducirten  Hüllblätter  der  Köpfchen,  durch  purpurne,  längere  Korolle,  dagegen  kann  ich  in  der  relativen  Länge 
des  getheilten  Oorollenbeschnittes  zwischen  beiden  Cirsien  keinen  Unterschied  auffinden. 

48.  Ouopordou  heteracanthum,  C.  A.  Meyer  Verz.  d.  Pflanz,  des  Cauc,  etc.  p.  68.  (1831).  —  Boiss.  Fl.  Or.  I.  c. 

p.  563.   (1875). 

In  ditione  Hamadan;  cultum  in  horto  botanico  Vindobonensi  e  seminibus  in  Persia  collectis. 

49.  Jurinea  macfocephala  DC  Prodr.VI.  p.674.  (1837).  —  Jaubert  et  Spach  Icones,  etc.  III.  tab.  67.  (1847—50). 

—  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  579.  —  Kotschy  Exsicc.  1843.  Nr.  510 ! 

Syn.:  Derderia  macrocephala  Jaubert  et  Spach  1.  e. 
In  locis  sterilissimis  montium  tractus  Elwend  circum  Hamadan. 

50.  Serratnla  liehen  Lamarck  Dictionnaire  d.  sciences  natur.  III.  tab.  666. 

Syn.:  Serratula  cennthefoUa  Sibth.  et  Smith  Prodi-,  fl.  Graec.  II.  p.  197.  (1813).  -  Boiss.  FI.  Or.  1.  c.  p.  585.  (1875). 
In  declivibus  montis  Elwend. 


Die  botanischen  Ergebnisse  der  Polak' sehen  Expedition  nach  Persien.  65 

51.  FfiaeopappUS  Auctieri    DC.  Prodi-.  VI.  \i.  564  (1837i  sub  Tomanthm. 

Syn.:  Fh.  kuzeoides  Boiss.  Diagu.  pl.  novar.  I.  6.  p.  1-24.  (1845).  —  Kotst-hy  Plant.  Fers.  Nr.  431 ! 
In  locis  arenosis  montium  ad  Jalpan.  (19.  VI.) 

52.  Amberhoa  niOSehata  Liun6  Spec  pl.  ej.  l.  \>.  909  11753)  ȟb  Centam-ea. 

Var.  nana  Boiss.  Fl.  ür.  I.  c.  p.  6O6. 
Prope  Mandjil. 

53.  Acroptilon  repens  Liuue  Spec  pl.  ed.  2.  p.  1293  il763i  siib  Centaurea.  —  Jaubert  et  Spach  Icoues  plaut.  Or. 

I.   t.  10  et  11.   (184-2—43). 

Syu.  :    Centaurea  Picris   Pallas  in  Wildeuow   Spec.  plaut.  III.    p.  2302  (1800).  Acruptilon  Pio-is  et  A.  repens   DC. 
Prodr.   VI.  p.  622,  (1837i.  —  A.  Picris  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  612.  (1875j. 

lu  itineie  inter  Hamadan  et  Teheran. 

54.  Centaurea  pulchella  Ledebour  Fl. Alt.  IV.  p.47.  (I8331.  —  Ledebour  Icoues  Florae  Kossicae  tab.  93.  (1829) 

etExsicc!.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  e.  p.  620.   i1.h75|. 

In  versuiis  montium  ad  Jalpan;  in  agiis  collibii.sque  ditionis  Hamadan.  Ciilta  in  horto  botanico  Vindobonensi 
e  seminibus  in  Persia  collectis. 

55.  Centaurea  per gamacea  DC.  Prodr.  Vi.  p.  569  1I8371.  —  Bois.^.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  624.  (i875). 

Syu.:  Hi/alm  jiergamacea  et  H.  huzeoides  Jaubert  et  Spach  Icoues  plaut.  Or.   III.  tab.  215  et  216.   (1847  —  50). 
In  itinere  inter  Hamadan  et  Teheran. 

56.  Centaurea  Caudolleana  Boiss.  Diagu.  pl.  uov.  I.  6.  p.  127  (1845),  Fl.  Or.  1.  c.  p.  627.  (1875). 

Syn.:  Hi/alea  steiioplii/Z/d  Jaubert  et  Spach  Icoues  pl.  Or.  III.  tab.  217.  (1847—50)  et  H.  Persiai  J.  et  Sp.  1.  c. 

In  declivibns  montium  eircuiii  Jalpan. 

Als  wichtige  Ergänzung  der  Boissier' sehen  Beschreibung  dieser  sehr  seltenen  Pflanze  wäre  noch  bei- 
zului;en,  dass  die  Blätter  der  Htengelbasis  im  Umkreise  rundliche  oder  verkelirteiförmige  (18 — 20"""  lange, 
12""'  breite)  Spreite  besitzen,  die  sich  in  einem  die  Blattspreite  bis  zweimal  übertreffenden  Petiolus  kurz  ver- 
schmälert. Das  ganze  Blatt  ist  graufilzig,  hat  vorne  ein  kurzes  Spitzchen  und  der  Blattstiel  besitzt  öfter  ein 
Paar  lappige  Anhänge. 

57.  Centaurea  depressa    Marsch.  aBieberst.  Flor.  Taur.-Cauc  U.  p.  346.  (1808).  —  Boiss.  Flor.  Or.  I.e.    p.  635. 

(1875). 

Inter  segetes  ad  Tschitschiau  et  Maehran. 

58.  Centaurea  Viryata    Lamarck   Dietiouuaire  d.  sciences  uatur.   I.   p.  G70  (1783) 

Var.  squarrosa  Boias.  Fl.  Or.  I.e.  p.  651. —   Hausskuecht  Exsicc. ! 
Syn.:   C.  squarrosa  Willd.  Spec.  plaut.  111.  p.  2319.  (1800). 
Frequeutissime  in  ditiouc  Hamadau;  culta  in   borio  botanico  Vindobonensi  e  seminibus   a  Pichlero   in 
Persia  collectis. 

59.  Centaurea  carduifomiis  DC.  Prodr.    VI.    p.  590.  (I837).   —    Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  659.  (1875).    —    Kotschy 

Iter  Cilic.-Kurd.  Nr.  841! 

In  montosis  ad  Jalpan. 

60.  Centaurea  Balsamita    Lamarck  Dict.  d.  scieuces  uat.   1.    p.  667  (1783).  —  Boiss.  Fl.  Ur.  I.  c.  p.  679.  (1875). 

Rarissime  ad  muros  viuearumque  margines  prope  Hamadan;  culta  in  horto  iuitanico  Vindobonensi  e  se- 
minibus a  Pichlero  in  Persia  collectis. 

Über  die  Achänenstructur  dieser  schönen  Pflanze  wäre  etwa  noch  Folgendes  den  Boissier' sehen  Angaben 
beizufügen.  Die  mit  gelbem,  glänzendem  Hilum  versehenen,  im  Übrigen  schmutzig- weissen  Achänen  haben 
ohne  Pappus  4-5— ö'"",  mit  demselben  7—8-5"""  Länge,  sind  völlig  kahl,  schwach  glänzend,  beiderseits  massig 
zusammengedrückt  und  mit  einigen  feinen  Linien  versehen.  Die  Pappusborsten  des  äusseren  Kreises  sind  blass 
röthlich  und  tragen  zahlreiche  Zähnchen,  obwohl  sie  nicht  jene  Länge  erreichen,  die  für  den  Pajjpus  plumosus 
-charakteristisch  sind.  Die  innere  Reihe  wird  von  kleinen,  weisslichen  bis  1"""  laugen  Böistchen  gebildet,  die 

Denkschrifteu  der  mathum.-Quturw.CI.  L.  Bd.  Abbaudluugün  von  Nichtmitgliederu.  1 


66  Otto  Stapf. 

ebenfalls   mit  Zäckchen  versehen,    im  Übrigen   nicht  Ineiter  als   die  äusseren  Pappusstrahlen,    also   nicht 
„paleacae"  sind    Hiediiroh  bildet  Centaurea  Balsamita  Lam.  ein  Verbindungsglied  zur  Gattung  Phaeopappus.. 

61.  Centaurea  liehen  Limie   Sp.  plaut.  ed.  l.  p.  914.  (l~t>:\).  —  Boiss.  Fl.  Or.    1.  c.  ]).  ilSi.  (1675;;  compiuiivi  uiime- 

rosa  specimiua  Orientalia! 

Ad  vinearum  margines  ditionis  Haydere;  seciis  fossas  prope  Jalpan.  Culta  in  horto  botanicoVindobonensi 
e  seminibus  a  Pichlero  in  Persia  coUectis. 

62.  Centaurea  Belauyeriana  DC.  Prodi-.  VI.  p.  G09.  (1839)  sub  Teiramoritimea. 

.Syu.;  Cent,  phyllucephata  ß.  B/flanc/eri  Bois.s.  Fl.  Or.  I.  e.  p.  684.  (1875). 
In  coUe  „Musselah"  prope  Hamadan. 

63.  Centaurea  SOlstltialis  Liuue  Spec.  plaut.  ed.  l.  p   917.  (leSS).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  685.  (I875j. 

Ad  agrorum  margines  ditionis  Hamadan. 

64.  Centaurea,  Iberica  Trevirauus  in  Spreugel  Systema  jjjaut.  111.  p.406.  '18-26).  —  Boiss.  Fl.Or.  I.  c.  p.090.  (1875). 

Syn.:  C.  Calcitrapu  Marsch,  a  Bieb..  Fl.  'ranr.-t'aiic.  III.  p.  594.  (1819). 
Secus  vias  circa  Hamadan. 

65.  Carbenia  benedicta  Liuuii  Spec.  plaut.  ed.  I.  p.  S26  (17041  sub  Cnko.  —  Bentbam  Hooker  Geuera  plaut.  II. 

p.  48-2.   (1873;.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  705.  (1875). 

Frequeuter  iu  ditione  Haydere  et  Hamadan  ad  margines  agrorum. 

66.  CarthaniUH  Oacyaeautha  Marsch,  a  Bieb  er  st.  Fl.  Taur.-Cauc.  II.  p.  283.  (1808).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p   709. 

(1875). 

In  collibus  ad  Hamadan.  (11.  VI.) 

67.  J£oelpinla  linearis   Pallas  Keise  durch  verseh.  Provinzen  des  niss.  Reiches.   III.   Appendix  p.  755.    (1776).    — 

Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  721.  (1875). 

In  planitie  ad  Jeüzabethpol ;  in  cultis  prope  Hamadan. 

68.  Garhadiolus  MedypnolH  Fisch.  etMey.  Iudex  IV.  Petrupol.  p.4G.  (1837)  sub  likayadiuh.        Jaub.  etSpach 

Icones  pl.  Or.  111.  (1847-    50).  tab.  264  et  265.  —  Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  723.  il87o). 

Syn.:  G.  anyalusus  Jaub.  et  Spach.  I.e. 
Lüca  uda  ad  Tschitschiau. 
Oy.  Leontodon  asperrimutn   Willd.  «p.  plaut.  III.  p.  15U7.  (isiiu)  sub  Scorzonera.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  732.  (,1 J75). 
In  agris  montium  ciicum  Haydere. 

7U.   "il'lcriti  yoniocaula  Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  730.  (1875). 

Culta  iu  horto  botanico  Viudoboneusi  e  seminibus  a  Pjchlero  iu  ditione  Jalpan  Persiae  borealis  lectis. 

Unsere  Ptlauze  hat  ohne  Zweifel  die  nächste  Verwandtschaft  mit  der  F.  driyom  M.  B.  uud  i'.  yonio- 
caula Boiss.  uud  stimmt  mit  den  Kotschy'scheu  Exemplaren  der  letzteren  Art  wohl  iu  vielen  Merkmalen 
übereiu,  weicht  :iber  andererseits  wieder  aulfallend  durch  breitere  Blatter,  bedeutend  grössere  Blütheu,  blei- 
graues, durchaus  nicht  schwärzliches  luvolucrum  ab.  Da  es  aber  immer  misslich  ist  zwei  unter  so  verschiedenen 
Bedingungen  herangewachseue  PHauzen,  die  eine  unter  güustigeu  Verhältnissen  cultiviit,  die  audere  in  hoch- 
alpiner  Lage  am  natürlichen  Htaudorte  entwickelt,  iu  Vergleich  zu  ziehen,  so  luasse  ich  mir  nicht  an,  über  die 
völlige  Abtieuuung  uuserer  Pichler'scbeu  Ficris  von  der  oben  geuauuteu  Kotschy'scheu  Pflanze  ein  definitives 
Urtheil  zu  fällen. 

71.    Trayopoyon  COUlnum  DC.  Prodr.  VIl.  p.  115.  (ISSS).  —  Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  740.  (1875).  -  Aucher  Exsicc. 
Nr.  4892! 

In  deserto  ad  Maehran  et  in  planitie  ad  Hamadan;  secus  viam  ad  Maudjil  fereutem. 

Die  Blattbreite  ist,  wie  die  zahlreichen  vorliegenden  Exemplare  beweisen,  beträchtlichen  Schwankungen 
unterworfen  uud  variirt  von  3  bis  9""".  Diese  breitblätterigen  Exemplare  kommen  dem  Trayopoyon  roaeum 
Treviauus  so  nahe,  dass  ich   nicht  im  Stande  bin,  selbe  im  Blüthenstadium  \<m  einem  Treviauus' sehen 


Die  botanischen  Ergebnisse  der  Polak'schen  Expedition  nach  Persien.  67 

Original  (Astrachan!)  irgendwie  zu  unterscheiden.  Vielleicht  bieten  übrigens  die  Achänen  haltbare  Unter- 
schiede dar,  doch  da  ich  weder  unter  den  vorliegenden  persischen  Exemplaren,  welche  sämmtlich  in  Rlütiie 
gesammelt  wurden,  noch  unter  den  Herbarexemplaren  reife  Achänen  auffinden  konnte,  muss  hicvon  einstweilen 
abgesehen  werden. 

72.  Truf/opogon  yraminifoHutti  DC.  I'iodr.  VII.  (i.  lu  (isäs).  —  Boiss.  Fl.  ür.  1.  c.  p.  752.  (i875). 

Syn.:   Tr.  Kolschyi  Boiss.  Diagn.  pl.  nov.  I.  11.  p.  45!  (1849). 
In  hortis  ad  Hamadan. 

73.  Tragopogon  buphthalmoides  DC.  l>io.lr.  VII.  p.  121  (l,s3s)  mhScorzo,iem.  -Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.750.  (1875). 

Syn.:   Tr.  FersuMm  Boiss.  Diiign.  plant,  nov.  I.   7.  p.  4  ils4Hi.  —  Kotschy  Itei- Cilicico-Kurdicum  Ni.  322  et  Suppl. 
Nr.  642 ! 

Inter  segetes  ad  Haydere. 

74.  Tragopogon  erOStre  Boiss  et  Hansskn.  Fi.  Ol-.  III.  p.  754.  (1875). 

Var.  m/uriculata  m.  Achaenia  tftnuiter  iimiiculata. 

In  glareosis  superioris  regionis  montis  Elwend. 

Die  von  Picliler  mitgebrachten,  leider  ohne  das  so  charakteristische  Khizom  gesammelten  Exemplare, 
stimmen  in  den  meisten  Merkmalen  so  tretfend  mit  den  diagnostischen  Merkmalen  dieser  interessanten  Art 
nberein,  dass  mir  —  obwohl  ich  leider  Hausknecht's  Exsiccaten  nicht  vergleichen  konnte  —  kein  Zweifel  an 
der  richtigen  Bestimmung  bleibt,  aucli  die  angegebenen  Masse,  sowie  der  Standort  passen  gut  zu  unserer 
rtlanze.  Die  einzige  auffallendere  Differenz  liegt  darin,  dass  die  Achänen  als  glatt  beschrieben  sind,  während 
sie  im  Durchschnitte  ziemlich  deutlich  fünfkantig  und  längs  dieser  Kanten,  sowie,  besonders  oberwärts,  mit 
feinen  Zäckchen  massig  dicht  bekleidet  sind. 

75.  Podospefinum  Jacqilinianuni  Koch  Synops.  fl.  Germ.,  etc.  p.425.  (1837;.  —  Boiss.  Fl.Or.  1.  c.  p.757.  (1875). 
Prope  Rudbar. 

76.  Scorsotiera  mollis  Mar.sch.  a  Biebcrst.  Fl  Taur.-Cauc.    III.  p.  522.  (IsiO).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.761.  (1875). 

—  Kotschy  Plantae  Persicac  Nr.  277  0  ! 

In  sterilibus  ad  Kaswin. 

77.  Hcm'ZOtiera  calyculata  Boiss.  Dia«u.  plant,  uov.  I.   11.  p.  42.   (1849).    —    Boiss.  Fl.  Oi-.  1.  c.  p.  767.   (1875).   — 

Kotschy  Plant  Pers.  boieal,  Nr.  314! 

In  valle  udo  ad  Schaweriu,  in  ditione  Haydere  prope  Hamadan. 

78.  ScorsOfiera  lanuita  Marsch.  aBieberst.  Fl.  Taui-.-Cauc.  III.  p.  237  (isiu).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  776.  (1875). 

—  Steven  Exsicc.!.  —  Kotschy  Plant.  Syriae  Nr.  41  !. 

In  transgressu  montium  inter  Kaswin  ad  Sepujin. 

79.  Scorzotieraramo.sissinui   DC.  Prodr.  VII.  p.  12.5.   (I83.si.    —    Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  781.   (1875;.    —   Bunge 

Exsicc!  —  Kotschy  PI.  Pers.  austr.  Nr.  8s7!. 

In  declivibus  montis  Elwend  ad  Haydere. 

80.  Tara.racn/in  moiltatlWtn  C.  A.  Meyer.  Vcrz.  der  Pflanzen  des  Cauc.  etc.  p.  58.  (1831)  suh  Leontodonte. 
In  monte  Demawend. 

81.  Willemetia  tubero.sa  Fisch,  et  .Mey,  in  Hohenacker  Enumeratio  Talysch.  p.  42.  (1838).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c. 
p.  795.  11875). 

Ad  aquas  prope  Pirebazar. 

82.  Lactiica  Scariola  Linne,  Spec.  pl.  ed.  •_>.  p.  119.  >  I763).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  809.  (1875). 

In  vineis  ad  Hamadan  cum  varietate  integrifolia  Bischoff. 

83.  La-CtUCO  undulaUl  Ledebour  Fl.  Altaica  IV.  \).  156.  tlS33).  —  Ledebour  koiies  Fl.Kossicae  II.  tab.  129.  (1830) 

—  Boiss.  FI.  Or.  1.  c.  p.  813.  (1875). 

Var.  dfnUtta  m.\  Folia  sinnato-dentata  nee  pinnatifida. 
Prope  Dauletabad  in  agris. 


68  Otto  Stapf. 

Obwohl  sich  vorliegende  Varietät  durch  die  mehr  weniger  tief  gezähnten  nicht  fiederspaltigen  Laubblätter 
auflfjillendvonden  gewöhnlichen  Exemplaren  der  Lactuca  undulata  Ledb.  unterscheidet,  so  ist  bei  der  sonstigen 
Übereinstimmung  durchaus  nur  an  eine,  in  der  That  auch  durch  Übergänge  vermittelte  Variation  der  Blattform 
zu  denken. 

84.  Lactuca  Orientalis  Boiss.  Fl.  Or.  l.  c.  p.  sui  asTS). 

Syn. :  Phenopus  Orientalis  Boiss.  Voyage  ea  Espagne  p.  390  in  nota  (ls39— 45).    —   Kotschy,  PI.  Pers.  austr. 
Nr.  702! 

In  muris  circa  agros  prope  Haydere  ad  Hamadan.  (1.  VII.) 

85.  JPieridium  Tingitmium  Linn6  Spec.  plant,  ed.  i.  p.  791  fl753)  sub  Swrzonera.  —  Desfont.  Fl.  Atl.  II.  p.  22u. 

(1800).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  828.  (1875). 

ß.  minus  Boiss.  1.  c. 
Prope  Rudbar. 

86.  Hieracium  Mmnaäanense  Heimerl.  nov.  sp.  ex  affinitate  H.  echwidis  Luiiin. 

Totum  laete  vel  lutescenti-viride.  Gaules  e  rhizomate  oblique  adscendente,  1—2  (38 — 67'™  alti),  stricti 
et  angnlati,  interne,  imprimis  basin  versus,  dense  hirsuti  vel  hirsutissimi,  pilis  longiusculis  (4™'"longis),  horizon- 
taliter  patentissimis,  superne  pilis  longis  destituti,  tamen  pube  adpressissima  plus  minus  densa,  sordide  virides, 
ceterum  simplices,  raro  superne  ramo  unico  instrncti,  ad  medium  usque  decrescendo  paucifoliati  (foliis  plerumque 
4),  superne  nudiusculi.  Folia  margine  integerrima,  pube  stellata  tenuissima  utrinque  parce  instructa,  in  dorso 
secus  uervum  medianum  patenter  longe  hirsuta,  ceterum  vel  sub-depilata  vel  inpriniis  in  margine  longe  ciliata; 
infima  florescente  tempore  bene  evoluta,  rarius  hinc  inde  niarcescentia,  ambitu  lanceolata  aut  lineari  lanceolata 
(80 — 137"""  longa,  15 — 33"""  lata),  in  petiolum  saepius  villosissimuni  brevissimumque  attenuata,  antice  obtusi- 
uscula  vel  acutiuscula.  Folia  caulina  inferiora  saepius  basin  versus  attenuata,  superiora  basi  angustata  sessilia, 
elongato-lanceolata,  plus  minus pilosa,  summa  minuta,  squamaeformia.  Capitula  citrina  aut  lutea  (12 — 15™"'  in 
diam.),  in  corymbo  vel  subsimplici  [swh  5  cephalo)  vel  composito  laxoque  ad  25  cephalo:  pedicelli  inferiores 
capitulis  ad  2  plo  longiores,  superiores  capitula  aequantes  et  ut  involucra  trichomatibus  crebris,  glanduliferis, 
pilis  sparsis,  longiusculis  pubeque  stellata  asperati.  Involucra  late  campanulata,  ob  pubem,  glandulasque 
sordide  viridescentia,  foliolis  subbiseriatis  acuminatisque  instructa.  Ligulae  antice  glabrae,  valde  profunde 
incisae.  Styli  etiam  siccitate  flavi.  Achaenia  minuta  (sine  pappo  vix  2""",  cum  pappo  6™™  longo),  atra  et 
cylindrica,  subtiliter  striata;  pappi  uniserialis  trichomata  fragillima,  albescentia. 

Habitat  in  marginibus  agrorum  montium  ditionis  Haydere  non  procul  ab  Hamadan,  legitT.  P ichler  anno 
1882  mense  Junio.  Specimina  in  horto  botanico  Vindobonensi  e  seminibus,  a  Pichlero  coUectis,  culta  cum 
Persicis,  praeter  staturam  multo  elatiorem,  inflorescentiam  polycephalam,  folia  maiora  et  atro-viridia  eximie 
congruunt. 

Unterscheidet  sich  von  Hieracium  echioides  Lumn.  leicht  durch  die  relativ  breiteren  Basalblätter,  die 
weichere,  nicht  steif-borstige  Behaarung,  die  dicht  drüsigen,  wenig  borstigen  Involucren;  von  H.Balansae  Boiss. 
{H.  Radula  Fries  Epicrisis)  durch  das  Fehlen  des  dichtsteifhaarigen  Indumentes  der  Involucren,  durch  die  nur 
unterwärts  beblätterten,  sparsam  steifhaarigen  Stengel.  Hieracium  inca>n(m  M.  B.  hat  durch  Sternfilz  wie  mehlig 
bestäubte,  graue  Blätter,  dichtgehäufte,  kleine  Köpfchen,  halbstengelumfassende  Laubblätter,  etc.  Hieracinm 
fariniferum  Boiss.  ist  ebenfalls  grauweiss  und  hat  drüsenlose  Involucren.  Das  H.  cheirifoliiim  Boiss.  et 
Hausskn.  unterscheidet  sich  durch  schmale  Basalblätter  und  von  der  Mitte  an  ästigen  Stengel,  der  nur  1 — 2 
Laubblätter  trägt.  H.  macrotrichum  Boiss.  Diagnoses  hat  locker  corymbösen  Stengel  mit  meist  3 — 5,  selten 
6 — 10  Köpfchen,  welche  von  langen,  weissen  Haaren  dicht  eingehüllt  sind  und  nicht  Drüsenhaare  führen. 
Endlich  H.procerum  Fries  Symb.  hat  zur  Blüthezeit  keine  Basalblätter,  längliche  Köpfchen,  bis  fünf  Fuss  hohen 
Stengel,  etc. 

87.  Lagoser is  Orientalis  Boiss.  Fl.  Gr.  1.  c.  p.  882  (i875). 

Syn.:  L.  Nemausensis  Marsch,  a  Bieberst.  Fl.  Taiir.-Cauc.  III.  p.  538  (1819). 
In  incultis  ad  Eustemabad  prope  Hamadan  et  Mandjil;  prope  Baku. 


Die  botanischen  Ergebnisse  der  Pol ak' sehen  Expedition  nach  Persien.  69 

Gentianeae. 

Auetore  R.  de  Wettstein. 

1.  Gentiand  OUvieri  Griseb.  Gen.  et  Spec.  Gent.  p.  -278  nssfl-. 

Ad  rivulum  in  itinere  inter  Hamadan  et  Nehamend  prope  Husseinabad.  (28.  V.) 
In  locis  humidis  in  iugo  „Malajirpass"  prope  Hamadan.  8000'  s.  m.  (31.  V.) 

2.  Erythraeil  Centauruni  Linn.  Spec.  plant,  ed.  l.  I.  p.  229.  (1753;  sub  Gentuina  (excl.  variot.!).    -  Pers.  Syn.  I. 

p.  283.  (1805). 

Ad  portum  Moschdiser.  (7.  VII.) 

Campanulaceae. 

Auetore  R.  de  Wettstein. 

1.  JlicJumxia  laevfgata  Vent.  Descript.  d.  pl.  nouv.  jard.  Gels.  p.  et  tab.  81.  (1801). 

Var.  setosa  Wettstein  (var.  nov.). 
Caulis  in  parte  inferiore  setis  albis,  patentibus,  magis  mimisve  densis  strigosus,  in  parte  superiore  albidun, 
nitidus,  glaber. 

Ad  rupes  niontium  prope  Jalpan.  (21.  VI.) 

2.  Cumpaniila  Hyrcanki  Wettstein  (spec.  nov.). 

Annua.  Caulis  elatus,  gracilis,  striatus,  pilis  dispersis,  albis  obsitns,  superne  gijiber,  simpcx  vel  ramosus. 
rami  graciles,  elati,  ut  caulis,  in  racemum  longum.  sparsiflorum  abeuntes.  Folia  inferiora . . . ,  superiora  sessilia, 
parce  serrata,lanceolata,hirsuta.  Flores  ad  racemos  so]itarii,bracteati,  elati,  breviterpedunculati.  Pedicelli  calyce 
breviores  vel  aeqnilongi.  Calyx  glaber  tubo  obtuse  couico,  furcato,  laciniis  linearibus,  acuminatis,  erectis,  tubo 
triplo  —  quadruple  longioribus,  corolla  brevioribus,  demum  valde  aceretis,  strictissimis  vel  lente  conniventibus, 
denticulatis,  fructu  sesqui  —  duplo  longioribus.  Corolla  pallide  coerulea,  obconica,  ad  medium  in  lobos  oblonges 
fissa,  puberula.  Capsula  erecta,  trilocularis,  poris  lateralibus,  in  superiore  parte  versus  medium  sitis  debiscens, 
furcata  glabra. 

Planta  50 — 60™    longa.   Folia  radicalia  et  inferiora ,   superiora  4 — 6™   longa,  sensim  diminuta. 

Corolla  10— 12™'"  lg.  Laciniae  calycis  fructiferi  11—15"""  lg. 

Ad  portum  prope  urbem  Moscbdiser  ad  mare  Hyrcanium.  (7.  VII.) 

Am  nächsten  steht  diese  Art  der  C.  Ghilariensh  Schlecht.,  von  welcher  sie  sich  besonders  dnrch  die 
Kelchzipfel  unterscheidet,  die  zur  Blüthezeit  kürzer  als  die  Corolle  sind,  nach  dem  Verblühen  aber  bedeutend 
anwachsen  und  die  Kapsel  1 '/8^2mal  an  Länge  überragen;  dabei  sind  sie  stets  steif  und  gerade  aufrecht,  nur 
selten  schwach  zusamraenneigend. 

3.  Podanthuni  pulchelUim  Fisch.  etMcy.  Ind.  I.  8CU1.  hört.  bot.  Petrop.  p.  35.  mh  l'hytvumate.  (1835).  —  Boiss. 

Fl.  Gr.  III.  p.  947.  (187,0). 
Prope  Ask  ad  montem  Demavend.  (4.  VII.) 

4.  Podfinthtim  asperum  Boiss.  Diagn.  pl.  Orient.  Ser.  I.  f.  11.   p.  2.  (1849)  sub  l'hyleumale.   —   Fl.  Or.  III.  p.  955. 

(1875). 

In  rupesfribus  montis  Elwend.  (22,  VII.) 

Nach  Boissier  1.  c.  ist  „totiim  setulis  sparsis,  adpressis,  pellucidis,  e  tuberculo  ortis  asperum"  ;  bei  den 
vorliegenden  Exemplaren  reicht  diese  Behaarung  am  Stengel  blos  bis  an  die  untersten  Blüthen,  von  dort  an 
i  st  er  vollkommen  kahl. 

Cucurbitaceae. 

Citrullus   Colocynthis  Linnt  Spec.  plant,  ed.  l.  p.  lOll.  (1753)  snb  Cucume>-e. 
Ad  Robad-Kerim  prope  Teheran.  (27.  VIII.) 


70  Otto  Stapf. 

Primnlaceae. 

1.  Androsace  nuixinui  Linne  Spec.  plant,  od.  1.  p.  141.  (1753).  —  Ludeb.  Fl.  Ko.s.s.  III.  p.  20.  (1846  —  1851). 

In  arvis  relictis  prope  Baku  (^10.  IV.);  ad  lipas  fluvii  Kura  prope  Jelizabethpol,  Transc.  (5.  IV.) 

Var.  qlabrescens  Stapf  (n.  var.). 
In  Omnibus  partibus  minus  hirta,  laete  vel  snbglauco-viridis,  calycis  laciniis  pleiumque  paulo  longioribus, 
angustioribusque. 

In  agris  prope  Kaman  (5.  V.) ;  ad  Kaswin.  (3.  V.) 

2.  Pritnula  auriculata  Lam.  III.  Nr.  lOSl.  —    Ledcb.  Fl.  Ross.   III.  p.  ll.   (1846— 1861).    -    Boiss.  Fl.  ür.   III. 

p.  28.  (1879). 

In  jugo  versus  orientem  vergente  aditus  inter  Zerschk  et  Kaswin  (5.  V.);  in  faucibus  aditus  ad  Tusirkan, 
haud  procula  nivibus.  (19.  V.) 

3.  Prltnula  heterochrotna  stapf  (u.  sp.). 

Tota  habitu  P.  acaulis  L.,  foliis  exiraie  discoloribus. 

Canlis  valde  abbreviatus,  inferne  in  rhizomn  breve  praeniorsuni  radicibus  fiiirilliformibns  obsessum,  snperne 
dense  foliatus. 

Folia  oblonga  vel  ovata-oblonga,  obtusa,  oito  in  petiolum  angustata  et  in  eo  pins  minnsve  decurrentia, 
minute  repando-denticulata,  membranacea,  .siipra  viridia,  glaberrima,  suhtus  alba,  adpre^se  et  tenuiter  arach- 
noideo-tomentosa.  Pedicelli  foliis  brevioribus,  pilis  brevissiniis  et  longis,  crispulis,  interinixtis  obsitus.  Calyx 
tnhulosns,  ad  medium  vel  ultra  in  dentes  anguste  lanceolatos,  acutes  tissus,  ad  angnlos  et  margine.s  breviter 
hirtus.  Corolla  tubo  calyce  l'/2 — 2plo  longiore,  lobis  liinhi  obcordatis,  tnbo  brevioribus,  flava.  Capsula  tubo 
calycino  aequilonga,  globosa-ovata,  dentibus  brevissimis,  ovata. 


Fol.  3-11  """lg.;  3-4'4™lt. 
Ped.  3—4'=°'  lg. 


Cal.  8-12"""  lg. 
CoroU.  tub.  15  — 18""  lg. 


Prope  Kudrun.  (22.  IV.) 

Der  P.  acaulis  L.  unzweifelhaft  nabe  verwandt,  aber  durch  die  unterseits  weissen,  rasch  in  den  Blattstiel 
zulaufenden  Blätter  und  etwas  kleinere  Blüthen  mit  längeren  Kelchzähnen  sehr  leicht  zu  unterscheiden. 

Plumbagineae. 

1.  StaticS  leptOStachya  Boiss.  in  Kotschy  PI.  Per».   (1845),   Diagn.  Ser.  I.  f.  2.  p.  68.  (1864),  Fl.  Or.  IV.  p.  872. 

(1879). 

In  deserto  salso  inter  Tschitschian  et  Malajir. 

2.  Acantholimon    Oliviei-i   Janb.  et  Spach  III.   pl.  Or.  I.  p.  les.  t.  9;^.  (1842—43).  —    Boiss.   Diagn.  S6r.  I.  f.  7. 

p.  80.  (1846).—  Bunge  Gatt.  Acanth.  p.  27.  (1872). 

Syn.:  A.mnustum  ß.  Olivieri  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  832.  (1879). 
In  raontibus  ad  Jalpan  (20.  VIV,  in  petrosis  ad  radices  montis  Elwend  prope  Haydere.  (29.  VI.) 

3.  Acantholimon  Senganense  Bunge  Gatt,  Acanth.  p.  29.  (1872).  —  Bois.'*.  Fl.  Or.  IV.  p.  833.  (1879). 

In  aridissimis  ad  Jalpan.  (19.  VI.) 

4.  Acantholimon   incomptum  Boiss.  etBuhse  Aufz.  Transk.  Pers.  Pfl.  p.  183.  (1860).  —  Bnnge  Gatt.  Acanth. 

p.  62.  (1S72). 

Syn.:  A.  Scorjnus  7.  incomptum  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  850.  (1879). 
In  arenosis  ad  Zamanabad  (27.  V.);  inter  Tschitschian  et  Dauletabad  (31.  V.);  in  collibns  aridis  ad  Scha- 
werin  (12.  VI.)  et  Jalpan.  (^19.  VI.) 


Die  botanischen  Ergebnisse  der  Polak' sehen  Expedition  nach  Persien.  71 

5.  Aeantholinwn  Hystrix  staiif  (u.  sp.). 

Dumulosum,  glaucovirens,  foliis  aestivalibus  longis,  spinosi«,  venialibus  cito  deciduis,  scapo  erecto,  elou- 
gato,  pleiostachvo,  spicis  augustis,  spiculis  singulis,  calycibus  augustissime,  limbatis,  albis,  atropurpureo-striatis, 
coroUis  roseis. 

Rami  annotini  foliis  vetustis,  exaridis,  spiiiesceiitibus,  pateutibus,  lioriuitiui  basi  foliis  venialibus  recurvatis, 
cito  defractis,  superne  aestivalibus,  oblique  erectis,  rigidissimis  deiise  vestiti.  Folia  verualia  linearia,  acuta, 
basi  aequaüter  membranaceo-dilatata,  semiaiiiplexicaiilia,  plaiiiuscnla,  recurvopatentia,  deiuuui  recurvata; 
aestivalia  spinosa,  longa,  semiteretia,  facie  superiore  plana,  margiuibiis  laevia,  calcareo-lepidota,  ima  basi 
abrupte  membrauaceo-dilatata,  feie  vaginautia.  Scapus  glaber,  folia  superans,  teres,  ercctus,  rigidus,  ])leio- 
stachys,  spicis  laxe  dispositis,  inferioribus  longitudine  calycis  duplo  triplove  amplius  distautibus,  inter  superos 
spatio  eam  aequante.  Rhachis  flexuosa.  Spiculae  uuiflorae,  longitudine  bracteaiiim  vol  paulo  ultra  distantes. 
Rbachidula  anfracta.  Bractea  exterior  ovato-lanceolata,  subacuta,  anguste  albo-marginata,  dorso  rubello-virens, 
calycis  triente  paulo  longior;  inferior  oblongo-lanceolata,  obtiisa,  nervo  purpureo  fusco  perciirsa,  caeterum  albo- 
inembrauacea,  calycis  diniidio  aeijuilouga.  Calycis  tubus  anguste  cyliudricus,  basi  viridis,  superne  purpureus, 
glaberrimus,  sensiui  in  limbuni  membi'anaccum,  vix  dilatatuiu,  plicato-contractum,  breviter  quinquelobatum 
abeuns,  lobis  secuuduni  nervös,  ante  apiceui  evanidos,  atro-purpureis,  obtusissimis.  Corollae  pars  exserta 
calyce  triplo  brevior. 


Fol.  vern.  3  —  3'//"'  lg.;  1— iVj"""  lt. 
„     aestiv.  5— T'"  lg.;  1— l'/j-'-^lt. 
Scap.  tot.  13—16'"'  alt. 
Spat.  int.  spie.  2— l'/g— 1™'. 

Ad  Kuscbkek  inter  Hauiadau  et  Teberan.  (jy.  VI. 


Spat.  int.  spicul.  5  —  7"'"* 
Bract.  ext.  4—5"'"  lg. 

„       int.  4V»-6"""  lg. 
Cal.  9— 11"""  lg.;  2"""  lt. 


72  Otto  Stapf.  Die  botanischen  Ergebnisse  de)'  Po  Iah' sehen  Expedition  nach  Persien. 


INDEX. 


Fuiigi  ... 
Heputicae  .  .  . 
Musci  .... 
Filkes  .... 
(Joniferae  .  .  ■ 
Araceae 
Cyperacm£  .  ■ 
Gramineae  .  . 
JuniMceae  .  .  . 
Liliaceae  .  .  . 
AniuryUideae  . 
Irideae  .  .  .  . 
Orchideae  .  .  . 
Coiivolvulaceae  . 
Scrophiilarineae 
Biynoiuaceae 
Orobandieae 
Borragineue  .  . 
Solanaceae  .  . 
Plantagineae 
Verbenaceae  .  . 
Labiatae  .  ,  . 
Apocyneas  .  . 
Asclepiadeae 
Stellatae  .  .  . 
Vakrianeae  .  . 
Dipsaceae  .  .  . 
ComposUae  .  . 
Gentiatieae  .  ■ 
Campanulaceae 
Cucurbitaceae  . 
Primidaceae  .  . 
Plumbagineae  . 


Seite 

Auetore  E.  deWettsteiu 1 

„        C.  Fehluer 4 

„         C.  Fehlner 4 

„         C.  Fehlner 6 

„         0.  Stapf 6 

„         0.  Stapf 6 

0.  Stupf 7 

„         E.  Hackel 7 

„        0.  Stapf 12 

„        0.  Stapf 12 

„         0.  Stapf 19 

„         0.  Stapf 19 

„        0.  Stapf 21 

„        U.  Stapf  ....        21 

„         C.  Kiehter 22 

„         U.  Stapf 26 

„         G.  Beck 26 

,        K.  de  Wettsteiu 27 

„        B.  de  Wettstein 33 

,        Ü.  Stapf 33 

„         Ü.  Stapf  .... 34 

„         0.  Stapf 35 

„         0.  Stapf 51 

„         0.  Stapf 61 

„        0.  Stapf 51 

„         0.  Stapf 54 

„         0.  Stapf 64 

„        A.  Heimerl 56 

„        R.  de  Wettstein 69 

„        R.  de  Wettstein 69 

„        0.  Stapf 69 

„        0.  Stapf 70 

,        0.  Stapf 70 


-.^^*^:>c^,^- 


7S 


BEITRAGE 

ZUR 

FLORA  VON  LYCIEN,  CARIEN  UND  MESOPOTAMIEN. 

PLANTAE  CÜLLECTAE  A  D^^^.  pELIX  LUSCHAN 
ANN.  1881,  1882,  1883- 

VON 

D"   OTTO  STAPF. 

I.    THEIL. 


VORGELEGT    IN    HER    SITZUNG    AM   13.  NOVEMIiER  1884. 


Fungi. 

Auptore  R.  de  Wettstein. 

1.  Coleospovinm,  Cumpmiulae   Pers.  .Synops.  meth.  fung-.  I.  p.  217.  (1801)   sub  üre,1l„e.  —  Lev.  iu  Aiiiial.  .1.  sc. 

iiat.  3.  .Sör.  T.  VIII.  p.  273.  (1847). 

Syn.:  C.  Campanulacearum  Fries  Summa  veg.  Scaud.  p.  501.  (1846). 
Fungus  stylo-  et  teleutosporifer. 
Lycia:  In  foliis  vivLs  CampanuJae  drahifoliae  Sibtli.  prope  Giölbasclu.  (29.  V.  1882.) 

2.  Lophodctinium  aruniUnnceiim,  DC.  Fl.  IVan?.  III.  p.  16G.  (ISI.5)  awh  Uypodermate.  —  Chfivall.   in  .1(111111.  de 

Phya.  (1821);  Fl.  d.  eiiv.  d.  Pur.  I.  p.  435.  (1826). 

Lycia:  In  foliis  lauguescentibus  Alopecuri  vayinati  Pall.  iu  nioute  Ak  Dag-b.  (17.  VII.  1882.) 

Filices. 

1.  Cystopteris  fraffilis    Linne  Spec.  pl.-int.  ed.  l.  p.  lOfll.  (17ö3)  suli  l'„l,/,m,Uo.  —  Beruh,  in  Sclirad.  Neu.  Joiirn. 

1.   Bd.  2.  p.  26.   (1806;. 

Lycia:  Ad  Katara.  (23.  VIII.  1882.) 

2.  Cystopteris  alplna  Wulf,  in  Jacq.  Coli.  II.  p.  171.  (1788)  sub  Pulypudio.  —  Link  Hort.  Berol.  II.  p.  130.  (1833). 

Lycia:  In  moutis  Ak  Dagb  suminis  declivibus  ad  meridiem  vergentibus.  (17.  VII.) 

3.  Gt'aniniites  CeterucJl  Linue  ,Spec.  plant,  ih1.  i.  p.  lOSO.  (17ö3j  sub  Asplenlo.  —  Sw.  Syn.  Fil.  p.  22.  (1806). 

Syn.:   Ceterach  officinarum  Willd.  Spec.  plant.  V.  \).  136.  (1810).  —  Mildi^  Fil.  Enr.  et  Atl.  p.  94.  (1867). 
Lycia:  Ad  Acrojidlin  supra  Pbellos  (1881);  ad  Acropolin  .supia  Xaiiflios  (23.  IV.);  iuter  Afakri  et  Levissi. 
(20.  IV.) 

Dealcschnftaa  der  malUdiu.-uuLurw.  Cl.  L..  BU.  AbUuuilluugeu  von  NicUlmiLglitidero.  ]^ 


74  Otto  Stapf. 

4.    Afipidilltn,  ptlUhluin   Dory  Exiied.  de  Jlorci'.  III. '2.   |i.2S7.  t.3G.  (1832)  siib  AV""'''"- —  Link  Fil.  p.  107.  (1841j 
Syn. :  Aspidiioii  rii/idiwi  var.  aKsfnilif:  Ten.  Mem.  hu  di  uuh  miov.  l'elee.  p.  20.  t.  II.  f.  4.  B.  (1832). 
Lycia:  Ad  Acropolin  siipra  Bazergyan-Jailassy  (26.  IV.);  ad  Gjölbasclii.  (29.  V.) 

Coniferae. 

1.  Janlperus  OjycedrtlS  Linnö  Spec.  plant,  ed.  l.  p.  loas.  (1753).  —    Endl.  Syn.  Conif.  p.  10.  (1847).  —    Ant. 

Cupr.  Gatt.  p.  12.  t.  XL— XV.  (1857).  —  Pari,  in  DC.  Prodi-.  XVI.  p.  2.  p.  477.  (1869). 

Syn.  .7.  rufescena  Link  iu  Flora  XXIX.  1!.  II.  p.  .579.  a846).  —  Endl.  Syn.  Conif.  p.  n.  (1847).  ~  Ant.  Cupr. 
Gatt.   p.  18.   t.  23.— 2.5.  (1807). 

Lycia:  In  monte  Baba  Dagb  freqiientissime  (^21.  V.);  inter  Zumuru  et  Bulanik  Dagh  (19.  VII.);  ad  Kuju 
Jaila.  (19.  VIII.) 

2.  Juniperus  ereeLsa   Marsch.  aBieb.  Beschr.  d.  Land.  a.  Casp.  M.  p.  204.  app.  n.  72.    (1800),   Fl.  Taur.  Caue.   II. 

p.  524.  (1808).  —  Endl.  .Syn.  Conif.  p.  25.  (1847)  excl  pl,  Himal.  —  Parlat.  in  DC.  Prodr.  p.  484.  (1869). 

Syn.:  J.  Suhina  Pall.  Fl.  Koss.  IL  p.  15.  (1788)  pro  parte;  J.  foetkki  s.  cxceha  Spach.  iu  Ann.  Senat.  2.  siir.  XVI. 
p.  297.  (1841)  excl.  syn.  Amer.  —  SaUna  excdsa  Ant.  Cupr.  Gatt.  p.  45.  t.  60.  et  62.  (1857)  excl.  syn.  Royl.  et. 
pl.  Himal. 

Lycia:  In  monte  Baba  Dagb  frequeuti.ssime  cum  autecedente  Silvas  densas  constituens  (^21.  IV),  ad  Guriiva 

(15.  Vn.)  et  Tschescbme.  (14.  VII.) 

3.  Jliniperus  foetidlssinia  Willd.  Spec.  plant.   IV.  p.  L  p.  853.   (I805).    —    Endl.  Syn.  Conif.  p.  24.    (1841).    — 

Parlat.  in  DC.  Prodr.  XVL  p.  IL  p.  485.  (18C9). 

Syn.:  J.  Plioeiücea  Pall.  Fl.  Ross.  IL  p.  IC.  t.  57.  (1788).  —  J.  factido  i.  xqmin-Khisa  Spacli  in  Ann.  sc.  nat.  2.  Ser. 
XVI.  p.  300.  (1841). 

Cavia:  In  monte  Ujuklu  Dagh  [arbores  magnae,  pulcliiae.  (14.  VI.)|  —  Lycia:  Ad  Gurnva  (15.  VII.)  inter 
Zumuru  et  Bulanik  Dagli  (19.  VII.);  ad  Kuju  Jaila.  (19.  VIII.) 

4.  Pluus  Pinea  Linnö  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  1000.   (1753)  —  Endl.  Syn.  Conif.  p.  182.  (1847). 

Lycia:  Inter  Makri  et  Levissi  (20.  IV.);  ad  Tschescbme.  (24.  VII.) 

5.  Pinus  Pallasiaiia  Lamb.  Descr.  Pin.  ed.  1.  t.  IL  p.  1.  t.  1.  (1824).  —  Pin  ct.  Woburn.  p.  21.  t.  VIII.  (1839). 

Syn.:  P.  iiij/riainn  var.  gibbosa  Hort.  Vindob.  (1838)  =  P.  mgrkarix  var.  Hanatim  Hort.  Vindob.  (1846).  [Conf. 
A.  Kerner  in  Sched.  ad  Fl.  exs.  Austro-Hung.  IL  p.  135.] 

Lycia:  Amplas  Silvas  constituens  prope  Oinoanda;  inter  Zumuru  et  Bnlauik  Dagh.  (19.  VII.) 

Der  von  Luschan  mitgebrachte  Zapfen  stimmt  vollständig  mit  den  von  Kerner  a.  a.  0.  erwähnten,  im 

botanischen  Museum  der  Wiener  Lniversität  aufbewahrten  Zapfen  ans  dem  Banate. 

6.  Pinns  Cedrus  Liune  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  lOOl.   (1753)  —  Endl.  Syn.  Conif.  p.  136.  (1847). 

Lycia:  Densas  Silvas  constituens  in  monte  Baba  Dagh;  ad  Tschescbme  (14.  VII.);  inter  Zumuru  et  Muhxnik 
Dagh.  (19.  VII.) 

Onetaceae. 

1.   Ephedra  procera  Fisch,  et  Mey.  Ind.  X.  hört.  Petr    p.  4.5.  (1.844).  —    C  A.  Mey.  Mon.  Eph.  p.  91.  t.  4.    (1846). 
Endl.  Syn.  Conif.  p.  262.  (I,s47j.  —  Pari,  in  DC.  l'rodr.  XVI.  p.  IL  p.  358.  (I86<i). 

Lycia:  Ad  rniuas  mouasterii  ad  Owadjik.  (2,  VIII.) 


Najadaceae. 

1.    Potnuiogeton.   nntans   Linne  Spec  plant,  ed.  2.  p.  182.  (1762). 
Lycia:  In  paludilius  ad  Kasch.  (13.  VII.) 

Alismaceae. 

1.   Alismn  Plnuta/fO  Linne  Spec.  plant,  ed.  1.  11.  342.  (1753). 
Lycia:   In  paludibus  ad  Kasch.  (13.  VII.) 


Beiträge  zur  Flora  von  Lycien,  Carlen  und  Mesopotamien.  75 

Araceae. 

1.   Arilin  DiosCorkUs   Sibth.  et  Sm.  Prodi-,  fl.  Gr.  Prodr.  II.  p.  245.   (1813j,    Fl.  Gr.  X.    t.  917.   (1840).    —   Schott 
Prodi-.  Ar.  p.  78.  fl860i  et  iu  Tcliich.  A.-i.  Min.  II.  p.  646.  fl860). 

Syn.:  A.  Ci/jnium  Schott  in  Bonplaud.  IX.  p.  368.  (1861).  —  A.  spectabilc  Reg.  Gartcnfl.  XXI.  p.  353.  t.  742.  (1872). 

Lycia:  In  clitiouc  fontium  fiuvii  Fellcu  Tschai  (26.  IV.);  cnlt.  iu  hört.  Viudob.  e  tiiberibus  a  D"^*^    Luschan 

e  Lycia  missis  (1883). 

Cyperaceae. 

1.   SclrpUS   nuiritimUü  Linnii  Spuc.  plaut.  ed.  1.  p.  51.  (1753). 
Lycia:  Iu  paludusis  ad  Kasch.  (13.  VII.) 

Gramineae. 

Auetoru  Ed.  Hackel. 

1.  Alopeetirus  raginattis  Paii.  ind.  Tuur.  p.  ui.  (i7U7>. 

Lycia:   Iu  cacumiue  luoutis  Ak  Dagh.  {11.  VII.)  —  Mcsopotamia  superior:   Iu  moute  Nemrud  Dagh  ad 
Kjäcbta  (1883). 

2.  Stipa  tortilis  Desf.  Fl.  Atl.  I.  p.  99.  t.  31.  (i79S). 

Lycia :  Iu  Acropoli  supra  Xauthos.  (23.  IV.) 

3.  Orys:oi)sis  coerulesceus  Dcsf.  Fl.  Atl.  I.  p.  66.  t.  12.  (i798)  swh  Miiw. 

Syu.  :   FiiiftUhei-diii  coeriile-iceiis   IJeiiuv.  Agr.    p.   17.    '  lS12j.    —    ( Ori/zupsis  Michx.  anno  1803,   Piptaflieruin  Beaiiv. 
1812  conditum  est.) 

Lycia:  Prope  Gjölbaschi.  (29.  V.) 

4.  JliUuni  veriMlle  Marsch,  abiub.  Fl.  Taur.  Cauc.  I.  p.  53.  (1808). 

Caria:  In  moute  Ujuklu  Dagh.  (14.  VI.) 

Var.  ßj  Montiamiin  Cuss.  Expl.  Alg.  II.  p.  72.  —  Pari.  Fl.  It.-d.  I.  p.  156.  (1848)  pro  specie. 

Lycia:  Iu  moute  Nif  Dagb.  (5.  VI.) 

5.  Phleam  teiiue  Host.  Gram.  II.  p.  27.  (1802;  a\ih  Fhularklu.  —  Schrad.  Germ.  I.  p.  I8I.  (1806). 

Var.  j3.  ciliatum  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  480.  (1884). 

Lycia:  Ad  Acropoliu  supra  Xauthos  (23.  IV.);  pfope  Gjölbaschi.  (2U.  V.) 

6.  Phleuin  exaratUin   Griscb.  Spicil.   IL   p.  462.  Il843i  uon  Höchst. 

Lycia:  Trope  Gürlek.  (7.  VI.) 

Syn.:  Fit.  Griiecum  Boiss.  et  Heldr.  Diagn.  Ser.  1.  XIII.  p.  12.  (1853). 
Lycia:  Prope  Auar  (KJ.  VII.)  et  Balbura.  (23.  VIII.) 
Vou  Pli.  arenuriuni  Liuu6  Spec.  plant,  ed  1.  p.  60  kaum  specifisch  veischiedeu. 

7.  LiUJtirus  ovatns  Liuuö  Spcc  plant,  ed.  1.  p.  81.  (1753). 

Lycia:  In  iusula  Kekowa. 

8.  Koeleria  phleokles  Pers.  Syn.  I.  p.  97.  (isos). 

Lycia:  Prope  Sidyma.  (2.  V.) 

'.t.   Melica  Cupani  Guss.  Pi-odr.  sie.  Suiipl-  P-  l*-  fl832). 

Var.  inaequii-lumis  Boiss.  Diagu.  Ser.  1.  Vll.  p.  121.  flS46)  pro  s])C(ie,  Fl.Or.  V.  p.  590.  (1884). 
Lycia:  Ad  Anar  supra  Gjöiube.  (6.  VII.) 

U).   ?Jellea   ininnUl   Linn6  Maut.  I.  p.  32.  (1767j. 

Syn.:  iL  sa.mlilis  Sibth.  et  Sm.  Prodr.  fl.  Graee.  I.  p.  55.  (1806). 
Lycia:  Prope  Gjölbaschi.  (2'.i.  V.) 

k* 


76  Otto  Stapf. 

11.  Dactylis  glomerata  L. 

Viir.  Sibthorpii  Hack,  iu  Ost.  bot.  Zoitschr.  XXVIII.  p.  192.  (187«)  pro  varietate  D.  Hispankac.  —  Bois».  Fl.  Or. 
V.  p.  596.   (1884). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi  (29.  V.)  et  Güiiek.  (7.  VI.) 

12.  BrifiCi  maacima  Linii6  Spcc  plant,  od.  i.  I.  p.  70.  (i75b). 

Lyciii:  Ad  Budruii  (!).  IV.);  ad  Gjölbaschi  (8.  et  28.  V.).  —  Galt,  in  hört.  Vindob.  e  seniiuibus  a  Dr. 
LiLschan  c  Gjölbaschi  missis.  (188.3.) 

13.  Brisa  spicata   Sibth.  otSm.  Prodr.  fl.  Graec.  I.  p.  61.  t.  77.  (1806). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi  (1.  et  29.  V.);  in  monte  Nif  Dagh.  (5.  V.) 

14.  Poa  alpina  Linn6  Spcc.  plant,  ed.  i.  p.  67.  (1753). 

Lycia:  In  montis  Ak  Dagh  cacumine  versus  meridiem  vcrgente.  (17.  VII.) 

15.  Poa.  bullosa  Linnö  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  70.  (1753). 

Forma  genuina.  Lycia:  Ad  fontes  fluvii  Feileu  Tschai.  (26.  IV.).    —    Mesopotamia  superior:   In  monte 
Nemrud  Dagh  prope  Kjächta.  (1883.) 

Forma  vivipara.    Lycia:    In  monte  Baba  Dagh  (21.  IV.),    ad  Razergyan  JaYllassy  (26.  IV.) ,    Gjölbaschi 
(1.  V.);  in  monte  Nif  Dagh.  (5.  VI.) 

16.  Poa  Timoleontis   Heldr.  in  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  607.  (1884). 
Lycia:  In  monte  Ak  Dagh.  (16.  VII.) 

17.  Poa  Persica  Trin.  iu  C.  A.  Mey.  Enum.  p.  18.  (1831). 
Lycia:  Ad  Subaschi  JaTla.  (16.  VII.) 

18.  Neplielochloa  Orientalis  Boiss.  Diagn.  Ser.  i.  V.  p.  68.  (i844). 

Carla:  In  monte  Ujuklu  Dagh.  (14.  VI.) 

19.  CynOSOrua  echinatus  Linnö  Spec.  plant,  ed.  l.  p.  72.  (1753).  —  Desf.  Fl.  Atl.  I.  p,  Sl.  fan  VIII.  =  1800). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi  (1.  V.);  ad  Acropolin  supra  Phcllos.  (16.  V.) 

Var.  obliqtiatus  Link  in  Linn.  XVII.  p.  406.  (1843)  pro  specie. 
Lycia :  Ad  Gjölbaschi  cum  Briza  maxima. 

20.  Festuca  OVina  L.,  Hack,  emend. 

Subsp.  pinifolia  Hack,  in  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  617.  (1884). 
Lycia:  In  cacumine  summo  montis  Ak  Dagh.  (17.  VII.) 

Subsp.  sulcata  var.   Valesiaca  Schleich.  Cat.  pl.  in  Helv.  ed.  1.  p.  13.  (1807)  pro  sp  cie.   --  Hack.  Mon.  Fest. 
p.  101.  (1882). 

Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagh  prope  Kjächta.  (1883). 

21.  Scleropoa  ri<jida  Griscb.  Spicil.  II.  p.  43i.  (i843). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (29.  V.) 

22.  Bromus  tomentellas  Boiss.  Diagn.  Ser.  i.  VII.  p.  i_>6.  (is46). 

Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagh  prope  Kjächta.  (1883.) 

Forma  ad  B.  var/eyatnm  Marsch,  a  Bieb.  vergens,  foliis  brevissinic  puberulis :  Lycia:  In  montis  Ak 
Dagh  cacumine  ad  meridiem  vergente  .  (^17.  VII.) 

23.  Bromus  tectortmi  Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  77.  (1753). 

Var.  spiralis  Hackel. 
Gluma  tertia  et  quarta  fertiles,  superiores  numerosae,  vacuae,  spiraliter  dispositae,  e  glumis  reliquis  longe 
exsertae. 

Carla:  In  monte  Ujuklu  Dagh.  (14.  VI.) 


Beiträge  zur  Flora  von  Lycien,  Carlen  und  MesopotamieM.  7  7 

Var.  anisanthus  Hackel. 

Syn.:  Amsanlha.  Pontka  C.  Koch  in  Liun.  XXI.  p.  394.  (Isl8)  ex  dcscr. 

Gluma  tertia  sola  fertilis,  quarta  florem  masculum  fovens,  supcriores  numerosae  (9 — 12),  vacnae,  distichac, 
e  reliquis  parum  exsertis,  arLstis  omnibus  .subfa.stigiatis.  rauiciila  clcnsa,  .saepe  compacta;  spiculae  mmc 
glabrae  mmc  hispidulae.  Culmi  humiles,  vix  semipedales. 

Carla:  Prope  Budrun.  (9.  IV.) 

24.  Broniiis  stei'ilis  Linu6  Spec.  plaut.  od.  2.  p.  113.  (1763). 

Lycia:  Ad  Bazergyau  JaiUassy  (26.  IV.)  et  Gjölbaschi.  (29.  V.)  —  Carla:  Ad  Loryma. 

25.  Bronius  intermeditis  Guss.  Picxlr.  Sic.  l.  p.  lu.  (is27). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (1.  et  29.  V.) 

26.  Broinus  patulus  Meit.  et  ICuch  iu  KöLl.  Dcutachl.  Fl.  1.  p.  685.  (1823). 

Var.  y..  (jenuinus- 
Carla:  Ad  Eskere  Boghas.  (10.  VI.) 

Var.  ;5.  AnatoUcus  Boiss.  et  lleldr.  Diagn.  Ser.  1.  XIII.  p.  63.  (1853)  pro  spccie,  FI.  Or.  V.  p.  655.  (1884). 

Syn.:  li.  aqiian-osias  [i.  Cyri  Trin.  in  C.  A.  Mey.  Ind.  Cauc.  p.  24.  (1831). 
Lycia:  Ad  Bazergyan  Jailassy  (23.  V)  et  Guruva.  (14.  VII.) 
Forma  spiculis  glabris:  Carla:  Ad  Gozlar.  (11.  V.) 
Diese  Varietät  hält  genau  die  Mitte  zwischeii  B.  patulHf;  und  li.  squarrosus  lune. 

27.  Jirochypodium  (Ustachi/tt/m  Ueauv.  Agrost.  p.  lui.  (1812). 

Lycia :  Ad  Acropolin  supra  Xantiios.  (23.  IV.) 

28.  TritiCWm  sativum  Lam.  Encycl.  II.  p.  554.  (1786). 

Syn.:   T.  vulgare  Vill.  Daupli.  II.  p.  153.  (1787). 
Specimen  macrum,  verosimiliter  subspontaneum. 
Lycia:  Ad  Acropolin  supra  Bazergyan  Jaiilassy.  (24.  V.) 

29.  Aeyllops  orata  Linn6  Spec.  plant,  cd.  1.  p.  U15O.  (1753). 
Lycia:  Ad  Gjölbaschi  (1.  V.)  et  Eskere  Sowany.  (12.  VI.) 

30.  Aegilops  divaricata  Willd.  Spec.  IV.  p.  943.  (1805). 
Lycia:  Ad  Bazergyan  Jaiilassy  et  Gjölbaschi.  (23.  V.) 

31.  Mordeum  nuiritlnmm.  with.  Arr.  l.  p.  127.  (1787). 

Lycia:  In  insula  Kekowa.  (14.  V.) 

32.  Jloi'deuui  vulgare  Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  84.  (1753). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi  (29.  V.)  (Subspoutancum?) 

33.  Ilordemn  distichum  Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  85.  (1753). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi  (29.  V.)  (Subspontaneum  V) 

34.  Hordeuni   criuitum    Schreb.  Gram.  p.  Iö.    t.  21.  f.  1.  (I772)  suh  Ehjin,).  —    Dest.  Fl.  Atl.  I.   p.  113.  (an  VIII. 

=  1800). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi  et  Bazergyan  Jaiilassy  (^23.  V.)  et  Katara;  ad  Anar  supra  Gjömbe  (^16.  VIl.j. 
Carla:  In  faucibus  ad  Eskere  Boghas. 

35.  Ilordeuiii  secaUnuin  Guss.  PI.  rar.  p.  58.  t.  n.  (1826). 

Syn.:    //.  Ounnoiieanmn   Pari.   Fl.    lt.    I.    j).  523.  iu  obs.    (1S48).    —     //.  WinUeri  Hack.  In  Ost.  bot.  Zeitschr.    XXVII. 
p.  49.  (1877). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (23.  V.) 


78  Otto  Stapf. 

Jimcaceae. 

1.   JunCHS  marititHUs{?)  Lam.  Encycl.  mtitli.  III.  p.  204.  (IVö'Jj.  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  351.  (1884). 
Specimiua  manca. 
Caria:  Ad  Piaukaifa.  (13.  VI.) 

Liliaceae. 

1.  Asparagus  acutifolillS  Linn6  Spcc.  plant,  ed.  1.  p.  314    (17.53)   —   Boiss.  Fl.  Ur.  V.  p.  337.  (1884). 

Lycia:  Ad  GjölbascM.  (1.  V.) 

2.  Aloe  Vera  Linnc  Spec.  plant,  ed.  l.  p.  320.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  329.  (1884). 

Syn.:  Ä.  vtihjaria  Lam.  Eucycl.  uietb.  I.  p.  86.  (1783). 
Lycia:  Ad  Dembre.  (8.  V.) 

3.  AsphodelUS   microcarpus  Viviaui  Fl.  Cors.  p.  5.  (1824).   —  Boi.s.s.  Fl.  Ol-.  V.  p.  313.  (1884). 

Syn.:  A.  ramosus  Linne  Spec.  jjlant.  ed.  1.  p.  310.  (1753)  pro  ])arte.  —  Schult.  8yst.  VII.   1.  p.  487.  (1821)). 
Lycia:  In  ditione  tbntium  fliivii  Fellen  Tschai.  (26.  IV.) 

4.  Asphodelus  fistuloSH.S  Linuc  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  309.   (1753).   —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  431.  (1884). 

Carla :  Ad  Budruu.  (8.  IV.) 

5.  Asphodelbie  sp. 

8pecimina  monstrosa,  an  A.  liiteae  (L.)  Rcbb.(?) 
Lycia:  Ad  ruinas  monasterii  supra  Owadjik.  (2.  VIII.) 

6.  Hyaeinthus  Orientalifi  Liune  Si)ec.  plant,  ed.  l.  p.  317.  (175,3). 

In  borto  Vindob.  cult.  c  bulbis  a  Di'e.  Luschan  c  moute  Nemrud  Dagb  Mesopot.  sup.  piope  Kjächta 
missis. 

7.  3IuscaH:  COniOSUm  Linnö  Spec.  plant,  ed.  l.  p.  318.  (1753)  sub  llyaciiilhu.  —  Mill.  Dict.  d.  jard.  V.  p.  197.  (1785). 

Caria:  Ad  Budrun.  —  Lycia:  Ad  Bazergyan  Jailassy  et  ad  Acropoün  .supra  Gjölbascbi.  (1. — 11.  V.) 

8.  31uscari  pauperiduni  stapf  (n.  sp.). 

Bulbus  ovatus.  Seapus  gracilis,  humilis,  erectus.  Folia  bina  vel  tcrna,  erccta,  in  parte  superiore  plus  luinusve 
curvata,  lineraria,  versus  basin  valde  attenuatta^  sensim  in  apiceni  angustata,  scapuni  superantia.  Kacenius 
pauciflorus  (2 — 5  fl.),  brevissimus,  floribus  omnibus  fertilibus  vel  summo  sterili.  Pedicelli  ilore  luulto  hrcvidrcs, 
horizontales  vel  oblique  erecti.  Pcrigonium  obovato-globosnm,  apice  leniter  constrictum,  coeruleum,  denium 
violascens,  lobis  albis,  ovato  rotundatis,  paulo  rcflexis.  Staiuina  biseriata,  seriebus  approximatis,  tilamcntis 
brevibns,  subulatis,  autheris  eaeruleis.  Capsula   .  .  . 


Bulb.  2'='"  lg. ;  1  •  3™  lt. 
Scap.:  5-6 •5"="'  lg. 


Fol.:  6  — lO^-^lg.;  2  — 2-5™Mt. 
Perig.:  4"""  lg.    27,-3'"'"  lt. 

Lycia:  In  summo  cncninine  montis  Ak  Dagb.  (17.  VII.) 

Dieses  kleine  armbliitbige  Uiiscari  liegt  in  vier  Stücken  vor,  von  welchen  eines  auch  noch  die  Zwiebel 
besitzt.  Es  gehört  in  die  Gruppe  des  M.  hotnjoides,  unterscheidet  sich  aber  von  allen  Verwandten  durch  die  arm- 
blüthige  Traube  und  die  Form  des  Perigons,  welche  bereits  sehr  au  jene  des  M.  discohr  Boiss.  et  llaussku. 
und  M.  acHÜfolium  Boiss.  erinnert,  deren  Blüthen  aber  viel  grösser  und  weniger  gedrungen  sind. 

'.).  Allitim,  junceum  Sibth.  et  Smith  Fl.  Gr.  prodr.  I.  p.226.  (1806),  Fl.  Gr.  IV.  p.  19.  t.322.  (1823).  —  Beg.  Monogr. 
All.  in  Act.  hört.  Petrop.  III.  p.  2.  p.  71.  (1875).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  238.  (1884). 

Lycia:  Ad  Sidyma;  ad  Acropolin  supra  Pinara  et  Xantbos  (23.  IV.);  ad  Gjölbaschi.  (29.  V.) 

10.   Allium    yotundain    Liun6  Spec.  plant,  ed.  2.  I.  ]).  123.  (1762J. 
Var.    Waldsteinii  Don.  Mouogr.  All.  p.  17.  pro  speeie. 


Beiträge  zur  Flora  von  Lycien,  Carlen  unil  Mesopotamien.  7 9 

Syu.;    A.  Ampelopi-dsiuii  W.  et  Kit.  l'l.  rar.    Hung.    p.  .S4.   I.    t.  82.    (1802).    —   A.  nitiiiKluiii  v;ir.  ^.    Waldsteinianum 
Koem.  et  Schult.  Syst.  VII.   2.   \\.   lOU.   (1830;  oxcl.  syn..  —    lieg.  Monogr.  All.  iu  Act.  liort.  Petrop.  III.  2. 
p.  60.  (1875). 
Lycia:  In  summis  montis  Ak  Dagli.  (17.  VII.) 

Die  drei  vorliegenden  Pflanzen  sind  kleine,  armblUtliige  Exemplare,  wie  sie  ihrem  hochgelegenen  Stand- 
orte entsprechen,  stimmen  aber  im  Übrigen  mit  der  paanonischen  Pflanze  vollständig  iiberein. 

11.  AUium  SllhhirSUtum    Linue  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  29.i.  (17.i3J.  —   Ueiclieiib.  le.  Fl.  Germ.  X.  t.  502.  f.  1099. 

(1848).  —  Keg.  Monogr.  All.  in  Act.  hört.  Petrop.  III.  2.  p.  219.  (1875).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  270.  (1884). 

Lycia:  Ad  Acropolin  supra  Gjölbaschi.  (4.  V.) 

12.  AUlutn  ^eapOlitaimui  Oirillo  PI.  rar.  Neap.   I.  p.  XIII.  t.  4.   (1788).   —    Reichenl).  Ic.  Fl.  Germ.   X.  t.  507. 

t.  1108.  (1848).  —  Peg.  Mon.  All.  in  Act.  hört.  Petrop.  III.  2.  p.  224.  (1875).  —  Boiss.  Fl.  ür.  V.  p.  274.  (1884). 

Syn.:   A.  aWmn  Sauti  Viagg.  p.  352.  t.  VIII.  (1795).    —    A.   laoteiim  Sibth.  et  Smith  Fl.  Gr.  Prodr.  p.  22G.  (180G), 
Fl.  Gr.  IV.  t.  325.  (1823). 

Caria:  Ad  Budrun.  (8.  IV.) 

1.'].   AlUum  Ol'ieiltale   Boiss.  Diagn.  Ser.  I.  XIII.  p.  25.  (1853).  —  Reg.  Monogr.  All.  p.  229.  (1875)  —    Boiss.  Fl. 
Or.  V.  p.  2.-;2.  (1884). 

Mesopotamia  superior:  In  monte  Nomrnd  Dagh  i)rope  Kjächta.  (1883). 

14.  OmithOffallim,  Pyrenaicmil    Linnii  Spec.  plant,  ed.  l.  p.  30G.   (1753).    —    Jacq.  Fl.  Austr.  II.  p.  2.  t.  103. 

(1774).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  213.  (1884). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (22.  VI.) 

15.  Oi'HithoydliDU  nlpiyemini  Stapf  (n.  sp.). 

Nanum,  paucifloriim,  t'oliis  angiistissirnis,  bnlbo  proportionc  magno  iusigue.  Bulbus  ovatus,  tunicis  cxternis 
griseis.  Scapus  humillimus,  gracilis.  Folia  glabra,  angustissiuie  liuearia,  crecto-arcuata,  canaliculata,  plicata. 
Kacemus  paucitlorus.  Pedicelli  florc  bracteaque  breviores.  Bractea  ovato  lanceolata,  membranacca,  in  cuspidem 
attcimata.  Peiigonium  pbyllis  elliptico-itblongis,  exteruis  acutiusculis,  internis  obtusis,  cuspidatis,  late  viridi- 
vittatis.  Filamenta,  e  basi  paulo  dilatata,  sensim  et  aequaliter  attenuata.  Ovarium  brcviter  obovatnm,  puuctulis 
albis  oruatum,  style  aequilongo,  stigmate  cai)itato,  obsolete  trisulco.  Capsula.  .  .  . 


» 


Bulb.  l-ö^-^lg.-,  7^""  lt. 

Scap.  2'='"  lg. 

Fol.  6— 7™  lg.;  lVj,-2'""Mt. 

Bract.  1™  lg. 

Pedic.  3—4'"'"  lg. 


Perig.  phyll.  10-11"""  lg.;  3"""  lt. 

Filam.  5  —  6'"'"  lg. 

Anth.  4""'  lg. 

Ovar.  s.  anth.  3"'"'  lg. 

Styl.  S"'"  lg. 

Lycia:  In  cacnmine  montis  Ak  Dagh  ad  meridiem  vergeute.  (17.  VII.) 

Von  0.  bremjjedicelhdiiin  Boiss.  et  Bourg.  PI.  Lyc.  exs.  1800,  Fl.  Or.  V.  p.  215.  durch  noch  schmälere 
Blätter,  kleinere  BlUthen  und  relativ  längere  Filamente  verschieden. 

10.  OriUthotjalurn  platy  phyll  tun.  Boiss.  Diagn.  Ser.  i.  V.  p.  64.  (1844). 
Syn.:    0.  Hiontanum  var.  p.  jitalifplii/l/ion  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  217.  (1884). 

Lycia:  Ad  Sidyma.  —  Caria:  In  monte  Ujuklu  Dagh. 
17.  OriiitJiogalum  L/uschanl  stapf  (n.  sp.). 

Bulbus  parvus,  ovatus,  tunicis  internis  albis,  externis  griseo-brunncis,  membranaceis,  integris.  Scapus 
glaberrimus,  gracilis,  foliis  longe  superatus.  Folia  lingulato-liuearia,  loiigc  in  ijasin  atteuuatta,  breviter  acumi- 
uata,  leniter  falcato-erecta  vel  subrecta,  plana.  Racemus  bi-  vel  triflorus,  brevissimus,  densns,  deiude  paulo 
elongatus,  internodiis  sub  anthesi  ])edicellis  glabris  paulo  longioribus,  t'ructiferis  aequilongis.  Braeteae  ovato- 
laiiceolatae,  acutae,  sub  anthesi  flores  aequautes  vel  subaequautes,  albidoniembranaceae,  teuuiter  et  ijallide 
viridi-striatae.  Perigonium  pbyllis  clli|)tico-oblongis,  obtiisiusculis,  externis  jtaulo  latioribiis,  latins  vittatis, 
vitta  pallide-viridi,  uiargiue  uivca. 


Perig 

.  pliyll. 

11- 

-15'""'  lg.; 

Filara.  7— S"""  lg 

Anth 

3—4"""  lg. 

Ovar 

Ol/  mm 

ig.; 

oiiim 

lt. 

Styl. 

^mm  ]n._ 

yO  Otto  Stapf. 

Stamiua  filamentis  e  basi  lata  subulatim  attenuatis,  phyllis  dupln  et  ultra  brevioribus,  antheris  lineari- 
oblongis,  filamenti  dimidio  aequilongis.  Ovarium  turbinatum,  hexapterum,  alis  angustis  subundulatis,  stylo 
1  VxPlo  longiore,  filiformi,  stigmate  capitato.  Capsula .... 

Bulb.  IV*— IV*""!^-;  7— 9"°  lt.  Peris:.  übyll.  11—15"'"'  lg.;  4—5"'"'  lt. 

Scap.  11 -15™  lg. 

Fol.  22— 26""' lg.;  4-8"'™  lt. 

Racem.  lVs-2'^"  lg-;  fmct.  -S''"'  lt. 

Bract.  inf.  13— IS'""  lg.;  3"'"'  lg. 

Pedic.  s.  anth.  4"'"'  lg.;  deinde  6"'"'  lg.. 

Mesopotaniia  superior:  In  moiite  Nemrud  Dagh  prope  Kjäcbta.  (1883.) 

Aus  der  Gruppe  des  O.Balaiisae  Boiss.,  aber  von  allen  verwandten  Arten  schon  babituell  sehr  verschieden. 
Die  schlanken,  zarten  .Schäfte,  von  den  schmalen  Blättern  weit  überragt,  die  armblüthige  Traube  mit  den 
kurzgestielten,  einander  sehr  genäherten,  blass  gelbgrün  gestreiften  Blüthen  verleihen  der  Pflanze  ein  ungemein 
charakteristisches  Aussehen. 

18.  TuUpa  saxatiUs  Sieb.  Sched.  pl.  Cret.  (1820).  —    Spreng.  Syst.  veg.  I.  p.  63.  (1825).  —    Reichenb.  Ic.  Grit. 

IV.  p.  69.  t.  396.  f.  üSO.  (1826).—  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  196.  (1884). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (9.  V.) 

19.  Tuli/pa  foUosa  stapf  (n.  sp.). 

Humilis,  flore  solilario,  mediocri,  foliis  saepe  valde  superato. 

Scapus  flexuoso-erectus,  plerumque  quadrifoliatus,  folio  iufimo  infra  medium,  tribus  superoribus  approxima- 
tis,  supra  impositis.  Folia  glauca,  lanceolata,  erecta,  summum  lineari-lanceolatum,  omnia  longe  in  apicem  acu- 
tum attenuata,  margine  angustissime  cartilagineo-raembranacea,  minute  ciliato-scabriuscula.  Perigonium  phyllis 
oblongo-lanceolatis,  acutis,  interioribus  paulo  latioribus,  pulcbre  puniceis,  basi  macula  atra,  elliptica,  flavo-cincta 
ornatis  vel  interdum  concoloribus  (sicc.  pallide  fusco-cocciueis,  striolis  et  punctis  flavis  aspersis).  Stamina  fila- 
mentis  brevibus,  subulatis,  basi  et  apice  exeeptis,  nigricantibus,  anthera  duplo  vel  subtriplo  longiore,  apiculata. 
Ovarium  triangulari-cylindricum,  angulis  subacutis,  sensim  in  stylum  brevissimum,  attenuatum,  stigmatibus  tribus 
angustis,  recurvis.  Capsula .... 

Scap.:  11— 12'^"' lg.  j    Filam.  4— 5"'"' lg. 

Fol.  interm.  13—14="'  lg.;  1— 1-5""'  lt.  j    Anth.  11—14"'"'  lg. 

Perig.  phyll,  2% -3-"  lg.;  1-1 '/,"'"'  lt.  |    Ovar.  8"""'  lg.;  1%"'-  lt. 

Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagh  prope  Kjächta  (1883);  cult.  in  hört.  Vindob.  e  bulbo  a 
D"-  Luschan  e  ditione  Iudicata  misso.  (1884.) 

Mit  Tulijia  Gesneriana  nahe  verwandt,  aber  in  allen  Theilen  kleiner. 

20.  Gayea  Uiteoides  stapf  (n.  sp.). 

Bulbus  parvus,  unicus,  erectus,  apice  folium  basale  et  prope  basin  lateraliter  caulem  floriferuin  edens,tunicis 
nigro-brunneis,  coriaceis,  apice  fissis.  Caulis  gracilis,  erectus.  Folium  basale  solitarium,  angustissime  lineare, 
acutum,  erectum,  umbellam  subaequans,  floralia  bina,  inaequalia,  inferius  lauceolatum,  basali  3— 4plo  latius, 
superius  anguste  lineari-lanceolatum,  hrevius,  utroque  margine  lanato-ciliatum.  Bractea  solitaria  ad  pedicelli 
floris  Intimi  basin  subulato-filiformis,  dense  ciliata.  Umbella  inaequalis,  2—5  flora.  Pedicelli  tenues,  plus  minusve 
pilis  albis,  moUibus,  crispulis  obsiti.  Perigonii  pbylla  liueari-oblonga,  acutiuscula,  glabra  vel  ima  basi  parce 
pilosa.  Stamina  tilamentis  phyllis  duplo  brevioribus,  antheris  late-ellipticis.  Ovarium  obovato-oblougum,  media 
anthesi  perigonio  triplo  vel  subduplo  brevius,  stylo  aequilougo.   Capsula 


Buib.  7"'"  lg.;  5""'  lt. 

Caul.  ad  umb.  basin.  5V«— e'/i'"  lg- 

Fol.  bas.  9-10'//"'  lg;  1—1'/,"'"'  lt. 


Fol.  flor.  inf.  3— 5'''"  lg.;  4-5"'"'  lt. 
„      „    .sup.  2-3'//"' lg.;  2"'"'lt. 
Perig.  phyll.  8-9'""'  lg.;  1'/,,- 2"'"'  lt. 


Beifiiific  ZKT  Flora  von  LijcieH,  Cun'cii  und  Mesopotamien.  81 

Filam.  5"""  lg.  Ovar.  m.  aiitli.  o"""  lg. 

Aiith.   l'"™  lg.  Styl.  a°""  lg. 

Mesopotamiii  superior:  lu  monte  Neninid  Dagli  prope  Kjächta.  (1883.) 

Diese  zierliclic  Gwjm  erinnert  in  ihrer  Tracht  au  G.  lutea  L.,  von  welcher  sie  sich  diucli  die  schmäleren 
Blätter,  vor  Allem  aber  dureli  das  kleinere  Perigon  mit  seinen  sehmalen  Al)schnitten  sofort  unterscheiden  lässt. 
In  Form  und  Grosse  der  Blütheu  scldiesst  sie  sicii  an  die  Arten  aus  der  Gruppe  der  G.  Fersim  Boiss.  an. 

21.  Gmjea  Persica  Boiss.  Diagu.  Ser.  l.  VII.  p.  lus.  (ISitij,  Fl.  Or.  V.  p.  -ilu.  (1882). 

Syn.:  G.  nmhhiopetala  \nr.  hu/hifeni  Boiss.  in  Kotschy  PI.  Pcrs.  aiistr.  exs.  —  Ueg.  Fl.  Tiirk.  p.  112.  1. 17.  f.  s  — 12. 
(1876).  —  IJiilhilliiriti  (jiiiicoulcs  '/.ncc.  iu  Al)li.  l):iy.  Akad.  Wiss.  III.   1.  p.  2;50.  t.  2.  f.  1.  (1840). 

Mesopotamia  superior:  In  monte  Nenirud  Dai;h  prope  Kjächta.  (^1883.) 

22.  Lloydid  Graeca  LiuuO  .Spec.  plant,  (mI.  2.  ji.  111..  (17(52j  sub   Antiuri,:,,.  —    La  lull.  Icoii.  pl.  .Syr.  Duo,  V.  t.  8. 

(IS  12;.  —  r.oiss.  Fl.  ür.  V.  p.  202.  (1884;. 

Caria:  Ad  Budrun.  (9.  IV.) 

23.  Colchicmii  ^,.  liiuU'teim.). 

Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagh.  (1883.) 

Aüiaryllitlaceae. 

I.   Jjciolirion   montfinum    La  Bill.  Ic.  pl.  Syr.  Deo.   11.  p.  ö.  t.  1.  flTul;  sub  AmanjUirk.    —    Huib.   Aiaar.  p.  125. 
t.  20.  (I8;i7).  —    Boiss.  Fl.  Or.   V.  p.  Iö4.  (1884;. 

Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagh  prope  Kjächta.  (1883 j. 

Irideae. 

1.  Gknliolu.S  segetum-  (Jawl.    Bot.  Mag.  t.  719.  (isol).  —    Rcicbeub.  Ic.  Fl.  Gurm.    IX.  t.  xys.   f.  781.   (1S17;.  — 

Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  139.  (1884). 

Syn.:  G.  Italiens  Gaud.  Fl   Helv.  I.  p.  96.  (1828). 

Lycia:  Ad  Tyrsa  et  Gjölbaschi.  (28.  V.) 

2.  Gliuliolus  COnuminis  Linnö  Spec.  plant,  cd.  1.   p.  4u.  (17.53)  pro  partu. 

Var.  lotigispatheata  Stapf  (n.  v.) 

Spatha  valvis  inaequalihus,  inferiore  tlorum  inferiorum  perigoniuni  multo  superante,  superiore  dimidium 
eins  aequante,  sumiuis  dense  imbricatis,  alabastris  duplo  Iriplove  longioribus. 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (IV.  1882.) 

Ich  halte  diese  durch  die  langen  Spathen  und  durch  die  Zahl  uud  relativ  bedeutende  Länge  der  Blätter 
ausgezeichnete  Pflanze  nur  für  eine  8tandorts\arietät  des  typischen  G.  aminiitnis  L. 

3.  GlmUolus  AimtoUeus  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  140.  (1884)  pro  var.  G.  Illi/ria  Koch. 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi  (11.  V.)  et  Minara;  ad  Acropolin  supra  Phellos.  (16.  V.) 

4.  Gkuliolus  humilis  stapf  (n.  sp.;. 

Humilis,  pauciflorus,  angustifolius,  perigonii  lacinüs  valde  iuaequalibus. 

Cormus  tunicarum  fibris  tenuibus,  subparallelis,  anastomosantibus,  areolis  tingustissimis,  lineari-oblongis. 
Caulis  ad  medium  vel  ad  tertiam  j)artem  vaginatus,  tri])hyllus,  flexuoso-crectus.  Folia  inferiora  lincari-hmcco- 
lata,  acuta,  nervis  quattuor  validioribus,  basi  approximatis,  superne  divergentibus,  spicae  l)asin  aeqnantia  vel 
superantia,  sunimum  angustissinie  lineare,  brevius.  Spica  pleriinuiue  triiiora,  laxa.  Spatha  valva  exteriore 
herbacea,  lanceolata  membranaceo-marginata,  ])erigonii  dimidium  suiiaequans,  interna  tubo  aeciuilonga,  lan- 
ceolata  vel  latissime  membranaceo-marginata.  Perigonium  ambitu  distincte  l)ilabiatuni,  labio  inferiore  provecto, 
superiore  abbreviato,  tnbo  angusto,  leniter  elongato-curvato,  lacinia  summa  obovato-cuneata,  scnsim  in  ungiicm 
attenuata,  latcialibns  ouuiiuni  brevissimis, obovato-ellipticis,  acutiusculis,  in  unguem  bre^iurcnl  attenuatis;  iabii 

DeaJ<9cbrilltiu  der  matbera.-naturw.  Gl.  L.  Bd.  Äbhandlungeu  von  Nichtmitgliöderu.  \ 


Anth.  lO-"™  lg. 
Styl.  27—32™"'  lg. 
Stigm.  2V,— 3—lg.; 


82  Otto  Stapf. 

infcriori.s  lacinia  media  bievior,  e  laniiua  elliptica  subacuta  in  uiigueni  aequilonguni  angustata,  lateralibus 
lamina  obovato-elliptica  obtusa  in  unguem  l'/gplo  longiorem  abeunte,  omnibus  puipureis  vel  inferioribus  albido- 
pallescenfibus.  Stamina  filamentis  antlierae  aequilongis  vel  paulo  longiovibus.  Stylus  leviter  incuivatus,  stig- 
niaiibus  a  basi  aequaliter  in  laminam  angustam,  oblougam  dilatatis.  Capsula 

Corm.  1— lä/^"»  lg.;  1™  lt.  Perig.  lab.  inf.  med.  13—20"'"  lg.;   5—6"""  lt. 

Caul.  spie.  excl.  15— 20™  lg.  „  „     „    lat.  25 -28™"" lg.;  6— 7'""' lt. 

Fol.  iuf.  11 15""  lg.;  6—7""  lt.  Filam.  12—13™""  lg. 

Spatii.  valv.  18—20"'™  et  15'""'  lg. 
Perig.  tub.  antice.  15'""',  post.  lO"""  lg. 

„       lab.  sup.  med.  25™™  lg.;  87,,- 10™™  lt. 

„        „      „     lat.  18— 20™™  lg.;  6-8'^™  lt. 

Mesopotamia  supevior:  In  Monte  Ncmrud  Dagh  prope  Kjäcbta  (1883). 

Stellt  dem  G.  trijjhijUus  Sibtli.  et  Sm.  jedenfalls  sebr  nabe,  wenn  er  nicht  damit  etwa  gar  identisch  ist. 
Doch  ist  der  Tubus  nicht  ^brevissimus,  rectus",  die  Pflanze  im  Allgemeinen  noch  niederer  und  die  Blätter  sind 
breiter. 

5.  Gladiolus  tricolor  stapf  (n.  sp.). 

Humilis,  gracilis,  pauciflorus,  foliis  erectis,  cauli  aequilongis,  perigonio  tricolore. 

Cormus.  .  .  .Caulis  basi  vaginatus,  ad  medium  quadriibliatus,  flcxiioso-erectus,  tenuis.  Folia  lanceolata- 
liuearia,  louge  in  apicem  atteuuata,  iuaequinervia,  ncrvis  5  validioribus,  lateralibus  margiuautibus,  basi  partim 
in  latus  interins  flexis  et  inter  se  valde  approximatis,  superne  fere  parallelis,  inferiora  florem  summum  aequantia, 
summum  brevius.  Spica  laxa,  triflora.  Spatha  bivalvis,  valva  exteriore  inlimi  floris  duplo  longiore  quam  interior 
membranacea,  perigonio  subaequilonga,  berbacea,  lanceolata,  acuta,  superiorum  floriim  hrevioribus.  Perigonium 
tubo  reeto,  ore  oblique,  postiee  laciniae  suprcmne  dimidio  breviore,  antice  paulo  elongato;  laciiiiarum  suprenia 
oblongo-elliptica  ac  caeterae  obtusa,  basi  band  unguiculata,  lateralibus  labü  superioris  obovato-spathulatis, 
versus  basin  aequaliter  in  unguem  lamina  breviorem  attenuatis  ac  suprcma  subaequilonga  purpureis,  labü 
inferioris  lamina  obovato-elliptica,  abrupte  in  unguem  tenuem  aequilongum  attenuata,  infima  paulo  longiore, 
hacce  lamina  elliptica  in  unguem  aequilongum  abeunte;  labio  inferiore  paulo  porrecto  laminis  flavis,  unguibus 
albidis.  Antberae  filamentis  vix  brcviorcs,  apice  apiculatae.  Stigmata  a  basi  fere  ad  medium  aiigusta,  deliinc 
vero  in  laminam  obovato-oblongam  seiisim  dilatata.   Capsula.  .  .  . 

Caul.  18™  lg.  (spie,  exel.)  Perig.  lab.  supr.  23™™  lg.;  ü™™  lt. 

Fol.  inf.  22— 24*^™  lg.;  6™™ lt.  |        „         „     lat.  lab.  sup.:  23'"™  lg.;  9"'"' lt. 

„     summum  97^""  lg.;  37^™™  lt. 
Späth,  valv.  inf.  4V2'™  lg.;  13°'™  lt. 
Perig.  tub.  jiost.  13™™  lg. 
„        „     ant.  15%™™lg. 

Caria:  Ad  Loiyma. 

Jedenfals  mit  dem  vorhergebenden  und  mit  G.  friphyllus  Sibth.  et  Sm.  sehr  nabe  verwandt  und  dessbalb 
noch  weiter  zu  beobacbten. 

6.  Gladiolus  mlcraiitJius  Stupf,  (n.  sp.). 

Humilis,  gracillimus,  foliis  angustissimis,  floribus  paucis,  parvis,  saturate  purpureo-violaeeis,  laxe  in  spica 
dispositis. 

Cormus  ovatus  tunicis  externis  in  fibrillas  pluri-seriatas,  superne  angustissime  anastomosantes  dissoiutis. 
Caulis  gracilis,  leniter  flexuoso-erectus,  basi  ad  fere  tertiam  partem  vaginatus,  ad  medium  trifoliatus.  Folia 
angustissima,  linearia,  erecta,  leuitcr  cnrvata,  spicae  basin  subaequantia  nervis  inaequalibus,  uno  valido, 
3 — 4  debilioribus,  paucis,  tenuissimus,  omnibus  parallelis,  supra  basin  non  ad  alterum  latus  flexis.  Spica  triflora, 


„         „      „      ,     inf.:  23™™  lg.;  7'//'"' lt. 
„         ,.     intim.:  18™™  lg.;  7'"™  lt. 


Anth.  12™™  lg. 
Styl.  30™™  lg. 


i; 

n        n 

n 

n       n 

Qth 

.  9-""'  lg. 

Beliräf/e  zur  Flora  cun  hijcien,  Carlen  und  Mesopotaini'en.  83 

laxissima,  iiitcniodiis  flores  diiplo  et  ultra  supeiiuitil)us.  .Spatlia  bivalvis,  licrl)acca,  lineari-laneeolata,  acuta, 
valvis  inaequilougis.  Perigonii  tubus  brevissimus,  rectus,  ore  obliquo,  auticc  elougatus,  lacinia  suprema  obovato- 
elliptica  in  basin  sensim  attenuata,  non  unguiculata  ac  caeterae  obtusa,  labii  superioris  laterales  oblongo- 
ellipticae,  lato  et  lireviter  unguiculatae,  vix  suprema  breviores,  sed  angustiorcs,  labii  inforioris  laterales  breviores, 
obovato-spatliulatae,  in  ungueui  laniina  duplo  l)reviorem  abeuutes,  infinia  snbacquilonga,  oblongo-elliptica,  in 
ungnem  sensim  attenuata,  omnes  saturate  ])nrpurco-violaceae.  .Stamina  anfheris  apice  obtusiuscnlis,  basi 
bicuspidatis.  Capsula.  . . . 

Corm.  18'='"  lg.  (spie.  exci.).  Perig.  lac.  lat.  lab.  sup.  12"""  lg.;  5""  lt. 

Spie.  7  V,'-"  lg.  „        „      „     „     iuf.  ll-"'"lg.;  5""lt. 

Späth,  inf.  c.  valvo  l'«/^'-'"  et  ly^""  lg.  „         „      „    infiin.  lO'"""  lg.;  6"™  lt. 

Perig.  tub.  post  4""  lg.;  ant.  5"""  lg. 
„      lacsupr.  13""°  lg.;  6"""  lt. 

Lycia:  In  monte  Nif  Dagh. 

Wenngleic!!  nur  ein  einziges  Stück  dieses  zierlichen  Gladiolus  vorliegt,  so  stehe  icli  doch  niclit  an,  diese 
Pflanze  besonders  zu  erwähnen  und  so  weit  es  möglich  ist,  zu  beschreiben,  weil  sie  durch  eine  Reihe  von  Merk- 
malen vor  den  übrigen  Arten  der  Gattung  ausgezeichnet  ist,  so  dass  sie  nicht  leicht  verkannt  werden  dürfte. 
Der  Nervatur  der  Blätter  nach  hält  sie  die  Mitte  zwisclien  den  lnaequi)ieri)ii  und  den  Aequitierril.  Im  Übrigen 
ist  sie  besonders  durch  die  nur  ly^"™  breiten  Blätter,  die  ungemein  lockere  Ähre  und  die  kleinen  Blüthen  von 
den  übrigen  aus  dem  Gebiete  bekannten  Arten  leicht  zu  unterscheiden. 

7.  IrLs  SisyHnchium  Linne  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  40.  (1753).  —  Redoutö  Lil.  I.  t.  29.  (1802).  —  Boiss.  Fl.  ür.  V. 

p.  120.  (1884). 

.Sy  n.;  Iris  fugax  Fers.  Syn.  I.  p.54.  (1805).  —  Ten.  Fl.  Neap.  I.  p,  15.  t.4.  (1811  —  1815).  —  Moruea  fayu:  Ten.  Syll. 
p.26.  (18.S1).  —  M.  S/syrim:hiitm  Gawl.  Bot.  Mag.  1. 1407.  (1811)-  —  Gi/namlririti  Syah-iiicMum  Pari.  Nuov.  gen.  p.49. 
(1854).    -   Xiphion  SisynncUum.  Bak.  in  Seen).  Joiirn.  IX.  p.  42.   (:S7l).  —  ,J.  U.  Hook.  Bot.  Mag.  t.  6096.  (1874). 

Lycia:  In  ditione  fontium  fluvii  Fellen  Tschai.  ("IQi.  IV.) 

8.  Iris  Pseild- Acorus    Linn6  Spec  plant,  ed.  1.   p.  ^S.  (1753). 

Syn.:  Xiphion  Pseudo-Acorus  Pari.  Fl.  It.  III.  p.  295.  (1858). 
Lycia:  In  paludibus  ad  Furnaz.  (2b.  IV.) 

Orchideae. 

1.  Linwtlorum  abortivurn  Linn6  Spec  pl.  ed.  l.  i).943.  (175.5)  siib  Orchide.  —  Swartz  in  Act.  Holm.  VI.  p.  80.  (1805). 

Lycia:  Ad  .Sidyma.  (3.  V.) 

2.  Cephalauthera  CUCUllata  Boiss.  et  IleUlr.  in  Sched.  lierb.  Cret.  (,1847),  Diagu.  Siir.  I.  f.  13.  p.  12.  (1853),  Fl. 

Or.  V.  p.  86.  (1884).  —  ßeicheub.  Ic.  Fl.  Germ.  XIV.   t.  120.  f.  3—9.  (1851). 

Syn.:  C.  epipactoides  Fisch,  et  Mey.  in  Ann.  sc.  nat.  Ser.  I.  p.  30.  (1854). 
Lycia :  Ad  Acropolin  supra  Kadyanda.  (4.  VI.) 
Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagh  prope  Kjächta.  (1883.) 

3.  CephalnutJtera  rubra  Linne  Syst.  ed.  XII.  p.  594.  (1767)  sub  Sertipia.  —  IJicli.  in  Mem.  Mus.   IV.  p.  00.  (181.S). 

—  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  84.  (1882). 

Syn.:  Serapias  Udieborhie  0.  Liuue  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  949.  (1753). 
Lycia:  Loco  non  indicato. 

4.  Ophrys  ferruin  equitium  Desfont.  Coroll. 'l'.iitrn.  p.9.  t.  5.  (I8O8).  —    Reichenb.  Ic.  Fl.  Germ.  Xlll.    p.  92. 

t.  99.   (1851). 

Lycia:  Inter  Makri  et  Lcvissi.  (20.  iV.) 


S4  Otto  Stapf. 

Ö.    Ophrys   ((lUchnHes  Liunc  Syst.  «d.  XIII.  )).  678.  (1774)  pri)  Viir.  ji.   O.  liisectifenw. 

Syu.:  O.  iiisectifei-ti  r,.  udria-hiiiHs  Linni^  Spec.  jilaut.  ed.  1.  p.  S»49.  (175.^)  excl.  syu.  liiiuli.,  Touriiof.,  Lob.  ((|U(iad 
Vaill.).  • —  Orchis  rudicilms  suhroluiidis,  labelln  holoserkvu ,  emaryimdo ,  iqtpendicHhito  Haller  Hist.  stiip.  llelv.  p.  134. 
t.  24.  (1758]. 

Lycia:  Art  Grjölbascbi. 

Liinic  unterschied  in  der  ersten  Auflage  der  Sp.  \A.  a.  a.  0.  eine  Varietät  /,  der  0.  hisectifera,  die  er  nach 
dem  von  ihm  auch  citirten  Lob  elius  0.  andrachnitis  nannte.  Es  heisst  wohl  an  der  angeführten  Stelle  0.  adracli- 
iiifh.  E.s  kann  das  aber  nur  ein  Druckfehler  sein.  Ausser  Lobelius  citirt  er  noch  Rauhinius,  Tournefort 
und  Vaillant.  Die  ersteren  führen  ebenfalls  aufLobelius  zurück.  Die  bei  diesem  abgebildete  Pflanze  ist  aber 
offenbar  gar  nicht  die  0.  arachmtes  der  nach Linne 'sehen  Autoren  und  auch  von  der  Vaillant'schen  Pflanze 
ganz  verschieden.  Es  ist  zweifellos  die  0.  aranifera  Aut.  In  der  Mant.  II.  p. 490.  (1771)  citirt  Linne  zu  Var.  v; 
der  0.  insectifera  mit  Hinweglassung  anderer  Citate  die  oben  angeführte  Phrase  aus  Haller  und  ebenso  in  der 
13.  Auflage  des  Syst.  p.  67S.  (1774),  hier  aber  mit  der  Bezeichnung  0.  aracJmifes.  Die  vorzügliche  Abbildung 
bei  Haller  lässt  nun  keinen  Zweifel  mehr,  was  darunter  verstanden  ist.  Es  ist  die  schon  von  Vaillant  abge- 
bildete und  gegenwärtig  allgemein  als  0.  arachmtes  angeführte  Pflunze.  Der  ältere  Name  0.  adrachnitis  kann 
auch  in  seiner  corrigirteii  Form  0.  andrachnitis  nicht  gebraucht  werden,  einerseits,  weil  er  an  der  Stelle,  wo 
er  bei  Linne  zuerst  auftritt,  zwei  verschiedene  Ophys-kvi&w  umfasst,  von  welchen  jede  gleiches  Anrecht  darauf 
hat,  und  weil  es  offenbar  ist,  dass  die  Bildung  des  Wortes  durch  Lobelius  schon  auf  einer  Verwechslung  der 
griechischen  Worte  «vopä-/vv;  (Portulaccaj  und  ä.^dyyr,  (Spinne)  beruht.  Die  erste  Correctur  dieses  Fehlers  liiidet 
sich  bei  Hallcr  1.  c.  p.  135,  wo  er  die  Stelle  in  Osbek  (Dagb.  Ostind.  Ees.  p.  i')5.)  y,0])lirijs  insectifera  adrach- 
nifes"  mit  den  Worten  „Orchidesinsectiferae  arachnitesOshekü"  wiedergibt.  Von  hier  ging  dann  der  verbesserte 
Name  zunächst  als  Varietätsbezeichnung  in  Linnes  Systema  über. 

G.   Seraptas  lomjipetala  Ten.  Prodr.  fl.  Neap.  p.  LIII.  (1811)  snh  IMlebor ine,  Fl.  Nap,  II.  p.  .S17.  (l.sso.) 

Syn.:  IMleborine  pseurhcordigera  Sebast.  Kom.  pl.  fasr.  I.   p.  14.  t.  IV.  (1813).  —  S.  pxeudocDnlhieni  Morie.  Fl.  Vini. 
p.  .S74.  (1820).  —  Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  .'54.  (1884). 

Carla:  Ad  Budrun.  (8.  IV.) 

7.  Orchis  Simia  Lam.  Fl.  Früng.  III.  p.  570.  (1778;.  —    Boiss.  Fl.  ür.  V.  p.  G3.  (18S4). 

Syu.:  O.  tephrosanfho.y  Vi  11.  Daiiph.  II.  p.  .32.  (1787). 
Lycia:  In  monte  ßaba  Dagh  (21.  IV.),  ad  Gjölbaschi  (I.  V.)  et  Kasch.  (28.  IV.) 

8.  Orchis    lOllffiCrtirifi  I.ink   in  Sdu-ad.  Jon™,  f.  d.  l'.ot.   IV,    p.  .323.   (1799).   —   Boi.ss.   Fl.  Or.   V.   p.  05.   (1SS4). 

.Syn.:   Ojiliri/s  itiseclifera  var.),.  Linni'  Spee.  plant,  ed.  l.  p.  949.  (1753).—   O.  Hiiilididifolki  A.  Biv.  Bern.  .Sie.  plant. 
Cent.  II.  p.  44.  (1806). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  ( 1 .  V.) 

9.  Orchis  mascula  Linn6  Spee.  plant,  ed.  1.  II.  p.  941.  (1753)  pro  v.arietate  5.  0.  Morionk. 

Lycia:  Ad  Kasch  et  Gjölbaschi.  (28.  IV.) 

10.  Orchis  quadripunctat«  Ten.  Prodr.  fl.  N:ip.  ji.  Uli.  (ISU).  —   Boiss.   Fl.  Ur.   V.  p.  69.   (1884). 

Syn.:   O.  IJosf/i  Tratt.  Obs.  p.  107.  (1812).  —  O.  Brancifiirtii  Biv.  Bern.  Rar.  stirp.  in  Sic.  Manip.  I.  Nr.5.  t.  I.  (1813). 
Lycia:  Ad  Kasch  et  Gjölbaschi  (28.  IV.  et  I.  V.);  cult.  in  hört.  Vindob.  e  tuheribus  a  D""  Luschan  e  Lycia 
mi.ssis.  1883. 

11.  Orchis  Anatolica  Boiss.  Diagu.  Ser.  l.  f.  V.  p.  50.  (1S44).  —  Reicheub.   Ic.  pl.  Germ.  XIII.  p.  47.  t.  37.  (1851;. 
Lycia:  Inter  Makri  et  Levissi  (20.  IV.),  inter  nionteni  Baba  Dagh  et  Miuara  (21.  IV.);  ad  Acropolin  supra 

Bazergyan  Jaillassy  (26.  IV.)  et  ad  Sidynia. 

12.  Anacaniptis  pyrmuidnlis  X/umt  Spee.  plant,  ed.  1.  )).  940.  (1853)  snb   Oirliiil,'.    —    Rieh,  in  Meni.   Mus.    IV. 

p.  55.  (1818). 


Beiträge  zur  Flora  ruii  Lyden,  Curlev  und  Meso/iofttiiilni.  85 

.Syii.:  Accru^  piimiiiiilalif:  Keiclicnb.  Ic.  Fi.  Gci'iii.   XIII.  p.c.  t.  ;((U.  (1851). 
Carla :  Ad  Jeiuiscbiu  Kaii'a  et  Loryma. 
Lyciii:  Kadyaiida.  (4.  VI.) 

Convolvulaceae. 

1.  Conrolvulus  Cantnht'ira  Linne  Spcc.  plant,  cd.   l.  p.  läS.  (IVö.S).  —  J.aeq.   Fl.  Anstr.  III.  p.  .5.!.  t.  29C.  (177f)) 

Lycia:  Ad  Gjiilbasclii.  (I.  V.) 

2.  CoHVOlmilus  aUhaeoides    Finne  Spec.  plant,    od.   i.  p.  i.-.c.  (iT.iS)  excl.  var.  ,5.    —    Boi.ss.   Fl.  Oi-.   IV.  p.   10.!. 

(1879). 

Syn.:  ü.  hirsutii.<  'Von.  Prodr.  fl.  Noap.  p.  XV.  (1811),  Fl.  Nap.  I.  p.  do.  t.  15.  (1811  — isiöj.  —  C.  Ilnliciin  Itocm.  et 
Schult.  Syst.  IV.  p. -206.  (1810). 

Caria:  Ad  Loryma.  (11.  IV.) 

3.  ConVOlvulnS   tcmiissinms  Sibtii.  et  Smith  Fl.  Gi.  piodr,  I.  p.  I.i4.   (18()(;).  -^  Boiss..Fl.  Üi-.  IV.  11.1(14.  (1879). 

Syn.:  C.  arf/ymeits  DC.  Fl.  FranQ.  IV.  p.  42:5.  (181.5). 
Lycia:  Ad  Guniva.  (14.  VII.) 

4.  Coitrolvulus  Semmnonia  Linne  Spoc.  pl.-mt.  od.  l.  p.  I5:i    (I75.)).  —  Boiss.  Fl.  Or.   IV.  p.  108.   (1879). 

Lycia:  In  Mille  fluvii  Karanfil  Tscliai. 

5.  CotWOlvulus  arvensis  Linuö  Speo.  plant,  ed.  1.  p.  I5.S.  (1753). 

Lycia:  In  dcclivibiis  iiiontis  Ak  üajjb.  (16.  VII.). 
Caria:  Ad  Gozlar,  1100'"  s.  in.  (11.  VII.) 

().    CilSCUfa  Uuropaen  Finne  Spoc.  pl.ant.  ed.  1.  p.  124.  (175.3)  excl.  var.  ,5.    —    Enselni.  Onsc.  p.  18.  (in  Trans.  Ac. 
Sc.  S(.  Louis,  p.  4G8.  (1859|]. 

Lycia:  Ad  Katara. 

7.    Cusruta  glohulosa   Bois.s.  et  lieut.  Di.agn.  Ser.  .3.  1'.  II.  [i.  126.  (185C;,  Fl.  Or.  IV.  p.  117.  (1879). 
Syn.:  C.  breoistyhi  var.(?)  glolmlnxa  Engolin.  Onsc.  p.  18.  [in  Trans.  Ac.  Sc.  St.  Louis,   p.  4fiS.  (1859)|. 
Lycia:  In  dcclivihiis  ranutis  Ali  Dagb.  (16.  VII.) 

Borragineae. 

Auctoie  R.  de  Wettstein. 

1.  HeUotrojiittni  Eirh'iraldi  Stond.  Nomcnel.  I.  p.  744.  (1841).  —  DC.  Prodr.  IX.  p.  535.  (1845). 

Syn.:  //.  cllijitic.imi  Ledeb.  in  Eichw.  PI.  nov.  itin.  Casp.  Oaue.  fatc.  I.  p.  G.  t.  4.  (18.31).  —  Fisch,  et  Mey.  Ind.  IV. 
sem.  hört.  Petrop.  p.  38.  (1837)  non  R.  Kr.  in  Salt.  A  Voyage  to  Abyssin.  (1814).  —  //.  (hihsum  Notar.  Report, 
tlor.  Lig.  p.  319.  (1814).  —  IL /itonile  Stev.  Observ.  Asj).  10.  (1851).  —  //.  miifriicdriniiii  Onsson.  Ennui.pl.  ins. 
Inarini.  p.  214.  t.  7.  (1854). 

Lycia:  Ad  Elnialy  (28.  VII.  1882);  ad  Balbura  et  Katara.  (2;i.  VIII.  1882.) 

2.  HeliMroplum  Elll-opcieuni,  Linne  spoc.  plant,  od.  I.  I.  p.  130.  (1753). 

Lycia:  Ad  Katara.  (23.  VIII.  1882.) 

3.  Heliotroplum,  SUaveolenS  Marsch.  aBieb.  Fl.  Taiir.  Cane.  III.  Siiiipl.  |i.  lir,.  (1819). 

Syn.:  II.  Turcicuiii  Friv.  in  „Flora".  IX.  2.  p.  43G.  (1836). 
Caria:  Ad  Hemirola  Kaifa.  (27.  VI.  1881.) 

4.  HeliOtropinm  Villosaiu  Willd.  Spec. plant.  Tom.I.  p.741.  (1797).  —  Of.  Dcsf.  Ohoix  d.pl.  deC^oroll.  tab.ic.  (1808). 

Lycia:  Ad  Hoirau  (13.  VI.  18s2);  iu  jugo  prope  Karnkiöi.  (2.  VIII.  1882.) 

f).  CerintJie  hirsuta  Wettsteiu  (spec.  nov.). 

Tota  plnnta  glancescens.  Caiilis  ercotus,  ramosus,  ad  ramos  florileros  pilis  dispersis  obsitiis.  Folia  c;uilina 
ovata^  aiiipicxieaiilia,  auriculis  rotiiudatis,  glabra,  vcrrucuUisa,  pergauiea.  Bracteae  ovato-oblongae,  aciitiusculae, 


86  Otto  Stapf. 

senipiamplexicaules,  ciliatae,  calycibus  longiorcs.  Pediinculi  pilis  patentibns  hirsuti.  Calyx  laciniis  lanceolato- 
cordatis  pallide  viridibus,  ciliati.s,  inaequalibus,  fructifeiis  accretis.  Corolla  (in  speeini.  uiiico!)  calyce  lougior 
laciniis  lanceolatis,  aciiminatis.  f'arpella  laevissima  fusca. 

Folia  caulina  20— Sf)»"  lg-.,  18—22"""  lata.  Calyx  friictifer  8—1 3'"™  longus. 

(Descriptio  ex  specimine  incompleto ! ) 

Lycia:  In  Monte  Ak  Dagh.  (16.  YII.  1882.) 

Obwohl  das  vorliegende  Exemplar  nur  unvollständig  ist,  stehe  ich  doch  nicht  an  auf  Grund  desselben 
Cerinthe  hirsufa  als  Art  aufzustellen,  da  sich  dieselbe  von  C.  minor  (L.  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  137.  |1753]),  der 
sie  am  nächsten  steht,  schon  durch  die  abstehend  behaarten  Blütenstiele,  die  dichtgevvimperten  Brakteen  und 
Kelchzähne,  sowie  die  derbere  Consistenz  der  Blätter  gut  unterscheiden  lässt. 

0.  Anchusa  hyhrida  Ten.  Fl.  Nap.  I.  p.  45.  t.  ii.  (isii— isis). 
Syn.:  A.  undulatn  Bertol.  Fl.  Ital.  II.  p.  2S7.  pro  parte  (1835). 

Lycia:  Ad  ßjölbaschi  (29.  V.  1882). 

Ob^.  amplexkaulk  .Sibth.  et  Smith.  Prodr.  flor.  Graec.  I.  p.  liG.  (ISCX;)  niit^.  hyhrida  Ten.  identisch  ist, 
(Cf.  Boiss.  Flor.  Orient.  IV.  j).  152),  lässt  sieh  nach  der  unvollständigen  Diagnose  (1.  c.)  nicht  entscliojdcn.  In 
diesem  Falle  hätte  die  Pflanze  den  Namen  A.  arnji/ej-imiditi  Sibth.  et  Sni.  als  den  älteren  zu  fiilnen. 

7.  Anchiisa  Italica  Retz.  Obs.  bot  fasc.  I.  p.  12.  (1779).  —  Boiss.  Fl.  ür.  IV.  p.  154.  (IS79). 

Lycia:  Prope  Sidyma.  (2.  V.  1881.) 

8.  Anchusa  Lusclmni  Wettstein  (spec.  nov.). 

Perennis,  tota  plauta  setis  brevibus,  densissimis  aspera,  erecta  vel  asceudens. 

Caulis  Simplex,  setulis  patentibus  asper,  in  paniculam  floriferam  densam  abiens.  Folia  canescentia  setulis 
adpressis  ve!  ad  nervös  patiilis  aspera,  inferiora  oblongo-lanccolata,  integra,  in  petiolum  longum  abeuntia,  obtu- 
siuscula,  superiora  sessilia,  lanceolata  acuminata.  Braeteae  lineares,  obtusiusculae,  calycibus  subaequilongae. 
Pedicclli  breves,  calyce  multo  breviores.  Calyx  qninquefidus  laciniis  acqualil)HS,  linearibus,  acutis,  tubo  corollae 
aequilongis.  Corollae  tubus  rectus,  lobi  linibi  aequales,  tubo  breviores,  obtusi  caerulei.  Fornices  ovatae,  velu- 
tinae,  albae.  Nuculae  et  calyx  fructifer 


Plant,  tot.  18—24'^"'  lg. 


Fol.  sup.  30— 35"'"'  lg.;  3  — f)'""'  lt. 
Cal.  florif.  6—7"™  lg. 


Cor.  7_9n>m  lg. 


Fol.  inf.  pet.  3—4'="'  lg. 
Lam.  4 — ö"""  lg. ;  5 — 8"="  lt. 

Lycia:  In  cacumine  montis  Ak  Dagh.  (17.  VIL  1882.) 

9.  Anchusa  obliqua   Vi.s.  in  Sem.  rar.  in  horto  Patav.  coli.  18.^4.  p.  4. 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (1.  V.  1882.) 

10.  Anchusa  officinalis  Linne  Spec.  plaut.  ed.  1.  p.  133.  (1753). 

Var.  vulffat-is  Kchb.  Ic.  fl.  Germ,  et  Helv.  XVIII.  p.  62.  t.  108.  (185G). 
Lycia:  In  monte  Baba  Dagh.  (21.  IV.  1882.) 

11.  Anchnsa  undulata  Linu6  Spec.  plant,  od.  i.  I.  p.  133.  (1752). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (29.  V.  1882.) 

12.  Onosma  frutescens  Lam.  111.  Nr.l837  sec.  A.  DC.  Prodr.  X.  p.58.  (184C).   -  BoiH.s.  Fl.  Or.  IV.  p.  190.  (1879). 

Syn.:    Onosma  Orientale  Lehm.  Asperifol.  I.  p.  376.  (1818). 
Lycia:  In  Acropoli  prope  Bazergyan  JaYllas.sy.  (26.  IV.  1882.)  (Specimeu  incompletum!) 

13.  Onosma  niutabile  Boiss.  et  Hausskn.  in  Sched.  1866,  Dec.  2.  p. 3.  (1875)  sec.  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  199.  (l,'!79). 

Mesopolaniia  superior:  In  monte  Nenirud  Dagh  prope  Kjächta.  (VI.  1883.) 


Beiträge  zur  Flora  von  Lycien,  Carien  und  Mesopotamien.  87 

Boissicr  sagt  1.  c:  „corolla  adpresse  liiita".  Obwohl  die  Coiollen  der  vorliegenden  Pflanzen  bis  auf  die 
schwach  behaarten  Kronenzipfel  ganz  kahl  sind,  stehe  ich  doch  nicht  an,  dieselben  für  O.  mutahih  zu  erklären, 
da  Boissier's  Diagnose  im  Übrigen  vollkomnien  passt. 

14.  Onosma  Boussaei  A.  DC.  Prodr.  X.  p.  59.  (is46}.  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  -200.  (is79;. 
Lycia:  In  monte  Nif  Dagh  (6.  VI.  1881.) 

Carla:  Ad  Gozlar.  (11.  VI   1881.) 

15.  lUchluni  Italicum  Liune  Speo.  plant,  üd.  -2.  p.  200.  (1762). 

Ad  Ounan,  Kalfala. 

Echium  Italicum  L.  wird  von  Boissicr  in  seiner  Flora  Orient.  IV.  p.  L'O.')  mit  E.  a/thsiiiiiuii.  Jacq.  (Fl. 
Austr.  V.  App.  T.  16)  vereinigt,  indem  letzteres  als  Synonym  zu  erstercm  gezogen  wird.  Kerner  hat  in  den 
„Vegctationsvcrh.  d.  mittl.  u.  östl.  Ung."  p.  3.'}6.  (1875)  bereits  die  Verschiedenheiten  der  beiden  Pflanzen 
betont  und  als  Unterscheidungsmerkmale  den  pyramidenförmigen  Wuchs,  die  Länge  der  luflorescenzästc,  die 
weissborstiiien  Kelche  und  kleineren  lUüthen  des  E.  i^nZ/cM/;*  hervorgehoben.  Die  vorliegende  Pflanze  ist  hienach 


'ö 


E.  ItalicumL.  Inwieweit  sie  mit  den  von  Boissier  I.  c.  aus  dem  Gebiete  angegebenen  Pflanzen  übereinstimmt, 
lässt  sich  nicht  angeben,  da  ein  Theil  derselben  höchst  wahrscheinlich  dem  E.  aHksimum  Jacq.  angehört. 

IG.   Bchluin  plantagilieum  Lin.  Mantisaa  jil.  p.  202.  (1771).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p   208.  (1879). 
Lycia:  In  declivibus  montis  Ak  Dagh.  (IG.  VII.  1882.) 

17.  Lit/lospertnillH  calycimini  Wcttsteiu  (spuc.  uov.;.  (Cf.  descrlptionem  iu  Stapf  Die  bot.  Eigeli.  d.  Pul.  Exp. 
iu  Duuksclir.  d.  kais.  Akad.  d.  Wi.sseu.'ich.  Wien   1885.) 

Lycia:  luter  montem  Baba  Dagh  et  Minara.  (21.  IV.  1882.) 

18.  Lithospefnmtn  Incrassatuni  Guss.  Fl.  sie.  prodr.  Vui.  i.  p.  211.  (is27). 

Syn.:  L.  Gaspiiriiii  Heldr.  in  (J11S.S.  Syn.  fl.  Sie.  I.  p.  217.  (Is42) 
Lycia:  In  jugo  inter  montes  Mendes  et  Baba  Dagh.  (21.  IV.  1882.) 
Carla:  Ad  Gozlar.  (11.  VI.  1881.) 

10.   Lifhosperimtm  sp.  (Specimen  iuconipletum.) 

Lycia:  In  Akropoli  supra  Xanthos.  (2o.  IV.  1882.) 

2ü.  Alkanna  tnbulosa  Boiss.  Diagn.  plant,  or.  uov.  Ser,  1.  läse.  l.  p.  48.  (1S44), 
Carla:  Ad  Gozlar.  (11.  VL  1881.) 

21.  Myosotis  Mspida  Schlecht.  Bemerk.  Uli.  d.  Myos.-Art.  in  Mag.  d.Ges.  uatnrf.  Fr.  Berlin.  VIII.  p.  230.  (1818).  — 

Cf.  Rchb.  Ic.  fl.  Genn.  et  Helv.  XIII.  t.  122.  (1858). 

Lycia:  In  iugo  montis  Baba  Dagh  (21.  IV.  1882);  ad  Gjölbaschi.  (1.  V.  1882.) 

22.  Myosotis  refracta  Boiss.  Voy.  bot.  Esp.  II.  p.  433.  t.  125.  (1845)  |cit.  scc.  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  i..  210.  (is79)]. 

Lycia:  In  iugo  montis  Baba  Dagh.  (21.  IV.  1882.) 

2;i.   Myosotis  Stricta  Link  Enum.  pl.  hört.  Berol.  I.  p.  164.  (1821). 
Lycia:  In  monte  Nif  Dagh.  (5.  V.  1881.) 
Carla:  In  monte  Ujuklu  Dagh.  (VI.  1881.) 

24.  Pafacai'yUDl  inyOSOtOicles   La  Billard   Icon.  iilaut.  Syr.  rar.  Dec.  II.   p.  li.   lab.  2.    (1791)  sub  Cijnuglusso.    — 

Boiss.  Uiagn.  pl.  nov.  Or.  Ser.  1.  Vol.  11.  fase.  11.  p.   13o.  (IS49). 

Syn.:    Uiiipliahdcs  Carieimis  Boiss.  Diagn.  Siir.  I.  fasc.  4.  p.  41.  (1844).  —  Punicafi/iiiii  Cancnac  Boias.  I.  c.  tasc.   U. 
p.  130.  (1849). 

Lycia:  In  cacumine  montis  Ak  Dagh.  (17.  VII.  1882.) 
Carla:  In  monte  Ujuklu  Dagh.  (14.  VI.  1881.) 

25.  CyUfKjlossmn  Cohannae  A.  Bivon  Bern.  Stirp.  v.ir.  in  Sieilia  prov.  M.mip.  II.  p.  i.  (1814). 

Lycia:   In  monte  Nif  Dagh.  (5.  VI.  1881.) 


88  Otto  Stapf. 

26.  CyHO{flo.S.smH   plvMim,    Ait.   Hort.  Kuw.  I.  p.  179.   (I7.S9). 

Lycia:  Ad  Minara  (V.  1882);  in  paludosis  ad  fluvium  Dembre  Tschai.  (1882.) 

27.  Solenanthus  Stainineus  Desf.  Choix  d.  pl.  d.  Coroll.  p.  2s.  pl.  m.  sub  Cynoglosso  (1808). 

Syn.:  Mattia  äuminia  Roem.  et  Schult.  Syst.  IV.  p.  82.  (1819). —  Multkia  Lihanutka  Zucc.  PI.  nov.  fasc.lV.  p.28. 
Tab.  3.  (1840).  —  tiolenanthus  Tourncfurlii  A.  DC.  Prodr.  X.  p.  164.  (1846).  —  S.  comjlohatua  A.  DC.  Prodr.  X.  p.  166. 
(1846). 

Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagh  prope  Kjächta.  (1883.) 

Es  ist  die.ss  dieselbe  Pflanze,  die  von  A.  De  Candolle  nuter  dem  Namen  ,s'.  Toiirmfortii  in  Prodr.  X. 
p.  164  beschrieben  und  auch  von  Boissier  in  der  Fl.  Or.  IV.  p.  269  (1879)  angeführt  wird.  Da  jedoch  bereits 
im  Jahre  1808  diese  Pflanze  von  Desfontaines  1.  c.  als  Gynocßossum  stamineum  beschrieben  und  gut  abgebildet 
wurde,  hat  sie  den  Namen  S.  staminem  als  den  ältesten  zu  führen.  —  S.  conglobatiia  A.  D  C.  ist  mit  uuserer 
Pflanze  sicher  identisch  (Cf.  Boiss.  1.  ct.  Überdiess  gehören  hieher:  Muttiu  staminea  R.  et  Seh.,  die  ihre 
DiagnoseDcsfontaines  entlehnten  imd  Moltkia  LibaHoticaZncc,  wenn  auch  letztere  nicht  mit  Bestimintheit, 
da  Zuccarini  die  grundständigen  Blätter  nicht  beobachten  Iconnte.  Die  erste  Angabe  über  »S.  daminmia  findet 
sich  bei  P.  Tournefort  in  seinem  CoroUar.  Instit.  rei  herb.  p.  139  (1703),  wo  seiner  als  „Cynoglossum  Orien- 
tale vulgari  similis,  flore  ininimo,  longis  staminibus  donato"  Erwähnung  geschieht. 

28.  Maltia  lanafa  Lam.  111.  Nr.  I8O2.  s«b  Cynoglosso  (sec.  Boiss.  Fl.  Gr.).  —  Schult.  Observ.  bot.  p.  31.  (1809). 

Syn.:  Gypliomaltia  laiui/a  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  272.  (1879). 

Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagh  prope  Kjächta.  (1883.) 

Boissier  trennte  (v.  1.  c.)  diese  Pflanze  von  dem  Genus  Malt'm  unter  dem  Namen  Cijphomattia.  Dieses 
soll  sich  von  ersterem  unterscheiden  durch  die  unterhalb  der  über  der  Basis  stehenden  Hohlsehuppen  stark 
verengten  Kronenröhre,  die  zusammenneigenden  Kronenzipfel  und  die  längeren  Antheren.  Ich  sehe  mich  den- 
noch veranlasst,  diese  Pflanze  mit  Muttiu  zu  vereinigen,  da  die  angeführten  Merkmale  die  Aufstellung  einer 
neuen  Gattung  wohl  nicht  gerechtfertigt  erscheinen  lassen,  umsonichr,  als  dieselben  zum  Theilc  auch  bei 
anderen  Arten  des  Genus  Mattia  sich  finden,  so  die  unterhalb  der  tiefstehenden  Hohlschuppen  verengte  Kronen- 
röhre h&i Mattia  u/bida  m.,  die  längeren  zusammenneigenden  Kronenzipfel  bei  M.  caesjntosa  A.  DC.  u.  M.  umbel- 
lata  C.  Koch. 

29.  Matllu  sp.  (Spccimen  incompletiim!). 

Lycia:  In  jugo  prope  Karakiöi.  (2.  VIII.  1882). 

Solanac<me. 

Auetore  R.  de  Wettstein. 

1.  Hyosvyumus  albus  Linne  Spec.  plaut.  cd.  1.  I.  p.  tsu.  (I7ö3). 

Lycia:  Ad  ÜzümlU.  [ß.  VL  1881.) 

2.  Ilyoscyaums   reticulatUS  Llnn.  Spce.  plant,  cd.  2.  I.  p.  257.  (1762). 

Syn.:  IL  Camerarii  Fisch,  et  Mey.  Ind.  quart.  scm.  hört.  bot.  Petrop.  p.  3s.  (ls37j.  —  //.  inniuUißdus  Schlecht,  in 
Liuuaea  XVII.  p.  127.  (1843). 

Carla:  Ad  Gozlar.  (11.  VL  1881.) 

3.  Mandi-affOI-a   officimiruin  Linne  Spec.  plant,   ed.  1.  I.  p.  181.   (1753). 

Syu.:  Aliopa  MdiKlndjura  Linne  Spec.  plant,  ed.  2.  I.  p.  259.  (1762;. 

Carla:  Ad  Budrun.  (8.  IV.  1881.) 

Scroplmliiriuoae. 

Auetore  C.  Richter. 
1.  C'elma  tnipaefolki  stapf  (n.  sp.). 

Biennis  e  foliorum  carnosulorum  flabellato-deltoideoruin  losubi  densa  in  paniculam  abeuns.  Folia  omnia  in 
rosulam  disposita,  exteriora  late  semiorbiculata,  repaudo-cuneata,  in  petiolum  aequilongum  abeuntia,  obtusis- 


Beitrii(/e  zur  Flora  von  Lycieii,  Carlen  und  Mesojiofaiii/fn.  80 

sima,  interiora  sensini  niagis  deltoidea,  miuus  obtusa  vel  etiain  acuuiinata  et  brcvius  vel  brevissime  petiolata, 
omnia  g-rosse  crenato-deiitatn.  earnosula,  supra  sulcato-nervosa,  utrinque  brevissime  puberula;  dentibiis  vel  in- 
teriomin  laniiua  tota  puipurco-sutfii.sa.  Infloresccntia  tota  glandulosa,  viscida,  paniculata.  Bracteae  ovatae.  acu- 

minatae,  iiitegrae.  Calycis  fere  ad  basin  fissae  laciniae  lineari-lanceolatae,  acutae,  glandidosae.  CoroUa 

Stamiuum  antiierae  aeqnales,  rciniformes,  medio  fixae,  filaineuta  ad  tricntcin  suprcmnni  densc  bavbata. 

Fol.  ext.  3-5—5™  lg.  (c.  pet.);  2-5—4™  lt. 
„    interm.  2-5— 3-5™  lg. ;  2—2-5™  lt. 

Caria:  In  monte  Nif-Dagb.  (6.  VI.  1881.) 

Obwohl  die  Pflanze  nur  in  zwei  unanfgebliibten  Exemplaren  vorbanden  ist,  sclieint  sie  mii'  doeli  besonderer 
Heriiclvsiclitigung  wertli.  Die  Form  und  Anordnung  der  Blätter  ist  so  ungemein  charakteristisch,  dass  sie  allein 
vollauf  die  Aufstellung  einer  neuen  Art  begründet.  Die  Rlüthenknospen  geben  wenigstens  soweit  Aufschluss 
über  die  Stellung  derselben  innerhalb  der  Gattung  Celsia,  dass  sie  mit  aller  Bestimmtheit  zu  der  Section  Nefßea 
gerechnet  werden  muss. 

2.  Verha^setim,  Jjyciwm  stapf  (n.  sp.). 

Folia  basalia  obovato-oblonga  in  i)etiolum  brevem  attenuata,  obtusissima,  abrupte  in  enspidem  brevem  pro- 
ducta, margine  basi  integra,  apicem  versus  obtuse  ereuulata,  utrinque  dcusissime  asperulo-panuosa,  pauno  albo- 
flavido;  suprema  floruni  fasciculis  axis  primariae  intermixta,  late  et  breviter  ovata,  cuspidata,  cuspide  plerum- 
(|ue  iuflexo  inaequilonge  lateque  dccurrcntia,  panno  albido,  densissimo  vestita,  integerrima,  superne  diminuta, 
in  bracteas  e  basi  ovata  acumiuato-cusi)idatas  calycibus  breviores  abeuntia.  Axis  primaria  paniculae  rigidae 
dense  floccoso-villosa,  ultra  medium  inter  floruni  fasciculos  foliata,  superne  ae  rami  nuda.  Fasciculi  florum  ses- 
siliuni  vel  breviter  pedicellat(u-um  densissinii  circiter  sua  longitudine  remoti  vel  magis  approximati.  Bracteolae 
lanceolatae  vel  lineari-lanceolatae,  longe  in  apicem  attenuatae,  calyces  accretos  haud  aequantes.  Calyx  profunde 
partitus,  dense  tomentosus  loliis  lanceolatis,  longe  acuminatis.  Corolla  lutea,  inaequalis  lobis  biuis,  superioribus 
multo  minoribus.  Anthcrae  omnes  reniformes,  subaequales.  Filamenta  villo  aurautiaco,  in  parte  superiore  den- 
sissime  vestita. 

Fol.  bas.  23™  lg.;  8-5™  lt.  !    CoroU.  diam.  2-5-3'='°. 

Cal.  9—10'""'  lg.  I 

Lycia:  Prope  Subascbi  JaYla,  1900—2000™  s.  m.  (IG.  YU.  1882j  et  in  jugo  inter  Karakiöi  et  Owadjik, 
1800—1900™  s.  m.  (-2.  VIII.  1882.) 

Obwohl  die  Pflanze  nur  in  zerbrochenen,  mangelhaften  Exemplaren  vorliegt,  glaube  ich  doch,  sie  so  voll- 
ständig als  miiglich  beschreiben  zu  sollen,  da  sie  von  dem  zunächst  verwandten  V.  (jlomeratum  Boiss.  gut  zu 
unterscheiden  ist,  von  den  übrigen  Arten  der  C4attung  aber  überhaupt  soweit  absteht,  dass  an  eine  Vereinigung 
mit  einer  derselben  auch  bei  einer  weiteren  Fassung  des  Artbegriffes  nicht  zu  denken  ist.  Von  V.  glomeratum 
unterscheidet  sie  sich  besonders  durch  die  Form  der  Blätter,  viel  kleinere  Kelche  und  mehr  genäherte  Blüthen- 
bUschel. 

3.  Verhaseuni  chrysochaete  stapf  (n.  sp.). 

Folia  caulina  inlima  flavido-viridia,  late  lineari-oblonga,  acuta,  integra  tomento  stellato,  subtus  denso, 
cano.  facie  laxiore,  aureo  vestita;  summa  paniculae  ramos  fulcrantia  e  basi  in  auriculas  lanceolatas  adnatas 
decurrentia,  ovato-lanceolata,  longe  in  apicem  tenuem,  acutissimum  attenuata,  dense  anreo-stellato-tomentosa, 
.superne  in  bracteas  lanceolatosubulatas  calycibus  aequilongas  vel  iis  lougiores  abeuntia.  Paniculae  amplae, 
rigidae,  erecto-ramosae,  axis  primaria  ac  secundariae  tomento  breviter  et  minute  stellato,  aureo  densissime 
obsita.  Florum  fasciculi  densi,  circiter  sua  longitudine  remoti,  3 — 6  flori  floribus  breviter  peti(datis  vel  sul)ses- 
silibus.  Calyx  parvus,  profunde  partitus  loliis  lanceolatis  valde  acutis  dense  aurco-tomentosus.  Corolla  aurea, 
extus  tomentosa  lobis  subaequalibus.  Filamenta  dense  albido- barbata.  Antherae  omnes  reuiformes,  sub- 
aequales. 

Denkschriften  der  mathera.-naturw.Cl.  L.  Bd.  Abhandlungen  von  Nichtmitgliedern.  m 


imm 


90  Otfo  SlapJ. 

Fol.  caul.  iuf.  20—27''"  h^.;  &'"  lt.  '     Cal.  3"™  lg-. 

Panic.  45™  lg.  Coroll.  diaui.  2"°. 

Lycia:  Loco  non  indicato.  (24.  VIII.  1882.) 

Von  dieser  Pflanze  liegen  leider  nur  zwei  der  untersten  Steugelhlätter  und  ein  vollständiger  Blüthenstand 
vor.  Sie  gehört  zweifellos  in  die  Rection  der  Gloincndosae  und  zeichnet  sich  insbesondere  durch  die  goldgell)en 
Steruliaare  auf  der  Oberseite  der  Blätter  und  in  allen  Theilen  der  Inflorescenz  aus.  Auf  der  Rückseite  der 
Blätter  sind  die  Haare  weisslich,  wesshalb  dieselbe  im  Ganzen  graugrün  erscheint. 

4.  Vevhascfiiii  la.»  iflomini  Stapf  (n.  sp.). 

E  basi  crebre  foliata  plurcs  caules  subnudos,  nidx  in  panieulam  teuuiter  crecto-ramosam,  laxiflorani 
floribus  solitariis  abeuntes  edens,  foliis  stellato-tfimentosis,  caeterum  glabrescens,  floribus  saturate  aurois, 
l)arvis. 

Caulis  teres,  inferne  i»rinio  teuuiter  tioccoso-tomentosus,  demum  pube  detersili,  ut  rami  paniculac,  glabre- 
scens, atrorubens.  Folia  basalia  conferta,  oblonga,  obtusa,  integra,  in  petiolum  lamina  3 — 4plo  breviorem 
attenuata  pilis  stellatis  cano-tonientosa ;  caulina  oblongo-spathulata  basin  versus  longo  attenuata,  obtusa, 
parva,  pauca;  summa  paniculae  ramos  fulcrantia  sessilia,  lanceolato-oblonga  vel  lanceolata,  minus  pilosa. 
Bracteae  raiuimae  ovatae  vel  lanceolatae,  acuminatae,  pedicellis  dn|)Io  breviores.  Calyx  parvus,  fere  ad  l)asin 
partitus  lobis  linearibus  vel  linearioblongis,  obtusis,  glabcrrimus.  Corolla  aurea  glaberrima,  crebre  glaudu 
losa.  Filainenta  villo  albido  ecquidem  biua,  caeterum  minus  dense  barbata.  Antherae  omues  reniformes,  sub- 
aeqnales. 

Plant,  tot.:  48—50""  alt.  Bract.  1—2" 

Fol.  bas.:  9— 12'^"Mg.;  2— 2  •5'""  lt. 
„    caul.  interm. :  2-5™  lg. ;  4—5"""^  lt. 

Carla:  In  monte  Nif  Dagh.  (6.  VI.  1881.) 

Aus  der  Section  der  Leiaiiflii,  durch  die  auffallend  verschiedene  Grösse  der  grundständigen  und  der 
stengelstäudigen,  durchaus  ganzrandigen  Blätter,  durch  lockere  Inflorcscenz  und  kleine  dunkelgoldgelbe 
Blüthen  ausgezeichnet. 

5.  HcropMilaria  peregrina  Linne  Spec.  plant,  ed.  i.  p.  o-2i.  (1753).  —   Boiss,  Fl.  Ur.  IV.  p.  395.  (1870). 

Lycia:  Loco  non  indicato  (2.  V.  1882);  culta  in  horto  bot.IMv.  Vindobonen.  e  seniinibiis  a  ü''-  Luschan 
e  Lycia  missis. 

(3.  Scrophiilaria  lucida  Linne  Syst.  ed.  10.  p.  UM.  (i7r>9).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  40.3.  (t.S79). 
Lycia:  In  ditione  fontium  fluvii  Fellen  Tschai.  (2(u  IV.  1882.) 

7.  Sei-ophularia   Cailhia  Linne  Spee.  pl.ant.  ed.  ].  p.  r,2I.    {nr,3).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  419.   (1S79). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (1.  V.  1882.) 

8.  Scrophiilaria  uniflora  K.  Richter  (n.  sp.). 

Planta  glabra,  radice  perenni,  multicauli,  caulibus  ascendentil)ns,  laxis,  parcc  rainosis,  in  tiiyrsum  folio- 
sum,  paucifluruni  abeuntibus,  foliis  tenuibus  ovatis,  inciso-dentatis  vel  pinnatifidis,  lobis  acutis,  dentatis,  petio- 
latis,  inferioribus  oppositis,  superioribus  alternis;  thyrso  elongato,  racemoso,  cymis  rcductis,  subuniHoris,  glau- 
dulose  pilosis,  calycis  laciniis  ovatis,  obtusis,  scarioso-niarginatis,  staminis  (|uinti  rudimento  rcnifonni,  Capsula 
globosa. 

Scr.  caninae  L.  similis  habitu,  sed  thyrso  paucifloro  et  forma  appendicis  statira  dignoscenda. 

Lycia:  In  monte  Ak  Dagh.  (17.  VII.  1882.) 

9.  TUffitaUs  ferrUf/fnca   Limir  Spee.  plaut.  ed.  1.  p.  .sr,7.  (I7.-)3).  —  Boiss.  Fl.  Or.   IV.  p.  429.  (IS79). 

Lycia:   In  dorlivibiis  nionlis  Ak  Dagh   (IG.  VIL   1882);  ad  rivuni  inter  Knju  JaTla  et  Bnlbura.  (20.  YIII. 

1882.) 


Cal.  2V2'"™  lg. 

Coroll.  diam.  IV^— 1% 


Beitnir/c  zur  Flora  ron  Lijcien,  Carlen  und  Mesopotaui'ioi.  91 

10.  DiyittlUs  ClirieHSin  Boiss.  iu  l'iuurd  uxs.  I.si3:  Di;igu.  Scr.  •_'.   III.  i».  lö'J.  (1850;;  Fl.  Ur.  IV.  j).  431.  (1879). 

Lycia:  Ad  Guruva.  (4.  VII.  1882.) 

11.  Digitalis  longehracteata  K.  Kichtoi-  (n.  sp.). 

Glaberrinia,  ladice  perenni,  caule  erccto,  folioso,  in  spicaiu  densam,  mferne  ramosani  abeuutc;  toliis  coria- 
ccis,  liiieari-laneeolatis,  Ita.salihii.s  loiigis.  falci<oniiil)us,  ad  l)asiii  ;uij;u.stali.s,  qua.si  in  iietioluni  alaliiiu  dccur- 
reutibus,  caulinis  diminutis,  iuferioribu.s  l'ornia  ba.saliuni,  .snperioriltiis  basi  rotimdatis,  sessilibus,  lanceolatis, 
sensim  in  bracteas  transformatis,  floribus  iu  spica  densa,  pyramidal!,  iiifenie  ramosa,  longebracteatis,  bractei.s, 
praecipue  inferioribus  maximis,  floribus  dupio  tiiplove  longioribus,  foniia  foliorum  cauiinoruin  snpcriorum,  acu- 
lissimis,  margine  revolutis,  demum  reflexis,  su})erioribiis  luindribus,  flurein  aequantilms,  glandiilosc  ciiiatis; 
floribu«  breviter  ])edicellatis,  calycis  iaeiniis  subaequalibii.s,  liueari-lanceulatis,  acutissiniis  cum  pediceliis  dense 
glaudulose  pubescentibus,  corolla  glaadulose  pubescente  luho  subgloboso,  laciniaiii  iiiliiiiam  circitcr  aequantc, 
hac  porrecta  oblougo  obtusiuscula,  cum  ('eteii.s  dense  ciliolatis  staminibus  inclusis,  Capsula  acuta,  glandiüose 
pilosa. 

Species  bracteis  lougis,  demum  reticxis  insignis. 

Caria:  Ad  Gürlek.  (7.  VI.  1881.) 

12.  Liiiaria  Avmeniaca  Ch;iv.  MouoKr.  p.  m7.  (ih33j.  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  asi.  (ust'j). 

Lycia:  Intcr  Makri  et  Levissi  (20.  IV.  1882);  ad  Gjölbascbi.  (1.  V.  1882.) 
i;3.   Liudrifl  {jeiliStifolKl  Llnne  Spec.  plaut.  ed.  1.  p.  S5y.  (1753)  suh  Antin-Iilin,. 
Viu-.  j3.  conferUfioriim  Boiss.  Fl.  ür.  IV.  p.  377.  (1879). 
Lycia:  Ad  luinas  monasterii  supra  Owadjik.  (2.  VIII.  1882.) 

14.  Liimria  corifolid   Hi-atont.  Chdix  ik-s  plant.  coroU.  iust.  p.  32.  t.  22.  (1808).  —  Boi.ss.  Fl.  Gr.  IV.  p.  .-JSS.  (1879) 

[„ernjre  coridifolia"]. 

Lycia:  Ad  Serkiz  Jaila  (31.  VI.)  et  Guruva.  (14.  VII.  1882.) 

Es  dürfte  richtiger  L.  corifoUa  beissen,  und  nicht  L.  coriilifolia,  wie  Boissier  verbessert,  wie  denn  auch 
schon  bei  Tourn.  Cor.  Inst.  „L.  Orkntalh  Corinfolio"  steht.  Der  Stamm  von  -/Arji.^  (Wanze)  lautete  ursprüng- 
lich zop'.  und  erst  später  auch  noch  xdpt'}.  Von  xöfjig  (Hijpericuiu  Coris)  findet  sich  aber  bei  Diosroridca  nur 
diese  Form. 

15.  Veronica  Anagalli.s  Liunö  Spcc.  plant,    ed.  l.  p.  12.  (1753).    —    Kchb.  Icou.  XX.  t.  Sl.  (1862).    —    Buiss.  Fl. 
Or.  IV.  p.  137.  (1879.) 

Lycia:  In  paludosis  ad  Kasch  (13.  VII.  1882);  in  monte  Nif  Dagh.  (5.  VL  1882.) 

16.  Veronica  anagalloide.s  Guss.  PI.  rar.  p.  5.  t.  3.  (i82ü).  —  Boiss.  Fl.  ür.  IV.  p.  i38.  (1879.) 

Lycia:  In  paludosis  ad  Furnaz.  (25.  IV.  1882.) 

17.  Veroitica  Beccahaiuja  Liuue  spec.  plant,  ed.  1.  p.  12.  (i753j. 

Culta  in  liorto  bot.  Univ.  Viudob.  e  seminibus  a  Dre.  Luscban  e  Kasch  in  Lycia  uiissis. 
IS.    Veronica  Ctmeifolia  Don.  in  Ann.  Nat.  Hist.  7.  p.  •l.=)7.  (1836;.   —  Boiss.  Fl.  Ür.  IV.  p.  115.  (is7;t.) 
Syn.:   V.  Carieiinis  Boiss.  Diagn.  Ser.  t.  fasc.  IV.  p.  75.  (1S14). 
Lycia:  In  summis  montis  Ak  Dagh.  (17.  VII.  1882.) 

19.    Veronica  yiiHrodi  K.  Ricliter  (n.  sp.). 

Öuffruticüsa,  cauescens;  caulibus  e  radice  lignosa  numerosis,  ascendeutibus  vel  ercctis,  basi  raiiiosis, 
lignosis,  cum  tota  planta  dense  pilosis,  superne  parce  ramosis;  foliis  biformibus:  inferioribus  late  ovatis,  obtu- 
siusculis,  basi  cuneatis,  grosse  et  irregulariter  deutatis  margine  revolutis;  snpcrionlms  linci-aribiis,  obtusis, 
iiitegerrimis,  margine  revolutis;  racemis  binis  axillaribus,  oppositis,  pedunculatis,  densis,  floribus  pcdicellatis, 
bractea  pedicellum  aequante  vel  eo  longiore  suft'iillis,  niainseulis,  calycis  deutibus  valdc  inaeqnalibus,  lougiori- 
bus,  corolla  diinidio  brcvioribus,  corolla  majusculla  (iiindritida  lobis  acutis,  stylo  exserto  longitudine  corollac, 
Capsula  et  seminibus .... 


92  Otto  Stapf. 

E  sectione  Chamaedrys,  V.  prudratae  L.  affinis  sed  habitu  et  forma  foliorum,  necnou  caiilc  irutescente 
maxime  diversa. 

Mesopotamia  supevior:  In  nionte  Nemrud  Dagh  prope  Kjäehta.  (1883.) 

Die  vorliegende  Pflanze  aus  der  formeureichen  Gruppe  der  V.  Teiwrium  L.  stimmt  mit  den  anderen  Arten 
derselben  durch  die  grosse  Variabilität  der  Blätter,  welche  bald  nahezu  ganzrandig,  bald  doppelt  gezähnt  und 
etwas  fiederspaltig  sind,  Ubereiu;  doch  linden  sich,  abgesehen  von  der  Constanten  Zweigestaltigkeit  der  unter 
und  über  den  Blüthentrauben  stehenden  Blätter,  mit  welchen  letzteren  die  der  sterilen  Seitenästchen  überein- 
stimmen, an  ein  und  derselben  Pflanze  die  mannigfachsten  Übergänge.  Im  Allgemeinen  ist  diese  Species  durch 
den  halbstrauchigen  Wuchs  und  die  zahlreichen  mehr  oder  minder  aufrechten  Stengel,  die  dichte  weissgrane 
Behaarung  und  die  schon  betonte  Zweigestaltigkeit  der  Blätter  habituell  sehr  ausgezeichnet.  Die  Blütlienfarbe 
variirt  bei  den  vorliegenden  Exemplaren  in  weiss,  blau  und  rosenroth. 

20.  Veroniea  Cymhalaria  Bod.  Diss.  p.  3.  (i798).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  467.  (is79). 

Syn.:   V.  hederaefoJia  ß.  Linn6  Spoc.  pbxut.  ed.  1.  p.  14.  (1753). 

Lycia:  In  paludosis  ad  Furnaz  (25.  IV.  1882);  in  acropoli  supra  Bazergyan  Jailassy  (26.  IV.  1882);  inter 
moutes  Mendes  et  Baba-Dagh  (21.  IV.  1882);  ad  Gjölbaschi  (2d.  V.  1882.)  —  Carla:  In  monte  Ujuklu  Dagh. 
(14.  VI.  1881.) 

21.  FedictllaHs  orthantha  Griseb.  Spicil.  IL  p.  IS.  (1843).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  486.  (1879). 

Lycia:  In  cacunüne  montis  Ak  Dagh.  (17.  VII.  1882.) 

22.  PediCUlarls  Noi'dinauiUanU  Buuge  in  Ledob.  Fl.  Koss.  lll.  p. -277.   (1847).  —    Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  4s9. 

(1879). 

Lycia:  In  cacumine  montis  Ak  Dagh.  (17.  VII.  1882.) 

Lentibulariiieae. 

Pingnicilla    Vulgm-is  Linnc  Spfc.  plant,  ed.  1.  p.  17.  (1753).   —    Sturm  Deutsch!.  Fl.  11.  IV.  \).  II.  (I803;,   nun  1'. 
leptoceras  ßeicheub.  Icon.  crit.  I.  f.  171.,  ut  Boissier  indioat. 

Lycia :  Ad  rupes  udas  riparum  fluvii  Fellen  Tschai  et  Gisil  Dcrc.  (U.  VI.) 

Acanthaceae. 

Auetore  K.  Richter. 

1.  AcUHthus  Dioscoridis   Linne  Amoen.  Ac.  IV.  p.  3-21.  (1759).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  .ö-21.  (t.s79). 

Syu.:  Ä.  limhki  Trautv.  Spec.  nov.  p.  3.  in  Act.  hört.  Petrup.  III.  p.  II.  \).  269.  (1875). 
Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagh  prope  Kjäehta.  (1883.) 

2.  Acaitthus  hlrsutUS  Boiss.  Diagu.  Ser.  1.  IV.  p.  86.  (Iö44).  —  Fl.  Or.  IV.  p.  ö-21.  (1879). 

Lycia:  Loco  non  indicato. 

3.  Acanthus  spinomtS  Linue  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  939.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  52-2.  (1879). 

Caria:  Ad  Piankaifa  (13.  VI.)  —  Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (25.  VI.) 

Orobaucheae. 

Auttore  G.  Beck. 

1.  Orobmiche  3IuteU   F.  Schulti^  inJIntel  Flore  fran?.  II.  p.  353,  Atlas  t.  43.  fig.  314.,  Suppl.  t.  2.  tig.  5.  (1835). 

Caria:  Ujuklu  Dagh. 

2.  Orohatiche  Aegyptmcn  Persoon.  Euch.  II.  p.  181.  (i807). 

In  den  Formen:   O.  Deliki  Decaisnc  in  Ann.  scienc.  nat.  2.  s6r.  IV.  p.  102.  (1835)  und  0.  loiu/ißora  Persoon  Ench. 
n.  p.  181.  (1807)'?=  0.  hngiflura  Treviranus  Observ.  in  Magaz.  d.  üesellsch.  naturf.  Fr.  Berlin.  VII.  Jahrg.  (1816). 
p.  150.  Taf.  II.  Fig.  10  u.  11. 
Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagh.  (1883.) 


Beiträ(/e  zur  Flora  vun  hijden,  Carlen  und  Mcsoputainkn.  l)  3 

3.  Orobauche  uretuiriu   ßorkhauseu  liciti-.  z.  deutscli.  Floni  iu  Kocmci-'s  Nim.  Ma;,';«.  t.  Butiin.  I.  p.e.  (1797). 

Syn.:  Fhelypam  arenaria  Walper's  Kepert.  botan.  HI.  p.  45y.  (1811—15).  —  Kcutur  in  DC.  Prodr.  XI.  p.  6.  (I.sl7). 
—  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  195. 

Lyeia:  In  jugo  propc  Karakiöi.  (2.  VIII.  1882.) 

4.  Orobmiehe  i^peciosa  DC  Fl.  Fiang.  VI.  p.  393.  (1S15).  —    Reuter  in  DC:.  l'i-ütlr.  XI.  p.  19.  (1847).  —     Boiss. 

Fl.  Or.  IV.  p.  .006.  (1879). 

Lycia:  Ad  Makvi.  (24.  IV) 

5.  Orohanrlie  pubesceits  Dumout  (l'Urville  Enum.  pUmt.  Or.  p.  70.  Nr.  5ü7.  (ls-22).    —    Keuter  iu  DC.  Prodr. 

XI.  p.  27.  (1847).  —  Boiss.  Fl.  (»r.  IV.  p.  507.  (I879j. 

Lycia:  Ad  Gjölba.scbi  (29.  V.  18S2)  et  Sidyina  (forma  corollis  niiiiii.s  pilosis  iiitcriuixta). 
B.    Orobanche  full,[linosa   Reuter  in  DC.  Prodr.  XL  \). -li.  (1847;  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  510.  (1879). 

Lycia:  Gjölbaschi.  (29.  V.  1882.) 

Die  Pflanze  war  bisher  aus  Kleinasieu  hlos  von  der  Insel  Kbodos,  wo  .-^ic  l'.durgeau  sammelte,  bekannt. 
Sic  eneicht  somit  durch  den  Fund  Dr.  Luschan's  iu  dem  Standorte  bei  (4jölbaschi  den  am  weitesten  nach 
Osten  vorgeschobenen  Standort. 

Plaiitaa^ineae. 

1.  Pldlltago   major  IJnne  Spec.  ])laut.   ed.  1.  p.  112.   (1753). 

Lycia:  In  paludibus  ad  Kasch.  (13.  VII.  1882.) 

2.  Plailtago  Asiatica  Linne  8i)Ci'.  plant,  ed.  1.  p.  113.  (1753). 

Syn.:  P.  major  ß.  Decnc.  in  DC.  Prodr.  XIII.  p.  I.  p.  494  (185-2). 
Lycia :  Ad  Katara. 

Die  lycische  Pflanze  stimmt  aufs  genaueste  mit  Exemplaren  von  Ui)sala,  der  Insel  Cscpel  und  dem 
Mt.  Denis  (Hennegau). 

3.  Plantayo   lanceolata  Linne  8pee.  plant,  ed.  1.  p.  113.  (1753).  —  Sturm  Deutsehl.  Fl.  IL  7.  (.1799j.  —  Boiss.  Fl. 

Or.  IV.  p.  881.  (1879)  quoad  var.  a.  ,/cjii(iiia. 

Lycia:  Ad  Chertek  et  inter  ßaschibunar  et  Gürdef  Jailassy.  (19.  VII.  1882.) 

4.  PlantmjO  OrientaliS  stapf  Bot.  Ergebn.  d.  Pol.  Exp.  Pers.  (1885). 

Var.:  Lycia  Stapf  (n.  var.). 

Planta  humilis,  tbliis  breviter  lanceolatis,  deusius  sericco-lanceolatis,  scapis  folia  paulo  superantibus, 
ascendcntibus,  spicis  parvulis,  bractcis,  saltem  florum  inferiorum,  dorso  lanato-pilosis  vcl  pilis  parvis  obsitis  vel 
subglabris,  corollae  lobis  plerunique  paulo  angustioribus  quam  in  forma  typica. 

Lycia:  Ad  Guruva.  (14.  VIL  1882.) 

Man  hat  es  hier  offenbar  mit  einer  durch  trockenen  Standort  bedingten  Varietät  der  P.  OrkntaUs  zu  tliun. 
Abgesehen  von  den  angeführten  Merkmalen  slimmcn  die  Pthurzen  von  Guruva  und  von  Persien  vollständig 
überein.  Die  Behaarung  dei  Bracteen  ist  an  einer  und  derselben  Pflanze  sehr  schwankend  und  was  die  Form  der 
Krouenzipfel  betrifft,  so  sind  sie  bei  der  lycischen  Pflanze  allerdings  meist  etwas  schmäler  und  der  grösste 
Qucrdurchmesser  liegt  mehr  gegen  die  Mitte  zu;  allein  daneben  finden  sich  andererseits  alle  Übergänge  zur 
typischen  Form. 

Yerbeiiaceae. 

Viteop  Afjtms  Castus  Linne  Spec.  plant,  cd.  1.  p.  638.  (1753/. 

Lycia:  In  valle  Dembra  (26.  VI.  1882)  et  Jailas.sy  Tschai  (Ki.  VII.  1882);  ad  Ilemirola  Kaifa. 


94  Otto  Stapf. 

Labiatae. 

1.  Mentlia  rotUlulifoHa  Liuuc  .Siieo.  i)l;iut.  cd.  l.  p.  ö7e.  (170a)  \no  y-M.  iL  splcatae. 

Lycia:  In  paludibiis  piope  Kasch. 

2.  Ol'iynnurn  Ollites  Liunc  Spcc.  iihmt.  ed.  1.  p.  ÖOO.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  5Ö3.  (1879). 

Lycia:  Ad  Gjölbasclai  (^9.  V.,  25.  VI.  18^!2),  (3.  VI.  ls8l);  ad  Acropuliu  supra  Kadyauda  et  Bazeigyan 
Jailassy.  —  Caria:  Ad  Piaukail'a.  (13  VI.  1881.) 

3.  Thymus  zygiokles  Griseb.  Spicil.  iL  p.  11«.  (isu). 

!Syn.:   27«.  sfriatiia  Boiss    Fl.  ür.  IV.  p.  557.  (1879)  pro  p;u-te.  —   'l'/i.  i:utiS2Krsas  var.  Lijcauiika  Col.  iu  Flora.  LXVl. 
p.  156.  (1883). 

Caria:  Ad  Gozlar. 

Celakovsky  behauptet  n.  a.  0.,  dass  die  Angabe  iu  Walp.  Ann.  t.  V.  p.  672  (1851),  wornach  die  auf 
den  Bergen  zwischen  Beychehr  und  Kouiah  gesammelten  und  als  Th.  dnatua  in  den  pl.  Heldr.  Auat.  aus- 
gegebcueu  T%»M/.s-Exeinphire  Th.  zij<ji<jidea  Gris.  sind,  unrichtig  sei.  Nun  liegen  mir  aber  Exemplare  von  der 
citirteu  Ausgabe,  sowie  vom  gleichen  Standorte,  aber  im  Jahre  184S  von  Held  reich  gesammelte  und  als 
TA.  hirsutus  bezeichnete  Stücke  vor,  welche  mit  dem  Grisebach'schen  27/.  zijywides,  wie  ihn  Kerner  aus 
Grisebach'sHand  vonEodosto  bekomen,  vollständig  übereinstimmen  und  zwar  auch  im  Bau  des  Kelches,  der 
nach  Celakovsky  für  Th.  zijyioulcs  Gris.  charakteristisch  sein  soll.  Ein  Vergleich  dieser  Th;/iiü  bestätigt  die 
Kichtigkeit  jener  Angabe  in  Walp.  Ann.  vollkommen.  Mit  den  Pflanzen  von  Beychehr  und  Kouiah  ist  aber  aucli 
jene  von  Gozlar  identisch.  Es  scheint  eben  der  Th.  zijtjioides  im  Südwesten  Kleinasiens  weit  verbreitet  zn  sein. 
So  gehören  hieber  nachfolgende,  im  Herbar  des  Hofmuseums  in  Wien  vertretene  Thymi:  Th.  striatus  Sibth. 
Caria  1843,  C.  Pinard.  —  301.  Th.  zinjioidex  Griseb.  (Boiss.)  Coteaux  situes  au  nord  de  Loudja,  pres  de 
Smyrne.  21.  Mai  1854  aus  Balansa's.  PI.  d'Or.  —  293.  Th.  zi/yioklen  Griseb.  (^Boiss.)  In  gramiuosis  montis 
Ballonklardan,  17.  juin,  1860  aus  E.  Bourg.,  Plaut.  Lyc. 

4.  TJll/inuS  SipyleUS  Boiss.  Diagn.  S6r.  I.  f.  5.  p.  16.  (1844). 

Syu.:   Th.  Seriyn-am  ä.  aquurrosus  Boiss.   Fl.  Or.  IV.  p.  556.  (1879). 
Lycia:  Ad  Subaschi  Jaila  (19.  VII.),  Gilewgy  Jailassy  et  iuter  Baschibunar  et  Gürdef-Jaiilassy.  (19.  VII.) 

5.  Thymus  CiUciCUS  Boiss.  üiagn.  S6r.  I.  f.  i.  p.  8.  (1859).  —  Öol.  in  Flora.  LXVI.  p.  168.  s.  (1883). 

Lycia:  Ad  Tscheschme.  (14.  VII.  1882.) 

6.  Thymhrd  spicata  Liun6  Spec.  plant,  cd.  1.  p.  869.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  561.  (I879j. 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (21—29.  V.) 

7.  Mivroinei'ia  I/i/cia  stapf  (n.  sp.). 

E  basi  suffrutesceute  valde  ramosa,  ramis  erectis,  virgatis,  tenuibus,  plerumque  elongatis,  cymulis  in  race- 
mos  longos  cougestis,  remotis,  peduuculatis,  parvifloris. 

Caulis  obtuse  quadrangularis,  reverse  et  adpresse  hirtulus,  scabridiusculus.  Folia  caulina  elliptica  vel 
lauccolatodinearia,  acutiuscula,  margine  revohita,  ima  brevissime  petiolata,  caetera  sessilia,  breviter  hirtula, 
iuternodiis  duplo  et  ultia  breviora;  floralia  laueeolata  vel  linearia,  obtusiuscula,  cymulas  superantia.  Cymae 
subsexflorae,  vel  in  speciminibus  debilibns  ad  1 — 4  flores  reductae,  pedunculatae,  remotae,  internodiis  2 — 2'/2  plo 
brcviores,  rarius  magis  approximatae.  Calyx  angnste  tubulosus,  breviter  hirtellus,  subbilabiatus,  dentibus  labii 
superioris  tubo  triplo,  inferioris  subduplo  brevioribus,  lanceolatis,  acutis,  deiuum  erecto-pateutibus,  faucc  hispi- 
dulus.  Bracteae  lineari-subulatae,  dimidium  calycis  superantes  vel  aequnntes.  CoroUa  rosea,  breviter  exserta, 
tubo  extus  miuute  hirtello,  labio  infero  trilobo,  lobo  intermedio  lateralibus  paulo  longiore,  spathulato-cuncato, 
labio  supero  erecto,  brevissime  bilobo.  Nucnlae  oblongae,  apice  in  acumen  muticum  contraetae. 


Plant.    15-35'""  alt. 

Fol.  —II"'"  lg.;  2—4"""  lt. 

Cal.  3- 5"""  lg.  (tub.  2-6— 2-8""".) 


Coroll.  tub  4'/2"""  lg. 

„        lab.  inf.  2'"'",  sup.  1  •  5"""  lg. 


Beiträge  zur  Flora  ron  Lycicn,  Cnrieii  innJ  Alfsapo/amien.  95 

Lycia:  Ad  GJölbascbi  (27.  V.,  22.  VI.)  et  ad  Piankaifa. 

Vom  Habitus  der  M.  Graeca  L.,  jedocli  dnrcli  die  weiter  vou  einander  entfernten  Cyinen,  kürzeren  Kelcb- 
zäbne  und  mit  einem  stumpfen  Spitzcben  versebeucn  Samen  verscbieden.  Von  M.  Julia  im  (L.~)  Btb.  dagegen 
weicbt  sie  durcb  den  bebaartcn  Scblund  und  nacb  auswärts  gebogene  Kelcbzäbne  scbr  entscbieden  ab. 

8.  Calaminfha  stenostoina  stapf  (n.  sp.i. 

Annua,  pumila,  piiberula,  cymulis  ad  2,  rarius  o  fiores  pnrvos  reduetis,  e  basi  raniosis,  calycibus  interne 
valde  gibbosis,  sub  ore  angustc  constrictis,  basi  iiirtis. 

Caulis  erectus,  Simplex,  obtuse  quadrangularis,  breviter  pubescens.  Folia  caulina  duo,  parva,  ovato-elliptica, 
obtusa,  utraque  faeie,  imprimis  subtus,  minute  hirtello-pubeseentia,  petiolo  himinae  aequilongo  sufftüta;  floralia 
majora,  rbomboideo-elliptica.  inferiora  obtusa,  supcriora  acuta,  in  petiolum  attennata,  obsolete  serrata  vel 
integra,  indumento  caulinis  consimilia,  nervis  secundariis  arcuati.s,  seeuudum  marginem  angustissime  revolutum 
evanescentibus.  Calyx  pedicello  rigido,  crassiusculo  triplo  longior,  curvatiis,  basi  valde  gibbosus,  pilis  albis, 
longiusculis  birtus,  superne  valde  constrictus,  breviter  glandulose  hirtellus,  vix  l)iiabiatus,  dentibns  subulatis, 
ciliatis,  fauce  pilorum  annulo  instruetus;  fruetifcr  arcte  clausus,  apiee  brunneus.  CoroUa  parva,  vix  exserta, 
tubo  brevi,  extus  birtello,  labio  supero  brevi,  latd,  cmarginato,  infero  trilobo,  duobus  maculis  breviter  barbatis 
ornato,  lobo  interniedio  obovato,  siibtruncato.  Staminum  tilamenta  antieorum  dimidio  labil  iuferi  vix  breviora, 
posticorum  brevissima ;  antlierae  loculis  binis,  paulo  divergentibus,  eonuectivo  lato. 

Plant.  5 -5"°  alt.  C'al  tub.  7'"">  lg.  (tub.  5""") 

Fol.  caul.5"""lg.;  4°"Mt.  !    Coroll.  tub.  6™"  lg. 


„     floral.  inf.  9—11'""  lg.;  4—6"""  lt. 
Pedic.  ext.  2— 2V2"""lg. 

Caria:  Ad  Eskere  Bogbas. 

Aus  der  Gruppe  der  Calaminfha  graveolens. 


lab.  sup.  IV2"'™  lg.;  2"""lt. 
„     inf.  2"""  lg. 


'.J.  Caldinlntha  piyereUoides  .stapf  (n.  sp.). 

Suflfruticulosa,  bumilis,  trunco  brevi,  crasso,  ramos  ninltos  lignosos  repetite  ranioso  edente,  ramis  vetuslis 
nudis,  bornotinis  birtellis,  multifoliatis,  foliis  pallidis,  floribus  tubo  longe  exsorto,  singulis  in  axillis  sujje- 
rioribus. 

Caulis  teres,  pilis  brevissimis  et  longiusculis  circumcirca  patule  birtellus.  Folia  ovata  vel  ovato-elliptica, 
in  basin  atteuuata,  rarius  truncata,  minute  serrata,  obtusiuscula,  margine  revoluta,  utraque  facie,  imprimis 
subtus,  minute  hirtello-pubeseentia,  nervis  prominulis,  arcuatis,  secunduni  marginem  evanescentibus.  Cymulae 
ad  unum  florem  reductae,  bibracteolatae,  braeteolis  subulatis,  pedicellum  subaetiuantibus,  breviter  birtellis. 

Calyx  longe  cylindrico-tubulosns,  pedicello  multiple  longior,  10 — 13  nervius,  minutissime  birtellus,  vix 
bilabiatus,  labio  infero  ad  basin,  snpero  ultra  medium  fisso,  dentibus  e  basi  triangulari  subulatis,  intus  nudus. 
Corolla  tubo  calyce  cylindrieo  superne  paulo  ampliato,  extus  pilosiusculo,  intus  nudo,  dnplo  longiore,  labio  sujiero 
lirevi,  lato,  bilobo,  infero  profunde  trilobo,  lobis  latis,  rotnndatis,  mcdio  emarginato,  basi  usque  ad  staniiimni 
antieorum  insertionem  villoso-barbato.  Staminum  tilamenta  ascendentia  antice  labio  infero  dimidio  breviora, 
connivcntia,  postica  brevissima,  antlierae  biculis  paralleiis.  Stylus  bifidus,  breviter  exsertus. 

Suffrut.:  6— 12''"  alt.  Cal.  tub.  6—7"""  lg. 

Cor.  tub.  IG— 2U™'°  lg. 
„     lab.  sup.  3  •  2'"-"  lg. ;  5"""  lt. 
„     lab.  inf.  7  y^"""  lg. 

Lycia:  Ad  Gjölbascui.  (4.  V.  1882.) 

Diese  schöne,  durch  die  weit  den  Kelch  überragenden  CoroUen  ausgezeichnete  Calaminfha  ahmt  in  auf- 
fallender Weise  die  Tracht  der  C.  I'iprrflla  (W.  K.)  nach,  nur  ist  sie  etwas  straucldger;  nicht  viel  weniger 
erinnert  sie  an  die  Calaminthen  aus  der  Gruppe  der  C.  alpiiia.  Allein  der  Bau  des  Kelches  und  der  Blumen- 


Fol.  7  —  10'""  lg.;  5  —  8"'"  lt. 
Pedic.  2—3"""  lg. 
Cal.  tot.  8— 10""  lg. 


96  Otto  Stapf. 

kröne  weisen  entschieden  auf  die  Gruppe  Eucalamintha  hin,  die  aber  andererseits  durch  die  mehr  oder 
weniger  reich  verzweigten  Cynien  ausgezeichnet  sind,  während  diese  hier  stets  auf  eine  Einzelhlüthe  redu- 
cirt  sind. 

10.  7Aziphora.  Brantii  c.  Kocli  in  Limi.  XVII.  p.  294.  (i84.'?). 

Syn.:  Z.canescenx  Boiss.  Fl.  ür.  IV.  p.  r.SO.  (1879)  ex  parte. 
Lycia:  Ad  Guruva.  (14.  VH.) 

11.  Zhlphora  eapttUta   Linue  Spec.  pl.ant.   ihI.  1.  p.  -21.  (175.3).  —   Boiss.  Fl.  Ür.  IV.  p.  5SG.  (1879). 

Syii.:    Z.compacta  Friv.  iu  Fli)r.  XVIII.  p.  :i.3ü.  (18.3.")). 
Lycia:  Loco  non  indicato. 

12.  Salvia  chrysophylla  stapf  (n.  sp.). 

Caulis  elalus,  simplex,  ohtuse  qnadrauguhiris,  breviter  villoso-tomentostis,  su])erne  viscosiis.  Folia  inferiora 
et  intermedia  petiolata,  e  basi  cordata  vel  subcordata  hitc  ovato-lanceolata,  acuta,  irregulariter  crenulata,  supra 
vcrrucoso-rugosa,  iu  rugulis  brevissime  aureo-tomeutoso-viscosa,  subtus  breviter  incano-luteoviridia,  tomentosa, 
glandulis  aurcis  conspersa,  summa  caulina  lanceolata,  in  basiu  attenuata,  sessilia,  caeterura  couformia;  floralia 
c  basi  rotundato-ovata  longe  acuiuinata  calices  superantia  vel  summa  aequantia,  viscoso-papillari-hirsuta.  Ver- 
ticillastro  internodiis  calyce  2 — 4i)lo  longioribus  di.stincta,  2 — 4  ,  rarius  ßflora.  Calyx  Cdnico-campanulatus, 
striatus,  viscoso-pubescens,  labio  supero  tridentato,  dentil)us  lateralibus  brevissime  aristulatis,  brevibus,  inter- 
mcdio  niinimo,  inferioribus  ovato-triangularibus  brevissime  aristulatis.  Corolbx  formae  macranthae  calyce  27.-)  ph) 
longior,  tubo  vix  exserto,  labio  supero  longo,  falcafo,  violascente,  infcro,  ut  videtur,  flavescente,  formae  micran- 
thae  minor,  calyce  subduplo  longior,  Libio  su))cro  subrecto,  apicc  incurvo,  in  iitraque  forma  villosula,  glaudu- 
losa.  8tamina  sect.  Go)iyrosph.aces. 

Plant.  30™  alt.  j    Coroll.  form.  macr.  2n"'™(tub.  IU""");  micr.  16"^"^  lg. 

Fol.  interm.  9— g'/^"^"  lg.;  2^^— SV/"'  lt.  (i\xh.  8"™). 

Cal.  9—10"""  lg. 

Lycia:  Ad  Guruva.  (14.  VII.  1882.) 

Es  liegt  leider  nur  ein  vollständiges  Exemplar  der  kleinblüthigcn  und  eine  Inflorescenz  der  grossblüthigen 
Form  vor.  Allein  die  Form  der  Blätter,  die  Behaarung,  namentlich  der  Oberseite  derselben,  sowie  die  grossen 
Tragblätter,  die  aber  doch  wieder  viel  kleiner  als  bei  »S*.  Sditren  sind,  charakterisiren  die  Pflanze  in  so 
bestimmter  Weise,  dass  sie  nicht  zu  verkennen  i.st.  Näher  als  der  ^'.  Sciarea  L.  steht  sie  der  S.  Aeihiopk  L. 
und  der  S.  Kochiana  Kunze,  unterscheidet  sich  aber  von  beiden  durch  das  Indunient,  die  Form  der  Blätter 
lind  durch  kleinere  Blüthen  mit  relativ  längeren  Tragblättern. 

13.  SalvMi  ^lichroantha  Stapf  (n.  sp.^. 

Caulis  obtuse  quadrangularis,  inferne  glaber,  superne  tomentcllus,  elatus.  Folia  infima....,  intermedia 
petiolata,  basi  truncata,  oblongo- lanceolata,  subacuta,  crenulata,  supra  rugulosa,  brevissime  pubesceutia, 
pallide  viridia,  subtus  reticulatim  venosa,  breviter  incano-tomeutclla;  superiora  breviter  petiolata,  basi  cordata, 
anguste  oblongo-lanceolata,  minora;  summa  minima,  sessilia,  lanceolata,  indumento  densiore  vestita;  floralia 
perminima,  calycibus  multo  breviora  e  basi  lat'ssima  breviter  ovata,  obtusa.  Verticillastra  4 — 6  flora,  approxi- 
mata,  internodiis  floribus  brevioribus,  in  spicam  densinsculam  congcsta.  Calyx  subsessilis,  campanulatus,  vis- 
ciiso-pubescens,  labio  supero  tridentato,  dentibus  brevissime  aristulatis,  iutermcdio  breviore,  inferiore  bideutato, 
dentibus  ovato-triangularibus,  cuspidatis.  Corolla  parva,  calyce  2 — 3y2plo  longior,  tubo  albido,  exserto,  labio 
supero  apice  violascente,  incurvo,  infero  intense  coeruleo,  lobis  lateralibus  ovato-oblongis,  deflexis,  dimidio  hilii 
intermedii  longioribus. 


Fol.  interm.  c.  pet.:  7%™  lg.;  17^-2'/^™  lt. 
Spie.  6'"'  lg. ;  vix  2""  lt. 


Cal.  4™"  lg. 


Coroll.  tot.  10—11"^"^  1 
„       tub.  G"""  lg. 


)-i* 


Beiträge  zur  Flora  von  Li/cien,  Carlen  und  Mesopotamien.  0  7 

Lycia:  Loco  nou  indicato. 

Es  liegt  leider  mir  ein  unvollsfüiuliges  Exemplar,  nämlich  ein  über  den  untersten  Blättern  abgebrochenes 
Stück  vor.  Die  mittleren  und  oberen  Blätter  sind  indessen  ebenso,  wie  die  Inflorescenz  vollständig  erhalfen. 
Ohne  Zweifel  gehört  die  Art  in  die  Nähe  der  S.  prittensis  L.  nnd  <S'.  Jiimdorum  Andrz.,  initerschcidet  .sich  aber 
von  beiden  durch  die  Form  der  derbconsistenten  Blätter,  deren  feinfilzige  Behaarung  auf  der  Unterseite  und 
durch  die  kleinen,  dichter  gestellten  Bliiflicnwirtel  so  sehr,  dass  sie  keiner  von  beiden  zugerechnet  werden 
kann.  Von  8.  silrestria  L.  und  .S'.  eluta  Host  unterscheidet  sie  sich  ebenfalls  durcii  Form,  Behaarung  und  C'on- 
sistcnz  der  Blätter,  sowie  auch  durch  die  winzigen  Tragblätter. 

14.  Salvia  Lihanotica  Uoiss.  et  Giüll.   Diagn.  S«r.  -2.  f.  IV.  p.  IC.  (1850).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  594.  (1879). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (1.  V.  1882.) 

15.  Stllma  triloba  lAuui  fil.  Suppl.  p.  sS.   (1781).  —  Sibth.  ot  Um.  Fl.  Gr.  I.  p.  13.  t.  17.  asoG). 

Syu.:  S.  friiticnlosa  Mill.  Dict.  (l.  jard.  t.  6.  p.  ll-i.  (1785;.  —  S.  Sijii/lai  Lam.   lU.  gcur.  I.   t.  63.   (1791). 
Carla:  Ad  PiankaYfa. 

IG.  Salvia  Conra dl  stapf,  (n.  sp.). 

Fruticosa,  ramis  lignosis  prostratis  vel  ascendentibus,  crassitndine  pennae  corviuae,  rainulos  brcvcs,  dense 
foliatos,  in  spicam  densam  patule  villosam  abeuntes  edentibus,  floribus  albidis,  niagnis. 

Rami  vetusti  cortice  demum  sc  laeiniatim  disiungente  obscure  griseo-briinneo,  superne  patule  piloso  obtecti, 
hornotini  virides  vel  rubescentes,  patule  villosi,  breves,  alii  floriferi,  alii  fascicnlos  foliorum  formantes  vel  cloii- 
gafi,  vegeti.  Folia  ranuilorum  vegetorum  elongatorum  petiolo  laminae  subaequilongo  suflfulta,  ovato-oblonga, 
basi  cuneafa,  obtusa,  parvo-crenulata,  subtus  elevatim  nervosa,  supra  rugulosa,  hirta;  intima  ramulorum  flori- 
ferorum  et  fasciculorum  in  petiolum  aftenuata,  oblonga-  vel  ovato-oblonga,  obtusa,  brevissime  crenulata  vel 
subintegra,  caeterum  superticie  supra  descriptis  conformia;  Horalia  oblonga  vel  oblongo-lanceolata,  in  petiolum 
brevem  attenuafa,  obtusa,  pubescentia,  in  margine,  praesertim  versus  basin,  villosule  eiliata,  infera  calyce  super- 
anfes  vel  aequantes,  supera  breviora.  Verticillastra  circiter  tres  approximata,  2—6  flora,  internodiis  Horibus 
brevioribus.  Calyx  conico-campanulatus,  ad  medium  bilabiatus,  labio  supero  latissime  ovato  apice  emarginato, 
infero  breviore  bidentato,  dentibus  late  ovato-triangularibus,  acutis,  totus,  imprimis  vero  inferne,  longe  patule- 
que  villosus.  Corolla  tubo  superne  aiuplo  exserto,  labio  supero  subrecto,  brevi,  villoso,  infero  lobis  laferalibus 
brevissimis,  latissimis,  intermedio  bilobo,  albida.  Stamina  autherarum  connectivo  antice  porrecto,  loculum 
crassum  ferente. 


Kam.  hörn,  tiorif.  8—12°"'  alt. 
Fol.  iufer.  c.  pet.  2—3™  lg.;  8—12""  lt. 
„    floral.  infl.  27,-37,=- lg. ;    7,— 1-5 
Cal.  tub.  1—1 -2""  lg. 


Cal.  lab.  sup.  O—U"'"'  lg.;  8— O"'"'  lt. 

„      „     inf.  5-6"™  lg. 
CoroU.  circ.  3""'  lt.  (tub.  27/"') 


Carla :  In  nioute  lljuklu  Dagh. 

Bildet  innerhalb  der  Section  HymeHOsphacc  einen  eigenen  Typus,  der  sich  von  den  verwandten  Formen 
sehr  bestimmt  unterscheidet. 

17.  Salvia,  viridis  Liüu6.  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  24.   (17.53).   —    BiMtol.  Fl.  Ital.  I.  p.  138.  fI833).    —  Boiss.    Fl.  Or 

IV.   p.  630.   I1879J. 

Lycia:  Inter  montem  Babadagh  et  Minara.  (21.  IV.) 

18.  Salvia  Sr^OVitxiana  Bunge  Lab.  I^ers.  p.  44.   (1873).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  607.  (1879). 

Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagh  prope  Kjächta.  (1883.) 

19.  Salvia  vefbcusvifoUa  Marsch,  a  Hieb.  Fl.  Taur.  Caue.  III.  ]).  51.  a819). 

Var.  cana  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  619.  (1879). 

Denkschriften  -lor  mathera.-nalurw.  Hl.    L.  Bd.  jVhhandlunj'en  von  Niclitniili,'lieilern.  n 


98  Ofto  Stapf. 

Syn.:  .5.  microstegia  Boiss.  Diagn.  Ser.  II.   f.  4.  p.  17.  (1859).  —  iS.  atomaria  Boiss.  1.  c.  p.  18. 
Lycia:  In  monte  Nif  Dagb,  1600'"  s.  m.  (5.  V.) 

20.  Salvia  chnoodes  stapf  (n.  sp.). 

E  trunco  bvevi  pluricipite  cortice  atro-brunneo  vestito,  c  maxima  parte  subterraneo  caules  ecquideni  et  flori- 
feros  rigidos  basi  crebrius  foliatos,  mox  in  pauiculam  rig-idani,  parce  longo  ramosani,  viscidani  verticilla.stris 
approxiraatis,  grauditloris,  summis  saepc  abortivi.s  et  alios  vegetos  ad  folioriuu  iascicula  abbreviatos  edeu.s,  foliis 
impiimis  junioribus  dense  niveo  pannosis,  floribus  albidis. 

Caulis  obtuse  quadrangularis  plus  minusve  dense  arachnoideo-villosus,  superue  viscosus.  Folia  ba.salia  et 
ramonim  vegetorum  e  basi  cuneata  vel  truncata  vel  subcordata  ovata,  ovato-oblonga  vel  oblonga,  obtusa,  grosse 
croso-crenata  vel  sinuato-loljata,  dense  pannosa,  tandem  vero  panno  partim  evanido  cauo-tonicntosa,  petiolo 
laminam  aequantc  vel  paulo  brcviore  suflfulta,  caulina  pauca,  augnstiora  in  petiolum  decurrentia  vel  scssilia, 
densissime  niveo-pannosa;  floralia  lanceolata,  superne  diminuta  atque  latiora,  villo  densissimo  albo  involuta, 
suprema  et  ramulornm  late  rotiindato-ovata,  acuminata,  minus  villosa,  viscida,  facie  glabrescentia,  basi  pallida 
cxcepta,  viridia.  Verticillastra  circiter  sexfiora,  approximata,  internodiis  flores  vix  aequantibus  vel  brevioribus. 
summa  interdum  abortiva.  Calyx  breviter  tubuloso-campanulatus  labiis  brevibus,  superioris  deute  iutermedio 
minimo,  inferioris  dentibus  late  ovatis  in  mucronem  attenuatis,  totus  glauduloso-villosulus.  CoroUa  calyce  triplo 
longior,  tubo  calycem  vix  superante,  antice  abrupte  ampliato,  intus  squamula  fimbriata  munito,  supra  eam 
glanduloso-pilosulo,  caeterum  glabro,  labil  inferi  flavidi  lobis  lateralibus  oblique  obovatis,  uiargine  assymetrice 
iuvolutis  ideoque  in  siecatis  per  speciem  linearibus  porrectis,  intermedio  valde  coucavo,  emarginato,  crenulato, 
labio  supero  albido,  falcato-erecto,  apicc  truucato,  extus  superne  glanduloso-piloso.  Antberarum  connectiva 
antice  deflexa^  abrupte  dilatata,  loculi  rudera  gerentia.  Antberae  augustac  sublineares.  Stylus  in  anthcseos 
fastigio  ex  apice  labii  superioris  longe  exsertus  stigmate  breviter  bifido. 


Tot.  plant,  ca.  30™  alt. 
Fol.  bas.  c.  pet.  9—11™  lg.;  3—3'//™  lt. 
„       „      s.  pet.  4—5™  lg. 


Inflor.  12— IG""  lg. 

Cal.  12—13™'"  lg.;  tub.  ca  :  D'""'  lg. 

CoroU.  3™  lg.;  tub.:  13—14""". 


Diese  schöne,  durch  den  schneeweissen,  dichtwolligen  Überzug  der  jüngeren  grundständigen  und  der 
oberen  Laubblätter,  sowie  der  Floralblätter  ausgezeichnete  Art  steht  der  S.  catuli'lis.fima  Vahl  nahe.  Sie  unter- 
scheidet sich  aber  von  ihr  nach  der  Beschreibung  bei  Vahl  Eiiuni.  I.  p.  278.  durch  kleinere,  tiefer  buchtig- 
gelappte  Blätter,  mehr  genäherte  Wirtel  und  den  iMangel  der  „setae"  an  den  Floralblättern  und  den  Seitenzipfeln 
der  Unterlippe.  Von  .S'.  odorata  Willd.  weicht  sie  durch  die  Art  der  Behaarung,  die  Form  der  Blätter  und  den 
viel  dichteren  Blüthenstand  mit  reicheren  Wirtelu  sehr  entschieden  ab. 

21.  Salvia  potentillaefolia   Boiss.  et  Heldr.   in  DC.   Prodr.  XII.  p.  270.   (1848).   —   Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  597. 

(1879). 

Lycia:  Ad  Gilewgy  JaYlassy ;  in  declivibus  montis  Ak  Dagh.  (16.  VII.) 

22.  Wepeta  tolypantJia  Stapf  fn.  sp.). 

E  basi  caules  plures  simpliccs  ramososve  edens,  breviter  albo-tomentclla,  verticillastris  densissiniis  inferne 
remotiusculis,  superne  in  spicam  approximatis,  floribus  miuutis,  corolla  fiavo-albida,  valde  incurva.  Caulis 
quadrangularis,  dense  et  breviter  albo-tomentellus.  Folia  caulina  petiolata,  e  basi  truncata  vel  cordata  trian- 
gulari-ovata,  acuta,  crenata  vel  eroso-denticulata,  supra  pallide  viridia,  brevissime  et  adpresse  tomeutella, 
subtus  indumento  densiore,  caeterum  conformi  vestita,  incana;  floralia  ininora,  verticillastra  aequantia,  sessilia. 
Verticillastra  e  cymis  binis  valde  ramosis,  deusissimis,  fere  sessilibus,  inferne  reiiiotiusculi,  superne  plus  minus 
confluentes,  magnitudine  pisi.  Bracteae  subulato-lanceolatae,  acutissimae,  villosulae,  calycem  aequantes,  vel  eo 
paulo  breviores,  numerosae.  Calyx  oblongus,  minutissime  puberulus,  pilis  longis  sparsis  obsitus,  tubo  sulcato- 
striato,  ore  recto,  dentibus  subulato-lanceolatis,  acutissimis,  strictis  vel  leviter  iucurvis,  fructiferi  liumcfactis 
conuiventibus  tubum  claudentibus.    Corolla  tlavo-albida,  extus    brevissime  villosula,  tubo  angusto,  imprimis 


Beiträge  zur  Flora  von  Lycien,  Carien  und  Mesopotamien.  9vt 

demum  valde  incurvo,  calyce  exserto,  hibio  ssupero  brevi,  subplniu),  infero  miiltn  majore.    Nucnlae  obtuse  tri- 
quetro-ovatae,  minutissime  tuberculatae,  apice  muriculatae. 

Plant.  20—30'^"  alt.  Cal.  4«"°  lg. ,  fiuct.  5™"  lg. 

Fol.  IV2-2™  lg.;  l-iy^™  lt.  I    Coroll.  7—8"""  lg. 

Lycia:  Ad  Tsclieschme  et  Guruva.  (14.  VII.) 

Der  N.  camphorata  Rois.s.  et  Heldr.  nahe  verwandt  luid  von  sehr  ähnlicbem  Habitus.  Doch  sind  <lie 
Blüthen  noch  etwas  kleiner,  die  Form  des  Kelches  nähert  sich  mehr  derjenigen  der  Arten  aus  der  Seclion 
Orthonepeta  Benth.,  die  Corollen  sind  bedeutend  kleiner,  einfarbig  gelblichweiss  und  besonders  nach  dem 
Verblühen  auffallend  stark  gekrümmt;  die  einzelnen  Wirtel  sind  endlich  reichblüthiger  und  weniger  weit  von 
einander  entfernt  oder  wenigstens  im  oberen  Theil  in  eine  ununterbrochene  Ähre  verschmolzen. 

23.  Nepeta  Lycia  Stapf  (n.  sp.). 

Elata,  remote  foliata,  viridis,  in  paniculam  angaste  contractam,  laxani,  sparsifloram  abeuns. 

Caulis  quadrangularis,  breviter  pubescens,  glandulis  sparsis  obsitus.  Folia  infima.  .  ..,  intermedia  scssilia, 
e  basi  subcordata  ovato-oblonga,  obtusa,  utrinque,  impriniis  in  facie  dorsali,  glandulis  chlorophaeis  conspersa, 
tenuiter  pubescens,  crebre  ac  obtuse  dentata,  superne  in  floralia  minora  abeuntia.  Verticillastra  e  cymis  binis 
hmgiusculis,  pedunculatis,  iteratim  dichotomis  3 — 5  floris  formata,  in  ;uigustam  paniculam  congesta,  sua  longi- 
tndine  vel  inferiora  longius  remofa.  Bracteolae  setaceae,  tnbi  dimidinm  aeqiianfes  vel  breviores.  Calyx  fruetifer 
snbsessilis,  ovato  oblongus,  sulcato-striatus,  minute  puberulus,  glandulis  iutcrmixtis  couspersus,  deutibus  acfpia- 
libus  lanceolato  subulatis,  tubo  aequilongis,  acutis,  nervo  usque  ad  apicem  percursis,  margine  membranaceo- 
marginato,  breviter  ciliatulo.  CoroUa .... 

Nuculae  atrobrunneae,  oblongae,  tenuiter  tubcrculatae,  apice  minute  muriculatae. 


Fol.  iuterm.  3'/j  — 4""  lg.;  2"^"'  lt. 


Cal.  8"™  lg. 


Nucul.  2"""  lg. 


Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (15.  V.) 

Der  Nepeta  Me.ila  Stapf  sehr  nahe  verwandt,  aber  durch  die  noch  schmälere,  lockere,  relativ  armbliithige 
Rispe,  grössere  Kelche  und  Früchtchen  verschieden. 

24.  Seutellaria  Orieivtalifi  Linuö.  Spec.  plant,  od.  1.  p.  .-,9s.  (1703). 

Var.  piiiihaUßda   Reiclieub.    Ic.  bot.  sou  pi.  eiit.  |).  10.  t.  VIII.   f.  16.  (IS23}.  —  Ledi^b.   Fl.  Koss.   t.  III.  p.  395 

(1847— IS49).  —  Jaub.  et  Spach.  111.  pl.  Or.  V.  p.  14.  t.  413.  (1854).   —  Boiss.  Fl.  Or.   IV.  p.  082.  (I879J. 

Carla:  Ad  Gozlar.  (11.  VI.  1881.)  —  Lycia:  8upra  Karakiöi.  (2.  VIIL  1882.) 

Var.  alpina  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  n.  682.  (1879). 
Lycia:  In  iugis  montis  Ak  Dagh.  (17.  VII.) 

25.  Seutellaria  brevibracteata  stapf,  (n.  sp.) 

Basi  indurata  radicans,  caules  inferne  nudos,  ramosos  vel  simplices  ascendentes  cdeus,  tota  glanduloso- 
pubescens,  superne  praeterea  pilis  longioribus  patule  viscoso-birta,  foliis  parvis,  racemis  laxis,  eloiigatis, 
bracteis  brevibus. 

Caulis  inferne  uudus,  basi  glabrescens,  superne  indumento  supra  indicato  obsitus,  quadrangularis,  rigidus. 
Folia  cauiiua  late  triaugulari-ovata,  basi  truncala,  obtuse  crenato-dentata ,  petiolo  dimidio  breviore  sulfulta; 
ramulina  ovato-elliptica  vel  elliptica,  Integra  vel  obsolete  paucicreuata,  obtusa,  breviter  petiolata;  floralia 
petiolata,  ovata  vel  oblouga,  superne  cito  minora,  calyce  florifero  breviora,  pedicellos  demum  pauIo  superantia 
vel  vix  aequantia,  omnia  glanduloso-pubescentia,  glandulis  aureis.  Calyx  pilis  brevibus  et  aliis  longis  glandu- 
ligeris  hirto-viscosus,  dorso  squama  demum  longa  ac  lata  instructus;  fruetifer  bracteas  florum  saltem  inter- 
mediornm  supcriorumquc  duplo  et  ultro  snjjcrans.  CoroUa  fulvo-violacea,  breviter  hirtula,  calyce  quadriiplo 
lougior. 


lOO  Otto  Stapf. 


Plant.  25—35'='"  lg. 

Fol.  caul.  17-20-"'°  lg.;  15—111"""  lt. 

Bract.  interm.  3-4"""  lg.;  2-3'"'"  lt. 


Cal.  demum  6'""  lg. ;  4™™  lt. 

„     squam.  4"""  lg.  et  lt. 
CoroU.  14-16'"""  lg. 

Lycia:  Inter  Kiiju  Jaila  et  Balbura.  (20.  VIII.  1882.) 

Leider  liegen  nur  wenige,  ziendich  .schleoht  erhaltene  Exemplare  vor.  Soviel  scheint  aber  sicher  zu  sein, 
dass  diese  Art  mit  i<einer  des  bisher  bekannten  Scutellarien  zu  identificiren  ist.  Ziemlich  nahe  steht  sie  der 
S.  liirta  Sibth.  et  Sm.,  unterscheidet  sich  aber  von  ihr  sofort  durch  den  lockeren  BlUthenstand,  durch  die 
kleinen  Braeteen ,  verhältnissmässig  höheren  Kelche  und  schlankeren  Blütheu.  Eine  Eigenthümlichkeit  der 
Pflanze  ist  das  Itesonders  an  einzelnen  Exemplaren  stark  hervortretende  gelblichgrUne  Colorit,  das  zum  Theil 
durch  die  goldgelben  glänzenden  Drüsen  bedingt  wird. 

26.  PruiieUa  milf/ariS  Li  und  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  600.  (1753). 

Lycia:  Ad  Gilewgy  Jailassy,  inter  Baschibunar  et  Gürdef  Jaiiassy.  (19.  VII.) 

27.  SidsriUs  curvidens  stapf,  (n.  sp.). 

Annua,  pumila,  pilis  mollibus  sublanata,  e  collo  raniosa,  ramis  prostratis,  diifusis  fere  a  basi  in  racemos 
elongatis,  t'oliis  perpaucis  basilaribus  confertis,  floribus  vix  magnitudiue  S.  Romanae,  corolla  parva  tubo  vix 
exserta,  alba. 

Caulis  pilis  longis,  mollibus  patulis  lanato-villosus.  Folia  basalia  obovata,  in  basin  attenuata,  crenato- 
deutata,  intima  obtusa,  caetera  mucronata;  floralia  oblonga,  obsolete  dentata  vel  intcgra,  apiee  pungente-mucro- 
nata,  omnia  piÜs  longis,  mollibus,  subadpressis  lanato-viilosa.  Verticillastra  6  flora,  primo  approximata,  deinde 
distantia. 

Calyx  breviter  pedicellatus,  basi  saccato-gibbosus,  pilis  longis,  mollibus  laxe  villosus,  dentibus  anticis 
quaternis,  e  basi  triangulär!  spinnloso-aristatis,  incurvo-reflexis,  postico  maximo  late  ovato,  spinnloso-aristato. 
Corolla  alba  parva  limbo  calycis  tubum  vix  superaute,  labio  infero  trilobo,  lobo  niedio  multo  majore,  supero  bre- 
viter lineari,  illo  subduplo  breviore. 


Plant.  2—3™  alt. 

Fol.  basal.  14-17™  lg.;  7  — 10™  lt. 
„     floral.  interm.  7  —  9""  lg. ;  3  •  5  —  4  •  ö""  lt. 

Lycia;  In  Acropoli  urbis  Xauthos.  (2'i.  IV.  82.) 


Cal.  tot.  7—8""'"  lg. 


„     tub.  4""""  lg 
Coroll.  tub.:  37, 


1  /  mm 


28.  SideritlS   Stricta  Boiss.  et  Heldr.  in  PI.  An.at.  exs.   1S46;   üiagn.  S6i-.  I.  f.  12.  p.  72.  (ISö.S),   Fl.  Or.  IV.  p   713. 

(1879). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (29.  V.  —  21.  VI.) 

29.  SideritlS   lanflta    Linue  8pec.  plant,  ed.  2.  p.  804.  (176.!).  —  Boiss.  Fl.  Ur.  IV.  p.  706.  (1879). 

Syn.:   S.  deyans  Murr.  Obs.  plant,  min.  cogn.  in  Comui.  (iott.  I.  p.  92.  t.  4.  (177S).     —    S.  niyricmif  Pers.  Syn.  II. 
p.  117.   (1807). 

Lycia:  Ad  Budrun.  (14.  V.) 

30.  SideritiH  remota  D'Urvillo  Enum.  pl.  p.  66.  (I822).  —  Boiss.  Fl.  Gr.  IV.  p.  707.  (1879). 

Lycia:  Loco  natali  non  indicato. 

31.  SideritiS  linearis    A.  DC.  Prodr.  XII.  p.  44S.  (1848)  \m)  wm.  S.  Lilmimllmc  La  Bill. 

Lycia:  In  ruinis  monasterii  supra  Owadjik  (2.  VIII.);  in  iugo  supra  Karakiöi.  (2.  VIII.) 

32.  StacJiyS  Cretica  Sibth.  et  Smith  Fl.  ür.  Prodr.  I.  p.  408.  (18O6),   Fl.  Gr.  VI.  p.  47.  t.  558.  (1827).  —  Boiss.  Fl. 

Or.  IV.  p.  719.  (1879). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (29.  V.) 

33.  Htnehys  spinulosa  Sibtli.  et  Smith  Fl.  (ir.  Prodr.  I.  p.  410.  (1806).   -   Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  746.  (1879). 

Lycia:  Ad  Sidyma  et  Katara. 


Beiträge  zur  Flora  von  Lyden,,  Carlen  und  Mesopotamien.  101 

34.  Stachys  imhescens  Ten.   Fl.  Niip.  rrodr.  p.  XXXIV.   (ISU),   Fl.  Nap.   t.  -239.  (1811  —  1815).  —    Reiche  ab.   Ic. 

Fl.  Germ.  XVm.  t.  12.  f.  II.  (1858;.  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  745.  (1879). 

Lycia :  In  nionte  Nif  Dagb. 

35.  Stachys  lavandulaefolia  Vahl.  Symb.  l.  \>.  i->.  fi790).  —  Boi.ss.  Fl.  Oi-.  IV.  p.  743.  (i879). 

.Syn.:  St.  parva,  florilms  parimreis  Bii.xb.  PI.  ceat.  V.  p.  3-_>.  t.  LXI.  f.  1.  (1740;.  —  Zklenia  Orien/alis  (ileclitsch  in  Act. 
ßerol.  1766.  p.  3.  exBcntli.  —  SUIeritis  calycanllut  Marsch,  a  Bicb.  Fl.  Taiir.  Caiie.  III.  p.  393.  (IS19). 

Lycia:  In  cacuiuine  ad  meridiem  vergente  mdiitis  Ak  Dagh.  (17.  VII.) 

3lj.  Lamium  amplexicaule  Liun6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  579.  (1753;. 

Lycia:  In  ditioue  fontium  fluminis  Fellen  Tschai;  inter  inontes  Mendes  et  Baba  Dagb.  (2\.  V.) 

37.  Lamium  cymbalariaefolluni  Boiss.  iuBourg.  Exsicc.  Lyc.  isco;  Fl.  Or.  IV.  p.  759.  (i879). 

Lycia:  In  cacumine  ad  meridiem  vergente  montis  Ak  Dagb.  (17.  VII.) 

38.  LmniuiU    lUOScJuitU/tn   Mill.  Dict.  jard.  IV.  p.  3-29.  (1785).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  765.  (1879). 

Syn.:  L.  adijcinum  D'Urv.  Enmu.  ]).  07.  (1822).  —  L.  ochroleucum  Link  in  Linn.  IX.  p.  574.  (1835). 
Lycia:  Ad  Rudrun.  (14.  VII.) 

39.  Lamium    reniforme  Montbr.  et  Auch,  in  Herb.  Moutbr.    teste  Benth.  in  Ann.  sc.  nat.    .Scr.  II.   VI.  p.  47. 

(1836). 

Syn.:  L.  striatum  var.  reniforme  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  756.  (1879). 
Lycia:  Ad  Acropolin  supra  Bazcrgyan  Jailas.sy.  (26.  IV.) 

40.  Lamium  la.sioclades  Stapf  (n.  sp.;. 

E  trunco  iudnrato,  valde  abbreviato  multos  caiiles,  humile.s,  ascendentes,  dense  patiile-villosos  edens,  foliis 
inferioribus  longa,  superioiibus  breviter  petiolatis  et  internodiis  siiperne  abbrcviatis  ideoqiie  laminis  interne 
caules  eonspicuos  praebentibu.s,  superne  aggregatis  floribus  carneis  dimidio  superiore  e  foliis  exsertis. 

Caulis  quadrangularis,  circumcirca  dense  pilis  albis,  patidis,  diametriim  aequautibus  villosus.  Folia  infima 
parva,  rotundato-ovata,  basi  subeordata  vel  triincata,  obtusa,  obtuso-erenata,  teuiiiter  puberula,  petiolo  diiplo  tri- 
plovc  longiore,  gracili,  villoso  siiffulta,  intermedia  multo  majora,  caeterum  coufomiia,  superiora  verticilliim  inti- 
nimn  fulcrantia,  aequalia,  sed  petiolis  laminas  aequantibus  vel  iis  brevioribus,  summa  etiam  brevius  petiolata, 
miiiora.  Bracteae  subulatae  calycum  tubos  aequantes,  villoso-ciliatae.  Verticillastra  plerumque  biaa  pauciflora 
valde  approximata.  Calyx  tubulosus  pilis  albis,  longioribus  brevioribiisque,  patulis  et  glaudulis  breviter  stipitatis 
conspersus,  dentibus  e  basi  triangulari  subaristatis,  subaequalibus,  tubo  paulo  brevioribus.  Corolla  calyce  triplo 
longior,  tubo  gracili,  recto,  superne  scnsim  ampliato,  intus  nudo,  galea  recta,  tubo  triplo  et  ultra  breviore,  extus 
bii'suta,  breviter  biloba,  labio  infero  lobis  lateralibus  brevissimis,  latissimis,  obtusis,  intermedio  bilobo,  lobulLs 
rotundatis,  obtusis,  deflexis.  Stamina  filamentis  birtulis,  antheris  hirsutis. 


Fol.  interm.  pet.  2—27/™  lg. 
Cal.  10-12™"  lg.  (tub.  G— 7""".) 
Coroll.  3'™  lg. 


Plant.    7  —  8*^™  alt. 

Fol.inf.  lam.  5— 9™™lg.;  6— 10""° lt. 

„      „  pet.  1-5=™  lg. 
Fol.  interm.  lam.  10—15™™  lg.;  13—16™™  lt. 

Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagb  prope  Kjäcbta.  (1883.) 

Lamium  lasiodades  scbliesst  sieb  am  näcbsten  an  die  Arten  aus  der  Gruppe  des  L.  strialmn^^Wyih.  etSm. 
an,  ist  aber  von  allen  durch  die  dichte  zottige  Behaarung  der  Stengel,  länger  gestielte  und  relativ  grössere 
blütheiiständige  Blätter  und  etwas  abweichenden  Habitus  ver.schieden. 

41.   Jiallota  PseudodiCtamUS    Linne  Spec.  plant,    ed.  1.  p.  583.   (1753;  snh  .Murnihio.  —Boiss.  Fl.  Or.  IV.  )>.  w2. 

(1879;. 

Lycia:  Ad  Üziimlü. 


102  Otto  Stapf. 

42.  Phlont/iS   lunariaefolkl    Sibth.  et  Smith  Fl.  Gr.  Prodi-.  I.  p.  414.  (I,s06j.  —    Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  785.  (1879). 

Lycia:  Ad  Guruva.  (15.  VII.) 

43.  PhlomiS   ViSCOSa  Poir.  Eneycl.  m6tb.  V.  p.  271.  (;m  XII.  =  1804).   —  Beuth.  in  DC.  Prodr.  XII.  p.  540.  (1848). 

Boiss.  Fl.  Or.  !V.  p.  788.  (1879). 

Syn.:   P.  glandulosa  Schenk  PI.  sp.  Aog.  Arab.  Syr.  p.  20.  (1S40). 
Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (29.  V.) 

44.  Fllloinls  lAfCla  Don.  in  Tayl.  Ann.  nat.  hist.  VII.  p.  458.  (1841).  —  Benth.  in  DC.  Prodr.  XII.   p.  541.  (1848)  — 

Boiss.  Fl.  Or.  V.  p.  78G.  (1879). 

Lycia:  Ad  Acropolin  supra  Bazergyan  JaYlassy  (26.  IV.)  —  Carla:  Ad  Loryuia. 

45.  Phlomis  Armenidca  Willd.  Spec.  plant.  III.  p.  1I9.  ri800).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  7S.^.  (1S79). 

Lycia:  Ad  Auar  et  Subascbi  JaTla  (16.  VII.);  in  declivibus  montis  Ak  Dagh,  fere  1600"'  s.  m.;  ad  Katara. 
(23.  VlIL) 

46.  Aiuga  IJycin  stapf  (n.  sp.). 

Humilis,  aimua  (?),  e  stirpe  valde  abbreviata  plures  ramos  basi  procumbentes,  superne  ascendentes,  fere  ab 
infima  parte  in  racemuni  inferne  deinde  laxiusculam  abeuntes  edeus,  tota  pilis  longis,  albis  incano-villosa, 
flnribus  Inteis  mediocribus. 

Caiilis  brevissimus,  iudiimento  supra  indicato  vestitns.  Folia  infima  lauceolata,  paucideutata  vel  anguste 
cuneato-linearia,  infra  apicem  utrinque  deute  iino  aucta;  floralia  anibitu  obovatocuneata,  trilobata  vel  tripartita, 
lobis  inferiorum  foliorum  breviter  lauceolatis,  interdum  parce  denticulatis,  superioriim  linearibus  elougatis, 
obtusis,  lateralibus  medio  distincte  brevioribus,  incano-villosa,  iraprimis  versus  basin,  ideoque  caule  et  partibns 
foliorum  basalibus  villo  albo  occultis.  Calyx  tubo  villosiilo,  dentibus,  summo  brevissimo  excepto,  eo  sublougio- 
ribus,  e  basi  triangulari-laneeolatis,  acutis,  longe  villosis.  Corolla  tubo  recto,  caiyce  dimidio  longiore,  labio 
supero  brevissimo,  retuso,  villoso,  infero  lobis  lateralibus  brevibus,  triangularibus,  obtusiusculis,  medio  bilobo, 
iuteo,  basi  rubropunctato,  tota  calycem  fere  4plo  superans. 


Plant.  3  — ö"'  alt. 

Fol.  flor.  interm.  12— 15"'"'  lg.;  7— <)"'"'  lt. 


Cal.  5—6""'".  lg. 

Coroll.  tot.  18—20"'"'  lg.  (tub.  g»") 


Lycia:  In  monte  Nif  Dagb.  —  Carla:  In  monte  Ujuklu  Dagh. 

Diese  Art,  der  im  Orient  offenbar  reich  gegliederten  C/wa-Gruppe  angehöiig,  ist  besonders  durch  ihren 
Wuchs,  die  im  oberen  Theil  ziemlich  dichten  Blüthenstände,  und  ihre  grauliche  Behaarung,  sowie  durch  die  aus 
dreieckiger  Basis  gleichmässig  zugespitzten  Kelchzähne  charakterisirt. 

47.  AllKja  Chkl  Schreb.  PI.  unilab.  p.  25.  (1774).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  8o2.  (1879). 

Syn.:   Teucrium  Chia  Poir.  Eneycl.  ineth.  Suppl.  II.  p.  772.  (1811). 
Lycia:  In  iugo  supra  Karakiöi.  (2.  VIII.) 

48.  Aluga  ClmmnepUyS   Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  5G2.  (1753)  sab   Teticrio.  —  Schreb.  PI.  unilab.    p.  24.  (1774). 

—  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  802.  (1879). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (29.  V.) 

49.  Aluga  vestUa  Boiss.  Diagn.  Ser.  I.  f.  5.  p.  62.  (1844),  Fl.  Or.  V.  p.  803.  (1879). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (29.  V.) 

50.  Aiuga  cuneatifolia  Stapf  (n.  sp.). 

E  stirpe  lignosa,  brevi  plures  ramos  basi  indurato.s,  ascendentes,  floriferos  et  brevissimos,  alios  dense  foliatos 
edens,  humilis,  cano-viridis,  lanato-villosa,  late  cuneatifolia,  racemis  densiusculis,  verticillastris  bifloris,  floribus 
luteis  mediocribus. 


Beiträge  zur  Flora  von  Lycien,  Carlen  und  Mesopotamien.  103 

Caulis  circumciica  patule  lanato  villosiis.  Folia  iufima  parva,  cuneato  liuearia,  apice  obtiise  tricrenata  vel 
breviter  trilobata,  ramulorum  non  floriferorum  oblongo-elliptico-spatluilata,  paucicrcuata;  floralia  exacte  cnneata, 
breviter  triloba,  lobis  lateralibus  nicrtio  paiilo  miiioi-ibus,  omnibii.s  pilis  longis,  iiiollibus,  patiilis  plus  minus  dense 
vestita.  Calyx  villoso-lanatus,  tubo  brevi,  deuium  late  campauulato,  deutibus  co  paulo  longioiibus,  postico  bre- 
viore  excepto,  omnibus  lineari-subulatis.  Corolla  villosa,  tubo  recto,  breviter  exserto,  labio  supero  brevi.ssimo,  art 
basin  fisso,  lobis  lauceolatis  acutis,  iufero  lobis  lateralibus  lanceolato-lineaiibus,  breviter  obtusiusculis,  medio 
bilobo,  lutco,  rubro-striolato  puiictatoquc,  expausa  calyce  triplo  longior.  Nuculac  calycis  tubo  paulo  longiores, 
in  parte  inferiore  transverse  rugulosae,  in  superiore  foveolatae. 

Lycia:  In  cacumine  meridionali  montis  Ak  Dagb.  (17.  VII.) 


Plant.  ö-lO"^"  alt. 

Fol.  floral.  interm.  15— 25"""  lg.;  9—12"™  lt. 

Cal.  G— 7'"™  lg. 


Cor.  tot.  18—20'""  lg.  (tub.  8— 9"'"'.) 


Nucul.  2Vj"""  lg. 


A.  ctmeatifoliu  bildet  nacb  dem  Bau  der  Corolle  den  Übergang  von  der  Section  Chamaepitijs  zu  Pheboanthe, 
bei  welcber  der  Seblitz  durcb  die  Oberlippe  der  Corolle  sieb  bis  zur  Mitte  des  Tubus  fortsetzt.  Im  Übrigen 
scbliesst  sie  sich  an^.  Chia  an,  von  welcher  sie  sich,  wie  von  den  anderen  Arten  der  CItamaepiti/s-GrnpTpe,  sofort 
durch  die  breit-keilförmigen  Blätter  mit  ihren  äusserst  kurzen  Lappen  unterscheidet. 

51.  AlUfja  sallcifoUa  Scln-eb.  Ic.  ut  descr.  dec.  I.  p.  17.  t.  9.  (1766)  aiili  Tciia-iu,  PI.  unilab.  p.  26.  (1774).  —  Sibth. 

et  Smith  FI.  Gr.  p.  22.  t.  526.  (1826).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  800.  (1879). 

Syn.:   Teiicrinm  salicifoJhim  Liune  Maut.  ]).  8u.  (1767). 

Lycia:  Ad  Owadjik.  (1.  VIII.) 

52.  AliKja  argyrea  stapf  (u.  sp.). 

E  stirpe  brevissima  crassa,  lignosa  ramos  procumbentes  vel  ascendentes,  brevc.s,  floriferos  et  brevissimos, 
alios  dense  foliatos,  hoc  anno  non  florentes  edens,  humilis,  tota  densissime  arachnoideo-villosa,  foliis  cuneatis, 
basi  laxiusculis,  racemo  denso,  fioribus  liiteis,  mediocribus. 

Caulis  circumcirca  dense  arachnoideo-villosus.  Folia  ima  et  ramulorum  vcgetorum  anguste  cuneata,  subin- 
tegra  vel  bicreuata  vel  apice  brevissinie  triloba,  lobis  obtusis,  obovatis  vel  suramoruni  lincaribus,  omnia  den- 
sissime arachnoideo-villosa,  interdum  villo  inter  se  contecta.  Calyx  totus  longe  lanato-villosus,  dentibus  tubo, 
postico  brevi  excepto,  paulo  longioribus,  lineari-subulatis.  Corolla  tubo  subrecto,  calyce  fere  duplo  longiore, 
labio  supero  brevissimo,  retuso,  sinu  lato,  infero  lobis  lateralibus  brevibus  triangulari-lanceolatis,  obtusiusculis, 
medio  bilobo,  tota  calyce  3 — 4plo  longior. 


Plant.  3—5'='^  alt. 

Fol.  interm.  flor.  10—15""  lg.;  6—8""  lt. 


Cal.  5""  lg. 

CoroU.  15—18""  lg. 


Lycia:  Ad  Acropolin  supra  Bazergyan  JaTlassy. 

Eine  durch  das  dichte  weisse  Haarkleid  sehr  ausgezeichnete  Art.  Mit  A.  boiiibi/cina  nahe  verwandt,  aber 
nicht  einjährig  oder  dünnwurzelig,  wie  diese. 

53.  TeUCrium  Creticmn   Linne  Spcc.  plaut.  ed.  l.  p.  563.  (1753;.  —  Beuth.  Lab.  p.  666.  (1832— 1836> 

Syn.:    T.  hyssopifolium  Schreb.  PI.  uuilab.  p.  2s.  (1774).  —  T.  rusiiuirinifoliuin  Lam.  Dict.  II.  p.  693.  —   T.  Charamu- 
niense.  —  Cav.  Descr.  p.  82.  (1802). 

Lycia:  In  monte  Nif  Dagh.  (5.  VI.) 

54.  TencriUin  Folium  Liun6  Spec.  plant,  ed.  l.  p.  566.  (1753).  —  Benth.  in  ÜC.  I'iodr.  XII.  p.  592.  (1848j  quoad 
var.  7.  vuhjurh  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  821.  (1879). 

Var.  intertnedimn  Öelak.  in  Bot.  Centr.-Bl.  XIV.  p.  152.  (1883). 

Ad  Eskere  Sowany. 


104  Otto  Stall  f. 

Vav.  latmytnosum  Celak.  1.  c. 
Lycia:  Ad  ruinas  monasterii  supra  Owadjik.  (2.  VIII.) 

hb.  Tencritint  alyssifoUitin  stapf  (n.  sp.). 

8uffrutex  humilis,  ramis  vetustis  bnmneis,  denudatLs,  hornotini.s  brevissime  albo-tomentosis,  foliis  subin- 
tegri.s,  iitrinquc  canis,  floribns  pauci.s,  solitariis  in  folioruiii  superioruni  axillis,  roseis  (?). 

Cauli^i  obtuse  quadraugularis,  brevissime  et  adprcssissiinc  albu-toiiieutosus.  Folia  elliptica,  acuta,  iu  basi 
attennata,  ferc  petiolata,  maigine  rcvoluta,  iiitegra  vel  interdum  dente  uno  a,ssymetrice  aucta,  iutima  fasci- 
culifera,  supcine  in  floralia  conformia,  minora  calyces  superantia  abeuntia,  omnia  utrinque  adpresse  incauo- 
tomeiitosa.  Flores  solitarii  in  foliorum  floralium  axillis,  peduncnlo  calycis  tubo  aequilougo.  Calyx  canipaniilatus, 
rectus,  aequalis,  nervis  deceni,  iinpriiiiis  5  in  dentes  abeuntibus,  proniinnli.s,  endcni  indumento  ac  folia  vcstitns, 
dentibiis  subaequalibiis,  c  basi  triangulari-subulatis,  acutissiniis,  tubo  aequilongo.  Corolla  tubo  brevissimo,  lobis 
quattnor  posticis  late  lanceolatis,  obtusis,  intermedio  subtus  secundum  lineam  crispule  piloso,  late  elliptico,  ob- 
tusissinio ;  staminibus  longa  exsertis,  basi  villoso-pilüsis. 


Rami  florif.  7— 8*^"  alt. 

Fol.:   16— 18™""  lg.;  5— 7°""  lt. 

Cal.  5—7"""  lg. 

Cor.  tub.  post.  2'""'  Ig. 


Cor.  lob.  post.  7'""'lg. ;   3— 4"""lt. 

„       „     intermed.  10'""Mg.;  7"'"' lt. 
Cor.  tot.  (expansa)  2™  lg. 
Stam.  exp.  18">"'  lg. 


Lycia:  Ad  Clicrtek.  (8.  VI.  l.SSl.) 

Diese  schöne  Pflanze  liegt  leider  nur  in  einem  einzigen,  allerdings  gut  eihaltencu  Exemplar  vor.  Sie  steht 
dem  T.  ^rcawMWJ  Boiss.  und  T.  PestalozzaeBoisa.  am  nächsten,  unterscheidet  sich  aber  von  ersterem  durch 
etwas  kleinere,  manchmal  unsymmetrisch  gezähnte  Blätter  und  kleinere  Blüthen  mit  grauem  Kelch.  Von 
T.  Pesfalozzae  Boiss.  weicht  sie  durch  die  dichte,  angedrückte,  fast  spinnwcbig-filzige  Behaarung  des  Stengels, 
der  Blätter  und  des  Kelches,  durcli  breitere  Blätter,  kürzer  gestielte  und,  wie  es  scheint,  anders  gefärbte 
Blüthen  ab. 

56.  Teucviuin  ChamaedryS  Linne  Spcc.  plant,  ed.  l.  p.  565.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Ol-.  IV.  p.  Sic.   (1879). 

Lycia:  Ad  Guruva  (14.  VII.),  Subaschi-Jaila  (16.  VII.),  Baschibunar  et  Gürdcf  Jaila  (19.  VII.),  ad  ruinas 
monasterii  supra  Owadjik  et  supra  Karakiöi  (2.  VIII.)  —  Caria:  Ad  Go>*]ar  et  Piankaifii. 

57.  TeuCl'iuni  Siehei-i  Öelak.  in  Bot.  Cuntr.-Bl.  XIV.  p.  IST.  (1883). 

Syn.:  T.  divarkatiis  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  8ie.  (1879)  ex  parte. 
Lycia:  Ad  Gjölbaschi  (22.  VI.)  et  in  iugo  supra  Karakiöi.  (2.  Vm.) 

Oleaceae. 

1.  PhylUrea  media  Linnö  Spoc.  plant  od.  -2.  t.  l.  p.  lo.  (1762).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  37.  (1879). 

Lycia:  In  monte  Baba  Dagh;  ad  Gjölbaschi  (2b.  VI.)  et  (24.  VI.);  in  ditione  fontium  fluminis  Fellen- 
Tschai.  (26.  IV.) 

2.  FfaxinUS  Onms  Linne  Spce.  plant,  ed.  1.  p.  1057.  (1753). 

Syn.-.  F.  ßorifera  Scop.  Fl.  Carn.  ed. -2.  T.  II.  p.  •282.   (1772).—   Oruns  Ennipma  Fers.  Syu.  I.  p.  9.  ^1807). 
Lycia:  Ad  Tscheschme.  (14.  VII.) 

Apocyneae. 

NeHum  Oleandef   Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  209.  (1753). 
Lycia:   In  valle  Dembra.  (26.  VI.) 


Beiträge  zur  Flora  vun  Lycien,  Carlen  und  Mesopolumien.  105 

Asclepiadeae. 

1.  VincetOXiCUni  canescens  Willd.  in  Nov.  Act.  Nat.  Cur.   III.  p.  418.  siib  Asdepkidc.  —  Roem.  ut  Schult.  Syst. 

VI.  p.  8-2.  (\HW).  —  A.  DC.   l'roilr.  XHI.  p.  523.  (1844).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  52.  (1879). 

Lycia:  In  acropoli  supra  Kadyanda  (4.  VI.  1881);  ad  Gjömbe.  (ly.  VII.  1882.)  —  Mesopotamia  superior: 
In  monte  Nemrud  Dagh  prope  Kjäclita.  (1883.) 

Specimina  minus  canescentia  foliis  lougius  petiolatis. 
Lycia:  Ad  Siibaschi  Jaila. 

2.  Cyomira  erecta  Liune  Spec.  plant,  cd.l.  p.2i;i.  (I753)  sub  Cijiiaii        —  Griseb.  Spie.  II.  p.69.  (1843;.  —  Boiss. 

Fl.  Or.  IV.  p.  62.  (1879;. 

Syn.:   üynanchum  erectuin  Jiieq.  Mise.  I.  p.  26.  t.  -2.  f.  1.  (1778). 
Lycia:  Ad  Chertek;  in  valle  Dembra.  (26.  VI.) 

Stellatae. 

J.   Plltoria  Caldhfica  Liunö  Hl.  Suppl.  p.  120.  fl7Sl)  sub  Aspmtla.  —  Pers.  Syn.  I.  p.  524.  (1805).  —  Boiss.  Fl.  Or. 
III.  p.  12.  (1875). 

Syn.:   Sherardia  foetidissima   Cyr.   Plant,  char.  comm.  p.  LXIX.  (1784).—  Piwdla  fudidissima   Cyr.  Plaut,  rar.  Ncap. 
f.  I.  p.  VII.  t.  I.  (1788). 

Caria:  Ad  Piankaifa. 

2.  Orticlanella   latifolia  Linne  Spcc.  pl.  ed.  2.  p.  1U8.  a763).  —  Boiss.  Fi.  Or.  III.  p.  20.  (1875). 

Lycia:  Ad  Chertek. 

3.  Crucianella  disticha  Boiss.  Diagn.  Ser.  I.  f.  3.  p.  25.  (1843),  Fl.  Ur.  IV.  p.  21.  (1875.; 

Caria:  Ad  Gozlar.  (11.  VIL  1881.) 

4.  Asj)€ritl<l  <jlonierata  Marsch.  aBieberst.  Fl.  Taur.  Gaue.  I.  p.  107.  (1808)  sub  Cruciandla.   —    Griseb.  Spicil. 

II.   p.  166.   (1843).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  28.   (1875). 

Lycia:  In  cacumine  meiidionali  montis  Ak  Dagh.  (17.  VII.  1882.) 

.5.   Asperilla  arvensis  Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  103.  (1753). 

Lycia:  In  monte  Nif  Dagh  (5.  VL  1881);  intcr  moutem  Baba  Dagli  et  Minaia  (21.  IV.  1882V,  ad  Budrun. 
Caria:  Ad  Gozlar.  (^11.  IV.  1881.) 

6.  üttbia  OUvieri  Kich.  in  Mm.  Soc.  Nat.  Par.  V.  p.  132.  (1834). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (24.  VL  1882.) 

7.  Asperilla  Lycia  staiit. 

Caespitosa,  pumila,  rauiis  aniiotiui8  prostiatis,  denudatis  vcl  partim  l'oliis  vetustis,  exaridis  vestitis,  horuo- 
tinis  dense  foliosis,  ascendentibu«,  glabrescens,  foliis  parvis,  floribus  paulo  c  caespite  exsertis  magnitudine 
eorum  A.  nitkhie  vel  paulo  minoribus,  luride  rubellis. 

Folia  quaterna,  lineari-subulata,  subincurvo-crecta,  nervo  crasso,  paliidiorc  percursa,  margine  uon  vcl  vix 
revoluta,  minutissime  scabrido-ciliata,  caeterum  glabra,  apice  plerumqne  mucronata  vel  sallem  acuta;  floralia 
lanceolata,  niagis  plana,  caeterum  infcrioribus  consiinilia.  Calyci.s  limbu.s  obsoletu.s.  Corolla  iiifundiliuliforuii.s, 
sensim  ampliata,  extus  glabra,  luride  rubclla,  lobis  lanceolatis,  obtusiusculis,  apice  callosis  et  in  siccatis  quidem 
subcucullatis,  tubo  27jplo  brevioribus.  .Staminum  antherae  lineares,  nigricantes.  Ovarium  glabrum,  minutissime 
parceque  granulosum,  stylo  supra  medium  bipariito,  stigmatibu.s  subglobosis. 


Caesp.    2—4'='"  alt. 

Fol.  4— ö"""  lg.;   Vj"""  lt. 

Coroll.  tub.  2Vj  — 3"""  lg. 

Deuksclirifleu  der  muthem.-naturw.  Ci.  L.  lid.  Abh.mdluuijca  vuu  NichtmilgUüdern, 


Coroll.  lob.  1—1 '  ^■""'  lg. 
Anth.:    1"""  lg. 


106  Otto  Stapf. 

Lycia:  In  cacumine  montis  Ak  Dagh.  (17.  VII.) 

Der  ^. /«Y/rf« '^ibtli.  vei-waiidt,  aber  durch  kürzere,  weniger  gekrümmte,  trocken  nicht  glänzende  und 
kurzbespitzte  Blätter,  kleinere  BlUthcu  mit  stumpferen  Krouenzipfeln  und  schmäleren  Anthcrcn  deutlich 
verschieden. 

8.  Asperula  bri/oides  stapf. 

Puniila,  basi  suflfruticulosa,  densissime  caespitosa,  ramis  vetustis  denudatis,  annotinis  foliis  exaridis,  griseis 
vel  argenteis  plus  minusve  vcstitis,  hornotiuis  ascendentibus  vel  erectis,  floriferis  laxius,  vegetis  densissime 
Ibliatis,  pallide  viridis,  minute  puberula,  floribus  majusculis,  luride  roseis  paulo  exsertis,  ad  ramulorum  apicem 
congestis. 

C'aulis  quadrangularis,  in  aciebus  pallidioribus  et  inter  eas  brevissime  papilloso-puberulus.  Folia  quatcrna 
incurvo-erecta,  curvatura,  imprimis  in  ramulis  vegetis,  distincta,  anguste-linearia,  intima  breviora  atque  latiora, 
omuia  in  aristulam  albam  vel  mucronem  attenuata,  nervo  valido  percursa,  in  margine  paulo  revoluto  dense 
ciliatula,  caeterum  dense  papillosopuberula;  floralia  consimiliii,  ovarium  multo  superantia.  Calycis  limbus 
minimus,  dentato-lobulatus,  cellulis  superficialibus  in  papillas  ecrescentibus.  Corolla  tenuiter  infundibiliformi.s, 
luride  rosea,  lobis  lineari-laiiccolatis,  obtusiusculis,  apice  callosis  et  in  siccatis  a  dorso  in  cristulam  albam 
productis,  tubo  triplu  brevioribus.  Staminuni  antherae  anguste  lineares.  Ovarium  papilloso-graniilosum  stylo 
ultra  medium  bipartito,  stigmatibus  globosis,  nigricantibus. 


Caesp.  3-4'^"'  alt. 

Fol.  6— 8"""  lg.;   V^"""lt. 

Coroll,  tub.  7—9°""  Jg. 


Coroll.  lob.   2V2— 3"""  lg. 
Anth.  1"""  lg. 


Caria:  In  monte  Ujuklu  Dagh.  (14.  VI.  1881.) 

Ä.  bryoides  sieht  habituell  dichtrasigen  Exemplaren  der  A.  Gusnonü  Boiss.  ziemlich  ähnlich,  unterscheidet 
sich  jedoch  sofort  durch  die  grösseren  Bliithen  und  schmälorc,  i'cinbehanrte,  begranntc  Blätter.  Von  A.  niliihi 
und  deren  Verwandten  weicht  sie,  abgesehen  von  anderen  Merkmalen,  durch  die  vcrhältuissmässig  längere  und 
schlankere  Kroneuröhre  ab. 

9.  Galiuni  pulchelluni  stapf  (nov.  spec). 

E  basi  prostrata  vel  ascendente,  denudata  erectum,  glabrum,  laeve,  caule  firmulo,  internodiis  inferne 
abbrcviatis,  superne  valde  elongatis,  infra  medium  ranioso,  ramis  repetite  trichotomis  elongatis  ac  ramulis 
inaequalibus,  nempe  altero  lateralium  magis,  altero  minus  quam  alari  aucto,  quare  panicula  subcorymbosa  in 
corymbulis  obliquis  disposita,  floribus  an)is,  majusculis. 

Caulis  quadrangularis,  glaber,  laevis.  Folia  sena  vel  septena  lineari  lanceolata,  subplana,  acuta  vel 
mucronata  vel  summa  brevitcr  aristulata,  nervo  tenui  percursa,  glabra,  laevia;  floralia  cymulas  fulcrantia  bina 
vel  solitaria  lineari-subulata,  brevia  vel  obliterata.  Corolla  lobis  ovatis,  acutiusculis  nee  mucronatis  nee  aristu- 
latis.  Antherae  pallidae,  oblongae.  Ovarium  glabrum,  stylo  ultra  medium  bipartito,  stigmatibus  globosis,  nigri- 
cantibus. 


Plant.  18—20™  alt. 

Fol.  12—16"-  lg.;  1— l'/^"""  lt. 


Coroll.  diam.  4—5™'"  lg. 


Lycia:  In  monte  Nif  Dagh.  (.5.  VI.  1882.~) 

Dieses  zierliche  Galium  dürfte  am  ehesten  in  die  Nähe  des  G.  IdvpliijlluiH  Boiss.  zu  stellen  sein,  mit 
welchem  es  im  Baue  des  Blüthenstandes,  der  allerdings  viel  armblUthiger  ist,  vieles  gemein  hat.  Im  Übrigen 
weicht  es  aber  von  demselben  durch  seine  viel  geringere  Höhe,  kleinere  und  anders  geformte  Blüthen 
u.  s.  w.  ab. 

10,  Galium  erevtu-ni  HiuLs.  Fl.  Angl.  p.  56.  (1762).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  54.  (1875). 
Lycia:  Ad  Tscheschmc  et  Gnrnva.  (14.  VII.) 


Beiträge  zur  Flora  von  Lijcien,  Carlen  und  Mesopotamien.  107 

11.  Gallutn   incanum   Sibth.  et  .Smith  Fl.  Gr.  Prodi-.  I.  p.  91.  (,180«),  Fl.  Gr.  II.  p.  ISO.  (ISOG). 

Syu.:   G.  Orientale  Vitr.  (ilpiiium  Biiiss.  Diagu.  Ser.  1.  f.  3.  p.  .'SS.  (1843),  Fl.  Or.  III.  )>.  r>7.  (1875). 
Lycia:  In  summa  planitie  montis  Ak  Dagh.  (17.  VII.  1882.) 

12.  Galiuni  tenerum  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  .57.  llS75j  pro  var.  G.  Onentidis. 

Lycia:  In  monte  Nif  Dagh.  (^15.  VI.  1882.) 

13.  Galium  Carium  stapf. 

Nanum,  dense  caespitosum  ramis  vetustis  intricatis,  denudatis,  annotinis  foliis  exaridi.s,  .stramiucis  vel 
griseis  dense  vestitis,  lioruotinis  paulo  elongatis,  laxiu^s  foliatis,  in  axillis  inferioiibus  plerumque  fasciculos  folio- 
rum  valde  abbreviatos  gerentibus,  ligidiilum,  glauceseens,  cymulis  terminalibns  et  in  verticillo  suprenio  axil- 
laribus  1 — 3  floris,  floribus  albis. 

Caulis  quadrangiilaris,  piiberulus.  Folia  .sena  lineavia,  subplnna  vel  maigine  leniter  revoluta,  in  mucronem 
aciitissimum,  album  aljenntia,  subtus  nervo  prominente,  angusto,  sed  distincto  percnrsa,  puberula,  glaueescentia. 
Bracteae  cymnlainim  axillarium  solitariae,  niembranaceae,  angusti.ssimc  laneeolatae.  Corolla  alba,  lobis  ovato- 
lanceolatis  breviter  cuspidatis,  in  siccatis  subcucullafis  et  dorso  versus  apicem  in  cristulam  productis.  Autberae 
oblongae  pallidae.   Ovarium  glabrum,  stylo  bipartito,  stigmatibus  globosis,  nigricautibus. 

Caesp.  3—4"°  alt.  Coroll.  diam.  4"""  lg. 

Fol.  4—6™"  lg.;  3/^_l">'"  lt. 

Caria:  In  monte  Ujuklu  Dagh.  (14.  VI.  1881.) 

Dem  G.  OJijmpicum  Boiss.  nahe  verwandt,  aber  durch  die  etwas  breiteren,  steifereu,  fein  behaarten, 
grauliehen  Blätter  und  im  Allgemeinen  kräftigere  Tracht  verschieden. 

14.  Galluni   Incui'VUni  Sibth.  et  Smith  Fl.  Gr.  Prodr.  I.  p.  92.  (I806j;  Fl.  Gr.  II.  p.    .    .    t.  132.  (1S13). 

Syn. :  G.  aureiim  var.  inciirvum  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  61.  (1875). 
Lycia :  Ad  Gilewgy  JaVlassy. 

15.  Galium  vertun  Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  107.  (1753). 

Lycia:  Ad  Guruva  (14.  VII.  1882);  in  declivibus  montis  Ak  Dagh.  (IG.  VIL  1882.) 

16.  Galium  Graecum  Linne  Mant.  p.  38.  (1767).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  04.  (1875). 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (21.  VL  1882.) 

17.  Galium  triflorum  Lam.  FI.  Frang.  VII.  p.  384.  (1778)  siib  Va/anllu;  non  Miehau.x:  Fl.  Bor.  Am.  I.  p.  SO.  (ISO.-i). 

Syu.:   Valiintia  Aparme  Linnö  Spec.  plant,  ed.  2.  p.  10.il.  (1753).  —   G.  triennie  With.  Bot.  Arrang.  ed.  2.  p.  153. 

(1787)  et  al.  auct. 

Lycia:  Ad  Gjölbaschi.  (1.  V.  1882.) 

18.  Galiuni  Chium  Boiss.  etOrph.  Diagu.  Ser.  II.  f.  6.  p.  91.  (1859)  pro  var.  (f.  Miidnli  Boiss. 

Lycia.  In  Acropoli  supra  Bazergyau  Jailassy.  (26.  IV.  1882.) 

19.  Galium  humifusum  Willd.  Spec.  plant.  IV.  p.  949.  (IS05)  sub   Vdhintiii.  non  Marsch,  a  Bioberst.  Fl.  Tanr. 

Cauc.  L  p.  104.  (1808). 

Syn.:    G.  coronatum  Sibth.  et  Smith  Fl.  (ir.  Prodr.  p.  90.  (180G).  —   Valatüia .humifusa  Marsch,  a  Bieli.  Fl.  Taur 
Cauc.  II.  p.  436.  (1808). 

Lycia:  In  monte  Nif  Dagh.  (5.  VL  1881.) 

20.  Galium,  PefSiClim  DC.  Prodr.  IV.  p.  cos.  (1830). 

Syn.:  G.  coronatum  7.  stenophyUum  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  80.  (1876). 
Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagh  prope  Kjächta.  (1882.) 

21.  Vaillantitl  hiMpida  Linne  Spec  plant,  ed.  2.  p.  1490.  (1703).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  82.  (1875). 
Lycia:  In  Acropoli  snpra  Xautbos.  (^23.  IV.  1882.) 

o* 


108  OHu  Stapf. 

Capritoliaceae. 

1.  Lonicera  numnmlarkiefolia  j.iuh.  et  sp.uii  lll.  Or.  l.  p.  i.is.  t.  70.  (is4-2— 43).  —  Boiss.  Fl.  Or.  Iir.  p.  7. 

Lycia:  Ad  Auar.  (16.  VIT.) 

2.  Lonicera  lUrunra  Santi  Viagg.  Tose  I.  p.  113.  1. 1.  (i79r)).  —  Boiss.  PM.  Or.  III.  p.  5.  (1875). 

Lycia:  Ad  Tscbe.schme.  (14.  VU.) 

3.  Lonicei'o  LiiseJiani  stapf  (imv.  spec). 

Frutex  crebre  foliis  miuoribus  obsitus,  veiticillis  bittoris,  subsessilibus  insignis,  caetennii  babitii  L. 
niyrae  L. 

Rarai  vetusti  grisei,  iuniores  rubescentes,  crispule  tomentelli,  breves.  Folia  breviter  petiolata,  obovato- 
oblouga,  obtusissima  vel  superiora  acuta,  basi  cuneata,  infegra,  utriuque  torsu  vero  densius  crispule  pnbenila, 
subcoriaeea,  uervi.s  snbtus  prominulis.  Vcrticilli  biflori,  axilhires  et  terminales  brevissime  peduncnlafi.  Bractcae 
lil)erae,  obovatae,  iDpriiuis  apice  puberuiac,  brevissiiuae.  Calyx  lobis  ovatis,  acutiusculis,  ciliatis.  Corolla  tubo 
a  basi  sensim  apliato,  supra  medium  leuiter  curvato,  limbo  aequilongo  puberulo,  flavescens.  Filameuta  atque 
Stylus  pilosa. 


Fol.  2-b~3"^  lg.,  17^  —  2™  lt. 
Pedunc.  1—3"""  lg. 


Bract.  2  —  272°""  lg. 
Coroll.  tub.  8—9'"™  lg. 


Mesopotamia  superior:  Tu  monte  Nemrud  Dagh  ad  Kjäcbta.  (1883.) 

L.  Luschuni  stebt  der  L.  Orientalis  Lam.  am  uächsteu,  unterscbeidet  sieb  aber  sebr  deutlicb  durch  die 
fast  sitzenden  zweiblUtbigeu  Quirlen,  die  böckerlose  längere  Kronenröbre  und  die  Farbe  der  Blüthen. 

Valerianeae. 

1.  Valeriana  tllherosa  Linne  Spec.  plant,  ed.  1.  t.  I.  p.  33.  (1753).  —  B()is.s.  Fl.  Ur.   III.  p.  90.  (IS75). 

Lycia:  In  acropoli  supra  Bazergyau  JaTlassy  (26.  IV.);  inter  montem  Baba  Dagb  et  Minara.  (21.  IV.) 

2.  Ceutranthtis  lomjifloras  Steven  iu  M6m.  Snc.  nat.  Mose.   VII.  p.  -272.   (18..).  —    Leileb.  Fl.  Ross.  II.   p.  434. 

(1844—46).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  92.  (1879). 

Mesopotamia  superior:  In  monte  Nemrud  Dagb  ad  Kjäcbta.  (1883.~) 

3.  Valerianella  lara  Boiss.  et  Bai.  Diagn.  Ser.  I.  1'.  II.  p.  12I.  (isäc).  —  Kiok.  Mon.  Valer.  p.  95.  t.  4.  l'.4i.  (1864). 

—  Boias.  Fl.  Or.  III.  p.  103.  (1875). 

Lycia:  In  Acropoli  supra  Bazergyan  Jaillassy.  (26.  IV.) 

4.  Valerianella  vesiraria  Linii6  Spec.  plant,  ed.  I.  t.  I.  p.  33.  (1753)  pro  varietate  Viihriaiicm  Lacustm.  -    Münch. 

Metli.  p.  493.  (1794).  —  Krok.  Mon.  Valer.  p.  8G.  t.  IV.  f.  39.  (1864).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  112.  (1875). 

Lycia:  Ad  Sidek  Jailassy.  —  Carla:  Ad  Eskere  Boghas. 

.').    Valerianella  ecflinata   Linne  Spec.  plant,  ed.  2.  t.  I.  p.  47.  (1762j  snb   Vahriumi.  —    Krok.  Mon.  Valer.  p.  93. 
t.  IV.  f.  43.  (1864).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  102.  (1875). 

Lycia:  In  Acropoli  supra  Bazergyan  Jailassy.  (26.  IV.) 

6.    Valerianella   nervata  Höchst,  et  Steud.  ap.  Fleisch.  Exs.  itin.  (1S27)  see.  Krok.  Mon.  Valer.  p.  85.  (1804). 
Syn.:   V.  tibtiisihba  Boiss.  Diagn.  Ser.  I.  f.  3.  p.  59.  (1843),  Fl.  Or.  IV.  p.  112.  (1375). 
Lycia:  In  ditione  fontium  fliuninis  Fellen  Tschai  (26.  IV.);  ad  Sidek  Jailassy  supra  Timum  Kalamaki; 
932"'  s.  m.  (^14.  V);  inter  monteiii  Bai)a  Dagh  et  Minara.  (21.  IV.) 


Beiträge  zur  Flora  ron  Lyden,  Carien  und  Mesopotamien.  109 

7.  Valerkinella  GjölbdschieHsis  >stapf  (uov.  spec). 

Hiimilis,  auuua,  erecta,  superne  dichotoma,  capitulis  miniitis,  deusis,  floribus  roseis. 

C'aulis  angulatus,  striatus,  infra  deuse  papillis  retrorsis  scabrido-liirtellus,  superne  glabreseens,  in  parte 
superiorc  (lichotüine  divisus,  ramis  oblique  erectis.  Folia  inferiora  lineari  lauceolata,  obtasa,  integra,  intermedia 
et  superiora  linearia,  laeiuulis  iiiaequalibus  brevissiiiiis  vel  elougatis,  liiiearibus,  obtnsis,  utrinnue  3 — 1  aiicta, 
mavgine,  imprimis  versus  basin,  retrorso-hispidulo-ciliata,,  dorso  nervo  medio  angusto,  valde  prominente.  Cymae 
minutae,  deuse  cougestae,  capituliformes.  Bracteae  exteriores  lineari-lauceolatae,  acutiusculae,  anguste 
membranaceo-margiuatae,  erectae,  inferiores  e  basi  latiore  fere  totae  membranaceae,  triangulari-lauceolatae, 
uervo  versus  apicem  dilatato,  viridi  pereursae,  sub  antbesi  calycibus  breviores,  omues  dense  ciliatae.  Caiyx  limbo 
usque  ad  basiu  in  6  lobos  lanceolatos,  longe  atleuuatos,  apice  uncinatos  divisus,  basi  villosus.  Corolla  miuuta, 
limbo  roseo,  tubo  albo  villosulo.  Staniina  antberis  flavis,  tilameutis  albis.  Capsula  (immatura)  dense  ])ilis  brevis- 
simis,  adpressis  vestita,  postice  convexiuscula,  antiee  salcato  concava,  loculis  sterilibus  in  medio  lertili  iiiiilto 
angustiores. 

Caul.  8^"-  altus.  i     Bract.  3-4'"'»  lg.;  inf.  1  y^— ]  y^-'",   med.  0-C. 

Fol.  inf.  2'"'  lg.,  3'""^  lt.;  iuterm.  22'^""lg. :  2"""lt.    |  -0-  7'"'  lt. 

Lycia:  Gjolbascbi.  (1.  V.) 

Der  ViiIen'fUH-JIa  coroi/uta  L.  nnlie  stehend,  aber  durch  den  bis  an  die  Basis  getbeilten  Kelehsauni  mit 
seinen  lanzettförmigen  Zipfeln  und  die  schmalen  Bractceu  verschieden. 


Dipsaceae. 

1.  Morea  PerSWa  Linnö  Spoc.  plant,   ed.  1.  p.  2S.  (17.53).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  IM.  (IST.'i). 

Lycia:  Ad  Anar  supra  Gjömbe.  (16.  VIT.) 

2.  CepJutlnria  Syi'ioea   Liune  Speo.  plaut.  ed.  l.  p.  gs.  (1753)  sub  Soihiii.'ia.  —Boiss.  Fl.  Or.  ill.  p.  rüO.  (ls75). 

Lycia:  Loco  non  indicato. 

3.  KumitUi  hidens  Sibth.  et  Smith  Fl.  Gi-aec.  Prodr.  II.  p.80.  (1S06),  Fl.  Graec.  II.  p.e.  t.  104.  (isi.S)  siib  Scnhlnx,,. 

—  Boiss.  Diagn.  Ser.  I.  f.  2.  p.  108.  (1843),  Fl.  Or.  III.  p.  127.  (187.'->). 

Carla:  Ad  Loryma.  —  Lycia:  Ad  Sidyma  et  ad  Acropoliu  supra  Kadyanda. 

4.  Hcdhiosa  eblU'nea  Smith  et  Sibth.  Fl.  (Ti-aoc.  Prodi-.  II.  p.s2.  (IsOfij,  Fl.  (Iraee.  II.  p.  9.  t.  106.  (181.S).  —   Boiss. 

Fl.  Or.  111.  p.  138.  (187j)  pro  var.  S.  Ucranicue. 

Caria:  Heuiirola  Kaifa.  (2(1  VL) 

f).    Sealdosa  Ucranica  Linne  Spoc.  plant,   ed.  2.  p.  H4.  (17G2).  —  Biiis.s.  Fl.  Ol-.  III.  p.  139.  |1S7.'>:  e.K  parte. 
Lycia:  In  summis  aditus  ad  Karakiöi  (2.  VIIL);  ad  Katara. 

G.  Scabiosa  Lycia  stapf  (nov.  spec). 

Annua,  25  —  55"'"  alta,  tenuiter  virgata  simplex  vel  paulo  supra  basin  et  altius  ()pj)0site  rainosa,  capitnlis 
longissime  pedunculatis,  meiiiocribus  pallide  coerulescentibus. 

Canlis  basi  breviter  pubescens,  superne  glaber  vel  hieinde  pilis  sparsis  obsitus,  inferne  plus  niinusvc 
rubescens.  Folia  intima  lauceolata  vel  oblonga,  acutn,  versus  apicem  acute  dentata,  in  basin  longe  attenuata  et 
versus  eani  setuloso-ciliata;  superiora  vel  oinnia  lineari-lanceolata,  demuni  linearia,  integra  vel  piunatiiida, 
laciniis  angustis.sime  linearibus,  indumcnto  superiorum  c(mformi  vestita.  Feduiiciili  longissimi,  infra  capitula 
setulis   reversis  hispidi,  caeterum  glabii.  Iiivolufnim  8 — 10  pbylluni,  phyllis,  imprimis  basi,  pilis  adpressis, 


110  Otto  Stapf. 

Iiirsutis,  linearibus,  acuta  seta  brevi  terminatis,  floies  radiantes  aeqnantibus  vel  panlo  longioribus  vel  brevioribus. 
Involucellum  tubo  basi  valile  albo-pilosum,  foveolis  oblongis  costa  vix  sulcata  seiunctis  eius  dimidium 
aequaiitibue  oniato,  Corona  alba  iuter  nervös  circiter  27  in  aristas  iam  ante  antbesin  rufescentes  vel  saepius 
atrorufas  producta  erispata,  tubo  duplo  longiore.  Calyx  brevissiuie  slipitatus,  aristis  scabvis  nigris  involucellum 
coronae  longitudine  superantibus.  Corollae  iuteriores  flavo-albidae,  exteriores  radiantes,  caerulesceutes  bisce 
lobis  valde  inaequalibus  denticulatis. 

Fol.  inf.  3-5-4-5™  lg.;  6—10"""  lt.  |     Involuc.  .3'""-  lg.;  arist.  eal.  G™'"  lg. 

Cap.  diam.  2  •  5-3"".  i     Flor.  rad.  1  •  .5""  lg. 

Lycia:  Ad  Gürlek;  ad  Gjölbaschi.  (29.  V.) 

Aus  der  Gruppe  der  Sc.  Vcranim  h.,  von  dieser  aber  durcli  die  ganzen,  nicht  gefiederten,  sondern  mir 
"■ezähnten  Blätter,  die  Blütbenfiirbe  und  die  schon  an  den  jungen  Köpfclieu  Fiber  die  Blüthenknospen  weit 
vorragenden  schwarzen  oder  schwarzbraunen  Borsten  des  Kelches  verschieden. 

7.  HeabiOSa  setulosa  Fisch.  etMey.  in  Ann.  sc.  nat.  Ser.  III.  Vol.  19.  p.  .30.  (ls.i4).    —  Tcliili.   As.  Min.  II.  )).  225. 

t.  XXVIII.  (ISGO). 

Syn.:    S.  Fhrygia  Boiss.   Diagu.    Ser.  II.    f.  0.  p.  96.  (,1859).  —    .S'.  Pahieittimi   var.  »m-mrc/ihahi  Boiss.    Fl.  Or.  III. 
p.  145.  (1875). 
Lycia:  Ad  Guruva  (5.  VII.);  iu  summis  aditus  ad  Karakiöi.  (2.  VIII.) 

8.  Pterocephalus  plumOSUS  Linne  Mant.  p.  197.    (1771)   sul)  KiKiiiliii.  —    Conlt.  M6m.  Dipsac.  p.  31.  t.  I.    f.  15. 

(182.3).  —  Boiss.  Fl.  ür.  III.  p.  147.  (1875). 

Lycia:  Ad  GUrlek. 

Compositae. 

Auctoie  A.  Heimerl. 

1.  Erigeron  Mln'USense  Boiss.  Diaguoses  plant,  nov.  I.    11.  p.  1.  (1849),  Fl.  Or.  III.  p.  165.  (1875). 

In  summo  monte  Ak  Dagh. 

Vorliegendes  Exemplar  stellt  eine  Mittelform  von  E.  uniflorum  Linne  und  E.  Elbrusense  Boiss.  dar,  indem 
es  mit  ersterer  Art  die  längeren  Liguleu,  mit  letzterer  die  nicht  zottigen  Involucreu  gemein  hat. 

2.  ßelUs  perennis  Liunö  Spec  pl.  ed.  l.  p.  886.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  173. 

Prope  Minara. 

Vorliegendes  Exemplar  wäre  dem  Habitus  nach  last  als  Mittclform  von  Bellis  perennis  L.  und  B.  .■^i/lvet^fris 
Cirillo  zu  bezeichnen,  indem  es  mit  letzterer  Art  in  der  Grösse  übereinstimmend,  doch  durch  kürzere,  breitere 
Blätter,  oberwärts  etwas  verdickten  Schaft,  kleinere  Köpfchen  seine  Zugehörigkeit  zu  Bellis  permnis  Linne 
documentirt. 

3.  AsteriscUS  aqiiaticUS   Linne  Spec.  plant,  eil.  1.  p.  90.S.  (175.'ij  sab  liuphUmbm.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  179. 

Prope  Eskere-Sowany  et  in  ditione  „Kasch". 

4.  PaleniS  spinosa  Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  903.  (1753)  sub  Duphthitlmo.  —  Boiss.  1.  c.  p.  180. 

Circum  Gjölbaschi. 

5.  Inula  Oculus  CJuristi  Linne  Spec  plant,  ed.  1.  p.  881.  (17.53).  —  Beck  Monogr.  von  Imda,  etc.  p.  41.  (ISSl).  — 

Boiss.  Fl.  Or.  1.  c,  p.  192. 

0.   Imila  candiiUl  Linnö  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  862.  (1753).  —  Beck  Monogr.  von  Lmla,  etc.  p.  44.  (I8SI).  —  Boiss. 
Fl.  Or.  L  c.  p.  196. 

In  ditione  Gjölbaschi  et  ad  ruinas  supra  Owadjik. 


Beiträge  zur  Flora  von  Lycien,  Carlen  and  Mesopolamlen.  1 1  ] 

7.  P/KUJlKtlon  Graeciini  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  I.  11.  p.  6.  (1819),  Fl.  Or.  1.  c.  p.  221. 

In  iusula  Cephalonia  ad  Akropolin. 

8.  Helichrysuni  scandens  Sieb.  Ex.sicc.  swh  Gnaphalwl  —  Boiss.  Fl.  Ür.  I.e.  p.  229.  Hub  H.  Siciilo  Spl•cnJ,^ 

Syn.:  H.  conglobatum  Boiss.   iu  Kotschy  Iter  Cilic.  Kurdicum.  Suppl.  Nr.  479! 
In  ditione  Bazergyan  Jailassy. 

;».   Ilclichrysmtl  pUeatum  DC  Prodr.  VI.  p.  183.  (1S37).  —   Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  231.   (1875). 
.Syn.:  H.  AnatoUcum  Boiss.  Diag.  jilant.  nov.  I.  1.  p.  11.  (1844)!. 
Ad  ruinas  supra  Owadjik. 

10.  llelk-hrymim  cMonopIlllmn,  Bois».  ut  ]5al.  Diagu,  plant.  Ür.  nov.  Sur.  II.  f.  ö.  p.  103.  (1859).  —   Hausskn. 

Exsicc. ! 

Syn.:  JI.  raUa^ii  Spreng.  j3.  chionopliilwn  Boiss.  Fl,  Or.  1.  e.  p.  230. 
Var.  albida  Heimerl  (var.  nov.).. 
Foliola  involncraüa  ut  pappi  trichomata  sordide  albida.  In  suranio  monte  Ak  Dagli. 
AVeicht  von  den  ohen  citirten  Hau  sskn  echt 'sehen  Exemplaren  durch  weissliclie  Färbung  der  Involucren 
und  des  Pappus,  .sowie  geringere  Filzigkeit  ab.  Das  ILl.  rtillasii  Sprengel  ist  leicht  durch  die  linealen  Blätter, 
das  Uel. 2)ti(jchi-ophilum  Boiss.  (Kotschy  Exsicc!)  durch  kleinere  Köpfchen  zu  unterscheiden. 

11.  Bvax  AnatOlica  Boiss.  etHeldr.  Diagn.  plant.  Or.  I.  U.  p.  2.    (1849)  et  in  Heldr.  Exsice.  anni  läl9!  —  Boiss. 
FI.  Or.  1.  c.  p.  243.  (1875). 

Prope  Guruva. 

12.  FilmjO  Gerniimica   Linne  Spec.  plant,  ed.  I.  p.  S57.  117531  sub  Ginipluilio.  —    Boiss.  Fl.  Or.  !.  c.  p.  245.  (1875). 

In  ditione  „Gjölbaschi". 

13.  Mlayo  spatJmlata  Presl.  Deliciae  Ilorti  Prageusis  p.  93.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  216. 

In  inferiore  valle  fluvii  Karanfil  Tscliai. 

14.  Achillea  setacea  Waldst.  et  Kit.  Plant,  rar.  Hung.  I.  p.  82.  t.  8o.  (1802).  —  Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  256.    Compa- 

ravi  specimiua  numerosa  Orientalia! 

Prope  Balbura. 

15.  Achillea  SailtoUna  Linne  Spec.  plant,   ed.  1.  p.  896.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  266.  (1875). 

Prope  Serkir-  Zaillach,  Anar,  Gussuwa;  in  inferiore  monte  Ak  Dagh. 

16.  Achillea  falcata  Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  897.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  267.  (1875). 

Syn.:  Ä.  sulphurca  Boiss.  in  Diagn.  plant.  Or.  I.  11.  p.  18.   (1849). 
Prope  Subaschi  Jailassy ;  in  transgressu  montium  supra  Karakiöi. 

17.  Achillea  tJOttiocephala  Boiss.  et  Bai.  in  Boiss.  Diagn.  plant.  Or.  II.  6.  p.  98.  (Is59).   —    Boiss.  FI.  Or.  1.  c. 

p.  268.   (1875). 

Ad  Loiyma. 

18.  Achillea  tet-etifoUa  Willd.  .Spee.  plant.  III.  p.  2198.  (ISOO).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  268.  (1875).  —  Kotschy 

Exsicc.!  —  Ileldr.  Exsicc! 

Syn.:  A.  microlobii  DC.  Prodr.  VI.  p.  23.  (1837). 
In  ditione  Owadjik. 

19.  AnthetniS   Unctoria  Linne  Spec.  plant,  od.  I..  p.  «96.  (1753) 

Var.  |3.  discoidea  Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  281.  (IS75). 
Syn.:  A.  discoidea  Smith  Fl.  üraec.  I.  p.  69.  t.  890.  (1806). 
Prope  Gjölbaschi. 


112  Otto  Stapf. 

20.  Anthctnifi  moiitaua  (LinucV)  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  29i.  var.  a. 

lu  cacumine  niontis  Nif  Dagh;  prope  Go/Jav. 

21.  Anthemis  Cronia   Boiss.   Diagn.  plant,  nov.  Or.    II.  3.  p.  22.  (IS5G).    —    Boias.  Fl.   Or.  I.e.  p.  291.  flS75j   sub 

variet.  A.  montanae  L. 

In  summo  moute  Ak  Dagh. 

22.  Anthemis  mcana  Boiss.  in  Kotschy  Exsicc.  e  moute  Tamo  (1836)! 

Syn.:  A.  moiilana  ?.  AiiiituUca  Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  292.  (1875). 

Ad  Sidyma. 

23.  Ailthemlff  Carnea  Boiss.  Diagn.  Sw-.  I.   l.  p.  4.  (I844).   -    Iluldr.  Exsicc!  —   Piuaid  Exsicc!  —    Boiss.  Fl 

Or.  1.  c.  p.  306.  (1875). 

In  ditione  Gjölbaschi  et  Sidek  Jailassy. 

24.  Anthemis  Pmnphylica  Boiss.  ut  HeUlr.  in  Hcldr.  Ex,sicc.!  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c  p.  317.  (1875). 

Circum  Gjölbaschi. 

25.  Anthemis  .    .    .    .  ? 

In  monte  Nemrud  Dagh. 

26.  Cliamaemeltt/m  discifovine   C.  A.  Mcycr  Verz.  d.  Pflanzen  des  Kaukasus  p.  75  (1831)   sub   ChnjamUhcmu.    — 

Vis.  Fl.  D.ilm.  II.  p.  85.  (1847).  —  Boiss.  Fl.  Or.  I.e.  p.  327.   (1875). 

Ad  ruinas  monasterii  snpra  Owadjik. 

27.  Chainaemelwm  oreades  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  I.  G.  p.  S7.  (1845)  sub  Matrkaria,   Fl.  Or.  1.  c.  p.  333.  (1875). 

In  summo  jugo  montis  Ak  Dagh. 

28.  Chrysanthemum,   seyetmil    Linu6  Spcc  plant,  cd.  l.  p.  S89.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c  p.  336.  (1875). 

Circum  Kekowa  et  Budrun. 

29.  Chrysanthemmn  covonarinm  Linne  Spec.  plant,  cd.  1.  p.  soit.  (i753j.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  336.  (i875). 

Prope  Sidyma ;  in  insula  Cephalonia  ad  Akropolin. 

30.  Pyrethvmn  densum.  Labillardierc  Iconcs  plautarum  Syriac  rariorum  Uec  III.  p.  12.  tab.  8.  (1809)  —  Boiss. 

Fl.  Or.  1.  c.  p.  34.8.  (1875). 

Syn.:  P.  Syriacum  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  Scr.  I.  f.  11.  p.  24.  (1849). 
Prope  Subaschi  Jailassy  ad  2000'"  s.  m.;  in  monte  Nemrud  Dagh. 

31.  Fyrethrum  Aucheri  DC.  Prodr.  VII.  p.  298.  (1838)  sub  Tamicäu.  —  Ilddr.  Exsicc! 

Syn.:  I'.  teiiuilobum  Boiss.  Fl.  Or.  I.e.  p.  352.  (1S75). 
Prope  Guruva. 

32.  Pyiethtum  Cuppadocicum  DC.  Prodr.  VII.  p.  297.  (1838).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c  p.  347.  (1875). 

Syn.:  P.  Cedrorum  Schott  et  Kotscliy  iu  Kotschy  Exsicc.  anui  1853! 
In  caciiminis  montis  Nemrud  Dagh. 

33.  Senecio  vuh/aris  Linne  Spcc  plant,  ed.  1.  p.  867.  (1753).  —   Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  386.  (1875). 

Ad  ruinas  Akropolcos  insulae  Xautlios. 

34.  Calendula  arvensis  Linu6  spcc  plant,  cd.  2.  p.  1303.  (1763;.  —   Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  418.  (1875). 

Ad  rivulos  montis  Fellen  Tschai. 

35.  Ctindelia  Tournefortii  Linne  Spcc  plant,  ed.  1.  p.  814.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c  p.  421.  (1875). 

In  cacumine  montis  Nif-Dagh. 

36.  Bcliinops  visCOSUS  DC.  Prodr.  VI.  p.  525.  (I.s37j.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  130.  (1875). 

In  infima  valle  fluvii  „Dembre". 


Beitrüge  zur  Flora  von  Lycien,  Carien  und  Mesopotamien.  1 1  3 

Ob  in  der  That  die  zahlreichen  von  Boissier  1.  c.  angeführten  Echinops-Arten  wirklich  als  Synonyme 
hieher  gehören  oder  doch  abzutrennen  sind,  wage  ich  nicht  zu  entscheiden.  Jedenfalls  dürfte  die  Länge  der 
Köpfchen  und  des  Penicillums  an  derselben  Pflanze  beträchtlichen  Schwankungen  unterliegen  und  nur  mit 
Vorsicht  zur  Artenscheidung  benützt  werden.  Die  von  Kotschy  als  „E.  si/riacmBoiss."  ausgegebenen  Stucke 
haben  längere  Köpfchen  (Iter  Syriaoum  No.  7G0!),  sind  sonst  aber  ganz  ähnlich,  dagegen  machen  jene  von 
Boissier  1.  c.  (als  ebenfalls  hiehergehörig)  citirten  Exemplare  von  Gumgum  in  Armenien  (Kotschy,  Iter 
Cilico-Kurdicum  No.  412)  der  ganz  anderen  Blattform,  der  geringeren  Dornigkeit,  dann  der  viel  kleineren 
Köpfchen  halber  den  Eindruck  einer  gut  verschiedenen  Art. 

37.  Echinops  BUro  Linnö  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  815.  (1753).  —   Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  439.  (1875). 

In  montibus  Ak  Dagh  et  Baba  Dagh. 

38.  Xerantheinum.  sqiiarrosuni  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  Ser.  I.  f.  6.  p.  lOi.  (1845).  —  Fl.  Or.  1.  c.  p.  444.  (1875). 

Ad  Gjömbe,  Owadjik,  Balbura,  Subaschi  Jailassy,  Anar,  Katara;  in  lateribus  montis  Ak  Dagh. 

39.  Tyrimnus  leucographlis  Linnö  Spec.  plant,  ed.  l.  p.  820.   (1753)  sab  Cardno.  —   Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  555. 

(1875). 

Prope  Loryma. 

40.  Cirsium  cynaroides  Lamarck  Dictionnairo  des  sciences  natur.  I.  p.  702.  (1783)  siib  Canluo.  —  Boiss.  Fl.  Or. 

1.  c.  p.  546.  (1875). 

In  ditione  Gjölbaschi. 

41.  Cirsium  Acarna  Linnö  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  820.  (1753)  sub  Carduo.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  549.  (1875). 

Prope  Gjölbaschi,  Onnan^  Kalfala. 

42.  Onopordon  Illyricum  Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  827.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  500.  (1875). 

In  ditione  Gjölbaschi,  Onnan,  Kalfala. 

Var.  |3.  Libanoticum  Boiss.  1.  c.  —  Kotschy  Plantae  Syriae  Nr.  566'.. 
Mixtum  cum  typico  prope  Kalfala, 

43.  Jurinea  Anatolica  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  Ser.  I.  4.  p.  21.  (1844),  Fl.  Or.  1.  c.  p.  574. 

Syn.:  J.  dura  Fiscb.  et  Mey.  in  Ann.  d.  sc.  natur.  IV.  1.  p.  32.  (1854). 
Props  Kadyandra  ad  ruinas  Akropoleos. 

44.  Phaeopappus  drabifoliUS  Sibth.  et  Smith  Flora  Graeca.  X.  p.  7.  tab.  910.  (I.s70)  sub  Cenfaurea.  —   Boiss 

Fl.  Or.  1.  c.  p.  594.  (1875). 

Syn.:   Clmrolepis  drabifolia  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  I.   10.  p.  107.  (1849).—  Ckarlolefis  drabifolia  Feuzl  inTchih. 
Asie  mineure  (Botanique).  II.  p.  329.  (1860)  ! 

Prope  Gjölbaschi. 

Der  Pliaeopappus  L/&a«o//cMs  Boissier  Diagn.  plant,  nov.  I.  10  p.  107  (184.)  sub  Cheirolepide  dViiite  kaum 
von  vorliegendem  Phaeopappus  abzutrennen  sein,  der,  da  er  mit  den  Exemplaren  vom  bithynischen  Olymp  (dem 
Originalstandorte  Sibthorps)  gut  übereinstimmt,  mit  Recht  als  Ph.  drabifoHus  zu  bezeichnen  ist ;  das  für  ersteren 
angegebene  Merkmal  der  kurzen  Wimpern  an  den  Involucralblattanhängseln  ist,  nach  den  verglichenen  Exem- 
plaren zu  schliessen,  wohl  ein  sehr  unconstantes. 

45.  Cenfaurea  Luschaniana  Heimerl  n.  sp.  ex  .affinitate  Centaurea  Cadmeae  Boiss.  (Sect.  Phalolepis). 

Tota  adpresse  cano-tomentosa,  rarius  hinc  inde  paulum  glabrescens,  oaespites  humile.s,  sat  densos  for- 
mans,  perennis.  —  Radix  lignosa,  verticalis,  superne  in  rhizoma  brevc,  pluriceps  abiens.  Gaules  complurcs 
adsceudentes  vel  erectiusculi  (10— lö^'^alti),  rarius  simplices,  saepius  a  medio  aut  superne  in  ranios  1 — 3  erecto- 
patentes  divisi,  angiilati,  vix  crebre  foliati,  1—3  cephali.  Folia  basilaria  adulta  dense  conferta  (5'='"  longa, 
1-4— 1-5'''"  lata),  petioio  laminam  ambitu  obovato-oblongam  aequante,  pinnatisectain  seginenta  (^2— 3  utrinque) 

Denkschriftea  der  malhem.-naturw.  Gl.  L.  Bd.  Äbhaadluagoa  vou  NicUtinitgliedora.  p 


114  Otto  Stapf. 

lanceolata,  integerrima ,  obtusiuscula,  lobo  teriiniuali  segmentis  lateralibiis  duplo  latiore  vel  obovato-oblongo 
vel  obovato-Ianceolato  vix  acuminato;  folia  caulina  (praeter  infima  partita)  integra,  parva  (media  11°'"  longa, 
2-5"'"lata),  basi  parum  angustata  sessilia,  lineari-lanceolata,  acuta.  Capitula  solitaria,  minora  (15 — l?™" 
longa,  12—14'"'"  lata),  basi  bracteis  minutissimis  suffulta,  ramos  parce  foliatos  ad  20 — SO""""  longos  terminantia. 
Involucra  ovato-oblonga  (8  —  10'"'"  longa,  iuferne  5'"""  lata),  glaberrima;  foliola  involucri  inferue  adpressa, 
appendicibus  parum  cucullatis,  inferiora  breviter  lanceolata,  superiora  late,  summa  elongata,  lanceolata,  stria- 
tula,  viridescentia  marginem  versus  pallida,  antice  in  appendicem  triangulari-lanceolatam  plus  minusve  fusces- 
centem,  foliolo  ad  2— 3plo  breviorem,  minute  tenuiterque  cuspidatam  atque  in  lateribus  membranam  latissime 
hyalinam,  nitidam  denticulatam  vel  laciniatam  gereutem,  producta.  Flores  marginales  radiantes  vel  pulcbre 
purpurei  vel  albescentes,  flores  disci  hitescentes  ob  antherarum  tubum  rosaceum  quasi  variegati.  Achaenia 
immatura  lutescentia,  matura  bruunea  ac  nitidula,  luteo-striata,  glabriuscula,  compressa  (cum  pappo  ß™"^,  sine 
pappo  S"'"  longa);  pappi  persistentis  albi  series  Intermediap  achaenium  aequant,  series  intima  achaenio  ad 
3 — 4plo  brevior. 

Habitat  in  transgressu  montium  supra  Karakiöi  Lyciae,  ubi  legit  clar.  D'''-  Luscban.  (2.  VIII. 
1882.) 

Centaurea  Luschaniana  kommt  in  der  Section  Phalolepis  der  vielgestaltigen  Gattung  offenbar  der  C.  Cadmea 
Boiss.,  dann  der  C.  Lycia  Boiss.  am  nächsten,  während  sich  die  anderen  von  Boissier  Flora  Orient.  1.  c. 
p.  622 — 627  angeführten  Arten  so  bedeutend  von  vorliegender,  zierlichen  Pflanze  unterscheiden,  dass  sie  kaum 
bei  einem  Vergleich  in  Betracht  zu  ziehen  sind.  —  Cenfaurea  Cadmea.  Boiss.  unterscheidet  sich  nun,  soweit 
sich  dies  aus  der  Boissier'schen  Beschreibung  entnehmen  lässt,  durch  reichköpfigere  (5  — 7-köpfige)  Stengel, 
durch  mehr  getheilte  Stengelblätter,  von  denen  nur  die  obersten  ungetheilt,  durch  Köpfchen,  welche  an  Grösse 
fast  jene  der  Centaurea  alba  L.  erreichen,  durch  verlängerten,  borstigen  Dorn  der  Involucralblätter,  endlich 
durch  längere  Pappusstrahlen,  von  denen  die  der  mittleren  Reihe  das  Achaenium  um  ein  Drittel  an  Länge 
übertreffen,  etc.  — ■  Centaurea  Lijcia  Boi'ss.  hat  die  Basalblätter  ungetheilt  oder  leierförmig  gelappt,  den  End- 
zipfel derselben  gezähnelt,  dann  stumpfe  entweder  unbedornte  oder  mit  ungemein  feinem  Enddorn  versehene 
Involucralblätter.  Beide  Arten  kenne  ich  übrigens  nur  aus  der  Beschreibung  und  konnte  keine  Vergleichs- 
exemplare zu  Gesichte  bekommen. 

46.  Centaurea  Cyanus  Linnö  Spec.  plant,  ed.  l.  p.  911.  (1753)  —   Boiss.  Fl.  Gr.  I.e.  p.  634.  (1875). 

Akropolis  urbis  Ohelling. 

47.  Centaurea  depressa  Marsch,  a  Bieberst.  Flor.  Taiir.-Cauc.  IL  p.  346.  (1808;.  —  Boiss.  Flor.  Gr.  1.  c.   p.  635. 

(1875). 

Prope  Owadjik. 

48.  Centaurea  cana  Sibth.  et  Smith.  Prodr.  Florae  Graecae.  H.  p.  198.  (1813). 

Syn.:    C.  acmophyUa  Boiss.  Diagu.  plant,  nov.  Ser.  11.  3.  p.  68.  (1856).  —    C.  axillaris  Willd.   5.  cana  Boiss.  Fl.  Gr. 
1.  c.  p.  636.   (1875). 

In  summo  monte  Ak  Dagh  et  Nemrud  Dagh ;  prope  Guruva. 

49.  Centaurea  Bourgaei  Boiss.  in  Burgeau  Exsicc.  1860,  Fl.  Gr.  1.  c.  p.  637.  (1876). 

In  summo  cacumine  montis  Ak  Dagh. 
Keine  Vergleichsexemplare  gesehen. 

50.  Centaurea  Beuteriana  Boiss.  Diagn.  plant.  Or.  Ser.  I.  f.  4.  p.  18.  (1844),  Fl.  Gr.  1.  c.  p.  639.  (1876). 

In  monte  Ujuklu  Dagh.  (1750™  s.  m.) 

Die  verglichenen  kleiuasiatischen  Exemplare  (Heldreich:  in  monte  Davros  Pisidae ! ;  Pinard:  Caria!) 
weichen  wohl  dureh  niedrigeren  Wuchs  und  dichteres  ludument  von  den  Luschan'schen  Stücken  ab,  doch 
stehe  ich  nicht  an.  bei  der  bekannten  Veränderlichkeit  dieser  Merkmale  an  derlei  Bewohnern  höherer  Berge, 
die  Luschan'schen  Exemplare  hieher  zu  ziehen. 


Beiträge  2:ur  Flora  von  Lycien,  Carien  und  Mesopotamien.  1 1 5 

51.  Centaurea  virgata    Lamarck  Dictionnaü-e  d.  sciences  natur.  I.  p.  670  (1783). 

Syn.:  C.  squarrosa  Willd.  Spec.  III.  -2319.  (1800). 

Ad  ruinas  monasterii  supra  Owadjik.  (100"'  s.  m.) 

52.  Centaurea  microlepis  Boisa.  in  Bourgeau  Plantae  Lyciae   1860,  Fl.  Or.  1.  c.  p.  651.  (1875). 

Circum  Anar. 

Keine  Vergleiehsexemplare  gesehen. 

53.  Centaurea  Zfrvillei  DC.  Prodi-.  VI.  p.  592.  (i837).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  665.  (i875). 

Syn.:   C.  dorxjphwa  Fenzl  iuKotschy  Exsicc.!.  —  C.  Syriaca  Boiss.  in  Pinard  Exsicc! 
In  declivibus  montis  Nif-Dagh. 

Vorliegende  Stücke  stimmen  mit  den  oben  citirten  Pinard'sehen  Exsiccaten  fast  yöUig,  während  die 
Hausknecht'schen  Specimina  (Aintab!)  dichter  behaart  sind  nnd  feiner  getheilte  Blätter  besitzen. 

54.  Centaurea  Pestalozzae  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  Ser.  I.  10.  p.  118.  (1849),  Fl.  Or.  1.  c.  p.  678.  (1875). 
In  transgressu  montium  supra  Karakiöi. 

Obwohl  ich  kein  Originalexemplar  dieser  äusserst  seltenen  Cenfaurea  (man  kennt  sie  blos  vom  Ak  Dagh 
in  Lycien)  vergleichen  konnte,  halte  ich  doch,  gestützt  auf  die  Übereiustimmung,  welche  —  von  dem  sofort  zu 
erörternden  Punkte  abgesehen  —  mit  der  Boissier'schen  Beschreibung  stattfindet,  die  Luschan'sche  PHanze 
für  echte  Centaurea  Pestalozzae.  Boissier  beschreibt  die  Achänen  seiner  Pflanze  „acheniis  (immaturis)  dense 
hirsutis,  pappi  rufescentis  serie  intermedia  achenio  longiore",  was  daher  durch  folgende  Angaben,  die  den  reifen 
A ebenen  entnommen  sind,  ergänzt  werden  möge. 

Diese  sind  ohne  Pappus  7"""  mit  demselben  15"""  lang,  letzterer  ist  gauzblass  röthlich  gefärbt,  die  längsten 
Trichome  der  äusseren  Reihe  überragen  etwas  die  Länge  des  Achäniums,  während  die  innerste  Reihe  aus 
spreublattähnlicheii,  nur  2"'"'  langen  Gebilden  besteht.  Das  Achänium  selbst  ist  massig  compress,  auf  beiden 
Seitenflächen  gewölbt  und  mit  zwei  feinen  Längsfurchen  auf  diesen  blassgelblich-braunen,  glänzenden  und 
völlig  kahlen  Flächen  versehen;  das  Hiliim  ist  gross,  liegt  seitlich  und  besitzt  am  Umfange  lange  Haare.  Es 
erklärt  sich  daher  die  Boissier'sche  Angabe  „achaeiiia  immatura  dense  liirsuta,"  dadurch,  dass  die  langen 
Haare,  sowie  die  im  unreifen  Zustande  sparsam  haarigen  Achänenseiten  eben  den  Eindruck  eines  „achaenium 
hirsutum"  hervorrufen. 

55.  Centaurea  SolstitialtS  Linue  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  917.  (1753).   —   Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  685.   (1875). 

Prope  Gozlar,  Owadjik,  Kasch,  Balbura,  Gürdek  JaTlassy. 

56.  Centaurea  Iberica   Trevirauus  in  Sprengel  Systema  plant.  III.  p.  406.  M8'26).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  6ü0. 

(1875). 

Syn.:   C.  Calcitrapa  Marsch,  a  Bieb.  Flora  Taurico-Cauc.  III  p.  594.  (1849). 
Kasch;  in  declivibus  ad  Gürdek  Jailassy. 

57.  Cichorium  Intybus  Linnö  Spec.  plaut.  ed.  1.  p.  813.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  715.  (1875). 

Prope  Katara. 

58.  Cichorium  sp. 

Ad  Guruva. 

59.  Khayadiolus  eduUs  Willd.  spec.  plant.  III.  p.  I625.  (I800). 

Syn.:  Rhagadiolus  stdiatus  a.  hebelaeuus  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  722.  (1875). 

Ad  Bazergyan  Jailassy. 

60.  Garhadiolus  Medyjmois  Fisch,  et  Mey.  index  IV.  horti  Petropol.|p.  48.  (1837)  sub  Rhagadiolo  (non  vidi).  — 

Jaub.  et  Spach.  Icones  pl.  Or.  111.  (1847— 50j.  tah.  264  et  265.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  723.  (1875). 

In  ditione  Eskeri-Boghaz. 


116  Otto  Stapf. 

61.  Leontodon  asperi'knum   Willd.   Spec.  plant.   III.  p.  732.  (ISOO)  sub  Scorzonera.  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  733. 

(1875). 

Prope  Gozlar;  in  declivibus  inferioris  montis  Ak  Dagh. 

62.  Geropogön  ylabruni  Linu6  Spec.  plant,  ed.  2.  p.  1109.  (1763).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  7-14.  (1875). 

Syn.:   G.  Jtirsutum  Linn6  1.  e. 
In  ditione  Loryma. 

63.  Tragopogon  plantagineuni  Boiss.  et  Huet  Diagn.  plant,  nov.  Ser.  II.  3.  p.  91.  (1856).  —  Kotschy  Plantae 

ex  Armenia.  Suppl.  C4l! 

Syn.:  Tr.  huphthalmoides  a.  latifoUum  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  751. 

Circum  Guruva. 

Ich  ziehe  zu  diesem  sehr  auffälligen  Tragopogon  zwei  schlecht  erhaltene  Exemplare,  welche  wahrscheinlich 
auf  sehr  ungünstigem,  dürrem  Terrain  herangewachsen,  durch  den  nur  1''"'  hohen,  obevwärts  nackten  Stengel 
von  der  gewöhnlich  reichblättrigen  und  höheren  Pflanze  des  Orientes  abweichen,  sonst  aber  keine  nennens- 
wertheu Differenzen  von  den  zahlreichen  verglichenen  Exemplaren  ergaben. 

64.  Tragopogon  OlymplCUin  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.   Ser.  I.  li.  p.  46.   (1849),  Fl.  Or.   I.e.  p.  753.    (I875j.    — 

Heldr.  Exsicc.! 

In  summe  iugo  montis  Ak  Dagh. 

65.  Podospermuin  Jacquiuianuin  Koch   Synops.  fl.  Germ.,  etc.  p.  425.  (1837).  —   Boiss.    Fl.  Or.  1.  e.   p.  757. 

(1875). 

Circum  Gozlar. 

Var.  /3.  alpina  et  y.  subinfegra  Boiss.  1.  c.  p.  758. 
In  saxosis  summi  montis  Ak  Dagh. 

66.  Scorzonera  elata  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.   Ser.  I.    4.   p.  25.    (1844),   Fl.  Or.  1.  c.  p.  769.    (1875).   —   Balansa 

Exsicc.  Nr.  263.  (Smyrna) ! 

In  inferiore  valle  fluvii  Karantil  Tschai. 

67.  Taraocacuni  serotillUtn  Waldst.  et  Kit.    Flantac   rar.  Hung.    II.   p.  119.    tab.  114.    (1805)   sub  Leontudonfe.   — 

Sadler  Flora  Pesthineusis.  II.  p.  243.  (1826).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  78«.  (1875). 

Prope  Gilweg  Jailassy. 

68.  ChondrUla  juncea  Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  79c.  (1753)  —    Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  792.  (1875). 

Prope  Gilweg  Jailassy. 

69.  Lactuca  Scariola  Linne  Spec.  plant,  ed.  2.  p.  1119.  (1763).  —  Boiss.  Fl.  Or.  I.  c.  p.  809.  (1875). 

Prope  Guruva. 

70.  Lactuca  Cretica  Desfontaine  Choix  des  plantes  du  Tourrefort    p.  44.  tab.  34.   (1808).    —    Boiss.    Fl.  Or.  1.  c. 

p.  805.   (1875). 

In  ditione  Piankaifa. 

Leider  kann  ich  an  dem  völlig  abgeblühten  Exemplare  nichts  Sicheres  über  die  Blüthenfarbe  constatiren, 
welche  Färbung  bekanntlich  das  beste  Unterscheidungsmerkmal  von  Lactuca  ttiberosa  L.  til.  fsub  SoiicJioJ 
abgibt,  da  aber  die  Herbav-Exemplare  von  Lactuca  Cretica  Desf.  völlig  übereinstimmen,  dann  die  geogra- 
phische Verbreitung  ebenfalls  für  diese  Art  spricht,  so  halte  ich  die  Bestimmung  als  L.  Cretica  Desf.  für 
begründet. 

71.  Zacyntha  verrucosa  Gaertner  De  fructibus  et  seminibus.  U.  p.  358.  tab.  157.  (1791).   —    Boiss.  Fl.  Or.  1.  c. 

p.  830.  (1875). 

In  inferiore  valle  flu\  ii  Karanfil  Tschai. 


Beiträge  zur  Flora  von  Lycien,  Carlen  und  Mesopotamien.  1 1 7 

72.   Mieraciuni  niacranthum  Tenore  Flora  Neapolitana.  V.  p.  190.  (1835).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  860.  (1875). 
In  declivibus  montis  Ak  Dagh. 

73.-  Mieracitim  sartnentOSUm  Frölidi  iu  DC.  Prodr.  VII.  p.  20-2.    —    Boiss.  Fl.  Ol-.  1.  c.  p.  862.  (1875;  sub  H. 
praealto. 

In  valle  fluvii  Karanfil  Tschai;  ad  Piankaifa. 

74.  Hieraclum  sp. 

In  monte  Nif  Dagh. 

75.  Hodigla  COmmiltata  Sprengel  Neue  EutdeLkiingen  I.  p.  273  (1820).  —  Boiss.  Fl.  Or.  1.  c.  p.  880  (1875). 

Prope  Eskere  Boglias,  Loryma,  Gjölbascbi. 

Campanulaceae. 

Auetore  R.  de  Wettstein. 

1.  Campauula  beionicifolia  Sibth.  etSm.  Fl.  Graec.  prodr.  I.  p.  141.  (1800).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.S99.  (1875). 

Lycia:  Ad  Gjöibaschi.  (29.  V.  et  25.  VI.  —  24.  VI.  1882.)  Flore  albo. 

2.  Campauula  drnhifolkl  Sibth.  etSm.  Fl.  Graec.  III.  p.  11.  tab.  215.  (1819). 

Carla:  Ad  Loryma.  —  Lycia:  Ad  Minara.  (28.  IV.)  et  ad  Gjölbascbi.  (29.  V.) 

3.  Campauula  iuncea  Witt  stein  (spec.  nov.). 

Humilis,  compacte  caespitosa,  caulibus  strictissimis,  8 — 12™  longis. 

Radix  perenuis,  uapiforuiis,  fusca,  collo  reliquiis  foliorum  obsita.  Gaules  glabri  .strictissimi  crassiusculi 
simi)lices  rarius  ramulosi  uuifluri  rarius  floribus  2 — 4  sparsis  lateralibus  obsiti.  Folia  radicalia  rosuias  deusas 
formaiitia  augnste  spatbulata,  obtusiuscula,  louge  attenuata,  petiolata,  integra,  supra  glabra,  infra  brevitev  velu- 
tina,  exsiccata  plevumque  replicata,  caulina  pleiumque  desunt,  rarius  iu  parte  inferiore  caulis  singularia, luinuta, 
lanceolata,  sessilia.  Bracteae  fiorum  lateralium  eadem  forma.  Flores  laterales  peduneulati.  Calyx  glaber  laciniis 
exappeudiculatis,  lanceolatis,  acutiusculis  tubo  obcouico  aeqnilongis  vel  subbrevioiibus,  erectis.  Corolla  calycis 
laciniis  8  — 4plo  longior,  glabra,  tubulosa  ad  Vs"^  '^^  lacinias  lineares,  acutas  partita.  Stigmata  tripartita. 
Capsula  glabra  erecta  poris  versus  apicem  sitis  debiscens. 

Caulis  8—12'^"  lg.  |     Cal.  lac.  2-3"""  lg. 

Fol.  rad.  (iucl.  petiol.)  22-25""°  lg.  |     Cor.  10—14°"°  lg. 

Lycia:  In  cacumiue  meridionali  montis  Ak  Dagb.  (17.  VI.) 

Von  C.  cow/»ac<a  Boiss.  et  Held r.  in  Boiss.  Diagn.  pl.  Orient,  nov.  Ser.  L  f.  ll.p.  71.(1849),  der  C.  iuncea 
am  nächsten  steht,  ist  sie  durch  kahle  Stengel,  die  ganzrandigen,  oberseits  kahlen  Blätter,  die  kürzeren  Kelch- 
zipfel und  relativ  längeren  Corolleu  leicht  zu  unterscheiden. 

4.  Campanula  Strlcta  Linn6  Spec.  plant,  ed.  2.  I.  p.  238.  (1762).  —  Cf.  Icou.  iu  La  Billard  Icou.  plant.  Syr.  rar. 

Dec.  V.  tab.  IV.  (1812). 

Lycia:  Serkiz  Jaila.  (31.  VI.) 

5.  Campanulu  tomentosa  Veut.  Doscr.  pl.  uouv.  de  jard.  d.  Cels.  tab.  IS.  (1800). 

Lycia:  Ad  Gjölbascbi.  (29.  V.) 

6.  JPodailthlim  Ihlifoliutn  Boiss.  et  Heldr.  iu  pl.  Anat.  exs.  1840.  sub  Campanula.  —  Boiss.  Diagn.  plant. Or.  nov. 

Ser.  I.  f.  11.  p.  75.  (1849).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  y:,4.  (1875). 

In  declivibus  montis  Ak  Dagh.  (36.  VII.) 

7.  Podauthuni  teimifoUuin  DC.  Prodr.  VII.  p.  454  (ISSS)  sub  rkyteumate.  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  952.  (1875). 

Lycia:  Iu  declivibub  montis  Ak  Dagh.  (lü.  VU.) 


118  Otto  Stapf. 

8.  Fodailthlim  sp.  Specimen  incompletum. 

Lycia:  Ad  Katara.  (23.  Vm.) 

9.  Specidaria  falcata  Ten.  Fl.  Neap.  Prodi-,  p.  16.  (sec.  Roem.  et  Schult.),  Flora  Nap.  I.  p.77.  tab.20.  (1811—1815) 

sub  Prismatocarpo.  —  A.  de  Cand.  Monogr.  d.  Camp.  p.  345.  (1830). 

Syn. :  Campanida  falcata  Roem.  et  Schult.  System  veg.  V.  p.  154.  (1819). 
Lycia:  Ad  Sidek  Jailassy.  (14.  V.) 

10.  Specularla  pentagonia  Linn6  Spec  plant,  ed.  l.  I.  ]i.  169.  (1753)  sub  Campanula.  —  A.  de  Cand.  Monogr.  d. 

Camp.  p.  344.  (1830). 

Lycia:  Ad  GUrlek. 

11.  Specularia  Speculum  Linnfe  Spec.  plant,   ed.  1.   I.   p.  168.  (1753).   —   A.  de  Cand.  Monogr.  d.  Camp.   p.  346. 

(1830). 

Lycia:  Ad  Sidek  Jailassy. 

Primulaceae. 

1.  Anagallis  arvenMs  Linn*  Spec.  plant,  ed.  i.  p.  148.  (1753). 

Lycia :  lu  insula  Kekova  et  iuter  urbes  Makri  et  Levissi.  (20.  IV.) 

2.  Cyclamen  Coutn   Mill.  Diet.  jard.  II.  p.  730.  (1785).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  U.  (1879). 

Caria:  Ad  Loryma. 

3.  Cyclamen  NeapoWanuin  Ten.  Fl.  Neap.  III.  p.  197.  (1824).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  13.  (i879). 

Syn.:  C.  hederaefoUum  Willd.  Spec.  plant.  I.  p.  810.  (1779)..—    Reichenb.  Icon.  Fl.  Germ.  XVII.  t.  47.  (1854—55) 
Lycia:  Ad  GjOlbaschi  (1.  V.)  et  Tyrsa.  (28.  V.) 

4.  Androsace  dasijphylla  Bunge  in  Ledeb.  Fl.  Alt.  I.  p.  218.  (1829),  Icon.  pl.  Fl.  Ross.  Alt.  tab.  15.  (1829). 

Syn.:    A.   Olympica  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  S6r.  I.   f.  4.  p.  37.  (1844).  —  A.  villosa  ß.  conyesta  Boiss.  Fl.  Or.  IV. 
p.  14.    (1879). 

Lycia:  In  cacumine  montis  Ak  Dagli.  (17.  VII.) 

A.  dasijphijlht  Bunge  scheint  mir  von  A.  viUosa  L.  specifisch  verschieden  zu  sein.  Ob  auch  A.  odoratissima 
Schreb.  [Ic.  et  descv.  pl.  dec.  I.  p.  7.  t.  IV.  (1766)]  hieher  gehört,  wie  Boissier  a.  a.  0.  annimmt,  ist  zweifel- 
haft, da  sie  Schieber  mit  abstehenden  Blättern  und  mehrblüthiger  Dolde  abbildet  und  auch  so  beschreibt, 
während  die  Pflanze  vom  Ak  Dagh  einander  dicht  anliegende,  aufrechte  Blätter  und  einblüthige  Schäfte  besitzt. 
Diese  Abweichung  kann  indessen  immerhin  in  Standortsverhältnissen  begründet  sein. 

5.  liysiinachia  atropurpurea  Linn6  Spec.  plaut.  ed.  1.  p.  147.  (1753).  —  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  7.  (1879j. 

Lycia:  Ad  Gürlek  (1882).  -  Caria:  Ad  Piankaifa.  (13.  VI.  1881.) 

Plumbagineae. 

1.  Plumbago  Europaea  Linn^  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  isi.  (1753). 

Lycia:  Ad  ruinas  monasterii  supra  Owadjik  (2.  VIII.)  et  ad  Gilewgy  Jailassy. 

2.  AcanthoUnion  acerosutn  Willd.  Neue  Schriften  d.  Gesellsch.  naturf.  Fr.  in  Berlin.  III.  p.  420.  (1801)  s\ib  Statice. 

—  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  Ser.  I.  f.  7.  p.  80.  (1846).  —  Bunge  Gatt.  Acanth.  p.  33.  (1872). 

Syn.:  A.  Phryyium  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  Ser.  I.  f.  7.  p.  79.  (1846), 
Lycia:  Ad  Anar  (16.  VII.);  ad  Acropolin  supra  Podalia  (27.  VII.);  in  declivibus  montis  Ak  Dagh,  fere 
1600"  s.  m.  (1.  VIII.) ;  in  iugo  supra  Karakiöi.  (2.  Vm.) 

3.  AcantholiinOll  Caryophyllaceuni  Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  S6r.  I.  f.  7  p.  78.  (1846).—  Bunge  Gatt.  Acanth. 

p.  34.  (1872). 

Lycia:  Infra  Gürdef  Jailassy.  (VII.) 


Beiträge  zur  Flora  von  Lycien,  Cnrien  und  Mesopotamien.  119 

4.   AcantJloUrnon  Pinardi   Boiss.  Diagn.  plant,  nov.  Ser.I.  f.7.  11.79.(1846).—  Bunge  Gatt.  Acanth.  p.  34.  (1872) 
Syn.:  A.  fiarosum  ß.  hrachystachya  Boiss.  Fl.  Or.  IV.  p.  838.  (1879). 
Lycia:  In  declivibus  montis  AkDagh.  (16.  VII.) 

Styracaceae. 

Styrax  Offtcinale  Linn6  Spec.  plant,  ed.  1.  p.  444.  (1753). 
Lycia:  Ad  Gjölbascbi.  (29.  V.) 

Ericaceae. 

1.  ArbutltS  Andrachne  Linnö  Spec  plant,  ed.  2.  p.  566.  (I7ß2).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  966.  (1875). 

Lycia:  Ad  Kascli  (28.  IV.)  et  Gjölbascbi.  (1.  V.) 

2.  Pentapera  Sicula  Guss.  Cat.  H.  R.  Bocc.  ann.  1822.  p.  74.  et  Fl.  Sic.  Prodi-.   I.   p.  463.  (1827—28)  sub  Erica.   — 

Link  in  Linn.  XII.  p.  497.  (1838).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  969.  (1875). 

Lycia:  Ad  Gjölbascbi.  (L  V.  -  25.  V.) 

3.  Erica  verticillata  Forsk.  Fl.  Aeg.  Arab.  p.  25.  (1775).  —  Boiss.  Fl.  Or.  III.  p.  970.  (1875). 

Lycia:  In  valle  fluvii  Jailassy  Tschai.  (19.  VII.) 


120  Otto  Stapf.  Beiträge  zur  Flora  von  Lycien,  Carlen  und  Mesopotamien. 


INDEX. 


Pag. 

Fungi Auctore  R.  de  Wettstein 73 

Filices „  0.  Stapf 73 

Cotiiferae „  0.  Stapf 74 

Giielaceae „  0.  Stapf 74 

Najadeae „  0.  Stapf 74 

Alismaceae „  0.  Stapf 74 

Äraceae „  0.  Stapf 75 

Cyperaceae „  0.  Stapf 75 

Gramineae „  E.  Ha  ekel 75 

Juncaceae „  0.  Stapf 78 

Liliaceae „  0.  Stapf 78 

Ämaryllideae „  0.  Stapf 81 

Iriduie „  0.  Stapf 83 

Orchideae „  0.  Stapf 83 

Convolvulaceae „  0.  Stapf 85 

Borragineae „  R.  de  Wettstein 85 

Solanaceae „  R.  de  Wett stein 88 

Scrophularineae „  C.  Richter 88 

Lentibularineae „  0.  Stapf 9"2 

Acanthaceae „  C.  Richter 92 

Ch-obancheae „  G.  Beck 92 

Plantagineae „  0.  Stapf 93 

Verbenaceae „  0.  Stapf 93 

Läbiatae ,  0.  Stapf 94 

Oleaceae „  0.  Stapf 104 

Apocyneae „  0.  Stapf 104 

Asclepiadeae „  0.  Stapf 105 

Stellatae „  0.  Stapf 105 

Caprifoliaceae „  0.  Stapf   • 108 

Valerianeae „  0.  Stapf 108 

Dipsaceae „  0.  Stapf 199 

Composüae ,  A.  Heimer  1 110 

CampanuJaceac „  R.  de  Wettstein 117 

PrimuJaceae „  0.  Stapf 118 

Plumbagineae „  0.  Stapf 118 

Styracaceae „  0.  Stapf 119 

Ericaceae „  0.  Stapf 119 


121 


GEOLOGISCHE  UNTEKSIICHÜNGEN 

IN  DER 

„OEAUWACKENZONE"  DER  NORDÖSTLICHEN  ALPEN, 

MIT  BESONDERER  BERCCKSICÜTIGUNG  DES  SEiMERING-GEßlETES. 

Von 
FRANZ  TOULA. 


VORGELEGT  IN  DER  SITZUNG  AM  22.  JÄNNER   1885. 


1.  Im  Wechsel-Semmering-Gebiete. 

Zwischen  der  der  Hauptsache  nach  aus  krystallinischen  Schiefergesteinen  gebildeten  Centralkette  und  der 
ans  mesozoischen  Gesteinen  aufgebauten  Kallczone  treten  bel^^anntlieh  in  den  Nordalpen  Schiefer,  Sandsteine, 
Conglomerate  und  Kalke  auf,  die  mau  als  Ganzes  unter  dem  Namen  der  nördlichen  Grauwackenzone 
der  Alpen  zu  bezeichnen  pflegt.  Ihre  Gliederung  war  wegen  der  Seltenheit  bezeichnender  Fossilreste  nicht 
mit  Sicherheit  durchzuführen,  doch  wurden  die  betreffenden  Gesteine  bei  den  Ubersichtsaufnahmen  als  der 
silurischen  Formation  zugehörig  betrachtet  und  dem  entsprechend  auch  auf  der  grossen  geologischen  Über- 
sichtskarte von  Franz  Ritter  v.  Hauer  zur  Darstellung  gebracht. 

Die  Anhaltspunkte  für  diese  Annahme  bilden  die  bei  Dienten  im  Pougau  in  dem  Eisensteintagbaue  bei 
der  „Nagelschmiede"  aufgefundenen  und  von  Fianz  v.  Hauer  bestimmten  Versteinerungen  (Haidinger's 
Berichte  1846,  I.  187,  Jahrb.  d.  k.  k.  geol.  Reichsanst.  1854,  S.  379),  sowie  die  am  Erzberge  bei  Eisenerz 
gesammelten  Petrefacte,  welche  von  Prof.  Suess  als  obersilurisch  bestimmt  (Jahrb.  1865,  S.  271 — 273),  und 
neuerlichst  aucli  durch  Oberbergrath  G.  Stäche  eingehend  studiert  wurden  (Verhandl.  1879,  S.  217).'  Dieser 
Grauwackenzone  gehören  nun  auch  als  Endglieder  einer  langen  Reihe  von  Vorkonnnnissen  jene  Gesteine  an, 
welche  zwischen  dem  Semmeringsattel  und  Gloggnitz  auftreten.  Im  Süden  von  den  imposanten  Kalkniassen 
der  Raxalpe  und  des  Schneeberges  trifft  man  unter  den  Werfener  Schichten  einen  Zug  von  Schiefergesteinen, 
die  in  neuerer  Zeit  von  Prof.  Tschcrmak  untersucht  worden  .sind.  (Verliandl.  d.  geol. Reichsanst.  1873,  S.62.) 
Manches  davon,  sagt  Tschermak,  lässt  sich  mit  dem  vergleichen,   was  von  Theobald   in  Graubünden  als 


1  Auf  der  ueuen  kleineu  Übersichtsliarte  ist  neben  Silur  auch  Carbon  ausgeschieilen.  Hier  sei  übrigens  darauf  hiu- 
gewiesen,  dass  Stur  auch  an  das  Vorkommen  von  Devonkalken  in  Verbindung  mit  Quarziten  dachte.  (Geologie  der  Steier- 
mark, S.  ',)6  und  115.) 

Denkschriften  der  matbem.-naturw.  Cl.  L.  Bd.  Abhandlungen  von  Nichtmitgliedem.  g 


122 


Franz  Tonla. 


Casannaschiefer  bezeichnet  wurde,  woran«  aber,  wie  ganz  richtig  hervorgehoben  wird,  nichts  weiter  folgt,  als 
die  zu  wenig  betonte  Ähnlichkeit  der  älteren  alpinen  Sedinientbildungen  überhaupt. 

Prof.  E.  Suess  sprach  schon  früher  wiederholt  die  Ansicht  aus,  dass  in  diesem  Schiefer-Conglomeratzuge 
Äquivalente  der  erwähnten  Casannaschiefer  vorliegen.  In  seiner  Arbeit  Über  die  Äquivalente  des  Rothliegcnden 
in  den  Slidalpen  gibt  er  an,  dass  ein  ganz  bestimmter  Theil  der  alpinen  Schieferbildungen,  welcher  jünger  ist 
als  die  Anthracit  führenden  Schichten  der  Tarantaise  oder  der  Stangalpe,  mit  diesem  Namen  zu  bezeichnen  sei. 
(Sitz.  Ber.  1868,  Bd.  57,  S.  784.) 

Auch  Stur  in  seiner  Schrift  über  die  ,,Fossilen  Pflanzenreste  aus  dem  Schiefergebirge  von  Tergove  in 
Croatien"  (Jahrb.  1868,  S.  131 — 138),  weist  auf  S.  136  darauf  hin,  dass  Theobald  unter  den  Casannaschiefern 
krystallinische  und  halbkrystallinisehe  schieferige  Gesteine  begreift,  die  von  anderen  Forschern  kurzweg  als 
krystalliuische  Schiefer  bezeichnet  werden.  „Wenn  ich"  —  sagt  Stur  —  „irgend  ein  Äquivalent  der  Casanna- 
schiefer bei  uns  angeben  wollte,  so  wäre  es  der  von  mir  namentlich  im  Ennsthale  beobachtete  und  hervor- 
gehobene Thonglimmerschiefer,  dessen  Beschatfenheit  den  Beschreibungen  der  Casannaschiefer  bestens 
entspricht,  dessen  Complexe  Gneisse,  körnige  Kalke,  Serpentine,  Chloritschiefer  und  Talkschicfcr  und  auch 
Granite  angehören.  Dieser  Thonglimmerschiefer  gehört  aber  noch  sicher  der  eozoischen  Formation  an,  da 
auf  demselben  aufgelagert  die  nun  hinlänglich  sicher  erwiesene  Siluiformation  der  nordöstlichen  Alpen 
beobachtet  wird." 

Wie  ganz  anders  stellen  sich  diese  Verhältnisse  heute  dar,  nachdem  die  Beobachtungen  im  Semmering- 
•  gebiete  durch  jene  JenuH's  bei  Leoben  in  so  schöner  Weise  bestätigt  worden  sind,  Beobachtungen,  welche 
durch  Stur  selbst  in  objectivster  Weise  in  seiner  neuen  ausgezeichneten  Arbeit  beleuchtet  worden  sind. 
(Jahrb.  1883,  S.  189,  Verh.  S.  40.)  Auch  die  neuesten  Aufnahmsergebnisse  Vacek's  im  Gebiete  zwischen  der 
Mur  einer-  und  der  Enns  andererseits  (Radstädter  Tauern  und  ihre  östliche  Fortsetzung)  sind  wohl  geeignet, 
neues  Licht  auf  die  Deutung  der  einzelnen  Formationen  zu  verbreiten.  (Krystallinische  und  hall)krystallinische 
Schiefer  und  discordant,  in  alte  Erosionsfurchen  derselben,  eingelagerte  Kalke  und  dolomitische  Kalke.) 
Verhandl.  1883,  S.  310—316. 

Eine  Vorstellung  von  der  Schichtenfolge  der  betreffenden  Region  am  Ostende  des  ganzen  Grauwacken- 
zuges  gibt  das  nach  einer  Skizze  Prof.  Tschermak's  gezeichneten  Profil,  welches  sich  in  dem  grossen  Werke 
Karrer's:  „Geologie  der  Kaiser  Franz  Josef -Hochquellenwasserleitung"  S.  50  findet,  und  welches  hieher 
gestellt  werden  soll. 

Fig.  1. 


Ein  Idealprofil,  welches,  wenn  es  auch  in  Bezug  auf  die  Lagerungsverhältnisse  ganz  schematisch  ist, 
alle  die  verschiedenen  Gesteinsvarietäten,  wie  sie  auf  der  Linie  Umschussberg  (Wechsel)— Grillenberg— 


Geologische  ÜidersuchuiKjeii  in  der  ,,Grauwaekenzoiie"  der  nordöstlichen  Alpen.  123 

Schneeberg-Vorberge  auftreten,  zur  Anschauung  brachte,  findet  sich  in  der  I.  Auflage  von  Hauer's  Geologie 
von  Österreich  auf  Seite  219. 

Die  Glieder  zwischen  dem  Otterberg,  Schottwien  und  dem  Klammrücken  müssen  dabei  nur  in  diseor- 
danter  Lagerung  eingezeichnet  werden. 

Durch  die  Auffindung  von  Fossilien  führenden  Horizonten  in  dieser  Zone,  welche  auf  andere  Glieder  der 
Formationenreihe  hinweisen,  Funde,  welche  ich  selbst  im  Wechsel-Semmeringgebiete  zu  machen  das  Glück 
hatte,  wurde  eine  andere  Auffassung  der  Verhältnisse  eingeleitet  und  vor  Allem  das  Vertretensein  der  Carbon- 
formatiou  in  dieser  Zone  nachgewiesen,  welcher  Nachweis  durch  die  erwähnten  neueren  Funde  weiter  westlich, 
in  der  Gegend  von  St.  Michael  bei  Leoben,  bestätigt  wurde.  Durch  jenen  Nachweis  wurde  eine  grosse 
Lücke  in  der  Formationsreihe  ausgefüllt,  eine  Lücke,  welche  auffallend  genug  war.  Auf  Seite  22  seines  grossen 
Werkes  „  Die  Dolomitriffe  von  Südtirol  und  Venetien"  (Wien  1879)  that  Oberbergrath  v.  Mojsisovics  ja  noch 
den  Ausspruch:  „Dem  nördlichen  Silurzuge  zwischen  Schwaz  undPayerbach  fehlen  die  Präcarbon-  und  Carbon- 
bilduugcn". 

Wie  gross  die  Schwierigkeiten  sind,  die  sich  einer  Altersbestimmung  dieses  Complexes  entgegenstellen, 
geht  aus  der  Verschiedenheit  der  Deutung  hervor,  welche  von  verschiedenen  Autoren  gegeben  wurde.  Es  war 
im  Frühlinge  1868  (15—19.  April)  als  von  Seite  der  Professoren  v.  Hochstetter  und  Suess  eine  Excursion 
in  die  Gegend  von  Glogguitz,  auf  den  Semmering  und  in  das  Quellengeljiet  au  der  Schwarza  unternommen 
wurde.  Bei  dieser  Gelegenheit  lernte  ich  die  fraglichen  geokigischen  Verhältnisse  des  Semmeringgebietes 
kennen.  Dabei  hatte  ich  aber  auch  Gelegenheit,  die  so  verschiedene  Auffassung  der  geologischen  Verhältnisse 
dieses  Gebirges  von  Seite  meiner  beiden  verehrten  Lehrer  kennen  zu  lernen. 

Während  v.  Hochstetter  die  Schiefer  als  der  Phyllitzone  der  Alpen  entsprechend,  die  für  Devon 
erklärten  Kalke  und  Dohnnitc  des  Göstritz-  einer-  und  der  Adlitzgräben  andererseits  als  discordant  darüber 
liegende  synclinale  Mulden,  und  das  Senimeringjoch  als  einen  Aufbruch  der  als  sericitische  Schiefer  ausgebil- 
deten Pliyllite  auffasste,  hielt  Prof.  Suess  an  der  Ansicht  fest,  die  Schiefer  des  Kobermann  Rückens,  zwischen 
Breitenstein  und  Gloggnitz  einer-  und  Payerbach  andererseits  seien  ein  Äquivalent  der  von  G.  Theobald  — 
(Geologische  Beschreibung  der  nordöstlichen  Gebirge  vouGraubünden  18G4;  —  man  vergl.  auch  die  Besprechung 
von  Fr.  V.  Hauer  im  Jahrbuch  der  k.  k.  geol.  Reichsanst.  1865,  S.  81—86)  —  als  Casannaschiefer  bezeich- 
neten „metamorphischen  Gebilde^  und  zwar  erklärte  er  sie  als  dem  Carbon  und  noch  näher,  als  derFarrenzone 
entsprechend.  (Theobald  hatte  übrigens  die  Annahme  als  möglich  hingestellt,  dass  die  Casanna-Schiefer  aucii 
devonische  und  silurische  Formationsglieder  vertreten  könnten.)  Der  Forellenstein  bei  Gloggnitz  wurde  als 
jüngeres  Glied  angesehen,  die  gegen  Süden  folgenden  Gesteine  aber  sollten  verschiedenen  anderen  Gliedern 
der  paläozoischen  Schichtenreihe  entsprechen.  Die  Adlitzgrabenkalke  wurden  als  dem  Carbon  angehörig,  die 
Schiefer  am  Semmeringjoche  und  die  Kalke  des  Göstritz  als  Devon  aufgefasst,  indem  sie  als  auf  krystallinischeu 
Schiefern  liegend  angenommen  wurden.  Die  beiden  Profile,  wie  sie  von  v.  Hochstetter  in  den  im  Jahre  1871 
erschienenen  Autographien  seiner  Vorlesungen  '  einander  gegenüber  gestellt  wurden,  mögen  das  Gesagte  näher 
versinnlichen. 

V.  Hochstetter  sagt  im  Texte:  „Eine  specielle  Erwähnung  verdienen  noch  die  Verhältnisse  am 
Semmering,  wo  devonische  Kalke,  Dolomite  und  Rauchwacken  unter  eigenthümlichen  Lagerungsverhältnissen 
auftreten,  die  eine  sehr  verschiedene  Deutung  erfahren  haben,  wie  folgende  Durchschnitte  zeigen  sollen. 

„Die  Südbahn  durchschneidet  von  Gloggnitz  bis  Mürzzuschlag  die  nördliche  Grauwackenzoue  der  Alpen 
in  einer  die  Streichungslinie  der  Schichten,  die  von  WSW.  nach  ONO.  geht,  unter  verschiedenen  Winkeln 
schneidenden  Linie.  Die  mittlere  Richtung  der  Bahnlinie  geht  aber  nahezu  parallel  dem  Streichen.  Das  Ver- 
flachen der  Schichten  ist,  locale  Störungen  abgerechnet,  im  Allgemeinen  gegen  Nord  gerichtet,  mit  30—70° 
und  scheinbar  liegen  sämmtliche  Schichten  concordant  über  einander.  Von  Payerbach  bis  Klamm  oder  bis  zum 
Lechnertunnel  durchschneidet  die  Bahnlinie  Thonglimmerschieferschichten  (Phyllile)  von  verschiedener  Farbe 

1  Vorlesungen  über  üeologic,  II.TLeil;  gcliahou  im  Sümmersemester  1k70/T1,  H.  140—14-2. 


124 


Franz  Toiila. 


(röthlicligraii,  stellenweise  graphitiscb)  mit  Einlagerungen  von  Talk,  von  Magnesit  und  Ankerit.  Vom  Leehner- 
tunnel  bis  kurz  vor  dem  .Semmeringtunnel  auf  der  Strecke,  wo  die  Bahnlinie  längs  der  Weinzettelwand  und  au 

Fig.  2. 

Aidfassua^  v  Huchsicttci's 

•I 

Sonnwendsteiiv  ^  J 

Bii'on.Kaüc  u.. 
Hauch»'"^!'''^ 


Derojt^Srh.  lioltictiknlk  Casajtnasdtwfej- 

den  Adlitzgräben  vorbeiführt,  durchbricht  die  Linie  in  einer  Reihe  von  Tunnels  Kalke  von  lichter  und  dunkler 
Farbe,  Dolomit  und  üauciivvacken,  die  thcils  deutlich  geschichtet,  theils  massig  und  uugeschichtet  erscheinen. 
Der  Sennneringtunuel  führt  dem  Streichen  der  Schichten  nach  durch  sehr  zerklüftete  lockere  Schichten,  von 
dem  verschiedenartigsten  petrographischen  Habitus.  Theils  quarzige  Schiefer,  theils  röthliche,  grünliche  und 
weisse  sericitartige  Schiefer,  theils  Schiefer,  die  den  Charakter  von  Talk-,  Chlorit-  uudThonschiefer  haben,  treten 
in  der  Einsattelung  zwischen  dem  Sonnwendstein  und  Alpkamm  oder  Wolfsberg  zu  Tage.  Auf  der  Schottwiener 
Seite,  unterhalb  des  Tunnels,  enthalten  diese  Schiefer  Gypseinlagerungeu.  Im  Bereiche  dieser  Schiefer  füiirt  die 
Bahn  jenseits  abwärts  nach  Mürzzuschlag.  Bleiben  wir  oben  auf  der  Höhe,  so  erheben  sich  im  Sonnwendstein 
von  neuem  Kalke,  Dolomite  und  Rauchwacken  zu  bedeutender  Höiie.  Diese  lagern  südlich  auf  Quarziten  und 
graphitisclien  Thouschiefern  auf,  die  allmälig  in  die  krystallinischen  Schiefer  (Glimmerschiefer,  Amphibol- 
s chiefer  u.  s.  w.)  des  Wechsels  übergehen. 

Die  Lagerungsverhältnisse  dieser  Schichteureihe  lassen  eine  ganz  verschiedene  Deutung  zu  und  da  man 
Versteinerungen  nirgends  gefunden  hat,  so  hängt  die  ganze  Auifassung  von  der  Deutung  der  Lagerungsver- 
hältnisse ab.  Nimmtman  wie  Prof.  Suess  in  der  ganzen Schicbtenstrecke  eine  concordanteÜbereinanderlagerung 
an,  so  bekommt  man  die  ganze  Reihenfolge  von  Schichten,  die  man  nur  nach  Wahrscheinlichkeitsgründen  und 
nach  dem  petrographischen  Charakter  in  verschiedene  Formationen  abtheilen  kann,  wie  der  Durchschnitt 
Fig.  3  zeigt.  ' 

Meine  Anschauung  gibt  der  Durchschnitt  Fig.  2,  nach  welchem  man  es  vermuthlich  nur  mit  zwei 
Schichtencomplexen  zu  thun  hat,  mit  einem  Complexe  von  krystallinischen  und  halbkrystallinischen  Schiefern, 
auf  welchen  in  zusammengepressten,  isoklinen  Mulden  discordant  der  Kalk  und  Dolomit  aufgelagert  sind,  die 
nach  ihrem  Zusammenhang  mit  den  devonischen  Kalken  von  Graz  als  devonisch  gedeutet  werden  dürfen." 

Diese  letztere  Auffassung,  das  Alter  der  Kalke  betreifend,  verleitete  mich  in  meiner  ersten  Notiz  über  die 
Funde  am  Semmeringjoche  noch  die  Meinung  festzuhalten,  dass  man  es  dabei  mit  Devon  zu  thun  habe,  eine 
Meinung,  von  der  ich  bei  \Yeiterer  Verfolgung  der  Verhältnisse  bald  abkommen  musste. 

Abgeseiien  von  dieser  Altersbestimmung  sind  die  tektouischen  Angaben,  sowie  die  ganze  Schilderung  der 
herrschenden  geologischen  Verhältnisse  Wort  für  Wort  zutreffend. 


1  Auch  Czjzek  nimmt  in  seiner  Abhandlung:  Das  llosaliengebirge  und  der  Wechsel  (Jahrb.  1854,  S.  509;  eine  Über- 
einaudei-folge  an.  Die  Aufeinanderfolge  der  Schichten  der  Grauwackengesteine  ist  nach  seiner  Darstellung  die  folgende:  Über 
schwarzem  Thonschiefer  folgt  Quarz,  dann  dunkler  Kalk,  Grauwackenschiefer,  eine  mächtige  Lage  von  dolomitischem,  lichtem 
Kalk  und  obenauf  eiue  sehr  miiohtige  Lage  von  Grauwackenschiefern. 


Geologische  Untersuchmgen  in  der  „Gramvackenzone"  der  nordöstlichen  Alpen.  125 

Auf  dem  Wege  von  Kapellen  iilter  den  Nasskam  wurden  bei  jener  Exeursion  die  Verhältnisse  wieder  recht 
verschieden  erklärt.  Suess  erklärte  die  nach  den  lichten  krystallinischen  Kalken,  bei  den  ersten  Häusern 
Alteubergs  auftretenden  grünlich  gelarbten  falkigen  Schiefer  für  Glieder  der  oberen  Steinkohlenforniation, 
respective  für  die  jüngsten  Ablagerungen  der  paläozoischen  Reihe  in  diesem  Gebiete,  während 
Stur  und  V.  Hochstette  r  dieselben  als  der  altpaläozoischen  Grauwackenformation  entsprechend  auffassten. 
Zwischen  den  Schiefern  und  dem  im  unmitttelbar  Liegenden  der  Werfener  Schiefer  auftretenden  Quarzcon- 
glomerate  treten  die  Eisenerze  (Siderit,  Eisenglimmer  und  Braun  eisen)  auf. 

Wiederholt  habe  ich  später  in  dem  Wechsel-Semmeriuggebiete  längeren  Aufenthalt  genommen,  und  bei 
dieser  Gelegenheit  manche  Beobachtungen  gesammelt.  Später  ward  mir  eine  Subvention  der  kaiserlichen 
Akademie  zu  Theil  um  vergleichende  Beobachtungen  im  Bereiche  der  Grauwackenzone  weiter  im  Westen  vor- 
nehmen zu  können.  Im  Nachstehenden  versuche  ich  es,  meine  Beobachtungen  mit  jenen  in  der  Literatur  sich 
findenden  vergleichend  zur  Darstellung  zu  bringen.  Das  Ergebnis«  ist,  wie  ich  offen  gestehen  muss,  ein  mich 
durchaus  nicht  befriedigendes  und  wenn  ich  nach  langem  Zaudern  die  Blätter  dennoch  der  Veröffentlichung 
übergebe,  so  geschieht  es,  weil  ich  der  Meinung  bin,  dass  eine  Zusammenstellung  des  auf  das  genannte  Gebiet 
und  besonders  auf  die  von  mir  beobachteten  Verhältnisse  Bezüglichen  vielleicht  zu  erfolgreicheren  weiteren 
Forschungen  veranlassen  könnte.  Ganz  besonders  gerne  hätte  ich  früher  auch  das  Gebiet  von  Eisenerz-Leoben- 
Rottenmann  eingehender  studiert,  als  dies  bei  flüchtigen  Passagen  geschehen  kann. 

1.  Die  Aufschlüsse  am  Semmeringjoche  und  entlang  der  Bahnlinie  zwischen  Semmering  und  Gloggnitz. 

Die  erste  Mittheilung  über  die  Semmeringgesteine  findet  sich  im  IIL  Bande  der  Mittlieilungon  der 
Freunde  der  Naturwissenschaften  1858,  S.  o49;  daselbst  ist  zu  lesen:  , über  den  grünen  und  rothen  Grau- 
wackenschiefern  liegen  schwarzer  Kalk  und  drusige  Rauehwacke."  Bei  Mürzzuschlag  wird  Grauwacke  mit 
nördlichem  Einfallen  angeführt,  „bei  Kapellen  und  gegen  Neuberg  zu  von  Kalksteinen  überdeckt."  (W.  Hai- 
dinger.) Ausführlicheres  berichtet  Kudernatsch  (Jahrbuch  I.Bd.  1850,  S.375):  „Der Tunnel  durchsehneidet 
ausschliesslich  einen  vielfachen  Wechsel  von  mannigfaltigen,  dem  silurischen  Gebirgssystem  angehörenden 
Gesteinschichten,  Grauwacken-Sandstein,  meist  dicht  als  Grauwacken-Quarz  erscheinend,  oft  mit  Zwischen- 
lagen von  Talk,  schieferigem  Dolomit-,  Talk-  undThonschiefer  und  mancherlei  Kalkstein."  Oberhalb  der  Ruine 
Klamm  wird  das  Vorkommen  eines  zum  Theil  selbst  grosskörnigen,  leider  oft  scliwefelkieshältigen  Dolomites 
angegeben,  der  auf  schieferigen  Grauwackcnquarz  aufgelagert  ist,  und  zu  Quadern  verarbeitet  wird. 

In  demselben  Jahre  (1.  c.  S.  57G — 587j  berichtet  dann  Fr.  Foetterle  ausführlicher  über  den  „Eisen- 
bahnbau am  Semmering  am  Schlüsse  des  Jahres   1850." 

Er  unterscheidet  in  der  „Grauwackenbildung,  die  dem  silurischen  Systeme  angehören  dürfte",  vier 
Abtheilungen  (Fig.  2  auf  Tafel  VIII),  und  zwar  von  unten  nach  oben: 

aj  einen   dunklen   geschichteten   Kalk,   zum  Theil   auch   dolomitisch,   der  als  an   der   Mörtenbrücke   und 

am  Sonnwendstein  anstehend  angeführt  wii'd,  und  „anscheinend"  die   Unterlage  der  Semmeringgesteine 

bildet; 
bj  Grauwackengebilde,  Quarz-,  Dolomit-  und  dunklen  Kalkschiefer,  die  ersteren  mit  T;ilk-  und  Thonschiefer- 

Wechsellagerungen.  Es  sind  dies  die  Hauptgesteine  des  grossen  Semmeringtunnels. 
cj  lichten  feinkörnigen  Kalkstein  mit  Gyps  und  Dolomit,  oben  in  Rauchwacken  übergehend:  Adlitzgräben, 

Schottvvien,  Pinken-  und  Semmeringkogel; 
dj  Darüber  eine  körnig-schieferige,  bald  licht,  bald  dunkel  gefärbte  Grauwacke.  Von  Klamm  bis  zum  Lechner- 

tunnel  entblösst.  Westlich  vom  Klamm-Tunnel,  unter  dem  ersten  Viaduct,  findet  sich  darin  fast  ganz 

reiner  Graphitschiefer. 

Fast  der  ganze  Tunnel  befindet  sich  in  einem  weisslichen  und  grauen  Quarzschiefer,  der  beinahe  überall 
mehr  oder  weniger  aufgelöst  ist;  Einlagerungen  von  Talkschiefer,  Chloritschiefer  und  Thonschiefer  (stellen- 
weise reicii  au  SdiwefVlkies  und  l'rauneisen)  durchsetzen  ihn  in  allen  lüchfungen  und  wechsellagern  mit  dem- 


126  Franz  Toni a. 

selben  oft  in  mehrere  Schuhe  und  Klafter  mächtigen  Schichten".  Besontlcrs  der  Talkschiefcr,  der  am  siidhchen 
Tunnelende  in  grosser  Mächtigkeit  aufgelöst  auftrat,  bereitete  beim  Bau  ungemeine  Schwierigkeiten. 

Im  Qnarzschiefer  treten  mächtige  Quarzfelsmassen  nicht  selten  auf.  In  den  Schächten  VIII,  VI  und  V, 
(südwestliche  Tunnelstrecke)  wurden  über  dem  Quarz  schwärzlichgraue  Kalkschiefer  angetroffen.  Auf  der 
sterreichischen  Seite  wurde  dasselbe  Gestein  in  den  Scliäcliten  III  und  II  und  zwar  gleich  vom  Tage  aus 
angefahren.  Es  ist  dies  eine  Schichte,  welche  in  dem  betreffenden  Profile  als  Hangendglied  über  Dolomit  und 
röthlichera  Schiefer  angegeben  wird.  (Diesen  Hangendschichten  sind  aUgh  die  Pentacriniten  und  Pelecypoden 
führenden  Kalkschiefer  auf  der  Passhöhe  zuzuzählen.  An  derTunnelmündung  auf  der  steierischen  Seite  wurden 
fester  Kalk  und  Zellenkalk  in  geringer  Erstreckung  angefahren. 

Auf  Seite  583  gibt  Foetterle  auch  in  Kürze  die  Gesteine  einzelner  Tunnels  auf  der  bezeichneten 
Strecke  an. 

Lipoid  war  es,  der  in  der  Sitzung  am  17.  Februar  1854  die  Sericit-  und  Quarcitschiefer  des  Taunus  mit 
den  Schiefern  der  nördliclien  Grauwackenzone  der  Alpen  verglich  und  darauf  hinwies,  dass  Schiefer  von  ganz 
ähnlicher  petrographischer  Beschaffenheit  (besonders  die  grünen  Varietäten)  in  der  ganzen  Gesteinsreihe  von 
den  krystallinischeu  Schiefern  bis  in  die  Region  der  Werfener  Schiefer  verbreitet  sind.  (Jain-buch  V.  Bd.  1854. 
S.  201.)  Karl  Koch  (Neues  Jahrbuch  1877,  S.  541)  erklärt  neuerlich  den  Complex  Am-  Sericitgneisse,  Grün- 
schiefer  und  Sericitschiefer  des  Taunus  für  Vordevon,  ja  er  möchte  sie  für  Repräsentanten  des  Cambrischen 
Systems  halten. 

K.  V.  Hauer  analysierte  zwei  grüne  Schiefer,  das  eine  Stück  vom  Kochhof  (bei  der  Station  Klannn),  das 
zweite  aus  dem  Gypsbruche  von  Schottwien.  Dieselben  haben  auffallend  verschiedene  Zusammensetzung  und 
ist  bei  beiden  der  Alkaligehalt  weit  geringer  als  bei  dem  Tauuus-Sericit.  (Jahrbuch  V.  Bd.  1854.  S.  869.) 

Fr.  V.  Hauer  (Verhandl.  d.  k.  k.  geol.  Reichsanst.  1868,  S.  268  und  356)  in  seiner  ausführlichen 
Besprechung  der  die  Frage  nach  der  Altersbestimmung  der  Grauwackengesteine  neu  belebenden  hochwichtigen 
Abhandlung  von  Prof.  Suess  „Über  die  Äquivalente  des  Rothliegenden  in  den  Südalpen''  (Sitzber.  d.  kais. 
Akad.  d.  Uiss.  Bd.  LVII,  1868)  spricht  zuerst  dieSchlussfolgerung  aus,  dass—  die  von  Suess  ausgesprochenen 
Annahmen  als  zutreffend  vorausgesetzt  —  „die  mächtigen  Thouglinnnersehiefer  der  Nordalpen,  die  unter  der 
silurischen  Grauwacke  liegen,  nach  petrographisciien  Merkmalen  und  ihrer  Erzführung  eben  so  gut  mit  den 
Casanaschiefern  vereinigt  werden  könnten,  wie  in  den  Südalpen". 

A.  V.  Groddeck  schreibt  in  seiner  Abhandlung: 

„Zur  Kenntniss  der  grünen  Gesteine  (grüne  Schiefer)  von  Mitterberg  im  Salzburgischen"  (Jahrb.  1883, 
8.  397—404),  dass,  nach  Mittheilungen  des  Bergmeisters  Hans  Pirchl,  die  Grünschiefer  zwischen  dem  im 
Süden  auftretenden  Silur  und  den  nördlich  entwickelten  Triasschichten  liegen.  Siebestehen  aus  Sericit,  Chlorit 
und  Quarz.  Letzterer  enthält  FlüssigkeitseinschlUsse  mit  sehr  beweglichen  Libellen,  v.  Groddeck  ist  trotz 
der  oben  erwähnten  Angabe  geneigt  anzunehmen,  dass  die  grünen  Schiefer  Mitterbergs  „wahrscheinlich  dem 
Silur  angehören".  Die  Annahme  eines  eruptiven  Ursprunges  (Zugehörigkeit  zum  Diorit)  sei  entschieden  auf- 
zugeben. 1 

Die  mächtigen  Complexe  von  grauem  und  grünem  Schiefer  mit  Sandsteinen  und  Conglomeraten  in 
den  Savoyer  Alpen,  welche  durch  wohlerhaltene  Pflanzenreste  als  cariionen  Alters  wohl  charakterisiert  sind, 
wurden  von  Peters  (in  seinem  Vortrage  über  die  Centralkette  der  östlichen  Alpen,  Schriften  d.  Ver.  zur 
Verbr.  nafurw.  Kenntn.  III,  1864,  S.  192)  zum  Vergleiche  mit  den  ähnlichen  Bildungen  der  entsprechenden 
Gebirgsglieder  an  der  Grenze  von  Steiermark  und  Kärnten  herbeigezogen.  Es  ist  nun  gewiss  überraschend, 
dass  die  petrographische  und  nun  auch  die  phytopaläontologische  Übereinstimmung  der  betreffenden  Bildungen 
für  den  gleichen  Theil  der  nördlichen  Grauwackenzone  in  wenigstens  gleich  hohem  Grade  besteht. 

Herr  Heinrich  Baron  v.  Foullon  hat  in  seiner  Arbeit  „über  die  petrographische  Beschaffenheit  der  unter- 
carbonischen  Schichten  und  einiger  älterer  Gesteine  aus  der  Gegend  von  Kaisersberg  bei  St.  Michael  ob.Leobeu, 


"  Man  vergl.  Posepny,  S.  291,  in  seinem  Archiv  f.  pvakt.  Geoloj^ie  I,   1S80 


Geologische  Untersuchungen  in  der  ,,(iraiiwackenzone''  der  nordöstlichen  Alpen.  127 

luul  kiytstallinischer  Schiefer  aus  dem  Pulten-  und  oberen  Ennsthale  in  Obersteiermark'*  (Jalnbucb  1883, 
S.  207 — 252.)  wichtige  Darlegungen  gebracht.  Von  den  Gesteinen  der  Carbonformation  werden  Pbyllitgneiss 
mit  Einlagerungen  graphitiscber  Quarzphyllite  und  Grapbitsehiefern  (pflanzenfUhrender  Horizont)  besprochen; 
die  Quarzphyllite  werden  als  Chloritoidsclii  efer  tiestimnit,  da  sie  bis  zu  207o  t"'loritoid  enthalten.  Die 
Grapliitscliiefer  werden  als  graphitische  Glinimer-Chloritüidschiefer  beschrieben.  Zu  den  ersten  waren  die 
Glimmerschiefer,  Phyllite,  die  grauen  und  schwarzen  .Schiefer  („Thonglimnierschiefer")  zu  stellen.  Im  Palten- 
thale  werden  graphitische  Kalk-Chloritoidsehiefer  besprochen,  welchen  auch  ilie  von  mir  gesammelten  Gesteine 
aus  dem  Veitschgraben  am  Wege  von  der  Grube  in  der  Veitseh  zum  Radwirth  zugezählt  werden  (1.  c.  8.  235), 
die  icli  mit  ziemlicher  Siclierheit  als  Carbonscliiefer  bezeichnet  habe.  Der  Feldspath  der  Oncisse  wird  als 
Albit  bestimmt,  wenn  auch  nur  einige  Schnitte  polysynthetische  Zwilliiigstreifung  zeigen.  Es  wird  dadui-cli  eine 
gewisse  Übereinstimmung  mit  den  von  Böhm  (1.  c.)  bearbeiteten  Wechselgneissen  hergestellt.  —  Es  wäre  im 
höchsten  Grade  erwünscht,  wenn  die  Gesteinszone  der  grauen  und  grünen  Schiefer,  sowie  der  ,,serieitischen 
Schiefer"  im  Semmeringgebiete  recht  bald  in  ähnlicher  Weise  bearbeitet  würde. 

Die  gneissartigen  Gesteine  des  Wechselgebietcs  haben  durch  A.  Böhm  (Tschermak  min.  u.  petr.  Mitth. 
Bd.  V,  1883,  S.  197  —  214),  die  Talkschiefer  und  „sericitischen  Schiefer"  des  Rosalicn-Gebirges  (Umgebung 
von  Frohsdorf  und  Aspang)  durch  G.  Starkl  (Jahrb.  d.  k.  k.  geol.  Reichsanst.  1883,  S,  G44— 657)  eine 
neuerliehe  Bearbeitung  erfahren.  In  der  letzteren  Arbeit  wird  besonderes  Gewicht  gelegt  auf  die  bei  der  Papier- 
fabrikation in  Verwendung  kommenden  mulmigen  Zersetzungsprodncte  („Weisserde"),  sowie  auf  die  dieselben 
begleitenden,  bisher  als  Talkschicfer  oder  sericitische  Schiefer  bezeichneter  Schiefer,  welche  nun  als  Kalk- 
talkschiefer (die  graugrünen  Talkscbiefer  Czjzek's  mit  CaO:MgO  =  7-3  :tM),  und  als  Leukophyllite 
(die  weissen  bis  gelblich  und  lichtgrün  gefärbten  „weissen  Talkschiefer"  Czjzek's  MgO-Gehalt  8-856  und 
8-899)  unterschieden  werden. 

Am  Semmeringsattel  NW  vom  Wirthshause  „zum  Erzherzog  Johann"  liegen  die  dunklen 
plattigen  Kalke,  mit  glimmerig  glänzendem  Zwischenmittel  —  (nach  Ober-Bergrath  Stacbc's  Eintheilung 
könnte  man  die  Gesteine  zu  den  Kalk-Phylliten  rechnen)  —  Hacli  nach  NNW.  einfallend  (Str.  hora  4 — 5),  eine 
discordant  auf  den  steil  aufgerichteten  dünn  geschichteten  „sericitischen  Schiefern-  liegende  Scholle  bildend. 
Das  anstehende  Vorkommen  dieser  Schiefer  wurde  schon  von  Foetterle'  als  an  der  Wasserscheide  zu  Tage 
tretend  und  als  das  Hauptgestein  des  grossen  Semmeringtuunels  angeführt. 

Ganz  nahe  dabei  treten  dann  gegen  die  „Mirten-  oder  Mörtenbrücke"  hin  steil  aufragende  Rauehwaeken- 
Felsen  auf.  Es  sind  gelblich  gefärbte  Zellen-Dolomite. 

In  Nr.  14  der  Verhandlungen  der  k.  k.  geol.  Reichsanstalt  vom  Jahre  1876  veröffentlichte  ich  (S.  334 — 
341)  einen  kurzen  Beitrag  zur  Kenntniss  des  Semmeringgebirges,  aus  dem  ich  der  Vollständigkeit  und  Zusam- 
mengehörigkeit wegen  die  wichtigsten  Angaben  mit  den  nöthigen  Ergänzungen,  auf  Grund  weiterer  Beobachtun- 
gen, hier  anführe,  umsomehr  als  sich  in  jener  Notiz  mehrere  sinnstörende  Druckfehler  finden. 

Bei  einem  Ausfluge  auf  die  Semmering-Passhöhe  fand  ich  in  einem  dunkelgrauen,  dünnjilattigen  Kalke 
einige  deutliche  Pentacriniten-Stielglieder,*  welche  mir  in  Anbetracht  der  Thatsache,  dass  bis  dahin  in  diesen 
Gesteinen  keinerlei  deutbare  Fossilreste  bekannt  geworden,  von  einigem  Interesse  zu  sein  schienen.  Die 
betreffende  Fundstelle  liegt  nahe  an  dem  Fusswege  der  vom  Gasthause  zum  „Erzherzog  Johann"  auf  den  im 
NW  davon  befindlichen  Pinkenkogel  führt.  Es  sind  ganz  gute  Aufschlüsse  im  anstehenden  Gesteine,  das  man 
als  einen  dunklen  Kalkschiefer  bezeichnen  kann,  welcijer  mit  ziemlich  mächtigen  dunklen  und  weissaderigen 


1  Jahrb.  (1.  k.  k.  geol.  Reichsanst.  I,  S.  576. 

-  Der  erste,  der  das  Vorkommen  von  Crinoideu  in  den  dunklen  Killken  des  Semmeringgebietos  erwähnt  hat,  ist  Prof. 
Tschermak.  In  seinem  Vortrage  „Die  Zone  der  älteren  .Schiefer  am  .Semmering"  (Vorhand!,  d.  k.  k.  geol.  Reichsanst.  1873, 
S.  6-2,  63)  führt  er  an,  dass  über  den  gypstührenden  quarzigen  .Schiefern  bei  Schottwien  „schwarze  Thonscliiefer,  dunkle  Kalke 
voll  von  Crinoidenbnichstüeken  und  ebenso  gefärbte  Kalkschiefer"  auftreten.  „Diese  Kalke  —  so  heisst  es  dort  —  welche 
auch  am  iSemmeringjofh  auftreten,  sind,  wie  ich  glaube,  von  jenen  des  Adlitzgrabens  verschieden." 


128  Franz  Ton  Irr. 

Kalken  weclisellagert,  die  Tuaii  nacli  ihrem  petrographisclien  Ausselien  als  Gnttensteiner  Kalke  aiispreclien 
möchte.  Als  auffallendes  Merkmal  ist  das  Auftreten  von  glimmerig-thonigen  Anflügen  auf  den  Schicht- 
flächen hervorzuheben,  wodurch  die  leichte  Spaltbarkeit  des  Gesteins  vornehmlich  bedingt  wird.  Diese 
Zwischenmittel  werden  stellenweise  stärker  und  nehmen  ganz  und  gar  das  Aussehen  der  silberglänzenden 
Schiefer  an,  welche  am  Semmeriiig  eine  so  wichtige  Rolle  spielen.  Auch  die  Dicke  der  Kalkplatten  variiert 
sehr,  indem  sie  bald  in  papierdünnen  Lagen,  bald  in  dicken  Bänken  auftreten.  Das  Streichen  ist  an  dieser 
Stelle  ein  nordsüdliches,  bei  westlichem  Einfallen.  "Weiterhin  am  Wege  auf  den  Pinkenkogel  zeigen  sie  jedoch 
die  herrschenden,  normalen  Lagerungsverhältnisse.  (Streichen  hora  3  und  fallen  mit  20°  nach  Nordwest.)  Nur 
an  abgewitterten  Stücken  des  Kalkschiefers  treten  die  eingeschlossenen,  stellenweise  recht  häufigen  Penta- 
crinitenstielglieder  deutlich  hervor. 

Es  sind  zumeist  kleine  Täfelcben  (die  grössten  haben  etwa  ö""",  die  meisten  aber  nur  4—5'"'°  Durch- 
messer). 

Nur  ein  einziges  der  vielen  Exemplare  hat  fast  kreisförmigen  Umriss,  mit  fünfsti-ahliger  Figur  auf  der 
Gelenkfläche,  alle  übrigen  bilden  fünfeckige  Sterne.  Auch  die  kleinen  Glieder  der  Hilfsarme  sind  zahlreich 
vorhanden.  Eine  Bestimmung  der  Art  ist  wohl  kaum  möglich.  In  jener  ersten  Mittheilung  war  ich  noch  nicht  in 
der  Lage  eine  genauere  Altersangabe  tür  die  Kalkschiefer  des  Semmeringsattels  zu  machen,  und  war  that- 
sächlich  der  Meinung,  es  könnte  derselbe  doch  der  paläozoischen  Formationsreihe  zuzurechnen  sein,  wesshalb 
ich  hauptsächlich  die  ältesten  Arten  des  Genus  Pentacrinns  zum  Vergleiche  herbeizog.  Ich  dachte  damals 
an  Pentacrinns  priscus  Gldf.,  obwohl  ich  die  abweichenden  Merkmale  der  gleich  hohen  Stielglieder  der 
Semmering-Pentacriniten  hervorhob.  Seither  habe  ich  durch  die  Güte  des  Herrn  H.  Zugmayer  Pentacriniten 
aus  dem  Rhät  (vielleicht  Pcnfacrinites  burariciis  Wiukler  vom  Kitzberg  bei  Waldegg)  erhalten,  und  ich  nniss 
gestehen,  dass  diese  kleinen  Formen  mit  jenen  vom  Semmering  auf  das  Beste  übereinzustimmen  scheinen.  lu 
meiner  citierten  Mittheilung  (Verb.  1877,  S.242)  habe  ich  diesbeztiglich  auch  ant Pent.propinquus  Münst.  aus 
den  Schichten  von  St.  Cassian  hingewiesen. 

Ausser  diesen  Pentacriniten-Stielgliedern  fanden  sich  noch  einige  andere  undeutliche  Reste  von  Echino- 
dermen.  So  z.  B.  gar  nicht  selten  Cidariten-Stacheln,  sowie  ein  nicht  näher  bestimmbares  Bruchstück  einer 
Seeigelschale  (mit  zwei  Paaren  von  Ambulacralporenreihen).  Bei  meinem  letzten  Besuche  der  Localität  bei 
Gelegenheit  einer  Studienexcursion  auf  den  Semmering  mit  den  Hörern  des  V.  Jahrganges  der  Ingenieur- 
schule (am  7.  Juni  1884)  wurde  hier  von  einem  der  Herreu  ein  wohlerhaltenes  Warzenplättchen  eines  echten 
Cidaris  mit  durchbohrter  Warze  aufgefunden. 

Sonst  fanden  sieh  noch  Spuren  von  Korallen  in  Einzelzellen  und  Stöcken.  Der  innere  Bau  derselben  lässt 
sich  nur  schwierig  feststellen.  An  einem  der  hergestellten  Schliffe  lassen  sich  jedoch  drei  Cyclen  von  Sternleisten 
unterscheiden,  von  denen  die  längeren  (14  an  derZahl)  bis  zum  Centrum  reichen.  Die  Stöcke  zeigen  dichotome 
Verästelung  und  besonders  an  später  (am  Haarbreii)  gemachten  Funden  Hess  sich  die  Übereinstimmung  mit 
den  „Lithodendren",  den  Rhätkorallen  recht  gut  feststellen.  (Auch  bei  den  Korallen  wurden  anfänglich 
paläozoische  Formen  zum  Vergleich  herbeigezogen.)  Endlich  wurde  auch  ein  kleines  Stöckchen  von  einer  an 
die  Favositidaeen  erinnernden  Form  aufgefunden. 

In  den  Hangendschichten  der  Kalksehiefer  endlich  fanden  sich  nicht  näher  bestimmbare  Bivalven  und 
Gastropodenreste  in  Durchschnitten  und  Schalenbruchstücken. 

Unter  den  Fossilien  füin-enden  Schichten  folgen  wohlgescliichtete,  dunkle,  graue  Kalke  mit  Lagen  von 
lichterer  Färbung,  wodurch  das  Gestein  wie  gebändert  erscheint.  Weisse  Calcitadcrn  durchziehen  diese 
Liegendkalke. 

In  einem  Schreiben  an  Hofrath  v.  Hauer  ddo.  Kirchberg  am  Wechsel  vom  3.  Sept.  1877  (Verhandl.  1877, 
S.  105  ff.)  habe  ich  alle  damals  bekannt  gewordeneu  Fundpunkte,  an  welchen  die  Pentacriniten  führenden 
dünnplattigen,  bis  schieferigen  Kalke  auftreten,  angeführt.  Ich  konnte  schon  damals  feststellen,  dass  sie  in  dem 
Gebiete  zwischen  dem  Semmoringsattel  im  Westen  und  dem  Raachberge  im  Osten  sehr  verbreitet  seien  und 
zwar  in   ganz  übereinstimmender  Lagerung  über  quarzitischen  Schiefern  und  Quarziten  der  Gyps  führenden 


Geologische  Untersuchungen  in  der  „Grauwackenzone"  der  nordöstlichen  Alpen.  129 

Formation  liegend  und  überlagert  von  bald  dunkel-,  bald  lichtgraueu,  nielir  oder  minder  doloniitischen  Kalken, 
die  von  unzäiiligen  weissen  Calritadern  diirchsciiwärmt,  stellenweise  auf  das  Lebiiafteste  an  die  Giittensteiner 
Kalke  erinnern  könnten.  Die  angegebene  Ubereinandertblge  stellt  wolii  ausser  allem  Zweifel,  sie  ersebeint  in 
den  meisten  Fällen  als  eine  coueordante,  docli  feblen  aucb  solobe  Stellen  nicbt,  wo  durch  Verwerfungen  Discor- 
danzen  entstnnden  sind. 

An  dem  Hocbweg  vom  „Erzherzog  Johann"  zum  Semmeringhötel  kommt  man  so  ziemlich  in  derselben 
Höhe  mit  dem  Kalkvorkommen,  links  (N)  vom  Wege,  an  Quarzitaufschlüsse  vorbei,  wo  ein  zu  Grus  aufgelöster 
Quarzit  als  „Reibsand"  gewonnen  wird.  Die  Seliichten  fallen  nach  WNW  ein.  Auch  dieses  Vorkommen  spricht 
für  die  Annahme  von  Verwerfiingsklüften. 

Die  schwarzen  Kalkschiefer  wurden  bis  nun  an  folgenden  Punkten  mit  Pentacriniten-Stielgliedern 
angetroffen: 

1.  Am  Semmeringsattel  NW  vom  „Erzherzog  Johann"  (Verliandl.  1876,  Nr.  14). 

2.  Im  hinteren  Mörtengraben. 

3.  Am  Haarbreit,  an  der  Kreutznngsstelle  der  alten  und  neuen  Semmeiingstrasse.  Aber  auch  am  Wege 
vom  Bären-Wirthshause  am  Haarbreit  zum  Eselsteinberge  trifft  man  über  den  zum  Theil  in  ansehnliclien 
Felsen  anstehenden  Quarziten  plattigen  Pentacriniten-  und  Rivalvenkalk. 

4.  Am  Wege  vom  „Schlagl",  am  Nordabhange  des  Otterberges  nach  Wartenstein  und  in  der  Schlucht, 
die  von  liier  am  Jägerbrand  vorbei  nach  Weissenbach  führt. 

5.  Beim  unteren  Mundloche  des  Tunnels  durch  den  Weberkogel  (zwischen  Station  Semmering  und  Station 
Breitenstein). 

6.  Unweit  der  Papiermühle  zwischen  Schottwien  und  dem  Dorfe  Göstritz,  beim  Kalkofen  des  Herrn 
Krenthaller.  (Man  vergl.  das  Profil  auf  S.  19.)  Ausser  den  angegebenen  sechs  Localitäten  mit  Petrefacten- 
fiihriing,  können  noch  folgende  Stellen  angeführt  werden,  wo  dieselben  Kalkschiefer  auftreten,  aber  ohne  dass 
bisbei'  sichere  Versteinerungen  darinnen  aufgefunden  werden  konnten. 

7.  An  der  ersten  Strassenwendung  unterhalli  des  Seuimeringsattels.  (Verhandl.  1876,  Nr.  14.) 

8.  Im  vorderen  Mörtengraben,  nahe  der  Einmündung  desselben  in  den  vorderen  Adlitzgraben,  unter  dem 
lichten  dolomitischen  Kalk  dieser  herrlichen  Thalschhicht. 

9.  Am  unteren  Mundloche  des  Tunnels  durch  den  Kartnerkogel  unterhalb  der  Station  Semmering. 

10.  Gegenüber  der  Polleroswand  oberhalb  der  kalten  Rinne  (an  der  Bahntra^e). 

11.  Am  Absturz  an  der  Weinzettelwand-Gallerie,  und  am  unteren  Muudloche  des  Weinzettel-Tunnels  (über 
der  Gypsstampfe  im  vorderen  Adlitzgraben). 

12.  Oberhalb  Schottwien  am  Pfarrerwald  (gleich  nach  den  letzten  Häusern  des  Marktes). 

13.  Am  Nordabhang  des  Göstritz,  zwischen  Maria  Schutz  und  Schottvvien. 

14.  Am  Südabbange  des  Raachberges,  beim  Dorfe  Sonnleiten. 

15.  Am  Ostgehänge  des  Otterberges,  oberhalb  Otterthal. 

Am  SUdalihange  des  Pinkenkogels  treten  in  mittlerer  Höhe  dolomitische  Kalke  auf,  welche  sich  mit  ihren 
licht- gelblich  gefärbten  Steilwänden  bis  nach  Mürzzuschlag  verfolgen  lassen,  und  weithin  als  Rauchwacken 
entwickelt  sind.  Über  diesen  dolomitischen  Kalken  folgt  Zellendolomit  und  eine  Dolomitbreccie,  zu  oberst  alier 
findet  man  einen  grauen  plattigen  Kalk.  Der  untere  Theil  des  Pinkenkogels  bietet  längs  des  Weges  keine 
deutlichen  Aufschlüsse. 

Etwas  westlich  von  dem  Kalkschiefervorkommen  mit  F^entacriniten  treten  am  Sattel  graugrünliche,  weiss- 
glimmerige  thonige  Schiefer  auf,  welche  in  einzelnen  Lagen  viele,  äusserlich  in  Brauneisenstein  umgewandelte 
PyritwUrfel  enthalten.  Diese  Schiefer  sind  auch  längs  der  neuen  Semmeringstrasse  auf  steierischer  Seite  mehr- 
fach aufgeschlossen,  so  z.  B.  besonders  schön  oberhalb  des  „Hofer"  Bauernhauses. 

Das  Gestein  ist  an  dieser  Stelle  sehr  spiegelklUftig,  fühlt  sich  trotz  seines  erdigen  Aussehens  fettig  an 
und  wechsellagert  mit  grünHchen,  ungemein  kieselerdereichen  Schiefern,  bei  welchen  die  thonige  Substanz  nur 

Denkschrllten  der  malhem.-naturw.  Gl.  L.Bd.  Abhandlungen  von  Nichlmilgliedem.  r 


130 


Franz  Toula. 


FiK.  4. 


auf  den  Oberflächen  der  dünnen  Quarzlagen  auftritt.  Diese  Gesteine  sind  wohl  dem  Liegendscliiefercomplexe 
zuzurechnen.  (Sericitisclie  Werfener  Schiefer?)  Die  Liegendschiefer  treten  übrigens  thatsäcldieh  zwischen 
den  dolomitischen  Kalken  und  Kauchwacken  an  mehreren  Stellen  hervor. 

So  z.  B.  zwischen  den  zwei  ,.Kogeln"  gegenüber  von  Stehihaus,  wo  unter  dem  Zelleiidolomit  ein  violetter 
Talkthonschiefer  hervortaucht,  der  petrographisch  mit  dem  Schiefer  des  grossen  Semmeringtuunels  recht  gut 
übereinstimmt. 

Ähnlich  so  verhält  es  sich  auch  auf  dem  Wolfsbergkogel  auf  der  österreichischen  Seite,  wo  bei  der  Grund- 
aushebiing  beim  Bau  des  „Semmeringhotels"  zwischen  dolomitischeu  Kalken  einerseits  sericitische  Quarzite, 
andererseits  aber,  ganz  nahe  dabei,  auch  ein  dunkel  grausch warzer  (mulmig-graphitischer)  Schiefer  angetroffen 
wurden,  welch  letzterer  gewissen  „Thonschiefern"  aus  dem  Semmeringtunnel  (Foetterle  Jahrbuch  1850, 
S.  580)  entspricht. 

Ein  nicht  uninteressanter  Aufschluss  des  Liegendschiefers  der  düuu- 
plattigen  Kalke  mit  Pentacriniten  findet  sich  am  Wege  von  der  Station 
Semmering  zum  „Erzherzog  Johann". 

Oberhalb  des  Stationsgebäudes  am  Wege  zum  „Erzherzog  Johann" 
liegen  in  grossen  Halden  die  beim  Tunnelbau  herausgescliaiften  Gesteine 
herum.  Man  findet  graue  dünnplattige  Quarzitschiefer  mit  oft  spiegelnden 
Flächen,  die  sich  talkig  anfühlen.  Es  sind  dies  dieselben  Gesteine,  die  an 
der  Stelle,  wo  der  Fiissweg  in  die  Semmeringstrasse  einmündet,  an  der 
grossen  Strassenwendung  zu  Tage  treten.  Ich  habe  diese  Loealität  bereits 
in  meinem  ersten  Aufsatze  (Verhaudl.  1876,  S.  337)  erwähnt  und  führe 
sie  der  Vollständigkeit  wegen  hiernochmals  an,  umsomehr  als  dieser  Auf- 
schluss die  Übereinanderfolge  der  Schichten  am  besten  erkennen  lässt. 
(Fig.  4.) 

1.  Zu  Unterst  liegen  dünnplattige  quarzitische  Schiefer,  die  sich  talkig  anfühlen;  sie  sind  licht  gefärbt  und 
glänzen  lebhaft.  Auf  66''"'  aufgeschlossen. 

2.  Darüber  liegen  lichtgraue  weissaderige  Kalke  mit  thonig-schieferigen  Zwischeulngcn.  Petrographiscli 
erinnern  sie  an  Guttensteiner  Kalk.  Sie  zeigen  deutlich  die  Wirkungen  starken  Druckes;  die  thonigen  Zwischen- 
mittel bilden  glimmerige  Überzüge  auf  den  Schichtflächen.  —  Vier  Lagen  von  je  20 — 25""  Mächtigkeit. 

3.  TTngemein  diiunplattiger  Thonschiefer  von  lichter  Färbung,  mit  dünnen  Lagen  von  Kalk.  Dieser  ist 
dunkel,  sehr  dünn  geschichtet,  weissaderig,  und  wird  in  seinen  obersten  Lagen  zu  einem  wahren  Kalkschiefer, 
indem  er  hier  aus  fast  papierdünneu  Schichten  besteht,  die  mit  thonigen,  glänzenden  l'berzügeu  versehen  sind. 
Im  Ganzen  circa  75"™  mächtig. 

4.  Darüber  liegen  eine  dickere  und  zwei  dünnere  Kalkbänke  von  dunkelgrauer  Färbung  (65"""  mächtig). 

5.  und  6.  Körnige  Quarzite  in  dünnen  Schichten,  die  zu  oberst  eine  dickere  Lage  bilden.  Sehr  ähnlich 
dem  Gesteine  der  ersten  Schichte,  nur  grobkörniger  (circa  l'/s'"  mächtig). 

7.  Das  Hangende  bilden  lichte,  silberglänzende  Talkscliiefer  von  ungemein  zarter  Schiefening.  An  der 
Grenze  gegen  6  gehen  sie  in  Quarzitschiefer  über.  (Auf  einen  Meter  Mäclitigkeit  entblösst.) 

Die  Kalkschiefer  (3)  erinnern  in  ihrem  Aussehen  an  die  Pentacrinitenkalke  auf  der  Passhöhe.  Von  Fossil- 
resten wurde  hier  jedoch  nichts  gefunden.  Die  Schichten  liegen  vollkommen  concordant  übereinander,  zeigen 
fast  genau  nordsUdliches  Streichen,  und  fallen  mit  geringer  Neigung  nach  Westen  ein. 

An  der  neuen  Strasse,  welche  die  Station  Semmering  mit  der  Reichsstrasse  verbindet,  stehen  die  Qnarzile 
in  mächtigen  Bänken  an,  so  dass  sie  zu  Werksteinen  für  die  Stützmauern  der  Strasse  verwendet  werden 
konnten.  Der  damit  in  Verbindung  stehende  Talkschiefer  ist  zum  Theil  vollkommen  aufgelöst,  so  dass  er  theils 
sandig-ockerige,  theils  mulmig-plastische  Massen  bildet,  welche  an  die  „Weisserde"  im  Rosalien- Gebirge 
erinnern.  (Ganz  ähnliche  aufgelöste  Massen  und  zum  Theil  förmliche  Weisserde  findet  sich  am  Haarbreit  hinter 


Geologische  Untersuchungen  in  der  „  Grauwackenzone"  der  nordöstlichen  Alpen.  131 

dem  Bären-Wirthshause.)  Auch  mein  sehr  geehrter  Freund  Herr  Dr.  A.  Brcziua  sammelte  längs  der  erwähnten 
Strasse  mehrere  Handstücke,  welche  er  mir  freundlichst  zur  Ansicht  überliess.  Es  sind  „Quarzreiche  Talkschiefer, 
ähnlich  Werfener  Schiefern  bei  Kirchbühel",  ,,Talkschicfer  mit  Quarzlinseu,  stellenweise  mit  quarzitischen  Aus- 
scheidungen", und  ..Kalk,  ähnlich  Guttensteiuer  Kalk-.  Ein  Gestein,  das  auf  das  Vollkommenste  übereinstimmt 
mit  den  Kalken  am  Otterberge,  im  Mörteu-  und  Göstritzgrabeu. 

Aus  den  von  Foetterle  (1.  c.  S.  580)  gegebenen  Daten  über  die  Gesteine  des  Haupttunnels  geht  hervor, 
dass  derselbe  nahezu  im  Streichen  der  Schiebten  verläuft  und  lichte  Quarzitschiefer,  ausserdem  aber  auch  Talk- 
und  Thonscliiefer  durchfährt;  die  letzteren  sollen  stellenweise  Graphitschiefern  ähnlich  sein.  Aber  auch  die 
hangenden  grauen  Kalkschiefer  wurden  in  den  Schächten  V,  VI  und  VHI  durchfaliren. 

Die  Quarzitschiefer  halten  übrigens  bis  gegen  die  Passhöhe  hin  zu  Tage  an,  wie  die  Aufschlüsse  am 
Abhang  des  Semmeringkogels  zeigen,  wo  splitterige  lothe  und  grünliche  Quarzite  auftreten,  die  gegen  NW  ein- 
fallen. Der  Semmeringkogel  besteht,  nach  den  herabkommenden  Blöcken  zu  urtheilen,  ganz  ähnlich  wie  der 
Pinkenkogel  aus  dunkleren  und  lichteren  Kalken. 

Der  dunkel  blaugnuxe  Kalkschiefer  tritt  am  Fussweg  zum  Stationsgebäude  überall  hervor,  und  zwar  zum 
Theil  mit  Spuren  von  Pentacriniten  Stielgliedern. 

Beim  Hause  des  Bahnaufsehers  (Nr.  39)  stehen  an  der  Bergseite  massige  weisse  Quarzite  an.  Zum  Theil 
ohne  alle  deutlichere  Schichtung  zeigen  sie  ;in  einer  Stelle  Streichen  hora  2—3  bei  nordwestlichem  flachen  Ein- 
fallen. 

Vor  dem  Steintunnel  (durch  den  Kartnerkogel)  treten  schwarze  weissaderige  Breccienkalke  auf.  Sie 
sind  vielfach  gestört,  ohne  deutliche  Schichtung. 

Beim  unteren  Mundlochc  dieses  Tunnels  stehen  dunkle  Kalke  an.  Sie  sind  deutlich  geschichtet  und  mit 
ungemein  dünnplattigem,  thonigem  Zwischenmittel  versehen.  Streichen  hora  2 — 3,  Fallen  nach  NW  mit  30  Grad. 
Weiterhin  tiuden  sich  mächtigere  Bänke  von  dunklem,  dolomitischem  Breccienkalk  (wie  vor  dem  oberen 
Tunneleingange). 

Aus  dem  Wolfsbergtunnel  wurden  gleichfalls  die  glänzenden  Talk-Quarzitschiefer  herausgebracht. 
Am  Tage  stehen  aber  nur  lichte  dolomitisclie  Kalke  an,  welche  zurZellenkalkbildung  geneigt  sind. 

Am  oberen  Eingange  in  den  Tunnel  durch  denWeberkogl  treten  die  blauschwarzen,  dünnplattigen  Kalke 
wieder  auf,  die  von  den  dolomitischen  Zellenkalkeu  überlagert  sind.  Ganz  dieselben  Plattenkalke  stehen  in 
schöner  Schichtung  auch  beim  unteren  Mundloch  (Fig.  5)  wieder  an  (uj,  und  zwar 
ganz  so  wie  im  Walde  über  dem  oberen  Eingange  mit  überlagernden  Zellen- 
kalkeu (bj,  die  hier  gelb  gefärbt  sind.  Die  Plattenkalke  enthalten  hier  gar  nicht 
seltene  Pentacriniten-Stielglieder.  Das  Streichen  ist,  ähnlich  wie  beim  Steintunnel 
hora  3,  das  Fallen  NW.  mit  65°.  Zahlreiche  Rutschflächen  durchsetzen  das 
Gestein,  dasselbe  ist  gegen  die  Furche  des  „unteren  Adlitzgrabeus"  vielfach  ab-     «.  Plattenkalk  mit  Pentacri- 

gesetzt,  dadurch  kommt  es  auch  stellenweise  zu  Discordanzen  in  der  Schichten-  i"*'^''- 

^  '  b.  Zelleukalk. 

Stellung. 

Ein  solcher  Abbruch  tritt  besonders  deutlich  am  Gehänge  des  Alpkammes  hervor. 

Die  Thalrinne  des  unteren  Adlitzgrabeus  liegt  hier  noch  in  der  Richtung  des  bisher  herrschend  gewesenen 
Streichens.  Nun  ti-itt  aber  eine  völlige  Änderung  in  dem  Verlaufe  der  Schichten  ein. 

Schon  an  der  Fleischmannbrücke  über  den  unteren  Adlitzgraben  zeigen  die  schwarzen,  weissaderigen 
Kalke,  welche  petrographisch  mit  den  Kalken  am  Kartnerkogel  vollkommen  übereinstimmen,  westöstliches 
Streichen  (hora  6— 7)  und  nördliches  Verflachen.  Dicke  Kalkbänke  wechseln  mit  wohlgeschichteten,  dünn- 
bankigen  Kalken ;  die  letzteren  gleichen  stellenweise  ganz  und  gar  den  Pentacriniten-Kalken.  Darüber  liegen 
lichtgrau  gefärbte,  dolomitische  Kalke. 

Diese  dolomitisclien  Kalke  werden  nun  herrschend.  Aus  ihnen  ist  der  Alpkamm  aufgebaut;  aber  auch 
jenseits  der  kalten  Rinne  bestehen  die  grandiosen  Abstürze  der  „Bollers--'  (Polerus-)  und  „Krauslwand"  aus 
denselben  Gesteinen.  An  der  Boilerus-(Polleros  jwaud  ist  das  Streichcu  sogar  hora  7  —  8  bei  steilem  nördlichen 


132  Franz  Toula. 

Einfallen.  Der  Kalk  an  der  Polleroswand  ist  krystallinisch  körnig  mit  Glimmerschüppchen   auf  den  Schicht- 
flachen  (erinnert  an  den  krystallinischen  Kalk  in  der  Nähe  von  Kirchberg;  man  vergl.  w.  u.  S.  42). 

Eine  totale  Änderung  der  Gesteinsbeschaffenheit  tritt  bei  der  Station  Breiten  stein  ein.  Man  kommt  an 
eine  scharf  charakterisierte  Formationsgrenze.  Die  Bahnlinie  bildet  bei  Breitenstein  einen  nach  Norden  gerich- 
teten Bogen,  die  riesigen  Kalkschollen  der  grossen  Steilwände  dieses  Gebietes  bilden  förmliche  Mauern  und 
verkleiden  das  ältere,  nördlicher  davon  deutlich  zu  Tage  tretende  Schiefergestein,  an  welches  sie  bei  ihrer  Auf- 
richtung förmlich  angepresst  v^orden  sind.  Von  Stelle  zu  Stelle  ist  diese,  von  hier  vreit  nach  Osten  bis  Khimm 
ziehende  Schollenwand  von  Wasserrissen,  „Gräben-  durchbrochen,  welche  immer  aus  einem  flachgeböschten, 
muldigen  Thalbecken  das  Wasser  in  die  Hauptkalkschlucht,  dem  Adlitzgrabenbaehe  zufllhren.  Der  erste  dieser 
Durchrisse  ist  der  enge  Krauslgraben  zwischen  der  Bollerus-  (FoUeros-)  und  Krauslwand,  der  zweite  aber  ist 
der  nach  oben  beckenförmig  sich  erweiternde  Breitensteingraben. 

„In  der  Nähe  der  Station  Breitenstein,  mehrere  hundert  Schritte  unterhalb  derselben  und  vielleicht  10  Klafter  oberhalb 
dem  Eisenbahngeleise  wurde  vor  einiger  Zeit  krystalliniseher  Graphit  als  Ausbiss  zu  Tage,  mit  3  Fuss  Mächtigkeit,  gefunden, 
jedoch  verlor  sich  derselbe  bei  einem  Einbaue  von  einigen  Fuss  Tiefe.  Nicht  weit  davon,  aber  tiefer,  besteht  auch  ein  verlas- 
sener Graphitbergbau  von  Günther."  (Aus  einem  Briefe  des  Herrn  k.  k.  Oberverwesers  Schliwa  in  Reichenau  an  Prof 
Suess,  der  mir  denselben  freundlichst  zur  Verfügung  gestellt  hat.)  Nach  einer  Mittheilung,  die  ich  Herrn  Prof  Rzi ha  ver- 
danke, kamen  die  Bahnarbeiter  bei  Breitenstein  auch  bei  Gelegenheit  des  Aufstelleus  von  Telegrafenstangen  schon  vor  längerer 
Zeit  auf  Graphit.  Derselbe  wurde  hier  thatsächlich  wiederholt  gegraben. 

Zu  Unterst  treten  hier  dunkle  Quarzite  und  blauschwarze,  mürbe  graphitische  Schiefer  auf;  auch  finden 
sich  Thonschiefer-  und  Quarzit-Breccien.  Es  sind  dies  ganz  dieselben  Gesteine,  in  welchen  sich  (man  vergl. 
weiter  unten)  bei  Klamm  die  Steinkohlenpflanzen  finden. 

Am  unteren  Eingang  des  Weinzettelfeldtunnels  steht  wieder  grauer  dolomitischer  Kalk  an,  der  mit 
dem  der  Poleruswand  übereinstimmt. 

Der  obere  Eingang  in  die  Weinzettelwandgallerie  liegt  in  grauem,  weissaderigen,  massigen  Kalk, 
der  keine  deutliche  Schichtung  erkennen  lässt.  Darüber  folgen  lichtgraue  und  röthlich  grauweisse,  zum  Theil 
halb  krystallinisch  aussehende  Kalke,  die  partienweise  sehr  dolomitisehe  Zellenkalke 
werden  und  in  grosslöcherige,  mit  dolomitischem  Mehle  erfüllte  Gesteine  tibergehen. 
An  der  Aussenseite  der  vertical  abstürzenden  Wand  zieht  ein  Gehsteig  hin.  Hier  zeigen 
sich  viele  Anzeichen  der  grossartigen  VerstUrzungen  des  Gesteins.  An  einer  Stelle 
lassen  die  Kalkschichten  den  neben  anstehend  (Fig.  6)  gezeichneten  Verlauf  erkennen. 
Diese  Stelle  liegt  gerade  ober  dem  Ausgange  des  Haidbach-Mörtengrabens. 

Bei  der  kleinen  Gallerie  streichen  die  Schichten  hora  5 — 6  und  fallen  fast  ver- 
tical stehend  ganz  wenig  nach  Norden  ein.   Über  diese  Schiehtköpfe  weg  führt  hier     '•  t^rauerKalk. 

„,     „  ,        TTT   •        i^  1        -•  Köthlichcr  Kalk, 

der  Fussweg  in  schwindelnder  Höhe.  Bei  dem   obersten  Stollen   ans  dem  Weinzettel- 
tunnel sind  diese  Kalke  sehr  dUnnplattig  und  erinnern  petrographisch  einigermasseu  an  die  Pentacriniten- 
Kalke. 

Am  unteren  Ende  des  Weinzettelwandtunnels  (über  der  Gypsstampfe  im  Adlitzgraben)  sind  wir 
wieder  unmittelbar  an  der  Grenze  zwischen  den  Kalken  und  den  dunklen  Schiefern  der  Steinkohlenformation. 
Die  Verhältnisse  sind  hier  aber  ungemein  verworren,  indem  die  schwarzen  Thonscliiefer  zwischen  die  Kalke 
hineingreifen.  (Fig.  7,  S.  13.) 

Beim  oberen  Mundloche  des  Gamperltunnels  treten  lichtgrünlichgraue,  quarzitische  Schiefer  auf.  Es 
sind  diess  die  sogenannten  „grauen  Schiefer"  des  Eüekens  zwischen  dem  Adlitzgraben  im  Süden  und  dem 
Thal  der  Schwarza  im  Norden,  Gesteine,  welche  in  dem  bezeichneten  niederen  Gebirgsrücken,  an  dem  sich  die 
Bahnlinie  hinzieht,  die  wichtigste  Rolle  spielen,  vielfach  mit  den  Sericitschiefern  des  Taunus  verglichen  und 
sehr  häufig  als  graugrünliche  Phyllite  bezeichnet  wurden. 

Meiner  Meinung  nach  bestehen  hier  nicht  nur  zwischen  den  lichtgraiien  wohlgeschichteten  Kalken  und 
den  dunklen  Steinkohlenschiefern,  sondern  auch  zwischen  diesen  und  den  graugrünlichen  Schiefern  (graue 
Schiefer)  Diecordanzen.  (Fig.  8.) 


Geologische  Untersuchungen  in  der  „Grauwackenzone"  der  nordöstlichen  AljJen. 


133 


Vom  Gamperltuuuel  an  bleibt  die  Bahnlinie  im  Gebiete  der  Carbonschiefer. 

Unterhalb  der  Brücke  über  den  Gamperlgraben  liegt  au  der  Bergseite  ein  schöner  Aufschluss  in  den 
gefältelten,  lichten,  talkigen  t^iiarzitschiefern.  Aber  auch  dunkle  glimmerige  Schiefer  treten  auf,  auf  welchen 
im  Gamperlgraben  selbst  Blöcke  von  grauen,  weissaderigen,  dolomitisclieu  Kalken  aufliegen. 


FiS-  8. 


«  Lichte  weiss.-idei-ige  Kalkbänkc. 
b  Schwarzer  weissaderiger  Kalk. 
'^  Dünnplattiger,  giausehwarzer,  weissaderiger  Kalk. 
(I  Schwarze  Schiefer  wie  bei  Breitensteiu,   mit  Kalk- 
kuauern. 


Stirn  erwalÄ 


OiimperZ  TiumcL 


a  Lichter  wohlgeschii-liteter  Kalk. 
b  Diiukii'  qnarzreiche  Schiefer, 
c  (irüiilichgraue  Schiefer. 


Zwischen  der  Gamperl-  und  Wagnerbrücke  endlich  stehen  dunkelgraue,  beim  Verwittern  braun 
werdende,  auf  den  Schichtfläclien  stark  glimmerige,  schieferige  Sandsteine  an,  in  welchen  ich  so  glücklich  war 
deutliche  Pflauzeureste  zu  entdecken.  Sie  streichen  hora  6 — 7  und  fallen  nach  N. 

Die  bei  Klamm  aufgefundene  Flora  (man  vergl.  die  erste  Mitth.  darüber:  Verhandlungen  1877,  S.  241, 
242)  ist  zwar  sehr  artenarm,  doch  sind  die  gefundenen  Reste  hinreichend,  um  eine  genaue  Altersbestimmung 
vornehmen  zu  können.  Es  sind  nach  den  Bestimmungen,  die  Herr  Obcrbergrath  I).  Stur  vorzunehmen  die 
Feuudlichkeit  hatte : 

Lepidodendron  cf.  Goeppertl  Pres). 

Calamites  Suckowi  Brongn. 

Neuropteris  gigantea  Sternberg,  und  (von  einer  anderen  Fundstelle) 

Sigillaria  sp.  ind. 

Die  wichtigste  Art  ist  Nmropteris  cjigantea,  welche,  wie  dies  bei  dieser  Form  so  häufig,  in  einzelnen  Fieder- 
blättchen vorliegt.  Obcrbergrath  Stur  bestimmte  darnach  den  pflanzentuhrenden  Horizont  als  den  Schatzlarer 
Schichten  entsprechend.  (Man  vergl.  D.  Stur:  Funde  von  untercarbonen  Pflanzen  der  Schatzlarer  Schichten  am 
Nordrande  der  C'entralkette  in  den  nordöstlichen  Alpen.  Jahrb.  d.  k.  k.  geol.  Reichsaust.  1883,  S.  1!'7  u.  198.) 

Die  schieferigen  Carbon  Sandsteine  halten  bis  zur  Station  Klamm  an. 

Der  Tnnnel  bei  Klamm  (zwischen  der  Ortschaft  und  der  Station)  ist  durch  einen  grauweissen,  körnigen 
Quarzit  geführt. 

Zwischen  dem  22.  und  21.  Kilometerzeicheu  (Entfernung  von  Gloggniiz)  liegt  die  Bahnlinie  im  grünen 
Schiefer.  Derselbe  streicht  fast  genau  westöstlieh  und  fällt  flach  gegen  Nord. 

Der  kurze  Tunnel  ist  durch  glimmerige,  lebhaft  glänzende,  licht  gefärbte  Quarzitschiefer  („Silberschiefer" 
sogenannte  sericitische  Quarzite)  getrieben.  Diese  Gesteine  halten  in  verschiedenen  Abänderungen  bis  zur 
Station  Eichherg  an,  dessgleichen  am  Abhänge  gegen  das  Schloss  Gloggnitz.  Es  sind  hier  theils  (luarzreiche 
körnig-schieferige  Gesteine,  welche  an  die  ,,Grauwacken-'  am  Sclilosslierge  bei  Gloggnitz  erinnern,  theils  ganz 
feinkörnige,  dUnnplattig  brechende  „graue  Schiefer",  mit  Einlagerungen  von  quarzig- körnigen  Schichten  (Strei- 
chen hora  5 — 6,  Fallen  nach  N). 

Beim  Wächterhaus  Nr.  16  zwischen  den  beiden  Tunnels  dieser  Strecke  treten  auch  licht  violett  gefärbte 
Schiefer  mit  talkiger  Beschaffenheit  der  Schichtflächen  auf.  Die  grauen  Schiefer  halten  bis  zum  Kübgraben  an. 
Von  hier  bis  Payerbach  stehen  dann  die  „Grünschiefer"  au. 


134  Franz  Toula. 

2.  Von  der  Bahnlinie  aus  besuchte  Aufschlüsse. 

aj  Südlich  von  der  Bahn. 

Beim  Aufstiege  vom  Erzherzog  Johann  auf  den  Ho  uu  wendet  ein  (Göstritz  =  803°)  kommt  man  zuerst 
über  Quarzit  und  zwar  theils  in  dichter,  lichter  oder  dunkler  grau  gefärbter,  theils  in  zuckerkörniger  Ausbil- 
dung. Beim  Anstieg  zu  dem  Sattel,  der  in  den  Dürrgraben  hinüberführt,  kommt  man  an  einer  Halde  vorbei,  auf 
welcher  eine  Menge  von  Kalkschutt  herumliegt:  Stücke  eines  grauen  dolomitischen  Kalkes,  sowie  auch  die 
echten  Pentacriniten-Kalkschiefer.  Hier  steht  der  Kalk  auch  an.  Bald  kommt  man  jedoch  wieder  auf  den 
Quarzitschiefer,  der  an  einer  Stelle  körnig  wird  und  ein  gneissartiges  Aussehen  annimmt. 

Der  Quarzit  hält  an  bis  zu  jener  ersten  Sattelhöhe.  Diese  bezeichnet  die  Grenze  zwischen  dem  Quarzit  im 
Norden  und  dem  dolomitischen  Kalke  im  Süden,  der  an  der  Grenze  iu  der  Form  von  Zellenkalk  auftritt.  Der 
Weg  hält  sich  nun  eine  Strecke  weit  im  Gebiete  des  dolomitischen  Kalkes,  der  dort,  wo  der  gut  ausgetretene 
Theil  des  Weges  beginnt,  der  gegen  den  Erzkogl  führt,  in  dunkler,  weissaderiger  Ausbildung  auftritt,  und  dann 
auch  die  Form  von  Kalkschiefern  annimmt,  ganz  ähnlich  jenen  am  Semmering- Joche  und  am  „Haarbreit." 
Derselbe  ist  hier  vielfach  durch  Schürfungen  aufgedeckt  und  tritt  das  Liegende  in  der  Form  von  Urthon- 
schiefern  (quarzreichen  Pliylliten)  hervor,  welche  discordant  gegen  den  Kalk  abstossen.  (Streichen  nach 
hora  5,  Fallen  steil  nach  N. )  Die  Erze  (Siderit,  Brauneisen  und  Pyrit)  liegen  hier  an  der  Grenze  der  Schiefer 
gegen  den  Kalk. 

Auf  dem  Wege  vom  Erz-  (Arz-)  Kogel  gegen  den  Göstritz  kommt  man  über  „Grauwacken"  Sandstein  und 
Quarzit.  Letzteren  trifft  man  schön  aufgeschlossen  in  wohlgeschichteten  Bänken.  (Streichen  westöstlich  und 
fallen  mit  2ü°  nach  S.)  Es  ist  ein  Gestein  welches  petrographisch  (bei  makroskopischer  Untersuchung)  auf  das 
Beste  mit  den  Quarziten  bei  Klamm  übereinstimmt. 

Der  Quarzit  hält  nun  wieder  au  bis  zur  Holzhütte  („Ochsenhütte")  im  Sattel  zwischen  dem  Göstritz  und 
dem  „Arzkogel". 

Auf  der  Höhe  des  Sonnenwendsleins  dagegen  steht  Kalk  an,  der  bei  westöstlichem  Streichen  mit  20—30° 
nach  Süden  einfällt. 

Der  Kalk  des  Göstritz  gehört  offenbar  demselben  Zuge  an  mit  jenem  vom  Otterberge,  sowie  mit  jenem, 
der  im  Fröschnitzgraben  bei  Steinhaus  am  Semmering  austeht. 

Auffallend  ist,  dass  hier  Quarzit  und  Kalk  fast  vollkommen  gleiche  Lageruogsverhältnisse  dicht  neben 
einander  zeigen. 

Beim  Abstieg  nach  Mariaschutz  kommt  man  nur  über  dolomitischen  Kalk;  leider  konnten  keinerlei  Fossil- 
reste gefunden  werden. 

Zwischen  Mariaschutz  und  Schottwien  kommen  unter  demKalke  die  lichten  (..sericitischen")  Quarzitschiefer 
(mit  Gypsführuug)  uud  grobkörniger  Sandstein  abermals  zu  Tage,  die  hier  in  innigem  Contacte  mit  einander 
auftreten. 

Die  Lagerungsverhältnisse  des  Kalkes  am  Steilhange  des  Göstritz  bis  gegen  Mariaschutz  konnte  ich  leider 
nirgends  siclier  beobachten.  Das  südliche  Einfallen  auf  der  Höhe  Hesse  es  nicht  unglaublich  erscheinen,  dass 
der  Absturz,  an  welchem  der  Kalk  in  einer  grösseren  Mächtigkeit,  aufzutreten  scheint,  als  es  hier  sonst  besitzt 
eine  ähnliche  Erklärung  finden  könnte,  wie  sie  jüngst  (Verhandlungen  1884,  Nr.  5,  S.  84.)  Bittner  für  die 
Kalkwände  am  Seewaldsee  bei  Golling  gegeben  hat,  wo  die  scheinbar  grosse  Mächtigkeit  der  rhätischen  Kalk- 
masseu  sich  durch  annähernd  parallele  Längsbrüche  in  denselben  erklären  lassen.  (Man  vergl.  Fig.  2  auf  der 
beifolgenden  Tafel.) 

Ahnliche  Abbruche  lassen  sich  auch  im  Göstritzgraben,  bei  Göstritz,  am  Südabhange  des  Jägerbrand 
erkennen,  wenigstens  möchte  ich  das  Auftreten  der  Kalkfelsmasseu  unterhalb  der  Gypsbrüche  unweit  der 
Gypsmühle  auf  solche  abgesunkene  Kalkschollen  des  „Jägerbrand"  zurückführen. 

Czjzek  erwähnt  in  seiner  Arbeit:  das  Eosaliengebirge  und  der  Wechsel,  Jahrb.  d.  k.k.  geol.  Reichsanst. 
1854,  1.  c.  507,  den  Quarzit  des  Sonnenwendsteins  („ein  Quarzzug")  und  verfolgt  ihn  bis  nach  Hinterotter. 


Geologische  Untersuchungen  in  der  „Gramoachenzone'^  der  nordöstlichen  Alpen. 


1H5 


Über  das  Erzvorkommen  südlich  vom  Honuenwendstein  spricht  er  sich  daliiii  aus,  dass  dasselbe  im 
Liegenden  einer  schwachen  ,,Ka]klag-e  im  Quar/.e"  auftrete  uml  sich  sowohl  östlich  in  den  Göstritz-  und  Otter- 
graben, als  auch  westwärts  iu  den  Thier-  (Dürr)  und  Fröschnitzgraben  fortsetzen.  Eine  Darstellung 'über  das 
letztere  Vorkommen  habe  ich  in  meinem  kleinen  Beitrage  zur  Kenntniss  des  Semmeriuggebirges  (Verhandl. 
187G,  S.  337  u.  339)  gegeben,  wonach  ich  die  Erze  als  im  Liegenden  der  dolomitischen  Kalke,  au  der  Grenze 
gegen  die  azoischen  Schiefer  auftretend  auffasste.  (Man  vergl.  darüber  auch  Tuuner,  die  berg-  und  hütten- 
männischen Hauptexcursionen  in  den  Jahren  1844 — 1846.) 

Czjzek  vergleicht  die  Kalke  des  Göstritz,  petrographisch  ganz  zutreffend  mit  den  Guttensteinerkalken 
und  gibt  auch  ihre  Verbreitung  an,  über  den  Otter  und  bis  Raach  und  an  den  Goldberg,  sowie  das  Auftreten 
der  Kauchwacken  im  nördlichen  Theile. 

An  derselben  Stelle  wird  auch  die  Ausdehnung  des  dolomitischen  Kalkes  im  Norden  davon,  im  Adlitz- 
graben,  Bürgerwald,  Jägerbrand,  bei  Wartenste  in,  am  Eaachberg  (die  Spitze  des  letzteren  besteht  aus 
reinem  Kalk)  geschildert. 

Die  zwischen  beiden  Kalkzügen  auftretenden  „bröckeligen"  verschiedenartigen  Schiefer  (mit  Gypseinlage- 
rungen  bei  Schottwien )  werden  vom  Semmering,  über  die  südlichsten  Häuser  von  Schottwien,  in  den  Göstritz- 
graben,  und  unter  dem  aus  Dolomit  bestehenden  Sattel  zwischen  Otter  und  Jägerbrand,  bis  über  Wartenstein 
hin  verfolgt. 

Über  die  "\'erhältnisse  des  dolomitischen  Kalkes  zu  den  Liegend-Quarziten  und  den  azoischen  Schiefern, 
sowie  über  die  Erzführung  erhält  man  im  Fröschnitzgraben  bei  Steinhaus  (Semmering  W)  hübsche  Auf- 
schlüsse. Ich  will  mir  erlauben  aus  meinem  ersten  Aufsatze  iu  den  Verliandlungen  1876,  S.  337,  339  if.  die 
betreffenden  Sätze  hierher  zu  stellen: 

Über  die  Lageruugsverhältnisse  im  Fröschnitzgraben  bei  Steinhaus  am  Semmering  findet  sieh  eine  Notiz 
in  dem  Generalbericht  über  die  berg-  und  hütteumännischen  Hauptexcursionen  in  den  Jahren  1843  —  1846 
von  Hofrath  Tunner.  Ausserdem  erwähnt  sie  aucli  Herr  Oberl)ergrath  D.  Stur  (Geologie  von  Steiermark, 
S.  114)  und  rechnet  sie  nach  Czjzek  (^das  Eosaliengebirge  etc.  Jahrb.  1854)  zur  siluriseheu  Formation. 
In  jenem  citierten  Berichte  heisst  es  von  den  Erzlagerstätten  des  Fröschnitzgrabens  (S,  27  und  28):  „Die 
Eiseusteinbaue  befinden  sich  mehr  im  Liegenden  der  Gebirgsscbichten,  an  der  Grenze  zwischen  Grau, 
wacke  und  Uischiefer-Formiition,  und  zwar  unseres  Erachtens  schon  iu  der  letzteren  gelegen,  wiewohl 
bei  der  nicht  scharfen  Grenze  und  der  gleichmässigen  nördlichen  Lagerung  der  Grauwacke  am  Urgebirge, 
das  Erzvorkommen  auch  noch  für  die  unteren  Schichten  der  Grauwacke  angesprochen  werden  kann. 
Das  erzführende  Gebirgsglied  ist  hier  Glimmerschiefer, 
der  zum  Theil  chloritisch ,  im  Liegenden  der  Erze 
mehr  quarzig-gneissartig,    im  Hangenden  mehr  talkartig  -  -- 

wird."  5^ 

Meiner  Meinung  nach  liegen  die  Erze  au  der  Grenze  ^-^ 

zwischen   den  Kalken   und  Schiefern,    also  in   der  That  ^ 

sowohl  in  den  ersteren,  wie  auch  in  den  letzteren.  Ein 
recht  instructives  Bild  über  das  Erzvorkommen  erhält 
man  gleich  am  Eingange  in  den  Fröschnitzgraben,  au  der 
rechten  Tbalseite. 

Ein  im  Allgemeinen  von  SW.  nach  NO,  streichender 
uml  nach  SO.  steil  einfallender  Gang  (1)  bezeichnet  eine 
Verwerfungsspalte,  an  welcher  an  der  östlichen  Seite  ein 

feinkörniges  Kalkgesteiu  (2)  anliegt,  das  ander  Ganggrenze  reich  ist  an  Erzeinschlüssen  (Siderit  in  Adern 
und  Nestern). 

Im  Gange  herrscht  theils  körniger  Kalk  vor,  mit  Sii'erit  un<l  l'yrit,  (}a),  theils  in  Brauneisen  umgewan- 
delter Siderit  mit  Eisenglanz.  ( 1 ,  />.) 


Fig.  9. 


136 


Franz  Totild. 


Westlich  vom  Gange  liegen  diinnplattige,  glänzende  Tlionschiefer  von  grauer  Farbe  (3)  mit  zwischengela- 
gerten dünnen  Lagen  eines  ungemein  harten,  quarzreichen,  graugefärbten  Kalksteines  (4).  Diese  Schichten 
fallen  naichNW.  ein  und  entsprechen  offenbar  den  am  Semmering  auftretenden,  silberglänzenden  Schiefern  und 
Kalken.  Auch  hier  zeigen  die  Kalke  auf  den  Schichtflächen  thonig-glimmerige  Überzüge. 

Im  Fröschnitzgraben  selbst  treten  bis  zur  Erzgrube  dolomitiscbe  Kalke  auf,  welche  sehr  verschiedene 
Lagerungsverhältnisse  zeigen.  Ihr  Streichen  ist  fast  constant  hora  4— 5  (ONO.— WSW.).  Das  Fallen  aber 
verhält  sich  so,  dass  man  vom  Eingange  in  das  Thal  bis  zur  Erzgrube  zwei  Anticlinalen  und  zwei  Synclinalen 
passiert.  (Man  vergl.  Fig.  10.) 

Fig.  10. 


1.  Krystallinische  Schiefer. 

2.  Qiiarzit  und  (Juarzit  Talkschiefer. 

3.  Diinnplattige  Thonschiefer  (luitKiesel- 

liallv). 


4.  Plattenkaliv  (im  Liegenden). 

5.  Dolomitische  Kalke. 

6.  Zelleukalk. 

7.  Plattenkalk  (im  Hangenden). 


Vor  dem  Stollenmunde  sind  die  dolomitiscben  Kalke  steil  aufgerichtet  und  ist  hier  eine  Einlagerung  von 
dünnplattigen,  grauschwarzen  Kalkschiefern  mit  thonig-glimmerigen  Überzügen  auf  den  Schichtflächen, 
zwischen  grauem,  licht  röthlichem  Kalke  wahrnehmbar,  welch'  ersterer  petrographisch  auf  das  Beste  mit  den 
Pentacriniten-Kalkschicfern  üboreinstinnnen.   Das  Einfallen  nach  N  mit  64°. 

Weiterhin  folgen  nun  mächtige  weisse  Quarzitlagen,  die  auf  den  azoischen,  chloritischen  und  abwechselnd 
gneissartigen  Schiefern  auflagern.  (Man  vergl.  Stur,  Geolog,  von  Steiermark,  S.  100.)  Die  Quarzite  stimmen 
mit  ilen  am  Sonnwendstein-Erzkogel  vorkommenden  vollkommen  (auch  im  Streichen)  Uberein,  dessgleichen 
ist  der  Kalk  des  Fröschnitzgrabens  mit  jenem  des  Sonnwendsteins  in  bester  Übereinstimmung.  Nach  Westen 
hin  hält  hier  der  Kalk  nicht  lange  an;  er  reicht  nur  bis  in  das  Hasenthal  bei  Steinhaus,  wo  er  wie  das  Ende 
eines  grossen  Lappens  auf  den  azoischen  Schiefern  aufliegt. 

In  den  dolomitischen  Kalken  des  Fröschnitzgrabens  konnte  ich  ausser  undeutlichen  Korallendurchschnitteu 
keinerlei  organische  Überreste  auffinden.  — 

Unterhalb   des   Gypsvorkommens   im   Mörten  graben    finden   sich    am  Fig.  ii. 

rechten  Thalgehänge  die  grauschwarzen  Kalke  mit  Crinoidendurchschnitten, 
und  zwar  sowohl  in  dünnplattiger  Ausbildung,  ganz  ähnlich  wie  am  Semniering- 
joche,  als  auch  in  der  Form  von  dickbankigen,  weissaderigen  Kalken,  welche 
in  ihrem  Aussehen  sehr  an  die  Guttensteiner  Kalke  erinnern. 

Einen  guten  Aufschluss  bietet  ein  kleiner  Steinbruch  an  der  rechten  Thal- 
seite. (Schottergewinnung.)  (Fig.  11.)  Zu  unterst  liegen  grauschwarze,  von 
unzähligen  Adern  nacli  allen  Eichtungen  durchzogene  Kalke  ohne  deutliche 
Schichtung  (1).  Darüber  liegen  papierdünne  geschichte  Kalkschiefer  (2)  und 
Kalke  in  mächtigeren  Bänken  (3).  Im  Hangenden  treten  schön  geschichtete  Plattenkalke  (4)  von  2-3™ 
Mächtigkeit  auf.  Dieselben  haben  ganz  und  gar  den  Charakter  der  Pentacrinitenkalke  vom  Semmeringsattel. 
Streichen  ostwestlich  und  Fallen  nordwärts. 


Geologische  Untersuchungen  in  der  ,,  Grauwackenzone"  der  nordöstlichen  Alpen. 


137 


Fig.  12. 


Bei  der  Gypsstauipfe. 


Die  Abstürze  rechts  auf  der  Höhe,  der  Station  Semmering  gegenüber,  bestehen  aus  lichtgrauen,  dolomi- 
tischen Kalken,  ähnlich  jenen  im  Fröschnitzgraben. 

In  der  Enge,  nahe  der  Ausmündung  des  Mörtengrabens  in  den  Adlitz- 
graben,  an  der  Brücke,  finden  sich  rechts  am  Bache  ganz  dieselben  grau- 
schwarzen, plattigen  Kalke  mit  glimmerig-glänzenden  Schichtflächen  anstehend. 
(Pentacrinitenkalk.)  Desgleichen  am  Eingange  in  den  Adlitzgrabeu  finden  sich 
auch  am  linken  Ufer,  hier  zu  unterst  dünn  geschichtete,  etwas  dolomitische  Kalke. 
Dieselben  sind  gebogen  und  gefaltet. 

Bei  der  Gypsstampfe  im  Adlitzgraben  erkennt  man  am  linken  Steilgehänge 
sehr  deutlich  die  Schichtung  (Fig.  12)  und  das  nördliche  Einfallen  der  grauen 
dolomitisclien  Kalke.  Die  Schichten  streichen  daselbst  hora  5  und  fallen  mit  40° 
nach  N,   bei  leichter  Krümmung  der  Schichten. 

Eine  Strecke  weiter  abwärts  im  Thale  sieht  man  an  einer  Stelle  die  Schich- 
ten complicierter  gebogen,  so  dass  sie  ein  förmliches  Gewölbe  zu  bilden  scheinen. 
(Fig.  13.) 

Schöne  Eutschflächen  treten  auf  den  Verwerfungsklüften  auf.  Die  Schichten 
streichen  auch  im  weiteren  Verlaufe  ziemlich  parallel  mit  der  Richtung  der 
Schlucht  und  zwar  übereinstimmend  auf  beiden  Thalseiten. 

Auffallende  Felsformen,  Pfeiler  und  Pyramiden,  zahlreiche  Höhlen,  zum  Theile 
hoch  über  der  heutigen  Thalsohle,  zeichnen  diese  romantische  Schlucht  aus. 
Brecciendoloniit  und  Zelleudolomit  mit  ,,Dolomitmehl"  in  den  Höhlungen  treten  auf. 

Diese  dolomitischen  Gesteine  dürften  auch  hier  das  Hangende  der  Plattenkalke 
bilden,  wie  an  einer  Stelle  vor  dem  Gamperlgraben  zu  ersehen  ist,  wo  diese  letzteren 
mit  glimmeiigen  Schichtflächen  hervortreten. 

Unterhalb  des  Kalkofens  beim  Gamperlgraben  treten  röthlich  graue  Kalke  auf, 
mit  halbkrystalliuischem  Korne.   Sie  streichen  hier  hora  6  und  fallen  mit  45°   nach 
N.   DieselbenVerhältnisse  halten  an  bis  zur  Ruine  Klamm.   Zu  unterst  treten  hier  sehr  schön 
dünnplattige,  dolomitische  Kalke  auf.    Die  Schichtung  lässt  sich  übrigens  bis  zur  Burgruine 
hinauf  verfolgen.   Die  Stellung  der  Schichten  erscheint  jedoch  noch  weit  steiler,  wie  beifol- 
gendes Beispiel  zeigt.  (Fig.  14.) 

Die  Schichtung  ist  am  rechten  Ufer  bei  Schottwien,  unterhalb  der  kleinen  Thurm- 
ruine  ganz  übereinstimmend  mit  jener  weiter  oben  im  Adlitzgraben.  Auch  hier  fallen  die 
Schichten  (mit  etwa  40°)  nach  N.  ein.  Ebenso  an  der  Strasse  im  Schottwiener  Graben,  am 
rechten  und  linken  Ufer,  und  auch  an  der  Enge  beim  oberen  Eingange  in  denselben.  Bei  der 
Enge  fallen  die  Kalke  mit  00°  gegen  N.,  weiter  uördlicli  aber  im  Allgemeinen  mit  45°. 

Gleich  oberhalb  der  Enge  stehen  am  Steilabsturz  des  Bürgerwaldes,  bei  der  ersten 
Wendung  der  Semmeringstrasse,  dunkle  dolomitische  Kalke  an.  Mächtigere  Bänke  wechseln 


Zwisclien  Lechner-  und 

Gamperlgiaben. 

Str.  hora  5. 


Fig.  14. 


Eine  Felsparthie 

östlich  von  der 

Burgruine. 


Fig.  15. 


hier  mit  dünnplattigen,  glimmerig  flächigen  Schichten 
ab,  weich'  letztere  vollkommen  übereinstimmen  mit 
den  Plattenkalken  beim  Krennthaler'schen  Kalkofen 
bei  Göstritz  (man  vergl.  weiter  untenj,  und  den  Pen- 
tacrinitenkalken  am  Semmering.  Die  Schichfen  lie- 
gen hier  ganz  flach  (mit  circa  10°  nach  N.  geneigt) 
und  die  Aufeinanderfolge  zeigt  die  folgende  Skizze 
(Fig.  15). 

An    der    alten   Semmeringstrasse    zwischen    Schottwien    und   Mariaschutz    liegt    Nu    von  Mariaschutz 
ein   kleiner  Steinbruch    zur  Gewinnung    von   Strassenschotter,   wo    gleichfalls    grauschwarze,    weissaderig, 

Denkschriften  der  mathem.-naturw.  Gl.  L.  Bd.  Abhandlungen  von  Nichtmitgliedem.  a 


1.  Mächtige  Bänke,  grauschwarz,  weiss- 

aderig. (Fallen  N.) 

2.  Kalkschiet'er  und  glimmerig  schiefe- 

rige Schichtflächen. 

3.  Silberglänzende  Schiefer.  Talkführend 

mit  Kalkzwischoulagen. 

4.  Grauer  dolomitischer  Kalk. 


188 


Franz  Toula. 


dichte  und  feinkörnige  Kalke  in  mächtigen  Bänken  anstehen.   Sie  streichen  hier  hora  7   und  fallen  mit  r)U° 
nach  N.  Sie  lassen  Spuren  von  Criuoiden  und  Pelecypoden  erkennen. 


Fis.  17. 


Fig.  16. 


1.  Talkführender  Schiefer. 

2.  Kalkschiefer    und   Plattenkalke   mit   glimmerigen 

Schichtflächen,  reich  an  Pentacriuiten. 

3.  Dunkle,  feste  Kalkbänke. 

2.  u.    3.    zeigen    nördliches  Einfallen    mit  40  —  50  . 
Streichen  hora  6 — 7. 


Gefaltete  Kalke  bei  der  Mörtenbrücke. 


An  der  Kreuzungsstelle  der  neuen  und  der  alten  Strasse  am  Haarbreit  liegen,  am  Stidfusse  des  Göstritz, 
die  lichten  glänzenden  Quarztalkschiefer  zu  Tage,  ganz  wie  am  Semmering.  (Gyps  führendes  Gestein.)  Weiter- 
hin und  zwar  scheinbar  darunter  einfallend,  treten  am  Gehänge  des  Göstritz  die  Kalkschiefer  auf,  welche  hier 
ganz  besonders  reich  sind  an  Pentacriniten. 

Die  Lagerungsverhältnisse  sind  ganz  ähnlich  jenen  an  der  Enge  oberhalb  Schottwien.  (Fig.  16.) 

Am  Wege  gegen  die  Mörten-  (Martin-)  Brücke  folgen  dann  in  vielfach  gestörter  Lagerung  mit  gebogenen 
und  gefalteten  Schichten  (Fig.  17)  dolomitische  Kalke  und  Zellenkalke  und  (unmittelbar  bei  der  Brücke)  grau- 
schwarze, weissaderige  Kalke.  Nach  der  Brücke  zeigen  die  Schichten  ein  Streichen  nach  hora  4,  bei  nörd- 
lichem Einfallen  mit  circa  35°. 

Beim  „Erzherzog  Johann",  etwas  unterhalb  der  Sattelhöhe,  treten  die  hier  roth  gefärbten  Liegend- 
schiefer auf. 

Der  ganze  Schichtencomplex  zeigt  westöstliches  Streichen  und  fällt  nach  N  ein.  Er  bildet  das  Liegende 
der  dolomitischen  Kalke  des  Bürgerwaldes  und  des  Jägerbrandes.  In  einiger  Entfernung  von  diesem  Auf- 
schlüsse gegen  Südost  hin  findet  man  eine  unter  dem  Pentacrinitenkalkschiefer  einfallende,  circa  SO""  mächtige 
Quarzitschichte,  deren  Liegendes  sehr  feste  licht  grau  gefärbte  weissaderige  Quarzsandsteine  bilden. 

Der  Gyps  der  benachbarten  Gruben  lagert,  in  circa  6  Meter  Tiefe,  in  dünnplattigen,  lebhaft  glänzenden 
Schiefern  von  violetter  Färbung,  welche  ganz  und  gar  mit  jenen  aus  dem  grossen  Semmeringtnnnel,  auf  der 
österreichischen  Seite  herausgebrachten  Gesteinen  übereinstimmen.  Auch  diese  gypsfUhrenden  Schiefer  fallen 
nach  N  ein. 

Über  den  gypsftihrenden  Schiefern  lagern  an  der  Krennthaler  Wand  (Himmelreich)  gleichfalls  dunkle 
Rhätkalke.  (Fig.  18.) 

Die  häufigsten  unter  den  bestimmbaren  Resten  aus  den  dunklen  mergeligen  Kalken  mit  braunen  Flecken 
(Nr.  4  des  vorstehenden  Profils)  sind  die  folgenden: 


Änomia  alpina  Winkl. 
Pecten  Valonimsis  Defr. 
Ävicula  cf.  contorta  Porti. 
Leda  alpina  Winkl. 


Leda  Borsoni  Stopp. 
Mytilus  minutus  Gldf. 
Myophoria  Emmerichi  Winkl. 

„  sp.  (cf.  liasica  Stopp.) 


Geologische  Untersuchungen  in  der  „  Grauwackenzone"  der  nordöstlichen  Alpen. 


139 


Cardita  cf.  multiradiata  Emm. 
Anatina  &iL  praecursor  Quenst. 


Cypricardia  Marcignyana  Martin. 


Es  sind  durcliwegs  Bivalven,  eine  Fauna  bildend,  welche  die  grösste  Ähnlichkeit  hat  mit  der  nach 
Suess  (in  seiner  mit  v.  Mojsisovics  herausgegebenen  Arbeit  über  die  Gebirgsgruppe  des  Osterhornes,. 
Jahrb.  der  k.  k.  geol.  Reichsanst.  1868,  S.  188  if.)  für  die  schwäbische  Facies  der  rhätischen  Stufe  bezeich- 
nenden. 

Fig.  18. 


Ansicht  des  Kiennthal  er' sehen  Kalk  Steinbruches  im  Göstritzgrabeii. 


1.  Düunplattige  Schiefer. 

2.  Kalkbank  mit  undeutlichen  Crinoiden. 

.3.  Dicke  Kalkbank  mit  spärlichen  Calcitadern 
4.  Graue,  z.  Th.   braunfleckige,    mergelige  Kalke,  in 
dicken  Bänken  (10 — 40'°  mächtig)    mit   schiefe- 
rigen Zwischenmitteln  (3 — 8'").  Bivalven  führende 
Schichte. 


5.  Dunkel  grauschwarze  braunfleokige  Kalkbänke. 

6.  Grauschwarze  weissadrige  Kalke.   Unzählige  feine 

Klüfte  durchziehen  das  Gestein,  und  machen  es 
in  ei'kige  Bruchstücke  zerfallen.  Andeutung  einer 
plattigen  SchiL-htung. 

7.  Dünnplattige  schwärzliche  Kalkschiefer  und  Penta- 

criniten. 


Die  rhätisclien  Fossilien  aus  den  dunklen  Kalken  (Schichte  4)  im  Göstritzgraben  (Krenn- 

thaler'scher  Kalkbruch). 

1.  Anomia  alpina  Winkl.  (Seh.  d.  Av.  contorta  S.  5,  Taf.  I,  Fig.  1.)  Quenstedt,  Jura.  Taf.  I,  Fig.  16. 

Dittmar:  contorta  Zon.  S.  156. 

Ein  kleines  Exemplar  zeigt  recht  gut  die  allgemeinen  Schalenform.  Ein  grösseres  Stück  lässt  auch  die  so 
charakteristische  feine  Radialstreifung  in  der  Nähe  des  Stirnrandes  erkennen.  Es  gleicht  ganz  und  gar  der  von 
Qnenstedt  gegebenen  Abbildung. 

2.  Peeten  Valoniensis  Defr.  Oppel  und  Suess:  Sitzungsber.  d.  kais.  Akad.  der  Wissensch.,  Bd.  XXI, 

Taf.  II,  Fig.  8. 
Peden  acuteauritus  Schafh.  Neues  Jahrbuch  1850.  Taf.  VII,  Fig.  10. 
Peeten  cloaemus  Qnenstedt,  Jura.  Taf.  I.,  Fig.  33,  34. 

In  drei  Stücken  vorliegend.  Das  eine,  ein  Bruchstück  eines  auffallend  grossen  Exemplares  mit  scharfen 
weit  von  einander  abstehenden  Rippen,  stimmt  am  besten  mit  der  von  Quenstedt  abgebildeten  schwäbischen 
Form  überein.  Im  Übrigen  möchte  ich  auf  die  von  Schafhäutl  gegebene  Beschreibung  hinweisen  (1.  c. 
S.  416). 

3.  Avictila,  cf.  contorta  Porti.   Syn.  Diltmar,  S.  163. 

Liegt  in  einigen  Sclialenstücken  vor. 


140  Franz  Toula. 

4.  Leda  percaudata  GUmbel.  Leda  AlfinaWiu}s.\. 

Nur  ein  ziemlich  gut  erhaltenes  Stück  konnte  herauspräpariert  werden.  Es  ist  ein  etwas  gedrungeneres 
Exemplar. 

5.  Leda  Borsonl  Stopp.  S.  33,  Taf.  XXX,  Fig.  25. 

Stimmt  recht  gut  mit  der  citierten  Abbildung  überein. 

6.  Mytilus  minutus  Gldf. 

Die  von  Moore  1.  c.  Taf.  XV,  Fig.  26,  gegebene  Abbildung  seiner  3Iodiohi  minima  stimmt  recht  gut.  Selbe 
wurde  von  Dittmar  mit  Mytilus  minutus  vereinigt.  Nur  die  bei  der  citierten  Abbildung  angegebene  Ein- 
krümmung  des  Stirnrandes  ist  an  unserem  Stücke  nicht  vorhanden,  sondern  verläuft  bei  diesem  der  Stirurand 
in  gleichförmiger  Krümmung. 

7.  Myophoria  Emmerichi  Winkl. 

Am  besten  stimmt  die  Abbildung  in  Quenstedt's  Jura  (Taf.  I,  Fig.  4),  wo  auch  daraufhingewiesen  wird, 
dass  bei  dieser  kleinen  Form  Andeutungen  von  Radialstreifen  ..auf  der  Area"  vorkommen.  Bei  einem  unserer 
Stückeist  diese  Radialstreifung  sehr  deutlich  ausgeprägt.  Winkler,  der  die  citierten  Formen  mit  seiner 
Myophoria  Emmerichi  identificiert,  erwähnt  nichts  von  dieser  Streifung. 

8.  Myophoria  sp.  (cf.  liaslca  Stopp.) 
Nur  in  einem  grösseren  Steinkern  erhalten. 

9.  Cardita  cf.  multiradiata  Emm.  u.  Dittmar. 

In  einer  grösseren  Anzahl  vorliegend;  leider  ist  jedoch  kein  einziges  Exemplar  vollkommen  erhalten. 
Die  meisten  der  Abdrücke  würden  jener  Form  entsprechen,  welche  gewölinlich  als  Cardita  austriaca  v.  Hauer 
bezeichnet  wird,  doch  sind  diese  Steinkerne  unserer  Art  gerippt  und  ist  die  Zahl  der  Rippen  der  Schalenober- 
fläche eine  geringere.  Cardita  munita  Stopp,  ist  durch  die  bei  dieser  Art  vorkommenden  Zwischenrippen 
unterschieden. 

10.  Anatina  cf.  praecursor  Quenstedt. 

Nur  ein  Exemplar,  das  zwischen  Anatina  praecursor  Quenst.  und  Anatina  Suessi  Oppel  zu  stehen 
scheint.  Von  ersterer  Art  unterscheidet  es  sich  durch  die  gleichmässigere  Wölbung  des  mittleren  Theiles  der 
Schale  und  durch  die  weniger  scharf  ausgeprägte  Runzelung.  Auch  ist  die  Verlängerung  des  hinteren  Theiles 
der  Schale  weniger  beträchtlich.  Von  Anatina  Suessi  unterscheidet  es  auch  der  Mangel  der  Einbuchtung  des 
Stirnrandes. 

11.  Cypricardia  Marcignyana  Martin.  (1859  Mem.  strat.  del'infra  lias.  Mera.  de  la  soc.  geol.de  France. 

2.  s6r.,  Bd.  7,  Taf.  IV,  Fig.  13,  14.) 
Pleurophorus  elongatus  Moore.  (Quart.  Journ.  geol.  Soc.  Bd.  17,  S.  504,  Taf.  XV,  Fig.  12,  13.) 
Die  von  Moore  gegebenen  Abbildungen  stimmen  anf  das  Beste  mit  unserem  Stücke  überein. 
Die  plattigen  Kalke  halten  bis  über  die  Wirthschaft  des  Grafen  Guteuhofen  an,  immer  über  den  gyps- 
führenden  Schiefern  auftretend.  Am  „Schanzsattel",  gegen  „Schlagl"  hin,  stehen  graue  dolomitische  Kalke  an, 
welche  am  Wege  zum  „Schlagl"  theilweise  als  gelblieh  gefärbte  Zellendolomite,  Rauchwacken,  ausgebildet 
sind.  Im  Hohlwege,  der  vom  Schlagl  nach  Otterthal  führt,  sind  am  Anfange  diese  Gesteine  förmlich  in  Dolomit- 
staub umgewandelt.  Später  folgen  dann  auf  diesem  Wege  dunkle  dolomitische  Kalke  in  verschiedener  Ans- 
bildnng:   zum  Theile   weissaderig,   in  einzelnen  Bänken  krystallinisch  körnig.  Unweit  des  Kohlenbrenners 
treten  schwarze,  weissaderige  ,   plattige  Kalke  mit  etwas   glimmerig  flaserigen  Schichtflächen  anf,    welche 
liora  5  streichen,    aber  leicht  nach  S  geneigt  sind,    und  petrographisch,  sowie  auch  ihrer  Stellung  nach  ganz 
mit  den  Pentacrinitenkalkschicfern  übereinstimmen.  Bei  dem  ersten  Hause  von  Otterthal  treten  gegen  den 
Otterberg  hin  einzelne  Blöcke  von  weissem  Quarzit  auf. 


Geologische  Untersuchungen  in  der  „Grauwackenzone"  der  nordöstlichen  Alpen.  141 

Das  Liegende  am  Ausgange  des  Grabens  bei  Otterthal  bilden  Phyllite,  die  auch  in  dem  Ideinen  nach  NO, 
gegen  den  Ramsrlicken  hinauf  führenden  Seitengraben  anstehen.  Unter  demselben  treten  echte  Gneisse  mit 
Quarzadern  auf.  An  einer  Stelle  wurde  hier  auch  das  Vorkommen  von  Granitgneiss  constatiert. 


Im  hinteren  Mörtengraben  tritt  schneeweiss  gefärbter,  körniger  Gyps  (am  Haarbreit)  in  fast  horizontaler 
Lagerung  auf.  Diese  Bänke  wechseln  mit  dünnplattigen  Partien  ab. 

Über  das  Vorkommen  heisst  es  im  ,, Führer  zu  den  Excursionen  der  deutschen  geologischen  Gesellschaft" 
1877,  S.  195  (nach  Hofrath  Tschermaks  Mittheilungen): 

„Der  Gyps  lagert  zwischen  Quarzit  und  Thonsehiefer  in  wohlgeschicliteten,  fast  horizontalen  Bäni^en,  ist 
weiss  oder  blauroth  gefärbt,  kleinkörnig,  dem  Alabaster  ähnlicli  und  enthält  oft  Stückchen  von  Thonsehiefer 
und  Kalkstein,  zuweilen  auch  Anhydrit.  Accessorisch  und  nicht  häufig  finden  sich:  Bitterspath,  Albit  und 
Pyrit.« 

über  die  Gypsvorkommnisse  in  unserem  Gebiete  finden  sich  einige  Angaben  in  dem  Aufsatze:  „Gyps- 
brüche  in  Niederösterreich  und  den  angrenzenden  Landestheilen,"  von  Job.  Czjzek.  (Jahrb.  der  k.  k.  geol. 
Reichsaust.  II,  1851,  S.  31.) 

In  der  Nähe  von  Payerbach  wird  zwischen  Gloggnitz  und  Reichenau  ein  „gegenwärtig"  verfallener 
Gypsbruch  angegeben.  „Er  ist  an  der  Grenze  zwischen  Kalk  und  den  bunten  Schiefern"  gelegen,  also  offen- 
bar ganz  analog  jenen  im  Göstritzgraben. 

Von  diesem  und  einem  zweiten,  westlich  davon  „im  Wolfsgraben  gelegenen"  heisst  es,  dass  der  letztere 
von  Kalkstein  überlagert  sei,  und  dass  „diese  Localität  bisher  dem  Gebiete  der  Grauwacke  zugezählt  wurde." 
Schliesslich  wird  in  der  citierten  Arbeit  der  Gyps  der  nordöstlichen  Alpen  ganz  allgemein  als  den  bunten 
Sandsteinen  angehörig,  und  zwar  als  ein  oberes  Glied  derselben  bezeichnet,  entstanden  „nach  der  Ablagerung 
der  bunten  Sandsteine  und  der  Doloniitisation  zum  Theile  ihrer  eigenen  Kalklager". 

b)  Nördlich  von  der  Bahnlinie  Semmering-Eichberg. 

Auf  dem  Wege  zum  Bollerus-  (Pollero8-)Bauer  treten  in  dem  kleinen  Graben  dunkle  Schiefer  auf, 
welche  kreuz  und  quer  durchsetzt  sind  von  Quarzadern.  (Carbon.) 

Vom  Poileros  aufwärts  gegen  die  Kammhöhe  trifft  man  grüne  und  graugrüne  Schiefer.  Vorherrschend  aber 
sind  die  Quarzsandsteine  mit  dem  silberglänzenden  Zwischenmittel.  (Übereinstimmend  mit  dem  Gestein  der 
Lehne  beim  Gloggnitzer  Bahnhofe.)  Auf  der  Höhe  finden  sich  in  einzelnen  losen  Stücken  grüne  Schiefer.  Nach 
Norden  hinab  trifft  man  weiterhin  die  silberglänzenden  schieferigen  Quarzsandsteine.  Nur  hie  und  da  findet 
sich  ein  loses  Steinstück  aus  grünem  Schiefer.  Erst  dort,  wo  die  Wege  nach  Reichenau  und  Hirschwang  sich 
scheiden,  werden  die  Grünschiefer  wieder  herrschend,  so  dass  wir  also  in  diesem  Profile  die  Griinschiefer 
sowohl  scheinbar  im  Liegenden,  als  auch  im  Hangenden  der  glänzenden  Quarzsandsteine  auftreten  sehen. 
(Man  vergl.  Fig.  3  auf  beifolgender  Tafel.) 

Im  Breitensteiner  Graben  stehen,  wie  schon  erwähnt,  die  Carbonsandsteine  an.  Von  oben  herab  werden 
glimmerig- glänzende  quarzreiche  Schiefer  gebracht,  sowie  auch  die  typischen  feinkörnigen  grauen  Schiefer. 

Von  Breitenstein  über  den  Ortsbauer  in  die  Prein. 

Vom  Viaduct  bei  der  kalten  Rinne,  wo  noch  graue  weissaderige,  krystallinisch- körnige  und  zum  Theile 
löcherige  Kalke  anstehen,  kommt  man  sofort  auf  die  schieferigen  Carbonsandsteine  mit  Conglomerat-Einlage- 
rungen,  welclie  auch  beim  Ortbauer  anstehen.  Die  erzherzogliche  Villa  auf  der  Kammhöhe  steht  an  der  Grenze 
gegen  den  Kalk  des  holien  Reith  (dicht,  grau,  halb  krystallinisch.) 

Der  Weg  verläuft  im  Schiefer  (an  einer  Stelle  fand  sich  ein  grünlicher  Quarzitschiefer)  nahe  der  Kalk- 
grenze. Nahe  der  Einmündung  des  Weges  in  den  „Eselbachgraben"  trifft  man  auf  weisse  Quarzitschiefer  und 
grauweissen  Quarzit,  ganz  von  derselben  Ausbildung  wie  beim  Lechnerviaducte  und  bei  Klamm  (Streichen 
hora  6,  Schichtstelliing  saiger).  Weiterhin  kommt  man  dann  wieder  auf  echtes  Carbongestein,  sehieferige  Sand- 


142  Franz  Toula. 

steine  mit  Conglomerathigern,  und  feinkörnige  Graphitschiefereinlagerungen.  Bei  dem  Kalkofen  im  Eselbach- 
graben wird  licht  röthlich  grauer,  und  dunkelgrauer,  weissaderiger  Kalk  gebrannt. 

Am  Eingange  in  den  Lechnergraben  stehen  dichte  Quarzite  an.  Oberhalb  des  Lechnerbauernhauses 
ist  der  Quarzit  in  einer  Materialgrube  aufgeschlossen. 

Beim  Lechner  liegen  allenthalben  die  grobkörnigen  Conglomerate  herum,  welche  dieselbe  Ausbildung 
zeigen  wie  beim  Grilleuberger  Eisensteinbergbaue  (unweit  Payerbach.)  Auch  finden  sich  hie  und  da 
Blöcke  von  röthlichem  Kalke. 

Das  Eisenockervorkommen  im  Gamperlgraben. 

Im  Hintergrunde  des  genannten  Grabens,  der  aus  dem  vorderen  Adlitzgraben  gegen  den  „Todenberg" 
hinanführt,  treten  typische  plattige  Carbonsandsteine  auf,  die  unmittelbar  auf  Quarzit  lagern.  Sie  streichen  hora 
7 — 8  und  fallen  mit  45°  nach  N  ein. 

In  diesen  treten  graugrüne  Schiefer  als  Einlagerungen  auf  und  darunter  erst  liegt  späthiger,  gelblich- 
weisser  Kalk,  der  von  zahlreichen  Quarzadern  netzartig  durchzogen  ist  und  Spuren  von  Pyrit  enthält,  der  zumeist 
in  Brauneisen  umgewandelt  ist.  Dieser  Kalk  stellt  eine  linsenartige  Masse  vor,  vergleichbar  den  Magnesit-  und 
Spatbeisen-Einlagerungen  des  benachbarten  Gebietes.  Im  Gehänge,  wo  der  Bach  einen  kleinen  Wasserfall 
bildet,  ist  das  kalkige  Gestein  stark  zersetzt  und  tritt  der  Eisenocker  als  Ausfüllung  zelliger  Räume  etwa  so 
auf,  wie  die  „Dolomitasche"  in  den  Zellen  der  ,,Raucliwacke".  Eine  Beschreibung  desselben  Vorkommens 
entnehme  ich  auch  einigen  Notizblättern,  die  mir  von  Herrn  Prof.  Suess  vor  längerer  Zeit  freundlichst  über- 
lassen wurden,  dem  ich  an  dieser  Stelle  dafür  meinen  besten  Dank  sage. 

„Im  oberen  Gamperlgraben  ist  der  Quarzit  normal  überlagert,  von  graugrünlichem  Phyllit,  der  Bänke 
von  sehr  hartem,  zum  Theil  dunkelgrün  gefärbtem  Quarzconglomerat  enthält.  In  einer  Vertiefung  des  letzteren 
liegt  der  Ocker.  Alle  die  hier  sich  findenden  Kalk-  (oder  Ankerit?)  Blöcke  sind  durch  Zersetzung  netzförmig 
zerklüftet,  in  den  Klüften  aber  liegt  allenthalben  Ocker.  In  ganz  zersetzten  Blöcken  zeigen  sich  blauschwarze 
gebänderte  sphäroidale  Zeichnungen".  Das  Ganze  ist  nach  Prof.  Suess  als  eine  secundäre  Bildung  aufzufassen. 

Die  Quarzite,  die  im  Gamperlgraben  unter  den  Phylliten  liegen,  dürften  (nach  Suess)  jünger  sein  als  die 
Quarzite  des  Semmering. 

Im  Wagnergraben  bei  Klamm  liegen  zu  oberstim  Bachrisse  grüne  Schiefer,  diese  enthalten  dichten 
weissen  Magnesit,  der  dünngeschichtet  in  Bänken  auftritt,  und  stellenweise  krystallinische Ausbildung  zeigt, 
so  dass  er  nach  Rumpf  als  Pinolit  bezeichnet  werden  kann.  Die  dünngeschichteleu  Gesteinspartien  erscheinen 
durch  dünne  Ockerzwischenlagen  förmlich  wie  gebändert. 

Rumpf  bespricht  in  seiner  Arbeit  über  die  krystallisierten  Magnesite  aus  den  nordöstlichen  Alpen'  auch 
die  Pinolite  zwischen  Semmering  und  Gloggnitz  und  erwähnt  unter  anderem  auch,  dass  das  Magnesitgestein 
förmliche  Adern  von  Pyrit  enthalte.  Die  erwähnten  Ockerzwischenmittel  dürften  wohl  auf  umgewandelte  Pyrite 
zurückzuführen  sein. 

Neben  dem  Magnesit  findet  sich  in  den  grünen  Schiefern  im  Wagnergraben  auch  milchweisser  Quarz,  in 
Knauern  und  Linsen,  im  Gestein  eingeschlossen. 

Unter  dem  Grünschiefer  liegen  violett  gefärbte,  glänzende  Schiefer,  welche  sich  talkig  anfühlen 
und  vollkommen  übereinstimmen  mit  den  talkhältigen  Schiefern  des  Semmeringtunnels  und  mit  den  bei  Schott- 
wien über  dem  Gyps  sich  vorfindenden  Schichten.  Darunter  treten  Sandsteine,  mit  lebhaft  glänzenden  schie- 
ferigen Bmdemittel  auf,  welche  petrographisch  vollkommen  überstimmen  mit  den  beim  Stationsgebäude  von 
Gloggnitz,  am  Steilgehänge,  anstehenden  Gesteinen. 

Unter  diese  Grauwacken  einfallend,  finden  sich  endlich  die  feinkörnigen,  dunklen,  graphitisch  glänzenden 
Sandsteine  mit  Pflanzen  der  Steiukohlenformation  (S.  13). 


1  Tschermak,   Min.  Mitth.  187    ,   S.  270,  271.    Das  Vorkommen   findet  sich  auch   schon  besprochen   von  Foetterle, 
Jahi-b.  (1.  k.  k.  geol  Reichsanst.,  1850,  S.  578  und  1852,  IV.  Heft,  S.  U5. 


Geologische  Untersuchungen  in  der ,,  Grauwackenzone"  der  nordöstlichen  Alpen. 


143 


Die  Steinkohlensaud  steine  stehen  auch  beim  Wächterhause  östlich  vom  Wagnergraben  an.  Sie  sind 
hier  steil  aufgerichtet,  streichen  hora  5  und  fallen  mit  80°  gegen  N. 

An  dieser  Stelle  fand  sich  ein  freilich  schlecht  erhaltenes  Sigillarien- Stammstück. 

Über  den  Steinkohlensaudsteinen  treten  hier  Quarzcouglomerateauf,  ganz  und  gar  jenen  gleichend,  welche 
über  dem  Siderit  am  Grillenberge  bei  Payerbach  vorkommen.  Hier  scheinen  die  Magnesite  stellvertretend 
anstatt  des  Siderites  aufzutreten.  Der  Quarz  der  Conglomerate  erscheint  an  manchen  Stellen  eigenthümlich 
zerfressen. 

Unter  dem  Carbonsandstein  liegt  beim  Wächterhause  lichtgrünlich  gefärbter,   mürber  Schiefer. 

Au  der  Bahntrage  aufwärts  gehend  triift  man  bei  dem  Zeiger  „04  Kilora.-'  weiter  im  Liegenden  der  Sand- 
steine grauen  wohlgeschiohteten  Quarzit  (halbkrystallinisch  erscheinenden  Quarzsandstein),  der  etwa  150" 
weiter  eine  Wand  bildet  und  daselbst  hora  7  —  8  streicht,  bei  nördlichem  Einfallen. 

Vom  Orte  Klamm  zur  Eisenbahnstation. 

Graue  geschichtete  Quarzite,  dieselben  durch  welche  auch  der  Tunnel  gefUlirt  ist,  stehen  an  dem  Eingange 
des  Hohlweges  bei  Klamm  an.  Die  Bänke  sind  unten  2 — 5''"°  mächtig,  werden  aber  auch  oben  zu  dünn- 
geschichtet und  sind  von  weissen  Quarzadern  durchschwärmt.  Sie  streichen  hora  7 — 8  und  fallen  nach  N., 
scheinen  also  concordant  mit  den  übrigen  gelagert.  Sie  bilden  das  Liegende  der  Steiukolilengesteine.  Gegen- 
über der  Station  Klamm  treten  zwischen  den  Sandsteinbänken  dunkle,  grünlich  und  bläulieh  gefärbte 
Schiefer  auf. 

Die  Carbongesteine  streichen  unmittelbar  bei  der  Kirche  von  Klamm  vorbei  (hora  6—7). 


Fig.  19. 


niiierSi-ii . 


Unter  dem  Kalke,  auf  welchem  die  Ruine  Klamm  steht,  findet  sich  ebenso  wie  auch  nordwärts  davon  in 
der  Einsenkung  Quarzitschiefer,  welchen  man  auch  auf  dem  Wege  nach  Schottwien  hinab  uuter  dem  steil  auf- 
gerichteten Kalkfelsen  antrifft. 

Von  Klamm  zum  Weninger  Bauern  (Stinzer  d.  Generalstabskarte). 

Auf  dem  Wege  durch  die  Mulde  zur  Kammhöhe  halten,  bis  in  die  Mitte  etwa,  die  glimmerig-schieferigen 
Carbonsandsteine  an,  welche  nach  oben  grobkörniger  werden  und  Conglomeralbänke  eiuschliessen.  Im  Hangen- 
den treten  sericitähnliche  (graue)  Schiefer  auf,  mit  zarter  Druckfälteluug.  Auf  der  Höhe  kommt  mau  dann  auf 
typisch  entwickelte  grüne  Schiefer. 

In  dem  vom  Weninger  nach  Norden  ziehenden  Graben  wurde  auf  dem  Grunde  des  genannten  Bauers  auf 
Kohle  geschürft.  Der  betreffende  Stollen  durchfährt  zuerst  graue  (sericitähnliche)  Schiefer  und  quarzreiche,  an 
den  Forellenstein  erinnernde  feste  Schiefer.  Es  soll  hier  Kohle  gefunden  worden  sein.  Was  uns  der  Bauer  zeigte, 
war  jedoch  nichts  anderes  als  eine  glänzende  Braunkohle.  Es  scheint  mit  der  Leichtgläubigkeit  des  Mannes 
ein  Spiel  getrieben  worden  zu  sein,  das  denselben  in  seinem  ehemaligen  Wohlstand  geschädigt  hat. 


144 


Franz  Toula. 


Fig.  20. 


Vom  Klamm  zum  Lechner-Viaduct. 

Am  Fahrwege  oberhalb  des  Gamperlgrabens  kommt  man  auf  graue  Schiefer  („Silberschiefer"  =:  „seri- 
citische  Schiefer")  und  Carbongesteinen  (schieferige  Sandsteine  und  Conglomerate).  Beim  Lechner- Viaducte 
stehen  weisse  Quarzite  an,  entsprechend  jenen  l)ei  Klamm. 

Gl  oggnitz- Eichberg. 

Zu  Unterst  (NO  vom  Schlosse)  steht  weisser,  wohlgeschichteter  Quarzit  an,  darüber  folgt  Quarzit  mit 
Talkschiefer-Zwischenmittel,  dann  grauer  glänzender  Scliiefer  mit  einer  Magnesit-Einlagerung.  Der  Magnesit  ist 
krystallinisch  körnig  und  von  weissen  Quarzadern  durchzogen.  Darüber  tritt  (nur  in  Findlingen  und  Bruch- 
stücken und  nicht  anstehend  angetroffen)  grauer  „sericitischer"  Schiefer  auf  mit  Quarzköruern  (Gestein  wie  am 
Silberberg  bei  Gloggnitz).  Zu  obeist  scheint  das  dunkle  Carbongestein  (wie  bei  der  Ffianzenfundstelle)  anzu- 
stehen.  Auch  Conglomerate  finden  sich  in  Bruchstücken. 

Auf  dem  Wege  zu  dem  vorderen  Eichbergtunnel 
kommt  man  auf  schwarzen  Kalk  mit  weissen  Calcit- 
adern,  der  petrographisch  vollkommen  mit  jenem  am 
Schlagl  und  im  Göstritzgraben  übereinstimmt  und  eine 
discordant  über  den  Schiefern  liegende  kleine  Scholle  vor- 
stellt, vielleicht  den  letzten  Rest  einer  früher  weiter  aus- 
gedehnten Decke.  (Sti-eichen  hora  2,  Fallen  nach  NW  mit 
45°.)  An  der  Bahnlinie  zwischen  den  Kilometerzeichen 
91*5  und  91-6  beim  Wächterhause  Nr.  21  und  bis  zu  dem 
Tunnel  bei  Hinter- Eichberg  (wo  dann  die  Grünschiefer 
darüber  folgen),  stehen  die  typischen  Carbongesteine  an. 
(Streichen  hora  8 — 9,  bei  nördlichem  Einfallen.) 

Am  Fusse  des  äussersten  Vorsprunges  des  Schloss- 
berges von  Gloggnitz  liegt  das  längst  bekannte  Vorkommen 

des  sogenannten  „Forelleusteines".    Die  Art  des  Vorkom- 
Forellensteinfels  bei  Gloggnitz.  '  .   i    , .  ,       ,     r ,  ■ 

mens  wird  die  nebenstehende  Skizze  am  besten  erläutern. 
«  1.  ForeUenstein. 

2.  Grauer  Schiefer.  Der    Forellenstein,    „ein   granulitähnliches  Gestein", 

3.  Quarzreiche  Lage.  scheint  mit  den  Quarziten  der  hangenden  Gesteinspartien 
der  Grauwacken/.one  in  einem  innigeren  Zusammenhange  zu  stehen,  wie  ich  schon  an  anderem  Orte  (Verband). 
1877,  S.  242)  andeutete.  Mit  dieser  Meinung  würde  auch  die  Angabe  Czjzek's  (1.  c.  S.  491)  in  guter  Über- 
einstimmung stehen,  dass  die  Grundniasse  des  Gesteines  nur  aus  Quarz  bestehe.  Auch  bei  Besprechung  des 
Quarzitvorkommens  am  Stickelberg  zwischen  Wiesmath  und  Lichtenegg  weist  Czjzek  anfeine  Varietät  hin, 
welche  er  trotz  des  gröberen  Kornes  mit  dem  ForeUenstein  von  Gloggnitz  vergleicht  (1.  c.  S.  514).  Eine  mikro- 
skopisch-petrographische  Untersuchung  dieses  Gesteines,  sowie  der  anderen  grauen  und  grünen  Schiefer  steht 
schon  seit  längerem  in  Aussicht,  nur  sie  kann  hier  Entscheidung  bringen. 

Gloggnitz-Payerbach. 
Bei  der  Station  Gloggnitz,  an  der  steilen  Berglehne  des  sogenannten  Silberberges,  stehen  graublaue 
Quarzitschiefer  an  mit  Wechsellagerungen,  von  quarzreichen  Conglomerateu  und  groben  Sandsteinen,  deren 
Bindemittel  eine  lebhaft  glänzende  glinimerig- schieferige  Masse  bildet  (sericitähnliches  Zwiscbenniittel). 
Diese  quarzreichen  „Grauwackengesteine"  streichen  von  West  nach  Ost  und  fallen  nach  N  ein.  Es  sind  meta- 
morphosierte  Sedimente,  grobkörnige  Quarzsandsteine,  deren  thonig-glimmeriges  Bindemittel  in  einen  silberig- 
glänzenden  Schiefer  umgewandelt  erscheint.  Bei  der  ersten  Krümmung  der  Schwarza,  au  der  Thalenge, 
stehen  an  beiden  Thalseiten  die  „grauen  Schiefer"  an.  Am  linken  Ufer,  „am  Geiiänge  über  der  Bahn",  treten 
aber  auch  die  soeben  erwähnten  „Grauwacken"  auf.  Dieselben  finden  sich  auch  beim  Ausgange  des  Baches 
von  St.  Christoph. 


Geologische  Untersuchungen  in  der  „  Grauwackenzone"  der  nordöstlichen  Alpen. 


145 


Fig.  21. 


Über  den  grauen  Schiefern  liegen  (nach  dem  Wächterhau.se  Nr.  5)  echte  „Grün schiefer".  Dieselben 
streichen  hier  hora  8  und  fallen  ebenfalls  nach  N.  Sie  erscheinen  au  den  Abbruch-  (Quer-)  Flächen  wie 
g-ebändert,  da  sie  von  verschieden  mächtigen  weis- 
sen Quarzlagen  durchschwävmt  sind.  Diese  folgen 
allen  Krümmungen  des  Gesteins  und  sind  in  Folge 
nachmaliger  Faltungsvorgänge  verschiedenartig  aus 
dem  Zusammenhange  gebracht,  wie  die  beistehende 
Skizze  zei£;t.  (Fig.  21.)  Über  den  Grüuschiefern  tre- 

Quarz 
OaoTZ 


Grüuschlefer  mit  Qu.arzlagergängen  oberhalb  des  Schulhauses 

zwischen  Schlöglmühl  und  Payerbach 

(zwischen  78-8  u.  78-9Kilom.) 


teu  weiterhin  wieder  die  Silberberg-Grauwacken 
und  zwischen  den  80  und  80  ■  2  Kilometerzeigern 
grobkörnige  Quarzconglomerate  auf  Diese  letzteren 
streichen  hora  8— 9  und  zeigen  auch  hier  nördliches 
Einfallen. 

Beim  Wächterhause  8  stehen  sehr  dünn- 
plattige  Schiefer  au,  die  mit  zum  Theil  arkosear- 
tigen  festen  Sandsteinen  wechsellagern.  Die  Schie- 
fer streichen  bei  nördlichem  Einfallen  hora  9 — 10. 
Die  Sandsteine  sind  quarzreich,  braun  gefärbt  und  bilden  Lagen  von  2—15"°  Mächtigkeit.  Gegen  die  Station 
Payerbach  hin  treten  gleichfalls  diese  lebhaft  glänzenden  Schiefer  mit  Sandstein-Zwischenlagen  und  vielen 
weissen  Quarzadern  auf. 

Vom  Wächterhause  Nr.  8  führt  ein  Weg  zu  den  alten  Eisengruben  am  Grillenberge.  Am  Wege  dahin 
werden  die  Schiefer  sandig,  treten  dann  zurück  und  die  Sandsteine  werden  herrschend.  Dieselben  streichen  hier 
hora  7  und  zeigen  auf  den  Unterseiten  ganz  ähnliche  und  zum  Theile  sehr  mächtige  Wülste,  wie  man  sie  auch 
auf  den  Flyschsandsteinen  so  häufig  findet.  Die  Erze  (Siderif,  Brauneisen,  Eisenglanz,  Pyrit  etc.)  liegen  im  Han- 
genden der  Schiefer  und  zwar  über  grobkörnigen  Quarzsandsteinen  und  Conglomeraten,  die  ihrerseits  über 
den  silberglänzenden  Schiefern  lagern.  Der  Siderit  bildet  an  einer  Stelle  das  Bindemittel  einer  Schieferbreccie. 
Im  Hangenden  des  Erzlagers  treten  sofort  die  hier  grau  gefärbten  Werfener  Schiefer  auf. 

Dieselben  .sind  im  Norden  des  Grillenberges  im  oberen  Weruinggrabeu  graublau  gefärbt  und  nehmen  beim 
Verwittern  eine  licht  bräunliche  Färbung  an.  Sie  streichen  hora  6 — 7  und  fallen  mit  50°  (^stellenweise  noch 
viel  steiler)  nach  Nord.  (Unter  den  Blöcken  finden  sich  viele  vom  Aussehen  des  Guttensteiner  Kalkes.) 

Die  West-  und  Südseite  des  Grillenberges  wird  von  den  Sandsteinen  gebildet.  Die  groben  Conglomerate 
—  man  wird  versucht  an  Verrucano  zu  denken  —  treten  in  gestörter  Schichtenstellung  auch  im  vorderen 
Werninggraben  auf. 

Es  sei  hierbei  bemerkt,  dass  diese  Quarzconglomerate  aus  der  Nähe  des  Erzlagers  petrographisch  voll- 
kommen übereinstimmen  mit  jenen,  welche  bei  Klamm  im  Hangenden  des  Carbon  auftreten. 

Für  das  Erzvorkommen  am  Grillenberg  nimmt  Miller  v.  Hauenfels  (Berg-  und  Hüttenmännisches  Jahr- 
buch XIII,  1864,  S.  230)  an,  dass  dasselbe  in  einem  zwischen  den  Werfener  Schiefern  und  den  Guttensteiner 
Kalken  gelegenen  Quarztrümmergesteine  auftrete.  Ebenso  wird  das  Gollrader  Erzvorkommen  als  Han- 
gendes des  Werfener  Schiefers  angegeben  (1.  c.  S.  232).  Für  die  Eisensteine  von  Altenberg  und  Bohn- 
kogel  dagegen  wird  angenommen,  dass  dieselben  ebenso  wie  in  der  Veitsch  unterhalb  des  Buntsandstein- 
Horizontes  gelegen  seien. 

Ein  ähnliches  Verhalten  zeigt  das  Erzlager  von  Eisenerz.  (Man  vergl.  das  MiUer'sche  Profil  Fig.  4, 
1.  c.  233.)  Es  sprechen  diese  Angaben  nur  dafür,  dass  die  Erzlager  nicht  an  einen  bestimmten  Horizont 
gebunden  sind. 

Schon  im  Tun ner 'sehen  Jahrbuche  (III.  Jahrgang)  wurde  darauf  hingewiesen,  dass  die  Siderite,  im 
östlichen  Theil  der  Erzzone  wenigstens,  in  der  Hangendregiou  der  Schiefer  unterhalb,  oder  noch  im  Bereiche 
der  Werfener  Schiefer  auftreten,  womit  unsere  Beobachtungen  überstimmen,  ja  es  rauss  ganz  besonders  noch 

Uenkschriftuu  der  mathem.-naturw.  Gl.  L.  Bd.  AbhandlangeD  von  NicbtmitgUiidera.  t 


146  Franz  Toula. 

betont  werden,  dass  die  Siderite  in  siclier  noch  jüngere  ( untertriadische)  Bildungen  hineinreichen,  wie  dies 
z.  B.  für  das  Erzvorkommen  im  Klausthale  beim  „Gasteiner"  (Vöstenhof  West)  am  Ostabhang  des  Gahns- 
berges  zu  beobachten  ist. 

Oberhalb  des  Viaductes,  am  linken  Ufer  der  Schwarza,  stehen,  dunkel  blauschwarze,  glänzende  Schiefer 
an,  welche  von  Quarzadern  durchschwärmt  ersclieinen  und  zarte  Drucktaltelung  zeigen  (Streichen  hora  7 ).  Sie 
folgen  über  violett  gefärbten,  mit  sericitischen  Schiefern  weclisellagernden  Silberschiefern,  welche  petro- 
graphisch  mit  den  Semmeringtunnelgesteinen  übereinstimmen.  Darüber  liegt  plattiger  Quarzitschiefer  (der  wohl 
als  eingelagert  in  die  dunklen  Schiefer  aufgefasst  werden  muss). 

Das  kleine  Vorkommen  von  Kauchwacke  ist  meiner  Meinung  nach  dem  Schiefersysteme  nicht  eingelagert, 
sondern  als  eine  herabgebrocheue  Scholle  von  untertriadischem  Zellenkalk  aufzufassen  (zeigt  aucli  ganz 
abweichend  von  den  sonst  herrschenden  diesbezüglichen  Verhältnissen  südliches  Einfallen).  (Man  vergl.  das 
Profil  nach  Prof.  Tschermak  Fig.  3.)  Die  plattigen  Quarzitschiefer  gehen  nach  oben,  gegen  die  Weifener 
Schiefer  zu,  in  schwarze  Kieselschiefer  über.  Bei  den  obersten  Häusern  des  Schneedörfl's  stehen  typisch 
entwickelte  Werfener  Schiefer  an.  Es  treten  aber  auch  graublau  gefärbte  Schiefer  auf,  die  entweder  bereits  den 
Werfener  Schiefern  zugehören  oder  aber  als  oberstes  Carbon  aufgefasst  werden  müssen. 

Bei  der  Kirche  von  Payerbach  stehen  die  echten  Grünschiefer  in  povphyrartiger  Ausbildung  an.  (Dies 
Aussehen  wird  durch  das  häufige  Aufteteu  von  Krystallen  bedingt.)  Streichen  im  Graben  oberhalb  der  Kirche 
hora  7 — 8  und  fallen  mit  50°  nach  N.  Wohlgeschichtet  wechsellagern  ganz  dünnplattige  Partien  mit  mächtigen 
Bänken,  reich  an  Quarzadern,  die  zwischen  den  Schichten  eingelagert  erscheinen,  ganz  ähnlich  so,  wie  es  an 
der  Strasse  rechts,  oberhalb  des  grossen  Eisenbabnviaductes  (Fig.  21,  S.  145),  oder  am  linken  Schwarzaufer 
zwischen  Payerbach  und  Schlöglmühl  sehr  schön  zu  sehen  ist.  Diese  Gesteine  halten  auch  in  dem  Schacher- 
graben bis  über  die  Köhlerstätte  hinaus  an  (sie  führen  ab  und  zu  Kiesel),  dann  tritt  darunter  ein  quarzreicher 
Schiefer  auf,  unter  welchem  sich  dann  graugrüne  Schiefer  in  concordanter  Lagerung  einstellen.  (Typischen 
Forellenstein  fand  ich  in  einzelnen  Findlingen.)  Kurz  vor  dorn  „Schacher",  nahe  der  Höhe,  treten  nochmals 
quarzreiche  Schiefer  auf,  während  jenseits  der  Klammhöhe,  gegen  Klamm  hinab,  die  graugefärbten  dünn- 
geschichteten und  lebhaft  glänzenden  „grauen  Schiefer"  anhalten.  Dieselben  zeigen  ganz  dieselben  Lagerungs- 
verhältnisse. Streichen  hora  7 — 8,  Fallen  mit  circa  40°  nach  N. 

Am  Südgehänge  stellen  sich  nochmals  grüne  Schiefer  ein.  Auf  dieser  Linie  liegt  auch  das  Mngnesit vor- 
kommen desKobermann-Rückens.  Es  bildet  einen  kleinen  „Kogl"  nahe  der  Bahnlinie.  Ein  durch  ober- 
flächliche Umfärbung  braun-schwarzes  Magnesitriff  liegt  auch  rechts  vom  Wege  im  Felde.  Der  Magnesit 
erscheint  hier  im  grauen  Schiefer  eingebettet. 

Kaum  50  Schritte  vom  Magnesit  beginnen  im  Graben,  durch  den  die  Strasse  steil  hinabführt,  die  sandigen 
Carbonschiefer.  Das  unmittelbar  Hangende  des  Carbon  bilden  grüne  Schiefer.  In  den  Hangendpartien  des 
Carbon  treten  grobkörnige  Quarzconglomerate  auf. 

Oberhalb  des  „Fink"-Bauernhauses,  am  rechten  Ufer  des  Baches,  finden  sich  graublaue,  mürbe,  sich 
fettig  anfühlende  Schiefer  (ganz  analog  jenen  im  Semmeringtunnel)  in  sehr  gestörter  Lagerung;  am  linken  Ufer 
aber  graugrüne,  feste  Schiefer,  welche  stellenweise  Pyrit  und  Pseudomorpbosen  von  Brauneisenstein  nach  Pyrit 
enthalten.  Dünne  Lagen  von  Quarz  erscheinen  eingeschaltet.  Das  Gestein  erinnert  lebhaft  an  die  mit  dem 
Forellensteiu  von  Gloggnitz  zusammen  vorkommenden  qnarzreichen  Schiefer.  Zwischen  dem  Fink-Bauer  und 
der  „Kostenweiuhütte"  erscheint  der  graue,  plattig  brechende  Schiefer,  und  zwar  in  den  Grttnschiefer  ein- 
gelagert. 

Die  grünen  Schiefer  von  Payerbach  vergleicht  Tsche  rmak  (Verhandl.  der  k.  k.  geol.  Eeichsanst,  1873, 
S.  62)  mit  den  entsprechenden  Gesteinen  im  Oberhalbstein  in  der  Schweiz  (Epidot  und  Calcit  führend).  „Von 
den,  dem  Coniplexe  der  grauen  Schiefer  angehörenden  Gesteinen  lässt  sich  manches  mit  dem  vergleichen,  was 
von  Theobald  als  Casannaschiefer  bezeichnet  wurde,  woraus  aber  nichts  weiter  folgt  als  die  bisher  zu  wenig 
betonte  Ähnlichkeit  der  älteren  alpinen  Sedimentbildungen  überhaupt."  Eine  gedrängte  Darstellung  der  Ver- 
bältnisse südlich  von  Reichen  au  findet  sich  in  dem  „Führer  zu  den  Excursionen  der  deutschen  geologischen 


Geologische  Untersuchungen  in  der ,,  Grau wackenzone"  der  nordöstlichen  Alpeti.  147 

Gesellscliaft",  Wien  1877,  S.  190,  vvelcüe  auch  hier  anzufülireu  ist  (sie  wurde  nach  deu  brieflichen  Mitthei- 
lung-en  Prof.  Tschermak's  gegehen). 

„Die  flachen,  zum  Theil  waldigen  Abhänge  im  Süden  von  Reichenau,  auf  denen  viele  Gehöfte  zerstreut 
liegen,  bestehen  bis  .Schottwien  hinaus  aus  paliiozoisclien  Schiefern,  von  sehr  verschiedenem  petrographischen 
Charaliter,  die  im  Allgemeinen  von  Westen  nach  Osten  streichen. 

Es  finden  sich : 
aj  Thonschiefer  (Pliyllite)  oft  glimmerreich,  zuweilen  in  Sericitschiefer  übergehend, 
b)  Grauwackensaudsteiue,  die  manchmal  dem  Sericitgneiss  nahe  stehen, 
cj  Qiiarzitschiefer  und 
dj  Griinschiefer.  Diese  sind  petrographisch  interessante,  graugrüne,  schieferige  bis  unvollkommen  schieferige 

Gesteine,  zuweilen  gebändert,  znweilen  kleinkörnig  oder  dünnplattig,  mit  deutlich  hervorstehenden  Augit- 

krystalleu,   zuweilen  Fhjckschiefer  darstellend.  Ihre   Gemengtheilc   sind:   Plagioklas   und  Orthoklas  in 

Körnern,   Hornblende  in  dünnen  Nadeln,  Epidot  in  Körnern,  Biotit,  C'alcit,  öfters  auch  Augit,  Chlorit  und 

Magnetit.  Accessorische  Bestandtheile  sind:  Calcit,  Albit,  Eisenglanz,  Quarz,  Pyrit  und  Clialkopyrit.  (Man 

vergl.  auch  die  Notizen  in  Tschermak's  Min.  Mitth.  1872,  S.  262.) 

In  demselben  Rücken,  aber  in  einem  südlicheren  Streichen,  tritt  wiederholt  Magnesit  mit  Talk  auf, 
ersterer  grobkrystallinisch  als  Pinolit.  Bei  Gloggnitz  am  Scldossberg  steht  ein  granulitäliidiches  Gestein  an,  das 
in  der  Gegend  Forellenstein  genannt  wird." 

Auf  der  Linie  Pettenbach  — Kobermannberg — Klamm  trifft  man  die  nachstehend  verzeichneten 
Gesteine: 

Der  Abhang  bei  Pettenbach  besteht  aus  Schutt  von  „grauem  Schiefer".  Vor  dem  Viaduct  stehen  die 
typischen  grobkörnigen  „Silberbergsandsteiiie"  an.  Sie  streichen  hora  5 — 6,  liegen  also  genau  im  Streichen 
der  Gesteine  des  Silberberges  und  fallen  steil  (mit  60°)  nach  N  ein. 

Darunter  liegen  dunkelgrau  gefärbte  Schiefer.  Die  glimmerigen  Sandsteine  halten  bis  zur  Klamnihöhe  an, 
wo  wieder  graue  Schiefer  hervortreten,  die  hier  auf  der  Höhe  einen  mächtigen  Quarzgang  umschliessen.  Bei 
der  Kapelle  (beim  Kochhof)  treten  seidenglänzende,  quarzreiche,  graugrüne  Schiefer  auf,  welche  bis  zu  dem 
Magnesit-Vorkommen  anhalten. 

Gegen  die  Station  Klamm  hin  kommt  man  sodann  unter  jenen  graugrünen  Scliicfern  auf  die  gröber 
körnigen,  schieferigen  Sandsteine  der  Steinkohlenformation,  von  ganz  demselben  Aussehen,  wie  an 
der  Bahnlinie  zwischen  der  Gamperl  und  Wagnerbrücke,  der  Localität  der  PflanzenfUhrung  bei  Klamm.  Hier 
konnte  ich  jedoch  ausser  einigen  schlechten  Calamitcs-Abdrücken  nichts  Bestimmbares  finden. 

Das  Liegende  dieser  Sandsteine  bilden  die  schon  früher  erwähnten  Quarzite,  durch  welche  sich  der  kurze 
Tunnel  zieht.  Auf  dem  Wege  der  von  der  Kapelle  nach  Osten  führt  trifft  Tuan  grünliche  seidenglänzende  Schiefer 
an,  welche  westöstlich  streichen  (genauer  hora  7  — 8i  und  flach  nach  Nord  einfallen.  Beim  Wäehterhause  22  a 
treten  wieder  die  gliramerigen  Steinkohlensandsteine  auf,  unter  welchen  matte  graugrüne  Schiefer  folgen,  die 
sich  von  den  grünen  Schiefern  von  Payerbach  nicht  unterscheiden  lassen. 

Derselbe  Weg  führt  weiterhin  am  Bauernhofe  bei  den  „drei  Kreuzen"  vorbei  zu  Thale.  Bei  dem  Hofe 
treten  unter  den  graugrünen  Schiefern  dieselben  starkglinimerigen  Sandsteine  hervor,  die  man  schon  beim 
Wächterhause  22  a  antrifi't,  so  dass  man  es  hier  ohne  Zweifel  mit  einer  Verwerfung  zu  thun  hat.  Hier  bei  den 
„drei  Kreuzen"  findet  man  die  Sandsteine  wieder  in  verschiedener  Ausbildung,  bald  feinkörnig,  bald  von  gröberem 
Korne,  ja  fast  conglomeratartig.  Sie  lassen  sich  kaum  unterscheiden  von  den  am  Eiuijange  in  die  Klause  beim 
Gasteiner  zu  erwähnenden  festen  „Grauwacken".  Die  letztere  Ausbildungsform  hat  wieder  auÖallcnde  Ähnlich- 
keit mit  den  Grillenberg-Conglomeraten.  Die  Sandsteine  streichen  hier  geuan  westöstlicli  (hora  6)  und  fallen 
mit  4i>°  nach  Nord.  Sie  sind  in  den  oberen  Partien  in  dicke  Bänke  abgesondert,  während  sie  in  der  Tiefe  ganz 
dünnplattig  werden.  Diese  dünuplattigen  unteren  Partien  entsprechen  wieder  dem  pflanzenführenden  Horizonte. 

In  dem  Wildbachgraben  sieht  man  die  Unterlagerung  der  Steinkohlensandsteine  durch  die  Quarzite  auf 
das  beste  aufgeschlossen.  Diese  sind  wohlgeschichtet,  licht  grauweiss  gefärbt,  feinkörnig  bis  dicht  uud  bilden 


148  Franz  Toula. 

Bänke  uud  Lagen  von  3  —  15  und  mehr  Centimeter  Mächtigkeit.  Auf  den  Schichtflächen  desQuarzites  findet  man 
allenthalben  einen  talkig-  anzufühlenden,  zum  Theile  spiegelnden  Überzug,  der  zwischen  manchen  Bänken  auch 
etwas  dicker  wird.  Die  Bänke  lagern  ganz  und  gar  concordant  mit  den  graugrünen  Schiefern.  (Streichen 
hora  5—7  und  fallen  nach  N.) 

Die  untersten  Bänke  des  Quarzites  sind  vielfach  gefaltet  uud  zerklüftet  und  von  rein  weissen  Quarzadern 
durchschwärmt. 

Der  Quarzit  bildet  hier  im  Graben  Wände  bis  zu  20"°  Höhe  (!)  und  hält  an,  bis  er  endlich  unter  dem 
Schutte  (in  diesem  findet  sich  besonders  viel  grüner  Schiefer)  verschwindet. 

Im  Thale  selbst  ragt  eine  Kalkscbolle  auf,  welche  das  östlichste  Rift'  der  Ad litzgraben  wände  vor- 
stellt. Sie  besteht  aus  einem  dünnplattigen,  grauen  und  weissaderigen  Kalke,  dessen  Schichten  westü.stlich 
streichen  (hora  5 — 6)  und  mit  800  nach  Nord  einfallen,  also  fast  vertical  stehen.  In  der  Richtung  des  Ver- 
flächens  zeigen  sieb  allenthalben  die  deutlichsten  Spuren  von  grossen  Pressungs-  uud  Verschiebungsvorgängen 
in  der  Form  von  parallel  verlaufenden  Furchen  und  Rillen  auf  den  Schichtflächen.  Es  zeigt  sich  also  auch 
hier  dass  diese  Kalkscholle  nicht  in  den  Schiehtencomplex  älterer  Schiefer  gehört,  sondern  dass  sie  erst  viel 
später,  an  diese  gewaltsam  angepiesst  und  dadurch  zerbrochen  und  aufgerichtet  worden  ist. 

Im  Preinthale. 

Die  grünen  Schiefer  reichen  im  Preinthale  bis  etwa  4  Kilometer  weit  hinein,  wo  bei  der  Sägemühle  auf 
der  rechten  Thalseite  unterhalb  Prein  noch  graugrüne  Schiefer  (streichen  hora  8 — 9,  fallen  mit  40"  uaeh  N) 
anstehen. 

Vorher  an  der  Wegabzweigung  nach  Gross-Au,  streichen  die  typischen  Grünschiefer  hora  7  (fallen  mit 
45°  nach  N).  Von  der  Prein  zur  Graphitgrube  „im  Gsöhl"  findet  man  allenthalben  graphitische  Schiefer  mit 
Graphiteinlagerungen  und  dunkle,  damit  verbundene  glimmerig  schieferige  Sandsteine.  Neben  Graphit  erscheint 
auch  an  einer  Stelle  Eisenkies.  Eine  der  Gruben  liegt  oberhalb  der  Stelle,  wo  der  Weg  von  Sonnleiten  nach 
Norden  gegen  die  Königsschusswand  abzweigt,  die  andere  weiter  oberhalb  in  dem  nach  Süden  ziehenden 
Graben. 

Herr  Oberverweser  Schliwa  schreibt  in  einem  an  Herrn  Prof.  E.  Suess  gerichteten  Briefe  (vom 
25.  Februar  1868),  den  mir  dieser  freundlichst  überlassen  hat,  über  die  Graphitvorkomnmisse  bei  Reichenau 
folgendes:  „Hier  in  Reichenau  haben  wir  einen  Bau  in  der  Prein,  oberhalb  dem  oberen  „Eggeh'  links,  10 
bis  15  Klafter  ober  dem  Wege  auf  Graphit,  in  einem  schwarzen  Thonschiefer,  eingelagert  in  schieferiger 
Grauwacke,  geführt,  auch  mehrere  hundert  Centner  davon  gewonnen,  aber  der  Graphit  war  zu  wenig  feuer- 
beständig, das  Vorkommen  sehr  unregelmässig,  in  einzelnen  Knollen,  die  einen  krystallinischen  Kern  haben. 
Das  Meiste  war  schlammig  d.  li.  feinkörnig."  (Bei  meinem  Besuche  im  Jahre  1877  wurde  soeben  ein  neuer 
Stollen  aufgemacht^ 

„Bei  dem  sogenannten  Maierhofe  des  Fleischhauers  OberdorlVr  am  Gsöhl,  auf  derselben  Seite  des  Thaies, 
aber  nahe  gegen  den  Rücken  des  Bergzuges,  welcher  den  Adlitzgraben  von  der  Prein  trennt,  und  welcher  vom 
Gscheid  gegen  Gloggnitz  fortläuft,  hat  Oberdorfer  ebenfalls  auf  Graphit  gebaut  und  mehre  hundert  Centner 
gewonnen,  derselbe  war  auch  zu  wenig  feuerbeständig." 

Auf  dem  Rücken  zwischen  dem  Preingraben  und  dem  Hollensteinergraben  stehen  weisse  feinkörnige 
Quarzite  (analog  jenen  von  Klamm)  und  weiterhin  schieferige  Quarzite  an,  die  zum  Theile  mit  löcherig  aus- 
gewitterten Breccien  verbunden  sind.  Ich  glaube,  dass  man  es  dabei  mit  Carbongesteinen  zu  thun  habe. 

In  dem  Steinbruche  westlich  von  der  Kirche  in  der  Prein  stehen  diese  Carbonsandsteine  und  Conglomerate 
gleichfalls  an.  (Streichen  hora  1 — 2,  Einfallen  nach  0.)  Erstere  sind  im  Liegenden,  letztere,  in  Bänken  bis  über 
1""  Mächtigkeit,  im  Hangenden  vorherrschend.  Die  Gesteine  erscheinen  vielfach  zerklüftet  und  in  gestörter 
Lagerung. 

Der  Hollensteinergraben  zieht  sich  durch  Quarzite  hinan,  bis  in  die  Nähe  der  Kalke  des  Kalten- 
bergzuges,  der  sicli  als  Fortsetzung  der  Kalke  des  Adlitzgrabens  über  die  steierische  Grenze  hinüberzieht.  Im 


Geologische  Untersuchungen  in  der  „  Grauwackenzone''  der  nordöstlichen  Alpen. 


149 


Hangenden  der  körnigen  Qiiarzlte  und  Quarzitschiefer  stellen  sich  die  grauen,  hier  weniger  mächtigen  Schiefer 
(„Silberschiefer")  ein. 

Im  Thalschutte  findet  man  neben  den  lichten  Qnarziten  und  dem  dunklen  Carbongestein  auch  das  Silber- 
berggestein („sericitische"  Quarzconglomerate)  und  hie  und  da  auch  Brocken  des  an  Quarzphyllite  erinnernden 
Gesteins. 

Weiter  aufwärts  im  Hollensteinergraben  (oder  Kaltenbaehgraben)  trifft  man  in  der  Enge  gegen  „Kohl- 
hiitten"  auf  gefältelten  Quarzphyllit,  als  das  Liegende  der  hier  wohlgeschichteten,  an  der  Grenze  in  einzelne 
Schollen  aufgelösten  Kalke.  Ein  Vorkommen  ganz  ähnlich  jenem  oberhalb  Kranichberg  (man  vergl.  unten). 
Auch  petrographisch  gleichen  sicli  die  Kalke  an  beiden  Orten  auf  das  vollkommenste,  er  ist  auch  hier  zumeist 
halb  krystaliiuisch,  und  besitzt  glimmerige  Schichtdäclien.  (Streichen  hora  6 — 7  bei  steiler  Aufrichtung  der 
Schichleu.)  Die  Kalke  sind  theils  ganz  düunplattig  und  dann  stellenweise  gebogen  und  gefaltet,  theils  zeigen 
sie  plattenförmige  Absonderung;  auch  zeigen  sie  Übergänge  von  dichten  Varietäten  bis  zu  vollkommen  zucker- 
körnigen; die  Farbe  variiert  von  rein  weis  (zuckerkörnig)  bis  dunkelgrau  (Plattenkalk  und  Kalkschiefer). 
Gegen  Thalhof  hin  findet  sich  viel  weisser  Quarzit,  welcher  an  der  Basis  der  Kalke  anstehen  dürfte,  ^^■ie  bei 
Kranichberg  (s.  S.  40). 

Es  scheint  nun  nach  Allem  keinem  Zweifel  zu  unterliegen,  dass  die  krystallinischen  und  halbkrystallini- 
schen  Kalke  der  Adlitzgräben  sich  über  den  Kaltenberg  einer-  und  über  die  Kampalpe  andererseits  bis  nach 
Mürzzuschlag  und  Kapellen  fortsetzen  und  eine  im  Grossen  und  Ganzen  gleichartige  und  gleichalterige  Bildung 
vorstellen. 


Hirschwang  über  Edlach  zu  den  Eisenerzgruben. 

Vor  der  Giesserei  treten  graue  glimnierige  Schiefer  auf,  welche  reichlich  von  Qnarzadern  durchzogen  sind. 
(Streichen  hora  7  —  8.)  Sie  stehen  fast  saiger  und  zeigen  feine  Druckfältelung.  Weiterhin  folgen  über  diesen 
glimmerigeu  Schiefern  die  grauen  Schiefer  und  bei  den  unteren  Hänsern  von  Klein-Au  grangrüne  Schiefer. 
Vor  den  Tagbauen  kommt  man  dann  vorübergehend  auf  blauschwarze  Schiefer. 

Bei  den  Tagbauen  treten  über  den  Grünschieferu  Quarzconglomerate  auf,  über  welchen  dann  die  Werfener 
Schiefer  folgen.  Dieselben  Quarzconglomerate  stehen  auch  am  Eingange  des  unteren  Stollens  an;  sie  sind 
daselbst  mittelkörnig  und  ähnlich  jenen  am  Grillenberg.  Im  Stollen  wurden,  im  Hangenden  der  Werfener 
Schiefer,  auch  die  untertriadischen  Kalke  angefahren. 

In  den  weiter  nordöstlich  gelegenen  Gräben  (zu  Klein-Au  am  Knappen-  oder  Altenberg)  liegen  die  Erz- 
Vorkommnisse in  vielleicht  schon  zu  den  Werfener  Schiefer  zu  rechnenden,  graugrünlich,  bis  violett  und  rotli 


Fig.  22. 


gefärbten,  glimmerreichen,  mit  den  Schiefern  oberhalb  der  Sta- 
tion Payerbach  übereinstimmenden  Gesteinen  und  zwar  in  den 
liegenden  (graugrünen)  ^'arietäten.  Die  Erzproben  sind  sehr 
quarzrcieh  und  zum  Theil  breccienartig,  sie  führen  Siderit  mit 
Kupferkies  und  Pyrit;  Eisenglanz  in  der  Form  von  Eisenglim- 
mer  ist  sehr  häufig;  Malachit  und  Azurit  finden  sich  in  Anflügen 
auf  einzelneu  grossen  VersetzstUcken  an  der  Haldenumgren- 
zung. 

Vergesellschaftungen,  wie  sie  die  nebenstehenden  Figuren 
(Fig.  22  a  h)  zeigen,  sind  nicht  selten. 

In  dem  Generalberichte  über  die  Berg-  und  Hüttenmänni- 
schen Hauptexcursionen  in  den  Jahren  1843 — 1846  (III.  Jahr- 
gang von  Tunners's  Jahrbuch)  finden  sich  über  die  Eisenstein- 
baue in  der  Umgebung  von  Reichenau  folgende,  für  unsere  Auffassung  wichtige  Angaben:  „Diese  Erzvor- 
kommen gehören,  wie  jene  von  Veitsch,  den  obersten  Schichten  der  Grauwacke  an",  .  . .  .„sie  brechen  nicht 
in  einem  Kalklager,    wie  in  der  Veitsch,   sondern  im  Schiefer,  von  Quarz  mit  vielen  Kiesen  begleitet  ein", 


1.  Grauer  Schiefer. 

2.  Eisenocker. 

3.  Siderit. 


1.  Grauer  sandiger  Schiefer. 

2.  Quarz. 

3.  Siderit. 


150 


Franz  Toula. 


das  Einfallen  aller  Eisenerzlagerstätten  von  Veitscli  bis  zum  Grilleuberge  bei  Gloggnitz  ist  gleicli  den 
Gebiro-sschiehten  ein  nördlicbes".  (Die  einzelnen  Baue  liegen  am  Grillenberge  und  westlieh  davon  in  Altenberg, 
Schendeleck  und  Schwarzeck). 

Was  das  Verliältniss  der  Eisenerze  und  des  Graphites  zu  einander  betrifft,  so  darf  ich  wohl  die  Bemerkung 
des  Herrn  k.  k. Oberverweser  Schliwa  aus  seinem  schon  citierten Schreiben  an  Prof.  Suess  anführen,  wonach 
die  Graphit-  und  Eisenerzvorkommen  sich  nicht  neben  einander  finden,  weder  am  Altenberge  noch  am  Grillen- 
berge oder  am  Siidfusse  des  GrUnschacher  bei  Reichenau. 

Prof.  Suess  hat  bald  nach  meiner  ersten  Mittheilung  über  die  Fossilienführung  der  Kalkseliiefer  am 
Semmeringsattel  eine  Excursion  in  das  Semmeringgebiet  unternommen,  und  hatte  schon  vor  längerer  Zeit 
die  grosse  Freundlichkeit  mir  seine  AuCzeichuungen  über  die  von  ihm  ausgeführten  Touren  zu  übergeben,  mit 
der  Erlaubniss  sie  benutzen  zu  dürfen.  Ich  kann  für  diese  Liberalität  nur  herzlichst  danken,  und  erlaube  mir 
die  Ergebnisse  dieser  Excursion  im  Nachfolgenden  anzuführen,  da  sie  die  im  Vorhergehenden  gegebenen  Dar- 
stellungen theils  bestätigen,  theils  ergänzen. 

Prof.  Suess  besuchte  zuerst  den  Fundort  der  Crinoiden  auf  der  Sottelhöhe  und  fand  die  Kalkschiefer 
ganz  vom  Habitus  der  Partuat-lischichten,  und  constatiert  auch  das  Darüberlageru  von  dünnplattigen,  wohl- 
spaltbaren, schwarzblauen  Kalken.  Unter  dem  Semmeringkogel  traf  er  auf  die  verschiedenfarbigen  Quarzite, 
welche  er  als  Verrucano  bezeichnet. 

Auf  dem  Wege  gegen  den  Kartnerkogel  verzeichnet  er  das  Vorherrsehen  des  Quarzites  und  das  Vor- 
kommen von  viel  Kalksehutt,  in  welchem  auch  Penfacriniteukalk  constatiert  wird,  was  deutlich  zeigt,  dass  die 
Pentaci-initenkalke  vom  Semnieiingkogel  bis  zum  Kartnerkogel  hinüberreicheu.  Weiterhin  verzeichnet  Suess 
d;is  Vorkommen  eines  dem  Crinoidenkalk  entsprechenden  Kalkes,  auch  vor  dem  Bauernhause  über  dem 
Wolfenkogeltunnel.  Derselbe  steht  mit  Rauchwacke  in  Verbindung.  Vorher,  beim  Abstieg  vom  Kartnerkogel, 
wird  das  Vorkommen  eines  dunklen  Kalkes  angeführt,  der  mehr  dem  dunklen  AlpenkalUe  älmlicli  ist.  Unter 
demselben  tritt  wieder  Quarzit  auf,  so  z.  B.  beim  unteren  Tunnelende  des  Wolfsbergtunnels.  Rauchwacke  wird 
weiters  angegeben  beim  Doppelreiter  am  Wolfsberg  und  sie  hält  auch  an,  bis  in  die  Tiefe  gegen  die  Weinzettel- 
wand. Nur  vorübergehend  wird  etwas  Quarzitschutt  erwähnt. 

Die  Weinzettelwandkalke  und  die  dunklen  Kalke  in  der  Enge  im  Adlitzgraben  unterhalb  des  Ausganges 
des  Haidbach-Mörtengrabens  werden  als  abgesunkene  und  verstürzte  Massen  betrachtet. 

Au  einer  Stelle  oberhalb  der  Gypsstampfe  im  Adlitzgraben  wird  an  der  Weiuzettelwand  und  Gamperlhöhe 
ein  ziemlich  flach  nordwestliches  Einfallen  angegeben,  während  in  der  Tiefe  eine  steile  Aufrichtung  der 
Schichten  zu  beobachten  ist.  (Fig.  23.) 


Fig.  23. 


Fig.  24. 


k'einxeüjclwa  ntL 

I 


^lUU-zii'  y^ 


Xa2k 


Hier  sei  der  Adlitzgraben  als  eine  Spalte  aufzufassen. 

In  der  Tiefe  erscheint  Zelleukalk. 

Am  Eingange  in  den  Gamperlgraben  liegt  ein  abgestürztes  Riff  von  blaugrauem  Kalk  von  ganz  geringer 
Breite.  Sofort  hinter  demselben  tritt  lichter  Quarzit  auf,  der  die  Weinzettelwand  rückwärts  zu  umgeben  scheint. 
Wichtig  für  die  ganze  Auffassung  ist  der  Ausspruch,  dass  der  ganze  Weinzettelkalkzug  als  ein  ganz  einge- 
quetschter schmaler  Streifen  zu  betrachten  sei. 


Geologische  Untersuchungen  in  der  „Grauwackenzone"  der  nordöstlichen  Alpen.  151 

Den  auf  das  Eisenocker- Vorkommen  im  Gamperlgraben  bezüglichen  Passus  habe  ich  au  anderer  Stelle 
(S.142)  benutzt.  Durch  den  Gamperlgraben  nahm  Prof.  Suess  seinen  Weg  gegen  den  Payerbachgraben.  Die 
den  runden  Rücken  zusammensetzenden  Gesteine  werden  als  Phyllit  mit  etwas  Quarzitschiefer  bezeichnet. 

Im  Payerbachgraben  vor  der  Einmündung  des  Schachergrabens  fand  Suess  Forellenstein,  ein  Vorkommen, 
das  ich  an  anderer  Stelle  (S.  146)  besprochen  habe. 

Gegen  Payerbach  fallen  die  Phyllitc  steil  unter  die  Gesteine  der  Kalkzone  ein. 

Von  Payerbach  ging  Suess  über  Küb  auf  die  Höhe  oberlialb  Klamm:  „Nur  Phyllit"!  Vergeblich  wird 
auf  dieser  Route  nach  dem  Forelleustein  gesucht.  Die  Grenze  des  Phyllites  gegen  den  Qnarzit  fällt  so  ziemlich 
mit  der  Eisenbahnstation  Klamm  zusammen.  Durch  Qnarzit  hinab  ging  is  nach  Schottwien.  Erst  knapp  vor  der 
Thalsohle  stehen  Riffe  von  gebändcrteni,  durch  Druck  dünngeschichtetem  Kalk  an,  der  mit  circa  7.5°  nach 
Norden  unter  den  Quarzit  einfällt.  (Fig.  25,  man  vergl.  S.  148.) 


Fig.  25. 


Qnarzit 


Prof.  Suess  besuchte  von  Schottwien  aus  das  Gypsvorkommen  im  Himmelreich.  Der  Gypszug  erstreckt 
sich  vom  Himmelreich  „längs  dem  SUdrande  des  Bürgerwaldes  quer  über  den  Haarbreit  in  die  Tiefe  des 
Myrthengrabens". 

Auf  der  alten  Straf^se  aufwärts  gehend  traf  Suess  „im  Greiss"  auf  Moränen-Schutt.  „Gegen  die  Myrtlien- 
brücke:  Quarzit,  dunkler  Kalk,  Spuren  von  Gyps".  Die  grosse  Aufbiegung  im  schwarzen  Kalk  bei  der 
Myrthen-  (Morien- )  Brücke  wird  erwähnt  neben  lichtem  Kalk  und  viel  Rauchwacke.  Beim  Aufstieg  zum  Erz- 
herzog Johann  wird  Quarzit  angegeben.  Prof  Suess  entwirft  beifolgendes  Profil  vom  Südabhange  des  Göstritz 
bis  in  den  Payerbachgraben.  (Fig.  26.  Man  vergl.  auch  Fig.  19  und  27.) 


N. 


Fig.  26. 


Cgps 
Raarhuraäcc- 


I^unrzLfc 


Beim  Abstieg  von  der  Senimering-Passhöhe  gibt  Suess  an  der  ersten  scharfen  Biegung  der  neuen  Strasse, 
im  Streichen  der  Haupttunnelaxe  das  von  mir  auf  S.  130  besprocliene  Abwechseln  von  grauem  Kalk  mit 
sericitisehen  Schiefern  an,  darüber  serieitische  Schiefer  mit  schwarzen  dachschieferähnlichen  Bänken.  Von  den 
dunklen  Kalken  wird  angegeben,  dass  sie  ähnlich  seien  jenen  von  e,  im  Obersilur.  Nahe  unter  dem  Gasthaus 
zum  Erzherzog  Jobann  wurden  violette,  splilterige  Scliiefer  angetroffen,  mit  harten,   lichtgelben  Bänken.   Die 


152 


Franz  Toula. 


Schichten  fallen  hier  leicht  nach  S,  über  ihnen  kommt  man  auf  ebenflächigen  Schiefer  und  auf  Bänke  von 
hartem  dunklen  Quarzit. 

Auch  bei  der  Einmündung  der  alten  Strasse  kommt  der  Quarzit  herab.  Dann  folgt  gegen  dieMörtenbriicke, 
an  der  hier  ostwestlieh  laufenden  neuen  Strasse,  gelbliche  Rauehwaeke.  Dieselbe  findet  ihre  Fortsetzung 
jenseits  des  Mörtengrabens  an  der  neuen  Strasse.  Darüber  stehen  die  violetten  Schiefer  an  (ob  hierin  der 
„Gyps?"),  steil  nach  Nord  fallend. 

Über  den  violetten  Schiefern  folgen  die  Pentacriniten-Schichten.  An  der  Quelle  stehen  dunkle  weissaderige 
Kalke  mit  Bivalvendurchschnitt  an,  sie  fallen  steil  nach  Nord.  Bald  folgt  lichter  Quarzit  mit  schmierigen 
Zwischenlagcn  und  hält  an  bis  zur  Abzweigung  der  alten  Strasse. 

Beim  Bären- Wirthshause  (^im  Greiss)  finden  sich  grauviolette  Phyllite,  wo  der  Weg  links  abzweigt,  findet 
man  bei  den  ersten  Häusern  an  der  neuen  Strasse  grell  bunt  gefärbte  (violette  und  grüne)  dünnblätterige 
Schiefer  (Gypsformation),  darüber  Kalk  mit  Spuren  von  organischen  Resten  (Bivalven  —  keine  Crinoiden). 
Viele  feste  Qnarzitblöcke.  Am  Wege  zurück  zum  „Bären"  wurde  nur  fester  Quarzit  angetroifen. 

Schliesslich  nimmt  Prof.  Suess  folgende  Ubereinanderfolge  der  Schichten  an: 

1.  Dunkler  Kalk  in  der  Tiefe  des  Mörtengrabens. 

2.  Lichtgraue  splitterige  Kalke. 

3.  Rauehwaeke. 

(Quarzitzug  an  der  alten  Strasse  unterhalb  Erzherzog  Johann.) 

4.  violette  Schiefer  des  Haupttunnels. 

5.  Pentacrinitenkalk. 

6.  Bivalvenkalk. 

7.  Quarzit 

8.  Rauehwaeke  des  Wolfsberges 

9.  Grosser  Weinzettelwand-Kalkzug. 

10.  Quarzit  des  unteren  Gamperlthales. 

11.  Grosser  Phyllitzug. 

12.  Forellenstein. 

13.  Phyllit. 

Ausser  dem  oben  angeführten  Hinweis  auf  die  Ähnlichkeit  der  mit  den  sericitischen  Schiefern  wechsel- 
lagernden grauen  Kalke,  an  der  Strassenkrümmung  unterhalb  der  Passhöhe,  mit  den  obersilurischen  Kalken 
(gj),  findet  sich  nur  noch  die  Vermuthung  ausgesprochen,  dass  ein  Theil  der  Rauehwaeke  von  Reichenau  dem 
Perm  oder  der  Trias  angehören  könnte. 

Auf  einer  später  hinzugefügten,  nach  Auffindung  der  Steinkohlenpflanzen  bei  Klamm  ausgeführten  Profil- 
skizze, werden  die  Kalke  der  Adlitzgräben  als  Rhät  angesprochen. 


Gypszug. 


Fig.  27 


Werfener.  idL 


Farrcllciht  tcul/ 


Wenn  ich  nach   dem  vorstehend  Ausgeführten   meine  dermalige  Vorstellung  über  die   Gliederung  der 
Schichten  im  Semmeringgebiete  geben   soll,   so  würde  sie  sich  in  Kürze  dahin  aussprechen  lassen,  dass  ich 


Geologische  ünfirsiirJNiiH/fi/  in  i/ir  ,,Gr'(iiiP(ickefizone"  der  iiordiisllirhen  Alpen.  153 

nach  dem  heutigen  Stande  der  Kenntniss  von  dem  stratigraphischenBau  des  genannten  Gebietes  cigentlicii  nur 
eine  einzige,  wenn  auch  gegliederte  Kalkformation,  zwischen  Göstritz- Otter  einer-  und  dem  .Schieferrücken  des 
Eichberg-Kobermannberges  andererseits,  annehmen  zu  sollen  glaube,  so  dass  nach  dem  obigen  13-gliede- 
rigcn  Schema  die  Glieder  1,  2,  3  —  5,  6  und  8,  9  als  äquivalente  Bildungen  aufzufassen  und  dem  Riiät 
zuzuzählen  wären.  Das  Liegende  bildet  der  Quarzit  mit  den  violetten,  talkhältigen  und  gypsführenden  Scliie- 
fern,  welche  wohl  der  Trias  zuzurechnen  wären  (ob  Werfener  Schiefer?):  die  Glieder  4,  7  und  10  der  obigen 
Reihe. 

Die  gegenseitige  Lage  der  beiden  Systeme  (Kalk-  und  Quarzitschiefer)  ist  in  dem  bisher  besprochenen 
Gebiete  nicht  überall  festzustellen,  doch  lassen  sich  an  mehreren  Punkten  bestimmte  Discordanzen  beobachten. 
Der  Kalk-Kauchwackenzug  erscheint  an  die  Quarzite  und  Schiefer  hinangepresst  bei  Klamm,  während  amierer- 
seits  im  Semmeringtunnel  die  Quarzite  und  grell  gefärbten  Schiefer  förmlich  zwischen  zwei  Kalkmassen  ein- 
geklemmt und  emporgedrückt  zu  sein  scheinen.  Wie  die  Verhältnisse  im  Kobermanurücken  liegen,  so  wäre  die 
Annahme  einer  gegen  Süden  übergelegten  Anticlinalen  erlaubt,  wonach  dann  auch  das  höhere  Alter  wenigstens 
eines  Theiles  der  grauen  und  grünen  Schiefer',  der  chloritiscben  Phyllite  und  Gneisse  mit  dem  Forellenstein, 
sich  sehr  natürlich  ergeben  würde,  während  zwischen  diesen  und  dem  Horizonte  der  Quarzitschiefer  und  Quar- 
zite die  Schiefer  und  schieferigen  Sandsteine  der  Carbonformation  mit  GrapliitfUhrung  zu  liegen  kämen. 

Diese  Vorstellung  bringen  auch  die  auf  der  beifolgenden  Tafel  gegebenen  drei,  in  annähernd  natürlichen 
Massverhältuissen  gezeichneten  Profile  zur  Anschauung. 

Die  allergrösste  Schwierigkeit  würde  mir  nach  dem  Vorstehenden  die  Beantwortung  der  Frage  bereiten, 
wo  die  Äquivalente  der  älteren  paläozoischen  Bildungen  in  dem  behandelten  Gebiete  zu  suchen  und  anzu- 
iiclinicn  seien,  wenn  wir  von  den  grauen  und  grünen  Schiefern  etwa  absehen  müssten,  die  freilich,  zum  Theil 
wenigstens,  auch  silurisch-devonischen  Alters  sein  können,  wie  wohl  dies  nach  den  im  folgenden  Abschnitte 
zu  ))esprechenden  Verhältnissen  nicht  allzu  viel  Wahrscheinlichkeit  für  sich  hat. 

Dorthin  aber,  wo  die  Erze  liegen,  in  das  unmittelbar  Liegende  des  Werfener  Schiefers  die  silurische  Grau- 
wacke  zu  verlegen,  erseheint  mir  nicht  thunlich. 

Wenn  ich  die  Kalke  der  im  Vorstehenden  besprochenen  Gebiete  als  der  obersten  Trias  äquivalent,  demOppo- 
nitzer  Haujitdoloniit  und  dem  Rhät  entsprechend  hinstellen  zu  düri'en  glaube,  wobei  auch  die  Möglichkeit,  dass 
die  ganze  Kalkformation  des  Gebietes  dem  Kliät  allein  zuzurechnen  sei,  nicht  ausgeschlossen  ist,  so  macht  mir 
dagegen  die  Deutung  der  darunter  auftretenden  Schiefer  und  Quarzite,  speciell  jene  des  Semuieringsattels  und 
der  Mulde  zwischen  Schottwien  und  Göstritz  grössere  Schwierigkeit.  Ich  glaube  jedoch  nach  Allem  die  Mög- 
lichkeit andeuten  zu  dürfen,  dass  man  es  auch  bei  diesen  Gebilden  mit  triasischen  Gesteinen  zu  thun  haben 
dürfte.  Man  könnte  an  Äquivalente  des  Werfener  Schieferhori/.ontes  denken.  (Quarzite  ganz  ähnlichen 
Anseliens  habe  ich  in  der  Brühl,  Haus  Nr.  103,  Westabhang  des  GrillenbUhels,  angetroffen.  Ihr  Alter  freilich 
scheint  mir  noch  nicht  ganz  sicher  gestellt.  Man  könnte  dabei  an  Werfener  Schiefer,  aber  auch  an  Lunzer- 
Sandstein  denken.) 

Aber  auch  der  Deutung  des  Quarzit-  und  Talkschiefers  am  Semmering  als  Äquivalent  des  Verrucano  steht 
nichts  im  Wege.  Höheres  Alter  aber  wäre  wohl  nicht  anzunehmen. 

Die  unmittelbare  Überlagerung  der  Rhätschichten  auf  einem  den  Werfener  Schiefern  zu  parallelisirenden 
Horizonte  stände  durchaus  nicht  beispiellos  da.  So  schildert  D.  Stur  (Geologie  der  Steiermark  S.  404)  eine 
derartige  Überlagerung  in  der  Gegend  von  Klein-Zell,  wo  über  typischem  Werfener  Schiefer  sofort  ein  Mergel- 
kalk mit  Mergelschieferlageu  wechselt,  der  durch  das  Vorkommen  von  Myophoria  inflata  und  anderen  Formen 
als  der  Zone  der  Avicula  coidorta  entsprechend  gekennzeichnet  ist. 


1  In  soiner  neuesten  PubHcition  „Ül)er  die  petrograpliische  Beschaffenheit  kiy.stalHnischer  Schictergesteine  aus  den 
Radstätter  Tauern"  (Jahrb.  d.  li.  li.  geol.  Koielisaust.  I88J,  4.  Heft,  S.  647)  bemerkt  Baron  Foul  Ion,  „dass  auch  beim  Eiseu- 
bahuviaduct  bei  l'ayerbaeh,  ain  rechten  Ul'er  der  Schwarza  ein  ganz  gleiches  Gestein  austeilt",  wie  jenes  aus  deui  Wild- 
biichelth;il  bei  Wagieiu,  welches  als  „sehr  t'ciukörniger  TTornblende-Epidor-Schiefer"  Cschon  im  .I.ahrbuehe  tsS3,  S.  244—297) 
ausführlich  beschrieben  wurde,  uur  dass  das  Payerbaoh-Gestciu  vielleicht  ein  paar  Erzkörnchen   mehr  enthält". 

Denkschriften  der  mathem.-Qaturw.  Cl.  L.Bd.  Abbandlungen  von  Nichtmitgliederii.  U 


154  Franz  Tonla. 

Ein  lieispicl  von  einem  Übergreifen  von  Khät  und  Lia.s  über  Werfener  Schiefer  führte  jüngst  Dr.  Bittner 
in  seiner  interessanten  Mittheilung  ül)cr  den  geologischen  Bau  des  Untersberges  und  der  nächsten  Umgebung 
von  Golling  (Verhandl.  d.  k.  k.  geol.  Reichsanst.  1883,  Nr.  42,  S.  203)  an.  „Auch  die  Südgehänge  des  Unters- 
berges sind  durch  merkwürdige  Unregelmässigkeiten  und  durch  das  unvermittelte  Auftreten  von  Dachsteinkalk 
und  Lias  mitlen  im  Terrain  des  Werfener  Schiefers  ausgezeichnet,  wobei  er  freilich  hinzufügt,  dass  er  eine 
genauere  Einsicht  in  diese  Verhältnisse  sich  erst  durch  eine  zusammenhängende  Aufnahme  des  Berchtes- 
gadener Gebietes  erzielen  Hesse." 

Das  angenommene  Transgrcdiercn  der  dem  Rhät  und  vielleicht  tlieilweise  auch  dem  Lias  zugehörigen 
Kalke,  über  Bildungen  von  viel  hölierem  Alter  erinnert  an  das  Übergreifen  des  unteren  Lias  über  permische 
Bildungen  (Röthidolomit  und  Quartenschiefer)  in  der  westlich  an  den  Rhein  stossenden  Region  der  Ostschweiz. 

Im  Hefte  IL  des  Jahrbuches  der  k.  k.  geologischen  Reichsanstalt  1884  endlich  beschreibt  Dr.  C.  Diener, 
der  Graubünden  in  Gesellschaft  mit  l'rofessor  Sucss  besuchte,  die  Kalkfalte  des  Piz  Alv  in  Graubünden  und 
führt  an,  dass  Studer  in  den  gelbgrauen  und  bläulichschwarzen  Kalksteinen  in  den  unteren  Partien  des 
Berges  gegen  Süd  an  der  Berninastrasse  zuerst  Versteinerungen,  die  auf  rhätisciies  Alter  hinweisen,  gefunden 
habe.  Dr.  Diener  sammelte  hier  Terehratulu  ef.  (jregarlu  Suess,  welche  „zu  tausenden  ganze  Bänke  erfüllt" 
und  Cidaritenstaeheln  (Cidaris  Falgeri),  sowie  Pentacriniten  Stielgliedcr  und  hebt  hervor,  dass  die  Brachio- 
podonbänke  keine  Pentacrinus-  und  Cidarisreste  führen  und  dass  die  Brachiopoden-  und  Pentacrinusschiefer 
miteinander  vielfach  in  Wechsellagerung  aufti-eten. 

Herr  Dr.  Diener  erwähnt  dabei,  dass  Pentacriniten  „an  einer  ähnlichen  Localität  sich  wiederfinden," 
nünilich  am  Senimcring.  Derselbe  hatte  die  Freundlichkeit,  auf  mein  Ersuchen  mir  Graubüuduer-Stücke  zur 
Anschauung  zu  bringen,  wofür  ich  ihm  hier  verbindlichen  Dank  sage.  Die  betreffenden  Stücke  stimmen  in  über- 
raschender Weise  auch  in  petrographischer  Beziehung  mit  den  Vorkommnissen  der  Pentaerinitenschichten  im 
Semmeringgebiete  überein,  so  dass  für  mich  in  Bezug  auf  die  Frage  nach  der  Übereinstimmung  der  räumlich 
so  weit  voneinander  abstehenden  Ablagerungen  im  Westen  und  Osten  kein  Zweifel  besteht.  Dieselben  sind  in 
der  That  als  äquivalente  Bildungen  zu  bezeichnen,  wenngleich  im  Semmeringgebiete  von  Liasbildungen  im 
Hangenden  sich  nichts  findet,  indem  hier  über  die  fossilienführenden  Schichten  sowohl  beim  Krennthaler'schcn 
Kalkbruche  bei  Göstritz,  als  auch  an  der  Bahntrace,  und  zwar  beim  unteren  Eingange  in  den  Tunnel  durch  den 
Weber-Kogel  die  doloniitisehen  Kalke  und  Zcllenkalke  einerseits  des  Bürgerwaldes,  anderseits  des  Alpenkammes 
folgen,  man  müsste  denn  diese  als  Äquivalent  auch  der  Liasformatiou  auffassen,  wofür  bis  nun  keinerlei  Ver- 
anlassung vorliegt. 

In  Graubünden  folgen  unter  dem  Rhät  Kalke,  (über  200  Metermächtig,  von  Theobald  als  Haupt- 
dolomit bezeichnet),  welche  nach  Diener  auch  die  untere  Trias  mit  repräsentieren  dürften,  wenngleich  diese 
liier  jedenfalls  nur  sehr  schwach  entwickelt  ist.  Für  uns  ist  von  Interesse,  dass  im  Liegenden  der  Kalkformation 
Quarzite  folgen  (von  Theobald  als  Verrucano  bezeichnet),  „manchmal  durchzogen  von  grünen  Flasern  eines 
talkähulichen  Minerals-',  und  dass  diese  Quarzite  die  Grenze  gegen  die  gleichfalls  NW  fallenden  krystallini- 
schenSchiefer  (Augengneiss  und  Casannasehiefer)  bilden. 

Von  Interesse  ist  hiebei  auch  ein  Vergleich  mit  den  Verhältnissen  in  den  kleinen  Karpathen.  (M.  vergl. 
Jahrb.  1864,  Freih.  v.  Andrian  und  K.  M.  Paul:  Die  geol.  Verhandl.  der  kleinen  Karpathen  u.  s.  w.,  S.  325 
bis  3i;i6.)  In  dieser  Beziehung  muss  sofort  hervorgehoben  werden,  dass  das,  was  ich  selbst  von  den  kleinen 
isolierten  GrauwackenschoUen  im  Leitha-  und  im  Rosaliengebirge  gesehen  habe ,  grosse  Ähnlichkeit  mit  den 
Rhätkalken  im  Göstritz-Semmeringgebiete  zeigt.  (M.  vergl.  darüber  die  neueste  Publication  des  Herrn  Roth 
von  Telegd  über  d.  L^mgebung  v.  Eisenstadt,  Budapest,  1884,  S.  14—19). 

Die  Aufeinanderfolge  der  in  Betracht  zu  ziehenden  Schichten  wäre  die  folgende: 

1.  Thonschiefer  (erzführend)  auf  Granit  liegend,  der  mit  den  Gneissgraniten  von  Kirchberg  am 
Wechsel  in  Parallele  gebracht  werden  könnte.  (Bei  Theben  fehlt  auch  Granitgneiss  nicht,  1.  c.  S.  346,  Durch- 
schnitt 5.)  Sie  enthalten  Einlagerungen  von  krystalliuischem  Kalk  und  von  Kalkschiefer.  (Entspr.  den  PhylUten 
des  Kirchberg-Gloggnitz-Protiles). 


Geologische  VntersuchwKjen  in  der  „Graaicuckenzone"  der  nordödlichen  Alpen,  155 

2.  Qiuiizit.  Eine  schmale  Zwischenzone  zwischen  den  iiiystallinischeu  Schiefern  und  den  Liaskalken 
bildend. 

Interessant  ist  die  Angabe  (1.  c.  S.  347),  dass  mit  den  Quarziten  der  kleinen  Karpathen  auch  weisse  nnd 
graubraune  Schiefer  ..mit  vielen  Quarzeiningerungen"  (z.  B.  im  Ballensteiuerthale)  auftreten.  Diese  Gesteine 
scheinen  den  reinen  Quarziten,  und  vielleicht  auch  dem  Gyps  führenden  Horizonte  im  Liegenden  der  Kalke 
äquivalent  zu  sein.  In  der  citierten  Arbeit  wird  dabei  an  „Grauwacke'-  gedacht,  .,da  die  Werfener  Schiefer.  .  . 
hier  durchaus  fehlen".  Unmittelbar  darüber  folgen 

3.  dunkle  Kalke  (welche  auch  bei  Neudörfl  a.  d.  March  hervortreten)  und  dolomitisehe  Kalke,  welche 
z.  Tb.  als  Plattenkalke  mit  glimmerigen  Schichtflächen  (wie  ich  mich  bei  Neudörfl  a.  d.  March  überzeugte)  ent- 
wickelt sind  und  dann  recht  sehr  an  die  Rhätkalke  des  Semmeriuggebietcs  erinnern.  —  S.  349  (1.  c.)  wird 
angeführt,  dass  dem  fast  schwarzen,  bald  dichten,  bald  breccienartigen  Kalke  deutlich,  wenngleich  selten, 
Belemnitendurchschnitte  gefunden  werden,  wodurch  die  Annahme,  dass  man  es  dabei  mit  Liaskalk  zu  thun 
habe,  unterstützt  wurde. 

Das  Gebiet  der  kleinen  Karpathen  zeigt  sonach  eine  ähnliche  grosse  Lücke  in  der  Aufeinanderfolge  der 
Schichten,  wie  das  Wechsel-Semmeringgebiet.  , 

Auch  auf  die  von  Herrn  Oberbergrath  Dr.  G.  Stäche  gemachten  Angaben  in  Bezug  auf  die  Gliederung 
der  Grauwackenzone  muss  hier  hingewiesen  werden.  Die  erste  Mitthe'lung  Stache's  über  die  paläo- 
zoischen Gebiete  der  Ostalpen  bezieht  sich  auf  „die  Steinkohlenformation  der  Centralalpen"  (Ver- 
handl.  der  k.  k.  geolog.  Eeichsanst.  1872,  S.  78—81)  und  behandelt  die  zuerst  von  Professor  Pichler  am 
Steinacher  Joche  aufgefundenen  pflanzenführenden  Schichten.  Dieselben  bilden  das  obere  Glied  eines 
umfangreichen,  aus  Schiefern,  Sandsteinen  und  Conglomeraten  bestehenden  Schichtencomplexes  (oberes 
Carbon). 

Ein  zweiter  Bericht  (1.  c.  S.  234,  235)  betrifft  die  Entdeckung  von  „graphitischen  Schiefern  in  den  Süd- 
alpeu",  wodurch  eine  hochwichtige  Erweiterung  unserer  Kenntnisse  gewonnen  wurde,  da  bis  dahin  angenommen 
worden  war,  dass  ältere  Formationen  in  den  SUdalpen  fehlen  sollten,  ,,man  müsste  denn  nur  den  Urthonsehiefer 
sammt  einem  Theile  des  Glimmerschiefers  dafür  nehmen  wollen",  wie  Peters  (Jahrbuch  185G,  S.  631, 
Anni.)  sagt. 

Im  selben  Bande  werden  (1.  c.  S.  283—287)  neue  Fundstellen  von  Fusuliuenkalk  den  von  Höfer 
(Professor  Suess  in  den  Verhaudl.  1870,  S.  11)  und  Tietze  (Jahrb.  1870,  S.  264  ff.)  im  Gail-  und  Canalthale 
gefundenen  hinzugefügt. 

Die  erste  der  grossen  Arbeiten  Stache's  über  die  Gliederung  der  paläozoischen  Schichtenreihe  der 
Alpen  :  „Der  Graptolithen-Schiefer  am  Osternigberge  in  Kärnten"  (Jahrb.  1873,  S.  175—248)  gibt  auch  eine 
historische  Darstellung  der  Fortschritte  unserer  Kenntnisse  über  den  Bau  der  Grauwackenbildungen  in  den 
Südalpen.  In  dieser  Abhandlung  finden  sich  auch  gelegentliche  Vergleiche  mit  den  Verhältnissen  in  der  uord- 
alpinen  Grauwackenzone.  So  heisst  es  am  Schlüsse  Seite  243:  „Das  wichtigste  Resultat,  welches  das  Gailthaler 
Gebirge  in  seiner  Verbindung  mit  den  Karawanken  uns  durch  zwei  sichere  silurische  Horizonte  bietet,  liegt  in 
der  nunmehrigen  Aussicht  auf  die  Möglichkeit  der  Parallelisierung  der  südalpinen  nnd  nordalpincn  Grau- 
wackenzone und  der  weiteren  Entzifferung  der  Reihenfolge  ihrer  Glieder  auf  Grund  vergleichender  Studien 
unter  sich  und  mit  den  Verhältnissen  der  mitteldeutschen,  als  der  zunächst  verwandten  Grauwackengebietc .  ..." 
In  der  zweiten  Abhandlung:  „Die  paläozoischen  Gebiete  der  Ostalpen"  (Jahrb.  1874,  S.  135 — 274  und 
333—423)  kommt  Stäche  auf  Seite  147  und  151  auf  die  Radstädter  Tauern  zu  sprechen,  die  als  der  Kalk- 
thonphyllitgruppe  angehörig  betrachtet  und  somit  dem  paläozoischen  Schicbtgebirge  eingereiht  werden.  Auf 
Grund  der  Verhältnisse  im  Brennergebiete  kommt  Stäche  zu  dem  Ausspruche  (S.  152),  dass  dieselben  über 
wiegend  der  obersten  Dyas  angehören.  Auf  der  dieser  Abhandlung  beigegebenen  Karte  wird  der  ganze  Zug 
der  Grauwackengesteine  vom  Inn  bis  nach  Gloggnitz  dem  älteren  Grauwackengestein  (Silur,  Devon-  und 
Präcarbon  zugezählt,  S.  166  und  1(57)  auf  Grund  der  Finule  von  Dienten  (silnr  Et.  E.)  Vordcrnberg-Eiseuerz. 
(Et.  F.  G.) 


15r.  Franz  Toida. 

Was  die  „Präcarbon"  (8.  168)  und  „obere  Carbon-  und  Permgesteine"  (S.  170)  anbelangt,  so  werden  nur 
die  oberen  Pcrmscbichten,  als  im  nördlicben  Grauwackengebiete  vermutblicb  vertreten,  angefübrt. 

Weiters  muss  eines  vorläufigen  Reisebericbtes  (Verbandl.  1883,  S.  210 — 216)  gedacbt  werden,  weil  in 
demselben  ueuerlieli  auf  die  Übereinstimmung  von  Nord-  und  Südalpeu  bingewiesen  wird ;  beiderseits  finden 
sieb  auf  „dem  krystalliniscben  älteren  Gneissgebirge  subkrystalliniscbe  Facies  der  paläozoiscben  Formationen, 
unter  welchen  das  Silur  die  hervorragendste  Stelle  einnimmt,  nicht  minder  in  den  Nordalpen,  wie  in  den 
Südalpen/'         . 

Seliliesslich  muss  auch  des  Vortrages:  „Elemente  zur  Gliederung  der  SilurbikUiugen  der  Alpen"  gedacht 
werden  (Verbandl.  1884  S.  25 — 29),  welchen  Dr.  Stäche  am  8.  Jänner  in  der  Jahrcssitzung  der  k.  k.  geol. 
Reichsaustalt  gebalten  hat. 

Die  Fauna  von  Dienten  wird  als  dem  Stockwerke  E,  Abtbeilung  e^,  entsprechend  bestimmt:  „Der 
Complex  von  scliwarzeu  Thouscbiefern  (zum  Theile  Graphit-  und  Kieselschiefern)  mit  eingelagerten  Kalkstein- 
zügen und  linsenförmigem  Dolomit  entspricht  somit  im  weseutliclien  der  Etage  des  böhmischen  Silur.  (Steht 
somit  im  vollen  Einklänge  mit  Dr.  Stur's  Annahmen,  Geol.  d.  Steiermark,  S.  93.) 

Das  Liegende  bilden  vorherrschend  graue  und  violette  Schiefer,  das  Hangende  die,  vorwiegend  aus 
weissen  und  röthlichen  gestreckten  Quarzkörnern  und  grünlichem  oder  grauem  talkigeu  Schiefer  bestehende 
„schieferige  Grauwacke"  Lipold's. 

(Auf  die  das  Eisenerzgebiet  bezügliclien  Angaben  konnte  im  Vorliegenden  nicht  eingegangen  werden. 
Dieses  Gebiet  erfordert  eine  weit  eingehendere  Untersuchung,  als  ich  bei  gelegentlich  kurzen  Besuchen  ihm 
widmen  konnte.) 

Die  Verhältnisse  im  Wechsel-Semmeringgebiete  sind  in  dem  citierten  Vortrage  nicht'  weiter  in  Betracht 
gezogen  worden,  es  wird  nur  Eingangs  in  Bezug  auf  die  „Nordalpen"  erwähnt,  dass  ausser  dem  „palä- 
ontologisch constatierten  Auftreten  der  Steinkohleuformation  auch  Äquivalente  devonischer  Schichten  sich 
werden  nachweisen  lassen." 

Aus  den  im  Vorhergehenden  gegebenen  Schilderungen  geht  für  mich  der  Schluss  hervor,  dass  in  dem  öst- 
lichsten Theile  der  sogenannten  Grauwackenzone  ein  paläontologischer  Nachweis  des  Auftretens  von  älteren 
als  carbonen  Ablagerungen  dermalen  nicht  erbracht  werden  kann.  Wir  haben  es  in  dem  Wechsel-Semmering- 
gebiete und  weiter  westwärts  bis  in  die  Gegend  von  Leoben-Bruck  in  Bezug  auf  die  paläozoischen  Schieler  mit 
Carbonbildungen  zu  thun.  Ob  in  der  Gewölbekernregion  unter  diesen  ältere  Gebilde  anzunehmen  seien,  dal'ür 
dürfte  dermalen  kaum  ein  Beweis  zu  erbringen  sein.  Höchst  wünschenswerth  ist  ein  eingehendes  Studium  der 
Verhältnisse  in  dem  Gebiete  von  Eisenerz,  welclies  in  naher  Aussicht  steht. 

3.  Östlich  von  der  Linie  Göstritz-Schottwien. 

In  dem  Gebiete  östlich  von  der  Linie  Göstritz-Schottwien  setzen  sich  die  Kalke  des  Sonnweudsteines 
über  den  Otter,  die  Kalke,  Dolomite  und  Rauchwacken  der  Adlitzgrabenberge  aber  über  den  Jägerbrand  nach 
Wartenstein,  und  über  den  Raachberg  gegen  Kranichberg  fort,  indem  sie  sich  nach  Osten  hin  immer  mehr  in 
einzelne  getrennte  Schollen  auflösen  und  auch  zum  Theil  auffallend  verschiedenes  petrographisches  Aussehen 
zeigen,  welches  sich  in  dem  Krystalliniscbwerden  des  Kornes  ausprägt,  wie  dies  die  Kalke  des  Krauichberges, 
des  ]{anisbeises  und  der  Kalkberge  bei  Kirchberg  am  Wechsel  zeigen,  während  sich  die  Kalke  bei  Thernberg  und 
Gleissenfeld,  zum  Theile  wenigstens,  wieder  inniger  an  die  Kalke  und  Kalkschiefer  des  Semnieringgebietes 
anschliessen.  Die  Verhältnisse,  wie  sie  in  diesem  östlichen  Gel)ietc  herrschen,  mögen  durch  die  folgenden 
Notizen  etwas  näher  erörtert  werden. 

Weitaus  die  wichtigste  Arbeit  über  das  östliche  Grenzgebiet  der  Grauwackeu-  und  Schieferzonen  der 
nordöstlichen  Alpen  ist  jene  von  Job.  Czjzek:  „Das  Rosaliengebirge  und  der  Wechsel  in  Niederösterreicb" 
(Jahrbuch  d.  k.  k.  geol.  Reiciisanst.  1854,  S.  465—529). 

Uns  interessieren  daraus  in  erster  Linie  die  Bemerkungen  über  die  Kalke  dieses  Gebietes.  Die  körnigen 
Kalke  bei  Kirchberg  betrachtet  Czjzek  (S.  574)  als  „grössere  und  kleinere  Einlagerungen",  was  mit  meiner 


Geologische  Untersuchiuu/tit.  in  der  ,, (Tniiiwackenzone"  der  nordöstliihe»,  Alpen. 


157 


Auffassung  nicht  übereinstimmt.  Den  Zusammenhang  der  körnigen  Kallie  mit  Eauchwacken  und  Dolomit  führt 
Cz.jzek  übrigens  gleichfalls  au  (I.  c  S.  494). 

Die  Kalke  von  Pitten,  von  Sebenstein,  von  Gleissenfeid  und  von  Leidiug  werden  (S.  477)  als  verschieden 
hingestellt  und  die  Frage  als  kaum  beantwortbar  bezeiclinet,  „mit  welcher  von  diesen  Lagern  der  körnige 
Kalk  von  Kranichberg  parallel  ist".  Die  Kalke  am  Kranichberge  bezeichnet  Czjzek  (1.  c.  S.  499)  als  zum 
Theile  dem  Gneiss,  zum  Theile  dem  Glimmerschiefer  eingelagert;  ich  selbst  konnte  bei  Kranichberg  nur  Auf- 
lagerung bemerken.  Vom  Semmering  sagt  Czjzek  (S.  495)  dagegen,  dass  sich  daselbst  nur  allein  die  Kauch- 
wacke  der  Grauwaekenkalke  finde. 

Die  Art  der  muldenförmigen  Einlagerung  der  Kalke  bei  Thernberg  in  die  Glimmerschiefer  schildert 
Czjzek  auf  das  zutreffendste  (1.  c.  S.  512  u.  514)  und  weist  bei  Besprechung  der  isolierten  Grauwacken- 
vorkommnisse  am  Ostrande  der  krystallinischen  Zone  (zwischen  Gloggnitz  und  Mattersdorf)  wiederholt  auf 
das  Zusammenvorkommeu  von  körnigem  Quarzit  und  dolomitischem  Kalke  hin,  und  in  den  betreffenden  Profilen 


SW. 


Gneiss 


Fig.  28. 


GluTuner  Schutfa 

a.  Grauwackenquarz.  h.  Grauwackeukalk. 


Glimjiwr  Seh.        Granit 
Gneiss 


NO. 


z.  B.  das  beifolgende  von  S.  47o  (Fig.  28),  werden  Kalk  und  Quarzit  in  discordanter  Lagerung  dem  Glimmer- 
schiefer in  Mulden  aufgelagert  dargestellt. 

Als  Unterschied  zwischen  den  krystallinischen  Kalken  und  den  Kalken  der  Grauwacke  gibt  C!  zj  z  ek  an  die 
concordante  Lagerung  gegenüber  dem  krystallinischen  Gestein  bei  den  ersteren,  und  die  discordante  Lagerung, 
Sowie  das  Zusammcnvorkommen  mit  körnigen  und  dichten  Quarzen  des  letzteren.  Es  gibt  jedoch  auch  Ein- 
lagerungen von  krystallinisch-körnigem  Kalk  zwischen  dichten,  grauen,  schieferigen  Grauwackeukalk  iS.  490), 
sowie  mannigfaltige  Wechsellagerungen  (z.  B.  S.  497  südlich  von  Schildern). 

Czjzek  möchte  auch  die  am  Nordfusse  des  Wechsel  vorliegenden,  westlich  von  Kirchberg  auftretenden 
Kalke  als  „eine  dünne  Einlagerung  von  Kalk-'  im  Gneiss  des  Wechsel  auffassen  (1.  c.  S.  499). 

Auch  der  von  Czjzek  (1.  c.  S.  473)  gebrachte  Durchschnitt  vom  Wechsel  nach  Schciblingkirchen  zeigt 
auf  das  beste  die  discordante  Auflagerung  des  Kalkes  („Grauwackeukalk-')  mit  einer  zum  Theil  discordnnteu 
Einlagerung  von  Quarzit  („Grauwackenquarz"). 


(i)  Nürdlicli  von  der  Scliwarza. 

Potschach  —  Vöstcnhof  [Festenhof]. 

Im  Bereiche  des  östlichen  Ausläufers  der  „Grauwackenzone"  nördlich  von  der  Schwarza  wurden  von 
Potschnch  aus  Excurse  unternommen.  Bei  Potschach  selbst,  gleich  oberhalb  der  Wasserleitung,  an  dem  Wege 
der  von  dem  Eisenbahn-Stationsgebäude  um  den  Burgstallberg  nach  dem  Dorfe  führt,  stehen  in  einem  kurzen 
Einschnitte  unter  der  jüngeren  Schutt-  und  Schotterbedeckung  ältere  schieferige  Gesteine  an.  Dieselben  lassen 
deutliche  Schichtung  erkennen,  stehen  steil  aufgerichtet  und  streichen  von  NO  und  SW  (hora  4).  An  ihrem 
steilen  Verflachen,  es  ist  bald  nach  Nord  und  bald  nach  Süd  gerichtet,  lässt  sich  der  hohe  Grad  der  Störung 
erkennen.  Es  lassen  sich  hier  in  Aufeinanderlagerung  folgende  Gesteine  unterscheiden: 

1.  Sandige,  sehr  feinkörnige  und  dünnplattige  Schiefer  von  gr;iiier  Far))e,  mit  vielen  weissen,  silber- 
glänzenden, zarten  Giinjmerscliüppelicn  auf  den  Spaltiliicheu. 


158  Franz  Toitla. 

2.  Lebhalt  seidenglänzeude,  eine  überaus  zarte  Cleavagefälteluug  zeigende  phyllitähiiHcLe  .Schiefer.  Auf 
den  Spaltflächen  fühlen  sie  sich  wie  talkführende  Schiefer  an. 

Diese  beiden  Gesteine  wechseln  dreimal  miteinander  ab  und  werden  überlagert 

3.  von  Quarzsandsteinen  mit  dem  lebhaft  glänzenden  Tbonschieferbindemittel,  denselben  Gesteinen,  wie 
sie  auch  bei  Glogguitz  am  Südabhange  des  Silberberges  anstehen. 

Nach  den  letzten  Häusern  des  Ortes,  am  Waldwege  unter  Vöstenhof,  kommt  man  wieder  auf  diese 
„schieferigeu  Grauwackengesteiue",  welche  hier  viele  Quarzgänge  enthalten. 

Kurz  vor  dem  Vöstenhof  sind  diese  Gesteine  unter  mächtigen  diluvialen  Kalk-  Block-  und  Schutt- 
massen verborgen.  Erst  beim  Anstieg  zum  Vöstenhof  treten  die  älteren  deutlich  geschichteten,  krystallinischen 
Schiefergesteine  wieder  hervor  und  zwar  unter  ganz  ähnlichen  Lagerungsverhältnissen,  wie  die  Gesteine  bei 
Potschach,  sie  streichen  nämlich  wieder  NO— SW  (^hora  3 — 4)  und  fallen  mit  75—80°  nach  Süden  ein. 

Es  lassen  sich  auch  hier  mehrere  Gesteinsvarietäteu  deutlich  untersclieiden: 

1.  Ein  grünlichgrauer  Glimmergneiss  mit  Quarzadern.  Kaum  1'"  mächtig. 

2.  Ein  glimmerarmer  grauer  Thonschiefer,  ganz  ähnlich  den  „grauen  Schiefern"  dieses  Gebietes.  Etwas 
gefältelt.  Nicht  einmal  1"  mächtig. 

3.  Quarzreicher  lichter  Gneiss. 

4.  Mit  Nr.  1  übereinstimmendes  Gestein.  8™  mächtig. 

5.  Weisser  plattiger  Gneiss.  1-5'".  Zum  Tlieile  verwittert  mit  Quarzausseheidungen 

6.  Ein  dunkelgraues,  stark  zersetztes  Gestein,  das  aus  Feldspathkrystallen  und  einem  grünlichen 
(chloritischen  ■?)  Zwischenmittel  besteht. 

Man  wird  versucht,  es  dem  Ausehen  nach  für  ein  stark  zersetztes  (dioritisches?)  Eruptivgestein  zu  halten, 
um  so  mehr,  als  keine  Spur  einer  schieferigen  Structur  vorhanden  ist,  sondern  vielmehr  eine  Neigung  in  poly- 
edrische  uuregelmässige  Stücke  zu  zerfalleu  vorherrscht.  Ist  nur  wenig  mächtig,  tritt  aber  wiederholt  zwischen 
den  Schichten  des  lichten  Gueisses  auf,  der  lageuweise  sehr  reich  an  Quarzaderu  wird. 

7.  Grobkörniger,  lichter,  stark  glimmeriger  Gneiss. 

Beim  Vöstenhof  stehen  jene  grünen  Gesteine  (6)  abermals  an.  Der  Vöstenhof  selbst  steht  auf  einem  riff- 
artigen Felsen  dieses  Gesteines,  das  hier  lebhaft  an  gewisse  körnige  Varietäten  des  „grünen  Schiefers"  von 
Payerbach  erinnert. 

Ober  dem  Vöstenhof  treten  dunkle,  kleinkörnige  Feldspath- Amphibolgesteinc  neben  grünen  Schie- 
fern auf,  welch  letztere  fast  vertical  stehen  und  bei  den  letzten  Häusern  nordöstliclies  (hora  4)  Streichen  erken- 
nen lassen.  Diese  Amphibolitgesteine  treten  am  Wege  zum  „Gasteiner"  (im  Westen  von  Vöstenhof)  mehr- 
mals hervor,  so  auch  bei  dem  Kreuze  am  Wege.  Sie  zeigen  nicht  ganz  dasselbe  Streichen,  sondern  scheinen 
die  Schiefer  zu  durchsetzen  (hora  2 — 3).  Über  das  Auftreten  dieser  krystallinischen  Gesteine  hat  zuerst  Czj- 
zek  (Jahrb.  der  k.  k.  geol.  Reichsanst.  1854,  S.  477)  berichtet.  Die  lichten  Gneisse  bezeichnet  er  dabei  als 
„Weissstein-artig"  imd  bringt  sie  in  einen  Zusammenbang  mit  dem  Forellenstein  bei  Glogguitz.  Diese  stark 
gestörten  Gesteine  würden  uns  einen  Aufbruch  der  älteren  Gesteine  durch  die  Carbongesteine  bezeichnen. 
Czjzek  führt  auch  das  Vorkommen  von  Serpentin  neben  Hornblendeschiefer  an. 

In  Ainzberg  und  in  Eichberg  wurde  in  früherer  Zeit  wiederholt  auf  Steinkohlen  geschürft,  darauf  lässt 
sich  auch  die  Angabe  eines  Steinkohlenstollens  auf  der  Generalstabskarte  zurückführen. 

Der  Hügel  im  Niveau  vom  Vöstenhof  ist  bedeckt  mit  abgerundeten  Kalkblöcken,  welche  sich  auch  längs 
des  Weges  zum  Gasteiner,  im  ,,Bürg"  allenthalben  finden.  Es  sind  schwarze,  lichtgraue  und  röthliche  Kalke, 
welche  als  erratische  Bildungen  zu  erklären  sind,  ganz  ähnlich  jenen  von  Hettmannsdorf,  Würflach  am  Ketten- 
loisberge  u.  s.  w.  (Wasserlcitungsbericht  S.  50—55). 

Kaum  150  Schritte  westwärts  von  jenem  Kreuze  —  uuweit  davon  die  Tafel  mit  der  Bezeichnung  „Birg" 
—  stehen  lichtgraugrUne  Schiefer  an,  welche  lichtere  und  dunklere  Partien  zeigen.  Sie  sind  zu  den  GrUn- 
schiefern  zu  stellen. 


Geologische  üntersurhiiniicii  in  der  ,,Graiiivackcnzonc"  (Jer  nurdo.'^tlichen  Alpen.  159 

Am  Wege  zum  Gasteiner  treten  etwa  100  .Schritte  vou  jcucr  Tafel  entfernt  t;raul)lauc  und  vielette 
glänzende,  ungemein  dünnschieferige  und  feinkörnige  Gesteine  auf,  welche  auf  das  beste  den  .Schiefern  auf 
dem  Fusswege  von  der  Station  Paycrbach  nach  dem  Schneedörfi  (Seite  145)  gleichen,  wo  sie  die  Abhänge 
unmittell)ar  unter  dem  Werfener  Schiefer  zusammensetzen,  also  das  unmittelbare  Liegende  derselben  bilden. 
Auch  in  Klein-Au  beim  Pulverthurm  treten  dieselben  Schiefer  unter  ganz  ähnlichen  Verhältnissen  auf. 

Im  Bürg  streichen  diese  Gesteine  von  West  nach  Ost  (hora  6 — 7)  und  fallen  steil  nach  Norden  ein. 

In  dem  tiefen  Hohlwege  am  Wege  zum  Engelhart  (früher  Heider  genannt)  liegen  über  diesen  blaugrauen 
und  violetten  .Schiefern  dünnschieferige,  graue,  auf  den  Schichtflächcn  glimmerige  Quarzitschiefer.  Beim 
Engelhart  selbst  stehen  Quarzconglomcrate  an,  ganz  ähnlich  jenen  am  Grillenberge  bei  Payerbach. 

Am  Al)sticge  in  dou  Graben  zum  Gasteiner  kommt  man  zuerst  über  die  dunkelvioletten  und  blaugrauen 
Schiefer  und  sodann  auf  lichtgraugrüne  Schiefer.  In  diesen  letzteren  findet  sich  stellenweise  ziemlich  viel 
nitiicr  Eisenocker.'  Am  Eingange  in  den  Klaus-Graben  stehen  harte,  grobkörnige,  verrucanoähnliche  Sand- 
steine an.  Sie  sind  in  dichten  Bänken  geschichtet  und  zeigen  Zerklüftungen  und  l)lockartige  Ablagerungen, 
ganz  wie  grobkörnige  Masscngcsteine.  Sie  bestehen  aus  wenig  abgerundeten  Quarzit-,  Gneiss-  und  Schiefer- 
brocken. 

Darüber  folgen  gnuischwarzc,  dünnplattigc,  etwas  mergelige,  auf  den  Schicbtfiächen  glimmerig  sandige 
Schiefer,  welche  SO  und  NW  streichen  (liora  8)  und  nach  N  mit  50°  einfallen.  Diese  Gesteine  .sind  schon  dem 
AVerfener  Schieferhorizonte  angehörig.  Auf  ihnen  liegen  abgebrochene  Schollen  von  zum  Theile  halb  krystal- 
liniscliem  Kalke,  der  weitcriiin  aueli  anstehend  getrotfen  wird.  In  der  Nähe  der  Schiefer  sind  die  Kalke  jedoch 
als  Zellcnkalkc  entwickelt.  In  diesen  Kalken  liegt  hier  das  Eisenerz,  vorwaltend  in  der  Form  von  Eisenglanz 
entwickelt.  .Siderit  fand  ich  auf  den  Halden  nicht  vor. 

Das  Vorkommen  in  der  Klans  unterscheidet  sich  demnach  sowohl  in  Bezug  auf  die  Beschaffenheit  der 
Erze,  als  auch  in  Bezug  auf  die  Einlagerung  derselben  auf  das  bestimmteste  von  jenem  am  Grillenberge. 

Der  Weg  vom  Gasteiner  über  Gas  teil  nach  Prigglitz  führt  nahe  an  der  Grenze  zwischen  den  älteren 
Schiefern  und  den  Werfener  Schiefern  hin.  Beim  Wernhard  im  Gasteil  fand  sich  unter  dem  vorherrschenden 
Kalkschutt  auch  glimmerig  glänzender  Quarzsandstein,  ähnlich  jenem  am  Silberberge  bei  Glogguitz. 

In  dem  Holdwege,  der  von  der  Calvarienbergliöhe  nach  Prigglitz  hinabführt,  treten  graue  glimmerarme 
Schiefer  auf,  die  dem  Werfener  Schiefer  entsprechen  und  steil  unter  die  Kalke  einfallen.  (Streichen  hora  7 — 8.) 

Dieselben  Gesteine  finden  siuh  auch  nördlich  von  Prigglitz.  Unter  den  hier  auftretenden  Kalkblöcken  sind 
auch  rothe  sandig  körnige  Kalke,  die  unter  undeutlichen  Schalenstücken  zahlreiche  Inoceramenschalen-Bruch- 
stücke  enthalten  und  der  Gosauformation  entstammen,  deren  Vorkommen  an  dieser  Stelle  längst  bekannt  ist. 
(M.  vergl.  die  gccd.  Karte  z.  Wasserleitungsberichte,  1864.)  Unter  den  Werfener  Schiefern  bei  Prigglitz  liegen 
die  violetten  und  blauschwarzen  Schiefer  und  darunter  die  glänzenden  Conglomerate  vom  Silberberge. 

Von  St.  Christoph  bis  nach  Schlöglmühl  halten  die  typischen  grauen  seidenglänzenden  Schiefer  an. 

Es  scheinen  demnach  in  diesem  östlichsten  Theile  der  Grauwackenzone  zwischen  den  sicheren  Werfener 
Schiefern  und  den  grauen  Schiefern  ein  Zug  von  violett  und  bläulich  gefärbten  Schiefern  eingeschaltet,  ganz 
ähnlich  wie  sie  zwischen  Payerbach  und  dem  Schneedörfi  auftreten,  Gesteine,  welche  in  vieler  Beziehung 
ähnlich  sind  den  lebhaft  gefärbten  Varietäten  der  Gesteine  des  Semmeringtunnels. 


1  Stur  (1.  c.  S.  lUj  führt  in  der  Gegentl  von  Tann  und  Bing  ein  Vorkommen  vou  Quarzit  au,  der  liier  einen  langen 
von  Ost  mich  West  verlaufenden  Rücken  bildet,  im  Norden  von  den  Hornblendeschiefern  bei  Vöstenhof,  auf  welchen  er  auf- 
znhigern  scheint.  Die  Schiefer,  aus  welchen  die  Hornblendegesteiiie  am  rechten  Ufer  des  Sierninghaclies  auftauchen,  werden 
dabei  als  kaum  von  Thouglinunerschiefern  untersiheidbar  geschildert,  während  sie  von  C/.jzek  als  „(Trauwackeuschiefer" 
bezeichnet  wurden.  Dabei  werden  von  Czj  zek  auch  die  Grünschiefer  erwähnt,  „feste  quarzige  und  grüne  chloritische  Schiefer 
mit  dunkleren  und  lichteren  braunen,  theilweisc  pislaziengrünen  Streifen,"  und  es  wird  constatiert,  dass  sich  solche  Schiefer, 
auch  südöstlich  von  Bürg  (Poftschach  NW.)  in  der  Nähe  der  krystallinischen  Schiefer  finden. 


160  Franz  Touln. 

h)  Südlich  von  der  Schwarza. 
Von  Gli^ggnitz  über  Kraniclibcrg  auf  die  Riinis. 

Aul'  <ler  Karte  des  Wasserversorgmigsbericlües  (1864)  ist  dem  Kalivc  des  Raachberges,  der  zur  f4ran 
wutdvenzonc  gereclnict  wird,  ein  sclimaler,  aber  zusammenluängend  gezeiclmeter  Zug  von  Kalli  und  Raiicli- 
waeke  der  C'entralkctte  gegenübergestellt.  Der  letztere  Zng  bestellt  in  der  Tliat  aus  mehreren,  heute  aus  dem 
unmittelbaren  Zusammenhang  gebrachten,  auf  gefältelten  Phyllit  auflagernden  Kalkscliollen,  welche  sich  ganz 
besonders  am  rechten  Ufer  des  Siring-Grabens  bei  Kranichberg  und  an  der  Strasse  nach  der  Eamshöhe  ver- 
folgen lassen. 

Zwischen  dem  „Mildestein"  und  dem  Ucächsten  Kalkfelsen  tritt  beispielsweise  der  Phyllit  deutlich  hervor. 
Zwischen  diesem  zweiten  Kalkriffe  und  dem  Kamsberge  liält  dann  der  Pliyllit  an  bis  zur  8attelhöhe. 

Schon  Czjzek  gibt  (1.  c.  auf  S.  509)  die  isolierten  Partien  von  Grauwackenkalken  an;  so  erwähnt  er  auch 
einen  schmalen  Streifen  von  grauem  dolomitischen,  bröckeligen  Kalk,  der  von  Zottelhof  (Zettelhof)  östlich 
gegen  Eams  liinzieht;  er  erwähnt  weiters  den  Quarzit  auf  der  Eanis  und  bei  Friedersdorf,  östlich  von  Kranich- 
berg, sowie  zwei  kleine  Partien  von  dunkelgrauem,  nach  Nordwest  geneigten  Kalke.  Die  dunklen  Kalke  bei 
Friedersdorf  düriten  mit  dem  Kalk  der  Göstritz  identisch  sein  und  denmach  dieser  Kalkzug,  der  im  Rürger- 
wald,  Jägerbvand  und  am  Raachberge  auftritt,  über  das  untere  Kranichbergerthal  weit  nach  Ost  bis  an  die 
Felsen  des  Türkensturzes,  wenngleich  vielfach  isoliert,  zu  verfolgen  sein.  Überall  herrscht  NW-Einfallcn. 

Von  der  Einsattelung  auf  der  Rams,  beim  Wirthshause,  bis  zum  ersten  Bauernhause  im  Westen, 
treten  weisse  Quarzite  und  Quarzit-Breccien  auf,  als  deren  Liegendes  nach  dem  Bauernhause  gefältelte  Pliyl- 
lite  anstehen.  Die  Kalke  des  Aigenbevges  reichen  offenbar,  discordant  über  den  Phyllit  liegend,  von  Süden  bis 
in  die  Nähe  des  Phyllitkammes  heran,  wäiirend  im  Norden  die  Kalke  des  Ramsberges  aufragen.  In  den  Stein- 
haufen an  den  Rainen  der  Felder  fand  ich  die  ersten  Blöcke  aus  rothem  und  röthlichweissen,  an  Lithothamnien 
reichen  Kalk,  welche  in  meinen  ersten  Aufzeiclinungcn  als  „Kreidekalke"  bezeichnet  wurden.  Sie  machen 
2—5  Percent  der  Steinfindlinge  aus,  welche  sich  au  den  Rainen  aufgehäuft  linden.  (M.  vergl.  d.  Notiz  unten 
S.  166.) 

Die  Kalkabstürze  im  Norden  des  Ramsrückens  bestehen  aus  deutlich  geschichteten  Kalken,  welche  nach 
Nordost  streichen  und  zu  oberst  steil  nach  Nord  einfallen.  Das  Gestein  ist  cipollinartig,  krystallinisch  körnig  und 
liciit  gclldichgran  gefärbt.  Weiter  nach  Nordwest  wird  das  Gestein  fast  diclit  und  dolomitisch  und  ähnlich  den 
dolomitischen  Kalken,  welche  auch  vor  Raach  auftreten.  Auch  Zellenkaike  finden  sich. 

Wenn  man  den  Ramsberg  gegen  Nordwest  hinabsteigt,  so  trifft  man  auf  einer  Höhenstul'e  des  Berges,  auf 
welcher  die  dolomitischen  Kalke  kuppenartig  aufgelagert  siud,  grauweisse,  sehr  feinkörnige  und  in  kantigen 
Grus  zerfallende  Quarzite.  Es  finden  sich  aber  auch  grobkörnige  Quarzite,  förmliche  Qnarzitbreccien,  welche 
in  ihrer  Ausbildung  lebhaft  an  die  Brecciendolomite  erinnern,  wie  wir  sie  in  der  Region  des  ..Ilanptdoloniites" 
so  häufig  antreffen.  Die  ganze  Quarzitetage  liegt  über  gefältelten  Quarzit-Pliyllit  und  dürfte  eine  Mäclitigkeit 
von  15 — 20  Meter  haben. 

Bei  Kranichberg  tritt  der  Kalk  bis  au  die  Strasse  herab. 

Dieses  Auftreten  von  Quarzit  unter  den  Kalken  ist,  wie  aus  dem  Angeführten  hervorgeht,  eine  sehr  ver- 
breitete Erscheinung. 

Vom  Ramssattel  nach  Raach-Schlagl  und  nach  Weisscnbach. 

An  der  Localität  ,.Ani  Eck-'  tritt  neben  gefälteltem  Quarzit-Pliyllit,  l'iiyllitgneiss  mit  Quarzadern  auf. 
Aber  auch  Granitgneiss  liegt  in  der  Form  von  grossen  Blöcken  herum  und  sclieint  unter  demPhyilitgneiss  auf- 
zutauchen. 

Die  Kuppe,  welche  mau  vor  Raach  passiert,  besteht  schon  aus  grauem,  feinkörnigen,  dolomitischen  Kalk, 
der  in  feinen  Grus  zerfällt.  An  der  Grenze  gegen  die  krystallinischeu  Schiefer  tritt  auch  hier  viel  körniger 
Quarzit  auf. 


Geologische  UiitersuchiiiHjcn  in  der  „Granwackenzone"  der  nurdöstlivlioi  Alpen.  161 

Ausserhalb  Raach,  gegen  Schlagl  bin,  beginnt  bald  Zellendolomit.  An  der  Strasse  vom  Wirthsbause,  am 
„Schlagl"  nach  Wartenstein-Weissenbach,  stehen  dünnplattige,  glimmerige  Quarzit-Schiefer  (Sericitschiefer 
iihnlicli)  au.  Frisch  blaugrau  gefärbt,  erscheinen  sie  verwittert  bräunlich.  Ihr  Streichen  nach  hora  8,  ihr  Ein- 
fallen flach  nach  Nord.  Sie  erscheinen  auch  seidenglänzend  und  zeigen  Cleavagestructur  (eine  überaus  zarte 
wellige  Fältelung  auf  den  Schiehtflächen). 

Unmittelbar  darüber  lagern  die  grau.schwarzen  Plattenkalke  mit  Pentacriniten. 

Im  Hohlwege,  der  nach  Weissenbach  hinal)führt,  treten  beide  Gesteine  nebeneinander  auf  bis  an  die 
Enge,  wo  lichte  schieferige,  sericitische  Quarzite  anstehen.  Diese  Schiefer  entsprechen  offenbar  den  Schiefern 
des  Semmering-Sattels.  Weiterhin  fällt  ein  Kalkfelsen  auf,  der  aus  dunklem,  gescliichteten  dolomitischen 
Kalk  bestellt.  Dieser  ist  steil  aufgeschichtet  und  streicht  westöstlich.  (Dürfte  wohl  eine  von  oben  herab- 
gebrochene Scholle  vorstellen.)  Auch  Blöcke  eines  blendend  weissen,  halb  krystallinischen  Kalkes  liegen 
herum,   doch   herrschen   die  grauen  dolomitischen  Kalke  vor,   neben   welchen  Fig.  29. 

Rauchwacken  auftreten,  ganz  wie  am  Schlagl.  Bei  den  ersten  Häusern  von 
Weissenbach  treten  dann  gefältelte  Quarzphyllite  auf,  ganz  dieselben  Gesteine 
wie  am  Rücken  bei  Raach.  Beim  Ausgange  des  Grabens  treten  sie  rechts  an  die 
Strasse  heran. 

In  Findlingen  trifft  man  an  der  Strasse  einen  Grünschiefer. 

Die  oben  erwähnten  sericitischen  Schiefer  halten  bis  nach  Raach  und  weiter- 
iiin  bis  an  den  Fuss  des  Raachberges  an,  und  gehen  dort  in  fast  reine  Quarzit- 
schiefer  über.  Sie  finden  sich  auch,  und  zwar  ganz  in  derselben  Ausbildung  wie 
im  Senimering-Tunnel,  als  sichere  „Silberschiefer"   in  dem  Hohlwege  der  von    .,'  piattiger  Kalk 
Raach  nach  Sonnleiten  führt.  3.  Graublauer  Kalk. 

In  der  Ortschaft  Sonn  leiten    selbst   treten  am  SUdabhange  des  Raach-     1.  Dolomit,  Zellenkalk  imd 
berges  zu  oberst  graue  weissaderige  dolomitische  Kalke  auf  (wie  im  Graben  : 

Otterthal-Schlagl),  darunter  liegen  die  plattigen  dunklen  Kalke.  Das  Liegende  der  Kalke  aber  bilden  die 
sericitschieferartigen  Gesteine.  Bei  der  kleinen  Kapelle  in  Sonnleiten  wurden  Spuren  von  Fossilien:  verdrückte 
Korallen  und  undeutliche  Crinoiden  in  den  plattigen  Kniken  aufgefunden. 

Die  dolomitischen  Kalke  und  Zeilendolomite  halten  über  den  Burgslallberg  l)is  zur  Sagemühle  vor 
Siring  an. 

Vom  Ramssattel  nach  Hasshach. 

Arn  Ramsrücken,  von  der  Einsattelung  gegen  Osten  stehen  quarzreiche  Phyllite  und  PhylHtgneisse  au 
(Str.  hora  10,  Fallen  gegen  NO  20°).  Auch  findet  man  eine  Kuppe  von  gelblichwcissem,  dünnplattigen  Quarzit 
über  den  Quarzphyllit.  Am  Nordabhange  des  Eselberges,  oberhalb  Fliedersdorf  stellt  Kalk  an.  Es  ist  ein 
grauer,  gebänderter  Kalk,  ganz  ähnlich  jenem  am  Otterberge.  Die  Schichtflächen  sind  glimmerig,  wodurch  er 
etwas  an  Cipollin  erinnert.  Stellenweise  ist  er  in  Zellenkalk  verwandelt.  Gegen  den  Eselberg  hin  liegt  Quarz- 
phyllit darunter,  der  seinerseits  auf  Gratiitgneiss  aufruht.  Im  Quarzphyllit  beim  Weidenhofe  (genau  nördlich 
von  St.  Corona)  tritt  ein  Gang  von  niilchweissem  Quarz  auf.  Erwähuenswerth  sind  vielleicht  die  schöneu  circus- 
aitigen  oberen  Thalböden  am  südlichen  Abhänge,  die  bis  in  die  Nähe  des  Kammes  hinanreichen. 

Am  Wege  nach  Friedersdorf  kommt  man  über  grobflaserigen  Gueiss  auf  echte  Glimmerschiefer  mit  Gra- 
naten, welchen  Hornblendgneiss  und  Aniphibolit  eingehigert  sind.  Friedersdorf  liegt  auf  granatenführendem 
Glimmerschiefer.  An  der  Ausmündung  des  Kiengrabens  findet  sich  viel  Granitgneiss,  der  offenbar  vom  Esel- 
berge herabkommt. 

Sodann  kommt  man  abermals  über  weisse  Quarzite,  über  welche  hier  beim  Zerschlagen  stark  stäubende 
Rauchwacken  (Zellendolomite)  folgen.  Über  diesen  liegt  dann  Kalk.  Es  ist  eine  kleine  auf  Quarzit  auflagernde 
Scholle.  Der  Quarzit  seinerseits  liegt  bei  Haidenberg  wieder  auf  Quarzphyllit  (Str.  hora  10,  fällt  flach  nach 
NO).  Dieser  letztere  hält  an  bis  Ha.-sbaeh,  wo  auf  der  linken  Thalseite  krystalliniscli  körnige  Kalke  darüber 

Denkschriften  der  malhem.-naturw.  Gl.  L.  Bd.  Abhandlungen  von  NicUtmilgliedern.  Y 


102 


Fr  ((HZ  Toni 


(I. 


gelagert  auftreten.  Der  zum  Theile  gefältelte  riiyllit  von  Hassbach  enfiiält  kopfgrosse  Quavzknauern  und  ent- 
spricht vollkoniuieu  jenen  von  Kranichberg  und  der  Rams. 

Kurze  Notizen  über  geologische  Details  aus  der  Umgebung  von  Kirchberg  am  Wechsel. 

fTColon-iseli  n  Profile  an  bei  den  Thalseitcn  des  von  Kircliberg  anf  dou  R.amsrü  ckeu  fiihrendon  Thaies. 

Fisr.  30. 


Barns 


Profil  an  der  linken  föstlichen)  Thalseite  von  NNW. — SSO. 
I.  Gninitgneiss.   3.  Phyllit-  und  Pliyllitgneiss.    i.  Halb-  und  vollkrystallinischer  Kalk. 


Fig.  31. 


Ranu 


Aiannhiirn 


Profil  an  der  rechten  (westlichenj  Thalseite  von  NNW.— SSO. 
a.  llermannshöhle.   1.  Granitgneiss.  2.  Glimmergneiss.  3.  Phyllit-  und  Phyllitgneiss.  4.  Halb-  bis  vollkrystalliniseher  Kalk. 

Bis  gegenüber  dem  oberen  Eingange  in  die  Hermannshöhle  hält  an  der  linken  Thalseite  der  Kalk  an. 
Hier  ist  derselbe  in  einem  Steiubrnche  aiifgescblos.sen.  Er  liegt  discordant  auf  Granitgneiss.'  Der  letztere  hält 
nun  au  bis  zum  Beginn  der  Serpentinen  der  Fahrstrasse.  Der  Kalk  streicht  hier  hora  3  und  fällt  wenig  geneigt 
(24°)  gegen  den  Granitgneiss  nach  Westen  hin  ein.  Weiterhin  tritt  sodann  echter  seidenglänzender  Phyllit 
auf,  welclicr  weisse  Quarzadern  und  Quarzknauern  entliält.  Der  Kalk  ist  krystallinisch  körnig  bis  halb- 
krystallinisch  und  liegt  discordant,  theils  unmittelbar  auf  Granitgneiss,  der  auch  in  der  Nähe  des  Sattels  nocli 
einmal  hervortritt,  tlieils  auf  den  seidenglänzenden  Phylliten  auf.  Diese  letzteren  schieben  sich  auf  eine  weite 
Strecke  hin  zwischen  den  Granitgneiss  und  den  Kalk  ein.  —  Auf  der  Höhe  stehen  gefältelte  Glimmerphyllite 
(Glimmerschiefer  ähnliche  Phyllite)  an.  Der  vom  „Aigenberg"  gegen  die  Rams  ziehende  Kalk  ist  eine  Strecke 
weit  unterbrochen  und  tritt  daselbst  Quarzphyllit  und  Phyllitgneiss  zu  Tage,  ganz  analog  dem  Verhalten  auf 
der  Nordseite  des  Sattels  bei  Kranichberg. 

Der  obere  Eingang  in  die  Hermaunshö  iile  liegt  gerade  an  der  jetzigen  Thalenge  und  zwar  schon 
ausserhalb  der  Höhe  des  ehemals  zusammenhängenden  Kalkzuges.  Er  stellt  einen  nach  unten  zu  weiter 
werdenden,  vertical  in  die  Tiefe  führenden  Schlot  vor.  Der  Kalk  in  der  Nähe  der  Ausmündung  dieses  Schlundes 
ist  von  mehreren  ähnlichen  Verticalröhren,  iörmliehen  Strudellöehern,  durchzogen.  Aber  auch  in  annähernd 
horizontaler  Richtung  durchziehen  gewundene  cylindrische  Caniüe  den  Kalk.  Nahe  dei-  Ausniündung  des  Haupt- 
schlotes finden  sich  Incrustationen  und  au  einer  Stelle  ein  ziemlich  mächtiges  flaches  Gewölbe  aus  faserigem 
Kalksiuter,  vor  einer  der  Ausmündungen. 


1  Die  riiuuiliciie  Verbreitung  des  (iranitgncisses  („porphyrartiger  üneiss")  in  unserem  (iebiete  gibt  Czjzek   (J.  1858, 
S.  47.5)  sehr  genau  an. 


Geologische  Untersuchifnfiei/  in  der  ,,Gffiiiiracke»zoiie"  der  nonlöslUrlicn  Alpen.  163 

iMiie  recht  ausführliche  Beschreibung  der  Hermanushöhle  hat  Czjzek  gegebeu  (1.  c.  ,S.  50l'  und  503). 

Der  überhängende  isolierte  Kalkfels,  welcher  an  der  Enge  bei  Ofeubach  ansteht,  bildet  eine  Fortsetzung 
der  terrassierten  Kalkmasse  am  linken  Ufer,  am  Südhange  des  Aigeu-(Eulen)berges.  Es  ist  hier  wie  dort  ein 
grobkörnig,  krystallinisch-köruiger,  diiuugeschichteter  Kalk.  Das  Verflachen  nach  Südwest  mit  16°.  Los- 
getrennte, riffartig  auftretende,  krystalliuisch-kürnige  Kalke  finden  sich  auch  im  Osten  von  Kirchberg,  im 
weiten  Thalboden  des  Otterbaches,  am  „Ebenfelde-'  und  zwar  sowohl  genau  im  Süden  von  der  Wolfgang- 
Kirche  als  auch  im  Südosten  bei  der  Häusergruppe  „am  Stein". 

Am  linken  Ufer  des  Otterbaches  erstrecken  sich  die  krystallinischen  Kalke  aufwärts  bis  gegen  die 
„Lodenwalke".  Ihr  Liegendes  bilden  hier  Quarzphyllite  und  Phyllitgneiss.  (Der  Quarzphyllit  (des  „Gold- 
berges"). 

Die  Auflagerung  des  Kalkes  auf  den  Liegendschiefern  sieht  mau  beispielsweise  sehr  schön  in  dem 
engen  steilen  Graben,  der  oberhalb  der  Lodenwalke  gegen  den  Ramsrüeken  hinaufführt.  Oberhalb  der  kleinen 
Bauernhütte  treten  hier  lichtgrau  gefärbte  quarzreiche  Giimmerphyllite  auf. 

Der  krystallinisch  körnige  Kalk  ist  in  dünnen  Bänken  geschichtet  und  fällt  gegen  WSW  mit  24°  ein. 
Zum  Theile  erscheinen  die  Kalke  bankweise  bläuliehgrau  und  gebäudert,  zum  Theile  aber  weiss,  ungemein 
dünnplattig  mit  glimmerigen  Schichtflächen  als  förmliche  Kalkglimmerschiefer  (CipoUin).  Vorherrschend  sind 
sie  aber  weiss  und  grobkrystallinisch  und  bilden  steilabstürzeude  Wände.  Eine  Einlagerung  in  die  krystal- 
linischen Schiefer,  wie  sie  von  Czjzek  (M.  vergl.  oben)  zum  Unterschiede  von  seinen  Grauwackeukalken 
angenommen  wurde,  konnte  ich  nirgends  mit  Sicherheit  auffinden. 

Oberhalb  des  erwähnten  kleinen  Steinbruchs  am  Wege  von  Kirchberg  nacli  dem  Ramsrüeken  zieht  ein 
Graben  nach  Nordost  hinauf,  der  an  der  Grenze  zwischen  der  vom  Aigenberg  herübergreifenden  Scholle  von 
krystallinischem  Kalk  und  dem  Granitgneiss  verläuft.  Auch  hier  scheint  ein  auf  den  Schichtfläehen  fcin- 
glinimeriger  grauer  quarzreicher  Schiefer  an  der  Grenze  zwischen  beiden  Gesteinen  aufzutreten,  ähnlieh  so 
wie  er  in  dem  Graben  oberhalb  der  Lodenwalke  erwähnt  wurde.  Es  dürften  Gesteine  der  Phyllitgneiss-Familic 
sein.  Sie  bilden  in  der  That  Übergänge  zum  typischen  flaserigen  Gneisse.  Hier  findet  man  hie  und  da  alte 
Schlacken  als  Anzeichen  ehemaliger  Versuche,  Eisenerze  zu  verhütten.  Die  Liegendpartie  des  Kalkes  in  ihrer 
Entwicklung  als  Zellenkalk  dürfte  nesterweise  erzführend  sein. 

Der  Granitgneiss  besteht  aus  einem  grobkörnigen  Gemenge  von  grauem  Quarz,  dunklem  Glimmer  und 
lichtem  Feldspath  (Orthoklas),  der  in  grossen  Krystallen  ausgebildet  ist,  so  dass  das  Gestein  Pseudoporphyr- 
struetur  annimmt.  Aber  auch  der  Quarz  bildet  grosse  Ausscheidungen,  und  auch  Gänge  von  milchweissem 
Quarz  treten  auf. 

An  einer  Stelle  zeigen  die  Bänke  eiu  Streichen  nach  hora  5.  Das  Gestein  l-'sst  hier  kaum  eine 
Andeutung  von  Parallelslructur  erkennen.  Beim  „Buchinger  Bauer"  lässt  sich  am  Südhange  eine  ausgezeich- 
nete Quellmulde  beobachten,  typisch  ausgebildet,  wie  sie  z.  B.  Strefflcur  und  neuerlich  auch  Th.  Fuchs 
besehrieben  haben,  eine  Ausbildungsform  der  oberen  Thalböden,  welche  sieh  hier  an  beiden  Seiten  des  vom 
Bamssattel  zum  Hollabrunner  Riegel  verlaufenden  Kammes  in  vorzüglicher  Entwicklung  wiederholt  beob- 
achten lässt. 

Der  Eselberg  besteht  aus  dem  geschilderten  Granitgneiss. 

Der  aufgelagerte  krystallinische  Kalk  reicht  nach  Osten  hinüber  bis  zum  Calvarienberge  von  Kirchberg, 
wo  sicii  jedoch  zwischen  ihn  und  den  Granitgneiss  krystalliuLsche  Schiefer  in  geringer  Mächtigkeit  einschieben 
und  zwar  zu  unterst  ein  weisser  Quarzglimmersehiefer  und  darübrr  gewölnilidi  grau  gefärbte,  gefältelte 
Quarzphyllite. 

Gegen  den  Kirehgraben  hin  liegt  der  Kalk  auf  (luarzreieben  Glimmergneiss  auf,  unter  dem  der  Granit- 
gneiss hervortritt,  der  auch  hier  Quarzgänge  enthält,  jedoch  keine  pseudoporphyrisclie  Ausbildung  zeigt.  Der 
kleine  Wasserfall  im  Kirchgraben  liegt  in  diesem  Gestein.  Weiter  hinauf,  gegen  den  Wolfenkogel  hin,  findet 
man  am  Südosthang  denselben  feinkörnigen  Gneiss  und  darüber  Quarzphyllit,  der  grünlich  gefärbt  ist  und  sich 
talkig  anfüidt.  (^Quarzreicher  C'hloritgneiss.)  Auch  dieses  grüne  Gestein  ist  reich  an  Quarzeinschiüssen  in  der 


164 


Franz  Toiila. 


Form  von  Acieni  und  Gängen.  Der  Nordabhang  des  Wolfenkogels  wird  von  Granitgueiss  mit  grossen  Feld- 
spathkrystallen  gebildet. 

Die  Höhen  des  Kogels  aber  bestehen  aus  krystallinisch  körnigem  Kalk.  Derselbe  zeigt  längs  des  Grates 
südöstliches  Einfallen. 

Auch  oberhalb  der  Kirche  kommt  man  auf  Granitgueiss,  der  wie  echter  Granit  in  Grus  zerfällt  und  sich 
förmlich  in  Lehm  umwandelt. 

Auf  dem  Wege  gegen  den  Kirchgraben  tritt  zwischen  dem  Calvarienberg  und  dem  Wolfenkogel  wieder- 
holt Pliyllit  zwischen  Kalkauflagcrungen  hervor.  (Durch  tiefer  gehende  Erosion  entblösst.)  Am  Südfusse  des 
Wolfenkogels  streichen  die  Kalkscliichtcn  hora  8  und  fallen  nach  Süd  ein.  Die  liegende  Partie  des  Kalkes  ist 
gelblich  gefärbt  und  stellenweise  als  Zelleukalk  entwickelt. 

Auch  bei  der  Pfarrkirche  von  Kirchberg  steht  plattiger,  krystallinisch-körniger  Kalk  an. 


+  %  +  +  +  ■-  t 


1.  Grauitgneiss.    2.  Phyllit.     3.  Krystallinischur  Kalk. 


Am  südöstlichen  Gehänge  des  Otterberges  zwischen  Otterthal  und  Baumgarten  findet  man  in  den 
steilen  Runsen  zu  unterst  (hier  nur  in  Rollstücken  und  Brockenwerk)  Quarzit,  darüber  steht  krystallinisch 
körniger  Kalk  an,  der  theils  rein  weiss,  tiieils  lichter  und  dunkler  blaugrau  gefärbt  ist  und  durch  die  auf  den 
Schichtflächen  auftretenden  Glimmerschüppchen  cipoUinartiges  Aussehen  erhält,  wodurch  er  vollständig  in 
Übereinstimmnng  steht  mit  dem  am  Aigen-  (Eulen-)  Berge  auftretenden  Gestein,  t'ber  diesen  kiystallinisch 
körnigen  Kalken  (die  durcii  Verwerfungen  stellenweise  abgerutscht  sind)  findet  sich  ein  graublauer  plattiger 
Kalk  mit  undeutlichen  Crinoiden,  der  dem  Pentacrinitenliorizonte  entsprechen  dürfte.  Deutlicher  erkennt  man 
die  Übereinanderlagernng  der  Schichten,  wenn  man  in  dem  Otterbache  von  Baumgarten  aus  nach  Hinterotter 
und  zur  Kammliöhe  hinansteigt. 

Schon  beim  ,,abgel)rannten  Hammer",  oberhalb  Otterthal,  trifft  man  den  weissen  Quarzit  anstehend  unter 
der  Bedeckung  von  grauem  doloniitischeu  Kalk.  (Die  Gesteiusgrenze  bildet  hier  ein  Quellenniveau.)  Am 
Wege  von  Baumgarten  aufwärts  kommt  man,  von  dort  aus  wo  das  Thal  zum  Kessel  sich  erweitert,  auf 
grauen,  glänzenden,  quarzreichen  Schiefer,  der  in  seinem  petrographischen  Aussehen  an  die  „grauen 
Schiefer"  des  Kobermannrückens  erinnert.  Es  sind  ebenflächige,  leicht  spaltbare  Schiefer  und  zeigen  eine 
sehr  feine  Druckfältelung.  Der  Quarzit  tritt  dagegen  hier  in  bedeutenderer  Höhe  erst  bei  den  oberen 
Häusern  von  Hinterotter  anstehend  auf.  Er  hält  dann  oberhalb  des  „Haselbacher  Hauses"  im  Walde  an 
bis  zum  dritten  Etagenfahrwege,  wo  man  ihn  auch  in  schieferiger  Ausbildung  als  förmlichen  Quarzitschiefer 
antrifft. 

Über  dem  Quarzitschiefer  liegt  dann  dünnplattiger  Kalk  von  dunkler  Färbung  und  mit  thonig-glimmerigen 
Flecken  auf  den  Schichtflächcn.  Der  Kalk  umschliesst  stellenweise  ziemlich  viel  in  Brauneisen  umgewandelten 
Pyrit.  Dieses  Gestein  setzt  aucii  die  Kammhöhe  zusammen. 

Gegen  den  „hohen  Otter"  hin  treten  lichtgraue,  dolomitische  Breccien  über  grauen,  weissaderigen, 
dolomitischen  Kalken  auf,  welche  zum  Theil  infolge  des  Wechsels  lichter  und  dunkler  gefärbter  Lagen  förm- 
lich gebändert  erscheinen. 


Geologische  UnfersKchiingeii  in  der  „Grauwackenzoiie"  der  iiordöstlichcn  Alpen.  165 

Am  Nordabhange  gegen  „Sclilagl"  hinab  gehen  sie  übrigens  oberflächlieh  vielfach  in  Zellenliaüce  über. 


r 


FifC.  33. 


1.  Granitgneiss. 

-2.  Phyllit  und  Phyllitgneiss. 


3.  Grauer  Schiefer. 

4.  Quarzit  uml  Qiuuzit-Talkschiefer. 


>a 


b.  Doloiüitischcr  Kalk. 
6.  Zellenkalk. 


In  dem  Graben,  der  sich  vom  Posthause  in  Kirchberg  (am  rechten  Ufer  des  Baches)  gegen  den  „Sau- 
rücken" hinaufzieht,  steht  zuerst  grobkörniger  Granitgneiss  an,  mit  gross  entwickelten  Feldspathkrystallen, 
sodann  tritt  ein  echter  feldspathreiclier  Gnciss  in  der  Tiefe  des  Bacheinschniltes  unter  Phyllit  hervor. 

Der  Granitgneiss  ist  stark  zersetzt,  der  Feldspath  zum  Theil  kaolinisiert.  Nesterweise  treten  glimmerarme 
Partien  von  granitisch  körniger  Ausbildung  auf,  und  diese  sind  frischer  in  ihrem  Aussehen.  Als  Kluft.iusfiillung 
tritt  ein  lettiges  Material  mit  vielen  eingeschlossenen  Quarzkörnern  auf. 

Durch  eine  energische  Auswaschung  bei  einem  jüngsten  Hochwasser  wurden  sehr  in.structive  Erosions- 
formen, wie  sie  an  Wildbächen  in  den  festen  Gesteinen  auftreten,  entblösst,  welche  seit  langem  unter  Schutt- 
bedeckung verborgen  lagen:  an  Riesentöpfe  erinnernde  Gruben,   lialbcylindrische  Canäle  u.  dgl. 

Am  Eingänge  in  den  Molzgraben  bilden  die  äussersten  Ausläufer  des  Saurückenberges  eine  Enge,  an 
deren  Ausgange  die  Häuserrotte  „In  der  Molz"  gelegen  ist.  Zum  Zwecke  der  Erweiterung  des  Fahrweges 
wurde  vor  Kurzem  (1877)  daselbst  ein  Einschnitt  hergestcdlt.  Hier  steht  ein  grauer,  etwas  getaltelter  Phyllit- 
gneiss an.  Derselbe  zeigt  nordöstliches  Streichen  und  fällt  wie  der  ganze  Complex  nach  West  mit  30°  ein. 
Darüber  folgen  graue  phyllitartige  Glimmerschiefer  mit  einzelnen  Quarzkuauern.  Die  Gesteine  sind  in  ver- 
schiedenem Masse,  zum  Theile  sehr  stark  zersetzt,  werden  dadurch  mürbe,  bröckelig  und  zeigen  gelbbraune 
Farbe.  In  der  mittleren  Partie  de;ä  Einschnittes  sind  die  Schiefer  sehr  schön  gefältelt;  nach  oben  sind  sie 
förmlich  durchscliwiirmt  von  Qiiarzsclinüren  und  Quarzlinsen.  Weiter  aufwärts  gegen  Molzegg  stellen  sich 
quarzreiche  Gneisse  ndt  kleinen  Glimmerschüppchen  und  kleinen  hellen  Feldspathkryställehen  ein.  (Albit- 
gneiss  Böhm's,  Tschermak's  Mitth.  1883.)  Sie  erscheinen  dem  Quarzphyllit  au  mehreren  Punkten  ein- 
gelagert. 

Zwischen  Ofenbach  und  Otterbach  führt  nach  Süden  hin  der  Weg  in  den  Sumpersbachgraben. 

Der  Graben  ist  in  krystallinische  Schiefer  (Phyllit  und  Pliyllitgneiss)  eingeschnitten.  Beim  Kalkofen,  sowie 
beim  „Riegler",  beim  „Frohiier"  und  auch  im  Lehen  beim  „Nothnagel"  finden  sich  isolierte  Vorkommnisse  eines 
dunklen,  gebänderten  Kalkes,  die  letzen  Reste  eines  früher  verbreiteten  und  zusammenhängenden  Kalkzuges, 
der  stratigraj)hisch  als  eine  analoge  Bildung  aufgeführt  werden  kann  mit  dem  Trias-Kalkvorkommen,  von  dem 
ims  jüngst  Herr  Dr.  Teller  aus  der  Ccntralzone  des  mittleren  Tirol  berichtet  hat.  (Verhandl.  1883,  S.  193.) 
Die  wenig  ausgebildeten  Reste  im  Sumpersbachgiaben  werden  allenthalben  zur  Weisskalkgewinnung  ver- 
wendet und  wird  bald  nichts  mehr  davon  übrig  sein. 


166  Franz  Toni 


a. 


Mein  Besuch  des  Siiiupersbachgrabens  galt  einem  kleineu  Rrauiikolilenvorkonimen.  Dasselbe  ist  läumlicli 
sehr  beschränkt,  jedoch  am  Bache  an  einer  Stelle  recht  gut  aufgeschlossen. 

Über  einer  Breccie  tritt  brauner  Kohlensandstein  und  darüber  blauer  Kohlenletteu  mit  kleinen  Kohlen- 
schnitzchen  unter  einer  mächtigen  Scliuttdceke  auf.  Der  Aufschluss  zeigt  die  Öcliichten  in  einer  Mächtigkeit 
von  etwa  2"°  entblösst.  Die  Schichten  liegen  fast  horizontal  und  zeigen  nur  eine  ganz  leichte  Neigung  nach  Süd. 

Man  versicherte  mich  an  Ort  und  Stelle,  dass  auch  im  Lehn  (Lehen  „Lechen")  ähnliche  unbedeutende 
Braunkohlenvorkonnnnisse  angetroffen  worden  seien  und  dass  dieselben  Veranlassung  zu  erfolglosen  Schürfungen 
gegeben  haben  sollen. 

Braunkohle  ist  hier  sonach  in  manchen  Gräben  anzutreffen,  und  ich  mochte  an  diesem  Orte  zugleich  des 
Vorkommens  von  Braunkohle  oberhalb  des  Marktes  Kirehberg  gedenken,  wo  die  Braunkohlenformation: 
Sandsteine  und  Schieferthon  mit  einem  wenig  mächtigen  Flötzchen,  oberhalb  der  Kirche  am  Waga  gegen  den 
Kirchgraben,  unmittelbar  über  dem,  in  feinen  Gruss  zerfallenden  Granitgneiss  auftritt  und  eine  kleine  Mulde 
bildet.  Dessgleichen  treten  Braunkohlenschnitzchen  in  Letten  eingelagert  im  Katzgraben,  am  Fnsswege  von 
Kirchberg  nach  Aspang,  unweit  vom  Nagelbauer,  schon  nahe  der  Sattelhöhe  beim  „Stadelbaucrnkreuz",  auf, 
hier  offenbar  in  einer  Mulde  im  Phyllitgneissgebiete,  also  analog  wie  im  Sumpersbachgraben. 

Auf  dem  Wege  von  Kirchberg  zum  Stadelbaucrnkreuz  auf  der  Sattelhöhe  gegen  Aspang  kommt  man 
zuerst  über  Granitgneiss  mit  porphyrähnlicher  Structur,  der  vielfach  durch  die  Schuttmengen,  die  vom  Kamp- 
stein herab  gebracht  wurden  (Phyllit,  Chloritgneiss  und  Phyllitgneiss)  bedeckt  ist.  Auch  Findlinge  aus  gcbän- 
dertem  Kalk  finden  sich  hie  und  da.  So  finden  sich  z.  B.  auch  im  Schutt  des  Baches,  der  von  St.  Corona  herab- 
kommt, Kalkbrocken.  Es  scheint  dies  auf  ein  Vorhandensein  von  Besten  eines  Kalkzuges  hinzudeuten,  ähnlicli 
jenem  im  Sumpersbachgraben  und  im  „Lehn".  Der  anstehende  Gneiss  hält  an  bis  an  den  Graben  von  Both- 
moos,  wo  der  Qnarz-l'hyllit,  hier  in  grüner  Färbung,  und  grüner  Phyllitgneiss  mit  ganz  kleinen  Hirsekorn 
grossen,  hellen  Feldspathkrystäilchcn  auftreten,  Gesteine  ganz  ähnlich  jenen,  welche  kürzlich  von  Dr.  Böhm 
als  Albitgneiss,  von  Maricnsce,  besciirieben  wurden  (Tschermak,  Min.  Mitth.  1883)  und  wie  sie  ganz  ähnlich 
auch  im  oberen  Molzgraben  sicli  finden.  Ganz  dasselbe  Gestein  trifft  mau  auch  im  Ofenbachgraben  (oberluilb 
Kirchberg)  in  Verbindung  mit  Phyllitgneiss  und  Qiiarzphyllit  mit  Milchquarzgängen. 

Oberhalb  Trattenbach  im  Pfaffenljachgraben  treten  Phyllitgneisse  in  recht  verschiedener  Ausbildung  auf. 

Bei  der  sogenannten  „Schmelzhütte",  einem  unansehnlichen  Mauerrestc,  befinden  sich  leichte,  weissglini- 
nicrige',  gneissartige  Schiefer,  gneissartige  „Muscowit-Schiefer".  Unterhalb  lührt  der  Fahrweg  ül)er  echte 
typische  Quarzphyllite,  gefältelt  und  wohlgeschichtet  (streichen  hora  10  und  fallen  mit  30°  nach  West),  mit 
mächtigen  Gängen  von  weissem  Quarz. 

Sodann  treten  „Perlgneissc"  auf.  (=  Albitgneiss"  von  Mariensee.) 

Au  der  Einmündung  des  Pfaffenbaches  in  den  Tratfcnbach  steht  am  linken  Ufer  des  ersteren  wieder  echter 
Phyllitgneiss  an,  nnt  ostwestlicliem  Streichen  (hora  G)  und  Einfallen  nach  N.  mit  30°.  Es  ist  ein  feldspath- 
armer  und  grobflaseriger  Gneiss.  Bei  der  Kirche  von  Trattenbach  steht  ein  feinkörniger  quarzreichcr  Phyllit- 
gneiss an,  der  viele  Schnüre  und  Nester  von  Quarz  enthält.  Seine  Schichten  streichen  hora  7  und  fallen  nach 
N.  ein.  Diese  Gesteine  halten  auf  eine  längere  Strecke  hin  an.  Nach  den  Häusern  „im  Auger"  treten  dann 
darüber  gefältelte  Pliyllitc  auf,  die  durch  Übergänge  mit  den  Phyllitgueisseu  verbunden  sind. 

In  Bezug  auf  das  Vorkommen  der  rotheu  Kalkblöcke  mit  Lithothamnien,  Orbitoiden  und  verschiedenen 
anderen  Fossilien,  welche  ich  seiner  Zeit  für  obereocäu  zu  halten  geneigt  war,  verweise  ich  auf  meine  dies- 
bezüglichen Bemerkungen  im  Jahrb.  der  k.  k.  geol.  Keichsanst.  (1870,  S.  123—136),  fühle  mich  jedoch 
gedrängt  hier  anzuführen,  dass  ich  in  Bezug  auf  die  Richtigkeit  jener  Altersbestimmung  heute  einige  Zweifel 
hege,  besonders  seit  ich  die  überraschend  ähnlichen  Bilduugeu  am  Kammbügl  bei  Flatz,  am  Fasse  des  Kctten- 
loisberges  gesehen  habe. 

Czjzek  erwähnt  das  Vorkommen  der  rothen  Kalke  bei  Kirchberg  nicht. 


(}(iolo(jische  Untersuchungen  in  dir  ^, dran irackenzone"  dir  nordöstlichen  Alpen.  167 

Ausflug  von  Nennkirclicii  in  das  Gebiet  der  Kalke  von  Sebenstein,  Glcissenfeld,  Scheib- 

lingkirclien  und  Thernberg. 

Von  höchstem  Interesse  musste  für  mich  der  Vergleich  der  Kalke  in  der  Gegend  von  Kirchberg  mit  jenem 
am  Pitten-  und  Schlattenbaehe  sein. 

Auf  der  dem  Wasserleitungswerke  beigegebeuen  ausgezeichneten  Karte  wird  bei  Natschbach  „Grau- 
wackenschiefer"  angegeben.  Der  Rücken  südlich  davon  besteht  aus  Schuttanhäufungeu ;  Phyllitgneiss  und 
Quarzitgeschiebe  spielen  die  Hauptrolle.  Sodann  kommt  man  zuerst  rechts  von  der  Fahrstrasse  auf  weissen  und 
gelblichen  dolomitischen  Kalk,  der  auch  als  Zcllendolomit  (Rauchwacke)  entwickelt  ist.  Bei  der  Kirche  in 
Sebenstein  ist  das  Gestein  wohlgcschichfet  und  liegen  die  Schichten  fast  horizontal.  Es  gleicht  im  petrographi- 
schen  Verhalten  ganz  dem  Zellendolomit,  wie  er  am  Pinkenkogel,  auf  der  Kampalpe  und  bei  Mürzzuschlag 
ansteht. 

Unter  dem  alten  Schlosse  Sebenstein  ist  dasselbe  Gestein  anstehend.  Hier  liegen  Stücke  eines  grauen, 
gebänderten,  kr^'staliinisch-körnigeu  Kalkes  herum,  der  eine  Strecke  weiter  aufwärts  am  rechten  Ufer  des 
Pittenbaciics  ansteht.  Seine  Schichtflächen  sind  mit  Glimmerschüppchen  bedeckt.  (Cipolliuartiger  Kalk.)  Am 
Türkensturz  bei  Gleissenfeid  findet  sich  ganz  dasselbe  Gestein.  Hier  treten  die  Kalke  in  mächtigen  Bänken 
mit  zwischengelagerten,  dünngeschichteten  Lagen  auf.  (Zwei  Tage  vor  meinem  Besuche  der  Localität  war 
längs  einer  nach  hora  2  streiclienden,  steil  nach  N.  einfallenden  Kluft  ein  gewaltiger  Absturz  der  Gesteine 
erfolgt.) 

Im  benachbarten  Sollgiaben,  oberhalb  der  Steinwand,  tritt  das  Grundgebirge  (quarzreicher  Glimmer- 
phyllit)  zu  Tage,  discordant  unter  dem  Kalke. 

Auf  der  Strasse  von  Scheiblingkirchon  gegen  Thernberg  treten  zuerst  Zellendoloraite  auf,  dann,  kaum 
einen  Kilometer  tiialaufwärts,  kommt  m;in  an  plattig  brechende,  dunkelgrauc,  weissadcrige,  dolomitisclie 
Kalke,  mit  glimnicrig-tiascrigen  Schiclittläclien,  welche  pefrographisch  auf  das  vollkommenste  mit  dem  Penta- 
criniten -Kalke  übereinstimmen.  Ganz  dieselben  Gesteine  stehen  auch  bei  der  Brücke  von  Innerschildgraben 
an.  Sie  sind  hier  dunkclgrau  (fast  schwarz),  schichtweise  ausgezeichnet  plattig  (mächtigere  Bänke  weciiseln 
mit  dlinnplattigeii  Lagen  ab).  Sie  streichen  hora  1  und  fallen  nach  West.  Gegenüber  der  Ausmündung  des 
Scldattenliaclics  streiclien  ganz  ähnliche  Kalke  liora  7  und  fallen  nach  Nord.  Es  stimmt  dies  auf  das  Beste  mit 
den  Darstellungen  Czjzek's  überein. 

Auf  der  Karte  des  Wasserversorgungsvverkes  (1864)  sind  die  Kalke  beim  alten  Schlosse  Sebenstein  als 
„Kalk  und  Rauchwacke  der  Centralkette" ;  die  Kalke  und  Ranchwacken  am  linken  Ufer  bei  Sebenstein,  bei 
Gleissenfeid  und  Scheiblingkirchen  aber  sind  analog  der  Czjzek'schen  Darstellung  als  der  Grauwackenzone 
angehörig  bezeichnet. 

Wie  gesagt  konnte  ich  an  keiner  Stelle  eine  Einlagerung  der  Kalke  in  die  krystallinischeu  Schiefer  beob- 
achten; übernll  und  auch  bei  den  kvystallinisch-körnig  ausgebildeten  Kalken  lassen  sich  Discordanzen  gegen 
das  Grundgebirge  erkennen,  und  auch  die  Unterschiede  zwischen  den  verschiedenen  Varietäten  sind  durch 
Übergänge  vielfach  al)geschwächt,  so  dass  ich  die  Meinung,  dass  ein  sicherer  Altersunterschied  zwischen  den 
einzelnen  Kalkschollen  nicht  anzunehmen  sei,  als  den  Thatsachen  nicht  wiederstreitend  bezeiclinen  möchte.  Der 
Grad  der  Umänderung  des  Kornes  der  verschiedenen  Kalkvarietäteu  ist  eben  ein  recht  verschiedener,  aber  fast 
überall  ein  weitgehender,  und  werden  dadurch  die  Übergänge  derselben  in  einander  erklärliar. 

Sicher  paläozoische  Kalke  sind  nach  dem  l)isher  in  diesem  Gebiete  erkannten  deiinalen  nicht  anzu- 
nehmen. 


168  Franz  Toxli 


II.  Die  geologischen  Verhältnisse  westlich  vom  Semmering. 

a)  M  in-  z  z  11  s  c  li  1  a  g  —  N  e  u  b  e  r  g. 

Über  die  Verhältnisse  der  GramFackenzone  an  der  Mürz,  besonders  in  der  Umgebung  von  Neuberg  und 
Kapellen,  findet  man  bei  Stur  (1.  c.  110)  einige  Angaben.  Dieselben  sind  in  Kürze  die  folgenden:  Die  Mürz 
durclibricbt  den  erzführenden  Kalk,  dem  auch  das  Magnesitvorkommen  im  Osten  von  Neuberg  angehört.  Im 
Liegenden  desselben,  durch  eine  wenig  mächtige  Zone  von  Schiefern  davon  getrennt,  folgt  in  südöstlicher 
Eichtiing  eine  sehr  ausgedehnte  Ablagerung  von  Kalken,  die  sich  aus  der  Umgebung  des  Rosskogels  (Kapellen 
SW)  über  Kapellen  verfolgen  lassen,  von  wo  sie  in  zwei  gesonderten  Zügen  weiter  ziehen,  deren  einer 
nördlich  vom  Tratikogel  üher  den  Kaltenberg,  die  Hohe  Reith  und  den  Falkenstein,  südlich  von  der  Prein,  sich 
an  den  schmalen  Riffrücken  der  an  die  Grauwacken  angepressten  Kalke  anschliesst,  während  der  zweite  sich 
südlich  davon  über  die  Kampalpe  und  den  Alpenkamra  hinzieht  und  so  an  den  Bürgerwald-Jägerbrandkalk 
anschliesst. 

Über  die  Besciiaffenheit  und  die  Lagernugsverhältnisse  des  Kalkes  bei  Kapellen  fehlen  nach  Stur  aus- 
führlichere Mittheilungen.  Nach  den  Angaben  der  Karte  lagert  der  Kalk  an  seiner  Südgrenze  unmittelbar  auf 
Gneiss.  „Am  Rosskogel  und  Lerchkogcl  (Langenwang  N.)  erscheint  zwischen  dem  Kalk  und  dem  azoischen 
Gebirge  der  Quarzfels".  (^Haue  r  u.  Foetterle  1852,  IV.  Heft,  S.  61.)  Stur  schlicsst  daraus  mit  vollem  Rechte, 
dass  der  Kalk  von  Kapellen  mit  den  in  den  Cetisclien  Alpen  auftretenden,  durch  das  Quarzfels-Mitvorkommen 
charakterisierten  Schiefern  und  Kalken  in  Parallele  gestellt  werden  müsse,  „die  sich  von  den  eigentlichen 
silurischen  Gebilden  unterscheiden".  In  der  That  verhalten  sich  auf  ähnliche  Weise  beispielsweise  auch  die 
Kalke  am  hohen  Göstritz  (Sonnwendstein),  am  Otterberge  und  Raachberge,  sowie  auch  die  erzführenden 
Kalke  im  Fröschnitzgraben.  Etwas  ausführlicher  kommt  Stur  in  einer  schon  an  anderer  Stelle  erwähnten 
Anmerkung  auf  Seite  115  des  citierten  Werkes  auf  dieses  Gebiet  zurück,  indem  er  nämlich  „jungeozoische" 
Gesteine  auf  der  Linie  Gloggnitz-Neuberg  bespricht.  Tlionglimmerschiefer,  überlagert  von  chloritischen  und 
dioritischen  Gesteinen,  treten  südlich  von  Neuberg  und  nördlich  von  der  nach  Süden  einfallenden  Kalkmasse 
von  Kapellen  zwischen  dieser  und  der  „Silurformation"  von  Neuberg,  die  steil  nach  Nord  einfällt,  zu  Tage. 

Auch  nördlich  von  dem  Zusammenflusse  des  Raxenbaches  mit  dem  Bache  des  Altenbergerthales  treten 
quarzreiche  „Thouglimmerschiefer"  (=  Quarzphyllite)  auf,  unter  der  nördlich  folgenden  „körnigen  Grauwacke", 
über  der  sodann  die  „Hangendbreccie",  ans  quarzkörniger  Grauwacke  und  verschiedenen  Schiefern  bestehend, 
und  darüber  sofort  der  Werfener  Schiefer  auftreten,  während  die  rothen  Sandsteine  der  GoUrader  Bucht  hier 
vollkommen  fehlen. 

Derselbe  Zug  von  Quarzphyllit  tritt,  wie  wir  gesehen  haben,  auch  im  oberen  Kaltenbergthale  (Prein  SW) 
unter  den  Grauwacken  und  Quarziten  zu  Tage. 

Im  Folgenden  führe  ich  die  von  mir  bei  meinen  Excursioncn  in  diesem  Gebiete  gemachten  Wahr- 
nehmungen an. 

Im  Steinbachgraben  bei  Mürzzuschlag  (südlich  davon)  steht  grauer  plattiger  Kalk  an,  der  fein 
krystallinisch-körnige,  dolomitische  Einlagerungen  und  Einschlüsse  zeigt,  wie  dies  auch  bei  dem  Kalke  bei 
Steinhaus  (rechte  Thalseite,  neue  Semmeringstrasse)  der  Fall  ist.  Auch  die  Varietät  mit  glimmerig-glänzenden 
Schichttlächen  findet  sich  in  den  Rollstücken.  Die  dolomitischen  Kalke  zeigen  Neigung  zur  Zellenkalkbildung. 
Am  Abhänge  des  Gansberges  gegen  Mürzzuschlag  werden  aus  Zellenkalk  Strasscnweichsteine  gewonnen.  Im 
Bachschutte  des  Steinbaches  finden  sich  neben  Phyllit-  und  Gneissrollstücken  auch  solche,  und  zwar  weniger 
stark  abgerollte,  von  Quarzit. 


Geologische  Untersuchungen  in  der  „Grauwackenzone"  der  nordöstlichen  Ali)en.  169 

Mürz  zu  schlag — Kapellen. 

Die  lichten  Kalke  an  der  Einmündung  der  Fröschnitz  in  die  Mttrz  bei  Mürzzusclilag  sind  wohlgeschichtet 
und  fallen  mit  20°  nach  8W.  Sie  stellen  eine  riesige,  von  oben  lierabgebrochene  Seholle  dar.  Beim  „Tiefen 
Thal-',  au  der  linken  Thalseite  der  Mürz,  stehen  graue  und  weissaderige,  zur  Zellenkalkbildung  geneigte 
doloniitische  Kalke  an.  Sie  erinnern  in  ihrem  Aussehen  an  Guttensteiner  Kalk,  bilden  dicke  Bänke  und  sind 
vielfach  gestört.  Bei  der  Brücke  befindet  sich  ein  Steinbruch  in  dem  diinkelgrauen  Kalke.  Derselbe  ist  hier 
deutlich  geschichtet  und  besitzt  glimmerige  Schichtfläclieu ;  viele  Verwerfungsklüfte  durchziehen  die  fast 
Jiorizontal  gelagerten  Bänke;  kleine  Crinoidendurchschnitte  sind  hie  und  da  zu  erkennen,  ganz  so  wie  in  dem 
gleichartigen  Kalke  am  Otterberge  bei  Kichberg. 


Fig.  34. 


S. 


N. 


Streichen  honi  3—4,  Fallen  nach  SO.  mit  20°. 


Durch  einen  kleinen  Bahneinschnitt  sind  die  Kalke  ganz  schön  aufgeschlossen,  liier  fiiulen  sicii  (Fig.  34) 
zu  Oberst  Kalkschiefer  (1),  die  nach  abwärts  auffallend  dünnplattig  (2)  werden.  Das  Liegende  bilden  krystal- 
liuisch  körnige,  feste  Bänke  (3),  welche  auf  das  schönste  gebändert  erscheinen.  Die  Hangendkalkschiefer  (1) 
füln-en  Crinoiden  und  entsprechen  den  dünnplattigen  Schiefern  (1)  im  Krennthaler'schen  Bruche  (S.  13'Jj  und 
den  Semmeringkalkschiefern. 

Bei  der  ersten  Tbalweitung  kommt  man  auf  Quarzphyllit.  Auf  der  rechten  Tlialseite,  an  der  Bahn,  stehen 
aber  noch  dieselben  Kalke  an. 

Beim  Eisenhammer  treten  am  Eisenbahneinsehnitte  am  rechten  Ufer  starkglimmerige,  gefältelte  Quarz- 
phyllite  auf.  Quarz  findet  sich  in  Form  von  Knauern  und  Linsen.  Oberhalb  des  Eisenhammers  stehen  an  der 
Strasse  (linken  Ufer)  sofort  wieder  lichtgraue,  wohlgeschichtete  Kalke  an,  welche  WO  streichen  (hora  6—7) 
und  mit  circa  25°  nach  Nord  einfallen.  In  dem  grossen  Steinbruche  oberhalb  des  Hammers  stehen,  abwechselnd 
in  mächtigen  Bänken  (1)  und  dünngeschichtet,  (2)  lichte,  krystallinisch-körnige  Kalke  an,  mit  vielen  Adern 
und  Linsen  aus  späthigem  Kalk  und  mit  glimmerigen  Schichtflächen.   Sie   stimmen  mit  jenen  von  Kirchberg 

Fig.  35. 


(Aigenberg)  und  von  der  Polleroswand  am  Semmering,  auf  das  Beste  überein.  Sie  zeigen  oben  eine  mit  Geröll 
(3),  feinem  Sand  (4)  und  Schutt  (5)  bedeckte  Terrasse,  welche  sich  auf  das  schönste  bis  Kapellen  und  dar- 
über hinaus  am  Eaxenbach  verfolgen  und  vollkommen  ausgeprägte  Erosionsformen  erkennen  lässt. 

Beim  Hanselbauer  (linke  Tlialseite)  sind  die  Kalke  mehr  oder  weniger  krystallinisch-körnig,  wohl 
geschichtet  und  gleichen  ganz  und  gar  den  Kalken  in  den  Adlitzgräben  bei  Klamm.  Sie  erscheinen  partien- 
weise auch  hier  wie  gebändert  (Streichen  hora  7,  Fallen  nach  N.  mit  35° ),  indem  dunkel  graublaue  Lagen  mit 
rein  weissen  abwechseln.  Sie  streichen  schräg  über  die  Mürz  und  stehen  an  der  Bahn  vor  der  Ausmündung 
des  Dietler  Grabens  gleichfalls  an,  fallen  aber  dort  etwas  steiler  nach  Nord  ein.   Es  ist  kein  Zueiiel,  dass  die 

Denkschriften  der  mathem.nalurw.Cl.  L.  Bd.  Abhaiidlunjjeu  von  Niclitmitgliederii.  W 


170 


Franz  TokIü. 


Kalke  bei  Mürzzuscblag  sowohl,  als  auch  jeue  oberhalb  des  Eisenhammers  auf  den  dazwischen  durchstreichen- 
den Quarzphyllit  aufgelagert  sind. 

Ein  interessanter  Aufscbluss  folgt  hierauf  kurz  vor  Kapellen.  Hier  treten  zwischen  in  Schollen  gebrochenen 
Kalken  Grapliitsehiefer  in  vielfach  gestörter  Lagerung  auf  (Fig.  36). 

Die  graphitischen  Schiefer  dürften  dem  Carbon  entsprechen  und  erscheinen  wie  zwischen  die  Kalk- 
schollen hineingepresst  oder  zwischen  dieselben  eingeklemmt.  Sie  bilden  die  unmittelbare  westliche  Fort- 
setzung des  von  der  Prein,  über  den  Sattel,  in  das  südliche  Gehänge  des  Raxenthales  sich  erstreckenden 
Zuges.  Die  Kalke  erinnern  in  ihrem  Aussehen  sehr  an  jene  bei  der  Eiseuockergrube  im  Gamperlgrabcn.  Sie 
gehen  gegen  Kapellen  hin  im  Zellenkalke  über,  und  reichen  Ijis  an  die  Thalbiegung  ausserhalb  Kapellen.  Auch 
oberhalb  der  Brücke  und  gegenüber  der  Einmündung  des  Raxenbaches  stehen  graphitische  Schiefer  an.  An 
ersterem  Punkte  in  gestörter  Lagerung,  an  letzterem  wieder  mit  WO.-Streichen,  aber  mit  südlichem  Einfallen, 
dabei  stark  gefältelt  und  mit  lettigen  und  sandig-ockerigen  Einlagerungen.  Der  Kalk  liegt  discordant  darüber, 
hat  graue  Färbung  und  ist  reich  an  weissen  Calcitadern. 

Bei  der  oberen  Brücke,  gleich  oberhalb  Kapellen,  treten  abermals  graphitische  Schiefer  unter  und  zwischen 
den  gelblich  gefärbten  Kalken  hervor.  Sie  sind  stark  gefältelt,  quarzreich  und  durch  zahlreiche  Klüfte  zerstückt. 
In  den  Klüften  findet  sich  Graphit. 

Fig.  36. 


1.  Gelblicher  Kalk,  iingesehichtet. 

2.  Lichter  und  dunkler  grau  gefärbter  Kalk,  dolomitisch. 

3.  Zarte  graphitische  Schiefer. 

4.  Sandige  grapbitische  Schiefer. 


(I.  Lettenkluft,  h.  Kluft  mit  tascheiiartiger  Erweite- 
rung, mit  gelblichem  Sand  gefüllt,  c.  Verwerfung. 
(/.  Kluft  mit  gelblichem  Sand  wie  bei  h. 
Streichen  hora  6 — 7,  Fallen  nach  N. 


Kapellen — Reichen  au. 

Am  Ausgange  des  Raxenthales  (linkes  Ufer)  steht  ein  dunkel  grau  gefärbter  Dolomit  (dolomitischer 
Kalk)  an,  der  ganz  und  gar  das  Aussehen  des  Hauptdolomites  (Opponitzer  Dolomit)  an  sich  trägt  und  in  feinen 
Grus  zerfällt.  Bei  Stoien  mündet  au  der  rechten  Thalseite  ein  Graben  aus,  in  dem  von  der  Raxalpe  ein  grau- 
weisser  Kalk  herabkommt.  Oberhalb  Stoien  verengt  sich  das  Thal.  In  der  Klause  steht  beiderseits  ein  lichter 
wohlgeschichteter  Kalk  an,  der  thouig-glimmerige  Zwischenmittel  in  Form  von  kleinen  Flecken  und  Flasern 
auf  den  Schichtflächen  zeigt.  ( Rhätischer  Kalk.) 

Beim  Steinhammerl  mündet  von  Nord  her  ein  wasserreicher  Graben  aus,  in  dessen  Schuttwerk  man  neben 
grossen  Blöcken  ans  Conglomerat  der  Steinkohlenformation,  Quarzite,  graue  Schiefer  und  dunkle  eisenockerige 
Breccienkalke  (wie  Guttensteiner  Kalk)  findet. 

Bei  der  kleinen  Kapelle  mündet  an  der  linken  (südlichen)  Thalseite  ein  Graben  aus,  durch  den  in  das 
Haupttbal  ein  mächtiger  Schuttkogel  herausgeschoben  wurde,  der  fast  durchwegs  aus  älteren  Gesteinen: 
grossflaserigem  Quarzglimmerschiefer,  Phyllitgneiss,  gefälteltem  Phyllit,  zusammengesetzt  ist,  was  für  die  Nähe 
der  krystallinischen  Schiefer  im  Süden  spricht. 

Auch  vor  dem  nächsten  Graben  an  der  linken  (südlichen)  Thalseite,  dem  Brandigraben,  befindet  sich  ein 
ganz  analog  zusammengesetzter  Block-  und  Schuttkegel. 


Geologische  Untersuchungen  in  der  „G mmvachenzone"  der  nordöstlichen  Alpen.  171 

Etwa  einen  Kilometer  weiter  nach  dem  Grampesgraben  kommt  man  auf  anstellende  Carbongesteine: 
dunkle  schieferig-glimmerige  Sandsteine  und  Conglomerate.  Im  Schutt  tritt  auch  Grünschiefer  auf.  Auch  die 
graphitischen  Carbonschiefer  finden  sich,  ganz  wie  bei  Breitenstein  und  Klamm.  (Streichen  hora  6  —  7,  fallen 
nach  N.) 

Bei  der  kleinen  Mühle  werden  graue  und  grüne  Schiefer  häufig  und  auch  die  glänzenden  Silberberg-Grau- 
wacken  finden  sich. 

In  dem  aus  Nord  kommenden  Blockwerk  sind  viel  schwarze  Kalke  (echte  Guttensteiner  Kalke)  mit  spär- 
lichen, schleclit  erhaltenen  Gastropoden  (Naticellen).  Am  Gscheid  endlich  stehen,  auf  steierischer  Seite,  graue, 
feinkörnige,  etwas  sericitiseh  aussehende  Quarzsandsteine  an,  während  gegen  Osten,  auf  der  österreichischen 
Seite,  dünnplattig  brechende,  mürbe,  grauweisse,  talkig  sich  auliihlende  Schiefer  den  Steilhang  zusammen- 
setzen, welche  die  grösste  Ähnlichkeit  haben  mit  den  am  Semmering  unter  den  Kalken  auftre- 
tenden sericitischen  Schiefern. 

Am  Gschaid  streichen  die  Schichten  hora  7  —  8,  fallen  mit  40°  nach  N  ein,  und  sind  stellenweise  reich 
an  Quarz  in  Form  von  Knauern  und  Linsen.  Das  unmittelbar  Liegende  dieser  wohl  mit  vollem  Recht  dem 
Werfener  Schiefercomplex  zugezählten  Schiefer  bilden  echte  Grünschiefer.  Unter  diesen  folgt  eine  Bank  der 
Silberberg-Grauwacke  und  darunter  ganz  dünnplattiger  grauer  Schiefer,  der  auch  weiter  nach  abwärts  anhält 
und  vielfach  verstürzt  die  Berghänge  zusammensetzt. 

Im  Liegenden  folgen  — -  nur  auf  eine  kurze  Strecke  aufgeschlossen  —  graphitische  Schiefer,  welche  mit 
echten  dunklen  Carbongesteiuen  verbunden  zu  sein  scheinen. 

„Grauwackenschiefer"  verschiedener  Ausbildung,  theils  sericitisch-silberglänzend,  theils  licht  graublau, 
theils  graugrün  (letztere  stellenweise  gefleckt  und  wie  geflammt  aussehend)  halten  bis  zur  Abzweigung  des 
Sonnleiteuweges  an,  wo  unter  den  fleckigen,  graugrünen  Schiefern  echte  GrUuschiefer  auftreten. 

Kapellen  —  Altenberg. 

Bei  der  Sägemühle  stehen  licht  graublaue  Kalke  an,  welche  jenen  bei  Klamm  gleichen  und  steil  nach  N 
fallen.  (Streichen  hora  6 — 7.) 

Nach  der  Wegtheilung  (Abzweigung  in  das  Raxenthal  nach  Ost)  kommt  man  auf  typische  Carbongesteine, 
schieferige,  quarzreiche  Sandsteine.  Sie  streichen  hora  9  und  fallen  steil  nach  NW.  Sie  halten  bis  gegen  die 
Eisengruben  hin  an,  gehen  aber  im  Hangenden  in  grobkörnige  Sandsteine  mit  glimmerig-thonigem  Binde- 
mittel über  (ähnlich  dem  Gesteine  vom  „Silberberge"  bei  Gloggnitz).  Auf  den  Halden  herrschen  grünliche  und 
röthlichbraune,  schieferige  Gesteine  vor,  welche  bereits  den  Werfener  Schiefern  entsprechen  dürften. 

Kapellen  —  Neuberg. 

Von  Kapellen  nach  Neuberg  bilden  die  Grauwackenschiefer  die  Unterlage  für  die  darauf  lagernden,  ver- 
hältnissmässig  wenig  ausgedehnten,  in  einzelne  Schollen  zerstückten  Kalke. 

Über  das  Auftreten  der  Erze  im  Ncuberger  Revier  vergleiche  man  Tunner's  Jahrbuch  III,  S.  30 — 31. 
Beim  Steinbauer  kommt  Siderit  mit  Kalk  vor  (Rohwand),  an  allen  anderen  Punkten  aber  ist  „das  wahre  taube 
Hangend  und  Liegend,  der  feste  Grauwackenschiefer,  der  theilweise  selbst  in  grobkörnige  Grauwacke  über- 
geht und  überall  sein  nördliches  Verflachen  beibeliält-'.  Die  Einlagerungen  erfolgten  nicht  überall  dem  Schicht- 
streichen entsprecliend.  „Südliches  Einfallen  der  Erzmittel  wurde  wiederholt  beobachtet." 

Miller  (Berg-  und  Hüttenmännisches  Jahrbuch  18(34,  S.  220)  gibt  auch  ein  Vorkommen  von  Anthracit 
im  Mürzthale  bei  Neuberg  an,  das  er  mit  jenem  von  Turrach  in  den  Centralalpen  in  Verbindung  bringt. 

Aus  den  Mittheilungen  über  die  Neuberger  Eisensteinbaue  (1.  c.  Tunner's  Jahrbuch  III,  S.  30) 
seien  folgende  Angaben  hervorgehoben: 

Die  Baue  folgen  von  Ost  nach  West  in  nachstehend  angegebener  Aufeinanderfolge:  Altenberg,  Bohnkogel 
(Lohnkogel  auf  der  Generalstabskarte),  LichtenViach,  Steinbauer,  Rettenbacher,  Tebrin,  Steinkogel  und  im 
Dürnthal.  Sie  liegen  genau  in  der  Richtung  des  Hanptzugcs  und  zwischen  den  einzelnen  Bauen  kennt  man 


172  Franz  Toula. 

überdies  noch  „ärmere  Erzfindlinge".  Streichen  und  Verflachen  ist  an  den  verschiedenen  Stellen  verschieden. 
Die  Hangend-  und  Liegendgesteine  bildet  „der  feste  Grauwackenschiefer,  der  stellenweise  selbst  in 
grobkörnige  Grauwacke  übergeht  und  überall  ein  nördliches  Verflcächeu  beibehält".  Nur  heim  Stein- 
baucr  liegen  die  Erze  im  Kalk,  am  Steinkogel  „kommt  nur  wenig  Kalk  mit  vor"  —  überall  sonst  liegen  die 
Erze  in  den  Grauwackenschiefern,  die  „zunächst  den  Erzen  mehr  talkig  und  mürber"  werden. 

In  der  Nähe  der  Erzlager  selbst  sind  vielfache  Schichtenstörungen  constatiert:  „Biegungen  der  Schiebten, 
Theilungen,  Abscheiduiigen  u.  dgl."  Am  Scheidestollen  in  Tebrin  wurden  sogar  zwei  südlich  fallende  Erz- 
mittel angefahren.  Besonders  auffallend  ist  die  Angabe  betreffs  des  Verhaltens  der  bebauten  Erzmittel  im  Stein- 
kogel. Dieselben  fallen  nämlich  nach  Süden,  während  die  Grauwacke  über  Tags  ihr  nördliches  Einfallen  bei- 
behält. Es  scheint  dies  auf  das  Deutlichste  dafür  zu  sprechen,  dass  das  Erz  hier  in  einer  Verwerfungskluft  der 
Schiefer  abgesetzt  wurde.  Die  einzelnen  Erzmittel  wechseln  in  ihrer  Mächtigkeit  „von  unbauwürdigen  Schnür- 
chen bis  zu  einigen  Lachtern  ....  über  100  Lachter  in  edler  Erstreckung  ist  uns  keines  bekannt".  Erwähnt 
wird  an  jener  Stelle  auch  das  nesterweise  Vorkommen  von  Braun-  und  Rotheisensteiu  im  „Alpenkalke"  selbst, 
der  oft  in  grossen  Partien  „durch  Eisenocker  roth  gefärbt"  ist.  Sodann  wird  auch  hervorgehoben  (S.  32),  dass 
in  der  Nähe  der  Erze  am  Tage  fast  regelmässig  erzfreie  Kalklager  vorkommen. 

Hier  sei  auch  angeführt,  dass  auch  das  Erzlager  in  Solln  (Niederalpl  SW)  südUches  Einfallen  erkennen 
lässt,  wie  am  Steinkogel  bei  Neuberg  und  dass  die  Erze  hier  mit  Quarz  und  Kalk  einbrechen.  Auch  sei  die 
Angabe  erwähnt,  dass  der  tiefste  Stollen  im  Alpler  Bau  selbst  durch  „körnige  bis  dickschieferige  Grauwacke" 
geführt  ist,  sowie  dass  weiterhin  gegen  Wegscheid  jene  grünsteinartige  Grauwacke  auftritt,  „welche  bei 
Eisenerz  das  Liegende  bildet". 

h)  Mitte  rndorf —  Veit  seh  — Erzgrube. 

Am  Eingange  in  das  Veitschthal  trifft  man  grobkörnigen  Granitgneiss  mit  Neigung  zur  quaderförmigen 
Absonderung. 

Ein  Quarzgang  in  demselben  wird  abgebaut  und  zu  Kapfenberg  bei  der  Fabrication  feuerfester  Ziegel 
verwendet. 

Etwa  einen  Kilometer  weiter  nach  aufwärts  beginnt  ein  schmaler  Kalkzng.  Er  istdolomitisch,  krystallinisch- 
körnig,  geschichtet,  streicht  hora  G  und  fällt  nach  N  mit  50 — 60°.  Nach  oben  wird  er  cavernös  („Kauciiwacke"). 
Dieses  Vorkommen  hat  am  meisten  Ähnlichkeit  mit  den  krystallinischen  Kalken  bei  Kirchberg  am  Wechsel 
(man  vergleiche  die  Figuren  30  und  31  auf  Seite  162).  Nach  dem  Kalke  tritt  quarzreichen  Phyllitgneiss  auf. 
Im  Thale  des  grossen  Veitschbaches  kommt  man  dann  weiterhin  zuerst  auf  grauen,  wie  gebändert  aussehenden 
Gneiss  mit  Quarzkrystallen. 

Sodann  folgt  grauer  weissaderiger  Kalk,  viel  zerklüftet,  aber  ohne  deutliche  Schichtung,  mit  runden 
Crinoidenstielen.  Er  zeigt  südliches  Einfallen  und  dürfte  als  eine  Scholle  analog  jener  am  Eichberg  bei  Glogg- 
nitz  aufzufassen  sein.  Unmittelbar  darunter  liegt  typischer  Steinkohlensandstein,  ganz  analog  jenem  bei 
Klamm,  theilweise  graphitiscb,  leider  ohne  Pflanzeuspureu.  Fällt  südlich  unter  den  Kalk  ein. 

Gleich  nach  dem  Pretalgraben  kommt  man  an  der  recliten  Tlialseite  auf  gefältelte  „graue  Schiefer" 
(zuerst  phyllitartig),  welche  wieder  nördliches  Einfallen  zeigen  (mit  40—78°  bei  westöstlichem  Streichen). 
Diese  Schiefer  finden  sich  auch  im  Pretalgraben  westöstlich  streichend  und  steil  aufgerichtet.  Etwa  3  Kilometer 
aufwärts  im  Graben  kommt  man  an  der  südlichen  Thalseite  auf  grauweissen  feinkörnigen  Quarzi  t.  Von  Süden 
her  kommen  Kalkblöcke  herab.  Diese  Gesteine  halten  im  Veitschgraben  an  bis  zum  Raabbaueru.  An  der 
Theilungsstelle  des  Weges  („Hutniann"),  an  der  Fahrstrasse  zur  Erzgrube,  oberhalb  des  Lohnegger  Hauses, 
tritt  wieder  der  Steinkohlenschiefer  auf  und  zwar  theils  vollkommen  ebenflächig  und  glänzend,  theils  mit 
knollig-runzeligen  Schichtflächen. 

Auf  der  Halde  bei  der  Erzgrube  findet  man  neben  den  Erzbrocken  :  grauen  Quarzit,  schwarze,  quarz- 
reiche,   glänzende   Schiefer  (Graphitschiefer,    Carbon),    ausserdem   Quarzbreccieu   mit   talkig-glimmerigem 


Geologische  Untersuchungen  in  der  ,,Grauwackenzone"  der  iiordösflichen  Alpen. 


173 


Bindemittel  (Silberberggestein).  Bei  dem  untersten  Stolleu  treten  graphitisclie  Quarzite  auf.  Auf  dem  Wege 
zum  „Radwirth"  kommt  man  dann  über  dünngescbichtete  Kalke,  welcbe  lebhaft  an  jene  im  Göstritzgraben 
erinnern. 

Die  Lagerungsverhältnisse  dieser  plattigen  Kalk  konnte  ich  nicht  sicherstellen,  doch  möchte  ich  sie  für 
discordant  den  Carbonschiefern  aufgelagert  halten,  ähnlich  wie  jene  oberhalb  Veitsch.  An  der  Strasse  beim 
„Pamer"  liegen  dieselben  Kalke  in  losen  Blöcken  herum.  In  einem  kleinen  Steinbruche  sind  graue  weissaderige 
Kalke  aufgeschlossen,  welche  keine  deutliche  Schichtung  zeigen  und  ganz  nnd  gar  jenen  vor  der  Abzweigung 
des  Pretalweges  gleichen.  Kurz  vor  der  Vereinigung  der  beiden  Wege  beim  Hutmann  (Lohnegger  Haus)  stehen 
dünnplattige,  glänzende  Thonscliiefer  an  (ähnlich  jenen  bei  der  Station  Payerbachj.  Sic  gehören  wohl  in  die 
Schichtreihe  der  auf  der  ganzen  unteren  Strecke  herrschenden  „grauen  Schiefer". 


Fig.  37. 


i,^-i'' 


1.  Granitgueiss. 
(I.  Quarzgang. 

2.  Phyllitgneiss. 


3.  Gi'aue  Schiefer. 

4.  Carbonsandsteiu. 

5.  Conglomeratc. 


6.  Wert'ener  .Seliiefor. 

7.  Tiiaskalk. 

8.  „Kalk  der  Grauwackenzono". 


Über  das  Erzvorkommen  in  der  Veitsch  vergleiche  man  Tunner's  Jahrbuch  III.  Bd.,  S.  26  und  27. 
Daselbst  wird  dargelegt,  dass  die  Erze  „in  einem  mächtigen  Kalklager  einbrechen,  das  seinerseits  wieder  in 
Grauwackenschiefer  eingelagert  ist'.  Die  weitere  Angabe,  dass  die  Erze  mit  Kalk  und  Schiefer  derart  unter- 
mengt seien  —  wovon  die  Haldenstücke  gute  Belege  liefern  —  dass  man  sie  kaum  auf  SO'/o  im  gerösteten 
Zustande  bringen  kann,  machen  es  wohl  wahrscheinlich,  dass  die  Erzlager  an  der  Grenze  zwischen  Schiefer 
und  Kalk  auftreten,  wie  das  auch  aus  dem  folgenden  Miller 'sehen  Profile  hervorgeht. 


Fig.  38. 


(I.  Giobflaseriger  Gneiss.  b.  Weisser  Dolomit,  c.  Dunkler  Kalk.  (7.  Feinflaseriger  Gneiss.  i:  Verschiedene 
rwahrscheinüph  durchwegs  krystall.)  Schiefer  mit  Kalken.  /■.  Körnige  Grauwacke.  .«/.  Grauwacken-'^chiefer 
und  schieferige  Grauwacke.  h.  Dunkler  Kalk.  /.  I/ichte  Schiefer.  /,-.  Erzlager.  /.  Graphitische  Schiefer. 
in.  Rothe  und  grüne  Werfener  Schiefer,     ii.   Sehr  feinkörnige  Quarzsandsteine,     o.   Guttensteiner  Kalk. 

p.  Hallstätter  Kalk. 

Prof.  .\.  Miller  v.  Hauen  fels  l)ringt  in  seinem  Aufsatze  über   „Die   nutzbiiren   Mineralien  von  Ober- 
steiermark'' (Berg-  und  Hüttenmännisches  Jahrbuch  XIII.  Bd.,  Wien  1804,  S.  213— 245j  unter  anderem  auch 


]74  Franz  T»  1,1  u. 

ein  geologisches  Profil  von  Mitterndoif  bis  an  die  hohe  Veitsch.  Nach  demselben  sind  alle  Schichten  als  eine 
concordant  übereinander  folgende  Schichtenreihe  dargestellt. 

In  schöner  Übereinstimmung  mit  dem  vorstehenden  Durchschnitte  steht  bei  v.  Miller  auch  das  Profil 
von  Kalwang  bis  zum  Leopoldsteinsee  bei  Eisenerz. 

Der  Unterschied  in  der  Autt'assung  des  Veitscher  Profiles  geht  aus  meiner  Darstellung  wohl  zur  Geniige 
hervor.  Die  Schichten  mit  den  Kalken  gehören  nach  meiner  Meinung  ebenso  wie /und  g  zum  Carbon.  Gegen 
die  Annahme  Mi  11  er 's,  dass  das  Erzvorkommen  der  Veitsch  nicht  der  silurischen  Grauwacke  angehöre,  habe 
ich  von  meinem  Staudpunkte  aus  nichts  einzuwenden,  sobald  festgehalten  wird,  dass  hier  das  Erz  im  Liegen- 
den der  echten  Werfener  Schiefer  auftritt  —  unter  Umständen  ganz  ähnlich  jenen  am  Grillenbcrge  und 
am  Grünschacher  bei  Paycrbach. 

c)  Von  Veitscb  nach  Neuberg. 

Im  kleinen  Veitscbgraben  vor  der  Einmündung  des  Dressgrabens  (am  rechten  Ufer)  steht  weisser  zart- 
glimmeriger  Gneiss  an. 

Über  diesen  liegt  bei  der  Mühle  an  der  Gabelung  des  Thaies  der  dunkle,  glimnierige  und  schieferige 
Steinkohlensandstein.  Auf  der  Höhe  am  linken  Ufer  des  vom  Veitschegg  herabziehenden  Grabens  liegt  Kalk 
auf  den  Carbonsandsteinen.  Am  Fussweg  zum  Zwicklbauer  kommt  mau  vorübergehend  gleichfalls  über  Kalk, 
und  zwar  ganz  von  derselben  Ausbildung,  wie  vor  dem  Pretalgraben  im  grossen  Veitschtlial:  grau,  weiss- 
aderig,  etwas  mergelig. 

Den  Abhang  hinauf  halten  Schiefer  an.  Dieselben  sind  dünnplattig,  wohlgeschichtet,  reich  an  Quarzadern 
und  schliessen  sich  den  Phyllitgueissen  au.  (Streichen  hora  6,  fallen  nach  N  mit  35°.)  Darüber  folgen  dann 
dunkle,  etwas  sandige  Grauwackenschiefer,  ohne  dass  die  Lagerungsverhältnisse  zu  erkennen  wären. 

Bei  der  Hocheckalpe  kommt  man  auf  Krystallgneiss  (Phyllitgneiss)  ganz  analog  im  Aussehen  den  Albit- 
gneissen.  Sodann  beim  Abstiege  zum  Veitschbach-Bauer  halten  fort  und  fort  Schiefer  an. 

Später,  unterhalb  des  Bauernhauses  kommt  man  nochmals  über  gneissartige  Schiefer  (Phyllitgneiss)  und 
gegen  Neuberg  hin  auf  scliwarze  Schiefer  mit  Kalklagen,  stellenweise  grajjhitisch,  an  anderen  Orten  eisen- 
ockerig (Erzführung).  Beim  Thalausgange  endlich  stehen  wohlgeschichtete  liehtgrau  gefärbte  Kalke  an.  (Ob 
Ehätkalke?^ 

(1)  Der  graphitisehe  Anthracit  bei  Dietraan  nsdorf  und  der  Grajjliit  im  Sunk- 

graben. 

Beim  Ödenburger  Bauer  in  Dietman nsdorf  ist  ein  graphitisches  Anthracitvorkommen  seit  langem 
bekannt. 

In  den  betreffenden  beiden,  8  Klafter  von  einander  entfernten  Versuchsstollen  wird  seit  dem  Jahre  1864 
nicht  mehr  gearbeitet.  Der  tiefer  gelegene  ist  vollkommen  verfallen.  Ich  besuchte  dieses  Vorkommen  im  August 
1879.  Die  Anthracit  führende  Formation  entspricht  in  petrographischer  Beziehung  vollkommen  der  Stein- 
kohlenformation am  Semmering,  bei  Klamm  und  Breitenstein,  wenngleich  es  mir  in  Dietmannsdorf  nicht 
gelang  Pflauzenrcste  aufzufinden.  Die  Kohlenstoff  führenden  Gesteine  sind  hier  wie  dort  dunkel  getarbte, 
sandige  Schiefer  und  Sandsteine  mit  stellenweise  auftretenden  grobkörnig-conglomeratartigen  Einlagerungen. 
Die  Schichten  sind  steil  aufgerichtet  und  streichen  hora  6.  Am  Abhänge  vom  Ödenburger  Bauer  nach  Diet- 
mansdorf  treten  glimmerige  Quarzphyllite  auf,  welche  im  Phyllitgneiss  übergehen  und  der  Steinkohlcnfor- 
mation  zuzurechnen  sein  dürften.  Grosse  Quarzlinsen  mit  Umhüllungen  von  Grünschiefer  ähnlichen  Gesteinen 
finden  sich  vor.  (Man  vergleiche  darüber  die  von  D.  Stur  publicierteu  Angaben  v.  Miller's:  Jahrbuch  der 
k.k.  geol.  Eeichsanst.  1865,  S.  274.) 

V.  Miller  schildert  das  ganze  Vorkommen  überaus  klar  und  zutreffend  und  weist  in  seinem  Briefe  auch 
auf  das  Anthracitvorkommen  bei  Neuberg  und  bei  Reichenau  hin. 


Geoiofjlsche  Untersuchungen  in  der  ,,(Traiiwuchenzone"  ihr  nordöstlichen  Alpen.  175 

Auf  dem  Wege  von  Trieben  in  den  Sunkgrabcn  bei  „Holientauem"  kommt  man  zuerst  über  grauen, 
gefältelten  Phyllit,  welcher  anliält  bis  zur  Brücke  am  Eingänge  in  den  Suukgraben.  Nur  einmal  (bei  2-5  Kilo- 
meter) findet  sich  eine  Einlagerung  von  festem  gneissartigen  Quarzphillit.  Am  Eingange  in  denSnnkgraben  stehen 
graphitische  Phyllite  an,  die  bald  sehr  dunkel  werden,  und  mit  einem  eigeutlichen  Conglomerate  mit  phyllit- 
ähulichem  Bindemittel  wechseln.  Dieses  Gestein  erinnert  etwas  an  die  Conglomerate  am  Grillenberge  bei  Payer- 
bach,  doch  ist  das  schieferige  Zwischenmittel  im  Sunkgrabcn  viel  mehr  entwickelt.  Der  Graphit  liegt  in  der 
Form  eines  linsenartigen  Lagers  zwischen  sehr  feinkörnigen  Schiefern.  Dasselbe  streicht  hora  2  und  fällt  nach  0 
ein.  Eine  kurze  Strecke  oberhalb  der  Graphitgrube  treten  discordant  über  den  Schiefern  krystallinische  und 
halbkrystallinische  Kalke  auf,  welche  reich  sind  an  meist  schlecht  erhaltenen,  aber  deutlichen  Crinoiden.  (Auf- 
fallend ist  im  hintern  Sunkgrabcn  die  grosse  Menge  von  Grauitgneissblöcken.) 

Die  Crinoiden  sind  theils  als  kreisförmige  Scheibchen,  theils  als  rechteckige  Durchschnitte  aus- 
gewittert. 

Die  ersten  Angaben  über  das  Vorkommen  von  Crinoiden  im  Sunkgrabcn  verdanken  wir  Herrn  Professor 
Rumpf  in  Graz,  der  in  den  mineralogischen  Mittheihmgen  1874  anführt,  dass  er  in  grauen,  plattigen,  zumeist 
recht  glimmerreichen  krystallinisch-körnigen  Kalken,  theils  etwas  ausgewitterte,  theils  im  Bruche  erscheinende 
runde  Crinoidenstielglieder  von  1 — 20"""  Durchmesser  aufgefunden  habe.  Rumpf  erklärte  auf  diese  Funde  hin 
die  Pinolite,  die  er  früher  als  den  krystallinischen  Schiefern  angehörig  betrachtet  hatte,  für  silurisch  und  kam 
damit  in  Übereinstimmung  mit  den  von  D.  Stur  vertretenen  Anschauungen. 

Ausserdem  wurden  auch  von  Helmhacker  Funde  von  Korallen,  Crinoiden  und  Brachiopoden  im  Sunk- 
grabcn gemacht.  (In  einem  Briefe  vom  18.  December  1877.)  Helmhacker  war  auch  der  Meinung,  dass  man 
es  dabei  mit  Silurschichten  und  mit  Fossilien  der  III.  Fauna  zu  thun  habe. 

Hält  man  dagegen  an  der  Ansicht  fest,  dass  die  im  Liegenden  auftretenden  graphitischen  Schiefer  dem 
Carbon  entsprechen,  so  wird  die  Annahme,  dass  die  Kalkschiefer  mit  Fossilien  der  Silurformation  angehören, 
wohl  kaum  festzuhalten  sein.  (Man  vergleiche  darüber  v.  Hauer  Geologie  v.  Österreich,  II.  Auflage,  S.  245.) 

Diese  Crinoidenkalke  sind  wohlgeschichtet,  streichen  hora  2—3  und  fallen  an  der  rechten  Thalseite  flach 
nach  Südosten  ein.  Das  Streichen  ist  somit  fast  vollständig  übereinstimmend  mit  jenem  der  graphitischen 
Schiefer. 

Weiter  nach  rückwärts  im  Thale  kommt  man  an  einen  mächtigen  Bergsturz  im  Kalkgebiete  mit  unter- 
irdischem Verlaufe  der  Wässer. 

Sodann  erreicht  man  bald  das  Vorkommen  des  so  auffallenden  Magnesitsvorkommens,  welches  als  „Pinioli- 
.stein"  seit  langem  bekannt  ist  und  von  Prof.  Rumpf  (Jahrb.  1873,  Min.  Mitth.  S.268— 272)  als  Pinolit  bespro- 
chen wurde. 


Fig.  39. 


Schüfcr'iqer.  Krystaü .  halk 


Eine  Beschreibung  des  Vorkommens  dieses  Gesteines  findet  sich  schon  in  dem  im  Jahre  1 809  von  den 
Lehrkanzeln  für  Eisenbahn-Brückenbau  und  Geologie  herausgegebenen  Excursionsberichte  auf  Seite  2U  des 
geologischen  Theiles,  freilich  noch  unter  der  älteren  Bezeichnung  ..Ankerit".  Nach  den  schwarzen  graphi- 
tischen „Urthonschiefern"  folgen  „lichte  graue  krystallinische  Kalke  von  grosser  Mächtigkeit,  welche  das  Han- 
gende des  Piniülisteines  bilden.  Die  mächtigen  Massen  krystallinischer  Kalke  bilden  im  hinteren  Sunkgrabcn 


176 


Franz  Toida. 


schroffe  Felsmassen,  deren  Formen  ganz  an  jene  der  Triaskalke  der  nördlichen  Kalkalpen  erinnern.  Ist  man 
au  den  schroffen,  eigenthümlich  gerifften  Felswänden  dieser  Kalke  vorbei,  so  gelangt  man  auf  eine  kleine, 
von  einem  versumpften  Grunde  eiugenommene  Fläche,  an  deren  südlichem  Ende  man  die  ersten  Blöcke  des 
Finolites  und  bald  darauf  ganze  Felsmeere  derselben  zu  beiden  Seiten  des  Grabens  antrifft.  Der  Ankerit  (Pinolit) 
steht  hier  als  ein  gegen  300'  mächtiges  Lager  in  dicken  Bänken  (Streichen  hora  8,  Verflachen  gegen  N 
mit  40°)  dem  krystallinischen  Kalke  eingelagert  an,  denn  aucli  das  Liegende  bildet  krystallinischer  Kalk  in 
dünnen,  schieferigen,  wellig  gebogenen  Bänken." 

Nach  Prof.  Rumpf,  der  das  Pinolitvorkommen  im  Sunkgraben  als  einen  „isolierten  Fleck"  bezeichnet,  hat 
derselbe  eine  Mächtigkeit  von  „sicher  500'".  Prof.  Rumpf  führt  weiters  allgemein  an,  er  habe  nirgends  eine 
eigentliche  Vergesellschaftung  mit  den  Kalken  beobachten  können  (1.  c.  1873,  S.  270),  setzt  aber  doch  hinzu, 
dass  auch  im  Sunkgraben  „riesige  Kalkfelsen,  in  zumeist  gestörter  Lagerung,  den  auch  mehrfach  zu  kolossalen 
Klötzen  zerbrochenen  Pinolit  einzugrenzen  scheinen".  Ober  dem  Zusammenflüsse  des  Tauern-  und  Böseustein- 
baches  bildet  nach  Rumpf  ein  „nahezu  graphitischer  Schiefer  die  Scheidewand  zwischen  dem  körnigen  Kalke 
und  den  Pinolit."  Nach  D.  Stur  (^Geol.  der  Steiermark  1871,  S.  108)  wäre  der  Magnesit  des  Sunkgrabeus  eine 
stockförmige,  dem  körnigen  Kalke  des  Triebensteiues  augehörige  Masse". 

Bei  meinem  Besuche  im  Jahre  1879  glaubte  ich  den  Pinolit  als  mit  den  graphitischen  Schiefern  verbunden 
betrachten  zu  sollen,  und  finde  ich  in  meinem  Notizbuche  die  Bemerkimg  „analog  den  Magnesiten  am  Sem- 
uiering",  nebst  beifolgender  Profilskizze  (Fig.  40). 

Fig.  40. 


1.  Grai)hitische  Schiefer. 

2.  Pinolit. 


3.  Kallcscliiefer  mit  Ciinoiden. 
i.  LicLtgniuer  Kalk. 


Am  oberen  Ende  der  Thalenge  streichen  die  gefältelten  und  hier  ftxst  vertical  gestellten  Kalkschiefer  hora  8. 
Es  treten  dann  an  der  Thalausiuündung  nochmals  Pinolite  auf.  Das  Liegende  derselben,  sowie  der  Kalke 
bildet  oberhalb  der  Enge  ein  graphitischer  Thonschiefer.  An  der  Grenze  beider  entspringen  viele  Quellen.  Die 
dunklen  Schiefer  haben  ganz  das  Aussehen  sicherer  Carbongesteine.  Sie  zeigen  dort,  wo  sie  ganz  feinkörnig 
entwickelt  sind,  zarte  Cleavage-Fältelung. ' 

Aus  dem  vorstehend  Gesagten  dürften  die  vielen  noch  offenen  Fragen  für  diese,  sowie  für  die  Route 
Mittendorf- — Veitscher  Erzgruben  deutlich  genug  hervorgehoben  sein.  Bei  den  flüchtigen  Besuchen  der  betreffen- 
den, sowie  auch  der  im  folgenden  zu  besprechenden  Routen  Hess  sich  eine  endgiltige  Lösung  der  verschiedenen 
Schwierigkeiten  wohl  nicht  erreichen.  Trotz  dieses  Erkenntnisses  hielt  ich  mich  für  verpflichtet  meine  Notizen 
über  diesen  Theil  der  Grauwackenzone  zu  bringen.  Die  Gegenüberstellung  der  älteren  Anschauungen  in  den 
Literaturangaben  schien  mir  nicht  unzweekmässig. 

Über  die  Graphitvorkommnisse  haben  wir  einige  Angaben  der  Literatur  zu  entnehmen: 

H.  Wolf  schrieb:  Über  den  steirischen  Graphit.  (Verhandl.  1871,  S.  115.  Man  vergl.  auch  S.  169. 
Bemerkungen  über  J.  Stingl's  Untersuchung  eines  Graphites  aus  Steiermark  in  Dingler's  polytechn.  Journal 
1871,  S.  115  und  Prof.  A.  Bauer:  Zur  Kenntniss  des  steierischen  Graphites.) 


1  Mau  vergl.  die  neuesten  Bemerkungen  D.  Stur's  über  den  von  Dir.  Du  11  gemachten  Fund  eines  organischen  Restes 
„luiiglicher  Weise  eines  lirljcmiihüii  sp.  im  Piiii)Iif.  Vei-h.  der  k.  k.  geol.  Kciclis.-inst.   188.5,  S.  142. 


Geolof/iiiche  Üntersuchunyen  In  der  ,,(Jrauwackmzone"  der  nordös/lichcn  Äljoen.  177 

Nach  Prof.  Miller  hätte  man  den  Graphit  von  Lorenzen  den  krystalliuischen  Schiefern  zuzuschreiben, 
ebenso  wie  jene  von  Wald,  Kallwang  und  von  Kaisersberg. 

Wolf  dagegen  sprach  die  Meinung  aus  (1.  c.  S.  49),  dass  der  Graphit  von  Lorenzen  „in  den  silurisehen 
Schiefern  des  Ennsthales"  liege,  nimmt  aber  später  diese  Meinung  (1.  c.  S.  116)  zurück  und  schliesst  sich 
Miller's  Anschauung  au.  Nach  den  neuesten  Darlegungen  Stur's  ist  wenigstens  für  den  Graphit  von  Kaisers- 
berg an  dessen  Zugehörigkeit  zum  Carbon  nicht  zu  zweifeln. 

Herr  Oberbergrath  D.  Stur  hat  in  seiner  Arbeit  über  die  durch  F.  JenuU  gemachten  „Funde  von  unter- 
carbonen  Pflanzen  der  Schatzlarer  Schichten  am  Nordrande  der  Ccntralkette  in  den  nordöstlichen  Alpen" 
(Jahrbuch  der  k.  k.  geol.  Eeichsanst.  1883,  S.  189—206)  eine  grosse  reformatorische  Arbeit  in  dem  besagten 
Gebiete  ausgeführt,  indem  er  darin  darlegt,  dass  ein  Zug  von  „Thonglimmerschiefern  mit  Chloritschiefern, 
Graphit  und  Graphitscbiefern  von  Rottenmann  bis  St.  Michael  und  über  Leoben,  südlich  von  der  Mur,  bis  Brück 
an  der  Mur  hinzieht,  der  sich  weiterhin  über  Thörl  bei  Turnau  fortsetzt,'-  die  Carbon-Formation  repräsentirt. 

„In  den  Gehängen  der  Veitsch,  der  Schnee-  und  Raxalpe,  im  Liegenden  des  dortigen  silurischen  Schiefcr- 
zuges  wäre  nach  Stur's  Ansicht  die  Fortsetzung  der  Schichtenreihe  der  Wurmnlpe  bei  Kaiserslnirg  (Fundurt 
der  von  Jenull  gesammelten  Pflanzen)  zu  suchen;  damit  ist  constatiert,  dass  Schichten,  die  früher  allgemein 
für  älter  als  Silur  angenommen  wurden,  als  von  „untercarbonischem  Alter"  erklärt  werden  müssen. 

Die  zwischen  Payerbach  und  Klamm  „im  Liegenden  des  Silur  folgenden  grünen  und  grauen  Schiefer  sind 
vollkommen  identisch  mit  dem  Gestein  von  Kaisersberg." 

In  Bezug  auf  die  Anführung  des  Vorkommens  von  Graphit  bei  l{ciclien;\u  (1.  c.  S.  198)  sei  nur  erwähnt, 
dass  dieses  Vorkommen,  wie  ich  au  anderer  Stelle  angegeben^  lange  vor  meinem  Besuche  der  betreffenden 
Localität  bekannt  war. 

Aus  der  von  Herrn  Oberbergrath  Stur  gegebenen  Darstellung  geht  hervor,  dass  in  dem  Wechsel-Sem- 
meringgebiete  weitaus  der  grössfe  Theil  der  bisher  als  silurisch  betrachteten  Schichtenglieder  als  Carbon  auf- 
zufassen sei,  wie  das  schon  aus  meinem  ersten  Funden  als  nothwendigc  Folge  hervorgegangen  ist. 

Nur  die  Kalke  im  Wechsel-Semmeringgebiete  dürfen  dieser  Formation  nach  meiner  Ansicht  nicht  zuge- 
rechnet, aber  auch  nicht  dem  Devon  oder  Silur  zugezählt  werden.  Sie  sind  als  analog  den  Kalken  am  Pitz  Alv 
in  Graubünden  (Theobald,  Diener)  im  Südosten  von  Matrei  in  Tirol  (A.  Pichler)  imd  wohl  auch  gewisser 
Kalke  der  Radstädter  Tauern  zu  betrachten.  Vergleicht  man  den  in  der  citierten  Abhandlung  vertretenen 
Standpunkt  mit  jenem  in  der  „Geologie  der  Steiermark",  einem  Werke  von  fundamentaler  Bedeutung,  das 
durch  seinen  bewunderungswürdigen  Reichthum  au  Thatsachen,  das  durch  alle  Änderungen  der  theoretischen 
Altersauff"assung  wenig  oder  nichts  an  seinem  Werthe  einbüssen  kann,  so  wird  die  Bezeichnung  des  ersteren 
als  einer  reformatorischen  Arbeit  wohl  vollkommen  gerechtfertigt  erscheinen. 

Für  das  Silur,  das,  wie  Stur  (S.  147,  2.  Absatz  von  unten)  selbst  angibt,  im  Norden  wenigstens  das  Han- 
gende des  Carbon  bilden  müsste,  bliebe  somit  in  dem  Profile  vom  Semmering- Schneeberg  nur  der  ganz  schmale 
Streifen  bei  Reichenau  übrig,  der  dort  unter  dem  Werfenerschiefer  lagert  (man  vergl.  die  „Sideritzone"  in 
dem  Tschermak'schen  Profile,  S.  122),  der  aber  nur  unter  der  Annahme  einer  Überlappung  der  ganzen  Masse 
vor  Beginn  der  Ablagerung  der  Werfenerschiefer  scheinbar  in  das  Hangende  der  Cavbongesteine  gebracht 
worden  sein  könnte.  Höchst  interessant  sind  die  Auseinandersetzungen  auf  S.  206  über  die  Umänderung  der 
Pflanzensubstanz  in  Anthracit  und  Grafit,  welche  eine  Bestätigung  der  von  Dawson  und  Dana  gegebeneu 
Erklärung  bilden.  Die  unter  der  Sideritzone  liegenden  „grünen  Schiefer",  erklärt  Stur  für  übereinstimmend 
mit  seinen  „sogenannten  Chloritschiefern/'  die  „grauen  Schiefer"  aber  sind  seine  „sogenannten  Thonghmmer- 
schiefer."  Der  „Kalksandstein"  in  Professor  Tscherniak's  Sammlung  aber  ist  vollkommen  ähnlich  jenen 
Gesteinen,  die  er  „unmittelbar  aus  der  Umgebung  des  Graphites  im  Kaiserbergerbaue"  geholt  iiat.  Die  grauen 
und  grünen  Schiefer  werden  auf  das  hin  als  Äquivalente  der  Schichteureihe  an  der  Wurmalpe  erklärt. 

Nach  Bergrath  Paul  kommen  bei  St.  Lorenzen  sieben  übereinnnder  folgende  Graphitflötze  von  2,  3,  (y, 
7  und  Kl  Fnss  Mächtigkeit  vor.  (Vcrhandl.  1S72,  S.  171.) 

Dt'ukschriften  der  niuthoin.-ualurw.  Gl.  L.  Md.  Al»liiUi<Uuinjeit  von  NicIiliuitglitHieru.  X 


178 


Frans  Toula. 


Den  Grapbit  von  Loienzen  haben  wir  nach  den  von  Prof.  Bauer  und  Director  Stingl  erbrachten 
Beweisen  (Verhandl.  d.  k.  k.  geok  Reichsanst.  1871,  S.  114  und  48)  als  echten  Graphit  anzusehen. 

Wogegen  der  „Graphit  von  Dietniannsdorf  im  Paltenthale"  nach  F.  v.  Mertens  (Verh.  d.  k.  k.  geol. 
Reichsanst.  1873,  S.  185)  als  graphitischer  Anthracit  anzusprechen  wäre. 

e)  Über  die  Verhältnisse  in  den  Radstätter  Tauern  und  ihren  westlichen  Fort- 
setzungen 

bat  in  letzter  Zeit  Herr  Vacek  berichtet,  ich  will  hier  wieder  nur  die  Eindrücke,  welche  icii  au  Ort  und  Stelle 
(am  1.  August  1879)  empfing,  kurz  andeuten  und  erst  später  versuchen,  sie  mit  Vacek's  Darstellung  in  Ein- 
klang zu  bringen.  Nur  einige  Bemerkungen  aus  dem  Notizbuche  mögen  mir  anzutühren  erlaubt  sein.  Die  Kalk- 
schiefer bei  Lend  scheinen  dem  Semnieringgestein  zu  entsprechen,  durch  Druck  oder  Schub  wurden  sie  viel- 
fach verändert.  Am  Eingang  in  die  Klamm  zeigen  die  vielfach  gebogenen  Kalke  dünne  Seliieferthonzwischen- 
mittcl.  Streichen  westöstlich. 

Die  Kalke  brechen  in  Folge  des  Druckes  theils  in  Form  von  rhombischen  Platten,  theils  in  stabförraigen 
Stücken. 

Das  thonige  Zwischenmittel  wird  stellenweise  ganz  mulmig.  Sodann  folgen  mürbe  talkig  sich  antühlende 
Schiefei-,  ganz  ähnlich  den  Leucophylliten  am  Semmering. 


Fig.  41. 


Fig.  42. 


1.  Kalke  in  dicken  Platten. 

2.  Düunplattiger  Kalkschiefor  mit 

Thouschieferzwischeuniitteln. 


Schichteuwindimgeu  dos  dunklen  Kalkschiefers 
in  der  Klamm  oberhalb  Lend. 


Schöne  und  so  überaus  complicierte  Schichtenkrümmungen,  dass  es  kaum  möglich  ist,  ihreu  Verlauf  fest- 
zuhalten, zeigt  die  Felswand  an  der  Strasse  (Fig.  41).  Am  Eingang  in  den  Klammpass  fanden  sich  Spuren 
von  undeutlichen  Versteinerungen. 

Am  Ausgange  der  Klamm  kann  man  an  der  westlichen  (Jj  Thalseite  deutlich  ein  Abstossen  der  wellig 
gebogeneu,  im  Allgemeinen  gegen  S  einfallenden  Kalke  gegen  die,  rundrückige  Berglehnen  bildenden  Schiefer 
beobachten  (Fig.  42. ) 

Der  Kalk  ist  hier  von  lichter  Färbung,  im  übrigen  was  die  Beschatfenheit  der  thonig  glimmerigen  Schicht- 
flächen anbelangt,  recht  ähnlich  den  dunklen  Kalkschiefern  in  der  Klamm. 

Die  Schiefer  sind  theils  silberig  glänzend  („sericitische  Schiefer"  und  „Leucophyllit"),  theils  lichte  oder 
dunklere  Quarze  (Phyllite).  Auch  grüne  Schiefer  kommen  vor. 

Weiterhin  treten  die  Kalkschiefer  noch  einmal  auf  und  zwar  wieder  mit  glimmerigen  Schichtflächen.  Sie 
sind  zuerst  halbkrystallinisch  körnig  und  von  dunkelgrauer  Färbung;  aber  auch  völlig  krystallinische  Platten- 
oder Bänderkalke  (wie  bei  Kirchberg  am  Wechsel  und  bei  Ofenbaeh)  treten  discordant  über  den  (piarzreichen 


GeulogificJie  Untersuch inu/cii  in.  iJcr  ,,Grauwackenz()ne"  der  nnrdihtJichni  Alpen. 


179 


chloritischen  Schiefern  auf.  Die  Kalke  krönen  die  an  ilirem  Fusse  aus  lichten  Talkquarzscbiefern  (Lcucophyl- 
liten)  bestehenden  Berge. 

An  Ort  und  Stelle  zweifelte  ich  keinen  Augenblick,  dass  hier  eine  grosse  Ähnlichkeit  der  Verhältnisse 
mit  jenen  amSemmering  liestehen.  Die  serieitiscben  Schiefer,  „Lcucophyllitc,"  stimmen  ganz  und  gar  mit  jenen 
am  Semmering  liberein,  die  Kalke  aber  treten  in  älmlichen  Erscheinungsformen  auf  wie  die  Kalke  in  der 
„Grauwackenzone"  zwischen  Schottwien-Göstritz  und  Payerbach. 

Eine  kleine  flüchtige  Skizze  möge  die  an  Ort  und  Stelle  gebildete  Vorstellung  zur  Anschauung  bringen. 
(Fig.  43.) 


Fig.  43. 


KloJtl'IL 


Von  Unter-Neudeck  aus  gesehen. 
1.  Phyllite.  2.  Kalk,  i  a.  Plattenkalk  und  Kalkschiefer. 

Oberhalb  von  Dorf  Gastein  finden  sich  talkig- chloritische  Schiefer. 

Die  erste  scharfe  Charakterisirung  der  Radstädter  Tauerngebilde  verdanken  wir  Stur.  (Jahrb.  1.S54, 
S.  833  ff.  und  Geol.  der  Steiermark,  S.  330.)  Zwei  Glieder:  Schiefer  vorwiegend  unten,  Kalke  und  Dolomite 
oben  herrschend,  setzen  sie  zusammen.  Erstere  sind  schwarz,  matt,  thonig  und  wurden  mit  dem  Raingrabeuer 
Schiefern  in  Vergleich  gebracht.  Ein  Belemnit  (!)  wird  angegeben,  ausserdem  Aviculeu  und  eine  Modioht, 
welche  an  die  Arten  von  St.  Cassian  erinnern  sollen. 

Peters  (die  geologischen  Verhältnisse  der  Nordseite  der  Radstädter  Tauern,  Jahrb.  1854,  S.  808)  citirt 
die  Angabe  des  Vorkommens  von  Encriniten  an  der  Taucrnalpe  ans  ]\[nrchisons  ,.Gebirgsban  der  Alpen 
und  Karpathen",  übersetzt  von  Leonhard,  S.  0. 

Von  den  von  Vacek  gemachten  wichtigen  Angaben  über  die  Radstädter  Tauern  iVerhandl.  1882, 
S.  310  fi".)  seien  nur  die  folgenden  vergleichsweise  angeführt.  Der  schmale  Kalkzug  südlich  bei  Radstadt,  auf 
den  Karten  als  Grauwackenkalk  bezeichnet,  lehnt  sich  an  einen  Hang  aus  sericitischen  Schiefern,  welche 
nach  oben  in  Talkschiefer  übergehen,  mit  welchen  talkige  Quarzschiefer  und  schieferige  Quarzite  in  Verbindung 
stehen.  (Nach  Oberbergrath  Stäche  zu  den  Schiefern  der  Schieferhülle  gehörig.)  Dieser  Kalkzug  setzt  sich 
gegen  Osten  über  den  Mandlingpass  hinaus  fort.  Vacek  führt  nun  (S.  315)  aus  dem  Kalke  des  Mandling- 
passes  das  Vorkommen  von  Diploporen  (Gyroporellen)  an,  und  zwar  oifenbar  dieselbe  Art  me  sie  in  den 
Kalken  der  Radstädter  Tauern  gefunden  wird. 

Einige  neue  Fundorte  von  Gyi'oporellen  wurden  neuerlichst  im  Jahresberichte  für  1883  (Verhandl.  1884, 
Nr.  1,  S.  3)  angeführt. 

Nach  Prof.  Gümbel  (Verhandl.  1882,  S.  289),  dem  die  Stücke  vom  Raucheneckkahr  näciist  dem  Moser- 
mandl  in  den  Radstädter  Tauern  durch  Prof.  Fugger  in  Salzburg  zugesandt  worden  waren,  sind  die  überaus 


1  Ausführlicher  berichtet  Vacek  neuerlichst  (.J.ihrb.  1884,  4.  Heft,  S.  609—634)  über  seine  Arbeiten  im  Radstädter- 
Tauern-Gebiete.  Interessant  trotz  Altersverschiedenheiten,  welche  bestehen  mögen,  ist  für  die  Vergleiche  mit  den  Verhält- 
nissen im  Semmeriuggebiete  ein  Blick  auf  die  von  Vacek  gebrachten  Profile,  da  in  denselben  an  vielen  Orten  eine  Über- 
lagerung von  Quarzitschiefern  durch  die  Diploporenkalkc  zu  beobachten  ist,  wenngleich  die  letzteren  meist  nur  einseitig  an 
die  älteren  Quarzitschiefer  angelagert  dargestellt  werden. 


]  80  Franz  Tanhi. 

liäiifigen  Gyroporelleu  der  Gi/mpoirl/d  niuuilala  .Schafli.  spec.  sehr  ähnlich,  nur  etwas  kleiner  und  dünn- 
wandiger, und  würden  der  dijropofelld  dcbilis  des  Wettersteinkalkes  entsprechen. 

In  den  Kalken  der  Eadstädter  Taiieru  führt  Vacek  ausserdem  nur  noch  das  Vorkommen  von  Crinoiden- 
stielg-liederu  au. 

Über  diesen  grossen  dolomitischen  Kalkmassen  liegen  discordant  in  alten  „Erosionsmulden",  also  trans- 
gressiv  über  den  Diploporenkalken,  in  einzelne  Lappen  aufgelöste,  schwarze  Schiefer  mitPyrit  und  Kalkmergel- 
einlagerungen, die  wieder  als  oberstes  Glied  hlassrothe  schön  gebänderte  Kalke  tragen.  Crinoiden  und 
undeutliche  Korallen  werden  von  Vacek  angeführt,  ausser  den  oben  erwähnten,  von  Oberbergrath  ,Stur 
gemachten  Funden. 

Vacek  erklärt,  „dass  die  Altersfrage  vorläufig  in  suspenso  bleiben"  müsse.  Nichts  desto  weniger  drängt 
sich  mir  die  Meinung  auf,  dass  gerade  diese  nacli  Vacek's  Darstellungen  obersten  Ablagerungen  des  Rad- 
städter Tauerngebietes  mit  Aviculen  und  Modiolen,  mit  Crinoiden  und  Korallen  neben  den  Vorkommnissen 
in  Graubüuden  in  erster  Linie  zum  Vergleich  mit  den  Crinoiden-Lithodendronkalken  einer-  und  den  Bivalven 
führenden  Platten-  und  Bänderkalken   des   Semmeringgebietes   anderseits   herbeigezogen   werden  müssen.  • 

Bei  den  Parallelen  zwischen  den  Kalkgesteinen  der  Grenzregion  der  krystallinischen  Schiefer  müssen 
aber  auch  ohne  allen  Zweifel  seinerzeit  die  Petrefacten  führenden  Kalke  und  Kalkschiefer  der  Tiroler  Central- 
Gneissregion  mit  in  Betracht  gezogen  werden,  deren  Kenntniss  wir  Prof.  A.  Pichler  in  Innsbruck 
verdanken.  (Zeitschrift  des  Ferdinaudeums  für  Tirol  und  Vorarlberg.  Dritte  Folge  VIII,  1859.) 

/■)  Saalfelden  — Dienten  —  Lend. 

Ein  Profil  vom  Nagelschmiedbau  oberhalb  Dienten  durch  den  Dientcner  Graben  über  das  „Filzer  Häusel" 
zur  Schwarzdientener  Alpe  und  zur  Wechselwand  zeichnet  M.  V.  Lipoid  (Jahrb.  5,  1854,  S.  371)  in  seiner 
Abhandlung  über  die  Grauwackcnforniation  und  die  Eisensteinvorkommen  im  Kronlande  Salzburg. 

Unter  den  Werfener  Schiefern  folgen  zunächst  „schieferige  Grauwacke"  und  „Grauwackeuschiefer"  mit 
der  Einlagerung  von  „schwarzem  Grauwackeuschiefer"  ober  dem  Filzenhäusel  und  beim  Nagelschmiedbau.  In 
diesem  Grauwackenschiefercomplexe  werden  vier  verschieden  mächtige  Einlagerungen  von  Eisensteinkalken 
angegeben.  Der  unterste  steht  in  Verbindung  mit  den  unteren  schwarzen  Grauwackenschiefern,  aus  welchen 
die  Pyritknolleu  und  die  von  Fr.  v.  Hauer  (Haidinger's  Mittheil.  I.  Bd.,  S.  187)  bestimmten  Silurfossilien 
stammen.  Ob  wir  es  dabei  mit  einem  System  isokliner  Falten  oder  mit  Aufbrüchen  in  den  Gewölbekernen  zu 
thun  haben  oder  wie  sonst  wir  das  Auftreten  des  Silur  zu  deuten  haben,  diese  offene  Frage  wage  ich  nicht 
zu  beantworten. 

Was  meine  Ausflüge  in  die  Gegend  von  Saalfelden-Dienten-Lend  anbelangt,  so  scheint  mir  hierüber 
ein  Bericht  dermalen  wohl  eigentlich  unnöthig,  da  wir  den  ausführlichen,  auf  vielfachen  Begehungen  basierten 
Aufnahmsberiehten  von  Herrn  Dr.  Bittuer  in  Bälde  entgegensehen  dürfen.  Es  seien  daher  nur  ganz  beiläufige 
Bemerkungen  und  Vergleiche  der  Gesteine  in  Kürze  angeführt.  Es  sei  hier  erwähnt,  dass  sich  grauschwarze 
schieferige  Sandsteine,  deren  Äusseres  lebhaft  an  das  der  Carbongesteine  im  Semmeringgebiete  erinnert, 
beim  Übergange  über  den  Filzensattel  aus  dem  oberen  Urschlauthale  nach  Dienten,  und  zwar  vor  der  dritten 
Station  des  Kreuzweges  auf  der  westlichen  Seite  des  Sattels  vorfinden.  Auf  der  Seite  gegen  Dienten  hin  treten 
unter  den  Werfener  Schiefern  graue  quarzsandig-glimnierige  und  blauschwarze  Schiefer  auf.  Letztere  enthalten 
Quarz  mit  ockerigen  Anflügen.  Vor  den  Häusern  „im  Berg"  treten  dunkle  Schiefer  im  Verbände  mit  Sand- 
steinen, ganz  vom  Aussehen  der  Carbongesteine  auf.  In  der  Enge  oberhalb  der  Nagelschmiede  streichen  die- 
selben Schiefer  hora  7 — 8  und  fallen  mit  30°  nach  N  ein.  Darunter  liegen  wohlgeschichtete  Bänke  von 
schwarzen  weissaderigen  Kalken.  Bei  der  Nagelschmiede  selbst  stehen  Kalkthonschiefer  mit  graphitischen 
Oberflächen,  mit  Pyritknauern  und  dünnen  Kalkblättchen  au.  Auch  Kieselschiefereinlagerungen  treten  auf. 
Siderit  findet  sich  nesterweise. 

Unterhalb  der  Kirche  treten  ])hyllitartige  Schiefer  auf. 


Gfioloqische  Uiifrrs/ic/nn/(i) u  in  ihr  ,,(lr(iitir(irkrii:iiiir''  ilcr  iKirilösflichen  Alpen.  181 

Hervüi'geliuben  sei  weitcrs  uocli  das  Aiifticteu  von  (uiistcliendcii)  plattijjeu  Kalken  mit  ^limmerigcn 
Zwisclicnniilfelu  (Scheiblegg),  welche  überaus  ähnlich  sind  den  Kalkschiefern  im  .Semmeringgebiote.  Von 
Fossilien  konnte  leider  nichts  wahrgenommen  werden.  In  der  unterhalb  Scheiblegg  folgenden  Enge  stehen 
halb  krystallinisch  plattige  und  krvstallinisch  körnige  Kalke  an,  welche  an  die  ganz  ähnlichen  Kalke  ober- 
lialb  Kirchberg  am  Wechsel  (bei  Ofenbach)  erinnern.  Darunter  folgen  (bei  der  Hammerschmiede)  paläozoisch 
aussehende  dunkle  Schiefer  (zum  Tlieile  grapliitischen  Schiefern  ähnlich).  Im  Engpasse  kommen  dann  halb 
krystallinische  Schiefergesteine  hervor.  Beim  Abslieg  gegen  Lend  endlich  treten  Talkthonscbiefer  (an  die 
„Leucophyllite"  des  Wechsel-Senmicringgcbietes  erinnernd)  auf,  mit  Einlagerungen  von  Kalkschiefern,  die 
ganz  ähnlich  den  Pentacriniteukalken  des  Semmeringgebietes  sind  und  auch  bei  Lend,  am  rechten  Ufer  der 
Salzach,  in  der  Nähe  des  Wasserlalles  auftreten. 

Der  Besuch  des  oberen  Urs  chlaub  ach  es  ist  ganz  besonders  wegen  der  Grossartigkeit  der  erratischen 
Phänomene  von  hohem  Interesse. 

Oberhalb  des  Wirthshauses  (Einmündung  des  Jetzbaches)  kommt  man  auf  Schiefer  von  ganz  derselben 
Beschaifenheit  wie  jene  bei  Klamm  und  zwischen  Kapellen  und  Preinsattel. 

Unweit  (oberhalb)  der  Einmündung  des  Obergasseubaches  treten  abermals  wie  auf  der  letzten  Strecke 
wiederholt  unter  der  Bedeckung  durch  riesige  Granitblöcke,  schwarze  saudige  Schiefer  auf,  welche  ich  mit 
den  schieferigen  Carbonsandsteinen  in  Parallele  bringen  möchte.  Dieselben  umschliessen  eine  immerhin  au- 
schnliche  Siderit-  (Rohwand)  Masse. 

Von  hier  bis  zur  Einmündung  des  von  der  Wasserfallscharte  kommenden  Baches  ist  alles  über  und  über 
mit  Granit-  und  Granitgneissblockwerk  bedeckt,  das  in  solcher  Menge  auftritt,  dass  es  dem  Bache  ungeheure 
Wehren  entgegensetzt.  Alle  Gehänge  sind,  soweit  man  blickt,  mit  den  Blöcken  bedeckt,  die  ganz  ungeheure 
Dimensionen  bis  zu  mehreren  Kubikmetern  Inhalt  erreichen.  Man  findet  diese  Blöcke  in  dieser  Gegend  wohl 
allenthalben  zerstreut,  aber  in  solcher  Menge  und  Grösse  habe  ich  sie  wenigstens  in  keinem  der  von  mir 
besuchten  Thäler  angetroffen. 

Vom  anstehenden  Gebirge  ist  unter  dieser  Decke  nicht  viel  zu  beobachten,  doch  treten  etwa  2  Kilometer 
unter  der  letzt  erwähnten  Bacheinmündung  in  einer  Thalenge  typische  roth  gefärbte  Werfener  Schiefer  zu 
Tage.  Sie  sind  hier  ganz  flach  gegen  S  geneigt.  Unter  denselben  findet  man  eine  Strecke  weiter  oberhall) 
dunkle,  an  die  Carbougesteiue  erinnernde  grauschwarze,  sandige  Schiefer  aufragen,  die  sofort  wieder  unter 
dem  rothen  Werfeuer  Schiefer  verschwinden,  welcher  bis  au  den  Fuss  der  grandiosen  Wände  des  steinernen 
Meeres  hinanreicht. 

Aus  dem  Hinter-Thal  (obere  Urselau)  über  den  Fitzensattel  nach  Dienten. 

Zuerst  kommt  man  zwischen  der  1.  und  2.  Station  des  Kreuzweges  über  typische  rothe,  gefleckte 
Werfener  Schiefer.  Oberhalb  der  zweiten  Station  fand  ich  Amphibolit.  Ein  Vorkommen,  dass  mich  lebhaft  au 
jenes  bei  Vöstenhof  (unweit  Potschach)  erinnerte. 

Vor  der  fünften  Station  treten  wieder  die  grauschwarzen  schieferigen  Sandsteine  (Carbon?)  auf.  In  Find- 
lingen finden  sich  auch  Granitgneiss  und  vereinzelte  Kalkstücke.  Sodann  herrschen  bis  zur  10.  Station  die 
ganz  flacli  liegenden  Werfener  Schiefer.  Bei  der  11.  Station  fallen  sie  flach  gegen  SO,  bei  der  12.  zeigen  sie 
eine  Neigung  von  45°,  nach  der  12.  Station  aber  fallen  sie  genau  nach  S  ein. 

Schliesslich  unternahm  ich  noch  einen  Ausflug 

(j)  Von  Kirchberg  bei  Kitzbüchel  ins  Spertenthal. 

Am  Eingange  in  das  Spertenthal  stehen  zum  Theil  gefältelte  Thonschiefer  an.  Sic  fallen  gegen  SO. 
An  der  Thalenge  oberhalb  Kais  treten  graue  Schiefer  auf,  welche  lebhaft  an  die  Schiefer  am  Preinsattel 
erinnern.  (Streichen  hora  2,  fallen  steil  gegen  SO.) 


182  Frcmz  Tnnla. 

Nahebei  kommt  man  auf  gelblich  weisse,  mürbe,  sich  talkig  anfUhleiule  Schiefer,  die  sich  uach  ihrem 
Aussehen  an  die  sericitischen  .Schiefer  des  Semmering  anschliesseu  lassen. 

Vor  Aschau  kommt  man  bereits  auf  gefältelte  Quarzphyllite. 

Die  Kalke,  welche  sich  hier  finden,  sind  graugefärbt  und  enthalten  undeutliche  Crinoiden  ganz  wie  am 
Otter  bei  Kirchberg.  Auch  die  grauen  Quarzite  und  Quarzitschiefer  finden  sich  in  Menge. 

Noch  sei  erwähnt,  dass  die  Kalke  des  Gaisberges  bei  Kirchberg  in  der  That  auf  das  Beste  gewissen,  mehr 
triadischen  Kalken  gleichen.  Von  Fossilen,  welche  daselbst  vorkommen  sollen,  war  ich  nicht  so  glücklich 
etwas  aufzufinden. 

(Über  das  Schiefergebirge  bei  Kitzbühel  besitzen  wir  aus  neuerer  Zeit  eine  Darstellung  von  Oberberg- 
rath  V.  Mojsisovics  (Jahrb.  der  k.  k.  geol.  R.  Aust.,  1871,  XXI.  Bd.,  S.  207—210.) 


Die  im  Vorstehenden  gemachten  dürftigen  Angaben  über  meine  Versuche,  in  den  westlichen  Gebieten 
der  „Grauwackenzone"  Vergleichsmaterial  für  die  Deutung  der  im  Osten  beobachten  Verhältnisse  zu  erhalten, 
sind  bei  der  verhältnissmässig  kurzen  darauf  verwendeten  Zeit  überaus  unzureichend  geblieben,  wie  dies  bei 
den  complicierteu  dort  herrschenden  Verhältnissen  wohl  nicht  anders  sein  konnte. 


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Geologische  Untersuckimyen  in  der  „Grauwackenzom"  der  nordöstlichen  Alpen.  183 


1 11  li  a  1 1. 


Seite 

I.  Im  Wechsel-Semmei-ing-Gebiete 121 

Eiuleitiing:  Hauer.  —  .Siiess.  —  Tscherm.ik.  —  Tlieobald.  —  Stur,  Casanna-Seliicfer,  Exciirsion  (1SC9).  —  Hoch- 
stetter's  Darstellung  der  Verhältnisse  am  Semiiifring  und  Vergleielie  mit  der  damals  durch  Suess  vertretenen 

Auffassung.  Czjzek 121 

1.  Die  Aufschlüsse  am  Semmeringjoehe  und   entlang  der  Bahnlinie  zwischen  Semmering  und 

Pa}-erbacli 125 

V.  Haidiuger.  —  Kudernatseh.  —  Foetterle.  —  Lipoid.  —  K.  v.  Hauer.  —   F.  v.  Hauer.  —   v.  Groddeck. 

—  Peters.  —  v.  FouUon.  —  A.  Böhm.  —  G.  Markl 125 

Am  Semmeringsattel :  Pentacrinitenkalk 127 

Pinkenkogel s   .  129 

Verbreitung  des  Pentacriniten  führenden  Kalkes • 129 

Quarzit.  Quarzitschiefer.  Talkschiefer  („Serieitische  Schiefer") 130 

Strasse  zum  Hotel  am  Wolfsbergkogel • l.'iO 

Bahnlinie  Semmering — Payerbach l.it 

Carbon  bei  Klamm 133 

2.  Von  der  Bahnlinie  aus  bes  uchte  Aufschlüsse 134 

a)  Südlich  von  der  Bahn 134 

Aufstieg  auf  den  Göstritz  (Sonnweudsteiu) 134 

Kalk.  Rauchwacke.  Quarzit.  Phyllit  (Arzkogel).  Erzvorkommen 134 

Czjzek's  Angaben 135 

Fröschnitzgraben.  Erzvorkommen.  Kalk.  Quarzit.  Phyllit , 135 

Mörtengraben 136 

Adlitzgraben 137 

Schottwien.  Alte  Semmeringstrasse.  Mörtenbrücke 137 

Krcnuthaler's  Kalkbruch  bei  Göstritz  {X.  A..  Aviciüa  coivtoiin) 138 

Fauna  daselbst 139 

Schottwien— Schlagl 140 

Gypsvorkommen 141 

h)  Nördlich  von  der  Bahnlinie:  Semmering  —  Eichberg 141 

Pollerosbauer.  Breitensteiner  Graben 141 

Breitenstein.  Ortbauer 141 

Lechnergraben 142 

Gamperlgraben  (Eisenocker) 142 

Wagnergraben  bei  Klamm  (Stoinkohlenformation) 142 

Von  Klamm  zur  Station,  zum  Weningerbauer,  zum  Lechner-Viaduct      143 

Eichberg — Gloggnitz  (Forellenstein) 144 

Gloggnitz — Payerbach.  (Graue  Schiefer.  Silberberg-Conglomerat.  Grüner  Schiefer) 144 

Grillenberg  (Erzvorkommen) 145 

Schneedörfl  14G 

Payerbachgraben— Klamm 14G 

Pettenbach — Klamm 147 

Preinthal.  (Grünschiefer.  Carbon.  Graphit.)      148 

Hirschwang  über  Edlach  zu  den  Eisenerzgruben 149 

Prof.  Suess:  Mehrere  Angaben  über  das  Semmeringgebiet 150 

Ergebnisse.  Zusammenfassung  und  Vergleiche.  (Stur:  Klein  Zell ;  Bittner:  Uutersberg;  Diener:  Grau- 

bündten;  Paul:  Kleine  Karpathen 152 

3.  Östlich  von  der  Linie  Göstritz  — Schottwieu IS« 

Einleitung.  Czjzek's  Darstellung 156 

u)  Nördlich  von  derSchwarza 157 

Pottschach — Vösteuhof  (=  Festenhof) — Bürg — Prigglitz 157 

St.  Christoph— Schliiglmuld 159 


184         Franz  Toula.   Geolog.  Unfcrs.  hi.  der  ,,(ji(inwackenzone"  der  nordöstlichen  Alpen. 

h)  Sudlich  von  der  Schwainji lt>0 

Von  Glogg'üitz  über  Kranichbeig  auf  die  Rams 160 

Vom  Eamssattel  nach  Raach— Schhigl  und  nach  Weissenbach •    .    .  160 

Vom  Ramssattel  nach  Hassbach 161 

Geologische  Profile  an  beiden  Thalseiten  vom  Ramssattcl  nach  Kirchberg  am  Wechsel 162 

Die  krystallinischen  Kalke  bei  Ofeubach  und  Kircliberg  und  ihr  Verhalten  zu  den  Phylliten   und  dem 

Granitgneiss 163 

Der  Otterberg      164 

Geologische  Details  aus  der  Umgebung  von  Kirchberg.  (Molzgraben.  Sumpersbachgraben.  Pfaffengraben. 

Goldberg 165 

Ausflüge  in  das  Gebiet  der  Kalke  von  Sebenstein,  Gleissenfeid,  Scheiblingkirchen  und  Thernberg    ...  167 

II.  Die  geologischen  Verhältnisse  westlich  vom  Semmering 168 

a)  Mürzzuschlag  —  Neuberg - 168 

Steinbachgraben  bei  Mürzzuschlag 168 

Mürzzuschlag — Kapellen 169 

Kapellen — Reichenau      170 

Kapellen— Altenberg 171 

Kapellen — Neuberg  (Eisensteinbergbau) 171 

h)  Mitterndorf — Veitsch  — Erzgrube 172 

c)  Von  Veitsch  nach  Neuberg 17-1 

(IJ  Der  graphitische  Anthracit  bei  Dietraannsdorf  und  d(M-  (iraidiit  im  Sunkgraben 174 

Literaturangaben:  Wolf.  Stur.  Dawson.  Paul  etc 176 

c;   Über  die  Verhältnisse  in  den  Radstädter  Taue ru 178 

Literaturangaben:  Stur.  Peters.  Vacek.  Gümbel 179 

f)  Saalfelden— Dienten  — Lend 180 

y)  Von  Kirchberg  bei  Kitzbühel  ins  Spertenthal     181 


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V .  Toiila .  Geolog  isrhe  Untersuchungen  in  der  Grauwackenzone  der  nordöstljUpen 


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Denkschriften  d.kais.Akad  d.W.math.uatunv.  Ciasso  L  BtlllAblh  . 


Drucfc-rJ  ßarthmWien 


185 


CLEJVDIYS  SARMATICA  n.  sp. 

AUS 

DEM  TEGEL   VON  HERNALS   BEI  WIEN. 


VON 


CARL  ARTHUR  PURSCHKE. 


VOIiGIOLEGT  IN   DER  SITZUMG   AM  5.   TEBHUAR  1885. 


I/ie  Tertiärgebilcle  des  Wiener  Beckens  haben  bisher  trotz  ihres  grossen  Fossilienreichthums  relativ  sehr  wenig 
Schildkröteureste  geliefert.  Von  den  drei  grossen  Familien  der  Chelonier,  den  Testudiniden,  Trionychiden  und 
Cheloniiden  (nach  Strauch)  sind  nur  die  ersten  zwei  und  auch  diese  in  geringer  Artenzahl  vertreten.  Überdies 
besteht  noch  ein  Theil  dieser  Funde  aus  unbedeutenden  Panzerfragmenten,  auf  welche  hin  eine  Bestimmung 
fast  unmöglich,  oder  doch  sehr  unsicher  war.  Um  so  interessanter  war  es  demnach,  als  sich  in  der  Tcrtiär- 
collection  des  k.  k.  Kriegscommissärs  Letociia,  welche  vor  mehreren  Jahren  in  den  Besitz  des  geologischen 
Museums  der  Wiener  Universität  überging  und  eine  Menge  prächtig  erhaltener  Wirbelthierreste  aufweist,  neben 
mehreren  Exemplaren  von  Trionyx  VindoboneHsis,  Pet.  auch  zahlreiche  Bnichstiicke  einer  anderen  Schildkröte 
vorfanden,  aus  denen  sich  nach  langwierigen  Versuchen  der  Rücken-  und  Bauchschild  eines  emysartigen 
Thieres  theilweise  zusammenstellen  liessen.  Vom  internen  Skelett  war  gar  nichts  vorhanden,  während  bei  den 
Individuen  von  Trionyx  zum  Mindesten  einer  oder  der  andern  der  massigen,  obern  Extremitätsknochen,  häufig 
auch  andere  Theile  des  Schulter-  und  Beckengürtels  erhalten  waren.  Immerhin  genügte  das  Vorhandene  zu 
einer  generischen  Bestimmung  vollkommen,  die  im  Folgenden  versucht  werden  soll. 

Wie  erwähnt,  besteht  unser  Fossil  aus  Rücken-  und  Bauchpanzer;  ersterer  ist,  wenn  auch  lückenhaft,  so 
doch  mehr  als  zur  Hälfte  erhalten,  letzterer  bis  auf  das  fehlende  rechte  Hyposternale  vollständig.  Die  Zusammen- 
gehörigkeit beider  Stücke  ist,  abgesehen  von  ihrem  gleichartigen  Habitus  auch  dadurch  zweifellos,  dass  die 
Enden  der  dritten  Marginalplatte  und  des  Hyosternalflügels  jederseits  aufeinander  passen.  Aus  diesem  Um- 
stände und  der  Beschatfenheit  der  SterualflUgel  überhaupt,  ergibt  sich  die  wichtige  Thatsache,  dass  RUcken- 
und  Bauchschild  nicht  durch  Knoi-pel,  sondern  durch  eine  Knochennath  mit  einander  in  Verbindung  standen.  Der 
Erhaltungszustand  des  Rückenschildes  gestattet  es  nicht,  die  Dimensionsverhältnisse  in  genauen  Zahlen  aus- 
zudrücken; da  er  aber,  wie  aus  der  Betrachtung  hervorgeht,  in  Länge  uml  Breite  von  dem  Bauchschilde  wenig 
difterirt  haben  dürfte,  und  der  letztere  durch  seine  grössere  Vollkommenheit  einer  Messung  weit  günstiger  ist 
so  wird  es  der  Wahrheit  ziemlich  nahe  kommen,  wenn  wir  die  Länge  des  ganzen  Panzers  mit  ungefäln-  20,  die 
Breite  mit  12-5,  und  die  Höhe,  d.  h.  die  grösste  senkrechte  Entfernung  der  beiden  Schilder  mit  8""  angeben. 

DeakschriftsQ  der  mithein.-uilurvr.  Gl.    L.  Bi.  Abhaadluagea  von  NichtmitgUodern.  v 


186  Carl  Arthur  Purschke. 

Die  verschiedenen  Krümmungsverhältnisse  der  Länge  und  Quere  nach  sind  durch  die  Profile  3  und  4  auf  der 
beigegebenen  Tafel  anschaulich  gemacht. 

Auf  den  ersten  Blick  unterscheidet  man  die  einzelnen  Knochenplatten,  die  den  Panzer  zusammensetzen,  so- 
wie die  Spuren  der  Hornschuppen,  die  jene  überdeckten;  die  Näthe  der  ersteren  und  Grenzeindrücke  der 
letzteren  sind  deutlich  sichtbar,  woraus  wir  auf  ein  erwachsenes,  wenn  auch  nicht  sehr  altes  Thier  schliessen 
dürfen.  Eine  besondere  Sculptur  ist  auf  den  Platten  mit  Ausnahme  weniger,  schwach  gestreifter  Stellen,  nicht 
vorhanden. 

Was  nun  den  Eückenschild  (Carapax)  im  Besonderen  anbelangt  (Fig.  1),  so  ist  er,  so  weit  eine  Beurthei- 
lung  möglich,  von  schwach  ovalem  Umrisse  und  massiger  Wölbung,  deren  grosse  Gleichförmigkeit  nur  durch 
die  Formation  der  Nuchal-  und  ersten  Neuralplatte  eine  Störung  erleidet.  Seine  hintere  linke  Hälfte  fehlt 
vollkommen,  von  der  rechten  sind  nur  drei  Marginal-  und  Bruchstücke  der  correspondirenden  ÜQStalplatten 
erhalten. 

Die  Nuchalplatte,  die  grosse  Lücken  aufweist,  lässt  die  Form  eines  Sechseckes  mit  ungleichen  Seiten- 
paaren erkennen.  An  ihrem  Hinterende  scheint  sie  eine  leichte  Concavität  zur  Aufnahme  der  ersten  Neural- 
platte besessen  zu  haben.  In  ihrer  Mittellinie  erscheint  sie  dachförmig  gehoben,  so  dass  dieser  Theil  nach 
rechts  und  links  etwas  steiler  abfällt  als  die  andern.  Die  1.  Neuralplatte  ist  breit  spateiförmig  und  besitzt  eine 
mediane  Leiste,  die  vor  der  Grenzlinie  zwischen  der  1 .  und  2.  Rückenschuppe  beginnt,  und  sich  bis  zum  Vorder- 
ende der  Platte  stetig  verbreitert;  dadurch  ist  einerseits  ein  steiler  Abfall  der  Nuchalplatte  im  Längsschnitt 
und  ein  Vorspringen  der  Neuralplatte  auf  der  Oberfläche  im  Querschnitt  bedingt.  Von  der  2.  Neuralplatte  ist 
nur  die  linke  Hälfte,  und  auch  die  schlecht  erhalten;  sie  dürfte  indess  kaum  von  der  typischen  Emydenforra, 
dem  unregelmässigen  Sechsecke  mit  geschweiftem  Vorder-  und  Hinterrande,  abgewichen  sein.  Die  3.  und  best- 
erhaltene Neuralplatte  bringt  die  eben  erwähnte  Form  in  vollkommenster  Weise  zur  Geltung.  Sie  ist  die 
breiteste  der  drei  Platten,  welche  in  der  ganzen  Mittellinie  ihrer  Unterseite  die  Reste  der  dorsalen  Fortsätze 
der  entsprechenden  Wirbel  tragen.  Die  1.  (rechte  und  linke)  Costalplatte,  das  massigste  Stück  des  Carapax, 
schliesst  einerseits  an  die  1.  und  2.  Neural-  andererseits  an  die  Nuchal-  und  die  vier  ersten  Marginalplatten  an. 
Der  Verlauf  der  stark  gekrümmten,  0-7™  breiten  Rippe  ist  an  ihrer  Unterseite  deutlich  sichtbar,  der  Kopf  der- 
selben ist  abgebrochen.  Die  2.  (rechte  und  linke)  Costalplatte,  welche  oben  au  die  2.  und  3.  Neural-  unten  an 
die  4.  und  5.  Marginalplatte  anschliesst,  zeigt  eine  schwach  keilförmige  Gestalt,  indem  sie  sich  gegen  ihr 
unteres  Ende  etwas  verbreitert.  Die  Rippe  ist  in  die  Platte  vollkommen  eingesenkt  und  ihr  Verlauf  lässt  sich 
nur  aus  dem  vorspringenden  Köpfchen  beurtheilen.  Was  die  weiteren  Costalplatten  anbelangt,  so  sind  nur  die 
3.  und  4.  rechte  ziemlich  vollkommen,  die  3.  linke  aber,  sowie  die  5.,  6.  und  7.  rechte  nur  fragmentarisch 
erhalten.  Auch  sie  zeigen  sämmtlich,  und  zwar  in  weit  höherem  Grade  als  die  2.,  eine  Neigung  zur  Keilform, 
und  zwar  in  alternirender  Weise,  so  dass  die  3.  im  obern,  die  4.  im  untern  Ende  u.  s.  w.  ihre  grösste  Breite 
erreicht.  Die  5.  und  6.  sind  naturgemäss  au  der  Stelle  gewaltig  verdickt,  die  mit  den  Hyposternalflügeln  corre- 
spondirt.  Die  3.  Costalplatte  schliesst  an  die  5.  und  6.,  die  4.  an  die  6.  und  7.,  die  5.  au  die  7.  und  8.  Marginal- 
platte u.  s.  w.  an. 

Was  die  Marginalplatten  betrifft,  so  sind  deren  rechts  acht,  links  drei  fast  vollkommen  erhalten.  Die  1., 
2.,  3.,  7.  und  <S.  haben  annähernd  trapezoide,  die  4.,  5.  und  6.  rechteckige,  die  9.  rhomboidische  Gestalt.  Die 
1.,  2.  und  9.  besitzen  ungemein  scharfe  Ränder;  die  3.  und  7.,  welche  an  der  Bildung  der,  jedenfalls  nicht 
unbeträchtlichen  Sternalkammer  Antheil  nahmen,  sind  dem  entsprechend  ebenfalls  stark  verdickt  und  an  der 
Innenseite  ausgehöhlt.  Wir  sehen  also  fünf  Marginalplatten  die  Verbindung  mit  dem  Plastrou  vermitteln.  Von 
Bedeutung  ist  ferner  eine  Einschnürung  dicht  ober  dem  Rande  (resp.  der  Knickung)  der  2.,  3.,  4.  und  5.  Platte, 
wodurch  derselbe  leicht  aufgebogen  erscheint. 

Gehen  wir  nun  zum  Bauchschild  (Plastron)  über.  (Fig.  2.)  Er  ist  gross,  ziemlich  massiv  und  bildet  ein 
langgestrecktes  Oval  mit  vielfach  schön  geschweiften,  mehr  oder  weniger  scharfen  Rändern.  Im  Grossen  und 
Ganzen  ist  er  sowohl  in  der  Länge  als  in  der  Quere  schwach  nach  aufwärts  gekrümmt,  am  meisten  im  Vorder- 
Iheile,  vom  hinteren  Ende  des  Entostcniale  angefiingen  bis  zur  Spitze,  die  einen  ausgebauchten,  lippenförmigen 


Clemmj/f!  sarmatica  n.  sj).  aua  dein  Tegel  von  Ilemals  bei  Wien. 


187 


Vorspi'ung  darstellt.  Ansserdem  finden  sich  zwei  untergeordnete  Krümmungen  im  entgegengesetzten  Sinne  am 
Hintertlieile,  so  dass  dieser  mehrfach  sanft  gebogen  erseheint.  Der  Bauchschild  besteht  aus  neun,  regelmässig 
angeoidneten  Platten,  die  durch  feste  Näthe  zu  einem  unbeweglichen  Ganzen  verbunden  sind. 

Die  Epistern.-ilia  sind  mehr  breit  als  lang  und  sehr  massiv.  Das  Entosternale  zeigt  an  seiner  Unterseite  die 
Form  eines  unregelmässigen  Sechseckes,  dessen  kleinster  Winkel  nacli  vorne  gekehrt  ist;  an  der  Oberseite 
hingegen  erscheint  dieser  Winkel  abgestutzt,  so  dass  eino  ähnliche  Form  resultirt,  wie  die  der  dritten  Neural- 
platte  des  Carapax.  Das  Entosternale  trägt  auf  dieser  Reite  die  Spur  eines  medianen  Kiels  und  eines  Muskel- 
eindrucks am  Vorderende.  Die  ITyo-  und  Hyposternalia,  deren  Gren/nath  die  Mittellinie  des  Bauclischildes 
halbirt,  sind  fast  gleich  gross  und  vermitteln  durch  sanft  ansteigende  Flügel  den  Anschluss  an  den  Bückenschild. 
Die  Xiphisternalia,  bei  deren  seitlichen  Aussenränderu  die  früher  ei'wähnte  Eigenscliaft  der  mehrfachen 
Schweifung  am  scliönsten  ausgeprägt  ist,  enden  jederseits  in  eine  scharfe  Spitze,  so  dass  das  Hinterende  des 
Bauchschildes  durch  einen  einspiiugenden  Winkel  von  weniger  als  90°  auffallend  zweigezackt  erscheint.  Es 
seien  nunmelir  die  Dimensionen  der  einzidnen  Panzerpliitten  angegeben,'  so  weit  es  ihr  Erhaltungszustand 
gestattet : 


Bezeichnung  der  Platte 


Länffe 


Breite 


I.  Eückenschild 


Nuchalplatte  . 
Neuralplatte   . 

n 
n 

Costiilplatte   . 

V 

n 

V 

Margiualplatte 


(.•i-6) 


(a- 


4-4 
1-9 
•2-0 

2-a 

3-4 

•8-2-1 

•G— 1-y 

•  8—2  •  3 

•a— 1-6 

4—2  •  .5 
■8— 2-6 
■3-2-3 

2-0 

6—2  •  5 


1-8- 


.">  ■  -2 


Bezelclimina:  der  Platte 


Läna 


Breite 


II.  Bauchschild 


Epistei'uale  . 

Entosterualc 

Hyosternale 

Hypostcrnalc 

Xipliisternale 


1-9  (2-8) 
3-4  (2-2) 
3-7  (4-0) 

.5-2 
3  -  G— 5  -  0 


3-5 

2-S 
4-5— G-0 
4-5-0-0 

4-4 


Bezüglich  der  Dicke  der  Platten  sei  nur  angegeben,  dass  sie  bei  beiden  Schildern,  wie  normal  von  der 
Mitte  gegen  die  Peripherie  zunimmt  und  zwischen  0-2  und  1-0  sehwankt. 

Wir  haben  uns  bis  jetzt  nur  mit  den  Knochenplatten  des  Panzers  befasst,  und  wollen  nun  auch  die  An- 
ordnung und  Gestalt  der  Hornschuppen  einer  nähern  Betrachtung  unterziehen.  Ihre  Grenzeindrücke  sind,  wie 
schon  einmal  erwähnt,  fast  überall  deutlich,  stellenweise  als  tiefe  Furchen  auf  der  Oberfläche  des  knöchernen 
Gehäuses  sichtbar.  Wie  bekannt,  ist  die  Anordnung  der  Hornschuppen  der  der  Knochenplatten  ähnlich,  es 
stimmen  jedoch  jene  an  Gestalt  und  Zahl  mit  diesen  keineswegs  überein.  Es  sei  diesbezüglich  Folgendes 
bemerkt:  Die  1.  Eückenschuppe,  welche  im  hintern  Drittel  der  ersten  Neuralplatte  endet,  ist  mehr  breit  als 
lang,  verschmälert  sich  nach  rückwärts  stetig  und  h.at  sanft  geschwungene,  nach  aussen  convexe  Bänder.  Die 
2.  Rückenschuppe,  deren  Hinterrand  die  dritte  Neuralplatte  ungefähr  in  der  Hälfte  durchschneidet,  ist  eben- 


'  Zu  Ccntimetern.  Die  in  Klammer  gestellten  Zahlen  sind  approximativ  zu  verstehen.  Wo  die  Dimensionen  bei  einer 
Platte  wechselten,  sind  immer  die  grössten,  in  einigen  Fällen  auch  beide  Extreme  angegeben.  Bei  den  Marginalplatteu  spe- 
ciell  wurde  die  Länge  (Höhe)  von  ihrem  oberen  Ende  bis  zum  unteren  Rande,  rcsp.  7au-  Knickung  gemessen.  Beim  Bauch- 
sehilde  wurden  die  Dimensionen  auf  der  Unterseite  bestimmt  und  allentViU.sigc  x^bweichungen  auf  der  Oberseite  in  Klammer 
beigesetzt ;  die  Liingenangabeu  beziehen  sich  sämmtlich  auf  die  Linea  alba.  Wenn  auch  der  Werth  derartiger  Zahlen  gering 
ist,  da  Altersunterschiede  und  individuelle  Differenzen  gerade  hier  von  weitgehendem  Einflüsse  sind,  so  geben  sie  docli 
immerhin  in  ilirer  Oesiinimthcit  ein  Bild  der  relativen  Grüssenverhältni.sse,  das  zum  Vergleiche  sehr  dienlich  ist. 


188 


Carl  Ärihm  rurschle. 


falls  mehr  breit  als  lang  und  hat  im  Ganzen  achteckige  Form  mit  einem  einspringenden  Winkel  am  hinteren 
und  drei  abgerundeten  Ecken  am  vorderen  Ende.  Von  der  dritten  ist  zu  wenig  erhalten,  um  ähnliche  Angaben 
machen  zu  können;  es  scheint,  dass  sie  im  Umriss  weniger  complicirt  und  der  geometrischen  Form  näher  war« 
als  die  vorhergehende.  Die  1.  .Seitenschuppe,  die  in  der  Mitte  der  /.weiten  Costalplatte  endet,  hat  ebenfalls 
geschwungene  Grenzlinien  und  die  beiläufige  Form  eines  oben  abgestutzten  Kreisausschnittes;  sie  stösst 
einerseits  au  die  1.  und  2.  Eücken-,  andererseits  an  die  2.,  3.,  4.  und  5.  Randschuppe.  Die  2.  Seitenschuppe 
endet  auf  der  5.  Costalplatte  und  nähert  sich  in  der  Form  einem  Parallelogramm;  sie  wird  von  der  2.  und 
?>.  Rücken-,  sowie  von  der  5.,  6.  und  7.  Raudschuiipe  begrenzt.  Die  dritte,  deren  Grenzlinien  nur  zum  Tiieil 
erhalten  sind,  dürfte  ihr  ähnlich,  nur  etwas  schmäler  gewesen  sein. 

Von  den  Randschuppeu  ist  bezüglich  ihrer  Form  nicht  viel  zu  erwähnen ;  sie  wechselt  ziemlich  regellos 
zwischen  Rechteck,  Rhomboid  nnd  Trapezoid.  Von  ungleich  grösserer  Wichtigkeit  ist  der  Verlauf  jener  Linie, 
in  welcher  sie  mit  den  Seitenschuppen  zusammenstossen :  dieselbe  fällt  nicht  mit  der  Grenznath  zwischen 
Costal-  und  Marginalplatten  zusammen,  sondern  verläuft  unterhalb  derselben,  also  auf  den  Marginalplatten 
selbst,  mit  einer  leichten  Neigung  zum  Zickzack,  besonders  gegen  den  Hintertheil  zu.  Die  einzelnen  Rand- 
schuppeu stossen  ungefähr  in  der  Mitte  einer  Marginalplatte  zusammen  und  eorrespondiren  die  dadurch  ent- 
stehenden Eindrücke  nicht  mit  denen  der  Seitenschuppen,  wovon  nur  die  Grenzlinie  zwischen  der  1.  und 
2.  Eandschuppe  eine  Ausnahme  macht.' 

An  dem  vorderen  Ausschnitte  der  Sternalflügel  finden  sich  massig  entwickelte  Axillarplatten;  von  den 
Inguinalplatten  ist  nur  eine  undeutlich  erhalten. 

Der  Bauchschild  zeigt  die  Spuren  von  zwölf  Hornschuppen,  deren  Umrisse  durch  mehr  oder  weniger 
geschwungene  Linien  bezeichnet  sind.  Die  Gularplatten  am  Vorderende  sind  ziemlich  langgestreckt  und  reichen 
über  die  Spitze  des  Entosternales  herab,  das  zum  grössten  Theile  von  den  Brachial-  und  an  seinem  Hinterende 
auch  von  den  Pectoralplatten  bedeckt  wird.  Intergularplatte  ist  keine  vorhanden.  An  die  Peetoralplaften,  die 
1™  vor  der  Nath  der  Hyo-  und  Hyposternalia  enden,  schliesseu  sich  in  einer  von  der  Mittellinie  ab  geraden, 
gegen  den  Rand  zu  wellenförmigen  Grenzlinie  die  .^bdominalplatten,  welche  alle  übrigen  an  Grösse  übertreffen. 
Der  Eindruek,  der  sie  von  den  Femoralplatten  scheidet,  verläuft  zu  Beginn  fast  senkrecht  auf  die  Mittellinie, 
um  sich  dann,  gleich  den  vorhergehenden,  nach  vorne  zu  krümmen,  während  die  nahezu  gerade  Grenzlinie 
zwischen  Femoral-  und  Analplatten  schon  von  der  Mitte  aus  nach  rückwärts  verläuft,  parallel  zur  Nath  der 
Xiphisterualia  und  diese  ungefähr  in  zwei  gleiche  Hälften  theilend. 

Schliesslich  seien  auch  bei  den  messbaren  Hornschuppen  die  Dimensionen  angegeben:** 


Bezeichnung  der  Platte 

Länge 

Breite 

Bezeichnung  der  Platte 

Länge 

Breite 

I.  R  ü  c  k  e  u  8  c  h  i  1  d 

II.  B  a  u  c  h  8  c  h  i  1  d 

1.  Rückenschuppe 

"•    _                n                     

1.  Seitenschuppe 

i) 

»                                 

3.                „                  

2.  Randschuppe 

3.  .               

•t-                  n                     

5.                „                  

9-                  „                   

3-5 

3-5 
4-7 
4-9 

1  •(>— 2-  1 

1-6 
10 
1-8 

2  •  0—2  ■  8 

2-9— 5-1 
2-9- 4-2 
2  •  0—5  •  3 

4-2 

.■i-4 

2-0 
1  •  6—2  •  3 

2-0 

2-2 

2-0 

Gularplatte 

Brachialplatte 

Pectoralplatte 

Abdoraiualplatte 

renioralplattc 

Analplatte 

3-0 
1-6 

3-4 

4-2 

3-6 

2-0  — 3-0 

1-7 

3-9 
4-5- 5-8 
4-5- 5-8 

4-5 

.i-0 

1  Wir  erwähnen  diesen  Unifitand,  weil  H.  v.  Meyer  in  seiner  Besclireibung-  von  Emijs  proloyaea  (L.  u.  Bronn,  .Jahrb. 
f.  Mineralogie,  lS.i2,  p.  304)  auf  eine  solche  Ilelation  zwischen  Band-  uud  Seitensehuppen  besonderes  Gewicht  legt. 
3  Über  die  Art  und  Weise  der  Messung  und  die  Bedeutung  der  Zahlen  s.  Anmerkung  zur'ersten  Tabelle,  p.  3. 


Clemmys  sarmatka  ».  kJ).  (I'is  dem  Tegel  von  Hernais  hei  Wien.  189 

Wenn  wii-  nnnmelir  die  vorhergehenden  Beobachtungen  in  Kürze  zusammenfassen,  so  gelangen  wir  zu 
folgendem  Ergebnisse : 

Unser  Fossil  stellt  einen  vollkommen  verknöcherten  Schildkröteupanzer  dar,  dessen  Rücken-  und  Bauch- 
schild niil  Honiplatten  bedeckt  und  duicli  Synostose  mit  einander  verbunden  waren;  er  lässt  in  der  Form  und 
Anordnung  der  Platten  den  Typus  der  Emydcn '  deutlieh  erkennen.  Der  Rückenschild  ist  oval  und  n)ässig 
gewölbt,  der  Bauchschüd  gross,  an  der  Unterseite  convex  und  unbeweglich. 

"Wenn  schon  uacli  oberflächlicher  Betrachtung  unseres  Tliieres  kein  Zweifel  obwalten  konnte,  dass  es  der 
Familie  der  Testudiniden  oder  Emydeu  augehört,  so  ergibt  sich  aus  den  vorstehenden  Untcrsuchungsresnllateii 
mit  zwingender  Nothwendigkeit  der  Sclduss,  dass  wir  es  hier  mit  dem  Emydengenus  Cleiiiiiiya  zu  thuu  haben. 
Für  Testudo  würde  einzig  und  allein  die  Neigung  der  Costalplatten  zur  alternirenden  Keilform  sprechen; 
andererseits  fallen  aber  die  wesentlich  sechsseitige  Gestalt  der  Neuralplattoii,  die  geringe  Wölbung  des  Carapax, 
der  Verlauf  der  Grenzlinie  zwischen  Rand-  und  Seitenschuppen  auf  den  Marginalplatten,  die  Einschnürung  der- 
selben am  Vordertheile  des  Rückenschildes  und  nocli  zahlreiche  andere  Details  so  sehr  zu  Gunsten  derEmyden 
ins  Gewicht,  dass  eine  Zutheiluug  zu  Testudo  in  liohcm  Grade  unnatürlich  erscheinen  müsste.  Wir  haben  es 
eben  auch  hier  mit  einer  jener  interessanten  Verschmelzungen  von  Gattungscharakteren  zu  tliun,  wie  sie  bei 
den  fossilen  Cheloniern  und  besonders  bei  Testudo  und  Emijs  häufig  vorkommen;  so  zeigen  z.  B.  die  eocänen 
Emys  testudiniformis  Owen,^  dessgleichen  die  eocänen  Testudo  Nebrasceusis  Leidy*  und  T  hemisphaerku 
Leidy,  sowie  in  geringerem  Grade  die  niiocäne  Testudo  untiqua  Bronn*  und  T.  praeceps  Haberlandt-'  viel- 
fach eine  Oombination  von  Merkmalen,  die  heute  theils  für  Emtjs,  theils  für  Testudo  charakteristisch  sind.  Es 
bleibt  uns  demnach  nur  die  Entscheidung  zwischen  Ernys^  und  Clemmys,  die  indess,  abgesehen  vom  Gesammt- 
habitus  schon  wegen  der  knöchernen  Verbindung  l)eider  Schilder,  sowie  wegen  der  Grösse  und  Unbeweglichkeit 
des  Plastrous  unbedingt  zu  Gunsten  von  Clemmys  ausfallen  muss. 

Nachdem  wir  auf  diese  Weise  zur  Feststellung  der  Gattung  gelangt  sind,  erübrigt  uns  noch,  unsere 
Clemmys  einerseits  mit  den  fossilen,  andererseits  mit  den  lebenden  Arten  des  Genus  zu  vergleichen,  um  eine 
etwaige  Verwandtschaft  herauszufinden.  Was  den  ersten  Theil  dieser  Aufgabe  betrifft,  so  ist  derselbe  bald 
erledigt ;  unter  allen  tertiären  Emyden,  die  wir  zur  Parallele  heranzogen,  existirt  keine,  die  unserer  Species 
besonders  nahe  stehen  würde.  Wii-  finden  allerdings  bald  da,  bald  dorl  einzelne  Merkmale  wieder;  so  erinnert 
z.  B.  die  Form  der  ersten  drei  Neuralplatten  an  die  eocäne  Emys  hicarinata  Bell  '  und  die  Bildung  der  Hinter- 
hälfte des  Plastrons  auftallend  an  die  untermiocäne  E.  Michelottü  Peters,^  sowie  auch  an  E.  Charpentieri  Pict. 
et  Hu  m  b.  ^  aus  der  Schweizer  Molasse,  während  sich  wieder  die  Form  der  lüickenschuppen  sowohl  bei  gewissen 
Emyden  aus  der  steirischen  Braunkohle,  als  auch  bei  solchen  aus  dem  amerikanischen  Eocäa  vorfindet;  nähere 
Verwandtschaft  in  allen  Stücken  zeigt  aber,  wie  erwähnt,  keine  fossile  Form.  Ganz  anders  gestaltet  sieh  die 

1  Wie  schon  Eingangs  angedeutet,  haben  wir  unserer  Abliandhmg  da.s  8 traiich'scho  Syntem  zu  Grunde  gelegt,  da» 
er  in  seinem  Werke :  „Chelouologische  Studien"  (Mömoires  de  Tacadöraie  imperiale  des  scienees  de  St.  Pßtersbourg  1862, 
V.  Bd.)  aufstellt.  Er  vereinigt  Land- und  Sumpfschildkröten  fC7(e;-.sv7e.s  &t  PuliuHnr^  criiptoiln-ex  Dum.  otl'.ibr.  und  Textur] iriidac 
et  Eiiii/flidac  Gray;  zu  einem  Tribus  Clierscnnjda  mit  1.")  Gattungeu. 

-  Owen  and  Dell,  Moniigi'aph  ou  tlio  tos.sil  reptilia  of  the  l>i>nd(iu  Clay,    isli). 

ä  Leidy,  The  ancient  Fauna  of  Nebrasca,  Washington  185.3. 

1  H.  v.  Meyer,  IndividucSle  Abweichung.^  bei  Tesludo  aiäiquit  und  Pjdiijs  Europaea. 

'•>  Haberlandt,   über  Tsstudo  praeceps  n.  sp.  (Jahrb.  d.  geol.  Iteichsaust.  XXVJ.  Bd.,   187 •;,  p.  24:!.) 

"  Die  .-inderen  Genera  der  Emyden  kommen  niclit  in  Betracht,  da  sie  sich  schon  auf  den  ersten  Blick  zu  wesentlich  von 
unserer  Form  unterscheiden.  Emyä  Strauch  =;  Cistudo  haillaiites  Dum.  etBibr.,  iJemmi/s  Strauch  =  Ewy/.s  Dum.  et  Bibr. 
Analog  wie  Strauch  fassen  die  Genera  £m^.-(  und  Clemmys  auch  Wagler  (Nat.  System  d.  Amphibien,  München,  Stuttgart 
und  Tübingen  1830),  Fitzinger,  (Annalen  d.  Wiener  Museums,  L  Bd.,  is.HG)  u.  a.  m.  Die  Gattung  Clemmys  wurde  übrigens 
zuerst  von  Ritgen  autgestellt;  Wagler  hat  sie  dann  genau  .abgegrenzt  und  am-li  eine  Ableitung  des  Namens  gegeben: 
zXsji/jiUi,  testudu,  „quia  se  sua  testa  (piasi  occultat-  —  eine  Eigenschaft,  die  allerdings  sehr  vielen  Schildkröten  zukommt. 
'   Monogr.-iph  of  thc  London  Clny. 

•*  Peters,  Beiträge  z.  Kenntnis  der  Schildkrüteurc.'<te  aus  den  österreichischen  'J'crtiärablageruugen  in  Hauer's  Palä- 
ontographie  Österreichs,  I.  Bd.,  Wien  1858,  p.  59. 

'■>  Bietet  et  Humbert,  Monographie  des  Cheloniens  de  la  molasse  Suisse,  Genöve  1856. 


190  Carl  Arthur  Purschke. 

Sache,  wenn  wir  uns  zu  den  lebenden  Species  wenden.  Wir  konnten  allerdings  von  den  62  ClemmifS- Arten,  die 
im  Jahre  1862  bekannt  waren,  '  nur  einen  kleinen  Bruchtheil  zum  Vergleiche  heranziehen ;  '^  nichts  desto- 
weniger  aber  gewannen  wir  schon  aus  diesem  Materiale  die  Überzeugung,  dass  unsere  sarmatische  Species  den 
recenten  und  insbesondere  der  europäischen  Ol.  cn^pka  ^  in  auffallender  Weise  nahe  steht.  Wir  besitzen  gerade 
von  dieser  Schildkröte  zwei  vorzügliche  Beschreibungen,  die  eine  von  Dumöril  und  Bibron.  die  andere  von 
Bonaparte,  beide  fast  gleichzeitig  erschienen  und  auch  fast  gleichlautend;"  sie  passen  zum  grossen  Theile 
auch  auf  unsere  fossile  Form  und  nur  durch  sorgfältige  Vergleichung  derselben  mit  zwei  Exemplaren  der 
kaspischen  Schildkröte,  war  es  möglich,  folgende  Ditferenzen  zu  constatiren: 

Die  sarmatische  Form  ist  relativ  etwas  stäiker  gewölbt  als  die  kaspischc,  die  Ovalform  des  Riickenschildes 
ist  bei  jener  schwächer  ausgeprägt  als  bei  dieser;  im  Querschnitt  erscheint  er  bei  unser  Species  gleichmässig 
gerundet,  fost  elliptisch,  bei  der  kaspischen  mehr  dachförmig.  Die  Einschnürung  oberhalb  des  seitlichen  Randes 
am  Vordertheil,  wodurch  dieser  etwas  aufgebogen  erscheint,  ist  bei  der  recenten  Form  in  höherem  Grade  vorhan- 
den, der  Abfall  der  Nuchalplatte  hingegen  weniger  steil  als  bei  der  fossilen ;  diese  ist  überdies  durch  eine  deutlich 
aus  gesprochene  Neigung  der  Costalplatten  zur  alteruirenden  Keilförmigkeit,  besonders  gegen  den  Hintertheil 
zu  ausgezeichnet.  Was  den  Bauchschild  betrifft,  so  ist  er  bei  der  kaspischen  Form  am  ^'ordereude  wulstig  und 
abgestutzt,  während  er  bei  der  sarmatischeu  in  einem  scharfrandigen,  lippeuförmigen  Vorsprunge  endet.  Der 
Verlauf  der  Schuppeneindrücke  ist  bei  dieser  im  Allgemeinen  complicirter;  im  Verhältnisse  ist  die  erste 
Kückenschuppe  breiter,  die  zweite  schmäler,  die  erste  Seitenschuppe  schmäler,  die  zweite  breiter  als  bei  jener 
Die  Gularplatten  sind  bei  der  sarmatischen  Form  um  ein  ziemliches  langgestreckter,  die  Pectoral-  und  Abdo- 
minalplattcn  hingegen  etwas  kürzer  als  bei  der  kaspischen. 

In  allen  übrigen  Stücken  herrscht  nahezu  vollkommene  Übereinstimmung,  und  wenn  wir  uns  überdies  den 
weiten  Spielraum,  der  den  imlividuellen  Abweichungen  bei  den  Cheloniern  geboten  ist,  sowie  die  geringe 
Zahl  der  verglichenen  Exemplare  vor  Augen  halten,  so  müssen  wir  so  manche  der  angegebenen  Unterschiede 
als  geringwerthig  bezeichnen.  Hoffentlich  werden  uns  weitere  Funde  in  die  Lage  setzen,  ein  vollkommeneres 
Bild  der  sarmatischeu  Clvnnmjx  entwerfen  zu  können,  um  den  interessanten  Vergleich  mit  der  kaspischen  in 
allen  Stücken  durchzuführen. 

Es  wird  heute  mit  grosser  Berechtigung  angenommen,  dass  das  sarmatische  Meer  vom  Osten  her  über 
ganz  Mitteleuropa  bis  in  unserer  Gegend  trausgredirte,  und  dass  das  jetzige  schwarze  und  Asow'sche  Meer, 
der  Kaspi-  und  Aralsee,  sowie  die  zahlreichen  kleineren  Stcppcnseen  östlich  davon  als  die  Überbleibsel  jenes 
grossen  Meeres  aufzutassen  seien.  In  der  Übereinstimmung,  die  wir  soeben  zwischen  der  fossilen  Schildkröte 
des   Hernalser  Tegels    und   der   recenten   kaspischen   Form  ■'  constatiren,    liegt    ein   neuer  Beweis    für    die 


^  Nach  Strauch,  Clielouologisclac  Studien. 

2  Es  sind  dies:  CI.  casjnca  (Gmelin)  Wagler,  Cl.  leprosa  Schweig.,  Cl.  inctu  Schneid.,  Cl.japonica  Gray,  Cl.  orego- 
nensisKai-].,  Cl.  gmgraphiai  Wagl.,  Cl . pseudoijeoy raiMcn  LeSieur,  Cl.  serrata  Wagl.,  Cl.  Frooslü  Holbr.,  Cl.  Ilamiltoni  Fitz. 
C/. puiicfatu  W agh,  Cl.  ocdlata  Dum.  etBibr.,  Cl.  Cmnberlandiinsis  Holbr. 

3  Syn.:  Emys  caspica  G  ray,  Terrapene  caspica  Bonaparte,  Emi/de  Caspieiiiie  Dum.  et  Bibr.  —  Cl.  caspica  und  Cl.  leprosu 
(Syu.:  Emys  Sigriz  Dum.  etBibr.)  sind  die  einzigen  Repräsentanten  der  Gattung  in  unserem  Erdtheil,  erstere  für  den  Osten 
letztere  für  den  Westen  (Spanien);  sie  zeigen  übrigens  so  viel  Übereinstimmung,  dass  sie  von  mehreren  Fonscheru  in  eine 
Species  zusammenget'asst  wurden. 

1  Dumeril  et  Bibron,  Erpetologie  generale,  Paris  1835  und  Carlo  L.  Principe  Bonapaite,  Iconografia  della  Fauna 
Italica  per  ie  quattro  classi  degli  animali  vertebrati.  Tome  II,  Amfibi,  Roma  1832 — 41.  Erstere  beschreiben  sie  als 
E.  Caspienne,  letzterer  als  Terrapene  caspica;  es  ist  zweifellos,  dass  diese  Form  mit  Cl.  caspica  ident  ist,  da  der  Autor  selbst 
ala  Syn.  E.  caspica.  Gray  (Syn.  Rept.  p.  74)  angibt  und  wie  oben  erwähut,  seine  Beschreibung  mit  der  der  Franzosen  genau, 
stellenweise  sogar  wörtlich  übereinstimmt,  was  uns  wohl  auf  eine  einlache  Übersetzung  schüessen  liisst.  Strauch  bezeich- 
net zwar  das  Genus  Geoemys  Bonap.  als  das  Syn.  von  Clemmi/s  (Ritgen)  Wagl  er;  es  muss  aber  diese  Angabe  nachdem 
A'orhergehenden  wohl  auf  einem  Übersehen  beruhen,  falls  nicht  vielleicht  Bonap  arte  in  einem  späteren  Werke  seine 
Komenclatur  geändert  hat,  was  uns  unbekannt  ist. 

•''  Cl.  caspica  findet  sich  vorzüglich  an  den  Küsten  obgenaunter  Gewässer,  in  nächster  Nähe  der  Sümpfe,  wo  sich  Süss- 

und  Salzwasser  mengt;  sie  geht  noch  südlich  bis  Kleinasien  und  Syrien  und  kommt  ausserdem  auf  Morea,  den  Inseln  Greta, 

Tino  und  Zante,  wie  auch  in  Dalniatien  vor. 


Clemmys  sarmatica  n.  sp.  aus  dem  Tegel  von  Hernais  bei  Wien.  191 

Richtigkeit  obiger  Anuahme  und  wir  sind  wohl  zur  Behauptung  berechtigt^  dass  wir  in  Clemmijs  caspica  einen 
directeii  Nachkommen  der  sarmatischen  Clemmijs  vor  uns  haben,  für  die  wir  die  Bezeichnung  Clemmys  sarma- 
tica iu  Vorschlag  bringen. 

Wir  glauben,  an  dieser  Stelle  eine  ähnliche  Relation  erwähnen  zu  müssen,  welche  Peters  im  Jahre  1867 
eonstatirte. '  Vor  30  Jahren  wurden  aus  den  Ziegelgruben  von  Heru;\ls  die  ersten  Seehundsreste  zu  Tage 
gefördert,  über  deren  Stellung  man  längere  Zeit  im  Zweifel  war,  bis  weitere  Funde  an  derselben  Stelle  und 
eingehende  Untersuchungen  der  südrussisehen  Phoca  pontica  die  Zusammengehörigkeit  beider  Arten  erwiesen, 
ein  Umstand,  der  unter  den  Belegen  für  die  Provenienz  unserer  sarmatischen  Ablagerungen  eine  gewisse 
Rolle  spielte.  Es  zeigt  uns  dieser  Fall,  ebenso  wie  der  unserige  deutlich  den  Connex  zwischen  zwei,  räumlich 
weit  getrennten  Gebieten;  dort  eine  Identität  zweier  fossiler,  hier  eine  sehr  nahe  Verwandtschaft  einer  fossilen 
zu  einer  recenten  Species. 

Auifallend  bleibt  noch  der  schon  Eingangs  erwähnte  Umstand,  dass  sich  vom  internen  Skelette  unserer 
Schildkröte  keine  Spur  vorgefunden;  wenn  wir  uns  aber  vor  Augen  halten,  dass  der  Hernalser  Tegel  den 
Charakter  einer  ausgesprochenen  Strandbildung  an  sich  trägt,  so  erklärt  sich  die  Sache  so  ziemlich.  Das 
todte  Thier  wurde  jedenfalls  vom  Wasser  vielfach  transportirt,  ehe  es  eine  schützende  Sehlammsehicht 
der  weiteren  Zerstörung  entzog.  Immerhin  weist  der  Umstand,  dass  bis  heute,  unseres  Wissens,  nur  dieses  eine 
Exemplar  gefunden  wurde,  darauf  hin,  dass  unsere  CJemmys  in  der  gleichalterigeu  Fauna  zu  den  Selten- 
heiten gehörte.  ^ 

So  hätten  wir  denn  eine  obermiocäne  Emydenspecies  kennen  gelernt,  welche  sich  in  den  meisten  Stücken 
ungemein  eng  an  eine  lebende  Form  anschliesst,  andererseits  aber  durch  das  Vorhandensein  eines  ausge- 
sprechenen  Testudinidenmerkmals  in  der  Form  der  Costalplatten  eigenthümlicli  charakterisirt  ist.  Wenn  schon 
sämmtliche  ClemmijS'kxi&xi  durch  grössere  Massivität,  durch  stärkere  Wölbung  des  Rückenpanzers,  durch  die 
knöcherne  Verbindung  desselben  mit  dem  Bauchschilde  durch  die  Uubeweglichkeit  des  letzteren,  sowie  durch 
die  Gestalt  ihrer  Costalplatten,  die  bei  den  meisten  der,  von  uns  verglichenen  Species  grössere  oder  geringere 
S])uren  von  Keilförmigkeit  zeigen  (wenn  auch  ziemlich  regellos  und  häufig  nur  bei  denjenigen  Platten,  die  zu 
den  Hyposternalstrahien  in  Beziehung  stehen),  zwischen  Emtjs  und  Testudo  den  Übergang  vermitteln,  so  ist 
dies  bei  Cl.  sarmatica  noch  mehr  der  Fall,  wenn  auch  nicht  in  dem  Grade,  wie  bei  den  früher  aufgezählten 
Zwiseheuformen  der  Eocänzeit,  in  der  sich  eben  das  Genus  Testudo  erst  diiferenzirte. 

Es  sei  nunmehr  zum  Schlüsse  eine  Zusammenstellung  aller  Chelonierreste  gegeben,  die  bis  heute  aus  dem 
Wiener  Becken  bekannt  geworden  sind,  wobei  wir  allerdings  der  Aufzählung  Peters'  vom  Jahre  1855  nicht 
sehr  viel  hinzuzufügen  haben.  Weitaus  überwiegend  an  Arten-  und  Individueuzalil  ist  das  Genus  Trionijx 
vertreten,  während  von  E)nys  {Clemmijs)  nur  wenige,  zum  grösseren  Theil  dubiose  Reste,  von  Testudo  blos 
ein  einziges  Exemplar  gefunden  wurden.  Es  fehlen  somit,  wenn  wir  von  dem  sonderbaren  Pseplwplioriis 
(s.  späten  absehen,  zwei  grosse  Gruppen,  die  der  Chehjda  und  Cheloniida  vollständig.  Speciell  haben  wir 
folgende  Vorkommnisse  zu  erwähnen: 

1.  Triomjx  {Gijmnopus)  Vindobonensis  Peters  in  vielen,  zum  Theil  sehr  schönen  Exem])laren.  (Beschrieben 
iu  Peters,  Schildkrötenreste  a.  d.  österr.  Tertiärablageruugen.  Denkschr.  d.  math.-naturw.  Cl.  d.  k.  Akad.  d. 
Wiss,  Wien  1855.) 

2.  Triony x  Partschü  Fitziüger.  Ein  einziger  Rest,  aus  den  ersten  drei  Costalplatten  der  rechten  Seite 
bestehend,  gefunden  im  Leithakalkc  von  Loreto  am  NW.-Abhaug  des  Leithagebirges.  (Zuerst  erwähnt  \ov\ 
Fitzinger,  Annalen  d.  Wiener  Museums,  Bd.  I,  1836,  beschrieben  von  Peters  1.  c.) 

3.  Trionyx  sp.  von  Grund.  Ein  einziger  Rest,  aus  dem  Mittelstücke  einer  Costalplatte  bestehend. 
(Peters  1.  c.) 


1  Peters,  Phoca  pontica  Eichw.  bei  Wieu.  (Sitzungsber.  d.  k.  Ak.ul.  d.  Wissensoll..  I.  Alitli.,  Jännerlieft  1S(;7.) 

2  Es  .sind  auch  nocli  einige  Fragmeute  lies  Riick("n.scliilite.s  erli.-ilteu,  die  sU-h  dem  iccoustruirton  P.anzcr  nicht  einlügcu 
lassen,  worunter  zwei  fast  vollständige  Marginalplatten,  wahrscheinlich  die  neunte  und  zehnte  linke. 


192    Carl  Arthur  Purschke.   Glemmys  sarmatica  n.sp.  aus  dem  Tegel  von  Hernais  bei  Wien. 

4.  Emys  Loretana  H.  v.  Meyer.  Eine  einzige  Costalplatte,  wahrscheinlich  die  dritte  rechte,  gefunden  im 
Leithakalke  von  Loreto.  (H.  v.  Meyer,  Leonh.  u.  Br.,  Jahrb.  1847,  p.  579  und  Peters  1.  c.) 

5.  Ein  kleines  Unterkieferstück  von  Brunn  a.  Geb.,  das  H.  v.  Meyer  als  das  Zahnbein  der  linken  Unter- 
kieferhälfte einer  nichtineerischen  Schildkröte  bestimmte.  (Leonh.  u.  Br.,  Jahrb.,  1845,  p.  308.  Peters  lässt 
es  unentschieden,  ob  der  Rest  einer  Trionyx  oder  Einijs  angehört.) 

6.  Diverse  Fragmente  einer  beschuppten  Schildkröte  fCUmmys?),  die  im  Tegel  der,  südöstlich  bei  AYien 
gelegenen  Anhöhen  beim  Bau  des  Arsenals  gefunden  wurden.  (Peters  1.  c.) 

7.  Clemimjs  sarmatica  u.  sp.  aus  dem  Hernalser  Tegel.  Ein  ungefähr  zu  zwei  Dritteln  vollständiger  Rücken- 
und  Bauchpanzer. 

8.  Testudo  2»'aeceps  Eaherlandt  aus  der  oberen  Blediterranstufe  von  Kalksburg.  Ein  wohlerhaltener 
Steiukern.  (Haberland  t,  Über  Testudo  praeceps  n.  sp.,  die  erste  fossile  Landschildkröte  des  Wiener  Beckens. 
Jahrb.  d.  geol.  Reichsanst.  1876.  p.  243.) 

9.  Psep}M])honis  polygoaus  H.  v.  Meyer  aus  dem  Sande  von  Neudorf  a.  d.  March.  Einige  Panzerstücke 
(Erwähnt  in  den  Verh.  d.  geolog.  Reichsanst.  1870,  p.  342  und  1880,  311.) ' 

Wir  hätten  demnach,  wenn  wir  von  den  zweifelhaften  Fragmenten  absehen,  im  Ganzen  sieben  Reprä- 
sentanten der  Chelouier  im  Becken  von  Wien,  von  denen  nur  ein  einziger  eine  grössere  Individuenzahl 
aufweist,  gewiss  eine  äusserst  dürftige  Vertretung  dieser  grossen  Gruppe  im  Vergleiche  zu  anderen  Tertiär- 
ablagerungen. ^ 

Zum  Schlüsse  lühle  ich  mich  verpflichtet,  Herrn  Regierungsrath  Dr.  St  ein  da  ebner,  sowie  Herrn 
Dr.  Heider,  Assistenten  a.  d.  zoologischen  Lehrkanzel  der  Universität  für  die  Unterstützung,  die  sie  mir  in 
liebenswürdigster  Weise  durch  Beschaffung  des  Vergleichsmaterials  zu  Theil  werden  Hessen,  meinen  ver- 
bindlichsten Dank  auszuspreciieu. 

1  Wir  erwähnen  diesen  liest  gleichsam  im  Anhange,  da  seine  Natiu-  noch  immer  nicht  mit  absolnter  Sicherheit  ent- 
schieden ist.  H.  V.  Meyer  beschrieb  ihn  zuerst  Im  Jahre  1847  (Leonh.  und  Bronu's  Jahrb.,  p.  .579),  ohne  sich  über  seine 
Stellung  recht  khir  zu  sein;  weitere  Fiiude  und  Vergleiclie  festigten  seine  Vermutlmng,  dass  man  es  hier  mit  einem,  den  heu- 
tigen Ledersehüdkröten  (Spharr/idina)  ähnlichen  Thiere  zu  thun  liabe,  was  in  neuester  Zeit  auch  H.  G.  Seeley  bestätigte. 
(Quart.  Jonrn.  of  the  geol.  Society,  1880,  p.  lOC.) 

-  So  zählen  z.  B.  Pictet  und  Humbert  schon  im  Jahre  1850  Inder  nahezu  gleichaltcrigen  Schweizer  Molassc  sechs 
Genera  mit  28  Species,  welche  seitdem  noch  eine,  nicht  unbedeutende  Vermehrung  erfahren  haben;  Mack  erwähnt  in  seinem 
ausgezeichneten  Werke:  „Die  bis  jetzt  bekannten  fossilen  Schildkröten  u.  s.  w.  C'assel  1869",  circa  eo  miocäne  Species. 


Purschke:  flpmmvs  sarmatir.i  nov.sp. 


v.i:\i  il.Nat.gez.u.htL. 


la. 2  nat.  Grösse,  S.uf  Vs  3. Hat. 


Denkschriften  d.k.Aka<l.d.W:nialli  naliiiwClasse  I..  Bd.D.  Ablh. 


KkKoi-i;  itaatcirucKete;. 


193 


BEITKAGE 

ZUR 


"lllLlllil^^i 


M'H-Ti':i!iu:sTii.isi:[iEiu;p. 


JOHANN  UNTERWEGER. 

(5?tit  2    EafeCi   uil3  J  .H'ofi-xflnilKMl.) 
(VORGKI.EGT   IN   DER  SITZUNG   AM   18.  DECEMBRR    1S84.) 


ÜBER  DAS  POLARLICHT. 


Mehrere  grossartige  Erscheinungen  in  der  Natur,  zu  welchen  in  erster  Linie  das  Polarlicht,  die  elektrischen 
Gewitter  und  der  Erdmagnetismus  gehören,  sind  dadurch  ausgezeichnet,  dass  sie  untereinander  im  engsten 
Zusammenhange  stellen  und  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  nur  aus  dem  Zusammenwirken  kosmischer  und 
terrestrischer  Ursachen  erklärt  werden  können. 

Die  Erklärungsversuche,  welche  in  Bezug  auf  diese  Phänomene  gemacht  worden  sind,  beschränken  sich 
mein-  oder  weniger  nur  auf  einzelne  derselben  und  scheinen  desshalb  unzulänglich  zu  sein.  Mit  der  vorliegenden 
Abhandlung  und  den  weiteren,  welche  ihr  folgen  sollen,  wird  nicht  beabsichtigt,  an  den  von  Andern  aufge- 
stellten Theorien  Kritik  zu  üben,  sondern  vielmehr  durch  selbstständige  Untersuchungen  des  bis  jetzt 
gesammelten,  bedeutendsten  Beobachtungsmatcriales  Beiträge  zur  Konntniss  dieser  kosmisch-terrestrischen 
Erscheinungen  zu  liefern  und  auf  gewisse  Erklärungsmöglichkeiten  hinzuweisen,  die  von  Andern  meines 
Wissens  noch  nicht  angegeben  worden  sind,  jedoch  zur  Aufstellung  einer  allgemeineu  und  einheitlichen  Theorie 
von  grosser  Bedeutung  sein  dürften. 

Das  Polarlicht  gilt  zwar  seiner  Natur  nach  für  eines  der  am  wenigst  bekannten  Phänomene;  gleichwohl 
halte  ich  dasselbe  zufolge  meiner  Untersuchungen  und  Hypothesen  auch  für  ein  Licht  im  ügürlichen  Sinne  für 
eine  ganze  Reihe  anderer  Erscheinungen,  und  demnach  scheint  es  mir  zweckmässig,  in  meinen  Erörterungen 
dieses  zuerst  zu  behandeln. 

L  Über  die  Gesetze  des  Polarlichtes. 

Die  Formen  des  Polar-,  insbesondere  des  Nordlichtes,  .sind  von  verschiedenen  Beobachtern  und  Eeisenden 
z.  B.  Weyprecht,'  Capron,^  eingehend  und   deutlich  beschrieben  worden,  und  ich  verweise  diesbezüglich 


1  Denkschriften  der  k.  Akademie,  Bd.  XXXV. 

-  Aurorae:  Tiieir  Ciiavacters  and  Spectia.  London  1879. 

OeaLiCiu'ifteu  der  mathem.-naturw.  Gl.  L.  Bd.  Abhaadlungen  von  NichtmitgUudui'a. 


194 


Johann  ünterweger. 


auf  deren  Schriften.  Auch  mit  der  Untersuchung  des  Beobachtungsmateriales  haben  sich  mehrere  Theoretiker, 
besonders  Professor  H.  Fritz',  beschäftigt  und  gewisse  Gesetze  über  die  geographische  Verbreitung,  Höhe, 
Richtung  der  Sichtbarkeit  u.  s.  w.  nachgewiesen,  welche  ohne  Zweifel  richtig  sind.  Dieselben  sollen  im 
zweiten  Theile  erwähnt  werden,  wo  sie  eine  theoretische  Begründung  tinden.  Was  aber  die  Periodicität  betrifft, 
habe  ich  mich  überzeugt,  dass  sich  die  catalogisirten  Aufzeichnungen  noch  besser  ausnützen  lassen,  wenn  mau 
sie  theilweise  nach  neuen  Gesichtspunkten  behandelt,  wodurch  nicht  nur  die  bereits  erwiesenen  Gesetze 
deutlicher  hervortreten,  sondern  noch  andere  erkennbar  werden. 


Die  Wanderung  des  Polarlichtes  Ton  Osten  nach  AVesten. 

Wenn  über  ein  Nordlicht  eine  grössere  Zahl  von  Beobachtungen  aus  verschiedenen  Orten,  die  angenähert 
dieselbe  geographische  Breite  haben,  vorliegt,  so  zeigt  sich  in  den  Notirungcu  der  Localzeit  ciue  gewisse 
Übereinstimmung,  die  so  ziemlich  die  nämliche  bleibt,  mögen  die  Orte  nun  kleinere  oder  grössere  Längen- 
differenzen aufweisen.  Es  liegt  dalier  nahe,  die  Frage  aufzuwerfen,  deren  Beantwortung  für  die  Kenntniss 
und  Erklärung  des  Polarlichtes  von  fundamentaler  Bedeutung  ist:  Sind  in  einem  solchen  Falle  die 
Abweichungen  in  der  Ortszeit  nur  zufällige,  etwa  wegen  der  verschiedenen  localen  Verhältnisse  der  Atmo- 
sphäre, oder  besteht  eine  Beziehung  zum  Längenunterschied,  oder  ist  gar  kein  Gesetz  nachweisbar?  Mit  dieser 
Frage  hat  sich  zuerst  eingehender  G.-B.  Donati^  beschäftigt,  und  die  Grundlage  seiner  Untersuchung 
bildete  das  grosse  Polarlicht  vom  4.  zum  5.  Februar  1872. 

Als  Ergebniss  folgt  die  Zusammenstellung: 


Zone 

Mittlere  Länge 

der  Zone 
von  Greenw. 

Mittel 

der  Ortszeiten 

des  Maxim. 

Mittel 

der  Ortszeiten 

des  Endes 

Zahl  der 

Beobachtung's- 

orte 

1.  Zone  (östl.) 

2.  „     (mittl.) 

3.  „     (westl.)     .... 

211  5™Ö. 
0  20      „ 
5   38  W. 

s'A*^ 

8'/2 

83/, 

1214t' 

11'/. 

9^4 

9 
17 
13 

Donati  spricht  das  hierin  erkennbare  Gesetz  in  dem  Satze  aus: 

..Die  leuchtenden  Phänomene  des  grossen  Polarlichtes,  welches  in  einer  sehr  grossen  Ausdehnung  auf 
der  Erde  in  der  Nacht  vom  4.  zum  5.  Februar  1872  beochachtet  wurde,  sah  man  zuerst  im  Morgen-  und  dann 
im  Abendlande;  sie  zeigten  sich  an  den  verschiedenen  Punkten  der  Erde  fast  zur  selben  localen  Stunde,  jedoch 
mit  einer  Tendenz,  der  genannten  Stunde  vorzulaufen,  sowie  sie  sich  von  Osten  nach  Westen  fort- 
pflanzten.'' 

Um  zu  sehen,  ob  dieser  Satz  nur  zufälliger  Weise  für  das  Nordlicht  vom  4.  Februar  1872  richtig  ist,  wie 
einige  Theoretiker  zu  glauben  scheinen,  oder  ob  und  in  Avelchem  Umfange  ihm  allgemeine  Giltigkeit  zuge- 
standen werden  muss,  habeich eineselbstständige  Untersuchung  ausgeführt,  zu  welcher  Nordlichtbeobachtungen 
aus  den  vereinigten  Staaten  Amerika 's-'  ein  geeignetes  Material  boten,  indem  sie  sich  auf  ein  Gebiet  von 
grösserer  Längenausdehuuug  beziehen  und  Tage  mit  zahlreichen  Zeitnotiruugeu  aufweisen. 

Die  Untersuchung  konnte  jedoch  nur  in  Bezug  auf  das  Mittel  der  einzelnen  Beobachtungszeiten  gemacht 
werden,  weil  das  Verzeichniss  von  Greely  entweder  nur  einen  Zeitpunkt,  —  den  man  wohl  als  Maximum  oder 


1  Das  Polarlicht.  Leipzig  1881.  Die  Beziehungen  der  Sonnenflecken  zu  den  magnetischen  und  meteorologischen  Erschei- 
nungen der  Erde.  Haarlem  1S78.  Preisschrift. 

2  Sul   modo  con  cui  si  propagarono  i  fenomeni  luminosi  della  grande  aurora  polaie  osservata  nella  notte   dal  4  al 
5  febbraio  1872.  Memorie  del  B.  Osservatorio  ad  Arcetri.  Tomo  I.  Num.  1. 

3  A.  W.  Greely,  Chronological  List  of  Auroras  observed  from  1870  to  l.'<7  9.  Professional  Papers  of  the  Signal  Ser- 
vice Nr.  3. 


Beiträge  zur  EiJdärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen. 


195 


Mittel  ansehen  muss,  —  oder  Anfang  und  Ende  der  Erscheinung  angibt.  Aus  derTabellC;  pagv.  23,  in  Donati's 
Abhandlung  erkennt  man,  dass  das  Mittel  der  Beobachtungszeit,  von  welchem  selbstverständlich  das  Maximum 
der  Häufigkeit  abzuleiten  ist,  gut  mit  dem  Maximum  der  Intensität  übereinstimmt  und  dass  letzteres  in  vielen 
Fällen  direct  kaum  angenähert  angegeben  werden  kann.  Rechnet  mau  in  dieser  mit  den  mittleren  Beobachtungs- 
zeiten, so  erhält  man  als  .Schlussresultat:  für  die  erste  Zone  D"»  22",  für  die  zweite  Zone  S""  37'"  und  iür  die 
dritte  Zone  8''  25™,  also  nahezu  die  nämlichen  allgemeinen  Mittel,  wie  sie  die  Maxima  geben. 

Die  amerikanischen  Beobachtungen  wurden  in  zwei  Zonen  oder  Gruppen  —  östlich  und  westlich  vom 
85.  Meridian  von  Greenwich  —  getheilt;  eine  dritte  Gruppe  konnte  nicht  eingeführt  werden,  weil  Beobachtungen 
westlich  von  100°  fast  gänzlich  fehlen.  Die  beiden  Gruppen  haben  einen  mittleren  Längenunterschied  von 
ungefähr  l*",  der  wohl  genügend  ist,  um  sich  bemerkbar  zu  machen,  wenn  der  geographische  Zeitunterschied 
überliaupt  einen  Einfluss  auf  die  Ortszeit  des  Polarlichtes  ausübt.  In  der  folgenden  Tabelle  sind  nun  beispiels- 
weise die  Nordlichtbeobachtungen  vom  19.  Februar  ISTH  zusammengestellt. 


Staat 


Connecticut 
Maine 

n 

Maryland 


Massachusetts 

n 
rt 
n 

Michigan 

n 
n 

New  Hampshire 

n 

New  Jersey 


New  Yorii 


North  Carolina 
Ohio 


0     r     t 


Ortszeit 


Beobachtet 


Erste  Gruppe,  östlich  von  85' 


Sonthington 

Eastport 

Standish 

Cumberland 

Fallston 

Üwing's  Mills 

Woodstock 

Fall  River 

Florida 

Springfield 

Worcester 

Adrian 

Alpina 

Detroit  (W.  Oein.) 

Dunbarton 

Plaistow 

Atlantic  City 

Barnegat 

Freehold 

Hightstown 

Moorestown 

Sandy  Hook 

Vineland 

Ardenia 

Buffallo 

Depauville 

Hector 

Hudson 

Ithica 

Kensico 

Lockport 

Malone 

Moriches 

North  Hainmond 

Rochester 

Starkey 

Wappinger's  Falls 

Waterburgh 

Cape  Hattoras 

Bethel 

Carthagena 

Cincinnati 

Cleveland 

Kentou 

Urbana 

Westervillo 


7h3om  _  nach  9i»30"' 
10''  —  lOhaom 

7h 
9" 

9I' 

S'-  —  lOlilom 

9I' 

7h  _  9I1 

8li30"i  —  f2^ 
7h3om_  iQ^x 

71100'"  —  nach  9'> 

6i'3U'"  —  löi^SO"" 

6I130'"  —  nach  giiiä"" 

9" 

Sl'  —    Ul' 

10l'30'"  —  15'' 

,;li3üm  _  8''30™ 

7''  —  nach  lli^ 

7''  —  nach  9^ 

8h30">  —  9I130™ 

9h3om  _  nach  10''30'" 

9h 

6h5om  —  12''30'" 

eU45m 

7U  _  iQli 
7h 

9h 

ü''  —  nach  9'' 

9'' 

7h  _  X7li 

7'^  —  nach  10'» 

6" 

7h-2om  —  nach  12'» 

7I1  _  8i»30'" 

711.20m  —  nach  7''45"' 

()i'45™  —  nach  9'' 

7'UO'"  —  S"» 

7ii_  9h 

()''  —  16'' 

7''  —  9I' 

71130m  _  gl» 

gü  —  14'' 

7h  _  9h 
7''  —  nach  9'' 


Mittel 


8l'35"' 

10  15 

9  — 

7  — 

9  — 

9  — 

9  S 

9  — 

8  — 

10  15 

8  45 

8  15 

[9  15] 

S  13 

9  — 

9  — 

9  30 

11  15] 

7  30 

9  5 

8  5 

9  — 

10   5 

9  — 

9  40 

6  45 

8  30 

7  — 

9  — 

7  35 

9  — 

[9  30] 

8  35 

G  — 

9  45 

7  45 

7  37 

7  58 

7  35 

8  — 

|9  -] 

8  — 

7  45 

[10  30] 

8  — 

8  5 

190 


Johann  Unterweger. 


Staat 


0  r  t 


Ortszeit 


Beobachtet 


Mittel 


Pennsylvania 


Ehfule  Island 

Vermont 
West-Virginia 


Emporiuin 

Elia 

Fallsington 

Hanover 

Oregon 

Tarentum 

Tioga 

Williamsport 

York  Siilplnir  Springs 

Newport 

West  Charlotte 

Morgantown 


gh  —  ISi» 

S^  —  11'' 

8i>  —  lO'' 

8t 

7h35m  _  gli 

S^  —  9^ 
7  h f(li 

kV' 
gl» 

Sil  _  111105m 

S''  —  8''30"' 

Sl'lO™  —  11'' 


Allgemeines  Mittel  aus  58  Beobachtungen:   /,  =  S^HV 
Wahrscheinlicher  Fehler:  H-  5-3™ 


[10-1 
9  30 
9  — 
8  — 

7  48 

8  30 

8  — 
10  — 

9  — 
9  33 

8  15 

9  35 


Summe  —  503l'57"' 


Dakota 
Illinois 


Indiana 


Jowa 


Michigan 


Minnesota 
Missouri 
Nebraska 

rt 

Wisconsin 


Zweite  Gruppe,  westlich  von  85' 


Vembina 

Belvidere 

Friendville 

Henepin 

Lyndon 

Eiley 

Sandwich 

Somonauk 

Lacouia 

Rising  Sun 

Spiceland 

Vevay 

Alton 

Hudson 

Independcnce 

Montieello 

Roekforri 

Grand  Haven 

Grand  Rapids 

Marquette 

Traverse  City 

Minueapolis 

Corning 

Clear  Creek 

Howard 

Embarras 

Mauitowoc 

Rocky  Run 

Wautoma 


Cl'35'"  —  7''15"i 

6l>45' 

7h 

■J"       

ßhßom  —   iQh 

8    15 

gl" 

9    — 

7I14O™  —  9I13O" 

8   85 

6 ''45"  —  10"° 

8   -23 

9I' 

9   — 

C''30"'  —  nach  9 

7  50 

8" 

8  — 

7''  —  Sl'SO'" 

7   45 

gl! 

9  — 

61145m  _  gh 

7   53 

10'' 

10  — 

7I' 

7  — 

11'' 

11   — 

11'' 

11   — 

Sil  _  lOliSO"' 

9   15 

Cl.30m  _  lel" 

9   151 

7''  —  15'' 

g   50j 

6'i30"'  —  nach  I2I' 

9  20 

7I'  —  nach  giiSO'" 

8  20 

9''30"'  —  nach  10l'20'" 

10   — 

7''15  —  nach  10''30''' 

8   57 

71.  _  Sil 

7   30 

7I'  —  nach  9'' 

8     5 

61'45'n 

6  45 

7''  —  nach  11'' 

9     5 

61145111  —  Tagesanbruch 

[9   22] 

7" 

7   — 

Allgemeines  Mittel  aus  29  Beobachtungen:  t,  =  8''35"'. 
Wahrscheinlicher  Fehler:  +  8-6" 


Summe  =  249'' 


Die  hier  zusammengestellten  Beobachfungeu  sind  —  wie  fast  alle  Benbaclitungen  in  G  reely's  Catalog  — 
fast  aiisscbliesslich  aus  den  nördlichen  Vereinigten  .Staaten;  der  Einttnss  der  geograpliischen  Breite  auf  die 
Ditferenz  in  der  Localzeit  ist  daher  sicher  verschwindend  klein.  Er  ist  in  niederen  und  mittleren  Breiten  über- 
haupt gering,  wie  bei  Untersuchung  der  tätlichen  Periode  gezeigt  werden  wird.  Ebenso  kann  die  Declinatiou 
der  Sonne  keine  Ditferenz  hervorrufen,  weil  die  Beobachtungen  demselben  Tage  angehören.  Gleichwolil 
bemerkt  man  Abweichungen  in  der  Localzeit  und  sielit  sofort,  dass  dieselben  zwischen  Orten  ^-on  geringer 
Entfernung  ebenso  gross  sind,  als  zwischen  Orten  von  bedeutender  Entfernung.  Es  müssen  demnach  Veriiält- 
nisse  Einfluss  in  dieser  Beziehung  haben,  welche  sclion  in  unmittelbarer  Nachbarschaft  verschieden  sein  können, 
also  locale  Verhältnisse.  Zu  diesen  gehören  ohne  Zweifel:  Zustände  der  Atmosphäre,  Bodenbeschaffenheit, 


Beiträge  zur  Erklärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen. 


19' 


Verscliiedenheit  der  Beobachter  efc.  Au  einem  Orte  sind  die  Verhältnisse  der  Luft  und  des  Bodens  der  Ent- 
wicklung des  Polarlichtes  günstiger  als  an  einem  andern.  An  diesem  hindert  die  Bewölkimg  das  .Sichtbar- 
werden der  ErscbeinuDg  bei  Beginn,  an  jeuem  lässt  sie  dieselbe  nicht  bis  zu  Ende  verfolgen.  Ein  Beobacliter 
notirt  genau  Anfang  und  Ende,  ein  anderer  nur  ein  angenähertes  Mittel  oder  Maximum;  dieser  wird  nur  durch 
bedeutende  Erscheinungen  angeregt,  jener  fasst  das  Licht  schärfer  auf.  Daraus  folgt,  dass  sich  aus  einzelnen 
Beobachtungen  kaum  eine  Regel,  geschweige  ein  Gesetz,  erkennen  lässt,  und  dass  nur  Mittelwerthcn  aus  einer 
grossen  Zahl  von  Beobachtungen  Beweiskraft  beizulegen  ist,  weil  in  solchen  die  zufälligen.,  theils  positiven 
theils  negativen  Fehler  ausgeglichen  werden. 

Donati  musste  die  vereinzelten  Zeitangaben  von  Shangiiai,  Tientsin  und  Bombay,  die  nach  Mitternacht 
fallen,  unberücksichtigt  lassen,  ebenso  konnte  meine  Untersuchung  nur  in  Bezug  auf  die  Abendstunden  aus- 
geführt werden;  für  die  Morgenstunden  wäre  eine  besondere  Untersuchung  erwüusclit,  wozu  aber  die  Zahl  der 
vorliegenden  Beobachtungen  nicht  ausreicht.  Bei  Zeitnotirungen  über  Mitteruaclit  wurde  das  Mittel  nur  von 
Beginn  bis  Mitternacht  genommen.  Dies  hat  seinen  Grund  darin,  dass  —  wie  bewiesen  werden  wird  —  in  den 
Abendstunden  das  tägliche  llauptinaximum,  in  den  Morgenstunden  ein  secundäres  Maximum  und  um  Mitter- 
nacht ein  secundäres  Minimum  stattfindet.  Will  man  dieses  Abbrechen  mit  12''  gleichwohl  nicht  a  priori  als 
gerechtfertigt  gelten  lassen,  so  kann  man  die  in  obiger  Tabelle  in  Parenthese  gesetzten  wenigen  Mittel  weg- 
lassen und  erhält  dann  aus  den  übrigen  52,  beziehungsweise  26  Beobachtungen  die  allgemeinen  Mittel: 
tf  =  8''  33'"  und  t^  =  8''  29'".  Die  Differenz  i^ — t^,  auf  die  es  hier  hauptsächlich  ankommt,  ist  denmach 
entweder  6  Minuten  oder  4  Minuten,  also  nahe  dieselbe,  was  auch  der  Fall  ist,  wenn  man  die  Beobachtungen 
über  Mitternacht  in  ilirer  vollen  Dauer  nimmt,  denn  dann  ergibt  sich  t^  —  t^  ^  3  Minuten. 

Eine  solche  kleine  positive  Differenz  der  Nordlichtzeiten  lui  einem  Längenuuterschiede  von  einer  Stunde 
entspricht  genau  dem  von  Donati  aufgestellten  Satze;  allein  die  Ableitung  beruht  wieder  nur  auf  den 
Beobachtungen  eines  einzelnen  Tages,  und  die  Übereinstimmung  kann  daher  möglicherweise  eine  zufällige 
sein.  Zum  weiteren  Beweise  müssen  möglichst  viele  Tage  ebenso  behandelt  weiden.  Der  Catalog  enthält 
12  Tage  mit  genügender  Beobachtuiigszahl,  welche  folgende  Resultate  liefern. 


Mit  vereinzelten  um  !•_>''  absebrocheiien  BeobachtuDH-eu 


D  :i  t  u  m 


Zahl  d.  Beob. 


I.  Gr.       II.  Gr 


Oliue  iibu-ekürzte  Beobachtuiifj 


h-h 


Zahl  d.  Beob. 


I.  Gr.       II.  Gr. 


17.  Januar  1S74 
7.  März         „ 
April        „ 
Octob.      „ 

Febr.  1S7.5 
„      1S7IJ 
März  1877  . 
April     „      . 
Mai       „ 

Jan.  1S7S     . 


G. 

3. 

4. 

•26. 

tu. 

9. 

14. 

-2^ 

■2S. 
■23. 


91' 

8 

8 

0 

'.) 

S 


3m 

22 

50 

4 

n; 

38 
27 
43 
16 
27 
30 
37 


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9 

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10 


9h  3111 

8  22 
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S  50 
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9   29 
9   3.5 


91132"' 

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4 

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29 
14 
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44 
17 
17 
45 
19 
45 
52 
15 
36 
42 
77 
29 


8 
24 
11 
28 

8 
23 
26 
15 

9 
11 
34 

8 


Mittel  {tj—f.2)  =  1'7"' 


—  ()■' 


Die  Differenz /,  — t^  ist  stets  kleiner  als  der  mittlere  Längenunterschied  und  entweder  positiv  oder 
negativ;  im  Durchschnitte  ist  .sie  nahezu  Null,  nämlich  l-?"'  oder  — 0-7'"  mit  einem  wahrscheinlichen 
Fehler  von  ±  3-5 ""  respective  ±  3-2'°,  je  nachdem  man  die  mit  12''  abgebrochenen  Beobachtungen,  die 
nur  vereinzelt  vorkommen,  einrechnet  oder  nicht.   Demnach  ist  Donati's  Satz  nur  in  seinem  ersten  Theile, 


198 


Johann  Unterweger. 


welcher  das  Fortschreiten  eines  grossen  Polarlichtes  von  Ost  luioh  West  ausspricht,  allgemein  richtig;  der 
zweite  Theil,  der  eine  Tendenz  in  der  Loealzeit  vorzulaufen  behauptet,  muss  etwas  geändert  werden. 

Diese  Tendenz  ist  im  grossen  Durchschnitte  gar  nicht  vorhanden,  indem  sich  das 
Polarlicht  im  Allgemeinen  wie  eine  Erscheinung  verhält,  die  an  der  Dotation  der  Erde  nicht 
theilnimmt;  in  besonderen  Fällen  lauft  das  Polarlicht,  während  es  sich  gegen  Westen 
fortpflanzt,  in  der  Ortszeit  etwas  vor  oder  bleibt  etwas  zurück. 

In  vorstehender  Zusammenstellung  wurden  mir  Nordlichter  von  grösserer  Ausdehnung  und  Dauer 
berücksichtigt.  Man  kann  nun  die  Frage  aufwerfen:  Ist  eine  Abhängigkeit  der  Ortszeit  des  Polarlichtes  von 
der  geographischen  Länge  bei  kleineren  Erscheinungen  nachweisbar? 

Zur  Beantwortung  dieser  Frage  kann  man  nicht  Mittel  aus  den  Beobachtungen  einzelner  Tage  nehmen, 
weil  solche  Beobachtungen  wegen  der  geringen  Ausdehnung  der  Erscheinung  nur  in  beschränkter  Zahl 
vorliegen  können.  Da  sich  indessen  die  Ortszeit  des  Polarlichtes,  wie  gezeigt  werden  wird,  in  niederen  und 
mittleren  Breiten  mit  der  Declinafion  der  Sonne  nur  wenig  ändert,  so  ist  es,  um  brauchbare  Mittel  zu  erhalten, 
ohne  Zweifel  zulässig,  die  Beobachtungen  mehrerer  aufeinander  folgender  Tage  zusammenzuziehen.  Auf  diese 
Weise  geben  andere  Beobachtungen  aus  den  Vereinigten  Staaten  folgendes  Resultat. 


Mit  einigeu  Beobachtungeu,  abgebi-ochen  um  12'> 


Ohne  Beobachtung,  abgebrochen  uvn  121^ 


D  a  t  u  m 


U 


t,-tn 


Zahl  d.  Beob. 


I.  Gr.    II.  G 


t,-to 


Zahl  d.  Beob. 


I.  Gr.    ü.  Gr 


10.  bis  16.  Januar  1S74 

1.,  3.,  4.,  5.  April     „ 

9.  bis  16.  Juli  „ 

10.,  11.,  12.  Sept.      „ 

12.  bis  15.  Octob.      „ 

28.  Febr.,  1.,  2.  März  1875     .    .    .    . 

6.,  7.,  8.  April  1875 

16.,  17.,  18.  Februar  1S7G      .    .    .    . 

24.  bis  30.  März  1876 

22.  bis  27.  Sept.     „         

5.  bis  9.  April  1877 

19.,  20.,  22.  April  187U 

7.,  8.,  9.,  12.,  15.,  17.,  18.  Juni  1829  . 
9.  bis  13.,  15.,  18.  bis  21.  Sept.  1879 


gh  om  9l'41"' 

9  20  9   3 

10  29  10  27 

9  26  9  27 

9  33  9  35 

9  21  9  — 

9  27  9  54 

9  52  10  2 

10  7  9  35 

9  48  10  2 

54  10  3 

9  30  9  20 

10  17  10  4 

10  3  9  49 


Mittel  {ti—t.^)  =  0-5"> 


39"! 

38 

17 

15 

o 

14 

1 

27 

o 

31 

21 

19 

27 

31 

10 

9 

32 

8 

14 

21 

9 

13 

lu 

24 

13 

22 

14 

20 

11 

13 

25 

13 

14 

21 

10 

17 

31 

2(1 

10 

6 

9 

S 


9h  oni 

9  20 

10  24 

9  21 

9  31 

9  17 

9  22 

9  39 

9  55 

9  42 

9  43 

9  30 

10   8 

10  2 


9''4in 
9  3 
10  25 
9  22 


36 
52 

45 

1 

13 

44 
33 
20 
4 
38 


-39° 
17 

-  1 

-  1 

-  5 
25 

-23 

-22 

42 

_  o 

10 

10 

4 

24 


38 
15 
10 
24 
27 
18 
29 
8 
7 
18 
10 
24 
19 
16 


11 
13 
24 

12 

12 

19 

8 

14 

23 

13 

5 

6 

9 

6 


Mittel  (<i— «2)  =  S-S" 


Wie  man  sieht,  sind  die  Differenzen  t^  — f^  in  der  Regel  nur  in  solchen  Fällen  erheblicher,  wo  die  ihnen  zu 
Grunde  liegenden  Mittel  /,  und  f^  aus  verhältnissmässig  wenigen  Beobachtungen  berechnet  werden  mussten, 
also  nicht  viel  Verlässlichkeit  beanspruchen  können;  nichtsdestoweniger  erscheinen  die  Differenzen  ebenfalls 
theils  positiv  theils  negativ,  und  ihr  durchschnittlicher  Wertli  ist  beinahe  Null.   Hieraus  folgt  der  Satz: 

Kleinere  Polarlichter,  bei  welchen  wegen  der  kurzen  Dauer  ein  Fortschreiten  von  Ost 
nach  West  kaum  merklich  ist,  entwickeln  sich  an  Orten  von  verschiedener  Länge  unter 
sonst  gleichen  Umständen  zur  selben  localen  Stunde. 

Wegen  dieser  Übereinstimmung  mit  dem  Gesetze  grosser  Erscheinungen  ist  es  zulässig,  aus  den  Resultaten 
beider  obiger  Tabellen  ein  totales  Mittel  für  die  Differenz  t^  —  f^  zu  nehmen.  Hiefür  ergibt  sich  der  ver- 
schwindend kleine  Werth  1  Minute  oder  1-2  Minuten. 

Wenn  von  kleinen  Abweichungen  abgeselien  wird,  kann  man  nun  das  Ergebniss  dieser  Untersuchung  kurz 
in  den  Satz  zusammenfassen: 

Die  Local/.eit  des  Polarlichtes  ist  von  der  geograjihis  eben  Länge  des  Beobachtungsortes 
unabhängig. 


Beiträge  zur  Erklärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen. 


199 


Die  tägliche  Periode  des  Polarlichtes. 

Vor  der  eigentlichen  Darstellung  der  tägliclien  Periode  müssen  die  allgemeinen  Grundsätze  erörtert 
werden,  nach  welchen  bei  der  betreffenden  Untersucliung  vorgegangen  wurde. 

Wenn  man  gi'össere  Verzeiclaiisse  von  Ueoliachtnngen  durchsieht,  so  tallt  zunäclist  auf,  dass  die  meisti'n 
Notirungen  von  örtlichen  Stunden,  zu  welchen  das  Polnrlicht  erscheint,  in  die  Abendzeit  und  zahlreiche 
Notirungen  in  die  Morgenzeit  fallen,  während  Mitternacht  verhältnissmässig  wenig  und  die  Mittagsstunde 
fast  gar  nicht  vertreten  sind. 

Desshalb  ist  es  wahrscheinlich,  dass  ein  doppeltes  tägliches  Sfaxinium  und  Minimum  der  Häufigkeit  und 
Intensität  besteht.  Hierauf  macht  auch  H.  Fritz  aufmerksam,  glaubt  jedoch,  dasselbe  nur  für  eine  Zone  nahe 
dem  Nordlichtgürtel  annehmen  zu  sollen  und  begründet  diese  Ansicht  durch  Beobachtungen  von  Toronto 
und  bei  Lake  Athabasca  nach  Lefroy  und  Richardson.  Die  Frage,  ob  das  doppelte  Maximum  wirklich 
nur  in  einer  solclieu  Zone  oder  auch  in  nnttleren  und  niederen  Breiten  besteht,  muss  zuerst  beantwortet 
werden,  weil  deren  Beantwortung  eine  Grundlage  der  ganzen  folgenden  Untersuchung  bildet. 

.Abgesehen  davon,  dass  ein  kleines  Gebiet  theoretisch  nachweisbar  ist,  wo  das  Maximum  zu  jeder  Stiimle 
eintreffen  kann,  unterhegt  es  wohl  keinem  Zweifel,  dass  das  tägliche  Hauptminimuin  im  Allgemeinen  in  die 
Mittagszeit  fällt,  was  von  mehreren  Gelehrten  sogar  für  die  Wintermitte  und  hoiie  Breiten  nachgewiesen 
wurde.  Zweifelhaft  ist  es  aber,  ob  um  Mitternacht  ein  secundäres  Minimum  stattfindet.  Um  hierüber  ein 
Urflieil  zu  gewinnen,  habe  ich  die  catalogisirten  Beobachtungen  in  vier  Gruppen  eingetheilt,  nämlich  in 
Beobachtungen  vor  Mitternacht,  um  Mitternacht,  nach  Mitternacht  und  über  Mitternacht,  und  dann  eine 
Zählung  vorgenommen,  deren  Resultate  hiemit  folgen. 


Gebiet 


Zeit 


Zaiil  der  Beobachtungen 


vor 
Mitter- 
nacht 


um 
Mitter- 

naelit 


nach 

Mitter- 
nacht 


über 

.Mitter 
uaclit 


Rubenson- 

Force' 

Greely 

Capron-' 

Letroys  and  Richardson 

n 

Fritz 


Hohe  Breiten 

Europa^  von  55°  bis  Polarkreis 

Europas  von  46° — .")5° 

Europas  südl.  46° 

Schweden 

Amerilia  von  42°  — 79° 

Nördliche  Ver.  Staaten 

Floel)crg-Beach  aud  Discov.  Bay 

Toronto 

Ijitke  Athabasca 

SUdl.  Hemisph.  (Südlicht) 


1701—1872  (vereinzelt) 

1701— 1.S72 


1720— 1.S77 

isdil — 1850  (vereinzelt) 

Aug-iist  1873  bis  Dec.  1S79 

Oct.  1875  bis  Febr.  1876 

.Jan.  1840  bis  .Juui  1848 

n 

1773—1872  (vereinzelt) 


115 

432 

618 

44 

9317 


8 
12 
16 

80 


164 

37 

2582 

32 

30 

3 

283 

96 

51 

23 

61 

5 

174 
54 
91 
14 

263 
58 

161 
16 

197 
79 
30 


153 

37 

45 

3 

287 

337 


21 


Für  das  Südlicht  liegen  fast  nur  Notirungen  aus  mittleren  Breiten  —  nämlich  aus  Süd-Australien  —  vor. 
In  obiger  Zusammenstellung  sind  das  secuudäre  Mitternachtminimum  und  das  Abend-  und  Morgenmaximum 
in  niederen  und  mittleren  Breiten  deutlich  ausgesprochen  sowohl  beim  Nord-  als  auch  beim  SUdlicht,  denn 
man    kann    in    den  Abtheilungeu  für  diese  Breiten    die    Zahl  der   Beobachtungen   „über    Mitternacht"    aus- 


1  Verzeichniss  beobachteter  Polarlichter.  Gedruckt  auf  Kosten  der  kais.  Akad.  d.  Wisaensch.,  Wien  1873. 

2  Catalogue  des  aurores  boreales  observ6es  en  Suöde.  Abhandlungen  der  königl.  schwedischen  Akademie.  Bd.  15,  Nr.  5 
und  Bd.  18,  Nr.  1.  Stockholm   1879. 

■■'  Record  of  Auroral  Phenomena  observed  in  the  Higher  Northern  Latitudes.  Anhang  zu  Deuisou  Olmsted's:   On  tlie 
Kecent  Secular  Period  of  the  Aurora  Borealis.  Sinithouian  Contribiitions  to  Knowledge.  Wasliiugtlion  1856. 
4  Aurorae  etc.  S.  187. 
s  H.Fritz,  Das  Polarlicht.  Seite  108. 
"  Mit  einigen  Beobachtungen  aus  Asien  und  Nordafrica. 


200  Johann  Unterweger. 

schliesslich  den  Beobachfuugcn  „um  Mitternacht"  beizählen,  und   es  zeigt  sich  uocli  immer  ein  Überwiegen 
der  Erscheinungen  vor  und  nach  Mitternacht. 

Das  Abendmaximuni  ist  in  der  Regel  stärker  ausgeprägt  als  das  Morgenmaximum ;  uiiv  das  westliche 
Amerika  —  Lake  Athabasca  und  hohe  Breiten  (meist  Point  Barrow)  —  macht  eine  Ausnahme,  indem  dort 
die  Aufzeichnungen  der  Morgenstunden  zahlreicher  sind. 

Weniger  deutlich  ist  das  sccundäre  Minimum  in  den  uördiicheu  Vereinigten  Staaten,  in  Sciiweden  und 
hohen  Breiten  zu  erkennen,  für  welche  Gebiete  sich  eine  verhältnissmässig  bedeutende  Zahl  von  solchen  Nord- 
lichtern herausstellt,  die  in  den  Abendstunden  beginnen  und  ohne  Unterbrechung  über  Mitternacht  manchmal 
bis  in  den  späten  Morgen  fortdauern.  Wo  bei  derartigen  Erscheinungen  iuRubenson's  Catalog  eine  nähere 
Beschreibung  gegeben  wird,  ist  öfters  ein  Maximum  vor  12'',  manchmal  auch  nach  12''  angedeutet.  Die  einzelnen 
Zeitnotirungen  im  Verzeichniss  von  Fritz  sind,  wenn  sie  niedere  oder  mittlere  Breiten  und  einen  gewissen  Tag 
und  Ort  betreffen,  in  der  Regel  entweder  Abend  oderMorgenstunden  und  wenn  sie  hiSheren  Breiten  angehören 
Abend-  und  Morgenstunden.  Daher  ist  es  natiirlicli,  dass  die  Erscheinung  wegen  der  mit  der  geographischen 
Breite  bis  zum  Nordlichtgürtel  zunehmenden  Intensität  nahe  und  unter  demselben  um  Mitternacht  seltener  eine 
Unterbrechung  erleidet.  In  solchen  Gebieten  lassen  sich  also  die  beiden  Maxima  nicht  mehr  deutlich  von 
einander  unterscheiden,  oder  es  wird  das  Morgenmaximum  durch  das  stärker  ausgeprägte  Abenduiaximum 
verdeckt,  ja  es  können  sogar  mehrere  Maxima  auftreten.  Dass  Derartiges  in  Amerika  schon  in  den  nördlichen 
Vereinigten  Staaten  bemerkbar  ist,  erklärt  sich  aus  der  Lage  des  Nordlichtgürtels,  der  sich  dort  bekanntlicli 
weiter  nach  Süden  liinabzieht  als  in  Europa.  Südlich  von  Franz  Josefs-Land  besteht  nach  Weyp recht  nur 
ein  einfaches  Maximum  vor  Mitternacht.  Es  ist  jedoch  zu  bedenken,  dass,  weil  das  eigentliche  Nordlicht- 
jonrnal  der  österr.-ungar.  avctischen  Expedition  leider  an  Bord  des  „Tegetthotf"  zurückbleiben  musste,  in 
Weyprecht's  Denkschrift  zur  Angabe  der  Localzeit  nur  uacli  dem  meteorologischen  Journal  bemerkt  wird, 
ob  innerhalb  der  zweistündigen  Wachen  Nordlicht  sichtbar  war  oder  nicht.  Das  Verhalten  der  Mittevnachts- 
stimde  kann  also  kaum  deutlich  hervortreten.  Übrigens  zeigen  die  Beobachtungen  von  Floeberg  Beach  und 
Discovery  Bay,  dass  wenigstens  um  die  Wiutermitte  das  secundäre  Minimum  auch  in  einer  Breite  von  82',j° 
vorkommen  kann. 

Es  entspricht  demnach  der  Wahrheit  am  besten,  wenn  man  in  obiger  Tabelle  die  Beobachtungen  „über 
Mitternacht''  sowohl  als  Beobachtungen  vor  12''  als  auch  um  12''  und  nach  12'^  zählt.  Dann  stellt  sich  aber 
für  alle  Gebiete  ein  unzweifelhaftes  Minimum  für  Mitternacht  heraus.  Dass  in  hohen  Breiten  —  jedoch  nirgends 
das  ganze  Jahr  —  Maxima  um  Mitternacht  auftreten,  kann  hieran  nicht  viel  ändern.  Als  erster  Grundsatz 
soll  also  festgehalten  werden,  dass  die  Beobachtungen  als  Abend-  (0''  —  12")  und  als  Morgenbeobachtungen 
(^12''  —  24")  getrennt  zu  behandeln  sind. 

Man  erkennt  aus  obiger  Tabelle,  dass  die  geographische  Breite  auf  die  tägliche  Periode  des  Polarlichtes 
Einfluss  hat  und  bemerkt  bei  Durchsiclit  grösserer  Verzeichnisse  eine  gewisse  Ungleichheit  dieser  Periode 
in  verschiedenen  Jahreszeiten.  Daraus  folgt  der  zweite  Grundsatz:  Die  Beobachtungen  sind  nach  Breitenzonen 
und  Jahreszeiten  zu  untersciieiden. 

Die  Polarlichter  treten  fast  ausschliesslicli  in  der  nächtlichen  Dunkelheit  auf,  denn  es  finden  sich  nur 
wenige  verzeichnet,  die  in  der  Tageshelle  beobachtet  wurden.  Die  österreichische  Expedition  hat  übrigens 
keinen  einzigen  derartigen  Fall  constatirt. 

Mau  kann  einerseits  behaupten,  dass  die  Erscheinung  nur  desshalb  bei  Tag  selten  ist,  weil  das  Sonnen- 
licht —  wie  im  geringen  Grade  auch  das  Mondlicht  —  das  Sichtbarwerden  derselben  hindert;  andererseits 
sprechen  gewichtigte  Gründe  dafür,  dass  sie  bei  Tag  in  der  Regel  überhaupt  nicht  entstehen  kann.  Diese  sind 
die  folgenden. 

Wie  Fritz  gezeigt  hat,  ents[)richt  jedem  grösseren  Südlicht  auch  ein  Nordlicht,  womit  die  Gleichheit  der 
jährlichen  Periode  der  zwei  Evsrheinungen  zusammenhängt.  Beide  sind  im  Allgemeinen  im  Sommer  seltener 
als  im  Winter.  Wäre  das  Nordlicht  durch  den  langen  Sommertag  der  uördiicheu  E'-dhälfte  bloss  in  der  Sicht- 
barkeit  beeinträchtigt,  so  müsste  sich  für  das  Südlicht  die  umgekelirte  Jahresperiode  herausstellen.  Die 


Beiträge  zur  Erklärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen.  201 

Beobachtungen,  welche  in  neuerer  Zeit  in  Bezug  auf  die  tägliche  Periode  der  Luftelektricität  gemacht  worden 
sind,  stimmen  gut  mit  der  Periode  des  Polarlichtes.  Endlich  zeigt  sich  auch  in  der  langen  Polarnacht  die 
periodische  Schwankung  während  24  Stunden. 

Wegen  dieser  Thatsachen  ist  es  niciit  gerechtfertigt,  die  Beeinträchtigung  derPolarlichtbeobaciitungen  durch 
die  Tageshelle  als  gross  anzunehmen  und  sie  etwa  der  Tagesläuge  proportional  zu  setzen;  gleichwohl  sind 
die  Tagesbeobachtungen  ohne  Zweifel  in  zu  geringer  Zahl  verzeichnet,  und  bei  Berechnung  der  Mittel  ( Masima) 
finden  die  Beobachtungen  aus  der  Zeit  gegen  Mitternacht  nicht  die  nöthige  Correetion  durch  Notirungen  aus 
der  Zeit  gegen  Mittag,  wesshnlb  dieMaxima  etwas  gegen  12''  verschoben  erscheinenmüssen.  Einediesbe/Aigliche 
Correetion,  die  Anspruch  auf  Wahrscheinlichkeit  machen  kann,  lässt  sich  jetzt  nicht  geben,  wird  aber  im 
theoretischen  Theile  vorkommen. 

Eine  Schwierigkeit  für  die  Untersuchung  der  Periodicität  bieten  auch  die  wechselnde  Bewi3lkang  und 
die  andern  localen  Verhältnisse,  welche  zufällige  Beobachtungsfehler  verursachen.  An  eine  direete  Correetion 
wegen  der  Bewölkung  könnte  nur  gedacht  werden,  wenn  bei  jeder  Beobachtung  zugleich  die  Bewölkungs- 
verhältnisse genau  angegeben  wären.  Sowie  jedoch  das  Beobachtungsniaterial  vorliegt,  mnss  man  den  Einfluss 
der  Bewölkung  wohl  zn  den  zufälligen  Beobachtungsfehlern  rechnen,  welchen  am  besten  durch  möglichst 
viele,  sich  gegenseitig  corri?:irende  Aufzeichnungen  begegnet  wird.  Dies  ist  der  dritte  Grundsatz. 

Aus  diesem  Grunde  ist  es  auch  nicht  möglich  —  oder  es  hätte  nur  sehr  zweifelhaften  Werth  —  Kelativ- 
zahlen  der  Häufigkeit  von  Stunde  zu  Stunde  aufzustellen,  sondern  man  nmss  sieb  begnügen,  Mittel  für  die 
Abend-  und  Morgenbeobachtungen  anzugeben,  welche  vom  Maximum  der  Intensität  nicht  viel  abweichen 
können  und  nach  dem  ersten  Grundsatze  der  Wahrheit  jedenfalls  näher  kommen,  als  ein  einziges  Mittel  für 
alle  Beobachtungen  innerhalb  24  Stunden.  Dass,  um  für  ein  Gebiet  möglichst  viele  Notirungen  zu  gewinnen, 
der  Längenunterschied  nicht  zu  lieacliten  ist,  versteht  sich  nach  dem  eingangs  begründeten  (Donati'scheu) 
Satze  von  selbst. 

Für  meine,  auf  S.  202  und  203  folgenden  tabellarischen  Zusammenstellungen  wurde  die  in  den  Cata- 
logen  angegebene  mittlere  Ortszeit  auf  wahre  Ortszeit  reducirt,  und  die  Jahrestheile  (Monatshälften)  sind 
vom  Solstitium  aus  genommen,  um  die  Mittel,  welche  gleicher  Declination  der  Sonne  entsprechen,  später 
zusammenziehen  und  mit  theoretischen  Werthen  vergleichen  zu  können. 

Zur  Berechnung  der  ersten  Tabelle  sind  beim  Abendmaximum  in  Schweden  nur  die  Zeitangaben  von 
grossen  Erscheinungen  benützt  worden,  bei  denen  in  Rüben  son'sCatalog  Bemerkungen  stehen  wie:  „Krone", 
„über  den  ganzen  Himmel",  „überall",  „sehr  gross"  etc.  Solche  Angaben  kommen,  wenn  sie  überhaupt  gegeben 
werden,  in  Schweden  Abends  und  Morgens  nur  einmal  vor  und  deuten  daher  ohne  Zweifel  das  Maximum  der 
Intensität  an.  Desshalb  glaubte  ich  mit  Weglassung  der  übrigen,  meist  kleinen  und  unsicheren  Erscheinungen 
der  Wahrheit  besser  entsprechende  Mittel  zu  erhalten.  Für  die  Zeit  nach  12''  liegen  jedoch  auch  für  Schweden 
zu  wenig  Aufzeichnungen  grosser  Nordlichter  vor  und  mnssteu  demnach  alle  in  Eechnung  gezogen  werden. 
Um  indessen  zu  sehen,  inwiefern  die  Mittel  von  den  obigen  abweichen,  habe  ich  gelegentlich  der  Zählung  für 
die  Jahresperiode  auch  eine  Berechnung  des  Abendmaximunis  aus  allen  Zeitangaben  ausgeführt  und  die 
Resultate  in  der  zweiten  Tabelle  anf  Seite  202  zusammengestellt. 

Man  sieht,  dass  die  Abweichung  wenig  bedeutet  und  meistens  in  einer  kleinen  Verschiebung  gegen 
Mitternacht  besteht,  wie  zu  vermuthen  war. 

Einige  Plätze  in  den  Tabellen  auf  den  zwei  folgenden  Seiten  sind  leer  geblieben,  entweder  weil  für  die- 
selben zufällig  keine  Aufzeichnungen  vorliegen,  oder  weil  überhaupt  keine  gemacht  werden  konnten.  Man 
erkennt  sofort  eine  gewisse  Gesetzmässigkeit,  die  sich  nur  dort  weniger  deutlich  ausspricht,  wo  die  Mittel 
wegen  einer  kleineren  Zahl  von  Beobachtungen  unsicher  sind,  nämlich  in  Nordschwedeu  und  im  Allgemeinen 
nach  12''. 


DenkEChriften  der  matheni.-naturw.  Gl.  L.  Bd.  Abhandlungen  vouNichtmitgliedern 


202 


Johann  Untertoeger. 


für  das  Maximum  vor  Mitternacht. 


Wahre  Ortszeit 


Jjihrestheile 


22.  Dec. 
7.  Jan.  - 
22.  Jan. 

6.  Febr. 

21.  Febr. 

7.  März  - 

22.  März 
7.  April 
22.  April 
7.  Mai  — 
22.  Mai  - 
7.  Juni  - 
22.  Juni 
7.  Juli  — 
22.  Juli  - 
7.  Aug.  - 
22.  Aug. 
7.  Sept. 
22.  Sept. 
7.  Oct.  - 
22.  Oct. 
7.  Nov.  - 
22.  Nov. 
7.  Dec.  - 


—  6.  Jan. 

—  21.  Jan.     . 

—  -,.  Febr. 

—  20.  Febr. 

—  6.  März 

—  -21.  März 

—  H.  April 

—  21.  April 

—  (j.  Mai 
21.  Mai  . 

—  0.  Juni 
-21.  Juni 

—  fi.  .luli 
-21.  Juli  . 

—  0.  Aug. 

—  21.  Aug. 

—  G.  Sept. 

—  21.  Sept. 

—  (1.  Oct. 
-21.  Oct. 

—  (j.  Nov. 
-21.  Nov. 

—  (;.  Dec. 

—  21.  Dec. 


B     r 


Südlich 

von  Fr.iuz- 

Joset's- 

Land 


ei'io" 

7  0 

.s  ;is 

s  2.5 

9  27 

y  ;!.-) 

11  22 


10  :i2 

II)  2« 

0  II 

s  u 

7  .")7 

7  47 

7  40 


Schweden 


70° 


7''ö6"' 
7   22 

7  .^8 

8  2fi 

9  0 

8  13 

9  40 
10   12 


10 
10 


271 
7 


9  25 

9  1,5 

9  0 

8  48 

8  .-ü 

9  :i2 
9  4,5 


i;.5°— 

{•>1°30' 


'51'' 
35 
.30 
9 
37 
.■»1 
11 
15 
14 


9  55 
9  21 
9  13 
9   28 


27 
59 
55 
41 


Gl°30   - 
58°30' 


8  30 

9  1 
8   23 

8  50 

9  23 
9   38 


10  11 

10  33 

11  40 

10  531 


10  241 

10  32 

10  31 

9  63 


48 
37 
10 
32 


8  39 
S   41 

9  29 


5S°30' 
—55° 


8"  18" 

8  17 

7  33 

8  59 

8  30 

9  28 
9  50 
9  53 

10  18 

10  32 

10  18 


II  3 
10  50 
10  25 

III  1  I 
9  35 
9  18 
8  45 
8  41 

.9  35 

8  11 


Nord- 
chweden 


Süd- 
Schweden 


.54m 
28 
37 
12 
44 
27 


9  25 
10  13 
10    11 


10   55 

10    41 

10 

27 

10   29 

10 

0 

10      2 

9 

24 

9   43 

9 

15 

9   42 

9 

10 

S  56 

8 

40 

8  41 

,s 

0 

!S    5S 

8 

26 

8    41 

8 

23 

9      0 

7''50" 
8  29 
8   35 
8   43 

8  45 

9  20 


9  40 

10  1 

10  28 

I  I  0 


Nördliche 
Verein, 
t^taateu 


giiiom 
9      3 
9    10 
9      0 
8  58 

8  59 

9  25 
9  32 
9  36 
9  54 
9   33 

10  10 
9    4.S 

10    20 

lil  r, 
9    50 

10  4 
9  42 
9  32 
9  45 
9  51 
9  23 
9  49 
9    15 


1  Ans  vereinzelten  Beobachtungen  im  Süden  vom  Zenith. 


Wahre  Ortszeit  des  Abendmaximums  in  Schweden. 

(Mittel  aus  allen  Aufzeichnungen.) 


Monatshälften 


Breiten  ZG  nen 


70°— 05° 


05°- 611/3° 


611/2°— 581/2° 


5SlA''-55° 


Januar 

1. 

Februar 

0. 
1. 

7^ 

März 

1. 

April 

n 

Mai 

0 

1. 
1. 

n 

Juni 

2. 

1. 

Juli 

2 

1. 

August 

0 

1. 

n 

Septembei 
October 

1. 
2. 
1. 

n 

November 

2. 
1. 

December 

1. 

1.  Hälfte 


8 

145111 

8 

32 

8 

41 

8 

39 

8 

52 

8 

58 

9 

25 

9 

54 

11  44 

10  28 

10  8 

9  24 

9  9 

9  9 

8  56 

9  6 

8  54 

9  0 
8  40 


8l 

'37 

8 

29 

8 

35 

8 

37 

8 

51 

9 

11 

9 

35 

9 

58 

9 

56 

9 

33 

9 

48 

9 

47 

9 

28 

9 

35 

9 

15 

8 

50 

8 

52 

8 

25 

8 

47 

9 

■    71.1 

.s 

58 

8 

45 

8 

43 

9 

14 

9 

20 

9 

40 

9 

57 

10 

41 

11 

3 

10 

31 

10 

55 

10 

52 

10 

27 

10 

4 

9 

45 

9 

35 

9 

30 

9 

10 

9 

12 

9 

0 

9 

1 

8 

59 

8l'49'n 
9   0 

8  55 

9  3 
9  20 
9  31 
9  45 

10  2 

10  16 

10  23 

10  31 

11  28 
10  34 

9  58 

9  53 

9  50 

9  46 

9  34 


23 
33 
22 
ÖS 
9 


Beiträge  zur  Erldärmig  der  lostnisch-ferrestrischen  Erscheinungen. 


2()ä 


im  Mittel 


für  d.ns  Maximum  nach  Mittemacht. 


Z    0    n 


Südlich 

von 

Frauz-Josefs- 

Laiul 


Schweden 


70° 


-65° 


65°--61°30' 


61°30'- 

ös-ao' 


58°30  — 55° 


Nord- 
Schweden 


Süd- 
Schweden 


Nördliche 
Verein. 
Staaten 


15t  gn 
17  3-> 

14  0 
l-l  17 
13   35 


13   21 

13  15 

14  19 
14  13 
14  50 
16  18 
16      7 


15l'51'" 

•20  -2  2 

1-2  36 

17  4 

14  21 

13  33 

12  36 

12  22 ' 


12  241 


12 

13 

14 

37 

13 

33 

16 

12 

16 

16 

21 

19 

20 

13 

18 

22 

13  17 

13  43 

14  32 

13  49 


12  19 


12  55 

12  16 

12  5 

13  24 
12  30 
16  9 
18  15 

16  51 

17  48 


14l'26" 
14  42 
13  45 

13  46 

14  24 
13  43 
13  14 
1'2  56 
12  44 
12  10 
12  55 


12  55 
12  20 


13 

13 

13 

30 

13 

7 

13 

55 

14 

9 

14 

16 

15 

3 

13 

42 

14  13 


12^52^" 

14  50 

15  7 

13  42 

14  47 
13  21 
13  29 
12  50 
12  IS 
12   4 


12 

54 

12 

44 

12 

45 

12 

28 

13 

40 

13 

18 

14 

23 

15 

26 

12 

13 

14 

o 

14l'58'» 
20  22 

12  50 

13  43 
15  48 

14  21 
13  41 
12  36 
12  22 
12  19 


12  24 
12  55 

12  14 

12  56 

13  28 

14  58 

16  10 
19  47 

17  20 

18  2 


1 ^^öö" 
14  43 
14  10 

13  45 

14  28 
13  36 


13 
12 


19 
57 


12  41 
12  8 
12  55 


12  55 
12  31 


12 
13 
13 


57 

22 

1 


13  53 

14  2 


1  1 
15 
13 
14 


39 
9 


12 


14''30"' 

13  37 

14  47 
13  33 
13  18 
13  15 
13  27 
13 
13 
13 
13 
12 
13 


9 
9 
LS 
25 
56 
21 


12  49 

13  16 


48 
48 


12 
12 
13   5 
13  30 

13  23 

14  39 

13  42 

14  33 
14  40 


Der  Eiufliiss  der  gcograpliisclien  Breite  und  der  Jahreszeit  tritt  gegen  den  Äquator  zurück;  desshalb  ist 
es  zulässig,  in  mittleren  und  niederen  Breiten  Mittel  für  grössere  Zonen  und  Jalirestheile  zu  nehmen.  Nach 
Fritz'  Verzeichuiss,  in  welcliem  Stundennotirungen  nur  sporadisch  vorkommen,  erhält  mau  noch  folgende 
Mittel,  denen  in  besonderen  Columnen  auch  die  Maxima  des  Südlichtes  —  ebenfalls  nach  (vereinzelten)  Beob- 
achtungen aus  mittleren  Breiten  —  beigefügt  sind. 


.lahreszeiten 


Wahre  Ortszeit  des  Max.  vor  12^ 


Nördl.  Hemisphäre 


Alte  Welt 
55°— 46° 


Alte  Welt 
südlich 
von  46° 


SUdl.  Hemisphäre 


Südaiistralien 

—40°  (Mittel) 


— 64°18' 
(Mittel) 


Nach  12'' 


Nördl.  Hemigpäre 


Alte  Welt 
55°— 46° 


Alte  Welt 
südlich 
von  46° 


Südl. 
Hemisphäre 


Südaustralieu 
— 4o°(  Mittel) 


Winter  . 
Frühling 
Sommer 
Herbst  . 


8'' 48'" 
9  11 
10  24 
9  22 


yl,;jim 
S  27 
9  38 
8  55 


10''  1° 
9  12 

10   2 
9  9 


10'' 14" 


15h  c"' 
14  21 
12  58 
14  25 


14'' 10"» 
13  33 

13  2 

14  24 


I4I1  8" 
15  46 
13  54 
I3  41 


Die  Gesetze  der  täglichen  Periode  des  Polarlichtes,  wie  sie  sich  nach  all'  diesen  TJntersuchungen  lierans- 
stellen,  lassen  sich  nun  wie  folgt  aussprechen: 

1.  Es  bestehen  im  Allgemeinen  zwei  tägliche  Maxima,   ein  Haiiptmaximum  vor  und  ein 
secundäres  Maximum  nach  Mitternacht. 


ä04 


Johann  Unterweg  er. 


2.  Den  beiden  Maximis  stehen  zwei  Minima  gegenüber,  ein  Hauptmi  nimuiii  um  Mitlag 
lind  ein  secnndäres  Minimum  um  Mitternacht. 

3.  Die  Ortszeit  der  Maxima  ist  in  ähnlicher  Weise  mit  der  geographischen  Breite  und 
der  Jahreszeit  veränderlich  wie  die  Ortszeit  des  Sonnen- Auf-  und  Unterganges. 

4.  In  der  Winterhälfte  entfernen  sieh  die  Maxima  mit  zune  hmender  Breite  von  Mitter- 
nacht.  (Ihr  Verhalten  um  den  Nordpol  kann  jedoch  nur  theoretisch  erörtert  werden.) 

5.  In  der  Sommerhälfte  nähern  sich  die  Maxima  mit  zunehmender  Breite  und  vereinigen 
sich  in  einer  gewissen,  veränderlichen  Zone  zu  einem  einzigen  Maximum  nahe  um  Mitter- 
nacht. 

6.  Diese  Zone  ist  der  Nordlichtgürtel.  Nördlich  davon  ist  das  Nordlicht  nur  kurze  Zeit 
und  in  südlicher  Richtung  sichtbar. 

7.  Soweit  die  wenigen  Beobachtungen  ein  Urtlieil  gestatten,  dürften  für  das  SUdlicht 
analoge  Verhältnisse,  jedoch  mit  vertauschten  Jahreshälften  bestehen. 

Die  jährliche  Periode  des  Polarlichtes. 

Wie  bekannt,  haben  nielirere  Forsclier  behufs  Untersuchung  der  jährlichen  Periode  die  Nord-  und  Süd- 
lichttage, welche  durch  eine  Reihe  von  Jahren  auf  die  einzelnen  Monate  entfielen,  gezählt  und  hiebci  entweder 
einzelne  Orte  oder  grössere  Beobaclitungsgebiete  ins  Auge  gefasst.  Ks  hat  sich  herausgestellt,  dass  die 
Erscheinung  in  niederen,  mittleren  und  theilweise  noch  in  höheren  Breiten  ungefähr  um  die  Aquinoctien  und 
in  hohen  Breiten  um  die  ^^'intermitte  mit  grösserer  Häufigkeit  auftritt,  und  dass  diesen  Maximis  einerseits 
zwei  Minima  um  die  Solstitien  andererseits  nur  ein  Minimum  um  die  Sommermitte  gegenüber  stehen. 


N    0 

r     d     1          c     h     t- 

Monatshälften 

Gruppe  I 

Gruppe  11 

Gruppe  III 

Gruppe  IV 

Alte  Welt  südlich  46° 

46°— 55° 

55°  —  Polarkreis 

Amerika  südlich  6o° 

S. 

OyO 

S. 

% 

S. 

% 

S. 

% 

Januar        i.  Hälfte  .... 

18 

0-70 

208 

8-06 

245 

9-50 

158 

6-12 

2.        „ 

13 

0-47 

210 

7-63 

300 

10-90 

210 

7-63 

Februar      i.       „ 

15 

0-62 

208 

8-64 

292 

12-13 

187 

7-77 

2.        „ 

•2.^ 

0-94 

266 

10-86 

375 

15  31 

240 

9-80 

März           1.       „ 

21 

0-81 

246 

9-53 

365 

14-15 

248 

9-61 

2.        ., 

28 

102 

344 

12-50 

420 

15-26 

280 

10-17 

April           1. 

16 

0-62 

266 

10-31 

349 

13-53 

272 

10-54 

2.       „ 

13 

0-50 

243 

9-42 

238 

9-22 

237 

9-19 

Mai             1.      „ 

15 

0-58 

212 

8-22 

80 

3-10 

217 

8-41 

2.        „ 

12 

0-44 

160 

5-81 

24 

0-87 

186 

6-76 

Juni             I.       „ 

12 

0-46 

101 

3-91 

1 

0-04 

186 

7-21 

2.        , 

.   . 

12 

0-46 

"8 

3-02 

5 

0-19 

157 

6-08 

Juli                1.        „ 

16 

0-62 

88 

3-41 

10 

0-39 

224 

8-68 

2.        „ 

11 

0-40 

105 

3-81 

20 

0-73 

230 

8-36 

August       1.       „ 

21 

0-81 

147 

5-70 

89 

3  -  45 

217 

8-41 

2.        „ 

22 

0-80 

188 

6-83 

235 

8-54 

259 

9-41 

September  1.       „ 

12 

0-46 

214 

8-29 

334 

12-95 

290 

11-24 

2.        „ 

18 

0-70 

310 

12  02 

396 

15-35 

280 

10-85 

October      1.       „ 

26 

1-01 

278 

10-77 

394 

15-27 

247 

9-57 

2.        „ 

39 

1  42 

339 

12  32 

404 

14-68 

232 

8-43 

November  1.       „ 

24 

0-93 

250 

9-69 

321 

12-44 

219 

8-49 

2.        „ 

15 

0-58 

222 

8-60 

283 

10-97 

183 

7-09 

Deeember  1.       „ 

22 

0-85 

175 

6-78 

278 

10-77 

178 

6-90 

2.       „ 

17 

0-62 

211 

7-67 

287 

10-43 

182 

6-61 

Beiträge  zur  ErJdäriing  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen. 


205 


Uin  zu  sehen,  ob  ausser  der  täglichen  Periode  nicht  noch  eine  andere  bestehe,  die  der  jährlichen  unter- 
geordnet ist,  und  ob  sich  die  Abhängigkeit  der  jährlichen  Periode  von  der  geographischen  Breite  nicht  besser 
erkennen  lasse,  wenn  man  Summen  für  kleinere  Zeiträume  als  Monate  biklet,  habe  ich  eine  eigene  Zäldung 
nach  Monntsliälften  ausgeführt  und  dabei  die  Zonen-  oder  Gruppeneintlieilnng  der  Cataloge  von  Fritz  und 
Rubensou'  beibehalten.  Wegen  Ungleichheit  der  Mouatshälften  —  die  erste  vom  1.  bis  15.  und  im  Februar 
vom  1.  bis  14.  —  wurden  die  Summen  nach  der  allgemein  üblichen  slatistischen  Methode  auch  in  Percente 
der  Gesamrattagzahlen  umgerechnet. 

Während  in  der  Tabelle  Seite  12  und  13  bei  den  Columnen,  welche  mit  I— IV  und  I— V  überschrieben 
sind,  ein  Nordlichttag  nur  einfach  gezählt  wurde,  wenn  er  auch  in  mehreren  einzelnen  Gruppen  I,  II,  111  etc. 
verzeichnet  erscheint,  habe  ich,  um  auch  die  Ausdehnung  der  Erscheinung  einigermassen  zu  berücksiclitigen, 
in  einer  besonderen  Tabelle  (Seite  14  unten)  einen  Nordlichttag  ein-,  zwei-,  dreifach  etc.  gezählt,  je  nachdem 
er  einer,  zwei,  drei  ete.  Zonen  angehört.  Einer  Erscheinung  schon  desshalb  höheres  Gewicht  beizulegen,  weil 
sie  in  niederen  Breiten  beobachtet  wurde,    halte  icli  für  eine  nicht  immer  gerechtfertigte  Annahme. 

Zweifelhafte  Aufzeichnungen,  soweit  sie  als  solche  in  den  Catalogen  irgendwie  kenntlich  gemacht  sind, 
wurden  nicht  berücksichtigt.  Ich  hätte  noch  einige  Columnen  anbringen  können;  es  war  jedoch  nicht  zu 
erwarten,  dass  aus  denselben  etwas  wesentlich  Neues  erkannt  werden  würde,  weil  die  Gesetze  der  jährliehen 
Periode  bereits  aus  diesen  unzweifelhaft  hervorgehen. 

Aus  den  Gründen,  welche  schon  gelegentlich  der  täglichen  Periode  angegeben  worden  sind,  glaube  ich, 
ist  auch  hier  von  einer  Correction  wegen  der  Tagesläiige  al)zuselien,  insbesondere,  weil  sich  beim  Südlicht, 
übschon  von  demselben  nur  wenige  Beobachtungen  vorliegen,  dasselbe  Gesetz  herausstellt  wie  beim  Nordlicht, 
sowohl  in  Betreff  der  allgemeinen  als  auch  einer  kleineren,  untergeordneten  Periode. 


t 

a    g     e     1701—1871 

Südlichttage  1730—1871 

Gruppe  V 
Hohe  Breiten 

Gruppe-  I— IV 

Nördl.  Henii8])h.  ohne 

hohe  Breiten 

Gruppe  I— V 
Nördliche  Heuiisiihiire 

Südliche  Hemisphäre 

S. 

% 

8. 

% 

S. 

% 

S. 

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209 

8-10 

493 

19-11 

608 

23-57 

10 

0-47 

206 

7-49 

562 

20  ■  42 

671 

24-38 

10 

0-44 

178 

7-39 

535 

22  •  22 

631 

26-20 

6 

0-30 

184 

7-51 

649 

26-50 

722 

2!) -48 

16 

0-79 

198 

7-G7 

649 

25-15 

739 

28-64 

16 

0-75 

175 

6 -30 

781 

28-38 

860 

31  25 

24 

1-06 

122 

4-73 

655 

25-39 

721 

27-95 

12 

0-57 

54 

2-09 

554 

21-47 

582 

22-56 

12 

0-57 

14 

0-54 

443 

17-17 

454 

17-60 

2 

0-09 

4 

0-15 

341 

12-39 

344 

12-50 

4 

0-18 

1 

0-04 

274 

10-62 

275 

10-66 

5 

0-23 

0 

0-00 

230 

8-92 

230 

8-92 

1 

0-05 

0 

0-00 

300 

11-63 

300 

11-63 

3 

0-14 

1 

0-04 

333 

12-10 

334 

12-14 

4 

0-18 

9 

0-35 

397 

15-39 

402 

15-58 

5 

0-23 

30 

1-09 

538 

19-55 

552 

20-06 

8 

0-35 

92 

3-57 

619 

23-99 

658 

25-50 

9 

0-42 

117 

4-53 

727 

28-18 

777 

30-12 

11 

0  52 

126 

4-88 

676 

26-20 

735 

28  -  49 

7 

0-33 

195 

7-09 

710 

25-80 

790 

28-71 

12 

0  53 

192 

7-44 

610 

23-64 

694 

26-90 

s 

0-38 

219 

8-49 

538 

20-85 

655 

25-39 

10 

0-47 

1 

240 

9-30 

514 

19-92 

644 

24-96 

7 

0-33 

229 

8-32 

539 

19-59 

670 

24-35 

14 

0-62 

1  Im  Anhange,  S.  290  u.  f. 


20i; 


Johan n  Uii  t e r  iv eger. 


m 

N  0  r  d  1  j 

c  h  t  t  .1 

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S  c  h  w  e 

den    1721—1877 

I    n        . 

1     0     r 

B     r 

Site 

MoD;itsliäiften 

Ganz  St 

liweden 

55°— 

581/2° 

581/2°- 

-6 114° 

611/2° 

-65° 

6»°— 70° 

s. 

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S. 

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S. 

7o 

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S. 

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Janii.'ir         \. 

Hälfte    .    .    . 

70 

3-33 

165 

6-96 

1  IS 

4-98 

174 

7-34 

412 

17-38 

V 

98 

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204 

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1  11; 

4-59 

195 

7  71 

456 

18-04 

Febni;iv      i. 

V 

104 

4-70 

227 

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125 

5  65 

149 

0-74 

429 

19-39 

V 

137 

«0!) 

385 

1-2  (Ki 

117 

5-20 

187 

8-31 

508 

22-57 

März            I . 

„ 

111 

4-(;s 

278 

11-73 

136 

5-74 

181 

7-64 

521 

21-98 

75 

14(; 

5-78 

309 

12-22 

133 

5  -  26 

149 

5-89 

523 

20  -  69 

April            1. 

,. 

li:; 

5-10 

272 

11-48 

69 

2-91 

60 

2  -  53 

395 

16-67 

71 

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10-1 

4-39 

164 

0  •  92 

17 

0-72 

10 

0  -  42 

241 

10-17 

Mai              1. 

» 

•24 

1-01 

47 

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9 

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72 

3-04 

2- 

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0-24 

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0  •  00 

15 

0-59 

Juni              1. 

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2 

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2 

0-08 

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Juli              ]. 

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August       1. 

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23 

0-97 

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2-41 

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4 

0-17 

80 

3-37 

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2-97 

194 

7-67 

47 

1-86 

27 

1-07 

285 

11-27 

September  1. 

n 

119 

ö  •  02 

28S 

12-15 

89 

3-76 

72 

3  -  04 

427 

18-02 

.        2. 

n 

159 

6-71 

340 

14-35 

115 

4-8Ö 

160 

6-75 

565 

23-84 

October      1. 

n 

131 

5-53 

317 

13-37 

124 

5-23 

102 

8-10 

549 

23-17 

2. 

V 

154 

6  09 

328 

12-98 

115 

4-55 

191 

7-56 

577 

22-83 

November  1. 

122 

5-  15 

215 

9-07 

102 

4-30 

169 

7-13 

468 

19-75 

2. 

71 

103 

4-35 

199 

8-40 

102 

4-30 

153 

6-46 

423 

17-85 

December   1. 

n 

82 

3 -40 

186 

7-85 

88 

3-71 

138 

5-82 

378 

15-95 

2. 

)5 

• 

101 

4-00 

211 

S-35 

94 

3-72 

164 

(i-  10 

447 

17  -68 

Monatshälften 


Corrigirte  Summen  der  Nordlichttage  1701 — 1871 


2  (I-H) 

Alte  Welt,  niedere  und 

mittlere  Breiten 


7o 


2  (I— in) 

Alte  Welt,  ohne  hohe 
Breiten 


7o 


2  (I— IV) 

Nördliche  Hemisphäre, 

ohne  hohe  Breiten 


»/n 


2  (I-V) 
Nördliche  Hemisphäre 


7o 


Januar 

n 

Februar 

n 

März 

ff 
April 

n 

Mai 

n 

Juni 

Juli 

n 

August 

•> 

n 

September  1. 

o 

n  -• 

October      1. 

n 

November  1. 

2. 

December  1. 

2. 


1.  Hälfte 

2. 

1-    ^' 

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220 
223 
223 
289 
267 
372 
282 
256 
227 
172 
113 
90 
104 
116 
168 
210 
226 
328 
304 
378 
274 
237 
197 
228 


8-76 

8-10 

9-26 

11-80 

10-35 

13-52 

10-93 

9-92 

8-80 

6-25 

4-38 

3-49 

4-03 

4-22 

6-51 

7-63 

8-76 

12-71 

11-78 

13-74 

10-62 

9-19 

7-64 

8-29 


471 
523 
515 
664 
632 
792 
631 
494 
307 
196 
114 
95 
114 
136 
257 
445 
560 
724 
098 
782 
595 
520 
475 
515 


18-26 

19-01 

21-39 

2711 

'24-50 

28-78 

24-40 

19-15 

11-90 

7-12 

4-42 

3-68 

4-42 

4-94 

9-96 

16-13 

21-71 

28-06 

27-05 

28-42 

23-06 
20-16 
18-41 
18-71 


629 
733 
702 
904 
880 

1072 
903 
731 
524 
382 
300 
252 
338 
366 
474 
704 
850 

1004 
945 

1014 
814 
703 
653 
697 


24-38 

838 

26-63 

939 

29-15 

880 

36-91 

1088 

34-11 

1078 

3S-95 

1247 

35-00 

1025 

28-33 

785 

20-31 

538 

13-88 

386 

11-63 

301 

9-77 

252 

13-10 

338 

13-30 

367 

18-37 

483 

25-58 

734 

32-95 

942 

38-91 

1121 

36-63 

1071 

36  85 

1209 

31-55 

1006 

27-25 

922 

25-31 

893 

25  -  33 

926 

32-48 
34-12 
36-54 

44-43 

41-78 

45-31 

39-73 

30-43 
20-85 
14-03 
11-67 
9-77 
13-10 
13-34 
18-72 
26-68 
36-51 

43-45 

41-51 
43-93 

38-99 
35-74 
34-61 
33-65 


Beiträge  zur  Erklär unfj  der  hosmisch-terrestrischen  Erscheinungen.  20  7 

Was  den  Einfliiss  der  F.cwölkuug  auf  die  jährliche  Periode  anbelangt,  ist  insbesondere  Weyprccht's 
AhlKUidlung-  lehrreich.  In  derselben  wird  niicli  eine  Untersuchung  der  genannten  Periode  für  das  Gebiet  südlich 
von  Frnn/  Josefs  Land  mit  und  ohne  Berücksichtigung  der  Piewölkung  ausgeführt,  und  Weyprecht  kommt 
zu  folgendem  Schlüsse: 

„Die  vorliegenden  Beobachtungen  ergeben  also,  wie  immer  man  sie  boliandelt,  ob  man  die  Bewölk  ii  ng 
in  lieciinung  zieht  oder  niclit  und  auf  welche  Art  dies  auch  geschieht,  dass  in  den  dem  Winter- 
solstitiiim  näher  liegenden  Monaten  die  Nordlichter  häufiger  sind,  als  in  den  den  Äquinoctien  näher 
liegenden". 

Diese  Verschiebung  der  Jahresmaxima  gegen  die  Wintennitte  —  die  sogenannte  Anomalie  holier 
Breiten  —  ist  aucli  iu  meiner  Untersueltung  für  Nordsehweden  und  Indie  Breiten  (V)  deutlich  zu  erkennen- 
insbesondere  zeigen  die  schwedischen  Frühjalirsbeobachtungen,  dass  diese  Verschiebun"-  mit  der  Breite 
—  ungefähr  von  Mittclschwcden  an  —  regelmässig  zunimmt. 

Die  Beeinträchtigung  der  Sichtbarkeit  des  Polarlichtes  durch  die  Bewölkung  ist  im  Allgemeinen  nicht  zu 
bezweifeln;  Weyprecht  findet  aber  auch:  „dass  die  Wolken  doch  in  einem  gewissen  Zusammenhange  mit 
den  Nordlichtern  stehen,  und  zwar  würde  es  erscheinen,  als  begünstige  die  Bewölkung  die  Ent  wieklun»- 
der  Nordlichter".  Nach  der  unten  folgenden  Theorie  lässtsich  das  auch  erklären.  In  den  Nordlichterverzeich- 
nissen werden  einerseits  Fälle  angegeben,  wo  sogar  in  hohen  Breiten  bei  heiterem  Himmel  ganze  Nächte 
hindurch  kein  Nordlicht  gesehen  wurde,  andererseits  auch  Fälle,  wo  dasselbe  sichtbar  war  trotz  der 
Bewölkung,  sei  es,  weil  die  Wolken  nicht  den  ganzen  Himmel  verdeckten,  oder  sei  es,  weil  die  Erscheinung 
sehr  intensiv  auftrat. 

Weil  nach  all'  dem  die  Bewölkung  nicht  als  ein  bedeutendes  Hinderniss  für  die  Sichtbarkeit  des  Polar- 
liclites  betrachtet  werden  kann,  weil  ferner  die  jährliche  Periode  aus  den  unmittelbaren  Beobachtungen 
bestimmt  hervorgeht  und  die  Bewölkung  keine  derartige,  überhaupt  keine  so  ausgesprochene  Periode  befolgt: 
so  ist  aus  der  Anbringung  einer  Correction  nach  Bewölkuugsmitteln,  die  noch  dazu  ihrer  Natur  gemäss  öfters 
sehr  zweifelhaft  sind,  keine  Verbesserung  zu  erwarten. 

Übrigens  wird,  meines  Eraehtens,  der  Einfluss  der  Bewölkung  am  besten  beseitigt,  wenn  man  sich  bei 
Untersuchung  der  jährlichen  Periode  nicht  auf  einzelne  Orte  und  Jahre  beschränkt,  —  wobei  die  Bewölkung 
das  Resultat  zufälliger  Weise  bedeutend  unsicher  machen  kann  —  sondern  wenn  man  dieselbe  auf  grosse 
Gebiete  und  viele  Jahre  ausdehnt,  wie  es  oben  geschehen  ist.  Wenn  nun  auch  ein  Nordlichttag  an  vielen 
Orten  wegen  trUlier  Witterung  nicht  verzeichnet  ist,  so  ist  doch  kaum  anzunehmen,  dass  er  nicht  irgendwo 
in  demselben  Gebiete  für  wenige  Minuten  sich  bemerkbar  machte  und  notirt  wurde.  Monate,  die  in  einem 
Jahre  stark  bewölkt  waren,  sind  es  in  einem  andern  weniger.  Kurz,  die  Fehler  müssen  sich  insoweit  aus- 
gleichen, dass  die  Summen  für  ein  und  dasselbe  Gebiet  ziemlich  gleichmässig  zu  klein  ausfallen,  —  was  ohne- 
hin mehr  oder  weniger  auch  aus  anderen  Ursachen,  wie  ungünstige  Lage  des  Gebietes,  Mangel  an 
Beobachtern  etc.  eintrifft  —  jedoch  untereinander  gut  vergleichbar  werden  und  in  ihrer  relativen  Grösse  im 
Wesentlichen  der  Periode  des  Polarlichtes  entsprechen.  Weniger  zulässig  ist  die  Vergleichung  der  Summen, 
die  in  obigen  Tabellen  nebeneinander  stehen,  also  verschiedenen  Gebieten  angehören.  Eine  Vergleichung 
dieser  Gebiete  ist  aber  auch  nur  in  Bezug  auf  das  allgemeine  Jahresresultat  nöthig. 

Die  Maxima  wurden  in  den  Tabellen  durch  grössere  Zitfern  hervorgehoben.  Wenn  man  von  kleineren 
Schwankungen  einstweilen  absieht,  lassen  sich  für  das  Nordlicht  folgende  Sätze  aussprechen. 

1.  Die  jährliche  Periode  hat  —  hohe  Breiten  ausgenommen  —  zwei  Maxima  ungefähr 
um  die  Tag-  und  N a c h t gl e i c h e n. 

2.  In  hohen  Breiten  vereinigen  sich  die  beiden  Maxima  zu  einem  einzigen  um  die  Winter- 
mitte. 

3.  In  niederen  Breiten  sind  die  Maxima  weniger  deutlich  ausgesprochen;  sie  treten  mit 
zunehmender  Breite  besser  hervor  und  eine  allmälige  Verschiebung  gegen  die  Wintermitte 
zeigt  sich  erst  in  höheren  Breiten. 


208 


J oh  an  71  Unter  wege  r. 


4.  In  Amerika,  südlich  von  60°,  besteht  dagegen  eine  kleine  Verschiebung  der  Maxima 
gegen  die  Sommermitte. 

6.  Das  Hauptminimum  fällt  in  allen  Breiten  auf  das  Sommersolstitium  und  das  secun- 
däre  Minimum,  welches  in  hohen  Breiten  verschwindet,  auf  das  Wintersolstitium. 

7.  Soweit  die  wenigen  Beobachtungen  einen  Schluss  erlauben,  befolgt  das  Südlicht  trotz 
der  entgegengesetzten  Jahreszeiten  der  beiden  Erdhälften  dieselben  Gesetze. 

Die  siebenuudzwanzig  ein  halbtägige  Periode  des  Polarlichtes. 

Nach  obigen  Tabellen  scheinen  sich  die  Jahre-;raaxinia  um  die  Aquinoctien  in  je  zwei  getrennten  Maximis 
mit  einem  Zeitabstande  von  ungefähr  einem  Monate  geltend  zu  machen.  Dies  zeigt  sich  sowohl  beim  Nord-  als 
auch  beim  Südlicht  und  bei  ersterem  in  allen  Breiten,  wenn  man  einfache  und  deutlicher  noch,  wenn  man 
corrigirte  Summen  nimmt. 

Um  zu  sehen,  ob  diese  Schwankungen  nicht  mit  einer  Periode  von  einigen  Tagen  zusammenhängen,  und 
zugleich  die  Dauer  einer  solchen,  möglicherweise  bestehenden  Periode  besser  beurtheilen  zu  können  —  der 
Zeitabstand  ein  Monat  ist  tlieihveise  nur  der  Untersucliung  nach  Monatshälften  zuzuschreiben  —  habe  ich  auf 
Grund  des  Ver/-eichnisses  von  Fritz  noch  eine  besondere  Zählung  nach  einzelnen  Tagen  beispielsweise  für 
das  Gebiet  I — IV  ohne  Eücksicht  auf  die  Ausdehnung  des  Nordlichtes  und  für  das  Gebiet  I — III  mit  derselben 
Correction  wegen  der  Ausdehnung  wie  oben  vorgenommen.  Um  die  zufälligen  Unregelmässigkeiten  einiger- 
massen  auszugleichen  und  eine  bessere  Übersicht  zu  erhalten,  wurden  auch  fünftägige  Mittel,  und  zwar  für 
jeden  Tag  aus  der  Summe  dieses  Tages  und  den  Summen  der  zwei  vorhergehenden  und  der  zwei  folgenden 
Tage,  berechnet.  Tafel  I  gibt  eine  graphische  Darstellung  der  Mittel  und  folgende  Tabelle  das  Zahlen- 
resultat. Die  Schalttage  wurden  zum  28.  Februar  gezählt  und  die  Summe  verhältnissmässig  reducirt. 


Tag 

S(I 

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(1701  — 1S71) 

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Mittel 

Mittel 

Mittel 

Mittel 

Mittel 

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33 

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März     .   . 

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32 

30-0 

33 

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3. 

34 

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23. 

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21. 

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33 

30-2 

34 

34  •  6 

1.  März     .    . 

49 

41  •  2 

51 

46  •  4 

1. 

April 

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40-8 

42 

43-6 

30. 

33 

31   0 

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32 

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37 

41-6 

42 

46-0 

3. 

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43 

41-8 

40 

13-6 

Beiträge  zur  Erklärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen. 


209 


T  a  g 


(I-III) 


5  tag. 
Mittel 


I— IV 


r,  tag. 
Mittel 


T  a  g 


2  (I— III) 


5  tag. 
Mittel 


I-IV 


5  tag. 

Mittel 


a  g 


2  (I— III) 


5  tag. 
Mittel 


I-IV 


5  tag. 
Mittel 


Mai 


4.  Apri 

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38 
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22 
22 
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28 
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21 
27 
25 
20 


42 

41 

40 

42 

42 

41 

40 

42 

42 

41 

42 

44 

43 

42 

42 

41 

38 

36 

34 

31 

28 

27 

23 

24 

25 

26 

26 

27 

26 

26 

24 

22 

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20- 

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41 
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40 
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25 
29 
28 
36 
30 
35 
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31 
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26 
32 
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29 
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28 
26 
28 
31 

21 


15 
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22 
21 
16 
17 
18 
18 
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19 
17 
18 
22 


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31 

29 

21 

29 

31 

32 

33 

32 

31 

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31-0 

30-8 

30-2 

30-2 

28  •  4 

27-6 

26-8 

26-6 

26-6 

27-6 

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27-2 

25-8 

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22-6 

21-4 

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19-6 

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19-1 

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19-6 

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18-0 

18-2 

18 -0 

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18 -2 

18-2 

18-2 

18-4 

19-0 


11. 
12. 
13. 
14. 
15. 
16. 
17. 
18. 
19. 
20. 
21. 


24. 
25. 
26. 
27. 
28. 
29. 
30. 

1. 

-> 

3. 

4. 

5. 

6. 

7. 

8. 

9. 
10. 
11. 
12. 
13. 
14. 
15. 
16. 
17. 
18. 
19. 
20. 
21. 
22. 
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28. 
29. 
30. 
31. 

1. 

3. 

4. 

5. 

6. 

7. 

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10. 
U. 
12. 
13. 
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15- 
16. 
17 


Juni 


Juli 


August 


II 


5-4 
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5-8 
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5-8 
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30 

24 

0 

25 

26 

8 

26 

26 

8 

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25 

8 

22 

24 

4 

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23 

8 

18 

22 

2 

23 

23 

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23 

23 

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27 

25 

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26 

26 

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27 

28 

8 

31 

29 

1 

33 

29 

6 

30 

30 

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27 

27 

•6 

30 

28 

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September 


18.  August 

19. 
20. 
21. 

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--•  n 

23. 

25. 
26. 
27. 
28. 
29. 
30. 
31. 

1. 

•2^ 

3. 

4. 

5. 

6. 

7. 

8. 

9. 
10. 
U. 
12. 
13. 
14. 
15. 
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17. 
18. 
19. 
20. 
21. 
22. 
23. 
24. 
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26. 


29. 

30.  „ 

1.  October 

•> 

3. 
4. 


8. 
9. 

10. 

II. 

12. 
13. 
14. 
15. 
16. 
17. 
18. 
19. 
20. 
21. 
22. 
23. 
24. 


14 
30 
28 
32 
28 
24 
25 
29 
34 
31 
31 
39 
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34 
35 
37 
37 
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35 
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44 
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55 
55 
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52 
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53 
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37 
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62 
56 


21-0 

18 

28- 

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35 

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31 

31- 

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35 

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38 

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30 

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28  -  0 

30 

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41 

35- 

32  ■  8 

36 

37- 

33-4 

35 

38- 

33-4 

40 

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39 

39- 

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40 

40- 

35-0 

42 

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42 

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35 

38- 

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35 

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37 

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43 

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45 

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36 

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50- 

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50 

49- 

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59 

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53 -8 

45 

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52 

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51-4 

52 

48- 

51-2 

47 

48- 

49  ■  4 

47 

46- 

49-0 

42 

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49-8 

43 

44- 

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16 

43- 

47-6 

12 

44- 

47-6 

43 

44- 

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45 

44- 

45-0 

42 

44- 

42-8 

45 

42- 

42-0 

42 

42- 

43  •  2 

39 

46- 

43-8 

46 

46- 

47-2 

59 

47- 

49-2 

48 

48- 

50-0 

47 

48- 

50-4 

43 

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51-8 

44 

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51 

44- 

50-8 

42 

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43 

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49 

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39 

46- 

52-0 

44 

46- 

53-6 

55 

16- 

55-0 

45 

16- 

Denkschriften  der  malhem.-Daturw.  Cl.  L.Bd.  Abhandlungen  von  Nichtmitgliedern. 


bb 


210 


Johann  Unterioeger . 


T  a  g 


25.  October 

26. 

27. 

28. 

29. 

30. 

31. 

1.  Noveiüber 

2. 

3- 

4. 

5. 

6. 

7. 

8. 

9. 
10. 
11. 
12. 
13. 
14. 
15. 
16. 


2  (i-ni) 


55 
46 

48 
42 
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47 
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36 
44 
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30 
35 


5  tag. 
Mittel 


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46-0 
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39-4 
38-2 
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39-2 
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42 '2 
41-0 
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41-8 
40-0 
40-0 
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I-IV 


s. 


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Mittel 


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Tag 


17.  November 

18.  „ 
19. 

20. 
21. 

--■  51 

23. 

24. 


26. 
27. 
28. 
29. 
30. 

1. 

•2. 

3. 
4. 
5. 
6. 


Deceraber 


9. 


2  (I-IH) 


47 
4.S 
52 
37 
27 
32 
27 
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32 
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26 


5  tag. 
Mittel 


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31-4 
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33-4 


30-0 


I-IV 


s. 


44 
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33 
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28 


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Mittel 


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41-4 

39-6 
36  6 
34-0 
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32-4 
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30-6 
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32  0 
32-2 
34-8 
35-6 
37-8 
35-6 
35-6 
32-8 


T  a  g 


10. 

11. 

12. 
13. 
14. 
15. 
16. 
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18. 
19. 
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31. 


December 


S  (I— lU) 


32 
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38 
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Mittel 


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30- 

33- 

33' 

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37 

30' 

35 

32' 

31  ■ 

32' 

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30' 

29' 

27' 

27' 

28' 

29' 


I-IV 


s. 


34 
27 
33 
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38 
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41 
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40 
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36 
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26 
38 
30 
30 
28 
30 
34 
33 


5  tag. 
Mittel 


32-8 
32-4 
34-4 
35-0 
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37-4 
37-6 
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33-2 
32-8 
32-6 
31-4 
30  ■  4 
31-2 
30-4 
31-11 
30-6 
31-4 


Von  anderen  derartigen  Zäblungen  wurde  abgesehen,  weil  bereits  aus  diesen  unzweifelhaft  zu  Piitnohnien 
ist,  was  die  Doppelmaxima  um  die  Äquinoctien  sagen  wollen,  und  weitere  Ergebnisse  nicht  zu  erwarten  sind. 
Man  erkennt,  insbesondere  aus  };:  (I— III\  eine  Periode  von  etwas  kürzerer  Dauer  als  ein  Monat,  die  durch 
das  ganze  Jahr  besteht,  jedoch  mit  veränderlicher  Amplitude  auftritt.  Für  die  Dauer  derselben  findet  man  als 
Mittel  der  deutlicher  ausgesprochenen  Zeitabstände  derMaxinia  27-4  Tage.  Fritz  findet  hiefür  aus  einzelnen 
grossen  Nordlichtern  27-68  Tage.  Demnach  dürften  rund  21^^  Tage  anzunehmen  sein.  Eine  genauere  Bestim- 
mungwäre illusorisch,  weil  diese  Periode  offenbar  kein  aliquoter  Theil  des  tropischen  Jahres  ist,  zu  diesem 
nicht  einmal  in  einem  rationalen  Verhältnisse  steht  und  daher  die  einzelnen  Maxima  in  verschiedenen  Jahren 
kaum  angenähert  auf  dieselben  Tage  fallen  können.  Das  Ergebniss  lässt  sich  in  fol-endeu  Sätzen  aussprechen: 

1.  Das  Polarlicht  befolgt  ausser  andern  eine  Periode  von  ungefähr  27'/2  Tagen. 

2.  Die  Maxima  und  Minima  dieser  Periode  sind  um  die  Tag-  und  Nachtgleichen  am  besten 
ausgeprägt. 

3.  Dieselben  sind  um  die  Wintermitte  weniger  deutlich  und  um  die  Somniermitte  fast  gar 
nicht  erkennbar. 


II.  Zur  Theorie  des  Polarlichtes. 

Der  erste  Hauptsatz:  Vom  Ursprung  der  Luftelektricität. 

Zahlreiche  Thatsaclien,  die  in  Bezug  auf  das  Polarliclit  feststehen,  insbesondere  seine  Beziehungen  zum 
Erdmagnetismus  und  zur  atmosphärischen  Elektricität,  deuten  darauf  hin ,  dass  dasselbe  eine  elektrisclie 
Erscheinung  im  Grossen  ist.  In  neuester  Zeit  ist  dies  durch  Lemström's  Versuche  im  nördlichen  Finnland 
sogar  direct  nachgewiesen  worden*. 

Demnach  kann  über  den  elektrischen  Charakter  des  Polarlichles  kein  Zweifel  obwalten,  und  eine  Theorie, 
welche  in  systemastischer  Weise  entwickeln  will,  warum  die  Erscheinungen  desselben  gewisse  festgestellte 
Gesetze  befolgen,  wird  zunächst  von  der  Luftelektricität  handeln  müssen.  Wir  sind  jedoch  bei  diesem  Gegen- 


1  Zeitschrift  der  osterr.  Gesellschaft  für  Meteorologie,  redig.  von  Dr.  Hauu,  Bd.  XVIII  u.  fl'. 


Beiträge  zur  ErJdärmH/  der  hoftwiisch-terrestrischen  Erscheinungen. 


211 


Stande  genötliigt,  die  bypotlietische  Methode  zu  befolgen,  weil  die  Entstellung  der  atmosphärischen  Elektricität 
im  Grossen  durch  eine  bestimmte  Ursache  noch  nicht  direct  nachgewiesen  werden  konnte,  und  wahrscheinlich 
—  so  lange  das  Wesen  der  Elektricität  unbekannt  ist  —  kaum  jemals  nachgewiesen  werden  dürfte. 

Wie  bekannt,  sind  über  den  Ursprung  der  Luftelektricit.ät  verschiedene  Hypotliesen,  die  mehr  oder 
weniger  Wahrscheiuliehkeit  für  sich  haben,  aufgestellt  worden.  Wenn  ich  mir  gleichwohl  erlaube,  dieselben 
um  eine  neue  zu  vennehren,  so  geschieht  es  in  der  Überzeugung,  dass  sie  zur  Erklärung  der  in  Frage  stehenden 
Erscheinungen  eine  sehr  gute  Grundlage  bietet. 

Unser  Planetensystem  schreitet  im  Weltraum  fort  entweder  in  einer  geraden  Linie  oder  in  einer  Bahn, 
deren  Krümmung  doch  erst  im  Verlaufe  von  Jahrtausenden  nachgewiesen  werden  kaim.  Mehrere  Astronomen 
haben  sich  damit  beschäftigt,  den  Zielpunkt  H  der  Sonne  zu  linden,  inid  aus  ihren  Arbeiten  geht  wenigstens 
soviel  mit  Sicherheit  hervor  —  was  für  die  folgende  Theorie  genügt  —  dass  dieser  Pimkt  H  in  der  nördlichen 
Hemisphäre  und  zwar  im  Sternbilde  des  Herkules  liegt.  Die  sicherste  Bestimmung  ist  wohl  die  von  Mädler, 
weil  sie  auf  die  scheinbare  Bewegung  der  grössten  Zahl  von  Fixsternen  gegründet  ist,  und  ich  habe  desshalb 
dessen  Angaben  der  folgenden  Pvcchnung  zu  Grunde  gelegt,  nändich:  gerade  Aufsteigung  a^  261°38'50"; 
nördliche  Abweichung  b  ^  39°  53' 50";  Geschwindigkeit  c  der  Sonne  (als  constant  angenommen)  =:  7'/.,  geo- 
graphische Meilen  per  .Secnnde.  Da  die  Erde  au  dieser  Bewegung  theilnimmt  und  sich  ausserdem  in  einer 
Ellipse  mit  der  bekannten  veränderlichen  Geschwindigkeit  v  (von  3'59  bis  3-84  geographischen  Meilen)  um  die 
Sonne  bewegt,  so  beschreibt  sie  in  Wirklichkeit  als  resultirende  Bahn  eine  elliptische  Schraubenlinie  mit  der 
resultirenden,  veränderlichen  Geschwindig- 
keit V,  die  im  Verlaufe  des  Jahres  jeden 
Augenblick  gegen  einen  andern  Punkt  M  des 
Himmels  gerichtet  ist.  Dass  dieser  Punkt 
stets  auf  der  nördlichen  Hemisphäre  liegen 
und  um  den  allgemeinen  Zielpunkt  H  des 
Systems  eine  nahezu  kreisförmige  Curve 
beschreiben  und  die  nördliche  Erdhälfte  in 
der  schraubenförmigen  Bahn  stets  der  süd- 
lichen voraus  sein  muss,  bedarf  zwar  keines 
Beweises  ;  es  ist  jedoch  behufs  weiterer  Er- 
örterungen von  Vortbeil,  tiir  mehrere  Tage 
des  Jahres  die  Coordinaten  des  Zielpunktes 
M  und  die  resultirende  Geschwindigkeit  V 
der  Erde  zu  wissen,  und  ich  habe  desshalb 
eine  Berechnung  dieser  Grössen  für  24  Stellungen  der  Erde,  die  Längenabständen  von  15°  in  der  Ekliptik 
entsprechen,  in  folgender  Art  ausgeführt. 

Es  sei  (Figur  1)  in  geocentrischer  Darstellung  E  die  Erde,  EP  die  nördliche  Hälfte  der  Welt- 
achse, APBD  der  Himuielsiiquator,  FCD  die  nördliche  Hälfte  der  Ekliptik,  H  der  Zielpunkt  des  Planeten- 
systems, AHPB  der  Meridian  desselben,  F  der  Früblingspunkt,  S  der  Stand  der  Sonne  für  eine  gewisse  Länge 
•/  =  arc.  PCS  und  Sn  die  Richtung  der  scheinbaren  Geschwindigkeit  — v  der  Sonne  in  der  Ekliptik;  so  ist  EG, 
parallel  zu  — Sn,  die  augenblickliche  Richtung  der  wahren  Geschwindigkeit  ^'  der  Erde  in  ihrer  Bahn  um  die 
Sonne,  gerichtet  gegen  den  Punkt  G  in  der  Eklii)tik,  welcher  von  S  um  90°  absteht,  und  EM  die  Richtung  der 
resultirenden  Geschwindigkeit  ]' der  Erde,  gerichtet  gegen  einen  gewissen  Punkt  M  im  Bogen  HG,  der  dem 
Winkel  ß  zwischen  den  beiden  Geschwindigkeiten  c  und  v  gleich  ist. 

Ferner  ist  JGP  der  Meridian  des  Punktes  G  und  <J  GPJ  =  s  der  Neigungswinkel  zwischen  Äquator  und 
Ekliptik.  Im  rechtwinkligen  Dreiecke  PJG  sind  demnach  die  zwei  Elemente  FG  =  Ä  —  90°  und  £  =  23°28' 
(für  den  Anfang  dieses  Jahrhunderts)  gegeben,  und  es  lassen  sich  mittelst  derselljen  nach  bekannten  Formeln 
der  sphärischen  Trigonometrie  die  Seiten  PJ  und  JG  berechnen.  Nun  sind  im  Dreiecke  HPG  die  drei  Elemente 

bb* 


212 


Johann  Unterweger. 


HP  =  90°  — b,  GP  =  90°  — JG  und  <HPG=  360°  -  a  +  FJ  —  für  b  und  a  Miidler's  Angaben  genommen  — 
bekannt  und  man  erbäit  damit  arc  HG  =:  <^|3  und  den  Hilfswiukel  PHG- 

Mittelst  der  drei  Grössen  c,  v  und  <J  /3  ergeben  sich  nach  dem  Satze  vom  Parallelogramm  der  Geschwindig- 
keiten die  resultirende  Geschwindigkeit  T' der  Erde  und  der  Winkel  7  =  arc  HM,  den  sie  mit  c  bildet.  Im 
Dreiecke  M  H  P  sind  also  wieder  drei  Elemente  bekannt  und  nach  diesen  lassen  sich  endlich  die  Kectiiscension  Ai 
und  die  Decliuation  A  des  jeweiligen  Zielpunktes  M  der  Erde  berechnen.  In  nachstehender  Tabelle  folgen  die 
Resultate  meiner  Rechnung. 


Tag 
(angenähert) 


Lauge  •/ 

der 

.Soune 


Ort  (los  Zielpunktes  IVI  der  Erdr 
am  Himmel 


Abstand  -j 
vom  allgem. 
Zielpunkte  H 


Gerade 

Aufsteigiinj: 
All 


Nördliche 
Abweichuug 

A 


Kesultireude 
Geschwindig- 
keit V  der 

Erde. 

Kilometer 

per  Secunde 


•21.  März  .  . 
1  4.-5.  April  . 
!  Ol) 

5.  Mai     .    .    . 
21.  „       ... 
5. — 6.  Juni 
21.  „        . 

7.  Jidi    .    .    . 

-o.       „       ... 

7.  August  . 
-o.  „ 

8.  September 

8.  Oetober   . 

OQ 

7.  November 
«-.  „ 

7.  December 
2I.-22.  „ 

5.  Januar  .  . 
20.  „  .  • 
3.-4.  Februar 

18. 

6.  März  .  . 


0° 
lö 

.•50 
45 

m 

7ö 

90 
105 
120 
135 
150 

165  49' 
ISO 
195 
210 
225 
240 
255 
270 
285 
300 
315 
330 
345  49 


20°2a' 

21  4 

22  9 

23  28 

24  51 

26  9 

27  14 


28 
29 


29  39 

29  58 

30  11 
30  20 
30  22 
30  10 
29  39 
28  46 
27  35 
26  11 
24  29 
22  .53 
21  32 
20  37 
20  13 


264°4S' 
270  54 
276  51 
282  32 
287  51 
292  35 
296  29 

299  34 

300  50 
298  54 
291  2 
272  12 
249  17 
231  42 
223  47 

221  47 

222  58 
225  58 
230  5 
235  9 
240  40 
246  29 
252  30 
25S  58 


19°42' 
20  23 
22  13 
24  20 
27  39 
31  54 
37  ü 


43 

50 


9 
4 

57  30 
64  34 
69  34 
69  31 
64  54 

58  6 
50  57 
44  13 
3S  11 
32  57 
28  39 
25  LS 
22  37 
20  49 
19  49 


7 1  •  (1 
70'0 
OS- 3 
66-2 
63  •  6 
60-8 
,'i7-9 
55'0 
52 -5 
50  •  4 
49-0 
48-5 
49  0 
50-3 
52-4 
55-1 
58 '1 
61-2 
64-2 
60 -7 
69-0 
70-2 
71-2 
71-4 


Die  Tbatsache  der  Verbreitung  des  Lichtes  und  der  Wärme  ist  nur  durch  die  Annahme  eines  Mfdiiims, 
welches  die  schwingende  Bewegung  fortptlanzt,  erklärlich.  Gewisse  Gründe  sprechen  sogar  für  die  Existenz 
einer  kosmischen  Atmosphäre,  die  (wenn  wirklich  vorhanden)  in  einem  gewissen  Masse  an  der  Bewegung  des 
Planetensystems  theiluimmt.  Sei  dem  wie  immer,  irgend  ein  Agens  muss  im  Räume  verbreitet  sein,  und  ich 
nenne  dasselbe,  ohne  weiter  eine  Ansicht  über  seine  Natur  auszusprechen,  wie  allgemein  üblich  den  Welt- 
äther. 

Die  Fortpflanzung  des  Lichtes  und  der  Wärme  ist  aber  eine  gewaltige  Kraftübertragung,  und  es  ist  kaum 
denkbar,  dass  ein  Agens,  dem  einerseits  eine  so  grosse  Leistung  zugemuthet  wird,  andererseits  gar  keine  Wir- 
kung ausüben  soll,  wenn  eine  wenigstens  nach  irdischen  Verhältnissen  gewnchtige  Masse  wie  die  Erde  sich 
mit  der  bedeutenden  Geschwindigkeit  von  circa  60  Kilometer  in  ihm  fortbewegt.  Ohne  Zweifel  muss  der  Welt- 
äther an  der  Oberfläche  der  irdischen  Atmosphäre  vorzugsweise  an  der  Hälfte,  welche  in  der  schrauben- 
förmigen Bahn  voraus  ist,  verdichtet  und  in  dem  Räume,  aus  dem  die  Erde  augenblicklich  heraustritt,  ver- 
dünnt werden.  Es  ist  nun  sehr  wahrscheinlich,  dass  der  Ursprung  der  Luftelektricität  hiemit  irgendwie 
zusammenhängt.  Am  einfachsten  ist  es  wohl,  anzunehmen,  dass  der  Überschnss  an  Weltäther  an  der  Grenze 
der  Luft  und  der  Mangel  an  solchem  in  dem  erwähnten  Räume  mit  positiver,  respective  negativer  Elektricität 
identisch  sei.  Nach  dieser  Annahme  hätte  die  Lufthülle  ein  um  so  grösseres,  positiv  elektrisches  Potential,  je 
grösser  die  Geschwindigkeit  V  der  Erde  ist,  und  dasselbe  wäre  nach  obiger  Tabelle  ein  Maximum  gegen  das 


Beiträge  zur  Erklärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen. 


213 


M 


Frühlings-  und  ein  Minimum  gegen  das  Herbstäquinoetium.  Hieraus  folgt  indessen  nicht,  dass  die  Gravitation 
der  Erde  gegen  die  8ouue  ebenfalls  variabel  sein  müsse,  was  man  wegen  des  gleichen  Fernwirkungsgesetzes 
der  Gravitation  und  Elekiricität  vermuthen  könnte,  denn  es  liisst  sich  bekanntlich  experimenteil  nachweisen, 
dass  das  Gewicht  wägbarer  Massen  durcli  l'.lektrisiriing  nicht  verändert  wird. 

Wenn  sich  die  Ei'de  mit  der  Geschwindigkeit  T"  gegen  den  Weltäther  bewegt,  so  hat  dies  in  Bezug  auf 
Verdichtung  desselben  die  nämliche  Wirkung,  als  wenn  ein  Strom  Weltäther  vom  Querschnitte  gleich  der 
Fläche  des  grössten  Kreises  der  Lufthülle  mit  der  Geschwindigkeit  —  V  gegen  die  Erde  ginge.  Die  Mitte 
dieses  Stromes  muss  die  Erdoberfläche  in  einer  geographischen  Breite  treffen,  welche  der  Declination  A  des 
Zielpunktes  IVl  der  Erde  gleich  ist.  Wie  mau  aus  der  Tabelle  auf  Seite  2ü  sieht,  hat  A  stets  einen  positiven 
Werth,  und  demnach  ist  die  Mitte  des  Ätherstromes  immer  gegen  die  nördliche  Erdhälfte  gerichtet,  oder  der 
grössere  Theil  dieses  Stromes  wird  von  der  nördlichen  und  der  kleinere  von  der  südlichen  Erdhälfte  auf- 
genommen. 

Lässt  man  die  obige  Annahme  über  die  allgemeine  Ursache  der  Luftelektricität  gelten,  so  muss  mau  auch 
annehmen,  dass  durch  die  Verschiedenheit  der  erwähnten  Stromtheile  eine  elektrische  Differenz  zwischen 
den  Erdhemisphären  hervorgerufen  und  die  nördliche  Lufthülle  gegenüber  der  südlichen  positiv  erregt 
werde. 

Ist  ah,  (Fig.  2)  im  Grundriss  ucbd,  der  ganze  Querschnitt  des  Stromes  Fi?-  '-• 

tS,  eij  der  Äquator,  welcher,  auf  den  Querschnitt  projicirt,  als  Ellipse  ced(ij) 
erscheint,  so  fällt  jener  Theil  des  Stromes,  der  vom  sphärischen  Zweiecke 
über  arc  ePb  aufgenommen  wird,  auf  die  nördliche  und  der  Theil^  welcher 
das  Zweieck  über  arc  ac  trifft,  auf  die  südliche  Hemisphäre.  Die  Projectionen 
jf'und/  dieser  Zweiecke  auf  den  Gesammtquerschnitt  ah  sind  demnach  die 
speciellen  Querschnitte  der  beiden  Stromtheile.  Es  ist  klar,  dass  die  elektri- 
sciie  Differenz  zwischen  den  Erdiiälften  sowohl  der  Gcscliwindigkeit  V  als 
auch  der  Differenz  F — /,  d.  h.  demProducte  V{F — f)  proportional  sein  muss. 
Die  Flächendifferenz  F — /  ist,  wie  mau  aus  der  Figur  sofort  erkennt,  gleich 
der  Ellipsenfläclie  ec{(j)d,  und  diese  ist,  weil  der  Neigungswinkel  zwischen 
Äquator  und  Querschnitt  =  90°  —  A,  gegeben  durch  R^t:  sin  A,  worin  li  den 
Badius  der  Lutthülle  bezeichnet,  der  hier  wohl  constant  angenommen  werden 
kann.  Die  elektrische  Differenz  zwischen  den  Erdhälften  ist  also  dem  Pro- 
ducte  FsinA  proportional. 

Bildet  man  dieses  Product  für  die  Werthe  von  V  und  A,  welche  in  obiger 
Tabelle  berecimet  wurden,  so  findet  man  es  veränderlich  mit  einem  Ma,\imum 
zur  Herbst-  und  einem  Minimum  zur  Frühlungstag-  und  Nachfgleiche.  Da  in 
der  elektrischen  Action  der  Lufthülle  auf  die  Erde  wie  begreifiicli  Vorzugs-  tv^ 
weise  die  elektrische  Differenz  zwischen  den  Erdhälften  sich  äussern  muss, 
—  (denn  eine  directe  Bewegung  positiver  Elektricität  von  der  nördlichen 
Hemisphäre  gegen  deu  Weltraum  dürfte  nur  selten  in  grossen,  strahlenden 
Nordlichtern  zu  Tage  treten)  —  sei  es  nun  als  Gewitter,  Polarlicht,  Elmsfeuer 
»ider  nur  als  elektrische  Spannung;  so  können  diese  Producte  einigermassen 

als  Verbältnisszahlen  für  den  jährlichen  Gang  der  Luftelektricität  gelten.  Wie  die  Zusammenstellung  auf 
Seite  22  zeigt,  stimmen  sie  gut  mit  den  Summen  der  Zahlen  für  die  Gewitter-  und  Polarlichthäiifigkcit,  welche 
Professor  Piazzi  Smyth  *  angegeben  hat,  welche  Summen  auch  angenähert  der  jährlichen  Periode  der  Luft- 
elektricität entsprechen  dürften. 


d 


1   Caproü,  Aurorae  etc.  pag.  54. 


214 


Johann  Unter  weg  er. 


Die  Beobachtungen  der  Luftelektricität  mittelst  selbstregistrirender  Apparate,  über  welche  mir  einige 
Notizen  vorliegen,'  zeigen  theilweise  analoge  Ergebnisse,  widersprechen  sich  aber  nntereinaiuler  so  selir,  dass 
aus  ihnen  leider  keine  sicheren  Schlüsse  in  Bezug  auf  die  jährliche  Periode  gezogen  werden  können.  Die 
Beobachtnugsreihen  sind  wold  noch  viel  zu  kurz  und  daher  in  ihren  Mittelwertlien  den  zufälligen  Einflüssen 
der  meteorologischen  Elemente  zu  sehr  ausgesetzt.  Auch  die  geographische  Breite  muss  sicii  ohne  Zweifel 
geltend  machen. 


Producte  V  siu  i 


T  a  g 


Fsin  A 


Noidlicht-  imil  (ii'wittei'Iiiiuli^^kcit  iiaeli  l'i;izzi  .Sinyth 


Gewitter 


Nordlicht 


.Summe 


Monat 


5.  Januar      .    .    . 

20.  Jänner  .  .  . 
3. — 4.  Februjtr  .  . 
18.  „  .    . 

6.  März      .... 

21.  „  .  .  .  . 
4.-5.  April  .  .  . 
20 

5.  Mai 

21.     r, 

5.  — 0.  Juni  .    .    . 

21.  „       .    .    . 

7.  Juli 

23-      V 

3  Aiif^-iist     .    .    . 
23-  „         .    .    . 

8.  Septeuibor  .    . 
23.  „  .    . 

8.  October   .  .  . 

23.        „        .  .  . 

7.  November  .  . 

22.  „ 

7.  December    .    . 
21.-22.  „  .    . 


31M(S 

•29 --jy 

■J7-ül 
•2Ö--JU 
■24  •  2 1 

23-93 

24-30 
25-8.''. 
27-27 
29 -.54 
32-14 
34-90 
37-00 
40-27 
42-54 
44  ■  30 
45-48 

45-87 

4.5 -.iO 
44-51 
42-79 
40-51 

37  -  82 
34-91 


21 

1) 

14 

4 

1 

0 

15 

4 

37 

4 

48 

(1 

55 

2 

3S 

4 

22 

-4 

20 

8 

15 

•0 

15 

-0 

29-7 

42-5 

35  -  U 

27-5 

4-8 

0-0 

0-5 

12-0 

30-0 

49-4 

32-4 

28-8 


53-7 

.Tauiiar 

50-9 

Februar 

42-0 

März 

Min. 

42-9 

April 

42-2 

Mai 

48-0 

Juni 

5.-) -7 

Juli 

51-0 

August 

59-0 

September 

70  2 

October 

Max. 

47-4 

November 

43-8 

December 

Ohne  weiteren  Untersuchungen  dieses  Gegenstandes  vorgreifen  zu  Molleu,  halte  ich  es  einstweilen  für 
wahrscheinlich,  dass  die  elektrische  Differenz  zwischen  den  Erdhälften  mit  der  Jahreszeit  entweder  gar  nicht 
oder  doch  weniger  veränderlich  ist,  als  obiges  Product  T'sin  A,  weil  die  Geschwindigkeit  c  der  .Sonne  etwas 
grösser  sein  dürfte  als  T'/j  geographische  Meilen  oder  54-4  Kilometer.  Kliukerfues  fand  sie  nach  der 
spectral-aualytischen  Methode  62  Kilometer,  Ireilich  mit  einer  TTnsicherheit  von  10  Kilometer.  Ist  aber  c  grösser, 
so  ist  auch  T  grösser,  der  sphärische  Abstand  •/  des  Punktes  M  von  H  kleiner  und  A  weniger  variabel.  Das 
Product  wird  dadurch,  und  weil  ^'die  entgegengeselzte  Periode  befolgt,  ebenfalls  gleichwerthiger. 

Für  die  Periodicität  des  Polarlichtes  werden  sich  übrigens  noch  andere,  wie  mich  däucht,  gewichtige 
Ursachen  herausstellen,  und  zur  Erklärung  der  Erscheinung  genügt  es,  meinem  hypothetisehou  Satze  über  den 
Ursprung  der  atmosphärischi^i  Elektricität  nachstehende  allgemeine  Fassung  zu  geben: 

Durch  die  Gesammtbewegung  der  Erde  im  Weltäther  wird  eine  elektrische  Differenz 
einerseits  zwischen  der  irdischen  Lufthülle  und  dem  Räume,  aus  welchem  die  Erde  in  ihrer 
schraubenförmigen  Bahn  augeublicklich  tritt,  andererseits  zwischen  der  nördlichen  und 
südlichen  Lufthemisphäre  hervorgerufen,  so  dass  letztere  sich  gegen  erstere  elektronegativ 
und  gegen  jenen  Raum  ebenfalls  positiv  verhält. 


1  Zeitschrift  der  Österreich.  Gesellschaft  f.  Meteorologie  XIV— XVIII. 


Beiträge  zur  Erklärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen.  215 

Der  zweite  Hauptsatz:  Ton  der  Vertheilung  der  LiiftelektricitJit. 

Nach  den  Sätzen  über  die  tägliche  Periode  bildet  sich  das  Polarlicht  in  einer  gewissen  Entfernung  von  der 
Beleuchtungsgreuze  fast  aiisscldiesslich  auf  der  Nachtiiälfte  der  Erde,  oder  es  bewegt  sich  mit  der  Beleuchtuno-s- 
greuze  von  Osten  nach  Westen  und  tritt  innerhalb  24  Stunden  an  demselben  Orte  häufig  zweimal  stärker  auf, 
nämlich  einmal  bald  nach  der  Abenddämmerung  und  ein  zweites  Mal  in  einem  grösseren  Zeitabstande  und 
weniger  intensiv  und  häufig  vor  der  Morgendämmerung.  Die  allgemeine  Ursache  der  Erscheinung  kann  also 
nicht  gleichmässig  über  der  Erdoberfläche  vertheilt  sein,  sondern  ist  insbesondere  in  einem  Luffgürtel  nahe 
der  Dämmeruugszone  und  auf  der  Nachtseite  zu  suchen,  und  zwar  in  grösserer  Quantität  oder  Actionsfahigkcit 
im  westlichen  Theile  desselben.  Nach  allem,  was  man  von  der  Natur  des  Polarlichtes  weiss,  ist  dessen 
unmittelbare  Ursache  Luftelektricität  im  Grossen,  und  diese  rauss  also  entsprechend  vertheilt  sein.  Die  bereits 
erwähnten  Beobachtungen  der  Luftelektricität,  deren  Ergebnisse  betreffs  der  täglichen  Periode  wie  begreiflich 
bereits  verlässlicher  sind,  stimmen  im  Abendmaximum  sehr  gut  mit  dieser  Ansicht,  denn  dasselbe  wird  wie  das 
Nordlichtmnximum  in  mittleren  Breiten  im  Mittel  überall  um  0''  p.  m.  gefunden.  Weniger  sicher  ist  das  Mor"-en- 
maximum.  Mascart  fand  für  die  Sommermonate  März  bis  Juli  kein  solches  Jlaximum,  sondern  vielmehr  ein 
continuirliches  Maximum  in  der  Nacht.  Andere  Beobachter  fanden  Maxima  nach  Sonnenaufgang.  Es  ist  übrigens 
zu  bedenken,  dass  es  sich  beim  Polarlicht  um  die  Vertheilung  der  I'^lektricität  an  der  Grenze  der  Atmo- 
sphäre oder  doch  in  höheren  Luftschichten  handelt,  und  dass  die  Vertheilung  in  den  tieferen  Luft- 
schichten aus  terrestrischen  Gründen  häufig  eine  bedeutend  andere  sein  kann.  Auch  beim  Polarliciit  ist  indessen 
das  Maximum  a.  m.  mehr  oder  weniger  unsicher.  Es  finden  sich  vereinzelte  Verspätungen,  z.  B.  zu  Öfver- 
Torneä  ausnahmsweise,  freilich  nur  zweifelhaftes  Nordlicht,  um  9*'  a.  m.  am  L,  2.,  3.,  ,5.  und  6.  März  1818 
also  zu  einer  Zeit,  wo  die  Sonne  in  dieser  Breite  bereits  über  dem  Horizonte  steht. 

Wenn  die  positive  Elektricität  der  Luft  nur  der  eigenen  Kepulsion  überlassen  wäre,  so  müsste  sie  sich 
nach  den  Gesetzen  der  Elektrostatik  über  die  Oberfiäche  verbreiten  und  eine  Hülle  bilden,  deren  Totalaction 
auf  einen  innerhalb  liegenden  Punkt  gleich  Null  ist,  und  wegen  der  sphäroidischen  Gestalt  der  Luft  müsste  die 
Spannung  eine  Function  der  geographischen  Breite  und  am  Äquator  ein  Maximum  sein. 

Es  entsteht  nun  die  Frage:  Lassen  sich  Ursachen  angeben,  welche  die  Luftelektricität  hindern,  die 
spbäroidische  Gleichgewichtslage  anzunehmen  und  sie  zwingen,  sich  auf  der  Nachthälfte  und  insbesondere  in 
der  Nähe  des  Dämmenmgsgürtels  mit  grösserem  Potential  anzuhäufen?  Hiefür  lassen  sich  in  erster  Reihe 
folgende  Ursachen  angeben,  die  natürlich  theilweise  hypothetisch  sind. 

In  consequeuter  Anwendung  des  ersten  Hauptsatzes  muss  auch  angenommen  werden,  dass  die  Sonne  ein 
positiv  elektrisches  Potential  habe  und  daher  abstossend  auf  die  gleichartige  Elektricität  der  irdischen  Lufthülle 
wirke.  Diese  Annahme  ist  übrigens  nicht  neu,  denn  dadurch  wird  z.  B.  Zöllner's  Kometentheorie  begründet. 
Die  elektrische  Ladung  der  Sonne  muss  entsprechend  der  Sonnenmasse  grösser  und  vorzugsweise  über  die 
Oberfläche,  also  in  der  Corona  vertheilt  angenommen  werden. 

Für  jeden  Punkt  der  irdischen  Atmosphäre,  insofern  er  der  Sonnenstrahlung  au.sgesetzt  ist,  lässt  sich  die 
Repulsion  der  Sonne  in  eine  verticale  und  horizontale  Componente  zerlegen ;  ersfere  drückt  die  positive 
Elektricität  gegen  die  Erdoberfläche,  letztere  verschiebt  sie  tangential  zur  Erdoberfläche.  Die  stärkste  Ver- 
schiebung gegen  die  Nachtseite  muss  offenbar  an  dei-  Beleuchtungsgreuze  stattfinden,  wo  die  Vcrtical- 
componente  gleich  0  ist. 

Kirchhoff  und  Spörer  erklären  die  Fackeln  in  der  Sonne  als  Eruptionen  und  die  Flecken  als  aufge- 
schleuderte und  dadurch  abgekühlte  Gasmnssen.  Sind  diese  Ansichten  richtig,  —  und  sie  haben  unter  allen 
Sonnenfleckcntheorien  die  grösste  Wahrscheinlichkeit  für  sieh  —  so  folgt  aus  meiner  Hypothese  und  aus 
Gründen  der  Elektrostatik,  dass  durch  die  aufgeschleuderten  Gasmassen  das  Gleichgewicht  der  Sonnen- 
elektricität  gestört  wird  und  diese  sich  über  den  Flecken  mit  grösserer  Dichte  anhäufen  muss,  und  noch  um  so 
mehr,  wenn  auch  durch  die  Eruptionen  Elektricität  erzeugt  wird.  Demnach  muss  die  Repulsion  der  Sonne  vor- 
züglich von  den  heliographischen  Fleckeuzonen  und  in  diesen  von  den  grössten  Flecken  oder  Fleckengruppen 


216  Johann  Unterwe.(jer. 

ausgehen  und  zur  Zeit  der  Bildung  oder  Veränderung  der  Flecken  am  stärksten  sein.  Eine  grössere  Aus- 
dehnung der  Corona  Über  den  Fleckenzonen  und  einzelnen  Flecken  zeigen  thatsächlich  die  Abbildungen, 
welche  bei  Finsternissen  aufgenommen  worden  sind. '  Die  Corona  dürfte  daher  in  fleckenreichen  Jahren  am 
grössten  sein  und  am  stärksten  repulsirend  wirken. 

Wegen  dieser  mächtigen,  von  der  Sonne  ausgehenden  Abstossung  muss  sich  die  positive  Luftelektricität 
in  grösserer  Menge  auf  der  Nachtseite  befinden  oder  es  besteht  eine  elektrische  Differenz  zwischen  der  Tag- 
und  Nachtseite,  ohne  dass  man  desshalb  annehmen  niüsste,  auf  der  Tagseite  sei  nur  negative  Elektricität,  was 
nur  dann  richtig  wäre,  wenn  die  Luft  keine  positive  Ladung  hätte  und  nur  durch  Influenz  elektrisch  würde. 
Wie  ich  aus  einem  Referate^  über  M  ascart's  Beobachtungen  mit  einem  selbstregistrirenden  Elektrometer 
entnehme,  bestätigen  dessen  Beobachtungen,  dass  das  Potential  der  Luft  im  Allgemeinen  positiv 
und  in  der  Nacht  erheblich  grösser  ist  als  bei  Tag.  Hieraufist  gegenüber  andern  derartigen  Beobach- 
tungen um  so  mehr  Gewicht  zu  legen,  als  Mascart  auf  eine  bedeutende  Fehlerquelle  bei  solchen  Appa- 
raten aufmerksam  machte,  welche  er  bei  seinem  eigenen  selbstverständlich  möglichst  beseitigte. 

Die  eigene  Repulsion  der  Luftelektricität  wirkt  aber  der  Ansammlung  auf  der  halbkugelförmigcn  Fliiclie 
entgegen,  und  es  ist  also  erklärlich,  dass  sich  auf  der  Nachtseite  in  der  Nähe  der  Dämmerungszone  ein  elektri- 
scher Gürtel  von  grösserem  Potential  bildet. 

Der  aus  dem  Weltraum  einströmende  Äther  kann  nicht  die  Rotationsgeschwindigkeit  der  Erde  haben, 
und  wenn  er  sie  auch  annimmt,  in  dem  Masse  als  er  in  die  irdische  Atmosphäre  eindringt,  so  muss  er  doch  in 
der  Bewegung  gegen  Westen  zurückbleiben.  Hierin  dürfte  die  Hanptursache  liegen,  dass  der  westliche  Tb  eil 
des  elektrischen  Gürtels  besser  entwickelt  und  der  Beieuchtungsgrenze  näher  ist  als  der  östliche. 

Da  der  erdmagnetische  Pol  im  Norden  thatsächlich  wirkt  wie  ein  elektronegativer  Pol,  so  wird  dadurch 
der  elektrische  Gürtel  aus  der  Lage,  die  ihm  die  ersterwähnten  Ursachen  anweisen,  theils  nach  Nordwest, 
theils  nach  Nord  oder  Nordost  abgelenkt,  je  nachdem  er  sich  über  Europa,  America  oder  über  dem  grossen 
Ocean  befindet. 

Die  geringere  Höhe  und  die  grössere  relative  Feuchtigkeit  der  Luft  in  der  Polarregion  können  auch  nicht 
ohne  Einfluss  auf  die  Vertheilnng  der  Elektricität  sein,  was  übrigens  mehr  oder  weniger  von  allen  meteorolo- 
gischen Elementen  gelten  dürfte. 

Wie  man  sieht,  ist  das  Problem  höchst  complicirt  und  es  wird  wohl  kaum  jemals  gelingen,  die  Vertlieilung 
der  Luftelektricität  aus  den  allgemeinen  und  speciellen  Ursachen  abzuleiten  und  in  Formeln  auszudrücken, 
die  zur  analytischen  Untersuchung  geeignet  siutl.  Ich  glaube  desshalb,  es  ist  für  die  Erklärung  des  Polar- 
lichtes und  anderer  Erscheinungen  erspriesslicher,  sich  das  Problem  in  anderer  Form,  nämlich  in  der  Frage 
vorzulegen:  Wie  müsste  die  Vertlieilung  der  atmosphärisclien  Elektricität  angenommen  werden,  damit 
sich  zunächst  jene  grossen  Polarlichter,  welche  augenscheinlich  in  einer  Bewegung  oder  Entladung  der  Luft- 
elektricität im  Zenith  des  Beobachtungsortes  bestehen,  ungezwungen  erklären  lassen? 

Gelingt  es,  diese  Frage  zu  beantworten,  so  wird  man  einigermassen  beurtheilen  können,  ob  die  Antwort 
mit  den  angedeuteten  allgemeinen  Ursachen,  und  sicherer  noch,  ob  sie  mit  den  erwiesenen  Thatsachen 
vereinbar  ist. 

Nach  Allem,  was  von  der  täglichen  Periode  des  Polarlichtes  bekannt  ist,  genügt  es  zur  Beantwortung  der 
vorliegenden  Frage,  dass  mau  untersucht,  nach  welchem  Gesetze  der  Gürtel,  in  welchem  das  Potential  der 
Luftelektricität  als  Maximum  angenommen  wird  und  den  man  sich  als  eine  Curve  vorstellen  kann,  längs  der 
Beleuchtungsgrenze  auf  der  Nachtseite  verlaufen  müsste,  damit  die  Ortszeit  t,  zu  welcher  er  durch  das  Zenith 
eines  Ortes  geht,  der  Ortszeit  des  Polarlichtmaximums  entspricht. 

Ist  in  Figur  3  die  Papierebene  zugleich  die  Meridianebeue  des  Beobachtungsortes  N,  P  P'  die  Erdachse, 
A  B  der  Äquator,   H  H'  der  Horizont,  E  F  die  Beleuchtungsgrenze,   0  S  der  gegen  die  Sonne  gerichtete  Erd-' 


1  Secchi-Schellen.  Die  Sonne. 

2  Osten-.  Zeitschrift  für  Meteorologie,  XV. 


Beiträge  zur  Erklärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen. 


217 


lialbmessev,  PSP'  der  Meridian  der  Sonne  auf  der  Erdoberfläche,  NSC  die  Hälfte  des  Kreises,  dessen 
Ebene  durch  den  Radius  OS  und  durch  den  Ort  N  geht,  also,  weil  SO±Eb.  EF,  auf  der  Beleuchtungs- 
grenze  senkrecht  steht;  so  ist  DS  =o  die  Declination  der  Sonne,  <  D  PB  =<  der  Stundenwinkel,  B  N  =  '^  die 
geographische  Breite  des  Ortes  N,  arc.  NS  =  NG  +  GS  =  .r4-90°  und  .r  der  sphärische  Abstand  des  Ortes  N 
von  der  Beleuchtungsgrenze. 

Durch  Anwendung  bekannter  Gruudformel   auf 

Fiff  3 
das  Dreieck  SPN  erhält  man  sofort  die  Bedingungs- 
gleichung 


1) 


sin a; :=  —  sin ^  sin o  —  cos  fCOsScoät, 


welche  für  den  durch  das  Zenith  des  Ortes  gehenden 
und  auf  die  Erdoberfläche  projicirten  Punkt  der  Mit- 
tellinie des  elektrischen  Gürtels  besteht. 

Wenn  man  den  Bogen  x  für  verschiedene  zu- 
sammengehörige Werthe  von  f,  o  und  f  nach  dieser 
Gleichung  berechnet,  so  finden  sich  hiefür  Werthe 
zwischen  10°  und  40°,  am  häufigsten  ungefähr  23°. 
Dieses  Schwanken  hat  nichts  Auffallendes,  indem 
der  elektrische  Gürtel  ohne  Zweifel  eine  gewisse 
Flächenausdehnung  besitzt  und  das  Nordlicht  nicht 
immer  aus  der  Mittellinie  kommen  muss.  Einzelne 
Beobachtungen  reichen  also  nicht  aus,  um  eine  Vor- 
stellung vom  Verlauf  der  CUu'vc  zu  gewinnen;  es 
müssen  dazu  viele  Beobachtungen  in  Rechnung  ge- 
bracht werden.  Nun  liegt  es  nahe,  die  im  ersten  Tlieile  für  verschiedene  Breiten  und  Jahreszeiten  zusammen- 
gestellten täglichen  Sfunden  der  Maxima  zu  benützen ;  allein  diese  beziehen  sich  nicht  ausschliesslich  auf 
grosse  Erscheinungen,  die  in  der  Nälie  des  Ortes  stattgefunden  haben,  sondern  auch  auf  kleinere,  deren 
Entstehungsherd  oft  augenscheinlich  weit  entfernt  war,  und  bei  welchen  also  nicht  angenommen  werden  kann, 
dass  die  elektrische  Curve  gleichzeitig  durch  das  Zenith  gegangen  sei. 

Hiezu  hielt  ich  nur  Beobachtungen  aus  Schweden  und  südlich  von  Franz  Josefs-Land  geeignet,  erstere 
weil  der  Catalog  von  Rubenson  viele  Notirungen  —  wenigstens  für  die  Abendzeit  —  mit  Angaben  wie: 
Krone,  im  Zenith,  über  den  ganzen  Himmel  etc.  aufweist,  letztere  weil  sie  sich  ebenfalls  meist  auf  grosse 
Erscheinungen  beziehen,  in  bedeutender  Zahl  vorliegen  und  die  Beobachtungen  aus  Nordschweden,  welche 
weniger  zahlreich  sind,  gut  ergänzen.  ICs  gibt  nur  sehr  wenig  Orte,  bei  welchen  für  dieselbe  Jahreszeit  eine 
zur  Rechnung  genügende  Anzahl  derartiger  Nordlichter  verzeichnet  steht.  Da  sich  aber  die  Ortszeit  des 
täglichen  Maximums  mit  f  und  o  nur  wenig  ändert,  so  kann  man  die  Beobachtungen  nach  (f  und  3  in  Grui)|)en 
tlieilen,  so  dass  innerhalb  einer  solchen  die  Werthe  von  f  und  5,  also  auch  von  t,  nur  wenig  variiren,  für  jede 
Gruppe  ein  Mittel  von  diesen  Grössen  nehmen  und  darnach  einzelne  Wertlie  von  x  berechnen,  die  gewisse 
Punkte  der  in  Frage  stehenden  Curve  ohne  Zweifel  besser  markiren.  In  der  Tabelle  auf  Seite  26  und  27  sind 
diese  Mittel  und  die  daraus  berechneten  sphärischen  Abstände  .;•  zusammengestellt  und  wurde,  um  einiger- 
massen  das  Gewicht  bcurtheilen  zu  können,  bei  jeder  Gruppe  die  Zahl  der  Beobachtungen  in  Parenthese  bei- 
gesetzt. 

X  ist  deutlich  als  abnehmende  Function  sowohl  von  y  als  auch  von  o  zu  erkennen.  In  der  Westseite 
maclien  nur  vereinzelte  Bestimmungen  für  die  Wintermitte  eine  Ausnahme;  in  der  Ostseite  ist  die  Unsicherheit 
etwas  grösser,  weil  hiefür  alle  Beobachtungen  in  Rechnung  gezogen  werden  mussten  und  ihre  Anzahl  noch 
öfters  zu  klein  war. 

Denkschriften  der  mathem.-nalurw.  Gl.  L.  Bd.  Abhandlungen  von  Nichtmitgliedem. 


218 


Johann  ünteriveger. 

Mittlerer  sphärischer  Abstand   '  des  Nordlichtes 


im  Allti-emeinen 


Schweden 

70°  — 05° 


(■.ö°— 611,.,° 


Ull,.,°— 081  •.,° 


581  o°— Ö5° 


Südlich  vom 

Franz- Josefs-Land 

761/2°— S0° 


Schweden 

7U°  — 65° 


0Ö°— 61i/o° 


6li/o°— 581/./ 


581/..°— 55° 


r)  =  ■2;i°2.s'  bis  -211°        r)=-20"  bis  15 


0  15°  bis  111° 


f)  =  10°  liis  5° 


bis  0° 


Südlich  vom  i 

Franz- Josefs-Laud 

761/.,°— 80° 


t  = 
x  = 


t  = 

— 

x  = 

— 

fj  — 



ö  = 

— 

t  = 

— 

X  = 

— 

o  ^ 

59°39'   r-i 

!i  = 

•20°33'S' 

t  = 

10l'39"' 

X  = 

8°o' 

?  = 

55°3S'20" 

S  = 

21°58'52" 

t  ^= 

101-48""  (6) 

X  = 

10°Ö2' 

'a=   05°53' 
5  —  20°21' 13" 
t=   12l'24'n  (1) 
X  =3°38' 


X  ^         — 

rf=  59°-27'l5" 
5  =   21°.s'35' 
t=   12l"42"'  (4) 

x=  8°56' 


65°25' 
15°21'24' 

lOho.s'H    (I) 

.<-  =  7°'23' 

6-2°38' 

15°45'41° 

lOl'3'n   (2) 

,r  =  8°19' 

59°35'20" 

16°48'59' 

lOl-öS""  (15) 

.-  =12°33' 

57°6'30" 

17°26'16' 

I0°40"'   (14) 

.T  =  13°37 


62°3S' 
17°14'42' 

12l'37"'   (2j 
X  =  9°47'" 

59°42'51" 

16°13'26' 

12l'31"'   (13) 

.i-  =  13°48' 

57°5r24° 

17°ö'l4° 

12l'30'"   (5) 

.c  =  14°48' 


65 


■53' 


12°20'-27'' 
10l'27"'  (2) 
,<  :  =  9°Ö3' 

62°46' 15" 

11°23'9" 

10l'19">    (li 

..  =13°20' 

59°  12 '13" 
12°20'30' 

10l'20"'    (18) 

x  =  15°12' 

56°37'34" 

ll°4r8" 

9l'59"'    (16) 

j,  =  17°15' 


G5°52'30'' 
11°21'59'' 
1-21141"'  (2) 
a;  =  12°23' 


59°47' 
11°46'7'' 

12l'52"'    (29) 

.t  =  17°41' 

50°20' 

12°6'10' 

12'i41"i    (7) 

,c  =  21°2' 


Nordlicht     vor 


78°40'34" 
1°40'47'' 
ll'U'"  (9) 

.(•  =  {)°16' 


65°57'14" 

7°47'1" 
10l'15'"    (13) 
.r  =  13°48' 

62°36'36" 

8°9'14° 
9''r)9'»    (10) 

j=15°30' 

ö9°5o'39" 
7°20'48'' 

9i'52'    (23) 
..■  =  1S°13' 

57°4'13" 

7°16'42" 

loi'O'n   (19) 

.(•  =  21°8' 


66°iri0" 

7°44'44" 

12i'35'»   (G) 

X  =  1.5°47 ' 

62°52'12' 

6°59'5r 

12''11™   (5) 

.r=20°e' 

59°50'30" 

7°39'4r 

131' 18   (36) 

X  =  20°45 ' 

56°42'20'' 

7''43'48" 

13l'4'»   (18) 

x  =  24°15' 


65°Ö8' 
1°42'34'' 

9l'22"'  (24) 

.e  =  16°41' 

63°2'53' 

2°17'6' 

9''5'"   (16| 

r  =  16°51)' 

59°3S'35" 

2°25'68' 

9l'37"'   (34) 

.c  =  21°56' 

56°45'9" 

2°17'53'' 

9 ''43'"   (14) 

.r  =  24°49' 


N  o  r  d  1  i  c  li  t    nach 


76°31  '42° 

1°18'34'' 

13I12I'"  (2) 

t  =  ll°19' 


67°56 

0°55'45' 

14(137,11   (1) 

.1  =  16°1 ' 

63°13'30" 

1°19'57" 

12l'58"n   (2) 

a=24°32' 

59°52'7' 

2°35'11" 

I3I16'"  (26) 

.r  =  26°14' 

5T°33'26' 

2°27'5" 

13''21'"   (7) 

X  =  27°-18" 


Ans  diesen  Gnimlwcrtlien  von  u-,  ^  und  dimiss  sicli  eine  allgemeine  Funiiel  entstellen  lassen,  welche  siux' 
iiiiabliängig  von  der  Ortszeit  f  als  eine  Function  von  '^  und  0  au.sdrückt  und  als  Gleicluing-  der  Mittellinie  des 
elektrischen  Gürtels  für  Europa  nnd  Westasien  und  angenähert  auch  für  die  übrigen  Theile  der  nördlichen 
Hemisphäre   gelten   kann.    Nach   verschiedenen  Versuchen    habe   icli   mich   überzeugt,    dass   die   Gleichung 

2)  sin*'  —  A  +  B  cos  (_f-h^),  [  ^J\y, '?)]? 


Beiträf/e  zur  Erkläriifuj  der  l-osiuhrli-lcrrcsfrisclwii  ErscJieiiiinKjcii. 
von  der  Beieuchtungsgrenze. 


219 


.}  =  (1°  bis  — .^°  f}==  _5°  bis  — 10° 


-10°  bis  — 1S° 


5  =  ^15°  bis  —-20° 


ö -20°  bis  — •23°-28' 


M  i  t  t  e  r  u  a  n  li  t    (Westseite). 


7s°4(;'r.7' 

— 2°45'39' 
OliSS""  (17) 
«  =  12°16' 

65°5ö'42' 
— 1°49''22' 
8l'5G"'  (iO) 
3;  =  18°11' 

C2°59'43" 
— 2°34'-29' 

8l'41'n   (IS) 

i^  =  19°30' 

59°4r37'' 
— 2°49'5' 
9''38™  (29) 
,<;  =  2C°.53' 

56°58'38° 
— 2°7'48" 
9l'33">  (25) 
.<:  =  27°.50' 


79°10'55" 

— S°3'9' 

ghogm   (27) 

X  =  1G°27 ' 

66°2' 

-7°M'ö'' 

g'M'"  HC.) 
X  =  24°  27 ' 

C2°37'39" 
— 7°47'10" 

9''im  (20) 
.r  =  26°2:i' 

59°47'ir 
— 7°39'0" 
8l'59'"  (33) 
x  =  21°iH' 

56°43'2" 
— 8°4'3" 
9114111   (oo) 

.r  =  30°3:{' 


Mitternacht    (Ostseite). 


I 


7S°33'l° 
— 3°12'32' 
13''22'"  ((1) 
u;  =  13°55' 

(;fi°2o' 

— 2°4G'4l" 

13i'53'»  (2) 

./•=23°26'(?) 

(;2°r)4'20" 

— 2°17'S" 
13l'24'"  (3) 
a;  =  27°24' 

59°ö3'37" 
— 2°49'50' 
13l'48"'  (37) 
.£  =  29°19' 

57°l.s'44'' 
— 1°59'45" 
13''21'n  (U) 
.r  =  32°25' 


79°14'4(r 
— 8°7'2(;" 
I4I46'"  (IG) 
.,=16°59' 

G5°ör3G" 

— 8°2ii'59" 

1GI'S">  (ö) 

.r=18°47'f?) 

62°41'20'' 
— 7°33'43" 
13l'46""  (3) 

a:  =  31°35' 

.59°43'49" 
— 7°:)3'37" 
14l'22">  (34) 
.c  =  31°40' 

.>JG°32'20" 
— 7°47'.S" 
14i'27"'  (6) 
.i  =  33°26' 


79°G'42' 
— 12°29'59" 
8l'29">  (41) 
a:  =  18°55' 

66°42'30" 
—  12°33'.')r 
8l'49'"  HG) 
a:  =  27°22' 

G2°37'39" 
— 12°30' 13' 
Sl'28m  (23) 
.r  =  27°35' 

.')9°4,-)'3r>" 
— 12°öG'2' 
8I13G"'  (29) 

a;  =  30°9' 

5G°53' 
— 12°8'46' 
8l'J4'n  (28) 
x  =  31°48' 


79°4  17' 

— 12°57'12" 

141'IU"'  (23) 

X  =  22°.5  ' 

G5°.-ir30' 

— 12°15'21' 

17i'15'"  (2) 

.t  =  l«°10'(?) 

G2°40'ö3° 
— 12°3G'14" 
U''19'"  (8) 

x  =  34°ll' 

59°54'25' 
— 12°53'5' 

14l'7"'  (19) 
x  =  37°28' 

56°38'40' 
— 12°1G'10° 
13l'25"'  (6) 

a:  =  42°44'(?) 


79°8'5" 
— 17°3ü'24° 
8'']«'"  (50) 
X  =  23°21 ' 


—  17°2S'.')G" 
7 ''48™  (IG) 
i  =  26°43' 

G2°43'55' 

— 17°49'53" 

7''29'"  (12) 

x-=25°53'(?) 

59°43'27' 
— 17°52'3' 

8l'39'n  (18) 

x  =  34''54' 

56°41'34" 

—  17°2G'19" 
8'M3'"  (7) 

,t=3e°i8' 


79°9'59" 
— 17°23'43" 
14l'2G"'  (27) 
a^  =  25°58' 

fifi°0'l5" 

— 17°57'47'' 

lGl'58'n  (4) 

a;  =  22°41'(?) 

G2°33' 
— 17°14'3' 

17''13i"  (5) 
,r=  20=40 '(?) 

59°57'37" 
— 17°40'23" 
14l'2G"'  (29) 

.c  =  40°14 

5G''37'27' 

—  17°1S'5' 

15''9'"  (U) 

.,-  =  37°ll'(?) 


78°58'24" 
— 22°16'39' 

7l'17'»  (85) 
a  =  25°29' 

GG°5'45" 

— 22°2r59' 

S''32"'  (28) 

:c  =  35°23'(?) 

G2''39'39" 
— 22°32'9' 
7''47'"  (34) 

.r  =  32°8' 

59°42'40" 
—  22°15'2r 

8l'54"'  (18) 

.i-  =  40°24'(?) 

57°ir 

— 22°38'25' 
8l'15"'  (12) 
x  =  S'!°l 


79°3'n' 

— 22°11'44° 

l(il'27'"  149) 

x-  =  2e°8' 

GG°58' 18" 
— 22°28'29° 
17l'5G'n  (13) 
a:=21°0'(V) 

C2°33'35' 

22°2()  '11" 

lGl'29'"   (12) 
:r=30°12';?) 

Ö9°48'55" 

— 22°8'3" 
141.7m   (34) 

x  =  4fi°14' 

57°(l'30" 
— 21°ö9'ö3' 
13l'52"-   (8l 

.,=49°25' 


worin  A  und  B   einpirisclie  Constaiitcu  bezeichnen,  die  Wertlie  von  x  verbältnissm.ässi,"-  gut  darstellt.    Die 
Constanten  A  und  B  wurden  nach  Grundsätzen  der  Differentialrechnung  wie  folgt  bestimmt. 

.Sind  siu,r,,  sin.r2.  .  .  .sinr„  n  Gnindwerthe  nach  obiger  Tabelle,  so  werden  dieselben  möglichst  genau 
durch  f(f^,  fJJ./C^ajOj).  .  ./(cp„,o„)  ausgedrückt,  wenn  .(  und  B  so  bestimmt  worden  sind,  dass  sie  die  Summe 
derFehlevquadrate  zu  einem  Minimum  machen.  Dies  ist  der  Fall,  sobald  die  partiellen  Differeutialquotienlen 

cc  * 


220  Johann  Ünierweger. 

von  'S.[smx—f{f,d)Y  nacli  A  und  B  gleich  Null  sind,  was  auf  folgende  Bedingungsgleicliungen  führt: 

2  sina: — nA — B.  S  cos  (y +  o)  =  0 

2  sina;cos(y4-5)  — A  S  cos(y+o)— B.  S  cos(ij.  +  ^)^  =  0. 

Zur  Berechnung  der  Summencoeffic-ienten  wurden  12,  respective  13  Werthe  von  x,  f  und  iJ  benutzt,  welclie 
Mittel  aus  vielen  Beobachtungen  sind,  also  angenähert  gleiches  Gewiclit  beanspruchen  können.  Als  beste 
Bestimmung  ergab  sich: 

iyl=:0-06599  .  (^  =  0-03251 

für  Abend  j  ^^ 0-65751;  *"'"  ^°'-»^^"   (  iJ  =  0-83769. 

Die  allgemeinere  Gleichung: 

3)  sina;=:a  +  i  siny  sin^+c  cosy  cos^ 

würde  sich  den  Grundwerthen  noch  besser  anschmiegen,  wenn  die  drei  empirischen  Constanten  a,  h,  c  mit 

derselben    Sicherheit  bestimmt    werden    könnten.    Übrigens   fand  sich   in    älinlicher  Weise  aus    grösseren 

Gleichungen : 

|a  =  0-07981  ja  =  0-01727 

für  Abend   K=— 0-65790  für  Morgen    'i  =  — 0-82034 

(c  =0-60878;  (c  =  0-88088. 

Die  Gleichungen  2  und  3  sind  für  alle  Werthe,  welche  5  annelmien  kann,  jedoch  nur  tür  solche  Werthe 
von  tp  giltig,  die  der  Bedingungsgleichuug  1  niclit  widersprechen.  Der  von  o  abhängige  Grenzwertii  ^„,„^.  wird 
zweckmässig  später  angegeben  werden. 

Für  die  südliche  Hemisphäre  kann  man  dieselben  Gleichungen  wenigstens  nls  wahrscheinlich  gelten 
lassen,  wenn  darin  die  geograpliisclie  Breite  —  an  sich  für  diese  Erdhälfte  negativ  —  ebenfalls  positiv  und 
die  Declination  o  der  Sonne  mit  entgegengesetztem  Zeichen  genommen  wird.  Bei  Anwendung  dieser 
Gleichungen  kommt  die  Höhe  der  Curve  über  der  Erdoberfläche  nicht  in  Betracht;  man  kann  jedoch  annehmen, 
dass  sich  dieselbe  nach  der  Höhe  der  Atmosphäre  richtet,  also  in  höheren  Breiten  kleiner  ist.  Auch  dürfte  die 
weitere  Annahme  gerechtfertigt  sein,  dass  innerhalb  der  Curve  das  Potential  in  jenem  Theile,  welcher  dem 
erdmagnetischen  Pole  am  nächsten  liegt,  den  grössten  Werth  habe. 

Die  wesentlichen  Punkte  dieser  Erörterung  lassen  sich  in  nachstehenden,  hypothetischen  Satz  zusammen- 
fassen : 

Die  positive  Luftelektricität  ist  auf  d  e  r  Nachthälfte  in  grösserer  Menge  angehäuft  als 
auf  der  Taghälfte  und  bildet  auf  der  erstereu  eine  Curve  grössten  Potentials,  welche  an  der 
Grenze  der  Atmosphäre  in  einem  gewissen  sphärischen  Abstände  x  von  der  Beleuchtungs- 
grenze nach  dem  Gesetze 

sin.c=:  0-06599 +  0-65751  cos(y+i5), 
respective  sina-  =  0-03251 +0- 83769  cos(y  +  o") 

verläuft;  innerhalb  dieser  Curve  ist  das  Potential  im  westlichen  Theile  grösser  als  im  öst- 
lichen und  wird  es,  abgesehen  hievon,  durch  die  Nähe  des  erdmagnetischen  Poles  verstärkt. 

Über  die  Erkläning  der  Einzelersclieinungen  uud  der  Gesetze  des  Polarlichtes. 

1.  Die  Beziehung  zwischen  Nord-  und  Südlicht.  Aus  dem  ersten  Hauptsatze  folgt,  dass  ein 
continuirlicher,  wenn  auch  nicht  constanter  elektrischer  Strom  von  der  nördlichen  gegen  die  südliciie  Erdliälfte 
und  von  dieser  gegen  den  Weltraum  geht,  denn  die  Spannung  kann  stets  so  gross  sein,  dass  gewisse  Leitungs- 
widerstände überwunden  werden,  indem  ja  die  Ursache  der  elektrischen  Differenz,  nämlich  die  Bewegung 
der  Erde,  beständig  wirkt.  Weil  ferner  der  Widerstand  des  festen  Erdkörpers  verschwindend  klein  ist  im 
Vergleiche  zum  Widerstand  der  Luft  und  dieser  mit  der  Dichte  der  Luft  abnimmt,  so  ist  wohl  anzunehmen. 


Beiträge  ztir  Erl-Jäi-inu/  der  l-osmisch-ferrestrischen  Erscheinungen.  221 

diiss  der  Srom  sich  verzweige  und  ein  Tlieil  desselben  dnrcli  die  liöclisten  Luftscliichten  odrr  nn  der  Grenze 
der  Atmospliäre  sich  bewege,  während  andere  Theile  die  Lufthülle  durchbrechen  und  die  Erde  als  Leiter 
benutzen. 

Es  ist  klär,  dass  ein  grosser,  intensiver  Zweigstrom  dort  durch  die  Luft  gehen  wird,  wo  der  Widerstand 
wegen  geringerer  Höhe  und  grosser  relativer  Feuchtigkeit  verhältnissmässig  klein  und  das  elektrische  Luft- 
potentiäl  gross  ist,  also  meist  in  höheren  und  hohen  Breiten. 

Das  Polarlicht  ist  als  eine  Lichtentwicklung  zu  erklären,  welche  stattfindet,  wenn  der 
elektrische  Strom  durch  Luftschichten  geht,  die  hiefür  geeignet  sind. 

Leniström's  Versuclie  beweisen  das  Bestehen  eines  positiven,  von  der  Luft  gegen  die  Erde  gerichteten 
Stromes  in  nördlichen  höheren  Bi-eiten.  Ähnliche  Versuche,  gleichzeitig  im  Süden,  etwa  auf  Wilke's  Land 
oder  Victoria -Land,  .veranstaltet,  würden  sehr  wahrscheinlich  zeigen,  dass  liier  ein  positiver  Strom  von  der 
Erde  gegen  die  Luft  geld,  also  die  Richtigkeit  der  Erklärung  schlagend  dartluin  und  auch  aus  anderen  Grün- 
den höchst  lehrreich  sein. 

Fritz  hat  gezeigt,  dass  jedem  grösseren  Südlichte  auch  ein  Nordliclit  entspricht,  und  dass  beide 
Erscheinungen  dieselben  Perioden  befolgen,  was  auch  aus  der  obigen  Zusammenstellung  hervorgeht.  Dieses 
Verhalten  erklärt  sich  einfach  aus  der  gemeinschattlichen  Ursache,  die  der  von  Nord  nach  Süd  zum  Tlieil 
durch  die  Erde  gehende  Strom  bietet. 

Es  wird  behauptet,  dass  das  Südlicht  weniger  ausgedehnt  sei  als  das  Nordlicht,  und  die  Aufzeichnungen 
weisen  viel  weniger  Südlichtbeobachtungen  auf.  Letzteres  ist  zwar  wegen  der  für  Südliclitbeobachtungen 
ungünstigen  Verliältnisse,  als  geringere  Ausdehnung  der  Gontineiite  und  meist  stärkere  Bewölkung  auf  der 
südliehen  Hemisphäre,  wohl  begreiflich;  der  unterschied  in  der  totalen  Beobachtungszahl  ist  jedoch  so  auf- 
fallend gross,  dass  er  nur  durch  wirklich  grössere  Häutigkeit  des  Nordlichtes  erklärt  werden  kann.  In  dieser 
Beziehung  dürfte  insbesondere  jener  Strom  bedeutungsvoll  sein,  welcher  an  der  Grenze  der  Atniosiiliäre  direct 
gegen  den  Weltraum  geht;  denn  derselbe  hat  ohne  Zweifel  dort,  wo  er  entsteht,  also  an  und  in  der  nördlichen 
Lufthemisphäre,  die  grösste  Dichte  und  dürfte  sich  fächerförmig  ausbreiten.  Es  ist  wohl  gestattet,  dabei  an 
grosse  strahlende  Nordlichter  zu  denken,  die  nachweisbar  in  inittleren  und  niederen  Breiten  Höhen  von  über 
100  Meilen  haben,  also  kaum  mehr  der  irdischen  Atmosphäre  angehören,  und  nicht  nothwendig  von  SUd- 
lichtern  begleitet  sein  müssen. 

2.  Die  Formen  des  Polarlichtes  in  allen  Einzelheiten  erklären  zu  wollen,  wäre  vergebliches  Bemühen 
schon  aus  dem  Grunde,  weil  sie  so  mannigfaltig  sind,  dass  sie  sich,  wie  die  besten  Beobachter  angeben,  oft 
nicht  einmal  beschreiben  lassen.  Es  ist  natürlich,  dass  alle  meteorologischen  Elemente  darauf  mehr  oder 
weniger  Eintluss  haben.  Vom  Standpunkte  obiger  Hypothesen  können  jedoch  immerhin  etliche  Umstände 
angedeutet  werden,  welche,  meines  Erachtens  wenigstens,  die  Entstehung  der  Hauptfornien  begreiflich 
machen. 

Ausser  der  Lage  des  Beobachtungsortes  und  derBewegung  deiLnlt  diiri'te  insbesondere  das  verschiedene 
Verhalten  der  Luftschichten  gegen  elektrische  Ströme  zu  beachten  sein. 

Man  kann  die  Atmosphäre  von  der  Erdobeifläche  aus  nach  dem  Feuchligkeilsgehalte  in  vier,  allmälig  in 
einander  übergehende  sphärische  Schichlen  theilen.  Die  erste  hat  die  grösste  Dichte  und  wegen  der  hohen 
Temperatur,  die  sie  durch  Wärmemittheiliing  von  der  Erde  annimmt,  geringe  relative  Feuchtigkeit;  ihr 
Leitungswiderstand  für  elektrische  Ströme  ist  also  sehr  gross.  Die  zweite  ist  die  Schicht  der  Wolkenbilduiig 
mit  kleinerer  Dichte  und  grosser  relativer  Feuchtigkeif,  also  mit  geringem  Widerstände.  Der  höchste  Tlieil 
derselben,  die  Kegion  der  Cirruswolken  oder  Eisiiadeln,  kann  als  dritte  Schicht  betrachtet  werden.  In  ilir  ist 
der  Widerstand  wieder  grösser,  weil  die  gut  leitenden  Theilchen  nicht  so  engen  Znsammenhang  haben,  als  in 
der  zweiten.  Die  vierte  oder  höchste  Schicht  dürfte,  obschon  sehr  trocken,  wegen  der  kleinen  Dichte  höchst 
geringen  Widerstand  haben. 

Mancherlei  Tliatsachen  beweisen,  dass  das  Ptdarlicht,  wenigstens  in  den  gewöhnlichen  Formen,  seinen 
Hauptsitz  in  der  Cirrnswolkeuschicht  hat.   Diese  Wolken  haben  nämlich  vor  und  nach  der  Lichterscheinung 


222  Julian»  IJ)itenveger. 

liäufig  ganz  dieselbe  Gestallt  und  befindcu  sieb  atieh  au  dcrselbeu  8telle  wie  das  Liclit.  Wegen  der  spliiiroidi- 
schen  Gestalt  nimmt  die  Höbe  aller  Scbiebten  mit  der  geograpbiscben  Bieite  ab;  da  aber  auch  die  Temperatur 
abnimmt,  so  verscbwindet  die  erste,  scblecbt  leitende  Scbicbt  in  boben  Breiten,  der  Gesammtwiderstand  der 
Luft  ist  dort  ein  Minimum  und  die  Eisnadelscbicbt  liegt  der  Erdoberfläebe  am  näcbsten. 

Wenn  nun  liier  ein  grosser  Strom  —  oder  vielmehr  ein  System  von  elektrisclien  Strömen  —  dureli  die 
Luflsebicliteu  gelit,  was  wegen  des  geringen  Widerstandes  möglieb  ist,  sobald  das  elektrische  Luftpotential 
einen  gewissen  Werth  erreieht,  so  findet  in  der  Eisnadelregion  eine  Liebtentwicklung  statt,  gleichsam  veran- 
lasst durch  Stauung  des  Stromes  zwischen  Theilciien  ^  on  verschiedenem  Widerstände,  welche  Lichtentwiek- 
lung  in  der  darunter  liefindlicben,  besser  und  gleicbmässiger  leitenden,  feuchten  Schicht,  gleichgiltig  ob  in  ihr 
Wolken  vorhanden  sind  oder  nicht,  wieder  verschwindet.  Es  ist  also  begreiflich,  dass  Bewölkung  die  Ent- 
wicklung des  Polarlichtes  begünstigt,  obschon  die  Sichtbarkeit  der  Ersclieinung  darunter  leidet. 

Wenn  die  Luft  ruhig  ist,  so  bildet  die  feuchte  Luftschicht  über  dem  Horizont  des  Beobachtungsortes  ein 
Kugelsegment  und  die  darüber  l)efindliche  Cii-ruswolkenregion  eine  damit  concentrische  Kugelscbale.  Findet 
dann,  wie  es  natürlich  ist,  ein  gleicbzeitiges  Abflicssen  der  Elektricität  in  solchen  Punkten  der  Eisnadelscbicbt 
statt,  die  vom  Magnetpol  nahe  gleichen  Abstand  haben,  so  liegen  diese  Punkte  in  einer  Ebene,  welche  in 
einer  gewissen  Entfernung  nördlich  oder  südlich  vom  Beobachtungsorte  angenähert  auf  dem  magnetischen 
Meridian  und  auf  dem  Horizont  senkrecht  steht,  und  die  Eisnadelscbicbt  in  einem  Eingstücke  oder  Bogen  nnd 
das  darunter  befindliche  Kugelsegment  der  Wolkenschicht  in  einem  Kreissegmente  schneidet.  Hiemit  ist 
die  Form  des  regelmässigen  Bogens  mit  dem  dunklen  Segmente  gegeben.  Letzteres  dürfte 
theils  aus  der  Contrastwirkung  theils  daraus  zu  erklären  sein,  dass  die  Bewölkung  am  Horizont  gewöhn- 
lich dichter  erscheint.  Ob  der  Bogen  strahlend  ist  oder  nicht,  hängt  wohl  von  den  \'erh:iltnissea  in  der 
höchsten  Luftschicht  ab.  Ist  der  Absland  zwischen  der  Bogenebene  und  dem  Beobachter  gross,  so  ver- 
schwindet das  dunkle  Segment  und  theilweise  auch  der  Bogen,  so  dass  allenfalls  noch  der  strahlende  Theil 
sichtbar  bleibt. 

Die  Polarlichter  schreiten,  wie  oben  erörtert  wurde,  im  Allgemeinen  von  Ost  nach  West  fort;  die  Einzel- 
erscheinungen, von  den  besonderen  Verhältnissen  der  Atmosphäre  abhängend,  haben  jedoch  ohne  Zweifel 
Eigenbewegungen  nach  verschiedenen  Eichtungen,  welche  jene  allgemeine  mehr  oder  weniger  unkenntlich 
machen  und  den  Bewegungen  der  elektrischen  Gewitter  ähnlich  sein  dürften. 

Solche  EigenbewegUDgen  können  als  ein  Fortsclireiten  der  Entladung  aufgefasst  werden.  Wenn  die 
Bogenebene,  in  welcher  die  stäi'kste  Entladung  stattfindet,  gegen  den  Beobachter  rückt,  so  muss  der  Bogen, 
wie  begreiflich,  aufsteigen  und  sich  vergrössern,  bis  er  das  Zenith  erreicht,  und  nach  dem  Übersehreiten  des- 
selben wieder  sinken.  Geht  der  Bogen  durch  das  magnetische  Zenith,  so  kann  sich  statt  desselben,  insbeson- 
dere wenn  die  Ebene  von  der  Verticalstellung  etwas  abweicht,  eine  Krone  entwickeln,  welche  Erscheinung 
bekanntlich  theils  als  AVirkung  der  Perspective  erklärt  wird,  iheils  aber  auch  in  einem  wirkliehen  Auseinander- 
gehen der  sich  gegenseitig  abstossenden  und  in  der  feuchten  Luft  verschwindenden  Strahlen  bestehen  kann. 

Hat  sich  nach  dem  Aufsteigen  eines  Bogens  die  Elektricität  an  der  ursprünglichen  Stelle  wieder  in 
grösserer  Menge  angehäuft,  so  wiederholt  sich  der  Vorgang.  Auch  Drehungen  der  Bogenebene  kommen  vor. 

Bei  bewegter  Luft  ist  die  Entwicklung  regelmässiger  Bögen  natürlich  unmöglich.  Statt  solcher  erscheinen 
dann  die  Bandformen,  welche  den  Eindruck  von  zerrissenen,  aus  der  Lage  gedrehten,  aufgerolUen,  im 
Winde  flatternden,  überhaupt  mannigfaltig  abgeänderten  Bögen  machen.  Die  in  hohen  Breiten  Amerika's  häufig 
auftretende  Erscheinung  der  „merry  dancers"  dürfte  nur  bei  massig  bewegter  Luft  stattfinden. 

In  Bezug  auf  die  Bandform  scheint  die  Linie  grössten  Potentials  eine  besondere  Eolle  zu  spielen,  denn 
es  ist  auffallend,  dass  z.  B.  in  Schweden  häufig  Bänder  in  der  Eichtung  Nordost-Südwest  beobachtet  werden, 
welche  zugleich  der  genannten  Linie  entspricht,  wenn  sie  in  den  Abendstunden  durch  das  Zenith  geht. 

Ist  die  feuchte  Luftschicht  niedrig,  also  die  Cirruswolkenschicht  der  Erdoberfläche  verhältnissmässig 
nahe,  so  dürften  die  Strahlen,  aus  welchen  das  Polarlicht  zusammengesetzt  ist,  deutlicher  erkennbar  und  /.um 
Greifen  nahe  gerückt  erscheinen,  wodurch  die  Falten-  oder  Gardinenform  erklärt  wird. 


Brifräge  zur  Erl-Iäniiir/  (h'r  kosiiiiscJi-fi'rresfrischt'ii  Ersrhciiiinif/im.  223 

Die  Bewegung  der  Licbtwogeu  oder  Wellen  scheint  niclit  immer  der  Richtung  der  leuchtendoi  Materie 
oder  der  elektrischen  Ströme  zu  entsprechen  und  dürfte  öfters  eine  optische  Täuschung  sein;  denn  es  ist  klar, 
dass  die  Entladung  zumeist  dort  beginnt,  wo  die  Spannung  am  grössten  ist,  z.  13.  in  einem  Punkte  am  West- 
horizonte, und  dass  die  Entladung  von  da  rasch  etwa  nach  Osten  fortschreitet.  Man  wird  in  diesem  Falle  das 
Licht  zuerst  im  Westen  sehen  und  das  sclmelle  Nachfolgen  au  östlichen  Stelleu  wird  den  Eindruck  einer  von 
Westen  nach  Osteu  gehenden  Lichtwoge  machen.  In  ähnlicher  Weise  scheint  es  sicli  auch  öfters  mit  den  vom 
Horizont  gegen  das  Zenith  gehenden  Lichtwellen  zu  verhalten. 

Manche  Formen,  die  dem  Wetterleuchten  nahe  kommen,  mit  dem  seltenen  Geräusche  verbunden  sind  etc., 
dürften  als  Übergänge  zu  elektrischen  Gewittern  anzusehen  sein  und  entstehen,  wenn  der  Widerstand  der 
tiefsten  Luftschicht,  also  aucli  die  zu  seiner  Überwindung  nöthige  Spannung,  grösser  als  gewöhnlich  ist. 

3.  Das  St.  Elmsfeuer  betrachte  ich  ebenfalls  als  eine  Übergangsforni,  die  ausserhalb  der  hohen  Breiten 
zu  Stande  kommen  kann,  wenn  der  Widerstand  der  tiefsten  Luftschicht  kleiner  als  gewöhnlich  ist.  Folgende, 
eb(-n  gelegen  gekommene  Beobachtung,  die  im  vollen  Wortlaute  eingeschaltet  wird,  weil  sie  zu  den  hier  ent- 
wickelten Anschauungen  in  mehrfacher  Beziehung  steht,  spricht  sehr  dafür. 

Der  Beobachter  auf  dem  Hochobir  in  Kärnten,  Herr  Pissonitz,  schreibt: 

„Am  IL  October  1884  Abends  hatte  icli  den  Anblick  einer  seltenen  Naturerscheinung.  Nachdem  bereits 
durch  48  Stunden  heftiger  Sturm  ans  SW  gewüthet  hatte,  Hess  derselbe  am  IL  October  8  Uhr  Abends  plötz- 
lich nach.  Um  8  Uhr  15  Minuten  sah  ich  blitzen.  Um  zu  beobachten,  von  wo  das  Wetter  käme,  ging  ich  vor 
das  Schutzhaus  hinaus.  Das  Schutzhaus  lag  im  Nebel,  der  Wind  kam  schwach  aus  NW.  Da  bemerkte  ich  an 
den  beiden  vor  dem  Hause  aufgestellten  Windfahnen  (eine  hölzerne  und  eine  eiserne)  weisse  Flämmchen  so 
augeordnet,  dass  an  jeder  der  beiden  nach  NW  gerichteten  Windfahnen  zwei  Flämmchen,  und  zwar  das  eine 
am  NW-  und  das  andere  am  SE-Ende  der  Fahne  sichtbar  waren,  von  denen  das  erste  in  horizontaler  Richtung 
nach  NW,  und  das  zweite  horizontal  nach  SE  brannte.  Später  kam  auf  der  Stangeuspitze  der  eisernen  Wind- 
fahne noch  ein  senkrecht  in  die  Höhe  gerichtetes  dazu. 

Die  hölzerne  Windfahne  ist  nicht  hoch.  Ich  griff  mit  der  Hand  nach  dem  Lichte;  es  erlosch  sofort,  wurde 
aber  wieder  sichtbar,  wenn  ich  die  Hand  entfernte.  Die  hölzerne  Windfahne  ist  32  Ceutimeter  lang  und  steht 
■2-3  Meter  über  der  Erde,  während  die  eiserne  Fahne  68  Centimctcr  lang  ist  und  3  Meter  über  dem  Erdboden 
auf  einer  Stange  sich  dreht. 

Mich  gegen  Osten  wendend,  sah  ich  den  5  Millimeter  dicken  Eisendraht  der  Telegraphenleituug  gegen 
Kappel  in  weissblauem  Lichte  glühen,  während  an  jeder  Telegraphenstange  am  Isolator  ein  weisses  Licht,  so 
gross  wie  ein  Stern,  sichtbar  war.  Des  Nebels  wegen  konnte  ich  nur  drei  Telegraphenstangen  weit  sehen, 
welche  letztere  20  Meter  von  einander  abstehen.  LTm  9  Uhr  oü  Minuten  bemerkte  ich  nur  noch  an  der  eisernen 
Windfahne  ein  kleines  Flämmchen.  Um  9  Uhr  45  Minuten  war  auch  dieses  erloschen. 

Während  der  ganzen,  höchst  interessanten  Erscheinung  war  im  Westen  entferntes  Gewitter  mit  kaum 
hörbarem  Donner,  beim  Schutzhause  aber  heftiger  Schneefall  von  trockenen  Eisnadeln.  Das  Thermometer 
zeigte  — 5"2°  C,  der  reducirte  Barometerstand  warö87'0  Millimeter,  6  Millimeter  unter  dem  normalen  Luftdrucke, 
die  Feuchtigkeit  der  Luft  100"  „.•' 

Von  diesen  Angaben  siud  besonders  folgende,  die  Erscheinung  begleitende  Umstände  hervorzuheben: 
Der  durch  48  Stunden  vorher  anhaltende  Sturm  aus  SW,  welcher  wie  begreiflich  viel  Was.'^erdampf  mit- 
brachte; der  während  der  Erscheinung  aus  NW  wehende  Wind,  der  die  Feuchtigkeit  durch  Abkühlung 
relativ  erhöhte;  das  Gewitter  im  Westen;  der  heftige  Schneefall  von  trockenen  Eisnadeln;  die  Temperatur 
— 5'2°  C. ;  die  relative  Feuchtigkeit  lOO^y,  welch'  letztere  Umstände  an  Verhältnisse  in  hohen  Breiten 
erinnern,  und  endlich  die  Ortszeit  8''  15°^  -  9''  30"\ 

Die  aus  den  schwedischen  Nordlichtbeobachtungen  abgeleitete  Formel  (2)  gibt,  wenn  man  die  der  obigen 
Beobachtung  entsprechenden  Wertbe  y=:46°  30',  o  =  — 7°  14'  35"  substituirt,  sin .c::^ 0-57612,  und  mit 
diesem  Wcrthe  erhält  man  aus  der  Bedingungsgleichung  (1):  ;=:9''  als  wahre  Ortszeit,  um  welche  die  Linie 
des  grössten  Potentials  durch  das  Zenith  gegangen  ist. 


224  John  im  Unterweg  er. 

Das  Mittel  der  bürgerliclieii  Beobaclitungszeit  ist  8''  52'"  oder  9"'  5'"  wahre  Zeit;  es  ist  jedoch  zu  beachten, 
dass  der  Beobachter  den  eigentlichen  Anfang,  nämlich  das  erste  schwache  Flämmchen,  nicht  gesehen  hat, 
und  dass  man  denselben  arigenähert  um  10'"  früher  annehmen  kann,  wodurch  die  Übereinstimmung  mit  der 
theoretischen  Zeit  bis  auf  die  Minute  genau  wird.  Soll  das  alles  Zufall  sein? 

5.  Die  Höhe  des  Polarlichtes.  Nach  reiflicher  Überlegung  der  von  verschiedenen  Beobachtern  aus- 
geführten Messungen  findet  Weyp  recht,  „dass  die  Nordlichter  in  ihrer  Normalgegend  im  Allgemeinen  weit 
niedriger  stehende  Erscheinungen  sind,  und  dass  ihre  Erhebung  über  der  Erde  zunimmt^  je  weiter  sie  gegen 
Süden  herabreichen,  dass  jedoch  auch  in  jenen  Gegenden  der  grössten  Intensitcät  und  Häufigkeit  die 
einzelnen  Erscheimmgcn  je  nach  der  Art  und  Weise  ihres  Auftretens  in  sehr  verschiedenen  Höhen  vor  sich 
gehen." 

In  ähnlicher  Weise  spricht  sieh  Fritz  über  diesen  Gegenstand  aus  und  bemerkt  ferner,  „dass  die  HfJhen 
liöclist  wahrscheinlich  nicht  so  bedeutend  sind,  als  manche  auf  Messungen  beruhenden  Berechnungen  ergaben". 
Einige  fanden  nämlich  100,  200  und  noch  mehr  geographische  Meilen. 

S.  Tromholt  findet  nach  Beobachtungen,  die  meistens  an  der  Küste  Norwegens  ausgeführt  wurden,  „dass 
das  Nordlicht  in  vielen  Fällen  eine  ziemlich  locale  Erscheinung  ist,  und  dass  es  sich  oft  in  geringer  Höhe 
über  der  Erdoberfläclie  befindet." 

Bedeutungsvoll  sind  ferner  die  Messungen  der  internationalen  Beobachtungsstation  zu  Godthaal),  geleitet 
von  A.  Paulsen  1882—1883.  Die  Höhe  wurde  gefunden 

in  1  Falle     67-8       Kilometer  in     1  Falle    20—30  Kilometer 

„  2  Fällen  50—60         .,  „     1      „        10-20         „ 

.,  2      „        40—50         „  „14  Fällen    0—10         „ 
„  1  Falle     30—40         „ 

Die  niedrigsten  Erscheinungen  waren:  3-72,  3-69,  3-22,  2-87,  1-99,  1-96,  1-35  und  0-(Jl  Km.  Die 
geringsten  Höhen  seheinen  also  der  Gegend  des  Luftdruckminimunis  nahe  zu  sein. 

Wie  man  sieht,  stimmen  die  Höhenangaben,  so  weit  sie  Vertrauen  verdienen,  gut  mit  den  früheren 
theoretischen  Erörterungen;  wenigstens  kann  darin  nichts  gefunden  werden,  was  sich  nicht  mit  denselben  ver- 
einbaren Hesse. 

5.  Das  Spectrum.  Capnm  hat  die  spectralanalytischen  Arbeiten,  welche  verschiedene  Forscher  in 
Bezug  auf  das  Polarlicht  ausgeführt  haben,  einer  eingehenden,  kritischen  Vergleichung  unterzogen,  eine 
bedeutende  Zahl  selbständiger,  schon  an  und  für  sich  höchst  interessanter  Untersuchungen  zu  demselben 
Zwecke  angestellt  und  kommt  zu  folgendem,  leider  negativen  Schlüsse:  „Als  allgemeines  Resultat  der  bis  zur 
gegenwärtigen  Zeit  über  das  Polarlicht  ausgeführten  Spectralarbeiten  ergibt  sich,  dass  wir  es  ganz  verfehlt  zu 
haben  scheinen,  irgend  ein  Spcchum  zu  finden,  welches  nach  Lage,  Intensität  und  allgemeinem  Charaktei'  der 
Linien  gut  übereinstimmt  mit  dem  des  Polarlichtes.  Wir  können  in  der  That  sagen,  wir  finden  kein  Spectrum, 
das  auch  nur  mit  Theilen  des  Polarlichtspectrums  so  nahe  verbunden  wäre,  um  uns  zum  Schlüsse  zu  leiten, 
wir  hätten  die  wahre  Natur  eines  Polarlichtspectrums  entdeckt  (vorausgesetzt,  dass  es,  wie  Einige  meinen, 
zwei  oder  mehrere  umfasse).  Der  ganze  Gegenstand  kann  noch  immer  als  ein  wissenschaftliches  M.ysterium 
charakterisirt  werden,  welches  —  wie  wir  immerhin  hoffen  dürfen  —  einige  künftige  Beobachter,  ausgerüstet 
mit  Spectroskopen  von  grosser  Ötfnung  und  geringer  Zersti-euung,  jedoch  mit  hinlänglichen  Mitteln  zur  Messung 
der  Linienstelluug  und  wahrscheinlich  durch  Photographic  unterstützt,  lösen  helfen  können,'' 

Gleichwohl  sind  auf  diesem  Wege  einige  Thatsachen  aufgedeckt  worden,  die  für  die  Erklärung  des 
Polarlichtes  einmal  von  Bedeutung  werden  dürften,  nämlich: 

(tj  Eine  charakteristische  hellgrüne  Linie  il259  nach  Ivirc  hlioff's  Scala),  die  im  Nordlichtspectium  in 
der  Regel  am  deutlichsten  auftritt,  und  worauf  sicii  d.isselbe  in  hohen  Breiten  zu  reduciren  scheint.  Nach 
Angström  soll  sie  auch  dem  Zodiakallichte  angehören. 


Beiträge  zur  Erklärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen.  225 

bj  Eine  gewisse  Ähnlichkeit  mit  dem  Speetrum  der  Somien-Corona,  indem  die  Linie  1474  und  walir- 
scheinlieh  auch  die  Linien  1250  und  1350  in  beiden  Spectren  vorkommen.  Wenn  diese  und  vielleicht  eine  noch 
weitere  Übereinstimmung  mit  Sicherheit  festgestellt  werden  könnte,  so  würde  sie  ohne  Zweifel  eine  höchst 
gewichtige  Thatsache  sein,  und  ich  möchte  dann  die  Ansicht,  dass  die  Sonnen-Corona  entweder  ein  solares 
Polarlicht  oder  eine  auch  Polarlicht  enthaltende,  viel  grossartigere  Erscheinung  sei,  gar  nicht  für  „bizarre 
and  puzzling",  sondern  um  so  mehr  für  richtig  halten,  als  sie  ohnehin  mit  Wahrscheinlichkeit  aus  meinem 
ersten  theoretischen  Hauptsatze  zu  folgern  ist. 

c)  Auffallend  ist  das  von  A.  S.  H ersehe!  und  Capron  beobachtete  Flackern  der  hellgrünen  Linie,  was 
ein  Schwanken  in  der  Dichte  des  leuchtenden  Gases  andeuten  dürfte,  und 

d)  die  Verschiedenheit  des  Spectrums  sowohl,  wenn  dasselbe  Polarlicht  von  verschiedenen  Orten  als  auch 
wenn  verschiedene  Polarlichter  von  demselben  Orte  beobachtet  werden.  Daraus  folgt  mit  ziemlicher  Sicherheit, 
dass  das  Spectrum  des  Polarlichtes  nicht  nur  von  der  Natur  der  leuchtenden  Materie,  sondern  auch  von  den 
Verhältni.ssen  abhängt,  unter  welchen  es  zu  Stande  kommt,  und  die  sich  wahrscheinlich  nicht  künstlich  dar- 
stellen lassen. 

In  Erwägung  dieser  Umstände  kann  ich  mich  einer  Idee  über  die  Natur  der  Elektricität  nicht  erwehren. 
Wenn  man  nämlich  die  Athertheorie  der  Elektricität  annimmt,  —  eine  Theorie,  zu  der  meine  Hypothesen 
neigen  —  so  ist  es  denkbar,  dass  das,  was  wir  unter  terrestrischen  V^erhältnissen  Elektricität  nennen,  nur  ein 
specieller  Fall  einer  anderen,  allgemeineren  Erscheinung  ist,  die  in  Folge  des  Ätherüherganges  im  Universum 
auftritt.  Denn  unter  bedeutend  anderen  Verhältnissen  des  Druckes,  der  Temperatur  etc.,  ist  z.  B.  die  Geschwin- 
digkeit des  elektrischen  Stromes  wahrscheinlich  eine  andere,  und  schon  in  Folge  dessen  dürften  die  Licht- 
wirkungen, welche  zum  elektrischen  Strome  überhaupt  in  viel  engeren,  fundamentalen  Beziehungen  stehen 
können,  als  man  vielfach  glaubt,  sich  nach  und  nach  moditiciren,  wenn  der  Weltäther  aus  kosmischen  in 
terrestrische  Verhältnisse  oder  umgekehrt  übergeht. 

6.  Der  Nordlichtgürtel.  Der  westliche  und  östliche  Theil  der  im  zweiten  Hauptsatze  definirten  Linie 
grössten  Potentials  vereinigen  sich  in  einem  Punkte,  welcher  im  Maximum  y,„  der  geographischen  Breite  liegt, 
das  die  Curve  erreicht.  Dieser  Punkt  soll  Scheitel  genannt  werden. 

Für  einen  gegebenen  Werth  der  Declination  o  der  Sonne  ist  f  eine  Function  der  Ortszeit  t  und  man  findet 
fm  nach  einem  bekannten  Satz  der  Differentialrechnung  aus  der  Bedingungsgleichung 

Aus  den  Gleichungen   1)  und  2)  folgt: 

3  ^  cos  ta .  cos  0 .  sin  t 


8/       cosö.sinij — sin  y  cos o cos ^ — 5 sin (y +  8) ' 

welcher  Ausdruck  Null  wird  für  sin  t  =  0,  also  für  t  =  0*"  oder  12''. 

Das  heisst:  Jener  Punkt  b  der  Curve  hat  das  Maximum  f,„  der  geographischen  Breite,  der  um  Mittag  oder 
um  Mitternacht  durch  das  Zenith  geht,  was  übrigens  ohnehin  klar  ist.  Es  kann  immer  nur  eine  von  diesen 
Bedingungen  erfüllt  werden,  und  zwar  um  die  Wintermitte  die  erste,  sonst  die  zweite.  Nach  den  Formeln  2 
und  1  lässt  siidi  die  Orts/.eit  bereclmen,  zu  welcher  bei  gegebenen  Werthen  von  v  und  o  die  Curve 
grössten  Potentials  durch  das  Zenith  geht.  Diese  Rechnung  wurde  in  Breitenintervallen  von  10°  für  die 
Solstitien  und  Aquinoctien  ausgeführt  und  dann  die  Curvcnstellung  auf  Tafel  H  in  stereogiapluscher  Polar- 
jirojection  dargestellt.  Die  gegen  die  Nachtseite  schraffirte  Linie  bezeichnet  die  Grenze  zwischen  Tag  und 
Nacht  auf  der  nördlichen  Erdhälfte.  Für  den  Scheitel  b  ergilit  sich  unter  Berücksiclitigung  der  obigen  Bedin- 
gung folgendes  Resultat. 


Denkschriften  der  mathem.-nalurw.  Cl.  L.  Bd.  Abhandlungen  von  Nichlmilgliedcrn.  ^^ 


226 


Johann  TJnterweger, 


Jahreszeit 

Geographische  Breite  i^m  des  Scheitels 

Ortszeit  des 

Durchgangs 

durch  das 

Zenith 

Aus  der 

Formel  für 

Abend 

Aus  der 

Formel  für 

Morgen 

Mittel 

Wintersolstitium     .... 

Äquinoctium 

Sommersolstitiuni  .... 

87°-20' 
78   55 
55   20 

S8''5G' 
7S  30 
55  — 

SS°   8' 
78  +2 
5.i    10 

0" 
12 
12 

Der  Scheitel  h  beschreibt  in  24  Stunden  einen  Pavallelkreis  und  das  nördliche  Cnrvenstück  (t  b  c  eine 
Zone  von  gewisser  Breitenausdehnung-,  unter  welcher  das  Nordlicht 'am  häufigsten  und  intensivsten  auftreten 
niuss,  weil  die  Curve  innerhalb  derselben  lange  dem  Zenith  des  Bnobachtungsortes  und  dem  Magnetpol  nahe 
bleibt  und  die  Höhe  der  Atmospliäre  in  diesem  Theile  der  Curve  ein  Minimum  ist.  Demnach  kann  man 
diese  Zone  den  theoretischen  Nordlichtgürtel  nennen.  In  den  Figuren  wurde  er  durch  radiale  Schraf- 
firung  angedeutet. 

Der  Pol  des  wahren  Nordlichtgürtels  fällt  nach  Nordenskjöld  nicht  mit  dem  geograpliischen  Nordpole 
zusammen,  sondern  liegt  in  der  Breite  von  81°  und  westlichen  Länge  von  80°,  was  mit  dem  Mittelpunkte  des 
von  Fritz  aufgestellten  Isochas  men-Systems  gut  übereinstimmt. 

Man  erhält  daher  den  wahren  Nordlichtglirtel  aus  dem  theoretischen,  wenn  man  die  natürliche  Annahme 
macht,  da  SS  das  Cent  rum  durch  den  Erdmagnetismus  um  9°  abgelenkt  werde. 

Der  Radius  des  Nordlichtgürtels  ist,  weil  sieh  <f,„  mit  o  ändert,  ebenfalls  variabel.  Abgesehen  von  der 
Ablenkung  des  Mittelpunktes,  welche  die  folgende  Frklärnng  überhaupt  nicht  viel  beeinflusst,  hat  der  Kadius 
seinen  kleinsten  Werth  zur  Wintermitte,  wo  der  Nordliclitgürtel  ein  kleines  Gebiet  um  den  Nordpol  bildet, 
seinen  grössten  Werth  zur  Sommermitte,  wo  der  Gürtel  über  mittlere  Breiten  geht,  und  einen  mittleren  Werth 
um  die  Aquiuoctien,  so  dass  der  Gürtel  um  diese  Zeit  über  den  Magnetpol  geht,  wenn  man  eine  Breiten- 
ausdehnung von  ungefähr  12°  annimmt.  Nacb  dieser  Auffassung  bildet  der  Nordlichtgürtel  keine  mit 
der  Erde  verbundene,  geschlossene  Aureole,  sondern  nur  einen  ringförmigen  Raum,  in  welchem  das  Nord- 
licht aus  den  bereits  angegebenen  Gründen  nach  und  nach  am  häufigsten  und  intensivsten  zur  Entwicklung 
kommt. 

Für  das  SUdlicht  kann  selbstverständlich  ein  analoger  Gürtel  mit  vertauschten  Werthen  des  Halbmessers 
angenommen  werden. 

7.  Geographische  Verbreitung  und  Richtung  der  Sichtbarkeit. 

Aus  dem  Bisherigen  ergibt  sich  sofort,  wie  es  den  Thatsnchen  entspricht,  dass  die  Häufigkeit  der  Sicht- 
barkeit des  Polarlichtes  mit  der  Breite  bis  zum  Polarlichtgürt(d  zunimmt,  unter  diesem  ein  Maximum  ist  und 
jenseits  desselben  wieder  abnimmt.  Gegen  den  Äquator  nimmt  die  Häufigkeit  vom  Polarlichtgürtel  aus  nicht 
so  rasch  ab  als  gegen  den  Pol,  einerseits  weil  die  elektrische  Zone  sich  gegen  den  Äquator  zieht  und  ander- 
seits weil  in  der  Richtung  gegen  den  Pol  (^ Wintermitte  ausgenomineiO  und  jenseits  desselben  das  Zustande- 
kommen der  Erscheinung  durcli  die  Tageshelle  verhindert  wird. 

Die  Richtung  der  Siclitbarkeit  hängt  zunächst  ab  von  der  Stellung  des  Ortes  zum  PolarlichtgUrtel.  Ein 
Ort,  der  südlich  vom  Nordlichtgürtel  liegt,  sieht  die  Erscheinung  überwiegend  in  nördlicher,  ein  Ort,  nördlich 
von  diesem  Gürtel,  in  südlicher  Richtung. 

Die  allgemeine  Richtung  der  Sichtbarkeit  wird  jedoch  abgeändert  durch  den  Erdmagnetismus,  durch  die 
augenblickliche  Stellung  der  Linie  grössten  Potentials  und  durch  zufällige  atmosphärische  und  locale  Ver- 
hältnisse. Nach  der  zweiten  Hypothese  ist  das  Potential  in  dem  Theile  der  genannten  Curve  ein  Maximum, 
welcher  dem  Magnetpol  am  nächsten  ist;  in  diesem  Theile  müssen  sich  also  die  Polarlichter  um  häufigsten 
entwickeln,  wcsshalb  man  sie  meistens  in  der  Richtung  der  Declinationsnadel  sieht.  Das  heisst  in  Europa  sUd- 


Beiträge  zur  lErMänmg  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen.  227 

lieh  vom  Nordlichtgürtel  siebt  man  das  Nordlicht  meist  iu  Nordnordwest,  in  Amerika  in  Nord,  in  Westamerika 
und  Ostasien  in  Nordnordost.  Damit  hängt  auch  zusammen,  dass  in  den  zwei  letztgenannten  Gebieten  die 
Nordlichterscheinungen  nach  Mitternacht  verhältnissmässig  häufig  sind. 

Ein  Ort  N^  (Taf.  II,  Fig.  für  Äquin.)  kann  das  Nordlicht  in  den  frühen  Abemlstunden  in  Ost,  Nordost  oder 
Südost  sehen,  je  nachdem  dieVerhiiltnisse  der  Entwicklung  in  d,  a  oder  e  günstig  sind.  Für  iVj  können  die  Er- 
scheinungen beinahe  iu  allen  Richtungen  vorkommen,  am  seltensten  jedoch  in  Süd.  N^  (Fig.  für  Som.  =  Solst.) 
kann  Polarlichter  in  Südwest,  Süd,  Südost  sehen,  schwerlich  aber  in  Nord.  Wenn  man  endlich  bedenkt,  dass 
die  Curve  grössten  Potentials  nur  eine  angenäherte  Mittellinie  einer  elektrischen  Zone  vorstellt,  so  findet  man 
es  begreiflich,  dass  noch  andere  Abweichungen  vorkommen.  So  kann  z.  B.  N,  zu  früher  Abendstunde  das 
Nordlicht  ausnahmsweise  schon  in  West  oder  Nordwest  sehen. 

Ein  Ort  südlich  vom  Nordlichtgürtel  sieht  die  Erscheinung,  wie  begreiflich,  am  seltensten  in  Süd.  Gleich- 
wohl ist  diese  Richtung  nicht  ausgeschlossen,  wird  aber  häufiger  in  den  Abend-  als  in  den  Morgenstunden 
beobachtet,  wie  z.B.  Trom  holt 's  Untersuchungen  beweisen,'  und  hat  die  Ursache  iu  dem  Umstände,  dass 
die  Abendseite  der  elektrischen  Zone  stärker  ausgeprägt  ist  und  in  ihren  Wirkungen  weiter  nach  Süden  reicht 
als  die  Morgeuseite. 

8.  Die  Dauer.  Die  Beobachtungen  gehen  in  Bezug  auf  die  Angabe  der  Dauer  sehr  weit  auseinander, 
denn  man  findet  Angaben  von  wenigen  Minuten,  von  einer  Stunde  bis  zu  mehreren  Stunden,  in  höheren  Breiten 
sogar  von  ganzen  Tagen  und  Wochen.  Es  ist  ein  Zusammenhang  mit  der  geographischen  Verbreitung  unver- 
kennbar, und  demnach  ist  auch  die  Erklärung  eine  ähnliche. 

In  der  Regel  dürfte  die  Dauer  nur  auf  die  Zeit  beschränkt  sein,  in  welcher  die  elektrische  Zone  durch 
das  Zenith  geht.  In  höheren  Breiten  hat  diese  grössere  Ausdehnung  von  West  nach  Ost,  wenigstens  in  Längen- 
graden ausgedrückt,  weil  die  Gradlänge  der  Parallelkreise  mit  zunehmender  Breite  abnimmt.  Die  elektrische 
Zone  braucht  also  in  höheren  Breiten  auch  längere  Zeit,  um  das  Zenith  zu  passiren. 

Aus  der  Stellung  des  Nordlichtgürtels  für  die  Wintermitte  sieht  man,  dass  die  elektrische  Zone  für  einen 
Ort,  der  sich  in  der  Polarnacht  befindet,  Tage,  Wochen,  Monate  laug  in  der  Nähe  des  Zenithes  bleibt.  Dem 
entsprechend  ist  daher  dort  die  Dauer  des  Nordlichtes. 

Häufig  werden  Nordlichter  beobachtet,  deren  Entstehungsherd  mehr  oder  weniger  nordwärts  vom 
Beobachtungsorte  liegt,  und  es  ist  desshalb  ganz  wohl  begreiflich,  dass  sich  die  längere  Dauer  von  einem  bis 
zu  mehreren  Tagen,  insbesondere  in  Maximum-Jahren,  manchmal  auch  in  Breiten  bemerkbar  macht,  die  nicht 
der  Polarnacht  angehören.  So  kann  z.  B.  ein  Ort  wie  N^  (Taf.  II,  Fig.  für  Wint.  =  Solst.)  unter  sonst  günstigen 
Verhältnissen  die  Erscheinung  bei  hellem  Tage  wahrnehmen. 

9.  Die  tägliche  Periode.  Die  Linie  grössten  Potentials  wurde  im  zweiten  Hauptsatze  so  angenommen, 
dass  die  Zeit,  zu  welcher  sie  durch  das  Zenith  geht,  der  Ortszeit  des  Maximums  grösserer  Nordlichter  in 
Schweden  und  südlich  von  Franz  Josefs-Land  entspricht.  Damit  ist  die  Erklärung  der  täglichen  Periode  für 
diese  Gebiete  in  hypothetischer  Weise  gegeben.  Es  liegt  nun  ob  zu  zeigen,  dass  diese  Erklärung  auch  auf 
andere  Gebiete  ausgedehnt  werden  kann.  Zu  dem  Zwecke  habe  ich  in  nachstehenden  Tabellen  die  im  ersten 
Theile  angegebeneu  Zeiten  der  täglichen  Maxima  für  gleiche  Declination  der  Sonne  zusammengezogen  und 
den  Mitteln  die  nach  den  Formeln  1)  und  2)  berechneten,  also  theoretischen  Werthe  von  t  behufs  Verglei' 
chung  beigesetzt. 


1  Nacli  einem  Referate  iu  Bd.  XVIII  der  östei-r.  Zeitschrift  fiii-  Meteorologie. 


dd  ♦ 


228 


Johann  Ünterweger. 


Wahre  Ortszeit 


Jahreszeit 

Brei 

t    e    n- 

Mittel   f 

jr   das  Abend-Ä 

a  X  i  m  u  m 

Südlieh 

S  c  h  w 

e  d  e  n 

von  Frauz- 
.Tosefs- 

Nördl. 

Verein. 

rj  *_/  k?  V  *  fc^ 

Land 

80°— 7672° 

70°— 65° 

65°— 611/.° 

611/.,°  — 
581/2° 

581/2°— 55° 

Nord- 
Schweden 

Süd- 
Schweden 

Staaten 

22.  November  —  21.  Jänner 

7hi7,n 

gl.lgm 

71147111 

81' 43" 

8''15'n 

gli    2"^ 

81132111 

9h]5ni 

22.  Jänner  —  5.  Februar    .  ) 

7.  November  —  21.  Nov.    ) 

6.  Februar  —  20.  Februar  ) 

22.  October  —  (3.  November) 

21.  Februar  —  ü.  März    .    .  | 

(85)  1 

(30) 

(34) 

(19) 

(1^2) 

(64) 

(31) 

(316) 

8   20 

7    57 

7   28 

8   49 

8   43 

7    43 

8   47 

9    15 

(41) 

(11) 

(10) 

(15) 

(") 

(21) 

(22) 

(194 

8   17 

(44) 

S   43 

(15,1 

8    16 

(20) 

8   36 

(29) 

8   49 

(23) 

8  28 

(35) 

8   42 

(52) 

9    12 

(270) 

7.  October  —  21.  October  j 
7    März ^^1    l\räv7                i 

9   22 

(31) 

9      0 

(19) 

8    52 

(23) 

8   59 

(31) 

8   42 

126) 

8   56 

(42) 

8  51 

(57) 

9   19 

(314) 

22.  September  —  0.  October) 

22.  März  —  6.  April    .    .    .  ) 

7.  September  —  21.  Sept.  j 

7.  April  —  21.  April     .    .  ) 

22.  August  —  6.  September) 

22.  April  —  6.  Mai  .    .    .    .  ) 

7.  August  —  21.  August  .  j 

7.  Mai  —  21.  Mai  .    .    .    .  i 

22.  Juli  —  6.  August  .    .    .  ) 

9   59 

(20) 

9      4 

(22,, 

8  48 

(22) 

9    32 

(35) 

9   39 

(32) 

8   56 

(44) 

9   35 

(67) 

9  20 

(4IS1 

10   57 

(8) 

9   29 

(•26) 
10     9 

(10) 

9    16 

(15) 
10      3 

(12) 

9   41 

(40) 
10      2 

(23) 

9   42 

(15) 
10      0 

(27) 

9   24 

(41) 
10      6 

(22) 

9   41 

(55) 
10      1 

(50) 

9   34 

(290) 
9   41 

(279) 

[10   27]   -^ 
(3) 

10   14 

10   32 

(18j 

10   21 

(9) 

10   21 

(6) 

10   28 

(27) 

9   44 

(225) 

U    11 

l7j 

10   40 

(9J 

10  54 

(16) 

10     0 

(109) 

22.  Mai  —  21.  Jidi     .... 

[10  39J 

(2) 

10  48 

(6) 

[10  46] 

(8) 

9   52 

(436) 

T    h     e 

0     r     e- 

Declination  S  der  Sonne 
Mittel 

<p  =  79° 

67Vo° 

63°15' 

60° 

56°45' 

65°23' 

58°23' 

43° 

22° 

7hl4in 

yU    3m 

ghum 

gbxgra 

ghoim 

gl.   7ni 

ghigm 

8"35'° 

—17   57' 

7  47 

8   19 

8   25 

8   29 

8   32 

8   22 

8  30 

8   4  2 

—13  23 

8  26 

8  37 

8   41 

8   43 

8   44 

8   40 

8  43 

8  50 

—  8     6 

9  17 

9      2 

9      1 

9      0 

8   59 

9      1 

8   59 

8   59 

—  2  27 

10  32 

9   31 

9   23 

9    19 

9    16 

9   27 

9   18 

9     9 

3  28 

12     0 

10     7 

9   51 

9   43 

9   36 

9   58 

9   39 

9  20 

9   14 

11      1 

10  29 

10   10 

9   59 

10   40 

10      4 

9   33 

14  20 

11   26 

10  44 

10   25 

12      0 

10   33 

9   45 

18  31 

11   38 

10   55 

11    10 

9   57 

(21   32)) 
22   19  J 

U  33 

12      0 

10     9 

1  Die  Zahlen  in  (     )  be 

ideuten  die 

Anzahl  der 

äeobaehtunj 

Jen. 

■•;  Die  Mittel  in  [     J  au. 

i  wenigen  B 

eobaehtung« 

n  in  Süd. 

Für  mittlere  und  niedere  Breiten  auf  der  nördlichen  Hemisphäre  und  für  das  Südlicht  ergibt  sich  die 
Zusammenstellung  auf  Seite  38. 

Zur  Berechnung  der  theoretischen  Werthe  für  das  Südlicht  wurde  in  der  Formel  5  mit  entgegengesetzten 
Zeichen  und  ^  positiv  genommen.  Es  liegen  jedoch  viel  zu  wenig  Beobachtungen  vor,  um  die  Wahrscheinlich- 
keit dieser  Annahme  besser  ersichtlich  zu  machen. 

Die  Übereinstimmung  der  beobachteten  mit  den  theoretis  eben  Zeiten  ist,  wie  man  sieht,  im  Allgemeinen 
gut  und  in  der  Regel  besser,  wo  die  Mittel  auf  eine  grössere  Zahl  von  Beobachlungen  basirt  sind. 

In  Amerika  scheint  eine  constante  Abweichung  in  dem  Sinne  zu  bestehen,  dass  sich  die  beobachteten 
Abeudmaxima  gegen  die  theoretischen  etwas  verspäten.  Dies  mag  theils  vom  Einflüsse  des  Erdmagnetismus, 
theils  von   dem  Fehler  hentibren,  den  die  Abenddämmerung  verursacht.  Die  theoretischen  Werthe  dürften  d(  r 


Beiträge  zur  Erklärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen. 


229 


des  Nordlichtes. 


~ 

Zonen 

Mitte 

für   das   M 

0  r  g  e  n  -  M  a 

X  i  m  u  m 

Südlich 
von  Franz- 

S  c  h  w  c 

den 

Nördl. 
Verein. 

1 

Josefs-Land 

SO»— 761/2° 

70°-65° 

65°~ülV/ 

611/.°— ÖSV.2° 

58i/.°-55° 

Nord- 
Scliweden 

Süd- 
Schweden 

Staaten 

lfi''25"' 

17''45"' 

lüi'29"' 

14''13™ 

13i'16"> 

n'-  .-.'" 

14''   2"' 

I4I1171.1 

(4Sj 

(!') 

(12J 

(33) 

(8) 

(23) 

(il) 

(73) 

14   37 

Ki   58 

10   36 

14   30 

15   17 

10   48 

14  43 

14  23 

(■■24) 

(-1» 

(••i) 

(20) 

(10 

(7) 

(36) 

(25) 

14    10 

10    16 

15   20 

14    19 

14      6 

15   20 

14    15 

13  53 

(27j 

(1) 

(9^ 

(1») 

(7) 

(11)1 

(25) 

(44) 

14   17 

16   29 

13    31 

14    16 

14      2 

15    18 

14    14 

13  21 

(15) 

(6J 

(■') 

(32) 

(Ol 

(10, 

(38) 

(52) 

13  2G 

13    49 

13    2  + 

13   51 

13   28 

13   37 

13   47 

13  27 

(7) 

(3) 

Oi) 

(44) 

(11) 

(6) 

(55) 

(80) 

13   21 

14      5 

12    40 

13    12 

13   17 

13    14 

13    13 

13    15 

(2J 

(2) 

(:i) 

(30) 

(10) 

(5) 

(40) 

(64) 

12  2S 

12    16 

13    U 

12   50 

12   25 

13      6 

13     4 

(6) 

(•■2) 

(40; 

(19j 

(8) 

(59) 

(52) 

12   22 

12    51 

12   37 

12   22 

12    47 

12   59 

(1) 

(19) 

17) 

(11 

(26) 

(33) 

[12    37] 

12    15 

12    29 

[12   37[ 

12   20 

13    17 

(-; 

(4, 

(•^; 

(2) 

(6i 

(27) 

(12    24] 

[12   55] 

[12   24; 

[12  55] 

13     2 

(IJ 

(3) 

(1) 

(3) 

(53) 

t    i    s     c    1 

79° 

671/2° 

63°15' 

60° 

56°45' 

65°23' 

58°23' 

43° 

15h   7m 

14'i38'" 

14''33'" 

l^Uogm 

14h.27m 

14''36in 

I4I128™ 

14"  18"' 

14  47 

14  27 

14  24 

14   22 

14   20 

14   20 

14  21 

14   13 

14  22 

14   15 

14   13 

14   12 

14    11 

14    14 

14   12 

14     8 

13  4S 

13   59 

14     0 

14      1 

14      2 

13   59 

14      1 

14     2 

13     2 

13  40 

13  45 

13   48 

13    50 

13   43 

13  49 

13  55 

12     0 

13   15 

13  26 

13    32 

13   37 

13   21 

13   35 

13   48 

12   36 

12   55 

13    13 

13   21 

12   46 

13   17 

13  39 

12      0 

12    50 
12      0 

13     3 
12   42 

12   10 

12   56 
12   31 

13   31 
13  23 

13   14 

Walirlieit  öfters  uäher  kommen,  weil  die  Formeln  aus  grossen  Erscbeinimgeu,  die  in  unmittelbarer  Nähe  aul- 
traten, abgeleitet  worden  sind. 

Es  ist  natürlich  nicht  anzunehmen,  dass  ein  in  niederen  und  mittleren  Breiten  beobachtetes  Nordlicht 
seinen  Entstehungsort  in  der  Nähe,  etwa  im  Zenith,  habe,  indem  eine  solche  Erscheinung  immer  in  nördlicher 
Richtung  gesehen  wird.  Dass  die  Beobachtungszeit  gleichwohl  angenähert  —  iu  manchen  Fällen  sogar  ganz 
gut  —  mit  der  Zeit  übereinstimmt,  zu  welcher  die  theoretische  Curve  durch  das  Zenith  geht,  hat  seinen  Grund 
wohl  darin,  dass  diese  Curve  in  niederen  und  mittleren  Breiten  insbesondere  um  die  Aquiuoctieu,  wo  die 
meisten  derartigen  Nordlichter  aultreteu,  vom  Meridian  wenig  abweicht. 

10.  Die  jährliche  Periode.  Der  NordlichtgUrtel  bewegt  sich  jährlich,    so  dass   er  sich    gegen  die 
Winter  uiitle  in  hohe  Bieileu  zurvckzieht  und  gegen  die  Sommermitte  nuhr  in  mittlere  Breilen  heiabsenkt.  Auf 


230 


Johann  Unterweger. 


Grund  dieser  Thatsache,  die  mehrseitig  coustatirt  worden  ist,  wurde  sebon  z.  B.  von  Weyprecht  eine 
Erklärung  der  jälirlichen  Periode  angedeutet,  die  einige  Wabrscheinlicbkeit  hat.  Um  die  Äqninoetien  geht  der 
Nordlicbtgürtel  nach  meiner  Darstelkiug  über  Nord-Europa  und  Nord-Asien  und  die  Nordlichter  können  südlich 
davon,  also  in  ganz  Europa,  beobachtet  werden.  In  der  Wintermitte  bildet  er  ein  enges  Gebiet  um  den  Pol; 
die  Erscheinungen  können  daher  in  Europa  nicht  so  leicht  gesehen  werden,  obscbou  sie  in  hohen  Breiten  im 
Maximum  auftreten.  In  der  Sommermitte  liegt  der  Nordlicbtgürtel  zwar  über  Mitteleuropa,  und  die  Erscheinungen 
könnten  gut  beobachtet  werden ;  allein  sie  dürften  minder  häufig  sein,  weil  hier  der  Wiederstand  der  Luft 
gegen  elektrische  Ströme  selir  gross  ist,  so  dass,  wenn  schon  Entladungen  stattfinden,  sie  mit  hoher  Spannung, 
also  in  Form  von  elektrischen  Gewittern  auftreten.  Diese  Erklärung  befriedigt  mich  jedoch  nur  theilweise, 
weil  sie  von  der  Beziehung  zur  27 '/gtägigen  Periode  keine  Rechenschaft  gibt.  Man  könnte  auch  auf  die  Ver- 
änderlichkeit der  elektrischen  Diiferenz  zwischen  den  Eidhälften  liinweisen,  was  jedoch  auch  zu  unsicher  ist. 
Die  beste  Erklärung  ergibt  sich  meines  Erachtens  aus  der  Stellung  der  Erde  zu  den  heliographiscben 
Fleckenzonen. 


J  a  li  1-  e  s  z  e  i  t  e  n 

A  b  e  u  d  m  a  x  i  ni  ii  in 

M  0  r  g  e  n  ni  a  X  i  in  11  m 

Nördl.  llemisi)liäre 

Südl.  Hemisphäre 

Nördl.  Hemisphäre 

Südl. 
Hemisphäre 

Alte  Welt 
55°— 46° 

Alte  Welt 

südlich  von 

46° 

Süll- 
australien 

— 64°18 

Alte  Welt 
55°— 40° 

Alte  Welt 

siullich  von 

4G° 

Süd- 
australieu 

Winter 

Frühling-  uuii  Herbst  .    . 
Sommer 

8l'48i" 

(184) 

9    16 

(395) 

10   24 

(59) 

9"31"' 

(12) 

8  43 

(23) 

9  38 

(11) 

10''   1'" 

(48) 

9   10 

(29) 

10      2 

(«) 

10   14 

15''   6™ 

(34) 

14   23 

(70) 

12   58 

(1-lj 

14''10"i 

14      0 

(13) 

13      2 

(1; 

14 1'    S"i 

(lOi 

14   40 

(19) 

13   54 

(-t.) 

Declination  der  Sonne 
Mittel 

Theoretisch 

y  =  491/2° 

35° 

—40° 

— 64°18' 

491// 

35° 

—40° 

— 19°30' 
0  — 

20  — 

8h34m 
9   19 

10  23 

8h45m 
9    10 

9  45 

9l'53'n 
9   12 

8  41 

91,45m 
iö  =  — 1°44') 

I4IUS'" 
13   50 

13      5 

14''12'>i 
13   55 

13   31 

13''26'" 

13  53 

14  14 

Die  Sonnenflecken  sind  bekanntlich  nidit  über  die  ganze  Sonne  gleichmässig  verbreitet,  sondern  treten 
am  häufigsten  in  der  heliographischen  Breite  von  10°  bis  30°  auf.  Ein  Fleck  kann  als  eine  kegelförmige  Ver- 
tiefung angesehen  werden,  und  die  Achse  desselben,  einen  Sonnenradius  bildend,  ist  offenbar  dann  gegen  die 
Erde  gerichtet,  wenn  der  Fleck,  von  der  Erde  ans  gesehen,  in  der  Mitte  der  Sonnenscheibe  erscheint.  Da  nach 
See  Chi 's  Abbildungen  die  Sonnen-Corona  über  den  Flecken  am  stärksten  entwickelt  ist,  so  wird  ein  so 
gesehener  Fleck  (oder  Fleckengruppe)  gleichsam  ein  grosses  und  langes  Büschel  Sonnen-Corona  gegen  die 
Erde  lenken  und  sieb  durch  elektrische  Eepulsion  besonders  bemerkbar  machen.  Die  Flecken  erscheinen  aber 
am  häufigsten  in  der  Sonuenmitte  um  die  Tag-  und  Nachtgleichen  aus  folgendem  Grunde. 

Der  Sonnenäquator,  und  also  auch  die  Babnebene  eines  Fleckes,  bildet  mit  der  Ekliptik  einen  Winkel 
von  7'/^°  und  erscheint  um  den  5.  Juni  und  6.  December,  also  gegen  die  Solstitien,  von  der  Erde  aus  als 


Beiträge  zur  Erklärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen.  231 

gerade  Linie,  weil  an  diesen  Tagen  die  Erde  durch  die  Ebene  des  Sonnenäquators  geht.  In  solcher  Stellung 
kann,  wie  begreiflich,  kein  Fleck  in  der  Sonneninitte  gesehen  werden.  Vom  December  bis  Juni  erscheint  die 
Bahn  eines  Fleckes  als  eine  nach  Norden  und  in  der  andern  Jahreshälfte  als  eine  nach  Süden  ausgebogene 
Ellipse.  Um  die  Aquinoctien  muss  demnach  ein  Fleck  der  südlichen  respective  nördlichen  Zone,  wenn  er  vom 
Äquator  nm  7V^°  absteht,  in  der  Sonnenniitte  gesehen  werden,  sobald  er  vom  Ost-  und  Westrande  gleichen 
Abstand  hat,  und  die  Achse  eines  Fleckes  höherer  Breite  muss  mit  der  Richtung  gegen  die  Erde  einen  möglichst 
kleinen  Winkel  bilden. 

Die  elektrische  Repulsion  der  Sonne  gegen  die  Erde  erscheint  demnach  in  diesen  Zeiten  als  Maximum 
und  in  Folge  dessen  ist  die  positive  Elektricität  der  Erde  auf  der  Nachthälfte  am  stärksten  angehäuft  und  die 
elektrische  Zone  am  deutlichsten  ausgeprägt,  wodurch  die  beiden  Jahresmaxima  des  Polarlichtes  für  niedere, 
mittlere  und  zum  Theil  für  höhere  Breiten  eine  ungezwungene  Erklärung  finden. 

Dass  das  Polarlicht  in  der  Wintermittc  häufiger  ist  als  in  der  Sommermitte,  findet  seine  Erklärung  con- 
sequenter  Weise  in  der  Sonnennähe  und  Sonnenferne. 

In  hohen  Breiten  kann  um  die  Aquinoctien  kein  Jahresmaximum  hervorgerufen  werden,  weil  diese  Region 
sich  überwiegend  in  der  Dämmerung  befindet.  Die  Anomalie  hoher  Breiten  ist  daher  nur  aus  der  Stellung 
des  Nordlichtgürtels  zu  erklären.  In  Amerika  zeigt  sich  eine  entgegengesetzte  Anomalie,  indem  dort  die  beiden 
Jahresmaxima  etwas  gegen  die  Sommermitte  rücken.  Dies  dürfte  seine  Hauptursache  in  der  Nähe  des  Magnet- 
pole» haben,  denn  es  ist  wahrscheinlich,  dass  diese  die  elektrische  Entladung  in  der  Form  von  Nordlicht  dort 
auch  dann  noch  begünstigt,  wenn  sich  der  Nordlichtgürtel  gegen  die  Sommermitte  weiter  nach  Süden  senkt. 

11.  Die  27y2tägige  Periode.  Auf  den  ersten  Blick  wäre  man  versucht,  diese  Periode  dem  Einflüsse 
des  Mondes  zuzuschreiben;  man  überzeugt  sich  aber  bald,  dass  derselbe  zur  Erklärung  nicht  ausreicht.  Die 
Periode  stimmt  nämlich  zu  wenig  mit  der  synodischen  Umlaufszeit  des  Mondes  imd  tritt  im  Jahre  nicht 
gleichmässig  auf,  wofür  sich  im  Monde  keine  Ursache  finden  lässt.  Übrigens  möchte  ich  dem  Begleiter  der 
Erde,  welcher  keine  wahrnehmbare  Atmosphäre  hat,  aus  theoretischen  Gründen  nur  geringen  Einfluss  auf  das 
Polarlicht  zuschreiben,  welcher  Einfluss,  wenn  überhaupt  vorhanden,  gegen  den  des  riesigen  Centralkörpers 
verschwindet. 

Wenn  man  bedenkt,  dass  27^/^  Tage  fast  genau  die  scheinbare  Rotationsdauer  jener  Sonnenflecken  ist, 
die  vom  Äquator  um  10°  entfernt  sind,  und  dass  eine  Periode  der  Fleckenhäufigkeit  von  nahe  gleicher  Dauer 
besteht,  so  muss  man  diese  Thatsachen  um  so  mehr  für  die  wahren  Ursachen  der  fraglichen  Periode  erkennen, 
als  dadurch  zugleich  ihre  Beziehung  zur  jährlichen  Periode  eine  natürliche  Erklärung  findet,  indem  es  keinem 
Zweifel  unterliegt,  dass  um  die  Zeit  grossen  Fleckeneiuflusses  auch  jede  Veränderung  in  ihnen  durch  Fern- 
wirkung am  deutlichsten  zu  Tage  tritt. 

12.  Die  11-  und  56-jährige  Periode  des  Polarlichfes  sind  nach  Fritz  identisch  mit  Perioden 
der  Sonnenfleckenhäufigkeit.  Dadurch  erhält  das  über  die  kleineren  Perioden  Gesagte  eine  sichere  Stütze. 
Meine  Antwort  auf  die  Frage,  warum  einem  Maximum  der  Sonnenflecken  zugleich  ein  Maximum  des  Polar- 
lichtes entspricht,  ist  also,  wie  schon  früher  angedeutet  wurde:  Weil  die  Entstehung  und  das  Vorhandensein 
grosser  und  zahlreicher  Sonnenflecken  die  repulsirende  Fernwirkung  der  positiven  Sonnenelektricität  verstärkt, 
wodurch  die  gleicliartige  Elektricität  der  irdischen  Atmosphäre  insbesondere  auf  der  Nachtseite  und,  weil  hier 
die  Verticalcoraponente  der  Repulsion  gleich  Null  ist,  weniger  in  den  unteren  als  in  den  oberen  Schichten  der 
Luft  angehäuft  wird,  wo  sich  ihre  Bewegungen  und  Entladungen  häufiger  durch  Polarlicht  als  durch  elektrische 
Gewitter  zu  erkennen  geben. 

Nach  W.  v.  Bezold  (Abhandl.  d.  k.  Itayer.  Akad-  d.  Wiss.  IL  Cl.  XV.  Bd.,  1.  Abtli.)  sind  die  grösseren 
Perioden  der  Gewitter-Frequenz  denen  der  Sonnenflecken  entgegengesetzt.  Ein  analoger  Gegensatz  besteht 
demnach  zwischen  Polarlichtern  und  Gewittern,  er  scheint  sich  auch  in  kleineren  Perioden  auszusprechen  und 
ist  aus  den  angegebenen  und  anderen  Gründen  sehr  wohl  erklärlich.  Eine  nähere  Erörterung  dieser  Bezie- 
hungen muss  jedoch  einer  anderen  Abhandlung  vorbehalten  bleiben, 


232   Johann  Unteriveger.  Beitrüge  zur  Erklärung  der  kosmisch-terrestrischen  Erscheinungen. 

Von  Tromholt  ist  nach  Beobachtungen  /.n  Godtliaab  eine  gewisse  Umkelivung  der  grösseren  Perioden 
in  hohen  Breiten  als  wahrscheinlich  dargethan  worden.  Um  als  erwiesen  zu  gelten,  müssten  viel  mehr 
Beobachtungen  und  von  verschiedenen  Orten  in  Rechnung  gebracht  werden. 

In  theoretischer  Hinsieht  scheinen  solche  Umkehrungen  nicht  unmöglich;  denn  es  ist  unter  Anderem  denk- 
bar, dass  die  Curve  grössten  Potentials  in  Maximumjahren  etwas  weiter  von  der  Beleuchtniigsgrenze  absteht 
als  in  Minimumjahren,  was  ein  Schwanken  des  Xordlichtgürtels  und  damit  möglicherweise  eine  Veränderung 
der  Perioden  in  hohen  Breiten  zur  Folge  hätte.  Eine  Veränderung  des  Abstandes  x  findet  nach  den  angegebenen 
Formeln  im  Verlauf  des  Jahres  wirklich  statt,  indem  derselbe  z.  B.  für  den  Scheitel  im  Sommer  kleiner  ist  als 
im  Winter. 

In  den  Figuren  auf  Taf.  II  entsprechen  die  Stellungen  jener  Curve  den  Jahren  mit  mittlerer  Nordlidit- 
Frequenz.  weil  zur  Aufstellung  der  theoretischen  Formeln  schwedische  Beobachtungen  aus  Maximal-  und 
Miniinaljahren  und  Beobachtungen  aus  dem  Gebiete  südlicli  von  Franz  Josefs-Land,  welche  zufälliger  Weise 
Jahren  mit  mittlerer  Nordlicht-Häufigkeit  angeliören,  benützt  worden  sind. 


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J.  rnlpnrejjer :  BfilrädP  zur  Kridanmn  dtT  kosuiisph-lpmtilnsclit'ii  Ereclifimimieii 


Taf.n. 


und   Act  Aiiüc'    tUcJLilt'ii  c'>i.''lc'iilLab. 


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233 


MITTHEILUNüEN  AUS  DE«  (JEOLOtilSCIlEN  INSTITOTE  DER  K.  K.  DEUTSCHEN  UNIVERSITÄT  IN  PRAIJ,  N"^-  6. 

DIE 

FAUNA  DER  JURAABLAGERUNG  VON  HOHNSTEIN 

IN  SACHSEN. 

BEARBEITET   VON 

GEORU  BRUDER, 

ASSISTENT  AM   GEOLOOI.SCHKN  INSTITUTE  DEU  IC.   K.  DEUTSCHEN  UNIVERSITÄT   IN  PttACi. 

(ÖtUt  5  S'af^fn    1.1.3  1  JCof^-x-fn.iW.) 


VORGELEGT  IN  DER  SITZUNG  AM  5.  MÄRZ  188S. 


Literatur -Verzeich  11  i  SS. 

1827.  Weiss,  Karsten's  Archiv  für  Bergbau  uud  Hüttenkunde,  Bd.  XVI,  p.  3. 

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DeokscUrifteu  der  raiithera.-n.itui'w.  Gl.    L.  Bd.  .ibluulluiigeii  von  Niclitiiiitgliederu.  60 


234  G  eorg  Bruder. 

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1840.  Reuss,  Beschreibung  der  Umgebung  von  Teplitz,  p.  14. 

1841.  Roemer  in  Hildesheim.  Die  Juraablagerungen  von  Hohnstein  entsprechen  dem  unteren  Coralrag  und  dem  Oxtbrdthon. 

Neues  Jahrbuch,  p.  100. 

1844.  Naumann  u.  Cotta,  Erläuterungen  zur  geoguostischen  Karte  von  Sachsen.  See.  IV,  t.  I,  Fig.  4. 

1848.  V.  Cotta,  Flauer  scheinbar  im  Syenit  bei  Plauen.  Neues  Jahrbuch,  \>.  689. 

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1857.  V.  Cotta,  Neue  Aufschlüsse  im  Jura  bei  Hohnsteiu.  Neues  Jahrbuch,  p.  552. 

1858.  A.  V.  Gutbier,  Geognostische  Skizzen  aus  der  sächsischen  Schweiz  und  ihrer  Umgebung,  p.  49. 
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1866.  Stöckhard,  Physiologisch-chemische  Untersuchungen.  Thar.inder  Jahrbuch,   III.  Al)th.,  p.  98—100.    (Jurakalk  von 

Hohnstein.) 
1868.    V.  Cotta,  Erläuterungen  zur  geoguostischen  Karte  von  Dresden. 

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1869.  Hauer,  Erläuterungen  zur  geologischen  Übersichtskarte  der  österreichisch-ungarischen  Monarchie.  Bl.  I  und  II,  p.  43, 

XIX.  Bd.  des  Jahrbuches  der  k.  k.  geolog.  Reichsaustalt. 

1870.  Dr.  0.  Lenz,   Über  Auftreten  jurassischer  Gebilde   in  B(ihmen.    Zeitschrift  für   die    gesammten  Naturwissenschaften, 

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1870.    H.  B.  Geinitz,  Das  Conglomerat  von  Zeschnig  gehört  nicht  zum  Jura,  sondern  zum  oberen  Quader.  Isisbericht  1871, 

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1870.    Kinne,  Auffindung  von  Kupfergrün  im  Jura  v.  Daubitz.  Isisbericht,  p.  179  — IsO. 
1872.    O.Lenz,  Über  Juraablagerungen  an  der  sächsisch-böhmischen  Grenze.  Verhandlungen  der  geologischen  Reichsanstalt 

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1874.  Brauns,  Der  obere  Jura  im  nordwestlichen  Deutschlaml.  (Sächsisch-böhmischer  Jura.  p.  05-66.) 

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1878.    Hauer,  Geologie  uud  ihre  Anwendung  auf  die  Kenntniss  der  Bodenbeschaffenheit  der  österr.-ung.  Monarchie,  p.  444. 

1878.    H.  Credner,  Bericht  über  das  Dippoldiswalder  Erdbeben  vom  5.  Oct.  1877.  Zeitschr.  f.  d.  ges.  Naturw.,  Bd.  L,  p.  275. 

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1881.  Bruder,  Zur  Kenntnis  der  Juraablagerung  von  Sternberg  bei  Zeidler  in  Böhmen,  Sitzungsber.  d.  kais.  Akad.  d.  Wissen- 
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18S2.  Bruder,  Neue  Beiträge  zur  Keuntniss  der  Juraablagerungeu  im  nördlichen  Böhmen.  Sitzungsber.  der  kais.  Akad.  der 
Wissensch.  in  Wien,  Bd.  LXXXV,  1.  Abth.,  Mai-Heft.  , 

1883.  E.  Suess,  Das  Antlitz  der  Erde,  L  Abth.,  p.  275— 276. 

1884.  Bruder,  Über  die  Juraablageruug  vou  Hohnstein  in  Sachsen.    Zeitschr.   der  deutschen  geolog.  Gesellsch.,    2.  Heft, 

p.  412—414. 


Die  Fauna  der  Juraablagerung  von  Hohnstein  in  Sachsen.  235 


Vorwort. 

Die  erste  Anrc{,aini;  v.n  der  vorliegenden  Arbeit  gab  Herr  Professor  Dr.  A.  Stelzner,  welcher  micb  im 
Jahre  1881  anf  eine  Suite  böhmischer  Jurafossilien  aufmerksam  machte,  die  sich  in  der  geologischen  Sammlimg 
der  königlich  sächsischen  Bergakademie  zu  Freiberg  befand.  Im  Herbste  jenes  Jahres  besichtigte  ich  die- 
selbe an  Ort  und  Stelle,  und  erhielt  auf  meine  Bitte  sowohl  das  eben  bezeichnete  Material,  als  auch  die  sehr 
reichhaltige  Suite  Hohnsteiner  Jinapetrefactcn  zur  Bearbeitung.  Ihm  gebührt  zunächst  mein  Dank.  In  meiner 
Abhandlung:  „Neue  Beiträge  zur  Kenntniss  der  Juraablagerung  im  nördlichen  Böhmen",  welche  im  Mai  1882 
in  den  Sitzungsber.  d.  kais.  Akad.  d.  Wissensch.  erschienen  ist,  fand  auch  die  Freiberger  Suite  böhmischer 
Jurafossilien  Berücksichtigung.  Die  viel  reichhaltigere  und  sehr  interessante  Hohnsteiner  Fauna  beschloss  ich 
hingegen  in  einer  besonderen  Abhandlung  monographisch  zu  bearbeiten.  Es  war  daher  zunächst  meine  Auf- 
gabe, nach  weiterem  Mnteriale  zu  forschefi. 

Herr  Professor  Dr.  Krutsch  in  Tharand,  au  welchen  ich  mich  zuerst  wandte,  legte  mir  das  dort  vor- 
handene Material,  das  nur  aus  einigen  Brachiopodeu  besteht  vor,  machte  mich  aber  darauf  aufmerksam,  dass 
die  dort  gesuchte  Cotta'sche  Sammlung  von  der  Berliner  l'uiversität  erworben  worden  sei. 

In  Dresden  wurde  mir  von  Herrn  Geheimrath  H.  B.  Geinitz  die  Durchsicht  der  sehr  umfangreichen 
Sammlungen  Hohnsteiner  Jurapetrefacten,  welche  sich  an  dem  königl.  mineral.  und  geol.  Museum  und  dem 
geologischen  Institute  des  königl.  Polytechnikums  befinden,  in  liberalster  Weise  zugestanden,  und  mir  dieselben 
auf  mein  Ansuchen  auch  nach  Prag  zugesendet. 

Während  meines  Aufenthaltes  zu  Berlin  im  Juni  v.  Jahres,  gestatteten  mir  die  Herren  Professoren  Geheim- 
rath Beyrich  und  Dames  die  Besichtigung  und  Bestimmung  der  reichhaltigen  Cofta'schen  Collection  und 
Uberliessen  mir  die  gewünschten  Exemplare  mit  dankenswerther  Bereitwilligkeit  zum  Abbilden. 

Endlich  stellte  mir  auch  Herr  Professor  Dr.  K.  Zittel  jene  Hohnsteiner  Fossilien  zur  Verfügung,  welche 
aus  der  Münsterischen  Sammlung  stammen  und  mit  dieser  in  den  Besitz  des  paläontologischen  Staats- 
museums in  München  übergegangen  sind. 

Weitere  Sammlungen  von  Hohnsteiner  Jurapetrefacten  konnte  ich  nicht  in  Erfahrung  bringen.  Wenn  das 
vorliegende  Werk  somit  eine  möglichst  vollständige  Charakteristik  der  Fauna  dieser  Ablagerung  enthält,  so 
danke  ich  selbes  nur  der  liebenswürdigen  Unterstützung,  welche  mir  durch  die  genannten  hochverehrten 
Herren  zu  Thcil  wurde.  Dessgleichen  fühle  ich  mich  Herrn  Custos  Th.  Fuchs  in  Wien  für  die  freundlichst  zu 
Gebote  gestellte  Literatur  aus  der  Bibliothek  des  k.  k.  mineral.  Hofmuseums,  und  meinem  hochgeehrten  Vor- 
stände und  Lehrer,  Herrn  Professor  Dr.  G.  Laube,  für  die  mannigfixche  Förderung  bei  der  Lösung  meiner  Auf- 
gabe zu  innigem  Danke  verbunden. 


236  Qeorg  Bruder. 


Einleitung. 

Zwischen  Oberau  bei  Meisseu  und  Zittau  liaben  auf  einer  Strecke  von  127  Kilora.  an  vielen  l'unkteu  der 
Granit-  und  Quadersandsteingrenze  Aufrichtungen  von  Kreide  an  Granit  stattgefunden,  so  dass  eines  Theils  die 
Grenze  saiger  steht,  anderen  Theils  Quaderschichteu  vom  Urgebirge  abfallen,  wodurch  ein  grosser  Rruch 
niarkirt  ist.  Derselbe  durchschneidet  südöstlich  von  Zittau  zwischen  Grottau  und  Fankraz  das  böhmische  Kaiid- 
gebirgc  und  es  folgt  theils  auf  cambrischcn  und  krystallinischeu  Schiefer,  theils  weiter  östlich  auf  Dyasglieder 
aufgeschoben,  der  steil  aufgerichtete  Quaderrand  der  südwestlichen  Abhänge  des  Jeschkengebirges  aus  der 
Gegend  von  Pankraz  über  Liebenau  bis  an  die  Iser  bei  Klein-Skal. 

Saiger  stehende  Grenze  wurde  beobachtet: 

1.  Bei  Nieder  warta  am  linken  Elbeufer  zwischen  Meissen  und  Dresden. 

2.  Im  Kirnitzthale  oberhalb  Schandau. 

3.  Zwischen  Ottendorf  und  dem  Weissbachthale. 

4.  Bei  Neu-Daubit  z. 

5.  Am  Fusse  der  Lausche  bei  Waltersdorf. 

Vom  Urgebirge  abfallende  Quaderschichten : 

(j.  Am  letzten  Heller  nördlich  von  Dresden. 

7.  Bei  Dittersbach  unweit  Lohmen. 

8.  Zwischen  Spittelgrund  und  Freudenhöhe  am  Tröglsberg,  und  zwischen  Liebenau  und  der  Iser  bei 
Klein-Skal. 

Das  höchste  Inteiesse  verdienen  jedoch  jene  Aufschlüsse  an  dieser  Grenze,  in  welchen  sogar  wahre  (iber- 
schiebungen  von  Granit  (Syenitj  über  den  Quader  nachweisbar  sind.    Nämlich: 

9.  Bei  Oberau.  Hier  liegt  der  Granit  gleichförmig  auf  den  mit  20 — 35°  gegen  N  einfallenden  Pläner- 
schichten. 

10.  Bei  Weinböhla.  Granit  verbunden  mit  Syenit  rulit  mit  10-15°  gegen  N  geneigter  Grenzfläche  auf 
Plänerkalk. 

11.  Bei  Weisstropp  und  in  der  Schlucht  zwischen  Niederwarta  und  Costebaude  fallen  die  Schiciiten  des 
Pläner  mit  45°  gegen  N  ein. 

12.  Bei  Hohnstein  in  der  Kalkgrube  fallen  jurassische  Schichten  mit  anfangs  47°,  zuletzt  nur  noch 
37°  betragendem  Winkel  gegen  Nord  unter  den  Granit 

13.  Au  mehreren  Punkten  zwischen  Hohustein  und  dem  tiefen  Grunde  wurden  unter  dem  Granite  mit 
20 — 25°  gegen  N  fallende  Juraschichten  durch  Versuchsarbeiten  angetroffen. 

14.  Im  Kirnitzthale  ist  nebst  saigerstehender  auch  steil  nach  Nord  geneigte  Grenze  aufgeschlossen. 

15.  Bei  Saupsdorf  fallen  Qnaderschichten  mit  30°  (stellenweise  60°)  gegen  Nord  unter  den  Granit  ein, 
dazwischen  lagern  Jurasedimente,  welche  gegen  West  und  Ost  bald  auskeilen. 

16.  Zwischen  Ottendorf  und  dem  Weissbachthale  wurden  durch  Versuchsarbeiten  au  vielen  Stellen  Auf- 
lagerungen des  Granites  über  Quader,  jedoch  bei  sehr  verschiedenem  Verhalten  der  Grenze  nachgewiesen. 

17.  Bei  Neu-Daubitz  im  Kalkbruche  sind  Juraschichten  zu  beol)achten,  die  zunächst  mit  5°  gegen 
Ost  unter  den  Granit  einfallen,  die  sich  aber  am  nordwestlichen  Ende  desselben  mehr  aufrichten,  so  dass  sie 
saiger  stehen  und  sogar  steil  gegen  West  vom  Granit  abfallen. 

18.  Zwischen  Oybin  und  Zittau  wird  der  Quadersandstein  von  Granit  bedeckt. 


Die  Fauna  der  Jitraablageruug  von  Ifohns/ein  in  Sticlisen.  237 

Diese  unverkennbareu  Spuren  eines  grossen  geologischen  Ereignisses,  welche  auf  eine  Hebung  des  Granites 
in  bereits  erstarrtem  Zustande  schliessen  lassen,  lenkten  schon  vor  einem  halben  Jahrhunderte  die  Aufmerksam- 
keit der  bedeutendsten  Geologen  auf  sieb.  So  führte  B.  v.  Cot  ta,  welcher  sich  eingehend  mit  denselben  liefasstc 
zu  Beginn  der  Dreissiger  Jahre,  AI.  v.  Humboldt,  L.  v.  Buch,  Elie  de  Beaumont,  G.  Rose,  C.  Leonhard 
und  Nöggeratb  an  Ort  und  Stelle. 

Wie  aus  dem  vorstehenden  Literaturnachweise  hervorgeht,  liaben  dieselben  bis  in  die  neueste  Zeit  vielfach 
zum  Studium  angeregt.  Insbesondere  gilt  dieses  für  jene  Stellen  der  besagten  Grenze,  an  welchen  Juraschichten, 
durcli  reichliche  Petrcfactenführung  ausgezeichnet,  mit  an  die  Oberfläche  gedrängt  worden  sind,  so  dass  sie  in 
umgekippter  Lagerung  zwischen  Granit  als  Hangendem  und  Kreide  alsLiegendem  eingeklemmt  erseheinen. 

Es  ist  das  Verdienst  Herrn  Geheimraths  v.  De  eben  '  die  wahre  Natur  des  angedeuteten  Ereignisses  in 
einem  Vortrage:  „Über  grosse  Dislocationen"  hervorgehoben  zu  haben.  Er  bezeichnet  den  Granit  als  das 
geliobene  und  die  Kreide  als  das  gesunkene  Gebirgsstück.  Die  emporgeschobenen  Jurnscliichten,  welche 
dem  über  derUberschicbungsklutt  betiiidiichenGebirgstheile  angehören,  vergleicht  er  passend  mit  den  Schweifen 
der  Kohlenflötze  auf  dem  zwischen  den  beiden  Kreuzliuien  gelegeneu  Theile  der  Dislocationsspalten  im  pro- 
duetiven  Carbongebirge  der  Ruhrgegend,  und  erklärt  die  Lage  der  Juraschichten  als  mit  denselben  vollkommen 
analog.  Die  untere  Kreuzlinie  der  sächsisch-biihmischen  Überschiebung  und  der  Juraschichten  liegt  in  der 
Tiefe  unter  dem  Quader  verborgen.  Die  obere  Kreuzlinie  ist  dur(  h  grossartige  Denudation  und  Erosion  an  der 
Oberfläche  seit  dem  Ende  der  Kreideperiode  verschwunden. 

Herr  Prof  Suess^  fasst  die  inKede  stehendenLagerungsverhältnisse  alsRückfaltuugen  auf,  hervorgebracht 
durch  eine  Bewegung  der  Masse  des  Riesen-  und  Lsergebirges  in  nordöstlicher  Richtung;  denn  auf  der  liiucli- 
linie,  welche  den  Innenrand  dieser  Gebirgsmasse  abschneidet,  ist  der  Granit  mit  anderen  archäischen  Gesteinen 
gegen  Südwest  über  oberen  Jura  und  Kreide  gebeugt.  Nicht  die  Hebung  des  Granites,  sondern  das  Absinken 
des  südlich  von  der  Bruchlinie  gelegenen  inneren  Gebirgsflügels  hat  nach  dessen  Ansicht  die  Aufriclituug  der 
Kreide,  sowie  Einklemmung  und  Überstürzung  der  Jurasehichten  zur  Folge  gehabt. 

Eine  sehr  detaillirte  und  sorgfältige  Darstellung  der  tektonischen  Verhältnisse,  welche  sich  auf  gründliche 
Untersuchungen  und  langjährige  Erfahrung  stützte,  gab  im  Jahre  ISoB  B.  v.  fJotta  im  II.  Theile  seiner  geogno- 
stisciieu  Wanderungen,  unter  dem  Titel:  „Die  Lageruugsverliältnissc  an  der  Grenze  zwischen  Granit  und 
Quadersandstein  bei  Meissen,  Hohnstein  und  Liebenau",  sowie  auch  0.  Lenz  in  der  Abhandhiug:  „Über  das 
Auftreten  jurassischer  Gebilde  in  Böhmen",  erschienen  in  der  Zeitschrift  für  die  gesammten  Naturwissenschaften, 
Bd.  XXXV.  1870.  Was  dieselben  hierüber  mittheilen,  ist  noch  immer  das  Massgebende  und  um  so  wichtiger, 
als  gegenwärtig  sich  die  Verhältnisse  für  eine  Beobachtung  wesentlich  ungünstiger  gestaltet  liaben,  wovon  ich 
mich  gelegentlich  meines  Aufenthaltes  in  Hohnstein  im  Herbste  1881  persönlich  überzeugen  konnte. 

Dagegen  erschien  es  wüuscbenswerth,  dass  die  sehr  interessante  Fauna  der  Hohnsteiner  Jurasehichten  dem 
gegenwärtigen  Staude  der  Wissenschaft  entsprechend  bearbeitet  werde.  Wohl  hat  Cotta  seiner  Arbeit  auch 
eine  Petrefacteuliste,  versehen  not  kritischen  Bemerkungen,  beigetiigl,  doch  ist  dieselbe  niclit  bloss  durch 
neuere  Funde  unvollständig  geworden,  sondern  auch  die  Bestimmungen  haben  sich  vielfach  als  unzureichend 
erwiesen,  stammen  sie  doch  aus  einer  Zeit,  in  welcher  die  Fossilien  noch  nicht  so  gut  bekannt  und  beschrieben 
waren,  als  dieses  gegenwärtig  der  Fall  ist. 

In  der  Erwartung,  dass  demzufolge  ein  Beitrag  zur  Keuntniss  dieser  Fauna  willkommen  sein  dürfte,  und 
crmulhigt  durch  die  freundliche  Aufnahme,  welche  meinen  .\bliandlungcn  über  die  böhmischen  Juragebilde  zu 
Thcil  wurde,  schreite  ich  hiermit  zur  Mittheilung  der  Ergebnisse  meiner  diesbezüglichen  Studien. 


1  Declien,  Über  grosse  Dislocatioucu.  p.  is— 2.5.  Sitziiugsbor.  der  niederrheiu.  Uesellscli.  f.  N:iturliuuile  in  Bouu.    1880. 

2  Suess,  Antlitz  der  Erde,  I.  Abtti.,  p.  isl  und  p.  275  —  76.  issa. 


238 


Georg  Bruder. 


Geologisches. 

Zur  Erkeuntniss  der  tektonischeii  Verhältnisse  an  der  Griinit-  und  Quadersandsfein-firenze  eignet  sich 
wohl  der  Aufschhiss  ain  besten,  welchen  uns  die  grosse  Entblössung  über  Tage  in  der  südöstlich  von  der  Stadt 
Hohnstein  gelegenen  Kalkgrube  darbietet.  Dieselbe  ist  entstanden  durch  Zusammenbrechen  der  ausgebauten 
Stollen,  sowie  durch  steinbruchweise  Gewinnung  von  Bausteinen.  Wie  beigetxigte  Skizze  zeigt,  sieht  man  hier 
recht  schön  jurassische  Schichten  (mit  einem  Anfangs  47°,  zuletzt  nur  noch  37°  betragenden  Winkel)  in  nord- 
östlicher Richtung  unter  den  Granit  einfallen, 


Dieser  ist  bei  a  von  Schutt  und  Vegetation  bedeckt.  Die  unter  denselben  einschiessenden  Sandsteine  b  und 
d  sind  durch  beigemengte  Kohleiitheilchen  dunkel  getarbt  und  von  sehr  lockerem  Gefüge,  zwischen  beiden 
lagert  eine  festere,  gelblichgraue  Sandsteinschichte  r.  In  den  mürben  Sandsteinen  wurden  spärliche  Reste  von 
Belemnites  canaMculafus  und  Cidaritenstacheln  gefunden.  Nach  Cotta  folgen  dann  weiter  noch  Sandsteine, 
welche  Terebratula  Graßciim  und  perovaUs  enthalten,  sowie  Kalksteine  mit  vielen  undeutlichen  Versteinerungen 
aus  den  Geschlechtern  Ostrea,  Exoc/yra,  Terebratnln,  Belemnites  u.  s.  w.,  die  jedoch  gegenwärtig  fast  vollständig 
unter  Gerolle  und  Pflanzenwuchs  verborgen  sind. 

Wesentlich  anders  erweisen  sich  die  Verhältnisse  in  der  Grube  selbst,  welche  leider  zur  Zeit  meines  Auf- 
enthaltes wegen  Einbruches  von  Wasser  nicht  zugänglich  war.  Die  meisten  hier  beobachteten  Schichten  sind 
über  Tage  zum  Theile  ausgekeilt,  theils  unter  Rasen  verborgen  oder  so  in  ihrer  Natur  verändert,  dass  man  sie 
nicht  wieder  erkennt. 


Die  Fiiuna  der  Jumahlagerung  von  Ifohnsfein  in  Sachsen.  239 

Unter  dem  Granit  folgt  hier: 

1.  Die  sogenannte  „rothe  Lage",  bestehend  aus  rotbem,  weissem  und  gelbem  Thone,  mit  30°  bis  45° 
Neigung  unter  dem  Granit  einschiessend,  14  ))is  20  Meter  mäebtig. 

2.  Die  schwarze  Lage,  aus  schwarzem,  bituminösem  Tlione  bestehend,  welcher  oft  Peclikohle  und  viele 
Versteinerungen  entliält,  die  fast  durcbgeheuds  mit  wohlerbaitener  weisser  Schale  versehen  sind.  Die  Mächtig- 
keit beträgt  1  bis  8  Meter. 

3.  Mergel  mit  festen  Kalksteinknollen,  1— S'/j  Meter  mächtig,  Petrefacten  führend. 

4.  Fester,  dnnkelgrauer  Kalkstein,  welcher  etwas  Talkerdc  enthält,  aus  lauter  unzusamnienhängenden 
Massen  bestehend  und  viele  Versteinerungen  eiuschliessend. 

5.  Sandstein  mit  einzelnen  Kalkknollen,  wohl  den  Schichten  der  Sandwand  entspreciiend.  Demselben 
entstammen  einige  schlecht  erhaltene  Fossilien,  darunter  EjuHjyrd  coliimha  Lam. 

In  Betreff  der  Vertheiluug  der  bei  Hohnstein  gefundeneu  Fossilien  in  den  dortselbst  auftretenden  Schichten 
hat  bereits  Cotta  (1.  c.  pag.  33)  eine  Zusammenstellung  gegeben.  Dieselbe  wurde  Nachstehendem  zu  Grunde 
gelegt,  doch  fanden  auch  die  neuen  Funde  Berücksichtigung,  soweit  Etiquette  und  Erb.altungszustand  solches 
gestatteten.  Die  bereits  von  Cotta  angeführten  Versteinerungen  sind  mit  einem  Sterne  (*)  bezeichnet,  und  jene 
seiner  Bestimmungen,  welche  sich  als  unrichtig  erwiesen  haben,  sind  in  einer  Klammer  beigesetzt. 

A.  Schwarze  bituminöse  Hangendthone  (Lettenschichtj. 

Peltoceras  Geinitzii  n.  sp. 

Peltoceras  sp.  (Ein  loser  Stachel  eines  Riesen-Peltoceras). 
^Perisphinctes plicatilis  Sow  sp.  {Am.  Parkinsoni). 
"Perispiundes  Murtinsi  d'Orb.  [A^n.  Bnih'nrldyk?) 

Oppelia  semiplana  Opp  sp. 

Haploceras  cf.  Bruckneri  Opp  sp. 
*Harpoceras  canaliculatum  v.  Buch  sp.  [Am.  Murchisonae?) 

Amaltheus  alternans  v.  Buch  sp. 

AmaUlu'us  tenuiserratus  Opp  sp. 
*Turrite/ln  sp. 
*Pleurotomaria  (/ranulata  Sow  sp.  (PI.  ornata?). 

*  Astarte  cf.  cordata.  Trautsc  hold  [Isocardia  elongata?) 
Nticula  variabilis  Sow. 

*  Asterias  impressac  Quenst. 

*Pentacrinus  penfayonalis  Goldf.  (P.  hasaUifonnis). 

B.  Mergel  und  Kalksteine. 

Plesiodus  pustidosas  Wagner. 
*Belemnites  cf.  postcanaltculatus  Bruder  (Bd.  eanaliculatus). 
Belemnites  iinieanaUculatiis  Ziet. 
Aspidoceras  hinodum  Opp  sp. 
Aspidoceras  acanfliicum  Opp.  sp. 

*  Aspidoceras  lotujispinum  Sow.  sp. 
Aspidoceras  intermediuni.  nov.  sp. 
Aspidoceras  cf.  liparnm  Opp.  sp. 
Aspidoceras  cf.  Schilleri  Opp.  sp. 
Perisphincfes  cf.  cnisoHviisis  Font.  sp. 
Perisphlnctes  Basllicae  E.  Favre  sp. 
Perisphinctes  cf.  Lothar!  Opj).  sp. 


240  Georg  Bruder. 

*Perisphinctes  inconditus  Font.  .sp.  (Am.  poltjplocus). 

Perisphindes  cf.  lictor  Font.  sp. 

Perispli'nides  pohjgyratus  Rein  sp.  (Am.  jxjli/iji/ratus). 

Pen'.sph/iutes  biplex  Sow.  sp. 

Pefisphindes  involutua  Quenst.  sp. 

Penqihindes  (Simoceras?)  n.  f.  ind. 

PeiiieMa  pseudotnutdhUis  Loriol.  sj). 

Bei'iiekid  äff.  Calisto  d'Orb.  sp. 

Ueinekia  Eudoxus  d'Orb.  sp. 

Olcosfephanus  striolaris  Quenst.  sp. 

Okostephnnus  cf.  Strauchiamis  Opp.  sp. 
*OlcO!<fepha)ius  Frischliiü  Opp.  sp.  (A7n.  iripUcafus), 

Olcostephanus  stephanoides  Opp.  sp. 
*  Olcosfephanus  repastimdus  Möscb.  sp.  (Am.  Könaji). 

Ha2)loceras  nov.  sp. 

Oppelia  gigantea  nov.  s}). 

Oppelia  Holheini  Opp.  sj). 
*Aptychus  hteois  latus  Quenst. 
'■"Nautilus franconicus  Opp.  (N.  aganticus). 
*Pleurotomaria  suprajurensis  Rom.  (Trochus?  sp)edosus  z.  Tbl.) 

Pleurotomaria  cf.  bijuga  Quenst. 

'*Pleun)fom.ariajurensis  Hartni.  s]).  (Trochus?  speciosus  z.  Tbl.). 
*Pleurotomaria  cf.  sublineata  MUnstr.  sp.  [Trodius  speciosus  z.  Tbl.). 
*Pholadomija  multicostata  Ag.  (Ph.  acuticosta). 
*Pholadomya  acuminata  Hartm.  (Ph.  clathrata). 

Pleuromya  tellina  Agass. 

Mndromga  cf.  rugosa  Rom.  sp. 

Anisocardiu  sp. 

*Trigonia papillata  Agass.  {LyrodoH  clavellatuni). 
*Trigoma  Cottae  nov.  sp. 

'*Oucullüea  Hohtisfeijieiisis  nov.  sp.  (C.  oblonga). 
*Modio/u  suhaequipUcata  Goldf.  sp.  (^M.  cuneata). 

Lithodomus  s\).  jurassica  Geinitz. 

Inoceramus  laevigatus  M  s  t  r. 

Äincula  laainosae  Quenst.  sp.  (Motiotis  simüis). 
*Lima  Möschi  Loriol.  (L.  elongata). 
*Lima  cf.  notata  Goldf.  iL.  diiplicata). 

Lima  cf.  Quenstedti  Möscb, 

Pecten  subarmatus  Münstr. 
*Peden  subtextorius  Münstr.  (P.  fcctoritis). 
*Pecten  vitreus  Römer  (P.  vitreus). 
*Gryphaea  dilatata  Sow.  ((?.  gigaufea). 
*Alectryonia  {Ostreci)  ItasteUatn  Scblotb.  (O.  gregaria). 
*Ostrea  cf.  Thurmanm  Et  all. 

Ostrea  cf.  Römer i  Quenst. 

Serpula  sp. 
*Terebrafula  {Waldheimia)  Möschi  Mayr.  (T.  hiplicuta). 


Die  Fauna  der  Juraablagerung  von  Hohnsfein  in  Sachsen.  241 

Terebratula  (WaldheimiaJ  humeralis  Römer. 

Terebratula  cf.  formosa  S  u  e  s  s. 

Terebratula  saxonica  nov.  sp. 
*Terebratula  subsella  Leym.  (T.  perovalis). 

Terebratula  bisuffarcinata  Schlot!). 

Terebratula  Ziefeni  Loriol. 

Terebratula  elUptoides  MöscL. 
*Terebratulina  substriata  Schloth  sp.  [T.  elongata). 

Bhi/nchonella  triloboides  Quenst.  sp. 
*RIiij)ichonella  moravica\]h\ig(T.  trilobata), 
*BliijiK'Jiondla  lacHiiosa  var.  ilichotonw  Quenst.  (7".  Grafiana). 

Bhi/Hchonella  »S.pinyuis  Römer  sp. 
*Rhynchonella  Astieriana  d'Orb.  (T.  inconstans). 
*Disaster  granulosus  Mtinst.  sp.  {Spat,  intermedius). 
*CoUyrites  bicordatus  Desm.  {Spat,  carinatus). 
*Ifolecti/pus  corallinus  Desor.  [Gal.  dejiressHs). 

Pediua  sublaeois  {aspera)  Agass. 

Pseudodiadema  cf.  mamillanuni  Desor. 

Hetnicidaris  crenularis  Lam. 
*Cidaris  coro>iat(i  y  Quenst.  {Cid.  glandiformh). 

Cidaris  Bluntenhachi  Miinstr. 
*Bhabdocidaris  nobilis  Müustr.  sp.  [Cid.  maximus). 

Apiocrinus  sp. 
*Corytiella  Quenstedti  Zitt.  (Scyphia  sp.) 

Spongien    div.  sp. 

C.  Sandstein  mit  Exogyra  columba  und  undeutlichen  Resten  von  Cidariten  und  Brachiopoden,  bildet  das 
Liegende  der  Juraschichten,  gehört  aber  bereits  der  Kreideformation  an. 

Der  Erhaltungszustand  der  Fossilien  scheint  für  eine  weitere  Gliederung  in  noch  mehr  Gruppen  Anhalts- 
punkte zu  geben.  So  deutet  der  Fnistaud,  dass  ein  Theil  der  Petrefacten  aus  den  dunklen  Thoneu  verkiest  ist, 
während  die  übrigen  mit  wohlerhaltener  Schale  versehen  und  verkalkt  sind,  darauf  hin,  dass  dieselben  hin- 
sichtlich ihrer  petrographischen  Beschaffenheit  kein  vollständig  homogenes  Gebilde  seien.  In  ähnlicher  Weise 
lassen  die  Versteinerungen  der  „Mergel  und  Kalke",  die  von  Cotta  in  der  zweiten  Giuppe  zusammengestellt 
wurden,  die  Annahme  gerechtfertigt  erscheinen,  dass  sie  ursprünglich  in  getrennten  Schichtensystemen  zur 
Ablagerung  kamen.  Die  Brachiopoden,  Echinodernien.  Spongien  und  einige  Acephalen,  dnnmter  Gryj^fiaea 
dilatata  und  Akdryonia  haddlata,  liegen  zumeist  in  vollständigen  Exemplaren  vor,  ohne  daran  haftendes  festes 
Gestein,  wohl  aber  mit  einem  thonig- mergeligen  Überzuge  bekleidet,  der  leicht  durch  putzen  mit  angesäuertem 
Wasser  entfernt  werden  kann.  Dieses  Verhalten  spricht  dafür,  dass  die  eben  bezeichneten  Fossilien  den  Mer- 
geln eigenthUmlich  seien.  Dagegen  sind  die  Ammoniten,  Gastropoden  und  die  Mehrzahl  der  Acephalen  noch 
von  festem  Kalksteine  begleitet  und  meist  nur  als  Steinkerne  erhalten.  Es  kann  daher  kein  Zweifel  bestehen, 
dass  dieselben  der  letztgenannten  Schichte  entstammen.  Diese  Kalke  bilden  unzusammenhängende  Massen, 
welche  zum  Theile  in  die  Mergel  eindringen.  Sie  waren  gewiss  ursprünglich  als  einheitliche  Schichte  gebildet, 
mussten  jedoch  gelegentlich  der  Dislocation  vermöge  ihrer  grösseren  Sprödigkeit  bersten,  wobei  ihre  Trümmer 
in  die  weicheren  Mergel  gepresst  winden. 

Nur  die  Fossilien  aus  den  festen  Kalksteinen,  und  zwar  in  erster  Reihe  die  Ammoniten,  lasseu  die  Sjiuren 
eines  auf  sie  ausgeübten  Druckes  erkennen.  Viele  derselben  zeigen  Verschiebungen  und  Verdrückungen ,  wie 
solches  in  ähnlicher  Weise,  aber  nocli  höherem  Grade  bei  jenen  von  Steruberg  der  Fall  ist. 

Deukschrifton  der  mathem.-naturw.  Gl.  L.  Bd.  Abhandlungen  von  Nichtmitgliedern.  j'f 


242 


Georg  Bruder. 


Über  Alter  und  Facies  der  Fossilien  führenden  Schichten  von  Hohnstein,  und  deren  Verhältniss  zu  den 
böhmischen  Juragebilden,  sowie  jenen  der  angrenzenden  Länder. 

Vergleichen  wir  das  von  Cotta  ml tgeth eilte  Profil  der  Hohnsteiner  Kalkgrube  mit  jenem,  weiches  0.  Lenz 
für  Sternberg  entworfen  hat,  so  fällt  die  grosse  Übereinstimmung  auf,  die  hier  sowohl  in  Bezug  auf  die  petro- 
grapbische  Beschaffenlieit  der  Schichten,  als  auch  in  Betreff  der  Reihenfolge,  in  welcher  die  verschiedenen 
Sedimente  einander  folgen,  zum  Ausdrucke  kommt.  Es  gelingt  leicht  und  ohne  Zwang,  die  äquivalenten  Gebilde 
beider  Localitäten  in  nachfolgendem  Schema  einander  gegenüber  zu  stellen,  so  dass  man  nothwendig  die  Über- 
zeugung gewinnen  muss,  man  habe  es  mit  gleichartigen  und  gleichzeitig  gebildeten  Sedimenten  desselben 
Meeres  zu  thun. 


Hohusteiu  in  Sachsen. 
a)  Hangendos:  Granit. 

Sternberg  in  Böhmen. 
a)  Hangendes:  Granit. 

b)  Kothe,  gelbe  und  weisse  Thone. 

b)  Dunkelrothe  Thone. 

c)  Sandsteine  und  Conglomerate. 

c)  Grobkörniger  Sandstein. 

Schwarzer  bituminöser  Thon  mit  Pethlcohle  verunreinigt.  Ver- 
steinerungen theils  verkiest,   tlieils  verkalkt,   dann  mit 
Schale  versehen. 
A.  convolutus. 

Wenig  mächtiger,   dünn  tafelförmig  abgesonderter,  tief  dun- 
kelblauer Mergclkalk. 
Fragment  von  A.  conrohifiis  verkiest. 

d)  Mergel  mit  festen  Kalksteinknolleu.    Versteineruugen   vor- 

herrschend.  Brachiopoden  und  Echiuoderuieu,  nebst  die- 
sen auch  Spougieu. 

e)  Spuren  eines  hellen  dichten  Kalksteines. 

<i)  Nester  oiues  thonigen  Mergels.  Hauptlager  der  Spougien. 
<')  Helle  diclite  Kalke  mit  zahlieichen  Brachiopoden  und  Echi- 
nodermenresteu   und   eingewachsenen  Schwammkörpern. 

/;  Fester  dunkelgrauer  feinkörniger  Werkalk,  aus  lauter  unzu- 
samraenhiingendcu    Massen    bestehend,    mit   zahlreichen 
Ammoniten. 
A.  acanthicus,  A.  jiohjyijratus,  A.incoiiditus,  A.  stepha iwidcg  etc. 

/)  Dunkler  feinkörniger  blaugrauer  Kalk,  reich  an  Ammoniten. 
A^  poJi/yiirafus,  A.  incunditm,  A.  stephanoides  etc. 

g)  Sandstein  mit  einzelnen  Kalkknollen. 

,g)  Fetter  schwarzer  Thon  mit  Kalkknollen. 

h)  Liegendes:  Quadersandstein. 

h)  Liegendes:  Quadersandstein. 

Die  dunkelgrauen,  feinkörnigen  Kalke,  die  sowohl  bei  Hohnstein  als  auch  in  Sternberg  das  Haupt- 
lager der  Ammoniten  sind,  können  in  einzelnen  Handstücken  kaum  von  einander  unterschieden  werden,  so 
gross  ist  die  Ähnlichkeit  ihrer  petrographisohen  Beschaffenheit.  Auch  in  ihrer  Petrefactenfüliruug  stimmen  sie 
vollkommen  mit  einander  überein,  indem  sie  17  gemeinschaftliche  Arten  aufzuweisen  haben.  Fast  sämmtliche 
aus  den  Sternherger  Ammonitenkalken  bekannten  Fossilien  wurden  in  den  oben  bezeichneten  Schichten  Hohn- 
steins wieder  gefunden.  Daraus  geht  hervor,  dass  alles,  was  ich  an  anderem  Orte  über  Alter  und  Facies  der 
Ammonitenkalke  von  Sternberg,  sowie  deren  Beziehungen  zu  analogen  Ablagerungen  der  Nachbarländer  mit- 
getheilt  habe,  auch  auf  die  Hohnsteiner  Werkkalke  Anwendung  findet. 

Sie  sind  somit  Gebilde  der  Zone  der  Oppdia  teiniilobala  und  zeigen  jene  Eigenschaften  in  der  Zusammen- 
setzung ihrer  Fauna,  welche  für  deren  Entwickelung  als  Cephalopodenfacies  sprechen. 

Unter  den  aus  ihnen  stammenden  Petrefacten  haben  sich  aber  auch  noch  weitere  Belege  gefunden,  welche 
diese  Altersbestimmung  richtig  erscheinen  lassen,  indem  Aspidoceras  acantkicum,  Asp.  longispinum ,  Perisphindes 
Basilcae,  Perisph.  Lothari,  Beinekia  psmdonmtahiUs,  Oppelia  Holbeini  etc.  als  Leitfossilien  der  Tenuilobatusstnfe 
bekannt  sind. 


l)ie  Pauna  der  Juraahlagenmg  von  Hohnstein  in  Sachsen.  243 

Über  den  Ammonitenkalken  folgen  in  Sternberg  die  hellen  dichten  Bracbiopodenkalke,  zwischen  beiden 
erscheinen  stellenweise  thonige  Mergel  eingelagert,  die  sieh  durch  ihren  Reichthum  an  Spongien  auszeichnen. 
Die  Bracbiopodenkalke  führen  eine  Fauna,  welche  der  Scyphienfacies  der  Bimmaniatusstiife  entspricht.  Der 
statthabende  Facieswechsel  ist  auch  die  Ursache,  wesshalb  hier  zwischen  den  beiden  Schichten  sowohl  in 
petrographischer  als  auch  in  paläontologischer  Hinsicht  eine  so  schaife  Grenze  besteht. 

Während  also  in  Böhmen  eine  entschieden  heteropische  Ausbildung  der  beiden  oben  genannten  geo- 
logischen Horizonte  Platz  gegriffen  hat,  ist  dieses  Verhältniss  in  Sachsen  etwas  abweichend. 

Helle,  dichte  Kalke  wurden  nach  Cotta  in  der  Hohnsteiner  Grube  nicht  angefahren,  es  liegen  mir  aber  in 
einzelnen  Petrefacten  Spuren  einer  solchen  Schichte  vor;  ferner  wurde  in  dem  nahegelegenen  Saupsdoif  that- 
sächlich  ein  also  beschaffener  Kalkstein,  der  aber  keine  Fossilien  lieferte,  abgebaut.  Die  Stelle  derselben  ver- 
treten hier  thonige  Mergel  mit  festen  Kalksfeinknollen;  welche  vennuthlich  das  Haupflager  der 
Brachiopoden  und  Echiniden,  sowie  der  allerdings  selteneren  Spongiten  sind. 

Die  Fauna  dieser  Mergel  besitzt  in  Folge  des  Mangels  an  bezeichnenden  Ceplialopoden  einen  mehr  indif- 
ferenten Charakter,  indem  die  Mehrzahl  der  Arten  wenigstens  zwei  geologischen  Horizonten,  nämlich  der 
Bimmamatus-  und  Tenuilobatusstufe  gemeinsam  sind,  zum  Theile  aber  noch  bis  in  die  nächst  ältere  Trausver- 
sariuszone  hinabreichen.  Es  ist  somit  in  Bezug  auf  ihre  Petrefactenführung  nicht  möglich  über  die  Stellung 
dieser  Schichte  mit  Bestimmtheit  zu  entscheiden.  Dagegen  lässf  ihre  Lagerung  zwischen  denWcrkkalken,  die 
der  Zone  der  OppcJia  tenHilobatu  angehören  und  den  bituminösen  Thonen,  welche,  wie  nachstehend  gezeigt 
wird,  Gebilde  der  Transversariusstufe  sind,  kaum  eine  andere  Deutung  zu,  als  dieselben  für  Gebilde  der 
Bimammatusstufe  anzusprechen. 

Die  Möglichkeit  einer  lückenhaften  Ausbildung  der  Juraschichten  in  Sachsen,  welche  jeder  anderen 
Annahme  zu  Grunde  gelegt  werden  müsste,  scheint  unter  den  obwaltenden  Verhältnissen  vollkommen  aus- 
geschlossen, da  in  dem  benachbarten  Sternberg  und  Khaa  eine  ununterbrochene  Entwickelung  der  in  Frage 
stehenden  geologischen  Horizonte  nachgewiesen  wurde. 

Die  Feststellung  der  Facies,  in  welcher  der  Bimammatushorizont  hier  in  den  Mergeln  entwickelt  ist, 
stiisst  ebenfalls  auf  Schwierigkeiten;  wohl  erinnert  der  Mangel  an  Cephalopoden  und  das  Vorwiegen  von 
Brachiopoden  und  Echinodermen  lebhaft  an  die  Faunen  der  Scj^ihienfacies  dieses  Horizontes,  dagegen  lässt 
das  sporadische  Vorkommen  von  Spongien  und  die  abweichende  petrographische  Beschaffenheit  sie  nicht 
als  typische  Ausbildung  einer  solchen  erkennen,  vielmehr  dürfte  hier  ein  Übergang  zur  Cephalopodenfacies 
stattgefunden  liaben,  der  schon  bei  Sternberg  in  der  nesterweisen  Einlagerung  von  Mergelthonen  eingeleitet 
erscheint. 

Die  Brachio])odenkalke  von  Sternberg  haben  mit  den  oben  genannten  Mergeln  9  Arten  gemein,  während 
sie  mit  deren  Hangendem  und  Liegendem  nicht  eine  übereinstimmende  Species  aufweisen  können,  gewiss  ein 
Grund  mehr,  sie  als  äquivalente  Bildungen  zu  erkennen. 

Eine  ähnliche  Entwickelung  des  Bimammatiis  Horizontes  beschreibt  Herr  Prof.  Waagen,  »  welche  in  dem 
schihien  Profile,  das  die  Steige  bei  dem  Dorfe  Würgau  in  Franken  entbliisst  hat,  aufgeschlossen  ist.  Sie  besteht 
dortselbst  aus  einer  tlionig-inergeligen  Scyphienlage  von  5—7  Meter  Mächtigkeit  mit  ziemlich  reicher  Petre- 
factenfüln-iing;  Bh.  lacuuosa  tritt  zum  erstenmale  auf,  ebenso  Teirhnitnlo  hhitjfarcimta,  ausserdem  noch  viele 
Echinodermen  und  Bryozoen. 

Etwas  verschieden  verhält  sich  die  Ausbildung  dieser  Stufe  in  Niederbai ern,  wo  sie  als  sogenannter 
„Kieselnierenkalk"  eine  weite  Verbreifung  gefunden  hat.  Diese  Kieselnicrenkalke,  welche  ihren  bezeichnenden 
Namen  der  reichlichen  Führung  von  Kieselknollen  danken,  zeigen  kaum  eine  erkennbare  Schichtung,  sind  von 
heller,  fast  weisser  Farbe  und  dichtem  Geflige.  Ihre  Fauna  ist  charakterisirt  durch  das  Zurücktreten  der 
Ammoniten  und  das  Vorwiegen  der  Brachiopoden,  Echinodermen  und  Spongien.  Nicht  bloss  aus  dieser  Zusam- 
mensetzung der  Fauna  im  Allgemeinen  ergibt  sich  eine  Analogie  der  Kieselnierenkalke  mit  den  Mergeln  Hobn- 


ö 


1  Waageu,  Dei' Juni  iu  Fiaukeu,  Schwaben  und  der  Schweiz,  p.  114. 

tf* 


244  Georg  Bruder. 

Steins,  sondern  dieselbe  wird  nocli  auffallender  durch  das  Vorbandensein  von  acbt,  beiden  Gebilden  gemein- 
samen Arten. 

Begeben  wir  uns  um  den  Südraud  des  böhmischen  Massivs  weiter  nach  Osten,  so  treffen  vpir  erst  in  der 
Umgebung  von  Brunn  auf  Juraablagerungen,  welche  der  niitteleuroi)äischen  Juraprovinz  augehören.  Dieselben 
sind  in  jüngster  Zeit  von  0.  Uhlig  '  in  trefflicher  Weise  beschrieben  worden. 

Hier  ist  der  Horizont  des  Peltoceras  bimammatum  in  den  sogenannten  Ruditzer  Schichten  in  auffallend 
abweichender  Weise  entwickelt.  Dieselben  bestehen  nämlich  aus  weissen  Thonen  und  Sauden  mit  Einschlüssen 
versteinerungsfiihreuder  Kieselcoucretionen  und  Eisenerzen.  Der  Charakter  ihrer  Fauna  ist  nach  Uhlig  ein 
koralliner  und  zeichnet  sich  aus  durch  Mangel  an  leitenden  Cephalopoden,  dagegen  häufiges  Vorkommen 
vonBrachiopoden,  Echinodermen  und  Korallen. 

Ungeachtet  der  verschiedenen  Faciesentwickelung  haben  diese  Schichten  mit  den  in  Rede  stehenden 
Mergeln  sieben  Specics  gemeinschaftlich,  unter  denen  ich  RliijuchoneUa  morconca  und  EJiijnch.  Astieriana  beson- 
ders hervorheben  möchte. 

In  Polen  und  Schlesien  sind  die  plumpen  Felsenkalke,  welche  ebenfalls  unter  Dazwischentreten  zahl- 
reicher Amorphozoen  gebildet  wurden,  mit  unseren  Mergelu,  wenn  auch  nicht  in  petrographischer  Hinsicht,  so 
doch  in  Bezug  auf  Petrefactenfiihrung  übereinstimmend.  Unter  den  sechs  gemeinschaftlichen  Arten  befindet 
sich  wiederum  i('A(/HcA.  Astieriana  und  eine  Form  von  RIu/hcJi.  trilobata,  welche  nach  Uhlig  mit  Bhi/nch.  mora- 
vica  zu  identificiren  ist. 

Der  bituminöse  Tlion,  auch  „schwarze  Lage  oder  Lettenschicht"  genannt,  welcher  in  Hohnstein  die 
eben  besprochenen  Mergel  überlagert,  ist  in  Böhmen  entweder  nicht  aufgeschlossen,  oder  aber  es  fand  hier  eine 
abweichende  Entwiekeluiig  dieser  Etage  statt.  In  letzterem  Falle  würde  die  sogenannte  „faule  Wand"  das 
Äquivalent  derselben  darstellen.  Ein  verkiestes  Fragment  von  Ferisphinctes  convolutm  impressae,  welches 
sich  unter  den  böhmischen  Jurafossilien  vorfand  (a.  a.  0.  pag.  31),  dürfte  wahrscheinlich  dieser  Schichte 
entstammen. 

Die  spärlich  auftretenden  Versteinerungen  sind  zum  Theile  verkiest,  zum  Theile  verkalkt,  und  dann  noch 
mit  wohlerhaltenen  weissen  Schalen  versehen,  welche  überdiess  bei  einigen  Annnoniten  ein  buntes  Farbenspiel 
zeigen.  Hierin  ähneln  sie  in  höchst  auffallender  Weise  den  Petrefacten  aus  den  Ornatenthonen  von  Tschulkowo 
in  Russland. 

Für  die  Bestimmung  des  geologischen  Horizontes  dieser  Schichte  haben  die  Ammoniten  die  grösste  Bedeu- 
tung. Unter  ihnen  sind  Perisphincfes  convolutus,  Oppelia  semiplana,  Harpoceras  canaliculatum,  AmaltJieus  aUernans 
und  Amaltheus  teimiserrafus  schon  von  Oppel  und  Waagen  unter  den  Leitfossilien  der  Transversariusstufe 
angeführt.  Nebst  denselben  deutet  das  Vorkommen  von  Perisphincfes plicafilis,  Perisphinctes  viryulafus,  Peltoceras 
Geiiiitzii  sowie  Astarte  cor  data  und  Pleurotomaria  granulata  daraufhin,  dass  auch  noch  die  Zone  des  Ammaltheus 
cordatus  in  dieser  Etage  iln'e  Vertretung  gefunden  habe.  Die  verkalkten  Petrefacten  haben  sich  als  die  dem 
älteren,  die  verkiesten  als  die  dem  jüngeren  Horizonte  angehörigen  erwiesen. 

Die  Cordatus- Zone  ist  an  manchen  Localitäten  in  bedeutender  Mächtigkeit  entwickelt,  an  anderen 
Orten  auf  eine  ganz  dünne  Lage  reducirt.  In  ihrer  typischen  Ausbildung  finden  wir  sie  in  England,  Frankreich 
und  der  westlichen  Schweiz,  wo  sie  fast  ausschliesslich  aus  grauen  oder  schwarzen  Thonen  und  Mergeln 
besteht,  mit  reichlicher  Führung  von  verkiesten  Versteinerungen. 

In  Franken  ist  diese  Stufe  so  dürftig  entwickelt,  dass  sie  als  blosser  Anhang  zu  dem  Transversarius- 
Horizonte  abgehandelt  werden  kann.  Herr  Oberbergrath  (TÜmbel  hat  dieselbe  gar  nicht  von  letzterem  getrennt. 
Sie  bildet  nämlich  liier  das  sogenannte  Geodenlager  mit  Am.  Lambertl  und  Am.  biarmatus,  welches  im  Han- 
genden der  Ornatenthone  und  im  Liegenden  der  Transversariusschichten  auftritt. 

In  Niederbaiern  steht  der  eben  erwähnten  dürftigen  Entwickelung  der  Biarmatusstufe  die  zwar  nicht 
mächtige,  aber  paläontologisch  sehr  reichhaltige  Dingelreutherbank  entgegen,  welche  liier  aus  grauen  Mergel- 


1  Uhlig,  Jui-abiMuugen  in  der  Uingebiiug  vou  Brunn,  Neuinayer,  Beiträge  u.  s.  w.  1882. 


Die  Fauna  der  Jnraablagerung  von  Hohnstein  m  Sachsen.  245 

kalken  voll  Brauneisensteinpntzen  und  Glaukonitfasern  besteht.  Die  von  Amnion  mitgetheilte  Fossilienliste 
ergibt  Perisphinctes  plicatilis  und  Asteriaa  impressae  als  mit  den  Hohnsteiner  bituminösen  Thonen  gemein- 
same Arten. 

Auf  der  Ostseite  des  böhmischen  Massives  treten  uns  bei  Olomutschan  in  Mähren  die  Cordatus-  oder 
Biarmatusschichten  in  wesentlich  abweichender  Ausbildung  und  bedeutender  Mächtigkeit  entgegen.  Sie  bestehen 
hier  aus  weissen,  meist  dünngeschichteten  Kalksaudsteinen,  die  eine  bald  mehr  sandig-kieselige,  bald  mehr 
kalkig-mergelige  Beschafl'enheit  annehmen.  Paläontologisch  sind  sie  ausgezeichnet  durch  die  ungemein  starke 
Vertretung  des  Genu»  Peltoccrds,  sowohl  nach  Zahl  der  Species,  als  Häutigkeit  und  Grösse  der  Individuen. 
Unter  selben  findet  sich  zwar  keine  mit  dem  Hohnsteiner  Vorkommen  übereinstimmende  Art,  doch  erinnert 
Peltoceras  Geinäzü  in  seinen  Dimensionen,  in  der  raschen  Gehäusezunahme,  sowie  in  Gestalt  und  Stellung  der 
Rippen  an  Peltoceras  nodopetens  und  Peltoceras  instahile,  welche  Uhlig  a.  a.  0.  beschreibt  und  abbildet. 

PcrispJüiufes plicatilis  ist  hQiO\oxQ\\is(i\\im  in  den  Cordatusschichten  eines  der  häufigsten  Vorkomnniisse, 
obgleich  es  dortselbst  bis  in  die  Transversariusschichten  hinaufreicht. 

Im  polnisch-galizischen  Jura  sind  die  äquivalenten  Schichten  in  bedeutender  Mächtigkeit  als  wohl- 
geschichtete, weisse,  fossilreiche  Kalksfeine  entwickelt.  Sie  führen  hier  die  grosse  Form  des  Anialtheus  cordatus, 
und  haben  Perisplünctes  ■plicatilis,  Perispldndes  vinjidatus  und  Astarte  conkdu  mit  dem  schwarzen,  bituminösen 
Thou  von  Hohustein  gemein.  Perisphinctes  plicatilis  ist  nach  Römer  das  häufigste  Fossil  dieser  Schichten, 
welches  überall  dort,  wo  selbe  aufgeschlossen  sind,  gefunden  wird. 

Die  Tran  sversariusstufe  finden  wir  im  nordöstlichen  Franken  nur  diuch  eine  sehr  wenig  müchtige 
Lage  vertreten,  welche  aus  gelblichweissen  bis  röthlichen  Kalksteinen  besteht,  die  sich  durch  den  Einschluss 
von  pulverförmigen  grünen  Oolithkörnern  auszeichnen,  stellenweise  sind  dieselben  noch  überlagert  von  weichen 
grauen  Mergeln  mit  verkalkten  Pelrefacten.  Im  südwestlichen  Franken  gegen  Schwaben  zu  treten  an  ihre 
Stelle  Mergel  mit  zahlreichen  verkiesten  Versteiuerungen  in  Begleitung  der  Terebratula  (Aulacothyris)  impressae. 
Aus  den  Transversariusschichten  des  Staffelberges  führt  Waagen  (Jura  pag.  139)  unter  Anderem  auch  an 
Oppelia  semiplana  und  Harpoceras  canaliculatuin. 

Bei  Voglarn,  Dingelreuth  und  Münster  in  Niederbaiern  wu-d  die  Stufe  des  Peltoceras  fraiisversariuiu  ans 
zwei  Scliichtencomplexen  gebildet,  die  erste  Bank  besteht  aus  einem  Grünoolitlie  und  über  dieser  lagern  dichte 
weisslichgraue  Kalke,  hie  und  da  von  Mergelschnüreu  durchzogen.  Unter  den  von  Animo n  angeführten  Fos- 
silien dieser  Schichten  sind  nachstehende  auch  in  der  Lettenschicht  Holinsteins  enthalten:  Harpjoceras  canali- 
culattim,  Perisphinctes  convolutiis  impressae,  Perispirinctes  plicatilis,  AmaJtliciis  alternans,  Opellia  semiplana, 
Asterias  impressae. 

Da  unter  den  sechs  gemeinschaftlichen  Arten  sich  tünf  Ammoniten  befinden,  so  scheint  die  Übereinstim- 
mung des  geologischen  Horizontes  der  in  Rede  stehenden  Gebilde  mit  genügender  Sicherheit  erwiesen.  Der 
Ausfall  an  Brachiopoden,  Echinodermen  und  Spongien  dürfte  einem  Faciesunterschiede  zuzuschreiben  sein. 
Während  niindich  in  Niederbaiern  die  Transversariusstufe  als  Schwammschiclite  ausgebildet  ist,  etwa  nach  dem 
Typus  der  Birmensdorfer  Schichten,  spricht  die  Zusammensetzung  der  Fauna  der  Lettenschichte  Hohnsteins 
mehr  für  eine  Entwickeluug  als  Cephalopodenfacies,  da  die  Ammoniten  vorherrschen,  während  Brachiopoden 
und  Spongien  zu  fehlen  scheinen. 

Bei  Olomutschan  sind  die  iiellgelben,  nur  wenig  mächtigen  Kalksteine  dieses  Horizontes  grössten- 
theils  aus  Spongien  gebildet,  und  enthalten  überdiess  eine  charakteristische  Schwammfauna.  Trotz  der  hie- 
durcli  bedingten  verschiedenen  Faciesentwickelung  ist  die  Zahl  solcher  Fossilien,  die  sowohl  in  Hohnstein  als 
auch  in  Olomutschan  in  dieser  Stufe  gefunden  wurden,  eine  nicht  unbedeutende.  Es  sind  diess  folgende: 
Amaltheus  alternans,  Amaltheus  tenuiserratus,  Harpoceras  canaliculatuin  und  Perisphinctes p)licatilis.  Unter  densel- 
ben verdient  AmaltJmis  tenuiserratus  besondere  Beachtung. 

In  Polen  ist  dieser  Horizont  im  Regierungsbezirke  von  Krakau  bei  Paczaltowice  durch  hellgraue  Mergel 
und  weisse  Kalke,  zahlreiche  Spongien  enthaltend,  vertreten.  Harpoceras  caiialiculatum,  Amaltheus  alternans 
und  Perisphinctes  plicatilis  sind  als  gemeinschaftliche  Arten  hervorzuheben. 


246  Geor<i  Bruder. 

Im  benachbarten  Oberschlesien  l'ehlt  nacli  Römer'  die  Transversariusstufe  gänzlich,  beziehungs- 
weise bildet  sie  einen  Tlieil  der  Schichten  mit  der  grossen  Form  des  Amaltheus  cordatus,  welche  oben  beschrie- 
ben wurde. 

Aus  dem  Vergleiche  mit  den  gleichalterigen  Gebilden  von  Franken,  Niedcrbaiern,  Mähren,  Galizien  und 
Obersehlesien  geht  somit  hervor,  dass  die  bituminösen  schwarzen  Thone  eine  Fauna  bergen,  welche  in  den 
meisten  der  bezeichneten  Juragebiete  auf  zwei  geologische  Horizonte,  nämlich  jenen  des  AmaUheus  cordatus 
und  Pdtoceras  transversarium  vertheilt  ist.  Die  beiden  Flügel  der  um  das  böhmische  Massiv  bogenförmig 
gereihten  Juradepots  in  Franken  und  Oberschlesien  zeigen  eine  ähnliche  Concentrirung  der  Fossilien  in  einem 
Schichtencomplexe  wie  die  schwarze  Lage  bei  Hohnstein. 

Die  Hangendschichten  der  bituminösen  Thone  bestehen  aus  kalkhaltigen  Sandsteinen  und  Con- 
glomeraten,  weissen,  gelben  und  blutrothen  Thonen,  über  denen  unmittelbar  der  Granit  lagert.  Da 
dieselben  bisher  keine  Fossilien  geliefert  haben,  so  lässt  sich  über  ihr  Alter  nichts  Bestimmtes  angeben,  doch 
dürften  sie  höchst  wahrscheinlich  Gebilde  des  oberen  und  mittleren  Doggers  sein.  Letztere  Annahme  bezieht 
sich  besonders  auf  die  Sandsteine  und  Conglonievate.  Denn  in  Khaa  bei  Schönlinde  weisen  Belemnites  semi- 
hastatus  rotundus,  Leda  palmae,  Lucina  ci'.  zonai-ia,  Pecteu  pumilus,  Pecten  demissus  und  Inoceramus  fuscus  aus 
dem  grobkörnigen  Kalksandsteine  auf  dieses  Alter  hin.^ 

Einige  Versteinerungen  aus  der  Hohnsteiner  Kalkgrube,  darunter  ein  Fragment  von  Belemnites  (/ifiimfeus, 
Stepliiiiioceras  aiiceps  ornati  und  Plioladoiiitja  Murchisuiii,  über  deren  ursprüngliches  Lager  weder  die  Etiquette, 
noch  ihr  Erhaltungszustand  sichere  Anhaltspunkte  liefern,  welche  aber  doch  von  den  übrigen  im  Aussehen 
wesentlich  abweichen,  könnten  möglicherweise  aus  den  Greuzpartien  der  Lettenschichte  und  der  Sandsteine 
stammen.  Spuren  des  gelblichen  Saudsteines  sind  noch  an  Pholadomi/a  Murchisoni  wahrzunehmen.  Die 
genannten  Fossilien  berechtigen  zu  der  Vcrmntliung,  es  seien  bei  Hohnstein  auch  Schichten,  welche  dem 
mittleren  und  oberen  braunen  Jura  entsprechen,  zur  Ablagerung  gekommen. 

Die  sogenannten  Macrocephalus-Schichten  des  Krakauer  Gebietes,  welche  ans  grauen  bis  brauneu  grob- 
körnigen Sandsteinen  bestehen,  die  in  ihren  oberen  Lagen  in  sandige  Kalke  übergehen,  und  betreffs  ihrer 
Petrefactenführung  eine  Beisamnienlagerung  des  Bathonien  mit  dem  Callovien  erkennen  lassen, ■*  dürften  als 
äquivalente  Bildungen  anzusprechen  sein. 

■  Die  Eigenthün)lichkeit  der  vorwiegend  sandigen  Enfwickelung  des  mittleren  Doggerstockwerkes  in  den 
rings  um  das  böhmische  Massiv  auftretenden  Juradepots  der  mitteleuropäischen  Provinz,  sowie  das  innige  Ver- 
schmelzen der  oberen,  meist  wenig  mächtigen  Doggerlagen  in  paläontologiscli  schwer  zu  gliedernde  Schichten- 
Systeme  verdient  gewiss  bei  der  Deutung  der  Hangend-Sandsteine  in  Erwägung  gezogen  zu  werden. 

Dagegen  bestehen  keine,  den  bunten  Hangend-Tlionen  äquivalente  Bildungen  Jurassischen  Alters  in  den 
bezeichneten  Ländern.  In  Polen  und  Schlesien  überlagern  die  Eisenoolithe  des  mittleren  braunen  Jura  bunte, 
zum  Thoile  blutrothe  Thone  des  Keuper,  so  z.  B.  bei  Baiin,  Pomorzany,  Grabowa  und  Blanowiee,  welche 
übrigens,  analog  jenen  in  Sachsen  und  Böhmen,  keiue  Versteinerungen  geliefert  haben 

In  Mähren  liegen  die  Doggerablagernngen,  welche  dortselbst  aus  Kalksteinen  bestehen  und  durch  Ein- 
schlüsse von  abgerundeten  Qiiarzkörneru  ausgezeichnet  sind,  tlieils  über  Syenit,  theils  über  mitteldevonischem 
Kalkstein,  während  in  Niedcrbaiern  am  Rande  des  Urgebirgsmassives  zwischen  Passau  und  Ortenburg  die  zahl- 
reichen isolirten  Juragruppeu  unmittelbar  dem  Urgebirge  auflagern.  Sie  bestehen  fast  ausnahmslos  aus  den 
Gliedern  des  Dogger  und  Mahn  von  der  Stufe  des  Harpoceras  Murchisonae  bis  hinauf  zu  den  Kieselnierenkalken 
des  Bimamraatus -Horizontes.  Nur  bei  Voglarn  hat  G  Um  bei*  auch  noch  Spuren  des  Lias  mit  Aimdtheus  spinatits 
aufgefunden.  In  dem  Zuge  von  Jiiragebilden,  welcher  sich  vom  Maierhofe  au  der  Wolfach,  südlich  von  Zeitlarn 


1  Roemer,  Geologie  von  Oberschlesien,  p.  255. 

'  Bruder,  Neue  Beiträge  z.  Kenntn.  d.  Jiiniablagerung  im  nördl.  Bobinen,  p.  19. 

s  Hohenegger,  Geognostisclie  Karte  des  ehemaligeu  Gebietes  von  Ki-alcau,  Denkachr.  d.  kais.  Aliad.  d.  Wissensch., 
Bd.  XXVI,  Abth.  U,  p.  249. 

*  Gümbel,  Geogaostische  Besclireibnng  d.  ostbayeiisch.  Öreuzgeb.,  p.  CJG. 


Die  Fauna  clrr  Jurciahlarjeruvci  von  HoIniKfein  in  Sachsen.  247 

bis  nach  Söldenan  hinzieht,  entsprechen  die  gelblich  oder  grau  gefärbten  Kalksteine,  die  über  dem  Kiesel- 
nierenkalke liegen,  der  Stnfe  der  OppeJia  leniiilohato.  Das  Fehlen  des  Lias  und  der  ältesten  Doggerhorizonte 
haben  die  bölunisch-sächsischen  Juragebilde  mit  den  übrigen  um  das  alte  böliniische  Festland  gruppirten 
Juradepots  gemeinsam,  ebenso  das  Vorherrschen  der  vorzugsweise  als  Scyphienf'aeies  entwickelten  Bimam- 
matus-Stufe. 

Rückblick. 

Das  böhmische  Massiv  wurde  zur  mittleren  und  jüngeren  Jurazeit  im  Westen,  Süden,  Osten  und  Nordosten 
vom  Meere  umspült,  dagegen  hing  es  im  Nordwesten,  also  an  der  Erzgcbirgsseite,  mit  der  deutsch-französischen 
Festlandmasse  zusammen.  Die  Annalime  einer  Verbindung  des  helvetogermanisclien  Jnrameeres  mit  der  juras- 
sischen Nordsee  über  Passau,  Linz,  AVien,  dann  nordöstlich  entlang  den  Sudeten  bis  in  die  Gegend  von  Krakau 
gründet  sich  auf  die  grosse  Übereinstimmung,  welche  zwischen  den  Faunen  der  schwäbisch -fränkischen  und 
schlesisch-polnischen  Juraablagerungen  besteht,  sowie  auf  das  Vorkommen  zerstreuter  Juradepots  in  Nieder- 
baiern  und  Mähren,  welche  sich  ebenfalls  dem  Typus  der  mitteleuropäiselien  Provinz  Neumayr'sanschliessen.' 
Diese  zuerst  von  Neumayr  und  Römer  geäusserte  Ansicht  wurde  in  neuerer  Zeit  von  Ammon  und  Uhlig 
bestätiget.  Letzterer*  glau))t  jedoch,  dass  die  Communication  der  liciden  Meere  mit  dem  Schlüsse  des  Oxiordien, 
also  noch  vor  Ablagerungen  der  Tenuilobatusschichten  aufgehoben  worden  sei,  indem  sowohl  in  Mähreu,  als 
auch  in  Polen  keine  denselben  analogen  Juragebilde  vom  schwäbisch-fränkischen  Typus  bekannt  seien. 

Aus  den  Ergebnissen  meiner  Studien  über  den  böhmisch-sächsischen  Jura  folgt  jedoch,  dass  während  der 
Bildung  des  Tenuilobatusliorizontes  diese  Verltindung  mit  dem  süddeutschen  Meeresarme  noch  fortbestanden 
haben  müsse,  denn  nur  unter  dieser  Voraussetzung  ist  die  vollkommene  Übereinstimmung  zwischen  der  Fauna 
der  Sternberger  und  Hohnsteiner  Ammonitenkalke  mit  jenen  der  Radener  Schichten  der  Schweiz,  dem  Horizonte 
der  Kragenplanulaten  (7)  Schwabens,  der  Thalmässinger  Schichten  Frankens  und  der  Söldeuauer  Schichten 
Niederbaicrns  erklärbar.  Die  innigen  Beziehungen  zu  denselben  sind,  wie  aus  der  am  Scldusse  beigelegten 
Tabelle  A  iiervorgeht,  durch  nahezu  dreissig  gemeinsame  Arten  nachgewiesen,  während  solche  zu  den  Malm- 
ablageruugen  Norddeutscldands  in  gleichem  Grade  nicht  bestehen. 

Ich  glaube  somit,  dass  die  Kuditzer  Schichten  Uhlig's  als  eine  isopische  Entwickelung  der  Bimammatus- 
und  Tenuilobatusstufe  aufzufassen  sind.  Letzterer  hebt  übrigens  selbst  hervor,  es  reiche  ein  nicht  unbedeu- 
tender Tlieil  ihrer  Fauna  bis  in  den  Horizont  der  Oppelia  kimilohatu  hinauf,  während  er  seine  Annaimie  der 
ausschliesslichen  Vertretung  des  Bimammatus-Horizontes  nur  auf  das  Vorkommen  von  Glijpficus  lnero(jliphkus 
stützt.  Dasselbe  ist  jedoch  gewiss  auch  nut  der  Annahme  einer  isopischen  Entwickelung  der  oben  bezeichneten 
Malmhorizonte  in  den  Ruditzer  Schichten  Mährens  vereinbar.  Die  Armuth  an  Cephalopoden  dürfte  in  dem  mehr 
corallinen  Charakter  ihrer  Fauna  begründet  sein.  In  ähnlicher  Weise  ist  die  etwas  abweichende  Zusammen- 
setzung der  Fauna  der  mittleren  Malmschichten  des  polnischen  Gebietes  durcli  deren  Ausbildung  in  der  Scy- 
phienfacies  bedingt,  im  Gegensatze  zu  den  als  „Ammonitenkalke"  entwickelten  Tennilobatusschichteu  Böhmens 
und  Sachsens. 

Versucht  man  aus  der  verschiedenen  Faciesentwickelung,  der  in  den  besprochenen  Nachbarländern  des 
böhmischen  Massives  auftretenden  Jurahorizonte,  einen  Sciduss  zu  ziehen  auf  die  Tiefenverhältnisse  des  Meeres 
aus  welchen  sie  zum  Absätze  kamen,  so  gelangt  man  zu  nachstehendem  Resultate. 

Zu  Ende  der  Liasperiode  hat  eine  Verbindung  der  Nordsee  mit  dem  helvetogermanischen  Meeresarme  nur 
im  Westen  bestanden,  während  das  Gebiet  von  Schlesien,  Polen  und  Mähren  ein  mit  dem  böhmischen  Massive 
zusammenhängendes  Festland  bildete,  was  aus  dem  gänzlichen  Fehlen  von  Liasschichten  in  diesen  Ländern 
hervorgellt. 


1  Neumayr,  Jahrbuch  d.  k.  k.  geol.  Keichsanstalt  1871,  p.  .521.  (Jurastudien.) 

2  V.  Uhlig,  Die  Jurabilduiiffcn  in  derUuigeb.  von  Brunn.  Beitiäge  zur  Paläontologie  Österreich- Ungarns,  von  Neumayr 
und  Mojsisovica,  Wien  iss-j,  I.  Bd.,  p.  14.3. 


248  Georg  Bruder'- 

Von  dieser  Gliederung  des  Meeres  wesentlich  verschieden  ergibt  sich  die  Vertheilung  von  Wasser  und 
Land  während  der  mittleren  Dogger-  und  Malmperiode.  Mit  Beginn  der  ersteren  machte  sich  ein  allmähliges 
Wachsen  des  Festlandes,  und  damit  Schritt  haltendes  Zurückweichen  des  Meeres  im  westlichen  Mitteleuropa 
geltend,  so  dass  sich  nach  und  nacii  ein  zusammenliiingender  französisch-deutsch-böhmischer  Läudercomplex 
herausbildete,  während  im  Osten  eine  Ausbreitung  der  Wassermassen  stattfand,  die  bis  zu  einer  vollkommenen 
Vereinigung  der  nördlichen  und  südlichen  Meerestheile  über  den  heutigen  Gebieten  von  Polen,  Mähren,  Ober- 
und  Niederösterreich  führte. 

Der  Rückzug  des  Meeres  im  Westen  und  dessen  Übergreifen  über  bestehendes  Land  im  Osten  des  böh- 
mischen Massivs  erscheinen  in  einer  genetischen  Beziehung  zu  einander.  Durch  Senkung  des  polnisch-mährischen 
Gebietes  unter  das  Niveau  des  Meeres  war  ein  Abfliessen  der  Gewässer  nach  Osten  bedingt,  wodurch  der 
Spiegel  desselben  vertieft  werden  musste,  so  dass,  bei  gleichzeitiger  Hebung  des  Meeresgrundes  im  AVesten, 
hier  eine  Trockenlegung  der  seichteren  Uferstellen  stattfinden  konnte,  welche  bis  zu  der  Bildung  des  zusammen- 
hängenden Festlandes  von  Mittelfrankreich,  Süddeutschland  und  Böhmen  führte. 

Wann  sich  die  Vereinigung  des  so  entstandenen  polnisch -mährischen  Beckens  mit  dem  schwäbisch- frän- 
kischen vollzogen  hat,  lässt  sicli  nicht  bestimmt  ermitteln.  In  Schlesien  und  Polen  sind  nach  Römer  bereits 
Schichten  mit  Inoceramus  polyplocus  und  Am.  Parkinsoni  zur  Ablagerung  gekommen,  dagegen  scheinen  diese 
Gebilde  in  Mähren  nachUhlig  (1.  c.  pag.  143)  gänzlich  zu  felilen,  so  dass  die  Transgression  des  südlichen 
Meeresarmes  wohl  erst  am  Schlüsse  der  Doggerperiode  stattgefunden  hat. 

Die  Küsten  des  böhmischen  Festlandes  müssen  zur  Zeit  der  Umfluthung  durch  das  Malmmeer  im  Nord- 
osten und  Südwesten,  also  längs  des  heutigen  Iser-  und  Riesengebirges  einerseits  und  des  Böhmerwaldes 
anderseits,  sehr  steil  gewesen  sein,  weil  die  an  denselben  in  unmittelbarer  Nähe  des  Urgebirges  zum  Absätze 
gekommenen  jüngeren  Juraschichten  Gebilde  der  Tiefsee  sind,  was  aus  ihrer  Entwickelung  tiieils  in  der 
Scyphien-,  theils  in  der  Ceplialopddenfacies  mit  Bestimmtheit  hervorgeht. 

Fuchs  bemerkt  in  seiner  Abhandlung  über  Tiefseebildungen'  ausdrücklich,  dass  Tiefseethiere  bei  steilen 
Küstenbildungen  ihren  eigentlichen  Sitz  in  der  Nähe  derselben  haben,  und  dass  der  weitaus  reichste  und 
wichtigste  Theil  der  Tiefseefaunen  einen  verhältnissmässig  schmalen  Saum  längs  der  Ufer  einnimmt. 

Für  die  Ablagerung  in  grosser  Tiefe  spricht  auch  der  Umstand,  dass  die  Ammoniten  und  viele  Zweischaler 
in  den  Kalken  nur  als  Steinkerne  erhalten  sind,  wie  solches  auch  bei  den  äquivalenten  Gebilden  Schwabens  und 
Frankens  der  Fall  ist.  Denn  die  Firfahrung  hat  gelehrt,  dass  der  in  grosser  Tiefe  abgesetzte  Kalkschlamm  auf 
zartgebaute  Molluskenschalen  eine  auflösende  Wirkung  ausübt,^  während  thonige  Ablagerungen,  selbst  wenn 
sie  in  bedeutenden  Tiefen  gebildet  wurden,  dieselben  zumeist  noch  in  vorzüglicher  Erhaltung  zeigen. 

Im  Südosten,  also  auf  mährischem  Boden,  sprechen  die  Ruditzer  Schichten  mit  dem  corallinen  Charakter 
ihrer  Fauna  und  der  sandigen  Beschaffenheit  ihres  Materiales,  wie  auch  Uhlig  (1.  c.  pag.  144)  hervorhebt, 
für  eine  grössere  Seichtigkeit  des  denselben  bedeckenden  Meerestheiles. 

Nach  Absatz  der  Tenuilobatusschichten  hat  das  Meer  jedenfalls  dieses  Gebiet  wieder  verlassen,  da  jüngere 
Ablagerungen  hier  gewiss  nicht  mehr  zum  Absätze  gekommen  sind,  und  allem  Anscheine  nach  sich  weiter 
gegen  Nordosten  ausgebreitet;  vielleicht  durch  eine  stetige  Vertiefung  des  Meeresgrundes  im  polnisch- 
russischen Becken  hiezu  veranlasst.  Die  bedeutende  Mächtigkeit  der  weissen  Kieselnierenkalke,  welche  dort- 
selbst  den  höchsten  Jnrahorizont  einnehmen,  könnte  wenigstens  in  diesem  Sinne  gedeutet  werden. 

Aus  dem  oben  Dargestellten  geht  hervor,  dass  die  Juraablagerungen  Sachsens  und  Böhmens  von  einem 
Meerestheile  gebildet  wurden,  welcher  einerseits  mit  der  über  ganz  Norddeutschland  sich  ausbreitenden  juras- 
sischen Nordsee,  anderseits  durch  das  iiolnisch-mährische  Becken  mit  dem  helveto  germanischen  Jura- 
meer in  offener  Verbindung   stand.   Die  grosse  Übereinstimmung   der  Faunen    der  böhmisch -sächsischen 


1  Fuchs,  Tiefseebilduugen,  Neues  Jahrb.  f.  M.  1883,  II.  Beilageband,  p.  49-J. 

2  Fuchs,  1.  c,  p.  512. 


Die  Fauna  der  Juraablaf/erung  von  ILAindehi  in  Sachsen.  249 

Malinhorizonte  mit  jenen  der  entlegenen  Gebiete  Siiddentschlands  und  der  Schweiz  muss  gewiss  auffallen,  da 
eine  solche  in  gleichem  Grade  für  die  benachbarten  äquivalenten  Gebilde   Norddeutschlands  nicht  besteht. 

Diese  beachtenswerthe  Erscheinung  kann  wohl  nur  in  den  abweichenden  Tiefenverhältnissen  des  mittel- 
europäischen Juiameeres  ihre  Ursache  gehabt  haben,  d.  h.  mit  anderen  Worten :  durch  verschiedene  Facies- 
entwickeluug  hervorgebracht  worden  sein.  Während  die  rings  um  das  iiöhmische  Massiv  grnppirten  Malm- 
ablagerungen, sowie  auch  jene  Schwabens  und  Fraukens  fast  durchwegs  entschiedene  Tiefseebiidungen  sind, 
kamen  die  Meigel  und  unreinen  Kalke  des  norddeutschen  Korallenoolith  und  des  Kiranieridge  auf  seichtem 
Untergrunde  zum  Absatz.  Im  nordwestlichen  Deutschland  bringt  die  Fauna  der  untern  und  mittleren  Malm- 
horizonte das  allmälige  Siid<en  des  Meeresspiegels  in  klarer  Weise  zum  Ausdruck. 

Die  Hersumer  Schichten,  welche  aufweite  Strecken  hin,  sowohl  in  pctrograpliischer  Hinsicht  als  auch  durch 
iiire  Petrefaktenführung,  eine  gewisse  Gleichartigkeit  erkennen  lassen,  zeichnen  sich  hierdurch  nocii  mehr  aber 
durch  ihren  verhältnissmässigeii  Reichtlnim  an  Aninioniten  gegenüber  den  höheren  Zonen  aus. 

Das  Vorkommen  von  ['crisplii/iiic^i  pUvatilis,  AmmiiUlieHs  conhitim  und  Lamberfi  haben  sie  mit  den  gleich- 
zeitigen Ablagerungen  Sachsens,  Schlesiens,  Polens,  Russlands,  Miihrens  und  SUddeutschlands  gemeinsam. 
Die  Peraiinatu.sschichten  dieser  Gebiete  besitzen  somit  einen  universellen  Cliarakter,  der  nur  möglich  wurde 
bei  Absatz  aus  einem  grossen  offenen  Oecan.  Der  Horizont  des  Korallenoolith  (Schichten  d.  Cidaris  fIori(/eiiuna, 
Zone  des  Peltoceras  bimammaium)  und  in  noch  liöherem  Grade  die  Kimmeridge-  und  Portlandschichfen  Nord- 
deutschlands sind  bereits  in  seichterem  Wasser  entstanden,  und  letztere  durch  ilne  Faunen  als  entschiedene 
UitoralbilduDgen  charakterisirt.  Ihr  Studium  ergali,  dass  vollständig  glcichalterige  Ablagerungen  von  genau 
üi)ereinstimmendcr  Faciesentwickelung  bei  ziemlicli  geringer  Horizoutalentfernung  wesentliche  Abweichungen 
zeigen,  so  dass  hier  die  starke  Beschränkung  im  Ausgleiche  der  Lebewesen  recht  deutlicli  zum  Aus- 
drucke kommt. 

Nur  unter  Berücksichtigung  dieser  Faktoren  wird  die  Zusammensetzung  der  Fauna  der  Honsteiner  Jura- 
schichten verständlich. 

Die  schwarzen  Thone  der  „Lettenschicht",  welche  als  die  Äquivalente  der  Hersumer  Schichten 
aufzufassen  sind,  haben  mit  selben  Pen'siikiiidef:  pJ/mtilis  gemeinsam,  dagegen  kommen  Ammnltheus  aUernans, 
Am.  tonmerratus,  Perisphinctes  riiujii/dtiis,  Hnrpoceras  ranaliculatum,  sowie  grosse  Peltocerasarten  nur  in  den 
östlich  und  südlich  gelegenen  Transversarius-  und  Cordatusschichteu  vor,  offenbar  da  in  diesen  Gebieten  die 
Lebensbedingungen  für  Ammoniten,  in  Folge  bedeutenderer  Tiefe,  sich  günstiger  gestaltet  hatten.  In  der  über 
den  Hersumer  Schichten  liegenden  Korallenbank  ist  Gri/phdcd  diiatata  und  Ostrea  hastdlata  häutig,  während 
selbe  weiter  oben  in  der  Schicht  mit  Pecieu  mr/ans  schon  seltener  wird.  Möglich,  dass  für  diese  grösste 
Gryphae^  hier  bereits  das  Meer  zu  seicht  geworden  war,  während  bei  Hohnstein  die  Bedingungen  für  ihre 
Existenz  noch  fortdauerten. 

Da  die  Schichten  der  Cidaris  fiorigemma 

aj  oberer  Korallenoolith  (Zon.  d.  Peetm  mrians), 

h)  unterer  Korallenoolith  iZon.  d.  Ost.  ranfeHnris  und  Korallenbank) 

in  Norddeutschland  durchgeliends  in  der  corallinen  Facies  entwickelt  sind,  so  ist  schon  Iderdurch  das  Zurück- 
treten der  Ammoniten  in  ihnen  bedingt.  Trotz  der  abweichenden  Facies  haben  sie  mit  den  Hohnsteincr 
Bimammatus  Mergeln  Gryphaea  diiatata,  Ostrea  hastellafa,  Rlujncli(iiii'/I((  pinguis,  Terebratula  hnmeralls.  Col- 
lyriti\s  hicorddtus  und  Holedijpus  conitliiuis  gemeinsam.^  Hievon  ist  Gri/phaea  diiatata  auf  Norddeutschland 
beschränkt.  Rlii/iichoiiclla  pii/i/iiis,  welche  ein  häufiges  Vorkommen  des  norddeutschen  Korallenoolith  ist,  wird 
aus  Polen,  Mähren,  Niederbaiern,  Franken  und  Schwaben  nicht  angegeben.  Colli/rites  bicordalus,  eine  vorzugs- 
weise auf  Norddeutschland  beschränkte  Form,  wurde  von  U  lilig'  in  einem  Exemplar  in  den  Ruditzer  Schichten 


'  Fuchs,  1.  c,  p.  51-2.  Die  Grypliacu  des  tiefen  Wjisscms  müsson  /,u  dpii  grossen  Conchylien  gerechnet  werden. 

-  Uhlig.  1.  c.  )).  199. 

'  D:unes,  Zcitscbr.  der  deutsch,  ^'eolog.  Gesellsch.,  Bd.  XXVI,  p.  '210. 

Uentschriftea  dar  luatbem.-aaturw.  Gl.  L.  Bd.  Abhandluugen  von  Niclitmitgliedorn.  g-g- 


250  Georg  Bruder, 

Mährens  gefunden,  während  er  in  den  Hohnsteiner  Mergeln  sehr  häufig  auftritt.  Holedypus  coralUnus  aber  ist 
eine  beiden  Gebieten  gemeinsame  Art,  doch  soll  hervorgehoben  werden,  dass  selber  in  Polen  und  Mähren  bis- 
her noch  nicht  aufgefunden  wurde,  aus  Hohustein  aber  in  mehreren  Exemplaren  vorliegt. 

Terehratiila  suhsella  scheint  hier  etwas  früher  aufzutreten,  denn  in  Norddeutschland  beschränkt  sich  ihr 
Vorkommen  auf  das  untere  und  mittlere  Kimmeridge,  doch  lässt  sich  hierüber  nicht  mit  vSicherheit  entscheiden, 
da  die  Möglichkeit  nicht  ausgeschlossen  ist,  dass  die  jüngeren  Lagen  der  zwischen  den  Thonen  und  Kalken 
eingeschalteten  Mergel  bereits  dem  Kimmeridge  entsprechen. 

Endlich  darf  das  Vorkommen  der  Spongien  nicht  unerwähnt  bleiben,  welche  zwar  ans  den  Mergeln  von 
Hohnstein  nur  in  einigen  wenigen,  wegen  des  ungünstigen  Erhaltungszustandes  kaum  bestimmbaren  Stücken 
vorliegen,  von  denen  jedoch  die  thonige  Lage  zwischen  den  Animoniten-  und  den  Brachiopodenkalken  von 
Sternberg  bei  Zeidler  in  Höhnien  zalilrciche  und  wohlerhaltene  Exemplare  verschiedener  Gattungen  und  Arten 
geliefert  hat,  die  sämmtlich  mit  solchen  aus  den  mittleren  Malmgebildcn  Polens  und  .Süddeutschlands  über- 
einstimmen. 

Die  unteren  und  mittleren  Kimmeridgeschiehten  Norddeutschlands,  welche  sich  durcli  ihren  grossen  Keich- 
tiiuni  au  Gastropoden  sowohl  nach  Zahl  der  Gattungen  und  Arten  ;ils  auch  Menge  der  Individuen,  dagegen 
auffallende  Arnuitli  an  Cephalopoden  und  vollständigen  Mangel  an  Schwämmen  auszeichnen,  sind  hiednrch  als 
Litoralbildungen  charakterisirt.  —  Es  ist  aus  diesem  Grunde  nicht  zu  erwarten,  dass  zwischen  deren  Fauna 
und  jener  der  Mergel  und  Kalke  Hohnsteins  eine  auffallende  Übereinstimmung  bestehen  könne,  auch  wenn 
die  Meerestheile,  aus  welchen  sie  abgesetzt  wurden,  in  offener  Verbindung  gestanden  sind.  —  Letzteres  musste 
in  der  That  der  Fall  gewesen  sein,  denn  PhoJmlomya  multicosata^  Madromija  ruyosa,  Pleuromya  tellina  var. 

Voltzi,  Triyoniu  papillata,  Modiobt  mhnnpiipliada,  sind  bisher  nur  aus  Kimmeridgeschiehten  des  nordwestlichen 
Europa  bekannt,  während  sie  den  Malmablagerungen  Polens,  Mährens  und  .Süddeutschlands  fehlen.  Dieselben 
mussten  demnach  aus  dem  nordwestdeutschen  Jurameere  zugewandert  sein.  Die  Geschlechter  Fholadomya, 

Pleuromya,  Tr/yoiiiK  und  Modiola  sind  nicht  ausschliesslich  an  seichtes  Wasser  gebunden,  selbst  unzweifelhafte 

Tiefseeablagerungen  liaben  Vertreter  derselben  aufzuweisen. 

Die  auf  tiefes  Wasser  beschränkten  Ammoniten,  sowie  die  seichten  Grund  liebenden  Gastropoden  konnten 

dagegen  trotz  Nachbarschaft  und  iiffener  Meeresverbindung  ihre  Wohnplätze  nicht  vertauschen. 

Endlich  fehlt  es  auch  nicht  an  Arten,  welche  beiden  Gebieten  gemein  sind,  so  z.  B.  F/eHrofomaria  supra- 
jurensis,  Peden  suhtextoritis,  Odrea  TImrinamü,  Ostrea  Bönwri  und  TerebratuUna  substriata. 

Es  steht  übrigens  zu  erwarten,  dass  eine  monographische  Bearbeitung  der  Fauna  des  oberen  Jura  von 

Polen  noch  manchen  sehr  werthvoUen  Auhaltspuidvt  für  die  Beurtheilung  dieser  ^'erhältnisse  liefern  werde.  So 

weit  mir  polnische  Malmversteinerungen  bekannt  geworden,  herrscht  besonders  in  Bezug  auf  Brachiopoden  und 

Ammoniten  eine  auffallende  Übereinstimmuug  der  Formen. 


Paläontologisclier  Tlieil. 

In  diesem  Abschnitte  fanden  hundert  und  eine  Art  Aufnahme.  Es  ergaben  sich  acht  neue  Species,  zwei- 
undzwanzig Formen  konnten  in  Folge  ungünstigen  oder  unvollständigen  Erhaltungszustandes  nur  mit  einem 
conf.  bezeichnet  werden,  die  übrigen  gehören  bereits  bekannten  Arten  an,  welche  den  Juraablagerungen  der 
mitteleuropäischen  Provinz  eigenthümlich  sind.  Nur  wenige  Reste  erwiesen  sich  als  ganz  unbestimmbar. 

Grössenangaben  wurden  bei  bereits  beschriebenen  Arten  absichtlich  vermieden  und  Literaturausweise  auf 
ein  Minimum  beschränkt,  jedoch  die  Quellen  für  eine  ausführliche  Synonymik  an  Ort  und  Stelle  angedeutet. 
Unter  diese  wurden  auch  Cotta's  Bestimmungen,  so  weit  dieselben  aus  vorhandenen  Originaletiquetten  oder 
der  gegebenen  Beschreibung  ermittelt  werden  konnten,  aufgenommen. 


Die  Fauna  der  Juraablagerunri  von  Hohnstein  in  Sachsen.  251 

Solche  Arten,  welche  ich  in  meinen  Abhandinngen:  „Über  die  Jnragebilde  im  nördlichen  Böhmen"  bereits 
abgebildet  und  ausführlich  besprochen  habe,  wurden  in  der  vorliegenden  Arbeit  nur  kurz  erwähnt  und  auf  die 
betreffenden  Notizen  verwiesen. 

Der  Anordnung  des  Stoffes  und  der  Bezeichnung  der  Gattungen  wurde  Zittel's  Handbuch  der  Paläon- 
tologie zu  Grunde  gelegt. 

Pisces. 

S  e  1  a  c  li  i  e  r. 

Plesiodus  ^S.  pustulosus  Wagner. 
Taf.  II,  Fig.  1. 

18C1.    PlesioduH  jmstnlosHs  Waguer.   Monographie  der  fossilen  Fische  aus  den  lithograpliisehen  Schiefern  Baierns,  \).  S^, 
Taf.  IV,  Fig.  -2. 

Die  Abbildung  ist  nach  einem  sorgfältig  ausgeführten  Gypsmodclle  angefertigt  worden,  welches  in  der 
Sammlung  des  geologischen  Institutes  der  königlieh  sächsischen  Bergakademie  zu  Freiberg  aufbewahrt  wird. 
Das  Original,  welches  laut  Etiquette  sich  in  Händen  des  Grundbesitzers  des  Hohnsteiner  Kalkbruches  befinden 
soll,  konnte  ich  leider,  trotz  eifrigen  Nachforschens,  worin  mich  auch  die  Herren  Professoren  Geheimrath 
Geinitz  und  A.  Stelzner  freundlichst  unterstützten,  nicht  mehr  eruiren.  Das  Modell  zeigt  fünf  Längsreiheu 
von  Pflasterzähnen,  welche  nach  vorne  convergiren.  Die  vorderste  Qnerreihe  trägt  die  kleinsten  Zähne  von 
ovnlkegelförmiger  Gestalt  mit  bauchig  gewölbter  Spitze.  In  der  zweiten  Querreihe  besitzt  nur  noch  der  am 
rechten  Aussenrande  stehende  eine  ähnliche  Gestalt  wie  die  Zähne  der  ersten  Reihe,  die  vier  übrigen  sind 
schon  flacher  und  lassen  nur  in  der  Mitte  ein  feines  Spitzchen  erkennen.  Die  Zähne  der  dritten  Reiiie  sind  noch 
etwas  grösser  und  flacher.  Jene  der  letzten  Reihe,  vier  an  Zahl,  sind  die  grössten,  haben  einen  fast  kreisrunden 
Umfang,  sind  ebenfalls  flach  mit  kleiner,  kaum  bemerkbarer  zizenartiger  Pustel  im  Centrum.  Der  grösste  Zahn 
hat  einen  Durchmesser  von  9""",  während  Wagner's  Original  solche  bis  zu  10""°  aufweist.  Im  ganzen  sind 
auf  der  beschriebenen  Zahnplatte  19  Zähne  in  ihrer  nittürlichen  Stellung  erlialten,  sie  ist  aber  keineswegs 
vollständig,  und  dürften  zu  ihrer  Ergänzung  noch  ziemlich  viele  abgehen. 

Ein  weiteres  Modell,  sowie  ein  Fragment  mit  6  kleinen  Zähnchen,  und  ein  isolirler  Zahn  sind  im  Besitze 
des  geologischen  Museums  der  Berliner  Universität.  Es  ist  auffallend,  dass  in  den  festen  Kalken  von  Hohu- 
stein,  welche  dem  Tenuilobatushorizont  entsprechen,  Reste  dieses  Fisches,  oder  doch  jedenfalls  einer  sehr 
nahestehenden  Art  gefunden  wurden,  da  solche  bisher  nur  aus  den  lithographischen  Schiefern  Baierns 
bekannt  sind.  Auch  Lepidotm  yigaitfeus  aus  den  P^erofe/'«s-Schiciiten  Hannovers  ist  eine  im  Gebiss  verwandte 
Form.  * 

Mollusken. 

A.  Cephalopoden. 
Belemnites  cf.  (jUjanteus  Schloth. 

Es  liegt  nur  ein  Stachelfragment  vor,  welches,  da  sowohl  Spitze  als  Alveole  fehlen,  nicht  mit  Sicherheit 
bestimmbar  ist.  Der  elliptische  Umriss,  der  durch  einen  grössten  Durcinnesser  von  40'"'"  und  einen  kleinsten 
gleich  28"""  bedingt  ist,  so  wie  die  angegebenen  bedeutenden  Dimensionen  sprechen  für  die  obige  Deutung. 

Über  sein  Lager  ist  ein  Urtheil  nicht  möglich,  da  Belemniteu  sowohl  in  den  Sauden  als  auch  in  den 
Kalken  von  Hohnstein  und  Sternberg  gefunden  wurden,  ich  glaube  aber,  dass  er  aus  den  ersteren  stammen 
dürfte,  Bele)iinite:i  f/if/aiiteua  ist  ein  Leitfossil  des  mittleren  Dogger. 

Das  beschriebene  Exemplar  ist  Eigenthuni  des  königlich  miueralogisclieu  und  geologischen  Museums 
in  Dresden. 


1  Flicke,  Foss.  Fische  d.  ol).  .Tnra  von  Hannover.   Palaeontogr.  Bd.  XXII,  p.  .377,  Taf.  IV,  Fig.  7.  (L.  yiganteus  =  cf. 
f'l.  pustulosus.) 

es* 


2ö2  Georg  Bruder. 

ßelemiiites  (Belemnopsis)  cf.  posteanalivtilatu.s  Bind  er. 

I8.H8.    lieh-miiiUs  /■amdiculatm  Cotta,  Geogn.  Wanderung-en,  II.  Theil,  p. '2!t. 

1881.  „  sp.  Brudei-,  Zur  Kemitniss  u.  s.  w.  Sit/.img,sb.  d.  Akad.  d.  Wiss.  Bd.  LXXXIII,   I.  Abtli.    p.  20. 

1882.  „  2"^slcuiudkulutU!i  Bruder,  Neue  Beiträge  u.  s.  \v.  Sitzungsb.  d.  Akad.  d.  Wiss.  iu  Wieu,  Bd.  LXXXV,  p.  8, 

Taf.  I,  Fig.  4—5. 

Es  liegen  fünf  Rriiclistiicke  dieses  Belemuiten  vor,  welcher  durch  seine  deutlich  zusammengedrückte 
Scheide  und  die  rundliche  last  bis  an  die  Spitze  reichende  Furche  ciiarakterisirt  ist.  Das  Auftreten  dieser  Form 
im  Sandsteine,  der  sogenannten  Sandwand  im  Liegenden  der  Mergel  und  Kalksteine  (Cotta  a.  a.  o.  pag.  29), 
also  in  einer  Schicht,  welche  jünger  ist  als  die  letzteren,  spricht  ebenfalls  für  die  Übereinstimmung  mit  dieser 
bereits  aus  Sternberg  bekannten  Art,  während  in  Folge  des  ungünstigen  Erhaltungszustandes  eine  sichere 
Untersclieidung  von  der  nahe  verwandten  Form  BelcnDiifes  canalicuJatus  des  Dogger  nicht  möglich  ist. 

Die  Exemplare  befinden  sich  in  der  Sammlung  des  königlich  sächsischen  Museums  zu  Dresden. 

JBelemnites  (HiboUtes)  unicanaliculatus  Ziet. 

1881.    Belemnites  uniainaliculatus  Bruder,  Zur  Kenntniss  der  Juraablagerung  von  Sternberg,  p.  19  (65),  Taf.  I,  Fig.  1  u.  2. 

Die  vorliegenden  sieben  Fragmente  entsprechen  verschiedenen  Partien  der  Scheide  und  gestatten  die 
Identificirung  mit  dieser  Art. 

Die  Exemplare  befinden  sicli  im  mineralogischen  und  geologischen  Museum  zu  Diesden. 

Aspidoceras  sp. 

Es  liegen  mehrere  Exemplare  von  Riesenbispinosen  ^■or,  welche  bei  unvollkommenem  Erhaltungszustand 
Durchmesser  von  140  bis  200'"'"  besitzen.  Der  gekammerte  Theil  erscheint  mit  ähnlichen  Wülsten  geziert,  wie 
solche  durch  A' erschmelzen  zweier  übereinander  liegender  Knoten,  z.  B.  bei  Am.  loiigispiiius  auftreten.  Die 
Loben  sind  nur  gekerbt,  nicht  deutlich  verästelt.  Ähnliche  Formen  von  gleich  bedeutenden  Dimensionen  finden 
sich  auch  in  den  Tenuilobatusschichteu  der  Schweiz,  Schwabens  und  Frankens. 

Das  grösste  Exemplar  ist  Eigenthum  des  Freiberger  Museums,  drei  weitere  sind  im  Besitze  der  Berliner 
Universität. 

Aspidoceras  binodmn  Opp.  sp. 

1847.    Amnion itp.s  inflatus  binoäosus  Quenst.,  Cepluil.,  p.  197,  Taf.  XVI,  Fig.  10. 
186Ö.  „  Unochis  Oppel,  Paliiontol.  Mittheilungen,  p.  217. 

Ein  Exem])lar  dieser  Speeies,  welches  auch  von  Herrn  Professor  Neumayr  so  bestimmt  wurde,  leider 

aber  nicht  vollständig  erhalten  ist,  befindet  sfch  im  Besitze  der  Berliner  Universität. 

Vorkommen.  In  der  Tenuilobatusstufe  (W.  J.  7.)  Schwabens. 

A.spidocerffs  (leanthicHiH  "pp.  sp. 

I8c:i,    Amnioiiites  cicaiifJiicus  Opiiel,  .Jurassische  Cephalo)).  Paläont.  Mittheil.  HI,  ji.  219. 

1878.  „  (Aspidoceras)  iicaiilliiciix  Loriol,  Monogr.  de  la  zoue  a  Aiiini..  foiiiiluhafits,  p.  I  10,  Tab.  XVII,  Fig.  2  u.  3. 

Weitere  Literaturaugabeu  sielie  Loriol. 

Ein  Fragment  der  Wohnkammer  mit  ansitzenden  Lul'tkammern  liegt  vor.  Auf  dem  gekammerten  Theil 
sind  meist  nur  die  Nabelknoten  deutlich,  jene  der  zweiten  Reihe  seltener,  mit  ausgesprochenen  Stachel- 
ansätzen versehen. 

Das  Exemplar  gehört  der  Berliner  Universität  und  wurde  von  Professor  Neumayr  während  seines 
Aufenthaltes  dortselbst  bestimmt. 

Aspidoceras  acanthicum  zählt  zu  den  wichtigsten  Leitfossilien  der  Tenuilobatusstufe,  welche  in  der  medi- 
terranen Provinz  durch  die  Schichten  des  Aspidoceras  acanthicum  vertreten  wird. 

A.tpidoceras  longispinum  Sow.  sp. 

1825.    Ammonites  longispinus  Sowerby,  iMineral  Coneh.  of  Great  Britain,  Tab.  501,  Fig.  3,  4. 

1878.  „  (Aspidoceroa)  lo>i(/ispiHUs  Loriol,  Mouogr.  de  la  zoue  a  Anim.  teiiuilohalus,  \>.  lUS;  Tab.  XVII,  Fig.  1.    M6ui. 

SOG.  pal.  Suisse,  Bd.  V. 
Weitere  Literaturaugabeu  siehe  bei  Loriol. 


Die  Fauna  der  Jnraahlafjerung  von  Hohnste'm  in  Sachsen.  253 

Von  dieser  Species  liegen  sechs  Exemplare  vor,  das  besterlialtene  hat  eiueu  Diivchmesser  von  1 28™'",  dabei 
eine  Nal)el\veite  von  circa  49™".  Dicke  und  Höhe  der  Windungen  lassen  sich  uicht  mehr  genau  ermitteln,  da 
dasselbe  verdrückt  ist,  besonders  die  Wohnkammer  erscheint  hiedurch  selir  deformirt.  Am  gekammerten  Theil 
des  Gehäuses  sitzen  auf  jeder  Seite  zwei  Reihen  Knoten  in  der  Weise,  dass  stets  einem  Naht  knoten  ein  Extern- 
knoteu  entspricht,  und  dieselben  durch  eine  wulstige  Brücke  miteinander  verbunden  werden.  Ani  der  Wolm- 
kammer  fehlt  diese  Verbindung  der  beiden  Knoteureihen. 

Die  wenig  verästelten  Loben  stimmen  in  allen  charakteristischen  Verhältnissen  vollständig  mit  Loriol's 
Zeichnung  a.  a.  0.  Tab.  XVII,  Fig.  1  b  iiberein. 

Vorkommen.  Zone  desAmmomtes  tenuilohatus  in  Schwaben,  Franken  und  der  Schweiz.  (Canton  Aargau). 

Die  Exemplare  befinden  sich  an  den  Museen  zu  Dresden,  Freiberg  und  Berlin. 

Aspldoceras  hitertnediwm  Bruder. 

Taf.  U ,  Fig.  4  u,  h,  c. 

Durchmesser  132™™,  Nabelweite  45™'",  Dicke  des  Umganges  53""™,  Höhe  des  Umganges  50'"™. 

Diese  neue  Art  ist  ein  Verbindungsglied  zwischen  Aspldoceras  loiigisphium  und  Aspldoceras  acanthkum. 
Mit  letzterem  hat  es  nicht  nur  die  bedeutenden  Dimensionen  gemeinschaftlich  (da  das  vorliegende  Exemplar 
durchwegs  gekammert  ist,  so  fehlt  mindestens  die  ganze  Wohnkammer,  es  dürfte  also  der  Durchmesser  des 
vollständigen  Gehäuses  kaum  weniger  als  200'"™  betragen  haben),  sondern  auch  im  Habitus  steht  es  diesem 
näher.  Die  Knoten  der  Nahtreihe  sind  ziemlich  dicht  gedrängt,  deutlicii  ausgebildet,  aber  flacher  als  bei 
Asp.  IoH(jispnnum,  und  krönen  wie  bei  Aspidorerus  aeantJ/inim  die  Umbiegungslinie  der  Seitenfläche,  welche 
steil  gegen  die  Naht  einfällt.  Nebst  diesen  ist  noch  eine  zweite  Reihe  viel  schwächerer  Knoten  wahrnehmbar, 
ihre  Zahl  ist  jedoch  geringer  als  jene  der  inneren  Reihe,  und  stehen  sie  auch  nicht  jedesmal  genau  über- 
einander, wie  solches  bei  ylsp.  /omßspiims  der  Fall  zu  sein  ])flegt.  —  Einige  Knoten  der  äusseren  Reihe 
erscheinen  durch  einen  breiten  schwachen  Wulst  mit  den  unter  ihnen  liegenden  der  Nahtreihe  xerbuiiden,  worin 
eine  Ähnlichkeit  mit  Aspldoceras  longispimis  besteht. 

Der  circa  1"""  breite  Sipho  ist  stellenweise  aufgedeckt  uiul  mit  einer  glänzenden  schwarzen  Scheide 
umhüllt. 

Wie  ein  Vergleich  der  fjoben  von  Aspidorera^  intermediuiii  mit  jenen  von  A.  /ninjis/ii/tus  einerseits  und 
A.  acanthiruni  anderseits  lehrt,  zeigen  dieselben  nähere  Verwandtschaft  mit  der  ersteren  Species.  Wie  bei 
dieser  sind  die  .Vste  des  Siphonalohus  fast  zueinander  parallel  ,  die  Lateral-  und  Auxiliarloben  erscheinen  bei 
beiden  durch  das  Doniiniren  ihres  mittleren  Astes  deutlich  cins|)itzig,  dagegen  sind  die  Aste  des  Siplnomllobus 
bei  Aspldoceras  amntliicum  auffallend  divergent,  und  die  Eiuspitzigkcit  der  Laterale  und  Auxiliare  kommt 
nicht  so  scharf  zum  Ausdrucke.  An  einigen  Stellen  sieht  man  auch,  dass  die  Zaciken  der  Loben  lang  und  spitzig 
sind,  wodurch  ein  weiteres  Unterscheidungsmerkmal  von  Aspldoceras  acanthlrum  geboten  ist. 

Das  Original  befindet  sich  am  geologischen  Museum  der  königlichen  Bergakademie  in  Fieiberg.  Ein 
Fragment  dieser  Species  ist  im  Besitze  des  mineralogischen  Museums  in  Berlin. 

Aspidoceras  cf.  lipai-tim  üi)))e]  sp. 

1863.    Äinmoiiiles  lijmru.^  Oppcl,  Über  jurassische  C'ei)li;ilo]).  Palüoiit.  Mittlieil.  111,  p,  •_'■_':!.    I.if.  r)<.t,  Fig.  I. 
1878.  „  (Aspldoceras)  iipants  Loriol,  Couch,  de  Ui  zont^  :'i  Amin.  tcHiii/obafKn,  \i.  IM,  'l'.ib.  XIX,  Fig.  I.    Miiui.  suc. 

pal.  Suissc,  Bd.  V. 
Weitere  Litevaturangabeii  sieiie  bei  Loriol. 

Es  ist  nur  ein  Exemplar  vorhanden,  welches,  soweit  dieses  sein  Erhaltungszustand  zu  beurtheilen  gestattet, 
gewiss  dieser  S))ecies  zuzuweisen  ist.  Das  Gehäuse  erscheint  stark  zusammengedrückt,  und  der  Steinkeru 
lässt  noch  deutlich  radiale  Runzeln  erkennen,  welche  in  der  Nahtgegend  entspringen  und  sich  über  den 
gerundeten  kiellosen  Rücken  erstrecken.  Die  kräftigen  Stacheln  erheben  sich  über  der  Suturfläche  und  sind 
schräg  gegen  einwärts  gerichtet.  Die  Dimensionen  stimmen  mit  den  Abbildungen  Oppel's  und  Loriol's 
gut  Ubereiu. 


254  Georfi  Bruder. 

Vorkommeu.  Zoue  des  Amtn.  tenui/obatus  in  Schwaben,  Franken,  der  Schweiz  und  in  den  Schichten 
mit  Aspi'locerax  ncaiitliiciim  der  mediterranen  Provinz. 

Das  Original  ist  Eigenthuiu  des  mineralogischen  und  geologischen  Museums  der  Universität  in  Berlin. 

Aspfdoceras  cf.  SchiUeri  Opp.  sp. 

1847.    AmmiDiiteK  et',  iiiflatus  nodosus  Qiienst.,  f'eiihalopoJen,  \).  197. 

1863.  „  Schilleri  Oppel,  Paläout.  Mittheil.  Über  jurassische  Cephalo)).  III.,  \>.  221,  Taf.  Gl,  Fig.  1  «  u.  i. 

Ein  gekammertes  Stück  eines  Inflaten  stiinnit,  soweit  dieses  der  unvollständige  Erhaltungszustand  zu 
beurtheilen  erlaubt,  mit  dieser  Species  gut  Uberein.  Auf  den  steil  einfallenden  Nahtflächen  sitzen  deutliche,  aber 
.stumpfe  Knoten.  Die  Flanken  gehen  rasch  in  den  gewölbten  Rücken  über.  Die  Loben  sind  mit  zahlreichen,  aber 
kurzen  Ästen  besetzt.  Der  Sipho  ist  am  Steinkerne  noch  stellenweise  erhalten. 

Diese  Art  ist  ziemlich  selten  in  der  Tenuilobatusstufe  Frankens  und  Schwabens. 

Das  beschriebene  Exemplar  befindet  sich  in  der  geologischen  Sammlung  des  königlichen  sächsischen 
Polytechnikums  in  Dresden. 

Peltocerns  Geinitiili  Bruder. 
Taf.  I,  Fig.  4  a,  h. 

Diese  neue  Art  aus  dem  Formenkreise  des  Peltoceras  consfanti  d.  Orb.  sp.  ist  durch  ein  leider  nicht  ganz 
vollständiges  Exemplar  und  mehrere  Fragmente  von  inneren  Windungen  vertreten.  Die  Umgänge  sind  hoch  und 
rasch  anwachsend,  was  an  dem  beigefügten  Diagramm  des  Querschnittes  deutlich  zu  ersehen  ist.  —  Der  letzte 
Umgang  hat  bei  einer  Höhe  von  lüO"""  eine  grösste  Breite  in  der  Nälie  der  Externseite  von  90 — 95™'". 

Das  vollständige  Exemplar  dürfte  somit  mindestens  einen  Durchmesser  von  250 — 300™"  gehabt  haben. 
Sünimtliche  Exemplare  sind  noch  mit  der  Schale  versehen,  und  folgt  schon  daraus,  dass  selbe  den  bitumi- 
nösen Thonen,  der  sogenannten  schwarzen  Lage  entstammen,  überdies  findet  sich  auf  der  Cotta'schen  Eti- 
quette  die  Angabe:  „Lettenschicht".  Die  ältesten  Windungen  fehlen  gänzlich,  dagegen  sind  Fragmente  der 
zwei  vorletzten  Umgänge  erhalten,  an  diesen  ist  zu  ersehen,  dass  je  zwei  Rippen  in  der  Nathgegend  zusammen- 
hängen, oiaie  jedoch  durch  einen  Knoten  oder  eine  gemeinsame  Primärrippe  verbunden  zu  sein.  —  Die 
mächtigen,  beinahe  geraden  wulstförmigen  Rippen  des  letzten  Umganges  sind  durch  eben  so  tiefe,  aber  etwas 
breitere  Thäler  getrennt,  an  der  Naht  am  schwächsten  und  etwas  nach  vorne  gezogen.  Gegen  die  Externkante 
verdicken  sie  sich  keulenförmig  und  an  derselben  erscheinen  sie  abgestumpft,  so  dass  die  Externseite  selbst 
ganz  glatt  und  flach  ist.  Die  hohen  Rippen,  welche  mit  tiefen  Thälern  wechseln,  bedingen  eine  wellenförmige 
Begrenzung  der  Externseite. 

Der  Querschnitt  des  Gehäuses  ist  hoch  rectangulär,  besitzt  an  der  Aussenseite  die  grösste  Breite,  verjüngt 
sich  gegen  die  Naht  hin  allmählig,  und  fällt  endlich  steil  gegen  dieselbe  ein,  ohne  dass  es  hiebei  zu  der  Bildung 
einer  Nabelkante  kommt. 

Es  bestehen  unter  den  bisher  beschriebenen  Peltocerasarten  keine  nahestehenden  Formen.  Wohl  erinnert 
Pe/foci'ras  nodopefens  Uhlig'  durch  seine  bedeutenden  Dimensionen  und  kräftige  Berippuug  an  diese  neue  Art, 
letztere  unterscheidet  sich  jedoch  hievon  wesentlich  durch  noch  rascheres  Anwachsen  der  Windungen,  voll- 
ständigen Mangel  wirklicher  Knoten  an  den  Rippen,  und  eine  flachere  Externseite.  Noch  abweichender  ver- 
halten sich  die  inneren  Umgänge  in  ihrer  Sculptnr. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  im  Museum  zu  Freiberg.  Fragmente  der  vorletzten  Windung  im 
Berliner  Universitäts-Museum. 

Perisphinctes  cf.  ernsioUensifi  Font.  sp. 

187G.    Ammoiiites  (T'eviaiihlnct's)  criisoJii'iisis  Foutanues  et  D iimo r tier,  Deseript.  des  Ammunites  de  la  zoue  k  Amin,  ieiiiii- 

lobatiis  de  Criissul,  )).  <i7,  Tab.  XIV,  Fig.  8. 
1878.  »  n  n  Loviol,  Mouogr.  pal.  de  Couch,  de  la  zoue  a  Amin,  ieniiilubaliis  de  Baden,  p.  53, 

Tab.  V,  Fig.  0  — S.  M6ra.  soc.  pal.  Suisse,  Bd.  IV. 

1  Uhlig,  Jurabilduugeu  ia  der  Umgebung  vou  Brüuu,  Taf.  XV,  Fig.  1. 


Die  Fauna  der  Jiiraohlageruiuj  von  Hohristpin  in  Sachsen.  255 

Das  ^orliegen(le  Fragment,  ist  .stark  znsaiiiinengedrtickt,  so  dass  die  Rippen  der  beiden  Seiten  an  der 
Basis  des  Umganges  sich  berühren,  es  ist  aber  mit  Bestimmtheit  zu  eriiennen,  dass  der  ursprüngliche  Quer- 
schnitt die  für  diese  Species  eigentliüniliclie,  naliezu  kreisförmige  Gestalt  besessen  habe. 

Vorkommen.  In  der  Zone  der  OppeUa  fcnidlobata  der  Schweiz. 

Das  beschriebene  Exemplar  befindet  sich  an  der  Bergakademie  in  Freiberg,  zwei  andere  im  Besitze  des 
mineralogischen  und  geologischen  Museums  der  Berliner  Universität. 

Pevisphinctes  sp. 

Kin  gekamniertes  Fragment  eines  Riesenplanulaten  besitzt  der  Beschaffenheit  der  Rippen  und  der  geringen 
Involubilität  des  Gehäuses  nach  grosse  Ähnlichkeit  mit  Amin,  lurqiiatii.s  So  wer  by.  —  Die  wnlstformigen,  hoch 
erhabenen  Rippen  stehen  nahezu  senkreclit  zur  X;iht,  sind  an  dersell)en  etwas  schwächer  und  nach  vorne 
gerichtet,  oberlialb  der  Mitte  erscheinen  sie  keulenförmig  verdickt  und  theilcn  sich  an  dieser  Stelle  in  4  bis 
5  schwächere  Rippen,  wclcli'  letztere  ohne  Unterbrechung  über  der  Externseite  veilaufen.  Die  Lobenlinie  ist 
nur  in  der  Nahtgegend  siclitbar  und  lässt  das  tiefe  Herabreicheu  des  Kahtlobus  erkennen.  —  Perisphinctes  tor- 
quatm  und  die  nahestehende  Form  1\  Krat<)hn>^h  Waagen  sind  Leitfossilien  der  Katrol  group  Indiens,  welche 
der  Zone  der  Oppelia  tenuilobata  äquivalent  ist. 

Das  beschriebene  Exemplar  befindet  sich  im  geologischen  Museum  der  Bergakademie  zu  Freiberg. 

Perisphinctes  BaslUrae  E.  Favre. 

1877.    Ämiiiijniles  (l'erUphiiictes)  Basilicac  E.  Fiivre,  La  zonc  a  Amm.  ucanlhicm  (laus  Ics  9.\\wü  de  la  Siiisse  et  de  la  Savoie. 

p.  I.i,  Tab.  TTI,  Fig.  9,   10.  M6m.  soc.  pal.  Snisse.  Bd.  IV. 

Von  dieser  fcinrippigeu  l'lanulatenart  liegt  nur  ein  Exemplar  vor.  Die  gedrängt  stellenden  Hippen  sind 
schräg  nach  hinten  gerichtet,  spalten  sicli  oberhalb  der  Mitte  der  Seiten  in  zwei  bis  drei  .Vste,  ersteres  Ver- 
hältniss  kommt  häufiger  auf  dem  jüngeren  Theilc  des  Umganges,  letzteres  auf  dem  älteren  vor.  Dasselbe 
gehört  dem  mineralogischen  und  geologischen  Museum  in  Dresden. 

Vorkommen.  In  den  Acauthicusschichten  der  Schweiz  und  Savoyens,  sowie  in  den  Tenuilobatus- 
schichten  Schwabens. 

PerispMnvtes  cf.  Lothar i  Opp.  sp. 

1863.    Ammonilea  Lotharii  Oppel,  Über  Jurassische  Cephalop.  Paläont.  Mittlieil.  III.  ji.  -2  14,  Tat'.  67.  Fig-  6 
1881.  „  (Perispi/iiides)  Lothari  Loriol,  Monogr.  de  la  zone  ä  Amm.  leiiuilubittna  de  Baden,    p.   15.  Tab.  V,    Flg.  3, 

Tab.  VI,  Fig.  1,  2. 
Weitere  Literaturangaben  siehe  Loriol. 

Die  Rippen  sind  sehr  scharf  ausgeprägt,  einige  derselben  theilen  sich  bereits  in  der  Mitte  in  zwei  Theile, 
und  letztere  spalten  sich  nach  kurzem  Verlaufe  abermals  dichotom,  so  dass  die  ohne  Unterbrechung  über  die 
Externseite  laufenden  Rippehen  ziemlieh  fein  und  gedrängt  erscheinen. 

Vorkommen.  Zone  der  Oppelia  tetiuilobafa  von  Baden  (Canton  Aargau)  Schwaben  und  Franken. 

Das  beschriebene  Exemplar  befindet  sicli  in  der  Sammlung  der  Bergakademie  zu  Freiberg. 

Pevisphinctes  inconditus  Font.  sp. 

1858.    Ammonites  polyplocim  Cotta,  Geogii.  Wanderungen  II,  p.  30  u.  33. 

1880.    l'erisphiiictes  iitcomlitus  Bruder.  Zur  Kenntniss  der  Juraablagerung  von  Sternberg,  p.  28. 
Weitere  Literaturangahen  ebenda. 

Diese  Art  zählt  zu  den  häufigsten  Vorkommnissen  der  festen  Kalksteine  Hohnsteins,   und  wurde  bereits 

von  Cotta  und  Gut  hier  angeführt.  Die  neun  vorliegenden  Exemplare  sind  fast  sämmtliche  mehr  oder  weniger 

verdrückt.  Parabelknoten  kommen  nur  selten  und  undeutlich  vor,  so  dass  sie  in  dieser  Hinsicht  mit  Q  neuste  dt' s 

Fig.  2  auf  Tat.  XII  der  Ceidialopoden  gut  übereinstimmen.  —  Die  Gehäuse  sind  mit  tieferen  Einschnürungen 

versehen,  deren  auf  den  letzten  Umgang  2-  J?  entfallen.  Die  inneren  Windungen  sind  nicht  gut  erhalten,  lassen 

aber  eine  gedrängtere  Rippeustellung  erkennen. 


256  Georg  Bruder. 

AmmonitespohjplociiSj  Amin,  poli/i/i/j-afits  und  RyncJwiielhi  lacunosa  Hessen  bereits  Graf  Münster  das  juras- 
sische Alter  der  Hohnsteiner  Kalke  erkennen. 

Vorkommen.  Zone  des  Amin,  fcnuilohutm  der  Schweiz,  Schwabens*,  Fraukens,  Niederbaierns  und  Polens. 
Die  vorliegenden  Exemplare  befinden  sicii  an  den  Museen  zu  Dresden,  Freiberg  und  Berlin. 

Perisphinctes  cf.  lictor  Font.  sp. 

1881.    Peri'sjiluiiiiiif  cf.  lictor  Bfuiler,  Zur  Keuntniss  der  Jurajibliigening  von  Sternl)erg  etc.,  p.  30. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Leider  liegt  nur  ein  unvollständiges  Exemplar  und  einige  Fragmente  vor,  welche  eine  Identificirnng  nicht 
gestatten.  Die  Primärrippen  sind  ganz  gerade  und  spalten  sich  zumeist  in  drei,  seltener  in  vier  Aste.  Auf  den 
inneren  Windungen  herrscht  dagegen  Zweitheilung  vor. 

Vorkommen.  Selten  in  der  Zone  des  Ä.-ipidoceras  umnihiciis  im  Bauate,  Siebenbürgen  und  im  Salz- 
kammergute, sowie  in  der  Teuuilobatenstufe  der  Schweiz,  Frankens,  Schwabens  und  Polens. 

Die  Exemplare  gehören  der  Bergakademie  in  Freiberg. 

I*erisphmcles polyyyratus  Rein.  sp. 

1818.    AiHiiioiiihv  iioiijijijratiiü  Reineckc,  Maris  protogaci  Nautilos  et  Argonautus  desciipt.,  p.  73,  Tab.  V,  Fig.  1,  5. 
1S38.  „  „  Cotta,  Geogn.  Wanderungen,  II.  Thoil,  p.  8(i  u.  33. 

1881.  Fa-injikiiictes  polygi/rafus  Bruder,  Zur  Keuntniss  der  Juraabhigerung  von  Stornbrrg,  \).  26. 

Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Der  Durchmesser  der  gut  erbalten  Scheibe  beträgt  85""",  dabei  fehlt  die  Wohnkammer  gänz.lich,  so  dass 
der  grösste  Diameter  des  vollständigen  Exemplares  mindestens  120 — I3U"""  betragen  haben  musste.  Die  meist 
drei,  seltener  zvveitheiligen  Rippen  sind  entfernt  gestellt  und  mit  ihrer  Basis  schräg  nach  hinten  gerichtet, 
welches  Stellungsverbältniss  eben  für  diese  Art  bezeichnend  ist. 

Der  ^'erlauf  der  Loben  stimmt  mit  Quenstedt's  Fig.  4a  auf  Taf.  12  lin  dessen  Cephalopoden)  in  allen 
wesentlichen  Verhältnissen  vollkommen  überein,  besonders  ist  das  tiefe  Herabreichen  des  Nahtlobus  sehr  deut- 
lich ausgesprochen. 

Vorkommen.  Sehr  häufig  in  den  Tenuilobatusschichteu  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens,  Nieder- 
baierns, Böhmens  und  Polens. 

Das  beschriebene  Exemplar  gehört  dem  königl.  geologischen  Museum  in  Dresden. 

I'ei'lsj>hincfes  Itütimeyeri  Loriol. 

184',).    AmmmiUes  hiplej:  Qucnst.,  Cephalopoden,  p.  162,  Taf.  XII,  Fig.  16. 

1882.  Ferispfiipcfes  bipUjc  ß.  Bruder,  Neue  Beiträge  zur  Kenutniss  der  Juraablagerungen  iui  nöidl.  Böhuien,  p. -Jü,  Taf.  III. 

Fig.  5. 

Es  liegen  drei  Exemplare  vor,  die  scharf  hervortretenden  Rippen  sind  durcli  regelmässige  Zweitheilung 
ausgezeichnet,  dieser  Charakter  und  der  fast  kreisrunde  Querschnitt  der  Umgänge  spricht  eben  iiir  Am.  biplex  ß 
var.  rotumhis  Quenstedt  (a.  a.  0.  Taf.  12,  Fig.  6). 

Vorkommen.  Im  weissen  Jura  ß  Schwabens  und  in  den  Ammonitenkalken  von  Khaa  in  Böhmen. 

Die  Belegstücke  befinden  sich  in  den  geologischen  Sammlungen  des  königl.  Polytechnikums  in  Dresden 
und  der  Universität  in  Berlin. 

JPerisphincteti  invoiiitus  Quenst.  sp. 

1846.    Ammonites  involutus  Quenst.,  Cephalopoden,  p.  165,  Taf.  XII,  Fig.  9. 

1870.  „  plamdatus  inooUUun  0.  Lenz,  Über  jurassische  Gebilde  in  Böhmen,  p.  35.'). 

1877.  „  (I'erisphi iict.es)  involutus  Loriol,  Monogr.  de  la  zone  a  Aiii„yi,.  temiilobalui.    Mem.  soc.  pal.  Suisse.    Bd.   IV, 

p.  75,  Taf.  XI,  Eig.  7. 
1882.    Perisphiiictes  involutus  Bruder,  Neue  Bei tiäge  zur  Kenntniss  der  Juraablagerungen  \m  nördl.  Böhuien,  p.  28. 
Weitere  Literaturangaben  siehe  Loriol. 

Das  vorliegende  Wohnkammerfragment  stimmt  vollständig  überein  mit  einem  Exemplar  von  Ainm.  invo- 
lutus aus  dem  Aveissen  Jura  •/  von  Thieriiigen  (bei  Balingi-n),  welciies  einen  grösstcn  Durchmesser  von  120""" 


Die  Fauna  der  Juraablagerung  von  Hohnstein  in  Sachsen.  257 

aufweist.  Die  entfernt  stehenden  Primärrippen  sind  in  der  Nahfge^end  wulstig  erhaben,  worin  eine  An- 
näherung an  Ammonifes  suhiwolutus  Mo e seh.  (vergleich.  Loriol  a.  a.  0.  Tab.  XII,  Fig.  3  u.  4)  ausgedrückt 
erseheint.  Auf  der  Mitte  der  Flanken  des  Ura.uanges  verflachen  dieselben  fast  vollständig,  so  dass  sie  uahe/.u 
verschwinden.  Die  aus  der  Spaltung  der  Primärrijipen  hervorgegangenen  Sekundärrippen  stehen  auf  der 
Externseite  dichtgedrängt,  ohne  in  der  Medianlinie  eine  Unterbrechung  zu  erleiden.  Dagegen  werden  sie  gegen 
ihren  Urspiung  hin  immer  flacher,  bis  sie  auf  der  Mitte  der  Flanken  fast  gänzlich  verwischt  erscheinen. 

Die  Dimensionen  der  Höhe  und  Breite  des  Umganges  sind  wegen  Verdrüekung  nicht  mehr  mit  erforder- 
licher Genauigkeit  bestimmbar,  doch  ist  dessen  Hochmündigkeit  unzweifelhaft. 

Vorkommen.  In  den  Schichten  der  Oppelia  tenuHohatu  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens  und  Nieder- 
baierns. 

Das  beschriebene  Exemplar  befindet  sich  am  geolog.  Musenm  des  königl.  Polytechnikums  in  Dresden,  ein 
weiteres  in  der  geolog.  Sammlung  der  Berliner  Universität. 

Perisphinctes  impressne  Bruder. 

1838.    Atmnoiiites  Brakein-idgül  Cotta,  Geogn.  Wauderimgeti,  p.  30. 

1858.  „  CDiicohitus  impressae  Quenst.,  Jura,  p.  .178,  Tat".  7o,  Fig.  16. 

1881.  p  sp.  Binder,  Zur  ICeiintniss  der  Jura ablagerung  von  Sternberg  etc.,  p.  31. 

Von  dieser  Species  liegen  zahlreiche  (12)  Exemplare  vor,  welche  tlieils  verkiest  und  theils  verkalkt  sind. 
Einige  sind  noch  mit  weisser,  perlmutterglänzender  Schale  versehen,  woraus  schon  auf  ihr  Lager  geschlossen 
werden  kann.  Die  den  Berliner  Exemplaren  beigelegte  Cotta'sche  Etiquette  bestätiget  ihr  Vorkommen  in  der 
Lettenschicht. 

Die  Rippen  sind  meist  zweitheilig,  seltener  dreitheilig,  an  einigen  Exemplaren  findet  auch  das  Verhältniss 
statt,  dass  die  Eippengabel  der  einen  Seite  sich  mit  zwei  nicht  eorrespoiulirenden  Rippeuästen  der  anderen 
Seite  verbindet.  Auf  den  letzten  und  vorletzten  Umgängen,  welche  einen  rundlichen  Quer,schuitt  besitzen,  finden 
sich  3—4  Einschnürungen. 

Vorkommen  in  den  Transversariusschichten  Schwabens,  Frankens,  Niederbaierns ,  Polens  und 
Oberschlesiens. 

Die  Exemplare  sind  theUs  im  Besitze  des  königl.  mineralog.  und  geolog.  Museums  in  Dresden,  theils  in 
jenem  der  Berliner  Universität. 

Perisphinctes  äff.  plicatiUs  Sow.  sp. 

Taf.  I,  Fig.  3  a,b. 

1817.    Ammonites  plicatiUs  Sowerby,  Mineral.  Conch,  t.  166. 

1882.  Perisphinctes  plimtitis  Uhlig,  Die  Juiabiidungen  in  der  Umgebung  von  Brunn,  p.  153. 

Es  liegen  mehrere  Fragmente  aus  den  bituminösen  schwarzen  Thoneu  vor,  welche  noch  mit  wohlerhaltener 
Schale  versehen  sind  und  höchst  wahrscheinlich  dieser  Art  angehören,  wenngleich  die  Möglichkeit  nicht  aus- 
geschlossen erscheint,  dass  einige  derselben  auch  von  der  sehr  nahe  stehenden  Form  des  Perisphinctes  Martelli 
Opp.  stammen  dürften.  Die  Rippen  stehen  durchgehends  ziemlich  dicht,  .spalten  sich  erst  in  der  Nähe  der 
Exteiuseite  fast  ausnahmslos  dichotom,  doch  kommen  auch  einzelne  einfache  Rippen  vor. 

Das  abgebildete  Exemplar  unterscheidet  sich  von  deu  übrigen  in  manchen  Merkmalen,  so  durch  einen  Ein- 
druck der  Eijipen  über  der  Medianlinie  der  Extemseite,  und  einen  etwas  mehr  viereckigen  Querschnitt,  worin 
eine  Annäherung  an  Quenstedt's  Amm.  Ijiplex  bifurcafus  ( Jnia,  p.  593,  Tab.  74,  Fig.  2  und  3)  ausgedrückt 
erscheint.  Perispliiiictes  pJiratitis  und  Perispliiiirfi-s  Maiielli  zählen  zu  den  iiäufigsten  Fossilien  der  Tranversarius- 
stufe  in  Suddeutschland,  Mähren,  Polen,  Oberschlesien  und  Norddeutschiand. 

Das  abgebildete  Exemplar  und  die  übrigen  noch  vorliegenden  Fragmente  befinden  sich  im  Besitze  der 
Berliner  Universität. 

Perisphinetes  cf.  virgulatus  Quenst.  sp. 

1858.    Ammonites  i^irrpilatiix  Quenst.,  Jnra,  p.  593,  Taf.  74.  Fig.  4. 

1870.  „  „  Uoemer.  Ueologie  vou  Obersclilesieu,  p.  251,  'I'af.  XXIV,  Fig.  5. 

Deokschrilten  der  matbem.-naturw.  Gl.  L.  Bd.  Abhandlungen  toq  Nichtmitgliedem.  hlr 


258  Georg  Bruder. 

Gleiclifalls  ans  den  bituminösen  Thonen  stammend,  liegen  einige  unvollständige  Exemplare  dieser  Art 
vor,  welche  sicli  von  der  vorhergehenden  leicht  durch  die  grössere  Zahl  der  feineren,  aber  unbestimmt  dicho- 
tomen  und  schräg  nach  vorue  geneigten  Rippen  unterscheidet. 

Vorkommen:  In  den  Schichten  mit  der  grossen  Form  des  Jw.  conlutus  Oberschlesiens  und  im  weissen 
Jura  |3  von  Schwaben. 

Die  Exemplare  befinden  sich  in  dem  geologischen  Museum  der  Berliner  Universität. 

Perisphinctes  (Simocevas?)  nov.  sp. 
Taf.  II,  Fig,  3. 

Es  liegen  mti  Bruchstücke  von  Riesenpianulaten  vor,  welche  eine  grosse  Ähnlichkeit  mit  der  letzten 
Windung  von  Simoceras  Herbiclii  v.  Hauer  '  haben. 

Besonders  sind  es  die  einfachen,  vyeit  auseinander  stehenden  Rippen,  die  zwar  hoch  erhaben,  aber  nicht 
scharf  abgesetzt  sind,  sondern  nllmäldig  sich  verflachen,  welche  eine  gewisse  Übereinstimmung  mit  der  citirtcn 
Art  bedingen.  Doch  sind  die  Rippen  bei  der  letzteren  schärfer  ausgeprägt,  aber  weniger  hoch. 

Ganz  ähnliche  Amnioniten,  welche  noch  unbestimmt  sind,  von  nnhezu  einem  halben  Meter  Durcliniesser 
aus  dem  weissen  Jura  von  Busk  in  Polen  sah  ich  in  der  Sammlung  der  Berliner  Universität. 

Das  abgebildete  Exemplar  befindet  sich  im  Museum  der  Bergakademie  zu  Freiberg,  das  zweite  erwähnte 
im  geologischen  Museum  der  Universität  zu  Berlin. 

Helnekla  (HoplUes)  pseudomutahiUs  P.  d.  Loriol.  sp. 

1878.  Ämmoiiites  (Hoplites)  psei(do»iiihihi/is   P.  tl.  Loriol,   Monogr.   Pal.  de  la  zone   a  Amm.  feiniilubatifs  de  Baden,   p.   101, 

Tab.  XVI,  Fig.  2—3. 
Weitere  Literatiu'angaben  ebenda. 

Es  liegt  nur  ein  Fragment  eines  Umganges  vor.  Obgleich  nicht  vollständig,  glaube  ich  doch  mit  Bestimmt- 
heit, selbes  m\i  Hoplites p!<(;ndomutabiUs  Loriol  idcntiticiien  zu  dürfen,  da  es  in  allen  wesentlichen  Merkmalen 
gut  mit  demselben  übereinstimmt. 

Vorkommen:  In  den  Tenuilobatusschichten  der  östlichen  Schweiz,  sowie  in  der  darüber  liegenden 
Mutabilisstufe  (Quenstedt's  o)  in  Schwaben,  Franken  und  Niederbaiern. 

Das  Exemplar  befindet  sich  im  Besitze  der  Berliner  Universität. 

Meiuekia  atf.  Calisto  d'Orb.  sp. 

Taf.  II,  Fig.  2  a,  b. 

1847.    Amnion ites  Calisto  d'Orbigny,  Cöphalop.  jurass.,  p.  551,  Tab.  "213,  Fig.  1—2. 

1879.  „  (Perisphinctes)  CWIlsto  E.Favre,  Description  des  Fossiles  des  couches  thitoniques  des  alpes  Fribourgeoiscs, 

p.  37,  Tab.  III,  Fig.  5  u.  7. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Es  liegen  zwei  unvollständig  erhaltene  Ammoniten  vor,  welche  zwar  kaum  mit  dieser  titiionischen  Art 
identisch  sein  dürften,  aber  doch  gewiss  derselben  sehr  nahe  stehen. 

Das  abgebildete  Exemplar  besteht  aus  einem  Wohnkammerfragmente  mit  theilweise  erhaltenem  Mund- 
saume und  Ohifortsatz.  Der  erstere  verläuft  mit  kreisförmiger  Krümmung  convex  nach  vorne,  wendet  sich  an 
den  Externkanten  nach  rückwärts  und  st'tzt  sich  in  einen  Lötfeianhang  fort.  Dem  Mundsaume  parallel  sind 
sehr  feine  Anwachslinien  zu  bemerken.  Der  Quersciniitt  bildet  ein  verlängertes  Rechteck,  dessen  Höhe  die 
Breite  übertrifft.  Die  Skulptur  des  Gehäuses  lässt  folgende  Eigcnthümlichkeiten  erkennen: 

Die  Rippen  sind  meist  gabelförmig  gespalten  und  liegt  die  Theilungsstelle  ungefähr  in  der  Mitte  ihrer 
Länge,  auf  der  abgeflachten  Externseite  sind  sie  unterbrochen,  wodurch  eine  Medianfurche  gebildet  wird,  welche 
von  den  etwas  verdickten  Enden  der  Secundärrippen  begrenzt  erscheint. 


1  Neiimayr,  Fauna  der  Schiclifcn  mit  Aspiil.  amiühicum,  p.  186,  Tat'.  XL,  Fig.  1. 


Die  Fauna  der  Juraablagerung  von  Hohnstein  in  Sachsen.  259 

Nebst  den  ilichotomirenden  kommen  iiucli  einzelne  einfache  Kippen  vor,  welche  aber  gewöhnlich  nicht  bis 
zur  Naht  reichen,  sondern  schon  in  der  Mitte  der  Flanken  eu<lig-en,  dieselben  scheinen  somit  selbsiständig 
gewordene  Secundärrippen  zu  sein.  Die  Rijipcn  verlaufen  nicht  gerade,  sondern  sind  schwach  sichelförmig 
gekrümmt,  worin  eine  Annäherung  an  die  Gattung  Hoplites  zum  Ausdrucke  könnnt,  auch  die  etwas  verdickten 
Enden  der  Secundärrippen  finden  wir  bei  letzterer  wieder. 

Aitmi.CaUsto  ist  bisher  nur  aus  thitouischen  Schichten  bekannt,  das  Vorkommen  einer  sehr  nahe  stehenden 
Form  in  den  Ammonitenkalken  Hohnsteins  in  Gesellschaft  von  Leitfossilien  der  Teuuilobatusstufe  ist  somit 
gewiss  von  Interesse. 

Das  Original  befindet  sich  in  der  geologischen  Sammlung  des  königl.  Polytechnikums  in  Dresden,  ein 
zweites  Exemplar  in  jener  der  Berliner  Universität. 

Seinekia  Eudoxtis  d'Orb.  sp. 

1S47.    Aiiiiiioiiilex  Eidh.i-ioi  d'Orbig'uy,  C6plialop.  jnrass.,  p.  552,  Tab.  213,  Fig.  3  — C. 

1877.  „  (Perisphinctes)  EudoxKs  E.Favre,  La  zone  ä,  Amm.  acanthicus  d:ins  les  alpes  de  la  Siiisse  et  de  la  Savoie, 

p.  39,  Tab.  III,  Fig.  7. 

Das  einzige  Exemplar  ist  ziemlich  gut  erhalten,  es  lässt  deutlich  die  knotige  Anschwellung  der  l'rimär- 
rippe  in  der  Nahtgegend  erkennen,  dieselbe  spaltet  sich  sehr  bald  vorherrschend  in  drei  Äste,  letztere  sind  in 
der  Medianlinie  der  Externseite  durch  ein  glattes  Band  von  3  Mm.  Bieite  unterbrochen. 

Vorkommen:  In  den  Acanthieusschichten  der  Mediterranprovinz  und  in  der  unmittelbar  auf  die  Tenui- 
lobatusschicliten  folgenden  Mutabilisstufe  Siiddentschlands.  (=  W.  J.  oQueust.) 

Das  beschriebene  Exemplar  ist  Eigenthum  des  Museums  der  Berliner  Universität 

Olcostephanus  striolaris  Quenst.  sp. 

1858.    Amnioiiifei  plainildtiis  »friohiris  Quenst.,  .luia,  p.  600,  Taf.  75,  Fig.  C. 

1882.    Perinjihiiictes  j-iliiHHiatus  sfriolaris  Bruder,  Neue  Einträge  zur  Kenntniss  der  Juraablageruug  im  uordl.  Bölimcn,  p.  27 . 

Gleich  den  schwäbischen  besitzt  dieser  höchst  feinrippige  und  sehr  involute  Plauulat  einen  elliptischen 
Umfang,  welcher  durch  Verdrückung  entstanden  ist. 

Vorkommen:  In  den  Tenuilobatusschichten  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens  und  Niederbaierns. 
Das  Exemplar  befindet  sich  in  der  geologischen  Sammlung  des  Dresdner  Polytechnikums. 

Olcostephamts  cf.  Strauchianus  Opp.  sp. 

1862.    Ammonites  SlntuchiuHus  Oppel,  Übei' jiirassisclie  Ceplialopoden.  Paläont.  Mittheil.  111,  p.  236,  Tat".  6G,  Fig.  6  « — e. 
1881.  „  (Ferhphim-tes)  SfruKchiamis  Loriol,  Monogr.  de  la  zone  a  Amni.  teiiui/obulus  d'überbuelisitteu  et  de  W;uigen, 

p.  22,  Tab.  VI,  Fig.  6. 
Weitere  Literaturaugaben  ebenda. 

Ein  Fragment  einerinneren  Windung  mit  breiter  coronatenartiger  Gestalt  dürfte  von  dieser  Art  herrühren. 
Die  Primärrippen  sind  kurz  und  sehr  kräftig  au  der  Theilungsstelle  mit  einem  Knoten  bewehrt,  von  welchem 
drei  Secundärrippen  ausstrahlen  und  vihne  Unterlirechuug  über  den  flach  gewölbten  Rücken  verlaufen. 

Vorkommen:  Selten  in  der  Tenuilobatusstufe  der  Schweiz  und  Süddeutschlands. 

Das  Belegstück  ist  Eigenthum  der  Bergakademie  in  Freiberg. 

Olcostephanus  FriscTiliiU  0  p  p.  sp. 

1862.    Ainmoiiites  Frischüiii  Opp.,  Jurassische  Cephalop.  Paläont.  Mittheil.  III,  p.  238. 
Es  liegen  drei  Exemplare  dieser  Species  vor. 

Vorkommen:  Tenuilobatusstufe  der  Schweiz,  Schwabens  und  Frankens. 
Die  erwähnten  Exemplare  befinden  sich  au  den  Museen  zu  Freiberg  und  Berlin. 


hli* 


260  Georg  Bruder. 

Olcostephanus  stephanoldes  Opp.  sp. 

18SI.    Ste/jJ/inioceras  stei>hanoii/es  Bruder,  Zur  Kenntniss  der  Juraablagerung:  von  Steruberg  bei  Zeidler,  p.  22. 
1882.  „  „  Bruder,    Neue  Beiträge   zur  Kenutuiss    der  Juraablagerungen    im   uördl.  Böhmen,    p.  2S, 

'J'af.  III,  Fig.  3. 

Vorkommen:  Häufig  in  den  .Schichten  dei'  Oppelia  teimüohata  der  Schweiz,  Schwabens  und  Frankens. 
Die  zahlreichen  vorliegenden  Exemplare  iiefinden  sich  an  den  Museen  zu  Dresden  und  Berlin. 

Olcostepha/iius  repastinatus  M  ö  s  c  h.  sp. 

1881.    Perisjihinctes  cf.  repastinatus  Bruder,  Zur  Kenntniss  der  Juvaablagerung  von  Sternberg,  p.  24. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Das  einzige  vorliegende  Exemplar  befindet  sich  in  der  geologischen  Sammlung  der  Berliner  Universität. 
Vorkommen:  Ammonites  repastinatus  ist  Leitfossil  der  Tenuilobatusscliichten   der  Schweiz   und  Süd- 
deutschlands. 

SfepJunioceras  cf.  coronatuni  Brongn.  sp. 
1789.    Ammonites  coronatus  Brug.,  Enc.  meth.,  p.  43. 

Ein  gekammertes  Fragment  eines  Umganges  mit  sehr  breiter  und  niederiger  Mündung  und  flachem  Rücken 
dürfte  von  dieser  Art  stammen.  Die  Stacheln  sind  stumpf,  die  Rippen  undeutlich  und  die  Naht  steil  einfallend. 
In  diesen  Merkmalen,  sowie  in  dem  vorzüglich  erhaltenen  Bauchlobus  herrscht  gute  Übereinstimmung  mit  A. 
anceps  oniati  Quenst.  (Ceph.  Tab.  14,  Fig.  5,  p.  177)  aus  den  Ornathenthonen,  welcher  von  Oppel  (Jura, 
§.  68,  Nr.  34)  mit  Ammonites  coronatus  identificirt  wird. 

Aus  welcher  Schichte  Hohnsteins  das  Fragment  stamme,  kann  nicht  mit  Bestimmtheit  erschlossen  werden, 
sicher  ist  nur,  dass  selbes  keinesfalls  den  feinkörnigen  blaugrauen  Kalken  angehört  habe,  da  es  eine  mehr 
tiionig-mergelige  Beschaffenheit  und  gelbliche  Farbe  besitzt.  In  Folge  des  Mangels  der  Schale  ist  aber  auch 
das  sicherste  Merkmal  für  die  Abstammung  aus  der  Lettenschichte  verloren  gegangen,  so  dass  auch  die  Mög- 
lichkeit nicht  ausgeschlossen  ist,  dass  es  in  den  kalkigen  Sauden  eingebettet  war. 

Das  erwähnte  Stück  ist  Eigenthuin  des  geologischen  Museums  der  Berliner  Universität. 

Haplocm'as  nov.  sp. 

Es  liegen  zwei,  leider  sehr  ungünstig  erhaltene  Ammoniten-Steinkerne  vor.  Dieselben  besitzen  bedeutende 
Dimensionen  (D  =  380  Mm.,  Höhe  des  Umganges  151  Mm.,  Nabelweite  =  100  Mm.,  Dicke  des  Umganges 
=  80  Mm.)  und  bestehen  ausschliesslich  aus  gekammerten  Windungen,  so  dass  das  vollständige  Gehäuse  von 
seltener  Grösse  gewesen  sein  musste.  Die  Windungen  sind  wenig  evolut  und  ziemlich  eng  genabelt.  Die  Extern- 
seite ist  gerundet,  die  Flanken  erscheinen  am  Steinkerne  glatt.  Die  Suturlinie  ist  fein  verästelt,  von  derselben 
konnten  nur  der  Siphonallobus,  die  Laterale  und  ein  Auxillar  vollständig  präparirt  werden,  weiter  dürften  noch 
zwei  Auxilliare  bis  zur  Naht  folgen.  Der  Siphonallobus  ist  kurz,  der  erste  Laterallobus  wenig  grösser  als  der 
zweite  und  unsymmetrisch  verästelt.  Die  Stämme  der  Sättel  erseheinen  durch  breite  Secundärloben  in  zwei 
unsymmetrische  Hälften  getheilt.  Der  Sipho  ist  nicht  erhalten. 

Die  Gattung  Haploceras  fand  ihre  Hauptentwickelung  im  oberen  Jura,  eine  mit  der  vorliegenden  überein- 
stimmende Art  ist  mir  nicht  bekannt  geworden. 

Die  Exemplare  befinden  sich  am  geologischen  Museum  der  Berliner  Universität  und  an  der  Bergakademie 
zu  Freiberg. 

Haploceras  cf  Brückner i  Opp.  sp. 

Taf.  I,  Fig.  2  a,  h. 
1863.    Ammonites  Bruckneri  Opp.,  Jurassisclie  Cephalop.  Paläont.  Mittlieil.  III,  p.  192,  Taf.  54,  Fig.  4. 

Aus  der  Lettenschichte  liegen  fünf,  fast  vollständig  glatte  Schalenexemplare  dieser  Art  vor.  Die  Wohu- 
kammern  fehlen,  die  Loben  sind  undeutlich. 


Die  Fauna  der  .Turaahlagerung  von  Hohndein  in  Sachsen.  261 

Vorkommen:  Zone  des  Ammonites  transvermrlus  Blumberi;'  (Baden),  Berg  Crussol  bei  Valence  (Ardeche) 
und  Schwaben. 

>Sänimtlicbe  Exemplare  sind  im  Besitze  der  Berliner  Universität. 

Oppelia  (figantea  Bruder. 

Durclimesser  =  287  Mm.,  Dicke  des  letzten  Umganges  =  77  Mm.,  Nabelweite  =  25  Mm.,  Höhe  des 
letzten  Umganges  über  der  Naht  =  KiOMm.,  Höhe  des  letzton  Umganges  in  der  Windimgsebene  =  96  Mm. 

Das  sehr  involute,  engnabelige  und  hoehmiindige  Gehäuse  zeigt  bei  oben  angegebenen  Dimensionen  noch 
keine  Spnr  der  Wohnkammer,  es  moclite  somit  der  Durchmesser  der  ganzen  Scheibe  nahezn  500  Mm.  betragen 
haben.  Die  Windungen  erscheinen  am  Steinkerne  vollkommen  glatt  und  wachsen  rascii  an.  Die  Flanken  sind 
flach,  wenig  gewölbt,  gegen  den  Bücken  etwas  zugeschä.rft,  die  grösste  Dicke  herrscht  etwas  unterhalb  der 
Mitte  der  Umgangshöhe.  Die  Nabelwand  bildet  keine  Kante,  sondern  fällt  allmählig  ab.  Der  Bücken  ist  von 
massiger  Breite  (circa  15  Mm.  am  letzten  Umgange)  und  scheint  zu  beiden  Seiten  mit  schwachen  Knoten 
besetzt.  Die  Sntur  ist  in  ihren  Details  verwischt,  doch  ist  mit  Bestimmtheit  zu  erkennen,  dass  der  Siphouallobus 
bedeutend  kürzer  als  der  erste  Ijaterallobus  sei,  und  dass  die  Bänder  der  Lobenkörper  parallel  laufen.  Der 
Sipho  bat  die  Stärke  eines  Gänsefedeikieles  und  ist  mit  einer  schwarzen,  kalkigen  Scheide  umschlossen. 

Ich  finde  keine  dieser  nahestehende  Form  mit  ähnlichen  Dimensionen  beschrieben;  es  dürfte  somit  für  die- 
selbe der  Name  Oppelia  yigantea  bezeichnend  sein. 

Das  beschriebene  Exemplar  befindet  sich  im  Museum  des  königl.  Polytechnikums  zu  Dresden. 

Oppelia  Holbeiul  Opp.  sp. 

186^.    Ammonites  Holheini  Opp.,  .Iiirassische  Ceplwiloii.  Paliiont.  Mittheil.  III,  p.  213. 

1880.  „  (Oppelia)  Holbeiiü  Lorlol,  Monogr.  pal.  des  couches  de  In  zone  ä  Amin.  lenHihbalus  d'  Oberbuclisitteu  et  de 

Wangen,  p.  9,  Tab.  I,  Fig.  7—8. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Eine  Scheibe  von  circa  100  Mm.  Durchmesser,  aber  leider  ungünstigem  Krhaltungszustande  liegt  vor. 
Dimensionen,  Involubilität  und  Sculptur,  welche  aus  schwachen  flexuosen  Bippen  besteht,  die  auf  der  Extern- 
seite unterbrochen  sind  und  in  der  Mitte  der  Flanken  sich  verwischen,  stimmen,  soweit  dieses  beurtheilt  werden 
kann,  mit  Loriol's  Fig.  8  gut  überein,  Sutur  nicht  erkennbar. 

Vorkommen:  In  den  Tennilobatusschichteu  der  östlichen  Schweiz,  Schwabens,  Frankens  und  Nieder- 
baierns. 

Das  beschriebene  Exemplar  gehört  dem  geologischen  Museum  der  Berliner  Universität. 

Oppelia  seiniplaiui  Opp. 

ise.s.    AmmoniUs  scmiplanus  Opp.,  Jurassische  Cephalop.  Paliiont.  .Mitth.  III,  p.  -209,  Tat',  .iö,  Fig.  4  11  u.  I,. 

Von  dieser  Species  liegt  nur  ein  Exemplar  \tir.  Die  stark  abgeflachten  Seiten,  der  enge  Nabel,  die  deut- 
liche Nabelkante  und  die  sehr  feinen  Sichelstreifen,  sowie  die  Spuren  eines  vorhanden  geweseneu  Kieles  und 
die  gut  erhaltenen  Loben  lassen  keinen  Zweifel  br:  tehen  an  der  Bichtigkeit  dieser  BcRtin,mung.  Dieser  noch 
mit  opalisirender  Schale  verseliene  Amnionit  stammt  aus  den  schwarzen  bituminösen  Thonen,  was  auch  auf  der 
Uotta'schen  Originaletiquette  durch  die  Bemerkung  „Lettenschicht"  bestättigt  wird. 

Ammonites  semiplanua  ist  ein  wichtiges  Leitfossil  der  Ztnie  des  reltocerus  fransrersdriiini  der  östlichen 
Schweiz,  Schwabens,  Frankens  und  Niederbaierns. 

Das  Exemplar  ist  Eigenthuui  des  geologischen  Museums  der  Berliner  Universität. 

Hnrpoeeras  eanalieulMtwm  Buch.  sp. 

1831.    Ammonites  canaliculatus  Buch,  Kecueil  de  plauches  de  Petrific.  remarq.  Tab.  I,  Fig.  G — 8. 
1838.  „  Murchisonue'i  Cotta,  Geogu.  Wanderungen.  III.  Thl.,  p.  -29. 

1863.  „         canaliculatus  Oppel,  Jurassische  Cephalop.  Paläont.  Mittheil.,  p.  157,  Taf.  ;">1,  Fig.  3. 

1870.  „         canaliculatus  Römer,  Geologie  von  Oberschlesien,  p.  iO-i,  Tat". -24,  Fig.  4. 

Weitere  Liteiatuiaugaben  siehe  Oppel  und  lliimer. 


262  Georg  Bruder. 

Es  liegt  Ulli-  ein,  mit  bunt  angelaufener  Schale  versehenes  Fragment  dieser  Species  vor.  Auf  der  Mitte  der 
Seiten  ist  die  Rinne  gut  erkennbar,  zwischen  ihr  und  der  Externseite  werden  die  sichelförmigen  Ripjjen  kräfti- 
ger, der  Rücken  ist  mit  einem  Kiele  versehen,  und  zu  beiden  Seiten  verlaufen  stumpfe  Nebenkanten.  Durch 
diese  Merkmale  ist  diese  Species  genügend  cliaraktcrisirt. 

Vorkommen:  lu  Aer  Z^)ne  des  Peltvceius  transversariuiii  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens,  Nicder- 
baierns,  des  Krakauergebietes  und  (tberschlesieus,  reicht  auch  zuweilen  in  die  Zone  des  Animo)iitet<  cor- 
datus  hinab. 

Anuiltheus  altemaiis  v.  Buch  sp. 

1S33.    Ammonites  varians  Cottii,  (ieiigii.  W;iiuleruugeu.  II,  \i.  :fO. 

18S1,  „  alternaiiH  Biufler,  Zur  Keuutuiss  der  Juraabliigerimgeu  von  Sternberg  etc.,  p.  20. 

Weitere  Uteraturangaben  ebenda. 

Es  liegen  drei  gut  erlialtene  verkieste  Exemplare  dieser  Species  vor,  welche  höchst  wahrscheinlich  der 
Lettensohicht  entstammen,  doch  gibt  die  Etiquette  hierüber  keinen  Aufschluss.  Sie  gehören  jener  Formenreihe 
an,  welche  Quenstedtmit  Am.  nJtenians  quadi-atus  bezeichnet. 

Vorkommen:  In  der  Oxfordgruppe  bis  hinauf  in  die  Schichten  der  Opßeh'a  tenuilobafa  in  der  Schweiz, 
Schwaben,  Franken,  Niederbaiern,  Mähren,  Polen  und  Böhmen. 

Die  Exemplare  befinden  sich  im  mineral.  und  geol.  Museum  zu  Dresden. 

Aniftltheus  tenuiserratus  Opp.  sp. 

Taf.  I,  Fig.   \  u,b  (4mal  vergr.),  c  (natürl.  Gr.). 

1863.    Ammonites  tenukernitus  Opp..  Jurassisclic  (,'ephalop.  Piiläiint.  Mittheil.  III,  p.  200,  Taf.  53,  Fig.  2. 

1SS2.    AmaUheua  teiiuiserrntKA  Ulli  ig,  Jiuabildungeu  iu  der  Umgebung  von  Brunn,  p.  148,  Taf.  XIII,  Fig.  1  u,  h,  c,  d 

Beiträge  zur  Paläontologie  v.  Österreich-Ungarn  vonNeumayr  u.  Mojsisovics.  I.Bd. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Von  dieser  Art  liegt  ein  wohlerhaltenes  Exemplar  von  12  Mm.  Durchmesser  aus  der  Lettenschicht  vor. 
Dci  zugescliärfte  Rücken  ist  mit  einem  erhöhten  gekerbten  Kiele  versehen.  Auf  jeder  Seite  des  letzten  Umgan- 
ges stehen  12  Rippen,  die  an  der  Tnteniseite  beginnen  und  in  der  Mitte  der  Flanken  in  je  einen  abgestumpften 
Knoten  endigen.  Im  Übrigen  ist  die  theilweise  erhaltene  Schale  glatt. 

Vorkommen:  Nur  in  der  Zone  des  PeUnceras  tnmsrersfiriiun  der  Schweiz,  Frankreichs,  Mährens  und  in 
gleichalterigen  Schichten  der  karpathischen  Klippen. 

Das  Original  befindet  sich  im  geologischen  Universitätsmuseum  zu  Berlin. 

AptycMis  laevis  latus  Q neust. 

1882.  Aptychus  laeois  latus  Brudei-,  Neue  Beitiäge  /.ur  Keuutniss  der  Juraablageruug  iiu  uürdl.   Boliuien,  p.  7,  p.  28,  Tal'.  1, 
Fig.  2. 

Das  vorliegende  Exemplar  ist  vollständig  isolirt,  so  dass  sowohl  die  mit  netzartigen  Grübchen  versehene 
Oberseite,  als  auch  die  Unterseite,  welche  mit  sehr  feinen  concentrischen  Anwachsstreifeu  bedeckt  ist,  unter- 
sucht werden  konnten.  Auf  der  letzteren  sind  Spuren  von  Radiallinien  wahrnehmbar.  Der  Aussenrand  ist 
etwas  zugesehärft,  wodurch  eine,  demselben  parallel  verlaufende  stumpfe  Kante  auf  der  Oberseite  gebil- 
det wird. 

Vorkommen:  Häufig  im  mittleren  weissen  Jura  Schwabens. 

Das  Original  befindet  sich  im  geologischen  Museum  der  Bergakademie  in  Freiberg. 

Nautlltis  (Ayanides)  frimconieus  Opp. 

1838.    NuiitÜHs  agaiiticus  Montf.,  Ootta,  Geogu.  Wauderungeu,  II.  Tbl.,  p.  29. 

1880.  „         franconkiis  Lorioi,  Monogr.  pabieont.  des  coucbes  de  hi  zone  a  Aniin.  teiiidlobatus,  p.  8,  Tab.  I,  Fig.  6.  M6iu. 

SOG.  pal.  Suisse,  Bd.  VII. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Das  einzige  vorliegende  Exemplar  ist  gut  erhalten  und  stammt  aus  den  blaiigraueo  Kalken  Hohnsteius. 


Die  Fauna  der  Jinriahla/jeruvfj  von  TTohiiftfein  in  Sachsen.  2fi3 

VorkomnuMi:  In  den  Schichten  der  Oppeliu  tenuiJohatii  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens  nnd  Nioder- 
baierns. 

Das  Orij;iual  ist  Eigeuthum  des  geologisclien  Museums  der  i?erliner  Universität. 

B.  Gastropoden. 
PleurofotHfU'ifi  ffranukita  Sow.  sp. 

Tat'.  I,  Fig.  5  a,  b,  c. 

1818.     Trochun  firanula/iis  Sow.  M.  C.  Tat'.  220,  Fig.  2. 

1835.  l'hnifuluiiHtraia  uniata?  Cotta,  Geog-n.  W.')ndeningeu,  II,  p.  2;». 

1867.  „  (/niiii(hi/i(  Laiihe,  Ga.'ätiopodcn  des  hiauncu  .Iiua  von  Baiin,  Dcnlisclii-.  der   math.-natmw.  Class.   der 

k.  Akad.  d.  Wissenacli.,  Bd.  XXVII,  p.  18. 
Weitere  Litcratiuangaben  ebenda. 

Sieben  Exemplare,  welche  aus  den  bituminösen  Thonen  stammen,  liegen  vor.  Dieselben  lassen  sowohl  die 
Ornamentik  der  Schale  als  auch  die  vollkommen  glatte  Beschaffenlieit  des  Steinkernes  gut  erkennen.  Das 
stufenförmig  abgesetzte  Gewinde  hält  zwischen  Quenstedt's  P/eiirototnarin  onuifa,  Tali.  .56,  Fig.  14,  und 
i''/.  ;//•«« «7ff^f,  Tab.  57,  Fig.  7;  die  Mitte,  der  Gewindewinkel  des  abgebildeten  Exeniplares  beträgt  ungefähr 
100°,  die  beiden  übrigen,  minder  gut  erhalten,  scheinen  etwas  flacher  gewesen  zu  sein.  Die  S])iral  nnd  Zuwaciis- 
streifen  sind  nahezu  von  gleicher  Stärke,  so  dass  durch  deren  Kreuzung  ein  regelmässiges  Gitterwerk  entsteht. 
Die  Basis  ist  in  ihrer  Totalitiit  mit  Spiralstreifen  bedeckt,  dagegen  treten  hier  die  Anwachsstreifen  bedeutend 
zurück,  so  dass  auf  ihr  die  Gitteruug  nicht  so  deutlich  ist. 

Pleurotumaria  (jramdata  kommt  in  Frankreich  vom  Bajocien  bis  zum  ( »xfordieii  vor.  In  England  im  Unter- 
oolithe,  in  Schwaben  im  braunen  Jura  ö — i.  In  der  Zone  des  Ammonites  Humphresianus,  bei  Swinitza  im  Banat 
und  in  der  Juraablagerung  von  Baiin. 

Originalexemplar  im  königl.  baierischen  Universitätsmusenin  in  München,  weitere  Belegstücke  l)etinden 
sich  im  geol.  Museum  der  Berliner  Universität. 

Pleurotomarifi  »uprajurensis  Roem. 

1836.  I'leiuuloHinric  siqirajurciisis  Römer,  Norddeutsche.'i  Oolitligeb.,  p.  148.,  Taf.  X,  Fig.  15. 
1840.  „  Jiahmiiana  d'Orb.,  Pal.  Fr.  ,Tur.,  p.  562,  Taf.  241. 

1858.  „  suprajiireiisis  Qiienst,  .Jura,  p.  623,  Taf.  77,  Fig.  13. 

1878.  „  iiWa   V.  d.  Loriol,  Couche.s  de  la  zone  a  Ämm.  liiiiii/i)hcUus.  M6m.  soc.  pal.  .Suisse.  Bd.  V,  Tab.  XXI, 

Fig.  10—11,  p.  134. 
1882.  „  cf  Baheauana  var.  germaitiai  Schlosser,   Fauna  d.  Kelheimer  Diceraskalkcs,  I.  Abth.,  Palaeontogra- 

phica.  3.  Folge,  IV.  Bd.,  p.  98,  Tab.  XIII,  Fig.  lö  u.  16. 

Aus  dem  blaugrauen  Kalke  stammen  sechs  Steinkerne  mit  je  2 — 3  ganz  glatten  Umgängen  (die  Spitze 
ist  nicht  erhalten),  welche  mit  den  oben  citirten  Abbildungen  gut  übereinstimmen.  Fünf  Exemplare  gleichen 
fast  vollständig  der  Figur  Loriol's  und  sind  nur  etwas  kleiner. 

Ein  weiterer  Steinkern,  welcher  Eigenthum  des  königl.  Polyteciinikums  in  Dresden  i.st,  besass  jedoch 
bedeutend  grö  sere  Dimensionen.  Von  den  erhaltenen  2  Umgängen  zeigt  der  letzte  einen  grössten  Durchmesser 
von  120  Mm.  Die  Kanten  der  Windungen  sind  an  demselben  in  ähnlicher  Weise  etwas  erhaben,  wie  solches 
an  Schlossers's  Abbildung  (1.  c.)  ersichtlicli  ist.  Ähnliche  Riesenformen  von  P/eurotomaria  mprajurensis 
bcsclireibt  Qnenstedt  aus  dem  mittleren  und  oberen  weissen  Jura  v(m  Schwaben,  welche  zuweilen  einen 
Durchmesser  von  nahezu  150  Mm.  erreichen.  Auch  Pleurotomaria  (/randis  Römer  (a.  a.  0.  pag.  150)  scheint 
dieser  letzteren  Form  von  Pleurotomariu  suprajurmsis  nahe  zu  stehen.  Siehe  hierüber  Braun 's:  „Der  obere 
Jura"  pag.  229. 

Pleurntomarin  siiprajurensis  ist  häufig  in  den  Schichten  der  Oppelia  tenuilobata  der  Schweiz,  Schwabens 
und  Frankens,  in  den  Söldenauer  Schichten  Niederbaierns,  in  dem  Diceraskalke  von  Kehlheim. 

Belegstücke  befinden  sich  in  den  geologischen  Museen  der  Bergjikademie  Freiberg,  des  königl.  Polytecii- 
nikums in  Dresden  und  der  Universität  in  Berlin. 


264  Georg  Bruder. 

Pleurotomaria  et',  bijuga  Quenst. 

1858.    Pleurotomat-ia  bijuga  Qiienst.,  Jura,  p.  624,  Taf.  77,  Fig.  15. 

Drei  Steinkeviie  mit  niedere ui  Gewinde  und  otfenem  Nabel  zeigen  ähnlich  wie  Pleurotomaria  suprajurensis 
Rom.,  iiber  nur  an,i;edcutet,  die  Zweikantigkeit  des  letzten  und  vorletzten  Umganges,  und  stimmen  in  diesen 
Merkmalen  mit  Queustedt's  Pleurokmiaria  bijuga  gut  ü!)erein. 

Diese  Species  findet  sich  im  unteren  und  mittleren  weissen  Jura  Frankens,  Schwabens  und  der  Schweiz. 

Geologische  Sammlung  des  königl.  sächsischen  Polytechnikums  in  Dresden  und  der  Universität  in  Berlin. 

Pleim'otomarla  jurensis  Hartm.  sp. 

Tab.  n,  Fig.  5. 

1838.  Trochiiü?  i<ptriosus  Miinat.,  Cot.tii,  Geogn.  Wandoriingen,  II,  p.  29. 
1841.  „  jurensis  Hartm.,  Goldl'.,  Pet.  Gf^riii.  III,  Tab.  ISO,  Fig.  12,  p.  57. 

1841.         „  speciosiis  Mstr.,  Goldf.  Pet.  Germ.,  III,  Tab.  180,  Fig.  10,  p.  56. 

1858.  Pleurotomaria  c/athrata  Quenst.,  Jura,  p.  624. 

Das  Gehäuse  ist  niedrig,  kreiseiförmig,  die  Basis  weit  genabelt  und  flach  convex  mit  .scharfkantigem 
Umfange  wie  bei  Troclms  cindm  Goldf.  Tb.  180,  Fig.  11.  Die  Umgänge  haben  einen  gestreckt  rhombischen 
Querscliiiift,  .sind  theilweise  mit  feinen  Spiralstreifen  geziert,  besonders  an  der  Basis  und  am  Saume  des  Schlitz- 
baiides  wenlen  dieselben  deutlicii  si(ditbar.  In  der  Näiie  der  Mündung  wurden  die  Spiralstreifen  (Gürtelehen) 
noch  durchkreuzt  von  feinen,  schief  nach  bluten  gerichteten  sichelförmigen  Anwnchslinien. 

FleHrofomaria  jurensis  findet  sich  in  zahlreichen  Varietäten  im  unteren  und  mittleren  weissen  Jura  Scbwa- 
l)ens,  Frankens  und  der  Schweiz,  besonders  in  der  Zone  der  Oppelia  tenuilobata. 

Das  Originalexemplar  gehört  dem  geologischen  Museum  des  königl.  Polytechnikums  in  Dresden,  weitere 
Exemplare  dem  Museum  der  Bergakademie  in  Freiberg. 

Pleurototnaria  cL  siibUneata,  Müiist.  sp. 

1838.     TrocIiHfi'^  specionm  Münst,  Cotta,  Geogn.  Wanderungen,  II,  p.  20,  3.  Form. 

1841.  „  sublineatus  Miinst.,  Goldf.  Petr.  Germ.,  Bd.  lU,  p.  56,  Taf.  180,  Fig.  9. 

1878.    l'lciirolomaria  subliiteata  P.  d'Loriol,   Couches   de   la  zone  a  Amin,  fenuilnbatits.  M6m.  soc.  pal,  Suisse,  Bd.  V,  p.  132, 

Tab.  XXI,  Fig.  9. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Von  dieser  Species  liegen  mehrere  vollkommen  glatte  Steinkerne  vor,  mit  2 — 3  erhaltenen  Umgängen, 
während  sämmtlichen  die  Spitze  fehlt.  Das  krciselförmige  Gewinde  lässt  einen  tiefen  Nabel  frei,  der  Quer- 
schnitt der  einzelnen  Mündungen  ist  nahezu  drehrund. 

Vorkommen:  In  den  Schichten  der  Oppelia  fenuilobatu  Frankens,  Schwabens  und  der  Schweiz. 

Das  erwähnte  E^xemplar  befindet  sich  im  Museum  der  königl.  Bergakademie  in  Freiberg. 

(1.   Bivalven. 
Pholadomya  cf.  Murchisoni  Sow. 

Tat".  III,  Fig.  1. 
1827.    I'lio/w/omi/a  Miircliiaijiii  Sowerby,  Min.  douch.,  Tab.  545  u.  Tab.  297,  Fig.  4. 

1842.  „  „  Agassiz.  E't.  crit.  Myes.,  Tab.  4  t,  Fig.  5—7. 

1870.  „  „  Römer,  Geologie  Ohersehlesien's,  p.  214,  Taf.  18,  Fig.  7. 

1874.  „  „  Moesch,  Monogr.  der  Plioladomyen.  p.  44,  Tab.  XVII,  Fig.  6—9,  Tab.  XVIIl,  Tab.  XIX.  I.  B<1. 

Zeitschr.  der  schweizer,  pabäont.  Gesellschaft. 
Weitere  Literatnrangaben  ebenda. 

Da  das  vorliegende  Exemplar  nicht  mehr  vollständig  erhalten  ist  (es  fehlt  ihm  nämlich  ein  Theil  der 
klaifendcn  Schnauze),  so  ist  es  nicht  mehr  möglich,  selbes  mit  Sicherheit  zu  identificiren,  da  z.  B.  Fholudomya 
deltoidea  in  ganz  ähnlichen  Viirletäten  auftritt.  Soweit  es  aber  der  Erhaltungszustand  zn  bcurtheilen  gestattet, 
stimmt  es  mit  obiger  Species  bestens  übercin,  so  z.  B.  mit  Fig.  o  und  4  auf  Tab.  XIX  in  Mösch's  „Mono- 
graphien der  Pholadoniyen."    Die  Vorderseite  ist  gerade  abgestulzt,   herzförmig,    die   stark  übergel)ogenen 


Die  Fauna  der  Jaraahlaf/erinig  von  Hohnsfein  in  Sachsen.  265 

Wirbelliegen  an  derselben,  und  von  ibnen  laufen  8  — 9  grobe,  deutlich  geknotete  wulstförmige  Rippen  aus, 
welche  über  die  .Seiten  der  Schale  gehend  bis  zur  Basis  reichen,  wo  sie  allmählig  schwächer  werden.  Die  erste 
Rippe,  welche  das  herzföruiige  vordere  P'eld  begrenzt,  stellt  naliezu  senkrecht  zur  Hasis,  auch  die  folgenden 
sind  nur  schwach  zu  derselben  geneigt. 

Diese  Muschel  hat  eine  grosse  horizontale  und  eine  bedeutende  vertikale  Verbreitung  im  mittleren  Jura, 
denn  sie  reicht  aus  dem  Sowerby  Horizonte  bis  ins  Callovien. 

Das  vorliegende  Exemplar  ist  verkalkt,  doch  deuten  daran  haftende  l'^ragmente  des  gelblichen  Sandsteines, 
welcher  alle  Vertiefungen  und  Spalten  ausfüllt,  daraufhin,  dass  es  nicht  aus  der  Mergellage,  sondern  aus  den 
älteren  zum  Theilc  sandigen  Schichten  stammen  möge. 

Das  abgebildete  Exemplar  ist  Eigenthum  der  königl.  sächsischen  Bergakademie  in  Freiberg. 

Pholadouiya  inultieostata  Agass. 

Taf.  III,  Fig.  2. 

1842.    l'hohtdomyii  niii/ticostata  Agass.,  Etud.  critiq.,  p.  52,  Tab.  2^^  Fig.  1  —  12;  Tab.  2,.  Fig.  3,  4;  Tab.  3',  Fig.  10 — U. 
1874.  „  „  Moesch.,  Monogr.  der  Pholailomyen.  p.  Ü9,  Taf.  XXV,  Fig.  7— IG.  Abhaudlungeu  der  .Schweiz. 

p.iläont.  Gesellscliaft.  Bd.  I. 
1874.  „  „  Brauus,  Der  obere  Jura  im  nordwestl.  Deutschland,  p.  262. 

Weitere  Literaturangaben  Moesch.  u.  Brauns. 

Das  vorliegende  Exemplar  ist  verlängert  eiförmig  mit  etwas  gerundetem  Vorderende.  Demselben  zunächst 
liegen  sieben  hohe  Rippen,  die  durch  tiefe  und  breite  Mulden  von  einander  «  eit  abstehen.  Darauf  folgi-n  noch 
circa  20  feine  und  dicht  aneinander  gestellte  Rippen,  welche  gegen  den  Hauchraud  an  Schärfe  zunehmen. 
Zuwachsstreifen  sind  am  vorderen  Dritttheile  bemerkbar. 

Vorkommen:  Plioladomt/a  iiuilt/cosfatu  ist  weaenüich  dem  oberen  Kinimeridge  eigen,  kommt  jedoch  im 
nordwestlichen  Deutschland  bei  Fallersleben,  Goslar,  Wendhausen,  Ahlen  u.  a.  a.  0.  schon  im  mittleren  Kim- 
meridge  vor.  In  der  Schweiz  und  in  Frankreicb  im  Pterocerien  und  Vii-gulien  bei  Porrentruy,  Haute -Saone, 
Boulogne  sur  Mer,  St.  Jean  d'Angely  u.  s.  w. 

Das  Originalexemplar  ist  Eigenthum  des  königl.  sächsischen  Polytechnikums  in  Dresden. 

Pholadomya  acumlnata  Hartm. 

1838.    Plw/ac/iiiiiyu  cliilhrata  var.  oviforwis  Gutta,  Geogn.  Wauderungeu,  II.  ThI.,  p.  2(5. 

1881.  „  acuminata  Bruder,  Zur  Keuutniss  der  Juraablagerungeu  von  Sternberg.  p.  32,  Tab.  I,  Fig.  6. 

Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Mösch  bildet  in  seiner  „Monographie  der  Pholadomyen"  auf  Tab.  XXH,  Fig.  4 — 6,  drei  verschiedene 
Typen  dieser  schönen  Art  ab.  Hievon  stimmen  seine  Figuren  4,  sowie  5  und  ü  mit  je  einem  der  vorliegenden 
Exemplare  Uberein. 

Vorkommen:  Sehr  verbreitet,  wenn  auch  nicht  sehr  häutig  im  unteren  und  mittleren  weissen  Jura, 
besonders  in  der  Zone  der  Oppelia  temiilohata  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens,  des  Krakauer  Gebietes  und 
Böhmens. 

Die  beiden  erwähnten  Exemplare  befinden  sich  in  der  Sammlung  des  geologischen  Museums  der  Berliner 
Universität. 

Pleuromya  teiUna  Agass. 

1842—45.    Pleuroiiii/d  ti'lliiia  Agass.,  Monogr.  de  Myes,  p.  250,  Tab.  29,  Fig.  1 — 8. 

1842—45.  „  Voltzli  Agass.,  Monogr.  de  Myes,  p.  249,  Tab.  26,  Fig.  1.  2.  Tab.  29,  Fig.  12—14. 

1874.  „         jiirassi  Brauns.,  Der  obere  Jura  im  nordwestl.  Deutschland.,  p.  254. 

1881.  „  Mliiia  P.  d.  Loriol.,  Monogr.  palaeontol.  des  couches  de  la  zone  a  Amm.  tenuüohatux.  d,  Oberbuch- 

sitten et  de  Wangen,  p.  43,  Tab.  VIII,  Fig.  21—23,  Me.mor.  soc.  pal.  Siiisse,  Bd.  VII. 
Weitere  Literaturaugaben  sielie  Loriol  und  Brauns. 

Dem  Beispiele  Oppel's,  Loriol's  und  Brauns'  folgend,  welche  Pleuromya  Voltzii  und  P/.  tellhia  unter 
letzterem  Namen  vereinigen,  habe  ich  einen  glatten  Steiukerii  aus  dem  Mergelkalke  von  Hohnstein  als  PI. 

Oenkschriftea  der  mathem.-naturw.  Gl.  L.  Bd.  AbhaadluagsD  von  Nichtmitgliedern.  \\ 


266  Geor<i  Bruder. 

tellina  bestimmt,  obgleicli  ich  selben  nur  mit  der  Varietät  Voltzii  (Agas.s.  Tab.  20,  Fig.  14)  identificiren 
möchte,  und  meinerseits  die  Trennung  dieser  beiden  leicht  unterscheidbaren  Typen  als  einigermassen  gerecht- 
fertigt halte. 

Vorkommen:  Sehr  verbreitet,  wenn  auch  nicht  häutig,  in  den  Kimmeridge- Ablagerungen  des  nordwest- 
lichen Deutschland,  den  Schichten  der  Oppelia  tenuilobata  Niederbaierns  und  in  jenen  des  Äspidoceras  acantlü- 
cum  Siebenbürgens. 

In  der  Westschweiz  und  Nordfrankreich  reicht  diese  Art  von  der  Zone  Pelfoceras  himammatum  bis  ins 
Portlandien  hinauf. 

Das  Original  ist  Eigenthum  der  königl.  sächsischen  Bergakademie  in  Freiberg. 

Mactromya  ct.  vugosa  Roem.  sp. 

1836.    Mjiü  ni<iu!<((  Römer,  Nordcleutscbcs  dolithgebirge,  p.  12.5,  Taf.  9,  Fig-.  16—17.. 

1868.    LuciiiK  riiijimi  V.  d.  Loriol  etCotteau,  Monogr.  piil.  et  geol.  (1.  l'dUgu  Portlandien  du  departemeut  de  la  Yonne. 

p.  135,  Tab.  IX,  Fig.  lo— 11. 
1S71.    Miuiroiiii/ii  riif/oso  Brauns.,  Der  obere  Jur;i,  p.  256. 
1878.  „  n         Struckmann,  Der  obere  Jura  von  Hannover,  p.  48,  Nr.  247. 

Weitere  Angaben  von  Literatur  und  Synoninien  siehe  Loriol  und  Brauns. 

Ein  nahezu  glatter  Steinkern  von  fast  vierseitigem  Umrisse,  mit  abgerundeten  Ecken  und  abgestutzten, 
nahezu  in  der  Mitte  liegenden  Buckeln,  mit  einem  inneren  Leisteneindrucke  nahe  dem  vorderen  Schlossrande, 
scheint  dieser  Art  anzugehören. 

Vorkommen:  Madroinya  riujom  ist  verbreitet  im  mittleren  und  oberen  Kimmeridge  des  nordwestlichen 
Deutschland. 

Das  einzige,  vorliegende  Exemplar  ist  im  Besitze  der  königlichen  Bergakademie  zu  Freiberg. 

Auisocurdia  sp. 

Taf.  III,  Fig.  3. 
Ein  Steinkern  zeigt  grosse  Ähnlichkeit  mit  Aiil^DConlia   Leyru/i  Sauvage  sp.  Struckmann  tler  obere 
Jura  der  Umgebung  von  Hannover  pag.  96.  Taf.  V  Fig.  3 — 4. 

Derselbe  stammt  aus  den  Kalksteinen  und  befindet  sich  am  geologischen  Museum  der  Berliner  Universität. 

Astarte  cf .  cordata  T  r  a  u  t  s  c  h  o  1  d  t. 

Tal'.  I,  Fig.  6  a,  b. 

1838.    Isucaräia  eloiiijata?  C'otta,  Geogn.  Wanderungen,  IL  Tli.,  p.  26. 

1870.    Astarie  cordata  Eömer,  Geologie  Oberschlesiens,  p.  225,  Taf.  20,  Fig.  10. 

So  weit  das  einzige,  etwas  unvollständige  Schalen exemplar  eine  Beurtheiluug  gestattet,  stimmt  dasselbe 
mit  dieser  Art,  welche  in  den  P«rÄ:/«.w«/-Schichten  Oberschlesiens  in  Gesellschaft  von  Fleurotomarid  yramdata 
und  Nucula  vdrinhilh  auftritt,  gut  übcreiu.  Es  stammt  aus  der  schwarzen  Lettenschiclit  und  ist  Eigenthum  des 
geologischen  und  mineralogischen  Museums  der  Berliner  Universität. 

Trkjonia  paplllata  Agass. 

1838.    TrUjoiiias^.  C'otta,  Geogn.  Wanderungen,  II.  Th.,  p.  26. 
1840.  „        pupiUata  Agass.,  Et.  Grit.  etc.   Trigonies  Taf.  5,  Fig.  10  —  14,  p.  39. 

1840.  „         siiprajureniiis  Aga.s.,  Et.  crit.  etc.   Trir/ouies,  Tab.  4,  Fig.  1—6,  p.  42. 

1881.  „         papillata  P.  d.  Loriol.,   C'ouches  de  la  zone  a  Amm.  tcimilobaliis,   p.  64,   Taf.  X,   Fig.  17—18,  Mem.  S05.  pal. 

Suisse,  Bd.  VIII. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Zahlreiche  Steinkerne  und  ein  Schalenabdruck  liegen  vor;  dieselben  gehören  durchwegs  Formen  aus  der 
Gruppe  der  Costateu  an.  Obgleich  etwas  variabel  in  ihrer  Gestalt,  zeigen  sie  doch  eine  gute  Übereinstimmung 
mit  Agass.  Fig.  13  auf  Tafel  V,  so  dass  ihre  Identität  wohl  ausser  Zweifel  steht.  Der  Schalenabdruck  (Eigen- 
timm der  Bergakademie  Freiberg)  lässt  noch  die  mit  gekörnelten  Läugsrippen  gezierte  Area  erkennen,  welche 
(Uirch  eine  kräftigere  Mittellippe  in  zwei  Felder  gelhcilt  erscheint. 


Die  Fauna  der  Jiiraahlaf/erunf/  ron  Tlokndein  in  Sachsen.  207 

Trigonia  papiUotd  ist  selir  verbreitet  im  oberen  Jura  Norddentschlaiuls,  in   den  Schichten   der  l'^xixjijra 
oirgula  Obersehlesieu.s  und  Polens  und  in  den  TeuuiloliiiUisschichten  der  Schweiz  und  Fraidcreicli.s. 
Die  Exemplare  betindeu  sich  au  den  Museen  zu  Frciberg',  Dresden,  Uerlin  und  München. 

Trigonia  Cottae  Bruder. 

Tat'.  V,  Fig.  8  i,,  h,  c. 

Nebst  Steiukerneu  der  typischen  Form  von  Trigonia  papillata  kommen  auch  welche  vor,  die  zwar  nnt 
derselben  eine  gewisse  Ähnlichkeit  besitzen,  und,  wie  es  scheint,  durch  Ül>ergänge  mit  ihr  verknüpft  sind.  Sie 
unterscheiden  sich  aber  doch  wesentlich  von  dcnsell)en  durch  minder  entwickelte  Buckel,  geringere  Dicke, 
also  flachere  Gestalt  und  stumpfere  Schnauze,  so  dass  eine  Vereinignng  mit  der  genannten  Art  nicht  zulässig 
erscheint. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  im  paläontologischen  Museum  der  Universität  Milnclieu,  weitere 
Exemplare  in  den  Sammlungen  der  Bergakademie  in  Freiberg  und  der  Berliner  Universität. 

NuculavarlablUs  Sow. 
Tat".  I,  Fig.  7. 
IS24.    Nucida  mrichilis  Sow.,  M.  C,  Tab.  475,  Fig.  2. 

1858.         „  „         Quenst.,  .Jura,  p.  443  u.  505,  Tat".  60,  Fig.  15— IC. 

1870.         „  „         Römer,  Geologie  von  Oberschlesieri,  p.  223,  Tat'.  20,  Fig.  12. 

Von  dieser  Species  liegt  ein  Steiukern  vor,  mit  theilweise  erlialtener  Schale,  an  welcher  die  Schloss- 
partie gut  erkennbar  ist. 

Vorkommen:  Vom  mittleren  bis  in  den  obersten  braunen  Jura  und  in  den  Irapressathonen  Schwabens, 
sowie  in  den  P«rÄmso;//-Schichten  Oberschlesiens. 

Das  beschriebene  Exemplar  befindet  sich  in  der  Sammlung  der  Berliner  Universität. 

Cucullaea  Hohnstelnensis  B  r  u  d  e  r. 
Tat".  III,  Fig.  5a  b  c,  Fig.  6. 
1838.    ('Hculhieu  ohlomja  Cotta,  Ueogii.  Waudeniugeu,  II.  Th.,  p.  26. 

Es  liegen  vier  Steinkerne  vor;  davon  stammen  drei  aus  dein  blaugrauen  Kalke  von  Hohnstein,  dei  vierte 
besteht  aus  einem  hellen,  weissen  Kalksteine,  welcher  grosse  Ähnlichkeit  mit  den  Brachiopodenkalken  Stern- 
bergs besitzt,  wurde  aber  ebenfalls  in  Hohustein  gefunden,  und  es  scheint  somit,  dass  auch  hier  solche  helle 
Kalke  in  Spuren  vorgekommen  sind. 

DieGestalt  ist  eine  quer  verlängerte,  ungleichseitige  und  stark  gewölbte.  Die  Wirbel  liegen  im  ersteuDritt 
theil,  sind  einwärts  gekrümmt  und  durch  eine  sehr  breite,  concave  P)andarea  von  einander  weit  abstehend. 

Die  Area  zeigt  an  einem  Exemplar  (Fig.  2)  noch  deutliche,  geknickte  Furchen,  welche  zur  Anheftung  des 
Bandes  gedient  hatten.  Vom  Wirbel  nach  rückwärts  und  abwärts  erstreckt  sich  ein  deutlicher  Kiel,  längs 
desselben  erscheint  die  Hinterseite  abgeflacht. 

Die  Schale  und  deren  Sculptur  sind  leider  nicht  erhalten.  Lage  und  Beschaffenheit  der  Muskeleindrücke 
ist  verwischt. 

Das  grösste  Exemplar  hat  eine  Länge  von  100  Mm.  und  ist  85  Mm.  breit. 

Es  ist  mir  keine,  dieser  Form  nahestehende  Art  bekannnt.  In  den  Dimensionen  kiimint  derselben  Cuculliu-a 
{Area)  Lau/oueiisis  Etallon,  Lcfli.  ßnadnitaiiu,  Tab.  XXV,  Fig.  4,  p.  21;')  aus  dem  Epicorallicn  von  Laufon 
am  näcbsteu,  unterscheidet  sich  aber  wesentlich  von  derselben  durch  bedeutend  grösseren  Abstand  der  Wirbel, 
welche  überdies  bei  C.  Laufoniensis  nahezu  gegen  die  Mitte  gerückt  erscheinen,  und  durch  den  geraden  Ver- 
lauf des  Kieles  auf  <ler  Hinterseite. 

Das  Original  zu  Fig.  1  abr,  befindet  sich  am  geologischen  Museum  der  königl.  Bergakademie  in  Freiberg, 
jenes  zu  Fig.  2  ist  im  Besitze  des  mineralogischen  und  geologischen  Museums  in  Berlin.  Die  übrigen  Exemplare 
befinden  sich  ebenfalls  in  Freiberg. 


268  Georg  Bruder. 

3Iodlola  subaequlpUcata  Goldf.  sp. 

Taf.  m,  Fig.  7. 

1834—40.    Mytilus  siibaequiplicatiis  Goldf.,  Petr.  Germ.,  II.  Tlieil,  p.  177,  Tab.  131,  Fig.  7. 
1287.  „  „  l.oriol,  Foss.  Haute  Marne,  p.  344,  Tab.  XXX,  Fig.  7—8. 

1874.    Modiola  aequiplicata  Brauns.,  Der  obere  Jura  im  nordwestl.  Deutscbl.,  p.  301. 

Weitere  Literaturaugaben  ebenda. 
1878.    Modiola  aequij)Hcala  z.  Tbl.  .Struck mann.  Obere  Jura  der  Umgebung  von  Hannover,  p.  38. 

Das  einzige  vorliegende  Exemplar  ist  gut  erhalten,  hat  eine  länglich  runde  Form,  ist  ziemlich  hoch 
gewölbt,  und  von  dem  fast  endständigen  Wirbel  zieht  sich  diagonal  gegen  das  entgegengesetzte  Ende  hin  eine 
gei-ade  Falte.  Die  Schale  ist  mit  dicht  gestellten  und  scharfen  coneentcischen  Anwachstreifen  geziert. 

Vorkommen:  In  Frankreich,  in  der  Schweiz  und  in  Norddeutschland  verbreitet,  wo  sie  vom  Corallien 
bis  ins  obere  Kimmeridgen  (Niveau  des  Amm.  gigas.)  reicht. 

Das  Original  befindet  sich  im  Besitze  der  königl.  Bergakademie  zu  Freiberg. 

Lithodomus  jurassica  G  e  i  n  i  t  z. 

1S71  — 75.    Lithodomiis  s\}.  jiifussica  Geinitz,  Elbthalgebirge  in  Sachsen,  I.  Th.,  p.  220,  Tab.  51,  Fig.  31. 

Wie  H.  B.  Geinitz  1.  c.  angibt,  wurde  dieses  Fossil  inmitten  eines  jurassischen  Kalksteines  in  den  Con- 
glomeraten  von  Zeschnig  nächst  Hohnstein  gefunden.  Sie  ist  mit  der  Masse  desselben  hellen  und  dichten 
Kalkes  erfüllt,  von  welchem  sie  auch  umschlossen  wird,  und  stammt  daher  jedenfalls  aus  diesen  Schichten, 
während  andere  Bohrmuscheln,  welche  ebenfalls  in  Brocken  verschiedener  jurassischer  Gesteine  dortselbst  auf- 
treten, mit  Grünsaudmasse  ausgefüllt  sind  und  daher  cenomaneu  Alters  sein  müssen. 
Das  Exemplar  befindet  sich  im  mineralogisch-geologischen  Museum  in  Dresden. 

Inoceramus  laeviyatus  Münst. 

Taf.  IV,  Fig.  7  a  h. 

1833 — 40.   Inoceramus  laevigalus  Goldf.  Petref.  Germ.,  p.  111.  Tab.  104.  Fig.  6. 

1874.  _  „  v.  Ammon,  Juraablagerangen  zwischen  Regensburg  und  Passau,  p.  158. 

Es  liegt  ein  Steinkern  dieser  grossen  Inoceramus-Art  vor. 

Der  nach  vorne  geneigte,  stark  Ubergebogene  Wirbel  ist  spitz,  von  ihm  ab  nach  hinten  erstreckt  sich  der 
kurze  schräge  Scblossrand. 

Die  Oberfläche  des  Steiukernes  lässt  etwas  verwischte,  coucentrische  Anwaehswülste  erkennen,  aus 
deren  Veilauf  man  die  ursprüngliche  Grösse  und  Gestalt  der  Schalen  erschliessen  kann,  welche  auf  der  Ab- 
bildung durch  die  punktirte  Linie  angedeutet  ist.  Die  Vorderseite  des  hochgewölbteu  Steinkernes  erscheint 
gleichsam  steil  abgeschnitten. 

In  allen  diesen  Eigenschaften  herrscht  vollkommene  Übereinstimmung  mit  der  Beschreibung,  welche 
Goldfuss  von  dieser  Species  entwirft,  sowie  mit  dessen  Abbildung.  (Fig.  6.  Tab.  104.) 

Vorkommen:  In  den  oberen  Juraschichten  von  Bamberg  (Zone  ist  unbekannt)  und  in  der  Stufe  der 
Oppelia  tenullohata  bei  Söldenati  unfern  Urtenburg  in  Niederbaiern. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  in  der  geologischen  Sammlung  des  königl.  Polytechnikums  zu 
Dresden. 

Avlcula  lacunosae  Quenst.  sp. 

Taf.  IV,  Fig.  2  a  h. 
1882.    Avicula  lacunosae  Bruder,  Neue  Beiträge  zur  Kenntuiss  der  Juraablagerung  im  uördl.  Böhmen,  p- 481. 

Von  dieser,  durch  ihre  zarte  Sculptur  gut  charakterisirteu  Art,  liegen  zahlreiche  Individuen  vor,  welche 
auf  einigen  Handstücken  und  Ammoniteugehäusen  aus  den  blaugrauen  Kalken  ein  förmliches  Haufwerk  von 
Schalen  und  Schalenfragmenten  bilden. 

Vorkommen:   In  den  Teuuilobatusschichten  Niederbaierus,  Frankens  und  Schwabens. 

Die  Exemplare  befinden  sich  in  den  Museen  zu  Dresden  und  Freiberg. 


Die  Fauna  der  .luraablagerung  von  Hohnstein  in  Sachsen.  269 

Lima  MoescM  P.  d.  Loriol. 

Taf.  III,  Fig.  8  a,  6,  c. 

1838.    Lima  elonytita  Cotta,  Geogn.  Waudeningeu,  II.  Th,  p.  26. 

1878.       „     Musschi  P.  de  Loriol,   Mouogr.   de  la  zoue  ä  Amm.  temälobatus  de  Baden,  p.  156,  Tal).  22,   Fig.  19.   (M6m.  soc. 
pal.  Suisse,  Bd.  V.) 

1881.  „     MoescM  P.  de  Loriol,  Mimogr.  du  la  zoiic  k  Aitmi.  teimilobalKa  de  Oburbuühsitteii  ete.,  p.  83,  Tab.  XI,  Fig.  14. 

Von  dieser  Species  liegt  eiii  wohleiUaltenes  Scbalenexemplar  vor,  so  dass  über  dessen  [deudität  kein 
Zweifel  herrscht. 

Vorkommeu:  lu  den  Badener  Schichten  der  östlichen  Schweiz. 
Das  Originalexeinplar  betindet  sich  am  Berliner  Universitätsmuseuni. 

Lima  itotafa  Goldf. 

1833.    I/iiiia  dapikata  Cotta,  Geogu.  Wanderuugen,  II.  Tli.,  p.  28. 

1882.  „     et',  iiotata  Bruder,    Nene  Beiträge   zur  Keuntnias  der  Jiiraaldageruugeu  iui  uürdl.  Bülimeu,  p.  10,  Tat'.  I,  Fig.  .s. 

Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Wie  bei  Sternberg  und  Khaa  in  Böhmen  stammt  diese  Muschel  auch  bei  Hohn.stein  aus  den  blaugrauen, 
feinkörnigen  Kalken,  und  stimmt  überhaupt  vollständig  mit  dem  böhmischen  Vorkommen  übcrein. 

Vorkommen:  In  den  l'eiiuilobatusschichten  der  Schweiz,  Frankcn.s  und  Schwabens,  in  den  Voglarner 
Schichten  Niederbayerns  und  den  Schichten  mit  Ehi/Hcfionella  Astiertaiiu  Oberschlesiens. 

Die  Exemplare  befinden  sicii  an  den  Museen  der  Bergakademie  in  Freiberg  und  der  Berliner  Universität. 

Jjima  d.  Queustedti  Mos  eh. 

1881.    Lima  ii\).  Bruder,  Zur  Kenntniss  der  Juraablaberung  von  Sterubcrg  bei  Zeidler,  p.  .■i2. 

Nur  ein  Fragment  der  Schale  mit  der  charakteristischen  Ornamentik  ist  von  dieser  Art  erhalten,  dasselbe 
befindet  sich  am  mineralogischen  Museum  in  Dresden. 

Vorkommen:  Im  mittleren  und  weissen  Jura  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens  und  Niederbaierus. 

Pecteii  cf.  sahtifiHatus  Münster. 
Tat'.  IV,  Fig.  :>,. 

1816.    Pecleii  Mhai-mutiin  Müust.  Goldf.  Petref.  Genn.,  IL,  p.  47.  Tab.  90,  Fig.  8. 

1881.  „  „  P.  de  Loriol,  Mouogr.  de  la  zoue  ä  .L»»;. /(•//«//oi^/irs  de  Oberbuelisitten,  ]).  88,  Tab.  XII.  Fig.  2  — 4. 

Mem.  soc.  pal.  Suisse,  Bd.  VIII. 

1882.  „  „  Bruder,  Neue  Beiträge  zur  Keuutniss  der  Juraablageruugeu  iiu   iiürdl.  BöliiutMi,  p.  :i(;. 

Weitere  Literaturangaben  siehe  Loriol. 

Von  dieser  Art  ist  die  linke  Klappe  nahezu  vollständig  erhalten,  es  fehlt  blüs.s  das  hintere  Ohr  deiselbeii 
und  die  Wirbelpartie  ist  etwas  verletzt,  unter  ihr  kommt  in  etwas  verschobener  Lage  die  Schlosspartie  der 
rechten  Klap{)e  und  zwar  mit  der  Innenseite  zum  Vorschein. 

Der  Umriss  ist  nahezu  kreisförmig,  die  Zahl  der  stellenweise  knotig  angeschwollenen  Rippen  beträgt 
11 — 12.  Deutliche  Stachelan.sätze  sind  au  dem  ai)gf^bildeten  Exemplare  nicht  erhalten,  ein  Fragment  derselben 
Art  aber  lässt  scharfe  Auwaclisri[ipeii  und  Spurcni  von  Stacheiansätzen  erkennen.  Am  vorderen  Ohre  der 
rechten  Klappe  ist  ein  Ausschnitt  für  deu  Bissus  bemerkbar,  welcher  in  gleicher  Deutlichkeit  bei  Pecten 
subarmafus  nicht  vorkömmt. 

Vorkommen:  In  den  'renuilobatusschichten  der  Schweiz  und  Südileutschlands. 

Das  Origiualexemplar  botindet  sich  in  der  geologischen  Sammlung  der  Bergakademie  in  Freiberg, 
ein  weiteis  Exemplar  besitzt  die  Berliner  Universität. 

Pecten  subtejctorius  M  ü  n  s  t  e  i-. 

1836.    Peoteu  nubtextui-iits  Müust.,  (ioldt.,  Petref.  Germ.,  11.  TU.,  p.  48,  Tab.  90,  Fig.  11. 
1838.       „       IvMorius  Cotta,  Geogu.  Wanderungeu,  IL  Th.,  p.  27. 

1881.        „        sublexluriiis  Bruder,  Zur  Keuutniss  der  Juraablageruug  von  Sterubcrg,   u.  s.  w.,  p.  33. 
Weitere  Literaturungabeu  ebenda. 


270  Georr/  Bruder. 

Von  diener  Art  liegt  ein  grosses,  aber  imvollständig  erhaltenes  Exemplar  vor,  welches  die  charakteristische 
Ornamentik  der  »Schale  erkennen  lässt. 

Verbreitet  im  mittleren  und  oberen  weii^sen  Jura  der  Schweiz,  Siiddeutschlands,  Mährens,  Polens  und 
Norddeutschlands. 

Das  Exemplar  befindet  sich  in  der  geologischen  Sammlung  der  Berliner  Universität. 

Peeten  vitreus  R  ö  m  e  r. 

Tab.  m,  Fig.  9. 

183G.    reeteii  vitreus  Römer,  Norddeutsdi.  Oolithgeb.,  p.  72,  Tab.  13,  Fig.  7. 
1838.        „      chiguhiHts  Cotta,  Geogn.  Wanilenmgen,  II.  Th.,  p.  27. 

1882.        „  „      Bruder,  Neue  Beitiäge  zur  Kenntniss  der  Juraabliigerung  im  nördl.  Bölimeu,  p.  35. 

Weitere  Literat uraugaben  ebenda. 

Vorkommen:  In  den  Ammonitenkalken  Böhmens,   den  Cordatusschichten  Mährens,   den  Tenuilobatus- 
schichten  der  Schweiz  und  in  den  Hersuraerschichten  sowie  dem  Korallenoolith  Norddeutschlands. 
Originalexemplar  befindet  sich  in  der  geologischen  Samndung  der  Berliner  Universität. 

Gryphaea  dilatatn  Sowerby. 

Taf.  IV,  Fig.  4  a  6  c. 

1816.  Gnj[>haea  dilatata  z.  Th.  Sowerby,  Miu.  Couch.,  Taf.  149,  Fig.  1. 

1834.  „  gigantea  Goldf,  Petref.  Germ.,  IL,  p.  31,  Tab.  29,  Fig.  2. 

1836.  „         controversa  Römer,  Norddeutsch.  Oolithgebirge,  p.  63,  Tab.  4,  Fig.  1. 

1838.  „         i/ii/iii/ted  (dihitata)  Cotta,  Geogn.  Wanderiuigei),  IL,  p.  27. 

1874.  „  ililaJiifa  Brauns.,  Der  obere  Jura.  p.  453. 

1878.  „  „         Strukuiann,  Olieie  Jura  von  Haunover.  p.  34 — 35,  Nr.  93. 

Von  dieser  bei  Hohnstein  häufigen  Muschel  liegen  zahlreiche  Exemplare  vor,  worunter  einige  einen  Durch- 
messer von  150  Mm.  erreichen. 

r!oldfuss  hat  dieselbe  als  Gnjphaea  (ji(/cmtea  beschrieben  und  abgebildet.  Da  ihm  die  Deckelklappe 
nicht  bekannt  war,  so  konnte  eine  Verwechslung  mit  dieser  Art,  welche  sich  durch  eine  dünne  Deckelschale 
auszeichnet,  leicht  geschehen. 

Das  abgebildete  Exemplar,  an  welchem  die  Deekelklappe  noch  ansitzt,  zeigt  jedoch  dass  selbe  ebenso 
kräftig  gebaut  ist,  als  die  untere  Klajuie.  Sie  ist  in  der  Mitte  vertieft,  also  concav,  und  hat  eine  excentrisch- 
blättrige  Streifung,  deren  Mittelpunkt  nahe  der  Schiosspartie  liegt.  Die  grosse  Klappe  ist  sehr  gewölbt,  dick 
und  der  Quere  nach  blättrig  gestreift.  Ein  breiter  Seitenlai)pen  ist  durch  eine  vom  Wirbel  aus  strahlende 
Furche  abgesondert.  Der  Wirbel  selbst  liegt  in  der  Mitte,  ist  schmal,  hakig  übergebogen  und  etwas  abge- 
stumpft. 

(injpliara  iUhdafa  ist  im  nördlichen  Deutschland  an  der  Grenze  des  mittleren  und  oberen  Jura  sehr  häufig 
und  verbreitet;  dagegen  ist  sie  in  der  östlichen  Schweiz,  Schwaben,  Franken,  Niederbaieru,  Mähreu  und  Polen 
nicht  gefunden  worden. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  in  der  geologischen  Sammlung  der  Bergakademie  zu  Freiberg,  weitere 
Exemplare  ebendortselbst,  sowie  in  den  Museen  zu  Dresden  und  Berlin. 

Osfrea  (Alectt'i/oiiia)  hasfeUftta  Schlotheim.  sp. 

Tat.  IV,  Fig.  5. 

1820.  Ostracites  crisla-galli  hastellalm  (pura)  Schlot  he  im.  Die  Petrefactenkunde,  p,  243. 

1834—40.    Oatrea  cohibriiut  Goldf.  Petref.  Genn.,  IL,  p.  8,  Tab.  74,  Fig.  5. 

1858.  „  „         Cotta,  Geogn.  Wanderungen,  IL,  p.  27, 

1870.  „  rastellaris  Römer,  Geologie  von  Oberschlesipu,  p.  2(56,  Taf.  25,  Fig.  IG. 

1838.  „  hastellata  u.  rastellata  Quenst.,  Jura,  p.  750,  Taf.  91,  Fig.  27. 

1874.  „  gi-egaria  (z.  Th.)  Brauns.,  Der  obere  Jura,  p.  347. 

1881.  n  hastellata  Loriol.,  MoiiDgr.  pal.  d.  couches  de  la  zone  ä  -4/«)».  teiiullohutus,  p.  97.  Tab.  XIII,  Fig.  s— 9. 


Die  Fauna  der  Juraablagening  von  Ihihnsfe.in  in  Sachsen.  271 

Es  i^t  nicht  immer  leicht,  Odrea  (/re[/((ri(i  Sow.  1112  wie  Goldfuss  742  von  Osln«  ImsfcHafa  Gciidfiiss 
75t  zu  unterscheiden,   da  diese  extremen  Formen  durch  alle  Übergänge  mit  einander  verbunden  erscheinen. 

Im  vorliegenden  Falle  ist  jedoch  kein  Zweifel,  dass  jene  Form  vertreten  sei,  welche  Walch  bei  Knorr, 
Merkw.  Pars  II,  Tab.  1)  II,  Fig.  7,  als  „versteinerten  Harken"  bezeichnet.  Die  Schale  ist,  von  oben  betrachtet, 
schön  nach  links  gekrümmt,  und  in  der  Mitte  am  höchsten,  gegen  die  Spitze  wird  sie  wieder  dünner.  Auf  den 
Fristen  der  Schalen,  welche  schmal  bandförmig  sind,  beginnen  die  Rijipen,  ziehen  sich  eine  Strecke  schräg 
nach  vorne,  um  dann  senkrecht  abzufallen.  An  der  Umbiegungsstolle  formt  sich  eine  Kante,  die  äussere 
Grenze  der  Friste.  Die  Eänder  der  beiden  Schalen  greifen  in  einer  Zickzacklinie  ineinander. 

Vorkommen:  (Mrea  (jreyaria  und  Ostrea  haateUata  sind  sehr  häufig  in  den  unteren  und  mittleren  Malm- 
schichten Norddeutschlands,  Polens,  Mährens,  Niederbaierns,  Frankens,  Schwabens  und  der  Schweiz. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  im  Besitze  der  geologischen  Sammlung  der  Berliner  Universität. 

Ostren  ci.  TItunnamti  Etallon. 

T:it.  IV,  Fig.  6  a,  b. 

1838.    O^itrea  sp.  Cott;i,  Geogu.  Wanderungen,  II.  Th.,  p.  27. 

1862.        „        TJiiiniKiiiiii  E'tallün,  Letheji  biuntrutana,  p.  27:^,  p.  3S,  Fig.  7. 

1881.  „  n  Loriol.,  Monogr.  pal.  de  eoiiclies  ile  la  Zone  ii  Amin,  lemtilobafiis,  p.  9.5,   Tab.  XIII,  Fig.  6,  (Mem. 

soe.  i>al.  Siiisse.  Bd.  VIII.) 
Weitere  Literaturaugaben  ebenda. 

Bei  der  unvollständigen  Erhaltung  ist  es  nicht  gut  möglich,  diese  Auster  mit  hinreichender  Sicherheit  zu 
bestimmen. 

Obgleich  eine  grosse  Ahntichkeif  mit  (J»trm  'Vhunnaimi  besteht,  so  stimmt  andererseits  die  ziemlich 
bedeutende  Dicke  der  Schale  nicht  gut  mit  den  Merkmalen  dieser  Art  überein,  und  hierin  nähert  sich  die  Form 
jener  von  Ostrea  comeiifrica  und  menoidea  Goldfuss,  Tab.  80,  Fig.  1.  welche  von  Dunker,  Credner, 
Struckmann  und  Brauns  als  (Mira  miMi/ornÜK  beschrieben  werden. 

Sowohl  Ostrea  Tlnirmaimi  als  auch  Ostrea  muUiformis  sind  verbreitet  im  Kirameridge  Norddeutschlands; 
erstere  auch  in  den  Tenuilobatusschicbten  der  Schweiz  und  Niederbaierns. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  in  der  geologischen  Sammlung  der  Berliner  Universität. 

Ostrea  cf.  Roemerl  Quenst. 

1882.  Ostrea  cf.  Hocmeri  Bruder,  Neue  Beiträge  zur  Kenntniss  der  Juiaablagerungeu  im  uördl.  Böhmen,  p.  36. 

Weitere  Literatnrangaben  ebenda. 

Auf  einigen  Riesen-Bispinosen  und  Planulatcu-Ammoniten  sitzt  eine  ziemlich  breite  Auster  von  unregel- 
mässiger Gestalt  und  dünner,  an  den  Rändern  schwach  wellig  gefalteter  Schale,  welche  wohl  mit  dieser  Species 
identificirt  werden  darf. 

Vorkommen:  In  den  Tenuilobatusschichteu  der  Schweiz,  Frankens,  Schwabens  und  Niederbaierns, 
sowie  im  unteren  Kimmeridge  von  Norddeutschland. 

Anneliden. 

Se)'ptila  sp. 

Dem  Schalcnabdruckc  von  Tn'i/on.iu  /laplllata  (pag.  M)  sind  mclirere  Gehäuse  einer  Serpnla- Art  auf- 
gewachsen, da  aber  alle  aufgebrochen  sind,  ist  eine  genaue  Bestimmung  nicht  mehr  möglich.  Der  liackcn- 
förmig  gebogene  Ursprung  und  die  Dimensionen  erinnern  an  Serpula  thermarum.  (Loriol,  Mem.  soc.  pal. 
Suisse  Bd.  III,  Tab.  I,  Fig.  1)  und  an  Serpula  limata  (Lethea  Bruntrtitana,  Tab.  LXI,  Fig.  20). 

Die  erwähnten  Exemplare  befinden  sich  in  der  geologischen  Sammlung  der  Bergakademie  zu  Freiberg. 


27  2  Georg  Binder. 

Brachiopoden. 

Tei'ebrattilft  (Waldheiinia)  Moeschi  Mayr. 
T;if.  V.  Fig.  1  a,  b. 

1838.  Terebratula  viciualis  Cotta,  Geog-n.  Wanderungen,  p.  28. 

1881.    Waldheimia  Moeschi  Brudor,  Zm- Kenntni.ss  der  Juraablageiim;;-  von  Sternberg  u.  s.  w.,  p.  35,  Taf.  I,  Fig.  11. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Von  dieser  in  den  Hohnsteiner  Mergeln  sehr  häutigen  Art  liegen  sowohl  schmälere  als  auch  breitere 
Formen  vor.  Die  meisten  Exemplare  lassen  noch  deutlich  das  Septum  erkennen,  welches  bis  zur  Mitte  der 
kleineren  Klappe  reicht. 

Vorkommen:  In  den  unteren  und  mittleren  Malmhorizonten  der  Schweiz,  Schwabens  und  Nieder- 
baierns. 

Das  Originalexemplar  befindet  sicli  in  der  geologischen  Sammlung  der  Bergakademie  in  Freiberg,  weitere 
Exemplare  in  den  Museen  zu  Dresden  und  Berlin. 

Terebratula  (Waldheimia)  humei-alis  Römer. 

Taf.  V.  Fig.  2  rt,  h. 

1839.  Terebratula  humeraU^  Römer,  Norddeutsches  Oolitligeb.  Nachträge,   p.  21,  Taf.  18,  Fig.  14. 

1881.  WaMhdmia  humeraUs  Loriol,  Monog.  pal.  couches  de  la  zoue  ii  Aiiim.  leiiinlubalKs,  p.  104,  Tab.  XIV,  Fig.  1.5—19. 

(Mein.  soc.  pal.  Suisse,  Bd.  VIII.) 
Weitere  Literatiirangaben  ebenda. 

Es  liegen  mehrere  Exemplare  vor  von  12 — 15  Mm.  Länge,  ilir  Umriss  ist  ein  regulär  fünfseitiger,  mit 
abgerundeten  Ecken.  Auf  der  kleinen  Klappe  ist  das  Septum  erkennbar.  Bei  dem  durchschnittlieh  etwas 
ungünstigen  Erhaltungszustande  kann  nicht  mit  genügender  Sicherheit  festgestellt  werden,  ob  die  Form  mehr 
der  norddeutschen  Terchratnla  Inmierali^  oder  der  süddeutschen  pentagonalis  entspricht,  welche  übrigens  nach 
Brauns  (pag.  o65)  zuweilen  auch  miteinander  auftreten  sollen. 

Vorkommen:  Terebratula  humeraUs  findet  sich  häufig  im  oberen  Theile  des  Korallenoolithes  Nord- 
deutschlands, reicht  aber  auch  noch  in  ältere  Schichten  hinab.  In  der  östlichen  Schweiz  und  in  Frankreich 
wird  sie  aus  denTeniiilobatusschichten  beschrieben.  Terebratula  pentagonalis  nimmt  einen  etwas  höheren  Hori- 
zont (s)  in  Schwaben  ein. 

Originalexemplar  am  geologischen  Museum  in  Dresden,  weitere  Exemplare  am  Universitäts-Museum  in 
Berlin. 

TerehratttUi  ctformosa.  Suess. 
Taf.  V.  Fig.  3  a,  b,  c,  (I. 

1859.    Terehratuki formosa  Suess,  Brachiopoden  Stramberg,  p.  27,  Taf.  I,  Fig.  10—13. 

1882.  „  „        M.Schlosser,  Brachiopoden  des  Kelhcimer  Diceraskalkes.  p.  124,  Taf  XXV,  Fig.  10,  Palaeonto- 

graphica.  III.  Folge,  4.  Bd. 

Es  liegt  leider  nur  ein  Exemplar  mit  etwas  ausgebuchtetem  Stirnrand  vor,  welches  gut  mit  Schlosser' s 
Figur  10  auf  Tafel  XXV  übereinstimmt.  Diese  bezeichnet  der  genannte  Autor  als  eine  Mittelform  zwischen 
Terebratula  cyclogonia  {■=  strictiva  Uhlig,  Jurabild.  i.  d.  Umg.  von  Brunn,  pag.  172,  Tab.  XVII,  Fig.  9 — 10) 
und  Terebratula  formosa  und  glaubt  somit  die  letztere  als  eine  Varietät  der  ersteren  auffassen  zu  sollen. 

Vorkommen:  Terebrafida  formosa  findet  sich  in  den  Diceraskalken  von  Kelheim,  sowie  im  Tithon  von 
Stramberg  und  Koniakau  und  im  Koralleuoolith  der  Mont  Saleve.  Die  nahe  stehende  T.  ci/clogonia  wurde 
ausser  in  tithonischen  Ablagerungen  von  Inwald,  Stramberg  etc.  auch  in  den  Kalksteinen  der  Schwedenschanze 
bei  BrUnn  gefunden. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  im  geologischen  Museum  der  Berliner  Universität. 


Die  Fauna  der  Juraablagerung  von  Hohnstein  in  Sachsen.  273 

Tei^ehi'atula  siAhsella  Leymerie. 

Tab.  V.  Fig.  4  a  6  c. 

1838.    Terebratula  hiplkata  Cotta,  Geogu.  WanderungeD,  II.  Th,  p.  28. 

1846.  „  subsella  Leymerie,  Statistique  geol.  del'Aube,  p.  249,  Tab.  10,  Fig.  5. 

1881.  „  „        Loriol.  Monogr.  Pal.  de  la  zone  ä  Amni.  temiilobaftis  de  Baden,  Pag.  105,   Tad.  XIV,   Fig.  21— 22. 

Mem.  soc.  pal.  de  Suisse,  Bd.  VIII. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

1882.  „  „        A.  V.  Alth.,  Versteinerungen  des  Nizuiower  Kalksteines,  p.  301— 302,  Taf.  XXVIII,  Fig.  7. 

Die  Hohnsteiuer  Exemplare  zeigen  denselben  Typus  dieser  Art,  wie  er  von  Loriol  aus  den  Tenuilobatus- 
schicbten  von  Baden  besehrieben  und  abgebildet  wird.  (Mem.  soc.  pal.  Suisse,  Bd.  V,  Tab.  XXIII,  Fig.  15.)  Die 
Übereinstimmung  findet  sowohl  in  Bezug  auf  die  ziemlich  beträchtlichen  Dimensionen  als  auch  ganz  besonders 
betreff  des  Verlaufes  der  Stirnfalten  statt.  Die  beiden  Stirnfalten  sind  scharf  und  greifen  von  der  grossen  in 
die  kleine  Khippe  über;  der  zwischen  denselben  liegende  Stirnrand  bildet  eine  ebenso  entschiedene  Rlick- 
faltung.  Den  beiden  Falten  des  Stirnrandes  entsprechen  flach  vertiefte  Einnen  auf  der  g;rossen  Klappe  und 
wulstartige  Erhebungen  der  Rinnen  auf  der  kleinen  Klappe,  welche  eine  Hohlkehle  begrenzen. 

Die  norddeutsche  Form  dieser  Species  ist  nicht  nur  meist  kleiner  und  flacher,  sondern  bei  derselben  ist 
die  Rüekfaltung  des  Stirnrandes  nur  unbedeutend,  so  dass  die  Hohlkehle  auf  der  kleinen  Klappe  viel 
seichter  ist. 

Vorkommen:  Die  häufigste  Art  des  norddeutschen  Kimmeridgen,  und  ebenfalls  häufig  in  den  Tenuilo- 
batusschichten  Frankreichs,  der  Schweiz  und  Suddeutschlands. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  im  paläontologisehen  Museum  der  Universität  in  München,  weitere 
Exemplare  an  den  Museen  zu  Freiberg,  Dresden  und  Berlin. 

Terebratula  saxonica  Bruder. 

Taf.  V,  Fig.  6abcd. 

Von  dieser  neuen  Form  liegt  nur  ein  Exemplar  vor,  es  dürfte  der  Terebratula  subsella  noch  am  nächsten 
stehen,  unterscheidet  sich  von  selber  jedoch  nicht  nur  durch  seine  viel  bedeutenderen  Dimensionen,  sondern 
auch  durch  die  Gestalt  sell)st.  Bei  Terebrafithi  ^uxonira  liegt  nämlich  die  grösste  Breite  nicht  in  der  Nähe  der 
Stirnseite,  sondern  nahezu  in  der  Mitte,  wodurch  der  lünfseitige  Umriss  mehr  zurücktritt,  und  das  Ganze  eine 
eiförmige  Gestalt  annimmt.  Die  Hohlkehle  auf  der  kleinen  Klappe  reicht  viel  weiter  hinauf  und  ist  auch  von 
höheren  und  längeren  Wülsten  begrenzt.  Auf  der  grossen  Klappe  sind  die  Rinnen,  welche  den  beiden  Falten 
des  Stirnrandes  entsprechen,  schärfer  und  lassen  sich  weit  hinauf  bis  in  die  Nähe  des  Buckels  verfolgen, 
so  dass  durch  dieselben  eine  mittlere  Wulst  von  den  beiden  Flanken  der  genannten  Schale  abgesetzt 
erscheint. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  am  Museum  der  Berliner  Universität. 

Terebratula  bisuffarcluata  Schloth. 

1820.     Terebratula  bisuffarcluata  Schloth.,  Petrefactenkunde,  p.  279. 

1882.  „  „  Bruder,  Neue  Beiträge  zur  Kenntnis  der  Juraablagerxingen  im  nördl.  Böhmen,  p.  12,   Fig.  2. 

Die  typische  Form  der  Terebratula  bisuffärcinata  ist  durch  zahlreiche  Exemplare  vertreten. 

Vorkommen:  Im  unteren  und  mittleren  weissen  Jura  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens,  Niederbaierns, 
Polens  und  Böhmens. 

Die  vorliegenden  Exemplare  befinden  sich  au  den  geologischen  Museen  zu  Freiberg,  Tharand,  Dresden 
und  Berlin. 

Terebratula  Zieteni  P.  d.  Loriol. 

1881.  Terebratula  Zieteni  Bruder,   Zur  Keuntniss  der  .Juniablagerung   von  Sternberg.  u.  s.  w.,   p.  37,  Tab.  II,  Fig.  1  u.  2. 

Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

1882.  „  „        „        V.  Uhlig,  Die  Jurabildungeu  in  der  Umgebung  von  Briinu,  p.  173. 

Odukschrit'tea  der  mdtlieia.'aaturw.Cl.  L.  Bd.  Abbaadluagea  voaNichtmitgliedern.  ^\^ 


274  Georg  Bruder. 

Diese  Art,  welche  durch  die  flache  kleine  Klappe  und  den  geraden  Verlauf  der  Stirnlinie  ausgezeichnet 
ist,  liegt  in  vielen  Exemplaren  vor. 

Vorkommen:  In  den  Tenuilobatusschichten  der  Schweiz  und  Schwabens,  sowie  im  Jurakalksteine  der 
Schwedenschanze  bei  Brunn. 

Die  erwähnten  Exemplare  befinden  sich  in  den  Samndungen  zu  Freiberg,  Dresden  und  Berlin. 

Terehratula  elliptakles  Moesch. 

1882.   TerebratH/ii  clliploiile^  Bruder,  Nene  Beiträge  zur  Kcnntuiss  der  Juraablagerung  im  nördl.  Böhmen,  p.  12,  Tjif.Il,  Fig.  1  a,  b. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Von  dieser  grossen  eiförmigen  Terebratel,  welche  mit  scharfen  concentrisclien  Anwachsstreifen  bedeckt 
ist  und  nur  eine  kurze  und  flache,  von  niederen  Wülsten  umgebene  Hohlkehle  auf  der  kleinen  Klappe  besitzt, 
liegt  nur  ein  Exemplar  vor. 

Vorkommen:  In  den  Crenularisscliichten  der  Schweiz,  in  den  Tenuilobatusschichten  Schwabens,  wie  in 
den  Brachiopodenkalken  desselben  Horizontes  in  Böhmen. 

Das  Exemplar  befindet  sich  in  der  geol.  Sammlung  des  Polytechnikums  in  Dresden. 

Terehvatuliiia  siibstrkita  Schlotheim  sp. 

Taf.  V,  Fig.  6  a,  h. 

18-20.    Tercbratnlifes  suhstriatHs  Schlotheim,  Petrcfactenkunde,  p.  283. 

1878.    Tei-cbratii/imi  substruita  Loriol,    Monogr.  pal.  d.  Cüuches  de  la  zone  ä  Amin,  fcniti/obalus,  p.  isl,  Tab.  XXIII,  Fig.  33. 

Aus  den  Kalken  von  Hohnstein  stammt  das  einzige  vorliegende  Exemplar  dieser  Species;  es  wurde  beim 
Präpariren  eines  Aramoniten  gewonnen. 

Vorkommen:  In  den  Tenuilobatusschichten  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens,  Niederbaierns,  Polens, 
Böhmens  und  im  unteren  Korallenoolithe  Norddeutschlauds. 

Das  Originalexcmplar  befindet  sich  in  der  Sammlung  des  geologischen  Institutes  der  Bergakademie  in 
Freiberg. 

Shyncho Hella  trllohoides  Quenst.  sp. 

Taf.  V,  Fig.  1  abc. 

1851.    Terebrcitnhi  Irilohoides  Quenst.,  Petretactenkuude.  p.  45.5,  Taf.  36,  Fig.  29. 

1878.    RhyiichoiieUa  triloboüles  Loriol.  Mouogr.  Pal.  de  coiiches  de  la  zone  a  Ainm.  kiiaiJubutats  u.  s.  w.,  p.  188,   Tab.  XXJII. 

Fig.  41—45. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Diese  Species  ist  durch  2  Exemplare  vertreten,  welche  der  grobgefalteten  Form  angehören. 
Vorkommen:  In  den  Tenuilobatusschichten  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens  und  Niederbaierns. 
Die  Exemplare  befinden  sich  in  der  geologischen  Sammlung  des  königi.  Polytechnikums  in  Dresden. 

IthynchoneUa  moravlca  Uhlig. 

Tab.  V,  Fig.  ?,ab  c  de. 
1882.    Bhynchonella  moravica  n.  f.  Uhlig,   Die  Jurabildungen  in  der  Umgebung  von  Brunn,  p.  175,  Taf.  XVII,  Fig.  6. 

Die  gleichmässig  stark  gewölbten  Schalen  sind  mit  35 — 40  dachförmigen,  durchwegs  einfachen  Rippen 
versehen.  Die  grössere  Klappe  trägt  einen  tiefen  Sinus,  welchem  auf  der  kleinen  ein  Wulst  entspricht,  wodurch 
eine  dreilappige  Gestillt  gebildet  wird.  Auf  dem  Wulste  sind  6  —  8  Rippen,  auf  den  Flügeln  je  5  —  7.  Jener 
Schalentheil,  welcher  gegen  den  Sinus  abfällt  oder  zum  Wulste  sich  erhebt,  lässt  1 — 2  schwache  Rippen 
erkennen,  die  jedoch,  ehe  sie  den  Stirnrand  erreichen,  verschwinden.  Die  Schlosslinie  bildet  unterhalb  des 
zugespitzten,  etwas  übergebogenen  Schnabels  einen  stumpfen  Winkel.  Der  Schnabel  selbst  trägt  deutliche 
Schnabelkanten,  unter  der  Spitze  liegt  das  durchbohrte  Deltidium.  Auf  der  Rückseite  des  Schnabels  werden 
zwei  nnter  spitzen  Winkeln  geneigte  Zahnstützplatten  bemerkbar.  Die  kleine  Klappe  besitzt  ein  medianes 
Septum. 


t)ie  Fauna  der  Juraablagerung  von  Hohnstein  in  Sachsen.  275 

Nach  TJhlig  ist  Rh.  moravicd  theilweise  mit  Rh.  trilobdta  und  cräcoviensis  verwechselt  worden,  und  findet 
sich  in  den  Jurakalken  der  Schwedenschan/e  bei  Briinn,  in  den  Ruditzer  Schichten  Mährens,  dem  oberen  Felsen- 
kalke Polens  und  den  Ortenburger  Schicliten  Niedcrbaierns. 

Mos  eh  (Der  Aargaucr  Jura,  pag.  34,  X.  Lief.)  beschreibt  eine  Form  aus  den  Creuulariensehichten,  welche 
die  Grösse  einer  Kinderfaust  erreicht  und  durch  einen  weniger  hoch  erhabenen  Stirnwulst  sich  von  der  typischen 
Rh.  trilobata  unterscheidet. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  an  der  Bergakademie  in  Freiberg,  weitere  an  den  paläontologischeu 
Museen  der  Berliner  Universität  und  des  königl.  baierisehen  Staates  in  München. 

Hhynchonella  laeunosa  var.  dlchotonia  Quenst. 

Taf.  V,  Fig.  10  a,  b. 
1858.    Ehynchonclla  laeunosa  var.  dichotoma  Quenst.,  Jura,  p.  633,  Taf.  78,  Fig.  17. 

Diese  Form  ist  die  iiäufigste  unter  den  Rhynchonellenarten  Hohnstein.'«.  Sie  ist  ausgezeichnet  durcii  einen 
langen  Schnabel  uud  vorherrschend  dichotomiiende  Rippen,  deren  Zahl  zwischen  27  und  34  schwankt.  Das 
grösste  Exemplar  misst  37  Mm.  in  der  Länge,  die  mittlere  Grösse  beträgt  circa  26  Mm.  Es  ist  ein  Sinus  erkenn- 
bar, doch  ist  derselbe  nur  sehr  massig  entwickelt  und  trägt  9  —  10  Rippen. 

Die  sächsischen  Formen  sind  etwas  mehr  aufgebläht  und  fcinrippiger  als  vorliegende  schwäbisclie  Exem- 
plare. Unter  den  zahlreichen  vorliegenden  Exemplaren  sind  auch  einige  von  etwas  unsymmetrischer  Bildung, 
welche  an  Rhjnchonella  laeunosa  subsiniUis  (Bruder:  „Zur  Kenntniss  der  Juraablagerung  von  Sternberg," 
Tab.  II,  Fig.  5,  pag.  41)  erinnern. 

Vorkommen:  Häufig  im  weissen  Jura  7  von  Schwaben. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  in  der  geologischen  Sammlung  der  Bergakademie  in  Freiberg,  weitere 
Exemplare  auch  noch  au  den  Museen  zu  München  und  Dresden. 

Bhynchoiiella  äff.  phujuls  Römer  sp. 

Tat'.  V,  Fig.  9  «  J  c. 

1836.    Terebratala  pimfuh  Römer,  Norddeutsch.  Oolithgeb.,  p.  41,  Taf.  II,  Fig.  15. 
1874.    Rhiiiichiiiielhi  itimjim  Brauns,  Obere  .lur.T.  p.  373,  Taf.  III,  Fig.  22— 24. 

1881.  „  „       Loriol,    Monogr.   pal.   de  couuhea   de  la  zone   ä  Amm.  teiiKÜoha/iis  u.  s.  w.,    p.  107,    Tab.  XIV. 

Fig.  25—28.  CMcm.  soc.  pal.  Suisse,  Bd.  VIII.) 
Weitere  Literaturangabeu  siehe  Brauns  u.  Loriol. 

Ein  Exemplar  von  ziemlich  bedeutender  Grösse  und  Dicke  mit  durchgehends  einfachen  Rippen  und 
unsymmetrischer  Gestalt  dürfte  mit  dieser  Species  identisch  sein. 

Von  der  ebenfalls  vorkommenden  RhijnclioncUa  Adieriana  unterscheidet  sie  sich  gut  durch  die  aufgeblähte 
Schale  und  den  minder  stumpfen  Schlosskantenwinkel  (derselbe  beträgt  nahezu  90°).  Der  Schnabel  ist  etwas 
hackiger  gekrümmt,  als  dieses  bei  Rh  pirnjuis  gewöhnlich  der  Fall  ist,  die  Schnabelkanten  sind  deutlieh  aus- 
geprägt, wodurch  sie  sich  von  unsymmetrischen  Formen  der  Rli.  lartuiosa  unterscheidet. 

Vorkommen:  Im  Korallenoolithe  des  nördlichen  Deutschlands  und  in  den  Tenmlohatus-'tic\A(M,&ü.  der 
Schweiz. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  im  paläontologischeu  Museum  der  Universität  zu  München. 

HhynchoiieUa  Astierkma  d'  0 r  b. 

1838.    Terehratiila  liicoHstiiHS  Cotta.  Geogn.  Wanderungen,  II.  Th.,  p.  28. 

1881.  Rhtjnchuiidhi  Aslicriaiiu  Bruder,  Zur  Kenntniss  der  Juraaldagerung  von  Sternberg.  u.  s.  w..  p.  39,  Tab.  II,  Fig.  3«  i  c. 

Weitere  Literaturangabeu  ebenda. 

1882.  Rlii/iichoiiellii  AatieridHii  Uhlig,  Die  Jurabildungen  in  der  Umgebung  von  Briinn,  p.  177,  Taf.  XVII,  [V.]  Fig.  i — 5. 

Das  vorliegende  Exemplar  ist  ein  vollständig  ausgewachsenes  Individuum,  hat  23  scharfe,  dachförmige 
Rippen  (welche  stets  einfach  bleiben)  auf  jeder  der  massig  gewölbteu  Klappen.  Das  Gehäuse  erscheint  seiner 
Länge  nach  in  zwei  gleiche  Hälften  getlieilt,  welche  gegeneinander  verschoben  sind,   was  besonders  in  der 

kk* 


276  Georg  Bruder. 

Stiniansicht  deutlich  hervortritt.  Der  Schnabel  ist  schlank  mit  wenig  iibergebogener  Spitze.  Deltidium,  welches 
die  Öffnung-  umfasst,  erkennbar,  dessgleichen  deutliche  Schnabelkanten.  Die  Zickzacklinie  der  Stirnnaht  ist 
schärfer  als  bei  Suess  („Brachiopoden  der  Stramberger  Schichten,"  Tab.  VI,  Fig.  2 — 3\  doch  zeigen  schwä- 
bische Exemplare  von  Rhj)ichoiie1la  inconsfans  ganz  ähnliclie  Verhältnisse. 

Mit  vorliegenden  Exemplaren  von  Weisseustein  (weisser  Jura  7)  herrscht  vollkommene  Übereinstimmung. 
Auch  in  Polen  (Pusch  Paläontologie,  Taf.  III,  Fig.  A  abc)  kommen  vollständig  identische  Formen  von  Rhyn- 
chonella  inconstans  im  oberen  dolomitischen  Jurakalke  vor. 

Rhynchonella  Astieriana  ist  weit  verbreitet,  so  in  den  nach  ihr  benannten  Scliichten  Oberschlesiens  und 
Polens,  welche  dem  Kimmeridge  angehören,  in  den  Euditzer  Schichten  Mährens  und  im  mittleren  und  oberen 
weissen  Jura  Schwabens.  In  Franken,  in  der  Schweiz  und  in  den  Juraklippeukalken  von  Stramberg  beschränkt 
sich  ihr  Vorkommen  auf  die  höchsten  Stufen  der  Malmformation. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  am  königl.  mineral.  und  geol.  Museum  in  Dresden. 

Echiniden. 

Dtsaster  granttlosus  MUnst.  sp. 

1R74.  DiMiMer  ynnuilosus  Dames,  Über  Echiniden  von  Hohustein  p.  210.  Zeitsch.  der  deutschen  geologischen  Gesellachaft. 
18S2.         „  „  Bruder,  Neue  Beiträge  zur  Kenntniss  der  Juraablagerungeu  im  nördl.  Böhmen,  p.  .tg. 

Weitere  Literaturangabeu  ebenda. 

Es  liegen  mehrere  Exemplare  dieser  Species  vor,  dieselben  befinden  sich  an  den  Museen  zu  Freiberg, 
Dresden  und  Berlin. 

Vorkommen:  Im  unteren  und  mittleren  weissen  Jura  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens,  Nieder- 
baierns  und  Böhmens. 

Collyrites  bicordatus  vsir.  thermariitn  Mo  es  eh. 

Taf.  V,  Flg.  11  a,  b,  c,  d\  Flg.  12. 

1778.    Spatangites  bicordatus  Leske,  Echiu.,  p.  244,  pl.  47,  Fig.  6. 
1838.  „  carinatiis  Co  tta,,  Geogu.  Wanderungen,  II.  Th,  p.  25. 

1867.    Collyrites  thermarum  Mösch,  Der  Aargauer  Jura,  Bd.  IV,  T;if.  VII,  Fig.  4  a  b  c,  p.  315. 

1868. — 62    Collyrites  hicordata  Desor  u.   Loriol.   Echinologie  Helvetique.  Echlnides  de  la   periode  jurassique.   Tab.  LVIII, 

Fig.  7  —  11,  p.  365. 
Weitere  Literaturaugaben  ebenda. 
1874.    Collyrites  bicordata  Dame.s,  Echiniden  von  Hohnstein,  p.  210,  Zeitschr.  der  deutscheu  geologischen  Gesellschaft. 
1882.  „         cf.  bicordatus  Uhlig,  Die  Jurabildungen  der  Umgebung  von  Brunn,  p.  179. 

Die  Hohnsteiner  Exemplare,  deren  zahlreiche  vorliegen,  haben  durchwegs  jenen  breit  herzförmigen  Umriss, 
welchen  Mösch  (1.  c.)  bei  Collyrites  thermarum  besonders  betont,  mit  dessen  Abbildung  überhaupt  die  sächsi- 
schen Formen  vollkommen  übereinstimmen,  so  dass  ich  sie  Collyrites  bicordatus  var.  thermarum  bezeichnen 
möchte.  Die  letztgenannte  Art  wurde  von  Mösch  aus  den  Badener  Schichten  (Stufe  der  Oppelia  tenuilobafa)  der 
Schweiz  beschrieben,  die  typische  Form  des  Collyrites  bicordatus  findet  sich  in  den  Oxfordschichten  Frankreichs 
und  Norddeutschlands,  in  neuester  Zeit  wurde  diese  Art  auch  von  Uhlig  in  den  Ruditzer  Schichten  Mährens 
in  einem  unvollständigen  Exemplare  aufgefunden.  Dagegen  fehlt  sie  den  süddeutschen  Jurabildungen 
gänzlich. 

Zahlreiche  Exemplare  befinden  sich  an  den  Museen  zu  Berlin  und  Dresden,  das  Original  gehört  der  königl. 
Bergakademie  zu  Freiberg. 

Holectypus  coralUnus  Desor. 

Taf.  V,  Fig.  13  a  b. 

1838.    Galerites  depressits  Co  tta,  Geogn.  Wanderungen,   11.  Th.,  p.  25. 

1872—75.    Oahrites  corallinui  Queust.,  Petrefacteukunde,  p.  425,  Taf.  77,  Fig.  14  —  15. 


Die  Fauna  der  Juraablagerung  von  Hohnstein  in  Sachsen.  277 

1873.  Gdleriten  corallinus  Dames,  Echiniil.  d.  nonlw.  doiitneli.  Jiirabildiingen,  p.  CS7,  Tat'.  24,  Fig.  3,  Zeitschr.  der  deutschen 

geologischen  Gesellschaft. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 
1S74.    Holedypus  coruninus  Dames,  Über  Echiniden  von  Hohnstein,  p.  210,  Zeitschr.  der  deutschen  geologischen  Gesellschaft. 

Vou  dieser  Species  liegen  mehrere  vollständig;  erhaltene  Exemplare  vor,  dieselben  befinden  sich  au  den 
Museen  zu  Freiberg,  Dresden  und  Berlin.  Das  Origiualexemplar  ist  im  Besitze  der  Freiberger  Bergakademie. 

Holedypus  coralUnus  ist  ein  seltenes  Vorkommen  des  unteren  und  mittleren  Kimmeridgc  Norddeutsch- 
lands, der  mittleren  und  oberen  weissen  Juraschichten  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens  und  Nieder- 
baierns. 

JPedina  sublaevis  (+  aspera)  Agass. 

Taf.  V,  Fig.  14  a,  b. 

1838.    Ciiluris  variolaris  Cotta,  Gengn.  Wanderungen,  U.  Th.,  p.  65. 

1840.    Fedina  subhievis  Agassiz,  Echinodermes  Suisses,  2.  partie,  p.  34,  Taf.  XV,  Fig.  11  —  13. 
1840.        „       uspera  Agassiz,  Echinodermes  Suisses,  2.  partie,  p.  34,  Taf.  XV,  Fig.  8—10. 
1871.        „      suhlaevis  Desor  et  Loriol,  Echinologie  helvötique,  p.  238,  Tab.  XL,  Fig.  1—4. 
Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

1874.  Pedina  suhlaevis  +  aspera  Dames,  Über  Echiniden  von  Hohnstein.  Zeitschr.  der  deutschen  geologischen  Gesellschaft. 

Diese  Species  ist  durch  ein  einziges,  aber  wohlerhalteues  Exemplar  vertreten,  welches  besonders  auch  die 
Verhältnisse  der  Scheitelregion,  Fig.  14  b,  recht  gut  erkennen  lässt,  so  dass  die  Bestimmung  mit  genügender 
Sicherheit  möglich  ist. 

Wrkommen:  Im  Corallien  (Terr.  ä  Chailles)  Frankreichs,  der  westlichen  Schweiz  und  Nordwest- 
dcutschlands. 

Uas  Originalexemplar  befindet  sich  am  geologischen  Museum  der  Berliner  Universität. 

Pseudodiadema  cf.  Tna/tnillami/m,  Desor. 

1836.    Oidarites  tnamülanus  Römer,  Norddeutsches  Oolithgebirge,  p.  26,  Tab.  II,  Fig.  1. 
1858.    Pseudodiadeiiui  mamilhmum  Desor,  Synopsis  de  Echinides  Foss,  p.  64,  Tab.  XII,  Fig.  1  —  3. 
1873.  „  ,  Dames,  Echinideu  der  uordw.  deutschen  Jiirabilduugen.  p.  r_'4,  Tab.  s,  Fig.  1. 

Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Das  einzige  vorliegende  Exemplar  ist  leider  sehr  ungünstig  erhalten,  sowohl  Scheitel  als  Afterpartie 
sind  zerstört,  so  dass  eine  genaue  Bestimmung  nicht  möglich  ist.  Soweit  eine  Beurtheilung  zulässig,  dürfte  es 
mit  der  obenangegebenen  Art  übereinstimmen.  Die  Gestalt  ist  rundlich,  fünfeckig  und  sehr  flach.  Die  Warzen  der 
Fussstrassen  stehen  wie  die  übrigen  in  zwei  Reihen,  sind  gekerbt  und  durchbohrt. 

Vorkommen:  Nur  im  Corallien  Englands,  Frankreichs  und  des  nordwestlichen  Deutschlands. 

Das  Exemplar  befindet  sich  am  geologischen  Museum  der  Bergakademie  in  Freiberg. 

Memicidaris  crentilaris  Lam. 

1816.    Cidarites  crenularis  Laniark,  Animaux  saus  vertebiüS.  Bd.  VI,  p.  59. 

1840.    Ilemieidarix  cremdaris  Agass.,  Echin.  foss.  de  la  Suisse.  Bd.  II,  p.  44,  Taf.  XIX,  Fig.  10—12,  Taf.  XVIII,  Fig.  23—24. 
1869.  „  „  Desor  et  Loriol.,    Echiuologie    Helvetique,    p.    104,    Tab.   XVI,    Fig.    6  —  17,    Tab.    XVII, 

Fig.  1—7. 
Weitere  Literaturaugaben  ebeuda. 

Von  dieser  Species  liegt  ein  ziemlich  gut  erhaltenes  Exemplar  vor.  Es  ist  hoch  gewölbt  und  hat  einen 
kreisförmigen  Umriss.  Die  Porenstreif eii  sind  wellig  gebogen,  die  Stachel warzen  reichen  bis  zur  Scheitel- 
region, welche  in  allen  Details  vollkommen  mit  den  vorhandenen  Abbildungen  übereinstimmt. 

Vorkommen:  Im  oberen  weissen  Jura  (s)  der  Schweiz  und  Schwabens  und  in  den  Ortenburger  Schichten 
Niederbaierns.  In  Norddeutschland  findet  sich  die  nahestehende  Form  llemkklaris  intermedia  Flem.  im  unteren 
und  oberen  Korallenoolithe. 

Das  erwähnte  Exemplar  befindet  sich  am  miucral.  und  geul.  Museum  zu  Dresden. 


278  Georg  Bruder. 

Cidaris  coronata  Q  u  e  n  s  t. 

Taf.  V,  Fig.  15  a  b. 

1838.    Cidarites  glandiformis  Cotta,  Geogn.  Wanderungen,  IL,  p.  25. 

1881.  „       coronata  Bruder,  Zur  Kenntnisa  der  Juraablagerung  von  Steruberg  u.  s.  w.,  p.  16. 

Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Es  liegen  mehrere  Stacheln  vor,  welche  theils  dem  Typus  der  Fig-.  IIa,  theils  jenem  von  11  ^  angehören. 
Beide  Formen  schreibt  Quenstedt  dem  Cidaris  coronatus  7  zu.  (Jura  Fig.  36  und  37,  und  Echiniden  Tab.  62, 
Fig.  30—50.) 

Vorkommen:  Im  mittleren  Malmhorizonte  der  Schweiz,  Schwabens,  Frankens,  Niederbaierns,  Mährens, 
des  Krakauer  Gebietes,  Oberschlesieus  und  Böhmens. 

Eigenthum  des  königl.  mineral.  und  geol.  Museums  in  Dresden. 

Cidar is  Blumenhachi  Münster*. 

1826.    Cidaris  BlimenbcwM  Münst.,  Goldf.,  Petref.  Germ.,  p.  117,  Taf.  XXXIX,  Fig.  3  a  6. 

1869.  „  „  Desor  etLoriol,  Echinologie  helvetique  p.  40,  Taf.  VI,  Fig.  1 — 5. 

1874.  „  „  Dames,  Über  Echiniden  von  Hohnstein,  p.  210,  Zeitschr.  d.  deutsehen  geologischen  Gesellschaft. 

Ein  unvollständiges  Exemplar  liegt  vor.  An  demselben  stehen  je  sechs,  mit  kleinen  durchbohrten  Gelenk- 
köpfchen versehene  Asseln  in  einer  Reihe.  Ihre  Höfchen  sind  nahezu  kreisförmig  und  von  kaum  etwas  grösseren 
Perlknoten  umfasst,  als  solche  den  Rand  der  Asseln  bedecken. 

Vorkommen:  Im  oberen  weissen  Jura  (j)  Schwabens  und  der  Schweiz,  in  den  Ortenburger  Schichten 
Niederbaierns,  den  Ruditzer  Schichten  Mährens  und  im  mittleren  weissen  Jura  Polens. 

Das  Origiualexemplar  befindet  sich  in  der  geologischen  Sammlung  der  Berliner  Universität. 

Ithnbdocidarls  nobllis  Münst. 

1838.    Cidarites  mammus  Münst.  Cotta,  Geogn.  Wanderungen,  IL  Th.,  p.  25. 

1874.    Ehahdoüdaris  nobffis  Dames,    Über  Eehiuiden   von  Hohnstein,    Zeitschrift   der   deutschen    geologischen  Gesellschaft. 
1881.  „  „       Bruder,  Zur  Keuutniss  der  Juraablagerung  von  Sternberg.  u.  3.  w.,  p.  46. 

Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Von  dieser  Art  liegt  ein  gut  erhaltenes  Exemplar  vor.  Es  hat  eine  bedeutende  Grösse,  die  Porenstrassen 
liegen  in  Furchen.  Die  Gelenksköpfe  sind  klein,  durchbohrt  und  stark  gestrahlt,  das  Höfchen,  welches  die- 
selben umgibt,  ist  kreisrund,  von  entfernt  stehenden  Perlknoten  umfasst.  Der  Rand  der  Asseln,  deren  Zahl 
nicht  mehr  genau  ermittelt  werden  kann,  ist  fein  gekörnt  und  breit. 

Vorkommen:  Lagert  im  weissen  Jura  Süddeutschlands  von  unten  bis  hinauf  (sc — i)  in  verschiedeneu 
Varietäten.  Ferner  findet  er  sich  in  den  Ortenburger  Schichten  Niederbaierns  und  den  Brachiopodenkalken 
Sternbergs. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  am  mineral.  und  geol.  Museum  der  Berliner  Universität. 

Ästenden. 

Asterias  cf.  vm/pressae  Quenst. 

Taf.  I,  Fig.  8  a,  b. 

1838.    Asterias  jurensis  Münst.,  Cotta,  Geogu.  Wanderungen,  IL  Th.,  p.  25. 
1876.  ,       impressae  Quenst.,  Echiuodermeu.  p.  :59,  Taf.  91,  Fig.  23 — 84. 

Weitere  Literaturangaben  ebenda. 

Eine  sechsstrahlige  Centralplatte  ist  auf  de-r  Ober.seite  mit  Grübchen  bedeckt.  Die  Strahlen  ragen  leisten- 
artig au  den  Seiten  hervor  und  sind  mit  fnrcheiuii-tigen  Vertiefungen  versehen.  Die  vollkommenste  Überein- 
stimmung besteht  mit  Fig.  55  auf  Taf.  91  in  Qnenstedt's  Echinodermen. 

Vorkommen:  In  den  Impressathonen  Schwabens  und  den  Transversariusscbichteu  Niederbaierns  und 
Frankens. 

Das  Originalexeniplar  befindet  sicli  am  Museum  der  Bergakademie  zu  Freiberg. 


Die  Fauna  der  Jnraablagerung  von  Hohnsfein  in  Sachsen.  279 

Crinoiden. 

Pentacrlnus  cf.  pentagonalls  Gold  f. 

Taf.  I,  Fig.  9. 

1833.    Peiitacriiius  penlagomdis  Goldf.  Petref.  Genii.  Bd.  I,  p.  175,  Taf.  53,  Fig.  2  c  de  f. 
1838.  „  basattiformis  Cotta,  Geogn.  Wanderungen,  II.  Th..  p.  25. 

1879.  „         pentagonalis  Loriol,   Monogr.   erinoid.   tbss.   d.  1.  Suisse.,  p.  168,  Taf.  XVII,   Fig.  18—28.    (M6m.  soc.  pal. 

Suisse.  VI.  Bd.) 
Weitere  Literatuiangaben  ebenda. 

Die  vorlieg-eiulen  Säuleufragmente  bestehen  .ans  wenigen  Gliedern,  haben  einen  scharf  fUnfseitigen  Quer- 
schnitt und  fast  glatte  Seiten.  Die  Gelenkfläche  ist  mit  einem  gekerbten  Blatte  geziert.  An  den  Kanten  sind 
callusartige  Anschwellungen  bemerkbar. 

Nach  Cotta  (1.  c.  pag.  33)  stammen  dieselben  aus  den  bituminösen  schwarzen  Thonen  (Lettenschichte) 
von  Hohnstein. 

Vorkommen:  Häufig  in  den  Oxfordseliiciiten  der  Schweiz  und  Süddeutschlands,  selten  höher  als  bis  in 
die  Zone  der  Oppelia  tenuilohata  reichend. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  am  geol.  Museum  der  Bergakademie  in  Freiberg. 

Apiocrlnus  sp. 

Ein  Glied  einer  Apiocrinus-Säule  liegt  vor,  welches  mit  Quenstedt's  Fig.  71  auf  Taf.  103  (Echinodermen 
pag.  330)  von  Apiocrinus  mespiliformis  gut  übereinstimmt.  Der  Nahrungskaual  ist  an  den  beiden  Gelenkflächen 
des  Gliedes  von  einer  kreisförmigen  Vertiefung  umgeben.  Die  Gelenkflächen  selbst  sind  durch  feine  Radial- 
linien, welche  aber  nur  unter  der  Loupe  sichtliar  werden,  geziert.  Die  Höhe  des  Gliedes  deutet  auf  Ap.  mespi- 
lifornm,  denn  jene  von  Ap.  rosaceus,  die  sonst  sehr  ähnlich  sind,  pflegen  etwas  niedriger  zu  sein. 

Das  Originalexemplar  befindet  sich  am  mineral.  und  geol.  Museum  zu  Dresden. 

Spongien. 

Corynslla  Qtien.stedtl  Zittel. 

Taf.  V,  Fig.  16  u  b  c. 

1878.    Sjwnyites  astrophorut:  Quenst.  Schwämme,  p.  310,  Taf.  124,  Fig.  63. 

1878.    Corynella  Qmiistedti  Zitt.,   Studien  über  foss.  Spongien,  III.  Abth.,   Culcispoiigiae  p.  36,  Fig.  126,   Abth.  d.  königlich- 
bayrischen Gesellsch.  der  Wissensch.  II.  Cl..  XIII.  Bd. 

Der  vorliegende  Amorphozoeiistock  stimmt  in  allen  Merkmalen  mit  der  Abbildung  und  Beschreibung, 
welche  Quenstedt  (1.  c.  pag.  210)  gibt.  Er  ist  einfach  und  kreiseiförmig,  Magenhöhle  ist  ziemlich  seicht, 
Osculum  gestrahlt,  an  der  Basis  eine  Dermalschichte  bemerkbar,  Skeletfasern  anastomosirend. 

Vorkommen:   Weisser  Jura  e  in  Schwaben. 

Eigenthum  des  geol.  Museums  der  Berliner  Universität. 


280  Georg  Bruder. 


ERKLÄRUNG  DER  ABBILDUNGEN. 


A.  Versteinerungen  der  schwarzen  Lage. 
TAFEL  L 

Fig.  1.  Amaltkeus  teiiitigerraliin  Opp.,  ab  4mal  vergrössert;  c  natürliche  Grösse,  p.  262.  Universität  Berlin. 

„  2.  Haploceras  Brucl-iieri  Opp.,  natürl.  Gr.  a  von  der  Seite;  b  von  vorne,  p.  260.  Univ.  Berlin. 

„  3.  Perisphhiates  et  plicatiUs  Sow.,  natüil.  Gr.  a  v.  d.  Seite;  b  Siphonalseite.  p.  257.  Univ.  Berlin. 

„  4.  Pe/toceras  Geinitzii  n.  sp.  natürl.  Gr.  a  v.  d.  Seite;  h  Diagramm  dos  Querschnittes,  p.  254.  B.  A.  Freiberg. 

„  5.  Pleurutomai-ia  dt  yramilala  Sow.,  ah  natürl.  Gr.;  c  Schalcnfragnient  vergr.  p.  263.  Museum  Müuthen. 

„  6.  Astaiie  et",  cordata  Trautsch,  natürl.  Gr.  a.  v.  vorn;  b  v.  d.  Seite.  Schalenexemplar.  p.  266.  Univ.  Berlin. 

„  7.  NKciiIa  variabüis  Sow.,  natürl.  Gr.  Steinkern.  p.  2G7.  Univ.  Berlin. 

„  8.  Asterias  impressae  Quenst.,  natürl.  Gr.  Centralplattc;  a  v.  oben;  b  v.  d.  Seite,  p.  278.  Freiberg. 

„  9.  PeiUacn'nm pentagoiialis  Goldf.,  natürl.  Gr.  Säuleuf'ragment.  p.  279.  Freiberg. 

B.  Versteinerungen  der  Mergel  und  Kalke. 
TAFEL  IL 

Fig.  1.  Ple.vo(ius  cf.  jmsfiilosKs  Wagn.,  natürl.  Gr.  gezeichnet  nach  dem  Modell,  p.  251.  Freiberg  und  Berlin. 

T  2.  Beinekia  cf.  Calisto  d.Orb. ,  natürl.  Gr.  Wohnkammer  mit  Mundsaum  und  Ohr.  p.  258.  Polyt.  Dresden. 

„  3.  Perisphhwtes  {Siimcerasl)  n.  sp.  natürl.  Gr.  Wohnkammerfragment,  p.  258.  Freiberg. 

„  4.  Aspiduceras  intermedium  n.  sp.  natürl.  Gr.  a  v.  d.  Seite;  b  Siphoseite;  c  Lobenlinie.  p.  253.  Steinkera.  B,  A.  Freiberg. 

„  5.  Pleurotomariu  jttrensis  Hartm.,  natürl.  Gr.  Steinkern.  p.  264.  Polyt.  Dresden. 

TAFEL  IIL 

Fig.  1.  Pholadomya  cf.  Murchisoni  Sow.,  [Aus  den  Hangend  Sanden]  natürl.  Gr.  p.  264.  Freiberg. 

„  2.  Pho/adomi/a  mn/ficosMa  Agass.,  natürl.  Gr.  Steinkern.  p.  265.  Pulyt.  Dresden. 

„  3.  Anisocardia  sp.  natürl.  Gr.  Steinkern.  p.  266.  Univ.  Berlin. 

„  4.  Triyonia  Cottae  n.  sp.  natürl.  Gr.  Steinkem.  a  v.  d.  Seite ;  b  v.  oben ;  c  v.  vorn.  p.  267.  Mus.  München. 

„  5.  Ciicullaea  Hohnsteimnsis  n.  sp.  natürl.  Gr.  Steinkern,  a  v.  d.  Seite;  6  v.  vorn;  c  v.  oben.  p.  267.  Freiberg. 

„  6.          „                  „            n.  sp.  natürl.  Gr.  v.  oben.  p.  267.  Univ.  Berlin. 

„  7,  Modiola  subaequiplicata  Goldf.  sp.,  natürl.  Gr.  Schalenexemplar,  p.  268.  Freiberg. 

„  8.  Lima  Moeschi  Loriol.,  natürl.  Gr.  a  v.  d.  Seite;  b  v.  oben;  c  Schalent'ragment  vergr.  p.  269.  Univ.  Berlin. 

„  9.  Pecten  vitreus  Römer,  natürl.  Gr.  Schalenexemplar,  p.  270,  Univ.  Berlin. 

TAFEL   IV. 

Fig.    1.   Inoceramus  laeviffafits  MUnst,  uatürl.  Gr.,  Steinkern,  a  v.  vorn;  b  v.  d.  Seite,  p.  268.  Polyt.  Dresden. 
„     2.  Avicula  lacunosae  Quenst.,  sp.  a  natürl.  Gr.;  b  3 mal  vergr.  p.  268.  Freiberg. 
„     3.   Pecten  subannatus  Münst.  Steinkern  natürl.  Gr.  p.  269.  Polyt.  Dresden. 

„     4.   Gryphaea  dilatata  Sow.,  Schalenexemplar,  natürl.  Gr.   a  gr.  Klappe  v.  d.  Seite;  b  v.  vorn;  c  kl.  Klappe.  p.270.   Frei- 
berg. 
;,     5.  Ah'dryoma  hasteUata  Schloth.  Schalenexemplar,  natürl.  Gr.  p.  270.  Uuiv.  Berlin. 
6.    Ostrea  äff.  Tiiurmanni  Etall.  natürl.  Gr.  a  kl.  Klappe  v.  oben.  p.  271.  Univ.  Berlin. 


Brinlf'r:  Fmiua  (l..lniM.ilil.v  llulinslci 

3a 


Tar.I. 


--•essf^'^ 


K  k  Kol-u. Staatsdruckerei 


'-Kat.del.Rud  ScIißiiTL.ljTh. 


Denkschriften  d.k.Akad.d.W.math.natunv.  Classe  LBd.n.Abth. 


Bruder:  Fauna  d.Jnraahl.v  Hnhnslein. 


Taf  n. 


K  K  ll?£-ii  S{aalsdrud«T9i. 


Bruder  ad  nat  delRud  Schönn.lit>t 


Denkschriften  d.k.Akad.d.W.math.nalurw.  Classe  LBdüAbth. 


Bf  lldtT :  Fauna  ij.lunialil.v  llulinslein 
1. 


Taf  m. 


K  k.Hof-u  Staatsdruckerei. 


Bruder  ad  nat.del  Rud  Schönnlitli, 


Denkschriften  d.k.Akad.d.W.math.naturw.  Classe  LBd.II.Abth. 


BnullM':  Fauna  d.Juraahl.v  Huhnstpin 


Taf.F. 


Bruder  ad  nat  del  Rud  Schörni  liiK 


K  k-Eof-u  Staatsdruckcrei. 


Denksrhriften  d.k.Akad.d.W.matli.naturw.  Classe  L.Bd.Il.Ablh. 


Hriuli'r:  riiiiiia  il  .liiraiililA'  lliiliMsti'in 

51 


Taf.\: 


Sruäer  id  nal  del.Rud  Schönn ]i*li- 


K-k. Ho f-u  Staatsdruckerei. 


Denkschriften  d.k.Akad.d.W.niath.natunv.  Classe  L.  Rd.II.Abth. 


Die  Faii,ii((.  der  Juraablagerung  von  ilohiidei)!  in  Sarhuen.  281 


TAFEL  V. 

Fif;-.  1  rill.   ]V<thlhciini((  Mocxclii  May  IT,  uatiirl.  Gr.  )).  -ili.  Freiberg. 

„  ''.ab.    Waklheimia  humemUs  Röraor,  ap.  natiirl.  Gr.  p.  272.  iniueral.   Mus.  DrcstUm. 

,,  ?>abcd.   TercOrafula  ct.  formosu  Suess,  uatiUl.  Gr.  p.  272.  Uuiv.  Berlin. 

„  idbc.  Tei-ebratuJa  subsella  Leyui.,  natiirl.  (ir.  p.  273.  Mus.  München. 

„  6  ab  cd.   Terehraiitla  nnxonlca  n.  sp.  natiirl.  Gr.  p.  273.  Univ.  Berlin. 

„  6.    Terebraluliiai  suh^triata  Selil.  «  natiirl.  Gr.  h  3mal  vergr.  p.  27  1.  P'reiVierg. 

„  labt.  RhynchotieUa  triloboides  Q uenst.  sp.  nat.  Gr.  p.  274.  Polyt.  Dresden. 

„  üabcde.  Rhynchonella  moravka  nat.  Gr.  p.  274.  B.  (1.  Fveiberg. 

„  y  ((  bc.  liliyncliondhi  aS.  piitynis  natiirl.  Gr.  p.  275.  Mus.  Münclien. 

„  lOrtii.  lihijHelwiicIkt  lacunoisd  var.  dicliotoma  Qucnst.  sp.  nat.  Gr.  p.  275.  B.  A.  Freiberg. 

„  Vlabcd.   Co//i/riteti  bicordatii  Ynr.  thcrmuriiDi  Moesch.  nat.  Gr.  p.  276.  Freiberg. 

„  12.   CoJfyriles  bicordata  \'ar.  thirmanAiu  Moesch.  Ambiihicra.  3mal  vergr.  p.  276.  Freiberg. 

.,  13.   Uohctyims  condlimis  (l'Orb.  a  nat.  Gr. ;  b  Ambulacra  3  mal  vergr.  p.  276.  Freiberg. 

.,  14.   l'cdiiia  subhtevis  -+■  iasiicra)  Agass.  a  uat.  Gr. :  b  Ambulacra  3mal  vergr.  p.  277.  Univ.  Berlin. 

„  \bah.  Ciduris  Q,i.  coronata  Q uenst.  Stacheln  iu  natiirl.  Gr.  p.  278.  Mineral.  Mus,  üresileu. 

„  16  ((6  c.  Curyiw/la  (^ueiisicdti  Zitt.  uatiirl.  Gr.  p.  279.  Univ.  Berlin. 


Denkschrifion  der  mathoui.-uaturw.  Gl.  L.  Bd.  Abhaudluiifjou  vuu  NichimittiliütlerD. 


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Nordwest- 
deutsohland 

nach 

Credner, 

Strnckmanii 

und  Brauns 

aSp!.iauim(5[-]a4}!i\[  pnn  -.lajufi 

M   1   1   1   1   1 

1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   M   1   1   1   1   1 

q^iioonaipuog  .la.iaqo  -n  .ia.ia4nß 

1  I  1  1  1  1  1 

1   1   1   M   1   1   1   1   1   M   1   M   1   1   1   1   1 

iiajqoiqog  janins.iajj.Tapo  -p.iojxQ 

1  1  1  1  1  1  1 

1   1   1   1   1   1   1   1   1  +  1   1   1   1   1   1   1   1   M 

Franken, 
Schwaben  u. 
Schweiz  nach 

Waagen, 
Quenstedt, 
Loriolu.s.w. 

niiiqoj/iiiig/  nipddfj  .lap  ano^ 

1  I  +  I+  +  +  +  +  +  +  +  +  +  +I  1  l  +  l+-f  +  +  +  -fl 

mnimummmq  fn.mn/inj  sgp  ano^ 

1 1 ++  1  1  1 

1   1   1   1   M   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   M   1   1 

mni.ms.i3ciiiiin.ij  sv.i.voip,^  sap  ano^ 

1   1  +  1   M   1 

M   1   1   1   1   1   1  +  +  +  1   M   1   1   1   1   1  + 

Nieder- 

baicru 

nach  V. 

Amnion 

ua4i|.Hq3g  .laimnapjgs 

1  1  1  +-f +  + 

1   1   1  +  1   1  ++  1   1   1   1   1  ++  1   1   1  +  1 

ua4n.i!qog  .ia.D.Tiiqaa4.io 

1  1  1  +  1  1  1 

1   1   1   1   M   1   1   1   1   1   1   !   1   1   1   1   1   1   1 

na4i|.)!qog  .ian.ii:[.iiOjV 

M   1   1   1   1   1 

1   1   1   1   1   1   1   1  ++  1   1   1   1   1   M   1   1  + 

ua4qau{og  .ia4Ha.iia>;uiQ 

1   1   M   1   1   1 

1   1   1   1   1   1   1   1   1  +  1   1   1   1   1   1   1   1   1   1 

Mähren 

nach 

Uhlig 

uajqoiqag  .xaz4ipnjj 

1  1  1  1  1  1  1 

1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   M 

nun.ig  laq  ni:qa84nuio[0 
UOA  na4qo!qog-s»/.(»s.O(!S!f?A/j; 

1   !   1   1   M   1 

1   1   1   1   1   1   1   1   1  +  1   1   1   1   1   M   1   M 

nnn.ig  laq  unqas 
-4ninoio  "OA  na4i|aiqag-s/(/»/).(0,o 

1  1  1  1  1  1  1 

M   1   1   1   1   1   1   1  +  1   1   1   1   1   1   1   1   M 

Gebiet 

von 
Kra.kan 

nach 
Hohen- 
egger 

■B.iuf  .lasgiaAi  .T9.ta|44ijt 

11  +  1  1  1  1 

1   1   1   1   1   1  +  1   1   1   1   1   M   M   1   1   1   1 

ij.iuf  .TaK8!8A\  .ia.ia4n[] 
■(uaiAOip:;'))  ii.ni  1' .louire.iq  .la.iaqQ 

1   1  +  1   1   M 

1   1   1   1   1   1   1   1  +  +  +  1   1   1   1   M   1   1   1 

a  ■- 
•S  g 

viiDLisi/s-y  -ipiifhifi   p  ua4qoiq.is 

1    1    1    1    M    1 

1   1   1   1   1  ++  1   1   1   1   M   1   1   1   1   1   1   1 

•3llB5]uasia^  -(10  -n  ■4un  -i'/uqoi 
-jjf  vjpiiotioidii/fj-m  na4qa!qog  n 
vsounooi  7iipiioipii/iii}j-m  ua4qa[qag 

1  1  1  1  1  1  1 

1   1   1   1   1   1   1   1   1   M   1   1   1   1   1   1   1   1   1 

siifDp.too  sfw^ipnuY  :)im 
na4qo!qog  •n  mosicioiuvj  -j  uoa 
ra.TOj  nainai^i  .lap  4[tn  n94qotqos 

1   1   1   1   M 

1   M   1   1   1   1   1  +  +  +  1   1   M   1   1   1   1   1 

Böhmen 
nach  Lenz 
u.  Bruder 

itfoqoitmidf  vtpddß 
.lap  ajn4g  'a5jp!5ina4inoramY 

t  ++  1  1  1 

1   1  +  1  +  +  +  1   1   1   1   1  +  +  +  1   1   1   1 

umfrmmwmiq  sn.iaootpj 
sap  ajuig  'a5ip!5inapodou|OB.ig 

1  1  1  1  1  1 

1   1   1   1   1   1   1   M   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1 

puüAi  8inw^ 

MINI 

1   M   1   1   1   1   1  +  1   1   1   1   1   M   1   1   1   1 

Sachsen  nacli 

Cotta  und 

Bruder 

ufnqojniUi)^  mpd 
-do  .lap  9J1V4S  '«s^l'^a  antuStreig 

+  +  +  -f  +  +  H 

-  +  +  +  +  +  +  +  +  1   1   1  +  +  +  +  +  +  +  +  1 

mnpxumvmiq  sv.i33 
-oipj  sap  a)n4g  'jaÄiaK  ai^juna 

MINI 

1   1   1   1   I   1   1   1   1   1   1   M   1   1   1   1   1   M 

utiii.iDs.wasiiv.if  so.iMojpj  -p  ajn4g 
'4qaiqasna44aT  'po  a.§Bq az.n;A\q.:)g 

1   1   M   1   1 

1   1   M   1   1   M  +  +  +  1   1   1   M   1   1   1  + 

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.lauuiui^  apnajinr^ 

■tH  Gsi  CO  -^  i^  tr  C^  CC'  C:  O  ■'--'  C-l  CO  ^  lO  ttO  I--  CC'  Ol  O  '-'  <>l  'lO  -^  >:■:  O  l>- 
^  .^  T-"  —  tH  i-H  1-H  i-H  i-H  T-H  C^l  .3^1  CM  t>l  rM  G^  CM  C^ 

Die  Fauna  der  Juraablacjernnq  von  Ilohnstein  in  Sachsen. 


>83 


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^1  T^j  CO  CO  CO  c^  CO  r^  :c  CO  CO  CO  -^  -^  -rti  -^  -^  ^  -+i  -^  -r  -^  o  u't'  lO  lO  o  uT  o  lO  o  lO  to  --i;  ;o  to  -o  :;:^                                                   t^  i>-  t^  i—  X  co  co 

1   1   1   1   1   1   1   1   M   1  +  1  ++  1  +  1  +  M   1   1   1   1   1   1   1   1    1  ++  1  ++  1    1   1   1   M  +  1   1   1   1  +  i  +  1   1   1   1   1   1 

Mlllll-Ililllli+I+Illllll+++Illl+Illl+Il+Illli+Illllll 

1   1   1   1   1   1   1   1   1   M   1   1   1   1   1  +  1   1   1   1   1   1   1   1   1   1  ++  1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1  +  1   1   1   1   1   1    1   1   1 

1   l  +  l   I+-I+  +  +I+  +  +I   l  +  l  +  l   I+  +  +I+  +  +I  +  I+  +  +  +  +I   I+  +  +  +  +I  +  I   1   1   I-+I  +  I    1 

II+MI+IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII+IMII+I++III+I+IIIII+III+ 

+  +  +  +  llllll  +  llllll  +  lllllllllll  +  IMII  +  llllllll  +  IM-ll  +  llfl 

II+I++I+IIIII+IIIIII++I+++IIIII++II+III+MII+I+IIIIIIII 

1   1   M   1   1   1   1   1   1   1   M   1   1   M   1   1   1   1   1   1   1  +  1  +  1    1   1   1   1  +  1   1  +  1   1   1   1   1   1  +-  1   1   1   1   1  +  +  +  +  1   1 

+  +  +  IIIIIIIIMIIII1II1IIIIIIIIItIIII  +  IIIIIIIIIIIIII  +  II  +  I 

1   1   1   1   M   1   1   1    1    1    1    1    1    1    1    1    1    1    1    1   M  +  M   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   M   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1  +  1 

IIIIIIIIMIIIIIMIIIIIIIII  +  II  +  IIIII++III  +  II  +  I  +  IIII  ++-  1   1 

1  +  +  +  1   1   M   1   1   1   1   1   1   1   1   M   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   11   1   1   1   1   1  +  1   1   M   M   1   1   1   1   1   1   1   1  +  1   M   1 

IIIIIIIIIIIIMIM^IIIIIMM  +  IIIIIII  +  IIIIIIIMIIMIIIIII 

ll  +  lllllllll  +  IIIIIMIIIIIIIIIIlllll  +  ll-t-IM  +  lllllll++lll 

1  +  1   1   1   M   1   1   1  +  1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   M   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   M   1   1   1   1   1 

1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   1   M  +  1  +  f^  1  +  1   1   1   1   1   1   1    1  +  1  +  M   1   1   1   1   1   1   1  ++-  1   1 

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285 


EIN  BEITllACJ 


ZUR 


KENNTNISS  DER  FISCHE  DES  BÖHMISCHEN  TURON'S. 


VON 

PitoF  Dk.  GUSTAV  C.  LAUBE. 


VOKOELEOT    IN   DER  SITZUNG   AM    in.  APRIL   1885. 


Die  untere  Etage  des  böhuiiselieiiTuron's,  Seliloeubach's  Zone  AesLioceramiis  /ahidfus,  wird  in  derUni- 
gebung  von  Prag  von  einem  gelblicbeu,  in  den  unteren  Lagen  häufig  kieseligen  Grobi^alk  gebildet,  welcher  /u 
den  Bauten  der  böhmischen  Landeshauptstadt  ein  viel  verwendetes  Material  liefert.  Auch  der  Rücken  des 
Höhenzuges,  westlich  von  der  Stadt,  dessen  Abfall  gegen  die  Moldau  den  Laurenzberg  bildet,  der  historisch 
berühmte  „Weisse  Berg-'  besteht  aus  diesem  Gestein,  und  wie  der  Ort  wohl  von  dessen  Farbe  seinen  Namen 
erhielt,  so  haben  in  neuerer  Zeit  die  Herren  Professoren  Krej.ci  und  Fritsch  diesen  Ablagerungen,  die  ehe- 
dem als  „unterer  Pläner"  bekannt  waren,  mit  dem  Namen  „Weissenberger  Scbichten-'  belegt.  Diese  Grobkalke 
deren  genaue  Scbilderung  wir  Herrn  Professor  Ant.  Fritsch  verdanken,*  haben,  obwohl  sie  eigentlich  nicht 
reich  an  Versteinerungen  sind,  eine  grosse  Anzahl  von  zum  Theile  trefflich  erhaltenen  Fischresten  geliefert. 
Schon  Agassiz  hat  in  seinen  „Recherches  sur  les  Poissons  fossiles"  Deryx  Zippei  aus  diesen  Ablagerungen 
bekannt  gemacht.  Später  hat  Reuss  (^Denkschriften  d.  kais.  Akad.  d.  W.,  XIIL  Bd.)  zwei  neue  Fische  von 
hier  beschrieben.  In  seiner  Monographie  über  die  Reptilien  und  Fische  der  böhmischen  Kreideformation  zählt 
Herr  Fritsch  23  Fische  aus  diesen  Ablagerungen  auf,  für  die  er  auch  den  Namen  „Fischpläner"  in  Vorschlag 
bringt.  Es  ist  hiemit  die  Liste  noch  nicht  erschöpft.  Herr  Fritsch  hat  in  den  Sitzungsberichten  der  böhmischen 
Gesellschaft  der  Wisscuschaften  (Sitzungsberichte  1879,  p.  3)  noch  einen  neuen  Istieus  genannt,  ich  kann 
dem  Verzeichnisse  der  Plagiostomen  noch  FUjchodmlatissimus  Ag.  hinzufügen,  den  mein  Herr  College  von  da 
nicht  aufzählt.  Endlich  wurden  vom  geok)gischen  Institute  der  deutschen  Universität  in  Prag  zwei  vorzüglich 
erhaltene  Fische  erworben,  deren  eingehende  Beschreibung  der  Zweck  der  nachfolgenden  Zeilen  ist.  Sie 
stammen  beide  aus  den  unmittelbar  vor  dem  Reichsthore  gelegenen,  sehr  ausgedehnten  und  nun  schon  bedeu- 
tend ausgebauten  Steinbrüchen  des  Stiftes  Strahow.  Der  eine  derselben,  welchen  ich  mit  dem  Namen  J'folelopfs 


•'  Anton  Fritsch,  Stiulieu  im  (icbioto  der  böhinisclien  Kreidolormatiou.  II.  Die  Winssoiibcrsoi-  imd  Macnifzci-  Si-liichten. 
Prag  1877.  Archiv  der  iiatui\vis.seii.s('liaf'tlielieii  liande.serl'i)i«f.liiiiig  von  Bolinien.  IV.  Bd. 


286  Gustav  C.  Laube. 

Geinitzii  belege,  ist  der  Vertreter  eines  bisher  unbekannten  Elopidengcsclil echtes.  Es  wird  hiedurch  neuerlich 
die  schon  von  Johann  Jakob  He  ekel  (^Denkschriften  der  kais.  Akad.  d.  Wissensch.,  XI.  Bd.,  p.250)  ausgespro- 
chene Ansicht  bekräftiget,  dass  die  gegenwärtig  erlöschenden  Formen  der  Elopiden,  in  früheren  Erdperiodeu 
vorherrschend  lebten,  und  schon  in  der  Kreidezeit  zahlreich  vorhanden  waren.  Der  andere  Rest  gehört  wohl 
einem  Fische  Osmeroides  Lewesiensis  Mant.  sp.  an,  der  längst  gekannt  ist.  Das,  wie  ich  anzunehmen  mich 
berechtigt  glaube,  bis  nun  besterhaltene  Exemplar  dieses  Thieres  bietet  jedoch  zahlreiche  noch  nicht  beob- 
achtete Einzellieiten  dar,  wodurch  eine  Reilie  bisher  irriger,  oder  ungenügend  begründeter  Ansichten  berich- 
tiget und  ergänzt  werden  konnten,  wie  sich  denn  auch  Gelegenheit  bot,  einige  Anlialtspunkte  für  die  bis 
gegenwärtig  noch  nicht  ganz  sichere  systematische  Stellung  dieses  Fisches  zu  gewinnen. 

PE0TEL0P8  GEINITZII  Laube. 

Von  den  Resten  dieses  schönen  Fisches  sind  ausser  dem  auf  der  beigegebenen  Tafel  zur  Abbildung 
gebrachten  Haupttheil  noch  einige  denselben  ergänzende  Stücke  vorhanden.  Man  muss  den  wieder  gegebeneu 
vollständigsten  Theil  wohl  als  Steinkern  bezeichnen,  er  zeigt,  wie  man  sieht,  die  Abformung  des  fast  voll- 
ständig erhalteneu  Schädels,  der  paarigen  Flossen  und  der  Rückenflosse,  eines  Theiics  der  Beschuppung  und 
der  Kiemenhautstrahlen,  aber  auch  den  Hohlabdruck  der  Wirbelsäule,  der  Rippen,  Flosseuträger,  Stützgräten 
und  des  Beckens.  Die  dazu  gehörigen  Theile  bilden  den  Hohlabdruck  des  Steinkernes,  sie  geben  die  äussere 
Abformung  der  Schädelbedeckung,  der  Beschuppuug  und  einen  Theil  der  Wirbelsäule  wieder.  Der  zur  abgebil- 
deten rechten  Seite  des  Fisches  gehörige  äussere  Hohlabdruck  ist  bis  auf  die  obere  Schädelpartie  für  die  ganze 
wiedergegebene  Seite  erhalten,  von  der  linken  Seite  ist  er  nur  für  den  unteren  Theil  des  Schädels  vorhanden, 
da  der  Rest  des  Fischleibes  im  festen  Gestein  steckt,  einige  kleine  Bruchstücke,  welche  die  Brustflossen 
ergänzen,  sind  ganz  unwesentlich. 

Von  der  Abbildung  des  Aussenabdruckes  des  Fisches  konnte  Umgang  genommen  werden,  weil  er  zu  den 
am  Steinkern  ersichtlichen  Theilen  des  Skelettes  keine  besonders  bemerkenswerthe  Ergänzung  bietet. 

Die  Länge  des  Fischrestes  beträgt  43"".  Hievon  misst  die  Länge  des  Kopfes  15  ■  b"",  gemessen  von  der 
Symphyse  der  Mandibeläste  zum  Hinterende  des  Opereulura.  Der  hintere  Theil  des  Körpers  mit  der  Schwanz- 
flosse ist  leider  nicht  in  meine  Hände  gekommen.  Nach  der  Lage  des  Beckens,  den  bereits  sich  verkürzenden 
Hämapophyseu  und  nach  dem  Vergleiche  mit  den  Verhältnissen  bei  einer  nahestehenden  lebendenForm,  glaube 
ich  annehmen  zu  können,  dass  etwa  ein  Fünftel,  höchstens  ein  Viertel  des  ganzen  Fisches  fehlt. 

Sämmtliche  Theile  der  Fischreste  haben  ihre  natürliche  Lage  beibehalten,  obwohl  von  der  Kuochen- 
substauz  nirgends  etwas  erhalten  ist,  treten  die  einzelnen  Elemente  doch  deutlich  und  scharf  hervor,  sie 
erscheinen  durchwegs  durch  Eisenoxydhydrat,  welches  der  unmittelbar  abformenden  Steinschichte  beigemengt 
ist,  gelbbraun  gefärbt  auf  der  gelblichen  Grobkalkmasse,  darin  sie  eingebettet  sind.  Überhaupt  scheint  der 
Brauneisenstein  bei  der  Erhaltung  dieser  Fischreste  eine  wesentliche  Rolle  gespielt  zu  haben,  indem  offenbar 
die  reichliche  Aufnahme  von  Eisenbestandtheilen  in  die  einbettende  Knlksteinmasse  die  Erhaltung  der  hiedurch 
entstandenen  Abformungeu  selbst  der  zarteren  Körpertheile  nach  deren  vollständiger  Hinwegführung  ermög- 
lichte. 

Der  Schädel  des  Fisches  ist  fast  vollständig  vorhanden,  namentlich  lässt  die  dem  Beschauer  zugekehrte 
Seite  kaum  etwas  zu  wünschen  übrig.  Die  abgewendete  linke  Seite  ist  allerdings  weniger  gut  erhalten  uud 
etwas  verdrückt.  Man  wird  aus  der  Abbildung  bemerken,  dass  der  Schädel  von  oben  gegen  unten  etwas  ver- 
schoben ist.  In  Folge  dessen  wird  die  obere  Partie  von  der  Seite  sichtbar,  und  aus  demselben  Grunde  ist  auf 
der  anderen  Seite  die  Orbitalregion  nicht  gut  erhalten  geblieben.  Am  Schädel  vorn  fehlt  das  Praemaxillare,  es 
konnte  auch  in  dem  zugehörigen  Hohlabdruck  nicht  biosgelegt  werden.  In  seiner  Anlage  war  der  Schädel 
namentlich  über  die  obere  Gehirnkapsel  breit,  der  Seitenumriss  ist  dreiseitig,  keilförmig,  länger  als  hoch.  Die 
Höhe  von  der  Vereinigung  der  Parietalen  zum  Gelenke  des  Quadratbeines  mit  der  Mandibel  verhält  sich  zur 
Länge  vom  vorderen  Ende  des  Maxillares  zum  Hinterrand  des  Operculum  wie  83  :  90. 


Ein  Beitrag  zur  Kenntniss  der  Fische  des  Ijöhnmchen  Turon\. 


287 


Von  den  Knochen  der  Schädclkapsel  ist  am  wenigsten  erlialten.  Deutlich  siclit  man  nur  im  Abdrucl^  die 
gegen  die  Ethnoidalpartie  herabgehenden  schmalen  Theile  der  Frontalia  principalia  {Fpr),  welche  zu  beiden 
Seiten  einer  kanimartig  aufgeworfenen  mittleren  Sutnr  rinnenartige  Vertiefungen  bilden,  indem  die  ebenfalls 
deutlich  in  ihrer  unteren  Partie  erhaltenen,  die  Orbita  von  oben  begrenzenden  Frontalia  auteriora  (Fa)  dies- 
seits und  jenseits  der  gedachten  Rinnen  wieder  wulstartig  hervortreten.  In  dieser  gegen  oben  auseinander- 
weichenden, gegen  vorn  zusammentretenden  Rinne  sieht  man  eine  deutliche  seichte  Furche,  welche  den 
Verlauf  der  vorderen  Aste  des  Frontalcanales  markirt.  In  dem  dreieckigen  Räume  zwischen!  dem  hinteren 
oberen  Rande  der  Orbita,  dem  Unterrande  des  Frontale  anterius  und  dem  vorderen  oberen  der  grossen  Iiifra- 
orbitalc  fünf  sieht  man  das  Frontale  posterius  {Fp)  als  dreiseitigen  mit  der  Spitze  gegen  vorn  gekehrten  Kno- 
chen jedoch  nicht  ganz  deutlich  erhalten.  Von  den  übrigen  zum  Schädeldach  gehörenden  Knochen  hat  sich 
nichts  erhalten.  An  deren  Stelle  zeigen  sich  hier  die  Abgüsse  der  unter  den  hinwcggenonimenen  Knochen 
gelegene  Schädelhöhlen.  Die  mittlere  unpaare  Ausfüllung  der  Gehirnzelle  (C'e)  ist  zum  Theile  ausgebrochen. 
Ihr  vorderes  Ende  sjiitzt  sich  zu  und  zieht  sich  als  enger  Gang  mit  ovalem  Querschnitt  zwisclien  und  unter 
den  Seiten  der  Frontalia  principalia  hinein,  offenbar  der  Canal  für  den  Nervus  olfactorius.  Seitlich  und  hinter 
der  Hirnzelle  liegen  die  grossen  Temporalhöhien  (Fot),  die  dieselben  abtrennenden  Knochenwände  sind  im 
Negativ,  d.  i.  als  kluftartige  Höhlen  angedeutet.  Eine  quer  von  der  Hirnzelle  nach  rückwärts  gegen  den  Ober- 
rand des  Operculums  ziehende,  sich  hier  erweiternde  Lücke  deutet  das  Mastoideum  ii\f<()  an.  Dasselbe  ist  der 
F'mII  mit  dem  Occipitale  sujicrius  (O.s),  auch  dessen  Lage  ist  an  einer  die  Temporaliiöhlc  von  liinteii  begren- 
zenden nach  innen  gekrümmten,  etwas  stumpfwinkelig  gebogenen^  steilgestellten  Lücke  zu  erkennen.  Als 
kurzer,  gerade  gegen  den  Rücken  gekeluler  Fortsatz  ist  die  Crista  occipitis  [Co)  sichtbar. 


Unter  den  (Jesiclitskuochcn  fallen  zunächst  die  in  der  Fläche  sehr  stark  entwickelten  Infraorbifalknochen 
( Jo)  auf.   Der  fünltc  Infraorbit.-ilknocheu  überdeckt  die  ganze  Wange  zwischen  dem  Mastoideum,  der  Orbita 


288  Gustav  C.  Laube. 

und  den  Operculen.  Der  untere  Theil  ist  abgebrochen,  es  ist  aber  wahrscheinlich,  dass  sich  dieser  Knochen 
noch  weiter  herab,  jedenfalls  bis  an  den  Oberrand  des  Maxillare  erstreckt  hat.  Die  Trennungsnähte  der 
Infraovbitalknocheu  4 — 1,  welche  zwischen  dem  fünften,  der  Orbita,  dem  Oberkieier  und  Frontale  anterius 
liegen,  sind  nicht  deutlich  wahrzunehmen.  Diese  Knochen  scheinen  äusserst  dünn  und  zart  gewesen  zu  sein, 
man  sieht  weder  auf  dem  abgebildeten  Stück,  noch  in  dem  zugehörigen  Hohlabdruck  eine  Andeutung  von 
Ossificationsstrahlen,  nur  bemerkt  man  aui  der  Fläche  des  fünften  lufraorbitalknochens  die  Spur  zweier  feiner, 
in  gleichen  Abständen  von  dem  Hinterrande  der  Orbita  quer  über  die  Fläche  verlaufender  Linien,  wie  sie  sich 
auch  an  der  gleichen  Stelle  bei  Elops  zeigen.  Dieser  Knochen  zeigt  auch  an  seiner  hinteren  Begrenzung  eine 
flache,  breite  Furche,  wclclie  oifeubar  daher  rührt,  dass  die  dünne  Kuochenplatte  sich  über  den  darunter- 
liegenden striemenförmigen  Vorderrand  des  Präoperculums  ausbreitet. 

Von  einem  durch  die  Infraorbitale  verlaufenden  Lateralcanal  ist  keine  deutliche  Spur  vorhanden.  Im 
Winkel  zwischen  der  Orbita,  dem  Frontale  anterius  und  dem  abgebrochenen  ersten  lufraorbitale  sielit  man  die 
Stelle,  welche  dasLacrymale  (La)  einnahm,  auch  zeigt  sich  in  der  weiten  Augenhöhle  \0r)  ein  o"™  breiter  Rand 
der  verknöcherten  Sclerotis  (S'c).  Der  Kiefergaumenapparat  zeigt  das  bis  auf  den  hintersten  Theil  fast  voll- 
ständig erhaltene,  rückwärts  sehr  breite  und  kräftige,  gerade  gestreckte  Maxillare  {Mx)  besetzt  mit  zahlreichen 
auf  demselben  senkreclit  stehenden,  geraden  Hechelzähnen.  Oberhalb  ist,  da  die  Infraorbitale  weggebrochen 
sind,  die  Fläche  des  Palatinale  {Pa)  zu  sehen,  bedeckt  mit  den  Ansatzstellen  dicht  stehender,  kleiner  aber 
kräftiger,  schräg  gestellter  Zähne.  Die  Mandibula  (Md)  ist  fast  in  ilirer  ganzen  Länge  erhalten,  das  Dentale 
(Z>)  derselben  trägt  gleichfalls  in  vier  Längsreihen  dicht  und  abwechselnd  geordnete  kräftige,  senkrecht  ste- 
hende Hechelzähne,  die  noch  stärker  als  die  des  Maxillare  sind.  Das  Articulare  {art)  ist  nicht  recht  deutlich 
abgegrenzt,  es  scheint  sich  keilförmig  zwischen  einen  weit  nach  hinten  aufsteigenden  oberen,  und  einen  noch 
weiter  rückwärts  reichenden  Ast  des  frülier  genannten  Theiles  einzuschieben.  Das  Augulare  ist  nicht  erhalten. 
Die  Mundspalte  ist  verhältnissmässig  klein  und  reicht  nur  wenig  über  die  Mitte  der  Orbita  hinaus.  Da  der 
Unterrand  der  Wangenbedeckung  fehlt,  ist  hiedurch  die  untere  Hälfte  des  Quadratum  {Q)  und  des  damit  zu- 
sammenstossenden  Praeoperculum  (Po)  blosgelegt.  Das  erstere  verbreitert  sich  rasch  von  der  Gelenkstelle  mit 
der  Mandibula  zu  einem  wie  es  scheint  dreiseitigen  Flachknochen,  dessen  untere  zum  Gelenkkopf  ausgebildeten 
Ränder  wulstig  erhoben  waren. 

Die  Opercularknochen  zeigen  in  ihrer  Gesammtheit  einen  halbmondförmigen  Umriss.  Offenbar  war  auch 
diese  Schädelpartie  aus  sehr  dünnen  lamellaren  Knochen  zusammengesetzt.  Das  Operculuni  (0)  zeigt  eine  drei- 
seitige Gestalt.  Der  Hinterrand  ist  zwar  abgebrochen,  doch  sieht  man  aus  der  Contour  des  erhaltenen  Abdruckes, 
dass  die  Ränder  abgerundet,  der  Unterrand  sanft  ausgebuchtet  war.  Die  verdickte  Gelenkstelle  ist  auch  wieder 
als  Hohlraum  zu  erkennen,  dabei  liegen  einige  Ossificationsknötchen,  sonst  ist  die  ganze  Fläche  des  Knochens 
glatt.  Vom  Praeoperculum  {Po)  ist  auf  der  rechten  Seite  des  Fisches  nur  der  unterste  Theil  sichtbar.  Der 
wulstige  Innenrand  dieses  Knochens  prägt  sich,  wie  oben  erwähnt,  in  der  Begrenzung  des  Infraorbitales  aus; 
die  nach  rückwärts  und  unten  gerichtete  flächige  Ausbreitung  desselben  ist  zerstört.  Dagegen  ist  die  erstere 
Partie  dieses  Knochens  auf  der  linken  Seite  des  Fisches  recht  deutlich  zu  sehen.  Von  dem  darunter  gelegenen 
Infraoperculum  (J6)  ist  nur  ein  kleiner  nach  oben  zwischen  dem  vorgenannten  und  dem  Suboperculum  gelegener 
Theil  erhalten.  Dieses  letztere  {So)  ist  bis  auf  den  Unterrand  ganz  erhalten.  Es  war  mehr  als  halb  so  gross 
wie  das  Operculum.  Der  Hinterrand  scheint  ganz  randig  bogenförmig  in  den  Unterrand  verlaufen  zu  sein.  Wie 
vorerwähnt,  trennt  eine  feine  buchtig  geschweifte  Naht  dieses  Stück  von  dem  Operculum. 

Auf  der  Unterseite  des  Kopfes  ist  ein  Theil  des  Branchialapparates  sichtbar.  Beide  Äste  des  Hyoideum 
sind  vorhanden  und  zwar  sieht  man  das  basale  iHijh)  und  das  mediane  Stück  {Hyni)  desselben,  ihre  weit 
zwischen  die  Mandibeln  eingeschobenen  Vorderenden  sind  von  einem  dünneu,  zwischen  die  Mandibelenden  und 
deren  Symphyse  eingeschobenen  Os  sublinguale  {ST)  bedeckt.  Sieben  dünne  Kiemenhautstrahlen,  die  Zahl 
derselben  ist  jedoch  grösser,  da  ein  Theil  abgebrochen  ist,  sitzen  an  dem  basalen,  sieben  breite,  blättrige  am 
medianen  Stücke  des  Hyoideum,  deren  Abdrücke  unter  dem  Suboperculum  wie  sechs  scharf  abgesetzte  Falten 
sichtbar  werden. 


Ein  Beifjrif/  zur  Kennfnisx  dcy  Fische  def;  höhnische.)!  Turoii's.  289 

Der  schlanke  Rumpf  lässt  die  Hohlabdrücke  von  vierzis;  Wirbelkörpern  in  der  Wirbelsäule  erkennen, 
davor  liegen  etwa  3 — 4  Halswirbel  von  der  Beschuppung-  und  dem  Rchulterblatte  verdeckt,  der  41.  Wirbel  ist 
abgebrochen.  Die  Wirbelkörper  waren  sehr  kr.äftig,  höher  als  breit.  Vorn  ein  wenig  schwcächer,  werden  sie  in 
der  Lumbairegion  etwas  stärker.  Die  dazu  gehörigen  Apophysen  sind  verhältnissniässig  schwach.  Die  zu  den 
Neurapophysen  gehörigen  Processus  spinosi  superiores  sind  breit,  säbelförmig.  Die  vorderen  sind  verdeckt,  in 
der  mittleren  Partie  des  Rumpfes  zählt  man  21  wolilerhaltene,  dann  folgen  noch  einige  minder  vollständige. 
Zu  ihnen  gesellen  sich  noch  in  der  Nackengegend  sehr  deutliche  und  wohlerhaltene  Stützgräten,  die  sich 
allem  Anscheine  nach  bis  zur  Ansatzstelle  der  Rückenflosse  fortsetzten.  Die  Hohldrücke  der  Rippen  werden 
gleich  hinter  der  Schulter  sichtbar,  sie  sind  in  der  vorderen  Partie  stärker,  namentlich  die  ersten  sechs,  die 
hinteren  sind  schwächer,  bleiben  aber  dann  sammt  den  geschlossenen  Hämapophysen  gleich. 

Der  Schultergürtel  ist  auf  der  rechten  Seite  bis  zum  Ansatz  der  Extremität  vollständig  kenntlich.  Die 
Scapula  (Sc)  mit  der  Suprascapula  {Ssc)  bildet  einen  schmalen,  flachen,  sichelförmigen  Bogen,  dessen  oberstes, 
wie  aus  dem  Abdruck  erkenntlich,  gabiiges  Ende  an  die  Lücke  der  Occipitalia  lateralia  sup.  heranreicht.  In 
gleicher  Höhe  mit  der  Lücke  des  Mastoideum  hinter  dem  Oberrand  des  Oi)erculum  sieht  man  die  Abgrenzung 
der  Suprascapula  von  der  Scapula  deutlich  durch  einen  Eindruck  markirt,  von  welchem  unter  dem  Operculum 
hinweg  der  Hohlabdruck  einer  stielförmigen  Fortsetzung  zur  Gelenkung  mit  dem  Ende  des  Mastoideum 
abzweigt.  Die  Scapula  ist  anfangs  schmal,  erweitert  sich  aber  hinter  dem  Rande  des  Suboperculum  zu  einer 
halbmondförmigen  Fläche,  an  deren  unteren  Verdickung  die  Pectorale  angelcnkt  ist.  Die  inneren  Theile  des 
Sciiultergürtels  sind  unter  den  Kiemenknochen  versteckt,  von  unten  sieht  man  jedoch  vom  Ansatz  der  Pectorale 
den  gegen  die  Kiemenbogen  gekehrten  Abdruck  eines  breiten  vorn  zugespitzten  Coracoides.  An  der  Gelenkungs- 
stelle der  Flosse  sieht  man  die  Abdrücke  der  Carpalia,  die  sich  aber  nicht  gut  unterscheiden  lassen  und  hier- 
auf in  natürlicher  Lage  an  den  Körper  angeschmiegt,  die  Flossenstrahlen  der  Pectorale,  deren  ich  zwanzig 
zähle.  Der  äusserste  erste  Flossenstrahl  ist  an  seiner  Basis  10"""  breit,  die  folgenden  weit  schwächer.  Nach 
einer  Lücke  von  27"""  Weite,  an  deren  innerem  Rand  nur  Spuren  der  Flossenstrahlen  vorhanden  sind,  zeigt 
sich  weiter  rückwärts  ein  zweiter  aus  sehr  deutlich  gegliederten  Strahlen  bestehender  Theil  der  Flosse,  doch 
scheint  dies  noch  nicht  das  Ende  derselben  gewesen  zu  sein.  Die  Pectorale  misst  darnach  über  65"""  Länge. 
Das  Becken  ist  ebenfalls  in  seiner  rechten  Hälfte  erhalten.  Der  keilförmig  dreiseitige  Beckenknochen  hat 
seine  nach  vorn  gekehrte  Spitze  etwa  unter  dem  30.  Wirbel,  der  Abstand  des  Ansatzes  der  Abdominale  von 
dem  der  Pectorale  beträgt  160""".  Die  Länge  des  Beckenkuochens  entspricht  dem  Durclimesser  von  sechs 
darüber  gelegenen  Rückenwirbeln.  Die  an  das  Becken  anlenkenden  Extremitäteuknochen  sind  auch  hier  nicht 
deutlich  zu  unterscheiden.  Von  den  Flossenstrahlen  zählt  man  nur  etwa  fünfzehn,  da  die  Lage  der  Abdominale 
zwar  in  natürlicher  Stellung,  aber  weniger  günstig  für  den  Überblick  ist.  Die  äusseren  Flossenstrahlen  sind 
auch  hier  stärker  als  die  inneren,  die  Gliederung  derselben  ist  sehr  gut  ausgedrückt.  Die  Abdominalen  waren 
breiter  und  allem  Anscheine  nach  kürzer  als  die  Pectoralen. 

Von  den  unpaaren  Flossen  ist  nur  die  Dorsale  vorhanden.  Die  Anale  lag  hinter  der  Dorsale,  und  ist  mit 
dem  zugehörigen  Hintertheil  des  Fisches  verloren  gegangen.  Die  Dorsale  beginnt,  da  einige  Vorderstrahlen 
fehlen,  gegenüber  der  Spitze  des  Beckens,  man  kann  neun  kräftige,  nach  rückwärts  zusammengefaltete,  getheilte 
Flossenstrahlen  zählen,  es  folgen  dann,  der  Zusammenhang  ist  ausgebrochen,  noch  weitere  schwächere,  kür- 
zere, ebenfalls  deutlich  gegliederte  Strahlen,  so  dass  die  ganze  Länge  der  Dorsale  etwa  90™"  betragen  haben 
wird.  Die  zu  der  Flosse  gehörigen  über  den  Neurapophysen  sichtbaren  Flossenträger  sind  kurz,  nach  unten 
zugespitzt,  oben  breit,  die  rückwärtigen  verhältnissmässig  schwächer. 

Von  der  äusseren  Körperbedeckung  ist  eine  Partie  zwischen  der  Pectorale  und  der  Nackenregion 
erhalten.  Die  Schuppen  waren  zart,  verhältnissmässig  klein  und  gerundet.  Sie  nehmen  in  der  Grösse  vom 
Rücken  gegen  die  Bauchseite  ab,  und  zeigen  sowohl  am  Nacken  als  gegen  den  Bauch  am  vorderen  Rande 
kleine  köpfchenförmige  Hervorragungen,  die  übrigens  auch  auf  der  Seite  nicht  ganz  fehlen.  Die  Zald  der 
Reihen  lässt  sich  nicht  genau  feststellen,  doch  glaube  ich  etwa  vierzig  von  oben  bis  unten  übereinander  zählen 
zu  können. 

Düiikäclirifteu  der  muthem.  ualurvv.  Cl.  h.  Bd.  Abhuudluugtiu  vuu  Nichtmiti^liedera.  mm 


290  Gustaf  C.  Laiihe. 

Für  die  systematisclie  Stellung-  des  Fisches,  welchem  die  vorstehend  beschriebenen  Reste  angehören, 
ergibt  sich  Folgendes.  Die  deutlich  gegliederten  Strahlen  der  Rückenflosse  verweisen  ihn  in  die  Ordnung  der 
arthropteren  Teleostier,  u.  zw.  in  die  Unterordnung  der  Physostomen  mit  abdominalen  Bauchflossen.  Nach 
seinem  seitlich  comprimirten  Körper,  den  dünnen,  kreisförmigen  Schuppen  und  der  Bildung  des  oberen  Mund- 
randes durch  die  Maxillen,  nach  dem  vorliandenen  Os  sublinguale,  sowie  der  mittelmä*<sigen  Dorsale,  und  wie 
das  feinknochige  Skelett  überhaupt  andeutet,  gehört  er  iu  die  Familie  der  Clupeiden  (Halecoiden  ohne  Fettflosse 
nach  Cuvier),  von  denen  wir  bereits  eine  Reihe  Vertreter  in  der  Kreide,  speciell  auch  in  den  böhmischen 
Ablagerungen  dieser  Formation  finden.  Schon  L.  Agassiz  hat  in  seinen  „Recherches  sur  les  poissons  fossiles" 
(V.  Bd.,  2.  Abth.,  p.  123,  Tat".  63)  einen  böhmischen  Clupeiden  ah  Hake  Steniberyi  beschrieben,  welcher  noch- 
mals von  Reuss  (Versteinerungen  der  böhmischen  Kreide.  I,  p.  13,  Taf. 22,  23)  und  in  neuester  Zeit  von  Herrn 
Prof.  Anton  Fritsch  nach  Bloslegung  einiger  unbekannt  gebliebenen  Skeletttheile  in  seiner  Monographie 
„Über  die  Reptilien  und  Fische  der  böhmischen  Kreideformation"  (p. 37,  Taf.  9)  wieder  abgebildet  und  besprochen 
worden  ist.  Herr  Fritsch  konnte  unter  dem  Namen  Haler  Laubei  eine  neue  Art  aus  dem  turonen  Grobkalk 
des  Weissen  Berges  bei  Prag  hinzufügen.  In  seinen  „Beiträgen  zur  Kenntniss  der  fossilen  Fische  Österreichs" 
n.  (Denkschrift,  d.  kaiserl.  Akad.,  XI.  Bd.  1856,  p.  187  ff'.)  bat  Job.  Jac.  Heckl  ebenfalls  eine  Anzahl  fossiler 
Clupeiden,  die  Gattungen  Chirocentrites  aus  den  bituminösen  Kreideschiefern  von  Comen  bei  Görz,  ferner  die 
Gattungen  Elopopsis  ebendaher  beschrieben,  zu  welcher  Reuss  iu  seiner  Abhandlung  „Über  neue  Fischreste 
aus  dem  böhmischen  Pläner"  (Denksclir.  d.  kais.  Akad.  d.  Wissensch.,  XIII.  Bd.,  1857,  p.  33  ff'.)  eine  neue 
Art  Elopopsis Heckeli  '  ebenfalls  aus  den  Grobkalk  desWeisseu  Berges  liiuzufügte.  Bietet  liat  ferner  von  Saeh 
el  Aalma  am  Libanon  unter  dem  Gattungsnamen  .S^a?j«oc/ow  zwei  Arten  Clupeiden  bekannt  gemacht  (Description 
de  quelques  Poissons  fossiles  du  Mont  Libanon,  p.  33,  Taf.  5  u.  6).  In  seiner  schon  citirten  Monographie  (p.39, 
Taf.  8,  Fig.  2,  Taf.  10,  Fig.  5)  hat  Herr  Fritsch  sodann  noch  eine  Art  der  Clupeidengattung  Alosa  aufgestellt, 
endlich  erwähne  ich  noch  der  von  Herrn  v.  d.  Marck  (Fossile  Fische,  Krebse,  und  Pflanzen  ans  dem  Platten- 
kalk der  jüngsten  Kreide  in  Westphaieu.  Paläontogr.  XI.  Bd.  1863,  p.  1  ff".)  beschriebenen  Gattungen  Sarduiim 
und  Sardinoides,  sowie  eines  von  demselben  Paläichthyologen  aus  dem  westphälischen  Turon  beschriebenen 
(Neue  Fischreste  und  Krebse  aus  der  Kreide  von  Westphalen,  Palaeontographia,  XV.  Bd  1868,  p.  269  ff".)  der 
böhmischen  sehr  ähnlichen  Elopopsis  Zieyleri. 

Sardinius  und  Sardinoides  haben  Borstenzähne,  und  weiche,  zum  Theil  grosse  Brustflossen,  ferner  wird 
bei  beiden  der  obere  Mundrand  durch  die  sehr  verlängerten  Äste  des  Praemaxillare  gebildet.  Die  weitereu 
von  Herrn  von  der  Marck  aufgestellten  Clupeidengattungen  Microcoelia,  Leptosomus  und  Tachynectes  weichen 
ganz  wesentlich  ab ,  und  können  ganz  ausser  Vergleich  bleiben.  Die  Gattung  Alosa  hat  wie  Clupea  Bauch- 
rippen (Costae  steruales)  ausserdem  in  der  Mitte  des  Oberkiefers  eine  Ausbuchtung.  Beide  Merkmale 
finden  sich  an  unserem  Kreidefische  nicht,  der  wohl  an  und  für  sich  durch  seine  ganze  Gestalt  und  seine 
Grösse  merklich  abweicht.  Heckel's  Gattung  Cliirocentriies  unterscheidet  sich  sofort  durch  seine  Bezah- 
nung,  die  säbelförmigen  Maxillen  und  die  weit  nach  rückwärts  geschobene  Dorsale.  Auch  Pictet's  Gat- 
tung Spaniodou  ist  durch  seine  ganz  eigeuthümliclie  Bezahnung  verschieden.  Es  bleiben  also  noch  Halec 
und  Elopopsis.  Halec  hat  wie  Elopjs  einen  breiten  flachen  Kopf,  keine  Baucbrippen  und  lässt  auf  den  ersten 
Blick  eine  gewisse  Ähnlichkeit  mit  unseren  Kreidefisch  nicht  verkennen.  Vergleicht  man  aber  genauer, 
so  sieht  man  bald,  dass  bei  Halec  der  Muud  weit  tiefer  gespalten,  die  Gaumeuzähne  stärker,  das  Maxillare 
und  die  Mandibel  schwächer  sind,  dass  ferner  der  Kopf  spitzer,  die  Orbita  kleiner,  die  Opercularstücke 
durchwegs  anders  gestaltet  sind;  daher  zwischen  Halec  und  dem  beschriebenen  Fisch  ein  sehr  wesentlicher 
Unterschied  besteht.    Heckel's  Gattung  Elopopsis   hat  wie  Elops   eine  hechtartige  Gestalt,  welche  unser 


i  Herr  Fritsch  hat  E/opojms  Heckeli  in  seiner  öfter  citirten  Monographie,  p.  49,  unter  die  Acanthopterigier  gesteüt, 
ohne  hiefür  einen  Grund  anzuführen.  Gehört  der  mit  diesem  N.araen  bezeichnete  Fischrest  wirklich  zu  Elopo^jsis,  wie  diess 
Keuss  mit  ziemlicher  Sicherheit  dargothan  hat,  so  ist  er  au  unrichtiger  Stelle  aufgenommen;  im  .anderen  Falle  wäre  der  Gat- 
tungsname desselben  zu  ändern  und  dieses  auslülirlich  zu  begründen  gewesen. 


Ein  BeUrafj  zur  Kennfiiis.s  r/rr  FisrJic  des  höhmischen  Turon's.  291 

Fiscli  iillcm  Anscheine  nach  auch  hatte.  Elopo2)sis  liat  aber  conische,  starlie  Zähne  iu  einer  Keihe  in  den 
Kiefern,  während  wir  bei  dem  neuen  nur  Hechelzähne  in  mehreren  Reihen  finden,  und  hiedurch  unterscheidet 
sich  Elopox-isK  abgesehen  von  dem  spitzeren  Schädel  wie  von  Elops  auch  von  unserem  Fische  wesentlich, 
dagegen  hat  dieser  mit  Elopop^h  den  starken  ungetheilten  Anfangsstrahl  in  der  Brustflosse  gemein.  Vergleicht 
man  aber  den  Kreidefisch  mit  der  lebenden  Gattung  Elops,  so  fällt  eine  ausserordentliche  Ähnlichkeit  zwischen 
beiden  sofort  auf.  Ich  habe  ein  gutes  Skelett  von  Elops  saurus  L.  aus  der  Sammlung  des  zoologischen  Univer- 
sitätsiustitutes  vor  Augen,  von  welchem  ich  auf  der  beiliegenden  Tafel  zum  Vergleiche  mit  dem  fossilen  Elo- 
piden  den  Schädel  in  Umrissen  beigefügt  habe.  Die  gestreckte,  hechtartige  Körperform,  die  dünnen,  äusserst 
zarten  Schädeldeckknochen  und  Opercularstücke,  die  weite,  hochgelegene  Orbita  sammt  dem  schmalen  Ring 
der  Sclerotis,  selbst  die  auf  dem  fünften  Infraorbitale  sichtbaren  Querlinien,  nicht  minder  die  breitblätterigen 
Kiemeuhautstrahlen  am  mittleren  Theil  des  Hyoideums,  das  Sublinguale,  der  SchultergUrtel,  die  Wirbelsäule 
mit  ihren  Fortsätzen  und  Anhängen,  und  ebenso  der  hintere  Extremitätengürtel  stimmen  in  ganz  auffälliger 
Weise  überein.  Wenn  ich  aber  doch  Anstand  nehme,  das  Geschlecht  Elops  bis  in  die  Kreide  zurück  zu 
datiren,  indem  ich  die  beschriebenen  Fischreste  hierbei  unterbringe,  so  geschieht  dies  zunächst  in  Würdigung 
derselben  Unterscheidungsmerkmale,  welche  Heckel  zur  Begründung  von  Elopopsis  verwerthete.  Die  Brust- 
flosse ist  bei  Elops,  wie  Heckel  hervorhebt,  weich,  bei  dem  Kreidefisch  ist  der  erste  äussere  Strahl  sehr  stark, 
und  so  würde  ihn  dieses  Merkmal  mit  Elopopsis  gemeinsam  von  Elopi>  unterscheiden.  Was  unseren  Fisch  aber 
von  Elops  sofort  unterscheidet,  das  ist  auch  hier  die  Bezalinuug.  Elops  hat  auf  den  Kiefern,  dem  Vomer  und 
Palatinale  feine  Borsteuzähne,  der  Kreidefisch  hat  starke,  kräftige  Hechelzähne.  Ein  weiterer  Unterschied  liegt 
wohl  auch  in  den  verhältnissmässig  schwächeren  Kiefern  von  Elops,  und  darin,  dass  bei  diesem  die  Mundspalte 
bis  weit  hinter  den  hinteren  Rand  der  Orbita  reicht,  während  bei  dem  fossilen  Fische  die  Vereinigung  von 
Ober-  und  Unterkiefer  schon  unter  derselben  stattfindet,  darnach  die  Kieferäste  auch  entsprechend  kürzer, 
aber  auch  stärker  sind  als  bei  dem  lebenden  Fische.  Es  lassen  sich  auch  noch  weitere  Unterschiede  auffinden, 
wie  der  kräftige  Bau,  die  bei  weitem  stärkeren  oberen  Dornfortsätze  der  Wirbelsäule,  auch  das  Becken  besteht 
aus  breiteren,  robusteren  Knochen  nicht  minder  die  von  Elops  abweichende  Gestaltung  der  Opercularregion, 
namentlich  das  grössere  Suboperculum,  indessen  sind  diese  Unterschiede  wohl  weniger  in  die  Wagschale 
fallend.  Es  dürften  die  zuerst  angeführten  hinreichen,  die  Ansicht  zu  begründen,  dass  wir  es  hier  mit 
dem  Vertreter  einer  bisher  nicht  bekannten  Gattung  der  Elopiden  zu  thun  haben,  welche 
einerseits  mit  Elopopsis,  andererseits  mit  Elops,  und  mit  diesem  Geschlecht  vielleicht 
noch  näher  als  mit  dem  anderen  verwandt  ist.  Ich  belege  sie  mit  dem  Namen  Frotvlops ,  und 
benenne  die  Art  Protelops  Geinitzii.  Ich  stelle  hier  am  Schlüsse  die  unterscheidenden  Merkmale  der  drei  ver- 
wandten Elopiden  noch  einmal  kurz  einander  gegenüber. 


Elops  Lin. 

Gestalt  Uechtiirtig  gestreckt. 
Skelett  feinknocliig. 
Mund  weit  gcspalteii. 
Kieferiiste  schlank. 

Alle  Kiioeheu  der  Mumiliülili^  dielit   lie 
setzt  mit  feinen  Borsten/.iilineu. 


Elopopsis  Heck. 

Gestalt  hechtartig  gestreckt. 
•Skelett  kräftig. 
Mund  weit  gespalten. 
Kieferäste  schlank. 

Kiefer  mit  einer  Reihe  starker  coni.'ich 
s])itzer  Zähne. 


Kicmenstrahlen  zahlreich. 
Ktickenflus.se  mitten. 
Urustflosse  weichstrahlig. 

.Schwanzflosse  gegabelt , 
schuppe    im    Anfang 
strahlen. 


Kiemenstrahleu  zahlreich. 
Uiickcntlosse  mitten, 
Hrustflossc  mit  einem  starken,  ungetheil- 
ten Strahle, 
eine   Stachel-     Schwanzflosse  gegabelt,    mit  einer  Sta- 
ihrer    Stütz-  chclschu]ipe  im  Anfang  ihrer  Stütz- 

strahleu. 


Protelops  Lbe. 

Gestalt  hechtartig  gestreckt. 

Skelett  kräftig. 

Mund  weniger  weit  gespalten. 

Kieferäste  stark  und  kurz. 

Im  Oberkiefer  schwächere,  im  Unterkie- 
fer stärkere,  im  Palatin  hackige, 
kräftige  Hechelzähne  in  mehreren 
Reihen. 

Kicmenstrahlen  zahlreich. 

Rückenflosse  (?)  mitten. 

Brustflosse  mit  einem  starken,  ungetheil- 
ten Strahle. 

Schwanzflosse  (i). 


292  Gustav  C  Laube. 


OSMEROIDES  LEWESIENSIS  Man  teil  .sp. 

1822.  Salmo  Lüirvxkiisis  Mantell,  Gi'ology  of  Siissex,  p.  235,  tab.  33,  fig.  12,  t;ib.  34,  fig.  I,  3,  tab.  10,  fig.  1. 

1S34.  Osmeroiilcs  Lewesiensis  Agassiz,  Kecherches  sur  les  Poissons  fossiles.  V.  Bd.,  2.  Abtli.,  p.  105,  tab.  60  6  excl.  fig.  2  u. 
3,  tab.  60  c. 

1S45.  Reuss,  Vcistemfiiimgen  der  böhmischen  Kreide.  I.  Bd.,  p.  12,  Taf.  5,  Fig.  10,  16,  19. 

1847.  Giebel,  Fauna  der  Vorwelt.  I.  Bd.,  3.  Abtli.,  p.  122. 

1872.  Geinitz,  Das  Eibthalgebirge  in  Sachsen.  II.  Tbl.,  p.  22,s,  Taf.  43,  Fig.  21,  Taf.  45,  Fig.  10—14.  (Hier  Literaturüber- 
sicht von  1822— 1S71.) 

1878.  Fritsch,  Die  Eeptilien  und  Fische  der  böhmischen  Kreideformation,  p.  32,  Taf.  7,  Fig.  56,  Taf.  8,  Fig.  1;  Holzschnitte 
Fig.  55—57. 

Es  dürfte  für  den  ersten  Augenblick  überflüssig  erscheinen,  an  dieser  Stelle  von  einem  seit  langer  Zeit 
bekannten,  in  der  mitteleuropäischen  Kreide  weit  verbreiteten  Fisch  eine  neuerliche  eingehende  Schilderung 
und  ausführliche  Darstellung  zu  geben.  Indessen  handelt  es  sich  um  die  Wiedergabe  eines  Exemplares,  von 
dem  ich  wohl  anzunehmen  berechtigt  bin,  dass  es  alle  bisher  beschriebenen  an  Vollständigkeit  weitaus  über- 
triift  und  hiedurch  Gelegenheit  bietet,  eine  Anzahl  bisher  noch  nicht  bekannt  gewordener  Verhältnisse  klar- 
zulegen, oder  andere  bis  nun  ungenügend  beobachtete  zu  ergänzen  und  zu  berichtigen. 

Die  seinerzeit  von  Louis  Agassiz  a.  a.  0.  abgebildeten  Exemplare  aus  den  unteren  Schichten  der  Kreide 
von  Kent  sind  nach  seiner  Angabe  im  Schädel  am  besten  erhalten  gewesen ;  man  wird  aber  leicht  ersehen,  dass 
die  meist  von  obenher  zusammengedrückten  Köpfe  doch  über  viele  wichtige  Verhältnisse  im  Unklaren  lassen. 
Auch  die  von  Herrn  Prof.  Fritsch  abgebildeten  Köpfe  sind  von  oben  gedrückt,  ein  von  der  Seite  dargestellter 
aber  entbehrt  des  äusseren  Knochenbelages  und  scheint  überhaupt  sehr  unvollständig  zu  sein. 

Wie  verschieden  die  Ansichten  über  die  eigentliche  Gestalt  dieses  sonst  nur  durch  verstreute  Schuppen 
bekannten  Fisches  sind,  zeigt  sich  am  besten,  wenn  man  die  häufig  in  älteren  (z.  B.  Bronn,  Lethaea,  III.  Aufl., 
Tab.  33^,  Fig.  9)  und  selbst  in  ganz  neuen  Büchern  copirte  restaurirte  Gestalt  des  Fisches ,  wie  sie  zuerst  von 
Mantell  gegeben  wurde,  mit  der  von  Herrn  Fritsch  entworfenen  (a.  a.  0.  pag.  33,  Fig.  57)  vergleicht.  Erst 
aus  dem  zu  beschreibenden  Exemplare  wird  die  Form  des  Schädels  vollständig  tlar,  und  es  wird  sich  zeigen, 
dass  die  Vorstellung,  welche  Herr  Fritsch  von  der  Form  des  Fisches  hatte,  der  Wahrheit  näher  kommt,  als  die 
des  englischen  Paläontologen,  die  im  Ganzen  und  Grossen  vollständig  unrichtig  ist,  wiewohl  kein  Zweifel 
darüber  sein  kann,  dass  der  aus  dem  böhmischen  Turon  stammende  Fisch  mit  dem  englischen  von  Agassiz 
aus  der  Mantell'schen  Samndung  abgebildeten  vollständig  identisch  ist.  Dies  vorausgeschickt,  düifte  es 
gerechtfertigt  erscheinen,  die  vorliegenden  Fischreste  einer  genaueren  Untersuchung  zu  unterziehen. 

Das  zu  schildernde  Exemplar  von  Osmeroides  Lewesiensis  Mtl.  sp.  wurde  einer  der  unteren  Lagen  des 
Grobkalkes  entnommen,  welche  häufig  von  Kieselsäure  durchtränkte  Stellen  enthalten,  die  ausserordentlich 
hart,  fast  hornsteinartig  spröde  sind.  In  einer  solchen  Partie  liegt  die  vordere  Hälfte  des  Fisches.  In  seinem 
Erhaltungszustande  ist  er  dem  früher  beschriebenen  Protelopa  sehr  ähnlich.  Es  ist  auch  hier  der  Steinkern  vor- 
handen, welcher  die  Abformungen  der  Unterseiten  der  Knochen  und  Schuppen  zur  Schau  trägt,  welche  bis  auf 
den  letzten  Rest  fortgeführt  sind,  und  der  in  seinem  Inneren  die  Wirbelsäule,  die  Rippen  und  andere  Knochen 
birgt,  welche  nicht  wohl  blosszulegen  sind.  Die  rechte  Seite  ist  fast  vollständig  abgedeckt,  die  linke  dagegen 
steckt  zur  Gänze  im  Gestein.  Der  Fisch  liegt  ganz  auf  dieser  Seite,  so  dass  Dorsale  und  Abdominale  in  die 
Gesteinsebene  fallen,  und  scheint  kaum  merklich  seitlich  zusammengedrückt  zu  sein,  ist  aber  thatsächlicli  auf 
der  linken  Seite  flach  gedrückt. 

Von  der  rechten  Seite  des  Fisches  konnte  auch  der  prächtig  erhaltene,  verschiedene  bemerkenswerthe 
Eiuzelnheiten  zeigende  Hohlabdruck  des  Schädeldaches  und  der  Wange  bis  zum  Oberkiefer  geborgen  werden- 
Das  hintere  Ende  des  Fisches  mit  der  Anale  fehlt.  Die  ganze  Länge  des  Fischrestes  von  der  Spitze  des 
Praemaxillare  zum  abgebrochenen  Ende  beträgt  290""".  Die  Länge  des  Kopfes  bis  zum  Vorderrande  des 
Opercuhim  75"'"'.  Agassiz  vcrmuthet,  die  Länge  des  Kopfes  sei  ungefähr  viermal  in  der  Rumpflänge  ent- 
hiilten,  es  würde  sonach  noch  ein  75 — 80'""'  langes  Stück  fehlen,   das  stimmt  auch  mit  den   betreffenden 


Ein  BcilnKj  zur  Keiiiihiiss  der  Fische  dev  hö/rinischen  Turoit's.  293 

Angaben  des  Herrn  Fritsch  überein.  Die  Höhe  des  Fisclies  unter  der  Dorsale  beträgt  60'"™,  am  abgebro- 
cheneu Ende  (ungefähr  100'"'"  hinter  dieser  Stelle)  40""";  hier  ist  der  Leib  auch  Hacher  zusammengedruckt, 
die  Gestalt  daher  spindelförmig. 


Der  Schädel  hat  eine  breite^  dreiseitige,  keilförmige,  nach  vorne  zugeschärfte  Gestalt,  und  ist  keines- 
wegs, wie  die  obenerwähnten  Abbildungen  nach  Mantell  glauben  machen  wollen,  abgestumpft.  Der  l'mriss 
des  Schädeldaches  ist  gleichfalls  spitz  dreiseitig.  Die  Breite  des  Schädels  über  das  Oceiput  beträgt  SS'"", 
die  Höhe  des  Dreieckes  von  dort  zum  Kande  des  Praemaxillare  75""".  Die  Höhe  des  Schädels  vom  Vorderrande 
des  Praeoperculums  zum  Schädeldache  misst  50"'". 

Von  den  Knochen  des  Gehirnschädels  ist  au  dem  Steinkerne  wenig  erhalten.  Es  zeigen  sich  ziemlieh  die- 
selben Verhältnisse  wie  oben  bei  Protelops.  Nur  die  vordere  Verlängerung  des  paarigen  Frontale  princiiiale 
{Frpr)  ist  im  Abdrucke  erhalten,  der  vorderste  Theil  ist  jedoch  abgebrochen,  und  es  sind  die  darunter 
gelegenen  Knochen  der  Kiefergaumenapparate ,  Ethmoideum  («)  und  die  vordere  Spitze  des  Vomer,  zu 
sehen. 

Die  Oberseite  des  Schädels  lässt  wieder  die  Abdrücke  der  Unterseiten  der  P'routalia  auteriora  über  der 
Orbita,  und  hinter  diesen  und  zwischen  den  Abformungen  der  Fossae  temporales  den  Abguss  der  Gehirnzelle 
vollständig  erhalten  sehen.  Bei  dem  abgebildeten  und  bei  einem  anderen  Stücke  hat  der  an  dieser  Stelle 
liegende  Steinkern  übereinstimmend  eine  herzförmige,  vorne  zweimal  eingelappte,  mit  der  Spitze  nach  rück- 
wärts gekehrte  Form.  In  dieser  Gestalt  möchte  derselbe  wohl  sogar  für  eine  Abformung  des  Gehirnes  des 
Fisches  selbst  angesehen  werden  können,  indem  der  vordere  kleinere  Abschnitt  dem  Vorderhirne,  der  grössere, 
dahinter  gelegene  dem  Mittelhirne  und  dem  damit  —  wie  bei  Salmo  —  engverknüpften  Hinterhirne  entspräche. 
Vor  derselben  liegt  überdies  eine  zweihügelige,  vor  und  unter  den  Stirnbeinfortsätzen  sich  vereinigende  Braun- 
eisensteinmasse, welche  auf  mich  den  Eindruck  macht,  als  sei  sie  die  Abformung  des  hier  gelegenen  Lohns 
olfactorius.  Die  Lage  des  Mastoideum  und  der  Occipitalia  superiora  ist  wieder  durch  weite  und  tiefe  Lücken 
angedeutet,  man  sieht  auch  die  Lücke  für  eine  schwachentwickelte  Crista  occipitis. 

Der  zu  diesem  Theile  des  Schädels  mitgehörige  äussere  Hohlabdruck  hat  eine  Anzahl  wichtiger  Verhält- 
nisse bewahrt.  Es  wurde  davon  ein  Wachsabdruck  hergestellt,  nach  welchem  die  auf  der  Tafel  gegebene 
Zeichnung  Fig.  3  entworfen  wurde,  der  die  verschiedenen  Schädeldachelemente  in  vorzüglicher  Deutlichkeit 
erkennen  lässt.  Darnach  sieht  man,  dass  das  Frontale  principale  (Frpr)  mit  seinem  oberen  breiten  Theile  den 
hinteren  Oberrand  der  Orbita  bilden  hilft,  es  verschmälert  sich  jedoch  über  der  Mitte  der  letzteren  plötzlich  zu 
einem  schmalen,  gegen  die  Nasenbeine  {N^  ziehenden  Fortsatze.  Von  diesem  nach  Aussen  liegt  das,  den  vor- 
deren Oberrand  der  Orbita  bildende  Frontale  anterius  (Fra). 


294  Gustav  C.  Laube. 

Die  Nasalien  (N)  schieben  sich  mit  ihrer  Spitze  zwischen  die  Fortsätze  der  Frontalia  principalia  und  der 
Frontalia  anteriora  liiuein.  Im  Winkel  zwischen  der  Orbita,  dem  Frontale  priucipale,  dem  Vorderraude  des 
Parietale,  liegt  ein  lileines  Frontale  posterius  {F^ir)  von  dreiseitiger  Form.  Die  Parietalia  (Pj  umfassen  mit 
ihrem  vorderen  inneren  Eande  die  hinteren  äusseren  der  Frontalia  principalia.  Am  Unterrande  des  rechten 
Parietale  liegt,  durch  eine  sehr  feine  Naht  getrennt,  das  schmale  Mastoideum  {Md)  mit  seinen  dünnen  Enden 
gegen  das  Frontale  posterius  und  das  Operculum  gerichtet,  von  unten  durch  das  Infraorbitale  fünf  begrenzt. 
SämmtHche  Knochen  zeigen  sehr  scharf  ausgeprägte,  von  einem  Ossificatiouspunkte  ausgehende,  aderformig 
verlaufende  und  vertheilte,  körnigruuzliche  Ornamentirungen.  Bei  den  Parietalien  liegen  die  Ossifications- 
punkte  excentrisch,  bei  den  Frontalia  principalia  mehr  gegen  den  lunenrand  gerückt.  Agassiz  hat  diese  Ver- 
hältnisse a.  a.  0.  auf  Taf.  60  6,  Fig.  5,  ähnlich,  aber  wie  ich  glaube,  etwas  weniger  genau  dargestellt,  auch 
die  auf  Taf.  60  c,  Fig.  1  und  2  wiedergegebeuen  Exemplare  lassen  übereinstimmende  Verhältnisse  erkennen. 
Die  von  Herrn  Fritsch  a.  a.  0.  Taf.  7,  Fig.  6  gegebene  Abbildung  dieser  Partie  zeigt  bis  auf  die  Abgren- 
zung der  Parietalien  grosse  Übereinstimmung. 

Die  Wangen  des  Fisches  werden  von  den  Infraorbitalknochen  {lo  1 — 5)  bedeckt,  von  diesen  sind 
jedoch  nur  die  letzten  drei  erhalten,  die  den  unteren  Vorderrand  der  Orbita  bildenden  zwei  sind  am  Steinkerne 
zerbrochen.  Die  hinteren  bedecken  den  ganzen  Raum  zwischen  dem  hinteren  Ende  des  Oberkiefers,  dem 
Vorderrande  des  Praeoperculum,  dem  Mastoideum  und  der  Orbita.  Sie  sind  von  einander  durch  bogenförmige, 
abwärts  laufende  Nähte  getrennt,  der  3.  und  4.  Infraorbitalknochen  werden  gleich  gross  gewesen  sein.  Der 
5.  ist  mehr  als  doppelt  so  gross  als  der  vorhergehende.  Der  erhaltene  äussere  Abdruck  dieser  Partie  lässt  einige 
beachtenswerthe  Einzelnheiten  erkennen.  Zunächst  sind  hierauf  alle,  auch  die  ersten  beiden  Infraorbital- 
knochen erhalten,  die  Trennung  derselben  ist  sehr  deutlich  durch  Nähte  angedeutet.  Alle  lassen  Spuren  von 
einer  chagrinartigen  Oberflächen-Narbung  erkennen.  Der  5.  zeigt  weit  von  einander  liegende,  vom  Hinterrande 
der  Orbita  ausgehende  Strahlenleisten.  Sehr  interessant  ist  die  auf  dieser  Knochengruppe  erhaltene  Abformung 
eines  sonst  gewiss  selten  zu  bemerkenden  Organes.  Fast  mit  der  Vollkommenheit  eines  anatomischen  Injections- 
präparates  zeigt  sich  der  Verlauf  des  Infraorbitalastes  des  Lateral(nerven)canales.  Er  ist  von  der 
Stelle  ab  zu  verfolgen,  wo  sich  in  der  Occipitalregion  der  laterale,  occipitale,  supraorbitale  und  infraorbitale 
Ast  mit  einander  vereinigen.  Die  ersteren  zwei  haben  wohl  keine  Spuren  hinterlassen,  der  Infraorbitalast  ist 
jedoch  seiner  ganzen  Länge  nach  von  seinem  Eintritte  in  den  5.  Infraorbitalknochen  vorhanden.  Am  oberen 
Rande  dieses  Knochens  gibt  derselbe  einen  nach  dem  Operculum  in  schwach  geschwungener  Linie  verlau- 
fenden Nebenast  ab,  welcher  nur  auf  der  Seite  gegen  das  Mastoideum,  also  nach  oben,  sechs  sich  noch  weiter 
gabelnde  Zweige  abgibt.  Der  innerste,  im  vorderen  Drittel  des  Knochens  gelegene,  ist  der  stärkste,  er  theilt 
sich  unmittelbar  an  der  Abzweigungsstelle  in  zwei,  sich  in  kurzer  Entfernung  wieder  tbeilende  Äste.  Die  fol- 
genden theilen  sich  erst  in  einem  grösseren  Abstände  von  ihrem  Ursprünge.  Die  Theilungsstellen  sind  varix- 
artig  angeschwollen.  Der  Infraorbitalcanal  verläuft  sodann,  wie  es  den  Anschein  hat,  ungetheilt  am  Hinter- 
rande der  Orbita  zum  4.  Infraorbitalknochen.  Am  Unterrande  des  5.  Iiifraorbitale  ist  in  etwa  2"""  Abstand  vom 
Hauptaste  der  Rest  eines  abwärts  gericliteten  Nebenastes  zu  sehen.  Das  wird  etwa  die  Spur  der  Abzweigung 
des  Mandibularastes  des  Lateralcanales  sein.  Im  4.,  3.  und  2.  Infraorbitalknochen  entsendet  der  nahe  dem 
Orbitalrande  verlaufende  Canal  zwölf  Nebenäste  in  die  Fläche  der  Knochen.  Der  oberste  im  4.  Infraorbi- 
tale bleibt  ein  grosses  Stück  ungetheilt  und  verästet  sich  erst  von  der  Mitte,  die  folgenden  Äste  theilen  sich 
nahe  am  Ausgangspunkte  und  in  einiger  Entfernung  abermals  in  der  Art,  dass  die  abgegebenen  Zweige  in 
der  Gabel  der  ersten  Theilung  liegen.  Die  vordersten  zwei  Nebenästc  bleiben  einfach.  Bei  allen  sind  die 
Ausgangs-  und  Theilungsstellen  varixartig  verdickt.  An  der  Greuznaht  zwischen  dem  2.  und  1.  Infraorbi- 
tale theilt  sich  der  Canal.  Der  im  letzteren  Knochen  zur  Nasengegend  verlaufende  Arm  lässt  fünf  kurze, 
schräg  nach  rückwärts  und  aussen  gerichtete  Zweige  oder  Ausfuhröifnungen  erkennen,  der  vorderste  sechste 
ist  ein  wenig  länger  und  hackenförmig  nach  aufwärts  gekrümmt.  Der  andere,  von  der  Theilungssfelle 
um  die  Orbita  verlaufende,  als  Supraorbitalast  oberhalb  derselben  zurückbiegende  Ast  ist  in  seiner  vor- 
deren Erstreckung  nicht  erhalten,  doch  ist  sein  hinterer  Theil  unter  dem  Parietale  von  der  Orbita  bis  zur 


Ehi  Beitrag  zur  Kenntnisfi  der  Fische  des  böhmischen  Turon^s.  295 

Vereinigungsstelle  mit  den  übrigen  Haiiptästen  des  Lateralcanales  als  einfacher  starker  Strang  deutlich  vor- 
handen. 

Die  durch  die  Infraorbital-  und  Frontalknoclien  abgegrenzte  niittelgros^se  Orbita  (Or')  umfasst  einen  an  der 
Hinterseite  buckelföruiig  aufgetriebeneu  Rand  der  verknöcherten  .Sclerotis  [Scr).  Den  Winkel  zwischen  dem 
vorderen  Orbitalrande,  dem  Frontale  anterius  und  dem  1.  Infraorbitale  nimmt  ein  schiefdreiseitiges  Lacrymale 
[Lac)  ein. 

Vom  Kiefergaumenapparate  sind  fast  alle  Knochen  ganz  oder  zum  Theile  zu  sehen.  Die  Mundspalte  ist  nur 
kurz,  wie  dies  schon  vordem  bekannt  gemacht  wurde,  sie  reicht  nur  bis  unter  den  Vorderrand  der  Orbita.  Der 
Oberrand  derselben  wird  von  dem  Praemaxillare  (Pni)  und  Maxillare  {Mx)  gebildet.  Der  fein  zugespitzte  Ast 
dem  Praemaxillare  reicht  beinahe  bis  in  die  Mitte  der  Maxillare,  und  legt  sich  an  meinem  Exemplare  nicht, 
wie  es  von  Herrn  Fritsch  dargestellt  wurde,  hinter,  sondern  vor  diesen  Knochen. 

Die  Maiidibula  (Md)  ist  namentlich  in  ihrer  hinteren  Partie  sehr  stark  und  hoch,  die  Abgrenzung  ihrer 
Theile  nicht  recht  kenntlich,  dasArticulare  (At)  wird  sieh  keilförmig  in  das  hoch  aufragende  Dentale  einschieben, 
das  Angulare  ist  ausgebrochen.  Wie  Herr  Fritsch  an  seinen  Exemplaren  schon  bemerkt  hat,  zeigt  Maxillare 
und  Praemaxillare  keine  Spur  einer  stärkeren  Bezahnung,  wie  sie  Agassiz  gesehen  haben  wollte,  sondern  diese 
Kiefertheile  sind  wie  die  Mandibula  in  ihrer  ganzen  Breite  mit,  wie  es  scheint,  allerdings  kräftigen  Borsteu- 
zähnen bedeckt  gewesen.  Das  an  unserem  Exemplare  blossgelegte  vordere  Ende  des  Vomer  zeigt,  wohl  weil 
es  die  Oberseite  zukehrt,  keine  Bezahnung,  dagegen  sieht  man,  dass  das,  im  Grunde  der  durch  den  Aufbruch 
der  vorderen  Wange  zwischen  dem  Maxillare  und  der  Orbita  vorhandenen  Lücke  sichtbare  Palatinale  mit  dicht- 
stehenden, gegen  ein-  und  rückwärts  feiner  werdenden  Zahuborsten  besetzt  gewesen  war.  Unter  dem  abge- 
brochenen Infraorbitaltheile  ist  sodann  auch  noch  der  Abdruck  der  Unterseite  des  breit  angelegten  Quadrafum 
{Qu)  zu  sehen,  welches  demnach  bei  dmi  Fische  durch  die  Wangeubekleidung  ganz  verdeckt  gewesen  sein 
wird.  Es  lässt  ferner  der  llohlabdruek  der  Aussenseite  des  Maxillare  erkennen,  dass  auch  dieser  Theil  eine 
chagrinartige  Oberfläche  hatte. 

Nach  dieser  Darstellung  ist  die  au  dem  vorliegendem  Exemplare  besonders  gut  erhaltene  Wangen-  und 
Kiefergaumenpartie  dazu  angefhan,  die  bisher  gerade  hierüber  noch  unvollkommenen  Berichte  wesentlich  zu 
ergänzen,  und  eine  richtige  Vorstellung  von  dem  Kopfbaue  des  Fisches  zu  geben. 

Über  die  Opercularpartie  ist  kaum  etwas  Neues  zu  berichten.  Das  Operculum  (0)  hat  eine  schief 
nierenförmige  Gestalt.  Der  Abdruck  der  Aussenseite  lässt  genau  jene  von  einem  im  oberen  inueren  Drittel 
gelegenen  Ossificationspunkte  ausgehende,  aderig-strahlige  Ornamentirung  erkennen,  wie  sie  Agassiz  a.  a.  0. 
auf  Taf.  60  c,  Fig.  4,  abbildet.  Das  darunter  gelegene  Huboperculum  (Äo)  mag  wohl  in  einem  etwas  breiteren 
sichelförmigen  Theile  unter  dem  Operculum  vorgeragt  haben,  als  wie  es  Agassiz  in  der  angezogenen  Figur, 
und  Herr  Fritsch  in  seinem  Diagramm  darstellt.  Das  Fraeoperculum  {Po)  ist,  wie  es  auch  Herr  Fritsch  dar- 
stellt, gegen  die  Vereinigungsstelle  der  drei  übrigen  OpercularstUcke  zackig  ausgebogen.  Das  Interoperculum 
{lo)  ist  nur  zum  Theile  erhalten,  und  zeigt  etwa  die  Form,  welche  ihm  Herr  Fritsch  gibt. 

Von  der  Branchialpartie  ist  an  unserem  Exemplare  nichts  wahrzunehmen.  Der  Kopf  eines  anderen  Exem- 
plares,  welcher  in  der  Sammlung  des  geologischen  Institutes  aufbewahrt  wird,  zeigt  die  theilweise  erhaltene 
Anlage  in  einer  Art,  die  wohl  mit  der  von  Agassiz  gegebenen,  oben  citirten  Abbildung  übereinzustimmen 
scheint;  es  liegen  hier  unter  dem  Rande  des  Interoperculums  eine  Reihe  blätteriger,  sichelförmiger  Kiemen- 
hautstrahleu. 

Über  die  Verhältnisse,  wie  sie  am  Rumpfe  sichtbar  sind,  ist  nur  wenig  zu  sagen.  Die  Wirbelsäule  hat 
innerhalb  des  dichfgefügten  Schuppenpanzers  ihre  ursprüngliche  Lage  verändert,  man  sieht  ihre  Spur  jetzt 
fast  in  der  Mitte  der  Seite  durch  die  Beschuppung  hindurch.  Der  SchultergUrtel  zeigt  oben  den  Abdruck  der 
Suprascapula  als  einen  gabelförmigen,  nach  vorne  übergebogenen,  flachen  Knochen,  dessen  äusserer,  längerer 
Theil  bis  an  die  Crista  occipitis  und  das  Occipitale  superius  heranreicht,  von  der  Verbindungsstelle  der  Supra- 
scapula mit  der  Scapula  und  dem  Mastuideum  zeigt  sich  eine  Lücke  für  einen  stielförmigeu  Fortsatz.  Der  übrige 
Theil  der  Scapula  ist  bis  auf  das  untere  hintere  Ende  ganz  mit  Gesteiusmasse  bedeckt.   Erst  der  Ansatz  des 


296  Gustav  C.  Laube. 

Pectorale  ist  wieder  frei,  leb  zähle,  wie  HerrFritsch,  14  getheilte  Strahlen  in  derselben.  Sie  scheint  nur 
schmal  gewesen  zu  sein  und  war  wohl  auch  nicht  sehr  lang.  Sie  liegt,  wie  dies  auch  schon  Herr  Fritsch 
bemerkt  hat,  unmittelbar  hinter  dem  Rande  des  Suboperculums.  120  Mm.  vom  vorderen  Rande  der  Pectorale 
entfernt  zeigt  sich  die  Insertionsstelle  der  Abdominalen  und  einige  Reste  beider  Flossen.  Sie  waren  ungewöhn- 
lich klein,  wie  diess  schon  Agassi z  gesehen  hat,  auch  ihre  Lage  zur  Dorsale  stimmt  mit  dessen  Angabe;  diese 
ebenfalls  kleine,  unpaare  Flosse  liegt  etwas  vor  den  Abdominalen,  so  ziemlich  in  der  Mitte,  und  nicht,  wie 
Bronn  (Lethaea,  III.  Auflage,  II.  Bd.,  5.  Theil,  pag.  377)  und  Bietet  (Trait6  de  Baleontologie,  II. Bd.,  pag.  107) 
meinen,  im  vorderen  Drittel  des  Körpers. 

Die  oft  beschriebene  Form  der  Schuppen  brauche  ich  nicht  besonders  zu  erwähnen,  ich  will  nur  bemerken, 
dass  jene  an  den  englischen  Exemplaren  vorkommenden  eigeuthiunlichen  Längsstreifen  auch  bei  unserem 
Fische  sichtbar  sind,  indem  sich  die  quer  über  die  Schuppen  laufenden  Triglyphen  genau  in  eine  Linie  hinter 
einander  legen,  und  so  jene  Streifen  hervorbringen,  welche  namentlich  dann  auffällig  hervortreten,  wenn  man 
den  Fisch  von  vorne  ansieht. 

Zum  Schlüsse  darf  ich  wohl  noch  Einiges  anführen,  was  zur  Sicherung  der  bislaug  nicht  ganz  zweifel- 
losen systematischen  Stellung  des  Fisches  beitragen  kann.  Mantell  hat  denselben  seinerzeit  geradezu 
als  Salmo  beschrieben.  Agassiz  (a.  a.  0.  pag.  105)  bezeichnet  die  geuerische  Verwandtschaft  für  zweifelhaft, 
solange  man  nicht  alle  Flossen  desselben  kennen  gelernt  habe,  und  glaubt,  dass  er  zu  denClupeiden  oder  noch  eher 
zu  den  Salmoneiden  gehöre.  Giebel  (a.a.O. pag.  122)  hat  ihn  unter  den  Salmoneiden  neben  der  lebenden  ver- 
wandten Gattung  Osiiiej-us  aufgeführt.  Bronn  a.  a.  0.  und  Bietet  a.  a.  0.  stellen  die  Gattung  zu  den  Scopeliden 
(Scojjelini  J.  M.  Müller).  Herr  von  der  Mark  (Fossile  Fische,  Krebse  und  Pflanzen  aus  dem  Plattenkalke  der 
jüngsten  Kreide  Westphalens,  Paleontogr.  1863,  Bd.  XI)  hat  die  früher  von  Agassiz  zu  Osnieroides  gerech- 
neten westphälischen  Kreidefische  zu  einem  eigenen  Geschlechte  —  Sardhioides  —  vereinigt,  und  dieses  den 
Clupeideu  einverleibt.  In  einer  weiteren  Abhandlung  (Neue  Fische  und  Krebse  aus  der  Kreide  von  Westphalen, 
Paleontogr.  1868,  Bd.  XV,  pag.  285)  bemerkt  er  hiezu,  dass  er  hiervon  Osineroüles  Lewesiensis  seiner  grossen 
Zähne  im  Oberkiefer,  seines  flachen  Kopfes,  seiner  zahlreichen  Kiemenhautstrahlen  und  eigenthümlichen 
Beschuppung,  sowie  der  breiten  Brustflossen  wegen,  ausgenommen  wissen  will.  Herr  Geinitz  a.  a.  0. 
bezeichnet  ihn  als  Salmoneiden,  während  Herr  Fritsch  die  Frage  einer  engereu  systematischen  Gruppirung 
offen  lässt. 

Dass  man  es  mit  einem  arthropteren  Teleostier  aus  der  Gruppe  der  Pltysostonii  abdominalen  zu  thun  hat, 
ist  ausser  Zweifel.  Bietet  führt  a.  a.  0.  als  Characteristicum  der  Scopeliden  an,  dass  der  Oberrand  der  Mund- 
spalte  ganz  vom  Zwischenkiefer  gebildet  werde;  dies  ist,  wie  wir  gesehen  haben,  nicht  der  Fall,  und  so  bleibt 
nur  die  Frage  über,  ob  man  es  mit  einem  Clupeiden  oder  Salmoneiden  zu  thun  habe.  Der  von  Herrn  von  der 
Marck  für  Osmeroides  Lewesiensis  geltend  gemachte  Unterscheidungsgrund  der  angeblichen  Oberkieferbezah- 
nung ist,  wie  erwiesen,  hinfällig,  auch  eine  breite  Brustflosse  ist  nicht  vorhanden.  Dagegen  haben  die  von  ihm 
viütev  Sarditioides  abgetrennten  westphälischen  Formen  jene  Charaktere  an  sich,  welche  Bietet  den  Scope- 
liden zuschreibt,  den  vom  Praemaxillare  gebildeten  Oberkieferrand  und  die  vor  der  Mitte  des  Rückens  liegende 
Dorsale.  (Man  vergleiche  Agassiz  a.  a.  0.  V.  Taf.  60  c/,  Fig.  2—4,  und  von  der  Marck,  Paleontographica, 
Bd.  XI,  Taf.  6,  Fig.  2 — 4,  Taf.  7,  Fig.  8 — lO.j  Dies  hat  wohl  auch  Bietet  besonders  im  Auge  gehabt.  Hie- 
durch  aber  ist  ein  wesentliches  Unterscheidungsmerkmal  zwischen  diesen  und  Osnieroides  gegeben.  Sie  haben 
übrigens,  wie  Herr  von  der  Marck  besonders  betont,  niemals  eine  Spur  von  einer  Adiposa  gezeigt,  weiche  doch 
das  sicherste  Kennzeichen  für  die  Salmoneiden  wäre.  Diese  so  charakteristische  Flosse  ist  aber  auch  bei  Osme- 
roides  Leicesiensis  niemals  beobachtet  worden. 

Aus  dem  Vergleiche  des  Schädels  mit  dem  eines  Salmo  sind  mir  aber  doch  einige  bemerkenswerthe  über- 
einstimmende Merkmale  aufgefallen.  Ich  habe  vor  mir  das  Skelett  von  Salmo  fario  L.  Am  Schädel  finde  ich 
zunächst,  dass  der  obere  Theil  des  Frontale  principale  wie  bei  Osmeroides  an  der  Bildung  des  Oberrandes  der 
Orbita  theilnimmt,  was  bei  dem  weiter  vorn  öfter  besprochenen  Elops  nicht  der  Fall  ist.  Das  verhältniss- 
mässig  breite  Frontale  anterius  ist  auch  beiderseits  vorhanden.   Obwohl  weniger  ausgebreitet,  und  nicht  die 


Ein  Beifrag  zur  Keiiidiiiss  der  Fische  des  höJimisc/ien  Turoiis.  297 

ganze  Wange  bedeckend,  zeigt  doch  der  Infraorbitalkreis  im  Baue  und  in  der  Anordnung  seiner  Theile  eine 
grosse  Ähnlichkeit,  auch  das  oben  ausführlich  beschriebene  Canalsysteni  scheint  bei  Salmo  sehr  ähvdich  gebaut 
zu  sein.  Weiter  finde  ich  in  den  zahlreichen,  säbelförmig  gekrümmten,  platten  Kiemenhautstralilen  bei  Sabiio 
noch  eine  bemerkenswerthc  l'bereinstimnning  mit  diesen  Gebilden  bei  Osmeroides,  und  möchte  endlich  noch 
erwähnen,  dass  auch  die  Lage  der  Abdominalen  zu  den  Pectoraleu  nnd  der  Dorsale  bei  beiden  Fischen  über- 
einstimmt. Rechnet  man  nun  noch  hinzu,  dass  Agassiz  die  äussere  Ähnlichkeit  des  Fisches  mit  dem  lebenden 
Salmoneiden  Omiierus  durch  den  Namen  Osmeivide^i  kennzeiclmctc;  so  dürften  die  aus  dem  Vergleiche  mit 
Salmo  fario  sich  ergebenden  sehr  ähnlichen  oder  selbst  übereinstimmenden  Vcrliältnissc  wohl  darnacli  angcthan 
sein,  die  Ansicht  zu  bestärken,  dass  man  Osmeroides  Lewesiensis  und  dessen  Verwandte  als  eine 
zu  den  Salmoneidcn  zu  zählende  Gattung  aufzufassen  habe. 


Ich  kann  diese  Abhandlung  nicht  abschliessen,  ohne  in  dankbarer  Anerkennung  der  Beihilfe  zu  gedenken, 
welche  mir  mein  dermaliger  Assistent,  Herr  Georg  Bruder,  zu  Theil  werden  Hess,  indem  er  die  beigegebenen 
Zeichnungen  mit  so  vielem  Verständnisse  und  grosser  Vollendung  anfertigte. 


Denkschriiten  der  m;ithein.-niiturw.  t:l.    L.  Itii.   Al)liaiullimgeii  von  NichtmilgliederD  .  ^itl 


•298  Gustav  C.  Laube.   Ein  Beifrag  zur  Keuntnias  der  Fische  des  böhmischen  Tiiron's. 


Erklärung  der  Abbildungen 

auf  der  b  eig^e  geb  enen  Tafel. 


Fig.    1.    Protelops  Geinitzii  L.aiibe,  in  uatürlicher  Grösse.  In  der  wie(lcrf>-egebeiicn  Ansicht  der  rechten  Seite  des  Fisclios  sind 
sämmtliche  im  Text  berührte  Verhältnisse  sichtbar,  nur  das  zwischen  den  Mandibeln  gelegene  Os  sublinguale  ist 
•  nur  im  hintersten,  kleinsten  Theile  wahrzunehmen. 

„  2.  Osmeroides  Lewesieiisis  Mantell  sp.,  in  natürlicher  Grösse.  Es  ist  die  Ansicht  der  rechten  Seite  des  Steinkernes  wie- 
dergegeben. Der  Kopf  zeigt  ausser  den  Abformungen  der  Unebenheiten  der  Schädel-  und  Gcsichtsknochen  die 
Abgüsse  der  Schädelhöhlen,  in  der  Mitte  die  herzförmige  Masse  in  der  Gehirnzelle.  Die  Insertion  der  An.alcn  ist 
durch  eine  Lücke  im  Schuppenpanzer  des  Abdomens  deutlicli  kenntlich  gemaciit. 

„  ;?.  Oatnernkhs  Leweisiensis  Mantell  sp.  Darstellung  der  Anssenform  der  Schädelbedeckung  und  der  Gesichtsknochen 
nach  einem  Wachsabguss ,  welcher  direct  aus  dem  Negativ  des  zu  Fig.  2  gehörigen  Hohlabdruckes  des  Kopfes 
gewonnen  wurde.  Man  übersieht  den  Verlauf  des  ausführlich  beschriebenen  Infraorbitalcanales,  sowie  die  Abgren- 
zung und  äussere  Verzierung  der  einzelnen  Knochen  des  oberen  Kopftheiles  sammt  dem  Operculum. 

„  4.  Elopg  Saums  Linn6.  Contour  des  Schädels  zum  Vergleiche  mit  l'rotelops  Geinitzii  nach  einem  Exemplare  .-lus  di^r 
Sammlung  des  zoologischen  Institutes  der  deutschen  Carl  Ferdinands-Universität. 


ljlllM':Fisrlir  iIps  liölimisrhcii  Tnron. 


Tiif.I. 


k  k  Hof  u  SMsrsdruGk»rti 


tiii.l  P,ül,loi,s   lU-miUii  Lniibr . Ky.  !u  3  Osmi-nulf.-.  /.mr.smisiA  Jlaillsp  «,/. 'f  lilops  suiirus Im 

Denkschriften  d.k.Akad.d.W.math.nalurw.  Classe  L.  Bd.II  Ablli, 


K, 


299 


ÜBER  EINEN 

[KiiyillL-SCilllEl  ULIS  BEI  TIETIlHABÜGEIliiGEi  M  imMU 

i^mummum. 

EINE  PALÄONTOLOGISCHE  STUDIE 

VON 

PuoF.    FRANZ  TOULA 

UND 
Assistent  JOHANN  A.  KAIL. 

(LKUEKANZEL  tÜK  MINKKALOGII',   UND   GEOLOGIE   AN   »ER  K.    K.  TElllNISCHEN   IIOCIISOIIULE  JN   WIEN.) 


VORGELEGT   IN    DER   SITZUNG    AM    7.    MAI   1885. 


Der  hochintcressautc  uud  sehr  ansehnliche  Rest,  dessen  ausführliche  Bearbeitung-  im  Folgenden  geg'eben 
wird,  stammt  aus  einer  Sandablagerung  am  Westhauge  des  Calvarienberges  bei  Eggenburg.  Er  befindet  sieh 
im  Besitze  des  Herrn  J.  Krahuletz  jun.  in  Eg'genburg,  eines  eifrigen  und  unermüdlicheu  Sammlers,  der  eine 
ganz  besonders  in  Bezug  aut  die  in  der  Nachbarschaft  von  Eggeuburg  aufgefundenen  prähistorischen  Gegen- 
stände sehr  reichhaltige  Sammlung  besitzt. 

Herr  Krahuletz  überliess  uns  diese  von  ihm  acquirierten,  zum  grossen  Theile  in  Bruchstücken  auf- 
gesammelten  Knochenreste  zum  genaueren  Studium. 

Es  gelaug  uns,  aus  diesen  Bruchstücken  den  Kopf  der  Hauptsache  nach  wieder  zusammenzufügen,  und 
förmlich  zu  reconstruieren,  worauf,  da  Herr  Krahuletz  bis  nun  nicht  bewogen  werden  konnte,  den  Rest  an 
eines  unserer  grossen  Museen  in  Wien  abzutreten,  eine  Abformung  in  Gyps  vorgenommen  wurde,  um  auf  diese 
Weise  das  interessante  Stück  wenigstens  in  einer  wohlgelungcnen  und  genauen  Copie  als  Vergleichsobject 
zugänglich  zu  machen. 


Am  Westabbange  des  Ciilvarienberges  von  Eggenburg  und  zwar  in  der  unmittelbaren  Nähe  der  von  Herrn 
Gustos  Th.  Fuchs  (1.  c.  S.  591)  bcscliriebenen  Localität  „im  Schindergraben"  findet  sich  in  einer  grösseren 
Mächtigkeit  ein  ziendich  reiner  Quarzsand.  Derselbe  ist  in  mehreren  tiefen,  stolleuförmigen  Gruben  aufge- 
schlossen, welche  nahezu  genau  nach  Ost  verlaiffen  (hora  7),  über  mannshoch  sind  und  bei  15"Tiefe  erreichen. 
Das  Profil  am  Eingänge  in  die  gi-össten  dieser  Gänge  ist  aus  folgender  Darstellung  (Fig.  1)  zu  ersehen. 

L  Zu  Unterst  tritt,  über  1'"  mächtig,  grauer  Quarzsand  (ohne  Fossilreste)  auf. 

nn* 


300 


To  1(1  a  —  Ka  i  l. 


2.  Darüber  liegt  eine  etwa  V"  niäclitige  Lage  vou  Granitjjerölleii  uiit  grösseren  Brocken  und  Ivollstcinen. 
Hierin  finden  sich  nur  wenige,  zerbrechlicbe  Bivalvenschalen.  An  der  liasis  dieser  Scbiclitc  lag  im 
Hintergrunde  des  Stollens  der  Krokodilschädel.  Aus  einem  ganz  ähnlichen  Quarzsande  derselben 
Localität  stammen  auch  mehrere  Eeste  von  Halitlierhim  Schinzi,  welclie  sich  im  Besitze  des  Herrn  Kraliuletz 
jun.  belinden.  (Darunter  auch  Oberarmknochen  von  zwei  gleich  grossen  Exemplaren,  welche  das  in  Darm- 
stadt bctindlichen  ausgezeichnete  Exemplar  um  ein  Beträchtlielies  an  Grösse  übertreffen,  wie  ein  Vergleich  mit 
dem  uns  vorliegenden  wohlgelungenen  Gypsabgusse  der  vorderen  Extremität  ergibt.  Der  Oberarmknochen  des 
Darmstädter  Exemplares  niisst  circa  IS""',  während  der  besser  erhaltene  Eggenburger  Halithenum-Ohera,vm 
circa  18""  misst.) 

3.  Bis  zur  Decke  der  .Stollen  hält  dann  ein  grauer,  stellenweise  eisenschüssiger  Quarzsand  an.  Derselbe 
enthält  viele  grössere  Bivalven:  Venus  sp.,  Mytilus  HauUngeri,  Ferna,  Ostrea.  (TurriteUa  sp..  Notica  sp., 
Fusiis  sp.  fanden  sich  in  der  Hangendpartie  dieser  Schichte.)  Die  Gesammtmächtigkeit  dieses  Horizontes 
beträgt  über  3"\ 

In  der  Höhe  der  Decke  findet  sich  eine  wohl  markierte  Sandlage  mit  Coucretioneu. 

4.  Darüber  liegt,  stark  deformiert,  eine  etwa  3*^'"  mächtige  Lage  eines  feinen  gelben  Sandes,  dann  folgt 

5.  eine  weisse,  kalkig-thonige  Schichte,  etwa  8'"'  mächtig  und  darüber 

6.  eine  Schichte  mit  sandigen  Kalkconcretionen,  welche  dann  vom  Humus  (7)  bedeckt  ist. 

Fig.  1. 


y*t  ^'^'-^slfcg 


Aut'schluss  bei  den  Sandgnibeu  am  Westabliauge  des  Calvaneuberges  bei  Eggcuburg  („im  Schluderg-raben"). 

Vergleichen  wir  nun  das  angegebene  Profil  mit  den  nächstgelegenen  schon  früher  beschriebenen  Auf- 
schlüssen. 

Herr  Cust.  Tb.  Fuchs  hat  in  seiner  Arbeit  über  die  Tertiärbildungcn  der  Umgebung  von  Eggenburg 
(Jahrb.  d.  k.  k.  geol.  Eeiclisanst.  1868,  S.  591)  auch  die  Ablagerungen  in  der  nächsten  Nähe  der  Krokodil- 
Fundstelle  besprochen. 

Das  betreifende  ausführlich  beschriebene  Profil  („Pernabank  im  Sehinder-Graben",  Taf.  VI,  Fig.  1)  ist, 
ganz  in  der  Nähe,  gegen  den  hohen  Bahndamm  zu  gelegen.  „In  den  untersten  Schichten  der  Ablagerung",  heisst 
es  an  der  citierten  Stelle,  „namentlich  in  den  sonst  versteinerungslosen  Conglomeraten  von  Granitbrocken" 
fanden  sich  nach  den  Angaben  des  Herrn  Zelebor  grosse  Massen  zum  Theile  riesiger  Kippen  von  Halitherium. 

Vor  Allem  fällt  auf,  dass  näher  dem  Bahndamm,  in  nur  geringer  Entfernung  von  unserem  Fundorte  die 
Granitbrocken  Anhäufungen  viel  mächtiger  sind,  als  bei  den  Sandgruben,  wo  dieselben  auf  die  eine  Lage  über 


über  einen  Krokodil-Schädel  aus  den  Tcrüärahlagenmgen  von  E(j(jenhur(j.  301 

eleu  ver.stoineriuigsfreien  Liegend-Saud  beschränkt  sind.   Die  llangendscbichten  („Mergel  und  feiner  gelber 
Saud"  bei  Fuchs)  scheiueu  in  grü.sscrer  Übereinstimmung  zu  steheu. ' 


Nadi  durchgeführter  Reconstructiou  des  Schädels  ging  es  au  die  weitere  beschreibende  uud  vergleichende 
Bearbeitung  desselben.  Zu  diesem  Behüte  wurden  gute  Scbädelskelctte  von  drei  lebeuden  Arten  herbeigezogen 
und  zwar  von 

Crocodilus  Dulijaris  Cuv. 

Tomistoma  (Rynchoaucliiis)  Schleyelü  Gray,  und 

Gavialis  (jamjef.iciis  Geoffr. 

Erstes  Object  wurde  uns  von  Herrn  Prof.  Dr.  Andreas  Komb  über  (Zoologische  Sammlung  d.  k.  k.  techn. 
Hochschule)  zur  Verfügung  gestellt;  Herr  Prof.  Dr.  Carl  Beruh.  Brühl  überliess  uus  mit  grösster  Liberalität 
ein  ausgezeichnetes  Exemplar  von  Tomidouia  (Bi/nchosucJms)  SrhlecjeUi  zur  unbeschränkten  wissenschaftlichen 
Benützung;  Herrn  Director  Regierungsrath  Dr.  Franz  Steindachner  al)er  verdanken  wir  einen  gewaltigen 
Gavialschädel. 

Es  ist  uus  eine  angenehme  Pflichterfüllung,  den  genannten  Herren  für  die  freundliche  Unterstützung 
hiermit  unseren  verbindlichsten  Dank  auszusprechen.  Die  literarischen  Hilfsmittel  wurden  uns  vor  Allem  mit 
gewohnter  Liberalität  von  Seite  der  Leitung  des  Hof-Miueralien-Cabinetes  zugänglich  gemacht.  Wir  sind  Herrn 
Gustos  Tb.  Fuchs  dafür  zu  grossem  Danke  verpfliclitet. 

Für  die  Beschreibung  entschieden  wir  uns  für  einen  Vorgang  ähnlich  dem  von  Brühl  in  seinem  vor- 
züglichen Werke  über  das  Skelet  der  Crocodilineu  (Wien  1862)  eingehaltenen. 

Wir  betrachteten  zuerst  1.  die  von  oben  sichtbaren  Knochen  des  Kopfes,  sodann  2.  die  au  der  unteren 
Seite  des  Schädels  auftretenden,  und  endlich  3.  die  an  der  Rückfläche  des  Schädels  befindliciieu  einzelnen 
Knochen  (Übersicht  S.  6). 

Der  weitere  Plan  der  Arbeit  geht  am  besten  ans  einem  Blicke  auf  den  Inhalt  (S.  355)  hervor. 

Ausser  dem  im  Vorstehenden  ausführlichst  beschriebenen  Schädelreste  und  dem  erwähnten  vereinzelten 
Zahne  liegen  von  demselben  Fundorte  noch  mehrere  Wirbelstücke  vor,  von  welchen  nur  eines  etwas  besser 
erhalten  ist,  so  dass  es  eine  nähere  Bestimmung  zulässt.  (M.  vergl.  Taf.  HI,  Fig.  3,  4,  5.) 

Derselbe  stammt  aus  der  Lendenregion. 

Hier  sei  nur  noch  angeführt,  dass  als  Anhang  auch  ein  chronologischer  Überblick  über  die  bei  den  Vor- 
arbeiten herbeigezogenen  Publicatiouen  gegeben  wird  in  der  Hoffnung,  dass  derselbe  trotz  seiner  Unvoll- 
kommeuheiten  vielleicht  nicht  ganz  unerwünscht  kommen  mag.  Dasselbe  gilt  für  die  angeschlossenen  beiden 
abellarischen  Übersichten:  1.  über  die  fossilen  pocoelen  Crocodiliueu  (und  ihre  Vorläufer)  in  der  alten  Welt, 
und  2.  über  die  amerikanischen  fossilen  Crocodilineu.  Bei  ersterer  Tabelle  wurden  die  sicheren  und  auf  voll- 
kommene und  ausreichende  Reste  begründeten  Arten  durch  auifallenden  Druck  hervorgehoben.  * 


1  Dr.  M.  Hoernes  gab  das  Vorkommen  von  Haütheriiim  auch  aus  Sandsehicliten  nördlich  von  Eggenburg,  sowie  auch 
vou  Burgschleiuitz  an.  fMan  vergl.  die  Angaben  bei  Kolle;  Geol.  Stellung  der  Horner  Seh.  1859,  S.  13  [47]  und  v.  C^jzck: 
Geol.  Karte  d.  Umgeh,  von  Krems  etc.  1853.  S.  31.  In  einem  lockeren,  oben  gelblichen,  unten  bläulichgrüuem  Sande,  mit 
Anomia  costaia,  über  blauem  Thone  mit  Mijtihis  HaüUiigeri.) 

Prof.  Suess  (Unters,  über  d.  Charakter  d.  österr.  Tertiärablagoriiugeu.  1866,  S.  15)  gibt  das  Vorkommen  von  llalithe- 
riiim  auch  aus  den  Liegeudschichten:  Mugels.aude  der  Bruunstube  westlich  von  unserem  Fundorte  au;  ausserdem  aus  dem 
tiefsten  grünlichen  Sand  von  Gauderndorf  (1.  c.  S.  11). 

2  Der  Unterzeichnete  hält  sich  für  verpflichtet,  hier  auszusprechen,  dass  die  Detailbeschreibung  vou  Herrn  Kail  mit 
grosser  Sorgfalt  nach  gemeinschaftlich  festgesetztem  Plane  durchgeführt  wurde. 

J''ranz  Toula. 


302 


Toula  —  Kall. 


A.  Verzeichniss  der  am  fossilen  Reste  vorhandenen  Knochen. 


I.  Obere  Fläche  des  Kopfes. 


1.  Das  uupaare  Parietale. 


2. 

V 

» 

Frontale  principale. 

3. 

yj 

paarige  Nasale. 

4. 

n 

n 

Mastoideum.  (Cuv.) 

5. 

n 

» 

Frontale  posteriori« 

6. 

17 

n 

Tympanicum. 

7. 

)) 

n 

Temporale.  (Cuv.) 

8. 

» 

n 

Jugale. 

9. 

n 

)! 

Frontale  anterius. 

10. 

n 

!) 

Lacrymale. 

11. 

)? 

)J 

Supramaxillare. 

12. 

^^ 

n 

luternuixillare. 

II.  Untere  Fläche  des  Kopfes. 

Ausser  dem  paarigen  Intermaxilkire    und    dem 
paarigen  Supramaxillare  noch: 

13.  Das  paarige  Palatinum. 

14. 

15. 

16. 


„       Pterigoideum. 
„       Transversum. 
unpaare  Splieuoideum  basilare,   sowie 
dessen  verticale,  seitlich  zusammen 
gepresste  Fortsetzung : 
17.  Das  Splieuoideum   anterius    (nur  in  seinem 
hintersten  Theile  erhalten.) 

^  finden  sieh  nur  in 
paarige  Petrosum  und   /     völlig  uudeut- 


18.  „ 

19.  die 


Ala  temporal is(    liehen,  zerbro- 
'  chenen  Partien. 


III.  Riickfläche  des  Kopfes. 

20.  Das  unpaare  Oceipitale  superius. 

21.  „    paarige  Oceipitale  laterale. 

22.  Das  iini)aare  Oceipitale  basilare. 


Fig.  2. 


1.  Crocodiliis  ( GcioicdosuchusJ  Egifenhunjeimis  (Verkleinerung  1 

2.  Gamalis  gangeticus  (  „  1 

3.  l'omiatuma  (Rhij nchusiwhus)  Sch/ei/dii  {  „  1 


4-86) 

5) 

•i-s) 


B.  Auffällige  Merkmale  am  Kopfskelet. 

aj  Im  Allgemeinen. 

1.  Der  Schädelautheil  des  Kopfes  geht  ganz  allmälig  in  den  Schnauzenantheil   über,   ähnlicli   wie   bei 
Tomistoma  Sclile(jeUi.  (Man  vergleiche  Fig.  2.) 


übet-  einen  Krolodil-tichiidel  aus  den.  Tertiärahhicjerungen  von  Egf/enhur;/.  303 

Das  Verhältniss   des   Schnauzeutheiles '   zur   ganzcu  Kopflänge    wird    aus    deu   uachfolgendeu 

Zahlen  ersichtlich. 

Länge  des  Kopflänge  vom  Hinter-  Kopflänge  vom  Hintcr- 

Schnanzentheiles  ende  des  Parietale  ende  des  Timpanirnms 

Beim  fossilen  Reste 58™^  73™  86'^"' 

=1  :  1-26 

Bei  Gavialis  gangeticus    .    .        59  75  83 

=1  :  1-27 

„    Tomistoma  SchlegelH 32  42  45 

=1  :  1-31 

h)  An  der  Oberseite  des  Kopfes. 

1.  Das  Occipitale  superius  ist  in  der  Dachsicht  ganz  wohl  zu  bemerken,  u.  zw.  nicht  nur  die 
dem  Parietale  zunächst  gelegenen  Partien  desselben,  sondern  fast  in  seiner  ganzen  Ausdehnung;  ebenso  tritt 
in  Folge  des  minder  steil  abfallenden  Hinterhauptes  das  paarige  Occipitale  laterale  in  der  Draufsiclit  viel 
deutlicher  in  die  Erscheinung,  als  dies  bei  CroroiJilus  oder  Gavialis  oder  gar  bei  Tomistoma  Schlegelü  der 
Fall  ist.  Bei  letzterem  Genus  sind  die  Occipitalia  lateralia  in  dieser  Ansiebt  kaum  mehr  wahrzunehmen.* 

2.  Das  Verhältniss  der  Scheitelflächeubreite  zur  Stirnflächenbreite. 

(=:  Scheitelbeinbreite  zwi- 
schen den  inneren  Rändern 

der  Eingänge  zu  der  beider-  Stiuifliichenbreite 

seitigen  Fossa    temporalis,  zwischen  den  beiden 

in  der  Mitte  gemessen)  Orbitae) 

Beim  fo.s.siien  Reste 0'8'^"'  4-5'^'"  =:  wie  1  :  5-6 

Hei  Crocodilus  imlgaris 0-9  5-0     =;„    1:5-5 

„    Gavialis  gangeticus 2-2  9'5=:„1:4'3 

„    Tomistoma  Schlegelü l'O  1-7=:,,    1:1-7 

Bezüglich  dieses  Verhältnisses  kommt  der  fossile  Rest  dem  CrorodUus  vulgaris  am  allernächsten.  Mit  dieser 
Art  und  mit  GaoiaUs  gangeticus  theilt  der  Rest  auch  die  Eigenschaft  seines  Scheitelbeines,  gegen  die  Innenwand 
der  Schläfengrube  steil  abzufallen,  unterscheidet  sich  aber  bierin  von  Tomisto)ini  SchlegelH. 

3.  In  Bezug  auf  das  Verhältniss  der  Fossa  temporalis  zur  Orbita-'  hält  der  fossile  Rest  die  Mitte 
zwischen  Tomistoma  St'hlegelH  und  Gmmdis  gangeticus. 

Die  Längenausdehnuugen  sind: 

Fossa  temporalis  ürbitii 

Gavialis  gangeticus 7-2''"  6-9''"' =:  1  :  0-95 

Fossiler  Rest 6-3  7-5     =1:1-2 

Tomistoma  SchlegelH 2-7  52     ^1:1-9 


1  =  Länge  iles  Kopfes  von  dessen  Vorderendn  bis  zh  einer  durch  die  vorderen  Orbitawände  gelegten  Verticalebenc. 

'i  Die  Angabe  bei  Brühl  („Das  Skelet  des  Crocodiliuen",  p.  17  obeuj :  „Bei  Alliijrdur  dcrops  kommt  ausnahmsweise 
das  sonst  bei  keinem  Crocodiliuen  an  der  Schädeldeckc  auftretende  Occipitale  superius  in  dieser  Sicht 
hinter  dem  Parietale  zum  Vorschein",  erscheint  nicht  ganz  zutreffend,  da  sowohl  bei  Crocodiius  vulgaris,  als  auch  bei  Tom'islomu 
Schlegelü,  besonders  aber  bei  Gavialis  in  der  Daraufsicht  Theile  des  Occipitale  superius  hinter  dem  Parietale  sichtbar  werden, 
und  zwar:  bei  CrocodUus  vidgat-is  ist  es  eine  median  stehende,  aufwärts  ragende,  sich  zwischen  zwei  Lajipen  des  Parietale 
einkeilende  Partie,  bei  Tomistoma  Schlegelü  sind  es  zwei,  seitlich  schw-ach  hervorragende  Knoten  des  Occipitale  superius,  bei 
Gavialis  gangeticus  endlich  ist  es  ein  ziemlich  stark  entwickelter,  dreilappiger  Antheil  des  Supra  occipitale. 

3  Die  Fossa  temporalis,  gemessen  vom  vorderen  und  äusseren  Ende  des  I'rontale  posterius  p.arallel  zur  Medianlinie.  Die 
Orbita,  gemessen  vom  Vorderrande  des  Lacrymale  parallel  zur  Medianlinie. 


304  T  o  u  In —  Ka  iL 

4.  Die  Längenausdehnung,-  des  Orbita-Einganges  steht,  zur  Schädellänge'  in  folgendem  Ver- 
hältnisse: 

Orbita  Schädellänge 

Tomistoma  ScMegeUi 5-2™  42- =  1  rS^S 

Fossiler  Rest 7-5  73     m  1 :    9  •  8 

GaviaUs  gangeticus 6-9  7o     =1:10-8 

5.  Die  Ausdehnung  der  Nasalia:  Von  dem  von  ihrem  Ursprünge  bis  zum  hinteren  Rande  der  Nares 
externae  verlaufenden  Theile  der  Mediannnht  bilden  die  Nasalia  vier  Fünftheile;  ein  Fünftheil  dieser  Naht 
wird  von  dem  paarigen  Intermaxillnre  gebildet. 

Das  Verhältniss  des  von  dem  paarigen  Nasale  gebildeten  Antheiles  der  Mediannaht  zu  den  zwischen  dem 
paarigen  Intermaxillare  liegenden  Theile  derselben  ist  etwa: 

Bei  GaviaKs  gangeticus  .    .    .    .    wie  0-32:1 

„    Tomistoma  Schlegeln    ...      „1-8:1 

Beim  fossilen  Reste „    4-0   :1 

cj  An  der  Unterseite  des  Kopfes. 

1.  Die  Gaumenuaht  zwischen  Intermaxillare  und  Supramaxillare  ist  im  allgemeinen  V-förmig 
und  schliesst  sich  in  ihrer  Form  inniger  an  die  hei  GaviaUs  als  an  jene  bei  Tomistoma  an,  bei  welch'  letzterem 
Genus  jedes  Intermaxillare  einen  etwa  2""  laugen  Lappen  nach  rückwärts  sendet;  diese  Lappen  sind  durch  zwei 
nach  vorne  gerichtete,  dem  Supramaxillare  angehörige,  in  ihrer  Medianlinie  die  Naht  bildende  Fortsätze  getrennt. 
Bei  dem  fossilen  Exemplare  ist  von  diesem  Verlaufe  der  Naht  kaum  eine  schwache  Andeutung  vorhanden. 

2.  Der  Verlauf  der  Naht  zwischen  Palatinum  und  Supramaxillare  ist  V-förmig,  ganz  ähnlich 
wie  bei  GaviaUs,  nach  vorne  spitz  zulaufend. 

3.  Das  Foramen  palatinum  nähert  sich  in  seinen  Dimensionen  mehr  denen  von  Tomistoma  ScJdegelii, 
als  jenen  von  GaviaUs  gangeticus. 

Von  der  Apertura  Eustachii  (Vorderraud)  bis  zur  Schnauzenspitze  misst: 

Der  fossile  Rest  Tomistoma  Schlegelii  GaviaUs  gancieticus 

73cm  40       cm  75       cm 

Länge  des  Foramen  palatinum 14  7-5  10-2 

Breite    „  „  „  ca.  5  2-5  5-3 

4.  Die  am  Nasenthcile  der  Pterygoidea  beim  erwachsenen  GaviaUs  vorkommenden  Kuochen- 
b lasen  fehlen. 

5.  In  Bezug  auf  die  letzten  Oberkieferzähne  lautet  eiue  Regel  Burmeister's:  „Je  mehr  Ober- 
kieferzähne unter  der  Orbita  stehen,  desto  jünger  ist  ein  Krokodil-'. 

l'jeim  vorliegenden  Reste  ist  das  hinterste  Ende  des  Supramaxillare  nicht  erhalten,  wohl  aber  die  Ansatz- 
stelle des  Transversum  an  demselben  ganz  gut  wahrzunehmen;  verhalten  sich  nun  diese  beiden  Knochen  hier 
wie  bei  Tomistoma  Schlegelii  und  GaviaUs  gangeticus,  d.  h.  reicht  die  vorderste  Spitze  des  Transversum  nur  bis 
zum  vorletzten  Oberkieferzahn,  und  nicht  wie  etwa  beim  Nilkrokodil  bis  gut  zum  4.  (von  rückwärts  gezählt), 
so  stehen  beim  fossilen  Exemplar,  wie  bei  den  oben  genannten  Vergleichsobjecten,  nur  2  Zähne  des  Oberkiefers 

unter  der  Orbita. 

Es  drängt  also  auch  diese  Regel  Burmeister's  zu  dem  Schlüsse  (zu  dem  übrigens  viele  Wahrnehmungen 
an  dem  Funde  berechtigen),  dass  wir  es  hier  mit  einem  ganz  oder  wenigstens  fast  ganz  ausgewachsenen 
Exemplare  zu  thun  haben. 


1  Schäilellänse  vom  Vordereiide  des  Kopfes  bis  zum  hinteren  Ende  des  Parietale. 


Ühi^r  einen  Knih-dtHI-i^eliiidel  aiis  den  Tert'iärabJinjerniKjeii  ron  E(j(jeiiliiii(j.  305 

'J)  An  der  Rückseite  des  Kopfes 

fallt  vor  Allem  die  Einsenkung  des  Oberraudes  der  Occipitalansicht  gegen  die  Medianebene  auf,  was  der  fossile 
Rest  mit  Crovodl/Ks  tidijaiix  gemein  liat,  während  dieser  Oberrand  sieh  bei  Tonnstomn  kaum,  bei  Gavialis  (jun- 
(jetkug  aber  ganz  merklich  von  der  Medianlinie  nach  aussen  senkt. 

Von  Gavialis  gangeticas  wohl  unterschieden,  sich  vielmehr  an  Tomistoma  Schkgelii  anschliessend,  erweist 
sich  der  fossile  Kest  auch  in  Anbetracht  des  Verhältnisses,  in  dem  die  grösste  Breite  der  Schädeldachfläche 
(vom  höchsten  Punkte  des  rechten  Mastoideum  zum  linken)  zur  grössten  Breite  des  Schädels  steht. 

Dieses  Verhältuiss  ist : 

Bei  Crocodilus  vulgaris  ....  wie  1:2-2 

Beim  fossilen  Reste  ....  „     l:l-82 

Bei  Tomistoma  Schlegelii    .    .    ■  „     1 :  1  •  76 

„    Gavialis  gangeticus  .    .    .    .  „     1  :  1  •  41 

Bei  letzterem  ist  also  die  Schädeldachbreite  die  verhältnissmässig  grösste,  und  sie  tritt  um  su  mehr  in  die 
Erscheinung,  als  der  Abfall  des  Schädeldaches  gegen  den  Ausseurand  des  Kopfes  ein  viel  beträchtlicherer  und 
unvermittelterer  ist  als  beim  fossilen  Reste  oder  bei  Tomistoniu  Scidegelü. 


V.  Detailbeschreibung  der  einzelnen  Knochen. 

1.  Das  unpaare  Parietale. 

Fossiler  Rest  GaoinHa  yanrjeticus  Tunmtuma    Schlegelii 

Länge  geringste 6-25™  7-_™  4-1'= 

grösste 7-2  7-9  4-5 

Breite  an  der  Dachfläche  vorne 5"5  9- —  4-6 

mitten 0-8  2-2  1-0 

hinten ca.  6-4  9- —  3.5 


f  ein 


In  seinem  allgemeinen  Umrisse,  dem  eines  X  ungefähr  vergleichbar,  kommtdas  Parietale  des  fossilen  Restes 
jenem  bei  Gavialis  gangeticus  am  nächsten,  und  unterscheidet  sich  durch  seine  schmalen,  wohl  ausgebildeten 
vorderen  Querbalken  von  dem  bei  Tonustoma  ScJdegelii,  während  es  in  dieser  Beziehung  mehr  mit  Ciocodihis 
vulgaris  übereinstimmt.  Von  Tomistoniu  Schlegeld  ist  der  Rest  durch  sein  Parietale  auch  darin  unterschieden, 
dass  dieses  au  seinem  hinteren  Rande  ganz  so  wie  Gavialis  (und  CrocodUus  vulgaris)  einen  Ausschnitt  trägt, 
der  zur  Aufnahme  einer  Crista  des  Occipitale  superius  dient. 

Während  Tomistnma  Scldegelii  und  Gavialis  gangeticus  ein  in  seinem  hinteren  Theile  ziemlich  flaches 
Parietale  besitzen,  in  das  bei  Tomistouia  Schlegelii  gut  markierte  Gruben  vertieft  sind  (beim  vorliegenden 
Exemplare  etwa  25),  so  ist  der  hintere  Antheil  dieses  Knochens  bei  unserem  fossilen  Reste  gegen  die  Mittel- 
linie zu  etwas  eingebuchtet  und  mächtig  geknotet. 

An  dem  ganzen  derFossa  temporalis  zugewendeten  Rande  der  Obenansicht  besitzt  das  Parietale  des  fossilen 
Restes,  ähnlich  wie  jenes  von  Gavialis  gangeticus,  einen  wohl  entwickelten,  zum  steilen  Abfalle  gegen  die  Fossa 
temporalis  mit  beitragendem  Wulst,  der  bei  Crocodilus  vulgaris  an  der  vorderen  Fossabegrcnzung  viel  weniger 
ausgebildet,  bei  Tomistoma  ScJdegelii  aber  kaum  mehr  zu  gewahren  ist. 

Die  Verbindungen  des  Parietale  mit  seinen  Nachbarknoehen  anlangend,  so  verläuft  die  vorne 
gelegene  Naht  mit  dem  Frontale  principale  ziemlich  gerade  von  rechts  nach  links,  sie  zeigt  nur  eine 
schwache  Concavität  nach  vorne.  Darin  liegt  eine  Ähnlichkeit  mit  Gavialis  gangeticus;  bei  Tomistoma  Schlegelii 
finden  sich  viel  beträchtlichere  Auszackungen  vor. 

Auch  die  rückwärts  gelegene  Naht  mit  dem  Occipitale  superius  verläuft  mit  Ausnahme  des  Aus- 
schnittes für  die  Crista  des  eben  genannten  Knochens  olnie  l)esondere  Auszackungen,  ist  aber,  wie  sciiun  her- 

Denkschriften  der  malhem.-naturw.  Cl.  L.  Bd.  Äbhaadlungeu  von  Nichtmitgliedero.  Oi> 


306  Toula  —  Kfill. 

vorgehoben  wurde,  von  ol)eu  ganz  wohl  sichtbar,  besser  als  bei  Tumistoma  Svlthydii,  wiilireiul  sie  bei  Gaiiulis 
(jungefinis  in  der  Draufsicht  eigentlich  nur  in  der  Gegend  der  Occipital-Crista  wahrzunehmen  ist. 

Die  seitlich  gelegenen  Begrenzungen  gegen  die  Ala  temporalis  und  gegen  das  Tympanicum  lassen 
sich  gar  nicht,  jene  mit  dem  Frontale  posterius  nicht  mit  Sicherheit  angel)en. 

Die  seitliche  Naht  mit  dem  Mastoideum  endlich  verLäuft  an  ihrem  der  Scliädeloberfläche  zugekehrtem 
Theiie  rein  sagittal,  und  ist,  der  Breite  der  Knochen  an  dieser  )Stelle  entsprechend  (etwa  1-4''"),  kurz. 

Bei  Tomistoma  ScMegelii  beträgt  diese  Nahtsti'ecke  1  •  4™  (im  Mittel)  bei  Croeodüus  vulgaris  2  ■  4'^"'  nnd 
verläuft  bei  denselben  ganz  ähnlich.  Bei  Gavialis  gangeticus,  wo  diese  Entfernnng  etwa  1  •  3""  misst,  ist  der  Ver- 
lauf im  Allgemeinen  von  vorn  und  innen  nach  hinten  und  aussen. 

2.  Das  Frontale  priucipale. 

Fossiler  Rest  Gavialis  gangeticus  Toiiiislomn     Schlegdä 

Grösste  Länge 13-6'="'  16-4'-"'  1-b"^ 

Länge  von  hinten   bis  zur  Naht  mit  Frontale 

anterius     • 6-0  6-8  4*4 

Länge  von  der  Naht  mit  Frontale  anterius  bis 

zum  Vorderende 7-6  9-6  3-1 

Grössste  Breite 10-9  (mit  Reserve)  13-1  4-0 

Breite,     gemessen    von     einem     Nahtwiiikel 

zwischen  Parietale  und  Frontale  posterius 

zum  gegenüberliegenden  (hinten)    ....  6-2  8-7  3-3 

Breite,    gemessen   am  hintersten  Theiie   der 

durch   das   beiderseitige  Frontale  anterius 

bedingten  Einschnürung  der  Frontale  prin- 

cipale 2  1  ca.  5  •  6  1-1 

Ein  recht  in  die  Augen  springendes  Merkmal  unseres  fossilen  Restes  ist  vor  Allem  die  starke  mediane  Ein- 
buchtung des  Frontale  principale.  Die  absolute  Vertiefung  ist  wohl  bei  Gavialis  gangeticus  fast  dieselbe,  etwa 
1  •  6'"";  hiebei  ist  aber  zu  bemerken,  dass  bei  dieser  Art  an  der  Bildung  der  Concavität  das  Frontale  principale  in 
seiner  gesannnten  Ausdehnung  Antheil  nimmt,  was  bei  unserem  Reste  nicht  der  Fall  ist:  hier  steigt  der  Knochen 
von  der  tiefgelegeuen  Medianlinie  nach  links  und  rechts  ziemlich  steil  an  und  biegt  dann  in  seiner  hinteren, 
breiteren  Partie  in  die  horizontale  Lage  um.  Unter  Festhaltung  der  oben  angeführten  Masszahl  für  die  grösste 
Breite,  deren  Richtigkeit  wegen  mehrfachen  Verbruches  in  der  Gegend  der  Naht  mit  dem  Frontale  posterius 
nicht  ganz  verbürgt  werden  kann,  würden  sich  die  mehr  oder  weniger  horizontal  erstreckenden  Theiie  zu  den 
die  Concavität  bildenden  Partien  des  Frontale  principale  etwa  verhalten  wie  2  :  3.  Bei  Tomistuma  Sclihgelii  ist 
die  beschriebene  furchenförmige  Concavität  des  Hauptstirnbeines  ganz  unbedeutend  und  fehlt  insbesondere  am 
rückwärtigen  Abschnitte  gänzlich. 

In  Bezug  auf  die  Neigung  des  Frontale  principale  gegen  den  Schnanzentheil  des  Schädels  stehen  der 
fossile  Rest,  Gavialis  gangeticus  und  Tomistoma  Schlegelii  in  einer  Reihe. 

Diese  Neigung  ist  am  stärksten  beim  fossilen  Reste,  weniger  in  die  Augen  springend  bei  Gavialis  gangeticus 
und  am  geringsten  bei  Tomistoma  Schlegelii. 

Die  Vertheilung  der  Unebenheiten  des  Knochens  ist  bei  den  beiden  erstercn  ziemlich  analog,  mehr  auf 
die  breite,  rückwärtige  Fläche  beschränkt  und  sind  der  Hauptsache  nach  quer  verlaufende,  in  die  Länge 
gezogene  Wülste  und  zwischen  ihnen  ebensolche  Gruben  vorhanden;  bei  letzterer  Species  rücken  die  hier  fast 
kreisrunden  Gruben  weiter  vorwärts  und  sind  am  kräftigsten  entwickelt  in  dem  sich  stark  verschmälernden, 
zwischen  den  Orbitae  gelegenen  Theiie  desselben. 

In  Ansehung  des  Längenverhältnisses  von  dem  hinteren,  mehr  flächenartig  ausgedehnten  Theiie  des 
Frontale  principale  zu  seinem  vorderen,  theils  zwischen  das  paarige  Frontale  anterius,  theils  aber  zwischen  das 


Üher  einen  Krokodil- Schädel  ans  den  Tertiiirdldafin-niKjen  von  l'Jijffeidmrg.  307 

l)aai-ige  Nasale  eingekeilten  Antlieile  stellt  sich  der  fo.ssile  Rest  zwisclieu  GacMlis  yanijetirm  und  Tomistoma 
ScJdegelii;  die  erstgenannte  Ausdeliining  =  1  gesetzt,  ergeben  sich  folgende  Verhältnisszahlen: 

Gavialis  gangeticus  .    .    .    .     1 : 1  ■  4 

Fossiler  Rest 1 : 1  •  26 

Tomistoma  Scfdegelii    ■    ■    .     1 : 0  ■  7 

Der  genannte  vordere  Abschnitt  des  Frontale  principale  ist  beim  fossilen  Reste  verhältnissmässig 
am  schmälsten,  er  verhält  sich  znr  grössten  Breite  des  Knochens  wie  l:ö-2  (bei  Tomislomn  Schlegel ü  v^ie 
1  :  3-6,  bei  Gavialis  gaiigeticiis  wie  1  :  2-3). 

Die  seitlichen,  gegen  die  Orl)itac  zu  gelegenen  Flächen  sind  wohl  entwickelt  und  fallen  ziemlich  steil  nach 
unten  und  einwärts  ab,  ähnlicli  wie  bei  Tomistoma  Schlegelü,  während  sie  bei  Gamalis  gangeticus  sehr  stark  nach 
einwärts  gezogen  erscheinen.  Die  an  der  unteren  Cranialfläche  sichtbaren,  bis  zum  absteigenden  Theil  des 
Frontale  anterius  verlaufenden,  zur  Bildung  des  Canalis  olfactorius  beitragenden  Leisten  au  der  Grenze 
zwischen  der  Seiten-  und  Basisfläche  des  Knochens  sind  recht  deutlich  sichtbar. 

Von  den  Verbindungen  des  Frontale  principale  mit  seinen  Nachbarknochen  wurde  die  rückwärts 
gelegene  Naht  mit  dem  Parietale  schon  besprochen. 

Die  Naht  mit  dem  Frontale  posterius  ist,  wie  schon  angedeutet,  nicht  in  ihrem  ganzen  Verlaufe 
sichergestellt  und  nur  in  ihrem  hintersten  Tlieile  unzweifelhaft  constatirt. 

Die  Grenze  gegen  das  Frontale  anterius  verläuft  zuerst  fast  quer  nach  einwärts,  etwa  bis  zu  einem 
Drittel  der  Gesammtbreite  des  Hauptstirnbeines  am  äusseren  Beginne  dieser  Nalit  und  zieht  dann,  gegen  die 
Medianlinie  nur  wenig  geneigt,  bis  zum  vorderen  Ende  des  Knochens,  wobei  sie  stetig  in  die  Naht  zwischen 
Frontale  principale  und  Nasale  übergeht.  Die  dem  Frontale  anterius  zugewendeten,  respective  dem 
Nasale  anliegenden  Absclinitte  dieser  Grenzlinie  sind  bei  dem  fossilen  Reste  der  Länge  nach  einander  gleich. 
Bei  dem  vorliegenden  Exemplar  von  Gamalis  gangeticus  übertrifft  der  vordere  Nahtantlieil  den  hinteren  1 V«  m^i', 
Ijci  Tomistoma  Schlegelü  etwa  2nial  an  Länge,  bei  Crocodilus  vulgaris  ist  der  hintere  fast  doppelt  so  lang  als 
der  vordere ! 

3.  Das  paarige  Nasale. 

Fossiler  Best 

Länge      41 -0™' 

I  ( Grösste)  Breite  im  hinteren  Theile    .    .         3-1 

Breite  ungefähr  in  der  Mitte 1  •  5 

3       t'^    ( Breite  in  der  Mitte  des  vorderen  Theiles         2-1 


-■ö^ 


^ 


a    S 


o  •?    2 


Gavialis  gangeticus 
17  •  3'''" 

Tomistoma   Schlegelii 
18-6™ 

4-2 

1-5 

3-1 

0-6 

2-2 

0-5 

Die  Nasalia  —  sie  werden  in  dieser  Beschreibung  zusammen  erwähnt,  sowie  sich  auch  die  Breitenmasse 
auf  die  Summe  der  Breiten  vom  linken  und  rechten  Nasale  beziehen  —  nehmen  in  ihrem  hintersten  Theile  den 
vordersten  Antheil  des  Frontale  principale  zwischen  sich  auf  und  werden  andererseits  in  dieser  Gegend  aussen 
von  dem  paarigen  Frontale  anterius  begrenzt. 


i  Bei  dem  von  Brühl  (1.  c,  Taf.  IX,  Fig.  ß)  in  einer  nach  Biirmeister  gebrachten  Copie  von  Tomistoma  ScJikgcJH 
nehmen  die  Nasalia  an  der  Begrenzung  des  Fiontule  principale  gar  keinen  Anllieil ;  ]iitM-  legt  sich  dieser  Ivnochen  nämlicli 
nicht  in  eine  durch  die  hintersten  Enden  der  N.asalia  gebildete  Gabelung,  sondern  derselbe  stüsst  .an  dem  schädelwärts  gele- 
genen Ende  der  Nasalia,  die  in  der  Medianuaht  nicht  auseinandcrweiehen,  direct  ab. 

In  der  vonBlainville  (Ost6ographie,  Reptiles,  pl.  2;  gegebenen  Abbildung  von  Tomistonui  Schlegelü  ist  ein  schwaches 
Eingreifen  des  Frontale  principale  in  eine  Gabehing  der  Nasalia  zu  bemerken. 

Als  ein  Beispiel  mehrfach  beobachteter  Asymmetrie  der  Nähte  am  Krocodilskelet  soll  hier  die  Naht  zwischen  Frontale 
principale  und  Parietale  des  vorliegenden  Exemi)lares  von  Gaoicilis  gangrticm  Erwähnung  Knden.  (Jegen  die  Fossa  tempor.ilis 
hin  findet  sich  ein  dieselbe  begrenzender  Wulst  vor,  der  au  der  linken  Fossa  von  dem  Parietale  allein,  an  der  rechten 
Fossa  aber  innen  vom  Pariet.ale,  aussen  vom  Frontale  priucipale  gebildet  wird.  Die  in  Keile  stehende  Naht  zieht  nun  links 
vor  dem  Wu'st  hin,  rechts  aber  übersteigt  sie  denselben   und  biegt  in  die  VordiTwand   der  rechten  Fossa  temporalis  ein. 

00* 


308  Toula—  Kall. 

Die  Breite  nimmt  bis  auf  eine  Entfernung  von  6™,  von  hinten  gemessen,  stetig  zu  (bis  auf  S-l""),  ver- 
ringert sich  dauu  eben  so  allmälig  bis  auf  eine  Entfernung  von  etwa  12"°  von  hinten  gerechnet,  und  bleibt  dann 
auf  eine  Erstreckung  von  abermals  etwa  12""  ziemlich  constant(l-5 — 1-3"");  hierauf  erreicht  die  Breite, 
12-  7""  vom  vorderen  Ende,  2- 1""  und  vermindert  sich  dann  immer  mehr,  so  dass  die  Nasalia-  nach  vorn  in  eine 
scharfe  Spitze  auslaufen. 

In  der  Gegend  der  grössten  Breite  des  Nasenbeines  übertrifft  bei  dem  fossilen  Rest  die  Schnauzenbreite 
die  Breite  der  Nasalia  4-7mal,  bei  Tomistoma  Schleyelil  4mal,  bei  Gavialis  gangeticus  nur  3mal. 

In  Bezug  auf  die  Längenausdehnung  der  Nasalia  und  deren  Yerbindungsart  mit  den  Intermaxillaren  steht 
die  fossile  Form  entschieden  dem  Tomistoma  Schlege/ü  am  nächsten. 

Das  Verhältniss  der  Länge  der  Nasalia  zur  Gesammtschädellänge  (vom  Hinterrande  der  Parietale 
gemessen)  ist  folgendes: 

Fossiler  Rest 0  •  56  : 1 

Tomistoma  Schlegeln    .    .    .    0"44:1 
Gavialis  gangeticus  .    .    .    .    0  •  23  : 1 

Die  Nares  extevnae  werden  von  den  Nasalia  nicht  erreicht.  Bei  dem  fossilen  Reste  tragen  aber  die  Nasen- 
beine zur  Bildung  von  etwa  vier  Fünftheilen  der  gesammten  Mediannahtlänge  bei,  bei  Tomistoma  Sehlegelii ' 
etwa  drei  Fünftheile,  bei  Gaoialis  gangeticus  nur  etwa  ein  ^'iertheil. 

Betreffs  der  Median  naht  der  Nasalia  wäre  noch  anzufülu'en,  dass  sie  in  ihrem  rückwärtigen 
Abschnitte  (in  der  Kegion  der  hinteren  Verbreiterung)  eine  deutliche  Ausbicgiing  nach  rechts  beschreibt,  sich 
dann  aber  wieder  ziirückbewegt  und  sodann  bis  zum  Vorderende  ziemlich  gerade  verläuft. 

Das  am  hinteren  Ende  die  Nasalia  medianwärts  den  vorderen  Theil  des  Frontale  principale 
zwischen  sich  fassen,  wurde  schon  erwähnt.  Die  Länge  der  dadurch  entstehenden  Nähte  beträgt 
circa  4""  das  heisst  etwa  den  9.  Theil  von  der  Länge  der  Mediannaht  der  Nasalia.  Fast  das  gleiche  Verhält- 
niss obwaltet  bei  dem  uns  vorliegenden  Exemplare  von  Tomistoma  Sehlegelii.^  An  Gavialis  gangeticus  messen 
diese  Nähte  6  ■  2"°,  bei  einer  circa  45""  langen  Nasenbeinmitteluaht. 

Fast  ebenso  lang  wie  die  nach  innen  gelegenen  Nähte  der  Nasalia  mit  dem  Frontale  principale  sind  die 
nach  aussen  auftretenden  Begrenzungen  m i  t  d  e  m  p  a a r  i  g e  n  F  r o  n  t  a  1  e  a  n  t  e  r  i  u  s.  Bei  Tomistoma  Sehle- 
gelii 2-4'^°",  bei  Gavialis  gangeticus  2-9™  im  Mittel.  (Die  linke  und  rechte  Naht  sind  bei  letzteren  ungleich  lang.) 

Die  Naht  mit  dem  paarigen  Lacrymale  begrenzt  ungefähr  den  breitesten  Abschnitt  des  Nasale  seitlich 
und  misst  am  vorliegenden  Reste  nur  um  ein  Geringes  weniger  als  die  beiden  oben  besprochenen  Nähte,  näm- 
lich 3  •  8""  (Mediannaht  der  Nasalia  =  Bö"^).  Die  analoge  Nahtlänge  beträgt  bei  Tomistoma  Sehlegelii  5  •  1"'" 
(auf  eine  Nasenbeinmittelnaht  von  16-3""),  bei  Gavialis  gangeticus  2-9°'"  (Mittelnaht  der  Nasalia  =^  11""). 

Über  den  Verlauf  ist  nur  zu  sagen,  dass  die  linke  und  rechte  Naht  fast  parallel  laufen,  mit  einer  nur  ganz 
schwachen  Divergenz  nach  vorne.  Ganz  ähnlich  ist  es  mit  dem  Verlaufe  der  entsprechenden  Nähte  bei  Gavialis 
(/angeticus,  während  diese  Linien  bei  dem  vorliegenden  Exemplare  von  Tomistoma  Sehlegelii  anfänglich  eine 
entschiedene  Wendung  nach  aussen  nehmen,  dann  aber  in  ihrem  längeren  Theile  geringe  Convergenz  auf- 
weisen. ' 

In  weiterer  Folge  wird  das  paarige  Nasale  durch  das  paarige  Supramaxillare  begrenzt.  Die  hiedurch 
gebildeten  Nähte  (circa  29""  lang)  lassen  bezüglich  ihres  Verlaufes  drei  Abschnitte  unterscheiden :  zwei  gleiche, 


'  Dieses  Verhältniss  ist  auch  ausgeprägt  an  der  von  lilainville  gegebenen  Abbildung.  (Osteogr.  Reptiles,  pl.  2). 
Diese  Figur  bringt  aber  andererseits  die  Begrenzung  der  Nas;ilia  gegen  die  Intermaxillaria  ähnlich  zur  Darstellung,  wie  die 
von  dem  Aneinanderstossen  von  Frontale  principale  und  der  Nasalia  in  der  Drühl'schen  Copie  hervorgehoben  wurde, 
während  sich  hierin  das  uns  vorliegende  Exemplar  von  Tomistonw  Sehlegelii  dem  fossilen  Reste  sein-  nähert. 

2  Die  Abbildung  bei  Blainville  (1.  e.)  zeigt  ein  viel  weniger  tiefes  Eindringen  des  Frontale  principale  zwischen  die 
Nasalia. 

»  Die  von  Blainville  (1.  0.)  vorliegende  Abbildung,  sowie  auch  die  Brühl'sche  Copie  nach  Burraeister  von  Tomi- 
stoma Schhydii  zeigen  am  Beginn  dieser  Nalit  nicht  nur  eine  Wendung  nach  aussen,  sondern  sie  verläuft  sogar  zuerst  ein 
wenig  nach  rückwärts,  nm  dann  die  liichtuiig  nach  vorn  mit  geringer  Convergenz  lieiznbelialten. 


JJJier  einen  Krokodil-Schädel  ivus  den  Terfiärahldf/erimr/en  von  Efigenhun/.  309 

kürzere,  circa  7™  betragende,  von  denen  einer  hinten,  der  andere  vorne  liegt,  und  einen  mitten  gelegenen, 
längeren  (circa  10''"').  Im  hinteren  Absclinitte  convergieren  die  Nähte,  laufen  im  nüttleren  parallel  und  weichen 
dann  am  Beginne  des  \  orderen  wieder  etwas  auseinander,  um  bald  darauf  wieder,  und  zwar  bis  an  die  heran- 
tretenden Intermaxillarien  parallel  zu  verlaufen.  Bei  Towistoma  Schlef/elii  (am  vorliegenden  Exemplare)  messen 
diese  Nähte  9  ■  3""  und  verlaufen  mit  stetiger,  minimaler  Convergenz  nach  vorne.  Bei  Gavialis  gangetirus  ist 
diese  Convergenz  beträchtlicher.  Die  Nasalia  werden  hier  bis  zu  ihrem  vorderen  Ende  in  einer  Länge  von  (im 
Mittel")  1 2  •  2""  durch  das  Supramaxillare  begrenzt. 

Weitaus  am  interessantesten  ist  die  Begrenzungslinie  der  Nasalia  durch  das  paarige  Inter- 
maxi 11  are.  Die  Naht  des  Nasale  mit  dem  Intermaxillare  misst  am  fossilen  Reste  circa  lO"""  (Mittelnaht  der 
Nasalia  :=  36"")  und  verläuft  mit  stetiger  Neigung  nach  einwärts  bis  zum  sehr  spitz  zulaufenden  Nasenbein- 
ende. Das  uns  vorliegende  Kopfskelett  von  Tomidonm  Schlegelii  zeigt  ein  ganz  ähnliches  Verhalten  der  in  Rede 
stehenden  Nachbarknoehen:  die  bezügliche  Nahtlänge  misst  l-ö"".  *  (Mittelnaht  der  Nasalia  =  16-3'^".) 

Bei  Gaviaiia  kommt  es,  wie  schon  erwähnt,  zwischen  Nasale  und  Intermaxillare  zu  keiner  Berührung. 

4.  Das  paarige  Mastoideum. 

Fossiler   Rest  Gavialis  gangeticus  Tomistoma  SchJec/elii 

Gesammtlänge  (=  geradlinige  Entfernung  des 
hintersten  Punktes  des  sich  an  das  Tym- 
panicum  anlegenden  Theiles  von  dem  vor- 
dersten   Punkte    gegen    den   absteigenden 

Theil  des  Frontale  posterius  hin)      ....        13-5""  13  •C"  7-4"" 

(rechts) 
Entfernung  des  erstgenannten  Punktes  von  der 

höchstgelegenen  Stelle  des  Mastoideum  .    .    ca.  8-9  5*8  3 '3 

(links) 
Entfernung   der    höchstgelegenen   Stelle    des 

Mastoideum  bis  zum  vordersten  Punkte  der 

sich  an  den  absteigenden  Theil  des  Frontale 

posterius  anlegenden  Partie  des  Knochens  .  8-3  10- 1  4-6 

Länge,    gemessen   am  Margo  cranii  exteruus 

(des  Mastoideum) 5 -.5  G-7  3-8 

Breite    (in    der   Richtung    des    Margo    cranii 

posterior) ca.  5-5  7-1  2-6 

Breite  in  der  Gegend  der  Naht  mit  Frontale 

posterius 2-3  2-3  1-8 

(im  Mittel) 
Entfernung  des  hintersten  Punktes  der  Naht  mit 

dem  Occipetale  latuale  bis  zur  Naht  mit  dem 

Parietale 9.8  10-1  4-4 

(im  Mittel) 

Das  linke  Mastoideum  ist  recht  gut  erhalten;  kleine  Verletzungen  hat  es  erlitten  an  der  Verbindungsstelle 
mit  dem  absteigenden  Theile  des  Frontale  posterius,  am  Margo  cranii  exteruus  und  an  dem  mit  dem  Parietale 
in  Verbindung  tretenden  Stücke. 

Das  rechte  Mastoideum,  das  aus  mehreren  Bruchstücken  reconstruiert  werden  nuisste,  zeigt  sich  an  der 
Fossa  auricularis  stärker  verbrochen ;  hingegen  ist  der  Margo  cranii  externus  hier  gut  erhalten  und  auch  die 
Naht  gegen  das  ganze  Frontale  posterius  lässt  an  dieser  Seite  nichts  zu  wünschen  übrig. 


1  Auf  die  abweicheiule  Daistelliiug  dieser  Stelle  lici  Biiilil  uud  Blainville  wurde  bereits  hingewiesen. 


310  Totihi  —  Kail. 

In  der  ObenansiVlit  ist  etwa  in  der  Begion  der  höchsten  Stelle  des  Knochens  eine  sehr  kräftige  Sculptur 
wahrzunehmen,  ja  es  kommt  unter  anderen  zur  Bildung  einer  förmlichen  Grube,  in  der  man  das  vorderste  Glied 
des  kleinen  Fingers  ganz  gut  einpassen  kann  (ungefähr  l-B""  tief.)  Am  nächsten  kommt  dem  fossilen  Reste 
hierin  Crocodilus  vulgaris;  GaviaUs  i/angeticus  zeigt  an  dieser  Stelle  weniger  starke  Unebenheiten,  und  bei 
Tomistoma  sind  die  Gruben,  ziemlich  regelmässig  vertheilt,  in  die  fast  horizontal  sich  erstreckende  Fläche 
eingesenkt. 

In  Folge  des  stark  erhabenen  hinteren  Theiles  des  Margo  cranii  externus  zeigen  die  beiden  Knochen,  das 
paarige  Mastoideum  und  das  Parietale  zusammengenommen,  eine  mählige  Senkung  gegen  die  Medianlinie, 
ähnlich  wie  bei  Crocodilus  vulgaris;  bei  Tomistoma  Sc/ilegclii  senken  sich  die  Mastoideen  ganz  wenig  nach  aussen 
und  bei  GaviaUs  gangeticus  nimmt  an  dieser  hier  ganz  merklichen  Abdachung  auch  schon  das  Parietale  Antheil. 

In  Bezug  auf  die  Breite  des  quer  nach  einwärts  (zum  Frontale  posterius)  ziehenden  Theiles  des  Mastoideum 
steht  der  fossile  Rest  zwischen  GaviaUs  gangeticus  und  Tomistonia  SchlegelU,  und  zwar  dem  ersteren  näher. 

Bei  Gaoialis  gangeticus  misst  das  Mastoideum  an  dieser  Stelle  l-l"",  bei  Tomistoma  Scli/egc/ii  1-4'''";  der 
fossile  Rest  lässt  eine  genaue  Messung  hier  zwar  niclit  zu,  erreicht  aber  die  Maasszahl  des  verhältnissraässig 
kleinen  Tomistoma  SchlegelU  nicht ! 

In  der  Ansicht  von  oben  und  aussen  ist  an  dem  Knochen  sofort  das  Verhältniss  des  vorderen  Abschnittes 
zu  seinem  hinteren,  sich  an  das  Tympauicnm  und  Occipitale  laterale  anlegenden  in  die  Augen  fallend:  dieser 
ist  etwas  kürzer  als  jener.  Bei  Tomistoma  SchlegelU  übertrifft  der  vordere  Abschnitt  den  hinteren  um  ein  Bedeu- 
tendes, bei  GaviaUs  gangeticus  sogar  um  das  Doppell  e ! 

In  der  Seitenansicht  zeigt  das  Mastoideum  des  fossile  Restes  bezüglich  seiner  Tiefe  entschieden  Krokodil- 
charakter. Der  Knochen  misst  nämlich  vom  äusseren,  oberen  Rande  bis  zu  dem  nach  vorne  von  demselben 
etwas  divergierenden,  unteren  Kiele  in  maximo  circa  2-8'""'  (bei  Crocodilus  vulgaris  circa  2 •4'™,  bei  mehr 
parallelem  Verlaufe  der  genannten  Linien).  Recht  ähnlich  ist  dieses  Verhältniss  bei  Gavicdis  gangeticus;  nur 
nimmt  die  Tiefe  bei  dieser  Art  von  hinten  nach  vorne  rascher  zu  (von  1  •  4  auf  2  •  7™).  Beim  fossilen  Reste  kann 
diese  Tiefendimension  des  rückwärtigen  Theiles  nicht  gut  gemessen  werden;  sie  beträgt  aber  jedenfalls  mehr 
als  bei  GaviaUs  gangeticus,  jedenfalls  über  2''". 

Bei  Tomistoma  SchlegelU  misst  die  Tiefe  des  Mastoideum  hinten  0-f),  vorne  0-7''™.  Der  untere  kielartige 
Rand  springt  hier,  besonders  in  der  mittleren  Partie  des  vorderen  Kuocheuabschuittes  hervor.  Der  Seitenabfall 
der  vorderen  Hälfte  des  Mastoideum  ist  bei  dem  fossilen  Reste  steil,  fast  wie  bei  Crocodilus  vulgaris,  der  Margo 
cranii  externus  bis  an  das  Frontale  posterius  wohl  ausgebildet.  GaviaUs  gangeticus  und  Tainistoma  SchlegelU 
zeigen  einen  viel  weniger  steilen  Abfall  dieser  Seite  und  den  sich  mit  dem  Frontale  posterius  verbindenden 
Theil  von  oben  zur  Aussenseite  abgerundet. 

Noch  erscheint  über  die  Seitenansicht  des  Mastoideum  erwähnenswerth,  dass  es  sich  an  den  absteigenden 
Theil  des  Frontale  posterius  inniger  anlegt,  als  bei  GaviaUs  gangeticus;  die  Naht  ragt  etwa  bis  zur  Hälfte  der 
Breite  dieses  Fortsatzes  vor,  ähnlich  wie  bei  Tomistoma  SchlegelU;  bei  GaviaUs  gangeticus  nur  bis  zu  einem 
Drittel. 

In  der  Occipitalansicht  des  Kopfes  kommt  es  bei  dem  fossilen  Reste  nicht  zur  Bildung  eines  wohlausge- 
bildeten, nach  hinten  deutlich  vorspringenden  Wulstes  wie  bei  GaviaUs  gangeticus  und  Tomistoma  SchlegelU;  es 
schliesst  sich  der  Rest  darin  wieder  mehr  an  Crocodilus  vulgaris  an.  Der  Rückabfall  der  Knochen  ist  viel 
weniger  steil  als  bei  allen  hier  in  Vergleich  gebrachten  Arten. 

Verbindungen  des  Mastoideum  mit  seinen  Naehbarknochen. 

Die  Naht  mit  dem  Frontale  posterius  ist  ganz  gut  erhalten.  Sie  verläuft  an  der  zur  Bildung  der 
Fossa  temporalis  beitragenden  Innenwand  ein  ganz  kleines  Stückchen  (O-S''")  zurück  —  bei  Tomistoma  beträgt 
dieses  Stück  O-ß"^"",  bei  GaviaUs  gangeticus  2-0™  —  steigt  dann  ohne  besondere  Auszackungen  diese  Innen- 
wand empor,  zieht  mit  ganz  schwacher  Neigung  nach  vorne  quer  über  den  Dachtheil  des  Knochens  und  über 
den  Margo  cranii  externus,  ohne  stärker  nach  vorne  abzuknicken,  den  absteigenden  'J'heil  des  Frontale  poste- 


über  einen  Kiolidilll-Sc/iädr/  ans  dr/i  Trr/iiir<i/)l(ttjt'riiii(jcii  ron  PJf/gcnlnuy.  311 

rius  eine  Strecke  (3- 6""",  bei  Gavkdw  (jangetkus  3-7"'",  bei  Tomistoma  ScJile(/elii  0-7''")  hinab  und  biegt  dann 
zurück,  um  bald  mit  dem  Tyuipanicmu  in  Verbindung  zu  treten.  Bei  Gavialis  (jamjeticus  biegt  die  Nalit,  nacli- 
dcm  sie  den  Daclitheil  des  Knochens  mit  groben  Zacken  übersetzt  hat,  deutlich  nach  vorn  ab,  zu  fast  horizon- 
talem Verlauf.  Tomistoma  ScJileijelH  hält  in  Bezug  auf  den  Verlauf  dieses  Theiles  der  Naht  zwischen  Gavialis 
und  dem  fossilen  Reste  die  Mitte. 

Die  kurze  Naht  mit  dem  Parietale  ist,  wie  bereits  einmal  angegeben  wurde,  nicht  deutlich  zu 
verfolgen. 

Die  Naht  mit  dem  Tympanicum:  Das  Mastoideum  tritt  mit  dem  in  die  Fossa  temporalis  von  unten 
heraufgebogenen  Theile  des  Tympanicum  in  geradlinige,  von  vorne  nach  hinten  fast  horizontal  verlaufende 
Verbindung.  Diese  Naht  wird  plötzlich  abgebrochen  durch  eine  am  hinteren  und  äusseren  Winkel  der  Fossa 
temporalis  befindliche  Verletzung  des  Knochens.  Aussen  und  vorne  tritt  das  Mastoideum  wieder  in  einer  bogig 
gegen  die  in  ihren  Wandungen  ebenfalls  verletzte  Fossa  auricularis  hin  verlaufenden  Strecke  mit  dem  Tym- 
panicum in  Contact.  Der  ganz  vorne,  besonders  gut  bei  Gdrialls  (juinjctirus,  minder  deutlich  bei  Tomistoma 
Sclilegelii,  an  das  Mastoideum  herantretende  innere  Fortsatz  des  Temporale  ist  am  fossilen  Reste  nicht  wahr- 
zunelimen:  er  ist,  wie  man  aus  der  lieschatfenheit  des  Tympanicum  au  dieser  Stelle  schliessen  kann,  gar  nicht 
vorhanden  gewesen. 

In  ihrem  weiteren  Verlaufe  ist  die  Naht  mit  dem  Tympanicum  von  der  hinteren  Wand  der  Fossa  auricularis 
an  wieder  gut  zu  verfolgen  bis  an  das  Occipitale  laterale.  Dieser  Theil  der  Naht  verläuft  ganz  analog  wie  bei 
Gariulis  (jangetiatfi  etc.  Dasselbe  gilt  auch  bezüglich  der  Grenze  des  Mastoideum  gegen  das  Occipitale 
laterale.  Diese  Linie  ist  aber  nur  in  ihrer  äusseren  Hälfte  gut  charakterisiert;  in  dem  medianwärts  gelegenen 
Abschnitte  ist  sie  nicht  mehr  scharf  nachzuweisen.  Es  scheint  aber,  dass  sie  sich  in  stetiger  schwacher  Krüm- 
mung gegen  das  zwischen  Occipitale  laterale,  Mastoideum,  Parietale  und  Occipitale  superius  befindliche  Loch 
hinzieht,  und  nicht,  wie  bei  Tomistoma  Schleijvlü  und  in  noch  höherem  Grade  bei  Gavialis  (/anyeticus,  etwa  in 
der  Glitte  ihrer  Erstreckung  eine  deutliche  Ausbiegung  nach  oben  und  aussen  bildet. 

5.  Das  paarige  Frontale  posterius. 

Fossiler   Rest  Gdoialia  fffnii/eliciis  Tomisluma    Schteijdii 

Länge  des  äusseren,  freien  Randes      ....  4-5""  5.3=01  2.5cm 

Breite  in  der  Nähe  derNaht  mit  dem  Mastoideum  2' 6  1-9  1-1 

Breite  vom  vorderen  Winkel  der  Fossa  tempo- 
ralis aus  gemessen    ca.  33  3*0  1-1 

Entfernung  der  äusseren,  vorderen,  freien  Ecke 

von  der  Naht  mit  dem  Frontale  principale   .    ca.  2-5  4  1-5 

Entfernung  der  äusseren,  vorderen,  freien  Ecke 
vom  Nahtwinkel  mit  Parietale  und  Frontale 
principale 4-8  6-3  ca.  1  ■  8 

Tiefe  in  der  Fossa  temporalis  gegen  die  Naht 

mit  dem  Mastoideum 1-5  2*0  0-3 

Tiefe  des  Knochens  aussen,  in  der  Nähe  des 

absteigenden  Theiles 3-2  2-6  1-0 

Das  linke  Frontale  posterius  ist  mit  Ausnahme  eines  absteigenden  Tlieiles,  der  fast  ganz  fehlt,  ziemlich 
gut  crlialten.  An  der  Unterseite  ist  der  Knochen  verletzt;  es  dürfte  aber,  besonders  an  jener  Stelle,  die  bei  den 
receuten  in  Vergleich  gebrachten  f'rocodilinen  vonTympanicum  und  Ala  temporalis  frei  bleibt,  nicht  viel  fehlen, 
was  aus  dem  in  dieser  Gegend  auftretenden,  noch  deutlich  zu  erkennenden  Loche  zu  entnehmen  ist. 

Das  rechte  Frontale  anterius  zeigt  einen  ähnlichen  Erhaltungszustand  wie  das  linke;  nur  ist  hier  auch  ein 
guter  Theil  der  absteigenden,  sich  an  den  Fortsatz  des  Jugale  anlegenden  Partie  des  Knochens  erhalten.  Die 
in  der  Fossa  temporalis  dem  Parietale  zustrebende  Partie  fehh. 


312  Tuula  —  Kall. 

In  Bezug  auf  die  Länge  des  Frontale  posterius  nimmt  der  fossile  Rest  eine  Mittelstellung  zwischen  GaviaUs 
ijuiKjeticus  und  Tuinistoina  Scli/e(/elii  ein.  Bezüglich  der  Breite  des  Knochens,  respcctive  der  Breitenzunahme 
von  hinten  bis  zum  vorderen  Winkel  der  Fossa  temporalis  schliesst  sich  der  fossile  Rest  an  GaviaUs  (jumjetlcus 
an  (2-6""  auf  3-3""),  wird  aber  darin  von  diesem  noch  übertroffen  (von  l-Q™  auf  3-0'"");  bei  Tomlstoma 
Schleijelil  sind  diese  Breiten  fast  einander  gleich. 

Recht  auffällig  ist  am  fossilen  Reste,  ähnlich  wie  bei  Gurlalls  (jamjetkus,  das  starke  Vorspringen  der 
vorderen,  äusseren  Ecke,  und  der  von  hier  aus  gegen  die  Verbiuduugsnaht  mit  dem  Mastoideum  laufende, 
kräftige,  seitliche  Wulst,  unterhalb  welchem  links  3,  rechts  2  Gruben  sichtbar  sind  (^rechts  ist  eine  durch  einen 
Bruch  unkenntlich  gemaelit),  wahrscheinlich  Mündungen  von  Ernährungslöchern. 

Der  Winkel,  den  die  Seiten  des  Knochens  an  dieser  Ecke  einsehliessen,  beträgt  am  fossilen  Reste  etwa 
06°.  Bei  GaoiaUs  (jangetlcus  ist  er  =  90°,  bei  Tomlstoma  ScJdeyelü  aber  viel  stumpfer  (123°). 

In  Bezug  auf  die  Tiefe  des  Frontale  posterius  in  der  Fossa  temporalis  schliesst  sich  der  fossile  Rest  enger 
an  GaviaUs  gamjeUcus  an  als  an  Tomlstoma  ScJtleyeHl.  Dasselbe  gilt  hinsichtlich  der  Tiefe  des  Knochens  aussen, 
in  der  Nähe  des  absteigenden  Theiles.  Die  etwas  kleinere  Masszahl  für  diese  Dimension  bei  GaviaUs  gangeticus 
erklärt  sich  durch  das  Herabbiegen  des  seitliehen  Theiles  des  Frontale  posterius.  Es  wurde  bereits  erwähnt, 
dass  das  Mastoideum  stark  auf  die  pars  descendens  des  vorliegenden  Knochens  übergreift.  Der  Verlauf  der 
Naiit  mit  dem  Mastoideum  stellt  es  ausser  Zweifel,  dass  an  der  Seite  des  Arcus  temporalis  superior  unter  dem 
Mastoideum  keine  Leiste  der  absteigenden  Theile  des  Frontale  superius  vorhanden  war,  die  das  Foromen 
postorbitale  (Brühl)  oben  begrenzen  half  wie  dies  etwa  bei  'Tomlstoma  SchlegeUi  und  noch  deutlicher  bei 
GaviaUs  gangeticus  zu  beobachten  ist,  wo  diese  Partie  mit  dem  inneren  Fortsatze  des  Temporale  in  Verbindung 
tritt.   Es  wurde  schon  hervorgehoben,  dass  dieser  Fortsatz  am  fossilen  Reste  nicht  constatiert  werden  kann. 

An  der  Bildung  der  Brücke  zwischen  dem  Arcus  temporalis  superior  und  inferior  scheint  der  absteigende 
Antlieil  des  Frontale  superius  in  ganz  ähnlicher  Weise  beigetragen  zu  haben,  wie  bei  GaviaUs  gangeticus:, 
wenigstens  reicht  am  reconstruierten  Schädel  der  erhaltene  Rest  dieser  Brückenpartie  aussen  gut  über  ein 
Drittel  der  ganzen  Entfernung  der  beiden  Bögen  hinaus.  Die  Nähte  des  Frontale  posterius  mit 
seinen  Nachbarknoten  anlangend:  so  ist  diejenige  mit  dem  Mastoideum  bereits  beschrieben 
worden.  In  Bezug  auf  die  Naht  mit  dem  Frontale  prineipale  muss  hervorgehoben  werden,  dass  dieselbe 
nur  am  vorderen  Abfalle  der  beiden  Knochen  gegen  die  Orbita  hin  völlig  sicher  zu  verfolgen  ist,  während  sie, 
wie  schon  einmal  bemerkt  wurde,  an  der  Oberseite  der  Knochen  nicht  ganz  sicher  angegeben  werden  kann. 

Interessant  ist  die  Naht  der  Frontale  posterius  mit  dem  Tympanicum:  Bei  dem  fossilen  Reste 
ist  an  der  Aussenwaud  der  Fossa  temporalis  eine  Nahtstrecke  zwischen  Frontale  posterius  und  dem  sich  in  die 
Fossa  von  unten  hereinwölbenden  Theile  des  Tympanicum  zu  constatieren,  die  beiderseits  in  fast  horizontaler 
Richtung  von  dem  Nahtwinkel  zwischen  Mastoideum  und  Tympanicum  (0-9"°)  nach  vorne  zieht.  Bei  Tomlstoma 
Schlegeln  und  bei  GaviaUs  gangeticus  treten  die  beiden  Knochen  in  der  Innenansicht  von  der  Fossa  temporalis 
aus  nicht  in  Verbindung. 

In  der  Aussenansieht  verbindet  sich  beim  fossilen  Reste  und  bei  GaviaUs  gangeticus  das  Frontale  posterius 
mit  dem  Tympanicum  nicht;  bei  Tomlstoma  ScltlegeUi  hingegen  legt  sich  das  Tympanicum  an  das  Frontale 
posterius  von  unten  her  an,  und  lässt  von  letzterem  einen  schmalen  Streifen  zwischen  sich  und  dem  Ma- 
stoideum frei 

In  der  Untenansicht  endlich  verhalten  sich  der  fossile  Rest  und  Tomlstoma  SrlilegeUl  recht  ähnlich,  indem 
der  nach  vorne  ziehende  Lappen  des  Tympanicum  sich  innig  an  das  Frontale  posterius  anschmiegt,  bei  erste- 
rem  greift  derselbe  jedoch  noch  weiter  vor  als  bei  letzterem,  wo  dieser  Lappen  gegen  die  vom  Mastoideum 
zum  Frontale  posterius  vorgeschickte  Partie  um  circa  0-6""  zurückbleibt. 

Bei  GaviaUs  gangeticus  treten  die  in  Rede  stehenden  Knochen  auch  in  dieser  Ansicht  nicht  in  directe 
Verbindung. 

Von  dem  sich  an  das  Frontale  posterius  und  des  Parietale  anlegenden  Theüe  der  Ala  temporale  fehlt  am 
fossilen  Reste  jede  Spur;  es  ist  aber  die  flachgrubige  Vertiefung  wohl  erhalten,  in  der  die  Ala  temporalis 


3cm 


W)cr  ('inen  Krohidil-Schiidal  aun  den  Ti'riinrcfhlafjerungen  von  Eggenlnirg.  313 

niittelist  einer  Scli  uppeii  Dalit  mit  dem  Frontale  posterius  in  Verbindung  war,  und  es  scheint, 
dass  iu  Bezug  auf  die  Art  dieser  Anlagerung  der  fossile  Rest  sich  von  den  jetzt  lebenden  Crocodilinen  nicht 
wesentlich  unterschieden  hat. 

6.  Das  paarige  Tympänicum. 

Fossiler  Rest  Gavialis  (/angelicus  Tomistoma    Schlegelii 

Länge,  vom  hinteren  Ende  dos  inneren  Knorrens 
bis  zu  dem  vordersten  (erhaltenen )  Punkte  des 
aussen  mit  dem  Mastoideum  verbundeneu 
Theiles  (links) 14-5™  13-6™  T-S"' 

Entfernung  vom  hinteren  Ende  des  cäusseren 
Knorrens  bis  zu  dem  vordersten  (erhaltenen) 
Punkte  des  aussen  mit  dem  Mastoideum  ver- 
bundenen Theiles ca.  16-9  12-5  8-3 

Grösste  Breite  des  in  der  Obenansicht  frei- 
bleibenden Theiles,  senkrecht  auf  obige  Di- 
mension ;  (die  hinten  iu  der  Fossa  auricularis 
sich  oben  an  das  Mastoideum  anlegende 
Knochenleiste  nicht  gerechnet) ca.  4-5  4-0  2*3 

Breite  des  Condylus  maxillaris ca.  G  5-8  2*7 

Entfernung  des  hinteren  Endes  des  inneren 
Knorrens  (unten)  bis  zu  dem  vorderen,  sich 
in  der  Fossa  temporalis  an  das  Frontale 
posterius  anlegenden  Theile      ]7-3  15-3  8-3 

Entfernung  des  inneren  Knorrens  des  Condylus 
maxillaris  von  dem  hintersten  Punkte  des 
Condylus  occipitalis 12-0  10-4  5*4 

Entfernung  des  äusseren  Knorrens  des  Con- 
dylus maxillaris  bis  zum  hintersten  (und  äus- 
scrsten)  Punkte  des  Occipitale  laterale    .    .  0-0  3-8  2*5 

Am  linken  Tympänicum  fehlt  die  äussere,  dem  Temporale  zugewendete  Ecke  und  damit  auch  der  äussere 
Theil  des  Condylus  maxillaris  ossis  tympauici,  ferner  die  die  Ruckwand  des  Foromeu  temporale  bildende, 
nach  einwärts  an  dieAlsa  temporalis  angrenzende  Partie  grösstentheils  (nur  ein  undeutlicher  Rest  dieser  Partie 
ist  vorhanden),  und  endlich  zwei,  vermuthlich  nur  sehr  kurz  gewesene  Knochenleisten  in  der  Fossa  auricu- 
laris.  Alle  ubiigeu  Tlieile  des  linken  Tympänicum  sind  am  fossilen  Reste  wohl  erhalten. 

Das  rechte  Tympänicum  hat  den  inneren  Knorren  des  Condylus  maxillaris  eingebüsst,  während  die  dem 
Temporale  zugekehrte  Partie  intact  ist.  Die  verloren  gegangenen  Theile  sind  dieselben  wie  am  linken  Tym- 
pänicum, dann  noch  ein  Stück  des  dem  Pterygoideum  zustrebenden  Astes,  sowie  auch  der  vordere  Abscluiift 
des  Knochens,  der  den  Boden  der  Paukenhöhle  bildet  und  sich  im  weiteren  Verlaufe  an  das  Mastoideum  von 
unten  her  anlegt. 

Der  vom  Condylus  maxillaris,  dessen  innerer  Knorren  nicht  so  stark  nach  abwärts  gekrümmt  ist  wie  bei 
Gavialis  gangeticus,  bis  zum  hinteren,  seitlichen  Ende  des  Occipitale  laterale  ansteigende  Theil  des  Tympänicum 
ist  beträchtlich  länger  (6'=™)  als  bei  Gavialis  gangeticus  (3  •  8'"').  Das  Verhältniss  dieses  Theiles  zur  (lesammt- 
länge  des  Knochens  (vom  äusseren  Knorren  gemessen)  ist 

beim  fossilen  Reste wie  1:2-8 

bei  Tomistoma  Schlegelii    .    .    .      „     1 : 3  •  3 
„    Gavialis  gangeticus  .    .    .    .      „    1 : 3  •  3 

Denkschriftau  der  matUeiu.-naturw.  Cl.  L.  Uil.  Abtiuudluugeu  von  NichtmitgUedöru.  pp 


314  Toula  —  Kail. 

Das  bei  den  recenten  Ciocodilinen  an  diesem  Knochentbeile  und  zwar  nahe  dem  inneren  Rande  desselben 
auftretende  Foromen  aereuni,  in  welchem  der  „Caiialis  Stannii"  Brühl  nach  hinten  mündet,  konnte  an  dem 
Fossile  nicht  aufgefunden  werden,  ebensowenig  macht  sich  in  dieser  Gegend,  wie  dies  an  den  recenten 
Crocodilinen  der  Fall  ist,  eine  wulstartige,  schief  gegen  das  Occipitale  laterale  hinziehende,  dem  Verlaufe  des 
Canalcs  entsprechende  Erhabenheit  bemerkbar;  auch  die  vordere  Mündung  des  Canales,  die  am  äusseren 
Umfange  des  Paukenhöhlenbodens  liegen  soll,  lässt  sich  mit  Sicherheit  nicht  angeben. 

Der  „Canalis  temporalis"  Brühl,  (Canalis  Fallopii  Burmeister)  ist  linkerseits  völlig  erhalten.  Seine 
untere  Hälfte  ist  furchenartig  in  das  Tympauicum  eingeschnitten,  sein  Dachtlieil  wird  vom  Occipitale  laterale 
gebildet.  Der  medianwärts  gelegene  Rand  seiner  Mündung  ist  von  dem  inneren  Knorren  des  Condylus  niaxil- 
laris  circa  7  •5'^™  entfernt. 

In  der  grossen  Öffnung  des  Porus  aeusticus  externus  ist  nur  eine  Knochenleiste  deutlich  erlialten,  die 
mittlere,  die  die  ganze  Öffnung  in  zwei  Hauptabtheilungen,  eine  hintere  und  eine  vordere,  scheidet.  Die 
hintere,  sich  in  der  Fossa  auricularis  an  das  Mastoideum  anlegende  Knochenleiste  ist  abgebrochen,  ebenso  ist 
der  Knochen  an  jeuer  Stelle,  wo  er  sich  an  den  vorderen  Tiieil  des  Mastoideum  anlegt,  etwas  verletzt.  In  Folge 
dessen  lässt  sich  über  die  vorderste  Knochenleiste  nicht  viel  sagen.  Ein  von  dieser  Spange  überwölbter  Canal, 
der  sich  an  Tomistoma  Schlegelii,  auch  an  Grocodilus  vulgaris  etc.  findet,  scheint  vorhanden  gewesen  zu  sein, 
eine  in  der  Richtung  des  muthmasslichen  Canales  auftretende  Vertiefung  in  dem  Knochen  lässt  darauf 
schliessen.  Bei  Gupialis  gamjeiims  fehlt  dieser  Canal.  Das  viel  weitere  Vorragen  des  Tympanicum  in  der  Fossa 
temporalis  gegen  das  Frontale  posterius  als  aussen  gegen  das  Mastoideum  wurde  bereits  früher  angul'ülirt. 

Auf  der  Unterseite  zeigt  der  Knochen  an  seinem  hinteren  Theile  einen  bei  GaviaUs  gaiigeticus  ganz  tehlen- 
den,  bei  Tomistoma  Schlegelii  aber  ebenfalls  vorhandenen  Längswulst.  Während  derselbe  aber  bei  letzterer 
Species  von  vorne  und  von  hinten  gleichmässig  zunimmt,  und  auch  nach  links  und  rechts  gleichmässig  ver- 
läuft, schwillt  er  bei  dem  fossilen  Reste  nach  hinten  stärker  an  und  steigt  von  aussen  ganz  allmäiig  an, 
während  er  nach  innen  zu  sehr  steil  abstürzt. 

Nähte  des  Tympanicum  mit  seinen  Nachbarknochen. 

Die  Grenze  des  Tympanicum  gegen  das  Temporale  verläuft  an  der  Unterseite  fast  geradlinig  schief 
nach  einwärts,  und  zwar  schliesst  diese  Naht  mit  der  Medianlinie  des  Fossils  einen  grösseren  Winkel  ein 
(circa  40°)  als  bei  Toniistoma  Schlegelii  (circa  3.^°)  oder  gar  bei  Gaoialis  gangeticus  (circa  20°). 

Die  Länge  dieser  Linie  beträgt  circa  13-4™,  ist  also  verhältnissmässig  kurz  im  Vergleich  zu  den  ana- 
logen Strecken  an  Tomistoma  Schlegelii  (8-8™)  und  an  GaviaUs  gangeticus  (15-2'"").  Die  relativ  bedeutende 
Länge  der  Naht  bei  diesen  Arten  rührt  daher,  dass  das  Temporale  an  seiner  Innenseite  einen  langen  Fortsatz 
vorschickt,  der  bis  an  das  Frontale  posterius  reicht,  und  besonders  bei  GaviaUs  gangeticus  auch  an  der  Unter- 
seite bis  nach  vorne  sehr  mächtig  entwickelt  ist,  während  am  fossilen  Reste  diesbezüglich  ein  ganz  ähnliches 
Verhältniss  herrscht  wie  bei  Grocodilus  vulgaris,  d.  h.  dieser  Fortsatz  des  Temporale  das  Tympanicum  uiciit 
bis  nach  vorne  begleitet  und  das  Frontale  posterius  daher  nicht  erreicht. 

An  der  Oberseite  des  Schädels  verläuft  die  in  Rede  stehende  Naht  vom  Aussenrande  des  Condylus  maxil- 
laris  zuerst  eine  Strecke  geradlinig  schief  nach  einwärts  (circa  7-5™)  —  bei  GaviaUs  gangeticus  beträgt  diese 
Länge  4-1'"",  bei  Tomistoiua  Schlegelii  2-3""  • —  biegt  hierauf  unter  einem  Winkel  von  etwa  100°  nach  aussen, 
behält  die  neue  Richtung  auf  eine  Länge  von  circa  l-G"'"  bei,  um  dann  wieder  nach  vorne  umzubiegen,  und 
mit  der  Anfangsrichtuug  ungefähr  parallel,  bis  zu  ihrem  Vorderende  ziemlich  gerade  hinzuziehen.  Dieses 
Vorderende  bleibt  vom  Mastoideum  3""  entfernt,  wodurch  sich  der  fossile  Rest,  wie  schon  angedeutet,  von 
Tomist oma  Schlegelii  und  GaviaUs  gangeticus  unterscheidet. 

Die  Naht  des  Tympanicum  mit  dem  Mastoideum  ist  au  der  Aussenseite  der  Fossa  auricularis 
ein  Stück  gut  zu  verfolgen.  Dieselbe  geht  dann  am  unteren  Rande  des  Arcus  temporalis  superior  in  die  Naht 
mit  dem  Frontale  posterius  über,  umschliesst  als  solche  den  an  letztern  Knochen  sich  anlegenden  Lappen  des 
Tympanicum,  und  ziclit,  nun  wieder  die  Grenze  gegen  das  Mastoideum  bildend,  an  der  Aussenwand  der  Fossa 


über  einen  Krokodil-Si-liädel  ans  den  Teiiiäfahlugenin.fjen  ro)i  Effgeidmir/.  315 

temporalis,  vom  oberen  Rande  ungefähr  l-b""  entfernt,  nach  rückwärts,  bis  zu  der  verbrochenen  Stelle  des 
Tyrnpanicum.  Die  Naht  des  Tympanicum  gegen  den  hinteren  Abschnitt  des  Mastoidcuni,  von  der  Hinterseite 
der  Fossa  auricularis  an,  verläuft  ganz  ähnlicli  wie  bei  den  vorliegenden  recenten  Crocodilinen. 

Vom  hintersten  Ende  des  Mastoideuni  zweigt  die  Naht  mit  dem  Occipitale  laterale  ab,  von  der 
man  schon  in  der  Seitenansicht  des  Schädels  ein  verhältnissmässig  grosses  Stück  gewahr  wird  (1-2'""  beim 
fossilen  Reste,  0-7™  bei  Gavkdis  ijaiujetirus,  fast  nichts  bei  Tomistoma  ScMeyelii). 

Die  Naht  zieht  unter  dem  Knorren  des  Occipitale  laterale  hinweg  zur  Schädelhinterseite,  wird  in  einer 
Entfernung  von  circa  3-3""  vom  Knorren  nach  einwärts  von  der  Mündung  des  „Canalis  temporalis"  unter- 
brochen, zieht  jenseits  dieser  Mündung  scharf  am  unteren  Rande  des  Occipitale  laterale  medianwärts  bis  zum 
„Foramen  caroticum"  (Owen,  Stannius),  das  beim  fossilen  Reste  wie  bei  Crocodüus  vulgaris  knapp  am 
Rande  des  Occipitale  laterale  liegt.  Schon  bei  Tom.istoJiia  Srli/ege/H  weicht  die  Naht  an  diesem  Orte  etwas 
nach  vorne  von  dem  Rande  ab,  so  dass  derselbe  hier  vom  Occipitale  laterale  allein  gebildet  wird;  viel  mehr 
aber  weicht  sie  bei  Gavialis  gangeticus  ab,  die  Entfernung  der  Naht  bis  zur  Mündung  des  Canalis  coroticus 
beträgt  hier  bereits  1™  ! 

Die  Abgrenzung  des  Tympanicnm  gegen  das  Sphenoideum  basilare,  und  die  anderen  an  der  Unterseite 
des  Schädels  noch  mit  demselben  in  Contact  stehenden  Knochenfragmenten  lässt  sich  zuverlässig  nicht 
angeben. 

Der  hinterste  querliegende  Thcil  des  Tympanicum  bildet  den  von  diesem  Knochen  allein  gebildeten 
Gelenkskopf  für  die  Maxiila  inferior. 

7.  Das  paarige  Temporale. 

Fossiler  Rest  Gavkdis  i/anr/eticus  Tomistoma  Schlegelü 

Grösste  Länge IS-S""  14-5'^'"  S-ö"" 

Länge  bis  zum  Hinterrand  des  Foramen  post- 
orbitale   ca.  11  9-0  5-7  aussen 

6-2  innen 
Entfernung  des  hinteren  Knochenendes  bis  zur 

Naht  mit  dem  Jugale  (am  Aussenrande)  .    .           6  1  3-7  1-3 

Breite  vorne 4-0  3-6  1-5 

(am  Bcgiuü  (1.  Gabehing)  (am  Boginn  d.  Gabuluug) 

Breite  vor  dem  Nahtknie 2-3  2-5  0-8 

Breite  vom  innersten  Punkte  des  Nahtknies  aus  4-8  3-9  1-6 

Vom  linken  Temporale  fehlt  am  fossilen  Reste  der  hintere  Theil  vollständig,  der  vordere  Theil  ist  gegen 
das  Foramen  postorbitale  hin  verletzt;  trotzdem  ist  auf  dieser  Seite  ein  Rest  des  inneren,  sich  an  das  Tym- 
panicum anlegenden  Zacken  erhalten,  der  eine  Abgrenzung  des  Knochens  nach  vorne  zulässt. 

Das  rechte  Temporale  ist  mit  Ausnahme  des  verbrochenen  Vorderrandes  völlig  iutact.  Das  Temporale 
hat  am  fossilen  Reste  jedenfalls  nicht  soweit  gegen  die  Gelenksfläche  des  Tympanicum  zurückgereicht  als  au 
Tomistoma  Schlegelü  und  an  Gavialis  gangeticus. 

Besonders  auffällig  ist  aber  bei  dem  vorliegenden  Reste  der  bedeutende  Antheil,  den  der  Knochen  an  der 
Bildung  des  unteren  Randes  des  Arcus  temporalis  inferior  nimmt  —  6-r"'  gegen  3-7  bei  Gavialis  gangeticus  und 
l-3°™  bei  Tomistoma  Schlegelü. 

In  der  Gesammtlänge  des  Temporale  wird  der  fossile  Rest  vom  Gavialis  gangeticus  übertroffen,  da  bei 
Ictzterm  noch  mehr  als  bei  Tomistoma  der  innere  Zacken  des  Knochens  nach  vorne  reicht;  in  der  Länge  des 
soliden  Antheiles  übertrifft  das  Temporale  des  Restes  jenes  von  Gavialis  merklich.  Bezüglich  des  inneren 
Zackens  —  der  an  den  vorliegenden  recenten  Crocodilinen  frei  in  das  Foramen  postorbitale  hineinragende  ist 
nicht  anzugeben  —  schliesst  sich  der  fossile  Rest  enger  an  Crocodilua  vulgaris  an  als  an  die  anderen  zwei  in 
Vergleich  gezogenen  Arten. 

PI'* 


316  To  1(1(1  — Kall. 

Die  Breite  der  hinteren  Hallte  der  tioliden  Partie  des  Knochens  beträgt  am  fo.sxilcn  Keste,  sowie  auch  an 
Tomistoma  Schleijeln  gut  das  Doppelte  der  Breite  der  vorderen  Hälfte  dieses  Abschnittes;  bei  Guviaiin 
(fanyeticus  ist  die  Breitenzunahme  nach  hinten  nicht  so  beträchtlich  (von  2-5""  auf  3-9""). 

Von  den  Nähten  des  Temporale  mit  seinen  Nachbarknochen 

ist  jene  mit  dem  Tympauicum  bereits  beschrieben  worden.  Ausser  mit  dem  Tympanicum  konmit  an  dem 
fossilen  Reste  das  Temporale,  ganz  so  wie  bei  CrocodÜKs  vulyaris  nur  noch  mit  dem  Jugale  in  Berührung. 
Diese  Naht  geht  aber  vom  äusseren  Rande  des  Knochens  nach  vorne  zuerst  mit  einem  schwachen  Bogen  nach 
innen,  dann  mit  einer  noch  viel  schwächeren  Biegung  nach  aussen;  an  der  Unterseite  ist  der  Verlauf  der 
Naht  mit  jenem  an  der  Oberseite  ziemlich  correspondierend ,  lässt  aber  eine  zw  eimalige  Krümmung  nach 
innen  erkennen 

8:  Das  paarige  Jugale. 

Fossiler  Rost  GavIaUs  f/aitgeticus  Tomistoma  ScMiyelii 

Länge "^0^26"^^^"  ^~'^2i"''  "  "~"^^""  " 

Entfernung  des  hinteren  Endes  bis  zum  Vorder- 
rande des  grossen  Gefässloches  unmittelbar 
hinter  dem  aufsteigenden  Theile  des  Kno- 
chens (Processus  frontalis)   10-8  V6-1  7-0 

Breite  vom  Vorderrande  derNaht  mit  demTem- 

porale  gemessen    ..        3-2  1"6  1-3 

Breite  unmittelbar  hinter  dem  Processus  fron- 
talis gemessen  3-2  2-3  1-4 

Breite  (grösste)  vor  dem  Processus  frontalis    .     ca.  5-8  5-8  2-8 

Am  linken  und  rechten  Jugale  fehlt  ein  Stück  Knochen  in  der  Gegend  des  Überganges  in  den  Schnauzen- 
theil des  Schädels.  Das  Vordereude  des  linken  Jugale  ist  vorhanden,  am  rechten  fehlt  auch  dieses.  Das 
rechtsseitige  Jugale  zeigt  einen  Theil  der  Schuppennaht  mit  dem  Supramaxillare.  Vom  Processus  frontalis  ist 
beiderseits  nur  die  untere  Partie  vorhanden. 

Die  verhältuissmässig  geringe  Länge  des  Knochens  vom  Hinterende  bis  zum  Processus  frontalis  hängt 
damit  zusammen,  dass  er  vom  Hinterende  des  Temporale  um  mehr  als  0°™  entfernt  bleibt.  In  Bezug  auf  die 
Breite  des  Knochens  in  seinem  hinteren  Theile  schliesst  sieh  der  fossile  Rest  mehr  an  Tomistoma  Sclileijeli 
an  als  an  GaviaUs,  von  dem  er  sich  im  ganzen  Baue  dieses  Knochens  unterscheidet.  Während  nämlich  bei 
Gavialis  gangetkus  das  Jugale  bis  unter  den  Processus  frontalis  an  Breite  nur  unbeträchtlich  zunimmt  und  erst 
eine  Strecke  vor  demselben  und  dann  aber  fast  senkrecht  zu  dem  Seitenraude  der  Orbita  hoch  emporstrebt,  ist 
die  Breitenzunahme  beim  fossilen  Reste  ein  stetiger,  wenn  es  auch  noch  nicht,  wie  bei  Tomifsfoma  Schlegelii, 
bereits  unter,  ja  schon  hinter  dem  Processus  frontalis  zur  Bildung  eines  aufwärts  ragenden  Kieles  kommt. 
Von  dem  aufsteigenden  Theile  an  biegt  der  Oberrand  in  sanfter  Krümmung  in  die  Höhe,  um  dann  im  Niveau 
des  hinten  stärker  aufgewulsteten  Lacrymale  zu  bleiben.  Das  Jugale  erreicht  eine  grösste  Breite,  die  jener  an 
Gavialis  gangeticvs  gleich  ist  (etwa  5-8"").  Im  Allgemeinen  stellt  sich  der  fossile  Rest  in  Bezug  auf  die  Form 
seines  Jugale  zwischen  Tomistoma  Schlegelii  und  Gavialis  gangeticus. 

Von  den  Nähten  des  Jugale  mit  seinen  Nachbarknochen  wurde  bereits  jene  mit  dem  Tem- 
porale besprochen.  Von  den  übrigen  lässt  sich  nicht  viel  angeben,  da  die  Verbindungsstellen  mit  den 
angrenzenden  Knochen  grösstentheils  verletzt  sind  (gegen  das  Frontale  posterius,  Supramaxillare,  Lacrymale), 
theils  diese  Knochen  sich  nur  in  kleinen  Resten  vorfinden  (Transversum,  von  dem  beiderseits  an  der  Innenseite 
des  Jugale  das  hintere  Ende  mit  dem  hier  beschriebeneu  Knochen  in  Verbindung  geblieben  ist). 

Das  an  dem  Jugale  von  oben  und  aussen  sichtbare  Gefässloch  am  Grunde  des  Processus  frontalis  hat 
linkerseits  grössere  Dimensionen  als  rechterseits. 


über  einen  Krokodil-Schädel  aua  den  Tertiärabluyerunf/en  von  E(j()enhurcj.  317 

9.  Das  paarige  Frontale  auterius. 

Fossiler  Rest  Gavialis  yaugelicus  Tomistitma  Schlegeln 

Länge 7-4'='°  6-5™imMittel  d-b"^ 

Breite  (grösste)  des  zwisclienNnsale  undLacry- 

male  gelegenen  Theiies 1-3  23  1'3 

Länge  dieses  Theiies 3-7  2  •  8  im  Mittel  2  •  1 

Am  linken  Frontale  auterius  fehlt  der  der  Orbita  zugekehrte  Theil,  vom  rechten  ist  nur  die  schmale, 
zwischen  Nasale  und  Lacryniale  sich  einkeilende  Partie  des  Knochens  erhalten. 

Der  nach  aussen  gewendete  Rand  dieser  Partie  des  Frontale  anterius  liegt  tiefer  als  der  dem  Nasale 
zugekehrte.  Es  nimmt  der  in  Rede  stehende  Knoclien  nämlich  bereits  Antheil  au  einer  Wölbung,  die  haupt- 
sächlich von  den  hinteren  Enden  der  Nasalia  und  dem  von  ihnen  eingeschlossenen  Vorderende  des  Frontale 
principale  gebildet  wird  und  die  in  der  Medianlinie  culminiert.  Dieselbe  findet  sich,  aber  auch  nicht  annähe- 
rungsweise gut  entwickelt,  nur  bei  Gavialis  gangeticus  vor;  bei  Tomistoma  SchUgelii  ist  diese  Schädelpartie 
ganz  flach. 

Die  Naht  mit  dem  Nasale  wurde  bereits  angegeben;  jene  mit  dem  Frontale  principale  verläuft 
(3"5'^"')  nach  rückwärts,  mit  der  Medianlinie  fast  parallel  und  biegt  dann  fast  reclitwiuklig  nach  aussen  ab. 
Darin  steht  der  fossile  Rest  dem  Tomistoma  Schlegelii  viel  näher  als  dem  Gavialis  gangeticus^  bei  welchem 
sclion  der  vordere  Abschnitt  dieser  Naht  nach  rückwärts  sehr  stark  divergiert. 

In  Bezug  auf  die  grösste  Breite  des  zwischen  Nasale  und  Lacrymale  liegenden  Knocheutheils  im  Ver- 
hältniss  zur  Gesammtlänge  des  Frontale  anterius,  weicht  der  fossile  Rest  von  beiden  genannten  Arten  wesent- 
lich ab ;  im  Hinblick  auf  das  Verhäitniss  der  Länge  dieses  Stückes  zur  Gesammtlänge  des  Knochens  steht  der 
Rest  aber  zwischen  Gavialis  gangeticus  und  Tomistoma  Schlegelii. 

Anmerkung.  Von  dem  zum  Palatiniim  hinabragendeu  Theile  des  Frontale  anterius  ist  linkerseits  ein  Rudiment  wahr- 
zunehmen. 

_  10.  Das  paarige  Lacrymale. 

Fossiler  Rest  Gavialis  r/atigäicus  Tomistuma  Schlegelii 

Länge  vom  vordersten  Orbitarande  au     ...  9  •8'="'  9-7'='»  7-l'^°' 

Breite,  grösste 4-2  3-5  2-0 

Das  linke  Lacrymale  ist  bis  auf  den  hintersten  Theil,  der  den  knöchernen  Vorderrand  der  Orbita  bildet, 
erhalten.  Am  recliten  Lacrymale  fehlt  vorne  die  seitliche,  dem  Jugale  zugekehrte,  hinten  vom  Randtheile  die 
innere,  dem  Frontale  anterius  benachbarte  und  wenig  von  der  äusseren,  an  das  Jugale  .'inschliessenden  Partie. 

Das  Lacrymale  ist  bei  dem  fossilen  Reste  breit-zungenförmig  entwickelt,  nach  vorne  nicht  besonders 
verschmälert,  es  erstreckt  sich  von  hinten  ziemlich  gerade  nach  vorne. 

Das  Verhäitniss  seiner  Breite  zur  Länge  ist  hier 

etwa  := 1:2-3, 

bei  Gavialis  gangeticus  zr     .    .    .1:2-8, 
„   Tomistuma  tSchlegelii  :=  .    .    .1:3-5. 

In  Bezug  auf  die  Länge  des  Lacrymale  steht  der  fossile  Rest  dem  Gavialis  gaiigi'liius  näher  als  Toiiiisfoma 
Scltlcgelii. 

Diese  Länge  verhält  sich  zur  Länge  des  Kopfes  (vom  Hinterende  des  Parietale  gemessen) 

bei  Gavialis  gangeticus  .  .  .  wie  1:7-7, 
beim  fossilen  Reste  .  .  .  .  „  1:7-4, 
bei  Tomistoma  Schlegelii    .    .     „     1:59. 


318  Toula  —  Kail. 

Am  Orbitarande  zeigt  das  Lacrymale  des  fossilen  Restes  eine  sehr  starke  Aufwulstung;  allerdings  steigt 
dieser  hintere  Theil  des  Knochens  nicht  so  stark  und  weitaus  nicht  so  plötzlich  und  steil  an,  wie  bei  Gavialis 
(janyetirus.  Bei  Tovnsfoma  ScMe(/eIn  schwillt  der  Knochen  gegen  seinen  Orbitarand  kaum  an. 

Der  Canalis  lacrymalis  ist  am  fossilen  Reste  beiderseits  nicht  mehr  ganz  erhalten ;  seine  obere  Hälfte  ist 
in  Gestalt  einer  tiefen  Furche  wahrzunehmen. ' 

Die  erhaltenen  Theile  der  Nähte  des  Lacrymale  mit  seineu  Nachbarknoehen  haben,  der  bereits 
hervorgehobenen  Form  des  Knochens  entsprechend,  einen  sehr  einfachen  Verlauf.  Im  Grossen  und  Ganzen 
scheint  der  Umriss  des  Knochens  jenem  bei  Crocodilus  vulgaris  am  nächsten  gekommen  zu  sein,  am  vorderen 
Theile  ganz  sicher;  denn  es  zeigt  sich  der  spitze  Verlauf  der  Nähte  nicht,  wie  er  an  den  anderen  in  Vergleich 
gezogenen  recenten  Crocodilinen  gefunden  wird ;  und  was  den  hinteren  Theil  des  Knochens  anbelangt,  so  hat 
sich  derselbe  gewiss  nicht  so  stark  • —  wenn  überhaupt  —  nach  aussen  gebogen,  wie  an  Gavialis  gangeticus. 

Aussen  ist  die  Verbindungsnaht  mit  dem  Supramaxillare,  sowie  jene  mit  dem  Jugale,  letztere  nur 
theilweise,  erhalten. 

Die  innere  Begrenzung  des  Lacrymale  ist  in  Anbetracht  des  Verhältnisses  der  den  einzelnen  Nachbar- 
knochen zugewendeten  Nahtstrecken  interessant.  Das  Nahtstück  mit  dem  Supramaxillare  misst  2-5'="',  das  mit 
dem  Nasale  S-S"",  jenes  mit  dem  Frontale  anterius  endlich  mindestens  ebensoviel  (ist  nicht  vollständig 
erhalten).  Bei  Gauialis  gangdicuf!  misst  das  erste  Stück  2-4,  das  zweite  nur  1-5  (im  Mittel),  das  dritte  circa 
6-5"".  Bei  Tomidoma  Sclihgclii  tritt  das  Lacrymale  an  seiner  Innenseite  mit  dem  Supramaxillare  gar  nicht 
in  Verbindung;  das  Nahtstück  mit  dem  Nasale  misst  hier  5-3  (!),  jenes  mit  dem  Frontale  anterius  2-4'^'". 

11.  Das  paarige  Supramaxillare. 

Fossiler  Rest  Gavialis  yangeticus  Tomistoma  Schlegelä 

Länge,  vom  Vorderrande  des  Foramen  palati- 

num  an SO«"  47  •  ^'^'^  22™ 

Länge,  vom  Hinterrande  des  vorletzten  Ober- 
kieferzahnes an 45  48  25 

Entfernung  des  Hinterrandes  des  vorletzten 
Oberkieferzahnes  bis  zu  dem  von  unten  sicht- 
baren Nahtende  mit  dem  Palatinum  .      .    .  6-9  4  im  Mittel  3-6 

Länge  der  Mediannaht  auf  der  Unterseite  .    .    ca.  25-5  31  19* 

Entfernung  der  Aussenränder  der  Supramaxil- 

laräste  hinter  dem  vorletzten Oberkieferzahnc         18-6  16-8  7*6 

Breite  (doppelte)  hinter  dem  8.  Oberkieferzahne  9-0  7-0  3-2 

9 -0  hinter  d.  16. 
!>             n            »„l-             „  7-3  6-6  2-8 
,)             „         in  der  Bucht  zwischen  Supra- 
maxillare und  Intermaxillare    5-4                         6-5                                 2-3 

Tiefe  des  Supramaxillare  am  Hinterende  des 

Intermaxillare 4  4-1  2 

Tiefe  am  Vordereude  des  Lacrymale   ....  4-2  5-4  2-5 

Oberkieferzähne 15?  24  16 

Von  dem  paarigen  Supramaxillare  felilt  beiderseits  das  hinterste,  sich  zwischen  das  Jugale  und  Trans- 
versum  einschiebende  Stück.  Auf  der  linken  Seite  kann  man  aber  die  Stelle,  an  der  das  Transversum  von 


1  An  dem  vorliegenden  Exemplare  von  Gavialis  r/angeticiis  ist  aussen  vom  Orificium  posterius  des  Canalis  lacrymalis  ein 
demselben  an  Grösse  völlig  gleich  kommendes  Gefässloch  wahrzunehmen. 

-  Mit  Vorbehalt;  es  wurden  n<ämlich  die  sich  vom  Vorderende  des  Palatinum  zwischen  die  Intermaxillaria  einschieben- 
den Knöchelchen  (?)  nicht  berücksichtigt. 


Wier  einen  Krokodil- Schädel  aiifs  den  TaiiäraUdgerunr/en  von  Ef/c/cn/nvg.  319 

unten  und  innen  her  mit  dem  Knochen  in  Verbindung  stand,  ganz  gut  wahrnehmen.  Diese  Tliatsaehe  und  das 
ganze  Veihältuiss  des  Siipramaxillare  zum  Jugale  und  Trausversum  lassen  die  Annahme  zu,  dass  die  hinterste 
erhaltene  Alveole  dem  vorletzten  Oberkieferzalin  angehört. 

In  Bezug  auf  die  Länge  des  Supramaxillare  vom  Vorderrande  des  Foramen  palatinum  au  steht  der  fossile 
Rest  zwischen  Tomistoma  ScJileyelü  und  Guviid.is  yangeticus,  ersterem  aber  näher  als  letzterem. 

Das  Verhältniss  dor  Länge  des  Supramaxillare  (vom  Foramen  palatinum  an")  zur  Länge  des  Kopfes  (vom 
Hinterrande  des  Parietale  an)  ist : 

bei  Tomistoma  Schlegelü    .    .  wie  1:1-9, 
beim  fossilen  Reste    .    .    .    .     „     1:1'87, 
bei  Gavialis  gangeticus  ...     „     1:1'  65, 

Von  oben  gesellen,  fällt  die  bedeutende  Breitenzunabme  des  Supramaxillare  von  vorne  nach  rückwärts 
auf;  so  beträgt  beim  hinteren  Ende  des  Intermaxillare  die  Breite  3-2'''",  in  der  Nähe  des  Voreudes  des  Lacry- 
male  6-4''"',  als  das  Doppelte.  Bei  Gavialis  gangeticus  misst  das  Supramaxillare  an  den  bezeichneten  Stellen 
3-4'"'",  respective  3-7""  (hat  beim  Vorderende  des  Nasale  4-U  die  grösste  Breite),  bei  Tomistoma  Schkgdii  l-S"" 
und  1-5™. 

An  der  Unterseite  zeigt  das  Supramaxillare  von  rückwärts  bis  fast  nach  vorne  verlaufend  einen  nicht 
überall  gleich  hohen  Wulst,  der  die  /.ähnetragende  Partie  von  der  inneren  scheidet.  Ein  solcjier,  jedoch  mehr 
kielartiger  Wulst  findet  sich  auch  bei  Tomistoma  SchlegelU,  nur  fehlt  er  hier  am  rückwärtigen,  das  Foramen 
palatinum  aussen  begrenzenden  Tlieile  des  Knochens;  bei  Gavialis  ist  ein  derartiger  Wulst  nur  an  jener  Stelle 
zu  finden,  wo  der  seitliche  Ast  an  das  Forameu  palatinum  herantritt.  Der  innere  Theil  des  Supramaxillare 
bildet  mit  seinem  Nachbar  gegen  die  verhältnissmässig  kurze  Mediannaht  eine  Rinne  und  diese  Naht  lieg-t  im 
Allgemeinen  tiefer  (der  Oberseite  näher)  als  die  Innenränder  der  Alveolenmündungen. 

Bei  6raOTV/7«s  (/aw(/e<j«<s  steigt  die  Unterseite  gegen  die  Mediannaht  hin  im  Bogen  an;  der  Schnauzen- 
querschnitt ist  elliptisch.  Die  Mediannaht  liegt  infolge  dessen  merklich  höher  als  die  Mündungen  der  Zahn- 
alveolen.   Tomistoma  SrhlegeJü  steht  diesbezüglich  zwischen  dem  fossilen  Reste  und  Gavialis. 

Die  an  der  Seite  der  Schnauze  in  der  Gegend  des  Zusammenstosses  von  Supramaxillare  und  Inter- 
maxillare befindliche  Bucht,  die  „incisura  dentalis",  ist  bei  dem  fossilen  Reste  viel  deutlicher  als  bei 
Totnistoma  Schlege/ii;  so  plötzlich  nach  einwärts  gebogen  und  daher  so  auffällig  wie  bei  Crocodilus  vulgaris 
ist  diese  Einschnürung  jedoch  nicht. 

Zahnalveoleu  sind  au  Supramaxillare  jederseits  fünfzehn,  die  hinterste  nur  undeutlich  erhalten.  Die 
Alveolen  sind  im  Allgemeinen  im  vorderen  und  mittleren  Theile  des  Supramaxillare  voneinander  weiter  entfernt 
als  im  hinteren  Theile.  So  messen  beispielsweise  die  Abstände  zweier  Alveolen  1-8,  2-4,  2-(J,  2-9""  in  der 
ersteren  und  im  Durchsclinitte  circa  1™  in  der  letzteren  Region. 

Der  Vorderrand  der  Alveole  des  ersten  Oberkieferzahnes  steht  vom  Hinterrande  des  letzten  Zwischen- 
kieferzahnes 4-9''"  weit  ab. 

Die  Fossae  dentales  zwischen  den  Alveolen,  zur  Aufnahme  der  Spitzen  der  Unterkieferzähne  bei 
geschlossenem  Manie  bestimmt,  sind  gut  ausgebildet. 

Alle  diese  Verhältnisse  finden  sich  bei  Tomistoma  Schlegelü  mehr  weniger  wieder:  Zahnzahl  16,  vorne 
Abstände  der  Alveolen  von  1-4  bis  1-9"",  hinten  solche  von  0-5,  0-7"";  Abstand  der  vordersten  Alveole  des 
Oberkiefers  von  der  hintersten  des  Zwischenkiefers  1-6™;  die  Fossae  dentales  deutlich,  relativ  tiefer  als  am 
fossilen  Reste,  zwischen  4.  und  5.  Supramaxillarzahn  deren  zwei !  Der  5.  Zahn  des  Oberkiefers  ist  hier  der 
stärkste;  beim  fossilen  Reste  scheint  der  6.  am  kräftigsten  gewesen  zu  sein. 

Weitaus  anders  gestalten  sich  diese  Verhältnisse  bei  Gavialis  gangeticus.  Das  vorliegende  Exemplar 
besitzt  24  Supramaxillarzähne  jederseits,  zeigt  keinen  besonders  auffallenden  Unterschied  in  Bezug  auf  die 
vorderen  und  hinteren  Alveolenentfernuugen  und  eine  Fossa  dentalis  ist  nur  zwischen  dem  ersten  und  zweiten 
Zahne  sichtbar. 


320  Toida—Knll. 

Von  den  Zähnen  ist  bei  dem  fossilen  Reste  im  Supraniaxillare  linkerseits  der  6.  und  8.,  rechterseits  der 
3.,  5.,  6.,  7.,  8.  und  11.  erlialten. 

Die  Zähne  sind  sanft  nach  einwärts  gebogen,  mit  einem  braunschwarzen  Email  versehen,  äusserst  zart 
längsgestreift,  vorne  und  rückwärts  kommt  es  zur  Bildung  einer  etwas  stärkeren  Rille.  Der  Querschnitt  ist 
elliptisch  mit  sagittalem  Verlauf  der  längeren  Axe.  Die  Zähne  von  Tonmtoma  Schltyclii  und  Crocodilus  i'uhjaris, 
die  eine  ähnliche  Stellung  zeigen  wie  jene  am  fossilen  Reste,  sind  viel  deutlicher  zweischneidig  und  gröber 
längsgestreift  als  die  des  vorliegenden  Restes.  Bei  Gavialis  gangeticus,  der  ebenfalls  ausgesprochen  zwei- 
schneidige Zähne  besitzt,  ist  die  Längsaxe  des  Zahnquerschnittes  sehr  schief  nach  einwärts  gelegen. 

Nähte  des  Supramaxillare  mit  seinen  Nachbarknochen. 

Die  Naht  verläuft  an  der  Aussenseite  des  Jugale,  biegt  an  der  Spitze  desselben  um  und  zieht  eine  kurze 
Strecke  nach  rückwärts  (1™),  bildet  dann,  wieder  nach  vorne  laufend,  die  Grenze  gegen  das  Lacry- 
male,  von  dessen  Vorderende  sie  abermals  nach  hinten  umbiegt  (circa  2"5™')  gegen  das  Nasale  hin.  Von  hier 
aus  bildet  die  Naht  auf  etwa  24™  die  Grenze  zwischen  Supramaxillare  und  Nasale.  In  derselben 
Richtung,  der  Medianlinie  ziemlich  parallel,  läuft  anfänglich  die  Grenze  gegen  das  Intermaxillare  (8'""'), 
später  wendet  sich  dieselbe  aber  schief  nach  vorne  und  abwärts,  in  die  Incisura  dentalis.  Das  vordere  Ende 
dieser  Naht  ist  bereits  auf  der  Unterseite  gelegen. 

Die  angegebenen  Nahtschlingen  zwischen  Jugale  und  Lacrymale,  dann  zwischen  Lacrymale  und  Nasale 
kommen  bei  Tomistoma  Schlegelii  nicht  vor.  Gavialis  gangetir.us  zeigt  diesbezüglich  ein  ähnliches  Verhältnis« 
wie  der  fossile  Rest. 

Der  zurücklaufende,  schief  zur  Mediannaht  hinziehende  Theil  der  Naht  zwischen  Intermaxillare 
und  der  Gaumenplatte  des  Supramaxillare  misst  etwa  7™  (9-3  bei  Gavialis,  'd-Q""^  bei  Tomistoma 
ScJilegelii.  Über  die  Form  dieser  Gaumennaht  wurde  bereits  gesprochen  (Auffällige  Merkmale  am  Kopf- 
skelett c.  1"). 

Die  Naht  zwischen  Supramaxillare  und  Palatinum  geht  vorn  vordersten  Punkte  des  Foramen 
paliitinum  schief  nach  rück-  und  einwärts  (2-P"')  unter  einem  Winkel  von  beiläufig  45°  gegen  die  Medianlinie, 
biegt  dann,  1-8'''"  von  der  Mediannaht  entfernt,  nach  vorne,  bildet  hiebei  in  ihrer  liinteien  Hälfte  einen  flachen 
Bogen  nach  einwärts  und  zieht  endlich  ziemlich  geradlinig  fort  bis  zum  Vorderende,  unter  einem  Winkel  von  etwa 
30°  gegen  die  Mittelnaht  geneigt.  Bevor  sie  aber  die  Mittelinie  erreicht,  biegt  sie  mit  einem  scharfen  Knie 
nach  rückwärts  und  umgrenzt  so  zwei  kleine  Fortsätze  des  paarigen  Supramaxillare,  die  sich  zwischen  das 
links-  und  rechtsseitige  Palatinum  einschieben.  Bei  Gavialis  gangeticus  ist  der  Verlauf  dieser  Naht  ähnlich;  sie 
beschreibt  aber  in  ihrem  hinteren  Theile  einen  ganz  flachen  Bogen  nach  aussen,  um  weiterhin  geradlinig  zur 
Mediannaht  hinzuziehen.  Bei  Tomistoma  strebt  diese  Naht  von  ihrem  hinteren  Winkel  sofort  geradlinig  der 
Mediannaht  zu. 

Am  hintersten  Ende  des  linksseitigen  Supramaxillare  ist,  wie  bereits  erwähnt  wurde,  die  Verbindungs- 
stelle mit  dem  Transversum  deutlich  ersichtlich. 

12.  Das  paarige  Intermaxillare. 

Fossiler  Kest  Gavialis  gangeticus  Tomistoma  Schlegdii 

Gesammtlänge —  23'"" 

Länge   von   hinten   bis   zum  Vorderrande  der 

Nares  externae ca.  25"""  — 

Länge    von   hinten    bis    zum  Hinterende   der 

Nares  externae 19  14-7 

Länge  an  der  Unterseite :  von  hinten  bis  zum 
Vorderrande  der  Alveole  des  (von  hinten  ge- 
rechnet) 3.  lutermaxillarzahnes    16-5  13-8  8-6 


1.5  •3™ 

14 

12-0 

beim  fossilen  Reste.    . 

von  5-3""  auf  7  •4'-' 

bei  Tomistoma  Schlegeln 

„    2-3       „      3-3 

„    Gavialis  (jangeticus 

„    ß-5       ,,    lU-0 

tJher  einen  Krol'odll-Seliiidel  ans  den  Teffiöjyi/iJrujeruii.geii  von  Ef/gen/jiny.  321 

Fossiler  Rest  Gavialis  gangeticus  Toiiiistoma  Schhgelii 

Breite  (giösste)   etwa  in  der  Mitte  der  Nares 

externae  (doppelt) 7  •4™  10-0™  3-3"=" 

Breite    (geringste)    an    der  seitliclien  Grenze 

gegen  das  Supramaxillare 5-3  6-5  2-3 

Grösste  Breite  des  zwischen  Nasale  und  Supra- 
maxillare eingekeilten  Tbeiles  { einfach)  .    .  1-2  —  0-2 

Das  paarige  Interinaxillare  ist  nur  an  seinem  vorderen  Ende  verletzt,  das  rechte  stärker  als  das  linke. 
Die  Alveole  des  vordersten  Zahnes  fehlt  gänzlicli,  jene  des  zweiten  Zahnes  ist  noch  theilweise  erhalten. 

Die  Breitenzunahnic  der  Intermaxillarien  von  der  seitlichen  Bucht  gegen  vorne  ist  nicht  sehr  beträchtlich: 

bei  einer  Entfernung  der      Breitenzunalime  auf  1 '"  Entfernung 
schmälsten  v.  il.  breitesten  .Stelle         dieser  beiden  Stellen 

ca.  9-5™  =0-2™ 

„  4-5  =0-2 

„  5-5  =0-G 

Es  fehlt  dem  fossilen  Reste  also  die  starke  löffelartige  Verbreiterung  des  Schnauzenendes. 

Die  hintere  Grenze  der  Nares  externae  ist  am  fossilen  Reste  scharf  ausgeprägt;  sie  verläuft  quer  über  die 
Medianlinie,  darin  Crocodilus  vulgaris  viel  näher  kommend  als  Tomistoma  ScJdegelii,  bei  dem  der  Iliuterrand 
des  Nasenloches  nicht  scharf  begrenzt  und  stark  nach  rückwärts  gezogen  ist,  so  dass  die  Gesammtunigrenzuiig 
eine  birnförmige  Gestalt  bekommt.  Nach  rückwärts,  zwischen  Nasale  und  Supramaxillare  sich  einzwängend, 
läuft  das  Intermaxillare  in  einem  etwa  8™  langen  in  maximo  1-2™  breiten  Fortsatz  aus. 

Die  Gaumenseite  des  paarigen  Intermaxillare  lässt  vorne  das  Foramen  incisivum  durch  einen  Ausschnitt 
der  Gaumenplatte  des  jederseitigen  Knochens  gebildet,  gut  erkennen.  Dieses  Loch  ist  am  fossilen  Reste 
merklich  grösser  als  beim  vorliegenden  Exemplare  von  Gavialis  gangeticus. 

Nach  aussen  und  etwas  nach  vorne  hievon  ist  eine  Grube  erhalten  (Fossa  dentalis).  Sie  liegt  wie  auch  bei 
Gavialis  gangeticus  nach  einwärts  von  der  4.  Intermaxillaralveole  (von  hinten  gerechnet).  Bei  Tomistoma 
Schlegeln  liegt  dieselbe  vor-  und  einwärts  von  dem  3.  Zwischenkieferzahne. 

Eine  ähnliche,  aber  viel  stärker  ausgebildete  Grube  kommt  beim  fossilen  Reste  auch  vor  der  (von  hinten 
gerechnet)  2.  Intermaxillaralveole  vor;  sie  hat  fast  denselben  Durchmesser  wie  die  Alveolenmündung.  Bei 
Tomistoma  Schlegelü  ist  diese  letztere  Grube  gleichfalls  vorhanden,  erreicht  aber  den  Alveolendurchmesser 
nicht. 

Nach  rückwärts  reicht  das  Intermaxillare  bei  dem  fossilen  Reste  bis  zum  vorderen  Rande  der  2.  Zalin- 
alvcole  des  Supramaxillare;  bei  TomisloDia  Schlegdü  bis  zum  Hinteriande  derselben  Alveole,  bei  Gavialis 
gangeticus  bis  zum  Hinterrande  des  4.  Supramaxillaizahnes. 

Die  Gaumenseite  zeigt  wieder  die  schon  beim  Supramaxillare  erwähnten  Wülste.  Die  Mediannaht  liegt 
hier  nicht  mehr  so  vertieft  wie  bei  den  Oberkieferknochen;  es  herrscht  diesbezüglich  vielmehr  genau  das 
Verhältniss  wie  bei  Tomistoiiia  Schlegelü,  indem  zwischen  der  Nalit  und  dem  beiderseitigen  Wulste  eine  flache 
Rinne  nach  vorne  zieht. 

Was  die  Zähne'  des  Intermaxillare  betrifft,  so  sind,  wie  bereits  bemerkt,  die  Alveolen  von  vier 
solchen  constatiert;  die  Schnauzenspitze,  die  bei  dem  fossilen  Reste  ganz  gewiss,  wie  bei  allen  anderen  Croco- 
dilinen  einen  Zahn  trag,  ist  leider  völlig  verletzt.  Im  Zwischenkiefer  befanden  sich  somit  jederseits  fünf 
Zähne,   wie  bei  Gavialis  gangeticus,  wie  bei  Crocodilus  vulgaris   und  nicht  wie  bei  Tomistoma  Scldegeüi  vier! 


1   Im  linken  Intermaxillare  sind  (von  hinten  gerechnet)   vom  2.  und  3..  im  rechten  vom  3.  Zwischenkicf'erzahn   in  der 
Alveole  steckende  Bruchstücke  erhalten. 

DenkschrUten  der  maUiein.-naturw.  Gl.    L.  BJ.  Aljluiadliingeu  von  Nichtmitglieilern.  Qq 


322  Toula  —  Kail. 

Die  Abstände  der  drei  biuteren  Alveolen  sind  wieder  gross,  2-2'"°,  respective  2-4™  von  Rand  zu  Rand; 
die  (von  hinten  gerechnet)  3.  Alveole  steht  von  der  4.  kaum  0-5™  ab.  Ganz  äbuliob  ist  es  bei  Gavialis  gangeticiis 
und  bei  Crocodilus  vulgaris.  Bei  Tomistoma  Scläegelii  fehlt  dieser  vierte  Zahn.  ' 

Nähte  des  Intermaxillare  mit  seinen  Nachbarknochen. 

An  der  Dachseite  läuft  die  Mediannabt  von  dem  Hinterrande  der  Nares  externae  9™  nach  rückwärts 
Hieran  schliesst  sich  die  gegen  die  Mittellinie  schwach  geneigte  Grenze  gegen  das  Nasale  (etwa  9'"' 
laug)  und  der  mit  der  Medianlinie  fast  parallele  (circa  8''"' lauge)  Abschnitt  der  Naht  mit  dem  Supra- 
maxillare. 

Diese  letztere  Grenzlinie  biegt  in  ihrem  weiteren  Verlaufe  schief  nach  abwärts,  und  erreicht  uach  etwa 
G™  den  vordersten,  dem  Inter-  und  Supramaxillare  gemeinsamen,  unten  an  der  Seitenansicht  eben  noch  wahr- 
nehmbaren Punkt,  liiebei  ein  Kieferstlick  von  circa  5''™  durchziehend. 

Bei  Tomistoma  ist  der  hinten,  zwischen  Nasale  und  Supramaxillare  gelegene  Fortsatz  kurz  (circa  lö''™). 
Die  Naht  mit  dem  Supramaxillare  zieht  hier  ziemlich  stetig  nach  aussen  und  vorne:  über  ein  Kieferstück  von 
circa  ß""  hinziehend,  steigt  sie  zu  dem  7-2""  vom  Beginne  der  Divergenz  mit  der  Medianlinie  entfernt  gelegenen 
vordersten  Punkte  des  Oberkiefers  herab,  die  bei  Tomistoma  Schlegelii  wie  bei  Gavialis  gangeticus  auf  der 
Seitenfläche  der  Schnauze,  beim  fossilen  Reste  aber  entschieden  auf  der  Unterseite  liegt. 

Die  Entfernung  dieses  vordersten  Punktes  des  Oberkiefers  von  seinem  Widerpart  beträgt  beim  fossilen 
Reste  4-4'"°,  bei  einer  Schnauzenbreite  an  dieser  Stelle  von  5-5"".  An  Tomistoma  Schlegelii  sind  diese  beiden 
Punkte  um  2-1""  von  einander  entfernt,  wobei  an  dieser  Stelle  die  Breite  der  Schnauze  2-3'^'"  beträgt. 

Die  Naht  verläuft  nun,  gegen  die  Mittellinie  sehr  schwach  geneigt,  zurück  und  erreicht  in  einer 
Entfernung  von  4-4'^"  vom  vordersten  Nahtwinkel  die  Höhe  des  ersten  Supramaxillarzahnes  (Abstand  der  Naht 
der  einen  Seite  von  jeuer  der  andern  Seite  3-5™');  von  hier  zieht  sie  (2-8"")  stärker  nach  einwärts  geneigt,  zu 
ihrem  Hinterende.  Über  die  Form  der  Naht  an  diesem  Ende  wurden  früher  bereits  Details  angegeben.  (Auf- 
fällige Merkmale  am  Kopfskelet,  c.  1.) 

13.  Das  paarige  Palatinum. 

Fossiler  Rest  Gavialis  gangeticus             Tomistoma  Schlegelii 

Länge  in  der  Medianlinie      ca.  21-5™  16- 7"™  7 -ß^'im  Mittel 

Länge,  grösste 21-5  18-1  8-5            „ 

Breite  an  der  Grenze  gegen  das  Pterygoideum           4-5  6-5  2-8 
Breite,  am  Vorderwinkel  des  Foramen  palati- 
num gemessen   6-8  7-6  3-1 

Breite  des  zwischen  dem  paarigen  Supramaxil- 
lare gelegenen  Fortsatzes hinten           3-9  5-2  2-0 

mitten           2-6  3-3  1-2 

Länge  dieses  Fortsatzes 7-8  9-1  1-5 

Das  Palatinum  hat  sich  aus  den  vorhandenen  Bruchstücken  ziemlich  gut  reconstruieren  lassen;  der  hin- 
tere, mitTheilen  des  paarigen  Pterygoideum  verbundene  Abschnitt  konnte  aber  wegen  Mangel  an  Stützpunkten 
am  Schädel  nicht  befestigt  werden. 

Der  seitliche,  das  linke  Foramen  palatinum  innen  begrenzende  Rand  fehlt. 


1  Nicht  nur  das  vorliegende  Exemplar  von  Tomistoma  Schlegelii  zeigt  im  Intermaxillare  lilos  vier  Zähne,  sondern  auch 
die  von  Blaiuville  (Ostöogr.  Keptiles,  pl.  2)  gegebene  Abbildung  weist  nur  vier  Alveolen  im  Zwischenkiefer  auf.  Audi 
BomhifroHS  imJicus  Gray,  Jlalicrosia  nigra  Gviiy  \ind  Mecistops  catap/iractus  Cuv.  »{i.  besitzen  im  Zwisclienkieter  jedei'seits  nur 
vier  Ziihne.  (Trans.  Zool.  Soc.  of  London.  1869.  Vol.  VI,  pl.  31  u.  32.)  Die  Stelle  bei  Brühl  (Skelet  der  Krokudilineu ,  j).  39, 
Zeile  9  von  unten)  :  „Fünf  Alveoli  für  die  fünf,  coustant  bei  allen  Krokod  ilinen  im  lutermaxillare  enthal- 
tenen Ziihne"   ist  also  einzuschränken. 


über  einen.  Krokodil- Schädel  am  den  Tertiärahlafjermii/eH  von  Ef/(jenliurg.  323 

Ein  reclit  auifälliges  Merkmal  des  Palatiüuin  unseres  fossilen  Restes  besteht  in  dem  lani;en  spiessförmigen 

Fortsatz,  den  es  zwischen  das  paarige  Supramaxillare  vorwärts  sendet.  Hierin  kommt  der  Kest  dem  vorliegenden 

Exemplare  von  Gaoialis  gangeticus  recht  nahe ;  nur  ist  bei  letzterem  dieser  Fortsatz  im  Verhältnisse  zur  Gesammt- 

länge  des  Palatinum  noch  grösser: 

Lauge 

Gavialis  (jangetkus  .    .  Fortsatz  :  ganzes  Palatinum  =  1:1-9, 
fossiler  Rest    ....         „       :       „  „  =1:2-7, 

Tomistoma  Schlegelü  .         „       :       „  „  =1:5-6. 

Noc'li  interessanter  als  das  Vorderende  des  Palatinum  ist  dessen  Hinterende.  Die  Mediannnht  zwischen 
dem  rechten  und  linken  Palatinum  endigt  um  ein  ganz  Geringes  (O-o"")  hinter  dem  hintersten  Winkel  des 
Foramen  palatinum;  die  seitlichen  Ränder  des  Knochens  erreichen  den  Hinterrand  dieses  Loches  nicht,  sie 
bleiben  fast  2'""  von  demselben  entfernt:  das  paarige  Palatinum   ist  nach  hinten  halbkreisförmig  abgerundet. 

Hierin  unterscheidet  sich  der  fossile  Rest  sowohl  von  Gavialis  gangeticus  als  auch  von  Tomistomu  Schlegelii 
wesentlich. 

Bei  beiden  Arten  nämlich  reicht  die  Mittelnaht  der  beiderseitigen  Palatina  nicht  soweit  zurück  als  das 
Foramen  palatinum,  wohl  aber  der  dieses  Loch  innen  begrenzende  .Seitenrand  des  Knochens.  Hiedurch  erhält 
die  hintere  Begrenzung  des  paarigen  Palatinum  die  Form  eines  Ausschnittes.  Der  seitliche,  freie  Rand  biegt 
seiner  ganzen  Länge  nach,  also  auch  in  der  vorderen,  dem  Canalis  museularis  zugekehrten  Partie,  fast  senk- 
recht nach  aufwärts  zu  einer  Fläche  um,  welche  das  Foramen  palatinum  innen  begrenzt.  Die  Verbindungsstelle 
dieser  Fläche  mit  dem  abwärts  steigenden  Theile  des  Frontale  anterius  ist  aber  nicht  mehr  erhalten. 

Bei  Tomistoma  Schlegelii  verhält  sicli  die  hintere  Hälfte  des  .Seitenrandes  fast  gleich,  an  der  vorderen 
Hälfte  des  Knochens  sind  aber  die  seitlichen  Flächen  vom  Rande  aus  zuerst  stark  nach  einwärts  gezogen  und 
steigen  erst  .später  aufwärts.  Dadurch  wird  der  Ausseurand  des  Palatinum  in  dieser  Region  kielartig.  Ähnlich 
verhält  es  sich  bei  Gacidlis;  die  hintere  Hälfte  der  .Seitenflächen  des  Palatinum  ist  hier  aber  fast  ganz  durch 
die  dem  Pterygoideum  angehörigen  gänseei grossen  Knochenblasen  verdeckt,  von  denen  am  fossilen  Reste  keine 
Andeutung  vorhanden  ist. 

Die  Gaumennaht  mit  dem  Pterygoideum  ist  halbkreisförmig.  An  dem  aufwärts  gebogenen  Rande 
verläuft  die  Grenze,  soweit  sie  erhalten  ist  (circa  1-5™'),  schief  nach  oben  und  vorne.  Die  Begrenzung  des 
Knochens  gegen  das  Frontale  anterius  ist  nicht  erhalten.  Vorne  tritt  das  paarige  Palatinum  mit  dem 
Supramaxillare  in  Verbindung.  Die  Nath  ist  schon  beschrieben  worden.  (Supramaxillare.) 

14.  Das  paarige  Pterygoideum, 

Fossiler  Kest  Gavialis  gangeticus  Totnistoma  ScMegdii 

Breite,  von  dem  vordersten  Nahtende  mit  dem 
Transversum  linkerseits  bis  zu  jenem  rech- 
terseits  gemessen 11-2'"'  9-1""  3-6° 

Die  hintere  Partie  des  paarigen  Pterygoideum  ist  stark  verletzt.  Von  der  Umgrenzung  der  Choanenöfiuung 
ist  nur  der  hintere  Rand  vorhanden.  Ein  zweiter  Punkt  des  Knochenhinterrandes  wird  durch  das  rückwärtige, 
weit  (4'™)  über  das  Transversum  iiinausragende  Ende  des  porösen  Wulstes  markiert.  Denkt  man  sich  auf  Grund 
dieser  Anhaltspunkte  denHinterrand  des  Pterygoideum  reconstruiert,  so  ergibt  sich,  dass  dasselbe  beim  fossilen 
Reste  eine  Längeuausdehnung  gehabt  hat,  die  jener  an  einem  vorliegenden,  circa  48*^"  langen  Exemplare  von 
Crocodiltis  vulgär is  gemessenen  von  1 0™'  ziemlich  nali e  kommt  ( Gavialis  gangeticus  8-2"^'",  Tomistoma  Schlegelii  4-9""). 
Ebenso  dürften  die  Neigungsverhältnisse  der  Theile  des  Knochens  zu  einander  und  des  Gesammtkuochens  zu 
den  weiter  nach  vorne  gelegenen  Gaumenknochen  denen  an  Crocodilus  vulgaris  recht  älinlich  gewesen  sein, 
jedenfalls  aber  sehr  verschieden  von  denen  an  Gavialis  gangeticus,  wo  diese  Neigung  gleich  Null  ist. 

Vom  linken  Pterygoideum  ist  ein  grosser  Theil  der  vorderen  Gaumenfläche  erhalten.  Die  hintere  Partie 
fehlt,  wie  bereits  bemerkt,  ebenso  von  dem  seitlichen  Theile  des  Knochens  der  rückwärtige,  wulstartig  auf- 
getriebene, poröse,  mit  dem  Transversum  durch  eine  Schuppenuaht  verbundene  Aussenrand. 


?cm 


324  Toula  —  Kall. 

Vom  rechten  Pteiygol'dcum  ist  nur  dieser  wulstige  Aussenrand,  sowie  eine  kleine,  median  gelegene  Knochen- 
partie erhalten. 

Die  Nasenseite  des  PterygoYdeuni  ist  beiderseits  stark  verletzt.  Die  rückwärtige  Begrenzung  der  Choanen- 
öfFnung  befindet  sich  am  reconstruierten  Schädel,  alle  anderen  Theile  des  Knochens  konnten  zwar  mit  den 
vorhandenen  Besten  desTransversum  in  Verbindung  gebracht,  nicht  aber  am  Schädel  dauernd  befestigt  werden. 

Der  mediane  Theil  der  Gaumcu|datte  des  Pterygoideum  ist  am  hinteren  Ende  circa  1-7""  dick,  mclir  als 
doppelt  so  dick,  als  bei  dem  vorliegenden  Exemplare  von  Gacialis  garnjeticus. 

Der  wulstige  Aussenrand  des,  sich  mit  seiner  Unterseite  an  das  Transversum  anlegenden  Knochentheiles 
misst  beim  fossilen  Eeste  der  Länge  nach  8'7™,  der  Breite  nach  in  maximo  2-4''"'.  Bei  Gacicilif<  (janyeticus 
betrugen  diese  Dimensionen  7-4'"  respective  2-3'^'°,  bei  Tonmtoma  ScJileyelii  3-5'="  und  l-2'°'. 

Die  wulsttragenden  Flügel  werden  bei  diesen  beiden  Arten  nahe  dem  Aussenrande  von  unten  her  durch 
Fortsätze  des  paarigen  Transversum  fast  ganz  bedeckt;  bei  dem  fossilen  Reste  bleibt,  ähnlich  wie  bei  Croco- 
äiliis  vulgaris,  an  dieser  Stelle  ein  grosser  Theil,  fast  die  Hälfte,  des  unteren  seitlichen  Randes  frei. 

Interessant  ist  der  Autheil,  den  das  Pterygoideum  an  der  Begrenzung  des  Foramen  palatinum  nimmt. 
AYährend  nämlich  bei  Gavialis  garnjeticus  dieser  Knochen  zur  Bildung  des  Inneurandes  kaum,  bei  Toniislomu 
Sclilegeiii  gar  nicht  beiträgt,  begrenzt  er  beim  fossilen  Rest  das  grosse  Gaumenloch  an  der  Innenseite  auf  eine 
Strecke  von  ungefähr  2"",  verhält  sich  also  in  dieser  Beziehung  ähnlich  wie  bei  Crocodilus  vulgaris.  Während 
aber  bei  letzterer  Art  der  vom  Pterygoid  gebildete  Antheil  des  Hinterraudes  des  Foramen  palatinum  halbkreis- 
förmig nach  rückwärts  gebogen  ist  (etwa  1'"  Durchmesser),  verläuft  er  am  fossilen  Reste,  wie  bei  Gavialis 
gaiigeticus,  in  ganz  flachem  Bogen  von  fast  3""  Weite  zum  Transversum.  Bei  Gavialis  müsste  die  Weite  dieses 
Randtheiles  nur  1-7™,  bei  Tomistoma  Schhgelii  nur  0-4"". 

Von  den  Nähten  des  Pterygoideum  mit  seinen  Nachl)arknochen  ist  jene  mit  dem  Palatinum 
bereits  beschrieben  worden.  Weiters  ist  an  dem  Reste  noch  die  Medianuaht  zwischen  den  links-  und  rechts- 
seitigen Knochen  erhalten,  sowie  am  linken  Pterygoideum  ein  Theil  der  Verbindungsnaht  mit  dem 
Transversum,  die  vom  Vorderrand  des  Foramen  palatinum  aus  nach  rück-  und  auswärts  zieht,  wie  bei 
Crocodilus  vulgaris  etwa  unter  einem  Winkel  von  circa  30°  gegen  die  Mittellinie  geneigt.  Bei  Gavialis  gaiigeticus 
und  Tomistoma  Schlegeln  divergiert  dieses  Nahtstück  stärker  nach  hinten,  mit  einer  Neigung  von  etwa  45°  gegen 
die  Medianlinie.  Rechterseits  ist  auch  das  hintere  Stück  der  Verbindung  des  Pterygoideum  mit  dem  Trans- 
versum erhalten,  und  zwar  wie  auch  bei  den  übrigen  Crocodilinen,  in  Form  einer  wohlausgeprägten 
Schuppenuaht. 

Von  der  Naht  mit  dem  Occipitale  laterale  ist  nur  das  untenste,  quer  von  links  nach  rechts  laufende 
Stück  erhalten  (am  reconstruierten  Schädel).  Andere  Nähte,  wie  die  mit  dem  Sphenoideum  basiiare  und 
mit  dem  Tympanicum  (^am  reconstruierten  Schädel)  sind  nicht  mehr  scharf  zu  verfolgen  und  die  Grenzen 
gegen  den  Vomer  und  das  Frontale  anterius  in  Folge  des  Erhaltungszustandes  des  in  Rede  stehenden  Kno- 
chens natürlich  gar  nicht  anzugeben. 

15.  Das  paarige  Transversum. 

Fossiler  Rest  Gavialis  gaii(/eliciis  Tomistoma  Schhgelii 

Länge  (grösste  Ausdehnung) ca.  13- 5""  14-9""  S-O"^™ 

Entfernung  des  vorderen  Nahtendes   mit  dem 

Pterygoideum  vom  Hinterende  des  Knochens    „7  8*4  4-2 

Breite,  vom  vorderen  Nahtrande  mit  dem  Pte- 
rygoideum bis  zum  äusseren  Vorderende  der 
Schuppennaht  mit  demselben  Knochen    .    .  5-3  5-7  2-4 

Breite,  von  demselben  Anfangspunkte  quer  nach 

aussen  gemessen 4-3  6-U  2-5 

Grösste  Dicke 1-8  1-3  0-5 


tJJier  einen  Krokodil-Schiklel  aua  ilen  TertiärahhujcniiKieii  roii.  Eggenhurg.  325 

Am  rccon.struierteu  Schädel  des  fossilen  Restes  finden  sich  nur  ganz  kleine  Reste  des  Tran sversnms,  näm- 
lich die  sich  an  das  Jugale,  respective  dessen  gegen  das  Frontale  anterius  aufsteigenden  Theil  anlegende 
Partie  des  Knochens,  sein  Angulus  anterior  externus.  Alles  andere  wurde  nicht  dauernd  am  Schädel  befestigt. 
Das  linke  Transversum  ist  an  der  sich  zum  Jugale  hin  biegenden  Partie  stärker,  an  seinem  vorderen  und 
hinteren  Ende  aber  ganz  unbedeutend  verletzt.  Vom  rechten  Transversum  liegt  nur  die  hintere  Hälfte  des 
Knocliens  vor,  da  auf  dieser  Seite  durch  die  Schuppennabt  mit  dem  Seitentlieile  des  Pterygoideum  in  Ver- 
bindung geblieben  ist. 

Der  nacli  vorne  ziehende,  sich  an  das  Supramaxillare,  mittelst  einer  faltigen  Schuppennabt  anle- 
gende Fortsatz  ist  verhältnissmässig  breit,  der  Innenrand  desselben  zeigt  keine  Einkerbung,  die  auch  bei 
Croroilllu^  imigairs  fehlt,  während  sie  bei  Tomistoma,  besonders  wohl  ausgeprägt  aber  bei  Gaviaiis  gangetiais 
vorhanden  ist. 

Das  Hintereude  des  Transversum  ist  nicht  wie  bei  den  in  Vergleicii  gezogenen  recenten  Crocodilinen 
spitz  zulaufend,  sondern  quer  abgestutzt  und  es  erreicht,  wie  bereits  einmal  angeführt  wurde,  den  Hinterrand 
des  Pterygoideum  nicht. 

Besonderes  Interesse  bietet  die  Verbindungsart  des  Transversum  mit  dem  Pterygoideum. 
Während  nändicli  bei  den  recenten,  hier  berücksichtigten  C'rocodilinenarten  das  Transversum  nur  in  dem  vor- 
deren Theile  mit  dem  Pterygoid  diireii  eine  gewöhnliche  Naht  verbunden  ist,  in  dem  hinteren  Abschnitte  aber 
mit  diesem  Knochen  an  dessen  Unterseite  durcli  eine  Schuppennabt  in  bisweilen  recht  losem  Connex  steht 
(Giteiülis  (jamjetirus,  Crocoflilm  vulgaris),  tritt  es  hier  mit  dem  Pterygoideum  vom  Foramen  palatinum  bis  zum 
hinteren  Ende  in  innigen  Contuct  mittelst  einer  wohl  ausgebildeten,  gewöhnlichen  Naht,  die  sich  fast  unmerk- 
lich, besonders  rückwärts,  auf  die  Oberseite  hinüberzieht  und  erst  hier  in  eine  typische  Schuppennaht  übergeht, 
längs  welcher  die  beiden  Nachbarkuochen  fest  aneinander  liegen.  Wie  das  Transversum  mit  dem  Supra- 
maxillare in  Verbindung  tritt,  wurde  bereits  kurz  erwähnt,  über  die  Naht  mit  dem  Jugale  lässt  sich  nicht 
viel  Sicheres  augeben. 

16.  Das  unpaare  Sphenoideum  basilare, 

17.  das  unpaare  Sphenoideum  anterius, 

18.  das  paarige  Petrosum     und 

19.  die  paarige  Ala  temporalis 

finden  sich  in  so  undeutlich  erhaltenen  Bruchstücken  vor,  dass  die  Messung  und  somit  auch  einen  Ver- 
gleich mit  den  correspoudierenden  Knochen  an  den  lebenden  Crocodilinen  nicht  zulassen.  Das  von  den  beiden 
letzten  Knochen  umfasste  Foramen  ovale  ist  nur  seiner  Lage,  nicht  aber  auch  seiner  Form  nach  zu 
erkennen. 

20.  Das  unpaare  Occipitale  superius. 

Fossiler  Rest  Gavialis  yanrjdicus  Tumhtoma  Schlegelii 

Höhe 4"="  4-5""  l-?""" 

Grösstc  Breite  der  Rückfläche ca.  5-6  5-6  2'0 

Das  nicht  steil,  sondern  ziemlich  schräg  nach  hinten  abfallende  Occipitale  superius  besitzt  nur  einen  ganz 
unbedeutenden  (kaum  ü-5  langen)  ^'orsprung  gegen  das  Paiietale,  der  in  einen  entsiirechenden,  flachen  Aus- 
schnitt des  Hinterrandes  desselben  hineinpasst.  Bei  Gavialis  gangetiais  ist,  wie  auch  bei  Crocodilus  vulgaris 
dieser  Vorsprung  viel  stärker,  bei  Tomisto7tta  ScJdegelii  fehlt  ein  solcher  vollständig.  Die  obere  Region  der  llück- 
fläche  des  Knochens  ist  bei  dem  fossilen  Reste  im  Allgemeinen  ganz  wenig  concav,  bei  Bhgnclwswlius  fast 
eben,  bei  Gavialis  gangeticus  stark  convex.  Die  letztere  ist  durch  drei  mächtig  hervorspringende  Knorren 
bedingt,  von  denen  der  mittlere  in  der  Fortsetzung  des  obenerwähnten  Vorsprunges  gegen  das  Parietale  liegt, 
und  zusammen  mit  diesem  circa  2  ""  inisst,  die  seitlichen  aber,  oben  durch  je  eine  Rinne  vom  mittleren  getrennt, 
sich,  von  dem  zwischen  Occipitale  superius  und  Mastoideum  befiudliciieni  Loche  aus,  gegen  die  Mitte  hin  wölben 


326  Toula  —  Kail. 

mul  fast  ebenso  weit  znrückragen  als  der  erstere.  Der  fossile  Rest  zeigt  nur  gegen  den  oberen,  seitlichen  Rand 
zu  jcderscits  einen  kleinen  Knorren,  ganz  ähnlich  wie  Tomistoma  ScMeyelii  (der  bei  dieser  Art  der  einzige  in 
der  Obenansicht  des  Kopfes  in  die  Erscheinung  tretende  Theil  des  Occipitale  siiperius  ist). 

Die  untere  Region  des  Occipitale  superius  besitzt  bei  Gavialis  und  Tomisloma  keine  Vorsprünge.  Beim 
fossilen  Reste  aber  l)eginnt  in  einer  Entfernung  von  circa  1""  vom  Oberrande  des  Knochens  in  der  Medianlinie 
eine  kielartige  Erhabenheit,  die  bis  zum  unteren  Ende  des  Occipitale  superius  hinzieht,  an  Stärke  stetig 
zunehmend.  Der  Oberrand  des  Knochens,  respective  dessen  Naht  mit  dem  Parietale,  verläuft  wie  bei 
JHii/twhosiuhuf!  ScJileyelii  fast  horizontal,  bei  Gavialis  gangeticvs  hingegen  im  Allgemeinen  nach  oben  gewölbt. 
Die  Naht  mit  dem  Occipitale  laterale  läuft  mit  derselben  Neigung  wie  bei  Tomistoma  SrldeycJii  (circa 
45°)  geradlinig  schief  nach  unten  und  einwärts.  Bei  Gavialis  (jamjetivm  neigt  dieselbe  zuerst  geradlinig,  aber 
unter  einem  spitzen  Winkel  der  Medianlinie  zu,  wölbt  sich  aber  unten  bogig  nach  einwärts,  so  dass  das  untere 
breite  Ende  des  Occipitale  superius  bei  dieser  Species  wohl  gerundet  erscheint. 

21.  Das  paarige  Occipitale  laterale. 

Fossiler  Rest  Gavialis  gangcticus  Tomistoma  ScMcgelii 

Breite,  vom  äussersten  Punkte  des  Knochens 

bis  zum  unteren  Ende  des  Occipitale  superius         1 3  •  5""  13  ■  0""  6  •  1™ 

Entfernung  des  äussersten  Punktes  (seitlich) 

bis  zu  dem  untersten  (gegen  Occ.  basilare)  .  12-8  10-0  6-0 

Höhe  (grösste) 10-0  12-2  4-7 

Höhe,  vom  obersten  Punkte  vertical  nach  ab- 
wärts gemessen  bis  zur  Naht  mit  dem  Tym- 
panicum 7  0  7-0  3-3 

Am  paarigen  Occipitale  laterale  fehlt  beiderseits  die  median  gelegene,  sich  in  einer  Mittelnaht  vereini- 
gende Partie,  deren  freier  Rand  das  Foramen  occipitale  nach  oben  begrenzt.  Diese  und  die  am  linken  Knorren, 
sowie  an  der  Seitenwand  des  Foramen  occipitale  (Vestibulum  auditus)  befindliche  Verletzung  abgerechnet,  ist 
das  linksseitige  Occipitale  laterale  völlig  gut  erhalten.  Das  rechtsseitige  musste  in  der  Gegend  dei'  grössten 
flächenartigen  Ausbreitung  aus  mehreren  Bruchstücken  zusammengefügt  werden.  In  Bezug  auf  die  grösste 
Breite  des  Occipitale  laterale  übertrifft  der  fossile  Rest  Gavialis  (jaiH/eticus  nur*  um  ein  Geringes,  und  was  das 
Verhältniss  dieser  Breite  zu  der  Länge  des  Kopfes  (vom  Hinterrande  des  Parietale  an)  und  zur  Schädelbreite 
betrifft,  so  ist  dies  folgendes: 

Breite  d.Occip.lat.. 

Beim  fossilen  Reste 1 

hei  Gavialis  gangeticus      ...  1 
„    Tomistoma  Schlegelii    ...  1 

Rücksichtlich  der  allgemeinen  Form  des  Occipitale  laterale,  schliesst  sich  der  fossile  Rest  viel  enger  an 
Tomistoma  Schlegelii  an  als  an  Gavialis  gangeticus,  bei  welchem  zum  Beispiele  circa  3"^'"  vom  seitlichen  Knorren 
entfernt,  der  Knochen  noch  eine  Höhe  von  3-3""  besitzt  (beim  fossilen  Reste  l'S"").  Dies  macht  sich  aber 
besonders  bei  dem  unteren  Rande  des  Knochens  geltend:  derselbe  bleibt  nändich,  ganz  so  wie  bei  Tomistouia 
und  auch  bei  Crocodilus  vulgaris,  vom  äussersten  Punkte  des  Knorrens,  grösstentheils  am  ünterrandc  der 
Occipitalansicht  hinziehend,  bis  zum  „Foramen  carotis  externum"  (Rathke),  welches  knapp  am  Rande  des 
Knochens  gelegen  ist,  (Forameu  caroticum  Owen,  Stannius)  fortwährend  von  hinten  sichtbar.  Bei  Gavialis 
gangeticus  biegt  die  untere  Grenze  des  Knochens  schon  viel  früher,  (die  Stelle  ist  etwa  3""  von  dem  genannten 
Loche  entfernt)  auf  die  Unterseite  des  Schädels  hinüber,  und  der  Rand  des  Foramen  carotis  externum,  das 
auch  hier  noch  in  der  Hintenansicht  auftritt,  liegt  vom  Kuochenrande  noch  ein  gutes  Stück  ab. 

Auch  in  Bezug  auf  den  abwärts  gerichteten,  sieh  an  das  Occipitale  basilare  anlegenden  Fortsatz  des  seit- 
lichen Hinterhauptbeines  stimmt  der  fossile  Rest  vielmehr  mit  Tomistoma  Schlegelii  und  Crocodilus  vulgaris  als 


fopfläuge 

Sei 

lädelbreite 

5-8 

2-4 

6-9 

2-6 

tlher  einen  Krohodil-ScIirnJcl  ans  den  TertiärahlrKjcrungcn  ron  Eggenhur  (f.  327 

mit  Gavialis  (/augeticus  übercin,  .sowohl  was  die  Lauge  dieses  Fortsatzes  als  aucli  seinen  Antheil  an  der  Bildung 
der  Riickfläclie  des  Schädels  anbetrifft: 

Dieser  Fortsatz  misst  beim  fossilen  Reste  vom  Unterraude  der  Mündung  des  Foramen  carotis  cxtennnii  an 
circa  2-6'""  ,  bei  Tomistoma  Schh<jelii  l-ö*"",  bei  GaviaJis  gmigeticns  4'()'''". 

Verhältniss  dieser  Strecke  znr  Gesammthölie  des  Occipitnle  laterale: 

Beim  fossilen  Rest wie  1:3-9, 

bei  Tomistoma  Scldegelü  ...      „      1  :3*1, 
„    Gavialis  gangeticus     ...      ,      1:2-6. 

Bei  den  beiden  crsteren  und  bei  Ciocodilus  vulgaris  lässt  der  Fortsatz  des  Occii)itnle  laterale  die  halbe 
Höhe  des  Occipitale  basilare  frei,  bei  Gavialis  gangeticus  hingegen  zieht  er  fast  bis  zum  unteren  Ende  des- 
selben hin. 

Bei  Gavialis  gangeticus  sieht  man  von  diesem  Fortsatze  von  hinten  bloss  dessen  schmalen  Rand;  die  Flüche 
ist  seitwärts  gekehrt.  Bei  den  anderen  lebenden  Crocodilinen  und  beim  fossilen  Reste  ist  derselbe  auch  nach 
rückwärts  flächenartig  entwickelt,  und  besitzt  bei  dem  fossilen  Reste  eine  Maxinialbreite  von  l-l)'"",  bei  Tomi- 
stoma von  0-G''". 

Von  dem  Oberrande  des  nach  rückwärts  stehenden  Fortsatzes  zieht  beim  fossilen  Reste  ein  ziemlich 
deutlieh  ausgeprägter  Wulst  quer  nach  aussen,  zum  seitlichen  Knorren  des  seitlichen  Hinterhauptbeines. 
Dadurch  wird  die  Rückfläche  des  Occipitale  in  zwei  Theile  geschieden :  eine  obere  breite  und  eine  untere 
schmale,  die  in  dem  Winkel  gegen  den  Ooudylus  oceipitalis  die  gleicii  zu  besprechenden  Löcher  trägt. 

Dieses  Verhältniss  findet  sich  unter  den  verglichenen  lebenden  Crocodilinen  am  ähnlichsten  bei  Crocodilus 
vulgaris  wieder,  viel  weniger  deutlich  bei  Tomistoma  Scklegelii  und  Gavialis  gangeticus. 

Die  drei,  dem  Occipitale  laterale  allein  angeliörigen  Löcher:  das  Foramen  condyloideum 
(Owen,  Burmeister,  Stannius),  das  Foramen  jugale  (Burmeister,  Rathke,  Staunius)  und  das  bereits 
genannte  Foramen  carotis  exteruum  (Rathke),  die,  wenigstens  linkerseits,  gut  erhalten  sind,  stimmen  sowohl 
in  der  gegenseitigen  Lage,  als  auch  in  der  relativen  Grösse  ihrer  Mündungen  am  meisten  mit  denen  an  Tomi- 
stoma Schlegeln  überein. 

Das  kleinste  dieser  drei  Löcher,  das  Foramen  condyloideum  liegt  am  fossilen  Reste  am  meisten 
medianwärts,  am  Beginne  des  sich  von  der  Hauptfläche  des  Knochens  nach  rückwärts  zum  Condylus  oceipitalis 
hinziehenden  Fortsatzes  des  Occipitale  laterale;  da  dieser  seitliche  Fortsatz  fast  rechtwinkelig  von  der  Rück- 
fläche abbiegt,  so  istdas  in  Rede  stehendeLoch  in  der  geraden  Ansicht  von  hinten  nicht  sichtbar.  Bei  Tomistoma 
Schlegeln  tritt  dieses  Loch  in  Folge  einer  allmäligen  Rückwärtsbewegung  des  eben  genannten  Fortsatzes  in  der 
Ansicht  bereits  in  die  Erscheinung. 

Bei  dem  vorliegenden  Exemplare  von  Gavialis  gangeticus  ist  das  Forameu  condyloideum  doppelt  vor- 
handen (siehe  auch  Brühl,  zu  Tafel  VIII,  Fig.  4):  das  obere  ist  von  hinten  gut  sichtbar,  das  untere  liegt  so 
versteckt  wie  beim  fossilen  Reste  das  Eine  und  kann  erst  schief  von  der  Seite  gesehen  werden. 

Das  mittlere,  quer  ovale  Loch,  das  Foramen  jugale  ist  das  grösste  von  den  dreien,  und  ist  beim  fossilen 
Reste  von  hinten  deutlich  zu  sehen,  ebenso  das  untere,  das  Foramen  carotis  externiim,  der  Grösse  nach  zwischen 
den  beiden  anderen  stellend.  Dieses  letztere  ist  vom  Foramen  jugale  1""  entfernt  (von  Rand  zu  Rand  gemessen) 
und  im  Vergleich  zu  jenem  ganz  wenig  medianwärts,  bei  Tomistoma  Schlegelii  dagegen  etwas  nach  aussen 
gerückt. 

Bei  Gavialis  gangeticus  liegt  das  Foramen  jugale  bereits  an  der  Umbiegung  der  Fläche  des  Occipitale 
laterale  nacii  unten  und  ist  das  Forameu  carotis  exteruum  von  demselben  nur  durch  eiue  verhältnissmässig 
dünne  Wand  (kaum  0-3""  messend)  getrennt. 

Der  „Canalis  temporalis"  Brühl,  dessen  Dachtheil  das  Occipitale  laterale  bildet,  mündet  dem  Unterrande 
der  Schädelhiutenansicht  viel  näher  als  bei  den  recenten  in  Vergleich  gezogenen  f'rocodilineu,  und  es  ist  selir 
wahrscheinlicli  —  mit  Sicherheit  ist  dies  allerdings  nicht  anzugeben  —  dass  unterhalb  der  Mündung  dieses 


ö 


328  Toula—Kail. 

Canales  sich  kein  seitlicher  Fortsatz  des  Occipitale  laterale  nach  auswärts  erstreckte,  wie  dies  bei  den  genannten 
lebenden  Formen  —  besonders  breit  ist  derselbe  bei  Tomistoma  Schlegeln  (0-5™)  —  der  Fall  ist. 

Von  den  Nähten  des  Occipitale  laterale  mit  seinen  Nachbarknochen  wurden  jene  mit  dem 
Occipitale  superius,  dem  Mastoideum  und  Tympanicum  bereits  bei  diesen  Knochen  beschrieben. 

Die  Mediannaht  der  beiderseitigen  Occipitalia  lateralia  fehlt  natürlich,  da  ja  die  unter  dem  Occipitale 
superius  sich  vereinigenden,  gegen  das  Foramen  occipitale  mit  einem  freien  Rande  vorragenden  Knochentheile 
abgebrochen  sind.  Es  bleibt  also  von  den  äusserlieh  sichtbaren  Verbindungen  nur  noch  die  Nalit  mit  dem 
Occipitale  basilare  übrig.  Diese  zieht  am  Boden  des  Foramen  occipitale  parallel  mit  der  Medianlinie  nach 
rückwärts,  umfasst  das  Hinterende  des  nach  rückwärts  laufenden  Fortsatzes,  geht  vom  hintersten  Punkte  des- 
selben schief  nach  abwärts  und  vorne  (circa  2-7""  laug)  und  zwar  viel  weniger  stark  nach  vorne  gerichtet  als 
bei  Tomistoma  Schlegeln  oder  gar  bei  Gavialis  yangetkus,  bei  dem  diese  Richtung  mit  dem  folgenden,  abwärts- 
steigenden Theile  der  Naht  fast  einen  Winkel  von  90°  einschliesst,  biegt  dann  I)ogig  etwas  nach  einwärts,  um 
ein  kleines  Stück  (circa  0-ü''"')  mit  dem  Aussenrande  des  seitlichen  Hinterhauptbeines  parallel  zu  ziehen,  hierauf 
ebenso  allmälig  nach  aussen  und  unten  und  erreicht  den  untersten  Punkt  des  Knochens  in  einer  Entfernung 
von  circa  l-5°";  das  nun  folgende  Nahtstück  bezeichnet  die  seitliche  Grenze  zwischen  Occipitale  laterale  und 
basilare  und  verlauft  uacli  vorne  und  aufwärts.  In  dieser  Gegend  liegt  das  Sphenoideum  basilare  mittelst 
einer  Schuppennaht,  die  am  fossilen  Reste  wahrzunehmen  ist,  auf  dem  in  Rede  stehenden  Knochen  auf. 

Bei  Toiiiistoma  Schlege/ü  und  bei  Gavialis  gaageticus  verläuft  die  Naht  vom  vorderen,  auf  der  Rückfläche 
gelegenen  Knie  fast  geradlinig  dem  unteren  Knochenende  zu,  welches  bei  diesen  beiden  Arten  viel  mehr  aus- 
gefranst erscheint,  als  beim  fossilen  Reste. 

22.  Das  unpaare  Occipitale  basilare. 

Fossiler  Rest  Gavio/is  gatHjeticus  Tomistoma  Schleyelii 

Höhe  (Dimension,  gemessen  in  der Verticalen)  7-G""  j.X'm  3-4'''" 

Höhe  (desgleichen)  des  Condyhis 3  4'3  1'4 

Breite,  am  unteren  Ende  des  Occipitale  laterale 

gemessen 5-3  8  2-9 

Breite  des  Condylus 3-9  4-7  2-0 

Das  Occipitale  basilare  ist  am  fossilen  Reste  vollständig  erhalten.  Es  ist  höher  als  bei  Garialis  gangeticus 
und  im  Verhältnisse  auch  höher,  als  bei  Tomistoma  Schlegelii,  verbreitet  sich  vom  Condylus  nach  abwärts  bis 
gegen  die  Mitte  und  verschmälert  sich  von  hier  au  bis  unten  nur  ganz  wenig  (auf  circa  4-5°"'). 

Bei  Tomistoma  Schlegelii  ist  der  Grad  dieser  Verschmälerung  beträchtlicher,  von  2-9''"  auf  l^"",  bei 
Garialis  gangeticus  verbreitert  sich  das  Occipitale  basilare  vom  Condylus  nach  abwärts  stetig,  und  zwar  sehr 
bedeutend,  so  dass  es  nahe  dem  unteren  Ende  fast  die  dopi)elte  Breite  des  Condylus  aufweist! 

In  Bezug  auf  die  Lage  des  verhältnissmässig  schmalen  Condylus  occipitalis  zu  den  inneren  Knorren  des 
paarigen  Tympanicum  schliesst  sich  der  fossile  Rest  an  Tomistoma  Schlegelii  an:  bei  beiden  nämlich  liegen  der 
unterste  Punkt  des  Condylus  und  die  tiefst  gelegenen  Punkte  des  paarigen  Tympanicum  in  einer  zur  Cranial- 
dachfläche  parallelen  Ebene;  bei  Garialis  gangeticus  hmgegen  steht  der  Condylus  von  dieser  Ebene  merklich 
nach  oben  ab.  Was  den  unter  dem  Condylus  gelegenen  Theil  des  Knochens  betrifft,  so  ist  derselbe  bei  dem 
fossilen  Reste  an  den  Seitentheilen  ziemlich  flach,  in  der  Mitte  aber  springt  er,  besonders  in  der  unteren  Hälfte 
nach  rückwärts  vor,  und  ist  hier  und  am  ganzen  Unterrande  mit  Längszacken  versehen.  Im  Allgemeinen  ist 
dieser  Knocheuantheil  also  convex.  Ähnlich  verhält  es  sich  bei  Tomistoma  Schlegelii.  Bei  Gavialis  gangeticus  ist 
die  unter  dem  Condylus  gelegene  Knochenpartie  des  Occipitale  basilare  stark  concav;  ihre  untere  Grenzlinie 
beschreibt  von  der  Mittellinie  aus  einen  doppelten,  nach  abwärts  gerichteten  Bogen. 

Die  Dicke  des  Knochens  am  Unterrande  ist  beim  fossilen  Reste  (circa  1-5"")  und  bei  Tomistoma  Schlegelii 
(1-1™)  in  der  Mittellinie  am  grössten;  bei  Gavialis  gangeticus  beträgt  sie  an  dieser  Stelle  2-5'''",  die  grösste  Dicke 
aber  liegt  weiter  nach  aussen  und  misst  etwa  3-4'''". 


ö 


über  einen  Krokodil-Hrhiidel  (i/is  den  TeyÜämhl(i<jefiin(jeii  von  Efjf/enimrg.  329 

Die  Ajieituva  Eustachi!  (median  Eustacliian  foramcn  Owen")  tritt  bei  dem  fossilen  Reste  in  der  Hinten- 
ansicht deutlich  in  die  Erscheinung ;  bei  Tomistoma  ist  dieselbe  in  dieser  Ansicht  nur  wenig,  bei  Gavialis 
(jangetkus  gar  nicht  sichtbar.  Bei  den  beiden  ersteren  ist  das  Loch  fast  kreisrund,  bei  letzerem  queroval. 

Der  dem  Seitentheile  des  Oceipitale  basilare  angehörige  Halbcanal  des  von  Burmeister  der  „Fissura 
Glaseri  hominis"  verglichenen  Canales  (lateral  Eustachian  foramen  Owen)  ist  am  fossilen  Reste  theilwcise 
blossgelegt,  da  der  zugehörige,  den  Spalt  canalartig  abschliessende  Theil  des  Sphenoideum  basilare  nicht 
vorhanden  ist. 

D.  Die  grossen  Öffnungen. 

1.  Das  Foramen  oceipitale 

hat  einen  Querdurchmesser  von  3-2''"',  sein  Höhendurchmesser  lässt  sich  einer  Verletzung  des  dasselbe  oben 
abgrenzenden  Oceipitale  laterale  wegen  nicht  angeben. 

Durch  die  stark  gekrümmte,  im  Querschnitte  fast  halbkreisförmig  gestaltete  untere  Hälfte  dieses  Loches 
schliesst  sich  der  fossile  Rest  viel  enger  an  Crocodilus  'vulgaris  an  als  an  Tomisloma  Sch/egelii  und  Gavialis 
gangeticus,  bei  denen  der  Hoden  der  Hinterhauptloches  eine  viel  flachere  Krümmung  besitzt. 

2.  Die  Fossa  temporalis. 

Fossiler  Rest  Gavialis  gangeticus  Tomistoma  Schlegelii 

Länge 6-3"»  7-2'="'  2-7"" 

Breite 5-9  8-3  2-2 

Das  Verhältniss  der  Länge  des  Fossa  temporalis  zur  Breite  ist 

bei  Tomistoma  Schlegelii  .  .  wie  1:0'81, 
„  dem  fossilen  Reste  .  .  .  „  1:0*84, 
„    Gavialis  gangeticus  .    .    .    „     1 : 1  •  15, 

es  schliesst  sich  somit  hierin  der  fossile  Rest  an  Tomistoma  näher  an  als  an  Gavialis  gangeticus. 

Der  längste  Durchmesser  beträgt  beim  fossilen  Reste  7-1"°  und  ist  nach  vorne  unter  circa  45°  gegen  die 
Medianlinie  geneigt.  Eine  noch  grössere  Convergenz  gegen  die  Mittellinie,  aber  ebenfalls  nach  vorne,  zeigt  der 
längste  Durchmesser  bei  Gavialis  gangeticus ;  derselbe  misst  8-5"".  Bei  Tomistoma  Schlegelii  hingegen  conver- 
giert  der  längste  Durchmesser  (2-8''"'j  nach  rückwärts  gegen  die  Mittellinie. 

Betreffs  des  Verhältnisses  der  Grösse  der  unteren  Fossamündung  (des  Foramen  temporale)  zur  Grösse  des 
oberen  Fossaeinganges  scheint  der  fossile  Rest,  soweit  es  die  erhaltenen,  die  Fossa  temporalis  begrenzenden 
Knochenlheile  zu  beurtheilen  gestatten,  die  Mitte  zu  halten  zwischen  Gavialis  gangeticus  und  Tomistoma 
Schlegelii;  bei  letzterem  beträgt  der  grösste  Durchmesser  der  unteren  Mündung  nur  1-7"",  der  längste  Durch- 
messer des  Einganges  aber,  wie  bereits  erwähnt,  2-8''™. 

In  Bezug  auf  die  Umrandung  der  Fossa  temporalis  weist  der  fossile  Rest  manches  Eigenartige  auf. 
Während  nämlich  bei  Gavialis  gangeticus  der  Innenrand  höher  liegt  als  der  Aussenrand,  bei  Tomistoma  Schlegelii 
diese  beiden  Ränder  sich  in  gleicher  Höhe  befinden,  ist  bei  dem  fossilen  Roste  der  nach  vorne  abfallende  gerad- 
linige Innenraud  merklich  tiefer  situiert  als  der  Aussenrand  der  Fossa;  in  maximo  beträgt  der  Höhenunterscliied 
2-2™!  Vom  vorderen,  innern  Winkel  steigt  der  Rand  nach  aussen  allmälig  an,  biegt  bogig  um,  läuft  fast  gerad- 
linig eine  Strecke  nach  rückwärts  und  aussen,  wendet  sich  dann  in  scharfem  Bogen  nach  einwärts  und  zieht  nun 
wieder  fast  geradlinig  dem  hinteren  Ende  des  Innenrandes  zu,  dabei  ein  wenig  nach  vorne  neigend.  Der  Innrn- 
rand  selbst  convergiert  gegen  die  Medianlinie  fast  unmerklich.  Bei  Gavialis  gangeticus  ist  der  allgemeine  Ver- 
lauf der  Raudliuien  dem  beschriebenen  nicht  unähnlich;  der  Innenrand  aber  ist  nach  hinten  und  vorne  stetig 
gekrümmt,  lässt  also  einen  geradlinigen  Antheil  kaum  unterscheiden  und  geht  viel  allmäliger  in  den  Vorder- 
rand über  als  beim  fossilen  Reste. 

Deakschriftua  liüi- matlidiu.-uülur^.  Cl.  L.  BJ.  Atili.ttiiUiiiigen  vou  NichtmilgliBiloru.  tV 


3B0  Toula  —  Kall 

Bei  Tomistoma  Schlegelü  hat  der  Umriss  der  Fossa  temporalis  Birngestalt,  die  Spitze  liegt  uacli  vorne  und 
aussen  gekehrt. 

3.  Die  Orbita. 

Fossiler  Eest  Oavialis  gangeticus  Toimstoma    Schlegeln 

Länge  vom  Dachtheile  des  Frontale  posterius  ' 

an 7-5="  6-9  ■="  5-2™ 

Breite ca.  85  7-—  3-7 

(im  Mittel) 

Trotz  des  schlechten  Erhaltungszustandes  der  Orbita-Umgrenzung  —  es  ist  nämlich  auf  der  rechten, 
besseren  Seite  nur  der  Dachtheil  des  Frontale  posterius,  das  Frontale  principale  bis  zur  Naht  mit  dem  Fron- 
tale anterius,  ein  Theil  des  aufgeworfenen  Bandes  des  Lacrj-male  und  mit  Ausnahme  des  vorderen  Endes, 
auch  das  Jugale  vorhanden  —  lässt  sieh  mit  Sicherheit  angeben,  dass  beim  fossilen  Beste  die  Breitenaus- 
dehnung der  Orbita  gegen  ihre  Länge  überwiegt,  und  dass  hierin  dem  Beste  nur  Gavialis  nahe  kommt.  Bei 
Tomistoma  Schlegeln  ist  die  Orbita  bedeutend  länger  als  breit,  der  Umriss  im  Grossen  und  Ganzen  eiförmig,  mit 
dem  spitzeren  Ende  nach  vorne  gerichtet. 

Der  Vorderrand  der  Orbita  ist  im  Verhältniss  zum  Hinterrand  l)eim  fossilen  Reste  bei  weitem  nicht  so 
hoch  als  bei  Gaeialis  gangeticus,  bei  dem  die  den  Vorderrand  bildenden  Knochen  —  Frontale  anterius  und 
Lacrymale  —  sich  plötzlich,  steil  zur  Orbita-Umgrenzung  erheben.  Der  Seitenrand  der  Orbitalöffnung  stürzt 
beim  fossilen  Beste  nach  rückwärts  nicht  so  steil  ab  gegen  den  aufsteigenden  Theil  des  Jugale  wie  hei  Gavialis 
gangeticus  (circa  2™);  immerhin  aber  biegt  sich  auch  hier  dieser  Rand  gegen  den  aufwärts  gerichteten  Fort- 
satz des  Jugale  merklich  herab,  jedenfalls  mehr  als  bei  Tomistoma  Schlegelü,  bei  welchem  der  seitliche  Rand 
ziemlich  stetig  verläuft. 

Über  den  Antheil  der  Frontale  anterius  und  des  Lacrymale  an  der  vorderen  Orbita-Umrandung,  der  bei 
Gavialis  gangeticus  und  Tomistoma  Schlegelü  ein  sehr  verschiedener  ist,  lässt  sich  in  Folge  des  schlechten 
Erhaltungszustandes  der  hiefür  wichtigsten  Knochenabschnitte  beim  fossilen  Reste  keine  bestimmte  Angabe 
machen;  nur  so  viel  steht  fest,  dass  das  Lacrymale  nicht  soweit  zurückgereicht  hat,  wie  bei  Tomistoma  Schlegelü, 
wo  dieser  Knochen  fast  die  Hälfte  des  Orbita-Seitenrandes  bildet. 

4.  Das  Foramen  postorbitale. 

Mit  Sicherheit  lässt  sich  nur  angeben, '  dass  der  Längendurchmesser  des  Foramen  postorbitale  kürzer  ist 
als  der  der  Orbita,  dass  sich  hierin  also  der  fossile  Rest  näher  an  Tomistoma  Schhgdii  anschliesst  als  an 
Gavialis  gangeticus,  und  zweitens,  dass  das  Temporale  zur  Bildung  des  Unterrandes  des  Foramen  postorliitale 
mehr  beiträgt  als  bei  den  beiden  genannten  recenten  Crocodilinen,  an  der  oberen  Umgrenzung  desselben  aber 
viel  geringeren  Autheil  nimmt  als  bei  Tomistoma  Schlegelü  oder  gar  bei  Gavialis  gangeticus. 

5.  Die  Nares  externae. 

Fossiler  Eest  Crocodilus  vulgaris'^  Tomistoma    ScMegela 

Länge grösser  als  5-0'="  45'="'  2-l="" 

Breite 4-9  4-7  1-6 

Die  vordere  Umgrenzung  der  Nares  externae  fehlt,  es  kann  daher  die  Länge  nur  approximativ  angegeben 
werden ;  jedenfalls  aber  kommt  die  Breite  der  Längeuausdehuung  der  Nares  externae  sehr  nahe,  oder  viel- 
leicht sogar  gleich.  Bei  Tomistoma  Schlegelü  überwiegt  die  letztere  Dimension  über   die  erstere  beträchtlich. 


1  Der  Längendurchraesser  des  Foramen  postorbitale  dürfte  ca.  6'"  betragen  haben;  bei  Gavialis  gaiigeticuft  beträgt  er 
7  •  "'"',  bei  Tomistoma  ScMegelii  2  •  6'". 

•ä  Bei  dem  vorliegenden  Exemplare  von  Glavialis  gangeticus  sind  die  Nares  e.xtcrnae  grösstentlieils  verdeckt  (liufli  ver- 
trocknete Haut-  und  Floisehpartien. 


über  einen  Krakni/il-Srhüdc/  k/is  (Ich  Tniiärablaf/eritiij/en  von  E<j(ieii1>uf(j.  33  t 

Die  äussere  Umramluug  des  Loches  hat  beim  fossilen  Reste  die  Gestalt  einer  Ellipse  mit  geringer 
Excentricität,  bei  Tomidoma  SchhgeUi  ist  sie  birnförmig,  mit  der  Spitze  nach  rückwärts  gekehrt. 

Die  Seitenwände  der  Nares  externae  fallen  beim  fossilen  Reste  in  ihrer  hinteren  Hälfte  minder  steil  ab, 
als  bei  Crocodilus  vulgaris,  bei  welchem  die  durch  die  Nasenfläche  der  Dachlamelle  des  Intermaxillarc  gebildete 
Umgrenzung  der  Nasenöffnung  sich  mit  der  oberen  Umrandung  des  Loches  fast  deckt;  beim  fossilen  Reste 
springt  vielmehr  der  untere  Rand  der  Dachlamelle  deutlich  vor,  und  der  in  der  Höhe  dieses  Randes  gelegene 
Nares-Umriss  ist  auch  hier,  ähnlich  wie  bei  Tomistoma  Schlegeln  birnförmig.  Die  durch  die  Dachlamelle  des 
Intermaxillarc  gebildete  Hinterwand  der  Nasenöffnung  ist  in  der  Nähe  der  Mediannaht  grubig  vertieft.  Das 
verhältnissmässig  grosse  Foramen  incisivum  der  Gaumenlamelle  ist  von  oben  sehr  deutlich  sichtbar. 

6.  Das  Foramen  palatinum. 

Fossiler  Rest  Gavialis  ganijeticus  Tomistoma    Schlegelii 

Länge 14     '^'°  10-2'''°  7-3™ 

Breite  grössfe ca.  5  5-3  2-5 

„      in  der  Mitte ca.  4-5  5-3  2-3 

Die  Länge  des  Foramen  palatinum  verhält  sich  zur  Sciiädellänge  (vom  Hintcrrnnde  des  Parietale) 

Beim  fossilen  Reste wie  1:5-2 

Bei  Tomistoma  Schlegelii    ...      „     1 :  5  ■  7 
„    Gavialis  gangeticus  ....      „      1 :  7  •  3 

Die  Länge  des  Foramen  palatinum  verhält  sich  zu  seiner  (grössten)  Breite: 

Bei  Tomistoma  Schlegelii  .    .    .    wie  1  : 0  •  35 

Beim  fossilen  Reste „     1:0-36 

Bei  Gavialis  gangeticus     ...      „     1:0-52 

Sowohl  betreffs  des  Verhältnisses  der  Länge  des  Foramen  palatinum  zur  Schädellänge  als  auch  der  Länge 
des  Loches  zu  seiner  Breite  schliesst  sich  der  fossile  Rest  innig  an  Tomistoma  Schlegelii  au.  Dies  zeigt  sich 
übrigens  auch  noch  darin,  dass  bei  beiden  Formen  der  grösstc  Breitendurchmesser  nicht  in  der  Mitte  des 
Loches  liegt,  sondern  etwa  im  hinteren  Drittel;  sowie  in  dem  verhältnissmässig  grossen  Antbeile,  den  das 
Supramaxillare  sowohl  bei  Tomistoma  Schlegelii  als  auch,  und  zwar  ganz  besonders  beim  fossilen  Reste  an  der 
äusseren  Begrenzung  des  Foramen  palatinum  nimmt:  weit  über  ein  Drittheil.  Bei  Gavialis  gangeticus  ist  das 
Foramen  palatinum  in  der  Mitte  am  breitesten  und  das  Supramaxillare  trägt  nur  etwa  den  fünften  Theil  zur 
Bildung  des  Aussenrandes  bei. 

An  Gavialis  gangeticus  erinnert  beim  fossilen  Reste  nur  der  gut  entwickelte  Hinterrand  des  Gaumenloches. 
Mit  Crocodilus  vulgaris  theilt  der  fossile  Rest  die  Eigenschaft,  dass  zur  Bildung  des  Innenrandes  des  Foramen 
palatinum  auch  das  Pterygoideum  beiträgt,  wodurch  er  sich  sowohl  von  Gavialis  gangeticus  als  auch  von  Tovd- 
stoma  vulgaris  unterscheidet. 

Dass  am  Aussenrande  des  Gaumenloches  beim  fossilen  Reste,  wie  auch  bei  Crocodilus  vulgaris  keine,  dem 
Transversum  angehörige  Einkerbung  vorhanden  ist,  w'e  sie  bei  den  anderen  zwei  in  Vergleich  gebrachten 
rcccnten  Crocodilinen  vorkommt,  ist  bereits  bei  dem  betreffenden  Knochen  erwähnt  worden. 


332  Toula  —  Kail. 


E.   Tabellarische  Übersicht  der  Grössenverhältnisse,  einerseits  der  einzelnen  Kopfknochen  und 
Schädeltheile  untereinander,  und  anderseits  bei  den  in  Vergleich  gebrachten  Individuen,  und  zw.: 

Fossiler  Rest  Gavialk  (jangetkus  Tomistoma    SMcyelii 

Schnauzentheil  des  Schädels  =  1 :  ' 
Gesammtschädelläuge 1  ■  26  1"27  1-31 

Länge  der  Fossa  temporal  is  =  1  : 
Länge  der  Orbita 1'2  0-95  1-9 

Länge  der  Orbita  =  1 : 
Gesammtschädellänge 9-8  10-8  8-08 

Länge  der  Mediaunaht  der  Intermaxillare 
(bis  zu  den  Nares  externae)  =  1 : 
Länge  der  Medianuaht  der  Nasalia 4-0  0"32  1'8 

Scheitelflächenbreite  (in  der  Mitte)   zwi- 
schen der  Fossa  temporalis  zr  1 : 
Stirnflächenbreite 5-6  4-3  1-7 

Länge  des  Forameu  palatinum  ^  1 : 
Gesammtschädellänge 5-21  7-35  5-6 

Schädeldachbreite  =  1 : 
Gesammtbreite  des  Schädels 1-82  1-41  1-76 

Grösste  Länge  des  Parietale  =  1 : 
Gesammtschädellänge 10 -1  9-5  9-3 

Grösste  Länge  des  Frontale  principale  ■=  1 : 
Gesammtschädellänge 5'4  4-6  5*6 

Länge  des  Frontale  principale  von  hinten 

bis  zur  Naht  mit  Frontale  anterius  =  1 : 
Länge  von  dieser  Naht  bis  zum  vorderen  Ende        1-26  1'4  0*7 

Länge  der  Nasalia  z=  1: 
Gesammtschädelläuge 1-8  4*3  2"3 

Länge  des  Mastoideum  z=  1 : 
Gesammtschädellänge 5-4  5-5  5-17 

Länge  des  äusseren  freien  Randes  vom 
Frontale  posterius  =  1 : 
Gesammtschädellänge 16-2  14-1  28-0 

Länge  des  Tympauicum  =:  1 : 
Gesammtschädellänge 4-3  6-0  5-0 

Länge  des  Temporale  =  1 : 
Gesammtschädellänge 5-5  5-2  4-9 

Temporale  vom  Hiuterende  bis  zur  Naht 
mit  dem  Jugale  =  1 : 
Gesammtschädellänge 11-9  20-3  32-3 

Länge  des  Jugale  ■=.  1 : 
Gesammtschädellänge 2-8  3-1  2.6 


Man  vergleiche  die  AnmerkuiJg  auf  S.  7. 


über  einen  Krokodil-Schädel  aus  den  TertiärabkKjcruiujen  von  Eggenburg.  333 

Fossiler  Kest  Gavialis  yangeticus  Tomistoma     SMegclä 

Länge  des  Frontale  anteriiis  =  1 : 
Gesanimtscbädellänge 9-8  11-5  12 

Laciymale  vom  Orbitaiande  bis  zum  Vor- 
derende =  1  : 
GesammtschädeMnge ,.  7-4  7-7  5-9 

Breite  des  Lacrymale  =  1 : 
Länge  vom  Orbitarrande  an 2-3  2'8  3-5 

Länge  desSupramaxillare  vom  Hinterrande 
des  vorletzten  (3)  Oberkieferzahnes  =  1 : 
Gesammtscbädellänge 1-6  16  1'7 

Länge  der  Intermaxillare  an  der  Unterseite 
von  hinten  bis  zum  3.  (von  hinten  ge- 
rechnet) Intermaxillarschnitte  ■=.  1 : 
Gesammtscbädellänge 4*4  5'4  4-9 

Grösste  Länge  des  Palatiuum  =  1: 
Gesammtscbädellänge 3*4  4-1  4*9 

Länge  des  Transversum  =:  1  : 
Gesammtscbädellänge 5-4  5-0  5-3 

Breite  des  Occipetale  laterale  =  1 : 
Scbädeibreite 2-7  2-4  2-6 

Länge  der  Fossa  temporaUs  =  1 : 
Breite  der  Fossa  temporalis 0-8  1"2  0-8 

Länge  der  Orbita  z=.  1 : 
Gesammtscbädellänge 8-7  10-8  8-1 

Länge  des  Foramen  palatiuum  =  1 : 

Gesammtscbädellänge 5-2  7-3  5-7 

Breite  des  Foramen  palatinum 0-4  05  0*4 

F.  Zusammenfassung  der  vergleichenden  Betrachtungen. 

1.  Der  fossile  Best  bat  mit  Tomit^totaa  Schlegelii  gemein: 

1.  Die  Nasalia  reichen  verbältnissmässig  weit  nach  vorne. 

2.  Längen-  und  Breiten-Verhältnisse  des  Forauien  palatinum. 

3.  Der  das  Foramen  palatinum  aussen  begrenzende  Oberkieferast  trägt  mindestens  4  Zähne. 

4.  Die  Breite  der  Schädeldachfläcbe  in  Rücksicht  auf  die  Gesammtbrcite  des  Schädels  ist  verliältniss- 
mässig  gering. 

5.  Die  Schädeldacbfläche  fällt  gegen  den  Aussenrand  des  Kopfes  allmälig  ab. 

6.  Die  Naht  zwischen  Parietale  und  Frontale  posterius  verläuft  auf  der  Vorderwand  der  Fossa  temporalis 
schräg  nach  aussen. 

7.  Die  seitlichen,  gegen  die  Orbitae  zu  gelegeneu  Flächen  sind  wohl  entwickelt  und  fallen  ziemlich  steil 
nach  unten  und  einwärts  ab. 

8.  Die  Nasalia  werden  vorne  ein  gutes  Stück  von  dem  paarigen  Intermaxillare  begrenzt. 

9.  Die  Naht  des  Mastoideum  greift  bis  zur  halben  Breite  des  absteigenden  Theiles  des  Frontale  posterius  vor. 

10.  Die  Untenansicht  des  Schädels  zeigt  eine  innige  Anlagerung  des  nach  vorne  ziehenden  Lappens  des 
Tympanicum  an  des  Frontale  posterius. 

11.  Das  Vorbandensein  eines  von  der  vorderen,  in  der  Fossa  auricularis  befindlichen  Knochenspange  des 
Tympanicum  überwölbten  Cauales  ist  nach  dem  Befunde  am  fossilen  Reste  böclist  wahrscheinlich. 


334  -  Toula  —  Kail. 

12.  Das  Tympanicum  besitzt  an  dem  hinteren  Theile  der  Unterseite  einen  deutlichen  Län^swulst. 

13.  BetreflFs  der  Breitenverhältnisse  der  hinteren  Hälfte  des  Jngale  kommen  sich  der  fossile  Kcst  und 
Tomistuma  ScJdegelii  sehr  nahe. 

14.  Der  vordere  Abschnitt  der  Naht  des  Frontale  anterius  mit  dem  Frontale  principale  verläuft  von  vorne 
nach  rlickvFärts  mit  der  Medianlinie  fast  parallel. 

15.  Das  Supramaxillare  zeigt  an  seiner  Unterseite  beim  fossilen  Reste  einen  von  vorne  bis  nach  rück- 
wärts verlaufenden  Wulst,  der  die  Zähne  tragende  Partie  des  Knochen  von  der  inneren  scheidet.  Bei  Tomistoma 
fehlt  dieser  Wulst  nur  an  dem  rückwärtigen,  das  Foramen  palatinum  aussen  begrenzenden  Theile  des 
Supramaxillare. 

16.  Die  Zahl  der  Supramaxillarzähne  ist  gering:  beim  fossilen  Rest  16,  bei  Tomistoma  Schlegelii  15. 
(Gavialis  24).  Die  Alveolen  sind  im  vorderen  und  mittleren  Theile  des  Supramaxillare  weiter  von  einander  ent- 
fernt als  im  hinteren  Abschnitte. 

17.  Die  Längsaxe  des  Supramaxillarzahu-Querschnittes  ist  sagittal  gestellt. 

18.  Das  vordere  Schnauzeuende  ist  nicht  löifelartig  verbreitert.  Die  Breitenzunahme  der  Intermaxillare 
von  der  seitlichen  Bucht  an  ist 

bei  dem  fossilen  Reste    =  0-2°"  auf  1™  Längeuausdehnung, 
„    Tomistoma  Sddegelü  =  0-2"''    „    V'^  „ 

(„    Gavialis  gangeticus    =  0'6""   „    1°"  r  !)• 

19.  Das  von  der  Gaumenplatte  des  paarigen  Intermaxillare  gebildete  Foramen  incisivum  ist  verhältniss- 
mässig  gross. 

20.  Das  Intermaxillare  reicht  nicht  über  die  zweite  Zahnalveole  des  Supramaxillare  hinaus  :  beim  fossilen 
Reste  erreicht  es  den  Vorder-,  bei  Tomistoma  Schlegelii  den  Hinterrand  dieser  Alveole;  (bei  Gavialis  gangeticus 
den  Hinterrand  des  vierten  Oberkieferzahnes!) 

21.  In  der  oberen  Region  des  Occipitale  superior  springt  der  seitliche  Theil  etwas  nach  rückwärts  vor. 

22.  Die  obere  Begrenzung  des  Occipitale  superius  verläuft  fast  horizontal,  also  nicht  nach  oben  gewölbt. 

23.  Die  Naht  des  Occipitale  superius  mit  der  Occipitale  laterale  verläuft  geradlinig  schief  nach  unten  und 
einwärts  (circa  45°  geneigt). 

24.  Allgemeine  Form  des  Occipitale  laterale.  Der  Unterrand  des  Knochens  bleibt  vom  äussersten  Punkte 
des  Knorrens  bis  zum  Forameu  caroticum  fortwährend  von  hinten  sichtbar. 

25.  Der  nach  abwärts  gerichtete,  sich  an  das  Occipitale  basilare  anlegende  Fortsatz  des  Occipitale  laterale 
lässt  die  halbe  Höhe  des  ersteren  Knochens  unbedeckt.  Dieser  Fortsatz  ist  auch  nach  rückwärts  flächen- 
artig entwickelt. 

26.  Das  Occipitale  laterale  besitzt  nur  ein  Foramen  condyloidem  jederseits. 

27.  Das  Forameu  jugale  steht  vom  Foramen  carotis  externum  merklich  ab. 

28.  Das  Occipitale  basilare  hat  ungefähr  in  der  Gegend  des  unteren  Endes  des  abwärts  ziehenden  Fort- 
satzes des  seitlichen  Hinterhauptbeines  seine  grösste  Breite. 

29.  Der  unterste  Punkt  des  Condylus  occipitalis  und  die  tiefst  gelegenen  Punkte  des  paarigen  Tympanicum 
liegen  fast  in  einer  zur  Cranial-Dachfiäche  parallelen  Ebene.  Bei  Gaimlis  liegt  der  erste  Punkt  merklich  iiöher 
als  die  letzteren. 

30.  Die  unter  dem  Condylus  gelegene  Partie  des  Occipitale  basilare  ist  im  Allgemeinen. nach  rückwärts 
convex,  das  untere  Ende  mehr  weniger  abgerundet. 

31.  Die  fast  kreisrunde  Apertura  Eustachii  ist  in  der  Hinteransicht  des  Schädels  wahrzunehmen. 

32.  Die  Fossa  temporalis  ist  länger  als  breit.  Das  Verhältniss  der  Länge  der  Fossa  temporalis  zu  deren 
Breite  ist 

bei  Tomistoma  Schlegelii  =  1  :  0-81 
beim  fossilen  Reste  =  1  :0-84 
bei  Gavialis  gangeticus    ■=  1  :  1-15. 


über  pinrn  Krol-odil-Srhädd  auH  den  Tertiärahlagerwu/en  rnn  Ef/ffeubiirfi.  335 

33.  In  den  Nares  externae  springt  der  untere  Kaiid  der  Dachlamelle  des  lutermaxillare  deutlich  vor,  und 
der  in  der  Höhe  dieses  Randes  gelegene  Naresumriss  ist  birnförmig.  Bei  Tomistoma  Schlegelü  hat  übrigens  auch 
der  Aussenumriss  entschiedene  Birngestalt,  beim  fossilen  Reste  kommt  die  Breite  der  Längenausdehnung  fast 
gleich  (ähnlich  wie  bei  Crocodilus  vulyaris). 

34.  Sowohl  betreffs  des  Verhältnisses  der  Länge  des  Foramen  palatinums  zur  Schädellänge  als  auch  der 
Länge  des  Loches  zu  seiner  Breite  schliesst  sich  der  fossile  Rest  innig  an  Tomistoma  SchlegeUi  an. 

35.  Das  Foramen  palatinum  ist  nicht  in  der  Mitte,  sondern  etwa  im  hinteren  Drittel  am  breitesten. 

36.  Das  Supramaxillare  nimmt  einen  verhältnissmässigen  Antheil  au  der  äusseren  Begrenzung  des 
Foramen.  (Beim  fossilen  Reste  weit  über  ein  Drittel !) 

2.  Der  fossile  Rest  hat  mit  Gavialis  gangeticus  gemein: 

L  Steiler  Abfall  des  Parietale  gegen  die  Innenwand  der  Fossa  temporalis,  ebenso  bei  Corodilus  vulgaris 

2.  Die  Gaumenuaht  zwischen  lutermaxillare  und  Supramaxillare  umschliesst  keinen  deutlich  ausgebildeten 
rücklaufenden  L;ippeu  der  Interuiaxillare. 

3.  Der  allgemeine  Verlauf  der  verliältnissmässig  laugen  Naht  zwischen  Palatinum  und  Supramaxillare. 

4.  Der  allgemeine Umriss  des  Parietale,  abgesehen  von  der  schmalen  Wand  zwischen  den  Schläfengruben. 

5.  Das  Parietale  hat  an  seinem  Hinterrande  einen  deutlichen  Ausschnitt  zur  Aufnahme  einer  Occipital- 
Christa. 

6.  An  dem  ganzen,  der  Fossa  temporalis  zugewendeten  Rande  der  Obenansicht  hat  das  Parietale  einen 
wohl  entwickelten,  zum  steilen  Abfalle  gegen  die  Schläfengruhe  mit  beitragendem  Wulst. 

7.  Der  Verlauf  der  Naht  zwischen  Parietale  und  Frontale  principale  ist  ein  sehr  einfacher,  ohue  Aus- 
zackungen. 

8.  Starke  Einbuchtung  des  hinteren  und  mittleren  Abschnittes  des  Frontale  principale  gegen  die 
Mittellinie. 

9.  Die  Naht  des  Nasale  mit  dem  Frontale  anterius  ist  ungeföhr  gleich  mit  jener  des  Nasale  mit  dem 
Lacrymale. 

10.  Die  Nähte  des  paarigen  Nasale  mit  dem  paarigen  Lacrymale  linker-  und  rechterseits  zeigen  bei  ihrem 
Verlaufe  nach  vorne  eiue  ganz  schwache  Divergenz. 

11.  Der  Winkel,  den  der  vordere  und  äussere  freie  Rand  des  Mastoideum  an  der  Dachfläche  bilden,  ist 
ungefähr  gleich  einem  rechten. 

12.  In  der  Aussenansicht  treten  Tympanicum  und  Frontale  posterius  nicht  in  Verbindung. 

13.  In  Bezug  auf  die  Länge  des  Lacrymale,  vom  vorderen  Orbitarande  an  gerechnet,  schliesst  sich  der 
fossile  Rest  enge  an  Gavialis  gangeticus  an;  diese  Länge  verhält  sich  zur  Schädellänge  (vom  Hinterrande 
des  Parietale  an) : 

bei    Gavialis   gangeticus  vrie   1  :  7"7 
beim  fossilen  Reste  „     1:7-4 

bei  Tomistoma  Schlegelü    „     1:5-9 

14.  Das  Lacrymale  ist  am  Orbitalrande  stark  aufgewulstet. 

15.  An  der  inneren  Begrenzung  des  Lacrymale  nimmt  ausser  Frontale  anterius  und  Nasale  auch  das 
Supramaxillare  Antheil. 

16.  Das  Supramaxillare  schiebt  sich  nicht  nur  zwischen  Nasale  und  Larymale,  sondern  auch  zwischen 
Lacrymale  und  Jugale  ein;  die  Naht  mit  diesen  Knochen  bildet  also  zwei  nach  vorne  gerichtete  Schlingen. 

17.  Die  nach  aussen  und  etwas  nach  vorne  von  dem  Foramen  iucisivum  befindliche  Fossa  dentalis  liegt 
nach  einwärts  von  der  (von  hinten  gerechnet)  vierten  Intermaxillaralveole.  (Bei  Tomistoma  Schlegelü  liegt 
dieselbe  vor-  und  einwärts  von  dem  3.  Zwischenkieferzahne.) 

18.  Das  lutermaxillare  des  fossilen  Restes  besass  wie  jenes  von  Gavialis  gangeticus  jederseits  f  ü  nf  Zähne, 
und  nicht  wie  bei  Tomistoma  Schlegelü  vier. 


336  Toiila  —  Knil. 

19.  Der  (von  hinten  gerechnet)  dritte  und  vierte  lutermaxillarzahn  stehen  viel  weniger  weit  von  einander 
entfernt  als  die  übrigen. 

20.  Die  von  dem  links-  und  rechtsseitigen,  sich  zwischen  das  paarige  Supramaxillare  einschiebenden  Fort- 
sätze des  Palatiuum  gebildete,  mehr  weniger  dreieckige  Fläche  ist  circa  zweimal  höher  als  breit.  Tomistoma 
Schlegeln  breiter  als  hoch!  (Fossiler  Rest  2 mal,  Gavialls  (/nn(jeficna  1-8 mal.) 

21.  Der  längste  Durchmesser  der  Fossa  temporalis  convergiert  nach  vorne  gegen  die  Mittellinie 
des  Kopfes. 

22.  Die  obere  Orbitamündung  ist  breiter  als  lang. 

3.  Der  fossile  Rest  unterscheidet  sich  sowohl  von  Tomistoma  Schlegelii  als  auch  von 

Gavialis  gangeticus: 

1.  Occipitale  superius  in  der  Draufsicht  der  ganzen  Ausdehnung  nach  deutlich  wahrzunehmen. 

2.  Geringe  Breite  des  Parietale  zwischen  der  linken  und  rechten  Fossa  temporalis  (wie  bei  Crocodilus 
vulgaris). 

3.  Die  Einsenkung  des  Oberrandes  derOccipitalansicht  gegen  die  Medianebene  (wie  hei  Crocodilus  vulgaris). 

4.  Das  Parietale  trägt  am  hinteren  Theile  eine  mächtig  ausgebildete  Sculptur. 

5.  Die  Naht  zwischen  Parietale  und  Occipitale  superius  ist  in  der  Draufsicht  gut  sichtbar  (besser  als  bei 
Tomistoma  Sclilegelii). 

G.  Deutliche  Einbuchtung  gegen  die  Mittellinie  des  Frontale  principale  in  dem  zwischen  dem  paarigen 
Frontale  anterius  gelegenen  Abschnitte. 

7.  Die  Breite  des  theils  zwischen  das  |)aarige  Frontale  anterius,  theils  zwischen  das  paarige  Nasale 
eingekeilten  Fortsatzes  des  Frontale  principale  beträgt  nicht  den  fünften  Theil  der  grössten  Breite  des 
Knochens. 

8.  Der  vordere  Theil  der  Naht  des  Frontale  principale  mit  dem  Frontale  anterius  ist  eben  so  lange  wie  die 
Naht  desselben  Knochens  mit  dem  Nasale. 

9.  Die  Naht  des  Nasale  mit  dem  Frontale  principale  ist  ungefiihr  gleich  jener  desselben  Knochens  mit  dem 
Frontale  anterius. 

(Bei  Tomistoma  Schlegelii  betragen  diese  Dimensionen  1  '8  und  2-4  im  Mittel) 
(bei    Gavialis   gangeticus         „  „  „  6-2    „     2-9    „        ,,     ) 

10.  In  der  Ansicht  von  oben  und  aussen  ist  der  vordere  Abschnitt  des  Mastoideum  nur  um  ein  geringes 
länger  als  die  hintere,  sich  an  das  Tympanicum  und  das  Occipitale  laterale  anlegende  Partie. 

1 1 .  Der  vordere  Abschnitt  des  Mastoideum  fällt  seitlich  steil  ab,  fast  wie  bei  Crocodilus  mdgaris. 

12.  Das  Mastoideum  zeigt  in  der  Occipitalansicht  keinen  wohlausgebildeten,  nach  hinten  deutlich  vor- 
springenden Wulst  und  der  Rückahfall  des  Knochens  ist  nicht  besonders  steil, 

Ki.  Das  Foramen  postorbitale  wird  oben  nicht  bis  nach  vorne  von  einer  Leiste  des  Temporale  begrenzt 
(ebenso  bei  Crocodilus  vulgaris!) 

14.  Der  sich  von  unten  in  die  Fossa  temporale  hereinwölhende  Theil  des  Tympanicum  tritt  mit  dem  Fron- 
tale posterius  an  der  Aussenwand  der  Schläfengrube  in  direete  Verbindung,  weit  inniger  als  bei  Crocodilus 
vulgaris. 

15.  Der  von  Condylus  maxillaris  bis  zum  hinteren,  seitlichen  Ende  des  Occipitale  laterale  ansteigende 
Theil  des  Tympanicum  ist  verhält  nissig  lang,  ähnlich  wie  bei  Crocodilus. 

Das  Verhältniss  dieses  Theiles  des  Tympanicum  zu  seiner  Länge,  vom  äusseren  Knorren  bis  zum  vordersten 
Punkte  der  sich  aussen  an  das  Mastoideum  anlegenden  Partie  des  Knochens  ist: 

beim  fossilen  Reste  ....  wie  1  :  2-8, 
bei  Crocodilus  vulgaris  .    .     ,,    1  :  2  •  9, 
„     Gavialis  gangeticus  .    .     „    1  :  3  •  3, 
„     Tomistoma  Schlegelii    .     „     1  :  3-321 


über  einen  Krokodil- Schädel  aus  den  Terfiärahlagerungen  von  Eggenburq.  337 

16.  Das  bei  den  recentenCrocodilinen  nahe  dem  hinteren Theile  des  Innenrandes  desTympanicum  vorfind- 
liche,, Foramen  aereum"  und  die  den  Verlauf  des  „CanalisStannii"  Brühl  —  dessen  äussereMündung  das  ange- 
gebene Foramen  ist  —  aussen  bemerkbar  machende,  wulstartige,  schief  gegen  das  Occipitale  laterale  hinziehende 
Erhabenheit  können  am  fossilen  Reste,   trotz  guten  Erhaltungszustandes  dieser  Stelle  nicht  constatiert  werden. 

17.  Die  Naht  des  Tympanieum  mit  dem  Temporale  ist  auf  der  Unterseite  verhältnissmässig  kurz: 

Nalitlänge  Grösste  Länge  des  Tyraiianicum 

Fossiler  Rest 13-4™  ca.  20-0™  =1:1-5 

Tomlstoma  SchlegeUi 8-8  9-4  =1:1-06 

Gavialis  gangeticus 15-2  15-2  ^1:1. 

1 S.  Die  innere  Hälfte  der  Naht  zwischen  Tympanieum  und  Occipitale  laterale  entfernt  sich  bis  zur  Mün- 
dung des  Canalis  caroticus  nicht  vom  Unterrande  des  letzteren  Knochens. 

19.  Das  Temporale  hat  einen  bedeutenden  Autheil  an  der  Bildung  des  unteren  Randes  des  Arcus  iem- 
poralift  inferior:  beim  fossilen  Reste  6-1"",  bei  Gavialis  gangeticus  3-7'''",  bei  Tomist oma  Schlegelii  1-3™. 

20.  Der  vordere  Abschnitt  des  Frontale  anterius,  der  hintere  Antheil  des  Nasale  und  das  Vorderende  des 
Frontale  principale  bilden  zusammen  eine  wohlausgeprägte  Wölbung  gegen  die  Medianebene. 

21.  Die  grösste  Breite  des  zwischen  Nasale  und  Lacrymale  liegenden  Knochentheiles  des  Frontale  anterius 
ist  auffallend  gering;  es  verhält  sich  zur  Länge  des  ganzen  Knochens: 

beim  fossilen  Reste  ....  wie  1:5-7 

bei  Gavialis  gangeticus  .    .     „    1:2-8 

„     Tomisfoma  Schlegelii    .     „    1:2-7. 

22.  Das  Lacrymale  ist  breit-zungenförmig  entwickelt,  nach  vorne  nicht  in  eine  Spitze  auslaufend.  fÄlin- 
lich  wie  bei  Crocodilus  vulgaris.) 

23.  Die  Breite  des  Supramaxillare  steigt  beim  fossilen  Reste  vom  Ilinterende  des  Intermaxillare  (3-2"") 
bis  etwa  zum  Vorderende  des  Lacrymale  (6-4"")  auf  das  Doppelte. 

(Bei  Tomistoma  Schlegelii  von  1  •  3""  auf  1  -  5'") 
(  „    Gavialis  gangeticus     „    3-4°'"    „    .3-7""). 

24.  Der  Schnauzenquerschnitt  ist  stark  abgeplattet,  die  Mediannaht  der  Snpramaxillaria  auf  der  Unterseite 
liegt  in  einer  wohlausgeprägten  Furche  und  zwar  im  allgemeinen  der  Dachfläche  näher  als  die  Innenwände 
der  Zahnalveolen-Mündungen. 

25.  Der  Alveolenrand  des  vordersten  Supramaxillarzahnes  steht  vom  Alveolenrande  des  hintersten  Inter- 
maxillarzahnes  bedeutend  ab:  4-9""!  Bei  Totnistoma  Schlegelii  1-6™,  bei  Gavialis  gangeticus  circa  2-0''". 

26.  Die  erhaltenen  Supramaxillarzähne  besitzen  eine  äusserst  zarte  Längsstreifung,  einen  elliptischen 
Querschnitt  und  kaum  eine  Neigung  zur  Zweischneidigkeit. 

27.  Der  rückwärts  laufende,  sich  zwischen  Nasale  und  Supramaxillare  einschiebende  Fortsatz  des  Inter- 
maxillare ist  auffallend  lang  (8'^'",  bei  Tomisfoma  Schlegelii  circa  1-5'='"). 

28.  Bei  Tomistoma  Schlegelii  gibt  die  Entfernung  der  vordersten  Punkte  des  links-  und  rechtsseitigen 
Supramaxillare  fast,  bei  Gavialis  gangeticus  genau  auch  die  Schnauzenbreite  an  der  betreffenden  Stelle  an; 
beim  fossilen  Reste  bleibt  diese  Entfernung  merklich  hinter  dieser  Breitendimension  zurück  (4-4"'"  gegen  5-5'''"). 

29.  Der  seitliche  Rand  des  Palatinum  erreicht  den  Ilinterrand  des  Foramen  palatiuum  nicht. 

30.  Das  paarige  Palatinum  ist  nach  hinten  halbkreisförmig  abgerundet.  Bei  Gavialis  gangeticus  nnäTomi- 
stoma  Schlegelii  erhält  die  hintere  Begrenzung  der  beiderseitigen  Palatina  die  Form  eines  Ausschnittes. 

31.  Der  seitliche,  freie  Rand  des  Palatinum  biegt  seiner  ganzen  Länge  nach,  also  auch  in  der  vor- 
deren, dem  Canalis  muscularis  zugekehrten  Partie,  fast  senkrecht  zu  einer  aufwärts  steigenden,  das 
Foramen  palatinum  innen  begrenzenden  Fläche  um. 

32.  Der  mediane  Theil  der  Gaumenplatte  ist  auffallend  dick;  er  misst  am  hinteren  Ende  1-7''",  ist  also 
doppelt  so  dick  als  beim  vorliegenden  Exemplare  von  Gavialis  gangeticus. 

Oenkschrifien  di'i  iiialhäm.  n.ilurw.  Cl.    L.  Bd.    AblLiiidlunt^en  von  NichLinitgliedern,  S3 


333  Toula  —  Kail. 

33.  Beim  fossilen  Reste  ist  der  wulstig  aufgeblähte  Aussenrand  des  Pterygoideum  unterseits  um  wenig 
über  die  Hälfte  vom  Transversum  bedeckt;  fast  die  ganze  hintere  Hälfte  des  unteren,  seitlichen  Randes  also 
bleibt  frei.  (Ahnlich  bei  Crocodüus  vulgaris.) 

34.  Das  Pterygoideum  nimmt  beim  fossilen  Reste  entschiedenen  Antheil  an  der  Bildung  des  Innenrandes 
des  Foramen  palatinum  (etwa  2""!).  (Ahnlich  verhält  es  sich  bei  Crocodilus  vulgaris.) 

35.  Der  vom  Pterygoideum  gebildete  Hinterrand  übertrifft  bei  dem  fossilen  Reste  jenen  bei  dem  fast  gleich 
grossen  Schädel  von  Gavialis  gangeticus  fast  um  das  Doppelte  (3  — 1-7""). 

36.  Der  lunenrand  des  verhältnissmässig  breiten,  zum  Supramaxillare  hinziehenden  Fortsatzes  des  Trans- 
versum zeigt  keine  Einkerbung.  Fehlt  auch  bei  Crocodilus  vulgaris. 

37.  Das  Hinterende  des  Transversum  ist  quer  abgestutzt,  nicht  wie  bei  den  in  Vergleich  gezogenen, 
recenten  Crocodilinen,  spitz  zulaufend. 

38.  Das  Transversum  tritt  mit  dem  Pterygoideum  vom  Foramen  palatinum  an  bis  zum  hinteren  Ende  in 
innigen  Contact  mittelst  einer  wohl  ausgebildeten,  gewöhnlichen  Naht,  die  sich  fast  unmerklich,  besonders 
rückwärts,  auf  die  Oberseite  hinüberzieht,  und  erst  hier  in  eine  typische  Hchuppcnnaht  übergeht. 

39.  Die  untere  Region  des  Occipitale  superius  zeigt  beim  fossilen  Reste  eine  median  gelegene,  kielartige 
Erhabenheit,  die,  an  Stärke  stetig  zunehmend,  bis  zum  unteren  Ende  des  Knochens  hinzieht. 

40.  Vom  Oberrande  des  nach  rückwärts  strebenden  Fortsatzes  des  Occipitale  laterale  zieht  beim  fossilen 
Reste  ein  deutlich  ausgeprägter  Wulst  ohne  Unterbrechung  quer  nach  aussen  bis  zum  seitlichen  Knorren  des 
Occipitale  laterale. 

41.  Der  von  der  Hauptfläche  des  Occipitale  laterale  nach  rückwärts  zum  Condj'lus  occipitalis  liinziehende 
Fortsatz  biegt  fast  senkrecht  ab;  das  an  der  Umbiegungsstelle,  medianwärts  gelegene  kleine  Foramen  con- 
dyloideum  ist  somit  von  hinten  nicht  sichtbar. 

42.  Der  „CanaHs  temporalis"  Brühl  mündet  sehr  nahe  dem  Unterrande  des  Occipitale  laterale. 

43.  Die  untere  Hälfte  des  Foramen  occipitale  ist  stark  gekrümmt,  fast  halbkreisförmig  gestaltet.  (Ahnlich 
vne  bei  Crocodilus  vulgaris). 

44.  Der  nach  vorne  abfallende,  geradlinige  Innenrand  der  Fossa  temporalis  liegt  um  circa  2  •2°'"  tiefer 
als  der  Aussenrand. 

45.  Das  Tenipoiale  nimmt  einen  verhältnissmässig  grossen  Antheil  an  der  Bildung  des  Unterrandes  des 
Foramen  ijostorbitale,  einen  bedeutend  geringeren  Antheil  aber  als  bei  Tomistonia  und  Gavialis  an  der  Bildung 
der  oberen  Umgrenzung  dieser  Öffnung. 

G.  Schlussfolgerungen. 

Was  die  Zugehörigkeit  unseres  Restes  anbelangt,  so  kann  es  nach  allen  Merkmalen  keinem  Zweifel  unter- 
liegen, dass  wir  es  dabei  mit  einer  neuen  Zwischenform  zwischen  Gavialis  und  Crocodilus  zu  tliun 
haben.  Von  den  recenten  Gattungen,  wie  sie  Gray  (1.  c.  1869)  aufstellt,  kommen  dabei  nur  Tomisfonia  Sc/ile- 
gelii  {BJiyncIwsuchus  Huxley)  und  Mecistops  Gray  in  Betracht. 

Von  Tomistoma  heisst  es  in  Bezug  auf  die  an  unserem  Exemplar  wahrnehmbaren  Charaktere :  Schnauze 

20 20        20 

konisch,  am  Grunde  dick,  Zähne  t-; — -;  (,-5 — r-,  nach  Carus),  die  hinteren  Zähne  des  Oberkiefers  und  fast  alle 

lö — -lo  ^lo — ly  ' 

unteren  passen  in  Gruben  zwischen  den  gegenüberliegenden  Zähnen;  Zwischenkiefer  kaum  verbreitert.  Orbital- 
rand nicht  aufgewulstet.  (Dem  fügt  Carus  noch  bei:  Zwischenkiefernalit  nicht  bis  zum  dritten  Zahn  reichend.) 

Von  Mecistops  lautet  die  Charakteristik  (bei  Carus,  Handbuch  d.  Zoologie,  I.  ßd.  S.  409):  Schädel  ver- 
längert, Schnauze  schmal,  Zähne  18/15,  weniger  ungleich  als  bei  den  anderen  (Crocodilinen).  Bei  Gray 
heisst  es  (1.  c.  S.  156):  „Face  subcylindrical,  scarcely  dilated  in  the  middle.  Orbita  simple  ....  Intcrmaxillary 
produced  behind  and  embracing  the  front  end  of  the  nasal." 

Mecistops  wurde  früher  zu  Gavialis  gestellt;  Gray  stellte  die  neue  Gattung  auf,  da  die  Structur  des 
Schädels  und  die  Stellung  der  Zähne  wahre  Krokodil-Charaktere  aufweisen. 


über  einen  Krokodil-Schädel  aus  den  Tertiärablageriingen  von  Efigenhurg. 


339 


cbrachten  Maassc. 


Auf  die  nahe  Verwandtschaft  von  Mcciatopä  mit  Toinidoma  Schlegeln  wird  wiederholt  hingewiesen. 
Von   auffallenden,  von  unserer  Form  abweichenden  Merkmalen  seien  betreffs   der  Art  Mecistops  cata- 
Fig.  3.  (V5  nat.  Gr.)  pJmictus  Cii\.  sp.  hervorgehoben:  DasLacrymale  legt 

Übersicht  über  die  in  der  folgenden  Tabelle  in  Vergleich        gid,  unmittelbar  an  das  entsiirechende  Nasale.    Die 

"^Supramaxillaren  sind  an  der  Unterseite  nicht  so  stark 
zuugenförniig  vorgezogen.  Die  Interraaxillaren  sind 
an  der  Unterseite  nicht  so  spitz  nach  rückwärts  gezo- 
gen. DieNälite  derGaumenbeine  mit  den  Flügelbeinen 
bilden  einen  stumpfen  Winkel  nach  vorne,  während 
bei  unserer  Form  die  Nähte  etwas  nach  rückwärts 
gezogen  sind.  (Eine  Übereinstimmung  besteht  dage- 
gen in  den  stark  nach  vorne  vorgezogenen  Enden  der 
Gaumenbeine).  Das  Transversum  ist  mit  einem  auf- 
fallend weit  nach  vorne  reichenden  Aste  versehen. 
Die  Fossa  temporalis  ist  länger  als  breit. 

Die  Hauptunterscheidungsmerkmale  aber  blei- 
ben immer:  die  bei  Mecistops  vorne  auffallend  verbrei- 
terte Schnauze,  die  Anscli wellung  derselben  in  der 
Gegend  des  fünften,  grössten  Zahnes  im  Supramaxil- 
lare,  die  viel  geringere  Anzahl  der  Zähne  in  den 
Supramaxillaren  (13!),  von  denen,  wie  erwähnt,  der 
fünfte,  in  der  Anschwellung  gelegene,  der  grösste  ist; 
in  den  Intermaxillaren  stehen  nur  vier  Zähne  jeder- 
seits,  so  dass  die  Gesammtzahl  der  Oberkieferzähue 
(1.  c.  Taf.  32,  Fig.  3)  nur  17  jederseits  beträgt. 

Aus  dem  Gesagten  geht  hervor,  dass  die  Gat- 
tungscharaktere, wie  sie  h\r  Tomistoma  gegeben  wur- 
den, mit  Ansnahme  des  Abganges  derAufwulstung  des 
Lacrymale  am  Orbitarande  und  der  walzlich  konischen 
Form  der  Schnauze  bei  Tomistoma  gegenüber  dem 
breit  ellipsoidischen,  abgeplatteten  Schnauzenquer- 
schnitt von  Crocodilus  Egyenburgensis,  mit  diesem  weit 
besser  übereinstimmen  als  jene  des  Genus  Mecistops. 

Die  fünf  Zähne  in  den  Intermaxillaren  unseres 
Fossils,  sowie  die  Anfwulstung  des  Lacrymale  am 
Orbitarande  unterscheiden  dasselbe  dagegen  wieder 
\on  Tomisfoiim.  Die  detailliertere  Unterscheidung  von 
den  verwandten  Formen  ist  schon  im  Vorhergehenden 
für  Tomistoma  Schleyelii  wwA  Gavialis  gamjeticus  gege- 
ben worden,  sie  geht  aber  auch  aus  der  folgenden 
Übersicht-  und  Vergleichungstabelle  hervor. 


In  der  nachfolgenden  Tabelle  sind  die  Dimensionen  des  Krokodiles  von  Eggenburg  mit  jenen  der  zunächst 
stehenden  lebenden  und  fossilen  Formen  in  Vergleich  gebracht.  Dabei  wurden  für  die  lebenden  Formen  die 
erwähnten  Schädelskelette  zum  Theile  direct  benützt ;  für  Mecistops  mussten  die  Masse  nach  den  vortrefflichen 
Abbildungen  in  den  Transactions  der  zoolog.  Soc.  genommen  werden.  —  Bei  den  fossilen  Formen  waren  wir 
gleichfalls  auf  die  Abbildungen  in  Owen,  Blainville  undZigno  angewiesen. 

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340 


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342  Toula  —  Kail. 

Ein  Überblick  über  die  Ergebnisse  dieser  vergleichenden  Messungen  zeigt,  dass  das  Krokodil  von  Eggen- 
burg in  den  Maassverhältnissen  mit  den  in  Vergleich  gebrachten  recenten  Gattungen  und  Arten  in  viel  grös- 
serer Übereiustiminung  steht,  als  mit  den  ihm  zunächst  kommenden  fossilen  Formen. 

Wir  ersehen  aber  auch  daraus,  dass  unser  Rest  mit  keiner  der  genannten  recenten  Typen  in  Bezug  auf 
die  Gattungscharaktere  in  vollkommene  Übereinstimmung  zu  bringen  ist,  sondern  dass  er  von  einer  neuen 
Mittelform  herstammt,  indem  die  Maassverhältnisse  der  Kopflvnochen  vielfach  Mittelwerthe  vorstellen  zwischen 
den  entsprechenden  Maassen  von  Gavialis,  Tomistoma  und  Mec/stops. 

Die  wichtigsten  Abweichungen,  welche  Gavialis  zeigt,  liegen  in  den  Maassen  3  (Länge  der 
Nasalia)  und  16  (Länge  des  Foramen  palatinum).  Aus  dem  ersteren  folgt  auch  der  auffallende  Unterschied  in 
den  Verhältnissen  der  Mediannahtlänge  der  Nasalia  zu  jener  der  Intermaxillaren  (22  :  21).  Aus  dem  zweiten 
Maassenverhältnisse  ergibt  sich  auch  das  verschiedene  Verhältniss  der  Breite  zur  Länge  des  Foramen  pala- 
tinum. Ausserdem  wäre  auch  das  abweichende  Verhältniss  zwischen  Schädeldach  und  Gesammtbreite  des 
Schädels  (27  :  26)  anzuführen. 

Dazu  kommen':  die  plötzliche  Verschmälerung  der  Schnauze  bei  Gavialis  unmittelbar  vor  den  Augen- 
öffnungeu  und  die  löifelartige  Verbreiterung  des  Schnauzenendes.  Die  Zahl  der  Zähne  bei  Gavialis  beträgt  im 
Oberkiefer  und  Zwischenkiefer  27 --28. 

Die  wichtigsten  Abweichungen,  welche  bei  ToDÜstoina  auffallen,  sind: 

Die  geringe  Länge  des  Temporale  (7), 
„         „  „         „    Palatinum  (13), 

„    abweichenden  Maasse  des  Frontale  principale  (2), 
„    weit  grössere  Länge  des  Lacrymale  (23), 
„    bedeutende  Scheitelbeinbreite  (24). 

Die  wichtigsten  Abweichungen,  welche  ifet/s^o^js  auszeichnen,  sind: 

Die  grosse  Länge  des  Frontale  principale  (2)  und  zwar  ganz  besonders  der  vorderen  Spitze  des- 
selben (20), 
„    geringe  Länge  des  Temporale  (7), 
„    grosse  Länge  des  Frontale  anterius  (9), 
„         ,,         ,,         „    vorderen  Transversum-Astes  (14), 
„         ..      Breite  des  Scheitelbeines  zwischen  den  Schläfengruben  (24), 
„    geringe  Breite  des  langen  Lacrymale  (23).  • 

Bringt  man  diese  Folgerungen  aus  der  vergleichenden  Tabelle  in  Zusammenhang  mit  den  am  Eingange 
dieses  Abschnittes  erwähnten  Thatsachen  in  Bezug  auf  die  Bezahnung,  so  ergibt  sich  als  thatsäcliliches  Schluss- 
resultat der  durchgeführten  Vergleichung  die  Bestätigung  des  gemachten  Ausspruclies,  dass  wir  es  bei  dem 
Krokodil-Schädel  von  Eggenburg  mit  einer  neuen  Zwischenform  zwischen  Gavialis  und  Crocodilus  zu  thun 
haben,  für  welche  wir  den  Namen  Gaoialosuchus  vorschlagen  möchten,  wobei  wiederholend  hervorgehoben 
werden  soll,  dass  unsere  Form,  mit  den  lebenden  Gattungen  verglichen,  als  mit  Tomistoma  (Rhynchosiichus 
Huxl.)  nächst  verwandt  bezeichnet  werden  muss.  Unser  Fossil  würde  sonach  als  Crocodilus  {Gavialosuchus  nov. 
gen.)  E(j(jcnbur(/ensis  nov.  sp.  zu  bezeichnen  sein. 


'  Eine  grosse  Schwierigkeit  bleibt,  wie  z.B.  aueli  Gray  mit  Recht  hervorlicbt,  für  gewiss  noch  längere  Zeit  der  Ab- 
gang von  vergleichenden  Messungen,  ausgeführt  an  einer  grösseren  Anzahl  von  Individuen  derselben  Art,  eine  Schwierigkeit, 
die  freilich  auch  für  viele  andere  Familien  besteht. 


über  einen  Krokodil- Schädel  aus  den  Tertiärahlagerungen  von  Eggenhiirg.  343 


Zusammenstellung  der  auf  die  tertiären  procoelen  Crocodilinen  und  ihre  Vorläufer  Bezug  habenden 

Literatur. 

1824.  K.  Harlan  beschreibt  im  Journal  of  the  Acad.  of  nat.  Sc.  in  Philadelphia,  im  IV.  Bd.  S.  1.5,  Taf.  1  ein  Krokodil  mit 

1 1  Zähnen  oder  Alveolen  eines  ecliten  Krokodiles  unter  dem  Namen  Crocodiltis  »mcrorhyiichus  aus  den  Kreideschichten 
von  New-Jersey.  Die  Zähne  sind  ungemein  dick  und  kurz.  (Man  vergl.  Neues  Jahrb.  1855,  S.  105). 

1825.  Cuvier:  Reeherches  sur  les  ossements  fossiles  de  quadrupedes  (i.  Auflage.  Paris  1812  in  4  Bänden)  III.  Aufl.  V.  Bd. 

2.  Partie,  Paris   1825.  Sur  les  Ossements  fossiles  de  Crocodiles,   S.  109 — 173.   Nach  ausführlicher    Besprechung  der 
mesozoischen  Crocodilinen  (im  weiteren  Sinne)  werden  die  tertiären  Beste  aufgezählt  und  in  Kürze  besprochen  u.  zw. : 

1.  Das  Krokodil  des  Lignetes  und  des  argile  plastique  von  Auteuil  bei  Paris,  S.  16.3,  Taf.  VI,  Fig.  18  u.  19. 

2.  Das  Krokodil  aus  dem  Lignite  der  Provence:  die  Hälfte  eines  Humerus,  Taf.  VI,  Fig.  17).  Gefunden  von 

Blavier. 

3.  Das  Krokodil   von  Sheppey   an    der  Themsemündung  (ges.  von  G.  A.  Deluc).  Ein    kleiner  Wirbel  (nicht 

abgebildet). 

4.  Das  Krokodil  aus  demGyps  von  Mont-martre  (Crocodilus  des  plätriöres,  S.  116).  Aus  dem  Gyps  des 

Mont  martre  beschreibt  Cuvier  Knochen  von  Krokodilen  Vol.  III,  S.  335— .JST.  Ein  Frontale  einer  kleinen 
Form,  Vol.  III,  Taf.  LXXVI,  Fig.  7  u.  8,  (ob  von  Alligator'?).  Eiu  Humerus-Bruchstütk  1.  c.  LXXVII, 
Fig.  3  u.  4  eines  etwas  grösseren  Thieres. 

5.  Das  Krokodil  von  Argenton  (V.  S.  166).  Aus  den  Kalken  mit  Paläotherien   liegen    vor:   Einige   Zähne 

Taf.  X,  Fig.  17,  ein  Stück  aus  der  Orbital-Kegion  Taf.  X,  Fig.  18,  und  Stücke  der  Tibia,  Taf.  X,  Fig.  21  n.  22. 
(Ges.  vou  RoUinat). 

6.  Krokodile   aus  dem  Schotter  von   Casteluaudary   (ges.  von  Dodun).  Vol.  V.  S.  168,  Taf.  X,  Fig.  35 

u.   36  werden  zwei  Wirbel  abgebildet. 

7.  Das  Krokodil  von  Blaye,  V.  S.  169.  Zähne  besprochen  im  Vol.  I,  S.  333  (ges.  von  M.  Jouannet). 

8.  Das  Krokodil  von  Brentfort  in  Middlessex,  fges.  von  M.  G.  A.  Deluc.  Ein  Calcaneum. 

9.  Das  Krokodil  von  Mans'  (ges.  von  Mauny).  Ein  Kieferstück  mit  6  gestreiften,  jenen  des  Gavial  ähnlichen 

Zähnen. 
Von  den  mesozoischen  Resten  werden  als  von  Krokodilen  stammend  angeführt:   i.  Ein  Zahn  aus  der  Kreide 
von  Meudon  (S.  161,  Taf.  VI,  Fig.  9)  und  2.  die  von  Mantell  in  den  eisenschüssigen  Sauden  von  Tilgate  Forest  in 
Sussex   gesammelten  Zähne  (Taf.  X,  Fig.  25—27  u.  30)  und  die  Wirbel  (1.  c.  Fig.  31,  34  n.  28),  welche  jedoch  an 
ihren  Gelenksflächen,  wenn  auch  nur  wenig,  concav  sind. 

1826.  Scortegagno:    Sopra   le  ossa  dei  Coccodrillo  della  Favorita  presso  Lonigo.  Giournale  dell' italiana  letteratura  I. 

LXIV,  Ser.  3,   III.  Padova  1826  con  due  Tavole  S.  3—34. 

Aus  den  Eocänschichten  südlich  von  Vicenza  werden  eine  Anzahl  von  Schädelknochen  in  Bruclistücken,  Zähneu 
und  Wirbeln  beschrieben  und  abgebildet.  Aus  denselben  Schichten  hat  Arduino  schon  viel  früher  (Giornale 
d'Italia  Venezia  nel  Milocco  1765)  Reste  von  Krokodilen  erwähnt  und  neuerdings  hat  Zigno  über  ein  Krokodil 
dieses  Gebietes  ausführlich  berichtet  (I.  e.  Roma  1880). 

1828.  W.  Clift:  Qu  the  fossil  Remains  of  new  si>ecies  of  Mastodon,  and  of  other  vertcbrated  auimals,  formed  on  tlic  left 
Bank  of  the  Jrawadi  (250  Miles  unterhalb  Ava).  Transact.  of  the  geological  Soc.  of  London.  See.  Series.  Vol.  II 
Fam.  Crocodilkhte.  S.  375,  Taf.  XLIII. 

Lepturhynchus  sp.  Nahe  stehend  „wenn  uicht  identisch  mit  dem  grossen  Gavial",  und  ein  Krokodil,  vergleich- 
bar dem  Crocodilus  vuhjans.  Cuv.  Vou  ersterem  Thlere  liegen  nur  einige  Wirbel  und  zwei  Unterkiefer-Bruchstücke 
vor.  (Fig.  4  u.  5). 

1832.  Herrn,  v.  Meyer:  Palaeologica  zur  Geschichte  der  Erde  und  ihrer  Geschöpfe,  S.  108  nannte  die  beiden,  von  Clift 
1828  gefundenen  Formen  Leptwhynchiis  Cliftii  und  Crocodilus  Cliflü. 

1831.   J.  E.  Gray:  Synopsis  reptilium;  on  chort  deseription  of  the  species  of  Reptiles.  London. 

Gibt  aufS.  54—64  eine  sy.steniatische  Uebersiclit  über  die  Emydosaurier  und  führt  auch  die  fossilen  bi.s  d;ihin 
(hauptsächlich  durch  Cuvier)  bekannt  gewordenen  Reste  an,  wobei  er  wohl  auch  ganz  unzureichende  Fundstücke 
mit  neuen  Namen  bezeichnet.  Von  tertären  Gavialen  ist  nichts  verzeichnet,  dagegen  werden  11  verschiedene 
Crneodüus- Arten  angeführt,  wovon  9  tertiär  sind  u.  zw.  Crocodilus  Bequerdi  Gray  (=  Cr.  d'  Auteuil  Cuv.) 
Cr.  Bhnueri  Gray  (=Cr.  de  Provence).  Cr.  Deluci!  Gray  (=  Croc.  de  Sheppey  Cuv.).  Croc.  Citvicri  Gray  (=  Cr.  des 
Piatieres  Cuv.)  Cr.  BotUiialii  Gray  (=  Cr.  des  Marnieres  d' Argenton  Cuv.)  Cr.  Dodimii  Gray  (=  Cr.  des  Graviers  de 


344  Toula  —  Kail. 

Castellnaudary  Cuv.)  Cr.  Fouaneti  Gray  (=  Cr.  de  Blaye  Ciiv.).  Cr.  Trimmer!  Gray  (=  Cr.  v.  Brentfort  Cuv.) 
Cr.  Maunyi  Gray  (=  Cr.  du  Mans.  Cuv). 

Die  genannten  Formen  sind,  wie  sclion  erwähnt  wurde,  durchwegs  von  Cuvier  als  nicht  nälier  bestimmbar 
bezeichnet,  und  somit  auf  voUltomraen  unzureichendes  Materiale  gegründet.  Gray  führt  am  Schlu.ssc  ;  einer  Auf- 
zählung an,  dass  einige  der  genannten  Ai'ten  zu  dem  Genus  AUiyator  gehören  mögen. 

Das  Krokodil  von  Meudon  Cuvier  wird  als  Crocodilus  lironyiiiarlii  Gray,  das  Krokodil  aus  dem  VVealdeu  von 
Tilgate  forest  als  Crocodilus  MatUdli  Gvay  citiert. 

1833.  Geoffroy  Saint  Hillaire:  1' Institut.  Journ.  des  Acad.  et  See.  scient.  de  la  France  1833  I.,  S.  137— 13S. 

Das  Vorkommen  von  Krokodil-Kesten  in  der  Auvergne  wird  hier  in  einer  Notiz  zuerst  erwähnt  und  hervor- 
gehoben, dass  sich  das  betreffende  Krokodil  mehr  den  recenten  als  den  mesozoischen  Formen  {Tehosutirus  und 
Steiieosaurus)  nähere,  und  ein  neues  Geschlecht  bilde. 

(J835).  Im  42.  Bande  der  M6m.  et  Ann.  du  Museum  d'Histoire  nat.  Paris,  S.  101  u.  108  wird  für  dieses  Krokodil  der  Gattungs- 
name OiiJiosourus  aufgestellt.  {Crocodilus  Elaverensis  Bvav a.\(l  1844). 

1834.  R.  Harlan.  In  den  „kritischen  Bemerkungen  über  einige  bisher  in  Nordamerika  gefundene  organische  Reste"  in  den 

Transactions  of  the  geol.   See.  of  Philadelphia  I,   (James  Edinburgh  new   philos.  Journ.    1834,  XVIII,   S.   28—40) 
wird  das  Vorkommen  einer  dem  Crocodilus  gangeticus  Cuvier  sehr  nahe  verwandten  Form  aus  New-Jersey  erwähnt. 
In  Bronn:    Geschichte    der  Natur,    III  1  a,    S.  352  und  III  2,    S.  CS7  wird  diese  Form  als  Crocndihis  Ilarhiiri 
Meyer)  citiert).  (Palaeologica:  Zur  Geschichte  der  Erde  und  ihrer  Geschöpfe  1832.  108,  198,  363). 

1835.  Scorteg'agna,  Sopra  il  teschio  di  un  Coccodrillo  fossile  rinvenuto  nel  Monticello  di  Louigo.  Atti  del'Ateneo  veneto 

vol  II,  Venezia  1835. 
1835 — 1837.  Cautley  u.  Falconer  führen  in  mehreren  Journalen  das  Vorkommen  von  tertiären  Krokodilen  in  den  Sewalik- 
Bergen  an.  1.  Journ.  of  the  Asiatic  Soc.  of  Bengal.  Calcutta  1835  Sept.  2.  Asiatie  Researches  of  Calcutta  1836  XIX, 
S.  25).  3.  London.   Edinburgh  phil.  Magazine  1847  XI,   S.  393  u.  394.   4.  Ann.  Sc.  nat.  1837,  B.  IV,  S.  GO  -62.  Von 
Cautley:  1836:  Note  on  the  fossil  Crocodile  of  the  Sivalik  Hills. 

Es  werden  genannt:  Crocodilus  hijmrcatus  (?J,  Gavialis  ganyeticus  (?)  und  eine  dritte  an  denGavial  sich  ansehlicssondc 
Form,  welche  von  Giebel,  PictetundR.  Owen  (Palaeont.  1860,  S.  278,  2.  Aufl.,  S.  306)  als  Crocodilus  crassidc.ns 
citiert  wird. 

1836.  W.  Buckland  in  seiner  Bridgewater  Treatise  (London  1836,  Vol.  II,  S.  36.  Taf.  25,  Fig.  1),  führt  ein  laugschnauziges 

Krokodil  unter  dem  Namen  Crocodilus  Spenceri  an,  unter  welchem  Namen  nach  R.  Owen  sowohl  Crocodilus  toliapicus 
als  auch  Cr-Ocodilus  chanipsoides  zusammengefasst  erscheinen,  während  Vailland  (1.  c.  1872,  S.  13  u.  14)  nur  Crocodilus 
toliapicus  Owen  als  Synonym  für  Crocodilus  Spencer!  Buckland  betrachtet  wissen  will,  womit  auch  die Buckland'- 
sche  Charakterisierung  „Crocodil  with  a  chort  and  broad  snout"  bestens  stimmen  würde,  und  daher  den  erstoren 
Namen  zu  Gunsten  des  älteren  einziehen  möchte. 

1838.  M.  deSerres:  Note  über  die  Thiere  der  ober-tertiären  Meeres-Formation  der  Gegend  von  Montpellier.  Annal.  nat. 
Zool.  B.  IX,   S.  280—292   (286). 

Das  seltene  Vorkommen  von  Krokodil-Resten,  von  mehreren  Arten  stammend,  wird  angeführt. 

(1844).  In  den  Annalen  von  1844,  C.  1,  S.  168 — 190  wird  von  Marcell  de  Seres  das  Vorkommen  mehrerer  Zähne  von  Croco- 
diliuen  in  den  Süsswasserbildungen  von  Castelnaudary  angeführt. 

1838.  H.  V.  Meyer:  Neues  Jahrbuch  183S,  S.  6G7.    Aus  der  Molasse  von  Stein  am  Rhein  wird  das  Vorkommen  einzelner 

Zähne  mit  compacter  Zahnkrone  erwähnt  (Crocodilus  plenidens,  H.  v.  Meyer). 

1839.  H.  V.  Meyer  schlägt  (Neues  Jahrbuch,  S.  76  u.  77)  vor,  Crocodilus  plenidens  als  den  Typus  einer  neuen  Gattung  hinzu- 

stellen und  als  PlerodOn  crocodiloides  zu  bezeichnen. 

(Bietet:   Trait6  de  palöont.   1853,  S.  481   denkt  dabei  nur' an  eine  Anomalie   der  Zahnaiisbilduug    oder  des 
Erhall  ungszustandes.) 
1841.    R.Owen.   Zweiter  Bericht  über  die  fossilen  Reptilien  Grossbritanniens,   Report,  of  the  British  Association  for  the 
advancement  of  Science  1841    (l'Institut  Paris  1842  X,  S.  11  —  13,  Neues  Jahrb.  1842,  S.  491. 

Von  procoelen  Krokodil-Resten  wird  nur  angeführt: 

Crocodilus  (SuchosaurusJ  cultridens  Owen  aus  dem  Wealden  {Siwhosaurus  nov.  gen.  Owen).  Goiuopliolis  crassidens 
Owen  aus  dem  Purbeckkalke  von  Swenage  und  im  Tilgate  Forest  bei  Battle  Abbey.  (Zwei  amphicoele  Vorläufer- 
formen.) Crocodilus  toliapicus  Qf^exi  aus  dem  Londonthon  von  Bracklesham  auf  Sheppey. 

1843.  H.  V.  Meyer:  Summarische  Übersicht  der  fossilen  Wirbelthiere  des  Mainzer  Tertiärbeckens.  Neues  Jahrbuch  1843, 
S.  393 — 395,  verzeichnet  das  Vorkommen  von  vier  verschieden  grossen  alligatorartigen  Krokodilen  unter  deu  Namen 
Crocodilus  Bruchii,  Crocodilus  Bahtii,  Crocodilus  medius  und  Crocodilus  Brauniorum,  Formen ,  welche  neuerlich  von  L  u  d- 
wig  als  verschiedene  Altersstufen  des  Alligator  Darwitii  Ludw.   (s.  w.u.)  erkann;  wurden. 

1843.  Bravard:  Ann.  scient.  etc.  dell'  Auvergne  Clennont  Ferrand  1843,  Bd.  XVI.  S.  439. 

1844.  Bravard:  Consid.  sur  la  distr.  des  Mammifeies  du  Puy-de-D6rae. 

Crocodilus  Elaverensis  wird  benannt.  (Ohne  Beschreiljung  und  jVbbildung.) 


über  einen  Krokodil-Schädel  aus  den  Tertiürahlayerungcii  ron  Kyyeiihiuy.  315 

ISll.  Scarics-Wood.  Recorcl  of  tlic  discovery  of  an  Alligator  witli  several  ncw  Mammalia  in  tlic  iVcshwater  Strata  at 
Hordwcll,  Ann.  and  Mag.  of  nat.  Hist.  1844,  Bd.  XIV.,  S.  349. 

Audi  184.5:  riustitut:  Journ.  des  Acad.  et  Soc.  scient.  de  la  France  et  de  1' Etranger  1815,  Xlli,  S.  39  u.  40. 

Der  später  von  K.  Owen  (1850)  ausführlich  beschriebene  und  abgebildete  schöne  Alligator  wird  zuerst 
namhaft  gemacht. 

1844  11.  1845.  Sam.  George  Morton.  Descriiition  of  tlie  Head  of  a  fossil  Crocodilc  from  the  Cretaceous  Strata  of  New- 
Jersey.  The  american  Journal  of  Science  and  Arts  by  Sillinian.  Vol.  48,  April  1845,  S.  265—267.  (From  tlio  l'roo. 
of  the  Acad.  of  Natural  Science  of  Philadelphia  for  August  1844j.  (Neues  Jahrb.  1817,  S.  381). 

CrocudUus  (Gavialis?)  clavirostris  Mort. 

Ein  Mittelglied  zwischen  OrococUhis  und  Gavialis,  offenbar  ein  Vorläufer  von  Toniif,foma  (Ehynchomdtm)  und 
naher  Verwandter  von  Gavialia  macrurhijnchus  Blainv.  aus  dem  Danicn,  eine  grosso  Form,  die  wohl  ganz  äliuliche 
Dimensionen  mit  unserem  Eggenburger  Fossil  gehabt  haben  dürfte.  (GesailTmtlänge  wird  sogar  auf  ca.  34  Zoll, 
also  sogar  bis  ca.  90  cm.  angegeben).  Vom  Jugale  an  fehlte  an  beiden  Seiten  das  Temporale  und  Tympanicum 
mit  dem  Kiefer-Gelenke.  Die  Oberkiefer  sind  bis  zum  13.  Zahne  (von  rückwärts  gezählt)  erhalten,  die  Schnauze 
fehlt.  Nach  Morton  gehört  die  betretfeude  Ablagerung  der  oberen  Kreideformation  an. 

1815.  Prangner.   Über  Enneödon  Ungeri,  ein   neues  Genus  fossiler  Saurier  aus  den  Tertiärgebildeu  zu  Wies  im  Marlmrger 

Kreise  Steiermarks,  Steiermark.  Zeitschrift  1845  5.  VIII,  mit  1  Tafel,  (Neues  Jahrb.  1846,  S.  112—114). 

Ein  Schnauzenstuck  von  18""  Länge  und  8'^"'Breite  mit  etwas  abgeschnürtem  vorderen  Ende,  allmälig  an  Breite 
zunehmend,  also  in  dieser  Beziehung  an  Tomistoma  (Rhynchosuclms)  auschliessend.  „Die  Nasenbeine,  sehr  lang  und 
breit,  reichen  bis  fast  an  den  Hinterrand  der  vorderen  Nasenöffnung."  Durch  dieses  Merkmal  schliesst  sich  diese 
Form  inniger  an  Crocot/ilus  an. 

(Gerne  hätten  wir  den  Originalrest  einer  nochmaligen,  genaueren  Betrachtung  unterzogen;  wie  uns  jedoch  Herr 
Dircc-tor  Dr.  J.  Aiclihorn  freundliehst  brieflich  mittheilte,  hat  der  hochlöbl.  steierm.  Landesaussehuss  „die  Über- 
sendung des  Restes  nach  Wien  nicht  gestatten  können",  (übrigens  „sei  die  Abbildung  zur  Beschreibung  dieser 
Reste   von  Prangner   recht  gut",   so   dass   wir  „daher  am  wirklichen  Exemplar  kaum  viel  mehr  sehen"   würden). 

Man  vergl.  zugleich: 

1816.  L.   Fitzinger.    Bemerkungen  über  Prangner's  Enneoilon  Uiiyeri  aus  der  Tertiärformation  von  Steiermark.   Neues 

Jahrbuch  1846,  S.  188—191. 

Die   unberechtigte    Aufstellung  des    „neuen    Genus",    sowie   die   Unrichtigkeit  mancher  osteologiacher  Details 
wird  dargelegt  und  der  Rest  als  CrocodiJas  Uiigei-i  Prangner  spcc.  bezeichnet.' 
1844.    Dunker.  Programm  der  Kasseler  Gewerbeschule. 

1846.  Herm.  v.  Meyer  in  Dunker.  Norddeutsche  Wealdenbildung,  S.  74—79,  Taf.  20.  Mau  vergl.  Neues  J.ihrbuch  1846, 
S.  856  und  1848  S.  109,  oder  Bronn:  Lethaea  II,  S.  538). 

Macrorlii/iichi'ü  ilei/eri  Dunker.  Zwei  in  Abdruck  erhaltene  Schädel  eines  schm.-ilschnau/.igen,  gavialähulichen 
Krokodils  mit  verbreiteter  und  abgestutzter  Schnauze  und  34  Zähnen  jederseits  im  Oberkiefer,  also  um  wenigstens 
4  mehr  als  beim  Gavial.  Die  Verschmälerung  des  Schädels  begintit  schon  in  der  Augengegend  (ähnlich  so  auch 
bei  Tomistoma).  Die  Länge  der  Nasenbeine  ist  wohl  etwas  grösser  als  bei  Gavialis,  sie  enden  schon  in  0-446  Met- 
Entfernung  vom  Schnauzenende.  Die  Gesammtlänge  des  Schädels  inass  0-724  Met.,  wovon  0-544  auf  die  Schnauze 
(bis  zum  Augenhöhleuwiukel)  entfallen. 

Die  Frage,    ob   wir  es  dabei  mit  einem  procoelen  Krokodilier   zu   thun  haben,    wurde  von  Herm.  v.  Meyer 
nicht  gelöst. 
1S4G  u.  1847.  Pomel.  Note  über  die  im  Dep.  AUier  entdeckten  fossilen  Thiere.  Bull,  de  la  soc  geol.  de  France,  i847,  Bd.  IV, 
S.  383,  Taf.  IV,  Fig.  10.  (Die  erste  Mittheilung  über  die  Fossilien  im  Dep.  Allier  I.  c.  1846,   Bd.  III,  S.  372.) 

Das  Genus  Diplocynodon  Poinel  wird  aufgestellt  für  die  Art  Crocoililus  llatdli.  Der  dritte  und  vierte  Unter- 
kieferzahn, fast  gleich  stark,  stehen  nahe  aneinander  und  greifen  gemeinschaftlich  in  eine  grosse  Grube  des  Ober- 
kiefers. Zahl  der  Zähne  grösser  als  bei  den  lebenden  Alligatoren. 

Auch  in  dem  „Catalogue  inöthodique  et  descriptif  des  Vertebrös  fossiles  etc.  Paris  1854,  S.  123  wird  nur 
diese  Form  aus  dem  Loire-Becken  angeführt.  Nach  Gervais  (s.  w.  u.  1859)  wird  Crocodilus  (Diplocijnndon)  liatdli 
Poni.   (im  Texte  irrthümlich  Ci:  liathii  P o m.  genannt)  als  Synonym  mit  Crocodilm  Elaverensis   Bravard  angeführt. 

Crocodilus  heterodus  von  Cuyse-la-Motte.  Unzureichende  Reste. 

Desgleichen  Crocodilus  obtusidens  Pom. 

1S17.  Pomel  (Supplement  a  la  Bibliothique  universelle  de  Geneve,  Archives  des  sciences  physiques  et  naturelles,  V.  Bd. 
S.  302  ff.)  bezeichnet  ein  im  Cakaire  pisolithique  vorkommendes  Krokodil  als  Croaidiliis  ciielorliiniis.  Dürfte  nach 
Vaillant  (I.e.  S.  12)  als  Synonym  für  Cr.  depressifrons  angenommen  werden. 

Crocodilus  isorhijvciius  Pomel  (^  Gavialis  macrorht/iiclius  Blainv.)  hat  einige  Alnilichkrit  mit  de;  ui  Genus  Tomislomu. 


1)  Erwähnt  muss  übrigens  werden,  dass  das  Genus  Enneödon  ebenso  wie  ürfliosaiirus  Gcoffr.  (I.S35)  in  dem  Hand- 
buche von  V.  Carus  (I.  Bd.,  S.  409)  sowohl,  als  auch  in  jenem  von  C.  Claus  (Gruudzügc  II.  Bd  ,  vierte  Auflage,  1882, 
S.  311)  als  zu  Recht  bestehend  angeführt  werden.  In  ersterem  Werke  wird  auch  das  Genus  Plerodoii  H.  v.  M.  (1839)  angegeben. 

Deniöchrii'ien  der  matiicm  ualurw.  CI.   L.  Bd.  Äbliaudiungen  von  Miclitraitgliederu.  tt 


346  Toula  —  Kall. 

lS-17.    R-  0  wen :  On  thc  Fossils  obtained  by  the  Marchioness  of  Hastings  from  thc  freshwaterEocene  Beds  of  the  Hordle  C'liffs. 
Eep.  of  the  Brit.  Association.  Transact.  of  tlie  Sections,  S.  65  Crocodäus  Sjienceri  Bukl.  v.  Shepry  wird  angeführt. 
Crocodilus  Hastingsiae  Owen. 
18-17.    Giebel  in  seiner  Fauna  der  Vnrwelt,  I.  Bd.,  S.  120  gibt  19  Species  an,  darunter  h  neue  Namen  u.  zw  : 

Crocodilus  j>af!!siensis  für  Cr.  Cuvieri  Gray,  Crocodilus  indelerminatits  im-  Cr.  Beajuerili  Gvnj,  Crocodilus  proi'incialis 
für  Crocodilus  Blavieri  Gray,  Crocodilus  communis  für  Pristichampsus  IloUinali  Gray,  Crocodilus  Uelucii  für  Crocodilus 
Trimmeri  Gray. 

Das  Krokodil  von  Castelnaudary  bezeichnete  Giebel  offenbar  unabhängig  von  Gray,  da  dieser  nicht  citicrt 
wird,  als  Crocodilus  Dodunii. 
1SJ9.    11.  Owen.  Notes  on  Reinains  of  Fossil  Reptiles  decovered  by  Prof.  Henry  Rogers  of  Pennsylvania  U.  S.  in  Greensand 
Formation  of  New  Jersey.  Proceedinga  of  the  geol.  Society  1849,  Vol.  V,  S.  380—383.  (Quarterly  Journ.  1849   V^ 
S.  188).  C'onvex-concave  Wirbel  von  zwei  verschiedenen  Species,   welche  als  Crocodilus   f Alligator)  husifissus   Owen 
und  Crocodilus  hasitruncatus  Owen  beschrieben  und  Taf.  X,  Fig.  1,  2,  3  und  4  abgebildet  werden. 
1840.    E.  W.  Gibbes.  Smithsonian  Contributions  to  Knowledge,  Vol.  II,  art  5  führt  Zähne  von  Croc.  claviroslris  Mort.  von 
Darlington  aus  Süd-Carolina  an,  aus  Pleiocän-Gebilden,  welche  auf  Kreide  liegen.  (Neues  Jahrb.  18.52,  S.  703  u. 
764.)    (Ob  auf  seeundärer  Lagerstätte  ?)    Auch  Zähne  von  Croc.  macrorhguchus  Harlan  werden  als  damit  vorkom- 
mend erwähnt. 
l.söo.    R.  Owen.   Monograph  on  the  fossil  Reptilia  of  the  London  Clay,  Part.  IL  Crocodilia,    Ophidia.  London.  The  Palaeon- 
tographical  Society  1850. 

Crocoddia,  S.  5  —  49,  Taf.  I— XII.  —  Gavialis  Dixoni  Owen.  S.  46,  Taf.  X.  —  Crocodilus  toliupicus  Owen,  S.  29, 
Taf.  II,  fig.  1,  Taf.  11^1.  Crocodilus  champsoides  Owen,  S.  31,  Taf.  III  (Taf.  II,  fig.  2  ?j  lan  Tomistoma  [Rhgnchosuchus] 
annähernde  Formen).  Crocodilus  Hastingsiae  Owen,  S.  37,  Taf.  VI,  VII,  VIII,  IX  u.  Taf.  XH,  fig.  2  und  3.  (Echtes 
Krokodil).   Alligator  Ha ntoniensis  Wood.  Owen,  Taf.  VIII,  fig.  2. 

Die  beiden  letztgenannten  Formen  sind  im  allgemeinen  überaus  ähnlich  in  allen  Verhältnissen,  nur  die  Ober- 
kieferbeschaffenheit, dem  vierten  Unterkieferzahne  (Caninj  gegenüber,  unterscheidet. 

Von  den  Formen  aus  dem  Londonthon  von  Sheppey  kommen  vor  allen  nur  Crocodilus  toliuiucus  Owen  und 
Crocodilus  champsoides  Owen  in  Bezug  auf  unser  Krokodil  in  Betracht. 

Bei  beiden  Formen  ist  die  Schnauze  verlängert  und  vorne  löffeiförmig  verbreitert ,  die  Nasenbeine  reichen  bis 
an  den  hinteren  Rand  des  äusseren  Nasenloches.  Owen  vergleicht  beide  Arten  rmt  Crocodilus  f Tomistoma,  Hhijm-ho- 
suchus)  Schlegeln.  J.  Müller  von  Borneo,  bei  welchem  jedoch  die  Nasalia  schon  weiter  oben,  beim  oberen  Ende  der 
Intermaxillaren  enden.  Crocodilus  champsoides  steht  durch  die  Verhältnisse  der  Schnauze  unserer  Eggenburger  Form 
näher  als  die  etwas  gedrungenere  Form  von  Crocodilus  foliapicus.  Die  Nasalia  reichen  bei  Crocodilus  champsoides  bis 
in  die  unmittelbare  Nähe  der  äusseren  Nasenöffuungen.  (Ein  Haiiptnuterschied !)  Das  vordere  Ende  des  Frontale 
anterius  reicht  so  weit  nach  vorne  wie  die  vordere  Spitze  des  Lacrymale.  Das  Supraraaxillare  endet  an  der  Unter. 
Seite  ohne  eine  vorgezogene  Zunge  in  einer  schrägen  Zickzacknaht  unmittelbar  vor  dem  i.  Zahne  des  Supramaxil- 
lare.  Die  Länge  des  zwischen  das  paarige  Frontale  anterius  und  das  paarige  Nasale  eingreifenden  keilförmigen  Stückes 
des  Frontale  principale  ist  verhältnissmässig  sehr  gross.  Von  einer  Naht  der  Intermaxillaria  kann  bei  der  Länge 
der  Nasalia  kaum  gesprochen  werden,  dieselben  bleiben  kaum  0-3""  von  dem  Hinterrande  der  Nares  esternae 
entfernt. 

Die  Schnauze  verlängert  sich  übrigens  verhältnissmässig  immer  mehr  mit  zunehmendem  Alter  (Cuvier  bei  Cr. 
hiporcatus  Taf.  I  4,  18,   19). 

Die  Form  der  Zähne  beider  Arten  entspricht  jener  der  Gaviale,  die  Zahnkrone  zeigt  auch  die  Längsstreifung 
der  Zahnkrone  der  Gaviale. 

Bei  Cr.  champsoides  sind  21  Zahnalveolen  auf  jeder  Seite  des  Oberkiefers  vorhanden. 

Garialis  Dixoiii  Owen  (I.e.)  aus  den  Eocänablagerungen  von  Bracklesham.  Nur  in  wenigen  Unterkieferbnich- 
stücken  und  Zähnen  bekannt  geworden.  Letztere  sind  nur  weniger  spitz  und  schlank,  sowie  weniger  comprimiert  als 
jene  des  heutigen  Gavialis  r/aiigeticus  (Ilhamphostoma  gaiigcticuni)  Geoffr.  (Gavial,  Krokodil  und  Alligator  lebten  im 
Eocäu  au  derselben  Localität  in  England.  [R.  Owen  betont  diese  Thatsache  besonders  in  James'  Journal,  1850; 
49.  Bd.,   S.  248—250.]) 

1851.  R.Owen.  Monogr.  on  the  Fossil  Reptilia  of  the  cretaceous  Form.  Palaeontographical  Society.  1851,  S.  45,  Taf.  XV_ 
In  einem  Grün.saudstücke  von  Sussex  fanden  sich  einige  unbedeutende  Reste  eines  ganz  kleinen  Sauriers,  den 
Owen  in  Vergleich  bringt  mit  seinem  Goniopholis  crassideiis.  (Man  vergl.  1841.) 

1851.  Wright.  In  den  Ann.  Mag.  nat.  bist.  London,  VII,  S.  433 — 446  wird  die  Beschaffenheit  der  Krokodilknochen  führen- 
den Tertiärschichten  der  Hordwellkliffs  (ein  5' mächtiger  feiner  weisser  Sand)  besprochen.  Fundstelle  von  ('/•oco(W»s 
Hastingsiae  und  Alligator  Hantoiiiensis  Ow.  (Neues  Jahrb.   1851,  S.  713.) 

1853.  Pomel.  Catalogue  meth.  et  descriptif  des  Vertöbres  dec.  dans  le  bassin  hydrogr.  super,  de  la  Loire.  Paris,  S.  123. 
Alligator  Hoitoiiiensis  wird  zu  Diplocyiiodon  gestellt. 

1853.    P.Gervais.  Beobachtungen  über  die  fossilen  Reptilien  Frankreichs.  Compt.  rend.  XXXVI,  S.  374— 377,  470—474. 
Dieselben  Krokodilformen  ausführlicher  im  Hauptwerke.  1859. 


über  einen  Krokodil-Schädel  aus  den  Tertiärahlagerungen  von  Ecjgenhurg.  347 

1855.    II.  M.  Ducr.  de  Blainville.  (Publication  posthume),  Osteographie,  25.  fasc.  Crocodllus.  Auf  Tat".  VI  werden  von  fos- 
silen piocoelen  Crocodilineu  dargestellt : 

Crocodilus  depfessifruiis  Blainv.  {^  Croctjcliliis  me'orhinus  Pom.)  (Soissonais) ,  ein  echtes  Krokodil. 

Crocodi/iis  macrorhynchus  Blainv.  aus  dem  Calcaire  pisolithique  (Zwischenglied  zwischen  Kreide  und  Eocäu) 
vom  Mont-Aim6e  (Dep.  de  la  Marne).  Eine  langschnauzige  Form  mit  allmälig  verschmälerter  Schnauze  und  ohne 
bosondoro  Erweiterung  am  Schnauzeuendc,  somit  unter  den  lebenden  Arten  am  ähnlichsten  dem  Gavial-Krokudil 
(Toiiiistimia  oder  BliijucJidsurlnisi  von  Bonieo  ( Tomistomu  Schlegelii  Müller,.  Auch  die  weit  nach  vorne  bis  an  die  Inter- 
maxillaren  reicheuden  schmalen  Nasenbeine  sprechen  dafür.  Ihre  vorderen  Enden  liegen  nach  der  Blaiuville'sehen 
Darstellung  nicht  vor. 

Der  Medianlappen  des  Frontale  princip.ale  erscheint  verhältnissraässig  kurz.  Das  Laorymale  legt  sich,  nach  vorne 
alhnälig  schmäler  werdend,  an  das  benachb.arte  Nasale  innig  an. 

Die  Orbita  ist  im  Vergleiche  vntCrocoäihis  clianqjsoidea  Ow.  sehr  klein.  Auffallend  gross  dagegen  sind  die  Schläfcn- 
grnben. 
1  8.T(;.    H.  v.  Meyer.  Crocodilus  BiUikonensis  aus  der  Süsswassermolasse  von  Bütikon  in  der  Schweiz.  P;ilaeimtographica,  Bd.  IV, 
S.  67—71,  Taf.  XII. 

Eine  kleine  Form,  deren  Schädellänge  mit  nur  18""  angegeben  wird.  H.  v.  Meyer  bestimmt  denRest  als  ein  echtes 
Krokodil.  Durch  seine  etwas  schlankere  Form  der  Schnauze  würde  es  sich  etwas  an  Rhynchosuchus  annähern.  Im 
N.  .lahrb.  1859,  S.  428  erwähnt  H.  v.  Meyer  das  Vorkommen  eines  Krokodil-Hautpanzers,  der  von  Crocodilus  Biitil.v- 
iieiisis  herstammen  „konnte",  aus  der  Braunkohle  von  Elgg  (in  der  Schweizer  Molassej. 

185G.    J.  Leidy.  Notiz  über  die  vonDr.  Hayden  entdeckten  Reptilien  und  Fische  vom  Judith-Flusse  im  Nebraska-Territo- 
rium. Proceed.  Philad.  Acad.  nat.  so.  VIII,  S.  72—74. 

Crocodilus  humilis  Leidy.  Zehn  ausgefallene  Zähne,  deren  grösster  7V2'"  '•i"o  ^""'.  •'''-'  si'i'l  etwas  gebogen, 
kegelförmig,  rund,  mit  zwei  scharfen  Kanten,  glatt  und  sehwach  gestreift. 

(1859.)    Ausführlich  beschrieben  und  abgebildet.  Transaction  of  the  Amer.  Philos.  Society,  1859,  XI,  8,140,  Taf.  II,  Fig.9— 19. 
Aus  Schichten,  deren  Altersbestimmung  als  mitteltertiär  nicht  ganz  zweifellos  war. 

1857.  Herm.  v.  Meyer.   Beiträge  zur  näheren  Kenntuiss  fossiler  Reptilien.  N.  Jalirb.,  1857,  S.  5.^7.   Ein  Schädelrest  von  Cro- 

codilus Rahm  aus  der  Braunkohle  vom  Krautgarten  im  Siebengebirge;  wird  als  mit  Crocodilus  llastinysiae  nahezu 
zusammenfallend  bezeichnet,  als  eine  zwischen  Crocodilus,  AlUyator  und  Gaw/afe  stehende  Form ,  deren  Nasalia  ober- 
halb der  äusseren  Nasenhöhlung  enden. 

Crocodilus  Elaiiereiisis  Brav,  und  Crocodilus  (Diplocyiiodoii)  liutclli  Pom.  von  Le  Puy  „geliöreu  offenbar  derselben 
Spi'Cies  an".  Ausser  Diplocyuodon  Pomel  ist  auch  Orlhosaiu-us  Geoffroy  und  Pleurodon  II.  v.  Meyer  n.-ich  seiner 
eigenen  Meinung  hiemit  zu  vereinigen. 

1858.  J.  Jokiily.  Die  Tertiärablagerungen  des  Saazer  Beckens  uud  der  Teplitzer  Bucht.  Jahrb.  der  k.  k.  geul.  Reichsanst. 

S.  534. 

Das  Vorkommen  von  Knochen  eines  nicht  näher  bestimmbaren  Krokodils  im  Letten  der  Gegend  von  Winteruitz 
wird  angeführt. 

1859.  Paul  Gervais.  Zoologie  et  paleontologie  frauQaises.  II.  ed.,  Paris  1859. 

Gervais  gibt  auf  S.  442 — 448,  Taf.  57 — 59  eine  Übersicht  über  die  fossilen,  proeoelen  (echten;  Crocodilideu, 
uuil  ordnet  sie  nach  den  geologischen  Formationen  an.  Für  uns  sind  die  obercretacisehen  Vorläufer  der  langschnau- 
zigen  Tertiärkrokodile  von  höchstem  Interesse,  da  der  uns  vorliegende  Rest,  ebenso  wie  er  unter  ilen  lebenden 
Arten  sich  an  Tomisfonia  ScJileycUi  auschliesst,  von  allen  uns  bekannten  Formen  am  meisten  Ähnlichkeit  besitzt  mit 
Gdi'ialis  (Tomisfonia)  macrorhyrnhus  Blainv.  von  dem  Calcaire  pisolithique  vom  Mont  Aime  (=  Crocodilus  isorhyiichus 
Pomel,  abgebildet  Taf.  LIX,  Fig.  14-24).  Der  Schädel  war  ca.  00"°  lang,  bei  20""  grösster  Breite.  Ausserdem 
werden  von  tertiären  Arten  Crocodilus  depressifrons  Blainv.  ans  den  Coryjihodon-Schk-hten  =  Cr.  coclorhiiins  Pom,. 
die  von  Gray  eingeführten  Benennungen  der  Cn vier'schen  Crocodiliden  (Cr.  Doduni  und  Cr.  Bollinati  ^  uud  einige 
zur  Artbegründung  wohl  kaum  zureichende  Reste  {Cr.  heterudiis  Pom.,  Cr.  obtusidens  Pom.)  aus  der  Eocänperiode 
angefühlt. 

Für  das  Krokodil  aus  dem  Gyps  {Crocodilus  Trimmeri  u.  Crocodilus  Cuvieri)  wird  der  Name  Crocodilus  Farisiensis 
Gerv.,  den  übrigens  schon  Gie  bei  gebraucht  hat  (1847)  aufgestellt.  Auch  Crocodilus  provinciaUs  Giebel  =  Croco- 
dilus Blavieri  Gray,  auf  sehr  unvollständige  Reste  (ein  Huraerus-Bruchstücklj  gegründet,  gehört  hieher. 

Von  Ronzon  wird  ein  kleines  Unterkieferbruchstück  mit  dem  Aimard' scheu  Namen  Crocodilus  (Saurocaiiins) 
Gervaisii  abgebildet. 

Von  den  miocäneu  Formen  wird  Crocodilus  Ekwereiisis  Bravard  (Cr.  Butelli  Pom.  Genus  Oiihosaurus  E.  Geoffr. 
ÜiplocynodoH  Pomel)  als  sehr  nahestehend  den  Alligatoren  des  Mainzer  Beckens  hingestellt  (AlUyator  DarwiniLuAwig 
Abgebildet  ist  (Taf.  LVII,  Fig.  8)  Crocodilus  Ratelli  Pom.  aus  dem  Indusienkalk  von  Saint  G6rand-le  Puy.  Die  jün- 
geren Reste  eines  Krokndils  von  Herault,  eines  pliocänen  Krokodils  von  Moutpellier  bestehen  nur  in  einzelnen 
Zähnen  tu  d  Zahnbruchstücken.    Als  diluviale  („pleistocäne")  Form  wird  das  Krokodd  von  P.rentibrd   ^Cr.  Delucii 


Auf  die  Reste  dieser  Art  wurde  sugar  eine  neue  Gattung  Prislich(tmpsus  gegründet. 

tt  * 


34«  Toula  —  Kaü. 

Giebel)    genannt.     {=  Cr.    Trimmen   Gray,   während    Cr.  Mauni/i   Gray    das  Krokodil    von  Mans   nach    Cuvier 
bezeichnet). 
1859.    In  dem  „Descriptive  Catalog  of  the  fossil  remains  of  Vertebrata  froni  the  Sewalik  Hills  etc.  von  Falkoner  n.  Walker 
(Caicutta  1859,  S.  120)  wird  Crocodilus  palaeindicus  als  verwandt  mit  Crocodilus  bombifrons  angeführt,  ohne  ausführliche 
Beschreibung  und  ohne  Abbildung. 

1859.  Hnxley.   On  the  dermal  Armour  of  CrocodUus  Hastingsme.   Proceed.  of  the  geol.  Soc.  of  London  1859,  XV.   S.  C78, 

Tat".  XXV. 
isco.    R.  Owen.  Systematische  Eintheilung  und  zeitliche  Verbreitung  der  lebenden  und  fossilen  Reptilien,  Ediub.  N.  phil. 

Journ.,  1860,  S.  294 — 30fi.  Die  procoelen  Crocodilinen  kommen  zuerst  in  Nordamerika  im  Grünsande  vor  {Cr.  hasi- 

ßssus  u.  Cr.  basUruncatus  Ow.),  in  Europa  treten  sie  erst  in  Eocänsehichten  auf. 
1862.    Dr.  C.  B.  Brühl.   Das  Skelet  der  Crocodilinen  dargestellt  in  10  Tafeln  fol.  Wien. 

1865  Dr.  C.  B.  Brühl.  Laqnes  Oweni  und  Laqiies  tijmpankiis  Petrosi.  Ein  Nachtrag  zu  „Das  Skelet  der  Krokodilinen". 
(Wurden  bei  der  vergleichenden  Detailbeschreibung  der  Krokodile  von  Eggenburg  zu  Grunde  gelegt.) 

1860.  Dr.  Alex  Strauch:  Synopsis  der  gegenwärtig  lebenden  Crocodiliden.  Mfemoires  de  l'Acad.  imp.  des  sf.  de  St.  Peters- 

bourg.  VII.  S6r.  X.  Bd.,  Nr.  13. 

Von  den  Ausführungen  dieser  Abhandlung  sei  nur  der  i'ür  uns  wichtige  auf  GaviaUs  (Tomistoma)  ScliJegdii  S. 
Müll,  bezügliche  Passus  hervorgehoben.  Die  in  Borneo  lebende  langschnauzige  Art  ist  nämlich,  wie  erwähnt,  der 
uns  von  Eggenburg  vorliegenden  fossilen  Art  am  nächsten  verwandt. 

OavicUis  (Crocodil im)  Sckleyelü  ist  von  S.  Müller  in  der  Tijdschrift  voor  nat.  Gesch.  en  Physiol.  V,  S.  77,  Taf.  III 
beschrieben  und  abgebildet  wordcu.  „Diese  Art",  sagt  Strauch,  „die  durch  die  langen,  den  Zwischenkiefer  errei- 
chenden Nasenbeine  mit  den  echten  Krokodilen  übereinstimmt,  unterscheidet  sieh  vom  Ganges-Gavial  durch  die 
geringere  Zahl  von  Zähnen,  durch  die  grössere  Zahl  von  Nuchalschilder,  durch  die  im  Verhältniss  zum  Schädel  bedeu- 
tend grösseren  Augen,  durch  die  stärker  entwickelten  Extremitäten,  sowie  auch  dadurch,  dass  bei  ihr  der  Kopf  sich 
vor  den  Augen  sehr  allmälig  verschmälert  und  in  die  lange,  fast  cylindrische,  an  der  Spitze  nicht  erweiterte  Schnauze 
übergeht." 
1S6G.  Rathke  Heinrich.  Untersuchungen  über  die  Entwickelung  und  den  Körperbau  der  Krokodile.  Herausgegeben  von  W. 
V.  Witsch.  Braunschweig  1866. 

1868.  P.  Lioy.  Über  einige  fossile  Wirbelthierreste  des  Vicentinischen.  Milano.  Atti  della  Soc.  Ital.  di  sc.  nat.   Vol.  VIII, 

S.  391  —  417,  mit  einer  Tafel. 

In  einer  Lignitablagerimg  am  Monte  Purga  (Bolca)  wurden  Reste  einer  neuen  Krokodil- Art:  Crocodilus  viceidinns 
Lioy  aufgefunden  und  a,\a  xait  Crocodilus  Hastingsiae  Ow.  verwandt  hingestellt. 

ISG9.  Dr.  John  Edw.  Gray.  Synopsis  of  the  species  of  recent  Crocodilians  and  Emydosaurians,  chiefly  founded  on  the  speci- 
mens  in  the  British  Museum  and  the  Royal  College  of  Surgeons.  Transactious  of  the  zool.  Soc.  of  London.  VI.  1869. 
S.  125-171,  Taf.  XXXI— XXXIV.  (Vorgelegt  9.  Dec.  1862.) 

I.  Gaoiaüdae.  1.   GaviaUs.  2.   Tomistoma  S.Müll.  (=  Bhyiwhosuchns  Huxley). 

II.  Crocodilidae.  1.  Mecistoi)s:  Die  Nasenbeine  erreichen  die  NasenöiTnung  nicht.  2.  Crocodilus  (Oopholis,  Mvlinia, 
Bombifrons,  Poliiiia):  Die  Nasenbeine  reichen  an  die  Nasenöflfnung.  3.  Hakrosia:  Die  Nasenbeine  theilen  die  Nasen- 
öffnung. 

Flu-  unsere  Zwecke  sind  vor  allen  die  auf  Tomistoma  (Bhijnchostichm)  und  Mecistops  bezüglichen  Angaben  von 
Wichtigkeit,  da  unsere  Form  offenbar  gleichfalls  zu  den  den  Übergang  von  GaviaUs  zu  Crocodilus  im  engereu  Sinne 
vermittelnden  Formen  gehört.  Die  auf  Taf.  XXXJI,  Fig.  1,2,3  gegebenen  Darstellungen  von  Mecistops  cataphractus 
Cuv.  werden  zu  den  auf  der  beifolgenden  Vergleichungstabelle  gegebenen  Messungen  herbeigezogen. 

1869.  Cope.   Synopsis  of  the  Extiuct  Batrachia  and  Rept.  of  North  America.  Philad.  1869.  4».  S.  104,  Taf.  2—12. 

Ausser  den  an  anderem  Orte  (1875)  ausführlich  verzeichneten  cretacischen  Vorläufern  echter  Crocodilinen 
werden  hierin  auch  die  jüngeren  Krokodile  angeführt,  u.zw.  Thecacampsa mitiqua  Leidy  sp.  (=  Crocodilus  autiquus 
Leidy)  aus  dem  Eocäu  von  Ost-Virginien,  Thecacampsa  sicaria  Cope,  Miocän  von  Maryland,  Thecacampsa  sericodon 
Cope,  Miocän  von  N.-Jersey  und  Maryland,  Thecacam.psa  Squanhensis  Marsh,  Miocän  von  Mormonth  Co.,  N.-Jersey. 

1870.  Gaston  Plante,  Sur  les  lignites  införieurs  de  l'argile  plastique  du  bassin  parisieu.  Bull,  de  la  soc.  geol.  de  France. 

2.  Ser.,  Vol.  27,  S.  204-216,  Taf.  1,  Fig.  1  u.  2. 

Bei  Meudon  liegt  über  dem  Calcaire  pisolitique  ein  Conglomerat  und  über  diesem  ein  blätteriger  brauner  Thon 
raitKnochen  und  Spuren  von  Lignit  mit  Pflanzenabdrücken,  der  von  schwarzem,  Lignit  führeudenThon  überlagert  wird. 

Unter  den  Knochen  fand  sich  auch  ein  Unterkieferast  von  Crocodilus  dep-essifrons  Blainv.  (Man  vergl.  1855.) 

1871.  D.  Bunzel.    Die  Reptilienfauna  der  Gosau -Formation  in  der  Neuen  Welt  bei  Wr.-Neustadt.    Abhandl.  d.  k.  k.  geol. 

Reichsanst.  V.  üd.  Ausser  einigen  ihrer  Stellung  nach  problematischen  Wirbelformen  liegen  auch  eine  Anzahl  von 
stcher  procoelen  Wirbeln  vor.  Taf.  I,  Fig.  10  u.  Ii  Halswirbel,  Fig.  12—14  Brustwirbel,  Fig.  14—21  Lendenwirbel, 
Fig.  22  u.  23  Schwanzwirbel. 

Dr.  Bunzel  konnte  diese  Reste  als  von  dem  ersten  bis  dahin  aus  sicher  cretacischen  Diidungen  Europ.i's  stam- 
menden procoelen  Krokodile  bezeichnen  (S.  7).  {Crocodilus  spec.) 


tfber  einen  Kr ohodil- Schädel  aus  den  Tertiämhlagerungen  von  Eggenburg.  349 

1871.  Marsh.  Amer.  Journ.  Sc.  Arts,  1871,  Juni.   Ganz  kurze  Beschreibung  von  Crocodilus  OrinnelUi  Marsh  und  Cr.  liotJon 

Marsh. 

1872.  Dr.  Leon  Vaillant.    Etüde  zoologiquc  sur  les  crocodiliens  fossiles  tertiaires  de  Saint-G6rand  le  Puy.   Anuales  des 

Sciences  geol.  Tom.  III,  S.  1—58,  Taf.  I— V. 

Nach  einer  längereu  Einleitung  mit  Betrachtungen  über  die  tertiären  Crocodiiinen  (1 — 18)  werden  die  beiden 
Krokodile  von  G6rand  le  Puy  ausführlich  besprochen  und  in  vielen  Figuren  abgebildet.  Es  sind : 

Diphcynodon  gracile  Vaill.  S.  18—41,  ein  Alligator,  mit  zwei  in  eine  Zahngrube  des  Oberkiefers  eingreifenden 
Zahnen  (3  u.  4)  des  Unterkiefers.  (Der  Schädel  raisst  vom  Hinterhauptshöcker  bis  zur  Schnauzenspitze  ca.  2ö"". 

Diplocynodon  liatellä  Pom.  (S.  41—48,  Fig.  14  — 16  und  18 — 20).  Unterkieferstücke  wurden  abgebildet.  Die  Sym- 
physe unterscheidet  sich  leicht  von  den  divergierenden  Ästen  des  Dipl.  gracile. 

Crocodilus  Aedaicus  Vaill.  ist  etwas  kleiner  als  Dipl.  gracile,  ein  echtes  Krokodil.  Am  nächsten  stehend  wird 
Oroc.  Biilikonensis  H.  v.  Meyer  angenommen,  dessen  schlankere  Schnauze  überaus  leicht  unterscheiden  lässt,  indem 
es  dadurch  an  die  Gaviale  erinnert. 

1873.  Prof.  Jos.  Leid y.  Contributions  to  the  extinct  Vertebrate  Fauna  of  the  western  Territories.  Hayden's  Report  of  the 

United  States  geol.  survey  of  the  Territories,  I,  S.  125—132,  Taf.  VIII. 

In  der  Bridger  Tertiärformation  (oberes  Mioeän  nach  Hayden,  Ann.  Rep.  1870,  S.  .58)  wurden  viele  Reptilien 
gefunden,  darunter  auch  Crocodiliden  und  zwar: 

Crocodilus  aptus  Leidy  (1SC9);  nur  ein  Wirbel  liegt  vor  (Taf  VIII,  Fig.  2). 

Crocodilus  EUiotti  Leidy.  Ein  ca.  ,t3'"  langer  Schädel  (Taf  VIII,  Fig.  G)  vom  Green  River,  der  mit  dem  Nil-Kro- 
kodil und  mit  dem  indischen  Crocodilus  palustris  verglichen  wird.  Die  Nasalia  reichen  bis  in  die  äussere  Nasenöffnung, 

Von  einer  dritten  kleineren  Form  von  Little  Sandy  River  liegt  nur  ein  Schwanzwirbel  vor  (Taf  VIII,  Fig.  3). 

1872.    Die  erwähnten  Crocodilideu  finden  sich  auch  im  Annual  Report  für  itsTO.  S.  368  in  Kürze  erwähnt. 

1872.  Ebenso  Im  Annual  Report  für  1871,  S.  366.  (On  the  fossil  Vertebrates  of  the  early  tertiary  Formation  of  Wyoming.) 

Ausserdem  werden  hier  noch  genannt:  Crocodilus  ziiihodoii  Leidy,  Croc.  liodon  Leidy,  Croc.  affin is  Leidy,  Croc. 
Grinnelli  Leidy,  ohne  dass  nähere  Angaben  gebracht  würden. 

1873.  Edw.  D.  Cope.  On  the  extinct  Vertebrata  of  the  Eooene  of  Wyoming.  Hayden's  Sixth  Annual  Report  of  the  Unit.  Stat. 

geol.  Surv.  of  Territ.  (on  the  year  1872),  S.  612—615.  —  Von  Crocodilideu  werden  beschrieben: 

Crocodilus  clavis  Cope  (Proceed.  Am.  Phil.  Soc.  1872,  S.  485).  Eine  grössere  Form  als  Croc.  Elliottii  Leidy  mit 
schlankerer  Schnauze.  Die  Nasalia  dürften  bis  an  die  äussere  Nasenöffnung  gereicht  haben. 

Crocodilus  Elliottii  Leidy,  „Abundant  in  the  Bad  Lands". 

Crocodilus  sulciferus  Cope  (I.e.  S.  555)  vom  oberen  Green  River.  Eine  mittelgrosse  Art.  Die  subcylindrischen 
Zähne  mit  kurzen  konischen  Kronen. 

Crocodilus  GrinnelUi  Marsh  (American  Journal  Sc.  Arts,  1871,  Juni). 

Crocodilus  liodon  Marsh  (1.  c.). 

Diplocynodon  suhulaius  Cope  ==  Croc.  (Mithyosuchus)  subulaius  Cope  spec.  (Proceed.  Am.  Phil.  Soc.  1872,  S.  554). 
Vom  oberen  Green  River.  Einige  Wirbel- und  Kieferstücke.  Bezahnung  ähnlich  jener  \ou  Diplocynodon  RatelU  Pom. 
Symphyse  kurz. 

Diplocynodon  polyodon  Cope.  Von  der  Grösse  des  vorigen  und  des  Alligators.  Unterschiede  liegen  in  der  Bezah- 
nung. Neun  kleine  Zähne  liegen  zwischen  dem  vorderen  und  mittleren  C.anin. 

Älliyutor  heterodon  Cope  (Proceed.  Am.  Phil.  Soc.  1872,  S.  514).    Die  vorderen  Zähne  sind  flach,  scharfkantig 
und  leicht  gekrümmt.  Die  rückwärtigen  haben  kurze,  sehr  stumpfe  Kronen.  (Green-River-Foi-mat.) 
1875.    Th.  H.  Huxley.  0)1  Stagonolepis  Rohertsoni  and  on  the  Evolution  of  the  Crocodilia.   Quarterly  Journal  geol.  Soc.  1875. 
Vol.  XXXI,  S.  42,s— 438. 

Die  ersten  Reste  (Panzerplatten,  Knochenabdrücke)  dieses  Thieres  beschrieb  Huxley  ausführlich  im  Jahre  1859, 
Quart.  Journ.  geol.  soc.  (S.  440 — 460)  und  kam  zu  dem  Schlüsse,  dass  diese  Thierform  (vouAgassiz  einem  Fische 
zugeschrieben)  den  recenten  Krokodilen  näher  stehen  dürfte,  als  den  Telcosauren. 

Eintheilung:  Parasuchia:  Wirbel  biconcav,  Nasengänge  durch  Knochenfortsät/.e  der  Gaumenbeine  nicht  verlän- 
gert. Stagonolepis,  Bdodon  (Trias),  —  Mesosuchia:  Wirbel  bifoncav,  Nasengiinge  verlängert:  Teleosaurus,  Sfcneosuurus. 
(Lias),  Goniopholis,  Macrorhynchus  (Wealden). —  Eusuchia:  Wirbel  procoel  mit  Ausnahme  der  rückwärtigen  (Sacral- 
und  vorderen  Caudalwirbel),  welche  biconvex  sind:  Tkoracosaurus,  Holops,  Gavialis  (?). 

Für  uns  ist  von  Wichtigkeit,  dass  Gavialis  macrorhynchus  Gerv.  (1859)  aus  dem  Calcaire  pisolithique  vom  Mont- 
Aime  als  ein  „completely  diferentiated  Eusuchian"  bezeichnet  wird. 

1875.    E.  D.  Cope.  The  Vertebrata  of  the  cretaccous  Formations  of  the  West.  Washington,  Report  of  the  Unit.  Stat.  geol. 
Survey  of  the  Territories.  Vol.  II,  S.  250—254. 

In  der  III.  Abtheilung  dieses  Werkes  gibt  Cope  eine  Synopsis  der  Wirbelthiere  der  nordamerikanischen  Kreide- 
form.ation  und  gibt  (S.  250 — 254)  auch  einen  Überblick  über  die  Krokodile  mit  ausführlichen  Literaturangabeu.  Hier 
sollen  nur  die  procoelen  Formen  als  die  Vorläufer  der  tertiären  echten  Crocodilideu  angeführt  werden. 

Tlioracosaurus  neocaesariensis  (Leidy  Gen.  1865)  de  Kay  =  Gavialis  neocaesariensis  de  Kay  1842,  Zoology  of 
New -York,  Pavt.  III,  1844,  p.  82,  de  Kay.  Ann.  of  Lyceum  of  New -York,  Taf  III,  Fig.  7—10,  =  Crocodilus 
(laoialis)  cldvirostris  Morton   1.  c.  =  CrocAidilus  haf:iß.isus  Ow.  1.  c.  =  Crocodilw  de  Kayi  Leidy  (Jonni.  of  the  Aca- 


350  Toula  —  Kail. 

dcmie  of  Nat.  sc.  Philadelphia,  II,  p.  13ö  =  TJiontcosaurtis  yraitdis  Leidy,  Pioc.  Ac.  of  Nat.  sc.  of  Philad.  1852, 
S.  85.  New-Jersey. 

IMops  (Cope,  Gen.  1869.  E.xtinct.  Batrach.  and  Rept.  etc.  of  North  Am.  1869,  S.67.)  Holops  imeumutictis  Cope, 
Proc.  of  the  Ac.  of  Phil.  1872.  S.  U. 

Ein  Gavial  mit  sehr  langer  und  schmaler  Schnauze.  Die  Zahne  stark  gekrümmt,  lang  und  spitz  mit  rundem 
Querschnitt,  nur  die  hinteren  sind  an  der  inneren  Seite  flach  (Querschnitt  daher  unsymmetrisch  oval),  etwas  kürzer 
■aber  scharf  spitzig.  Grünsand  von  New-Jersey. 

Holops  hrevispinis  Cope,  Proc.  of  the  Ac,  of  Phil.,  18G7,  S.  39  abgebildet.  Ext.  Batrach.,  1869,  'I'af.  I,  Fig.  13, 
und  IV,  Fig.  4—6.  Holops  glyptodus  Cope  (Ext.  Batrach.,  1869,  S.  74,  231.)  Holops  obsciirus  Leidy  sp.  (Cope,  Ext. 
Batrach.  S.  75,  Taf.  IV,  Fig.  1—3.)  =  Crocodilus  ohscurus  Leidy,  Smithson,  Contr.,  1865,  S.  115,  Taf.  II,  Fig.  4.= 
Thoracosaufus  ohscurus  Cope,  Geol.  Surv.  of  New-Jersey,  Appendix  C.  Holops  conlatus  Cope  (Ext.  Batrach.,  S.  73.) 
Holops  basitruncatus  Ow.  sp.  (1.  e.)  =  Crocodilus  tenehrosus  Leidy  (Smiths.  Contr.  1865,  S.  115,  Taf.  III,  Fig.  12— l.'i) 
=  Holops  tenehrosus  Cope  (Ext.  Batrach.,  S.  78.)  Holops  hasitruncatus  Cope,  Ext.  Batrach,  S.  231,  Fig.  19,  S.  77. 

Bottosaurus  Agass.  Gen.  (Cope,  Prodr.  of  the  Am.  phil.  Soc,  1871,  S.  48).  BoUosaurus  macrorhynchns  Harl. 
sp.  (I.e.)  —  Crocodilus  Harlani  v.  Mey.  =  BoUosaurus  Harlani  Agass.  (Leidy,  Cret.  Rept.  of  North  Am.,  1865, 
12—14,  Taf.  IV,  Fig.  19—23.  =  Bottosaurus  macrorhijnchus  Cope  (Proc.  of  the  Am.  ph.  Soc.,  1871,  S.  48).  Bottosau- 
rus tuherculatus  Cope  (Ext.  Batrach.,  1869,  S.  230.  —  Proc.  of  the  Am.  phil.  Soc.  1871,  S.  49).  Bottosaurus  perru- 
gosiis  Cope  (Report,  of  the  U.  s.  geol.  S.,  Vol.  II,  S.  68,  Taf.  VI,  Fig.  5  —  8);  procoele  Wirbel,  Schädelknochen- 
stücke etc.  (aus  Colorado);  alle  früheren  Formen  aus  New-Jersey. 

Bottosaurus  (?)  i/uiuilis  Leidy  sp.  {=  Croc.  liumilis  Leidy,  Proc.  of  the  Acad.,  1856,  S.  73,  [nur  Zähne]). 

(Transact.  of  the  Am.  Phil.  Soc.  XII.  S.  146,  Taf.  XI,  Fig.  9  —  19.)  Badlauds  von  Montana. 

Gavialis  Merrem.  Gavialis  fraterculus  Cope  sp.  =  Hi/posaurus  fraterculus  Cope,  Ext.  Batrach.,  S.  82,  Kiefer- 
stücke mit  Zähnen,  procoele  Wirbel  und  Knochen.  Zahnkrone  einfach  gebaut  zum  Unterschiede  von  Tltecachanqtsa. 
New-Jersey. 

1877.  R.  Ludwig.  Fossile  Crocodiliden  aus  dem  Oligocän  des  Mainzer  Beckens.  N.  Jahrb.  1877,  S.  74 — 77.  (Anzeige). 

Fossile  Crocodilideu  aus  der  Tertiärformation  des  Mainzer  Beckens.  Cassel,  1877,  4",  S.  52,  16  Taf  (N.  Jahrb. 
1877,  S.  875.)  (Hauptwerk). 

Alligator  Darwiiii  Ludw.  (aus  der  Braunkohle  von  Messel  bei  Darmstadt),  kurz  und  schmalschnauzig,  Kopf 
niedrig,  Zähne  glatt  und  conisch,  mit  zwei  scharfen  Rändern,  oben  21,  unten  20  auf  jeder  Seite. 

(Syn.:  Crocodilus  Brauniorum  v.  Mey.,  Cr.  Bahti  v.  Mey.,  Cr.  medius\.  Mey.,  und  Cr.  Britchi  v.  Hey.,  welche 
verschiedene  Alterszustände  derselben  Form  darstellen.  Neues  Jahrb.,  1843).  In  Bezug  auf  die  Hautknnchen  an 
Diplocynodon  gracile  von  S.  G6rand  le  Puy  erinnernd,  in  Bezug  auf  die  Form  des  Kopfes  zwischen  Alligator  Hun- 
toniensis  0  w.  unä  Diplocynodon  gracile  Vaill.  stehend.  Ausser  dem  Vorkommen  in  der  Braunkohle  von  Messel  bei 
Darmstadt  noch  in  marinen  Sanden,  Meeresthon,  Cyrenenmergeln  und  im  Litorinellenkalk,  also  in  allen  Facies  des 
Mainzer  Tertiärbeckens. 

Crocodilus  Ehertsi  Ludwig,  Länge  des  hohen  Kopfes  zur  grössten  Breite  wie  7:4,  Nasalia  zwischen  die  Prä- 
m.axillaria  hineinreichend.  17  Zähne  im  Ober-,  16  im  Unterkiefer.  Zähne  längsgestreift  (gefaltet),  dadurch  unterschie- 
den von  Croc.  Bütikonensls  v.  Mey.,  dessen  Hautknochen  dagegen  viel  Ähnlichkeit  besitzen. 

1877.  E.  D.  Cope.   Report  upon  U.  St.  Geogr.  Survey  West  of  the  one  hundredth  meridian,  IV.  Paleontology.    Crocodilia, 

S.  60,  Taf.  XXIX,  1875,  S.31— 32.  Im  Syst.  Cat.  Vertebr.  Eoc.  New  Mexico,  U.  St.  Geogr.  Surv.  West  of  hundredth 
mer.   1874,  S.  15.    1875,  S.  31—33. 

Thplocynodon  sphenops  Cope  von  New-Mexiko,  Taf  XXIX,  Wirbel,  Bruchstücke  von  Wirbel- und  Extremitätkno- 
chen.  Das  wichtigste  Stück  ist  ein  Schnauzenstück. 

Crocodilus  grypus  Cope  von  New  Mexico,  Taf.  XXX,  Wirbel,  Schädelknochen,  (Schnauze),  Oberkiefer,  Extre- 
mitäten-Bruchstücke. 

Crocodilus  Wlieeleri  Cope,  Taf.  XXXI,  Fig.  1—5.  Schädelbruchstücke  und  Wirbel. 
„         '? Elliottii  Leidy,  Taf.  XXXI,  Fig.  6 — 17.  Schädelbruchstücke  und  Zähne. 
„  liodon  Marsh,  Taf.  XXXI,  Fig.  18  —  23.  Parietalknochenstück,  Wirbel. 

„  chamensis  Cope,  Taf  XXXH,  Fig.  1 — 22  (1874  als  Alligator  angeführt). 

1878.  J.  W.  Hulke.  Note  nu  two  Skulls  from  the  Wealden  and  Purbeck  Foimations  indicating  a  new  Subgroup  of  Croco- 

dilia. Quarterly  Jouru.   1878,  Vol.  XXXIV,  S.  377—382,  Taf.  XV. 

Ooniopholis  crassidensl  aus  Mr.  Willetts  CoUection  wird  abgebildet,  neben  dem  ausgezeichneten  Schädel  aus 
dem  British  Museum  (Nr.  41098).  Neben  den  dichtstehenden  kräftigen  Zähnen  (29)  fallen  die  weit  nach  vorne,  aber 
nicht  bis  an  die  äussere  Nasenöffnuug  reichenden  breiten  Nasalia,  sowie  die  vorne  verbreiterten  Zwischenkiefer 
auf,  welche  fünf  In  einem  Bogen  stehende  Zähne  tragen.  Die  Länge  des  Schädels  (Fig.  i  u.  2),  betiägt  ca.  62'"',  die 
grösste  Breite  über  18"».  Während  die  Zähne,  was  ihre  Zahl  u.  Form  anbelangt,  mehr  an  Gavialis  erinnern,  zeigen 
die  Nasenbeine  Crocodilus-Charakter.  Auffallend  ist  die  Kleinheit  der  Orbitalöffnungen  im  Vergleich  mit  den  grossen 
Schläfengruben.  Goniopholis  simus  Ow.  S.  379,  Taf.  XV,  Fig.  3,  4.  Ein  Hauptmerkmal  dieser  Vorläufer  liegt  in  der 
Beschaffenheit  der  Palato  nares  zwischen  dem  Pterigoideum  und  Palatinum.  Man  vergl.  auch  R.  Owen,  Quarterly 
Journ.   1878,  S.  421 — 430  „On  the  modifying  Influenee  of  a  higher  Form  of  Life  on  a  older  and  lower  Form. 


über  einen  Krokodil-Schädel  ans  den  Tertiärahlcujerungen  coii  Egcjenhiirg.  351 

1879.  K.  Owen.   Supplement  (Nr.  IX.)  to  the  Mouogi-aph  on  the  Fossil  Reptiliii  of  tlic  Wealden  anil  Purbeck  Furmatious. 

Behandelt  die  von  R.  Owen  in  die  Ordnung'  Crocodilia  gestellten  Gattungen:  GoiiiopJwlis,  Brachiidectes,  NaiiiwsKchns, 
TIieriosHchits  und  Nuthdea,  die  Vorläufer  der  procoelischen  echten  Krokodile  der  Tertiär-Periode  und  der  Gegenwart. 

GoniophoUs  tenuidens.  (Man  vergl.  1841.) 

Vos  Brachydectes  werden  Taf.  I,  Fig.  2,  3  Unterkieferstüoke  abgebildet  und  S.  3 — 6  besprochen.  Nannositchus, 
das  Zwergkrokodil  und  das  noch  kleinere,  als  Therioisuchus  bezeichnete  Formen  aus  dem  Purbeck  mit  biplanen  Wir- 
beln werden  auch  von  Quenstedt  (Petrefactenkunde,  neue  Auflage,  S.  109)  und  R.  Hoerues  (Elemente  der  Palaeon- 
tologie,  1884,  S.  479)  als  die  geologisch  ältesten  echten  Crocodiliden  betrachtet.  Ti&i  Nannosuchus  ijraciUdens  Owen 
(1.  c.  Taf.  IV,  Fig.  1)  ist  die  Schnauze  schlanker  als  bei  dem  nur  3"  laugen  Schädel  von  Theriosuchus  pusülus  Ow.  (1.  c. 
T:if.  III,  Fig.  13—17  u.  IV).  Bei  Nannoxuchus  enden  die  Nasalia  ähnlich,  wie  bei  Tomistoma  weit  oberhalb  der  äusseren 
Nasenöffnung,  während  sie  bei  Tlierioauclius  so  weit  in  die  Naseuöifuiing  hineinreichen,  dass  diese  förmlich  in  zwei 
schlitzähnliche  Offnungen  geschieden  erscheiut.  Die  Zähne  der  extremen  Zwergform  'rjieriuftwhiiiy  sind  auffallend  uugleich 
gross,  mit  verdickten  Kronen,  während  sie  bei  Waniwsuchus  schlank  und  ziemlich  gleichmässig  In  ihreuDimeusionen  sind. 

1880.  Zigno.  Sopra  un  cranio  di  Croccodrillo  scoperto  ncl  terreno  eoceno  del  Veronese.   Atti  della  R.  Academia  dei  Lincei. 

Vol.  V.  Roma   1880,  S.  G5— 67,  Taf.  I. 

CrocoJilas  Arduini  Zigno.  Aus  der  knoclieuführcndcu  Schichte  des  Hauptuummulitenkalkes  vom  Monte  Zuello 
bei  Ronca. 

Eine  mit  Crocodilns  loliapicus  Ow.  und.  Cr.  cJicirnjisoiiks  Ow.  verwandte  schlanksehnauzige  Form. 

Ein  wohlerhaltenes  Crauium,  ein  Unterkiefer  und  zwei  Wirbel  werden  auf  zwei  Tafeln  zur  Darstellung  gebracht. 

Das  Parietale  ist  der  Form  nach  ähnlich  jenem  unseres  Exemplares.  Das  Frontale  principale  ist  iu  der  Mitte 
noch  viel  spitzer  nach  vorne  gezogen  als  bei  unserer  Form,  auch  das  paarige  Frontale  anterius  scheint,  so  weit 
die  Zeichnung  darüber  eine  Andeutung  gibt,  jederseits  spitz  nach  vorne  gezogen  zu  sein.  Die  rückwärtigen  spitzen 
Enden  der  Nasalia  haben  ähnlich  so  wie  bei  unserer  Form  zwischen  die  drei  Stirnbeinspitzen  hinein  gereicht.  Die 
Nasalia  bei  Crocodilns  Arduini  sind  im  Allgemeinen  etwas  breiter  als  bei  unserer  Form  und  reichen  ähnlich  so  wie 
bei  Cr.  champsoides  beinahe  an  den  Hinterrand  der  Nares  externae. 

Das  Lacrymale  scheint  sich  an  das  entsprechende  Nasale  angeschmiegt  zu  habeu. 

Die  Interraaxillaren  ziehen  sich  oben  spitz  nach  rückwärts,  an  der  Unterseite  ist  die  Begrenzung  derselben  gegen 
die  Supramaxillaren  nicht  anzugeben. 

1831.  Sceley.  Quarterly  Journ.  geol.  Soc.  XXXVII.  Bd.,  S.  G85.  Mit  Abbildungen  über  Crocodilns  (1) pruavus  Secl.,  eine  neue 
Form,  die  in  Bezug  auf  ihre  „Knochen  und  Wirbel"  an  den  Mississippi-Alligator  erinnert.  Von  Dr.  Bunzel  (1871) 
als  Crocodilns  sp.  beschrieben  und  abgebildet.  Die  Reste  nach  Sceley  reichen  zur  sicheren  Gattungsbes-timmung  nicht 
ans  (S.  693). 

1883.  L.  DoUo.  Premiere  note  sur  les  Crocodiliens  de  Bernissart  (Bull.  mus.  roy.  d'  bist.  nat.  de  Belgique,  Tome  II.  S.  309—338, 

Taf.  XII.  (Dames.  Neues  Jahrb.,  1885,  I.,  S.  91— 93). 

Bei  Bernissart  wurden  vier  Krokodil-Individuen  gefunden.  Sic  wurden  als  zu  zwei  Arten  gehörig  erkannt,  die 
eine  mit  GoniophoUs  simus  Owen  aus  dem  englischen  Wealden  ideutificiert,  die  andere  als  Beruissartia  Fagesii  Do  Uo 
beschrieben,  ein  Genus,  das  zu  der  Unterordnung  Mesosuchia  Huxley  gehört,  und  eine  neue  eigene  Familie  dar- 
stellt, welche  Doli o  geradezu  als  directe  Vorläufer  (Stamuiältern)  der  echten  Krokodile  der  Tertiärperiode  und  der 
Gegenwart  bezeichnet. 

1881.  V.  Lemoine.   Etüde  sur  les  caractöres  gönferiques  du  Simocdosaiirus,  Reptile  nouveau  de   la  faune   cernaysienne  des 

environs  de  Reims.  Reims,   1884. 

Die  Reste  dieser  interessanten,  von  Gervais  aufgestellten  Gattung  stammen  aus  den  Schichten,  welche  mit  dem 
Namen  calcaire  lacustre  supörieur  oder  von  Saint  Thierry  bezeichnet  werden  und  den  Schichten  mit  Physa  von  Rilly 
entsprechen.  Eine  ungemein  schmalschnauzigc  Form,  deren  Nasalia  bis  gegen  die  äussere  Nasenöffnung  hinabziehen. 

Die  schmale  und  lange  Schnauze  erscheint  ganz  scharf  abgesetzt.  Die  Schnauze   ist  Gavial-ähnlich,   während 
die  Schädeliiartie  des  Kopfes  Charaktere  von  Ichthyosaurus  und  ricsiosaurus  an  sich  trägt. 
18S4.  V.  Lemoine.   Note  sur  TEncßphale  du  Gavial  deMont  Aime,  etudie  sur  trois  moulages  naturels.  (Bull.  soc.  g6(d.  de 
France  3.  serie,  Taf.  XII,  S.  158-162.  Taf.  VI.) 

Die  Gehirnbildung  des  Gavials  {Tomistoma)  aus  dem  Calcaire  pisolitique  stimmt  im  Allgemeinen  auf  das  beste  mit 
jener  der  lebenden  Crocodiliden  überein,  nur  sind  die  Hemisphären  schwächer  entwickelt. 

1884.  R.  Owen.  On  the  Cranial  and  Vertebral  Characters  of  the  Crocodilian  Genus  Plesiosuchus  Owen. 

Quarterly  Journal  of  the  gcol.  Soc.  1884,  (Nr.  157),  S.  153—159.  Plesiosuchus  Owen  ist  eine  Zwischenforui  mit 
platycoelen  Wirbeln  zwischen  Steiiosaiirus  Geoffr.  (Oolith)  und  den  procoelen  Crocodiliden  mit  an  die  äussere  Nasen- 
öffnung reichenden  Nasenbeiniui. 

1885.  F.  Toula  u.  Joli.  A.  Kall.   Über  einen  Krokodilschädcl  aus  den  Tertiärablagerungen  von  Eggenburg  in  Niederöster- 

reich. Anzeiger  der  kais.  Akademie  d.  Wissensch.  in  Wien  1885,  Nr.  XI,  S.  Tü7 — 109:  Crocodilns  {Gavialosuchus 
u.  gen.)  Eggenburgeims  n.  sp. 


352 


Toula  —  Kall. 


Tabellarischo  Übersicht  übor  die  fossilen  procoeleii  Crocodilideii  der  alten  Welt  '  und  ihrer 

Vorläufer. 


M 


«  :3 


O    !  S     Ch 


Bemerkungen 


Alligator  Hantoniensis 

Wood. 
„  Dartvini  L  u  d  w 

\Beniissartia  Fai/esii  Dol  lo 

Crocodiius  Aeduicus  Vai  1 1  a  n  t. 
„  Arduini  Zigno.  . . 

„  Becquerdi  Gray  .... 

„  hiporcatus  Ciiv.  äff. 

Cautl.  u.  Falc. 
„  Blavieri  Gray 

„  Brauniorum  v.  Mey. 

„  Broiif/iiiarti  Gray  .. 

„  BiKc'hi  H.  V.  Mey.  .. 

Crocodüus  Bütikonensls  H.  v. 

Mey. 
„  chatnpsoides  0  w. . 

Crocodihis  Cliftii  H.  v.  Mey 

„         coelorhliius  Pom 

„        coiHiiuinis  Giebel 

„         cnwsiVfc;;«  Caut.  u.  Fal- 
c  o  n  e  r  ? 

„         cidfn'dens  0  w 

„         Cimieri  Gray 

„         Delucii  Gray 

n  „      Gieb 

Crocodüus  deirressifrons 

Blaiuv. 

Crocodilus  Dixoni  Pict 

„        Doduiiii  Gray 

Crocodilus  Ebertsi  Liidw 

Crocodilus Elaverensis  Brav.  (= 
Croc.  Elaveris.) 


„        äff.  gangeticus  Harl. ... 

„         (GaviaJis)  gangeticus 

Cautl.  U.Falk. 
„  Germisi  Aimd.  (Gerv.i 
„         Hantonifiisis  0  w 

Crocodilus  HaMingsiae  0\v.  . 

Crocodilus  heterodus  Pom 


1844 
1877 

1883 
1872 
1880 

1831 


1835 
1831 

1834 

1831 
1843 

1856 
1850 

1832 

1847 


1847 

1835 

1841 
1831 

1831 

1847 


1855 

1850 
1831 

1877 

1844 


1834 


1835 
1859 
1850 
1850 
1847 


llordwell,  R.  Owen,   1850. 

Mainzer  B(K'keu,  Syn:  Crocodüus  Braiiiiiornm  VI.  x.  M..,   Cr. 

Eahti  H.  v.  M.,  Cr.  medius  H.  v.  M.,  Cr.  Bruclii  H.  v.  M. 
In  die  Gruppe  iVesos!((7«ffl  Huxley  gehörig]. 
Gei-and  le  Puy. 
Verona.  Verwandt  mit  Cr.  toUapicus  Ow.  und  Cr.  cJuiinp- 

soides  Ow. 
Das  Krokodil  des  Lignites  und  des  Argile,  plastique  von 

Auteuil  (Cuvier  1824)   nur  auf  ein  Humeriis-Brucli- 

stück  und  ein  Zähnclien  gegründet. 

Sewalik.  Ohne  Beschreibung  und  Abbildung. 

Das  Krokodil   aus   dem  Lignite   der  Provence  (Cuvier 

1824)  =  Cr.  proviiicitdis  Giebel.  (1847). 
Weisenau,  Mainzer  Becken  =  Alligator Darwiiü  Ludwig 

(1877). 
Mcudon.  Nur  auf  einen  Zahn  gegründet. 
Weisenau  =  .UUgator  Darwini  Ludwig  (1877). 

Bütikon(Mülaase)  schmalschnauzige  Form  von  Crocodilus. 

Londonthon.  Crocodilus  Spencer!  Buckl.,  z.  Th.  Schmal- 
schnauzig,  an  Tomistoma  aunähernil. 

Irawadi.  ÄhnMch  „Crocoddus  vulgaris  Cuv.„  (Clift.  1828). 
Ohne  eingehende  Begründung  aufgestellt. 

Aus  demCalcaire  pisolithique.  Nur  genannt  ohne  Beschrei- 
bung und  Abbildung.  Vaillaut  (1872)  führt  CVoco- 
dilus  depressifrons  Blainville  als  Synonym  an  (mit 
einem  ?). 

=  Cr.  Bolliiiati  Gray,  1831  =  Krokodil  von  Argenton 
Cuvier  (1824).  PristicUampsus  Gervais  (1859). 

Sewalik.  Gavial-ähnliche  Form.  Von  Owen,   Bietet   u. 

Giebel  unter  dem  angegebenen  Namen  citiert. 
Wealden.  Suc/iosaurus  cultridens. 
Krokodil  aus  dem  Gyps  des  Montmartre  (Cuvier  1824) 

=  Cr.  Parisiensis  Giebel  1847. 
Das  Krokodil  von  Sheppy  (Cuvier  1824).  Nur  auf  einen 

Wirbel  gegründet. 
Das  Krokodil  von  Brentfort  Cuvier  (1824)  ==  Crocoddus 

Trimineri  Gray  (1831).   Nur   auf  einen  Fusswurzel- 

knochen  (Alcaneum)  gegründet. 

Aus  denCoi'yphodon-Schichten.  Man  vergl.  0-.  codorhynus 

Pom.  (1847). 
Braklesham  =  Gavialis  Di.coni  Owen. 
Das  Krokodil  von  Castel  Naudary,  Cuvier  (1824). 
Mainzer  Becken. 

Puy  de  Dome.  Nach  Gervais  (1859)   Cr.  Elaverensis  Br. 

==  Cr.  (Diplocynodon)  Bafclli  Pom.  =  Genus:    Ortho- 

saurusE.  Geoffroy.  (1835). 
(?)  Crocoddus  (GainaUs)  davirostris  Mort.  (1844)  =  Thora- 

cosaurus  neocaesarensis  de  Kay,  (Cope   1875). 

Sewalik.  Cr.  crassidens  Owen.  (1860). 
Ronzon.  Nur  ein  Uuterkieferstüek  bekannt. 
=  Alligator  Hautonieiisis  (ISM),  [Dipilocijnodoii  Pom.  1853) 
Echtes  Krokodil.  Von  Hordwell. 

Cuyse-la-Motte,  Gervais  (1859).  Auf  unzureichende  Reste 
gegründet. 


Die  wohlbegründeten  procoelen  Arten  sind  mit  fetten  Lettern  gedruckt. 


über  einen  Krokütlil-HehäAel  atis  den.  Tertiämhhujeningen  von  Eggenhiirg. 


ö:.3 


Crocodilus  IndetermiHotiis  Gieb.  . 

„         isurhijnchus  Po  in 

„         Jouaiwti  Gray 


Crocodilus  niacrorhijnchus 

Blaiuv 

Crocodilus  Maunij  G  r  ii  y   

„         Miiiilclli  Gray 

„        iiicdius  H.  V.  Mey 

„         uhtnsklens  Pom 

^  jialaeindi'cHS  Falcon.  .. 

„         I'aiisiensls  Gicb 

„  pJeiiidais  H.  v.  Mi;y. ... 

„         pruavus  Seo! 

,,         provindalis  Gi  ob 

„         liatelli  P  o  in 

„  Ralhii  (Rahtii)  V.  Mcy. . 

„  liolUnafi  Gray 


„         SjKiiceri  Buckl    

Crocodilus  toliapicus  0  w.  . . . 

Cri>aidi/i(s   Triimiwri  Gray 

„  Unyerl  Prang,  .sp 

„  Via'iiliiiiis  Lioy 

Diplocj/nodon  f/racile  Vail. . 
Dijiln  Ijiiodoii  llitntoiiiensi^  Pom... 
JJiploci/ iiodon  ßfitcHi  Pom.  . 

Eiincu  Ion  Umjeri  Prang 

Eridaiiosauru^  Ball.,  Criv 

Gavialis  (Rhamphostoma) 

Dixoni  Ow. 

Gttckdis  mitcrorhijncluis  Blainv.  . 

„        ijuiiijeliciis  G  m  c  1.  aff.C  a  u  t. 

11.  Falc. 

Goniojiho^is  simus  0  w 


„  trussldens  0  w 

Lc/itorliyiicJiits  Cliflii  v.  Moy 

ytiiiiiosiicJiiis  yiricilidens  Ow 

Mdcrorhi/iicJms  Meyeri  Dunk 


Orfhoauunis  Gooft'r.  St.  II il. 
Plerodon  crocodiloides  V.  Mey. 
(P/esiosKclius  Ow 


PristicJianipsus  Gervais... 
„  HoUinati 

Gray  sp 

EhampJwstoma  =  Gavialis 

(Suchosaurus  oultridens  0  w 

{Simoedosaarus  Lern 


Toinistoiiia  (Rhynchosuchus)  (i) 
tnacrorhytichus  Blaiuv 


1847 
1847 
1831 

18.55 

1831 
1831 
1834 
1846/7 
13.59 
1847 
1838 

1881 

1847 

1846/7 

IS43 

1831 

1836 

1 850 


1831 

1845 

1868 
1872 
1847 
1847 
1845 


1850 
1855 


1835 
1878 

1841 
183-2 
1879 

1844 

1835 
1839 

1884 


1831 


1841 

1884 


ls55 


.   + 


o  la 


a  a 

!03  := 


Bcmi-rkiingcu 


=  Gr.  Becquerdi  Gray,  (1831)  =  Krukodil  von  Anteuil, 
Cuvier  (1824). 
Cr.  imwrorhyiichus   Blaiuv.    (1855).    Ähnlichkeit    mit 

Toinistoiiiu  (Uliyiuhostichus). 
Krokodil  von  Blayc  Cuvier  (1824).   Uuzurcichcmk-r 
Rest  (Zälinei. 

Calcaire  pi.solitliiciue  vou  Mont  Aiiuc  bei  Eporn.iy.   Ahu- 
lichkcit  mit  Toniistomo  (lUiynchosnchus). 
Krokodil  vou  Maus.  Cuvier  (1824). 
We.-ilden-Krokodil  von  Tilgate  forest.'.  Cuvier  (1 824). 
=  Alliyalor  Jhirwiiii  Ludwig  (1877).  Maiuzcr  Becken. 
Gervais  1859.  Cuysc-la-Mottc. 
Nur  geuaunt  uud  mit  Cr.  boinbifrons  verglichen.  Sewalik. 

Cr.  Cuoieri  Gray  (1831). 
Stein  am  Kheiu.  Auf  einzelne  Zähne  gegründet  =  I'kro- 

don  crocodiloides  H.  v.  Mey.  (1839). 
Die  R(^ste   reicheu  nach  Secley  zur  sichercu  Gattungs- 
bestiminuug  nicht  aus. 
CV.  lUavieri  Gray  (1831). 
Dililocyiiodoii  Loire  Becken. 
ÄUiyator  Darwini  Ludw.  (1877). 

Knikodil  von  Argentou  Cuvier  (l.S-J4j    Gattung  iV/- 
sUchampsus  Gervais  (1859). 
Nacii  Owen  synonym  für  Cr.  toliapicus  und  Cr.  cliampsoi- 
des.  (Man"v<'rgl.  Vaillaiit  (1872),  I.e.,  S.  10.  U. 
Cr.  Speiiccri  Buckland.  Nach  Vaill.  wäre  der  Name 
Cr.  toliopicus  Ow.   einzuziehen,  uiul  dafür  der  Name 
Cr.   Spenceri  Buckland   zu  setzen,   dem  die  Pii(u-i- 
tät  zukomme. 
:=  Krokodil  vcm  Breutford  Cuvier  (1821)  =  Cr.  Uducii 

Giebel  (1847). 
Wies  in  Steiermark.  Enneodoit  Uuyeri  Praugner  (1845). 

Man  vergl.  Fitzinger  (1846). 
Monte  Purga  (Bolca).  Verwandt  mit  Cr.  Ilcisfinysiuf  Ow. 
Vou  Saint  Ger.ind  la  Puy. 
=  Alliyator  Hantoniensis  Wood. 
Loiie-Becken- 

Crvcoddns   nach  Fitzinger  (1846). 

Wird  von  V.  Carus   erwälint   (..ob   hieher  geliörigV). 
Aus  dem  Kieslager  des  Po. 

Br.-icklesham.  Untcrkieferstücke  und  Zähne. 
Calcaire  pisolitliiqiu;  vou  Mout  Aiiue  Toinis/oiiia  (llhynclio- 
suchiis)  =  Cr.  isorhyiichus  Pom. 

Sewalik. 

Purbeck.    Wirbel   biconcav,  ca.  30  Zähne  im  Oberkiefer. 

Zähne  zweischneidig. 
Piirbeck  und  Wealden.  (M.  vergl.  auch  1851.) 
Irawadi.  (Nur  genanut.; 
Zwergkrokodil.  Piirbcck. 
Norddeutsche  Wealden.  (Ob(u-kirchcii  in  Westph:ilen)  ob 

procoelV  34  Zähne  jederseils  im  Überkiefer, 
=  Cr.  Eldvereiisis. 
=  Cr.  plenidciis  H.  v.  Meyer. 
Nach  Owen  eine  Zwischenform  zviKchen  Steiiosaurus  und 

den  Crocodiliden.) 


=  Cr.  communis  Giebel. 

Wealden.) 

Charaktere  älterer  Formen.  Nasenbein  bis  gegen  die  äus- 
seren Nasenlöcher  hinziehend.  Von  St.  Thierry. 
Schichten  mit  Fhysa  yiyantea.) 

^^  Cr.  (Gavialis)  macrorhynchus  aus  dem  Calcaire  pisoli- 
thique. 


Denkschriften  der  matheni.-n.ilurw.  Cl.  L.  Bd.  Abh.indluiigen  von  Nichtmitgliedern. 


uu 


:^54 


Toula  —  Kail. 
Tabellarische  Übersicht  der  amerikanischen  fossilen  Crocodiliden. 


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Bemerkungen 


AUhjalor  hasifissits  0  «' 18-19 


„  hcteroduii  C  o  p  e  .  . 

Crucudilits  afßniü  Lciily  .  .  . 

„         aptus  L  e  i  (l  y  .  . . 

„         hasijhaus  0  w.   .  . 

.,         chamensis  Cope 

daviroatris  Mort. 


1873 
187-2 
1873 
1819 
1877 
1844 


daois  C  o p  0 i  1873 

conhdim  Cop  e 1875 

de  Kai/i  L e i d y  (Cop ej  1875 

miutii  Leidy 1873 


(jnjiHis  Copc 

GrinelU  Marsh.  .  . 
Iltirhiiii  H.  V.  M  ey. 


„  liiiDiiliä  Leidy 

„  ktleivduii  C  o p  e 

„  luidoii  Marsh 

„  nuicrorhynchua  Harl. 

„  ote«07(s  Leidy  sp. .  . 

„  pohjodon  Copc 

,  subidatus  Copc 

„  tsulciferiis  Copc 

„  tciiebrosus  Leidy  ... 

„  Ziphodun  Leidy  ... . 

Bottuaaiinis  Agass 

„  (?)  htmiilis  Leidy. 

„  macrorliynelius  Harl., 

Cope. 

„  perrugosiis  Cope.... 

„  iitherculafus  Cope  .  .  . 

DijilücijHodou  hetcrudoii  Cope.... 

„  pohiodon  Cope   .... 

„  siihidatus  Cope  .... 

„  sphenops  Cope  .... 
Gavialis  fratercidics  Cope  sp 1869 


1877 
1871 
1832 

1852 
1873 
1871 
1824 
18G5 
1873 
1873 
1873 
18Ü5 
1873 

1856 
1824 

1875 

1875 
1870 
1873 
1873 
1873 
1877 


IIulupi 


neucaesarieiisis  de  K  a  y  .  . 

hiiHitnincatHä  0  w.  sp 

„        brcoispiiiKs  Cope 

„       cordatus  Cope 

n        (jhjptodun  Cope 

„        ühncartis  Leidy 

„       pneumaticus  Cope 

„        ieiiebrosiis  Leidy 

Ujipsosaiirus  fraterculus  Cope  ... 

Thcaichampsa  aiitiqna  Cope  nach 

Leidy. 

„  sicaria  Cope 

.,  sericoduH  Cope   ... 

„  Squaiih-ensia  Marsh 

T/wracusuitnis  Leidy 

„  iieocaesarieiisis  Cop 

nach  de  Kay 

„  obscurus  Cope  nach 

Leidy 


1842 
1849 
1867 
1869 
1869 
1865 
1872 
1869 
1875 

1869 
1869 
1869 
1869 


1875 


1875 


+ 

+  :   . 
+ 


+ 


+ 


New- Jersey  =  Thoracosattrus  (Leidy)  ncuaiesarkiisis  de  Kay 

sp.  (Man  vergl.  Cope   1875.) 
Green  liiver  Wyoming. 
Wyoming.  Wird  mir  genannt. 
Nur  auf  einen  Wirbel  gegründet. 
=  AUi(jatur  ( 'niorai-ijsuunis)  basißssics  Owen  sp. 
New-Mexico.  (1874  als  Alligator  bezeichnet.) 
New  Jersey  =  Alllyator    (Thoracosaurus)   neuaicsarkusis    de 

Kay. 

Wyoming.  Schlankschnauzige  Form  (keine  Abljildung). 
Gattung  Iluhps  (keine  Abbildung). 
=  Thoracu!«(iirus  iieocacfiiriensia  de  Kay. 
Bridger  Tertiär-Form.  (Obcr-Miocän  nacli  Haydcn.)  Wird 

mit  dem  Nil-Krcdvodil  und  mit  Cr.  /icdus/ris  aus  Indien 

verglichen.  ((.V.  [Vj)  Cope  1877  vonNew-Mexico  (Eocän). 
New-Mexico. 

Wyoming    (Cope  1873).  Ein  Cranium. 
New-Jersey  =  Cr.  mucrorhiiiu-tiiis  Harlan  (1824)  =  Buttu- 

saitrus  inacrurhyiichuä  Harlan  sp.  (Cope   1S75). 
Nebraska. 

DIplocijiKjdon.  Green  River  Formation.  Wyoming. 
Nur  genannt.  Leidy  (1872),  Cope  (1873,  Croc(jd'dus\'i]  1877). 
New-Jersey.  Boftosuiiriis. 
Holops  obscurus  Cope  1875. 
Diplucijnodon  Wyoming. 

Oberer  GreenKiver.  Wirbel  und  Kicferstiicke.  JJiphcyuodoii. 
Oberer  Green  River. 
Cope  (1875).  Gattung  y/y?(y;s. 
Wyoming.  Nur  genannt. 

Nur  auf  Zälme  gegründet.  (Cope  1875).  Montana. 


an  =  Cr.  Uarktiit  v.  Meyer.  New 


=  Cr. maororliynchiis  llarl 

Jersey. 
Colorado. 

Man  vergl.  Cope  1875. 
Green  River.  Wyoming. 
Wyoming. 

Green  River,  Wyoming. 
New-Mesico. 
Hi/psos(ciiriis  fraterculus  Cope.  (Man  vergl.  C o p e  1875).  Kie- 

ferstUcke,  Zähne,  Wirbel. 
(Man  vergl.  Cope  1875).   Thoracusuurus. 


'Man  vergl.  Cope  1875. 


Gaviidis. 

Ost-Viiginicn. 

Maryland. 

New  Jersey  u.  Maryland. 

Mormonth  Co.  New-Jersey. 


^  Cr.  basißssus  0  w  e  n  =  Cr.  clavirostris  Morton  ^  Tlwraaj- 
saurus  yramlis  Leidy. 

=  Uolops  obscurus  Cope. 


über  einen  Krokodil- ScJtädd  (ins  den  Tartiärablaijciaiujen  von  Efjijcnbun/. 


Inhalt. 


Seite 

Eiuleitiin;^ 299 

Über  die  Fimilstclle  dos  Kr^kodilschädels      -299 

Ä.  Vcizeielinis  der  vo  rhaudencu  Knochen 302 

B.  Auf  fällige  Merkmale  des  Kopf  skeletes a02 

C.  D e t a i  1  b e s e hr e i b  11  n g  d e r  e i u z e I n e n  K n o e h e u      305 

1.  Das  iinpaare  Parietale 305 

2.  „          .,        Frontale  principale 306 

3.  „     paarige  Nasale 307 

1.     „         „        Mastoideum 309 

5.  ,.          „         Frontale  posterius  (Postfrontale) 311 

6.  „          „         Tympanicum 313 

7.  „           „         Temporale 315 

8.  „          „         Jugale - 316 

9.  „          „         Frontale  anterius 317 

10.  „          „         Lacryiiiale 317 

11.  „          „         Siipraniaxillare 3ls 

12.  „          „         Intermaxillarc 320 

13.  „          n         Palatinum 322 

14.  „           „         Ptcrygoideum 323 

15.  „          „         Transversiira      324 

16.  17,   18,  19.  Unvollkommen  erhaltene  Knochen 325 

20.  Das  unpaare  Occipitale  supurius , 325 

21.  „     paarige  Occipitale  laterale 32G 

22.  „     unp:iare  Occipitale  basilare 32S 

D.  Die  grossen  Öffnungen 329 

1.  Das  Foramen  occipitale 329 

2.  Die  Fossa  tcmpoialis 329 

3.  Die  Orbita ....  330 

4.  Das  Foranieu  postorbitale 330 

5.  Die  Nares  extcruae .  330 

6.  Das  Forameu  palatinum 3'U 

E.  Tabellarische  vergleichende  Über  sich  t  der  Grössenverhältnisse 33'2 

/''.   Zusammenfassung  der  vergleichenden  Betrachtungen 333 

1.  Der  fossile  Rest  hat  mit  Tumisloma  SchJegelü  gemein 333 

2.  „           „          ,,        „       ,,    Gdvidlia  (jaiigetlcHs  gemein 335 

3.  „          ,,         „      unterscheidet  sich  von  den  genannten  Arteu 336 

(?.  Schlussfolgeruu  g 33H 

Zusauimenstell  uug   der  auf  die  tertiären  i)rocoelen  Crocodilideu   und  ihre  Vorläufer  Bezug  habeu- 

deu  Literatur - 313 

Tabellarische  Übersicht  der  fossilen  procoelen  Crocodiliden  der  allen  Welt  (und  ihrer  Vorläufer)    . 3.')2 

Tabellarische  Übersiclit  der  amerikanischen  fossilen  Crocodiliden        354 


--«äffe?*' 


Uli  * 


ERKLÄRUNG  DER  TAFELIS. 


jiKi: 

Das 

unpauro  l'ai'iotale. 

/• 

n 

n 

Fi'ouUle  priücipale 

/«. 

!) 

piuri 

ge  Fruntale  auterius. 

fP- 

:, 

„ 

„         posterius. 

na. 

n 

„ 

Nasale. 

7na. 

n 

it 

Mastüiileiim. 

(!/■ 

., 

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Tynipauiciiin. 

te. 

., 

Tomporale. 

j'i- 

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n 

Jiij^ale. 

la. 

■7 

j) 

Lacryiiialc. 

TAFEL  I. 

AusiLiht  des  Kopfes  von  oben  (in  '/z  uatürl.  Grösse). 

s  III.   Das  |i;i;irig'u  Hupnimaxilliirc. 


pal.  D;is  ijiiurige  Pal;itiuum. 

p  t.  „  „        Ptcrygoideum 

tv.  „  „        Trausvcrsum. 

//.  „     Foramen  iucisiviim. 


( Dl.      „  „        lutcrmaxillai'f. 

ox.      „     unpaarc!  Ocoipitale  suporius. 
uh.      „  „  „         baailarc. 

o  /.     .,     iiaarige  „         laterale. 

/«.     „     Foramen  occipitale. 
fi.  Die  Fossa  temporalis. 
0 1:     „    Orbita. 
//*  0.  Das  Foranien  postorbitulo. 
iia.a.  Die  Nares  cxteruae. 


TAFEL   IL 

Bezeichnung  wie  auf  Tal'.  I. 

Fig.  1.   AusicLt  des  Kopfes  von  iiiitcu  (in  '/^  uatürl.  Grösse). 

f.pal.   Das  Foramen  iialatinuui. 
/'i — /.j.  Die  Intcrmaxillaizälme. 
.sj — .s,5.  „    Suiiramaxillarzälme. 


Fig.  2.   Ansicht  des  Kopfes  von  der  linken  Seite  (in  '/^  'i^'^ü'''-  Grösse). 

au.  Die  Fossa  auriculnris.  i         c o.  Der  Condylus  occipitalis. 

f.im.  Das  Foramen  postorbitale.  |       ///■'.  Das  reelitseitige  Tyiiiiiauieuui, 

TAFEL  IIL 

Bezeiehuuugen  wie  auf  Tat'.  I  iiiiil  II. 

Fig.  1.  Ansicht  des  Kopfes  vou  hinten  (in  7^  uatürl.  Grösse). 

a.  jB«.  Apertura  Eiistaeliii.  1     /«.  m.  Das  Foramen  caroticiuii. 

o.ju.  Das  Forameu  juyulare.  ! 

Fig.  2.   Ein  Unterkieferzahn  (in  natiirl.  Grösse). 
a.  Obcrausicht.  I  />.  Seiteuausicht. 

Fig.  3.   Ein  Brustwirbel,  liuke  Seitenansicht  (in  natiirl.  Grösse). 

Fig.  4.  Derselbe,  Obenansicht  (iu  natürl.  Grösse). 

Fig.  .5.   Derselbe,  von  vorne  gesehen  (in  uatürl.  Grösse). 


rmiia  ii.Kilil:  krokodilsrhädpl  aus  den  Terliärablafjeningt'ii  von  EsgHulmrg  (. \iedf rösterreich). 


Tall. 


R-Schöitn  nach  fl-Mat  ^ei.u.Hth. 


Deiiksritriftcn  H.k.Akatl.dKiiiarh.nHturw.  nass4»  L   Bd.  11  Ablli 


k  k  Hot"TJ-Stsatsdru-->^r« 


Toula  ii.Ivail:  Krokodilsrhiidpl  ans  den  Terliärablagfninseu  von  Hsgenlmrs  (NiederöslPireiili). 


Tarn 


R.Sctgr.n  nach  d.Nai.gez.u.Uth. 


I)«'nkscliiin,.(i  .l.k.Aka(l.aA\:iiiiilli.naturw.('!asso  L.  IJd  U.Alflli. 


k  k.Hof  u.Staatsdrwpkei 


Toilla  ii.iaiilKrokodilsihädfl  ans  den  Terliänhlneeninsen  von Eggenbnrg  (XiederösteiTeich). 


Taf  DI. 


(.  I 


Fig.2a. 


B..Sc>.önn  nac)i  d.Mat.gez.u-liih 


k.k.Hof  M-Staatsdru  .-kere: 


Denkschriften  d.k.Aka(l.(l.VVTmatli.naturw.  Classe.  L.rxl.H   Ahlh. 


ß 


,lillilllll<l<ll:'lil 


iiiinii'T:ii!illfi 


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